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View Full Version : Fluch der Macht



Farin
02.12.2005, 20:49
Denken ist die Arbeit des Intellektes, Träumen sein Vergnügen
(Victor Hugo)


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Prolog:

Seit längerem schon wird der Priester der dunklen Mächte Farin von Albträumen geplagt. Sein Problem ist, abgesehen von den Albträumen selbst, dass er sich an keinerlei Einzelheiten des Traumes erinnern kann.
Fest steht nur, dass er von eben jenem Traum, und Farin hat das Gefühl, dass es immer der gleiche Traum ist, immer wieder aufs neue Aufwacht. Lange schon beschäftigt er sich schon damit, und sucht nach einer Möglichkeit diesen Traum wieder los zu werden.

Was sich allerdings ohne den geringsten Anhaltepunkt zum Inhalt des Traumes als unmöglich erweist.

Farin
02.12.2005, 20:54
Farin erwachte wiedereinmal, wie schon so oft in den vergangenen Tagen, schweißgebadet. Wieder war es der gleiche Traum gewesen. Nur einen kleinen, aber durchaus entscheidenden Unterschied gab es. Er konnte sich tatsächlich an etwas erinnern. Zwar nur auszugsweise, aber immerhin etwas.
Er sah sich selbst vor etwas weißlich leuchtendem stehen, dass alles vor ihm bedeckte. Es war unglaublich hell. Doch noch bekam der Priester nicht heraus, was dieses weißliche Zeug darstellen sollte, dass in diesem Traum vorkam.
Seitdem er vor wenigen Minuten aufgewacht war arbeitete sein Gehirn fieberhaft daran. Er musste wissen, wo er in diesem Traum war. Denn dann konnte er vielleicht diese elenden Albträume loswerden, die ihn in der letzten Zeit verfolgt hatten. Durch sie war er müde, oft unkonzentriert, und hatte außerdem zu nichts Lust. Ihm fehlte mal wieder ein richtig erholsamer Schlaf. Doch in Sicht war ein solcher erst einmal nicht. Jedenfalls nicht, solange ihm keine Idee kam, worauf sein Traum, oder eher Traumfetzen hindeutete.
Frustrierend war außerdem, dass der Priester genau wusste, dass es da noch mehr von dem Traum gab. Da war noch mehr. Nur er konnte sich einfach nicht mehr daran erinnern.
Immer noch darüber nachdenkend verließ er sein Zimmer, und ging etwas essen. Das schadete seinem Gehirn bestimmt auch nicht.
Schaden tat es vielleicht nicht, aber auch eine Erkenntnis brachte es nicht. Er war genau so schlau wie vorher, als er sich von seinem Esstisch erhob. Dafür aber, so wie er sich fühlte, um einiges breiter.
Langsam schlenderte er durch die Gänge. Kurz vor ihm entzündeten sich die Kerzen, und hinter ihm verloschen sie wieder. Niemand sonst war auf den Gängen des Kastells unterwegs. Fast hätte er gehofft ein anderes Mitglied des Zirkels zu treffen. Zum Beispiel Nafolux. Der hätte da bestimmt eine Idee …
Beim Namen Nafolux blieb er abrupt stehen. Ja da war es. Er wusste, dass er gleich dahinter kommen würde. Es fehlte nur noch eine Kleinigkeit. Er schloss die Augen, um sich besser konzentrieren zu können, und spielte nervös mit seinem Schwertknauf herum.
Annähernd drei Minuten stand er so da, bis der Geistesblitz endlich kam. Und jetzt war es so klar, was er in seinem Traum gesehen hatte, dass er sich fragte, wie er das bis jetzt hatte übersehen können.
Er hatte sich gesehen, wie er vor diesem See der Magie stand, und dort irgendetwas machte. Und an diesem See war er mit Nafolux und Ardescion gewesen. Deshalb hatte er bei Nafolux Namen gestutzt. Nur die Frage was er da machte, und ob der Traum etwas in der Zukunft oder in der Vergangenheit zeigte wusste Farin nicht. Vielleicht zeigte er auch nichts dergleichen, und war einfach nur ein Hirngespinst des Priester.

Doch gab es nur einen Weg dies herauszufinden. Er musste zurück. Zurück zur Stonehengegruft, wo sie damals diesen ominösen See gefunden hatten. Irgendwie musste alles zusammenhängen.
Der Priester, der bis jetzt immer noch in einem der Gänge stand drehte auf der Stelle, und machte sich hastig auf den Weg in sein Zimmer. Nun wollte er keine Zeit mehr verlieren. Er wollte so schnell wie möglich dahinter kommen, was sein Traum zu bedeuten hatte.
In seinem Zimmer packte er schnell alle Sachen zusammen, die er eventuell brauchen konnte. Pergamentrollen, Federn und dergleichen. Vielleicht musste er sich ja etwas aufschreiben. Außerdem natürlich auch alles was man zum Kämpfen brauchte. Das hatte er allerdings eh immer bei sich.
Dann holte er seinen Mantel heraus, und machte sich auf den Weg ins Refektorium. Nicht etwa um schon wieder etwas zu essen, sondern um sich Proviant für seine kleine Reise ins Minental geben zu lassen. Denn dahin würde er zuerst müssen, um das Geheimnis lüften zu können.

Schließlich sah man im dunkel der Nacht eine Schwarze Gestalt das Kastell verlassen. Diese hatte die Kapuze ihres Mantels übergezogen, und machte sich keinerlei Licht. Schnellen Schrittes entfernte sie sich vom Kastell, und war schnell in der Tiefe der Nacht verschwunden.

Farin
03.12.2005, 11:48
Als am nächsten Tag der Morgen graute war der Priester immer noch unterwegs, und hatte grade eben erst den Pass hinter sich gelassen. Allerdings ärgerte er sich schon über seine Entscheidung, hätte er doch auch dringend einmal wenigstens ein wenig Schlaf gebraucht. Aber hier im Minental würde er am liebsten darauf verzichten zu schlafen, da er ja alleine war. Immerhin konnte immer mal ein wildes Tier über ihn stolpern, während er da so friedlich schlief. Also musste das wohl warten. Er hatte ja eigentlich sowieso nicht vor so lange zu brauchen.
Wenn alles klappte würde er nur hin gehen, nachschauen, ob es möglich war noch einmal in die Gewölbe einzudringen, und dann entweder hinein gehen, oder sich wieder zurück teleportieren. Und wenn er doch noch einmal in diesen alten Tempel kam, dann konnte er dort drinnen schlafen. Denn dort sollte eigentlich nichts mehr sein.
Aber erst einmal musste er dort hinkommen, und er war nach seinem nächtlichen Spatziergang in eisiger Kälte wirklich sehr müde. Doch so weit war es ja hoffentlich nicht mehr. Ein Tagesmarsch im Höchstfalle noch, dann sollte er aber sicherlich dort angekommen sein. Doch war er sich im Moment so gar nicht sicher, ob er das noch durchhalten würde ohne beim gehen einzuschlafen.
Und um sich genau davon abzuhalten hielt er erst einmal beim erstbesten Fluss an. Naja obwohl Fluss wohl doch recht übertrieben war. Es war wohl mehr ein Bach …
Doch was tat man nicht alles um wach zu bleiben. Der Priester schloss die Augen, und Tauchte seinen Kopf dann ins Wasser. Kälte hatte er erwartet, aber das es so kalt war, damit hatte er wirklich nicht gerechnet. Erschrocken zog er seinen Kopf aus dem eiskalten Wasser. Das floss ihm direkt vom Gesicht hinunter und dann ab unter die Robe, wo sich es sich langsam aber sicher ausbreitete. Er hatte das Gefühl, seine Stirn würde sich zusammenziehen, und kurzzeitig verspürte er einen steckenden Schmerz im Kopf. Es war einfach nur kalt. Und Farin war an sich schon nicht warm. Im Gegenteil. Seine Füße hätten es jetzt bestimmt viel angenehmer gefunden, wenn er in seinem gemütlichen Zimmer im Kastell lag, und seine Füße dem Kaminfeuer entgegenstreckt. Natürlich nicht zu weit, denn brennende Füße wollte er ja auch nicht haben.
Aber leider war das nur Illusion, und er saß bibbernd hier im Minental. Aber einen Vorteil hatte diese recht unüberlegte Tat gehabt. Jetzt war er erst einmal hellwach. So schnell würde er jetzt nicht mehr einschlafen. Nach den Schock den er bekommen hatte …
Also machte sich der Priester weiter auf den Weg zur Stonehengegruft. Hoffentlich würde er bald dort sein. Er hatte wirklich keine Lust noch weiter so zu frieren. Er spielte schon mit dem Gedanken sich jetzt schon zurück zu teleportieren. Aber der Gedanke an seine Albträume, die er hoffentlich dort los wurde, trieb ihn weiter voran durch die Kälte. Und der eisige Wind der an seiner Robe und seinem Mantel zerrte machte das ganze auch nicht angenehmer. Würde der doch wenigstens von hinten kommen.

Farin
04.12.2005, 11:42
Farin schlug die Augen wieder auf. Es war dunkel um ihn herum. Der Albtraum, der ihn schon so lange verfolgte hatte ihn einmal mehr geweckt. Doch zum ersten Mal war er froh darum. Er erinnerte sich daran, dass er sich gegen Mittag an einen Baum gesetzt hatte, um eine kleine Rast einzulegen, und etwas zu essen. Er musste dabei wohl eingeschlafen sein.
Was da alles hätte passieren können. Er konnte also wirklich von Glück reden, dass er jetzt noch lebte.
Schnell packte er seine Sachen, die neben ihm auf dem Boden gelegen hatten, wo er sie Stunden zuvor für die Rast abgelegt hatte, und ging weiter. Ab und zu standen blätterlose Bäume am Wegesrand, und der Wind pfiff durch ihre Äste. Mit der Zeit wurden die Bäume immer dichter. Doch bald schon lichteten sie sich.
Waren sie damals wirklich so zur Stonehengegruft gekommen? Bestimmt. Doch das war mehr eine Hoffnung, als wirkliches Wissen.
Zurück teleportieren konnte er sich später auch noch, sagte er sich und ging wenn auch nicht mehr ganz so zuversichtlich, aber dennoch nicht langsamer weiter.

Eine Hoffnung jedoch, die sich Stunden später als berechtigt herausstellen sollte. Denn da kam er endlich an. Die Stonehengegruft. Hier war es. Der Wind schien hier noch eisiger zu sein. Vereinzelt landeten Schneeflocken auf seinem schwarzen Mantel. Minuten später wurden es immer mehr. Der Wind peitschte Farin die Schneeflocken ins Gesicht, wo sie sofort schmolzen. Was für ein mieses Wetter.
Doch der Priester wollte sich beeilen, wollte er doch möglichst schnell wieder zurück ins Kastell. Und das möglichst ohne Albträume. Doch nun musste er sich erst einmal darüber klar werden, wie er denn wieder in diesen alten Tempel hineinkommen wollte. Selber wollte er sich ja eher ungern die Hände dreckig machen ...
Ihm fiel nur eine gute Möglichkeit ein. Musste diese undankbare Arbeit halt ein Skelett für ihn erledigen. Und schon stand eines dieser klapprigen Geschöpfe vor ihm, und machte sich auch sobald es erschienen war an den für es gedachten Auftrag.
Farin hingegen widmete sich derweil einer anderen, wenn auch nicht wirklich besseren, Aufgabe. Er sammelte Feuerholz. Er brauchte eindeutig etwas, an dem er seine immer noch recht kalten Füße wärmen konnte. Und wenn es schon keinen Kamin gab, dann aber wenigstens ein kleines Feuer.
Dabei allerdings wurde er, wie er grade ahnungslos einen weiteren Ast aufhob, von einem Drachensnapper überrascht. Dieser war offenbar nicht wirklich geschickt, und so lag die Vermutung nahe, dass es noch ein Jungtier war. Denn es schlich sich keineswegs von hinten an, sondern von der Seite. Wäre der Drachensnapper von hinten auf ihn zugeschlichen, dann hätte Farin nichts bemerkt, und hätte seelenruhig weiter Äste gesammelt, in der Annahme, dass nichts sei.
Aber so sah der Priester aus den Augenwinkeln eine Bewegung. Daraufhin schaute er dort reflexartig hin, und erkannte den Drachensnapper. Dieser rannte kurz darauf auf ihn zu.
Schnell ließ er das Skelett, dass noch immer seiner angewiesenen Tätigkeit nachging, zerfallen, um sich verteidigen zu können. Während dessen zog er sein Schwert, und holte eine Rune hervor. Die Beschwörungsrune für ein Schattenläuferskelett. Doch das würde er jetzt so schnell nicht mehr beschören können. Die Rune in der linken, und das Schwert in der Rechten Hand stand der Priester da, und wartete, dass das Tier angreifen würde.
Und da musste er vergleichsweise lange warten. Der Drachensnapper schlich immer weiter, als ob er annahm, dass Farin ihn noch nicht gesehen hatte.
Dann musste Farin eben angreifen. Ebenfalls mit langsamen Schritten ging er auf den Snapper zu.
Dieser, als würde er endlich begreifen, dass der Priester ihn gesehen hatte, rannte nun auf Farin los, und fing an zu brüllen.
Farin hingegen blieb stehen, und hob sein Schwert, als Vorbereitung für den Angriff. Der Snapper wurde zusehends schneller, und war innerhalbweniger Sekunden bei Farin, der versuchte den Snapper mit einem gekonnten Schlag auf das Genick des Tieres außer Gefecht zu setzen. Der Schlag an sich funktionierte auch. Farin traf sogar. Jedoch zeigte der Treffer nicht die gewünschte Wirkung. Der Snapper musste umdrehen, und Farin nutzte die wenige zeit dafür sich zu konzentrieren. Er sammelte schon einmal seine Energie, um dann gleich beim nächsten Mal möglichst schnell das Schattenläuferskelett zu beschwören.
Der Drachensnapper kam unerhofft schnell wieder zurück. Farin, der noch nicht ganz fertig war, und sich deshalb noch nicht wieder komplett auf den Kampf konzentrieren konnte versuchte mehr schlecht als recht auszuweichen. Durch sehr viel Glück schaffte er es aber keine Verletzung davonzutragen. Sofort machte er weiter mit seiner Beschwörung, und kurz danach erschien das Knochengerüst eines Schattenläufers neben dem Priester.
Sofort stürzte es sich auf den mittlerweile schon wieder angreifenden Drachensnapper.
Farin rannte auf die beiden kämpfenden Tiere zu. Jedoch traute er sich nicht selbst in den Kampf einzugreifen. Die Gefahr durch einen der beiden verletzt zu werden erschien ihm zu groß. Fieberhaft überlegte er, wie er eingreifen konnte, ohne selbst Gefahr zu laufen verletzt zu werden.
Aus irgendeinem Grund, den Farin sich selbst später noch nicht einmal erklären konnte, griff er plötzlich in eine der vielen Taschen seiner Robe, und zog seinen Dolch hervor. Langsam näherte er sich den immer noch kämpfenden an. Der Drachensnapper schien etwas om Vorteil zusein. Und das Skelett des Schattenläufers hatte schon einige Knochenteile verloren, die nun unter den Kämpfenden am Boden lagen.
Farin beschloss, er sei nun nahe genug dran, und zielte. Dann warf er auf den Drachensnapper. Und zu seiner großen Überraschung traf er auch noch genau dort hin, wo er hin treffen wollte. Der Dolch blieb genau im Hals stecken.
Ein wutentbrannter Schrei des Snappers übertönte die restlichen Geräusche der Kämpfenden. Danach, ohne auch nur noch einmal auf das Schattenläuferskelett zu achten rannte der Drachensnapper auf Farin zu. Dieser beglückwünschte sich kurz dazu, dass er nicht sein Schwert geworfen hatte, wie er zuerst vorgehabt hatte, und hielt selbiges in Angriffsposition.
Dann sprang er zur Seite, um dann mit dem Schwert von unten nach oben zu Schlagen. Dabei durchschnitt er die Kehle des Snappers, der kurz darauf zu Boden ging.
Außer Atem zog er seinen Dolch wieder aus dem Körper des Drachensnappers, und ließ sein Schattenläuferskelett zerfallen. Sein Feuerholz, dass er bis dahin schon gesammelt hatte hob er wieder auf, und ging dann zurück zum verschütteten Eingang der Höhle.

Minuten später prasselte vor ihm ein kleines Feuer. Er hatte bei dem Wind einige Mühe gehabt es anzubekommen. Aber er hatte sich so davor gesetzte, dass er mit seinem Mantel den Wind abhalten konnte, und das Feuer nicht laufend ausging. Ein neu beschorenes Skelett arbeitete derweil immer noch daran Steine aus dem Weg zu räumen. Allerdings erkannte man noch keinen Erfolg. Es sah eigentlich noch so aus, wie zu dem Zeitpunkt, als er hier wieder angekommen war.

Farin
04.12.2005, 16:07
Stunden hatte das Skelett nun bereits geschuftet, und Steine aus dem Weg geräumt. Eigentlich waren es sogar schon mehrere Skelette gewesen, da jedes dieser Knochengerüste nach einiger Zeit wieder zu Staub zerfiel. Allerdings sah man trotz dieser stundenlangen Arbeit, abgesehen von dem immer mehr gewachsenen Steinhaufen den die Skelette bereits abgetragen hatten, keinen Erfolg. Es schien sich wirklich gar nichts getan zu haben.
Skelette waren also offenbar nicht die richtige Lösung.
Mittlerweile dämmerte der Morgen bereits. Er fand aber keine geeignete Lösung, um das Problem zu beheben. Einmal hatte er es noch mit einem Golem probiert. Aber der Versuch war kläglich gescheitert. Der Golem war einfach viel zu grobmotorisch, um die Steine dort wegzubekommen. Zum zerkleinern wäre er ja noch zu gebrauchen gewesen, aber garantiert nicht zum wegtragen.

Schließlich, nach weiteren zwei, schier endlosen, Stunden, in denen er wieder zu den Skeletten zurückgekehrt war, und in denen wieder keinerlei Ergebnis sichtbar war, gab der Priester auf. Es schien einfach aussichtslos, es zu schaffen. Wenn er nach so vielen Stunden noch keine Ergebnis sah, wie lange sollte er dann hier frierend sitzen und warten, um endlich wieder in den Tempel zu kommen?
Nein so lange wollte er hier sicher nicht sitzen.
Er ließ das Skelett zu Staub zerfallen, der noch nicht einmal den Boden berührte, sondern sofort vom Wind weggetragen wurde. Danach holte er seine Teleportrune, überlegte kurz, was er jetzt machen würde, wenn er diese nicht haben würde. (Er würde sich vermutlich verfluchen auf die Idee gekommen zu sein hier her zu kommen...)
Kurz konzentrierte er sich, und ließ dann die Energie, genau wie sonst auch in die Rune. Merkte, wie der Teleportzauber seine Wirkung entfaltete.
Doch er merkte auch, dass da noch etwas war. Etwas komisches, dass er noch nie gefühlt hatte. Es war irgendetwas schief gelaufen. So hätte es nicht ablaufen sollen. Irgendetwas war anders gewesen. Er wusste allerdings nicht was, und auch nicht, wozu es führen würde.

Farin
04.12.2005, 21:29
Ein eisiger Wind durchstreifte den Wald, auf der Suche nach Blättern, oder anderen Dingen, die er hoch wirbeln, und mit sich reißen konnte.
Auf seinem Weg traf er auch auf eine Person, die komplett in einen Schwarzen Mantel gehüllt war. Diese hatte die Augen geschlossen, und nach ihren Gesichtsausdruck zu schließen schien die Person nicht glücklich zu sein dort zu stehen.

Der Priester öffnete die Augen. Er fand sich in einem Wald wieder. Es war also tatsächlich etwas schief gelaufen bei der Teleportation, denn ein Wald in der Eingangshalle des Kastells wäre mehr als komisch gewesen.
Wälder gab es auf Khorinis genug, und er konnte eigentlich überall sein. Die Teleportrune hatte er immer noch in der Hand. Wieder konzentrierte er sich, und sammelte seine Energie. Erneut ließ er sie in die Rune. Aber nichts. Rein gar nichts geschah. Kurz wurde er von den üblichen blauen Funken umgeben. Aber diese verschwanden sehr schnell wieder, und er stand immer noch hier in diesem komischen Wald. Also musste er wohl gehen. Hoffentlich würde er bald jemanden finden, der ihm helfen würde. Langsam und unsicher ging er los. Beim kleinsten Geräusch drehte er sich abrupt um, und schaute sich um, ob jemand hinter ihm war. Was aber nie der Fall war, als er schaute. Dennoch fühlte er sich sehr beobachtet. Was aber auch an der ihm komplett unbekannten Landschaft liegen könnte. So oft war der Magier nun einmal nicht in den Wäldern unterwegs. Meist benutzte er ja, wenn er denn einmal das Kastell verließ die Wege...
Plötzlich hörte er hinter sich ganz deutlich etwas. Atmen. Nahes atmen. Genau neben seinem rechten Ohr.
„Bleib wo du bist, beweg dich nicht“ zischte eine angestrengte Männerstimme in sein Ohr. Farin, der einen Dolch an seiner Kehre spürte, hätte nicht im Traum daran Gedacht sich diesem Befehl, denn genau so hatte es geklungen, zu widersetzten. Er wusste genau, würde er das tun wäre er schneller tot als ihm lieb war.
„Wer bist du, und wie bist du hier hingekommen?“ zischte die Stimme neben seinem Ohr. Der Dolch blieb da wo er war, und Farin traute sich kam zu schlucken, geschweige denn zu reden.
„Nun spuck’s schon aus!“ die Stimme klang angespannter als zuvor, und Farin entschied, dass es besser war diesen Menschen nicht weiter zu reizen.
„Mein Name ist Farin. Ich bin Priester des Zirkels um Xardas.“ meinte der Magier.
„Zirkel um was? Wollt ihr mich verarschen? Wer bei Beliar seid ihr?“
Farin wunderte sich. Dieser Mensch kannte also Beliar, aber nicht den Zirkel?
„Ehm entschuldigt, aber wo sind wir hier genau?“ fragte Farin vorsichtig.
„Wir sind hier in den Wäldern des Burgherrn. Das solltest du aber wissen, wenn du hier in seinen Wäldern umherläufst.“
„Nun … ich will eigentlich …“
„Nun kommst du mit, und sonst gar nichts. Wer sich zu diesen Zeiten hier herumdrückt ist selbst Schuld.“
Farin wurde umgedreht, und sah sich fünf Soldaten gegenüber. An sich nichts schlimmes, da sie ihm ja sagen konnten, wo er wieder nach Khorinis kam. Doch diese Soldaten sahen so gar nicht aus, wie Stadtwachen. Das hatte Farin angenommen, als sie von Burg redeten. Er hatte gedacht, sie würden einfach nur übertreiben.
Doch er musste feststellen, dass diese Typen garantiert nicht aus Khorinis kamen. Jedenfalls lief die Stadtwache, soweit er das in Erinnerung hatte so gewiss nicht rum.
Die Fünf Männer trugen eine gelbe Rüstung, was schon eine merkwürdige Farbe für eine Rüstung war, vor allem wenn man im Wald unterwegs war. Schließlich war die Farbe ja nun alles andere als unauffällig. Doch Farin hatte sie ja auch nicht gesehen ...
Einen Dolch im Rücken spürend ging er vorwärts. Die Soldaten hatten sich um ihn herum verteilt, um ihm keine Chance zur Flucht zu lassen.
Äste knackten unter den schweren Stiefeln der Soldaten, und der Wind zerrte weiterhin an Farins Robe. Er überlegte, wie er hier aus dieser Lage wieder herauskommen konnte. Denn eines stand fest. Diese Soldaten würden ihm nicht helfen ins Kastell zurück zu kommen. Und ihre Äußerungen hatten Farin stutzig gemacht. Er glaubte mittlerweile noch nicht einmal mehr, dass er wirklich noch auf Khorinis war. Wenn diese Männer noch nicht einmal etwas vom Zirkel gehört hatten ... Aber das konnte ja vorkommen.
„Kennt ihr die Insel Khorinis?“
„Nein, und jetzt sei verdammt noch mal still!“ kam eine schnelle, aber unfreundliche Antwort, die keine Widerrede zuließ.
Sie kannten also noch nicht einmal diese. So eine Mist. Er war also hier scheinbar etwas weiter vom Kastell entfernt, als zuerst gehofft. Aber wie sollte er zurück kommen?
Eines stand fest. In die Burg sollte er wohl besser nicht mitgehen. Nachher kam er noch in den Kerker, und dann hatte er wirklich ein Problem.
Langsam, und versucht so wenig wie möglich aufzufallen ließ er seine Hände in die Robentaschen gleiten, und griff nach einer der Runen. Nur welche sollte er nehmen? Golem? Nein zu langsam? Skelett? Das hatte alleine auch keine Chance. Dann blieb eigentlich nur noch das Schattenläuferskelett. Dieses allerdings würde wohl zu lange brauchen, um es hier beschwören zu können, ohne vorher schon aufzufallen. Also musste er doch das Skelett nehmen.
Seine feuchten Hände umschlossen den kalten Runenstein. Er konzentrierte sich auf die Beschwörung. Sammelte langsam aber sicher seine magische Energie. Konzentrierte sich. Es musste einfach klappen. Angestrengt versuchte er möglichst normal weiter zu gehen. Doch scheinbar schiene s nicht ganz zu funktionieren.
„He geh nich so langsam. Schließ zu dem vor dir auf.“ Befahl die Stimme hinter ihm. Doch er konnte nicht schneller gehen. Er war zu sehr in die Beschwörung vertieft, und Sekundenbruchteile später war sie auch schon vollbracht, und ein Skelett, dass grade seinen Zweihänder zog, stand vor Farin. Sofort Wurde er von der Wache hinter sich gepackt, und spürte schon wieder den Dolch an seiner Gurgel. Den hätte er auch beachten müssen. Mist. Aber ihm war nun mal nichts besseres eingefallen. Er befahl seinen Skelett eben jenen Soldat hinter ihm anzugreifen. Sogleich drehte es sich um, und rannte auf Farin, und somit auch diesem Soldaten, zu.
Dieser ließ, wie erhofft Farin los, der diese Kurze Zeit dazu nutzte, um sein eigenes Schwert zu ziehen. Die Rune war derweil schon wieder sicher in einer seiner Taschen verschwunden.
Alles in allem war er allerdings zu langsam, und zwei seiner Wachen, die vorne gegangen waren, hatten ihn schon von hinten gepackt, und hielten seine Arme schon fest. Er versuchte sich los zu reißen, aber sie waren zu stark.
Die anderen hatten kurz darauf sein Skelett niedergestreckt, und er sah aus den Augenwinkeln noch, wie es zu Staub zerfiel.
„Steckt sein Schwert zurück in seine Scheide, fesselt seine Hände hinterm Rücken und dann weiter. Wir können wirklich keine weiteren Zwischenfälle mehr gebrauchen.“
Wie dieser Typ, der offenbar ihr Anführer war, befohlen hatte wurden Farins Hände gefesselt, und sein Schwert zurückgesteckt. Danach ging es weiter, und diesmal hatte Farin keinerlei Chance mehr an sein Schwert, oder in seine Taschen zu greifen. Dieser Mann der hinter ihm ging hatte vielleicht gesehen, dass er etwas in seiner Tasche gemacht hatte, bevor das Skelett erschienen war, und hatte eins und eins zusammen gezählt.
Farin ärgerte sich, dass er es nicht besser überdacht hatte, und folgte dem Trott der vor ihm laufenden. Der Wald begann sich langsam zu lichten, und langsam aber sicher fluteten mehr und mehr Reste des Tageslichtes durch die Baumwipfel.

Farin
05.12.2005, 20:29
Bald schon konnte Farin auch sehen, was sich vor ihnen befand. Eine Burg. Und noch höher waren ihre zwei großen Türme zu sehen. Letzte Sonnenstrahlen des Tages schickten ihr Licht noch auf die Burg. Groß schien sie nicht zu sein, aber zumindest sah sie äußerst stabil aus. Eine hohe Mauer umgab die Gebäude. Vorne schützte ein massives Fallgitter vor potentiellen Eindringlingen.

http://misterlau.milten.lima-city.de/Images/castle3.jpg

Vorgelagert um das Burgtor herum sah Farin einzelne Häuser. Diese passten wohl nicht mehr hinein, oder waren einfach nur für das normale Volk, dass es nicht wert war besonders geschützt zu werden.
Hinter der Burg waren berge zu erkennen. Schnee bedeckte ihre Kuppen. Nichts, aber auch gar nichts erinnerte ihn hieran Khorinis. Neben der Burg verlief ein Bach, oder Fluss, soviel konnte Farin anhand des lauten Plätscherns im Hintergrund hören, als sie langsam aber sicher das Stadttor durchquerten. Die Torwachen wollten sie zuerst aufhalten, doch der Anführer der Fünfergruppe redete kurz und eindringlich mit den beiden Torwachen, und schon durften sie passieren.
Nun, so viel Stand für Farin fest, würde er erst einmal nicht mehr so schnell wieder wegkommen. Er war ab jetzt Gefangener. Eigentlich war er das ja schon die ganze Zeit gewesen, seitdem sie seine Hände zusammengebunden hatten, aber erst jetzt sah Farin die vollen Auswirkungen dieser Erkenntnis. Er kam hier auf absehbare Zeit wohl erst einmal nicht mehr weg.
Von weit her schienen die Geräusche in sein Bewusstsein zu dringen. Der Schmied, der immer wieder auf den Amboss schlug, und dabei immer ein hohes ‚Pling’ fabrizierte, die Hühner, die gackernd über die Pflasterstraße rannten, die ohnehin schon gedämpften Geräusche aus den Häusern links und rechts. Alles war schlagartig unwichtig, und er registrierte es kaum noch, nur noch auf einen Gedanken fixiert.
Ich muss hier wieder weg

Wenig später wurde er von einer kräftigen Hand auf seiner Schulter wieder in die Realität zurückgeholt. Diese hielt ihn auf, da sie einmal mehr an einer Wache stehen bleiben mussten.
Gesichert war diese Burg auf jeden Fall. Was natürlich einerseits das Hereinkommen erschwerte, aber andererseits, und für Farin ungleich wichtiger, auch das Herauskommen.
Langsam folgte er den Soldaten vor sich ins Innere der Burg.
Weite Gänge aus weißem Marmor führten hier und dorthin. Für Farin sah hier alles gleich aus, aber die Männer vor ihm schienen sich auszukennen. Nach etlichen Irrwegen waren sie standen sie endlich vor einer schweren Eichentür. Hier wollten sie offenbar hin.
Eins stand jedenfalls fest. Farin würde ewig brauchen, um hier wieder heraus zukommen, und das obwohl er immer von sich gedacht hatte einen recht guten Orientierungssinn zu haben.
Nachdem die Soldaten, die den Priester hier hin gebracht hatten, mit den Torwachen geredet hatten öffneten diese das schwere Tor.

Farin
05.12.2005, 22:18
Der weiße Marmorboden der Flure endete abrupt. An der Schwelle schien eine komplett andere Welt anzufangen. Die Farben hatten sich komplett geändert. Von weiß ins schwarz.
Alles schien dunkel zu sein in dieser Halle. Nur etwas hinter einer Art Thron im Zentrum dieses Raumes erhellte diesen. Eigentlich war es eher eine kleine Halle.
Auf Zeichen der Soldaten ging der Priester hinein. Dort auf in der Mitte stand ein Mann neben den Thron. Man musste ich nicht kennen, um zu wissen, dass er der Herr hier war. Man sah es ihm einfach an. Nicht einmal so sehr anhand seiner Kleidung, die eher schlicht war, sondern an seiner Ausstrahlung.
„Mein Herr wir haben jemanden in den Wäldern gefunden. Er schlich dort herum, und wollte uns weiß machen, er wüsste nicht, wo er sei.
Dies ist er.“ Meinte der Anführer der fünf Soldaten und zeigte dabei auf Farin. Seine Stimme, die den anderen, und besonders Farin gegenüber immer sehr kräftig und überlegen geklungen hatte, hatte sich schlagartig gewandelt. Nun war eindeutig zu erkennen, dass er der Untergebene war, und das ihm das sehr wohl bewusst war.
„Natürlich ist er das. Wer sonst.“ Giftete eine Stimme zurück. Das Gesicht der dazugehörigen Person war nicht zu erkennen. Er bewegte sich keinen Millimeter.
„Raus mit euch! Ich will mit ihm alleine sein.“
Sofort, ohne auch nur ein Wort zu sagen, und ohne den Thron und dem daneben stehenden Burgherrn den Rücken zuzudrehen gingen alle anwesenden schnellen Schrittes Rückwärts wieder heraus.
„Nun werter Magier ich entschuldige die Unannehmlichkeiten.“ Meinte selbiger nun viel freundlicher zu Farin. Gleichzeitig setzte er sich in Bewegung, und kam auf Farin zu. Woher wusste er, dass Farin Magier war?
„Ihr fragt euch, woher ich wusste das ihr Magier seid? Nun zum einen tragt ihr eine Robe, wie sie meist nur Magier tragen, und außerdem schickte der Trupp, der euch aufspürte einen Botschafter voraus.“
Trotz dieser Antwort fühlte sich Farin unwohl. Er schien genau gewusst zu haben, woran er dachte. Ein kalter Schauer lief Farin bei diesem Gedanken über den Rücken. Diese scheinbare Überlegenheit seines Gegners gefiel ihm ganz und gar nichts.
„Was wollt ihr?“ fragte Farin und versuchte dabei so berechnend wie möglich zu klingen. Wollte er doch mal sehen, wer hier der unterlegene war.
„Na na nicht so grob, wenn ich bitten darf.“
Dieses Gehabe seines Gegenüber regte den Priester zusehends auf. Er wusste ganz genau, wie dieser Burgherr, der sich nebenbei bemerkt noch nicht einmal vorgestellt hatte, durchsetzen wollte. Er wollte Farin einwickeln. Aber das würde Farin so schnell nicht zulassen.
Mittlerweile war der Typ stehen geblieben. Er war doch ein ganz schönes stück kleiner als Farin.
„Ein Mann wie ihr will immer etwas. Also sagt es, oder ihr müsst dabei auf mich verzichten.“
„Das glaube ich nicht“ meinte der Burgherr ganz leise, sodass es kaum noch zu hören war. Seine Stimme war umgeschlagen. War sie vor wenigen Sekunden noch überfreundlich, so hörte man jetzt deutlich etwas kaltes, und berechnendes heraus. „Ihr werdet mir, ob ihr wollt oder nicht helfen. Denn sonst werdet ihr hier nie wieder lebend herauskommen.“
“Da kommen wir doch der Sache schon viel Näher. Und was soll ich eurer Meinung nach tun?“
„Wenn ihr es unbedingt sofort erfahren wollt. Nun gut. Um es kurz zu machen. Wir sind im Krieg. Noch nicht direkt, aber die Truppen unserer Feinde sind schon im Anmarsch, und werden innerhalb von höchstens vier Tagesmärschen auch vor unseren Toren stehen.“
Seine Stimme war nun vollends zur der eines berechnenden Feldherren umgeschlagen.
„Und ihr Magier werdet uns dabei helfen unsere Feinde zu besiegen.“
Farin war verblüfft. Da dachte dieser Mensch doch tatsächlich Farin könne diese Burg alleine retten. Der Mann hatte eindeutig von irgendetwas zuviel genommen.
„Ich bezweifle, dass ich euch helfen kann. Tut mir leid, aber ich werde mich jetzt wohl zurückziehen. Ich finde alleine raus.“ War Farins einzige Aussage. Danach drehte er diesem Burgherrn den Rücken zu, und wollte diese kleine Halle verlassen.
„Nirgendwo werdet ihr hingehen!“ schrie der Burgherr hinter ihm „Ihr bleibt hier, und helft uns! Ihr werdet diese Burg sonst nicht mehr lebend verlassen!
Wachen! Haltet ihn auf! Sperrt ihn in die Kerker, foltert ihn, oder was auch immer, aber sorg dafür, dass er seine Meinung ändert!!“
Die schweren Türflügel gingen in einer Geschwindigkeit auf, wie Farin es nicht für Möglich gehalten hätte, und schon sah er sich schon wieder denselben Soldaten gegenüber. Sinn hatte es nicht gegen sie zu kämpfen, denn weiter hinten sah er in den Gängen weitere Soldaten, die allerdings noch nicht auf sie aufmerksam geworden waren.
Er blieb stehen.
Die Soldaten kamen an, und führten ihn erneut durch verworrene Gänge. Die Fackeln an den Wänden brannten, und durch die Fenster konnte Farin den mittlerweile dunklen Himmel erkennen. Sterne waren zu sehen. Aber die Sternbilder, die sie bildeten waren ihm unbekannt. Er musste wirklich sehr weit weg sein von Khorinis.
Wie sollte er zurückkommen?
Viele Treppen ging es hinab, und schließlich wich der Marmor einfachen Steinen. Sie hatten die Kerker erreicht. Kur danach ging es einen von Holztüren gesäumten gang entlang. Irgendwo bogen sie rechts ab, und danach wieder links. Schließlich blieben sie vor einer Holztür stehen, und Farin wurde unsanft in die dahinter befindliche Zelle geschubst.
Ohne ein weiteres Wort, und ohne den Priester auch nur eines weiteren Blickes zu würdigen wurde die Tür zugeschlagen. Draußen hörte er Schlüssel klappern, und durch die Gitterstäbe konnte er sehen, wie sich eine Wache vor die Gegenüberliegende Tür setzte. Wahrscheinlich, um Farin zu bewachen.
Na toll. Jetzt hatte er wirklich ein Problem. Wie sollte er hier nur wieder rauskommen? Es wimmelte nur so von Wachen, und durch die ganzen Tore außen würde er auch nicht so ohne weiteres kommen. Und dann musste er auch erst einmal aus seiner Zelle hier heraus.

Farin
07.12.2005, 20:12
Eine Nacht hatte der Priester nun bereits hier im Verließ verbracht. Die angedrohte Folter war (zum Glück für ihn) bis jetzt noch nicht eingetreten. Alles in allem war es sogar sehr ruhig gewesen. Niemand hatte mit ihm geredet. Es hatte noch nicht mal jemand wirklich nach ihm geschaut, ob er noch da war. Nur die Wache vor der Tür schob öfter mal etwas zu Essen hinein. Mehr aber auch nicht.
Auch sonst schien diese Wache ihren Job nicht wirklich ernst zu nehmen. Oft konnte Farin durch die Gitterstäbe seiner Zelle beobachten, wie selbiger für mehrere Minuten de Augen zu vielen.
Farin konnte es nur recht sein. Das konnte er bestimmt zu seinem Vorteil nutzen. Auch wenn er jetzt noch nicht wusste, wie er aus dieser Lage wieder heraus kommen sollte.
Schließlich kam die Ablösung, und kurz danach wurde Farin von vier Soldaten wieder nach oben gebracht. Der Burgherr, der sich immer noch nicht namentlich vorgestellt hatte, wollte wahrscheinlich sehen, ob Farin seine Meinung geändert hatte.
Aber das hatte er keinesfalls. Er würde nicht in diesem Krieg, bei dem er noch nicht einmal wusste, worum es ging, kämpfen, um womöglich noch zu sterben. Er nicht.
Er bereitete sich mental schon einmal auf dieses bevorstehende Gespräch vor Obwohl er eigentlich vorhatte es gar nicht erst zu einem Gespräch kommen zu lassen.
Ihn interessierte nun einmal nicht, wer hier Krieg führte, oder warum. Auch nicht, warum er nun grade helfen sollte. Er wollte es nicht, und damit war dieses Thema erledigt. Und dieser Burgherr mit seinen Stimmungsschwankungen würde ihn auch nicht davon abhalten.
Aber eines konnte eben jener Burgherr eben doch. Farin festhalten. Und er hatte dem nichts entgegenzusetzen. Er hätte in seiner Zelle eh nichts beschwören können. Dazu war sie viel zu klein. Und mit seinem Schwert konnte er gegen die massiven Eisenstangen auch nichts ausrichten.
„Habt ihr es euch nach einer Nacht anders überlegt, werter Magier?“
„Nein. Und das werde ich auch nicht.“
„Dann müssen wir wohl, so leid es mir auch tut, andere Maßnahmen versuchen.
Los holt ihn wieder ab. Und diesmal foltert ihr ihn, habt ihr mich verstanden?“
Die Wachen hatten verstanden, und Farin wurde unsanft von ihnen wieder hinunter in die Kerker geführt.

Farin
07.12.2005, 22:12
Danach hatte Farin einige der schlimmsten Stunden seines Lebens erleben müssen. Das Foltern hatten die Soldaten diesmal wohl wirklich ernst genommen. Und sie schienen es auch mit größtmöglicher Freude zu machen. Ja sie schienen sogar mit Genuss an diese Aufgabe zu gehen, genau wissend, dass sich der Magier nicht währen konnte. Denn hätte er es gekonnt, dann wäre nicht er gefoltert worden. Das wusste er ganz genau. Doch leider lag er zu dem Zeitpunkt auf der Streckbank, und nicht einer der Soldaten.
Nach Stunden, wie es Farin schien, war die Tortour endlich beendet. Er glaubte nun alle Foltergeräte, die sich irgendwelche kranken Köpfe überhaupt ausgedacht haben könnten, nun ’ausprobiert’ zu haben.
Als er die Augen öffnete sah er sich wieder in seiner Zelle liegen. Er vermochte nicht zu sagen, welche Stellen im einzelnen schmerzten. Sein ganzer Körper war ein einigster Schmerz. Jede einzelne Bewegung, und wenn es nur der kleine Finger war, tat schon weh. Sein kopf schien förmlich zu explodieren, und am liebsten wäre er jetzt einfach in seinem warmen Zimmer im Kastell gewesen, und aufgewacht.
Als er allerdings Minuten später immer noch in diesem komischen weißen Stofffetzen, den sie ihm anstatt seiner Robe umgehängt hatten, auf dem harten Steinboden lag, und sich vor Schmerz krümmte, musste er einsehen, dass es diesmal wohl leider kein Traum war.
Kein einziger Sonnenstrahl dran hier nach unten. Die Sonne schien gar nicht zu scheinen. Er wusste deshalb auch nicht, wie viel Uhr es war. Seine Schmerzen waren kein bisschen besser geworden, aber irgendwie hatte sein Gehirn sich daran gewöhnt, und er konnte wenigstens wieder einigermaßen klar denken.
Er fasste sich an den Hals, im wahnwitzigen Versuch seine Schmerzen, die er beim Umgucken nach seiner Robe verspürte zu lindern. Da realisierte er, dass sie eindeutig vergessen hatten ihm seine Fesseln erneut umzubinden. Seine Hände konnte er frei bewegen. Und seine Robe lag, wie er eben festgestellt hatte, scheinbar achtlos dort hingeworfen, in einer Ecke seiner Zelle. Sein Schwert konnte er nicht benutzen.
Über den Boden robbend, um ja nicht aufzustehen zu müssen, und dadurch noch mehr Schmerzen zu verursachen, erreichte er schließlich seine Robe.
Leise vor Schmerz ächzend zog er sich diese wieder an. Seine ganze Kleidung, die er vorher getragen hatte lag dort achtlos hingeworfen. Sie schiene auch nicht darin gesucht zu haben. Denn er fühlte sofort seine Runen darin.
Vielleicht wussten sie einfach auch gar nicht, dass er Runen zum Zaubern brauchte. Vielleicht waren sie auch einfach nur nachlässig gewesen. Oder sie hatten wiederum geglaubt er könne sie nicht benutzen, wenn er gefesselte Hände hätte. Aber das hatten sie ja ’leider’ vergessen…
Doch jetzt musste er sich erst einmal überlegen, wie er seine Sachen sinnvoll nutzen konnte, um hier überhaupt heraus zu kommen.
In seinem Körper pulsierte immer noch der Schmerz, aber sein Kopf arbeitete schon wieder auf Hochtouren.
Nur wollte ihm längere Zeit nichts brauchbares einfallen. Bis er, als er sich bewegte seinen Dolch spürte, der ihm leicht in die Seite piekste. Er hatte noch eine Waffe. Und die Waffe schien, zumindest wenn man nach den Lauten ging, die sie von sich gab, eindeutig zu schlafen. So ein Schnarchen konnte man einfach nicht vorspielen.
So leise er konnte, und darauf bedacht möglichst nichts vor Schmerz aufzuheulen, und die Wache zu wecken ging er zur Tür seiner Zelle. Ja die Wache hatte eindeutig die Augen geschlossen. Er zielte, und hörte Schritte den Gang näher kommen.
So ein Mist. Hastig steckte er das Messer wieder weg, und verzog sich wieder in eine Ecke, und schloss die Augen, was erstaunlich gut tat. Scheinbar war mal wieder Zeit für eine Wachablösung.

Farin
09.12.2005, 18:36
Jetzt würde er erst einmal warten müssen, bis diese Wache dem natürlichen Schlafbegehren nachkommen würde. Und das würde, so hoffte er nicht mehr all zu lange dauern. Leise, und vor allem darauf bedacht langsam und gleichmäßig zu amten lag Farin in seiner Ecke. Er musste wirklich aufpassen, dass er nicht noch wirklich einschlief. Nicht das es sehr gemütlich war, oder das seine Schmerzen auch nur im geringsten nachgelassen hätten. Nein er war einfach nur zu müde. Aber er konnte, er durfte einfach nicht einschlafen. Erst musste er unbedingt hier raus kommen. Danach konnte er dann vielleicht endlich mal wieder schlafen.

Als er eine Stunde, in der er sich so gut wie gar nicht bewegt hatte, dachte, dass die Wache eingeschlafen war, stand er langsam auf. Sein Körper tat immer noch weh, aber er versuchte es zu verdrängen. Langsam ging er zu seiner Zellentür, und schaute auf die Wache. Teil eins seines Planes war schon einmal aufgegangen. Die Wache schlief. Doch jetzt musste er sich dringend überlegen, wie er dann tatsächlich am besten hier heraus kam.
Wenige Minuten hatte er einen geeigneten Plan. Mit dem Dolch würde er die Wache töten. Er hoffte, dass er sie mit einem Wurf direkt niederstrecken würde. Wenn er das nicht schaffte, dann war der ganze Plan hinfällig. Denn der Priester konnte sich nur zu gut denken, was die Wache dann als ersten machen würde. Verstärkung rufen. Und dann war es aus. Es musste also klappen. Danach musste er irgendwie an den Schlüssel kommen. Doch das würde sich dann noch zeigen.
Also zog er seinen Dolch aus seiner Tasche, und lauschte angestrengt, um eventuell kommende Soldaten schon jetzt zu hören. Denn gleich durften sie nicht mehr kommen. Ein, zwei Minuten wartete er, und als er immer noch nichts hörte, und die Wache auch keinerlei Anstalten machte aufzuwachen zielte er. Er musste wenn möglich irgendetwas lebenswichtiges treffen, damit die Wache nicht mehr viel machen konnte.
Bücher über menschliche Anatomie hatte er noch nicht so viele gelesen, und deshalb wusste er nicht wirklich wo er nun hinwerfen musste.
Auf gut Glück, und hoffend das das auch die richtige Entscheidung war, zielte er auf den Hals seines Opfers. Kurz entschlossen, ohne viel zu zielen, warf er.
Der Flug seines Dolches kam ihm wie in Zeitlupe vor, und Tausende Gedanken schienen gleichzeitig in seinem Kopf zu explodieren.
Eine Minute später, so schien es ihm fast, hatte er endlich Gewissheit. Er hatte getroffen. Danach schien es wiederum viel schneller abzulaufen. Sofort wachte die Wache auf, und schon wenig später hatte er Gewissheit die richtige Entscheidung getroffen zu haben.
Sicher war es nicht so leise gewesen, wie er vielleicht gehofft hatte, aber immerhin hörte er immer noch keine Schritte, und um Hilfe geschrieen hatte die Wache auch nicht. So schlecht war es also nicht gelaufen.
Langsam, da sein ganzer Körper noch mehr schmerze seitdem er sich beim werfen schneller bewegt hatte, griff er in seine Tasche, und holte eine Rune heraus. Er hatte wirklich Glück gehabt, dass diese noch in seinen Taschen gewesen waren.
Doch in der Tasche wo die Rune zum Beschwören eines Skelettes war gar nichts. Hatten sie sie ihm doch abgenommen? Hastig griff er in die anderen Taschen, auf der Suche nach eben jener Rune. Als er sie schließlich in einer anderen Tasche (die letzte die er überprüfte) fiel ihm ein Stein vom herzen. Das hätte ihm ja grade noch gefehlt.
Vor Aufregung noch leicht zitternd fing er an sich zu konzentrieren. Das Skelett musste einen Meter vor ihm erscheinen. Etwas, das er schon längere Zeit nicht mehr gemacht hatte. Meinst machte es einfach keinen Sinn das Skelett so weit von einem Weg erscheinen zu lassen. Aber jetzt war es doch recht nützlich. Er hatte es ja einmal gekonnt. Die frage war nur, ob er es trotz fehlenden Übens immer noch konnte.
Lange sammelte er seine Energie, um auch ja genug zu haben. Dann ließ er sie in seine Rune, und konzentrierte sich auf das Skelett, sowie den Punkt an dem es erscheinen sollte.
Sekunden später stand auf der anderen Seite seiner Zelle ein Skelett. Es hatte geklappt. Glücklich befahl er diesem sofort dem Priester seinen Dolch wiederzugeben. Danach sein Schwert. Damit hatte er schon einmal wieder etwas um sich zu verteidigen.
Danach kam das wesentlich schwierigere. Der Schlüssel. Er hatte keine Ahnung, wo er war. Und aus seiner Zelle konnte er nur in einem sehr begrenzten Winkel schauen.
Er befahl seinem Skelett nach einem Schlüssel zu suchen, und sofort rannte dieses nach links aus seinem Blickfeld heraus. Hoffentlich würde es niemand sehen, und es mit dem Schlüssel wiederkommen.
Und kaum hatte er das gedacht, da sah er es auch schon wieder vor sich stehen mit einem Schlüssel in der knochigen Hand. Sollte das tatsächlich so einfach gehen?
Er nahm den Schlüssel, und ließ das Skelett zu Staub zerfallen. Kurz danach stand er auf dem Gang. Grade wollte er los gehen, als er in der Zelle auf der Gegenüberliegenden Seite von seiner eine Bewegung im Dunklen sah.

Farin
09.12.2005, 22:19
Sofort blieb er stehen. So ein Mist. Da war tatsächlich noch jemand. Langsam ging er weiter. Innerlich betete er, dass er sich die Bewegung nur eingebildet hatte, und er einfach nur gehen könnte.
„Lass mich raus!“ forderte eine leise wispernde Stimme aus dem Dunkeln.
Da war also jemand. Gut aber er schien zumindest auch Gefangener zu sein. Schon einmal eine positive Nachricht. Es hätte immerhin auch eine zweite Wache sein können.
Langsam drehte sich der Priester um. Eigentlich wollte er sich ja gar nicht in die Angelegenheiten dieser Menschen einmischen. Und dieser Typ der da im Halbdunkeln stand könnte es ja durchaus verdient haben hier fest zu sitzen.
Außerdem musste er hier schnellstens weg. Jede Sekunde die er hier rumtrödelte vergrößerte die Chance das er erwischt wurde. Und das gefiel ihm ganz und gar nicht. Er warf den Schlüssel hin, und rannte so gut es ging los. Sein Körper schien ihn umbringen zu wollen. Die Schmerzen wurden unerträglich. Schließlich konnte er einfach nicht mehr rennen, und musste gehen. Viel besser war es allerdings so auch nicht.
Er war grade einmal außer Sichtweite seiner ehemaligen Zelle gekommen, als er hinter sich eine Stimme hörte. Er wusste sofort, er hätte diesem Typen helfen sollen. Denn dieser brüllte jetzt aus Leibeskräften.
„Hier bricht einer aus!!! Schnell herkommen!!!“
So ein Idiot dachte Farin noch, und rannte den Gang zurück. Den Weg konnte er jetzt keinesfalls nehmen. Denn da würden jetzt sicherlich die meisten Wachen kommen. Allerdings blieb da noch die Frage offen, ob es auf der anderen Seite überhaupt einen Aufgang gab. Und wo er da auskam wusste er auch nicht. Und das, obwohl er doch schon gesehen hatte, wie verworren die Gänge hier in dieser Burg waren. Er hatte den leisen Verdacht, dass das wohl doch etwas schwerer werden würde, als zuerst erhofft.

Der Kerkergang machte eine Biegung. Immer mehr Zellentüren kamen ins Blickfeld. Sie unterschieden sich in keinster Weise von den anderen, und irgendwie sah hier unten eh alles gleich aus. Von den Fackelhaltern bis hin zu den Spinnenweben an der Decke schien nahezu alles so gut wie gleich zu sein.
Nur eine Treppe war bis jetzt leider noch nicht aufgetaucht. Weder eine nach oben noch eine nach unten. Und mit letzterer hätte er auch erst mal vorlieb genommen, nur um diesen Gang verlassen zu können. Aber es schien immer weiter zu gehen.
Irgendwann sah der Priester hinter einer Zellentür etwas helles. Einen Lichtschein. Er blieb stehen, und ging zurück, um es sich genauer anzuschauen. Schritte waren hinter ihm noch nicht zu sehen. Also hatte er noch einen Vorsprung.
Langsam schaute er durch die Gitterstäbe. Er hätte eine Zelle erwartet. Aber stattdessen sah er etwas anderes. Er konnte sein Glück kaum fassen. Eine Treppe. Und sie führte tatsächlich nach oben. Schnell zog er an der Tür. Aber die Ernüchterung folgte sogleich. Warum hatte er bloß den verdammten Schlüsselbund dort liegen gelassen? Die Tür war verschlossen. Wie sollte er da rein kommen?
Nun, da er selbst nicht mehr ging konnte er auch die Schritte hinter sich hören. Und sie schienen erschreckend schnell näher zu kommen.
Denk Farin denk!! ermahnte er sich selbst. Sein Gehirn schien einfach nicht normal arbeiten zu wollen. Er musste diese Treppe benutzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er noch eine fand war einfach zu gering. Es gab diese eine Chance, und er war auf dem besten Wege dahin sie nicht zu nutzen. Die Schritte kamen immer näher.
Er musste diese Tür aufbrechen. Nur wie? Er selbst würde das wohl kaum schaffen …
Fieberhaft dachte er nach. Was konnte er? Was bei Beliar konnte er, dass ihm hier helfen konnte?
Beschwören. Gut nur was? Ein Skelett? Das würde die Tür auch nicht aufbekommen. Eine Blutfliege? Die brachte ja noch weniger. Ein Schattenläuferskelett? Was sollte das denn schon gegen diese Metallstreben ausrichten?
Ein Golem? Aber der war doch zu groß … Die Schritte kamen unaufhaltsam näher gerannt. Viel Zeit hatte er eindeutig nicht mehr. Er musste es einfach versuchen. Entweder es klappte, oder nicht. Einen Versuch hatte er. Entweder es klappte, oder er würde auch die nächsten Nächte hier in einer Zelle verbringen.
Er konzentrierte sich. Die richtige Rune hatte er bereits in der Hand. Es musste schnell, aber richtig funktionieren. Die Schritte kamen unaufhaltsam näher.
Er konzentrierte sich, und ließ seine magische Energie in seine Rune. Er konzentrierte sich sehr darauf, dass der Golem nicht zu groß werden würde.
Sekundenbruchteile später stand eine ziemlich kleine Fassung eines Golems vor ihm. Er passte fast exakt in den Gang. Sofort befahl Farin diesem die Tür einzuschlagen. Der Golem hämmerte auf die Tür ein, und diese schien sich Stück für Stück aus den Türangeln zu biegen.
Die Schritte waren nicht mehr zu hören, aber er glaubte an einer Wand Schatten zu sehen, und Sekunden später tauchten vier Soldaten auf, die um die Biegung gerannt kamen.
Die Tür flog nahezu gleichzeitig aus den Angeln, und farin begann zu rennen. Seinen Golem ließ er vor der Tür stehen. An dem müssten seine Verfolger erst einmal vorbei. Aber er hatte Verfolger. Und dieser Aspekt war keinesfalls geplant gewesen, und gefiel dem Priester gar nicht.

Farin
10.12.2005, 22:21
Die Treppe stieg weiter nach oben. Den Keller hatte er, so glaubte er jedenfalls schon hinter sich gelassen. Nur konnte er bis jetzt noch nirgendwo von dieser Treppe runter. Die Fenster, die sich nun rechts ab und zu zeigten, und scheinbar die Fackeln abgelöst hatten, waren nicht groß genug für den Magier. Also ging es weiter und weiter nach oben. Die Fenster wurden zusehends größer. Allerdings machte es wenig Sinn in einer solchen Höhe aus dem Fenster zu klettern.
Wieso hatte dieser dumme Gefangene nicht einfach die Klappe gehalten. Dann hätte er diese Probleme jetzt wahrscheinlich nicht. Aber was alles hätte sein können war eh irrelevant, und so rannte er schneller die Stufen hoch. Zumindest so schnell, wie es sein lädierter Körper zuließ. Irgendwann musste diese Treppe, die schon eine ganze weile zu einer Wendeltreppe mutiert war, doch auch mal ein Ende haben...
Und sie endete auch. Wenige Minuten, nachdem der Priester das gedacht hatte war die Treppe zu Ende, und er stand plötzlich im Kalten. Um sich sah er Berge, und die Baumwipfel eines angrenzenden Waldes. Er war auf einen Turm gestiegen...
Von Vorteil war das nun auch wieder nicht. Leicht panisch ging er auf die anderen Seiten gucken, ob es dort eine Möglichkeit gab vom Turm herunter zu kommen. Aber diese gab es nicht. Es gab nur diesen einen Weg hoch und runter. Und über diesen würden wohl jeden Moment Soldaten zu ihm hinauf kommen. Ihre Schritte hatte er zwar nicht mehr gehört, aber er wusste, dass sie noch da seien müssten. Sein Golem konnte sie sicher nicht alle aufhalten. Es war nur noch eine Frage der Zeit.
Farin hätte von seinem jetzigen Standpunkt auch nicht auf einen anderen Turm kommen können. Es ging einfach nicht. Er saß hier fest. Leise fluchend drehte er sich immer wieder auf der Stelle um. Immer wieder schaute er sich um, ob es nicht doch eine Möglichkeit gab.
Wertvolle Sekunden verstrichen.
Schließlich fasste er einen Entschluss. Der Turm grenzte genau an die Mauer an. Diese befand sich also einige Meter unter ihm. Er musste nur dort hin kommen. Von dort aus würde er sicherlich verschwinden können. Im Gedränge auf dem Marktplatz konnte er sicher gut untertauchen.
Doch erschrocken stellte der Priester fest, dass die Sonne langsam aber sicher unter ging. Das hieß auch, dass das Treiben auf dem Marktplatz deutlich nachlassen würde. Er musste sich verdammt noch mal beeilen.
Die Schmerzen in seinem Körper blieben. Aber er musste dennoch da runter kommen. Und es gab nur einen vernünftigen Weg. An einer Seite des Turmes wuchs Efeu die ganze Wand hoch. Die einzige Möglichkeit war daran versuchen hinunter zu kommen. Er hatte Angst, dass es ihn nicht halten würde, aber er hörte nun bereits erste Schreie von der Treppe. Sie hatten seinen Golem besiegt, und kamen nun schnell näher. Er musste es einfach riskieren. Entweder er kam dort runter, oder nicht. Er konnte nichts verlieren. Er schloss die Augen, Atmete noch einmal tief ein und aus, und griff dann zum Rand. Er öffnete die Augen wieder, und schwang sein rechtes Bein nach oben. Nach linke zog er hinterher, und ließ sich dann langsam aber sicher hinunter, bis er schließlich am Rand hing.
Dann griff er zum Efeu, das darunter anfing zu wachsen, und griff zu. Langsam zog er immer fester daran. Es schien im ersten Moment zu halten. Er ließ mit der zweiten hand los, und hing damit an diesem Grünzeug. Ein Fataler Fehler. Mit einem Ruck löste sich die Pflanzte von der Wand. Schlagartig verlor Farin den Halt. Er versuchte Halt zu bekommen, doch fand im ersten Moment keinen. Er sah sich selbst, als wäre nicht er es, der viel. Doch er fiel dennoch nicht lange. Er bekam eine kante zu fassen, und griff mit aller Kraft zu. Er hatte festen halt gefunden. Doch er merkte, wie seine Schulter knackte. Es war kein leises Knacken, wie wenn man sie sich leicht verrenkt hatte. Nein es war sehr laut. Unberuhigend laut. Aber den Schmerz spürte der Magier Momentan nicht.
Er sah, ab der Wand hängend nach unten. Dort unten, einige Meter unter ihm gab es einen Holzschuppen. Wenn er sich fallen lassen würde, und dann darauf landete hätte er vielleicht eine Chance…
Aber konnte man so einen Sturz überhaupt überleben? Er war doch noch ganz schön hoch, und sein Körper war eh schon sehr lädiert. Langsam ließ die Kraft in seine Hand nach, und er merkte, wie er langsam abrutschte.
Er hasste es. Was war nur schief gelaufen? Warum bei Beliar hing er hier, und saß nicht in seinem warmen Zimmer im Kastell? Warum? Was hatte er falsch gemacht?
So hoffnungslos es auch schien, so versuchte der Priester dennoch mit der anderen Hand nach zu greifen. Und da merkte er, wo er sich fest hielt. Es war ein Fenster. Er zog sich unter Anstrengung hoch, und sah erleichtert, dass es eines der größeren Fenster war. Es war zwar nicht wirklich komfortabel, aber Farin sah zumindest eine Chance, dass er hineinpassen könnte.
Angespannte Minuten später stand er Glücklich wieder auf der Treppe. Nach oben konnte er nicht.
So schnell es noch ging rannte der Priester seine Schmerzen ignorierend wieder die Treppe hinab. Die Soldaten müssten schon oben angekommen sein, und ihn suchen.
Wenig später kam er unten an. Der Weg hinab war aus irgendeinem unbegreiflichen Grund kürzer gewesen, als der hinweg. Zumindest glaubte Farin das.
Aus Richtung seiner ehemaligen Zelle konnte er gedämpfte Stimmen hören. Dort konnte er also immer noch nicht entlang. Er nahm sich eine Fackel von der Wand, und ging den Gang entlang. Immer weiter weg von den Stimmen.
Nur noch ein Gedanke, nur noch ein Wunsch hatte Platz in seinem Kopf, und vertrieb selbst die Schmerzen ein bisschen. Raus hier!

Er verfluchte sich selbst, als er wenige Minuten später im freien Stand. Er war dem Gang bis zum Ende gefolgt. Von dort aus war er einer Treppe bis zum Rand des Marktplatzes gefolgt. Dort hatte musste er nur noch die Tür öffnen. Was erstaunlich einfach ging, da der Schlüssel von innen Steckte. Er nahm ihn mit, und schloss von außen ab. Das würde Verfolger, sollte es sie denn noch geben, aufhalten können.
Er verließ den Markplatz, so schnell wie es ging. Es war dunkel geworden, und Nebel hatte sich gebildet. Der Markplatz schien fast wie ausgestorben. Nur einmal hörte er eine Katze fauchend wegrennen. Er kam in eine Gasse. Laternen an den Häusern sorgten für Licht.
Der Schmerz den er bis jetzt scheinbar unterdrückt hatte, kam schlagartig zurück. Und da hatte er nach der Folter schon gedacht schlimmer könne es nicht mehr kommen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht humpelte er die Gasse entlang.

http://misterlau.milten.lima-city.de/Images/dark_alley.jpg

Farin
10.12.2005, 22:52
Farin saß allein in einem Zimmer. Er bewegte sich nicht, abgesehen vom gleichmäßigen heben und senken seines Brustkorbs durch das Atmen. Er war die Gasse entlang gegangen, und hatte eines der Fenster leicht angeklappt vorgefunden. Da er für diese Nacht dringen einen Unterschlupf brauchte war er hineingestiegen.
Sein Gesicht war nur spärlich durch ein flackerndes Kaminfeuer, dass er entfacht hatte, beleuchtet. Das Fenster des Raumes stand offen.
Im haus hörte man vorsichtige, tastende Schritte. Die Tür, der der Priester in seinem Sessel den Rücken zugedreht hatte, quietschte, als sie vorsichtig geöffnet wurde.
„Issa wer?“ fragte eine verschlafene ängstliche Stimme.
„Hallo?“ … Nichts … „ich seh sie doch!“
Der Mann hinter Farin trat einen Schritt in den Raum hinein. Die Tür schlug, von einem Windstoß erfasst, zu.
„Bleiben sie ruhig, Guter Mann.“ Meinte Farin beruhigend. „Niemand will ihnen etwas tun, solange sie mir ein wenig entgegen kommen.“
Farin stand auf. Er war ein beachtliches Stück größer, als der andere Mann im Raum.
„W-w-was w-wollen sie?” stotterte dieser, als Farin sich umgedreht hatte.
„Setzen sie sich erst einmal“ meinte Farin ruhig, und schob den Fremden mit sanfter Gewalt in seinen eigenen Sessel.
Dabei zog sich der Priester die Kapuze seines Mantels vom Kopf. Dabei hörte er ein leises knacken aus seiner Schulter. Er gebot dem Besitzer des Hauses , der soeben anfangen wollte zu sprechen, mit einem Handzeichen still zu sein.
„Ich will euch nichts tun. Ich möchte vorerst nur eines von euch. Hört mich an. Ich will nicht viel von euch. Lasst mich nur diese Nacht hier in diesem Zimmer verbringen. Ich wäre euch sehr verbunden.“
Er sah förmlich, wie das Gehirn seines Gegenübers auf Hochtouren arbeitete.
„Ich habe euch noch nie gesehen. Ihr könntet ein feindlicher Spion sein. Nennt mir auch nur einen Grund, euch nicht direkt den Wachen zu übergeben? Vielleicht seid ihr ja sogar ein entflohener Häftling!“ Die Stimme des Mannes klang fester, und er schien sein Selbstbewusstsein wiedergefunden zu haben.
In aller Seelen ruhe ging Farin zum Fenster, und schloss es. Danach zog er die Vorhänge zu. Danach fasste er mit einer Hand in eine seiner Taschen, und griff nach einer Rune.
Er ließ eine Schattenflamme auf seiner rechten Hand entstehen. Er ließ sie nicht los, sondern behielt sie wo sie war.
Mit bedrohlicher Stimme meinte er: „Weil ihr dann den morgigen Tag leider nicht mehr erleben werdet, solltet ihr die Wachen rufen.
Außerdem hätte ich euch ein wenig Gold in Aussicht gestellt, solltet ihr mir nur für eine Nacht Unterschlupf gewähren. Aber wenn ihr nicht wollt sehe ich mich gezwungen jetzt zu gehen.“
Langsam ging er zur Tür, und öffnete sie ganz langsam.
„Nein Nein. So bleibt doch. So war das gar nicht gemeint!“
Farin schmunzelte. Geld war doch immer noch das beste Argument, um manche Leute umzustimmen. Er drehte sich um.
„Es freut mich, dass ihr es euch anders überlegt habt. Auf das Gold bekommt ihr jetzt eine kleine Anzahlung, und morgen bei meiner Abreise den Rest.“
Dies sollte sicherstellen, dass dieser Typ, dem Farin immer noch nicht wirklich traute, nicht doch noch die Wachen rief, um doppelt zu profitieren. An seinem Gold, und an dem womöglich auf ihn ausgesetzten Kopfgeld.
Langsam aber bestimmt schob Farin den Herrn danach aus seinem eigenen Wohnzimmer, und setzte sich wieder in den Sessel, und versuchte einzuschlafen.
Die Treppe knarrte, als der Mann wieder nach oben ging, und das Holz im Kamin war fas t abgebrannt. Er legte Holz nach, und schaute in die Flammen, in der Hoffnung eventuell doch noch einzuschlafen. Aber seine Schmerzen kamen jetzt erst richtig zur Geltung, als er mit nichts anderem mehr beschäftigt war.

Farin
11.12.2005, 11:39
Die Nacht hatte Farin eigentlich so gut wie gar nicht geschlafen, und wenn dann sehr unruhig. So war er auch schon früh am Morgen wach.
Doch es war gut, dass der Preisteer nicht einschlafen konnte. Grade als die Sonne erste Anstalten machte aufzugehen hörte er, wie jemand die Eingangstür vorsichtig öffnete, und danach wieder schloss. Er hörte das ziemlich gut, da er das Fenster mittlerweile wieder einen Spalt breit geöffnet hatte.
Der Typ wollte doch nicht etwa doch zu den Wachen rennen. Vielleicht, überlegte Farin, hatte er ihm einfach schon gestern zuviel Gold gegeben. Auf jeden Fall war es ein Fehler des Hausbesitzers jetzt zu den Wachen zu rennen.
Seine Schmerzen waren keineswegs besser geworden, und seine lädierte Schulter schien bei jeder noch so kleinen Bewegung auseinander springen zu wollen, und knackte beunruhigend laut.
Mit der anderen Hand zog er sich die Kapuze seines Mantels wieder über, und holte danach eine Rune heraus. Wenig später stand vor dem Magier ein Skelett, und diesem befahl Farin sich auf den Sessel zu setzen, und zu warten, bis jemand den Raum komme. Da der Sessel mit der hohen Lehne zur Tür stand müssten die Angreifer den Raum ganz betreten, und würden erst dann sehen, dass es sich keineswegs um Farin handelte, der dort saß. Und wenn die Angreifer dann im Raum waren konnte (und sollte) das Skelett angreifen.
nachdem sein Skelett saß, und wusste was es tun sollte, ging Farin leicht humpelnd, aber versucht möglichst schnell zu gehen, durch das Haus auf der Suche nach der Küche. Schnell fand er sie, und fing sofort an in den Schränken zu kramen. Er wollte etwas Proviant mitnehmen.
Relativ schnell hatte er etwas brauchbares gefunden, und steckte sich einen Laib Brot und etwas Fleisch ein. Danach ging er zurück ins Kaminzimmer in dem sein Skelett immer noch saß. Er schärfte seinen Skelett noch einmal die Befehle ein, und schaute dann aus dem Fenster. Sehen konnte er noch nichts, aber er hörte von weiten schon schwere Soldatenstiefel rennend näher kommen.
So schnell sein Körper es noch zuließ steig er wieder aus dem Fenster, und lehnte es von außen wieder an. Kurz sah er sich um.
Der Hausbesitzer musste nach rechts gelaufen sein, da er nicht am Fenster vorbeigelaufen war. Außerdem war Farin aus dieser Richtung gestern gekommen.
Schnellen Schrittes ging er weiter. Wie er hier raus kam wusste er noch nicht. Aber er musste erst einmal weg von diesem Haus. Denn da würde es gleich von Soldaten wimmeln, die ihn alle wieder einsperren wollten.
Schnell war er einige Meter weg, und bog in eine weitere Seitenstraße ein. Zur Selben Zeit wurde eine andere Straße durch einen markerschütternden Schrei eines Todgeweihten geweckt. Das Skelett hatte seinen Auftrag entweder erfüllt. Das Skelett hatte seinen Auftrag erfüllt. Die zwei Stadtwachen, die dem Hausherrn gefolgt waren konnten ihm nicht mehr helfen. Nun kümmerte sich das Skelett um diese, aber Farin merkte, wie es kurz darauf zu Staub zerfiel.
Farin bekam von dem Schrei und den Soldaten, die kurz darauf die ganze Straße durchsuchten reichlich wenig mit, abgesehen davon, dass er gemerkt hatte, wie sein Skelett zerfallen war. Der Priester war derweil schoneinige Gassen weiter, immer noch auf der Suche nach einem Ausweg aus dieser Burg.

Farin
11.12.2005, 22:07
Es gab nur ein Problem, dass sich dem Priester stellte. Soweit er es in Erinnerung hatte gab es aus dieser Burg nur einen Ausgang, der zudem noch sehr gutbewacht gewesen war. Auf der Mauerkrone hielten in bestimmten Abständen je zwei Soldaten Wache. Die Chance hier wirklich unbemerkt zu verschwinden war viel zu gering.
Das Tor hatte er bereits gefunden, und beobachtete es aus einer dunklen Gasse heraus. Er musste da raus. Er musste verdammt noch mal weg von hier. Stunden , so schien es ihm, war er schon in der Stadt herumgeirrt, immer auf der Suche nach eben jenem Tor, und immer darauf bedacht im dunkeln, und unentdeckt zu bleiben. Was ihm natürlich bei den Bewohnern nicht gelungen war. Aber zumindest hatten die Soldaten ihn nicht gesehen.
Er musste die Wachen dazu bringen ihren Posten nur einmal kurz zu verlassen. Nur ein winziger Augenblick, und Farin wäre draußen.
Ein Kind hüpfte den Weg vor ihm entlang, und verschwand danach schnell wieder.
Das war es. Das war die Lösung. Er brauchte ein Kind, dass die Wachen alarmierte, dass er an einem anderen Ort steckte. Diese würden mittlerweile sicherlich schon instruiert worden sein ihn auf jeden Fall zu fassen. Also würden sie, so hoffte er auch alle dort hin rennen, um den ’gefährlichen’ Magier fest zu nehmen. Eigentlich sollte es so klappen. Aber er musste sie irgendwie aufhalten, damit sie nicht sofort danach wieder auf ihre Posten kamen. Er beschwor ein Blutfliegenskelett neben sich, und wartete darauf, dass noch ein Kind vorbei kam.
„He du. Bleib mal stehen. Willst du dir einen Goldtaler verdienen?
Gut dann renn zu den Wachen, und sag denen ein Magier hätte dich bedroht, und der sei genau hier. Dann führst du sie hier her. Verstanden?
Gut. Hier hast du dein Goldstück, und jetzt renn zu den Wachen. Sag sie solle alle kommen, da der Magier einen Diener hätte.“
Das Kind war sicherlich schon 9 oder so, und Farin glaubte, dass es alles hinbekommen würde. Jetzt aber lag es an ihm hier möglichst schnell wieder weg zu kommen. Denn wenn der kleine alles richtig machte, dann wären hier gleich ein paar Soldaten auf der Suche nach ihm. Er drückte sich gegen die Hauswand, und machte sich schnell auf den Weg weiter zurück in die Gasse. Dann versuchte er weiter vorne am Tor eine weitere Gasse zu finden, was auch gut gelang.
Da hörte er auch schon die aufgeregten Schreie der Soldaten, die vorne vorbeiliefen, dem kleinen Jungen folgend. Die Blutfliege hatte er an ihrem Ort belassen, um die Wachen ein wenig zu beschäftigen. Jemanden verletzen konnte sie eigentlich nicht, und so diente sie einfach nur als Ablenkung, um ihm wenigstens etwas mehr Zeit zu geben durch das Tor zu verschwinden.
Er sah keine Wachen mehr vorbeilaufen, biss die Zähne zusammen, und rannte los. Er versuchte seine Schulter in einer Position zu halten, und sie beim rennen nicht all zu sehr zu bewegen, denn sie war das was mit Abstand am meisten in seinem Körper schmerzte. Es gelang auch einigermaßen, und er kam einigermaßen schnell voran.
Wenige Meter später hatte er das Tor passiert. Aber die hörte er schon die Rufe hinter sich. Aufgeregte Soldaten, die nach ihm riefen. Und die Stimmen kamen von oben. Es waren also doch nicht alle mitgekommen, und einige hielten immer noch Wache. Er hörte, wie Bögen gespannt wurden, und danach Pfeile durch die Luft surren. Weitere aufgeregte Rufe folgten.
Farin bog derweil in die erstbeste Gasse ein, um den Pfeilen zu entrinnen. Er hatte es zumindest schon einmal aus den Stadtmauern herausgeschafft. Das zwar nicht unbemerkt, aber immerhin war er draußen. Jetzt musste er eindeutig losrennen.
Hätte er sich doch nur teleportieren. Doch seit seiner Ankunft hatte er es nicht mehr probiert. Aber er hatte auch keine Hoffnung, dass es funktionieren würde. Warum auch. Es hatte sich ja bis auf den Punkt, dass er nicht mehr in einem Wald stand nichts geändert. Und wie wahrscheinlich war es schon, dass der Standort etwas auswirkte?
Wenig später erreichte der Priester den Wald. Verfolger waren immer noch hinter ihm her. So viel war sicher. Die würden garantiert nicht so schnell aufgeben.
Farin musste schon schwer atmen. Aber er rannte weiter. Gut dass er seit dem Einhandtraining einigermaßen Fit war. Den vor diesem wäre er jetzt wahrscheinlich schon halb tot zusammengebrochen.
Aber wie dem auch sei. Langsam aber sicher musste er sich überlegen, was er machte nachdem seine Flucht hoffentlich erfolgreich war. Teleportieren funktionierte offenbar nicht. Wie also sollte er hier wieder weg kommen, wenn hier noch nicht einmal ranghohe Soldaten von Khorinis gehört hatten?
Er musste irgend jemanden finden, der ihm helfen konnte. Alleine würde er hier nie raus kommen. Er wollte. Ja er musste zurück. Das Kastell war sein Zuhause.
Schnell wurden die Bäume dichter, und das Rennen schwerer. Er wurde zusehends langsamer, bis er schließlich nur noch ging. Aber hinter ihm waren keine Schritte zu hören, die schnell näher kamen. Eigentlich war gar nichts zu hören.
Der Burgherr hatte etwas von einer Feindlichen Armee gesagt, die innerhalb von einigen Tagen ankommen sollte. Vielleicht war es schon so weit, und die Soldaten hatten die Feinde gefunden. Farin hatte jegliches Zeitgefühl verloren in der Kerkern, und konnte das so nicht einschätzen. Er ging einfach immer weiter. Irgendwann würde er schon jemanden finden. Hoffentlich war irgendwann bald...

Farin
12.12.2005, 21:19
Die Nacht hatte Farin auf dem Waldboden verbracht. Was seinem schmerzenden Körper nicht wirklich gut getan zu haben schien. Wie sollte es auch, wenn man eine Wurzel als Kopfkissen benutzen musste, und es eigentlich viel zu kalt war. Außerdem musste er ja immer halb wach sein, um gegebenenfalls zu fliehen, sollten Soldaten auftauchen.
Aber er lebte noch. Zumindest einigermaßen. An die Schmerzen hatte er sich so gut es eben ging gewöhnt, und er ging nun nur noch langsam. Direkte Verfolger hatte er nicht mehr. Warum wusste er nicht genau, aber er meinte in der Nacht Schwerter gegeneinander krachen gehört. Vielleicht waren die feindlichen Soldaten angekommen, und waren wichtiger als ein entflohener Magier. Aber er würde sich darüber sicherlich nicht aufregen.
Seine Schulter schmerze immer noch bei jeder kleinsten Bewegung, und auch den Rest seines Körpers konnte man bei weitem nicht als gesund einschätzen.
Seine Lage war schon relativ aussichtslos. Er war scheinbar in einem Land, und kein Mensch schien zu wissen, wo er her kam. Geschweige denn, wie er zurück kommen sollte. Sein kopf war seitdem er aus der Burg draußen war nur noch mit diesem Problem beschäftigt. Wie war er hier her gekommen, und vor allem wie sollte er wenn er das nicht einmal wusste, wieder hier weg kommen?
Grade wollte er sich wieder einmal zu einer der mittlerweile häufiger gewordenen Pausen niederlassen, da hörte er ein vertrautes Geräusch. Ein Kreischen. Er erkannte es sofort, und es erinnerte ihn an Khorinis. Zumindest die gleichen Tiere schien es hier ja zu geben. Vielleicht war er doch nicht so weit weg, und die Menschen hier waren einfach nur Sturköpfe, die nicht über die umliegenden berge hinwegsehen wollten?
Ein kleiner, ganz kleiner Hoffnungsschimmer kam auf. Vielleicht. Ja vielleicht kam er doch noch einmal zurück. Oder war das ganze gar ein Traum, und er wachte bald schweißgebadet im Bett auf? Nein die Wahrscheinlichkeit war viel zu gering. Da wäre er bis jetzt bestimmt schon mal aufgewacht.
Aber jetzt wurde er erst einmal durch dieses Geräusch von weiteren Gedankengängen abgehalten. Der Schrei war von der Seite gekommen, und als er sich dort hin drehte, sah er, dass seine Vermutung richtig gewesen waren. Da stand ein Scavenger. Allerdings sah dieser ein wenig anders aus, als auf Khorinis.

Anders. Ja genau so könnte man ihn beschreiben. Ihn, und auch den Geschmack des Fleisches. Farin hatte, da sein Proviant langsam aber sicher knapp wurde, die Gelegenheit beim Schopf gepackt, und sich ein schönes Essen gemacht. Allerdings hatte er wirklich damit gerechnet, dass dieses Scavenger ähnliche Ding wenigstens so schmeckt, wenn es denn schon nicht genau so aussehen konnte. Aber naja in seine Not hätte man ihm wahrscheinlich alles anbieten können. Und so schlecht schmeckte es ja auch gar nicht. Auch wenn er sagen musste, dass ihm da ‚normales’ Scavengerfleisch wesentlich lieber war.

Nachdem er seinen geschundenen Körper wieder aufgerafft hatte ging es weiter. Immer weiter geradeaus. Immer und immer weiter. Ab und zu musste er von seinem gradlinigen weg mal wegen eines steilen Abhangs abweichen, aber im Großen und Ganzen ging es immer weiter geradeaus. Immer schien es langsam aber steig bergauf zu gehen.
Der Priester wollte hauptsächlich weg von hier. Immer weiter ging er, und immer müder wurde er. Aber er schleppte sich Meterweise vorwärts. Dachte nur noch daran den nächsten Schritt zu schaffen. Und dann den nächsten.

Schließlich sah man einen schwarz gekleideten rothaarigen Herrn umkippen. Er war gegangen und gegangen, und dann scheinbar ohne Grund umgefallen. Nun lag er, einer Leiche gleich, am Boden. Niemand schien in der Nähe zu sein, der ihm hätte helfen können. Der Wind fegte über ihn hinweg, wie über einen Stein, der schon Jahre dort lag, und es fing an zu regnen.

Farin
13.12.2005, 21:56
Farin merkte, wie er langsam aber sicher wieder aufwachte. Langsam kehrte seine Erinnerung wieder zurück. Er war einfach nur immer weiter gegangen. An mehr konnte sich der Priester nicht mehr erinnern. Aber eines stand fest. Er lag hier sicherlich nicht auf dem Waldboden. Es war so schön weich. Er schien auf einem bett zu liegen. Aber was machte er in einem Bett? War es doch ein Traum gewesen? Langsam. Ganz langsam öffnete er die Augen.
Kurz nachdem er die Augen geöffnet hatte schloss er sie schnell wieder, und verfluchte sich, sie geöffnet zu haben.
Er war nicht zurück im Kastell, in seinem Bett. Nein er lag hier in irgendeiner Hütte, die er noch nie gesehen hatte. Warum hatte er den Gedanken nicht wenigstens noch ein wenig genießen können. Es wäre wirklich schön gewesen, wenn er wieder zurück gewesen wäre. Aber so sah das Kastell ganz sicher nicht aus.
Langsam, wie um ganz sicher zu sein öffnete er die Augen erneut ein kleines bisschen. Nein so sah das Kastell definitiv nicht aus.
Wenn ihm die Illusion schon genommen war, dann wollte er jetzt aber auch wissen, wo er denn nun wirklich war. Er drehte seinen Kopf, und merkte sofort, wie die Schmerzen zurückkamen. Schlagartig waren sie wieder da, und er bereute es um so mehr nicht einfach mit geschlossenen Augen liegen geblieben zu sein.
Er hörte etwas, und schlug die Augen erneut auf, und drehte sich ruckartig um, was ihm eindeutig nicht bekam. Mit Schmerzverzerrtem Gesicht blickte sich der Priester in der, wie er nun registrierte ziemlich kleinen, Hütte um. Si war scheinbar komplett aus Holz gemacht. Da in der kleinen Holztür stand jemand.
Jemand in einer ziemlich abgerissen aussehenden hell roten Robe. Jedenfalls glaubte Farin, dass es mal diese Farbe gewesen war. Aber so genau konnte man das jetzt auch nicht mehr sagen. An sich hatte sie auffallend viele Risse, und war sicherlich nicht neu. Außerdem sah sie ziemlich dreckig aus. Am Saum schien sich er halbe Waldboden zu befinden, der sich allerdings so langsam von diesem löste und es sich auf dem Boden der Hütte gemütlich machte.
Dieser Mann trat ein, und schloss die Tür wieder hinter sich.
„Ich hab dich gestern Nacht gefunden. Sahst ja nich wirklich gesund aus. Was hasten da gemacht?“
Der Priester war etwas überrascht von der Art des Fremden. Aber gut er musste wohl wirklich dankbar sein. Denn wenn dieser Typ ihn dort hätte liegen lassen, dann hätte er jetzt auch schon wieder im Kerker sitzen können.
„Ich wollte weg. Irgendwohin. War mir egal. Ich kenne mich hier ja eh nicht aus. Aber ich bin euch sehr dankbar, dass ihr mich nicht dort liegen gelassen habt.“
„Wie du kennst dich hier nich aus?“
„Nun ich bin bei einer missglückten Teleportation hier gelanget. Wo immer das auch sein mag. Ihr müsst wissen ich bin Magier. Eigentlich hätte ich gar nicht hier sein sollen, aber irgendetwas ist anscheinend schief gelaufen.“
Die Augen des Mannes weiteten sich, als Farin das Wort Magier in den Mund nahm.
„Ihr scheint überrascht zu sein, dass ich Magier bin, wenn ich eurem Gesichtsausdruck glauben schenken kann.“
„Nun nich wirklich überrascht. Sagen wir mal froh. Ich würd mich ja selber fast Magier nennen. Aber irgendwie fehlen mir noch die wirklichen großartigen Fähigkeiten.“
Wirklich ein komischer Kauz, dachte Farin. Lebt allein im Wald, und denkt von sich er wäre Magier. An wen war er da bloß geraten. Er wollte hier weg, und sich nicht mit diesem Kerl da rumplagen.
„Was kannste denn so tolles?“ fragte dieser auch schon weiter.
„Hauptsächlich beschwören.“ war Farins kurze, aber durchaus zutreffende Antwort darauf.
„Kannste mal was zeigen?“
„Nein, ich glaube dafür bin ich im Moment nicht in der Lage.“ Was natürlich eine faule Ausrede war. Er wollte einfach nur so schnell wie möglich weg.
„Habt ihr zufällig einmal etwas von Khorinis gehört?“ fragte Farin kurz darauf, um eine Frage des Typen zu unterbinden.
„Von was? Ne nie gehört. Was issn das? Kommste da her, oder was?“
Hörte der denn nie auf zu Fragen?
„Das ist eine Insel, und ja von dort kam ich hier her. Wie auch immer.“
„Ich denk du hast dich her teleportiert hasste grad doch gesagt …“
„Schon, aber eigentlich wollte ich an einem anderen Ort auskommen. Nein ich wollte nicht nur, sondern hätte dort auch auskommen müssen, und nicht hier.“
„Teleportier dich dann doch wieder zurück.“
Traute dieser Kerl ihm eigentlich auch zu, dass er auch denken konnte? So weit schien der jedenfalls nicht denken zu können. Sollte er sich doch in seine Hirngespinste einmal Magier zu werden vertiefen, aber Farin wenigstens in Ruhe lassen.
„Ihr werdet es ja kaum für möglich halten, aber das habe ich auch schon ausprobiert, und es hat leider nicht geklappt, denn sonst wäre ich jetzt garantiert nicht hier.“ Farin Ton war unfreundlicher geworden.
„Naja is ja jut. Weiste denn wodrann das liegt?“
Wenn dann hätte er sicherlich schon mal versucht etwas dagegen zu tun. Obwohl wenn er es sich recht überlegte…
Er versetzte sich noch einmal zurück. Er hatte seine magische Energie gebündelt, und sie in die Rune gelassen. Aber dann war nichts mehr passiert. Wenn er es sich recht überlegte hatte er kurz das Gefühl gehabt viel zu Schwach zu sein. Vielleicht …
„Nun vielleicht habe ich eine Idee, woran das liegen könnte. Aber ich wüsste nicht, wie ihr mir da helfen könnt.“
„Na nu sag schon.“
„Also ich hatte das Gefühl, dass ich nicht genug magische Energie zusammen bekam, um mich weg zu teleportieren. Eigentlich ist das totaler Schwachsinn. Ich müsste eigentlich genug Energie haben.“
Irgendwie hatte Farin das Gefühl in den Augen seines Gegenübers ein Funkeln zu sehen, als er ‚magische Energie’ erwähnte. Dieser Typ wurde ihm von Minute zu Minute unangenehmer.
„Aber wenn ihr nichts dagegen habt würde ich mich gerne noch ein wenig hier ausruhen, bevor ich weiter gehe.“
„Ne ne bleibt ihr mal. Ich bin auch gleich wieder weg.“
Und schon war dieser komische Kauz ohne ein weiteres Wort weg, und Farin legte sich wieder hin. Liegen tat sehr gut, und diese Ruhe, wenn ihn niemand laufend etwas fragte. Himmlisch. Und ohne es zu merken war Farin erneut eingeschlafen.

Farin
14.12.2005, 21:27
Als der Priester erneut aufwachte war es dunkel. Und er war auch nicht wir sonst eigentlich immer von seinem Albtraum aufgewacht. Nein er war geweckt worden. Was war den jetzt wieder los? Wo bei Beliar war er denn jetzt schon, wieder, dass ihn jemand so unsanft wachrütteln musste?
Er öffnete die Augen, und brauchte erst einmal ein bisschen, bis er etwas erkennen konnte. Da stand jemand vor ihm. Er lag wohl immer noch in diesem Bett, bei diesem komischen Kauz in der Hütte. Nur wer war das da vor ihm?
„Was ist denn los?“ fragte er. Langsam erkannte er auch mehr, und sah schon, dass es eben jener komische Kauz war.
Was wollte der denn schon wieder? Konnte der Farin nicht einfach mal in Ruhe lassen?
„Was wollt ihr denn nun?“ Farin war schon wieder, nur von Anblick, genervt.
„Ich hätt da mal ne Frage. Wo warst du, als du dich, wie du sagtes, teleportiert habt?“
Was für eine doofe Frage, dachte Farin. Und was sollte dieses dumme ‚wie du sagtest’? Glaubte ihm dieser Typ etwa nicht?
„Ich war in Khorinis. Da, wohin ich eigentlich liebend gern wieder zurück kehren würde.“
„Ne das mein ich nich. Warste annem besonderen Ort, oder so was?“
„Naja eigentlich nicht. Obwohl ich in der nähe einer ziemlich mächtigen magischen Quelle gestanden hab.“
Das schien den Fremden wieder aus der Fassung zu bringen. Offenbar hatte dieser mit etwas anderem gerechnet. So langsam bekam der Priester aber wirklich das Gefühl, dass sein Gegenüber ihn keineswegs für einen Magier hielt. Vielleicht dachte dieser sogar Farin sei der Idiot …
„Um das ein für alle Mal klar zu stellen. Ich kann im Gegensatz zu manch anderen Anwesenden zaubern!“ Farin war lauter geworden.
„Ja ne is schon klar …“ überzeugt hörte sich diese Antwort jedenfalls nicht an.
Vor Wut richtete sich Farin schneller auf, als für ihn in seiner Verfassung ratsam gewesen wäre. Doch die aufkochende Wut vertrieb die Schmerzen zumindest vorerst. Er stand auf, und schlug die Holztür auf, holte aus seiner Tasche eine Rune, und beschwor einen Golem vor sich. Wenn das mal kein überzeugendes Argument dafür war, dass er tatsächlich zaubern konnte.
Er drehte sich um, und sah diesen Mann in seiner mitgenommen aussehenden Robe mit offenen Mund in der Tür stehen. Der offene Mund entstellte ihn noch ein wenig mehr, sodass er fast komisch wirkte. Farin ging wieder auf die Tür zu, und ließ seinen Golem zerfallen. Schnell ging der Mann aus dem Weg.
„Noch Fragen?“ schnauzte Farin ihn an.
„Ehm nein. Das war wirklich beeindruckend. Ich meine ich wäre ..“
„dazu sicherlich nicht in der Lage. Das war mir schon klar.“ Schnitt Farin ihm das Wort ab. Seine Wut war so gut wie verflogen. Aber er hatte neue Hoffnung. Vielleicht kannte sich dieser Typ ja hier im Wald aus. Und das war so gut wie sicher. Schließlich lebte er hier, und das nach dem Sammelsurium an Gegenständen in seiner Hütte zu schließen schon relativ lange.
„Mich würde nur eines interessieren. Sind euch hier in der Nähe alte Ruinen, die schon längst verlassen sind, bekannt? Sie können ruhig schon verfallen sein.“
„Einige kenne ich sicherlich, nur alle bestimmt nich.“
„Alle sind auch hoffentlich nicht erforderlich. Sagt mir nur, wo ich diese finden kann, und ich wäre euch sehr dankbar.“
„Beschreiben kann ich die eher nich, und ich glaub auch nich, dass ihr die finden würdet. Kennt euch hier ja nich aus, oder?“
Farin war sofort aufgefallen, dass er jetzt nicht mehr mit du angeredet wurde. Seine kleine Demonstration hatte offenbar deutlich Wirkung gezeigt. Vielleicht quatschte er ja jetzt nicht mehr ganz so viel. Und Recht hatte er auch, musste Farin sich eingestehen. Er allein würde diese Ruinen wohl auch trotz einer guten Beschreibung nicht finden.
Er wollte nämlich zu diesen Ruinen, da er sich erhoffte dort ebenfalls einen solchen See der Macht zu finden. Es musste hier schließlich auch einen Geben. Schon länger schwirrte ihm dieser Gedanke im Kopf herum. Es musste einen Grund dafür geben, warum er grade hier gelandet war. Und für Farin lag es nahe, dass dieser Grund darin bestand, dass es hier ebenfalls einen solchen See voller Magie gab. Dieser war schließlich, wie er schon einmal zusammen mit Ardescion und Nafolux festgestellt hatte aus einem Riss in den Sphären entstanden. Für Farin passte alles zusammen. Nur war die Frage, ob es hier wirklich einen solche Ansammlung magischer Energie gab. Und das hoffte der Priester mithilfe dieses Mannes nun herauszufinden. Mal sehen ob das gelingen würde. Er war wirklich sehr gespannt. Vor allem darauf, wohin ihn dieser Typ führen würde.
Schnell hatte auch dieser alles zusammen, was er meinte zu brauchen. Da waren irgendwelche abstrusen Gerätschaften, deren näherer Sinn Farin verborgen blieb. Aber solange er das alles schleppte, und nicht Farin fragte, war diesem alles recht, Hauptsache es ging bald los.
Schließlich hatte Farin sich bereicht erklärt etwas Proviant zu tragen. Das war zumindest das einzigste von dem Farin etwas hatte.

Farin
15.12.2005, 22:10
Farin war mit den Nerven am Ende. Zwei Tage schon waren sie unterwegs. Und dieser Kerl hatte es noch nicht einmal fertig gebracht ihn zu einer großen Ruine zu führen.
Zuerst war Farin zu einer ziemlich kleinen Ruine geführt worden. Farin hätte dazu wahrscheinlich noch nicht einmal Ruine gesagt. Es war einfach nur ein altes Steinhaus, das irgendwo verlassen und ohne Dach im Wald rumstand. Das war wirklich keine Ruine.
Danach hatte Farin eigentlich versucht klar zu machen, dass er große, wirklich große Ruinen meinte. So etwas wie eine unterirdische Bibliothek, oder eben ein unterirdischer Tempel. Es musste nicht unbedingt ein unterirdischer sein, aber irgendetwas in dieser Größenordnung.
Doch auch die Ruinen danach waren keineswegs dieser Größe zuzuordnen. Wenn dass große Tempel waren, dann wusste Farin auch nicht weiter. Es konnte doch wohl wirklich nicht schwer sein eine solche Ruine zu finden.
Und das ach so großzügig eingeplante Proviant war auch schon alle, und Farin ‚durfte’ die allgemeine Versorgung sichern. Glücklich war er über diese Aufgabe nicht, und er hatte eindeutig auch schon den Schuldigen gefunden. Er war es jedenfalls sicherlich nicht. Schließlich hatte er in diesem Land eh nichts außer sich selbst. Was sollte er also schon groß mitnehmen. Aber zum Glück für die beiden gab es in den Wäldern durch die Farin geführt wurde genügend Wild. Allerdings beschränkte sich dieses hauptsächlich auf diese Scavenger ähnlichen Kreaturen. Aber immer noch besser als gar nichts zu beißen.
So ging das nun schon einen ganzen Tag. Bis jetzt hatte Farin drei Ruinen zu Gesicht bekommen. Aber eben keine, die auch nur im geringsten seiner Beschreibung einer großen Ruine entsprochen hätte.
Immer wieder sagte sich der Priester, dass sie schon noch etwas passendes finden würden. Vielleicht glaubte er ja mittlerweile sogar schon daran. So ganz sicher war er sich da auch nicht mehr. Was sollte er nur machen, wenn er hier festsaß? Wenn er hier wirklich nicht mehr weg kam? Wenn er hier den Rest seines Lebens verbringen sollte? Vielleicht sogar mit dem Typen da neben ihn?
Nein so weit sollte es auf gar keinen Fall kommen. Farin grauste wirklich vor dieser Vorstellung. Er musste verdammt noch mal endlich wieder zurück.
Immer weiter ging es durch diesen Urwaldgleichen Ort. Alles war Grün. Überall, wo man nur hinsah. Grün. Der Boden, die Blätter der Bäume, die Büsche, und selbst die Baumstämme waren von grünem Moos bedeckt.
Farin war müde, sein Körper schmerzte immer noch höllisch, und er begab sich hier auf solche Wandertouren. Es war wirklich alles komplett schief gelaufen. Und warum? Wegen eines Traumes, dessen Inhalt er noch nicht einmal ganz kannte. Und das bis jetzt noch nicht. Er träumte in letzter Zeit immer wieder diese eine Sequenz, die ihn im Endeffekt hier hin gebracht hatte.
Mittlerweile schüttelte er dabei nur noch den Kopf. Er hätte auch einmal, wenigstens ein einziges Mal darüber nachdenken können, bevor er zu dieser bescheuerten Ruine gerannt war. Eigentlich war er also selbst Schuld.
Schlagartig blieb er stehen. Er hatte es gar nicht bemerkt, so sehr war er in seine Gedanken versunken gewesen. Aber es war schon relativ deutlich, und so weit er sich erinnern konnte schon einige Meter da. Es war so ein unbestimmtes Gefühl, dass er aber sehr gut kannte. Es war ungefähr das gleiche Gefühl, dass er in der Nähe der Stonehengegruft gespürt hatte.
Auch sein Begleiter war stehen geblieben. Er hatte sich irgendwie merkwürdig verändert, seitdem Farin ihm seinen Zauber vorgeführt hatte. Er sah Farin mittlerweile immer aus unergründlichen Augen an, die ihn zu mustern schienen. Ständig fühlte sich Farin beobachtet, und wenn er sich zum dem Kerl umdrehte, dann sah er, wie dieser ganz schnell in eine andere Richtung schaute. Hatte Farin ihn am Anfang für einen Idioten gehalten, den man nicht ernst nehmen musste, so meinte er jetzt fast ein wenig Angst zu haben. Immer wieder sah er ein flackern in den Augen dieses Möchtegernmagiers. Etwas an ihm hatte sich verändert, und das war Farin ganz gewiss nicht geheuer.
Sicherlich konnte ihm dieser Typ keineswegs gefährlich werden, aber Farin hatte trotzdem ein ungutes Gefühl.

„Ich glaube ab hier komme ich allein zurecht. Ich bezweifle, dass ich eure Hilfe noch brauchen werde. Habt dank für eure Mühen, und hier habt ihr einige Goldmünzen.“
Farin kramte in seiner Tasche rum, und suchte ungefähr zehn Goldmünzen, die er noch bei sich hatte, der eigentliche Teil seines Goldes lag ja im Kastell, zusammen.
„Ne ne ich komm schon mit. Will doch mal sehen, wohin ihr wollt, und vielleicht kann ich euch ja doch noch helfen. Kann man ja nich wissen, nich wahr?“
Naja Farin war sich eigentlich relativ sicher, dass er ihn nicht mehr brauchen würde. Aber gut wenn er unbedingt mitkommen wollte. Einige Stunden mehr oder weniger, die er diesen Kerl auf den Fersen hatte, würden sicherlich auch nicht mehr schaden.
Also ging Farin los. Er ließ sich komplett von seinem Gefühl leiten. Er erkannte ungefähr, woher er diese Energie, die es zweifellos war, was er spürte, kam.

Der Wald wurde dichter, und das vorankommen schwerer. Das war schon einmal ein gutes Zeichen dafür, dass dieser Ort relativ unbekannt war. Allerdings fragte sich Farin mit wachsender Besorgnis schon, warum dieser Kerl hier doch noch unbedingt mitkommen wollte. Erhoffte er sich mehr Gold? Das konnte er sich gleich abschminken. Für so eine miserable Planung würde Farin nicht noch mehr Geld ausgeben.
Farin hatte das Gefühl, dass es bald gar nicht mehr vorwärts ging. Er hatte das Schwert in der Hand, und musste sich durch dichtestes Buschwerk schlagen. Es schien kein Ende zu geben. Mit jedem Schlag tauchte weiteres Grün vor ihm auf. Irgendwann musste dass doch mal ein Ende haben …

Farin
16.12.2005, 22:48
Schließlich hatte er es geschafft. Er schlug nach den letzten Resten einer Liane, die ihm noch den Weg versperren wollte. Aber er sah es schon. Das konnte man dann wohl eine große Ruine nennen. Und eine gut versteckte.
Hinter hörte sich ein leises erstaunt wirkendes „Wow“ Dieser Typ lebte hier schon so lange, und wollte Magier sein, und hatte nach solchen Dingen noch nicht einmal gesucht? Hier musste es bestimmt Tausende interessanter, wenn auch verstaubter Bücher liegen. Verschüttet und vergessen.
Aber Farin wollte sich jetzt gewiss nicht mit seinem unfähigen Begleiter beschäftigen. Gebannt blickte der Priester auf das Bild, das sich im bot. Ein Gebäude, das stark an einen alten Tempel erinnerte stand dort direkt vor ihm. Er stand praktisch genau vor dem Eingang. Nur ein wenig weiter weg. Überall wucherten grüne Pflanzen hoch, und das ganze Gebäude schien schon die Farbe der Umgebung angenommen zu haben. Einige Säulen standen etwas weiter vorgerückt vor das Gebäude, und an einer lehnte ein Skelett. Das Schwert des Kriegers stach neben ihm im Boden, und sein Schild stand, angelehnt an der Säule, hinter ihm. Ein Pfeil stach in seiner Brust.
Etwas komisch war so ein einzelner Toter ja schon. Eigentlich hätten bei einem normalen Kampf hier wenn dann mehr Skelette liegen müssen. Aber wie dem auch sei. Wirklich interessieren tat es Farin nicht mehr. Dieser stand viel zu kurz vor seinem eventuellen Durchbruch, oder besser Ausbruch. Er hatte jetzt sicherlich keinen Nerv sich die ach so schöne Natur anzuschauen.
Zögerlich fing er an zu gehen, und wurde dann zusehends schneller, bis er fast in einen Laufschritt kam. Vor der Tür wurde er wieder langsamer, und blieb schließlich stehen. Hinter ihm hörte er die Schritte seines Begleiters aufholen.
Farin überprüfte die Tür kurz auf etwaige Innschriften, die man vielleicht beachten müsse, aber auf der Tür stand gar nichts. Noch nicht einmal eine einzige Verzierung war zu sehen. Er trat einen weiteren Schritt nach vorne, und versuchte die Tür zu öffnen. Zuerst wollte diese nicht aufgeben, aber als Farin sich mit seiner Schulter dagegen. Jetzt war auch noch seine zweite Schulter in Mitleidenschaft genommen. Warum hatte er auch nicht diesen Typen damit beauftragt. Dann wäre er zumindest für etwas von nutzen gewesen.
Aber wie dem auch sei. Farin würde sich hoffentlich eh nicht mehr lange mit diesem Kerl rumschlagen müssen. Und wenn Farins Vermutung richtig war, und sich hier wirklich ein solcher See befand, wie er hoffte, dann würde sein Begleiter wohl auch hier bleiben, und letztendlich so enden, wie das Skelett vor dem Eingang.
Aber bis jetzt waren es nur Vermutungen, und um diese zu bestätigen ging, ja rannte, Farin durch die Gänge. Hie und da schlug er Türen auf.
Hier drin schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Während sich außen schon die Pflanzen das Gebäude und damit den Platz zurückholten, war hier drin nichts zu sehen, dass hier seit Jahrzehnten, oder gar Jahrhunderten niemand mehr war. Jedenfalls wenn man von einer immensen Staubschicht in einigen Zimmern absah. Komischer Wiese gab es diese aber nur in einigem Räumen, und in manchen schien eigentlich gar kein Staub zusein. Komisch, aber im Moment nicht bedrohlich, also für Farin vollkommen unwichtig. Schließlich hatte er gefunden, was er suchte. Noch nicht den See, aber schon einmal eine Treppe in den Keller. Hastig stieg er die Stufen hinab, darauf achten nicht zu stolpern. Die Treppe schien recht lang zu sein, und er wollte nicht den ganzen Weg hinunter Fallen.
Das Ende war zu sehen, und Farin stieß die erstbeste Tür auf. Und da war es. Er hatte es schon bis hier hin geschafft.
Plötzlich fühlte er sich an einen anderen Ort zurückversetzt. Vor seinem inneren Auge spielte sich eine ähnliche Szene ab. Da war er, und versuchte diese Energie in sich aufzunehmen, und daneben zwei andere, die das selbe taten. Und so schnell, wie es gekommen war, so schnell verschwand diese Halluzination, oder was auch immer es gewesen war, wieder.
Diesmal nicht. Nein diesmal nicht. Hinter sich im Gang hörte er einen rasselnden Atem näher kommen. Sein Begleiter hatte es also auch geschafft. Aber das wiederum war Farin so egal. Er hatte den Ausgang vor Augen. Das war es. Es musste es sein. Es musste klappen. Er musste hier einfach wegkommen.
Er schaute sich um. In den Augen dieses Möchtegernmagiers war wieder dieses irre flackern zu sehen, das Farin schon einmal glaubte bemerkt zu haben. Aber es war ganz deutlich. Farin sollte sich beeilen hier weg zu kommen. Die Situation wurde von Sekunde zu Sekunde unkontrollierter.
Schnell, und mit fahrigen, zittrigen Händen holte er die Teleportrune wieder heraus.
„Ich habe gefunden was ich finden wollte. Hier musste ich hin. Jetzt besteht wenigstens etwas Hoffnung, dass ich wieder ins Kastell komme. Zurück nach Hause.“
Doch da sammelte Farin schon seine magische Energie. Das komische war, dass auch der Mann anfing, sich zu konzentrieren. Dabei war er allerdings gar nicht diesem hellen leuchtenden See aus Magie zugewandt, der sich vor den beiden ausbreitete, sondern auf Farin. Angst schoss in ihm hoch. Was machte der? Konnte er nachher doch etwas, von dem der Priester nichts ahnte?
Langsam aber sicher hatte er genug seiner Energie gesammelt, hoffte er. Er sammelte so viel er konnte. Er konzentrierte sich stark auf sich selbst, seine bevorstehende Teleportation, und versuchte dennoch jede der Bewegungen seines Gegenübers mitzubekommen.
Schließlich ließ er die gesammelte Energie in die Rune. Genau im gleichen Moment öffnete der Mann, dessen Name Farin noch nicht einmal kannte – und eigentlich war dieser ihm auch total egal, die Augen. Er starrte Farin an, als wollte er noch irgend etwas von ihm.
Doch Farin merkte bereits, wie der Teleportzauber seine Wirkung tat. Es hatte geklappt. Er hätte einen Luftsprung machen können. Das hieß zumindest erst einmal, dass er schon mal weg war von diesem Typen.


Farin traute sich kaum die Augen zu öffnen. Der Teleportzauber hatte ihn irgendwo hin gebracht. Kein Wind wehte, und es roch nicht nach frischer Luft. Er kannte diesen Geruch. Ja er kannte ihn nur zu gut. Sofort machte sich Erleichterung in ihm breit. Er war hier. Er lebte, jedenfalls so einigermaßen.
Langsam öffnete er die Augen, und sah genau das, was er schon seit so vielen Tagen erhofft hatte zu erblicken. Die Eingangshalle des Kastells. Er war wieder zu Hause.
Erschöpft, und erleichtert schleppte er ich durch die vertrauten Gänge hin zu den Krankenzimmern. Jetzt mussten sich erst mal die Dämonen, oder jemand anders um ihn kümmern. Kaum hatte er sich in das weiche Bett gelegt fielen ihm auch schon die Augen zu. All die Anspannung der vergangenen Tage war schlagartig abgefallen, und der Priester war einfach nur noch froh hier zu sein.

Farin
16.12.2005, 23:01
Epilog:

Farin verbrachte einige Tage in dem Krankenzimmer, und wurde von einigen (vielleicht war es auch nur einer gewesen) Dämonen wieder zusammengeflickt und gesund gepflegt. Seine Schulter haben sie auch wieder hinbekommen, allerdings trägt er bis zum heutigen tage immer noch eine Bandage um die betroffene Schulter. Jedenfalls hatte der Priester daraus gelernt, und würde sich sicherlich nicht noch einmal freiwillig an einen Arm an eine Hauswand hängen, und schon gar nicht versuchen so seinen Fall aufzuhalten.
Alles in allem konnte er schon von Glück reden bei diesen ‚Ausflug’ so glimpflich davon gekommen zu sein.

Die Albträume, die den Priester ja erst in diese Lage gebracht haben, sind seitdem er wieder zurück ist komplett verschwunden. Diese waren verursacht worden durch den Wunsch seines Unterbewusstseins noch mächtiger zu werden. Alles war nur deshalb geschehen, weil er damals einen (wahrscheinlich nicht grade kleinen) Teil dieser immensen magischen Kraft des Sees in sich aufgenommen hatte.
Was der Priester allerdings nicht weiß: Die Macht ist nicht mehr in ihm. Sein ach so unfähiger Begleiter der letzten Tage hatte ihm diese abgenommen. Das war es gewesen, worauf er sich so verbissen konzentriert hatte. Er wollte ebenfalls solche Magie wirken können, und hatte offenbar gehofft dadurch dass er Farin diese abnahm eben jenes zu können. Leider bekam er allerdings nur diese Energie, welche noch nicht einmal Farins eigene war.
Was mit dem armen Mann geworden ist ist unbekannt. Niemand hat ihn seitdem gesehen, genauso wenig wie einen immer noch entflohenen Magier, nachdem mittlerweile Überall im Einflussbereich eines gewissen Burgherrn irgendwo ganz weit weg von Khorinis gesucht wird…



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ENDE