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View Full Version : AMOKLAUF IN BADEN-WÜRTTEMBERG



Alerion
11.03.2009, 19:31
Tja nun ist es wieder einmal passiert und wieder das übliche... Echte Betroffenheit und PR-getrimmte Betroffenheit der üblichen dafür Verdächtigen.

Was haltet Ihr davon, was geht in unserer Gesellschaft (damit meine ich ja nicht nur Deutschland) schief, das es immer wieder so solchen Tragödien kommen muss?

Sind wir einfach zu abgestumpft geworden, so dass die Hemmschwelle die bei einigen schon naturgemäß sehr niedrig ist, nur einen kleinen Stein des Anstosses braucht um den emotional hochkochenden Topf zum endgültigen überquellen zu bringen?

Oder sind unsere Waffengesetze nicht streng genug?

Beachten wir einander einfach nicht genug, auch ein Indiz für Abgestumpftheit?

Wahrscheinlich eine Melangé aus Beidem vermute ich, oder was meint Ihr?

Achja Spiegelbericht (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,612673,00.html) <--

Lobedan
11.03.2009, 19:36
Kam gerade so schön in den Nachrichten, da steig ich direkt hier ein: Die Waffengesetze sind durchaus streng genug, nur was bringen strenge Gesetze, wenn sie nicht eingehalten werden? Da kann die Politik auch nur bedingt etwas für, Kontrolle ist da nämlich so eine Sache.
Hier hat sich jedenfalls der Vater etwas zuzuschreiben, wenn er anderthalb Dutzend Waffen zu Hause aufbewahrt und davon auch noch welche offen liegen lässt. Das Interesse ist in dem Alter, in dem der Junge war (17), hoch genug, dass man auf kurz oder lang von solchen Leichtsinnigkeiten angezogen wird.
In meinen Augen hat hier also in erster Linie die elterliche Erziehung und Fürsorge versagt.

Alerion
11.03.2009, 20:08
Da hast Du wohl recht befürchte ich.

Ich verstehe allerdings sowieso irgendwie nicht, warum ein Sportschütze eine solche umfängliche Waffensammlung zu Hause haben darf und zu welchem Zweck. Der Sinn erschliesst sich mir persönlich nicht wirklich. Vielleicht ist da vom Gesetzgeber doch noch hier- und da Nachbesserungsbedarf oder mangelt es hierbei einfach nur an fehlender Kontrollmöglichkeit??

Versprochen wurde dahingehend ja schon einiges nach dem letzten "Amoklauf", passiert ist aber nichts... Darum geht mir das Betroffenheitsgelaber von einigen Politikern schon jetzt ein wenig auf die Nerven, bevor sie überhaupt den Mund aufgemacht haben. Und das wird passieren und es werden wieder leere Versprechungen gemacht werden, die gar nicht eingehalten werden wollen oder können :(

Ich möchte jedenfalls nicht in der Haut des Vaters stecken, wenn sich herausstellen sollte das er die gehorteten Waffen nicht wenigstens unzugänglich verwahrt hat, sofern das überhaupt wirklich möglich ist...

Jedenfalls ist dann ein Bauernopfer fällig, um von der wirklichen Problematik, wie immer die aussehen mag, abzulenken.

Jedenfalls: Hoffentlich war der Bengel Computerspielehasser. Ansonsten wird wieder alles auf uns Spielern rumhacken :(

Wissenschaftlich fundierte Beweise braucht es für die Stammtischbruderschaft der BILD-Leser und PR-geilen Politikerdeppen ja nicht unbedingt und Gegenbeweise werden halt tapfer ignoriert ;)

Nibbler
11.03.2009, 21:41
[...]
Jedenfalls: Hoffentlich war der Bengel Computerspielehasser. Ansonsten wird wieder alles auf uns Spielern rumhacken :( [...]
Sonst bleibt uns nur noch eine Hoffnung:

<Lorien> ich glaub vorher defragmentier ich meine festplatte, schmeiß alle cds weg und installier löwenzahn, teletubbies, pokemon usw auf meinem rechner. Dann lauf ich Amok. Das wird den Psychologen EINIGES zu denken geben!

Ansonsten sehe ich aber auch klar die Schuld beim Vater.
Ich selbst bin auch Sportschütze und mich ärgert es jedesmal tierisch, wenn ich mitbekomme, dass bei einem Amoklauf mit Feuerwaffen ein Schützenverein ins Gespräch kommt. Da bohrt und sucht nämlich immer jeder als erstes. "Oooh, Schützenverein, da sind alle potentiellen Amokläufer! Da gibts viele Waffen, die werden daran ausgebildet! Gefahr pur!"
Und das ist natürlich Schwachsinn²
Wir lernen die Gefahren und die Sicherheit kennen, mit der wir den Spaß genießen müssen. Und die Sicherheitsregeln sind teilweise sogar übertrieben, das sage ich als Sportschütze. Wer allerdings fahrlässig ist, so wie der Vater es in meinen Augen war, dem helfen alle Sicherheitsregeln nichts. Er kann dem Gesetz nach so viele Waffen besitzen, wie er will. Die Bedingung ist, dass sie alle in einem Safe sicher verwahrt sind und nur er Zugang hat, wenn er denn einen Waffenschein dafür hat. Und das ist eindeutig nicht vorgefallen, sonst wäre der Sohn nicht daran gekommen.

Was in der Psysche des Jungen abging, werden wir wohl niemals erfahren. Natürlich muss da einiges schief gegangen sein, aber wenn er sozusagen noch in die Versuchung geführt wird durch die Nachlässigkeit des Vaters ...
Wenn du auf strenger Diet bist und jemand stellt dir nach einer langen Hungerzeit eine Pizza vor die Nase ...

Lobedan
12.03.2009, 15:29
Bei uns in der Schule wurde das Thema heute sehr ausführlich diskutiert. Die Lehrer waren von Früh an angewiesen, den Schülern in den Stunden die Möglichkeit zu geben, ihre Gedanken und eventuelle Ängste deswegen zu äußern. Zudem wurde diskutiert, ob man an unserer Schule vielleicht etwas verändern muss, um so etwas zu vermeiden und das Miteinander auch zu verstärken, um Anzeichen für sowas zu erkennen. Letzten Endes wurde auch beschlossen, morgen ein Beileidsschreiben nach Winnenden zu schicken.

Ich muss dazu sagen, dass in unserer Turnhalle schon mal ein Zwölftklässler ausgetickt ist und mit einer geladenen und entsicherten Schreckschusswaffe auf Schüler und Lehrer zielte. Einer der Lehrer hat ihn dann aber überwältigen können. Dass es nur eine Schreckschusswaffe war, wusste in dem Moment natürlich keiner.
Noch heute wird aber darüber diskutiert, ob es richtig war, ihn nicht von der Schule zu verweisen. Er wurde nämlich nur für zwei Wochen beurlaubt, dann durfte er wieder am Unterricht teilnehmen.
Einerseits ist es sicherlich das richtige Zeichen für diesen Schüler, dass er noch eine Chance bekam. Aus Sicht der Sicherheit für die Schule bestimmt auch, da es die theoretische Wahrscheinlichkeit, dass er deswegen noch einmal austickt, verringert wurde. Andererseits waren vor allem die ersten Wochen danach ziemlich schwer, vor allem für diejenigen, die mit ihm in einem Kurs waren.
Das ist jetzt ein knappes dreiviertel Jahr her, aber nach den Diskussionen heute ist es für mich eigentlich wieder gegenwärtig. Es ist nämlich nicht nur irgendwo an einer weit entfernten Schule, sondern kann direkt bei dir vor Ort passieren. In einer Art ein beängstigender Gedanke, auf der anderen Seite für mich aber auch beruhigend, dass der Lehrer damals den Mut zum Eingriff hatte. Sowas schafft Vertrauen, das bei solch einem Thema sehr wichtig ist.

Ps0ke
12.03.2009, 20:02
Bei uns wurde leider keinn Wort darüber geredet :( Bis auf eine anspielung unserer einwenig zerstreuten und überreagierenden Deutschlehrerin die einem Schüler eine Schere weg genommen hat mit der er gespielt hat, mit den Worten "Jetzt gabs schon diesen Amoklauf, jetztm usst du nich auchnoch damit anfangen!" Was das Ganze ein wenig belustigt aht, aobwohl es wie ich finde ein sehr ernstes und ernstzunehmendes Thema ist. Ich ahoffe auch das nicht wieder alles auf die Gaming-Communityabgeschoben wird, sondern man auch die anderen Gründe für solche dinge in Betracht zieht. Das hat nähmlich icht nur mit Gewaltspielen zu tun sondern es kommen noch mehr Einflüsse dazu die dann alle zusammen zu sowas führen können. aÁuch wenn das nie der Richtige "Ausweg" ist. So hat es auch Christian Pfeiffer geasagt.

Doch auch Pfeiffer ist der Meinung, dass GTA 4 nicht das alleinige Übel sei. »GTA 4 allein macht niemanden zum Amokläufer. Es müssen immer andere Belastungsfaktoren hinzukommen, etwa innerfamiliäre Gewalt, Misserfolg in der Schule oder eine soziale Außenseiterrolle.«
Quelle (http://www.gamepro.de/news/spiele/xbox360/actionspiel/christian_pfeiffer_meldet_sich_zu_wort/1959717/christian_pfeiffer_meldet_sich_zu_wort.html)
Natürlich kann das Spielen von Gewaltverherrlichen Spielen die Hemmschwelle nach unten setzen ud ich denke da tragen dann die Eltern und Freunde auch eine Gewisse Verantwortung, zu merken wenn das nicht mehr nur Spass ist. Ich möchte niemanden angreifen oder Schuld zuweisen, keine kann sehen was in einem Menschen wirklich vorgeht, dr zu sowas fähig ist.Und dass der Vater die Waffen einfach so liegen läss t muss doch eine Einladung dazu gewesen sein. Dann noch die Chat nachricht (Siehe Spiegel)... Okay solche mledungen gibt es bestimmt viele, aber wenn amn den Jungen kennt, er war Sprotschütze (Nichts gegen euch Nibbler) wusste also wie er damit umgehen musste, Bekannte beschreiben ihn als frstriert, dann noch die Private Waffensammlung des Vater, der die auchnoch rumliegen lässt: irgentwie hätte man es kommen sehen können. Ich persöhnilch hoffe dass sowas nicht mehr vokommt!

Nibbler
12.03.2009, 21:12
Auch in unserer Schule war es ein Thema, doch viel sagen wollte darüber niemand was von uns. Es war nun mal nicht der erste Amoklauf der passierte, seitdem ich in der Schule bin. Es waren bestimmt schon fünf Stück, und wenn man jedesmal darüber redet, ist einfach alles gesagt, wenn es wieder mal passiert. In der Pause muss wohl eine Konferenz der Lehrer gewesen sein, in der besprochen wurde, was wir dann unternehmen. Anders als in der betroffenen Schule gibt es dann nicht ein Code-Wort, dass nur die Lehrer kennen, sondern wir kennen es nun alle. Ist natürlich wunderbar, dass sie uns das mitgeteilt haben, vor allem entsteht nun viel besser Panik und ein Amokläufer auf unserer Schule weiß sofort, wo er anfangen kann zu töten: Dem Sekretariat mit dem Mikro für die Durchsage. Jedenfalls wurde auch wieder besprochen, was daran Schuld war. Schnell waren wir wieder beim Thema "Killerspiele" und mittlerweile hasse ich das Thema einfach nur noch. Es ist vielleicht nicht ganz außer Acht zu lassen, aber warum es immer wieder als Grund genannt wird, und nicht seine Dusche oder das Weißbrot, das er aß, weiß ich bis heute noch nicht. Mich kotzt das einfach total an. Ich spiele ab und an auch solche Spiele. BÄM bin ich erst mal vorsorglich in der Schublade der Potentiellen. Wenn ich dann noch sage, dass mein Hobby das Sportschießen ist, schauen mich sofort alle an. Bingo. Danke an die Spacken, die meine Hobbys in Verruf bringen.

WorldSuxx
12.03.2009, 23:37
Mich kotzt das einfach total an. Ich spiele ab und an auch solche Spiele. BÄM bin ich erst mal vorsorglich in der Schublade der Potentiellen. Wenn ich dann noch sage, dass mein Hobby das Sportschießen ist, schauen mich sofort alle an. Bingo. Danke an die Spacken, die meine Hobbys in Verruf bringen.

Kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch ich fühle mich hin und wieder in die Schublade gesteckt, dass man mich doch lieber meiden sollte, wenn sowas passiert. Ich sammle Waffen, mache Kampfsport, spiele gerne Shooter und höre darüber hinaus auch noch Heavy Metal - ja, ganz toll.

Das Wort "Killerspiele" löst bei mir inzwischen dermaßen Aggressionen aus, die sämtlich in Shooter aufkommenden Aggressionen in den Schatten stellen. Gerade als das gestern im Radio kam, fing sogar meine Mutter beim Mittagessen wieder damit an und hat wieder regelrecht gehetzt, man müsse sowas doch sofort verbieten. Naja, was soll man dazu noch sagen? Ich für meinen Teil habe einfach alles gesagt, und wer glaubt, er könne mir unterstellen, ich sei da gefährdet, soll mich eben meiden.

Spawn22
13.03.2009, 15:16
jaja,es ist immer das selbe.Ballerspiele,aber was ist eigentlich mit uns ARPGamers?
Stecken wir nicht in der selben Schublade?
Sind wir nicht auch potentielle Killer? Wir können genauso leicht mit nem anderthalb händer durch die Straßen ziehen um Leute aufzuschlitzen,weil wir sie mit Kobolden oder Gobblins verwechseln... ;)
Das ist genauso möglich,es ist bisher nur noch nicht vorgekommen.Und wollen wir uns nix vormachen,an Schwerter,Lanzen und Morgensterne kommt man genauso leicht ran,wenn man sie nicht sogar selber baut.
Davon mal ab,sind sie effektiver weil man lautlos ist.(bitte nicht falsch verstehen,man muß sich damit nurmal auseinander setzen...)
Außerdem sollte man dabei immer noch was mit einbeziehen:wo sind die amokläufe immer passiert? Richtig zu 90% in irgendwelchen Schulen.
Jetzt die Frage warum?Hat der Amokläufer kein selbstvertrauen,weil er einen Ort aufsucht,an dem er definitiv opfer findet,bzw. auch trifft?
Oder geht er an den Ort,wo er am meisten gelitten hat um sich zu rächen?
Weil wenn er wirklich diesen sog."Realitätsverlust" hat,warum geht er dann nicht aus seiner Haustür raus und fängt dann erst an zu morden,sobald er den ersten Menschen trifft....?
Es liegt nicht immer an den Menschen selber, sonder viel an den Eltern,Umgebung,den Mitmenschen und freunden.Warum kapseln sich die meisten "potentiellen Killer" immer ab?
Klar,die einen haben bestimmt ne kleine Macke,aber was ist mit dem Hauptanteil?Weil keiner seiner Mitschüler oder sonstigen "Freunde" akzeptiert,das er/sie vielleicht nen bischen anders ist und nicht in die norm passt.vielleicht nicht auf DSDS uder BB steht sonder sich lieber mit Reportagen über WW2 die Zeit vertreibt(fiel mir grad kein besseres Beispiel ein).
ich möchte hier niemanden in Schutz nehmen,aber ich hab schon immer zu den leuten gehört die immer beide seiten betrachten.

@WorldSuxx
Kann dich gut verstehen,mir ging es früher nicht anders,hatte früher die selben Hobbys(die Musik höre ich heute noch),hab zwar keine Schußwaffen gesmmelt,aber die restlichen Sachen wurden auch von allen mistrauissch betrachtet.womit wir wieder der Individualität des Mnschen wären...

Möchte an dieser Stelle nochmal erwähnen,dass ich hier niemanden auf die Füße treten wollte,oder ähnliches.Ich habe hier nur meine persönliche Meinung kund getan.

Lobedan
13.03.2009, 16:17
Außerdem sollte man dabei immer noch was mit einbeziehen:wo sind die amokläufe immer passiert? Richtig zu 90% in irgendwelchen Schulen.
Jetzt die Frage warum?Hat der Amokläufer kein selbstvertrauen,weil er einen Ort aufsucht,an dem er definitiv opfer findet,bzw. auch trifft?
Oder geht er an den Ort,wo er am meisten gelitten hat um sich zu rächen?
So in der Art, ja. Die Schule ist bei jungen Menschen in den meisten Fällen der Ort, an dem sie Niederlagen erlitten haben. Nicht selten kommt es auch in der heutigen Zeit noch vor, dass Lehrer ihre Position ausnutzen und die Schüler spüren lassen, dass sie nichts können.
Sowas sollte man aber nicht auf sich sitzen lassen und in sich reinfressen, sondern dagegen muss man sich wehren. Über Vertrauenslehrer, Tutoren, den Direktor und so weiter gibt es in der Schule schon genügend Möglichkeiten dafür. Genauso gibt es Eltern, wobei das in vielen Fällen ein wunder Punkt ist.

Weil wenn er wirklich diesen sog."Realitätsverlust" hat,warum geht er dann nicht aus seiner Haustür raus und fängt dann erst an zu morden,sobald er den ersten Menschen trifft....?
Es liegt nicht immer an den Menschen selber, sonder viel an den Eltern,Umgebung,den Mitmenschen und freunden.Warum kapseln sich die meisten "potentiellen Killer" immer ab?
Klar,die einen haben bestimmt ne kleine Macke,aber was ist mit dem Hauptanteil?Weil keiner seiner Mitschüler oder sonstigen "Freunde" akzeptiert,das er/sie vielleicht nen bischen anders ist und nicht in die norm passt.
Letzten Endes summiert sich alles. Man frisst Ärger in sich hinein, zu Hause läuft es mit den Eltern überhaupt nicht gut, man findet keinen Spaß im Leben, mit Freunden sieht es auch nicht so doll aus. Sobald ein Mensch einen bestimmten Punkt erreicht hat, dann geht in ihn nichts mehr rein. Da reicht dann eine ganz kleine Sache, damit alles rauskommt.
Wer hatte von euch schon mal das Gefühl, wegen einer sehr ärgerlichen Sache irgendetwas kaputt machen zu wollen? Sicherlich jeder. Das ist normal. Die Psyche des Menschen ist zu weit mehr fähig, als der Körper selbst. Und solche Dinge gehen nun mal an die Psyche. Und wenn man sich selbst nicht dagegen schützen kann und niemand da ist, der etwas merkt, dann sind solche Folgen auf kurz oder lang nicht vermeidbar.

So sehe ich das. Das ist sicherlich keine Beschreibung, die immer aufgehen muss, aber durchaus ein Konzept, das oft trifft. Es sind die kleinen Dinge in der Summe, die zu ganz großen Dingen werden können.

Andauril
15.03.2009, 16:22
Ich frage mich ehrlich gesagt immer noch, was Menschen dazu treibt, so etwas zu tun.
Aber der Täter war ja auch in psychatrischer Behandlung, und dass seine Eltern die Waffen einfach so im Haus herum liegen gelassen haben, hat wohl auch seinen Teil dazu beigetragen, dass es soweit kommen musste.
Ich glaube allerdings nicht, dass "Killerspiele" an den Amokläufen schuld sind. Wer das glaubt, macht es sich zu einfach. Außerdem, wenn es wirklich so wäre, dass Killerspiele Amokläufer "machen"... dann müsste hier ja die halbe Community an ihre Schulen/Unis/Arbeitsplätze/Ausbildungsplätze gehen und rumballern...

WorldSuxx
15.03.2009, 18:30
Aber der Täter war ja auch in psychatrischer Behandlung, und dass seine Eltern die Waffen einfach so im Haus herum liegen gelassen haben, hat wohl auch seinen Teil dazu beigetragen, dass es soweit kommen musste.


Meines Wissens war diese vermeindliche Psychische Behandlung ein Ermittlungsfehler. Zumindest wurde es von Anwalt und Familie bestritten, ob das jetzt nun stimmt, weiß ich nicht, aber ich sehe keinen Grund, warum man das dementieren sollte.
Ebenfalls habe ich gelesen, dass von den 16 registrierten Schusswaffen noch 15 im Haus auffindbar und auch weggeschlossen waren. Die 16. war ja angeblich die Beretta mit der er um sich geschossen hat.

Anyway - 16 Waffen sind halt sehr viel, aber da ich selber mehr als Waffe geltende Gegenstände besitze, bin ich lieber ruhig ;).

Nibbler
15.03.2009, 20:28
Möglicherweise kann der Vater, der ja bekanntlich eine seiner Waffen nicht im Tresor, sondern im Schlafzimmer unverschlossen aufbewahrte, wegen fahrlässiger Tötung angeklagt werden. Nun, da der Täter tot ist und nicht mehr zur Rechenschaft gezogen werden kann, ist möglicherweise der Vater dran.
(Quelle (http://www.bild.de/BILD/news/2009/03/15/amoklauf-in-winnenden/wird-vater-von-tim-kretschmer-wegen-fahrlaessiger-toetung-angeklagt.html))

Die Quelle darf zwar angezweifelt werden, aber immerhin ein Anfang.

WorldSuxx
15.03.2009, 22:30
Was hälst du denn von dieser Anklage?
Ich find es eigentlich unsinnig ihn wegen fahrlässiger Tötung anzuklagen, aber richtig ihn für ungemäße Aufbewahrung zu belangen. Mir drängt sich hin und wieder der Verdacht auf, dass sowas dann aus "Genugtuung" den Opfern gegenüber gemacht wird. Einerseits finde ich es richtig den Vater zu bestrafen, da er ganz sicher eine Mitschuld trägt, aber ihm wegen fahrlässiger Tötung vermutlich das ganze Leben zu verbauen finde ich unnötig.

HeavyGuard
15.03.2009, 23:23
Was hälst du denn von dieser Anklage?
Ich find es eigentlich unsinnig ihn wegen fahrlässiger Tötung anzuklagen, aber richtig ihn für ungemäße Aufbewahrung zu belangen. Mir drängt sich hin und wieder der Verdacht auf, dass sowas dann aus "Genugtuung" den Opfern gegenüber gemacht wird. Einerseits finde ich es richtig den Vater zu bestrafen, da er ganz sicher eine Mitschuld trägt, aber ihm wegen fahrlässiger Tötung vermutlich das ganze Leben zu verbauen finde ich unnötig.sehe ich ebenso. Mal abgesehen davon das der Sohn die Munition trotzdem aus einem wohl verschlossenen Waffenschrank geholt hatte.

Hier muss er sich also irgendwie den Code abgeschaut haben. Lässt sich IMO auch auf keinen Fall vor der eigenen Familie verbergen.

Ansonsten stellt sich einfach die Frage was der Sohn sonst gemacht hätte wenn er nicht an die Waffen gekommen wäre. Eventuell mit einem Messer, einer Axt oder einem gestohlenen Auto seinen frust rausgelassen? IMO ist es zu einfach die Schuld immer nur bei den Schusswaffen zu suchen.

Genau wie dieses derzeitige Geheulke nach verschärften Waffengesetzen und (wieder mal) Verboten für Killerspiele. Es sollten nicht die Symptome sondern die Ursachen bekämpft werden. Die Ursachen sind IMO zuwenig Zeit durch die Familie (die Jobs heutzutage sind in der Regel familienfeindlich) und zudem eine Massenabfertigung (große Klassen) in den Schulen.

Ideal wäre es wohl wenn man mit einem 6 Stunden-Job (Tagesstunden) genug Geld verdienen könnte um die Familie zu versorgen - da bliebe dann genug Freizeit in der sich die Eltern auch um die Kinder Kümmern könnten. Real sind dagegen eher 8 bis 12 Stunden am Tag die man für den Job unterwegs/abwesend ist. Der Rest des Tages ist dann ja auch noch keine echte "Freizeit", denn da müssen noch die normalen Sachen (Putzen, Einkaufen, Waschen etc.) erledigt werden.

Schön wäre es natürlich wenn man auch dann noch so viel Geld verdienen könnte das ein Partner (nein, es muss nicht die Frau sein) den ganzen tag zu Hause sein kann.

Allerdings sind das Träume. Die Politik müsste eine völlig andere Linie fahren und auch die Firmen müssten bereit sein auf einen Teil der Gewinne zu verzichten. gerade bei letzterem ist aber über die letzten Jahre eher das Gegenteil der Fall. Die Firmen werden immer Gewinn-geiler und unsozialer während die Politik mit Mini- bzw. 1Euro-Jobs das ihrige tut um die Katastrophe anzuheizen.

Nibbler
16.03.2009, 00:31
Eine Strafe für den Vater muss auf jeden Fall sein, keine Frage.
Für mich steht auch fest, dass er teilweise die Schuld mit trägt, denn sonst wäre er wohl schlecht an die Waffe gekommen. Natürlich kommt man an Munition leichter, ich meine sogar, dass man diese nicht mal verwahrten muss in einem Tresor. Das würde, wenn es stimmt, auch Heavy Argument außer Kraft setzen.
Wenn man es überspitzt sieht, hat der Vater seinem Sohn die Waffe organisiert, mit der er viele Leute getötet hat. Und sowas ist eine klare Mitschuld und fahrlässige Tötung. Irgendwie bin ich zwiegespalten, glaube ich schon, dass die Anklage gerechtfertigt ist. Doch finde ich, dass seine Strafe nicht sooo hoch ausfallen sollte, denn er hat zwar die Waffe "organisiert", doch rechnen konnte man mMn mit diesem Amoklauf nicht.

WorldSuxx
16.03.2009, 14:58
Naja gut, Unwissendheit schützt nicht vor Strafe. Und um diese Floskel jetzt nicht völlig zu strapazieren, möchte ich erklären, was ich meine: Wer keine Schusswaffe braucht, hat in meinen Augen einfach überhaupt keinen Grund eine zu besitzen. Wenn der Vater weiß, dass sein Sohn keine braucht, ist es völlig egal, ob er nicht mit einem Amoklauf gerechnet hat, denn dann zählt nur, dass er ihm völlig unnötigerweise eine gefährliche Waffe in die Hand gedrückt hat. Wenn es wirklich so ist, dass er sie ihm "organisiert" hat - und der Kerl sie nicht einfach geklaut hat, dann sehe ich "mehr Schuld" als bisher beim Vater, aber das habe ich vorher noch nicht gelesen.

Wenn er sie ihm geklaut hat, hat der Vater fahrlässig gehandelt, aber in meinen Augen niemanden getötet. Und Ja, sehe es dann auch ähnlich wie Heavy, wenn er keine Pistole bekommen hätte, hätte er vielleicht eine andere Waffe genommen. Ich meine, geh in einen stinknormalen Messer-Laden oder sowas. Da kriegt man inzwischen geschliffene Katanas - klar, mit umgehen können damit die wenigstens, aber ich wäre damit z.B. gefährlicher als mit einer Schusswaffe. Irgendwas hätte er gefunden.

Naja, keine Ahnung, ob mein Beitrag schlüssig klingt, bin heute etwas durch den Wind ;).

Btw: was mich tierisch aufregt ist, dass sie ein neues schwarzes Schaaf haben: Die Pornos! Heute morgen stand wieder in unserer Lokal-Zeitung, dass er Pornos von nackten Frauen auf seinem PC hatte (neben den Killerspielen). MEIN GOTT!!! Zeigt mir einen 17-jährigen, der nicht mind. ein paar nackte Frauen oder ein Killerspiel auf dem PC hat. Ich versteh es einfach nicht...

Nibbler
16.03.2009, 15:20
Ich. Ich lösche danach immer Chronik, Cache und sonstwas, weil ich mir den Rechner mit meiner Mutter teile §ugly

Nein, aber im ernst. Die suchen einfach nach nem dämlichen Grund. Alles was nicht "normal" in der Öffentlichkeit zu sein scheint, ist Schuld. Pornos sind so normal wie der Sonnenaufgang, wenn auch niemand groß darüber spricht. Ein Hobby mit Waffen ist nicht normal, ... das kotzt doch einfach an. Stellt euch nur vor, er hat sogar geduscht und Weißbrot gegessen. Warum verbieten sie das denn bitte nicht?

Nibbler
16.03.2009, 17:43
Dem Vater drohen bis zu fünf Jahren haft, oder einer Geldstrafe.
Anklage wurde erhoben, die Ermittlungen laufen. (http://de.news.yahoo.com/2/20090316/tts-ermittlungen-gegen-tim-k-s-vater-weg-c1b2fc3.html)

WorldSuxx
16.03.2009, 19:25
Ich. Ich lösche danach immer Chronik, Cache und sonstwas, weil ich mir den Rechner mit meiner Mutter teile §ugly


Okay, ich hatte schon immer meine eigenen PCs, bzw. anders gesagt: Meine Mum konnte die Dinger noch nie bedienen und daher hat sie sich immer ferngehalten davon, bis sie mal von uns ihren ersten eigenen bekommen hat :).

Ja, und Duschen sollte man sowieso verbieten! Ich meine, Grundwasser geht zur Neige, wenn da kein Handlungsbedarf besteht, weiß ich auch nicht weiter.

Ich finde Hobbies mit Waffen übrigens auch ziemlich normal. Allerdings gab es schon den ein oder anderen Kommilitonen, der blöd geguckt hat... (oder erst die Nachbarn, die mich mal mein Schwert haben polieren sehen §ugly)

Lobedan
18.03.2009, 09:00
Was ich ziemlich bedenklich finde, ist die plötzliche Anzahl an "Nachahmern". Habe gerade im Radio gehört, dass es bundesweit einige Verhaftungen wegen Androhungen von Amokläufen gab. Dass man allein dafür, dass man sich offensichtlich einen Spaß daraus macht, mehrere Monate ins Gefängnis wandern kann, finde ich richtig. Einige müssen ihre Strafen wohl auch abarbeiten, was ich ebenfalls richtig finde.

Aber allein, dass es mehrere sind, gibt mir insoweit Bedenken, dass die Justiz oder die Politik nun auf den Gedanken kommen könnte, Jugendliche mehr und mehr in ihrer Freizeit einzuschränken und diverse Aktivitäten, die sie auf solche Gedanken bringen, zu verbiten. Ich weiß nicht, ob man soweit gehen würde (und könnte), aber ich halte in der heutigen Zeit nichts mehr unmöglich.

WorldSuxx
18.03.2009, 20:55
Ich sag's immer wieder: Idioten.
Und ja, die sollen schön mal in den Knast wandern oder mal für ein paar Wochen Kippen im Park aufsammeln. Das sind dann so ganz coole, die dann glauben sie würden die Messlatte für Coolness mal wieder ein paar Meter heben. Und das schlimme ist, dass sie das wahrscheinlich wirklich tun. Als ich angefangen habe zu studieren, fanden wir die Idee mal in einem Vorlesungssaal "Für Allah!" zu brüllen und ein schwarzes Päckchen auf die Bühne zu werfen, unheimlich witzig. Aber wer das tatsächlich macht, hat sie nicht alle beisammen.

Die Tatsache, dass es viele sind, finde ich eigentlich nicht besonders erschreckend. Viel mehr habe ich mit sowas gerechnet. War das bisher nicht immer so?