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Old 22.12.2009, 13:07 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #201
Grimbar
Ritter
 
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Männlich
 
Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
Müde lehnte Grimbar sich an eine Hauswand. Die ungewöhnliche Ruhe hier ließ ihn fast im Stehen einschlafen, er befand sich in einem etwas abgelegeren Teil und so gern er sich hier schlafen legen würde, einfach nur im Schnee, so stark war nun mal sein Pflichtgefühl, das ihn dazubrachte sich wieder wachzurütteln und zur Arbeit zurückzukehren.

Die gestrige Nacht hatte für Grimbar keinen Schlaf bereitgehalten und eigentlich war das nicht weiter schlimm, aber sobald der Geist des Innosdiener nichts mehr hatte worauf er sich konzentrieren konnte wurde er müde. Die Schlaflosigkeit war von der Aufgabe am Zelt ausgegangen, es hatte scheinbar die Vermutung gegeben eine übertragbare Krankheit hätte eine Frau eingenommen und man hatte Bedenken, ob man das Zelt unter Quarantäne setzen sollte. Aber nachdem der Magier sorgfältig und ausgiebig die Frau untersucht hatte, gab es Entwarnung. Soweit war die Krankheit nicht ansteckend und deshalb wurde sie einfach ins Krankquartier getragen, was natürlich Grimbars Aufgabe war.
Danach hatte der Novize eigentlich vorgehabt zu schlafen, aber eine Aufgabe jagte die andere und so schnell die einzelnen Aufgaben gemacht waren, hatten sie den Jäger bis zum Morgengrauen beschäftigt und schon gingen die anderen Pflichten wieder los. Keine zehn Minuten hatte Grim schlafen können, da war sein Zimmerkamerad hereingekommen um ihn zu wecken.

Nun musste sich Grimbar einer außerordentlich unangenehmen Aufgabe widmen. Sie war nicht unbedingt anstrengender als die anderen, aber trotzdem brauchte man einen robusten Magen und Abhärtung. Wie gern hätte er die Aufgabe, die Latrinen zu leeren jemandem anderen aufgedrängt, einem Adlaten oder Anwärter, aber was wäre er dann nur für Innosdiener. Einen Moment lang genoss er noch die Ruhe, dann nahm er sich Schaufel und machte sich ans Werk.
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Old 22.12.2009, 14:43 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #202
Lopadas
IBoy sagt: Kliööö! 
 
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Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
"Was bei Innos ist das?", fragte sich der Priester und schaute in den Himmel.
Eine riesige, schwarze Wolke stieg vom Meer auf. An den unteren Rändern der Wolke war ein dunkel roter Schein zu sehen, als würde sich Beliars Reich direkt im Meer geöffnet haben.
Plötzlich begann die Erde zu beben, doch war es kein leichtes Beben wie an den Vortagen, diesmal blieb nichts an der Stelle, wo es war.
"Von den Häusern weg.", befahl der Tempelvorsteher den Leuten auf dem Vorplatz und die Nachricht verbreitete sich schnell.
Die Leute liefen von den Hauswänden weg, da bei jedem Stoß aus der Erde Ziegel vom Dach fielen und die Stangen der Zelte wegrutschten.
Nach einem weiteren heftigen Stoß, saß Lopadas auf der Erde, da er sich nicht mehr halten konnte. Auf dem Tempelvorplatz lagen etliche Menschen, einige versuchten wieder aufzustehen, andere suchten irgendwo Halt, wurden aber dann auch zu Boden geworfen.
Die Mauern des Viertels begannen zu wackeln und einzelne Steine lösten sich aus dem maroden Mauerwerk. Mit voller Wucht trafen diese auf den Steinplatten des Vorplatzes auf und einige Unvorsichtige konnten nur mit Glück noch ausweichen. Selbst die Häuser und der Tempel begannen zu beben.
"Hört das denn niemals auf?", rief der Priester in den Himmel, als Antwort kam nur ein weiterer Erdstoß, der ihn von den Beinen riss.
"Bringt die Leute irgendwie aus den Häusern, bevor sie darin verschüttet werden.", rief er einigen Ordensmitglieder zu, welche versuchten auf den bebenden Boden in Richtung der Krankenquartiere und der Unterkünfte zu laufen.
Durch den Torbogen des Viertels hindurch sah der Barbier, dass auch andere Häuser der Stadt langsam ihre Standfestigkeit verloren. Dazu kam noch, dass die schwarze Wolke sich vom Meer in Richtung Vengard ausbreitete. War dies der Weltuntergang, hatten die Menschen den Zorn der Götter so sehr erregt, dass diese die Welt nocheinmal säubern wollten? Schickt Adanos eine weitere Flut?
Langsam und auf wackligen Bein richtete sich der Priester wieder auf und konnte nur mit Glück auf dem Boden stehen, aus dem auch schon einige Steinplatten sich lösten und sich quer stellten. Ein riesiges Krachen hinter ihm deutete daraufhin, dass sich etwas aus dem Tempel gelöst hatte. Blitzschnell drehte sich der Schriftgelehrte um und musste mit Entsetzen feststellen, dass das Dach der Bibliothek damit begann einzustürzen. Hilflos konnte er nur zu sehen, wie Werke von unermesslichen Wert unter Tonnen von Schutt begraben wurden. Lopadas versuchte auf den Tempel zu zugehen, um vielleicht aus der Bibliothek noch etwas retten zu können, doch wurde er jedes Mal wieder zu Boden geworfen.
"Nein."
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Old 22.12.2009, 16:06 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #203
Grimbar
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Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
Was hatten sie den Göttern nur getan, dass sie eine solche Plage sandten. Gebäude und Mauern die schon seit ewigen Zeiten dort stand wurden durch die Macht, die Vengard erschütterte, niedergerissen. Die Luft war erfüllt vom bebenden Geräusch der Erde, doch noch mehr vom Geschrei der Menschen. Niemand war in der Lage sich zu halten, die gesamte Stadt stolperte und fiel hin, Grimbar nicht ausgenommen. Er klammerte sich an einen Baum, der durch seine Biegsamkeit zumindest jetzt noch standhielt. Dem Novizen war blankes Entsetzen ins Gesicht geschrieben, er konnte nur reglos um sich blicken, völlig erstarrt.
Dann erkannte er einen Priester, der noch versuchte koordinierte Befehle zu geben. Man müsse die Krankenquartiere räumen und zwar schnell.
'Natürlich!', schoss es Grim durch den Kopf. 'Die Verletzten würden es selbst unter normalen Umständen kaum aus ihren Betten schaffen, wenn dann noch der Boden wie ein Schiffsdeck im Sturm wackelte, war es ein Ding der Unmöglichkeit. Mit einem Satz stieß sich Grim von dem Baum weg und trotz des nicht vorhandenseins irgendwelchen Gleichgewichtssinnes rannte er los. Schlimmer als im stärksten Vollrausch taumelte er durch die Gegend, prallte mit voller Wucht an Wände, Säulen und andere Menschen, aber er musste zu den Kranken. Mit einigen blauen Flecken warf er sich mehr als das er lief in ein Zimmer. Es galt vier Menschen zu retten, einen Mann, zwei Frauen und ein Kind. Alle bis auf den Mann waren wach, wenn sich auch alle nur verwirrt und winselnd an ihr Bett klammerten. Sofort packte der Innosdiener das Kind und warf sich über die Schulter, über die andere nahm er eine apathische Frau. Ein weiterer Erdstoß ließ ihn taumeln und er konnte sich nur durch Einsatz seines Kopfes an einer Wand abstützrn, aber ein paar Beulen und vielleicht eine Gehirnerschütterung waren ein billiger Preis für ganze Menschenleben.

Etwas vorsichtiger als auf dem Hinweg stolperte der Novize durch die Gänge, immer von einer Wand zu anderen und hielt sich dabei an Ornamenten und Aufhängungen fest. Zweimal erschlug ihn fast ein Steinbrocken, aber das trieb ihn nur weiter an, es waren noch zwei andere Person in dem Raum gewesen. Zwar waren schon einige andere Diener dabei trotz der Beben die Kranken zu retten, aber bei weitem nicht genug. Draußen angekommen stürzte der Novize mit dem Kind und der Frau, aber zum Glück fielen die beiden in ein Gebüsch, Grimbar hingegen landete mit dem Knie auf einer aufgeplatzten Fließe und stechender Schmerz fuhr ihm durchs Bein.
Aber er durfte nicht aufhören, selbst ein kaputtes Knie war es wert, noch mehr Leben zu retten. Stöhnend humpelte der Innosdiener zu den Krankenquartieren zurück.

Am Eingang angekommen musste er einem herabfallenden Brocken asuweichen und er stolperte. Das Knie schmerzte immer stärker, Grimbar landete schreiend am Boden, doch er biss die Zähne zusammen. Mit aller Willenskraft zog er sich an einer Fackelhalterung hoch und stützte sich auf sein linkes Bein. Immer weiter kam er voran, bei jedem Erdstoß presste er sich an die Wand und zwischen ihnen humpelte er weiter. Gerade wollte er in das Zimmer zurückkehren, da kam ein anderer Novize heraus.
Er brüllte etwas, aber Grimbar verstand kein Wort, doch der Andere drückte ihm die Frau in die Arme, das war eine eindeutige Anweisungen. Aber als der Novize mit dem Mann eben auf der Türschwelle stand, kam die Decke herunter. Grim sah nur wie der Novize unter den Trümmern in die Knie ging und den Mann verzweifelt nach vorn zu ihm stieß, dann wurde die Luft von einer Staubwolke erfüllt.

Hustend und keuchend knieete der Jäger am Boden, mit der Rechten hielt er die Frau fest mit der Linken tastete er blind um sich herum. Der Staub brannte in den Augen, er war nicht fähig etwas zu sehen, aber dann bekam er einen Kragen zu fassen. Instinktiv und blind in eine Richtung kroch und zerrte sich Grimbar voran. Er wusste der Mann oder der Novize waren dem Tode geweiht, er konnte nur einen retten. Ja, es war nicht mal sicher, ob überhaupt jemand überlebte, womöglich kroch er gerade in den Tempel, aber er felhte Innos an ihn in die richtige Richtung zu senden. Immer wieder zog er den Mann nach vorn, robbte nach und hielt mit der anderen Hand die Kleider der Frau umklammert.

Schier endlos schien nun der Gang und im Moment als dem Novizen drohten die Sinne zu schwinden und er unverständlich um Hilfe rief oder eher hustete, packten ihn zwei Arme unter den Armen und die zwei Kranken wurden ihm abgenommen. Ein paar Meter wurde er getragen, dann erfasste ein weiterer Stoß den Tempel und er wurde zu Boden geschleudert, aber er landete im Gras.

Er versuchte die Augen zu öffnen, aber der Staub nahm ihm immer noch das Bild. Überhaupt waren seine Sinne vom Gemisch aus höllischen Schmerzen und dem andrenalingeladenen Pochen seines Herzens beherrscht. Mit etwas Schnee versuchte er den Dreck wegzuspülen, aber das einzige was er erkannte waren Umrisse und helle und dunkle Farben. Personen, manche in das rot des ordens gehüllt, stolperten um ihn herum, versuchten Herr der Lage zu werden, die braune Erde, wie sie teilweise vom Beben durch den Tempelboden gedrückt wurde. Und dann war da noch der Himmel. Nicht blau, sondern rabenschwarz, als hätten sich die Pforten in Beliars Reich geöffnet. Was konnte die Götter nur derart erzürnen? Was brachte sie dazu eine Stadt förmlich in den Boden zu stampfen und wegzuspülen, ja alles in Chaos und Verderben zu hüllen?
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Old 22.12.2009, 17:05 Profil Homepage Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #204
Die Stadtwache
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Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
Ruprecht hatte sich gerade beim Drill ein paar neuer Rekruten befunden, als der Boden unter seinen Füßen zu beben begonnen hatte. Während er selber noch so gerade eben die Haltung hatte bewahren können, waren seine angehenden Stadtwachen ohne Ausnahme umgefallen.
„Wenn ihr im Stillgestanden seid, dann bleibt auch im Stillgestanden! Besonders dann, wenn die Welt untergeht, bei Innos noch mal!“, hatte er leicht erbost von sich gegeben, als sich die Erde wieder etwas beruhigt hatte und er die Ausmaße der soeben eingetroffenen Katastrophe hatte begutachten können. „Georg, Ferdinand, ihr beide läutet sofort die Alarmglocken. Der Rest folgt mir. Das Wichtigste ist, dass wir für Ruhe in der Bevölkerung sorgen, egal, mit welchem Scheiß uns Beliar ärgern will. Oberste Priorität ist es, eine Massenpanik zu vermeiden! Los jetzt!.“

Der Drill der neuen Rekruten kam ihm schon ewig zurückliegend vor, während er weitere Stadtwachen in ihre Aufgaben einwies und so versuchte, die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen. Als ob die immer wieder auftretenden Nachbeben nicht schon schlimm genug wären, hatte es auch noch zu regnen begonnen und große Teile des Hafenviertels waren bereits überflutet oder zumindest hatte man es ihm so mitgeteilt. Menschen neigten in Situationen wie dieser oft zur Übertreibung. Er konnte nur hoffen, dass die Lage wirklich nicht so schlimm war. In über 30 Jahren des Dienstes in der Stadtwache, in der er mittlerweile zu einem der führenden Unteroffiziere aufgestiegen war, hatte er bereits viele Beben und Überflutungen miterlebt, aber nie ein Beben und eine Überflutung gleichzeitig und vor allem in diesen Ausmaßen. Teile der Bevölkerung neigten ja schon zu Panik, wenn nur ein schnöder Krug durch ein Beben von der Theke fiel, aber heute würde das ein Tag werden, wie er ihn noch nie zuvor erlebt haben würde, soviel war sicher.
Die Alarmglocken schallten weiterhin durch die in Mitleidenschaft geratene Stadt und durchbrachen die Geräusche des aufbäumenden Meeres und die Hysterie der Bevölkerung so gut es nur ging.
„Also, wir müssen dafür sorgen, dass sich die Stadt nicht selbst an die Kehle geht“, wies er seine ihm unterteilten Stadtwachen ein. „Das Schlimmste ist bereits überstanden. Was noch kommt sind ein paar Nachbeben, aber viel mehr Schaden sollten die auch nicht mehr anrichten. Der erste Trupp sorgt dafür, dass die Straßen frei von irgendwelchen Trümmerteilen bleiben. Priorität sind dabei die Brücken und die Hauptstraßen durch die Stadt. Fehlt uns gerade noch, dass das Kranken- und Materialtransporten verzögert. Trupp zwei sorgt dafür, dass die Menschen Ruhe bewahren und sich in ihre Häuser begeben. Auf den Straßen haben sie nichts verloren. Die sollen schön ruhig sein und sich unter ihren Tischen zusammenlümmeln, Hauptsache die stören uns nicht bei der Arbeit. Ausnahmen nur bei kräftigen Männern, die bei der Räumung der Straße oder bei der Verletztenbergung helfen wollen. Alte, Kinder und Weiber will ich aber nicht in meiner Stadt sehen. Der letzte Trupp geht ins Hafenviertel. Helft dort, da dampft die Kacke immer noch. Der letzte Trupp kommt mit mir. Keine Fragen? Ausführung!“
In diesem Moment war Ruprecht stolz auf seine Vorliebe zum dauernden Drill. Wenigstens seine Stadtwachen behielten die Ruhe und machten sich unbeirrt sofort an die Arbeit. Doch die Freude währte nicht lange. Immer deutlicher wurden die Schreie der Mütter, die ihre Kinder suchten, die Schreie der Väter, die ihre Frauen suchten und die Schreie der Kinder, die Mutter und Vater verloren hatten. Seine Stadtwachen würden noch genug zu tun haben. Hoffentlich hatte er sie auch genug darauf vorbereitet. Wenn man sich ein gefühltes Leben auf den Kampf gegen die Orks konzentriert, vergisst man schnell, dass es auch genügend Schlachtfelder gibt, die nicht durch Schwert und Axt bestimmt sein würden. Vengard hatte sich binnen weniger Stunden zu einem solchen Schlachtfeld verwandelt und seine Stadtwachen waren die Soldaten, die diese Schlacht gewinnen mussten oder der Feind würde sie vernichtend schlagen.
„Wenigstens die Beben haben langsam aufgehört“, murmelte er vor sich hin. „Vielleicht können wir schnell in diesen Stadtteilen Ruhe schaffen und unsere Kräfte dann aufs Hafenviertel konzentrieren.“
Er überquerte im strömenden Regen mit seinen Männern gerade eine der Brücken, die das Marktviertel mit dem Viertel der Händler und Handwerker verband, doch just in diesem Augenblick fing die Erde wieder zu beben an. Diesmal bewahrte er nicht die Haltung. Er konnte nichts dagegen unternehmen, dass er gegen die Brüstung gepresst wurde. Ruprecht versuchte noch, sich irgendwo festzuhalten, doch Momente später bemerkte er nur noch, wie er sich dem Fluss, der durch Vengard floss, näherte und in dessen kalte Tiefen eintauchte.

Rodeon
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Old 22.12.2009, 18:06 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #205
Lares Bellentor
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Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
Die Erde bebte, als ob Beliar selbst einen Schritt auf sie gesetzt hätte, der eine schwarze Wolke verdunkelte die Sonne. Lares Hände und Knie waren voller Schnee, als er in den Schnee fiel, überrascht, dass die Erde sich plötzlich bewegte.
Irgendetwas fiel von einem Dach und Lares warf sich grade noch aus dem Weg, bevor das Projektil neben ihm zerschellte und ein Splitter ein Loch in seine Robe riss.
Lares bemühte sich nicht zu schreien, was nicht einfach war, wenn die Klagelaute von Frauen, das weinen von Kindern in der Luft lag.

War das nun das Ende, musste Lares tatsächlich das Ende der von Adanos geschaffenen Welt miterleben? Es schien so und Lares bezweifelte es nicht. Er richtete einige Worte an Innos, doch er bezweifelte, dass der Gott grade Zeit hatte, ihn aus diesem Schlammassel zu holen.
So schnell es ging und das war auf allen vieren nicht besonders schnell suchte sich Lares einen geschützten bereich, doch scheinbar waren alle Möglichkeiten bereits ausgefüllt. Viel zu viele Menschen ballten sich unter Tischen und anderen geschützten bereichen.

Lares war verzweifelt, riss den Kopf herum, in der Hoffnung einen Ausweg zu suchen, zu seinem Entsetzen sah er grade mit an, wie eine Familie, die Mutter mit einem weinenden Kind auf dem Arm, strauchelnd, der Vater mit einigen Habseligkeiten, aus einem einfachen Haus kamen, dass nur einen Augenblick später krachend und ächzend in sich zusammenstürzte.
„Innos!“ brüllte Lares, als würde es etwas bringen, Lares fand sich gerade damit ab, dass es vorbei war und trotzdem brüllte er den Namen seines Gottes, der grade wohl gegen seinen Bruder antrat, zumindest vermutete Lares das.
Da kniete der kahlköpfig Novize nun, unter einem verdunkelten Himmel, die Arme nach oben gestreckt, das Gesicht auf die Wolke gerichtet. Er betete nicht, er flehte um sein Leben, um das Leben der Menschen um ihn herum, um seine Heimat. Doch sein Flehen wurde nicht erhört, die Erde bewegte sich weiter, die Wolke war immer noch da und zu allem Überfluss bekam Lares grade eine Horde Ratten mit, die sich aus der überflutenden Kanalisation retteten. Das war es also, Lares schloss die Augen, mit der Überzeugung, wenn er sie wieder öffnete, würde er vor Innos stehen, oder Beliar, je nach dem, wer diesen Kampf gewann.
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Old 22.12.2009, 21:12 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #206
Die Feuermagier
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Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
"Schau dir mal das Chaos an.", sagte einer der Magier aus der Gruppe.
"Wir haben keine Zeit zum Staunen, wir müssen die Leute beruhigen, retten und am besten noch versuchen, was hier überhaupt los ist, bei Innos.", sagte der Anführer der magischen Hilfstruppe.
Mit jedem Wellenschlag vom Meer her, bekamen die Magier nasse Füße, obwohl sie noch nicht einmal direkt im Hafenviertel standen.
"Also gut, wir teilen uns auf. Ihr sucht nach Überlebenden...Ihr kümmert euch um die Leute, welche kopflos durch die Gegend laufen und weist ihnen den Weg in höhere Teile der Stadt, damit sie nicht auch noch von der Flut ergriffen werden."
Nun standen sie nur noch zu zweit da. Der Anführer der Gruppe, ein hoher Feuermagier, der sehr belesen in der Astronomie war und ein Feuermagier, welcher viel über die Götter wusste.
"Ich kann die Sterne durch diese schwarze Wolke nicht sehen. Vielleicht steckt eine seltene Sternenkonstellation hinter diesen Flutwellen."
"Es scheint mir eher eine Strafe der Götter zu sein. Der Krieg zwischen Beliar und Innos ist noch nicht entschieden und vielleicht schickt Adanos wieder eine Sinnflut, um geordnete Verhältnisse zu schaffen."
"Aber warum gerade jetzt? Die Verhältnisse sind schon seit Jahren so, warum sollte sich Adanos erst jetzt dazu entscheiden? Viel mehr glaube ich, dass es sogar etwas mit dem Mond zu tun hat.", der Anführer schaute in den verdunkelten Himmel, "Man sagt sich, dass der Mond Einfluss auf das Meer hat. Die Flutwellen können von ihm ausgelöst worden sein, vielleicht ist ein anderer Himmelskörper mit ihm zusammengestoßen und hat ihn aus seinem Platz geworfen."
"Aber auch das könnte von den Göttern verursacht worden sein. Du weißt genauso gut wie ich, dass der Streit zwischen den Brüdern schon Ewigkeiten anhält, warum sollte er nicht jetzt seinen höhe Punkt nehmen?"
"Warum gerade jetzt? Es gab keine Anzeichen dafür..."
Ein anderer Magier eilte zu den beiden Gelehrten.
"Wir brauchen eure Hilfe, vielleicht solltet ihr die Thesen ersteinmal ruhen lassen und uns helfen.", sagte dieser außer Atem.
Die beiden Gelehrten schauten sich an und nickten.

Lopadas
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Old 22.12.2009, 21:23 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #207
Sunder
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Location: Vengard Hafenviertel........ Rang: Bürger...................... Oberhaupt der Bürgerwehr... Waffen: Knüppel und Dolch
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Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
Hafenviertel

Bis zum Schluß wollte Sunder es nicht glauben, obwohl er es mit eigenen Augen sah. Er als alter Seemann hatte schon vieles erlebt, wusste den Himmel und das Wasser zu deuten. Die Zeichen sagten ihm, das etwas fürchterliches auf sie zukommen würde. Deshalb war noch bei Tageslicht die Feuerglocke geläutet worden, so die Bürgerwehr und Hafenbewohner alarmiert. Sie wollten es nicht glauben was der olle Sunder anwies, nämlich Hab und Gut liegen lassen und den Arsch in Sicherheit bringen. „Isch sach et zum letzten mal, noch heute ist hier Schicht im Schacht, da steht hier nix mehr. Hier ist nix mehr zu retten, ihr könnt nur noch gucken wo ich bleibt, krischt ihr dat nit in euren Schädel“.

Der Alte war aufgebracht, soviel Dummheit und nichts was man dagegen tun konnte. Wenigsten einige machten sich gleich auf den Weg, andere waren wenigsten so schlau und blieben ihren Häusern fern. Vor allem die Hütten in Meeresnähe würde es treffen, das hatte Sunder den Männern von der Bürgerwehr eingebläut und angewiesen, die Leute dort zu überzeugen, notfalls mit Gewalt.

„Verdammte Scheiße“ fluchte Sunder, jetzt ging es richtig los. So eine Welle hatte er zuletzt als aktiver Seemann erlebt, haushoch musste sie sein. Dunkel, bedrohlich, oben am Wellenkamm brodelnd weiße Gischt. „Dat is der Unterjang“ brummte das Oberhaupt der Bürgerwehr. „Lauf..., lauft um euer Leben“ schrie der Alte aus vollem Halse, bevor er selbst die Beine in die Hand nahm, Richtung Burg, höher hinauf. „Hier lang, los, habt ihr et auf den Ohren“. Dann überrollte die Welle alles was sich ihr in den Weg stellte, ohne Widerstand, unaufhaltsam. Fassungslos stand Sunder dort, starrte mit weit aufgerissen Augen in das Drama, das sich gerade abspielte.

Ulrich
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Old 22.12.2009, 21:33 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #208
Die Bürgerwehr
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Ein lautes Schreien durchzog den Ort, an dem bis vor wenigen Augenblicke noch das Hafenviertel war. Eine riesige Welle hatte alles erfasst, was nicht festgenug stand. Größtenteils waren auch die Hütten der armen Leute nicht stark genug der Welle stand zu halten. Auf dem Wasser trieben unzählige Bretter und Reste des Besitzes einfacher Bürger der Stadt. Tausendfache Hilferufe erhallten über den Wasser.
"Helft mir.", brüllte ein Mann, der sich im eisigen Wasser gerade nach an einem Holzbrett festhalten konnte, eigentlich hatte er nur etwas Gold aus seiner Truhe holen wollen, doch dann kam schon die Welle.
"Nimm meine Hand.", rief eine Stimme dicht neben ihn.
Mit Mühe wurde der Mann aus dem Wasser auf ein Dach gezogen, welches gerade so noch den Fluten widerstanden hatte.
"Ich danke dir. Doch wie kommen wir von hier auf trockenen Boden?"
"Keine Ahnung.", sagte der Mann und setzte sich auf das Dach. Sein Blick war leer.
"Hilfe, wir brauchen Hilfe. Wir sind hier auf dem Dach."
"Spring doch nicht so!", rief noch der Retter und schon im nächsten Moment krachte es unter ihren Füßen und das Dach stürzte in sich zusammen.
Im kalten Wasser schwammen die beiden um ihr Leben, versuchten irgendwelche schwimmende Gegenstände zu greifen, doch erfolglos schlugen ihre Hände danach.
"Hilfe!", gurgelte einer von den beiden.
Vor seinen Augen konnte er die Lichter der Stadt sehen.
"Hilfe."

Lopadas
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Old 22.12.2009, 21:45 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #209
Sunder
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Marktplatz

„Seile, wir brauchen Seile“ schrie Sunder, der irgendein langes Brett ergattern konnte und es jemandem entgegenhielt, der drohte in den kalten Fluten unterzugehen. „Halt disch jut fest, isch zieh dich raus“, mit aller Kraft zerrte der Seebär an dem Holz, bis er endlich die Hand des Hilflosen packen konnte. Dann ein kräftiger Ruck, dann war das nächste Opfer in Sicherheit. Es musste alles schnell gehen, in dem eisigen Wasser würde Niemand lange überleben können. „Bringt den Mann ins Warme, sonst holt der sisch noch den Tod.“

Nebenbei bemerkte Sunder, das der Wasserspiegel immer weiter stieg, selbst auf dem Marktplatz stand man schon knietief in der Scheiße, wie der Seebär es nicht treffender hätte formulieren können. „Weiter zurück, höher hinauf, hier sind wir noch nicht sicher. Macht Feuer, die Leute müssen sisch aufwärmen können..., wir brauchen warme Plätzchen..., wo sind die verdammten Soldaten wenn man sie braucht. Ach du Scheiße, da kommt wieder ne Welle..., weg hier".

Ulrich
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Old 22.12.2009, 21:53 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #210
Die Feuermagier
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Schützend stellten sich die Magier vor die flüchtende Menge.
"Auf drei konzentrieren wir unsere Magie.", rief der Anführer der Gruppe.
Die Flutwelle kam immer näher und der hohe Magier zählte runter.
Gemeinsam setzten die Magier ihre Kraft frei und formten eine Wand aus reiner Magie. Die Wassermassen schlug dagegen und zerbarsten zu allen Seiten. Die Magiewirkenden versuchten ihre Gedanken in Einklang zu bringen, um die Leistung des Schildes zu erhöhen. Doch drückten die Welle so sehr dagegen, dass es überhaupt schwer fiel die Konzentration und damit den Zauber aufrecht zu erhalten.
Der Anführer wandte kurz seinen Blick ab. Die Bürger waren geflohen.
"Wir geben nach und nach den Zauber auf und dann rennen wir."
Der Schild wurde langsam schwächer und an einigen Stellen trat das Wasser hindurch.
"Lauft!", rief der hohe Feuermagier.
Abrupt fiel die Magie in sich zusammen und die Diener Innos' rannten so schnell sie konnten. Hinter ihnen fiel die Welle in sich zusammen und bildete kleine neue Wellen heraus. Nur mit größter Anstrengung konnte sich die Gruppe zu den anderen Bürgern der Stadt retten, welche auf dicht gedrängt auf einer höheren Stelle der Stadt standen.

Lopadas
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Old 22.12.2009, 22:10 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #211
Sunder
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Location: Vengard Hafenviertel........ Rang: Bürger...................... Oberhaupt der Bürgerwehr... Waffen: Knüppel und Dolch
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Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
„Na wenischtens einer der mitdenkt“, irgendwer hatte es geschafft Seile zu besorgen, „jut, knotet drei, vier Stück jut zusammen und macht die irjendwo fest, aber rischtisch“. Ein paar Burschen machten sich gleich an die Arbeit, wenig später waren die Taue richtig verzurrt. Der Seebär zog mehrmals kräftig daran um sich davon zu überzeugen. „Jut, dat andere Ende jetzt am den zwei Böötchen festmachen, dann brauch isch Freiwillije“. Das verknoten der Taue ging noch leicht von der Hand, doch die Auswahl der Mutigen hielt sich in Grenzen.

„Ja wat is, ihr könnt berühmt werden, wollt ihr die Leute wirklich verrecken lassen?“ Endlich traten ein paar entschlossene Männer vor und stiegen vorsichtig in die Boote. „Lasst euch Zeit und zieht nit zu viele mit rein, wenn ihr voll seit, dann ziehen wir eusch an Land. Wenn wat schief jeht haltet euch am Boot fest, ist dat klar“. Die Männer von der Bürgerwehr nickten, dann paddelten sie los. „Hoffentlisch jeht dat jut“ murmelte Sunder leise und drückte die Daumen.

Ulrich
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Ronsen
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Das Chaos hatte ihn wieder. Ein Déjà-vu? Natürlich, darum hatte Ronsen das Hafenviertel auch seit zwei Tagen gemieden und jedem der Bewohner, den er noch getroffen hatte, geraten, es ihm gleich zu tun. Es gab einige Weise, die retteten ihr Hab und Gut; die Gleichgültigen, die ihm einfach gefolgt waren und zuletzt die Dummen, die nun für ihr Vergehen bezahlten. Ronsen war in der Burg geblieben, hatte den Kopf geschüttelt; wollte den Dummen nicht mehr helfen, hatte abgeschlossen.

Doch dann hatte sich schließlich der Himmel verdunkelt. Und als er sich schließlich absolut sicher war, dass das Ende der Welt angebrochen war, war er wieder in Richtung Hafenviertel aufgebrochen. Das Letzte, was er wollte, war als Paladin zu Innos zu kommen und seine heiligsten Pflichten am letzten Tag nicht erfüllt zu haben. Also schlug er sich wieder gegen die Wellen. Er war ein großer Fels, aber die Wellen schlugen verdammt heftig gegen die Brandung.

Es hatte auch zu tauen begonnen, noch am Morgen hatte sich der Herold eines Neuanfangs gefreut, hatte sich der naiven Verwünschung hingegeben, alles würde wieder gut werden, sie hätten das Schlimmste geschafft. Und dann musste er sich selbst als "dumm" outen. Es war die Ruhe vor dem Sturm, die sie überlebt hatten, jetzt erst kam der richtige Sturm, dessen war sich Ronsen sicher, Beliar hatte das Himmelszelt bedeckt.

Inzwischen war es dunkel geworden, doch nicht einmal die Sterne hatten eine Chance gegen den schwarzen Staubnebel über ihnen, sie herum. Sie starben in einer dunklen Welt, gemeinsam leben, alleine sterben. Wo befanden sie sich? Ronsen war am Markt; wenn man den schwimmenden Haufen Elend noch so nennen konnte. Dutzende Menschen hatte er aus den Fluten versucht zu retten, einige erfolgreich, andere vergeblich. Die Götter spielten ein lustiges Spiel mit seinen Gefühlen. Der Euphorie folgte eine Phase von Lethargie und Depressionen, doch dann ging plötzlich wieder die Sonne an Ronsens persönlichem Horizont auf. Nur kurze Zeit, denn die schwarze Nebelwand war allgegenwärtig.

Schreie überall, sie umgarnten ihn, fassten ihn mit eisigen Händen, wollten ihn packen, ihn in die Tiefe zerren, doch dann wandte er sich um und sah nur in ein weiteres, einer schreienden Maske gleichendes Gesicht des Elends und Sterbens. Seine Rufe konnten nicht vernommen werden, die Schreie selbst übertönten ihn. Es war zu viel, es lastete an ihm, alles lastete an ihm. Er hatte vollends versagt. Er hatte die Menschen belogen, hatte sie selbst doch im Leichtglauben gelassen, alles werden gut.
Und nun?
Ronsen sackte auf die Knie, direkt hinein in das feuchte, matschige Wasser.

"INNOS!", schrie er auf und breitete seine Arme aus, "Vergib mir! Ich habe versagt, doch strafe nicht die anderen! Strafe mich, ich habe es nicht verdient, deinen Namen zu verbreiten. Ich ergebe mich deinem Zorn, doch gnade den Unschuldigen. Wo ist dein Licht? Schenke es den Menschen!"
Dunkelheit.
Er war allein.
Es war hoffnungslos.

"Es liegt in deinen Händen, mein Sohn!"
Ronsen riss die Augen auf und wandte sich um. Finsternis. Schreie. Niemand ringsum, und doch allgegenwärtig. Was war hier los, wer sprach zu ihm? Wurde er jetzt schon verrückt.
"Öffne deine Hände, schenke den Menschen dein Licht. Gib nicht auf!"
"Wer ist da?!"

Erst jetzt blickte er an sich herab, öffnete die eisigen Fäuste, starrte wie gebannt auf seine Handflächen. Eine winzige Lichtkugel flackerte in seinen Händen, bereit, Innos' Willen zu überbringen.
"Oh Innos...", er weinte eine Freudensträne, dann ballte er die Faust, bündelte seine Kräfte und ließ eine leuchtende Aura erwachen, die für den Moment seinen gesamten Körper umgab.
'Die Magie', er seufzte, 'Wie viele müssen sterben, ehe ich sie retten kann?'
Keine Zeit für Entschuldigungen. Der strahlende Paladin, der wahre Paladin, musste das Volk retten, musste in seinem Namen die Stadt retten. Und er schrie es in die Welt hinaus:

"FÜR INNOS!"


Ehe er sich erhob und den Magiern zuhilfe eilte...

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Die Paladine
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Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
Schlimm genug, dass die Orks am liebsten die Burg stürmen wollten, jetzt taten es schon die einfachen Bürger den Orks gleich und versammelten sich in Scharen vor dem Burgtor im Marktviertel und drängten geradezu darauf, in den inneren Burghof vorgelassen zu werden. Es war Aufgabe des Paladins Konrad zusammen mit dem ihm zugeteilten Soldaten dies zu verhindern. Er war zwar nicht mehr der Jüngste, wie sein komplett ergrautes Haar verriet, doch in all seinen Jahren, in denen er sich nun Paladin nennen durfte, hatte er seinen König niemals enttäuscht und auch sein Alter würde nicht zulassen, dass er ihn diese Nacht enttäuschen würde. Cobryn höchstpersönlich hatte ihn damit betraut, während im Hafenviertel das Wasser stieg und ein Beben nach dem anderen das kurz zuvor noch ruhige Vengard in den schlimmsten Alptraum der jüngsten Vergangenheit katapultierte.
Konrad stand hinter den mit Speeren bewaffneten Soldatenreihen, deren Turmschilde die Aufgabe hatten, wie eine Mauer zu wirken – hart und unnachgiebig. Ein anderer Soldat, der kurz zuvor von Konrad als Bote losgeschickt wurde, drängte durch die Menge, die sich noch ruhig verhielt.
„Durchlassen“, befahl er den Soldaten vor sich, die einen schmalen Spalt bildeten, der für den Boten gerade ausreichend war. Die nächsten Schritte waren in besseren Zeiten immer und immer wieder einstudiert worden. Die Soldaten wichen Zentimeter um Zentimeter zurück, während sich die schweren Eisengitter des Tores wieder senkten und die Mauer aus Soldaten durch einen massiven Tormechanismus ersetze. Er konnte die Erleichterung der Soldaten spüren, die noch vor wenigen Sekunden alles darstellten, was den Mob vom König trennte. Diesen Moment der Ruhe hatten sie sich verdient, doch für Konrad ging die Arbeit sofort weiter.
„Hafenviertel, Händlerviertel, überall steigt das Wasser“, fing der Bote an, nachdem er ein paar Mal tief Luft geholt hatte. „Menschen auf den Straßen, Stadtwache überfordert. Situation droht zu eskalieren.“
„Verdammt“, fluchte Konrad. „Irgendwelche Neuigkeiten von Ruprecht, dem Leiter der Stadtwache in diesem Bezirk?“
„Keine. Er hat versucht die Lage in den Griff zu bekommen und die Stadtwache koordiniert. Dann ist er verschwunden. Ein paar seiner Männer vermuten, dass er irgendwo in der Stadt für Ruhe sorgt.“
„Nochmals verdammt, der wird hier gebraucht. Gut, Soldat, du hast dir einen Moment der Ruhe verdient. Jedenfalls so viel Ruhe, wie ich entbehren kann. Geh und hilf denen, die die Verletzten versorgen. Alles ist besser als in diesem Unwetter durch die Stadt rennen zu müssen.“
„Wie Ihr befehlt!“
Mit diesen Worten verabschiedete sich der Soldat und Konrad blickte auf das große eisenbeschlagene Tor aus Eichenholz, das den Schlusspunkt zum doppelt und dreifach gesicherten Tormechanismus bildete. Ein Tormechanismus, der noch nie überwunden werden konnte, seitdem diese Stadt erbaut wurde. Er hatte schon viel überstanden und würde auch diese Nacht überstehen.
„Männer, öffnet wieder das Tor“, sprach er schließlich nach einigen Momenten des Schweigens. „Ich will zu den Menschen reden, ansonsten gibt es bald die ersten Toten, die zwischen Mob und Tor erdrückt werden.“
Er konnte sehen, wie unglücklich seine Männer mit dem Gedanken waren, wieder dem Mob entgegenzutreten. Einer trat mit schwerem Blick vor und fragte, warum er nicht von der Mauer zum Mob sprechen könnte, aber Konrad wusste was er tat. Es wäre ein falsches Zeichen gewesen, von hoch oben mit dem Volke zu reden. Er musste sich mit ihnen auf einer Höhe befinden, um sie wirklich zu erreichen. Auch wenn zwischen ihm und den Menschen mehrere Schilderreihen waren, so empfand er dies doch als die bessere Lösung. Seine Soldaten hatten dies zu akzeptieren. Besonders in Situationen wie dieser.
Kurz darauf öffnete sich bereits langsam das Tor und die Soldatenreihen begaben sich wie automatisch an ihre Plätze und bildeten so wieder Reihe um Reihe, um den Durchgang abzuschotten.
„Bürger des Reiches, Bewohner Vengards, hört mir zu“, sprach er mit erhobener Stimme, als alle in Position waren. „Ihr helft keinem, wenn ihr euch hier vor dem Tor versammelt. Die innere Burg ist nur für Schwerverletzte vorgesehen, die hier in Ruhe behandelt werden können. Außerdem wird von hier aus die Hilfe organisiert, die euch allen zukommen wird. Doch wenn ihr nicht von eurem Vorhaben ablasst, in die innere Burg vorzudringen, so macht ihr die Lage nur noch schlimmer. Sucht euch höher gelegene Stellen, um euch und eure Familien zu schützen, wenn ihr euch so besser fühlt, doch diese Burg kann nur ihren Feinden trotzen, mögen es auch Wind, Wasser, Erde und Feuer sein, wenn ihr den Weg für die Verletzten und die Soldaten des Königs frei macht. Ich verspreche euch bei meiner Ehre als Paladin, dass dies das Beste für alle ist!“
“Lügner!“, schrieen im welche aus der Menge zu und Unbekannte warfen mit Steinen auf die Soldaten, die zwischen dem Mob und ihm standen. Plötzlich versuchte einer über die Schilde der vordersten Reihe zu klettern und die dahinter verharrenden Soldaten mit einem Dolch anzugreifen. Doch seine Hintermänner hatten blitzschnell reagiert und mit ihren langen Speeren den Angreifer durchbohrt.
„Scheiße, Tor schließen!“, brüllte Konrad, während der Mob nun endgültig die Geduld verlor und gegen die Schildbarriere anstürmte. Weitere Schmerzensschreie folgten. Ein Soldat, der nicht schnell genug den Rückzug antrat, wurde in die Menge gezogen und war sofort in der Masse verschollen. Seine Kameraden versuchten ihn noch erst zu erreichen, doch es war bereits zu spät und Sekunden später waren auch seine kurzen Schmerzensschreie vorüber.
Als endlich das Tor geschlossen war, atmete er einen Moment beruhigt auf, doch er konnte trotz mehrere Meter Holz, Eisen und Stein spüren, wie der Mob gegen die massiven Tore anrannte und die Burg zu stürmen versuchte.
Konrad überlegte, ob vielleicht da, wo die Orks scheiterten, der Pöbel siegen könnte. In Nächten wie dieser war wohl alles möglich.


Rodeon
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Grimbar
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Zum zweiten Mal in recht kurzer Zeit sprintete Grimbar durch die überfluteten Straßen seiner Heimatstadt. Nachdem er im Tempel so gut es ging mitgeholfen hatte, war er sich eigentlich sicher gewesen er würde für immer ein Krüppel sein, denn das Knie war angeschwollen und schmerzte unglaublich stark. Aber dann hieß es, dass das Hafenviertel schon wieder überflutet war und dieses mal soll wirklich alles mitgerissen haben. Er hatte versucht hinzulaufen, aber es war ihm unmöglich gewesen in dem Zustand zu helfen. Nur durch die Macht eines hohen Feuermagiers war sein Knie vom gröbsten befreit worden.
Ein inbrünstiges Stoßgebet hatte der Innosdiener gebrüllt und mit unangenehmen Knacken hatte sich etwas im Knie wieder eingerenkt. Es schmerzte immer noch aber dank einer Stabilisierung waren die Schmerzen beherrschbar.

Kaum war der Novize am Markt angekommen, musste er schon über die Pflastersteine waten, das Wasser stand knietief und es herrschte eine Art kontrollierte Panik. Die Bürger waren völlig aus dem Häuschen, andererseits standen bereits Magier und mutige Helfer da, die gegen das Chaos kämpften. Immer weiter schritt Grim bis ihm die Leute schon entgegenkamen. Man musste weiter hinauf, man brauchte warme Feuer für unterkühlte Menschen die zu lange im Wasser waren. Auch dem Novizen wurden die Beine langsam taub, aber er dachte nicht daran stehen zu bleiben. In diesem Moment war er glücklich vergessen zu haben was er anstellen musste um nur eine Person aus den Fluten zu retten, das half ihm sich zu überwinden. Mit einem magischen Licht verschaffte sich der Novize einen Überblick und erkannte zwei Männer, wahrscheinlich von der Bürgerwehr, wie sie Seile trugen. Schnell gesellte er sich zu ihnen.
Kaum war er bei den Männern angekommen, erfasste eine weitere Flutwelle die Straßen, aus dem Osten kamen Wassermengen angeschwemmt und Grim bekam einiges ins Gesicht. Desorientiert blickte er durch seine verschwommene Sicht und versuchte sich auf die Schreie einer Person zu konzentrieren. Da entdeckte er den alten Mann, wie er sich an einem Laternenpfahl festhielt und im nächsten Moment weggeschwemmt wurde. Blitzschnell packte sich Grimbar eins der Seile, die herumschwommen und stürmte los.

Im Laufen band der Novize ein Seilende um seinen Rumpf, dann stürzte er sich in die Fluten, immer den Rufen folgend. Er bog in eine Gasse ein und warf erkannte den Mann wie er schon um die nächste Ecke getrieben wurde. Dem Novizen wurde klar, er war zu langsam, er musste einen schnelleren Weg finden. Da schoss es ihm durch den Kopf.

Natürlich! Die Dächer!

Gehetzt sah der Novize nach oben und suchte einen Kletterweg. Er griff nach einem niedrigen Vordach eines Fachwerkhauses und zog sich daran rauf. Es war schwer auf dem nassen Untergrund stehen zu bleiben, also kletterte er rasch weiter, indem er nach einer Fensterkante griff und sich mit einem kleinen Sprung in die Erreichbarkeit des Dachfirsts brachte, den er mit der Rechten umklammerte. Er zog die Linke nach und wuchtete seinen Körper dann hinauf aufs Dach. Nun kam die eigentlich Schwierigkeit, er musste übers Dach balancieren.
Grimbar breitete die Arme aus und setzte einen Fuß vor den anderen. Zweimal ging er in die Knie, ein schmerzhaftes Muss, denn um bei Beben zu balancieren war er noch nicht trainiert genug. Schließlich kam er ans Ende des Daches und blickte hinab. Er sandte eine Lichtkugel hinab und suchte verzweifelt den Mann, da konnte er einen kraftlosen Schrei vernehmen, der ihn direkt auf den Greis verwies. Mit letzter Kraft hielt sich er sich an seinem Gehstock fest, dieser hatte sich glücklicherweise an den Überresten einer Bank verhackt, aber er begann abzurutschen.

Für Grimbar gab es nur eine Möglichkeit. In wenigen Sekunden würde der Mann in den übergelaufenen Strom gerissen, dann war er nicht mehr zu retten. Mit flinken Fingern band er das andere Ende seines Seils am Dach fest, dann ging er einen Schritt zurück. Ohne Nachzudenken sprang er nach vorn in die Tiefe.

Die Kälte des Wassers presste dem Novizen die Luft aus den Lungen, er wurde sofort von einer Strömung erfasst und wirbelte mehrmals herum, bis ein Ruck durch ihn fuhr und das Seil sich gespannt hatte. Ohne jegliche Orientierung packte der Jäger das Seil und zerrte sich daran an die Oberfläche, wo er sich sofort prustend nach dem Mann umsah. Es war nicht leicht, Wasser schoss ihm ins Gesicht und behinderte seine Sicht, auch das magische Licht war nicht sehr hilfreich, aber er dann sah er den Greis, etwas oberhalb seiner Position.
Seine Hände rutschten immer tiefer, umklammerten die letzten Zentimeter des Gehstocks, dann wurde er mitgerissen.

Der Innosdiener streckte sich soweit wie möglich, trat mit den Beinen so fest er konnte und knapp bekam er noch den Unterarm des Mannes zu fassen. Mit einem Schrei riss er ihn zu sich und beförderte seinen Kopf über die Wasserlinie. So gefangen zwischen Leben und Tod, er konnte weder mit einem Arm am Seil zurück, noch hinfort schwimmen. Entweder er entschied sich den Mann loszulassen oder sie starben beide. Sein Gewissen verbot ihm die erste Option, aber scheinbar war das sowieso egal. Plötzlich rutschte das Seil vom Dach und sie wurden Richtung Meer mitgerissen. Die Wassermassen schleuderten den Novizen durch, verzweifelt klammerte er den alten Mann an sich, er musste ihn retten. Wirkungslos schlug er mit Armen und Beinen, er wollte an den Rand des Stroms, als er plötzlich mit voller Wucht gegen etwas prallte.

Die Härte des Aufschlags entriss ihm den Greis und spülte ihn fort. Völlig hilflos musste Grimbar mit ansehen wie der bewusstlose Körper des Mannes weggespült wurde und er war sich nun endgültig klar, dass er versagt hatte. Verzweifelt klammerte er sich an den Holzbalken der ihn, verkeilt zwischen zwei Häusern, gerettet hatte. Ächzend wuchtete er sich hinauf und blickte noch einmal in Richtung Meer, mit der Hoffnung den alten Mann noch irgendwo zu erkennen, aber sofort wurde diese Hoffnung zerschlagen, nämlich durch den Anblick einer weiteren Welle. Sofort zog Grimbar sich auf die Beine und brachte sich durch einen beherzten Sprung in eine Gasse in Sicherheit. Mit lautem Getöse spülte die Welle an ihm vorbei.
Rasch arbeitete er sich wieder durch die Gassen zurück, er wollte nicht vom Sog der nächsten Welle erfasst werden und auch wenn er es lebend schaffte, der alte Mann war tot.

Die Götter hatten dem Mann eine Chance ausgestellt zu überleben. Eine einzige und diese Chance war Grimbar gewesen, aber er hatte versagt und der Greis war ertrunken. Verstört und erschöpft kam der Novize taumelnd wieder in sichere Gebiete, das Seil hing noch um seine Hüfte, aber er merkte das er nicht. Er marschierte in Richtung Burg, völlig durchnässt und verwirrt ging er auf dem Weg irgendwann in die Knie und lehnte sich an eine Wand. Das Chaos um ihn herum verschwamm alles zu einer grauen Masse, es war zu viel für ihn. Die Götter zerstörten diese Welt, sie machten alles kaputt, reinigten die Erde von den sündigen Wesen.
Dann klappte der Novize zusammen.

Last edited by Grimbar; 22.12.2009 at 23:23.
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Old 22.12.2009, 23:28 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #215
Mordry
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Gefängnis

Deprimierend war diese Situation. Die Kaserne war wie leer gefegt und zwei Soldaten bewachten die Gefangenen, einer tagsüber einer nachts. Dumpfe Laute und leise Geräusche drangen in das Gefängnis, Schreie des Todes, der Panik und der Angst waren zu vernehmen. Der Platz war nicht einmal ausreichend genug damit Mordry seine Schwertübungen machen könnte, von Nero hatten sie schon seit einiger Zeit nichts gehört, Kommunikation war inzwischen ein Fremdwort für die Gefangenen. Selbst die Wachen die sich über sie lustig machten hatten ihren Mund gehalten. Der Fischer selbst lag schon seit Tagen gelangweilt in der dunkelsten Ecke und wartete darauf, dass er von alleine starb. Das Essen wurde unregelmäßig ausgeliefert und selbst wenn nur mäßig. Seltsame Beben ließen schon viele Staubwolken von der Decke kommen, anfangs war die Gruppe auch in Panik, inzwischen war die Moral tot, alles war egal.
Als sie erst die Chance hatten freigesprochen zu werden wurde das Gericht aufgelöst weil irgendwas geschah. Die Wachen antworteten nicht auf die Fragen und versuchten nur ein Lachen auf die Lippen zu drücken, doch versank dieses gleich wieder in die Tiefe.
,,Was bei Beliar ist hier los? Dachte der Schwertmeister und fragte sich, wie lange hatten sie schon keine frische Luft mehr atmen können?
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Old 22.12.2009, 23:38 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #216
Sunder
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„Wat is dat denn?“ Sunder traute seinen Augen nicht, rieb sich selbige mit seinen fast tauben Zeigefingern. Ein bizarres Bild bot sich ihm, wenn es nicht um Leben und Tod ginge, dann wäre dies ein lustiger Moment. Aber zum lachen war dem Seebär weiß Gott nicht zumute, der sich schnell ein Seil schnappte und es sich umband und fest verknotete. „Los festhalten“ brüllte der Alte zwei Männer an, dann sprang er beherzt in die Fluten. Er jappte nach Luft, das eisige Wasser lähmte gleich seine Raucherlunge, schon bereute er, das er so unbedacht war. Doch nun wollte er es auch wagen, was er kurz zuvor im Sinn hatte.

„Weiteratmen, durchhalten..., weiteratmen, durchhalten“ trieb Sunder sich mit jeder Schwimmbewegung an, zum Glück kam das Objekt der Begierde ihm Treibenderweise entgegen. Mit letzter Kraft hob der Seemann seinen Arm aus dem Wasser und krallte sich an dem ungewöhnlichem Schwimmobjekt fest. „Hast du nen Knall Gerda..., viel dir nix besseres ein, als disch auf einen Schrank zu setzen?“. Die angesprochene Frau antwortete noch irgendwas, doch die Worte drangen nicht mehr bis ins innere der Ohren Sunders. Er spürte nur noch, das sich das Seil um seinen Leib spannte, Jemand daran zog, dann wurde es dunkel um ihn herum.

Ulrich
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Old 23.12.2009, 00:00 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #217
Françoise
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Jetzt tagte kein Gericht der Menschen mehr, denn das Chaos beherrschte die Welt. Niemand konnte sich den Mächten entgegen stemmen, die wie eine tosende Flut alles verheerten, was sich ihnen in den Weg stellte. Die schäumenden Wellen verschlangen die Toten und trieben die Lebenden hinfort, doch waren es nur Finger einer grausamen Hand, die noch mehr verlangte.
Auf der Spitze des höchsten Turms der Stadt stand die oberste Feuermagierin allein und sah mit ernstem Blick gen Osten. Gegen den dunklen Nachthimmel zeichnete sich eine noch finstere Wolke ab, die unablässig näher rückte.
»Musst du nicht dort unten helfen?«, fragte eine vorwurfsvolle Stimme hinter der Zauberin. Es war Rubel, den sie vor dem Chaos zu sich in die schützende Burg geholt hatte.
»Das ist nicht meine Aufgabe.«, erwiderte Françoise trocken, ohne den Blick von der Wolke abzuwenden. Rubel runzelte die Stirn.
»Seit du in dem Turm gefangen warst, hast du dich verändert. Noch vor ein paar Monaten hättest du als Erste dort unten gestanden und geholfen.«
Diesmal drehte sich Françoise zu ihrem Freund um und sah in seine Augen.
»Monate. Für dich. Nicht für mich.« Ein Beben ließ den Turm erzittern und die Priesterin widmete ihre Aufmerksamkeit wieder der finsteren Wolke. »Meine Hilfe wirkt an anderer Stelle.« Ein fahles Licht flackerte für einen kurzen Augenblick in dem weißen Kristall, der die Spitze des kohlschwarzen Zauberstabs zierte, und verschwand gleich wieder. Rubel wusste nichts auf ihre Worte zu erwidern und ebenso, dass es sinnlos war es überhaupt zu versuchen. Er setzte sich gedankenverloren auf den kalten Boden und hoffte insgeheim auf das Geschick der Baumeister dieser Stadt.

Last edited by Françoise; 23.12.2009 at 00:03.
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Old 23.12.2009, 01:14 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #218
Die Feuermagier
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Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
"Ich denke, dass er es überstehen wird.", sagte einer aus der Hilfstruppe der Magier.
Die Ordensmitglieder hatten an einigen Stellen Lagerfeuer gleich in der Nähe des Wassers entzündet, sodass die Unterkühlten sofort dorthin gebracht werden konnten, um deren Körpern wieder Wärme zu schenken. Auch der Anführer der Bürgerwehr, Sunder, lag nun neben vielen anderen vor einem Feuer und fing sich langsam wieder an zu regen.
"Ihr habt ihn noch rechtzeitig herausgezogen und die Frau auch. Sie sind zwar unterkühlt, aber der Körper sollte mit Hilfe des Feuers dies schon wieder in den Griff bekommen."
Vorsichtig wurde Sunder aufgerichtet, der sogar schon wieder ein paar mürrsche Laute hervorbringen konnte, und ihm wurde heißer Tee verabreicht, um den Körper nicht nur von außen, sondern auch von Innen zu wärmen.
"Wenn die einen soweit wieder aufgewärmt sind, dann setzt sie erst einmal etwas abseits vom Feuer hin, wo es aber noch warm ist, damit wir wieder Platz für die Neuen haben."
Jede Minute kamen wieder Helfer, die Überlebende aus dem eiskalten Wasser zogen. Und die Magier waren froh über jeden einzelnen der Bürger, die diese Katastrophe überstanden.

Lopadas
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Old 23.12.2009, 01:39 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #219
Grimbar
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Die Gilde Innos' im Forenrollenspiel
Wieso? Wieso nur? Musste denn all dieses Leid über eben jene Stadt hereinbrechen, die doch so fromm und treu den Tempel des Herrn beschützte? Nun gut, die letzten Wochen hatte sich die Bevölkerung nicht gerade gut verhalten, aber strafte man die Schafherde wenn laut blökend den Wolf anlockte, aber nur weil es in die Schlucht gefallen war? Nein, das war nicht rechtens. Die Schuld lag beim Schäfer. Und eben dieser Schäfer hatte versagt... versagt...versagt...

Immer wieder hallte das Wort in Grimbars Kopf, wie ein Echo aus einem Tal. Er verzerrte das Gesicht und drehte sich rum, er wollte den Gedanken verdrängen.

"Hey, der da hat sich bewegt, sieh mal nach ihm.", meinte eine Stimme. Kurz darauf wurde Grimbar an der Schulter gezogen und auf den Rücken gelegt.
"Kannst du mich hören?", fragte jemand und erst jetzt bemerkte der Novize was gerade vor sich ging. Er riss die Augen auf und blickte in das Gesicht eines jungen Mannes.
"Wie geht es dir?", erkundigte sich der junge Kerl und blickte freundlich, wenn es auch in der Umgebung etwas fehlplatziert wirkte.

Verwirrt blickte Grimbar um sich, überall lagen Verletzte an Feuern und wurden versorgt. Weiterhin konnte er erkennen, dass er in einem Lazarett gelandet war. Die ganze Aufregung in so kurzer Zeit und dann die Sache mit dem Greis war wohl zu viel für seinen Geist gewesen. Nun sah er zumindest etwas klarer und konnte sich im Zaum halten.

"Gut..äh...ja, mir gehts gut.", stammelte er, als sein Gegenüber noch mal fragte.
"Fühlst du dich im Stande zu gehen? Ja? Sehr gut. Wir brauchen jeden Platz.", meinte er freundlich und half Grim auf. Dieser wankte zu einer Wand und lehnte sich an dort an. Ihm war speiübel. Dieses Mal konnte er sich klar erinnern, aber er fand kein Verständnis für seine Taten und Gedanken. Natürlich hätte er geholfen, ja, er war verpflichtet, aber nun von weitem und objektiv betrachtet konnte er nur den Kopf schütteln. Als hätten sich durch den Schock seine Gefühle runtergefahren. Stöhnend fuhr er sich durchs Haar, er war schwach und das ein oder andere Schwindelgefühl plagten ihn.

"Tee?", sprach eine Stimme einsilbig hinter ihm. Dankend nahm der Innosdiener eine heiße Tasse Kräutertee von einer Frau. Sie ging sofort weiter, es gab noch einige andere Menschen zu versorgen, aber das Getränk war eine Wohltat für Grimbar, er lehnte mit dem Rücken an die Wand und rutschte beim Trinken langsam runter, bis er auf den Hintern plumpste. Der Tee gab ihm Wärme und Stärke wieder, langsam konnte er wieder die Glieder gescheit spüren und die er hörte auf zu Zittern.
Wie doch ein solch unscheinbares Gemisch aus Wasser und normalen Pflanzen eine solch enorme Wirkung haben konnte, war dem Innosdiener unerklärlich, aber er wollte es nicht hinterfragen, er genoss es einfach.

Nachdem er endlich seinen Tee geschlürft hatte, fühlte er sich im Stande wieder zu helfen. Er ließ ein paar Mal die Gelenke knacken, dann marschierte er los um zumindest bis zum Morgengrauen noch den Kampf gegen das Chaos aufzunehmen. Obwohl er es diesmal etwas weniger unbedacht angehen wollte, indem er sich einfach ein paar anderen anschloss.
Auch wenn es für Grimbar kaum merklich war, hatte sich heute Nacht etwas an ihm verändert.

Last edited by Grimbar; 23.12.2009 at 02:00.
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Old 23.12.2009, 02:31 Profil Beiträge suchen Zur Buddyliste hinzufügen   #220
Novizen Innos'
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Tempelviertel

Flutwellen, Erdbeben und das mitten im Winter. Kaum schwelgte man an seinem Posten nur für ein paar Sekunden in Gedanken, da straften die Götter einen mit der gesamten Katastrophenpalette.
Aber ob nun Pedro's Verschulden oder Laune der Natur, es richtete einen gewaltigen Schaden an.
Teile des Innostempels waren bereits eingestürzt, die Bibliothek war besonders betroffen und die Menschen waren in Panik geraten. Mitten drin stand Pedro und der Rest der Novizen. Die meisten Magier waren ins Hafenviertel abgerückt und die Adlaten und Anwärter waren meistens nicht erfahren genug um die Beherrschung zu behalten. Es hing also an den Novizen einen kühlen Kopf zu wahren.

Mittlerweile hatte man die Situation halbwegs unter Kontrolle, aber doch nur halbwegs. Die Gebäude hatten sie evakuiert und jeder versuchte soweit wie möglich von den Wänden wegzubleiben. Immer wieder fielen Dachschindeln herunter oder brachen Deckenverzierungen, die zu gefährlichen Geschossen werden konnten.

Nun standen allesamt auf den Grünflächen und Plätzen des Tempels, man hatte Lagerfeuer entzündet, auch wenn man dabei den Boden verschandelte, hier galt es nun mal die Menschen zu retten. Immer wieder erschütterten mal stärkere mal schwächere Beben die Erde, aber die Menschen blieben ruhig. Nur die Tempeldiener hasteten immer noch hin und her, versuchten alle zu versorgen, was keine Leichtigkeit war, wenn man die Gebäude zu vermeiden suchte.

"Ihr zwei holt jetzt noch Decken aus dem Lager hinten an der Mauer. Seid schnell und haltet euch immer in der Nähe der Tür auf. Und du holst weiter Feuerholz, die Leute sollen nicht Fluten überleben und dann an einer Erkältung sterben.", orderte Pedro.

Sie waren die Diener des Herrn, wenn sich jemand in Gefahr für die Menschen hier brachte, dann waren sie es. Mit einem Gebet auf den Lippen bahnte er sich einen Weg durch die Leute, sprach ein paar tröstende Worte, dann musste auch er in Gefahr. Sie brauchten Tassen für den Tee, der wärmte mindestens genauso gut wie die Feuer.
Der Novize hätte gelacht, wenn die Situation nicht so ernst wäre. Er setzte sein Leben für ein paar Tassen aufs Spiel. Kopfschüttelnd und noch ein weiteres Gebet sprechend machte er sich an die Arbeit.
Grimbar
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