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Old 21.12.2009, 21:27 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #21
Aniron
Frau General
 
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Das Wüstenvolk Adanos' im Forenrollenspiel
Aniron neigte ebenfalls ihr Haupt:
"Nichtsdestotrotz seid Ihr im Umgang mit dem Stab gut und ich möchte Euch nicht allzu lange aufhalten. Lasst uns uns morgen ein letztes Mal hier treffen."
Die Adeptin trat einen Schritt an ihren Schüler heran.
"Ihr wollt Verletzungen vermeiden. Nun, erinnert Euch an das, was ich Euch gestern über den Platzregen erzählt habe. Es war ein Sinnbild für etwas, was der Mensch empfindet, etwas unangenehmes, was den Geist verrückt machen kann. Denkt doch vielleicht noch einmal in diesem Zusammenhang darüber nach. Vergesst die Elemte, deren Erscheinung Euch nicht stört.
Ihr habt wegen anderen Waffen gefragt wie schweren Äxten oder Schwertern. Diese Waffen sind für den Stab gefährlich, da sie eben wie die wilden Tiere den Stab zerteilen können. Doch der Stab hat den Vorteil der Leichtigkeit und vor allem auch der Reichweite. Gerade diese Eigenschaften muss man für sich nutzen. Bevor ein Schwertkämpfer sich und seine Waffe gedreht habt, seid Ihr schon längst hinter ihn gesprungen und habt Euren Stab in seine Kniekehle gerammt. Der Axtkämpfer schwingt das schwerfällige Beil und ihm brecht Ihr mit einem Hieb den ausgestreckten Arm.
Mehr kann ich Euch dazu nicht sagen, da dies die Grundlagen des Stabkampfes übersteigt und auch wie so vieles Übung braucht."

Die Adeptin lächelte:
"Doch mit Eurem Gefühl für den Stab kann ich mir sehr gut vorstellen, dass Ihr die nötigen Fähigkeiten dafür selber entwickelt, wenn Ihr Euch darauf konzentriert. Aber das soll es von mir heute Abend gewesen sein, Ihr habt mir bewiesen, dass Ihr die Lektion verstanden habt. Geht, ruht Euch aus oder packt Eure Sachen. Wie ich es bereits erwähnt habe, denke ich, dass wir uns am morgigen Tag ein letztes Mal treffen werden. Erwärmt und dehnt also Eure Muskeln und seid bereit. Ich wünsche Euch eine gute Nacht."
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Old 22.12.2009, 10:58 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #22
Tinquilius
Das Gleichgewicht 
 
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Das Wüstenvolk Adanos' im Forenrollenspiel
„Los, helft mir ihn hinein zu tragen“, meinte der Priester Adanos zu den herbeigeeilten Novizen und Nomaden. Zusammen zogen sie den verletzten Ruinenwächter unter den Steinen hervor und hievten ihn dann gemeinsam durch den engen Spalt, der noch vom Eingang des Tempels geblieben war.
Auch innerhalb des Tempels mussten sie umgefallenen Gegenständen oder dem ein oder anderen Gesteinsbrocken ausweichen, bevor sie schlussendlich die Heilkammer Tinquilius‘ erreichten. Nachdem der Ruinenwächter auf dem Bett verfrachtet war, wandte sich Tinquilius an die Helfer.
„Habt Dank! Doch hier könnt ihr nicht mehr weiterhelfen. Versucht, den Tempel wieder in Vordermann zu bringen und sorgt dafür, dass alle Verletzten zu mir kommen.“
Die Angesprochenen nickten so, als hätte er ihnen einen Befehl gegeben – eine Tatsache, die ihm vor Jahren Unbehagen bereitet hätte und jetzt auch immer noch tat – und verschwanden aus der Heilkammer.


„Wie fühlt ihr euch heute?“, kam es vom Heiler, als er sich zu dem ersten Verletzten des gestrigen Tages setzte.
„Ich habe noch Schmerzen im Bein, doch die lassen sich aushalten. Dank!“
„Ach, es ist meine Pflicht, allen zu helfen. Das mit euerm Bein wird schon im Laufe des Tages besser werden, auch wenn ich euch keine schnelle Genesung versprechen kann. Richtig fit werdet ihr erst wieder in ein paar Wochen sein.“
Freundlich legte er kurz seine Hand auf des Verletzten Schulter, dann stand er auf. Alle seine Betten waren belegt. Manche hatten einen Stein auf den Kopf bekommen, andere waren über heruntergefallene Steine gefallen oder Treppen hinabgestürzt. Keine besorgniserregenden Verletzungen und dennoch hatten sie ihn noch den gesamten gestrigen Tag beschäftigt.
Doch nun war er mit seiner Visite durch und überließ einem seiner Kollegen die Heilkammer, während er sich auf di Suche nach Riordian machte. In der Vorhalle angekommen erblickte er diesen auch bereits. „Riordian“, rief er schon von Weitem – und erntete zunächst einen genervten Blick. Als der Angesprochene jedoch Tinquilius erkannte, löste sich dessen Mimik in ein Lächeln auf.
„Es tut mir leid. Ich dachte, es wäre wieder was geschehen…“
„Ach, nicht der Rede wert.“ Er trat an den Obersten Magier heran. „Wie ist die Lage?“
„Der Eingang“, er wies mit seiner Hand zu diesem, „ist wieder frei. Und auch alle anderen Schäden am oder um Tempel sind beseitigt worden. Die Reparaturen jedoch werden eine Weile dauern. Wir haben schlichtweg nicht genug Männer und helfende Hände.“
Der Auszug – Exodus, wie manche ihn nannten – war daran Schuld, das brauchte Riordian ihm nicht erzählen. „Dann müssen wir halt mit denen arbeiten, die wir haben. Solange das und die anderen Bauten stehen bleiben, soll es uns auch nicht weiter stören.“
Riordian grinste kurz. „Immer noch optimistisch eingestellt und das trotz der Lage.“
„Was soll es uns auch bringen, pessimistisch zu sein? Gar anzunehmen, wir könnten es nicht schaffen?“ Und wenn es Adanos‘ Strafe ist, so werden wir nichts ändern können. Wieso dann nicht die letzte Zeit noch genießen? „Die Verletzten sind auch alle über den Damm und sollten die nächsten Tage die Heilkammer wieder verlassen können, die meisten wenigstens.“
„Das ist gut zu hören.“
„Irgendwelche Nachricht aus Vengard? Was sagen die Feuermagier?“
Riordian schüttelte den Kopf. „Keine Nachricht bislang.“ Tinquilius‘ Gesicht verfinsterte sich. „Nein, das muss nicht heißen, sie wollen uns nicht antworten. Vielleicht ist unser Bote nicht angekommen? Oder noch unterwegs?“
„Bei der derzeitig erhöhten Aktivität der Schwarzmagier und Assassinen möglich“, meinte Tinquilius daraufhin. „Mein Bote, den ich vor geraumer Zeit entsandte ist ebenfalls noch nicht zurückgekehrt.“
„Der junge Domi, richtig?“ Tinquilius nickte. „Nun, mach dir keine Sorgen. Er kann gut auf sich aufpassen. Doch die Sache mit den Feuermagiern beunruhigt mich.“
„Wenn du möchtest, kümmere ich mich um die Organisation und du setzt ein zweites Schreiben auf. Und dann solltest du dich ausruhen. Du siehst fertig aus.“
Riordian schien für einen Moment die Für- und Gegenargumente abzuwägen. „Nun gut. Es wird nicht lange dauern, denke ich. Wenn irgendetwas ist…“
„… hol ich dich, natürlich. Und wenn ich es alleine schaffen kann, wird ich dir deine Ruhe gönnen. Also geh!“
Ein müdes Lächeln huschte über Riordians Lippen, dann drehte er sich auch schon um und verschwand nach oben. Tinquilius hingegen schaffte sich zunächst einen Überblick über die Geschehnisse in der Vorhalle, um dann zu entscheiden, was als nächstes zu tun wäre.
Ob dies das letzte Beben war? Oder will uns Adanos tatsächlich strafen?
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Old 22.12.2009, 15:36 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #23
Maris
Kliöö! 
 
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Das Wüstenvolk Adanos' im Forenrollenspiel
Dunkle Wolken am Himmel, weit draußen über dem Meer, kündigten ein drohendes Unheil an, dessen Ausmaß die Einwohner Al Shedims noch nicht erfassen konnten. Auch Maris war sich dessen noch nicht bewusst, nur das ungute Gefühl blieb, während der Nomade in Mariks Gehege stand und dem Liger nachdenklich über den riesigen Kopf streichelte.
Die Ereignisse hatten sich überschlagen, seit sie nach Silden aufgebrochen waren. Ein großer Teil der Einwohner war ausgezogen aus Angst vor einem weiteren Angriff auf die praktisch schutzlose Stadt, von wem auch immer, und zu allem Überfluss bebte seit einigen Tagen die Erde in zunehmendem Maße. Ruinen stürzten ein, selbst der Tempel war nicht schadlos davon gekommen, und die Intensität der Erdstöße schien sogar noch zuzunehmen. Da stimmte es den Rafik auch nicht zuversichtlich, dass Jubair und Azad herausgefunden hatten, dass die schwarzmagischen Angreifer am Ende des Turniers zu Zubens Schergen gehört hatten – eher im Gegenteil, das konnte nur bedeuten, dass er Bakaresh nicht mehr zu fürchten hatte. Sie würden sich der Sache annehmen müssen, doch zunächst standen die Beben im Fokus der Aufmerksamkeit.

Sie hatten den Ausgangspunkt der Unruhen nicht finden können – weder die Nomaden, die sich in der Wüste auf die Suche gemacht hatten, noch die Magier, deren Profession der Erdmagie im besten Falle unterentwickelt war, soweit man das als Außenstehender beurteilen konnte. Die Verunsicherung wuchs, sogar die ersten Untergangspropheten waren schon auf den Plan getreten und kündigten Adanos‘ nahenden Zorn an, und weitere Menschen verließen die Stadt. Maris fragte sich, wohin sich die Leute bewegten, schutzlos und ohne hinreichende Versorgung. Al Aristo musste ja aus allen Nähten platzen.

„Tut mir Leid, Dicker. Eigentlich wollte ich mit dir einen Ausflug in die Wüste unternehmen, aber unter den Umständen…“
Lächelnd wuschelte er dem Liger über den Kopf und wandte sich dann gen Ausgang des Geheges.
„Bis später dann, ich bring dir noch was zu futtern vorbei.“
Dann verließ er Marik in Richtung der Stadt. Er würde seine Leute zusammentrommeln müssen, um die Lage abzuklären. Was, wenn das Untergangsgefasel wahr war? Sie mussten vorbereitet sein, worauf auch immer. Einen sicheren Platz als Notunterkunft anlegen, vielleicht, falls noch mehr Naturkatastrophen auf sie hernieder gehen würden.
„Heilige Mutter Wüste“, murmelte Maris auf dem Weg zurück in die Stadt, „schütze uns in deiner Güte, die wir in deinem Schoße weilen. Wir werden deine Sanftmut mit Frommheit verdenken…“
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Old 22.12.2009, 15:40 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #24
Die Wassermagier
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Das Wüstenvolk Adanos' im Forenrollenspiel
„Ich habe es immer gesagt, ihr Narren! Der Verfall unserer Gemeinschaft wird unser Tod sein!“, keifte Alistarios und stieß seinen schweren Holzstab in den weichen Sand, der ihn wie von Geisterhand zu halten schien.
„‘Und wenn die Gemeinschaft zerfällt, wird Adanos weinen. Und die Elemente der Magier werden sich gegen sie stellen. Zuerst wird die Erde beben, elf Tage und Nächte lang. Und dann kommt der Zorn des Wassergottes!‘ So steht es geschrieben, Unwissende!“
So jedenfalls schwirrten die Lehrsätze der alten Schriften im umnebelten Geist des Greises herum. Stechenden Blickes wurde er der stehen gebliebenen Adepten und Novizen gewahr, die seinen Worten gelauscht hatten.
„Was haltet ihr hier Maulaffen feil? Schleppt weiter, ihr Hunde, und hinterfragt nicht meine Weisheit! Ihr werdet es mir noch danken, undankbares Pack!“

Proviant und Wasser waren die Last, die die Laufburschen der Magier widerwillig unter der Leitung des Greises tragen mussten, auch wenn ihm kaum jemand Glauben schenken wollte – die Adepten und Novizen waren zu Gehorsam verpflichtet, und so nutzte Alistarios seine Position, um sie alle zu retten, wenn Adanos‘ Zorn kommen würde.
„In den Tempel, rasch! Sein Zorn wird kommen, und wir werden im Schutze unseres Gottes, in seinen heiligen Hallen, überdauern, bis das Land gereinigt und der Neuanfang gesichert ist!“

Maris
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Old 22.12.2009, 20:58 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #25
Myra
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Die Waldbruderschaft im Forenrollenspiel
Zusammengekauert saß die junge Adlige hinter einer Ruinenwand und hoffte nur, dass alles bald vorbei sein würde. Sie wusste überhaupt nicht, was hier in Varant geschieht und ob das nicht auch überall geschieht. Keks hielt sie fest in ihren Arm und einzelne Tränen fielen auf seinen Pelz. Die Blonde wollte nicht aufsehen, sie wollte nur, dass es vorbei war. Diese Beben und die schwarze Wolke am Himmel. Scheinbar spielten die anderen drei Götter wieder mit den Menschen und sie war auch davon betroffen, obwohl sie die Macht der anderen nicht anerkannte.
"Lass mich hier nicht sterben, rette meinen Körper und meine Seele.", flüsterte sie leise in sich hinein, "Bitte errette mich, Schläfer."
Es war sonst nicht ihre Art irgendwelche Leute oder Götter anzuflehen, doch hatte die Grünäugige panische Angst. Eine Angst, die sie vorher noch nie gespürt hatte. Sie wusste nicht, ob Drakk noch in der Nähe war, weil sie sich nicht traute ihren Kopf zu heben. Vielmehr schob die Schneiderin sich immer weiter in die Ecke und hatte die Befürchtung die Steine würden irgendwann nachgeben. Auch ihr Hase zitterte am ganzen Körper, auch er verstand nicht, was hier vor sich ging, doch spürte die junge Adlige wie sich sein Kopf bewegt, scheinbar schaute er sich um.
"Bleib bei mir, Keks.", sagte sie mit zittriger Stimme, "Bleib bei mir.", und sie drückte den Hasen noch fester an ihre Brust.
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Old 22.12.2009, 21:14 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #26
Aniron
Frau General
 
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Das Wüstenvolk Adanos' im Forenrollenspiel
Die Blätter der Sarazenia raschelten heftig, während die Ranken ihren Weg über die Säcke, die um sie herum standen, suchten und nur steinerne Mauern vorfand.
"Ich weiß, dass dir es hier nicht gefällt, aber im Kräutergarten bist du nicht mehr sicher. Das Beben der Erde tut dir nicht gut und hier im Tempel bist du geschützt."
Die Pflanze in dem großen Topf vor ihr zischte Aniron ihre Unzufriedenheit entgegen. Die Kräuterzüchterin hatte nicht nur die Saraznia aus dem Kräutergarten geholt, sondern auch alle Pflanzen aus der Erde gezogen und in die großen Säcke gefüllt. Sie alle auf einmal irgendwo trocknen zu lassen, nun, dafür war kein Platz. Es war eine Vorsichtsmaßnahme der Adeptin gewesen, die durch all das Gerede von Adanos' Zorn noch mehr in Panik geriet. Sogar Maris hatte gesagt, so etwas habe es noch nie in der Wüste gegeben und sie sollte gut auf sich aufpassen.

Die Wehmutter raffte ihr Kleid und eilte die Stufen zur Eingangshalle des Tempels empor. Die Beben waren noch nie so stark wie heute gewesen und dunkle Wolken waren über die Stadt gezogen. Die restlichen Bewohner von Al Shedim hatten sich nun vor dem Tempel versammelt und beteten, um ihren Gott zu besänftigen.
Aniron aber würde dieser Zeremonie später folgen, noch hatte sie eine Verabredung, die ihr nun noch umso wichtiger war.
Ihren Stab trug sie in der rechten Hand und mit festem, schnellem Schritt bewegte sie sich weg vom Tempel hinaus zu den Ruinen. Als sie am vereinbarten Treffpunkt ankam, bemerkte sie, dass die Säule nicht mehr stand. Stattdessen zeugte ein trauriger Haufen Steine von ihrer Existenz.
Die junge Frau schüttelte den Kopf und begann mehrere Kugeln aus hellem Licht zu erzuegen und in die Höhe fliegen zu lassen, dass sie über ihrem Kopf schwebte. In diesem Moment trat Esteban aus dem Schatten.
"Adanos zum Gruße, auch wenn ich mir nicht sicher bin, was unser Herr derzeit mit uns vor hat", sprach sie nachdenklich. "Umso mehr lege ich Euch ans Herz, die Stadt zu verlassen. Aber zuvor möchte ich mich noch einmal von Euren Künsten überzeugen, um Euch ruhigen Gewissens ziehen lassen zu können. Lasst uns ohne Umschweife anfangen. Ein einfacher Kampf, nichts besonderes. Nur meine Bitte von gestern steht noch."

Esteban und Aniron verbeugten sich voreinander und diesmal war es Aniron, die den ersten Schlag ausführte. Mit einem Halbkreis und einem Schlag nach links begann sie ihre Attacke, drehte sich um ihrem Schüler herum und attackierte von rechts. Ihre Schläge wurden abgeblockt und mit einem Schritt nach hinten brachte Esteban den nötigen Abstand zwischen sie, um selber einen Hieb von unten noch oben ziehen zu können. Aniron ließ ihren Stab nach oben drücken, konnte nun aber die Stabspitze ihres Schülers wegdrücken. Sie hatte ein höheres Tempo angeschlagen und Esteban schien gut mithalten zu können.
Nun sprang sie nach vorn, doch es war ihr Schüler, der ihr den Stab entgegen schob und mit einem lauten Knallen stießen sie aufeinander. Aniron ließ nun eine Wechselseitige Attacke von Schlägen auf ihn niedergehen, welche er geschickt im gleichen Tempo und Rhythmus abwehrte. Er drückte sie weg und holte zu einem kräftigen Schlag aus. Aniron stemmte ihren Stab in den Sand, zog ihn von rechts nach links und ließ so die Waffe ihres Gegners abgleiten. Anstatt eine erneute Attacke zu starten, machte sie einen Schritt zurück und gab sicher selber und ihrem Schüler eine kleine Pause, um Luft zu holen.
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Old 22.12.2009, 21:48 Profil Homepage Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #27
Don-Esteban

nosce te ipsum
 
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Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
Die dieser aber nach so kurzem Kampf noch nicht benötigte. Die Übungen, die ihm seine Lehrmeisterin seit einigen Tagen aufgetragen hatte, hatten dazu geführt, daß sich sowohl sein Auge für den Kampf geschärft als auch seine Ausdauer verbessert hatten.
So nutzte er das Zurückweichen Anirons dazu, einen eigenen Angriff vorzubereiten. Wenige Schläge, als Finten mit dem Stab ausgeführt, beanspruchten die Aufmerksamkeit seiner Übungsgegnerin vollkommen, so hoffte er. Mit schnellen Attacken drang er vorwärts, stieß seinen Stab nach vorne, wirbelte herum und man sah kaum, wo sich die Spitzen gerade hin bewegten, so schnell sauste der Stab durch die Luft, sicher gehalten und dirigiert von Esteban, der seine Lektionen im Umgang mit dieser Waffe gut gelernt hatte.
Oben und unten, links und rechts, schräg und von vorne, gerade und seitlich. Die Stäbe klackten gleichmäßig aufeinander, Holz schob sich über Holz. Aniron war vollkommen auf die Abwehr der auf sie einprasselnden Schläge fokussiert. Der gleichmäßige Rhythmus der Hiebe war die einzige Sicherheit, die es im chaotisch erscheinenden Angriffsmuster ihres Schülers gab.
Und plötzlich blieb ein Schlag für einen Augenblick, ein Augenzwinkern aus und verzögerte sich. Diese winzige Nuance der Unsicherheit nutzte Esteban, um Anirons Stab mit seinem eigenen zu unterfassen, beiseite zu schieben und mit dem nächsten Schlag nachzufassen und Aniron an der Schulter zu treffen. Leicht nur, er versuchte, den Schlag vorsichtshalber abzubremsen, doch gelang das - so vermutete er - nicht vollkommen.

Esteban beendete den Kampf nach diesem einen Treffer. Er hatte sein Ziel erreicht, das Glück übermäßig herauszufordern lag jedoch nicht in seinem Interesse. Denn dieser Treffer mochte womöglich auf die durch die zahlreichen Beben der letzten Zeit ausgelösten Unruhe, die er bei Aniron bemerkt hatte, zurückzuführen sein. Doch wo stand geschrieben, daß man derartige Dinge nicht zu seinem Vorteil ausnutzen durfte.

Er verbeugte sich knapp. »Aniron, wie Ihr sehen und fühlen konntet, hat Eure Lehre Früchte getragen. Ich kann mit dem Stab umgehen, er ist mein verlängerter Arm, mein lauschendes Ohr, meine tastenden Finger. Ich habe die Kunst, mit ihm umzugehen so gut zu lernen versucht, wie es mir nur möglich war in den letzten Wochen, die ich hier in dieser Oase der Ruhe verbringen durfte.
Doch scheint auch dieser Fleck der Erde nicht von Zerstörung und Vergänglichkeit befreit zu sein. Ist es nicht der Ork, dann stellt sich die Natur gegen den Menschen. Oder fordert zumindest ihr Recht als Herrscherin über alles ein. Ihren Gewalten, mögen sie auch von den Göttern geschickt sein, können wir nichts entgegen stellen«, sagte er ernst.
»Falls es dagegen eines Tages eine Stabkampftechnik geben sollte, würde ich sie gerne bei Euch lernen wollen«, fügte er mit feinem Lächeln hinzu.
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Old 22.12.2009, 22:10 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #28
Aniron
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Das Wüstenvolk Adanos' im Forenrollenspiel
Aniron wischte sich den Schweiß von der Stirn und neigte ihr Haupt.
"Ich danke Euch für Euer Vertrauen, Esteban. Ihr habt Euch wahrlich bewiesen. Die Grundlagen das Stabkampfes habt Ihr verinnerlicht und für mich ist nichts mehr zu tun, als Euch ziehen zu lassen. Möget Ihr in der Welt Sicherheit durch Eure eigenen Fähigkeiten finden. Habt Vertrauen auf Eure Stärken, aber überschätzt Euch nicht. Sollten sich unsere Wege eines Tages vielleicht wieder kreuzen, zeige ich Euch gerne, wie man perfekt mit dem Stab werden kann. Doch das ist erst einmal alles, was ich für Euch tun kann."
Sie ließ die Lichtkugeln verschwinden, bis auf eine, die über ihren Häuptern schwebte.

"Ich wünsche Euch alles Gute und möge Adanos Euren Weg begleiten und Euch schützen. Bedenkt bitte, was ich euch lehrte, tat ich, damit Ihr Euch verteidigen könnt, nicht, um in die Wüste zu gehen und mutwillig zu verletzen oder gar zu töten. Trainiert allein weiter und mit Eurem Können werdet Ihr ein exzellenter Stabkämpfer.
Ich verabschiede mich nun von Euch und wünsche Euch eine angenehme Nacht und Weiterreise."
Aniron ließ die letzte Kugel nicht erlöschen, sondern ihren Weg aus den Ruinen hin zum Tempel erleuchten. Wenigstens ihre Glaube und ihre Magie ließen sich nicht beeinflussen von all dem, was passierte. An der Rückwand des Tempels machte sie eine Pause und legte ihre Hände auf ihren Unterleib. Noch bewegte sich nichts. Das Leben, was in ihrem Körper wuchs, hielt an seiner Existenz fest. Zumindest bis jetzt. Aniron hoffte, dass auch Adanos es tun würde. Noch war die Wahrscheinlichkeit, es zu verlieren zu groß. Doch mit jedem Tag und jeder Woche, wurde es stärker. Sie schickte ein Gebet an Adanos, welche Strafe die Götter auch immer über die Menschheit schickten, so hoffte sie, die Frucht in ihrem Leib gedeihen zu lassen und schließlich auf die Welt bringen zu können.
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Old 22.12.2009, 22:28 Profil Homepage Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #29
Don-Esteban

nosce te ipsum
 
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Der Zirkel um Xardas im Forenrollenspiel
»Ich werde Eure Ratschläge beherzigen. Auch mir liegt nichts an mutwilliger Zerstörung, nichts daran, Schmerzen zuzufügen und ich muß mich auch nicht beweisen, außer mir selbst und wenn ich am Ende vor den letzten Richter trete, der uns alle einst an unseren Taten wiegen und begutachten wird.
Gebt auf Euch acht, ich fürchte, es liegen dunkle Zeiten vor uns allen.«

Eine Weile sah er seiner Lehrmeisterin noch nach, wie sie, beleuchtet vom spärlichen Licht der Magie, auf ihrem Weg davon schritt.
»Mögen die Götter ihr Prüfungen ersparen«, murmelte er leise zu sich selbst, als sie gegangen war.
Dann suchte er sich im Dunkel der beginnenden Nacht seinen Reisesack, schulterte ihn, fasste den Stab in die andere Hand und verließ noch zur selben Stunde al-Shedim.
Ein Gefühl, eine Ahnung nur sagte ihm, daß es hier womöglich nicht mehr sicher sei. Doch da er sie mit seinen magischen Sinnen in Verbindung bringen konnte, sie über die Empathie mit der fließenden Magie in allen Dingen erspürte, nahm er diese Ahnung ernster, als er es sonst getan hätte.

Doch wo war es schon sicher in diesen Zeiten? Wo gab es Sicherheit? Nirgends! War das nicht auch ein Grund für seinen Wunsch, den Stabkampf zu erlernen, gewesen? Ob ihm seine neuen Kenntnisse helfen würden bei dem, was in der Zukunft wartete? Er dachte an die Nachricht, die er bei sich trug. Was weißt du über deine Herkunft? und Im Zentrum des Reiches. Diese beiden Sätze hämmerten unablässig in seinem Kopf, durchwühlten seine Gedanken, stahlen sich in jede Erinnerung.

Hinter ihm versank die Silhouette al-Shedims zwischen den Dünen der Wüste.
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Old 22.12.2009, 23:28 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #30
Solveg
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Das Wüstenvolk Adanos' im Forenrollenspiel
Es kehrte keine Ruhe ein in dieser Stadt, im Gegenteil: Die zunehmenden Erdstöße verunsicherten die verbliebenen Bewohner nur zusätzlich, was bereits zu weiteren Abwanderungen geführt hatte und nun eines offenbarte: Sie waren zu wenige, um an allen Stellen gleichzeitig sein zu können. Man konnte nur das Nötigste sofort beheben, so wie unter anderem die Beseitigung des herab gestürzten Teils am Tempeleingang. Dass die Wassermagier nicht nur Herren des Wassers, sondern eigentlich auch der Erde sein sollten, wurde dabei nicht im geringsten deutlich, stattdessen wirkten viele hilflos. Bereits bei den ersten Beben dieser Art war Solveg aufgefallen, dass scheinbar niemand Interesse an den Erdstößen zeigte, weshalb er einen besorgten Brief an Vatras geschrieben hatte, jenen Magier und Freund, der ihm in der Vergangenheit mehr als einmal geistigen Beistand geleistet hatte. Am späten Abend nun war sein Bote zurückgekehrt - bereits mit einer Antwort.
Eilig überflog er die Zeilen, die dem Schriftgelehrten neue Hoffnungen gaben und gleichzeitig neue Fragen aufwarfen: Vatras berichtete ihm von einem Magier, der in den Bergen nördlich Mora Suls leben sollte. Einst gehörte er zu einer Expedition, die vor langer Zeit zusammen mit einem Wassermagier namens Rarion aufgebrochen war und nun mit einer Gruppe Nomaden um den Sippenführer Kayor lebte. Nach einem tragischen Unfall hatte er sich jedoch von dieser Expedition getrennt und lebte seitdem zurückgezogen in den Bergen. Vatras empfahl Solveg, diesen Magier aufzusuchen und ihn zu überreden, mit nach Al Shedim zu kommen. Angeblich könnte er eine unglaubliche Hilfe gegen die Erdbeben sein. Wie, das schrieb er wiederum nicht.
Eine fantastische Idee, murmelte der Dunkelblonde, während er ein neues Blatt Pergament und eine Schreibfeder zusammensuchte und zu einer kurzen Antwort ansetzte. Er schrieb Vatras, dass er sich sofort auf den Weg machen würde und dankte ihm für seine schnelle und enorm hilfreiche Unterstützung. Unsauber versiegelt übergab er den verschlossenen Umschlag dem jungen Mann, der zuvor die Antwort von Vatras gebracht hatte, drückte ihm zudem ein Säckchen Goldstücke in die Hand, was verdeutlichen sollte, dass es eilig war; er nahm es mürrisch entgegen, versprach dann aber zuverlässige Ausführung des Auftrags.
Danach suchte er rasch einige Sachen zusammen und eilte möglichst schnell hinunter in die Bibliothek, wo er sich gar nicht lange mit Suchen aufhielt, sondern direkt um Rat fragte, wo er eine Karte her bekam, die den Aufenthaltsort von Rarions Expedition zeigte. Die anfängliche Verwirrung des Magiers, der bereits die nötigen Hinweise aufspüren konnte, als er zusammen mit Tinquilius auf den Spuren Nikolas unterwegs war, verflog, als Solveg konkretisierte, worum es sich bei dieser Expedition handelte. Bis er ein brauchbares Stück Pergament anschleppte, verging jedoch eine schiere Ewigkeit, die er wartend im Eingangsbereich der Bibliothek verbrachte, in der es auch aussah, wie nach einem Orkangriff: Einige Regale waren komplett leer geräumt, die dazu gehörigen Bücher standen aufgestapelt davor. Ganz offensichtlich hatten die Erdstöße vor ihnen nicht Halt gemacht, dass sie nicht in ihren Regalen blieben, konnte sich spätestens bei diesem Anblick jedes Kind zusammenreimen. Ein Wunder, dass die Novizen überhaupt soweit gekommen waren, alle Schriftstücke wieder zusammenzutragen.
Was der Magier brachte, war auf den ersten Blick nicht das, was der Dunkelblonde erwartet hatte, erwies sich bei genauerer Betrachtung jedoch als sehr hilfreich: Es war eine Skizze des Expeditionslagers, auf der die Stadtgrenzen Mora Suls verzeichnet war. Den Weg dorthin würde er allein finden, wenn er noch heute Nacht aufbrach, konnte er bis morgen Mittag dort sein, vermutete er zuversichtlich, dankte dem Magier, der protestierte, als Solveg das Pergament aus der Bibliothek entfernte, dann aber Ruhe gab, als er hoch und heilig bei Adanos versprach, es in einem Stück zurückzubringen.
Solveg is offline    
Old 23.12.2009, 00:00 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #31
Ptah
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Das Wüstenvolk Adanos' im Forenrollenspiel
Er hätte nicht herkommen sollen. Es war dumm von ihm gewesen ausgerechnet zur Oase zu gehen, mit all dem Ballast, den er mit sich herumschleppte. Hier da die Erinnerungen an einfachere Zeiten, glücklichere Tage als Abbilder ihrer Selbst um ihn herum wieder aufzuleben schienen. Neben sich im Sand sah er Janinas und seinen Schemen bei Rangeleien, Tollheiten und allerlei Unfug, den sie hier miteinander erlebt hatten.

Gedankenlos zeichnete er mit dem Zeigefinger feine Muster in den Sand.

Wo war Janina nur? Er hatte keinen Kontakt mehr zu ihr gehabt, seit... Ja seit wann eigentlich? Es fiel ihm immer schwerer zu glauben, dass sie real gewesen war. Dass es jemanden gegeben hatte, mit dem er ausgekommen war. Mit dem er sich verstanden hatte, wie von selbst. Es war fast so, als wären sie zwei Teile eines größeren Ganzen gewesen... so es sie denn wirklich gegeben hatte und die Frau, welche er vor Augen hatte nicht nur ein neues, krankes Produkt seiner fortwährenden Selbstkasteiung war.

Wie war es nur so weit gekommen? Wie hatte er es so weit kommen können lassen? Er war allein. So allein, wie er sich nur einmal zuvor in seinem Leben gefühlt hatte. Ein jämmerliches Gefühl, dass in seiner Magengrube brannte und zugleich Eiseskälte ausstrahlte... Die Erinnerungen - wenn diese Trugbilder wirklich welche gewesen sein sollten - schmerzten höllisch. Er rollte sich zusammen und presste beide Hände vergeblich auf seinen Bauch. Die erhoffte Linderung blieb aus. Er stöhnte mit erstickter Stimme, während er sich verzweifelt von einer Seite auf die andere wälzte.

Eine Ahnung beschlich ihn. Genauer gesagt war es mal eine Ahnung gewesen, die langsam sachter Gewissheit wich. Er war ein Ausrutscher gewesen... seine Existenz nicht vorgesehen. Sein Dasein hatte keine Bestimmung, keine Bedeutung, keine Begründung. Warum sollte er sich also weiter damit quälen? Was sprach dagegen alldem hier und jetzt ein Ende zu setzen?

Ein seltsames Gefühl überzog seinen Rücken. Vertraut und doch fremd. Auf eine unheimliche Weise schien er es zu kennen und zugleich verabscheute er es zutiefst. Ein Geschmack lag schwer auf seiner Zunge; von Asche, Feuer und verbranntem Fleisch. Etwas änderte sich. Es musste das Symbol auf seinem Rücken sein, die Schleife welche in ihrem Ansatz von einem Balken durchkreuzt war... das Ankh. Seine Haut schien nicht mehr mit den darunter liegenden Schichten seines Körpers verbunden. Sie schien zu trocken, eine Qualität von Pergament zu erreichen, und das Symbol schien zu verlaufen wie feuchte Tinte. Die ganze Prozedur fühlte sich an als ob jemand die betroffenen Bereich mit einer feinen Klinge einritzte nur um anschließend Salz auf die offenen Stellen zu reiben. Er war kurz davor das Bewusstsein zu verlieren, das Versprechen von Dunkelheit, die alles umfangen würde, war allzu verführerisch...

Aber er schien nicht mehr Herr seines Körpers zu sein. Dieser hatte unter Ächzen begonnen, sich aufzurichten, und zum See zu stolpern.
Ptah is offline    
Old 23.12.2009, 00:30 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #32
Die Wassermagier
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Das Wüstenvolk Adanos' im Forenrollenspiel
Bei der Oase

Für den Priester Adanos' war es wirklich ein wundervoller Abend, wenn man mal von den Zerstörungen absah, die durch die heftigen Beben am Tempel geschehen waren. Er war zwar nicht unbedingt ein Mann harter körperlicher Arbeit, aber dennoch hatte er einige Zeit darauf verwendet, um ein wenig mehr die Ordnung wiederherzustellen, die sein Herr Adanos' für jene Welt bestimmt hatte. Natürlich war seine ganze Zeit nicht dafür drauf gegangen diese körperliche Arbeit zu verrichten, da es der Bevölkerung nach einem Wort der Beruhigung und Antworten dürstete, die ihnen nach Alondrils Meinung natürlich nur Adanos' geben konnte.
Und da Adanos in diesen Zeiten nicht der Herr des direkten Auftritts war, sprach er eben durch seine Diener mit den Menschen unter anderem auch durch seine Person, was er natürlich gerne tat. Wäre dieses Chaos mit den Beben nicht gewesen, dann hätte sich der Diener Adanos' schon längst wieder auf den Weg gemacht, um eine seiner kleinen persönlichen Pilgerreisen durch die Wüste anzutreten, aber seit wann entschwanden die Wassermagier, wenn die Not am Größten war. Laut der Meinung des Priesters hatten sie es nie getan und die Bevölkerung immer unterstützt, weshalb auch er es so getan hatte.

Aber nun war schon Nacht geworden, die meisten unruhigen Seelen schliefen bereits und auch die Arbeiten am Tempel oder anderer Stelle, wo Reparaturen nötig geworden waren, wurden auf den nächsten Tag verschoben, sodass Alondril etwas Zeit gehabt hatte sich um seine wundervollen langen schwarzen Haare zu kümmern, die in diesem Momente während seines Spaziergangs in Richtung der Oase sanft wie Seide über seine Schultern glitten. "Ich danke dir wirklich für dieses Geschenk, Adanos..", murmelte der junge Mann leise, als seine Blicke von den Haaren zu den Sternen am Himmel wanderten, die nicht davon zeugten, was für ein Unheil hier geschehen war, würde oder es gerade tat und dennoch nahm der Gläubige just in diesem Moment den Mann war, der sich auf die Oase zu bewegte.
Für gewöhnlich war nichts Ungewöhnliches daran, wenn sich jemand nachts noch einmal zu einem Bad in der Oase besann und dieses auch in die Tat umsetzte. Besonders hier in der Wüste konnte man davon ausgehen, dass das Wasser im Gegensatz zur Luft auch nachts die Wärme noch hielt, wenngleich Al Shedim dank der Küstennähe nachts nicht ganz so auskühlte.

Doch die Bewegungen dieses Mannes, den der Priester Adanos' dort in seiner Nähe wahrnahm, zeugten seiner Meinung nicht davon, dass unbedingt alles in Ordnung war. Dieser ächzte nämlich laut auf und stolperte auch mehr, als dass er ging. "Oh Adanos, bedarf dieser Mann meiner Hilfe, oder bilde ich mir das ganze bloß ein, gib mir bitte ein Zeichen..", schickte er schnell im Gebet an seinen Gott und sah sich in der Hoffnung auf ein Zeichen eilig um. Zunächst entdeckte er nichts, bis er das sich spiegelnde Mondlicht in der Oase wahrnahm, das so aus sah, als ob es direkt auf ihn zeigen würde. Noch einen leisen Dank hinzufügend, sah Alondril also sein Zeichen durch die Gottheit gegeben und lief dem Mann hinter her, der in einigem Abstand zu ihm selbst die Oase fast schon erreicht hatte.
"Verwirrt durch die Verheißungen Innos' und Beliars und den Gedanken über Freud und Leid der Vergangenheit, taumelte der Wanderer auf seinen Untergang zu. Doch Adanos sah dies und schickte einer seiner Diener, um geleiten den Wanderer wieder auf die rechten Bahnen und zu erkennen den Sinn hinter alledem.", rief der Wassermagier aus und teilte mit einer Handbewegung das Wasser direkt vor Ptah und ließ stattdessen einen steinernen Halbkreis aus dem Sand aufsteigen, der den Novizen des Wassers vom weiteren Voranschreiten abhielt und auch bestehen blieb, als der Priester bei seinem Gegenüber ankam.

"Was ist denn los, mein Kind, was treibt euch zu solchen Taten? Mein Name ist Alondril und ich bin ein Priester Adanos'. Im Auftrag unseres Herrn, bin ich gekommen, um dich vor dem Bösen zu bewahren.", sprach Alondril mit seiner ruhigen Stimme und strich sich dabei eine schwarze Strähne aus dem Gesicht.

Hyperius
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Old 23.12.2009, 01:18 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #33
Ptah
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Das Wüstenvolk Adanos' im Forenrollenspiel
Ein Zittern erfasste Ptahs Körper und jagte Beben durch jede noch so kleine Faser. Wahllos kontrahierten die Muskeln, ließen seine Glieder zappeln wie eine hilflose Marionette, bis er schließlich erschöpft zu Boden sank.

Der Priester, welcher ihm voller Besorgnis zu Hilfe geeilt war, schien bestürzt über die Entwicklung der Ereignisse. Dabei wusste ja selbst der Novize nicht mehr, wie ihm geschah. Er fühlte sich schlapp, kraftlos und müde. Die Realität um ihn herum, begann sich in einer Geschwindigkeit zu ändern, die sein Verstand wohl nicht mehr lange mitmachen würde.

Er öffnete den Mund, doch die Geräusche, welche sich zwischen seinen Lippen hindurch quälten, glichen mehr einem Brabbeln als verständlichen Worten. Das alles war ein böses Spiel, ein Fluch... jeder Versuch seinerseits irgendeine Extremität zu bewegen, scheiterte daran, dass er jegliches Gefühl in ihnen verloren hatte, wie totes Fleisch hingen sie an ihm herab. Taub. Es gelang ihm nicht mehr seine Gedanken in den Griff zu kriegen. Sie rasten in seinem Kopf umher, Erinnerungen vermischten sich mit Phantasien, Alpträume vermengten sich mit der Gegenwart, und verwirbelten zu einem gigantischen Strudel heran, der klares Denken im Keim erstickte. Seine Augen verloren jeglichen Fokus bis die Sicht endgültig in verschwommener Unkenntlichkeit ertrank. Seine Ohren schienen zu explodieren von dem tosenden Lärm um ihn herum und im selben Moment löste sich aus der Grabesstille ein einzelner unangenehm hoher Ton, der bis ins Mark seiner Knochen vordrang.

Erlösung fand der schwache Geist schließlich in der finsteren Benommenheit verlorenen Bewusstseins, wie ein morsches Holzkonstrukt, fiel er in sich zusammen, das Gefäß aus Fleisch und Knoch bildete ein erschreckendes Ebenbild des mentalen Zustands. Mit dem Gesicht im Sand, lag der regungslose Körper da. Die Glieder in Verrenkungen, die den anatomischen Grenzen der Realität ein Schnippchen zu schlagen schienen. Nur das Zeichen auf dem Rücken, hatte ein Eigenleben entwickelt. Ehemals ein schwarzes Ankh waberte die Farbe nun wie eine unförmige Amöbe auf der Haut, scheinbar unschlüssig darüber, welche Form sie anzunehmen gedachte.
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Old 23.12.2009, 01:44 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #34
Die Wassermagier
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Das Wüstenvolk Adanos' im Forenrollenspiel
Was hier an der Oase passierte, trieb das Verständnis Alondrils von der Wirklichkeit bis an den Rand. Er konnte sich nicht erklären, was der andere Mann sagen wollte, er konnte sich nicht erklären, warum dieser auf den See zu gestolpert war, er konnte sich nicht erklären, warum dessen Körper sich so verrenkte und noch weniger konnte er sich, warum jenes Ankh auf dem Rücken des scheinbar geistig verletzten Mannes so sehr veränderte und nun eine schwarze Flüssigkeit mehr oder weniger in oder auf der Haut herum waberte. "Hab keine Angst mein Kind, denn der Herr hat mich geschickt, um dir zu helfen. Die Macht Adanos' wird dich schon von deinen Leiden erlösen. Wie in der Geschichte des verletzten Lammes, wird man sich auch deiner Erbarmen, wenngleich deine Schmerzen noch so groß sein mögen.", brachte der Priester Adanos' über seine Lippen.
Dass er die Geschichten, auf die er Bezug nehmen wollte, vielleicht nicht ganz im Richtigen Zusammenhang verwendete, interessierte ihn im Moment wenig, vielmehr kam er es gar nicht wahr. Der Wassermagier war einfach noch zu unerfahren für solche Situationen, da er diesen in der Vergangenheit nicht ausgesetzt worden war. Er war so schnell aufgestiegen wegen seines tiefen Glaubens und dem enormen Eifern, den er an den Tag legte, jedoch nicht weil er unbedingt ein Wunderheiler war oder bekannt dafür geworden ist für jedes Problem eine Lösung zu haben.

"Adanos hat für alles eine Lösung und somit einer seiner Diener und mich mit Herrn vergleichen zu wollen, wäre ja wohl Blasphemie.."
, beruhigte sich der junge Mann in Gedanken, während er sich ein wenig durch die Haare strich, was ihn auf irgendeine Weise auch beruhigte. Aber nach einer Weile fiel ihm dann doch noch eine Lösung ein, da er ja nicht unbedingt eine Lösung haben musste, aber ein Diener Adanos' bestimmt eine Lösung für ein solches Problem hätte.
"Ich muss zu einem Heiler, der sich bestimmt besser mit so etwas auskennt, da ihn Adanos' ja auch mit der Gabe der Wundheilung gesegnet hat. Doch zu wem kann ich da gehen? Warus wäre eine alternative, bei dem ich mir sicher sein kann, dass er Ptah hilft. Wenn ich den Hohen Wassermagier jedoch um eine solche Uhrzeit aus dem Bett hole, wird das für unseren jungen Patienten nicht besonders entspannend sein und dabei geht es ihm ja schon nicht so gut. Wen gibt es denn da noch fähiges...Tinqulius. Genau das ist es.", sprach der Diener des Gleichgewichts mehr an sich selbst gewandt, als an Ptah, bevor er sich vorsichtig über diesen beugte.

Dass er selbst kein Mann der körperlichen Arbeit war, lag nicht daran, dass er ihm die nötige Kraft fehlte, sondern viel mehr daran, dass er an solchen Tätigkeiten nicht so viel Spaß hat, was sich auch wieder daran zeigte, dass es dem Priester Adanos' ohne große Mühe gelang, Ptah hochzuheben. Zugegebenermaßen war dieser nicht gerade der Schwerste, aber dennoch wäre vielleicht auch der eine oder andere ältere Herr im Gegensatz zu dem jungen Alondril daran gescheitert. Diese Gedanken bewegten ihn jedoch nicht, während er mit Ptah in den Armen fast schon in Richtung des Tempels zurück rannte.
Dass dabei sein Haar wild herumgewirbelt wurde, musste der Wassermagier in diesem Moment leider einfach mal akzeptieren, denn er tat ja einen Dienst Adanos', der noch über dem Dienst der Haarpflege stand, selbst bei ihm. Den Tempel erreichend, umging der Gläubige die Stelle, an der am nächsten Morgen die Reparaturen weiter gehen würden und hechtete zum Zimmer Tinquilus', der sicherlich damit beschäftigt war einige der Arbeiten zu organisieren und koordinieren.

Nachdem der Priester Adanos' kurz aber heftig angeklopft hatte, wartete er darauf dass ihm hoffentlich schnell der andere Priester aufmachen würde. Als dies geschah, konnte Alondril nicht mehr bei sich halten und verkündete recht schnell "Adanos zum Gruße mein Ki...äh Bruder, ich bringe euch dieses Kind Adanos', das dringend Hilfe benötigt. Ich fand es bei der Oase und rettete es davor sich in den See zu stürzen. Er scheint nicht mehr Herr seiner Sinne zu sein und was auf seinem Rücken passiert, kann ich mir bei Adanos' nicht erklären."

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Old 23.12.2009, 02:31 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #35
Tinquilius
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Es war ganz schön viel Arbeit, die der Priester Adanos‘ diesen Tag zu erledigen hatte. Musste er nicht gerade mit anpacken, um Reparaturen an den wichtigsten bauten durchzuführen – und das bei seinen zwei linken Händen – oder aber Verletzte behandeln, gab es auch das ein oder andere zu organisieren. Denn Riordian hatte tatsächlich auf ihn gehört und sich zu Ruhe gelegt oder sich zumindest aus den heutigen Problemen herausgehalten.
Wenn er so weitermacht, wird es nicht mehr lange dauern und er landet in meiner Heilkammer, hatte der Priester den ganzen Tag über im Hinterkopf. Also mach alles richtig, damit er nicht irgendetwas verbessern muss und nie wieder seine Aufgaben verteilt und abgibt.
Und so war es nicht verwunderlich, dass Tinquilius erst nach Mitternacht in sein Gemach trat, um dort noch einige Unterlagen zu sichten und anschließend für einige, wenige Stunden zu schlafen. Gerade, als er alles fertig gelesen und abgezeichnet hatte, klopfte es an seiner Tür.
Wer mag das sein? Zu solch später Stund kann es eigentlich nur eines bedeuten: Ein Patient. Darf ich nie Ruhe haben?
Diese Gedanken wieder in den Hintergrund drängend trat er an die Tür heran und öffnete sie langsam. Zunächst fiel ihm nicht direkt der Name des Priesters ein, der soeben vor einer Tür erschienen war. Dann jedoch erkannte er ihn: Alondril. Ein junger Priester Adanos‘, weit jünger als Tinquilius es war, mit dem er sich schon ein paar Mal unterhalten hatte, den er jedoch nicht näher kannte. Was ich jedoch viel mehr beschäftigte, war die Gestalt in dessen Armen.
Beachtlich. Auch wenn ich nicht schwach bin, würd ich einen Mann nicht so einfach tragen können. Das jüngere Alter? Oder sein eigenes körperliches Unvermögen?
„Nun, dann...“, begann Tinquilius und drehte gerade den Kopf des bewusstlosen Mannes in seine Richtung, als sein Atem stockte. „Ptah?“ Er sieht erschöpft aus, ja, fast schon ausgelaugt – und dennoch ist er es. Ganz sicher. „Schnell, bringt ihn hinein, Alondril“, meinte Tinquilius nur und schritt bereits in sein Gemach. Alondril folgte und Tinquilius bedeutete ihm, Ptah aufs Bett zu legen. Sofort beugte sich der Heiler über seinen Patienten.
Er hat keine offenen, sichtbaren Wunden. Doch sein Körper scheint vollkommen kraftlos, seine Haltung ist gar eigenartig verdreht. Was ist nur mit ihm geschehen?
„Dreht ihn um, dann seht ihr es erst“, kam es von Alondril, der Tinquilius sogleich half, Ptah auf die Seit zu drehen, sodass der Priester den Rücken des Mannes untersuchen konnte. Doch als dieser sichtbar wurde, schreckte der Priester zurück. Das, was sich dort abspielte, war keinesfalls natürlich. Eine seltsam aussehende Masse, ob nun haut des Mannes oder anderen Ursprunges, verteilte sich über den Rücken und schien die ganze Zeit über in Bewegung zu sein.
„Was... in Adanos‘ Namen... ist das?“, brachte Tinquilius hervor. „So habt ihr ihn vorgefunden?“ Alondril nickte. Tinquilius verharrte noch einen Moment regungslos, dann legte er beide Hände auf den Rücken Ptahs – und entsandte nur Sekunden später einen kräftigen Magiestrahl. Seine Hände erstrahlten in hellem blau und so auch Ptahs Rücken – zunächst wenigstens. Doch so schnell wie die Magie in Ptahs Rücken eindrang, so schnell wurde sie auch wieder verdrängt und mit aller Gewalt in Tinquilius Körper zurückgeschossen. Reflexartig riss der Priester die Hände hoch, um nicht alles abzubekommen, doch es war bereits zu spät: Wie von einem Blitz getroffen zuckte er zusammen und fiel nach hinten. Nur gerade eben konnte er sich noch abfangen.
„Was...“ kam es nach einigen Sekunden aus seinem Mund, „... war das?“ Alondril, scheinbar genauso nichtsahnend wie Tinquilius, zuckte mit den Schultern. „Ihr... könnt ihn ruhig wieder auf den Rücken legen“, meinte er dann,, während er allmählich wieder ein Gefühl in seinen Fingern gewann. „Das gefällt mir gar nicht, ganz und gar nicht“, sprach er anschließend mehr zu sich selbst als zum anderen Priester.
Nachdem Alondril ihm einen Trank aus des Heilers persönlichem Schrank gebracht hatte – er fühlte sich selbst noch zu schwach und benommen dafür, aufzustehen – wandte er sich wieder Ptah zu. Dieser hatte seine Haltung seit dem Einsatz der Magie verändert. Doch dies wirkte nicht weniger unnatürlich. Er nahm den Pfropfen von der Flasche und hielt diese an Ptahs Mund. Vorsichtig drehte und hob er diesen so, dass die silbrige Flüssigkeit fast ohne Schlabbern in Ptahs Mund kam und dieser durch seine Reflexe schluckte.
„Ein Schlaftrunk“, meinte er in Alondrils Richtung. „Die Magie ist mir zu... unsicher. Vorerst sollte der Trank reichen.“
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Old 23.12.2009, 12:09 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #36
Maris
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Das Wüstenvolk Adanos' im Forenrollenspiel
Schon mit den ersten Sonnenstrahlen war die schwarze Säule am Horizont zu sehen gewesen. Die Stadt war in Panik, würde dieser wahnsinnige Magier, der ihren Untergang predigte, etwa Recht behalten?
Auch Maris war sich nicht mehr sicher, was all das zu bedeuten hatte, doch er wusste, dass es besser war, eine Rückzugsmöglichkeit zu haben, und so hatte er seine wichtigste Habe aus der Armbrustwerkstatt in den Tempel gebracht, wo sie nun in einer Holzkiste verstaut in einer Ecke des Erdgeschosses stand, weil der Nomade nicht in die oberen Etagen vorgelassen wurde und Aniron nicht gefunden hatte. Vermutlich tat sie das selbe mit ihrem Garten.

"Keine Angst, Dicker. Wir kommen da schon durch, was auch immer da sein mag.", murmelte er beschwichtigend und strich dem Liger über das Fell, der sich einmal mehr ob der Beben zusammen gekauert hatte und herzzerreißend fiepte. Mit angelegten Ohren und großen Augen schaute er sich um und traute sich nicht einmal, zu fressen.
Die Erde erzitterte, als ein erneutes Beben die Stadt heimsuchte, stärker als je zuvor. Die Begrenzungen des Geheges zerrissen, der Nomade stürzte zu Boden und landete direkt neben seinem tierischen Begleiter, der es nicht wagte, sich zu bewegen. Dann war es ebenso schnell vorbei, wie es gekommen war. Diesmal jedoch war etwas anders - das Grollen. Es hatte nicht aufgehört, stattdessen existierte es weiter, schien sogar wieder anzuschwellen.

Man musste keine hellseherischen Fähigkeiten besitzen, um zu ahnen, dass nichts Gutes auf sie zu kam. Zittrig kam Maris wieder auf die Beine und blickte gen Meer, doch der Anblick ließ ihn nur erneut erstarren. Es schien, als wäre der Meeresspiegel um einige Mannslängen angehoben, als schien nach der Erde nun auch das Meer seinen Zorn auf sie nieder zu schicken!
"Marik, komm! Steh auf, sag ich!"
Panisch drückte er die Hände in den fetten Leib des Tieres, das sich nur widerwillig erhob, doch schließlich auf die mehrmaligen Ermahnungen des Nomaden hörte und auf die Beine kam.
"Renn! Los, lauf! Wir müssen zum Tempel!"
Sei es Spieltrieb oder gehorsam gewesen, der Liger rannte gleichsam mit Maris los und gemeinsam stürmten sie in die Stadt.

"Die Flut kommt! Bringt euch in Sicherheit! In den Tempel!"
Die Menschen reagierten ungläubig, gar ängstlich ob des Tieres an der Seite des Rafiks, doch sie ließen es sich nicht zweimal sagen. Schon waren weitere Männer auf den Plan getreten, die die Leute warnten, als Maris einen seiner Männer erblickte.
"Jubair!"
"Maris, mein Freu..."
"Keine Zeit für Gerede! Schnapp deine Familie und flieht in den Tempel! Adanos' Zorn bricht über uns herein!"
"Du glaubst diesen Ammenmärchen?"
"Die Flut kommt, ich habe sie gesehen!"
"Aber..."
"Kein aber! Das ist ein Befehl!"
Ohne sich noch lang mit dem alternden Nomaden aufzuhalten, stürmte er weiter, Marik an seiner Seite, quer durch die Stadt gen Oase. Wenn Aniron dort war, musste er sie dort wegholen, um jeden Preis! Wer wusste schon, wie viele Minuten ihnen noch blieben, bis das Wasser die Stadt erreichte?
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Old 23.12.2009, 12:34 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #37
Tinquilius
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Das eigenartige Kribbeln, das der Rückstoß der Magie verursacht hatte, war auch am heutigen Morgen nicht komplett verschwunden. Seine Fingerspitzen fühlten sich noch ein wenig taub an und waren, wenn er sie über sein Gesicht fahren ließ, auch relativ kühl. Ungewöhnlich für den Priester Adanos‘, der meist von Wärme nur so strotzte.
Doch dies hielt ihn nicht davon ab, in aller Herrgottsfrühe aufzustehen – wobei die Tatsache, dass er in einer Novizenkammer untergekommen war, sicherlich auch eine Rolle dabei gespielt hatte. Schließlich hatte er Ptah nicht verlegen wollen, sondern ihn im Bett liegen lassen. In gewisser Weise auch aus Selbstschutz und – was er kaum zugeben wollte – Angst. Was wäre, wenn noch mehr geschah? Was wäre, wenn die Magie aus Ptah heraus preschen und alles in seiner Umgebung beeinflussen würde?
Dennoch stand er nun neben diesem und fühlte vorsichtig dessen Stirn. Er hatte kein Fieber, schon einmal ein gutes Zeichen. Auch wirkte er nicht mehr so verkrampft wie noch am Vortag. Doch wie steht es um seinen Rücken, fragte er sich. Doch seine Angst und das kribbeln in seinen Fingern hielt ihn davon ab, nachzuschauen. Stattdessen verließ er leise wieder das Gemach und begab sich die Treppen hinab.
Was wohl heute auf ihn zukäme?

Nach kurzer Zeit hatte er bereits das Erdgeschoss erreicht und schritt gemütlich zum Eingang, der immer noch vollkommen zerstört war. Doch die Novizen und Adepten, sowie einige Nomaden, die sich noch in Al Shedim aufhielten, waren bereits dabei, es wieder auf Vordermann zu bringen. Als Tinquilius hindurch schritt, grüßte er alle freundlich und erfuhr auch sofort den derzeitigen Status.
Dann befand er sich auf dem Tempelvorplatz und wollte eine gemütliche Runde durch die Ruinenstadt machen, bevor er sich den heutigen Aufgaben stellen wollte. Doch dazu kam es nicht mehr. Er hatte noch nicht einen Schritt gemacht, da hörte er das laute Aufschreien mehrere Kamele – und nur Sekunden später überraschte ihn, so wie auch viele andere in den Ruinen, ein Beben ungekannten Ausmaßes. Die kräftigen Stöße trieben durch Al Shedim wie ein Messer durch warme Butter. Wände stürzten ein, fielen einfach um wie Karten.
Reflexartig ließ der Priester sich zu Boden fallen, um möglichst wenig abzubekommen. Nach nicht allzu langer zeit ebbten die Stöße ab und Das Grollen wurde für einen Moment leiser. Langsam richtete sich der Priester wieder auf. Um ihn herum wirkte alles langsamer, ja fast schon gestoppt. Umgestürzte Wände, umher irrende Menschen und Tiere, die sich scheinbar befreit hatten. Doch es schien vorbei – zumindest glaubte er so.

„Hört ihr das?“, rief eine verängstigte Frau. „Das Grollen, woher kommt das?“
Erst jetzt wurde dem Priester das tiefe Grollen bewusst, welches lauter zu werden schien. Doch der Boden bebte nicht, zumindest nicht spürbar.
„Da, seht!“, rief ein anderer und Tinquilius folgte seinem Blick. Eine große, schwarze Wolke stieg in der Ferne empor. „Das kommt vom Meer!“, meinte jemand neben dem Priester. Doch dieser war für einen Moment vollkommen perplex und registrierte gar nicht, was vor sich ging.
Der Untergang? Hatte n die anderen Recht, wenn sie von Adanos‘ Strafe predigten? War dies ihr aller Ende?
Nach diesem kurzen Moment der Regungslosigkeit, erwachte der Priester daraus und wurde des Chaos‘ bewusst, das sich um ihn herum bildete. „Los“, fing er an und hielt zwei Adepten auf, die sich in Richtung Tempel begeben wollten, „wir müssen nach Verletzten suchen! Ruft alle zusammen, die fähig sind!“ Einer der beiden nickte und lief gen Tempel, der andere folgte stattdessen dem Priester. „Dort vorne. Lasst uns die Wand anh...“, begann er, wurde jedoch durch Rufe einiger anderer unterbrochen.
„Eine Flut!“
„In den Tempel! Eine Flut kommt!“
„Adanos‘ schickt sein Wasser!“
Eine Flut? Sofrot stoppte er einen vorbeilaufenden Nomaden. „Was sprecht ihr von einer Flut?“
„Der Rafik hat sie gesehen. Sie kommt! Ihr müsst fliehen, in den Tempel!“
Bevor Tinquilius noch mehr fragen konnte, war der Nomade bereits wieder losgeeilt. Eine Flut... Adanos‘ Werk, Adanos‘ Macht. Das war das Ende.
„Meister, was sollen wir tun?“, sprach plötzlich hinter ihm der Adept, den er zum Tempel geschickt hatte. Als Tinquilius sich umdrehte, erblickte er ein gutes Dutzend Novizen und Adepten. Kannst du das verantworten? „Meister Riordian ist ebenfalls mit einigen anderen in die Ruinen geeilt.“
„Es muss schnell gehen“, meinte Tinquilius anch einem Moment. „Eine Flut kommt in unsere Richtung und wird alle, die sich noch in den Ruinen befinden in den Tod reißen. Versucht, so viele wie möglich zu retten, riskiert aber nicht euer Leben!“
Die Novizen und Adepten nickten und teilten sich kurzerhand auf. In ihren Gesichtern konnte er Angst lesen, Verunsicherung. Doch auch Pflichtbewusstsein.
Doch wird das ausreichen?
Und während das Grollen lauter wurde und die Flut näher kam, begab sich auch der Priester auf die Suche.
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Old 23.12.2009, 13:10 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #38
Maris
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Das Wüstenvolk Adanos' im Forenrollenspiel
Aniron war nicht da.
"Nein, verflucht!", stieß Maris hervor, doch er hatte keine Zeit, noch weitere Orte abzusuchen. Er konnte nur hoffen, dass seine Liebste bereits in den Tempel geeilt war. Gerade wollte er sich umdrehen, da wurde ihm bewusst, dass Marik davon eilen wollte.
"Marik!", schrie der Nomade warnend hinterher, und das Tier blickte sich fragend um und verharrte. Mit einer Geste bedeutete der Nomade seinem Begleiter, in die andere Richtung zu laufen. Er konnte den Liger einfach nicht der Natur überantworten, vermutlich hätte die Großkatze nicht einmal die Ausdauer, um vor der großen Flut noch aus der Senke zu gelangen, in der die Stadt lag.

Erneut stürmten sie gemeinsam den Kanal entlang und passierten die Taverne, in der sich einige Jugendliche an den Alkoholreserven vergehen wollten.
"Hey, ihr! Lasst den verfluchten Alkohol in Ruhe und bringt euch verdammt nochmal in Sicherheit!"
Um seine Ambitionen zu unterstreichen, zog er seine Falcata, die seiner Rede den nötigen Nachdruck verlieh und die Jungen schließlich zur Flucht bewegte.
"Zum Tempel!", rief er ihnen noch hinterher, "Die anderen Bauten sind zu unsicher!"
Doch die letzten Worte hörten die beiden nicht mehr. In Richtung Zeltplatz hetzten sie davon in den sicheren Tod.

Doch Maris hatte keine Zeit, sich um die vielen restlichen Menschen zu kümmern. Marik war durch die Pause wieder zu Atem gekommen, und so stürmten sie zum Tempelvorplatz, als die Erde erneut erzitterte. Der Nomade stürzte zu Boden, während der Liger erstaunliche Standhaftigkeit bewies und schnurstracks durch die zerstörte Öffnung in das Tempelinnere rannte.
Das Grollen wurde so laut, dass selbst die ängstlichen Schreie derer übertönt wurden, die sahen, was auf sie zu kam. Eine gigantische Flutwelle, vielleicht fünf Mannslängen hoch, brach über den Strand und die nahen Gebäude herein. Mit Mühe brachte sich der Blondschopf wieder auf die Beine und stolperte zum Tempeleingang, wo eine Gruppe von Verletzten von einem Magier geleitet die große Öffnung durchschritten, kroch die Stufen hinauf und fand sich erneut zu Boden gestürzt vor dem Eingang wieder, als sein Blick auf die hereinbrechende Gewalt fiel, die sie alle zu verschlingen drohte. Ruinen und Zelte wurden schlichtweg in den Fluten verschluckt, um ihr Leben rennende Menschen von der brandenden Welle verschlungen. Die Zeit schien still zu stehen, ein Schreckensbild der Zerstörung vor den Augen des Nomaden, während die Welle die Fassade des Tempels erreichte.

Der feste Griff starker Hände riss ihn aus seinem Zustand, kurzerhand wurde er in den Tempel hinein gezerrt. Im letzten Moment bauten einige Magier Barrieren aus Eis und Sand auf, um den Eingang zu versiegeln, als das Wasser über sie herein brach. Der Tempel bebte, als könnte er jeden Moment aus seinen Jahrhunderte alten Angeln gerissen werden, weitere Magier eilten herbei und unterstützten die anderen, deren Kräfte allein nicht reichten.
Benommen lag Maris am Boden und starrte auf den Tempeleingang, dessen durch Eisbarrieren geschützte Stellen einen Blick durch die Öffnung ermöglichten. Zeltteile, Steinbrocken, Haushaltsgegenstände, Tote wurde am Eingang des Tempels vorbei gespült.
Adanos' Zorn war über sie herein gebrochen, und er hatte sie mit voller Härte getroffen.
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Old 23.12.2009, 15:19 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #39
Die Wassermagier
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Bibliothek des Tempels

Das war nicht akzeptabel, das war absolut und ganz und gar nicht akzeptabel, konnte man die Flüche und missmutigen Ausrufe des alten Bibliothekars wohl am Besten deuten, der mit der Gesamtsituation alles andere als unzufrieden war. Während draußen einige andere Wassermagier, Priester und Adepten wohl gegen die Wassermassen vor dem Tempel ankämpften, hatte Kuron sein ganz eigenes Problem mit den Menschenmassen in seiner Bibliothek, die sich schlicht und ergreifend nicht an die Regeln halten wollten, die hier galten. Dass im Moment eine Ausnahmesituation herrschte, scherte ihn dabei recht wenig, da man sich, zumindest laut seiner Erinnerung, früher trotzdem noch an solche Regelungen gehalten hätte.
Hier ein Novize, der etwas laut redete, da ein kreischendes Baby und an anderer Stelle panische Rufe irgendwelcher Nomadenjünglinge, die somit alles Taten, um den Alten vollkommen zur Weißglut zu treiben. "Ich weiß, dass es in eurer unreifen und unfähigen Generation nicht mehr üblich ist, sich an irgendetwas zu halten, was sich bewährt hat und somit alles ins Chaos zu stürzen, aber trotzdem ist ein solches Verhalten in MEINER Bibliothek vollkommen untersagt.", rief er vollkommener Wut, sodass es trotz des Lärms draußen durch die Räumlichkeiten der Bibliothek hallte.

Doch zum Ärgernis Kurons, kamen seine Worte kaum an, da mitunter einige schon während seines Ausrufes wieder angefangen hatten zu reden und es den mitunter vielleicht so vernünftigen verdorbenen Jugendlichen verwehrt hatten, dass sie den Inhalt seiner Rede mitbekam. Eine hochrote Färbung annehmen, zeugte der Kopf Kurons davon, dass in seinem Inneren vorging und der nächste Unglückselige wohl auch in voller Kraft zu spüren bekäme. "Damals zu meiner Zeit hätte es so etwas nicht gegeben. Wir hatten wenigstens noch Respekt vor den Alten, dem Alten und der Alten, oh ja was war das für eine wunderschöne Frau, aber nun ja ich schweife ab.", ermahnte sich der Hohe Wassermagier in Gedanken selbst, bevor er seinen Gedankengang fortführte, "Aufgrund des Verhaltens der verdorbenen Jugend haben sie sich Adanos' Zorn heraufbeschworen und sehen nun der Vernichtung ins Auge, wobei ihnen noch nicht mal klar wird, warum das so ist. Aber ich wusste ja schon immer, dass die Jugend dumm und ignorant ist. Damals zu meiner Zeit..", wobei es ihm nicht gelang zu Ende nachzudenken, da ihm plötzlich ein Novize ins Auge fiel, der es wagte eines der wertvollen Bücher schützend über seinen Kopf zu halten.

"Wie kannst du es wagen einfach ein solch wertvolles Buch zu deinem eigenen Schutze über dich halten. Hast du denn keinen Verstand?", begann der Alte loszuwettern, bevor er seine eigene rhetorische Frage beantwortete und weiter schimpfte, "Nein, natürlich nicht, der scheint ja in deiner Generation ausgestorben zu sein, da du sonst wüsstest, dass dir dieses Buch erstens nicht vor Schaden hilft und du zweitens von mir noch viel größeren Schaden erleidest, wenn du ein Buch beschädigst, dass fast so alt ist wie ich.", woraufhin der noch sehr junge Diener Adanos' anfing zu weinen, was das Herz des Bibliothekars jedoch nicht im Geringsten zu rühren schien.
"So, als Strafe sorgst du, du da hinten und auch du da drüben jetzt dafür, dass der Weg in die Bibliothek versperrt wird. Nur weil hier die ganze Welt von disziplinlosen Jugendlichen den Kopf verliert, tue ich das noch lange nicht, da man damals noch wusste, wie man mit solchen Problem umzugehen hat.", befahl er in rauen Ton, wobei er den Novizen von eben, einen Wassermagier und noch einen Nomaden ansprach. Zur Sicherheit drückte Kuron dem Magier Adanos' noch eine Spruchrolle für eine Steinwand in die Hand, wobei sein Blick ganz deutlich klar machte, was mit jenem passieren würde, falls er es vermasselte.

Nachdem zumindest theoretisch das Problem mit den Menschenmassen, die noch an diesen heiligen Ort strömen könnten, geregelt war, ließ der Alte erbost seinen Blick über das noch immer herrschende Chaos zwischen den Bücherregalen und an den Lesetischen schweifen, an denen es tatsächlich einige Leute wagten irgendetwas zu Essen und Bücher mit Fettflecken zu beschmieren, was diese dankenswerter Weise nach einer kurzen Schimpftirade unterließen.
"Als Ranghöchster Anwesender erkläre ich hiermit diese Bibliothek im Ausnahmezustand befindlich. Da ich hier der Bibliothekar bin, hört ab sofort alles auf mein Kommando. Ich werde dafür sorgen, dass wenn wir letzten Endes schon sterben, ihr auch einmal von euch behaupten könnt, dass ihr Würde und Anstand gezeigt haben, wie es früher noch Sitte war.", hallte die harte und raue Stimme des alten Hohen Wassermagiers durch die Bibliothek woraufhin er durch einzelne Zurufe einige der älteren Anwesenden, seien es Nomaden oder Wassermagier zu sich rief, um Ordnung zu schaffen. Revolution der Alten back to the roots würde das, was in diesen Momente in jenen Hallen Adanos' passierte wohl am treffendsten beschreiben.

"Regel Nummer 1 keiner lehnt sich an die Regale, Regel Nummer 2 Frauen und Kinder setzten sich an die Tische. Regel Nummer 3 wer nichts zu tun hat räumt die Bücher wieder in die Regale und Regel Nummer 4 kein Rumgeschreie.", wies der Bibliothekar die Anwesenden an, woraufhin er auch schon nach kurzem zeigte, dass seine Worte durchaus Ernst gemeint waren, als er einen rennenden Nomaden mit einem Schlag seines Stabes in die Kniekehlen zu Boden warf. "Wer sich nicht zu verhalten weiß, der wird in den Raum gesperrt, in dem die Bücher getrocknet werden und wer sich nützlich machen mag, kann mir gerne beim Fixieren der Regale im Boden helfen.", kam es Kuron mit einem breiten Grinsen über die Lippen, bevor er sich daran machte mithilfe der Erdmagie sowohl Bücher im Regal, als auch Regale im Boden zu fixieren.
Dass die anfänglich noch immer chaotische Stimme nach und nach abebbte, verdankte der Alte wohl seinen Mithelfern, die wie er dafür sorgen wollten, dass nun in diese Hallen die Ruhe einkehrte, die sie verdient hatten, da auch von ihnen Ungehorsam geahndet wurde, wie es auch Kuron tun würde.

Hyperius
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Old 23.12.2009, 15:24 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #40
Aniron
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Das Wüstenvolk Adanos' im Forenrollenspiel
In der Eingangshalle des Tempels

Es herrschte Totenstille im Tempel. Keiner der Anwesenden wagte ein Wort zu sagen. Adanos' Zorn war über die Stadt hereingebrochen und rüttelte an den Grundfesten seines eigenen Gotteshauses. Zuerst hatten die Menschen panisch geschrieen, doch das Grollen war lauter gewesen. Und nun schwiegen sie. Ein Teil im Gebet versunken, der andere Teil sprachlos von der Gewalt und der Angst, die die Luft im Tempel verpestete und wie ein böser Atem über ihre Köpfe schwebte. Wer sie nicht einatmete, so kroch sie diesem langsam den Rücken hinauf wie eine Spinne und lachte höhnisch in sein Ohr.
Viele hielten sich an ihrem Nächststehenden fest, drückten die Hand eines Fremden.
Hier waren sie alle gleich. Krieger und Bürger, Magier und Nomade, sie alle waren unter Adanos' Zorn zusammen gekommen. Sie alle durchlebten die gleiche Angst. Sie alle waren seiner Magie ausgeliefert, die durch die Wassermagier wirkte.
War das vielleicht der Wink? War es Adanos' Zorn, der ihnen sagte, sie sollen als Volk wieder eins werden? Zerfiel das Wüstenvolk und konzentrierte sich nicht mehr auf das Gleichgewicht? Brauchten sie diese Welle, diese Flut, das Ausspülen des Bösen, des Unreinen in ihrer Stadt um einen Neuanfang zu wagen?
War dies ein Neuanfang?
Oder war es der Untergang?

Aniron war schon lange im Tempel gewesen. Sie hatte am Morgen nach Sirii geschaut, sich die Katze kurzerhand geschnappt und zur Sarazenia in ihre Kammer gesetzt. Die beiden Lebenwesen hatten sich gegen Aniron verbündet, denn beiden passte es überhaupt nicht, dort eingesperrt zu sein. Doch die Adeptin kannte kein Erbarmen. Und Adanos sollte ihrem Handeln Recht geben.
Aniron wollte Maris suchen gehen, um ihn in dem Tempel zu holen. Sie hatte seine Sachen am Eingang gefunden und ebenfalls in ihre Kammer gebracht, als das Beben kam. Und das Grollen. Der finstere Ruf der Erde hatte ihr einen Schauer über den Rücken gejagt, wie es selbst der Hetzer nicht geschafft hatte.
Sirii und die Sarazenia waren beide sofort erstarrt und wagten es nicht, auch nur einen Schritt zu tun. Aniron war durch dieses Verhalten alamiert. Sie war nach oben gerannt, doch nicht weit gekommen, Menschen hatten sich im Tempel versammelt, es schien die gesamte Bevölkerung der Stadt zu sein, die noch verblieben war.
Die Flut war gekommen. Aniron sah es nicht, aber sie hörte das Toben Adanos' Elements. Bilder entstanden in ihrem Kopf, als hätte Adanos sie persönlich geschickt. Alles, aber auch alles, riss das Wasser mit sich, erbarmungslos, gewaltig, lebensfeindlich. Tod und Zerstörung kamen in die Stadt, welche doch genau das Gegenteil symbolisieren wollte. Es war nicht die Wüste, die ihnen zum Verhängnis geworden war. Nein. Es war das Wasser gewesen. Adanos persönlich war zu ihnen gekommen. Warum aber, verstand die Adeptin nicht.

Aniron war erstarrt, erst der Gedanke an Maris weckte das Leben wieder in ihr. Panisch sah sie sich um, versuchte ihn zu erspähen, doch sie konnte ihn nicht entdecken. Eilig drängte sie sich durch die schweigende Meute und rief seinen Namen, doch keine Antwort kam. Sie wurde immer hektischer, lähmende Angst legte sich wie ein bleierner Gürtel um ihre Brust und zog sich fest zusammen. Sie war am Eingang des Tempels angekommen und blickte in das Chaos hinaus. In diesem Moment zog jemand an ihrer Hand. Es war ihr Liebster.
Er hockte am Boden und starrte sie fassungslos an. Die Wehmutter ließ sich neben ihn fallen und drückte ihn so fest wie möglich an sich. Aniron zitterte, der Schreck, der durch ihre Glieder gefahren war, ließ sich nicht einfach wieder abschütteln. Auch sie sprachen kein Wort und es herrschte weiter Schweigen, bis ein ängstliches Miepsen aus einer Ecke des Tempels ganz in ihrer Nähe kam. Plötzlich erklangen Schreie und Panik machte sich unter den Menschen breit, die in der Ecke standen.
"Hilfe!"
"Ein Monster!"
"Was macht dieses Ungetier hier?"
"Es wird uns alle fressen!"

Der Tempel schien aus seiner Lethargie erwacht, die Menschen drängten sich weg von der Ecke. Maris und Aniron standen auf.
Es war Marik, der ängstlich zusammengekauert in einer Ecke saß. Sie mussten einen Raum für ihn finden.
Aniron is offline    
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