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View Full Version : Gedichtewettbewerb Runde 3: Veröffentlichung der Werke



Azagur
15.06.2007, 21:45
Thema: Fantasy und Melancholie




Wer?
Das Land

Diese Welt, kalt und fest
Eisenspeere sich auftun
Hoffnungs letzter Rest
Im Grabe längst ruhn

Doch was wird es geben?
Dies die Frage ist
Wer wird froh noch leben?
Wer ein Leben trist?

Wo sind sie hin?
All die Wünsche und die Träume
Wer ist ihrer Kind?
Sie sind es, die ich versäume

Doch noch gibt es einen Weg
Er ist mir bestimmt
Des Hoffens gold’ner Steg
Für den, der ihn annimmt

Auf geht’s in ferne Gestirne
Haltet bereit euer Gepäck
Packt ein, Apfel, Brot und Birne
Denn schon bald sind wir für immer weg

Denn dort wo wir hinreisen werden
Gibt es Friede und auch Freude
Hoffnung wird hier nicht sterben
Eher die Angst, guter Leute!

Und so sehen wir dies schöne Land
Mit den Bächen, Flüssen, Seen
Den Dörfern, Städten ohne Schand’
Wir die Schöpfung könn’ nun verstehen

Es ist schön und so kommet jedermann
Dies Land ist für alle da
Es gibt nichts, was zu erreichen man nicht kann
Dieses Land besteht für jetzt und für immerdar





Dumak
Der Prinz und der Drache

Ein neuer Tag die Welt erreicht,
die Dunkelheit dem Lichte weicht.
Was gestern hoffnungslos erschien,
wird heute schnell vorüber ziehn,
hat Platz zu machen neuen Dingen,
von manchen werde ich nun singen.

Vor vielen Jahren, fern von hier,
in einer Zeit, als Mensch und Tier
noch sprachen mit der selben Zung
und die Welt noch schön und jung,
wuchs auf in einem fernen Reich
ein Jüngling, klug und schön zugleich.

Sein Name ist mir nicht bekannt,
auch der von jenem fernen Land,
des’ Thron sein Vater einst besessen,
ist heutzutage längst vergessen.
Nur noch ein ferner Widerhall
dringt durch des Vergessens Wall.

Doch alles ist noch nicht verklungen,
von alten Taten wird gesungen
und solang noch Menschen leben,
wird es diese Lieder geben.
Denn viele Dinge sind es wert,
daß man sie auch in Zukunft hört.

So laßt mich denn mein Lied erzählen,
nicht länger soll euch Neugier quälen.
Es geht um Liebe, Schmerz und Leid,
um Trauer und um Einsamkeit,
doch auch für Freude ist hier Platz
und gutem End’ im letzten Satz.

Der Königssohn, von dem ich sprach,
ihn plagte einst ein Ungemach.
Zu eng das Schloß des Vaters schien,
so bat er ihn: ›Oh laß mich ziehn,
zu sehn, was in der Welt passiert,
mein Herz nach Abenteuern giert.‹

Des Königs Herz jedoch fast brach
und unter großem Weh und Ach,
es hätt den Kummer nur vermehrt,
wenn er den Wunsch ihm hätt verwehrt,
ließ er ihn voller Trauer gehen.
Würd er ihn jemals wiedersehn?

Den Jüngling jedoch focht das nicht,
die Freude stand ihm im Gesicht.
Er schnallte um das Schwertgehänge,
stieg auf sein Roß und mit Gepränge
ritt er zum Tore dann hinaus
und verließ der Jugend Haus.

Lange führte ihn sein Weg
über manchen schmalen Steg,
hörte Wind in Wäldern rauschen,
tat so manchem Vöglein lauschen,
ritt über Brücken, schwamm im Fluß,
setzt’ hier- und dorthin seinen Fuß.

Erfuhr die größte Einsamkeit,
traf keinen Menschen weit und breit,
mußte gar in großen Städten
sich vor dem Gewimmel retten,
ritt über Wiese, Flur und Feld,
lernte kennen so die Welt.

Doch die Lust auf Abenteuer
brannte in ihm wie ein Feuer,
noch war nicht gelöscht die Glut,
die ständig nährte seinen Mut
und ihn trieb auf diese Weise
zu seiner langen, fernen Reise.

Und als er ruht auf einem Steine,
schlägt übernander Bein auf Beine
und er seine Rüstung lupft –
das Roß derweil an Gräsern zupft -
sein Schwert hell in der Sonne blinkt,
ein Vogel ihm ein Liedlein singt.

Da läßt er einen Seufzer fahren:
›Ach, nach wieviel langen Jahren
soll ich denn nach Hause gehen,
kein einz’ges Wunder ich gesehn?
Meine Reise war vergebens,
nur Verschwendung meines Lebens.‹

Da des Vogels Lied erklingt
und er in klaren Worten singt.
Der Prinz versteht es Satz für Satz,
wie er erzählt von einem Platz
umrahmt von Bergen hoch und steil,
nicht zu erklimmen ohne Seil.

Dort in einem tiefen Tal,
die Berge ringsum sind ganz kahl,
lebt ein Drache, alt und schlau,
gefangen hält er eine Frau,
ein einsam Mädchen, jung und schön,
läßt sie niemals von sich gehen.

Traurig klingen ihre Lieder,
doch sie singt sie immer wieder,
wenn ihr goldnes Haar sie kämmt
und die Spangen sie sich klemmt,
sitzt sie an eines Baches Quell
und ihre Stimme klingt so hell.

Der Jüngling hörte ganz gebannt,
dies Gefühl er nie gekannt,
lang schon war der Vogel fort,
doch er saß noch an diesem Ort.
Er ans Mädchen nur noch dachte
und sich auf die Suche machte.

Tags er suchte nach der Stelle
mit der ihm beschrieb’nen Quelle,
nachts er fiebrig von ihr träumte.
Unter ihm sein Roß sich bäumte,
wenn er es hastig trat mit Sporen.
War die Hoffnung schon verloren?

Schließlich er im Bergland stand,
keinen Weg von hier er fand,
irrte tagelang umher
›Nach Hause find ich nimmermehr.‹
Und sein Kopf sank in die Hände,
er erwartete sein Ende.

Stunden rannen, ungezählt,
lange er sich hat gequält
und sich nach Erlösung sehnte,
endlich sich im Himmel wähnte.
Sein Körper lag auf weichem Moos,
der Kopf auf eines Mädchens Schoß.

Lieblich einer Quelle Klang
plätschernd an sein Ohre drang.
Und das Mädchen sprach zu ihm:
›Eile dich, du mußt schnell fliehn,
verweile nicht und lauf schnell fort,
dies ist ein verfluchter Ort.‹

Ungläubig und voller Staunen
hört’ er sie die Worte raunen.
›Du schönes Mädchen, sage mir,
an welchem Orte bin ich hier?
Ich will nicht ohne dich mehr gehen,
so lange bleib ich bei dir stehn.‹

Und er sprang auf und sah sie an,
so wie man es nur tun kann,
wenn man im Innersten entzückt
und die Seele ganz entrückt.
›Oh komm doch mit mir, Schönste mein
und Königin wirst du bald sein.‹

Da sagte sie: ›Ich kann nicht weg,
gefesselt bin an diesen Fleck.
Von einem Drachen wohl bewacht
bin ich eingesperrt bei Nacht.
Und aus den Augen läßt er nicht
mich auch beim hellsten Tageslicht.‹

›Ich will das Ungeheuer töten
und dich befrein aus deinen Nöten‹,
sprach beherzt der Königssohn.
Und auf sein treues Pferd er schon
stieg auf und legt die Rüstung an,
nimmt seine Lanze an sich dann.

Das Mädchen warnt ihn: ›Fürchte dich,
der Drache ist gar heimtückisch.
Vor seiner List kein Mensch gefeit,
stets zu Ränken er bereit,
die du nicht hast vorhergesehn
nie läßt er dich lebend gehen.‹

›Hab keine Angst, mein schönes Kind,
wir bald wieder zusammen sind.
Ich habe keine Furcht vorm Drachen,
werde ins Gesicht ihm lachen,
schlag mit dem Schwerte auf ihn drauf,
spieß ihn mit meiner Lanze auf.‹

Da schlug die Maid die Augen nieder
›Ich hoffe sehr, ich säh dich wieder.
Nimm diesen Ring und noch den Rat,
wenn du reitest nun zur Tat,
Drachen niemals Tränen weinen,
selbst wenn sie noch so menschlich scheinen.‹

Und so ritt er zum Drachen hin,
ihn zu töten, stand sein Sinn.
In der Höhle Windung tief
auf einem goldnen Schatze schlief,
der angehäuft mit großer Gier,
das garstig schöne Schuppentier.

Mit langem Schwanz und großen Schwingen
lag er auf all den prächtig Dingen,
Pokalen, Silber, Gold, Geschmeide,
es war die reinste Augenweide.
Ein großes Glitzern und ein Funkeln,
man sahs von Weitem schon im Dunkeln.

Und ohne noch zu zögern lang,
um des Pferdes Zügel schlang
die Faust, gepanzert, voller Mut,
der Prinz, und dann mit grimmer Wut
er sein Roß zum Angriff lenkt,
zum Stoß die Lanze niedersenkt.

Jetzt war der Drache aufgewacht,
im Rachen seine Glut entfacht,
das Maul aufreißt, die Zähne blitzen
mit ihren messerscharfen Spitzen,
die krall’nbewehrten Pranken hebt,
auf daß die ganze Höhle bebt.

Der Drache war ein Ungeheuer,
verbrannt den Prinz mit heißem Feuer,
daß des Ritters Schutzschild schmolz,
als wäre es aus morschem Holz.
Doch der Jüngling nicht verzagt
Und mutig er den Angriff wagt.

Gegen das Untier reitet an,
hebt die Lanze er und dann
einen Stich mit voller Kraft,
daß in des Drachens Körper klafft
eine Wunde tief und schwer
er bringt ihm bei mit seinem Speer.

Ein letztes Mal der Atem rasselt
und die Flammenhitze prasselt,
dann der Drache ist besiegt
und er geschwächt am Boden liegt.
›So laß mir wenigstens mein Leben,
ich will dir auch die Jungfrau geben.‹

Und so kriecht er denn auch fort,
läßt zurück nur seinen Hort,
an dem der Prinz sich gütlich tut
und ihn auf sein Streitroß lud.
Dann er zu dem Mädchen eilt,
sie erscheint ihm seltsam kalt.

Hebt auf sein Roß sie unverzagt,
dann er mit ihr von dannen jagt.
Findet nun mit etwas Glück
den Weg nach Hause er zurück.
Die Menschen dort die Straßen säumen
vor Freude jubelnd überschäumen.

Der Prinz vor seinen Vater tritt
›Ich bringe meine Frau dir mit.
Sie soll die Königin hier werden,
wenn wir dein Königreich einst erben.‹
Der König sagt: ›So soll es sein,
sie sei mir lieb als Töchterlein.‹

Doch das Glück, das einst gewonnen,
ist nach kurzer Zeit zerronnen:
Im Königreich der Tod geht um,
die Menschen werden still und stumm.
Jung oder alt, ob arm, ob reich,
vorm Schwarzen Tod sind alle gleich.

Er macht nicht halt vor hohen Mauern,
kann hinter jeder Ecke lauern
und seine lange Knochenhand
zerreißt nun auch das Lebensband
des Königs, der voll Gram regiert,
das Volk die Hoffnung nun verliert.

Und in all den trüben Tagen
hört die Prinzessin man nie klagen,
nie traurig ihre Worte klangen,
nie Tränen netzten ihre Wangen.
Als tapfer dies Benehmen galt,
doch war ihr Herz wie Stein so kalt.

Doch schon das nächste Unglück droht,
es folgte eine Hungersnot.
Das Korn verdorrte auf dem Feld,
Brot gabs bald nur für teures Geld.
So mußten viele Menschen darben.
und sie zuletzt vor Hunger starben.

Des Prinzen Last ward immer mehr,
der Kummer drückte ihn gar sehr,
doch die Prinzessin focht das nicht,
nie Tränen netzten ihr Gesicht.
Hartherzig der Prinzessin Tun
schien manchen, die sie sahen, nun.

Ob zweie nicht genügend sein,
die nächste Plage brach herein:
Ein Heer die Grenzen überrennt
und alle Dörfer niederbrennt.
Der Königssohn die Schlacht verliert,
der Feind nach noch mehr Beute giert.

Der Prinz sodann in wilder Flucht
die Rückkehr in sein Schloß versucht.
Als er im Hof vom Pferde steigt,
kein Rühren die Prinzessin zeigt.
Da merkt auch er: Etwas nicht stimmt
und er auf eine Prüfung sinnt.

So zeigt er ihr den goldnen Ring,
den er einst von ihr empfing.
›Wo hab ich diesen Ring hier her?‹
Sie sagt: ›Das weiß ich nimmermehr.‹
Nun endlich er den Fehler findet:
Vor ihm sich der Drache windet.

Beherzt sein scharfes Schwert er zückt,
dem Drachen schnell zu Leibe rückt,
genug hat der ihn nun getäuscht,
nicht nochmal er ihm entfleucht.
Der Zorn ihm alle Sinne raubt,
flugs spaltet er des Mädchens Haupt.

Und noch im Todeskampf verwandelt,
des Drachens Leib den Hof verschandelt.
Der Prinz des klugen Rats gedenkt,
den die Maid ihm einst geschenkt:
›Drachen niemals Tränen weinen,
auch wenn sie noch so menschlich scheinen.‹

Schnell auf sein treues Roß er springt,
den Feind dann mutig niederringt,
und danach gleich voller Hast
zur Drachenhöhle ohne Rast
reitet er in einem fort,
denn er weiß das Mädchen dort.

Und als er dann das Tal erreicht,
findet er sie dort ganz leicht,
sieht der Prinz sie traurig sitzen,
in ihren Augen Tränen blitzen.
›Der Drache ist nun endlich tot,
zu Ende ist jetzt unsre Not.‹

Und er nimmt sie bei der Hand,
führt sie nach Hause in sein Land,
und ganz plötzlich kommt zurück
in sein Königreich das Glück.
So lebten sie noch viele Jahr
Als hochgeliebtes Königspaar.




Des Schläfers Brut
Des Schläfers Brut
Knappe des Blutes, Maid des Blutes

Der Knappe, der um sie geworben
Ward eingezogen in den Krieg.
Und dennoch, selbst bei einem Sieg,
Was sollt sie tun, sei er gestorben?

Er war gewiss nicht ihr erster Freier,
Doch war’s nach großem Glück das Streben
Das ihr auf immer gab Freude im Leben;
Bald nähte man schon einen Hochzeitsschleier.

Doch ach! Wie ein Keil
Der zwischen sie trat
Lockte Heldentat
In den Krieg voller Eil!

Auch der Knappe folgen tat
Dem Ruf seines Königs,
Dem Gottessohn, Phönix,
In den Tod für den Staat.

Alsbald denn schoss die Blutfontäne,
Grausam die Schlacht in finsterer Nacht,
Und so manchem ward der zum Opfer gebracht:
Dem Tod, der lauernden Hyäne.

Die Jahre verstrichen, und Gott ließ es sein
Dass der Knappe, der sich als Ritter nun wusste
Nicht im finstern Krieg fallen musste,
So kehrte er zur Geliebten heim.

Wehe aber! Der Ritter musst sehen,
Seine zurückgebliebene, liebste Maid
War inzwischen dennoch gefreit
Besaß Mann, Kind und großes Lehen.

Hatte man ihn denn Leben lassen
Um nun dies Schrecknis zu erblicken?
An seiner Trauer wollt er ersticken,
Wollte morden; wollte hassen.

So stellte er abends ihren Mann,
Es zog sich zu dessen Schlinge,
Denn der Ritter ergriff seine Klinge
Und spaltete den Herrn sodann.

Er sah auf das Blut, fühlte sich schlecht,
Und doch war der Ritter zufrieden.
Wie konnte ihn dieses Weib nicht mehr lieben,
Hatten sie sich’s nicht versprochen, zurecht?




Ceyx
Melacholeja: Alcyone

Wellen schlagen gegen das Schiff,
der Mast ächzt, drohend das Riff.
Wind reisst an Segel, an Seil,
verloren ist der Männer Seel' und Heil.

Ein Mann steht g'en den Sturm an,
sein Körper noch voll von Drang.
Doch dies, so die Götter droben,
wurd' zu seinem End' und Tod erhoben.

Anderswo
steht eine Frau
entsagt
dem Meeres Blau.
Anderswo
weiss sie genau - Sie verzagt:
"S'ist alles ... kalt und grau."

Die Götter donnern vom Himmel,
Regentropen bilden ein blendend' Gewimmel.
Der Mann stolpert, der Mann kämpft,
Wünsche, Hoffnung, die Lebensflamme gedämpft.

Dies soll dein Ende sein, Wurm,
zereissen soll dich unser Macht Ansturm,
so brüllen, schreien die Herren versessen,
bald ist der Mann tot, bald vergessen.

Anderswo
steht eine Frau
entsagt
dem Meeres Blau.
Anderswo
weiss sie genau - Sie verzagt:
"... alles ... kalt und grau."

Der Gedanke wird klar, s'ist vorbei,
die Natur schlägt das Schiff entzwei.
Der Mann wird gepackt und gezogen,
von Wellen und Wogen aufgesogen.

Seine Reise findet eine Ende,
kalt seine Seele, seine Hände.
Endlich kommt er wieder an Land,
endlich Ruhe, endlich der letzte Stand.

Doch anderswo
steht eine Frau
entsagt
dem Meeres Blau.
Anderswo
weiss sie genau.
Sie verzagt:
"... so bin's auch ich ... tot und grau."




Tybald
Der Werdegang unserer Welt

Im Elbenlande ein Haus war gebaut, groß und mondbeschienen,
Sollte es allem Gutem Volke vorn Arda als Wohnstätte dienen,
Fast ewig lebte Jeder nach seinem Ermessen glücklich und froh,
Keiner, der gewagt hätte zu sagen, morgen wäre es anders als so.

Doch Anders kam es und Schrecken brach herein, den keiner je erahnt,
Mit Mordsucht in den Augen, hatten sie sich einen Weg in die Stadt gebahnt,
Mit dem Blanken schwarzen Stahl gezogen, fielen sie über das Elbenvolke her,
Schlachteten Kind, Frau und Alte nieder, töteten mit rauen Klingen und Speer,

Doch der Elben Krieger waren wenige, dagegen Feinde waren es viele und wild,
Orks, Böse Menschen und wildes Getier gaben in der Schlacht ein grauenhaft Bild,
Die Krieger der Elben kämpfen lange und töteten viele Feinde mit Pfeil und Schwert,
Doch als Große dunkle Bestien kamen, hatte der Sieg den Elben den Rücken gekehrt.

Das hohe Heim der Elben ward niedergebrannt und keiner stand mehr auf Füßen,
Doch sollten Blumen, welche auf Asche wuchsen jedem den Anblick versüßen,
Und nach einem Jahrzehnt hatte der grüne Wald die Stadt eingenommen,
Keine Ruine war mehr zu sehen, Vogelsang ward überall vernommen.

Mensch kam und siedelte auf uralter Schönheit und Heldentaten,
Baute eigenes Heim, Beseelt von Erinnerung des Elben Saten,
Leben wir für Tausend Jahre in dem alten Land der Väter,
Doch geschändet wurde es vom üblen Missetäter.

Und der Täter war Mensch, Ohne Gewissen,
Hatte Ehre und Freundschaft zerrissen,
Trampelnd auf alter Schönheit,
Bis Wildes Tier kommt um der Rache zu dienen.





Khadron

AM STRAND

Er läuft am Strand zum Tagesende
Ihm rinnt der Sand durch beide Hände
Hinfort, hinfort so will er ziehen
Hinaus aus seinem Leben fliehen

Grad eben hat er sie gesehen
Und kann die Welt nicht mehr verstehen
Warum nur macht er sich's so schwer
So fühlt er sich hier öd und leer

"Tu's nicht", so scheint der Wind zu sagen
"Tausende sich schwerer plagen
Und keinem geht's so gut wie dir
Drum geh nicht fort, tu was dafür"

"Was soll's? Denn helfen kannst du nicht"
Sagt er dem Wind, der mit ihm spricht
"So lass mich ziehen in meiner Not
Ich wünschte endlich, ich wär tot."

Mit ihren letzten Sonnenstrahlen
Meint sie: "Woher entsteigen deine Qualen?
Sind sie nicht deinem Geist entsprungen?
Du bist doch frei und ungezwungen."

"Ach still! Mein Leben kennst du nicht
Ich steh vor dir nicht zu Gericht
Mein Leben ist ein einzig Schmerz
Sie so zu sehn, bricht mir das Herz"

Dann, plötzlich wird der Himmel grau
Ein Sturm zieht auf, es wird ihm flau
Es kracht und donnert, blitzt und weht
Sein eignes Wort er nicht versteht

"Und jetzt? Mehr bieten kannst du nicht?"
Stolz erhebt er sein Gesicht
"Meinst du mit dieser flauen Brise
Reißt du mich raus aus meiner Krise?"

Der Wind wird stärker, ohne Gnade
Und Wellen rollen ans Gestade
Auch Hagel, Blitz und Donnerschlag
Erschüttern alles bis ins Mark

So geht's die ganze Nacht hindurch
Nie wird's nur für Sekunden ruhig
Die Urgewalten der Natur
Von Hoffnung sieht man keine Spur

Der nächste Tag kommt leicht verspätet
Den Wanderer auch das nicht rettet
Er ist verschwunden und am Strand
Ist alles still - überall Sand.






nEo

Die vollkommene Freiheit:

Gefangen in einem Meer von Gedanken
Ist die Menschheit seit je her
Egal wie sehr sie sich diesem Schicksal wanden
Ist ihr Herz innerlich leer
Eingesperrt in einer Schein-Existenz
die sich Grenze nennt
Gibt es einen der diesem Frevel davon rennt

Hinaus aus seinen Gedanken
weg von seinen Pflichten
Logik wird vergessen sein
Grenzen werden verschwinden

Der Schwerkraft
wird er trotzen
Physikalische Gesetze
wird er umgehen
Das Unmögliche
wird für ihn ein Fremdwort sein
Und er wird
den Himmel auf Erden sehen

Wer sich einredet
Das Dies und Jenes niemals geschieht
und Tag und Nacht trauert
Wieso alles so aus den Fugen gerieht
Der hat bereits sein eig'nes Schicksal untermauert

Wer sich aber
offenkundig dazu bekennt
Und dem Gruppenzwang entgegen rennt
Wer sich alles Leide zufügen lässt
Und seine Geliebte
auch in schwersten Zeiten nicht verlässt
Wer für einen Augenblick rennt
von Ost nach West'
Und für eine Person
einfach alles liegen lässt

Der wird die Vollkommenheit erfahren
wird frei sein von Leid
frei sein von Schmerz
Unter Voraussetzung
das er genug ist gedeiht

Glauben, wird für so etwas nicht reichen
Einstig und allein das Wissen
wird dich dazu leiten.

Und wenn du einmal davon überzeugt bist
das Grenzen nicht existieren
Dein Herz und deine Seele in dem Wissen sind
das diese nur deine Gitterstäbe zieren
Wenn du die Logik für dich einfach neu setzt
Verstehst, wieso es sinnlos ist
wenn du deine Messer wetzt.

Dann bist du vollkommen
Dann bist du befreit
Dann bist du einfach alles
Was ein Mensch jemals hat erreicht.

Die Freiheit wird deinen Körper durchfließen
Dein Charakter wird wie die Flora sprießen
Du wirst Vollkommen sein
Und frei wie ein Vogel den Himmel durchstreif'n.
by nEo





exact.


http://img528.imageshack.us/img528/9942/111hz2.jpg

Folter des Sieges


Die gold'ne Steppe starr und still,
erscheint doch so wirr und schrill.

Die silber Stadt belebt und froh,
wirkt grau und leer, kalt und roh.

Die stolze Flagge zerissen, kaputt,
weinend im Winde, hart, abrupt.

Kaum eine Stund' ist's hergewesen,
da tobt' hier ein Kampf um Tod und Leben.

Keine Helden, keine Legenden,
Nur Tote, die die Stätte schänden.

Umjubelt die, die überlebten,
doch selbst sich kaum in selb'gen wägten.

Jede Stund' des Kampfes Wut,
Nahm ihn'n doch ganzen Mut.

Jeder Klinge Schnitt ins Fleisch,
dem Herz ein Stück entreißt.

Besiegt der Feind und doch,
mächt'ger wird das schwarze Loch.

Droht zu verschlingen das Leben,
was gewonnen war im Kriegesbeben?

Leerer wirkt die Welt,
Gewonnen? Macht? Geld?

Der Preis höher als der Lohn,
Die Menschen zu zerbrechen droh'n.

Und die Leichen verbrannt,
Auf ewig verbannt.

Umfrage und Wertungen in Kürze. Als neues Jurymitglied begrüßen wir Redsonja!

Novizethme
16.06.2007, 00:34
Ich poste jetzt mal ganz dreist hier rein:D

Also ich finde das von exact. am besten gelungen;)

exact.
16.06.2007, 00:52
Ich poste jetzt mal ganz dreist hier rein:D

Also ich finde das von exact. am besten gelungen;)

Hui danke (=
Ich werde morgen in Ruhe alle durchlesen und dann was sagen können (:

Tybald
16.06.2007, 09:32
Oh Gott....ich habe einen Tippfehler bei mir entdeckt....

Strophe 4 Zeile 3.......
Und nach einem Jahrzehnt hatte der grpne Wald die Stadt eingenommen

Azagur, könntest du diesen bitte korrektieren ?


Habe noch nicht alle durchgelesen, aber die, von Wer? und des Schläfers Brut sind nicht übel.......das von Dumak hat mich allerdings abgeschreckt, durch seine enorme Länge.

nEo
16.06.2007, 11:16
Also ich find Khadron's Werk am besten.
Hab jetzt alle gelesen, aber einen 2. Favoriten kann ich da einfach nicht finden.^^
Entweder exact. oder Ceyx, aber ich will keine 100 Stimmen vergeben, wir haben schließlich nur noch 8 Teilnehmer, also werd ich wohl nur Khadron wählen.
Ist die Umfrage schon da? :)

Wer?
17.06.2007, 14:50
Ganz klar: Dumak.

Nicht nur ein harmonisches Gedicht mit sehr wenigen stockenden Stellen, sondern auch eine gut erzählte Geschichte.
Wer sich durch das lange Gedicht, was zugegeben sehr angenehm zu lesen ist, gekämpft hat, wird mir zustimmen.

Khadron
17.06.2007, 18:16
Die Umfrage is noch nich da, oder???
Kann nEo mich jetz trotzdem noch wählen, auch wenn er gesperrt is??? :D

Jetz les ich mal die Gedichte...

Azagur
17.06.2007, 19:01
Die Umfrage startet, sobald Redsonja und ich die Kritiken geschrieben haben. Das könnte morgen sein, aber auch übermorgen.

exact.
17.06.2007, 22:39
Die Umfrage startet, sobald Redsonja und ich die Kritiken geschrieben haben. Das könnte morgen sein, aber auch übermorgen.

Dumak ist schuld (;

meditate
18.06.2007, 09:47
für neo kann trotzdem gevotet werden. er hat ne wochensperre. die geht vorüber. hoffen wir mal, dass die was nutzt :rolleyes:

exact.
18.06.2007, 14:27
für neo kann trotzdem gevotet werden. er hat ne wochensperre. die geht vorüber. hoffen wir mal, dass die was nutzt :rolleyes:

Ich verstehe die zwar nicht.. Immerhin hatte er einen tüchtigen Grund sauer zu sein.. aber gut dass man ihm das wenigstens nicht nimmt..

Khadron
18.06.2007, 14:36
Ich verstehe die zwar nicht.. Immerhin hatte er einen tüchtigen Grund sauer zu sein.. aber gut dass man ihm das wenigstens nicht nimmt..

Gibt ja auch keinen Grund, ihn davon auszuschließen... Und da die Wochensperre am Wochenende schon abläuft, kann er sogar selbst noch voten... Ich geh mal davon aus, dass die Abstimmung auch mindestens ne Woche geht... ^^

Dr. Strangelove
18.06.2007, 17:11
Uha ... mir fällt da grad was ein ... am Samstag fahr ich in Urlaub und bin ab da ohne Internet ... verdammt ... was mach ich jetzt?
Notfalls, wenn sich keine Lösung finden lässt, werde ich dann meinen Platz an den abtreten, der ansonsten rausfliegen würde.
Naja, vielleicht bin ich das ja. ;)

Tybald
18.06.2007, 17:41
Uha ... mir fällt da grad was ein ... am Samstag fahr ich in Urlaub und bin ab da ohne Internet ... verdammt ... was mach ich jetzt?
Notfalls, wenn sich keine Lösung finden lässt, werde ich dann meinen Platz an den abtreten, der ansonsten rausfliegen würde.
Naja, vielleicht bin ich das ja. ;)

ich flieg auch raus ^2^

Dr. Strangelove
18.06.2007, 22:26
ich flieg auch raus ^2^

Na, dann wirst du ja wohl doch weiterkommen, weil ich eh im Urlaub bin ... je nachdem ...

Redsonja
19.06.2007, 00:03
Wer?: Die Entwicklung der Hoffnung und schlussendlich wohl auch die Erfüllung davon. Das sehe ich in deinem Gedicht. Es erinnert mich leicht an die Schöpfungsgeschichte. Den Übergang vom tristen Land schaffst du mit einzelnen Fragen. Das gefällt mir. Allerdings bleiben es doch "nur" Worte und es überträgt sich keine Stimmung auf mich. Was bei Gedichten oft ein schöner Nebeneffekt ist. Auch gehen die Zeilen nicht immer ganz auf und die Sprache könnte noch mehr hergeben, aber nur weiter so.

Dumak: Ein wahrer Geschichtenerzähler. Gerne würde ich dir einmal an einem Lagerfeuer lauschen. Technisch gesehen hätte ich zwar an der einen oder anderen Stelle noch etwas gefeilt, aber in Anbetracht der Länge und der Art des Gedichtes passt es auch wieder und man muss nicht auf einzelnen Worten herumreiten. Im Endeffekt kann ich jedoch nur den Hut vor deinem Können im Umgang mit Reimen ziehen.

Des Schläfers Brut: Ich stolpere immer wieder über den Takt in deinem Gedicht. Hin und wieder hast du des Reimes willen auch ein in meinen Augen nicht ganz passendes Wort verwendet. Das Dunkle in deinem Gedicht, welches den Krieg unterstreichst bringst du hingegen überzeugend herüber und beschreibst es mit passenden Worten. Allerdings ist es für mich eher düster als melancholisch.

Ceyx: Zwar holpert beim ersten durchlesen auch hier noch die eine oder andere Stelle, aber mit der richtigen Betonung geht es plötzlich leicht von der Zunge. Das stelle ich mir unter Melancholie vor. Finde ich sehr gut getroffen. Besonders diese zwei Stimmen, das eine kräftig (der Sturm), das andere weich und verzagt (die Frau). Mir gefällt die drittletzte Strophe, wo du mit dem immer wieder vorkommenden „o“ den Sog so richtig unterstütztst. Zudem verstehst du es die Sprache einzusetzen, was du hier einmal mehr gezeigt hast. Hat mir im Endeffekt also sehr gut gefallen.

...so das wäre schon einmal die erste Hälfte. Wobei ich mich jetzt definitiv nicht mehr aufnahmefähig für Gedichte fühle. Ich hoffe die zweite Hälfte schaffe ich morgen noch.

Khadron
19.06.2007, 00:22
Hui, das war toll... Nochmal kurz vorm Schlafen gehen (ja, ich geh heut mal etwas eher ins Bett... §ugly) alle Gedichte durchgelesen... Da sind schöne Ausflüge in fantastische Welten dabei... Besonders hervorstechend ist dabei Dumaks Gedicht, eine schöne, etwas tragische Geschichte mit einem Happy End und einer passenden Prise Witz...
Und auch exact.s Werk fand ich herausragend... :D Kurz und präzise und anschaulich hat er die Situation nach der Schlacht beschrieben...
Ich will nicht sagen, dass die anderen Gedichte schlechter waren, im Gegenteil, jedes auf eine andere Weise mitreißend (die Vielfalt der Autoren ist ziemlich toll und gibt dem Wettbewerb eine enorme Breite... :D Da ist für jeden was dabei...), aber die beiden erst genannten haben mich am Meisten mitgenommen... So werden wohl dann auch meine Stimmen verteilt...
...
:D

Redsonja
19.06.2007, 16:04
Tybald: Leider ist dein Reimschema eher eintönig. xx yy, xx yy…. usw. Da muss ich dir jedoch anrechnen, dass du im letzten Satz dann doch noch das Versschema gebrochen hast. Das Gedicht an und für sich finde ich nicht schlecht, aber nachdem ich es mehrmals durchgelesen habe finde ich immer noch nicht ganz den Zugang dazu.
War die Form des Gedichtes eigentlich Zufall? Diese Speerspitze?

Khadron: Den einen oder anderen Stolperstein hast du immer noch in deinem Gedicht. Auch hab ich mir hin und wieder gedacht, dass du etwas noch leicht verändert hättest formulieren können, habe das hin und wieder richtig bedauert. Dies aus dem einen Grund, dass mir dein Gedicht an und für sich äusserst gut gefällt. Die ganze Stimmung darin, auch viele Reime und Wendungen. Du kreierst Bilder, sprichst die Sinne an. (der Sand, der durch die Hände rinnt) Alles in Allem hat es mir also sehr gut gefallen.

neo: Auch zu deinem Gedicht finde ich den Zugang nicht wirklich. Ich sehe, was du aussagen möchtest. Aber irgendwie ist mir das zu verständlich dargestellt. Es wird einem so viel vorgegeben, wie ein Rezept – wohlgemerkt leicht übertrieben der Vergleich. Das passt für mich nicht zu einem Gedicht. Wobei ich hier einschränken muss. Ein Gedicht, das du für dich schreibst, ist etwas anderes. Um bei einem Wettbewerb weiterzukommen finde ich aber nicht ausreichend. Zumal du leider nicht mit der Sprache spielen kannst, wie andere hier. Aber schreib ruhig weiter. Die Ansätze sind vorhanden und wie du siehst gibt es auch Leute, die du damit erreichst.

exact: Ein schönes Bild. ;)
Aber nun zum Gedicht: Da war bei mir so ein auf und ab. Die Idee einfach einzelne Wörter der Sätze wegzulassen gefällt mir. Allerdings hast du manchmal zu viel weggelassen. Dann hast du einige sehr interessante Gedanken darin. „Leerer wirkt die Welt,
Gewonnen? Macht? Geld?” Gerde diese Passage gefällt mir ausgezeichnet. Allerdings wird das Gedicht zwischendurch fast etwas eintönig mit immer dem gleichen Reimschema und der Schluss ist in meinen Augen nicht optimal formuliert. Er bildet einfach nicht den Höhepunkt, der er hätte sein können.


Was ich mich allerdings schon frage ist weshalb bei Fantasy und Melancholie grad so viele Kriegsgedichte kommen… Also sollte keine Kritik sein. Ich fand es einfach spannend zu sehen.

Azagur
19.06.2007, 20:16
So, hier meine Einschätzung der Dinge. Ich war diese Runde etwas kritischer als sonst, aber die Zahl der Teilnehmer geht schließlich auch langsam nach unten...

Wer?:
Das hier gelobte Land könnte man als das Paradies oder das Himmelreich verstehen, somit würde das Gedicht von Todessehnsucht handeln. Das Sterbemotiv wird ja im vierten Vers bereits aufgenommen. Vielleicht ist aber auch nur eine Fantasiewelt, eine Idylle, die man sich fernab des grauen Alltags erhofft – das würde zumindest eher zur fünften Strophe passen. Wie dem auch sei: Das Thema hast du auf jeden Fall genau getroffen.
Sprachlich finde ich das Gedicht hingegen nicht sonderlich gut. Man stolpert immer wieder über unschöne Inversionen und auch die Reime sind meist assonant. Holprige Sätze für eine holprige Postkutsche auf der Reise in ein fremdes Land, Reime, die die Unzulänglichkeit der Welt zeigen – mag sein, dass man so argumentieren könnte, aber ich hielte das für Überinterpretation.

Dumak:
Das ist mir zu lang. Meiner Meinung nach sollten Gedichte sich durch ihre Kürze von der Prosa abheben. Viel Inhalt auf engstem Raum unterzubringen – das ist eine besondere Kunst des Dichtens. In diesem Fall muss man das natürlich etwas differenzierter sehen: Schließlich erzählst du ein Märchen und sobald man einen Handlungsbogen hat, kommt man nicht mehr nur mit ein paar Strophen aus. Trotzdem gibt es einige Längen und die ausschweifende Einleitung hätte auch kürzer ausfallen können.
Hinzu kommt, dass das Gedicht durch seine Quantität ein wenig Potenzial verschenkt hat, was die sprachliche Qualität angeht. Mir ist klar, ich jammere auf hohem Niveau, aber ganz so saftige, farbenfrohe, eindringliche Bilder wie bei deinen letzten Werken konnten diesmal bei mir nicht entstehen. Kurzum:
Zweifellos ist das Gedicht gut, weniger wäre aber mehr gewesen.

Des Schläfers Brut:
Wie schön wäre hier ein Wechsel des Reimschemas gewesen, so ab Strophe drei! Das hätte sehr gut gepasst. So hingegen entsprechen sich Form und Inhalt nicht. Wüsste ich, dass eine Intention dahinter steckt, dann würde ich sagen, dass du damit den Selbstbetrug des Knappen/Soldaten unterstreichen willst. Inhaltlich war eigentlich die Beschreibung einer Idylle vorgesehen und nicht unbedingt die Brutalität oder auch Verrohung im Mittelalter. Man kann es aber durchgehen lassen, da es ja im weitesten Sinne noch um Fantasy geht.

Ceyx:
Ein trauriges Lied. Der Kontrast gebende Refrain erzielt hier die Wirkung eines Atemholens, einer plötzlichen Stille voller Spannung und Sehnsucht. Erstmalig auch, dass mir bei einem Gedicht in diesem Wettbewerb Lautmalerei auffällt (Strophe 1, Strophe 7). Auch eine Sprachmelodie (ich weiß, dass ich darauf herumreite) ist vorhanden, was ich sehr wichtig finde. Der Einzige Kritikpunkt ist die Formulierung „der letzte Stand“ – die geht mir ein wenig gegen den Strich. Sonst wie immer eine Freude zu lesen!

Tybald:
Zunächst springt natürlich einmal die äußere Form ins Auge. Sie erinnert nicht nur an ein Schwert als Symbol des Krieges, sondern spiegelt auch den Spannungsverlauf des Gedichts wider. Das ist wirklich erfrischend und es existiert dennoch eine Melodie, ein Rhythmus, der das Gedicht flüssig herunterlesen lässt (es gibt aber auch einige wenige holprige Stellen). Ich interpretiere mal ein wenig: Willst du sagen, dass der Mensch nach und nach den Zauber und alles Schöne aus der Welt nimmt und zunehmend nüchtern, fantasielos, entzaubert, desillusioniert wird? Ist der Elbenkrieg eine Metapher dafür?
Das wäre das, woran ich denken musste, als ich dieses gelungene Gedicht gelesen habe.

Khadron:
Sehr eindrucksvolle und kräftige Erzählweise. Das Wechselspiel mit der Natur, in der der Sprecher am Ende untergeht, reißt den Hörer geradezu mit. Die Ambivalenz und die Zweifel (sehr schön in Strophe fünf, auch wenn hier ein grober Fallstrick den Lesefluss hemmt) sind überzeugend herausgearbeitet. Der letzte Schluss ist zwar schon gut gesetzt, aber man hätte ihn noch etwas subtiler, ungewisser, mehr andeutend gestalten können.

nEo:
Selbstentgrenzung und das Streben nach „vollkommener Freiheit“ ist hier dargestellt wie ein atemloser Lauf, der alle Grenzen sprengt. Mit dem Vogel-Vergleich am Schluss greifst du das Motiv der Schwerelosigkeit noch einmal auf, was gut ist. Die Moralaposteleien über Treue hätten aber in dem Umfang nicht sein müssen, wie ich finde. Didaktische Absichten schließt das Thema nämlich eigentlich aus.

exact.:
Wie ich bereits sagte: Den Schrecken und die Sinnlosigkeit der mittelalterlichen Kriege zu entlarven, ist eigentlich kontraproduktiv, sehnt man sich doch in jene Zeit des Heldentums zurück. Es wäre ja im Sinne der Aufgabe gewesen, das Mittelalter zu idealisieren, zu überhöhen. Nun gut, das haben nicht alle verstanden, die Aufgabe war durch die Gedichtform vielleicht auch nicht ausreichend präzise formuliert.
Dein Gedicht wirkt abgehackt, kalt, roh, ernüchternd. Und das ist genau die Atmosphäre, die du auch inhaltlich kreierst. Kurze Episoden, Blitzlichter, die wie Schwerthiebe auf einen niederprasseln – das gefällt mir an deinem Gedicht ausgesprochen gut.

Dumak
19.06.2007, 23:28
Sagt dir der Begriff Ballade vielleicht etwas?

Der Wikipedia-Artikel weiß dazu jedenfalls folgendes zu berichten:
"In der deutschen Literatur ab dem späten 18. Jahrhundert versteht man unter „Ballade“ ein mehrstrophiges erzählendes Gedicht, das häufig mittelalterlich-märchenhafte, aber auch antike oder zeitgenössisch-rezente Stoffe aufgreift und sich oft durch die Hinführung der Handlung zu einem pointierten Schluss auszeichnet."

Nicht, daß ich meine billigen Machwerke neben die Dichtungen echter Dichter stellen möchte, aber sind dir die Kraniche des Ibykus (Schiller), die Bürgschaft (Schiller), Gorm Grymme (Fontane), John Maynard (Fontane), Archibald Douglas (Fontane), Der Mönch von Bonifazio (C. F. Meyer) oder Goethes Zauberlehrling und so viele andere dann also auch einfach zu lang und damit erledigt?

Die Kritik find ich ehrlich gesagt dann doch etwas schwach, weil anscheinend auf Unlust beruhend. Redsonja mit ihren Hinweisen auf bestehende Holprigkeiten hat sich da wirklich mehr Mühe gegeben.

Khadron
20.06.2007, 00:31
@Azagur und RedSonja: Zuerst Mal vielen Dank für die Bewertungen und die Mühe... Und dann... Ich weiß auch nich, wie das immer passiert... Ab und zu entgehen mir einfach so ein paar Silbenhoppler... ^^
Naja, was ich werde in Zukunft mehr darauf achten... (Wobei ich das doch schon tue... :confused:)

Azagur
20.06.2007, 10:53
@Dumak: Der Begriff Ballade sagt mir durchaus etwas und ich kenne auch einige der von dir aufgezählten Werke, von denen jedoch keines 50 Strophen hat. Vielleicht hast du mich nicht ganz verstanden, deshalb noch einmal deutlich:
Es stört mich hier nicht die Länge an sich. Vielmehr hättest du mehr straffen können, Passagen zusammenziehen, mehr inhaltliche Dichte erreichen können. Dann wäre das Gedicht zwar immer noch sehr lang gewesen, was mich aber nicht mehr gestört hätte. Außerdem erreichst du nicht mehr ganz das sprachliche Niveau, welches mich in den beiden vorherigen Gedichten noch so beeindruckt hat. Und ich glaube, dass das mit der Länge zusammenhängt.
Du musst diese Meinung nicht teilen, aber unterstelle mir bitte keine Oberflächlichkeit. Die Kritik ist ganz bestimmt nicht Resultat von "Unlust", sondern von aufmerksamen, lauten Lesen und längerem Nachdenken.

Dumak
20.06.2007, 17:16
[...] Die Kritik ist ganz bestimmt nicht Resultat von "Unlust", sondern von aufmerksamen, lauten Lesen und längerem Nachdenken.
Na gut, das ist dann tatsächlich etwas anderes. Weiter oben klang es nach "zu lang, um es zu bewerten. Deine Meinung bezüglich der Länge teile ich aber trotzdem nicht. :p

Sinn dieses Gedichtes ist es ja gerade, eben nicht kurz und knapp zu sein, denn dann hätte ich das Ganze auch in vielleicht 10 Strophen schreiben können. Aber das wäre dann keine Ballade mehr. Balladen leben von der weitschweifigen Erzählung, in der Platz für Kleinigkeiten ist. Dieser ausführliche erzählende Ton, in dem man erst ganz langsam - und manchmal eben auch umständlich - zur Aussage kommt, macht sie erst zu Balladen.

Oder falls dir zehn Strophen auch noch zu lang sind, reicht eigentlich auch eine. Der Rest ist ja sowieso alles überflüssiges Geschwurbel. Ab in den Müll damit.
http://www.cheesebuerger.de/images/smilie/haushalt/f018.gif

Prinz schlägt Drache. Achtung List!
BILD deckt auf den ganzen Mist:
Prinzessin ist ein Imitat.
Empörung groß im ganzen Staat.
Zum Glück war's in der Umtauschfrist.

Jetzt zufrieden? :D

PS: Das Lied von der Glocke hat übrigens noch über 100 Zeilen mehr. Und dazu noch ständig wechselnde Reim-Schemata. Nur weil ich halt Balladen als Beispiel genommen habe, die nicht ganz so lang sind...

Wer?
20.06.2007, 17:29
Wer?:
Das hier gelobte Land könnte man als das Paradies oder das Himmelreich verstehen, somit würde das Gedicht von Todessehnsucht handeln. Das Sterbemotiv wird ja im vierten Vers bereits aufgenommen. Vielleicht ist aber auch nur eine Fantasiewelt, eine Idylle, die man sich fernab des grauen Alltags erhofft – das würde zumindest eher zur fünften Strophe passen. Wie dem auch sei: Das Thema hast du auf jeden Fall genau getroffen.
Sprachlich finde ich das Gedicht hingegen nicht sonderlich gut. Man stolpert immer wieder über unschöne Inversionen und auch die Reime sind meist assonant. Holprige Sätze für eine holprige Postkutsche auf der Reise in ein fremdes Land, Reime, die die Unzulänglichkeit der Welt zeigen – mag sein, dass man so argumentieren könnte, aber ich hielte das für Überinterpretation.


Hmm ... vielleicht sollte ich mir für das nächste Gedicht, sollte es soweit kommen, doch mal Zeit lassen. =/

Khadron
20.06.2007, 18:24
Prinz schlägt Drache. Achtung List!
BILD deckt auf den ganzen Mist:
Prinzessin ist ein Imitat.
Empörung groß im ganzen Staat.
Zum Glück war's in der Umtauschfrist.



Kann ich meine Stimme für dein langes Gedicht zurück nehmen und dein kurzes hier wählen??? §ugly
Limericks ftw!!!