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View Full Version : Westliches Argaan #09



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Edon Mesotes
04.07.2012, 20:14
Sie würden aus dem kleinen Scharmützel direkt in eine Schlacht fliehen - zumindest wenn die Magier kompetent genug gewesen waren, die Tore zu öffnen. Ansonsten würden sie zwischen Verfolgern und Burg eingekeilt werden und sich in einer der denkbar unschönsten Situationen wiederfinden: umringt von hirnverkohlten Fanatinnoskern, die sie in alle nur erdenkliche Einzelteile zerlegen wollen würden. Es stand also zu hoffen, dass die Wassermagier ihren Job erfüllt hatten, dass sich neben den ganzen Myrtanern wenigstens noch ein paar ihrer Männer befinden würden, die ihnen zur Seite stehen konnte.

Noch war Edon ganz gut bei Puste und hatte gerade mal ein paar kleine Kratzer abgekriegt, die nicht einmal schmerzten und vermutlich nicht mal die Haut komplett durchdrungen hatten, kein Grund zur Sorge und selbst wenn, hätte Edon in diesem Moment ganz andere Dinge zu tun gehabt, als über ein paar Schrammen zu jammern.

Offenbar hatte ein Leben auf der Straße die Puste nicht minder gut als eine Ausbildung in der Armee gedrillt, denn er konnte leichten Fußes mit seinen Verfolgern Schritt halten und auch bis zur Burg kaum aus der Puste sein, was danach kam war eher etwas, was ihm den Atem rauben könnte - beispielweise eine aufgebrachte Garnison in deren Klingen sie gerade munter drauf zu rennen würden...

Adson Muller
04.07.2012, 20:22
Adson fing die Wucht des Stoßes mit wenigen kleinen Schritten ab und fand seinen festen Stand wieder. Offensichtlich hatte ihn sein Gegner innerhalb der Burg nicht gesehen, oder er erinnerte sich einfach nicht an den jungen Mann.
"Rebellenpack?", fragte der junge Mann mit ruhiger Stimme. Dabei ließ er seinen Blick kurz über die Umgebung streifen. Momentan hatte er nur diesen einen Gegner zu fürchten.

"Für wen trifft die Bezeichnung Pack eher zu? Für jemanden der seine Heimat verteidigt? Oder für jemanden der grundlos eine Insel besetzt?"

Adson Blick traf auf die Rüstung seines Gegenübers. Er meinte ihre Herkunft zu erahnen und stellte einen weitere Frage, diesmal in schäferem Tonfall, wobei er seinem Gegner direkt in die Augen blickte:

"Währet Ihr Rebellenpack, wenn Ihr die Weiten Nordmars gegen Orks verteidigt?"

Im nächsten Moment führte Adson einige schnelle Schläge aus. Sie sollten den Gegner weniger treffen, als ermüden. Schließlich wirkte dieser nicht sonderlich frisch und Adson rechnete sich Konditionsvorteile aus.

Stylios
04.07.2012, 20:30
" Langweilig. Am Ende fühlt sich jeder Aufständische im Recht. Du stehst meiner Axt im Weg." Erwiderte Stylios knapp, nachdem er die Hiebe des gesprächigen Rebellens pariert hatte und mit einem weiten Schwinger seiner Axt ein wenig Freiraum zwischen sich und sein Gegenüber gebracht hatte. Vor und zu Beginn des Kampfes ein paar Worte und Beleidigungen auszutauschen, war Gang und Gebe, doch einen Zweikampf, eine heilige Sache, sollte man nicht durch sinnloses Gequatsche entweihen. Die Zeit der Worte war zu Ende.
Nach den ersten Hieben merkte der Orkjäger bereits, dass ein großer Unterschied zwischen ihm und dem Gegner bestand. Er selbst war sichtlich erfahrener im Umgang mit seiner Waffe, doch behinderten ihn immer noch die Schmerzen in Arm und Rücken. Würde er den Bauern ohne Rüstung unterschätzen, würde dieser am Ende vielleicht mit der von Stylios zurück zu seinen Freunden marschieren.
Der Nordmann ging in die Offensive. Die einhändige Axt mit der Doppelklinge und dem Sporn zum Zustechen am Kopf war keine gute Wahl für einen Zweikampf, wenn er selbst seinen Schild nicht bei sich trug. Parieren war eine schwierige Angelegenheit, sodass er selbst besser die Führung dieses Kampfes übernahm.
Hieb auf Hieb folgte und lautes Klirren hallte von den Mauern wieder. Mit jedem Hieb jedoch schmerzten Rücken und Schwertarm mehr und mehr. Stylios biss die Zähne zusammen und blinzelte den Schweiß aus seinen Augen.

Adson Muller
04.07.2012, 20:40
Jetzt machte Adsons Gegner ernst. Schlag um Schlag flog in Richtung des Söldners und Adson war mit Ausweichen und Parieren gut beschäftigt. Zusätzlich machte ihm die Waffe des Gegners zu schaffen. Mit Äxten hatte sich Adson noch nicht befasst, doch das konnte ja noch folgen. Wenn er denn den Kampf überlebte!

Der junge Schreiner machte einen kurzen Sprung nach hinten und entzog sich so den Schlägen seines Gegners. Dieser war stärker und geübter, darin bestand kein Zweifel. Also musste sich Adson seiner Schnelligkeit und Wendigkeit bedienen, da er dort die momentan größte Schwäche seines Gegners sah. Der Söldner beobachtete den nahenden Gegner, wich dem letzten Schlag durch ein leichtes Zurücklehnen aus. Und schnellte nach vorn. Der Weg war nicht breit, aber Adson wollte an seinem Gegner vorbeilaufen und dann dessen Rücken attackieren.

Die Idee schien zu gelingen, Adson kam neben seinen Gegner und tat den letzten Schritt hinter den Krieger, doch in diesem Moment spürte er wie die Axt leicht seine Hüfte striff und einen Schlitz in Kleidung und Fleisch riss. Nicht sonderlich tief und lang und Adson spürte den Schmerz im Eifer des Gefechtes kaum. Er wandte sich auf dem Absatz um, riss dabei das Schwert über den Kopf und schlug kraftvoll auf seinen Gegner ein.

Ravenne
04.07.2012, 20:47
Die Ordensmaid hatte sich die Zeit gespart, zu versuchen, irgendwem zu erklären, dass sie ein eigenes Pferd besaß, und dementsprechend keins zu leihen brauchte. Stattdessen hatte sie ihre Tafel genommen, sich beeilt, sich in Rüstung zu begeben, und Scáthach gesattelt. Dass Hiroga Kerdric einige Grundzüge des Reitens beigebracht hatte, freute sie, immerhin war sie dann nicht die einzige Berittene hier. Auch wenn der Ausbilder nicht zu Pferd kämpfen konnte, so war er zumindest am Boden ein geübter Kämpfer, das würde den Nachteil wohl wettmachen. Sie wusste selbst, wie dämlich es war, zwar reiten, sich aber in keiner Form verteidigen zu können, auch wenn das nun einige Zeit her war.

Eher beiläufig bedeutete sie Scáthach, sich so zu drehen, dass sie die Rekruten beobachten konnte, die auf diese Patrouille mitkommen sollten. Nach der Übung mit den Fesseln von Griffin beachtete sie die Zügel kaum mehr, immerhin wusste sie, dass sie das Pferd im Notfall allein mit den Beinen lenken konnte. Nur diese Sache mit Solveg wollte ihr einfach nicht gefallen, weil sie nicht einschätzen konnte, ob Scáthach bei einem Erdbeben wieder durchgehen würde (auch wenn man zu Scáthachs Güte dazusagen musste, dass es letztes Mal drei Erdbeben gebraucht hatte, bis sie durchgegangen war und zwei Gegner niedergestampft hatte). Schließlich hörte sie auf, sich damit aufzuhalten und ritt ein Stück voraus, um nach der Lage zu schauen, wie es ihre Aufgabe war. Nichts, was sie zum ersten Mal täte, nur zum ersten Mal bewaffnet und fähig, von Pferd aus einzugreifen. Sie würde das Pferd nicht wieder irgendwo zurücklassen müssen, und dann beten, dass niemand es stahl. Hoffentlich erwischten sie den Schlächter von Setarrif diesmal.

Drakk
04.07.2012, 20:51
„Verdammte Scheiße“ fluchte der Hüne und besah sich die Wachen die mittlerweile auf der Burgmauer Position bezogen hatten. Ihr Versuch, am Vorabend die Sterne und den Mond zu verdecken war gescheitert. Selbst für die gesammelten Wassermagier war es eine zu große Anstrengung das gesamte Gebiet zu Verdunkeln und so wurde zum Rückzug gerufen.

Vereinzelt waren die Männer versprengt worden, von Nigel und seinen Leuten fehlte jeder Spur. Nervös blickte sich der Rotschopf um. Die Männer waren bereit und wollten zuschlagen, aber ohne Unterstützung würden sie mehr Männer verlieren als sie verkraften konnten.

Ohne noch länger zu zögern bahnte sich der Nordmann seinen weg durch die Männer bis er schließlich bei der Gruppe Magier angelangt war. „Vergessen wir das mit dem Verdunkeln, könnt ihr uns die Wachen auf der Mauer vom Hals schaffen? Das Tor kriegen wir zur Not auch so auf, etwas Hilfe wäre aber dennoch nicht verkehrt.“ murrte der Veteran und blickte zu Tinquilius.

Onyx
04.07.2012, 21:05
Was auch immer da vor ging, es hielt auch Onyx auf seinen Heimweg anzugehen. Seit Anbruch der Nacht war er im Blickkontakt zur Silberseeburg geblieben, weil ein seltsamer Nebel aufgezogen war und die Burg davor irgendwie speziell einhüllte, bevor er wieder entwich.
Bis jetzt hatte er sich nicht von seinen Versteck aus - ein verlassenes Gobbolager am See - weiter bewegt. Er wollte einfach mehr darüber erfahren was für den Lärm sorgte, der an sich niemals einfacher Lärm sein konnte. Zwischen Festen und Kämpfen konnte man durchaus unterscheiden. Doch wer kämpfte da? Der Logik halber konnten es nur die Leute von Ethorn gegen die Myrtaner sein.
Hätte er nur so Augen wie Adler, dann würde er sehen was da auf der Burg und rund um die Burg los war. Doch so, musste er eben mehr interpretieren und sich Reime darauf machen - oder eben wirklich mal gucken und dies tat er dann kurzerhand, als er sein Versteck verließ und in pirschender Haltung sich sowohl der Burg, als auch den Bergen näherte. Von dort oben wollte er mehr erkennen. Doch konnte er das auch? Es schien noch jemand in seiner unmittelbaren Nähe zu sein. Die Frage war ob Freund oder Feind.
Waldläufer waren es definitiv nicht, denn dazu roch man die Typen im Wind regelrecht und laut genug waren sie auch noch. So machte sich der Hüne bereit mit seinem Bogen gleich irgendwem in den Kopf zu schießen, als er Deckung zwischen zwei Bäumen fand.
Adler ließ er vorsichtshalber in die Luft steigen und da oben kreiste der große Greifvogel dann auch.

Kerdric
04.07.2012, 21:07
Wie Kerdric erwartet hatte, waren die Rekruten alles andere begeistert davon, schon wieder ihre Ausrüstung packen zu müssen. Einige hatten resignierte Blicke ausgetauscht, einige gemurrt, aber niemand hatte offen widersprochen. Der Ausbilder hoffte, dass das auch so bleiben würde, schließlich brauchte er motivierte Männer hinter sich.
»Ihr werdet eine Gruppe Soldaten und eine Angehörige des Ordens der Paladine ins Bluttal begleiten«, hatte er ihnen gesagt. Wenn sich die Rekruten in einer solchen Hilfsrolle sahen, waren sie vielleicht weniger ängstlich. »Denkt daran – der Schlächter ist nur so tödlich, wenn er überraschend aus dem Hinterhalt zuschlagen kann. Aber nun sind wir vorbereitet, um ihm sofort den Garaus zu machen, wenn er sich blicken lässt. Vermutlich weiß er das auch, so dass er gar nicht mehr im Bluttal ist, aber trotzdem müssen wir vorsichtig sein.«
Wenig später hatte sich die Kolonne in Bewegung gesetzt und marschierte nun zügig den Weg entlang, der durch den Wald führte, während Ravenne und Kerdric zu Pferd Ausschau hielten. Die Jägersiedlung ist sicher ein guter Ort für den Anfang, überlegte der Ausbilder. Dort waren ständig Leute unterwegs, die im Bluttal wohnten und bestimmt einiges mitbekamen. Vielleicht wusste einer von ihnen auch etwas über den Schlächter von Setarrif, der sich ja kaum in Luft aufgelöst haben konnte. Aber nicht unachtsam werden. Der Weg war nicht weit, und die Männer – und Ravenne – waren noch nicht allzu weit von Thorniara entfernt, dennoch konnte auch hier jederzeit etwas passieren, so dass Kerdric Augen und Ohren anstrengte, um jede Gefahr im Voraus zu entdecken.

Naberius
04.07.2012, 21:28
Nabeius und sein Begleiter Sothen hatten nach einem schier endlosem, langandauerndem und auch schweigsammen Weg zur Burg Silbersee ıhr Ziel beinahe erreicht. Allerdıngs sah es so aus als würde jemand versuchen sich dıe Burg unter den Nagel zu reissen. Naberius hoffte, dass der Widerstand versuchte die Burg wieder in seine Gewalt zu brıngen. Nachdem er Sothen dazu verpflichtet hatte seinen Blick über die Ebene schweıfen zu lassen. Nach kurzer Zeıt hatte dieser ein Lager erblickt velches sich im Gebirge befand. İn der Hoffnung, dass waeren dıe Wıderstaendler gıng der Alte auf das Lager zu. Schon nach wenigen Minuten standen sie auf dem Plateau und sahen das Lager. Die Wachen am Rande des Lager waren auf die beiden aufmerksam geworden. Sofort kamen die beiden zu ıhnen. Einer der beıden sprach in tiefem Tonfall. '' Was wollt ihr hier. Dies ist ein gesperrter Berich.'' Naberius hob seine Hand zum Gruss und erhob seine >Stimme. '' Adanos zum Grusse meın bewaffneter Freund. Wir beide befindem uns auf dem Weg nach Setarrif und da sahen wir dieses Lager. Und da ich nıcht denke, dass eure Mannschaft nur zum Kaffeekraenzchen hier seıt wollte ich euch meıne bescheıdenen Dienste als Heiler anbieten.'' Dies schien den Mann zu beruhıgen. Dennoch fragte er weiter. '' So jemanden wie euch könnten wir gebrauchen doch wer ist euer Begleıter?'' '' Nunja mein Freund dies ist jemanden den ich unterwegs aufgegabelt habe. Er möchte auch nach Setarrıf. Würdet ıhr uns dannn durchlassen?'' Der Wachmann nıckte und liess die beiden passieren. Im Inneren des Lagers suchte Naberius dıe Statıon der Heiler und deren Helfer. Irgendwann hatte er dann auch Sothen aus den Augen verloren.

Rognor Hammerfaust
04.07.2012, 21:29
Scheisse. Was für ein verdammtes Fiasko sich da anbahnte. Er wusste zwar, dass nıcht so viele Innosler in der Burg waren. Doch wenn sıch dıe Krıeger ım Nahen begegneten konnte man glatt an eıne erdrückende Übermacht denken, gegen dıe man sıch warf. Es war unmöglich zu sagen ob der Zwerg mit seinen Mitstreıtern serst seit Minuten oder gar seit Stunden schon gegen dıe Innosler ankaempfte. Doch höchstwahrscheınlıch lagen noch keine 2 Stunden seıt dem Sturm auf dıe Bastion zurück. Und völlıg unvorbereitet warf sıch der Zwerg auch nıcht ın dıe Schlacht. Dıe Kenntnisse, dıe er sich ın den letzten Wochen mit Edon und Marvin erarbeitet hat konnten sıch im Kampfgeschehen ruhig zeıgen lassen. Dennoch betete der Weisshaarıge zu seınem Gott von bloss keinem Bolşzen oder Pfeil getroffen zu werden. Promp nach dem Gebet schlug mıt eıner nicht grossartıgen Kraft ein Bolzen den Schild von Rognor. Sofort starrte der Fallenkonstrukteur ın den Himmel. wo er seınen Gott vermutete. Dennoch liess keıner ıhm dıe Zeıt um über den schlechten Witz des ewıgen Schmıedes zu lachen, denn irgendeiner der Gardısten fühlte sich berufen den kleinen Mann anzugreifen. Er hatte wohl gedacht einem Greıs entgegen zutreten, der eınfach nur zur Schau eıne Axt und einen Schıld hıelt. Allerdings hatte er sich gewaltıg verschaetzt. Dies merkte der Gardıst daran wıe der Zwerg den Schwerthieb eınfach mıt dem Schıld blockte und sofort mıt der Axt nachsetzte. Allerdıngs war der Innosler auch nicht schlecht ausgebildet. Er sprang zwar nicht sonderlıch elegant aber dafür lebensrettend nach hınten und versuchte sofort wıeder eıne Schlagkombınation gegen den Zwerg auszuführen dıeser lıess dıe Hıebe allerdıngs nur an seınem Schwert abprallen und versuchte seinerseits mıt der Axt den Gegner ausser Gefecht zu setzen. Dies wollte der Rotrock leider nicht mit sich machen lassen und parierte seinerseits jeden Axthieb mıt seinem verdammten Schwert. Doch nach einer gefühlten Ewıgkeıt setzte er seinen rechten Fuss zu weit nach vorne und dem Zwerg kam so eine gemeine sowie effektive İdee. Waehrend der junge Gardist an seinem Schild seine Aggresionen ausliess versuchte der Weisshaarige die Axt zum weg ziehen des Fusses zu nutzen. Endlich erreichte er mit der Axt den Fuss und positionierte die Gleiche hinter dem Fuss. Der İnnosler hatte nichts bemerkt und schlug weiterhin mit aller Kraft gegen den Schild. Nach einer weiteren Schlagfolge gegen den Schild des Zwerges grun zte dieser nur und spannte seine Muskeln an. Mit einem schnellen Ruck lag der Innosler auf dem Boden und der Zwerg stand über ihm. Mit einem schnellen Schlag mit der stumpfen Seite der Axt gegen die Schlaefe der gegnerischen Partei erschlaffte derem Körper. Rognor hatte zwar nıcht besondere Skrupel davor den angeschıssenen İnnosler zu töten doch möglıcherweıse kwürde auch noch jemand anderes gefangen genommen werden und so könnte ein Geiseltausch eınem Widerstaendler das Leben retten. Nachdem er den Gardisten schnell zusammen geknotet hatte folgte er wieder dem Rest der Gruppe, insbesondere seinem Trainıngspartner Edon, welche sich wieder

Tinquilius
04.07.2012, 21:34
Der gestrige Angriff war, gelinde gesagt, ein Desaster. Sie hatten sich so sehr bemüht und angestrengt, Nebel tat sich bereits auf und Wolken verhangen den Himmel, doch alles nützte nichts. Die Soldaten der Garde waren zu schnell auf sie eingestellt. Tinquilius konnte nicht genau sagen, wie sie es herausgefunden hatten oder ob es reiner Zufall war. Doch eines war auch für ihn klar: Ein Angriff hätte zu hohen Verlusten beiderseits geführt – und ihre Chancen, die Burg zu erobern, so stark beeinflusst, dass ein Sieg in weite Ferne gerückt wäre. Also waren sie zu dem Entschluss gekommen, den Angriff abzubrechen, bevor er tatsächlich angefangen hatte.
Der Oberste Magier stand in der Ebene nahe des Silbersees und beobachtete die Burg in der Ferne. Ihr Überraschungseffekt war verloren, ihr Plan dahin. Nun mussten sie gegen eine zwar geschwächte aber zugleich auch einsatzbereite Besatzung innerhalb der Burgmauern ankämpfen.
Das wird nicht leicht – unsere Verluste werden mit Sicherheit viel höher. Wie können wir helfen?
„Ich habe eine Idee“, kam es von Silvie, die gerade neben den Obersten Magier trat.
„Was? Wie?“, kam es von ihm verdutzt. „Kannst du Gedanken lesen?“
Die junge Hofmagiern lachte. „Nein, aber dein Verhalten ist eindeutig.“ Sie hielt kurz inne und grinste nur. „Also, möchtest du sie hören? Nun gut.“ Sie begann Tinquilius ihren Plan zu erzählen. Im ersten Moment war der Priester begeistert, doch dieses Gefühl schlug schnell in etwas völlig anderes um. „Und wenn wir dies geschafft haben, ist das Tor frei und wir können es aufbrechen.“
„Und haben damit genügend Schaden angerichtet, genügend Blut vergossen. Das… das können wir nicht tun.“
„Tinquilius, du hast selbst gesagt, dass wir etwas tun müssen, um frei zu bleiben. Krieg ist Krieg. Er wird stilisiert, er wirkt in Geschichten toll und romantisch. Aber er ist grausam, unfair und blutig. Entweder wir beugen uns oder wir gehen unter.“
Der Oberste Magier blieb ruhig und spielte den Plan in seinem Kopf durch. „Ich weiß nicht, wen ich dafür fragen kann. Cronos wird dies nicht tun, da bin ich mir sicher. Doch wir brauchen seine Kraft.“
„Ich bin nicht alleine mitgekommen, wie du weißt. Meine Hilfe kann dir sicherlich behilflich sein.“
„Gut, aber zwei reichen niemals aus.“
„Dann finden wir mehr Hilfe.“
Gerade als er sich nach dieser erkunden wollte, tauchte Drakk auf.
„Wir haben schon eine Idee. Ich mag sie nicht besonders, aber sie wird klappen, da bin ich mir sicher. Sag deinen Männern, dass wir erneut einen Nebel heraufbeschwören. Sie dürfen erst in diesen hinein, wenn ich es sage, ansonsten droht ihnen Gefahr. Gib es bitte weiter.“
Der Oberste Magier wandte sich wieder an Silvie. „Gut, dann werde ich die Hilfe sein. Lass uns losgehen.“
Nahe bei den anderen Wassermagiern trafen sie auf die beiden anderen Hofmagier, die sofort auf die Idee eingingen. Sie machten sich auf dem Weg zum See, wo sie auch schon auf Cronos‘ Gruppe trafen. Tinquilius erklärte kurz, worum es ging – und die Reaktion war abzusehen. „Du kannst es gerne tun, ich werde mich zu Myxir begeben.“ Nebst ihm ging auch eine der Magierinnen fort, die anderen blieben bei ihnen.
„Gut, dann lasst uns anfangen.“
Die Magier standen am See, schlossen ihre Augen und konzentrierten sich auf ihre Magie. Beinahe sofort spürte er die enorme Kraft, die im Silbersee inne wohnte. Seine eigene Magie floss langsam und kontrolliert in diesen und erste Wassertropfen lösten sich in die Luft. Doch während sich der Nebel ähnlich aufbaute wie am Tag zuvor, konnten Magiekundige den Unterschied spüren: Er war kalt. Eisig kalt. Und er bewegte sich unaufhörlich gen Silberseeburg. Vor seinem inneren Auge konnte er die Grashalme der Ebene sehen, die erst Reif ansetzten und dann einfroren. Und die Mauer war kurz vor ihnen.
Dieses Mal kommt der Nebel nicht, um abzulenken. Dieses Mal wird er selbst der Angriff sein. Und ich bin daran beteiligt.
Kurz darauf hörte er die ersten schmerzerfüllten Schreie.

Adson Muller
04.07.2012, 21:59
Adsons Angriff hatte wenig gebracht. Sein Gegner hatte dem wuchtigen Schlag ausweichen können und der anschließende Hieb des Söldners war schwächer und prallte an der Rüstung seines Kontrahenten nahezu wirkungslos ab. Doch Adson ließ nicht locker. Er wollte seine Gegner beschäftigen, ihn zu Bewegungen zwingen, ihn ermüden. Selber durfte er nicht nachlassen, dass war ihm längst klar geworden.

Der Schreiner führte nun meist schnelle kurze Schläge aus, hart und präzise. Mal zielte er auf die Arme des Gegners, mal schlug er bewusst in dessen Waffe, wieder und wieder versuchte er die Hand zu treffen, die den Axtstiel umklammert hielt. Gegen den Körper arbeitete Adson wenig. Es galt den Gegner zu ermüden, ohne selber ein echtes Ziel zu bieten. Seit Beginn des Kampfes war kein Wort mehr gesprochen worden, man hörte nur das Klirren der Waffen und hin und wieder ein Stöhnen oder Keuchen der beiden Kämpfer. Es galt konzentriert zu bleiben. Jeder Fehler konnte der entscheidende Fehler zu viel sein.

Adson machte einen schnellen Schritt nach vorn und deutete einen Schlag gegen den linken Oberarm des Gegners an, ließ das Schwert jedoch vor auftreffen nach unten laufen, beschrieb einen leichten Bogen nach innen und zog es schwungvoll nach oben. Er traf den Waffenarm, wie schwer, dass konnte er nicht einschätzen, trat zurück und führte schnell zwei seitliche Schläge aus, um sich vor einem möglichen Konter zu schützen.

Wieder versuchte er die Umgebung zu überblicken. Ihr Kampfplatz hatte sich Richtung Süden verschoben, direkt an der Westmauer der Burg. Zum Glück hatte von oben noch niemand geschossen. Vielleicht um nicht den Falschen zu treffen.

Plötzlich spürte Adson Kälte. Keine normale Abkühlung, wie sie ein sanfter Windhauch bringt, sondern eisige Kälte, wie im tiefsten Winter. An der Burgmauer sah er hier und da Eiskristalle blitzen und erst jetzt bemerkte er einen Nebel, der sich langsam über die Burg legte. Glücklicherweise waren die beiden Kämpfer außerhalb des Nebels, der offenbar die eisige Kälte mit sich brachte. Oben auf der Mauer schrieen einige Stimmen laut auf.

Ein wenig neidisch betrachtete Adson das Wolfsfell an der Rüstung seines Gegners. 'Er wird mit der Kälte kaum Probleme haben', ging es ihm durch den Kopf. Dann sprang er schnell zurück, damit seines Gegners Axt nicht selbiges tun konnte. Die Waffen prallten aufeinander. Die Wucht der Schläge lief schmerzend durch Adsons Arm. Er stieß den gegnerischen Waffenarm zur Seite weg, packte dessen Schulter riss ihn nach vorn und stieß das Knie in Richtung des Unterleibs des Nordmanns. Viel hatte es wohl, ob der Panzerung des Gegners, nicht gebracht. Schnell begab sich Adson wieder aus dem Angriffsradius seines Gegenübers und atmete tief durch. Wann würde der nächste Angriff folgen?

Flarke
04.07.2012, 22:03
So schnell konnte es gehen, so schnell hatte man einige Leute zusammen, mit denen man das Umland durchkemmen konnte.
Flarke hätte nicht gedacht, dass er so bald die Stadtmauern einmal wieder auf einem militärischen Einsatz verlassen würde, aber nunja: Er war jetzt hier, die Truppe stand quasi unter seinem Befehl - auch wenn er die Wegfindung an Kerdric abgetreten hatte, denn dieser kannte sich hier im Bluttal etwas besser aus als er, schließlich war er doch eine ganz schon lange Zeit durch die Wälder gestreift, mit seinen Rekruten und wusste dementsprechend, wo Solveg eventuell sein konnte.
Dementsprechend hieß es für Flarke nun nur Haltung bewahren - er war schließlich als Offizier im Dienst - und den Überblick behalten. Eigentlich ganz entspannte Aufgaben, vor allem, wenn Hannes und Keri mit von der Partie waren.
Doch die beiden liefen zur Zeit etwas weiter hinten, sodass sich Flarke neben Kerdric postierte - Ravenne war vorausgeritten, um die Lage zu sondieren - und mit diesem eine hoch taktische Diskusion starte: "Nun, wir sind schneller aus Thorniara weg gekommen, als ich es für möglich gehalten hätte, die Frage ist nur, wie wir jetzt weiter suchen. Hast du eine Idee?"

Drakk
04.07.2012, 22:05
Schweigend stand der Hüne neben den Magiern und betrachtete das Voranschreiten des Nebels. Unaufhaltsam bewegte sich der Nebel vorwärts und ließ jeden Grashalm, jedes Blatt und alles Sonst von ihm Eingeschlossen wurde eingefroren.
Es dauerte einige Augenblicke ehe die ersten Schreie von den Burgmauern zu ihnen herüber schallten und ein kurzes grinsen auf das Gesicht des Nordmannes zauberten. Langsam quoll der Nebel die Mauern herauf und hinterließ eine Reifschicht auf den massiven Steinbrocken. Elle für Elle quoll er weiter hoch, erreichte die Zinnen und schwappte wie eine Welle durch die Zinnen.
Das Geschrei der Wachen war bis zu ihrer Position zu hören. Den Tod den die Männer erleiden mussten war wahrlich kein Angenehmer. In Nordmar waren im Verlauf der Jahre zwar viele Männer und Frauen der Kälte zum Opfer gefallen, aber dort war die Gefahr allgegenwärtig – niemand würde mit einer Solchen Kälte auf dieser verdammten Insel rechnen.
Noch immer keine Regung von sich geben blieb der Nordmann einige Augenblicke stehen. Die Schreie verebbten langsam und der Nebel war nur noch auf Höhe der Burgmauer. Mit einer Geschmeidigen Bewegung zog er sein Schwert und blickte sich ein letzte mal um. „Vorwärts!“ brüllte der Nordmann und machte sich auf vorzustürmen – hoffentlich würden die Wassermagier noch einen Trick aus dem Ärmel ziehen um das Tor zu öffnen...

Kerdric
04.07.2012, 22:20
Schweigend ritt Kerdric den Weg entlang, seine einzigen Beschäftigungen das Nachdenken und das Ausschauhalten. Ravenne gab aus naheliegenden Gründen keine besonders gute Gesprächspartnerin ab, und er wollte ihr nicht mit belanglosem Geplapper auf die Nerven fallen. Ohnehin war er generell kein Mann für derartiges Gerede.
Nach einer Weile jedoch trat Flarke an den Ausbilder heran und richtete das Wort an ihn. Nachdenklich wiegte dieser den Kopf hin und her. »Am schnellsten ginge es natürlich, wenn wir uns aufteilen und in kleinen Gruppen das Tal absuchen«, erwiderte er. »Aber das kommt wohl kaum infrage, einzelne Soldaten wären ein zu leichtes Ziel, und ob sie alleine eine Spur finden … Aber es gibt ja eine Ansiedlung in der Mitte des Bluttals, Jäger und Holzfäller und so was wohnt dort. Ich denke, wenn jemand etwas von dem mitbekommt, was im Bluttal vor sich geht, dann die.«
Kerdric pausierte kurz, während er eine Stelle rechts des Weges musterte. »Aber die Gebirgsausläufer wären auch eine Möglichkeit«, sagte er dann. »Unzugängliches Gelände, wahrscheinlich voller Höhlen, in denen sich der Schlächter verstecken kann. Und wer weiß, wo die noch hinführen.«

Flarke
04.07.2012, 22:25
"Stimmt. Wenn ich mich hier irgendwo verstecken müsste, dann dort.", pflichtete Flarke Kerdric bei und ließ seinen Blick in die Richtung schweifen, in der das Gebirge aufragen müsste - zur Zeit sah er dort eigentlich nur Bäume, und auch von denen nicht so arg viel, schließlich war es schon relativ dunkel.
"Aber dort hinauf zu laufen, querfeldein, mit dieser ganzen Truppe ist mir jetzt für den Anfang zu viel. Ich halte es wirklich für die beste Idee erst einmal nachzuforschen, ob man diesen Solveg irgendwo gesehen hat. Weißt du, ob er eine Robe trug? Wenn ja, dann hätten wir damit einen äußerst guten Anhaltspunkt. Wenn nicht habe ich auch einen Steckbrief mitgenommen. Vielleicht erkennt ihn irgendjemand."
Allgemein konnte man auch zusammenfassen: Wenn sie ihn nicht fanden, hatten sie trotzdem für Sicherheit gesorgt.

Kerdric
04.07.2012, 22:42
Eine Robe? Kerdric dachte angestrengt nach und runzelte die Stirn. Er hatte den Schlächter nur wenige Augenblicke lang gesehen, in den Momenten, bevor der Steinschlag auf die Rekruten niedergegangen war, und hatte anderes zu tun gehabt, als die Kleidung des Mörders zu studieren. Schließlich zuckte er die Schultern.
»Ich weiß nicht«, sagte er. »Ich habe ihn zu kurz gesehen, auf seine Kleidung konnte ich nicht achten. Aber da er ein Wassermagier ist … Es würde mich nicht wundern, wenn er eine trägt. Allerdings auch nicht, wenn er keine trägt, schließlich ist er nicht auf einem Spaziergang. Hoffentlich reicht der Steckbrief aus, so ein Fremdling muss den Leuten doch auch auffallen, wenn er ihnen über den Weg läuft. Von dem Steinschlag wird man ja auch hier gehört haben.«
Ein Vogel flatterte seitlich des Weges auf und veranlasste Kerdric dazu, misstrauisch den Kopf zu wenden, doch entdecken konnte er nur das Grün und Braun des Waldes. Er schürzte die Lippen. »Ich weiß nicht, was mir lieber wäre. Dass er weg ist oder dass wir ihn finden, damit wir die Gelegenheit haben, ihn zu töten …«

Jaryvil
04.07.2012, 22:46
Die ersten schmerzverzerrten Schreie drangen an die Ohren der Setarrifer. Kurze, schrille Schreie, die nach einem einzigen Augenblick bereits wieder abgestorben waren und durch neue ersetzt wurden. Nachdem die ersten von ihnen verhallt waren, stürmten sie los. Jaryvil war unter ihnen und hatte keine ernsthaften Probleme mitzuhalten, was man nicht von allen der Magier behaupten konnten, vor allem diejenigen, die es bevorzugt hatten, ihre blauen Roben für die Schlacht zu tragen, mussten noch darauf achten, nicht über ihren eigenen Rock zu stolpern. Von der Kondition des ein oder anderen wollte Jaryvil nicht anfangen. Es galt sich auf das bevorstehende zu konzentrieren und so schnell wie möglich vor die Tore der Burg zu gelangen, denn noch waren die Wehrgänge wieder unbesetzt. Kälte hatte sich einer eisigen Klinge gleich in die Herzen der Wachmänner gebohrt und ihre Körper eingehüllt. Es war grausam und gleichsam befriedigend zu sehen.

Und schließlich hatten sie es geschafft. Ihr Trupp hielt so nah an den Toren, wie sie es sich erlauben konnten. Jetzt galt es zu handeln und den Plan, der allen teilnehmenden Magiern kurz vor ihrem Ansturm erklärt wurde, umzusetzen. Sie waren keine Gruppe spezialisierter Erdmagier. Die meisten beschäftigten sich mit der Wasser- und Eismagie und so hatte man sich entschieden, die Aufgaben aufzuteilen. Zuerst begannen die Erdmagier, das konnte Jary spüren. Die gesamte Gruppe der Magiebegabten verband ihre Kräfte, teilte sich die Energie für den ersten, wohl intensivsten Schritt. Wie besprochen konzentrierten sie sich darauf, die Steine im Torbogen auseinander zu ziehen. Nur ein winziges Stück, doch weit genug, um den Wassermagiern die Möglichkeit auf ihren Einsatz zu geben. Jaryvil spürte, wie die Erdmagie auch an seinen Kräften zehrte und sich auch der nächste Zauber an seinen, wie auch an den Reserven aller anderen, nagte. Für das Auge wohl unsichtbar - möglicherweise würden sich die Schwerter ihrer Eskorte fragen, ob überhaupt etwas geschähe - traten winzige Wasserpartikel in der Luft zu tage und füllten die Lücken, welche die Erdmagie zwischen den Steinen des Torbogens hatte entstehen lassen. Jetzt geht's ans eingemachte. Sein Seufzen und die erhobenen Hände der Eismagier läutete den letzten Schritt ein. Besonders jetzt war er es, der einen großen Teil seiner Reserven freimachte und dem Zauber zusteuerte. Einer der erfahreneren Magier bündelte ihn und ließ ihn schließlich auf das Tor los. Mit einem gewaltigen Krachen wandelte sich das Wasser in den Ritzen schlagartig zu Eis um und sprengte die Steine auseinander. Das beschlagene Torgatter krächzte und wurde schließlich unter dem einstürzenden Torbogen begraben.

Ein Lächeln schlich sich auf die Lippen des Varanters, für mehr war keine Zeit, für Jubel war er in diesem Moment keine Kraft. Neben ihm hörte er das ein oder andere Wort des Erstaunens. Das Tor war eingestürzt, doch noch war es nicht getan. Ein letztes Mal sammelten sie ihre Kräfte, um den Schutt auf Seite zu schieben. Müssten die Soldaten über die Steine klettern, wären sie ein einfaches Ziel. Und was aussah, als würde das Hindernis wie ein Blatt vom Besen beiseite gekehrt werden, war in Wahrheit noch einmal eine große Anstrengung, die allen Magiern danach ins Gesicht geschrieben war. Aber es ist geschafft! Und bisher hatte sie kein einziger Pfeil erreicht, doch es schien, als setze sich in der Burg etwas in Bewegung. Natürlich, sie wollten den Setarrifern nicht so einfach Einlass gewähren. Und gerade stehen wir wie auf dem Präsentierteller! Sofort griff Jary nach seinem Bogen und hielt auch sogleich den ersten mit Widerhaken bewährten Pfeil in den Händen.

Redsonja
04.07.2012, 23:07
Einst war sie eine der gefürchtetsten Kriegerinnen von ganz Myrtana gewesen, doch war ihr nichts Weiteres, als ein müdes Lächeln geblieben. Ihre gloreichen Tage, die es in der Tat nie gegeben hatte, waren gezählt und sie verfolgte erstaunt, was eine Handvoll Magier zu Stande. Es war mehr als zwei Duzend Krieger träumen konnten zu bewerkstelligen. "Warum hält sich Ethorn eigentlich noch seine Schwerter, wenn er derartige Waffen in der Hand hat?" Fragte sie sich und fand keine andere Erklärung, als Tradition. Sie lächelte bei der Vorstellung, als sie hinter Drakk herstürmte. "Der Fremde hatte Recht. Wir sind die Bauernopfer und obwohl ich das weiss werde ich das Schwert schwingen, den zweiten Arm noch riskieren und bei jedem Gardisten, der durch meine Klinge fällt einen Strich in die Wand gravieren." Kurz gesagt: sie handelte im vollen Bewusstsein der Sinnlosigkeit. Sie tat es nicht für die Freiheit und nicht fürs Überleben sondern einfach so. Weil Drakk ihr Freund war, Taeris ebenso und es für die rothaarige Kriegerin keinen anderen Ort zu geben schien.

Raad
04.07.2012, 23:43
Es war eine laue Sommernacht. Sterne funkelten am Himmel. Sanft fiel das von einem zarten Wolkenschleier verhangene Licht des Mondes gen Boden. Die Büßerschlucht wirkte, trotz der überall verstreuten Erinnerungen der gestrigen Schlacht, friedlich. Das Blut war längst getrocknet, hart und im Licht des Mondes so gewöhnlich schwarz, dass man es nicht näher beachtete.

Der Tod kam. Er kam in dieser Nacht in Gestalt des Nebels. Trieb wie eine Wolke, die vom Himmel gefallen war, vom Silbersee fort. Schwebte wie ein bleicher Schädel, der der dunklen Seite des Gleichgewichts Zeuge stand, über den Kamm hinauf zur Silberseeburg. Ergoss sich wie Wasser, geschwind und in einer Masse, die weit zu viel war, gesund zu sein, über die steinernen Mauern. Geräuschlos. Unsichtbar für den unwissenden. Bis die ersten Schreie erklangen und den Frieden des Sommers ewig für diese Nacht zerrissen.

Raad setzte den Stiefel auf den steinernen Boden des Weges hoch zur Burg. Seine Haare hingen wirr und doch gewöhnlich an seinem Kopf herab. Sein Bart, kraus in seiner Gestalt, zeugte von wenig Pflege und in seinen Augen lag ein Ausdruck von demütiger Härte. Fand er Gefallen an dem Tod auch seiner Feinde, obschon er so grausam war? Ja. Widerte die Art dieses Aktes ihn dennoch an? Ja. Frohlockte sein Herz dem Beginn dieser Schlacht entgegen? Ja.

Ein Grinsen trennte seine Lippen voneinander. Sachte glitt der Einhänder aus der Scheide auf seinem Rücken, als donnernd der Stein barste und grollend auf den Boden schlug. Sein Grinsen wurde breiter. Erwartungsvoller. Durstig. Indes legte sich ein schwarzer Schatten über seine Augen. Zu sehr der Schüler der Assassinen. Zu sehr der Mann, der als Kind zu früh die Freuden des Tötens gelernt hatte. Er war nicht hier für die Pflicht. Er war nicht hier, um die ihm unterstehenden Männer am Leben zu erhalten. Er war einer von ihnen. Zu spät gekommen, um gebunden zu sein. In dieser Nacht war er frei. Frei, zu sein, was in ihm lauerte.

Der Befehl wurde gegeben. Die Männer setzten sich in Bewegung. Keiner von ihnen brüllte den Schreien des Schmerzes aus der Burg entgegen. Nur das Donnern ihrer Schritte auf dem Boden kündete ihr Kommen. Waren sie allesamt so kalt wieder Nebel? Nur hier, um den Tod zu bringen? Jenen Menschen, von denen sie nicht wussten, ob sie es verdienten oder nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren? Spielte es jetzt noch eine Rolle?

Die Gedanken verebbten als sein Leib über die Schwelle des ehemaligen Tores sprang. Seine Klinge leuchtete im Glanz des Mondes auf und fand zu geschwind einen Zwilling auf der anderen Seite. Alle Worte wichen seinem Kopf. Das Klirren aufeinandertreffenden Stahls wurde ihm zur Musik. Der Kampf zur Meditation. Erst die Erschöpfung, der Schmerz oder der Tod würden ihn herausreißen. Doch noch war die Nacht jung. Zu jung, um ihrem Ende zu gedenken…

Alon
05.07.2012, 10:20
Alon lauschte dem Geplapper seiner Gefährten, deren Anzahl seit gestern um einen weiteren Mann gestiegen war; Gwynnbleidd war zu ihnen gestossen und der Jäger fragte sich wirklich langsam, weshalb plötzlich so viele Wächter in den Sümpfen Tooshoos umher irrten. Sich ihnen dann auch noch anzuschliessen konnte Alon ihnen nicht abschlagen, zumal er die Gesellschaft - abgesehen von Maax - sehr zu schätzen wusste. Andererseits würde er und sein Schüler so niemals an die Ruhe und Konzentration in Schwarzwasser anknüpfen können. Auch beim Jagen waren schon mehr als zwei Personen zu laut, ihr kleiner Trupp hier würde also Mühe haben mit Essen besorgen. Alon hoffte bloss, dass es einen Pflanzenkundler unter ihnen gab.
So langsam näherten sie sich dem Waldrand; auch wenn es eine wolkenverhangene Nacht zu sein schien und eine veränderte Helligkeit nicht wahrnehmbar war, konnte man doch die deutlich frischer werdende Luft riechen.

"Ruhe", flüsterte Alon plötzlich.
Zuerst hörte es bloss Maax, der den anderen dann auf die Brust klopfte und auf seinen in geduckter Haltung stehender Lehrer deutete.
"Da draussen ist jemand. Unten bleiben!"
Der Jäger versuchte, durch ein Gebüsch etwas zu erkennen. Es war ihm, als hätte er das Spannen einer Bogensehne gehört. Orks waren es also nicht. Nach einigem Umsehen entdeckte er eine riesenhafte Silhouette hinter einem Baum hervorschauen.
"Bewahre! Wir sind Waldvölkler und sind auf der Durchreise!"
Gespannt wartete er darauf, dass etwas passierte. Vorsichtshalber zog er zwei Wurfmesser aus dem Gürtel, hielt die Hand aber noch hinter dem sie verbergenden Strauch.

Lopadas
05.07.2012, 12:17
Unruhig schaute der Priester umher. Nur ungern hielt er sich außerhalb fester Mauern auf, weil hinter jedem Baum, an jeder Weggablung, Gefahren lauerten. Doch an dieser Unternehmung musste er dabei sein. Normalerweise ging es ihn nichts an, wenn irgendwelche Gruppen von Rekruten zusammen gestellt wurden, um einen Rebell, wie sie ihn nannten, einzufangen. Es gab genug solcher Banditen oder derengleichen, dass sich Lopadas nicht darum kümmerte. Aber in diesem speziellen Fall war er dennoch gewissermaßen gezwungen gewesen. Schließlich handelte es sich bei dem Gesuchten um einen Wassermagier, der gewissermaßen nicht den Tod finden sollte. Abgesehen von der Grundeinstellung des Priesters sowenig Leid und Schmerz zu zufügen wie möglich, gab es eben noch einen anderen Grund, warum dieser Wassermagier nicht in die Hände der Soldaten fallen sollte und wenn doch, dann vom Schriftgelehrten wenigstens in Gewahrsam genommen werden konnte. Nur kurz blickte er auf seinen Ring hinab und schaute sich dann weiter um.
Er war nicht der Mann dafür durch die Wälder zu springen und nach einem Entflohenen oder ähnlichem zu suchen. Das einzige, was er tun konnte, war abwarten und im Notfall eingreifen. Es war ihm gleich, ob der Wassermagier unbeschadet aus der Sache rauskam, aber zumindest sollte er nicht getötet werden. Lopadas stand zwischen zwei Parteien, aber das war für ihn noch lange kein Grund dafür, einen Mörder zu unterstützen. Wenn es wahr war, dass der Wassermagier an dem Tod einiger Rekruten Schuld war, so musste er zur Rechenschaft gezogen werden. Der Priester hatte sich nur der Gruppe angeschlossen, dass die Soldaten nicht aus Rache oder im Eifer des Gefechts den Magier töteten. Aber er bezweifelte, dass der Wassermagier so dumm war, sich nach einer solchen Bluttat noch in der Nähe aufzuhalten. Ob diese Suchaktion daher von Erfolg gekrönt war, bezweifelte der Schriftgelehrte. Dennoch war es sinnvoll die Sache im Auge zu behalten.

Stylios
05.07.2012, 14:00
" Innos!" Hatte Stylios nur entsetzt hervorgebracht, als er die Eisklötze auf der Mauer entdeckt hatte, die mal ihre Wachtposten und der Großteil ihrer Bogenschützen gewesen waren. Mutige Männer, die noch ihre Waffen hielten und in Posen des absoluten Schreckens erstarrt waren...der Anblick schockierte den Nordmann, der bereits einige Erfrorene in seinem Leben am Wegesrand liegen gesehen hatte. Was war passiert? Als viele panische Schreie aus der Richtung der Burg in den Himmel gestiegen waren, hatte Stylios seinen kurzen Späherausflug abgebrochen, sich von dem sich wacker schlagenden Bauern vor den Mauern abgewandt und war so gut es ging zurück zur Ausfallpforte gehetzt. Nun befand der Clankrieger sich mitten im Chaos.
" Was bei Beliar?!"
" Rennt, rennt, wir werden alle erfrieren! Die Kälte kommt!"
" Innos, hilf uns!"
Die verbliebenen Männer auf dem Burghof führten sich auf wie eine Herde ängstlicher Schafe. Mitten unter ihnen entdeckte Stylios den Paladin Rodeon und auch Tronter, den Befehlshaber der Burg, die wütend versuchten, ihre Männer wieder zur Ordnung zu rufen und auf die Mauer zu bringen. Jetzt galt es, schnell die Soldaten zu sammeln und sich zu wappnen, ehe der nächste Schlag der Rebellen...
Lautes Gebrüll erfüllte plötzlich die Luft. Das Geschrei vieler Kehlen und das Rasseln von Schwertern drang an Stylios` Ohren. " Sie kommen!"
" Scheiß drauf, das Tor steht noch! Alle Mann auf den Wehrgang!" Hörte der Orkjäger gerade noch einen Gardisten neben sich brüllen, als auf einmal jedoch das solide Tor in einem einzigen Augenblick nachgab. Es gab eine Explosion, doch war es kein Feuer, dass Holz und Stein auseinander sprengte. Kleine Eisbrocken flogen gemeinsam mit den Überresten des Tores durch die Luft und verletzten die Soldaten, die dem Durchlass am nächsten waren.
" Jetzt glit`s..." Murmelte Stylios und packte den Griff seiner einhändigen Axt fester. Die Schmerzen in seinem Körper waren in diesem Augenblick egal. Sein Arm, der nicht wollte, sein Rücken, der langsam begann, unter der Last der schweren Rüstung einzuknicken. Dies war alles Nebensache.
" Zum Tooooor!" Brüllte Stylios aus voller Kehle und stürmte zum Durchlass, den die Aufständischen auf gar keinen Fall durchfluten durften.

Redsonja
05.07.2012, 14:16
Sie rannte nicht an der Spitze, aber gleich dahinter. Die ersten hatten das Tor gerade passiert, da kam der Vorstoss bereits hier ins Stocken. Es stellten sich ihnen Kämpfer in den Weg, wohl die letzten Verbliebenen. Einer trat auf sie zu. Es war ein Nordmarer im Kilt des Hammerclans.

Ein Freund?
Nur warum grinste er geradezu hämisch?
Ein Verräter?

Sie spuckte aus und bemerkte erst dann dass sie ihr Schwert nicht in der Hand trug. Sie versuchte mit der Rechten nach dem Griff zu tasten, doch bogen sich einzig und allein die Finger etwas. Eine Woge der Angst durchflutete die rothaarige Kriegerin, als ihr Gegenüber, dessen Gesicht sie nicht zum ersten Mal sah, seine Axt erhob. Innos' Verblendung schien zugeschlagen zu haben. Oder war es die Machtgier. Hatte er sich einfach den Siegern angeschlossen. Menschen waren feige, aber von den Nordmarern hatte sie eigentlich mehr gehalten. Ihr wurde beinahe übel und ihr Gesicht verzog sich zu einer Grimasse voller Schmerz. Als könnte sie dadurch ihren lahmen Schwertarm zur Bewegung zwingen. Leider klappte es nicht. Nur ihre Linke schlich unbemerkt zur dunklen Waffe. Zur Schwester. Sie glitt geradezu elegant aus der Halterung und schnell. Noch war die rothaarige Kriegerin nicht tot und wer sie unterschätze weil der eine Arm untauglich geworden war, musste sich einen Narren schelten. So begegnete sie der Axt des Verräters.

Stylios
05.07.2012, 14:34
Der Feind stürmte durch den verwüsteten Durchlass. Männer in fremdländischen Rüstungen und mit entschlossenen Gesichtern rannten auf Stylios und die Gardisten in seinem Rücken zu. Sofort war zu erkennen, dass die Verteidiger mit ihren Verlusten auf den Mauern im Nachsehen waren und der Masse der Angreifer unterlegen war. Die Engstelle am Tor musste unter allen Umständen gehalten werden.
Ahnen gebt mir Kraft. Gerade wollte sich Stylios auf den ersten Hund stürzen, der in seine Richtung stürmte, als ein rotes Aufblitzen ihn jedoch ins Stocken brachte. Eine Frau hetzte zwischen all den Kriegern auf die Verteidiger zu. Vom Licht einer nahen Fackel angestrahlt leuchteten ihre roten Haare wie Feuer.
" Eine Frau? Ach du Scheiße!" Mit einem mulmigen Gefühl im Magen blockte Stylios den Hieb eines Gegners, stieß diesen nach hinten in seine Freunde hinein und schob in Richtung der rothaarigen Frau. Unterdessen prallten die Klingen von Verteidigern und Angreifern aufeinander und Stylios befand sich mitten im Gerangel um das Tor. Schnell griff der Clankrieger das Rothaar an. Was war mit ihr? Sie griff nicht nach ihrer Waffe, bemerkte Stylios noch, ehe der erste Schlag aber auch schon pariert wurde. Sie hatte nicht ihren Schwertarm benutzt. Ungewöhnlich. Früher hatte sie mit rechts gekämpft. Oder hatte sie damals nicht zwei Schwerter eingesetzt? Unwichtig, sowas war von einer Kriegerin wie ihr zu erwarten gewesen.
" Du!" Presste Stylios wütend zwischen den Zähnen hervor und schüttelte alle Verunsicherung und Zweifel rasch ab. Das vor ihm war Redsonja, da bestand kein Zweifel. Als wäre es gestern gewesen, sah er sie vor sich, wie sie im umkämpften Orklager den Clankrieger in Sicherheit brachte. Einst hatte sie den Kriegern unter Clanlord Drakk dabei geholfen, einen ihrer Waffenbrüder, Kalyvala, aus den Fängen der Orks zu befreien. Nun stand sie vor ihm, inmitten der Feinde, die ihm ans Leder wollten.
Stylios ging erneut zum Angriff über. Gern hätte er sie über den Verbleib der abtrünnigen Clanlords Drakk und Taeris und der restlichen Clankrieger, die zu einfachen Söldnern geworden waren, gefragt, aber die Schlacht ließ ihm keine Zeit. Das Tor musste gehalten werden und zu zögern war im Moment keine Option.

Edon Mesotes
05.07.2012, 14:39
Edon erreichte zusammen mit den übrigen des Spähtrupps das Tor zur Silberseeburg - und musste feststellen, dass es gut bewacht war; nun gut, zahlreich war vielleicht doch das treffendere Wort, denn es war zu bezweifeln, dass eine dieser frostigen Skulturen auch nur mit der Wimper zucken würde, selbst wenn Edon dagegen pissen würde.

Das Tor war umkämpft von den wachhabenden Truppen und den hoffentlich bald wachhabenden Setarrifern.
Ohne groß zu überlegen stürmte der Trupp mitten in die Meute, während sie mehrere Klingen und eine Axt entblößten, die an diesem Platz dem Zweck ihrer Herstellung zu erfüllen beginnen würden. Rasch hatte der Dieb den Rest seiner Truppe aus den Augen verloren, während er mit einem Satz ins Kampfgetümmel sprang und seine Klinge gegen den nächststehenden Gardisten hob, der sich nur mit knapper Not dem überraschenden Schlag des Diebes entziehen konnte. Doch dieser war schon wieder im Getümmel verschwunden, denn für den Moment suchte Edon nicht den Zweifkampf, sondern ein bisschen Verwirrung für die Innosler.


Er rannte hier und dort hin, teilte Hiebe aus und parierte im Gegenzug ein paar Schläge, die auch dazu gedacht waren, ihn niederzustrecken. Damit begann Edons erste Schlacht...

Adson Muller
05.07.2012, 14:40
Adson stand noch immer westlich der Burg und gönnte sich eine kleine Verschnaufpause. Seinen Gegner hatten die Folgen der Eiswolke derart schockiert, dass er sich einfach abgewandt hatte und zur Burg zurückgeeilt war. Adson hätte ihn locker einholen können und das Gefecht fortsetzen können, doch verzichtete gern darauf.

Er hatte das Schwert wieder in die Schwertscheide gesteckt und erstmal seine Wunde begutachtet. Sie blutete ein wenig, war aber nicht weiter von Bedeutung. Adson war mit sich zufrieden. Er hatte den ersten echten Kampf überstanden, ohne ernsthaft Schaden zu nehmen.

Ein lauter Knall riss ihn aus seinen Gedanken. Das musste das Tor gewesen sein. Adson nahm sich noch einen kurzen Moment der Ruhe, dann schritt er eilig in Richtung Tor, die Hand am Schwertknauf.

Das Tor war tatsächlich offen. Vor Adson tummelten sich Knäuel von kämpfenden Menschen. 'Und weiter gehts!', dachte der Söldner und zog sein Schwert.

Redsonja
05.07.2012, 14:58
Nun hatte auch er sie erkennt, dieser Tor.

"Ja, ich!"

Zischte sie indessen, schliesslich war das die Sprache, die eine Schlange verstand. Das Schwert küsste die Axt, die Axt das Schwert und Redsonja bemerkte, dass sie langsam lernte trotz einem lahmen Arm das Gleichgewicht zu halten. Kein leichtes Unterfangen, dennoch hatte sie einige Zeit gehabt sich daran zu gewöhnen und das Training mit ihren Schülern hatte sie auch dazu gezwungen.

"Du stellst dich gegen deine eigenen Brüder, Abschaum!"

Bemerkte sich nach einem weiteren Schlagabtausch.

Stylios
05.07.2012, 15:15
" Und ich dachte...du wärst ´n Weib." Keuchte Stylios hervor, ehe er mit dem stählernen Rammdorn auf dem Kopf seiner Axt nach dem Bauch der Frau stieß. Redsonja wich aus.
" Wie der Herr will." Presste er noch unter vor Schmerzen aufeinander gepressten Zähnen hervor. Die Prellungen unter seinem Brustharnisch machten dem Clankrieger immer mehr zu schaffen. Auch spürte er, wie warmes Blut an seinem Körper hinablief, was bedeutete, dass manche der Schnittwunden wieder aufgegangen waren. Das war im Augenblick aber Nebensache. Das Gedränge kam dem angeschlagenen Normann gelegen, sodass er von dem flinken Rothaar nicht ausgetanzt werden konnte und obwohl sie ihm immer mehr Kraft raubte, brachte die schwere Rüstung ihm einen großen Vorteil der nur leicht gerüsteten Redsonja gegenüber ein.
Auch der Kampf um die alte Bekanntschaft aus Nordmar tobte unerbittlich weiter. Bisher schafften es noch Gardisten unter Kommandant Tronter, die Engstelle zu halten. Das Gedränge schob sich hin und her und die einen Flachländer stemmten sich gegen die anderen Flachländer. Und mitten unter ihnen ein verirrter Mann aus dem nördlichen Gebirge des Festlandes.
Den kurz zur Verfügung stehenden Freiraum nutzend setzte Stylios zu einem weiten Schwinger mit seiner Axt an. Schnell sauste die blank polierte Waffe auf den Schenkel der Frau zu, wurde jedoch rechtzeitig abgewehrt. Den Gegenangriff lenkte Stylios anschließend zur Seite ab. Schlag folgte auf Schlag und der Clankrieger versuchte, trotz Schmerzen und immer schneller gehendem Atem legte er immer mehr Kraft in seine Hiebe. Es war für seinen Auftrag sehr wichtig, dass er Redsonja besiegte und gefangen nahm. Er musste diesen Kampf überstehen, um die Frau später nach den abtrünnigen Nordmännern zu befragen. Wenn sie hier auf Argaan war, war der Rest vielleicht auch nicht weit.
" Geh endlich nieder!"

Redsonja
05.07.2012, 15:33
"Ein Verräter will mir das befehlen."

Sie lachte auf und machte einen abrupten Vorstoss und brachte ihn dadurch in Bedrängnis.

"Ich würde dich gehen lassen. Der alten Freundschaft willen."

Anerbot sie, doch er schüttelte nur den Kopf. Sie waren alle zu verbohrt. Es war hoffnungslos. Also galt es alle Skrupel zur Seite zu schieben. Sie ging in eine Kombination, von schnellen, unbarmherzigen Schlägen über. Er reagierte nicht minder heftig. War gut geworden, dieser Wolf im Schafspelz. Dabei begann ihr langsam der Schweiss von der Stirn zu rinnen. Doch ignorierte sie diesen Umstand. Sie wollte sich nicht beklagen, waren doch eben ein paar erbärmliche Kreaturen erfroren.

Sie war dennoch versucht zu triumphieren, als ein weiterer Speichellecker Rhobars sich zum Verräter gesellte. Seine Fratze kannte sie jedoch nicht. Sie wollte nach hinten ausweichen, doch war da kein Platz. Es hätte Zeiten gegeben, da hätte sie gegen zwei bestehen können, aber diese waren, wie sie unlängst festgestellt hatte vorbei. Blieb nur zu hoffen, dass er so barmherzig war, wie sie selber. Eine kümmerliche Hoffnung.

Adson Muller
05.07.2012, 15:51
Adson versuchte sich einen Überblick zu verschaffen. Der Torbogen schien komplett zerstört, doch waren Schutt und Steine zur Seite geschafft worden. Nun verteidigte die Burgbsatzung verbissen den Bereich des ehemaligen Tores. Der junge Schreiner schaute sich um. Er erblickte Edon, der schnelle Hiebe verteilend durch das Kampfgeschehen eilte ohne sich in lange Duelle verstricken zu lassen. Bald entdeckte er auch Rognor, der einen anderen Stil pflegte. Er stand wie im Boden verwurzelt, schirmte sich mit dem Schild ab und verteilte schwere Schläge mit seiner Axt.

Gerade wollte Adson sich zu ihm gesellen, da fiel sein Auge auf eine andere Gruppe. Er sah seine Lehrmeisterin und seinen Gegner von vorhin gegeneinander kämpfen. Doch neben dem Nordmann hatte sich noch ein weiterer Soldat Rhobars eingefunden und gemeinsam bedrängten sie Redsonja, welche kaum mehr aus der Defensive kam.

Adson griff sein Schwert fester und eilte auf die Gruppe zu, hier und da teilte er noch einzelne Schläge aus, dann erreichte er die Kämpfende Gruppe. Den mitgebrachten Schwung nutzend, stieß er den gegnerischen Soldaten die zur Seite und kam rechts neben seiner Lehrmeisterin zum Stehen. Er drehte sich schnell und um grinste den Nordmann schief an.

"So schnell sieht man sich wieder.", sagte er gespielt freundlich und deutete eine leichte Verbeugung an. Dann erstarb das Lächeln in seinem Gesicht. Der zweite Angreifer hatte seine Position wieder eingenommen und schwang sein Schwert in Richtung des jungen Söldners. Adson parierte den Schlag geschickt und führte zwei schnelle Schläge gegen den Arm seines Gegners, die ihr Ziel doch leider nicht fanden. Noch nicht.

Stylios
05.07.2012, 16:10
Der verbissen geführte Kampf mit der Frau hatte Stylios ein Stück vom Tor weggeführt. Rechts vom Tor hatte er es geschafft, sie mit dem Rücken zur Mauer zu drängen. Gemeinsam mit einem Gardisten Tronters war dies nun die Gelegenheit, auf die er gewartet hatte, um Redsonja gefangen zu nehmen. Die Informationen, die er brauchte, um das Verräterpack aufzuspüren, waren womöglich zum Greifen nahe.
Dann plötzlich schaltete sich jedoch einer aufständischen Kämpfer ein und befreite die fast schon festgesetzte Beute aus der Falle. Verflucht!
Ohne lange nachzudenken ließ Stylios seine Axt zu Boden fallen, machte einen flinken Satz nach hinten und umschloss den Schwertgriff, der über seine rechte Schulter auf seinem Rücken hinausragte. In einer geschmeidigen Bewegung zog der Nordmann die lange, wunderbare Waffe. Jetzt, abseits des Gedränges um den Durchgang am Tor, hatte er genug Platz, um das Langschwert aus reinem Erz einzusetzen. Die Zeit war gekommen, Ernst zu machen und diesem Pack zu zeigen, wie eine nordische Klinge schmeckte.
Schnell hatte er wieder zu dem verbissen kämpfenden Gardisten aufgeschlossen. Redsonja und...ach, der Kerl von vorhin, mussten zu Fall gebracht werden. Durch das erhabene Funkeln und Glitzern der mächtigen Waffe angestachelt vergaß Stylios fürs Erste die schmerzenden Knochen und die Anstrengung, die es brauchte, um den ramponierten Körper im Kampf zu halten.
" Dieses Schwert frisst Stahl!" Raunte Stylios triumphierend und stürzte sich erneut auf die Gegner.

Gwynnbleidd
05.07.2012, 16:20
Alon nachahmend zog auch Gwynnbleidd vorsichtshalber seine Waffe hervor - der Sax glänzte im Sonnenlicht kurz auf und verschwand dann in er Schwärze seines Umhangs, welcher nun nicht nur den Scramasax sondern auch Gwynnbleidds Hand vor neugierigen Augen schützen würde. Vorsichtig machte der Jäger einige Schritte nach vorne und stand nun auf einer Höhe mit Alon. Nun lag alles daran, die eigentlichen Nachbarn richtig einzuschätzen. Wären sie freundlich gesinnt, würde es vielleicht eine schöne Reise, wenn nicht, könnte es eine kurze werden. Ein weiteres Mal erklang die Sehne und Alon nutze diesen Augenblick, um aufzuspringen und auf die unbekannten zu zugehen, die Waffen stets in der einen Hand. Auch dessen Begleiter kamen nun hervor, wobei hoffi sich mit seinem Bogen hinter einem Baum versteckte und anscheinend andeuten zu versuchte, dass er den beiden anderen nun Deckung gab. Vorsichtig aber entschlossen kam auch Gwynnbleidd näher, das Sax immer vor seinem Körper. Maax ging einen kleinen Umweg und schaffte es anscheinend, damit die Wäldler endgültig einzukesseln. "Wer seid ihr?" fragte Alon knapp und starrte unablässig die die Waffen der Fremden. "Bleibt ruhig, egal wer wir sind, wir wollen euch nichts tun. Zumindest nicht, wenn ihr so viele seid." beendete der Fremde seinen Satz und veränderte somit schlagartig die Stimmung. "Wir sind einfache Jäger, auf dem Weg in das unbekannte, aber vor allem auf der Suche nach Essen. Wollt ihr uns Gesellschaft leisten?" ergänzte eine weibliche Stimme und eine eigenartige Frau schritt hinter einem Baum hervor. Würde man Gwynnbleidd fragen, war sie sehr hübsch, doch seine Stimme zählte nicht viel an dem Ort, dem seine Selbstgespräche entstammen. "Bewahret, aber...wer seid ihr?" fragte Gwynnbleidd fast ein wenig schüchtern, während seine Wangen einen leichten, rötlichen Schimmer fingen...

Adson Muller
05.07.2012, 16:32
Einen kurzen Moment betrachtete Adson gebannt das seltsam leuchtende Schwert des Nordmanns, dann blitzte schon das Schwert des zweiten Gegners vor ihm auf. Adson riss seine Klinge nach oben und blockierte so den Angriff seines Gegners. Ein schneller Schritt zur Seite ließ auch den nächsten Angriff verpuffen, dann ging Adson selber zum Angriff über. Ein weiter Schlag auf halber Höhe zwang den Gegner zu einem kurzen Schritt nach hinten, doch schon rückte der Söldner nach, ließ das Schwert einen sanften Bogen gleiten und schlug in Richtung des Standbeines seines Gegners. Dieser konnte den Schlag jedoch blocken und Adson machte schnell einen Schritt nach hinten, so dass der angeschlossene Konter ins Leere ging.

Der Gardist setzte nach, führte einen seitlichen Schlag aus, doch Adson ließ die gegen ihn gerichtete Waffe an der eigenen Klinge abgleiten. Dann zog er das Schwert schnell quer auf die andere Seite. Der Gardist wurde getroffen und brachte sich durch einige schnelle Schritte aus dem Aktionsradius des Schreiners, wobei er das Schwert schützend vor sich hielt. In seinen Augen konnte Adson den blanken Hass erkennen.

Adson schaute wieder auf den Nordmann und wieder blieb sein Blick an dessen besonderer Waffe hängen. Magisches Erz! Adson hatte auf Khorinis viel davon gehört, jetzt sah er zum ersten Mal eine solchen Waffe. Höchste Härte und Schärfe sprach man diesen Schwertern zu. In den Händen geübter Kämpfer waren sie furchtbare Waffen. Adson holte tief Luft und positionierte sich wieder an der rechten Seite seiner Lehrmeisterin, um deren unbewaffnete Seite zu schützen.

Edon Mesotes
05.07.2012, 16:34
Edon hatte sich erstmal ein bisschen aus dem Schlachtgetümmel der ersten Reihe zurückgezogen, um sich wenigstens einen kleinen Überblick zu verschaffen. Da waren zum einen Redsonja und Adson, die gemeinsam gegen einen der Innosler kämpften - armer Kerl. Er schien nicht so richtig zusammengeflickt zu sein und hatte sich prompt mit einer angelegt, die Edon zwar nie hatte persönlich kämpfen sehen, aber der Dieb hatte mitgekriegt, wie ein munteres Ränkespiel mit reichlich Blut und Wasser veranstaltet worden war, nur um sie in die Finger einer machtgierigen Adeligen zu bugsieren, es war also davon auszugehen, dass sie was konnte.

Auch Rognor schien sich in der Schlacht nicht so fehl am Platz zu fühlen, der wuchtige Hiebe austeilte, einiges an Schlägen zu parieren hatte und doch nicht auch nur einen Zentimeter Boden hergeben wollte. Viel mehr bekannte Gesichter konnte der Dieb doch nicht ausmachen und mit dem Gefühl, das Redsonja nicht der Hilfe bedurfte, schloss er sich dem standhaften Kampf Rognors an und hieb mit seiner Klinge gegen einen Gardisten, der den Zwerg von der Seite her angreifen wollte, verfehlte knapp dessen Schädel, doch die Klinge sauste direkt vor ihm hinunter und erregte sowohl des Zwergen, als auch des Gardisten Aufmerksamkeit.

Ehe der Rote sich fassen konnte, musste er auch schon sein Schwert verwenden, um des Zwergen Axt zu parieren und sich unter Edons Klinge zu ducken. Die Hiebe der beiden, die sich sonst allzu oft gegenseitig bekämpften, trieben ihn in die Defensive und ließen ihm kaum die Zeit, auch nur einen Schlag anzusetzen, mit dem er seine Defensive hätte vernachlässigen müssen und ihnen übermäßig Zeit gegeben hätten, den Hieb zu seinem letzten zu machen...

Keala
05.07.2012, 17:02
Ein wenig bedauerte Kea es, dass sie keine Fernkampffähigkeit hatte, wenn sie mit anderen Jägern loszog. Trotzdem gehörte sie dazu, und Skadis gute Nase konnte das vielleicht ein wenig wettmachen. Außerdem war es ja nicht so, als könnte sie sich gar nicht verteidigen. Der Schwanz der nun nicht mehr getupften Wildkatze schlug Kea gegen das Knie, als sie die anderen entdeckten. Dämliche Situation, wusste doch keiner, was die andere Gruppe wollte. Ehe sie es sich versahen, waren Kea und ihre beiden Begleiter umzingelt. Nuolen versuchte, die Situation zu entschärfen, und Kea stimmte mit ein. Einer der Männer grüßte schließlich mit dem waldvölkischen Gruß, und zumindest die eingekreiste Gruppe entspannte sich sichtbar.

»Bewahret. Ich bin Keala, begleitet von Skadi. Und das sind Nuolen und Lankas. Ihr könnt die Waffen jetzt langsam mal runternehmen. Tut mir Leid, wenn wir nicht direkt beweisen können, dass wir zu den Jägern von Schwarzwasser zählen.«

Sie kraulte Skadi zwischen den Ohren. Der recht schweigsame Nuolen hatte sie einen Berglöwen genannt, Lankas hatte die Katze als Silberlöwin bezeichnet, aber beide schienen dasselbe zu meinen. Die Sache mit den Tupfen hatte auch sie irritiert, aber Lankas meinte, das sei, damit Jungtiere besser getarnt seien, vermutlich. Wie auch immer, sie war gewachsen und sie hatte ein eindrucksvolles Gebiss, wie sie schon mehrfach bewiesen hatte.

Redsonja
05.07.2012, 17:08
Adson war gerade noch im richtigen Augenblick aufgetaucht. Er hielt sich inzwischen wacker. Sie würde ihm wohl nicht mehr viel beibringen müssen. Er brauchte zwar noch Routine, aber die würde er in dieser grausamen Welt hier bis zur Genüge finden.

In diesem Moment schien der erste Verteidiger gefallen zu sein. Zumindest vermutete das Redsonja, als sie einen Jubel hörte. Aus dem Augenwinkel glaubte sie zu erkennen, dass Drakk der Bezwinger war. Gejubelt hatte jemand anderer. Sicher einer der Söldner.
Warum waren diese Menschen so wahnsinnig die Burg, die wahrlich nicht ihr Eigentum war, bis zum Tod zu verteidigen. Wie verblendet musste man sein? Gut das war natürliche Selektion; die Klugen überlebten am Ende. Man mochte sie auch als Feiglinge bezeichnen, aber sie waren die Überlebensfähigen.

Auf jeden Fall verstärkte der rothaarige Drache die Intensität seiner Schläge nochmals. Dummer Weise liess sie dabei die Trägheit ihres Arms bei einem Ausweichmanöver ausser acht und der Verräter streifte sie mit seinem strahlenden Schwert. Kein Schmerz durchzuckte sie. Sie spürte mehr ein feines Streicheln, konnte ihre Finger aber noch fühlen. Der Arm war also nicht wieder durchtrennt. Sie lachte erleichtert auf. Die Rothaarige wurde getroffen und lachte. Welch irrwitziges Bild.

Dann senkte sie den Haupt und entgegnete geradezu beiläufig.
"Stahl vielleicht, aber kein Erz."
Damit sandte sie ihre dunkle Waffe, die leicht bläulich schimmerte auf eine unbarmherzige Bahn.

Turang
05.07.2012, 17:15
Turang beobachtete die Schlacht mit einem gewissen Grad an Ekel. Es war wirklich bedrückend, dass sich eigentlich zivilisierte Menschen lieber auf einem Schlachtfeld die Köpfe abschlugen, als ihre Differenzen auf diplomatische Weise zu lösen. Sicherlich war mit den Dienern Innos' nicht viel zu reden, aber allein der Versuch, diplomatische Beziehungen aufzubauen hätte schon mehr Einsicht vermuten lassen, als die meisten dort wohl jemals haben würden.
Was brachte es den Myrtanern eigentlich, eine ganze Welt zu beherrschen, wenn sie doch in ihrem eigenen Reich mehr als genug Platz und Rohstoffe hatten, um ein friedliches und glückliches Leben zu führen? Hätten sie nicht mehr von ihrem Leben, wenn sie es in ihrem eigenen Land in aller Ruhe führen konnten, anstatt es hier für die Gunst eines Gottes wegzuwerfen, dessen angebliche Gnade sich nur in einem nicht enden wollenden Strom aus leid und Tod zeigte?

Der Adept hätte all diesem sinnlosen Gemetzel ganz sicher den Rücken gekehrt, wenn es nicht seine Pflicht gewesen wäre, noch das wenige zu retten, was zu retten war. Das war die vielleicht einzige sinnvolle Aufgabe, die es auf einem Schlachtfeld zu geben schien und doch auch eine der niederschmetternsten, wenn einem so wirklich klar wird, was all dieser unnütze Hass anrichten kann.

Und jeder Tote würde in den Berichten entweder ein überwundener Feind oder ein heldenhafter Krieger bleiben, die den Ruhm des Reiches vergrößern würde und der seinen Platz in der göttlichen Ordnung gefunden habe und dass ihr Gott seiner Seele gnädig sein werde. Das war alles, was für einen Gefallenen übrig blieb: ein paar leere Worte, die seine Familie nicht über seinen Tod hinweg trösten konnte und ein weiteres frisches Grab in einem Meer von Toten...

Stylios
05.07.2012, 17:27
" Stahl vielleicht, aber kein Erz."
Die Worte lösten in Stylios Zorn aus. Diese Waffe, die sie da schwang, war nicht für die Hand einer gewöhnlichen Söldnerin bestimmt. Waffen aus magischem Erz konnten in all ihrer Perfektion nur von den berühmten Schmieden im Hammerclan gefertigt werden. In Nordmar wurden sie hergestellt und in den Dienst eines wahren Sohns des Nordens gehörten sie. Eine Frau, die sich wie ein Blatt im Wind treiben ließ und keinerlei Verbindung zu der Heimat in den Bergen hatte, durfte so eine Klinge nicht führen! Wütend brüllte der Clankrieger auf. Er war vom neuen Lord des Feuerclans beauftragt worden, zu den eigentlich verhassten Blechmännern zu gehen, um das neue Bündnis mit Vengard zu besiegeln und auch, um die Abtrünnigen zu finden und zu jagen. In diesem Augenblick jedoch fügte Stylios ein neues Ziel in seinen Auftrag ein: Alle Schwerter des Nordens mussten den Abtrünnigen abgerungen und wieder zurück in die Heimat gebracht werden!
Rasend ließ der Orkjäger sein neues Schwert für ihn sprechen und die beiden ebenbürtigen, magischen Waffen schlugen in einem Lied, wie es nur solche Klingen singen konnten, immer wieder gegeneinander. Stylios wollte Redsonja in einem wahren Hagel aus Schlägen begraben, als plötzlich jedoch das andere Kämpferpaar in ihr Duell hineintaumelte. Nun stand nicht mehr die rothaarige Frau, sondern der blonde Kerl, den er anfänglich für einen Bauern gehalten hatte, vor ihm.
Ohne zu zögern hob Stylios sein Schwert und setzte zu einem kräftigen Hieb von oben herab an, um den lästigen Störenfried zur Seite zu pfegen. Die Frau war sein Ziel! Der Blondschopf reagierte jedoch rechtzeitig und riss seine Waffe zur Parade hoch...doch die weitaus bessere Erzwaffe des Clankriegers schlug einfach durch den minderen Stahl. Die Klinge des Anderen zerbarst in tausend funkelnde Stücke und die Spitze der Erzwaffe schnitt einmal quer über das Hemd des nun Schwertlosen. Zwar stand Stylios zu weit entfernt von seinem Gegner, um ihn ernsthaft verwundet haben zu können, doch ein weiter, schlanker Riss zierte das Hemd des Gegners. Er stand immer noch. Ärgerlich...

Jaryvil
05.07.2012, 17:44
Eis war der Untergang der Besatzung des Feuers. Der frostige Nebel hatte viele Bogenschützen auf dem Wehrgang in nur einem einzigen Augenblick ausgeschaltet, getötet, einfach einfrieren lassen. Und Eis war es, das schlussendlich das Tor aufgesprengt hatte und Eis würde es sein, was die Moral der Streiter Innos' noch einmal schwächen würde. Jary rief einen seiner Magierkollegen und deutete auf die eisige Statue eines Wachmannes auf dem Wehrgang, anschließend auf zwei Streiter Innos' die direkt darunter standen und mit ihren Pfeilen schon den ein oder anderen verletzt hatten, auch wenn es in diesem Getümmel nur schwer war - der Varanter hatte es selbst versucht - eine freie Schusslinie zu bekommen. Der andere Magier verstand sofort und schoss seine Augen, während der Schütze sich bereit machte und gleichzeitig mit seinem Bogen den Zauberer schützte. Binnen einiger Sekunden sah man plötzlich die frostige Skulptur gen Boden stürzen. Mit einem dumpfen Knall schlug sie die beiden Schützen nieder - auch wenn es sie wohl nicht tötete - und zerschellte klirrend auf dem Boden.
Fast sofort griff nun der Eismagier seinerseits nach den teilweise noch recht großen Bruchteilen - der Kopf blieb liegen wo er war -, ließ sie zu sich schweben und verband sich mit ihnen. Sie umkreisten ihn, näherten sich immer weiter an ihn an und schmiegten sich schließlich an ihn wie ein schützender Mantel. Noch dazu sparte es Jaryvil unheimlich viel Kraft, da das Eis nicht mehr seinem Innersten entspringen musste. Nicht alles zumindest, denn das war nur der erste Schritt.

Unter einer kühlen Welle, die sich um ihn herum breit machte und unter lautem Krachen, Klirren und Knacken wuchs sein gesamter Körper noch einmal ein großes Stück in Höhe, Breite und Tiefe. Sämtliche körperlichen Gefühle waren eingefroren. Jetzt war da nur noch das Eis. Das Schutzschild und gleichsam der Hammer. In seinem Kern pulsierte noch immer die Seele des Magiers, die nun nur noch darauf bedacht war, so viel Schaden und Chaos in den Reihen der Diener Innos' zu verursachen, wie möglich. Dann, mit dem dumpfen Donner seines ersten Schrittes trat er hinter einem Schutthaufen hervor, machte sich sichtbar für Freund, wie auch für den Feind. Eis wird eine Schneise schlagen..

Mit einem ersten Schlag stieß der frostige Golem einen Wachmann zur Seite und einen anderen zu Boden, um den sich sogleich eine der Klingen kümmerte. Ein Pfeil streifte seine Schulterregion, hinterließ nur einen winzigen Kratzer auf dem dicken Eispanzer.

Adson Muller
05.07.2012, 17:50
Der Gardist hatte Adson wütend angegriffen. Die Schläge flogen nicht sonderlich präzise, aber dafür hart auf den jungen Schreiner zu. Er musste wieder den Rückwärtsgang einlegen, um der Wucht der Schläge zu entgehen. Als Adson den Fuß schnell nach hinten setzte geschah es schließlich. Er trat auf ein Hindernis, es war ein Helm, den wohl irgendjemand verloren haben musste, und geriet ins Straucheln. Er versuchte wieder Halt zu finden, doch stolperte er dabei in Richtung von Redsonja.

Als sein Fuß wieder einen festen Stand gewonnen hatte, sah er schon die blitzende Klinge des Nordmanns auf sich nieder gehen. Gedankenschnell riss er das Schwert empor und konnte den Schlag parieren. Dachte er zumindest. Die edle Waffe seines Gegners zertrümmerte den Stahl in Adson Hand, als wäre dieser ein rohes Ei. Adson stolperte rückwärts, das Schwert des Gegners hinterließ einen schmalen Schnitt auf der Brust des Söldners. Adson spürte einen kurzen, stechenden Schmerz.

Kurz wollte Panik in ihm aufsteigen, doch Adson rang um Fassung und versuchte sich zu kontrollieren. Die Reste des Schwerts konnte er nicht mehr gebrauchen. Er spürte einige kleine Metallsplitter in seinem Gesicht, zum Glück waren die Augen nicht verletzt worden. In einem kurzen Anflug von Wut schleuderte er den verbliebenen Schwertgriff in Richtung des Nordmanns, dann musste er sich wieder dem Gardisten zuwenden, welcher böse lächelnd auf ihn zu lief.

Adson spornte sich zu höchster Konzentration an. Eine falsche Bewegung, ein falsch eingeschätzer Schlag und es wäre vorbei. Der Gardist schlug grobe, harte Schläge. Adson bewegte sich zur Seite, nach hinten, sprang über tiefe Schläge oder duckte sich unter hohen Hieben hinweg. Wieder und wieder zischte die Klinge wenige Finger breit an ihm vorbei. Lange würde er dieses Spiel nicht durchstehen. Er musste alles auf eine Karte setzen.

Durch einen rückwärtigen Sprung schaffte er sich ein wenig Raum und holte tief Luft. Sein Gegner kam auf ihn zu, hob das Schwert über den Kopf und schlug nach Adson. Dieser machte einen schnellen Schritt, schräg nach vorn, das Schwert sauste neben ihm gen Boden. Blitzschnell ergriff der Söldner den ausgestreckten Arm des Gegners, riss ihn mit aller Kraft zu sich heran und stieß sein linkes Knie mit voller Wucht nach oben. Sein Standbein erzitterte beim Aufprall, doch Adson hielt Stand. Der Gardist klappte zusammen und keuchte hörbar, Adson ließ sofort den Ellenbogen auf den Rücken des Gegners niederfahren, anschließend stieß er ihn hart zurück. Die Attacke war zu überraschend gekommen, so dass der Gardist die Waffe hatte fahren lassen. Schnell griff der Söldner danach. Jetzt war er wenigstens nicht mehr schutzlos.

Edon Mesotes
05.07.2012, 17:51
Der Gardist stand immer noch. Er kam zwar kaum zum Angriff, aber er stand noch, wenn auch nicht mehr ganz senkrecht. Die zahlreichen, mit mehr Gewalt als Geschick geführten Schläge der Trainingspartner fingen an den Gardisten zu ermüden. Er war von zahlreichen feinen Wunden übersät und sein gesicht schien grau und müde zu sein. Nicht mehr lange und er musste entweder durch Edons oder Rognors Hand sterben oder er würde zusammenklappen und sich so schnell nicht mehr aufrappeln können.

Rognors Axt prallte mit einem gewaltigen Knall gegen dessen Schwert und verpasste diesem eine Kerbe, die sich sehen lassen konnte. Edon war nahe daran, nachzusetzen, als endlich jemand dem ersten zur Hilfe kam, ein Jungspund, der kaum mehr Erfahrung an der Waffe haben konnte als Edon. Er schwang ein blitzendes, mit Ornamenten verziertes Schwert und eine strahlende Rüstung, die aus bestem Stahl gemacht sein schien. Ein Sohn reicher Eltern, der wohl nur sein geschick auf dem Feld beweisen wollte, ehe er sich den Rest der Welt kaufte.

Seinem Hieb fehlte die Kraft, Edons Schwert zurückzustoßen und sein Sprung nach hinten deutete nicht auf allzu große, kämpferische Erfahrungen. Er schien ebenfalls ein Neuling am Schwert zu haben und insoweit hatte er noch Glück, an keinen der Veteranen Setarrifs sondern an einen einfachen Dieb ohne Rüstung geraten zu sein.

Den älteren Gardist überließ der Dieb einfach dem Zwergen, da er genug VKondition haben musste, um den auch im Alleingang niederzustrecken, während er sich dem Neuankömmling vornahm. Sein Schwert machte einen schnellen Schwinger und prallte gegen des Neuen Klinge, der seine Situation wohl überfordert sah. Es musste auch seine erste Schlacht sein und wenn er nicht bald an die Kniffe eines Lehrers dachte, auch seine letzte...

Madlen
05.07.2012, 17:58
Mit einem schnellen, aus der Drehung folgenden, Schlag ihres Schwertknaufs gegen den Kopf ihres Gegners entledigte sich Madlen dessen. Dann plötzlich war niemand mehr um sie. Jeder war beschäftigt.

Mit pochenden Herzen und wie in Zeitlupe blickte sich die junge Frau um. Schreie, spritzendes Blut, eiskaltes Metall, das durch Haut, Muskeln und Knochen schnitt. Splitternde Schilde, wütende Krieger. Jeder kämpfte gegen jeden. Manche schlugen weiter aufeinander ein, obwohl ihnen schon Blut aus den Stiefeln quoll oder den Arm hinabfloss. Tod und Verderben beherrschten das Haupttor zur Burg. Und mit einem Mal packte Madlen eine Resignation, die sie bis dahin nicht gekannt hatte. Vorher kämpfte sie immer mit Angst und den Willen zu Überleben. Jetzt kämpfte sie nicht mehr für diese Dinge, sondern nur noch um möglichst viele Gegner zu töten.

Und dann mit einem Schlag wurde alles wieder normal. Das Geschehen lief wieder in der richtigen Geschwindigkeit ab, doch die Resignation blieb.

Madlen hörte gerade noch, wie eine Waffe von hinten in ihre Richtung mit einem Schrei gestoßen wurde. Sie wollte sich noch wegdrehen, als ein eiskalter, brennender Schmerz ihre linke Seite durchzuckte. Die junge Frau merkte richtig, wie das verletzte Gewebe zuckte und zappelte. Doch so groß der Schmerz auch war, ihre Wut war größer. Wenn sie schon getötet werden sollte, dann von einem Varanter, nicht hier und jetzt.

Unter einem lauten Aufschrei drehte sich die junge Frau um, zerbrach dabei den Speer ihres Gegners, den sie vorhin schon niedergestoßen hatte. Die vordere Hälfte blieb zum Glück für Madlen stecken. Anders wäre sie verblutet. Der schockiert blickende Mann, der die andere, abgebrochen Hälfte des Speers in Händen hielt, konnte seine Verwunderung nicht einmal mehr überwinden, da hatte die Jägerin Aynur schon tief in seinen Brustkorb getrieben. Mit einem letzten Ruck trat es hinten heraus. Sie hatte einen Mann im besten Alter getötet. Sie kannte ihn nicht, noch wollte sie ihn kennenlernen. Vielleicht hatte er Familie. Vielleicht auch nicht. Für die junge Frau war es egal, sie wollte nur noch ihren Schmerz weghaben…einfach nur weghaben.

Weit aufgerissene Augen und einen erstickten Schrei…das war das letzte, was Madlen sah, bevor ihr schwarz vor Augen wurde, sie den Schwertknauf losließ und mit dem Rücken auf die blutgetränkte Erde fiel. Den Lärm der laufenden Schlacht rückte für sie immer weiter weg, bis nur noch ein dumpfes Rauschen ihre Ohren füllte. Dann wurde sie ohnmächtig.

Wombel
05.07.2012, 19:13
Wombel war nach Ende der Nebelbeschwörung hastig ins provisorische Lager zurückgekehrt und hatte sich beinahe panisch die Adeptenrobe angezogen. Oben bei der Burg schien die Schlacht seiner Leute zu toben und er war entschlossen genug, seinen Teil beizutragen. Er war nie ein Mann der Politik gewesen und insgeheim wusste er auch nicht genau, was diese tollkühne Aktion zu bedeuten hatte. Er wusste aber auch, dass Freunde und Bekannte in einer Schlacht standen, die er nicht im Stich lassen durfte.
Schwer atmend stand er neben seinem provisorischen Lager und versuchte sich zu beruhigen.
Das knistern, welches durch seine Unterarme ging, rührte von seinem Kampfstab her. Eine Aura der Magie schien davon auszugehen und er bemühte sich diesen Faden aufzugreifen. Eine bislang unbekannte Kraft durchströmte ihn vom Stab her und er wurde ein wenig ruhiger.
Er schloss die Augen und konzentrierte sich auf den Weg, hoch zur Burg.
Wenn es eine Möglichkeit gab, in das Geschehen einzugreifen, so war das hier und jetzt. Und wieder teleportierte er ein kleines Stück und fand sich unvermittelt am Weg zur Burg hinauf wieder.
Oben hörte er Schreie und Kampfgetümmel.
„Oh, Adanos steh mir bei ...“ sagte er mit ängstlicher Stimme zu sich selbst und griff seinen Stab mit einer Festigkeit, dass ihm die Knöchel seiner Hände weiß hervortreten ließen.
Den weißen Kampfstab in Vorhaltung schlich er die Serpentinen zur Burg hinauf, stets die Deckung der Felswände nutzend.
In diesem Moment wünschte er sich nichts sehnlicher als wieder am Lagerfeuer vor seiner friedlichen Werkstadt zu sitzen, jedoch war er sich auch bewusst, dass es kein zurück geben würde. Er musste diesen Weg nach oben gehen und Gewissheit über die Kampfhandlungen haben.
„Du wirst hier nicht sterben … du musst nur auf dich aufpassen und nicht mitten rein geraten ...“ stammelte er ängstlich vor sich hin.
Gegen waffenstarrende Soldaten hatte er keine Chance, das wusste er genau, aber die eine oder andere Kampfaktion würde er als Stabkampfmeister für sich entscheiden können.
„Ganz ruhig jetzt, alter Zausel … als selbsternannter Späher musst du ja auch nicht ganz nach vorne stürmen.“ beruhigte er sich selbst wieder und wieder.
Und so schritt er unter größter Vorsicht den Pfad weiter hinauf, während die Kampfgeräusche immer lauter wurden ...

Adson Muller
05.07.2012, 19:18
Adson zögerte. Er wollte den wehrlosen Gardisten nicht einfach abstechen, irgendetwas hielt ihn davon ab. Einfach so einen Menschen töten? Naja, es war Krieg, aber trotzdem. Einen Wehrlosen niederstrecken? Der Gardist schien die Unsicherheit des Söldners zu spüren, denn warf sich mit hasserfülltem Blick auf Adson. "Für Innos", schrie er mit überschlagender Stimme.

Reflexartig brachte Adson das Schwert zwischen sich und den Gegner. Der Aufprall riss ihn zu Boden, der Gardist kam auf ihm zu liegen. "Du Hund!", stöhnte er, seine Stirn glänzte vor Schweiß, sein Atem ging ungewöhnlich schwer und flach.

"Möge Innos dich st..."

Den letzten Satz konnte seine brechende Stimme nicht mehr vollenden. Adson schob ihn zur Seite und erhob sich. Wie paralysiert starrte er auf den Gegner. Das Schwert hatte ihn durchbohrt. Adsons Oberkörper war rotgefärbt. Wie in Trance nahm er das Schwert wieder an sich.

Er zwang sich zum Wegschauen und sah sich um. Überall Kampf, Blut, Hass und Tod. Ein eisiger Golem wütete unter den Innoslern. Überall Leid, Verderben und Schmerz. Adson wollte sich abwenden, da sah er einen zierlichen Frauenkörper am Boden liegen; er erschrak. Madlen lag dort, regungslos, war sie Tod? Der Söldner warf einen Blick auf seine Lehrmeisterin, dann eilte er der verletzten Söldnerin zur Hilfe. Mit weiten Sätzen sprang er quer durch den tobenden Kampf, hier und da teilte er noch einen Hieb aus oder wehrte ein Schwert ab, eine Waffe ritze leicht seine Schläfe, hart stieß sein Ellenbogen gegen einen Brustpanzer, Adson achtete nicht darauf.

Als er bei Madlen angelangt war, sah er eine große Blutlache. Sie schien von einem Speer verwunden und musste schleunigst hier weg. Irgendwohin, wo man ihr helfen konnte, wo heilende Hände sich ihrer annehmen würden. Vorsichtig legte er sich die junge Söldnerin über die Schulter, wollte loseilen, da fiel sein Blick auf ein kostbares Schwert. Gehörte es etwa Malden? Er nahm es schnell an sich, dann lief er auf das Tor zu. Nur raus aus diesem Loch voll Mord, Schmerzen und Trostlosigkeit.

Er erreichte das Tor, eilte hinaus und wandte sich gen Weißaugengebirge. Er durfte keine Zeit verlieren.

Redsonja
05.07.2012, 19:23
Ihre Arme wurden langsam müder, die Reaktion etwas langsamer, dann kam die Gelegenheit. Adson hatte dafür herhalten müssen und das auch getan. Stylios drehte ihr die Seite zu und sie hatte mehr oder weniger freie Bahn. Leider war der Winkel nicht gut genug, um unter dem Schulterblatt hindurch zu dringen, aber Gorrs Waffen gehörten zu den besten überhaupt. Daher entschloss sie sich instinktiv mit aller Kraft von hinten gegen den Oberschenkel ihres Gegners zu schlagen. So gefährdete sie ihren Schüler nicht noch weiter und verletzte ihren Gegner entscheidend. Gerne hätte sie ihm den Kopf abgeschlagen, doch dafür war weder genug Zeit, noch genug Platz.

Als die Waffe die Rüstung traf, durchdrang sie einen Teilbereich davon. Der Verräter stöhnte auf, griff nach seiner Axt und stolperte zurück. Sie verzichtete darauf nach zu treten. Obwohl er es nicht verdient hatte und sie es vielleicht eines Tages bereuen würde. Es war Zeit wieder etwas den Überblick zu gewinnen. Raad und Colodis standen noch, Drakk ebenfalls. Auch Edon erkannte sie irgendwo. Nur Madlen war nirgends zu sehen. Ein ungutes Gefühl beschlich sie, doch ehe sie dem nachgehen konnte, stand ihr ein weiterer Streiter Innos' gegenüber.

Madlen
05.07.2012, 19:36
Heißer Wüstensand umwehte das Gesicht von Madlen. Sie trug ein weites, weißes Kleid, ihr Kopf war durch einen sandfarbenen Seidenschal bedeckt. Damit konnte die Hitze ihr nicht so viel anhaben und sie würde nicht so schnell verdursten.
Eine Träne sammelte sich gerade an der Wange der jungen Frau und tropfte zu Boden. Äußerlich saß sie ruhig da, aber innerlich kämpfte ein Feuer in ihr, wie sie es nie erlebt hatte. Dann, wie aus dem Nichts trat ihr Mann auf sie zu, mit einem breiten Krummsäbel bewaffnet. Das Stichwerkzeug hoch erhoben und auf die Jägerin gerichtet.
Verzweifelt hob Madlen ihre Arme und schrie in die Nacht hinaus: „Ich wollte es nicht…verzeih mir, ich…ich wurde…“
„Was wurdest du? DU hast MICH getötet! Und dafür werde ich dich jetzt töten!“
Ein brennender Schmerz in ihrem Brustkorb. Das Gesicht ihres Mannes an ihrem.
„Warum Madlen? Wieso musste es soweit kommen? Du hattest doch alles! Warum?“
„Weil ich dich…ich dich liebe!“
Das Schwert wurde tiefer in sie getrieben und trat aus den Rücken hervor. Das Leben floss langsam aus der jungen Frau heraus…verdampfte im Wüstensand wie Regen.

Mit einem Keuchen erwachte Madlen aus ihrer Ohnmacht und sah sich schnell bewegenden Boden unter ihr. Langsam dämmerte ihr, wo sie sich befand. Irgendjemand hatte sie gefunden, als sie verletzt zu Boden gegangen war. Und dieser jemand transportierte sie jetzt aus der Schlacht weg. Dafür war die Jägerin mehr als dankbar, denn fern der Schlacht verschwand auch ihr Drang zu töten und sie hatte wieder Angst vor dem Tod.

„Danke…“, brachte sie noch schwach hervor, bevor sie wieder ohnmächtig vor Schmerz wurde. Wer sie gerettet hatte, das wusste Madlen nicht. Sie konnte die Person nicht erkennen, da ihr Augenlicht durch den hohen Blutverlust weitestgehend weg war.

Jaryvil
05.07.2012, 20:03
Die Macht des Avatars zeigte deutlich ihre Wirkung. Es war für den Eisklotz nicht schwer, einen feindlichen Soldaten mit einem Streich umzuwerfen, doch gleichfalls nagte der Zauber stark an seinen Reserven. Er würde es noch ein Weile durchhalten, doch dann müssten ihn die zwei Krieger der Akademie, die sich zu ihm gesellt hatten, helfen, einen Ort zu finden, an dem er sich zurückverwandeln konnte. Am besten einen Platz, von dem aus sein Bogen viel effektiver war. Vom Wehrgang aus wäre es um ein Vielfaches einfacher, eine freie Schusslinie auf die Soldaten Rhobars zu bekommen. Dafür war aber auch er ein leichteres Ziel. Eine schwierige Entscheidung, für die er nicht einmal mehr allzu viel Zeit hatte.

Doch noch galt es, weiterhin Schaden anzurechten. Und es war ihm auch gelungen, genauso wie es ihm gelungen war, viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und viele Kratzer auf dem Eispanzer einzustecken. Doch noch war ihm niemand mit Feuer gekommen und das war sein großes Glück. Eine ganze Schneise in die Verteidiger hatten sie nicht geschlagen, doch ein kleines Loch war um den Magier und die zwei Krieger entstanden. Und gerade in dem Moment, als Jaryvil wieder zuschlagen wollte, erschien direkt daneben ein Mann in Adeptenrobe und mit einem weißen Kampfstab. Gerade noch rechtzeitig hielt sich der Koloss zurück um nicht den eigenen Mann zu Brei zu schlagen. Zu dritt würden sie vielleicht besser zurecht kommen, da vor allem eine der Klingen mehrere Schnittverletzungen erleiden musste. Jary war in diesem Zustand zu schwerfällig gewesen um mit einem flinken Schlag die Bedrohung zu beseitigen. Der Stabkämpfer indes würde sicherlich schneller und vor allem zielgenauer reagieren können, während Jary einem riesigen Hammer gleich schlicht so viele Innosler wie möglich erwischen wollte.

Doch langsam wurde es wirklich Zeit, sich einen Weg zu einem Rückzugsort zu schlagen. Die Rückverwandlung hier mitten in der Menge würde die Klingen zwingen, auch noch auf ihn aufzupassen, bis er wieder vollständig bei Sinnen war und zudem brachte ihm der Bogen inmitten des Getümmels nur wenig.

Colodis
05.07.2012, 20:11
Colodis und Raad waren nicht nur an ihrem Ziel angekommen, nein, da befanden sich ausserdem eine ziemlich schlagkräftige Truppe aus Setarrif. Die Armee lungerte vor den Toren der Silberseeburg herum und versuchte diese einzunehmen. Am gestrigen Abend noch mussten sie einen Angriff abbrechen und verloren den Überraschungseffekt. Dies hatte sie einige Leben gekostet, aber mit der Hilfe von Tinquilius und den Magiern gelang ihnen ein erneuter Schlag und jetzt kämpften sie bereits innerhalb der Mauern.
Erblickt hatte der Nordmann nicht nur Drakk, mit dem er ausserdem bereits mehr als Worte über das Blutband austauschte, sondern auch Redsonja. Der rote Teufel welche das letzte Mal mit ihren Schwertern in der Hand beinahe niedergestreckt hatte. Sie kämpfte ausgezeichnet doch schon einige Zeit zuvor verlor er sie aus den Augen. Natürlich befanden sich sowohl Raad als auch Tinquilius der oberste Magier ebenfalls unter den Kämpfenden. Weitere Männer erkannte er auch, obwohl ihre Namen ihm ein Rätsel aufbürdeten.
Dann gab es da natürlich noch die Unbekannten darunter, Grünschnäbel welche ihre Schwerter wie Bauern schwangen. Er musste Grinsen, wieviel Zeit bereits verrinnt war, als sie noch jene unerfahrenen Krieger abgaben. Kaum in der Lage ein Schwert richtig herum in Händen zu halten, aber schon Orks töten wollen.

Nun, Jahre später, fanden sie sich hier wieder als jene der erfahrenen Kämpfer welche mit ihren vielen Kerben in der Klinge prahlten und übermotivierte Neulinge kritisch beäugten.
Da stellte sich ihm auch schon der nächste Blecheimer in den Weg. Akribisch musterte er seinen Gegner, mit Schwert und Schild ausgestattet. Seine Feuerprobe als neuer Krieger, zu alter Stärke gefunden. Es schien ihm, als sei in der Zeit eine neue Ära angebrochen. Alles hatte sich verändert, der Ahne von ihm gegangen. Besiegt von ihm, geschlagen vom jüngeren Nachfolger. Aber letztendlich ehrenvoll gestorben, kämpfend bis zum letzten Blutstropfen. Jeden Atemzug gab er hin für seine Heimat, seine Brüder und seine Liebsten. Alles was ihm heilig und teuer gewesen...
Die Brust des Ahnenkriegers füllte sich stolz jmit der Abendluft, getränkt vom Odem des Todes welche sie über diese Mauern brachten. Seine Beine trugen ihn ehrenvoll auf dem blutverschmierten Stein, bereit seinem Gegner nichts zu schenken, alles zu bieten. Dies war er jedem schuldig der den Mut und die Kühnheit aufbrachte seine Klinge zu erheben.

Ein letzter Wimpernschlag trennte ihn davon die Klinge mit seinem Feind zu kreuzen, um dann mit seinem ganzen Herz für eine Neue und zugleich eine alte Sache zu kämpfen und notfalls zu sterben.
Es fühlte sich wie die unendliche Stille, welche nach einem grellen Blitz folgte bevor der Donner den Himmel in Stücke zu zerreissen drohte.
Seine Axt lag noch nie vertrauter in seiner Hand. Es war wie in diesen Standardsprüchen der Lehrmeister: "Die Klinge muss wie eine Verlängerung deines Armes sein."
Es schien als könnte er erst jetzt begreifen was diesen Spruch in der tiefe seiner Bedeutung ausmachte.
Mit einem lauten Klirren krachten die Waffen aufeinander, es schien als verlangten sie nacheinander unbeugsam und stolz wie ihre Träger. Herrlich dieses Gefühl, die Beanspruchung seiner Muskeln, die Vertrautheit in der Bewegung selbst. Als erinnerte sich sein Körper an längst vergessene Momente, jene des Triumphes.
Nein, er würde nicht wanken, nicht mehr... nie mehr!

Wombel
05.07.2012, 20:45
Der Zimmermann war beinahe atemlos an dem herausgerissenen Tor angekommen und betrachtete voller Entsetzen die Szenerie. Ein mächtiger Eisgolem riss gewaltige Schneisen in die Reihen der Verteidiger. Wombel war sich bewusst, dass es sich um einen Magier handelte, der kurzfristig diese Gestalt angenommen hatte.
Doch so nahe an dem Kampfgetümmel war es nur logisch, dass der Adept in seiner auffälligen Robe nicht lange unentdeckt bleiben würde. Und tatsächlich. Ein augenscheinlich verwundeter Soldat tauchte aus dem Getümmel auf, und rannte mit ängstlichem, aber entschlossenen Gesichtsausdruck mit gezogenem Schwert auf den Adepten zu.
Mit einem Mal war alles wieder da. Die Ausbildung bei Aniron, der Wehmutter. Die stundenlangen Übungen anden Übungsgeräten, und nicht zuletzt, die harten aber freundschaftlichen Übungskämpfe mit Kialar.
Beinahe wie in Trance wich der Adept der schweren Einhandklinge aus, und wirbelte dabei, immer noch die Lage erfassend um die eigene Achse. Taumelnd erhob der Angreifer erneut sein Schwert und versuchte eine waagrechte Attacke. Auch dieses mal war der Adept eher instinktiv zurückgewichen, jedoch wurde ihm schlagartig bewusst, dass es hier nicht um eine Übung, sondern um blutigen ernst ging.
Mit einer schier unglaublichen Rotation wirbelte sein Kampfstab mit einem dumpfen surren einmal um seine Hüfte und anschließend einmal um sein Haupt. Der darauf folgende Hieb des Stabendes, explodierte förmlich auf dem nach unten gezogenen Schwung auf dem rechten Knie des Angreifers, der in dessen Folge mit einem Aufschrei zurück wankte.
Entweder war der Soldat der Verzweiflung nahe, oder aber er hatte den Knochenbruch in seinem Kniegelenk auf Grund des Adrenalins nicht registriert. Erneut surrte die Klinge mit Macht heran, und Wombel war es nur notdürftig möglich, den Schlag zu blocken.
Normalerweise wäre ein gewöhnlicher Holzstab von einer Metallklinge, geführt von derartiger Macht durchschlagen worden. Das magische Holz jedoch zeite nicht den kleinsten Kratzer.
Erneut wirbelte der Adept herum und schlug eine harte Kombination aus drei Schlägen in Folge. Der erste Treffer landete auf dem Schwertarm des Angreifers, welcher mit einem hässlichen Knacken die Speiche des Armes zerbersten lies. Der zweite Treffer wurde mit einem geraden Stoß ausgeführt, der am Brustharnisch des Angreifers aufprallte, und ihn so zu Boden warf.
Der dritte Hieb, war bereits eher gedämpft ausgeführt, der Adept wusste, dass der Angreifer geschlagen war, und so stieß die Kante des Kampfstabes mit verminderter Wucht an die Schläfe.
Geschlagen und blutend lag der Kämpfer ohnmächtig am Boden und Wombel wurde sich schlagartig einer Sache bewusst. Es ging hier nicht um ein Kräftemessen, hier tobte der Krieg.
Während er den Soldaten am Boden liegen sah, bemerkte er den Eisgolem zu seiner Rechten, der dröhnend angestapft kam.
„Bei Adanos …“ stammelte er und versuchte trotz der grauenhaften Szenerie wachsam zu bleiben ...

Gwynnbleidd
05.07.2012, 20:52
Einige Stunden waren nun vergangen, seit Keala sich vorgestellt hatte, doch Gwynnbleidd kam es so vor, als wären es Tage. Die Stille, welche alle umgab, während sie in einer sehr großen Gruppe dabei waren zu jagen, machte ihm fast schon Angst. Nun saßen sie aber alle an einem recht großem Feuer und aßen, weniger schweigend, doch dennoch wortkarg. Zwei Hirsche hatte die Gruppe erwischt und für ein Abendessen würde das wohl auch reichen. "Wieso seid ihr hier?" fragte Gwynnbleidd zwischen zwei Bissen seines Abendessens. hoffi und Maax interessierte die Frage wohl weniger, da sie sich zu zweit unterhielten und immer wieder zu lachen begannen - zugegeben waren die beiden auch schon etwas angetrunken. Ebenso bemerkte Gwynnbleidd, das selbst wenn Alon interessiert wäre, er wohl lieber so tat, als würde er der Anführer der Gruppe sein - ob er es war, würde wohl auch niemals herauskommen - und aus diesem Grund mit dem der anderen Gruppe zu sprechen begann. Also unterhielten sich nur Keala und der Jäger. Bei diesem Gedanken wurde ihm zuerst ganz kühl und dann wärmer als zuvor. Was sollte das? Wurde er...krank?

Drakk
05.07.2012, 20:58
Laut knackend Schlug das Schwert des Hünen auf die Schulter seines Gegners. Zwar hatte er die Rüstung nicht durchdringen können, aber die Knochen darunter waren mit Sicherheit allesamt gebrochen. Ein letztes mal Schrie der Gardist auf ehe Drakk sein Schwert zur Seite riss und einen langen Schnitt am Hals des Rotrocks hinterließ.

Blut tropfte vom Kinn des Veteranen, ob es sein eigenes oder das eines der Männer war die er Niedergestreckt hatte konnte er nicht sagen. Er hatte auch keine Zeit darüber Nachzudenken, kaum war sein Gegner auf dem Boden aufgeschlagen hatte einer der Magier einen Zauber gewirkt und versuchte mehr oder weniger im Alleingang die letzten Reihen der Verteidiger zu durchbrechen.

„Vorwärts...nur nach Vorne, lasst euch nicht zurückdrängen!“ Drakk konnte nicht genau sagen ob er seine Gedanken laut ausgesprochen hatte oder sie nur mit seinen Blutsbrüdern geteilt hatte, reflexartig riss er sein Schwert hoch und wehrte einen Schlag ab, nur um einen Augenblick später seinen Panzerhandschuh ins Gesicht des Gardisten vor ihm zu schlagen. Ohne abzuwarten stieß der Rotschopf den Mann mit seiner Schulter beiseite und drängte vorwärts.

„Bei Adanos...“ stammelte einer der Robenträger der in der nähe des Eisgolems stand. „Der Hilft dir hier auch nicht. Kämpf oder Sterb...“ herrschte der Rotschopf ihn im Vorbeigehen an ehe er sich den nächsten Verteidigern zuwandte.

Jaryvil
05.07.2012, 21:04
Während Jary sich um die Innosdiener kümmerte, sah er immer wieder hinüber zu dem Mann in der Adeptenrobe um in der Not so schnell wie möglich zu reagieren. Doch wie er feststellen musste, beherrschte dieser kräftig gebaute Kerl seinen Kampfstab meisterlich. Mit großen, schnellen und sicherlich auch wuchtigen Schlägen wehrte er sich gegen die Blechdose und es dauerte nicht lange, da hatte man das erste Knacken gehört, dann ein zweites und als der Koloss das nächste Mal hinüber zu dem Dunkelblonden blickte, lag der Feind bereits am Boden. Das hätte er ehrlich gesagt nicht erwartet. In den Roben - so befand er - wirkte selbst der kräftigste Mann irgendwie etwas zerbrechlicher. Mit zwei großen Schritten war er bei ihm und mit einem letzten Tritt auf den Kopf des Kriegers war es für ihn - unter lautem, grässlichem Knacken - vorbei. Wahrlich kein schöner Anblick, was Jaryvil da hinterlassen hatte, doch sich darüber Gedanken zu machen, war keine Zeit.

Statt sich wieder ins Getümmel zu werfen, gab er dem Mann ein Handzeichen. Er deutete auf einen kleinen, freien Platz etwas abseits des eigentlichen Gefechts. Sofort ging er los, gefolgt von seinem neuen Begleiter. Auf dem Weg dorthin mussten sie sich kurz mit einem Neuling in der Silbersee-Wache beschäftigen. Er war leicht besiegt und schien sowieso sonderbar, dass der Mann es bis zu diesem Zeitpunkt des Kampfes noch geschafft hatte. Doch mit der Entscheidung sich den beiden Dienern Adanos' entgegenzustellen hatte er sein Todesurteil kurzerhand unterzeichnet.
Schließlich hatten die beiden es geschafft, die Klingen jedoch waren unterwegs an andere Blechbüchsen geraten. Müssen wir es allein schaffen. Er gab dem Adepten ein 'Stop'-Zeichen, dann versuchte er sich klein zu machen, ließ die Magie davonfließen und mit ihr schmolz das Eis zu unsichtbaren Tropfen, die nie auf dem Boden ankamen. Stück für Stück verflüchtigte sich das Eis und gebar schließlich einen magisch erschöpften, aber körperlich unversehrten Jaryvil. Für einen Moment konnte er nicht auf seinen Begleiter achten, sondern musste tief durchatmen und wieder Herr über einen gewöhnlich dimensionierten Körper werden. Währenddessen hörte er schon wie der weiße Kampfstab durch die Luft sauste. Schnell man.. Instinktiv griff der Magier nach seinem Bogen und einem dazugehörigen Pfeil, wankte einen Schritt zurück und stieß noch einmal sämtliche Luft aus seinen Lungen. "Okay, ich bin wieder bereit." sagte der Varanter mehr zu sich selbst als zu seinem Glaubensbruder. Der erste mit Widerhaken versehene Pfeil wurde auch sofort angelegt. Das hätte er sogar halb blind noch hin bekommen. Und als er aufsah, konnte er wieder neuen Mut, ja sogar Freude an der Schlacht finden, denn wie er sah, hatten sich nun neue Soldaten in das verhältnismäßig große Loch gedrängt, das er geschlagen hatte. Wiedereinmal hatte Eis den Dienern des Feuers verheerenden Schaden zugefügt.

Lopadas
05.07.2012, 21:11
Ein paar Haare stellten sich an seinen Armen auf. Obwohl es warm war und er eine Robe trug, fühlte er Kühle auf seiner Haut. Es war auf keinen Fall das Wetter, sondern eine andere Strömung. Lopadas hatte eine Ahnung, was dieses Gefühl auslöste und dies beunruhigte ihn. Sein Blick fuhr zwischen den Bäumen umher. Die Gruppe der Soldaten hatte sich nicht aufgeteilt, sondern suchte im festen Kollektiv nach dem Wassermagier. Dabei kamen sie Stück für Stück der Silberseeburg näher, jedenfalls glaubte dies der Schriftgelehrte. Seine geographischen Kenntnisse und Orientierung waren nicht die besten. Trotz seiner Ahnung konnte er den Magier nicht ausmachen. Hätte dieser Zauber angewandt, so hätte es ihnen oder wenigstens ihm auffallen müssen. Die Strömungen, die er spürte, kamen keineswegs aus der Nähe.
Nach und nach brandten immer mehr magische Wellen an seinem Körper. Irgendwo auf dieser Insel vergriffen sich mehrere Magier an der magischen Sphäre. Lopadas konnte immer mehr spüren, wie Eingriff auf die magischen Ströme genommen wurden. Wenn die Einflüsse wirklich so stark waren, wie er die Vermutung hatte, dann würde bald jeder Magier hier auf der Insel die Störungen im Gefüge bemerken. Entweder handelte es sich bei den Verursachern um unerfahrene Lehrlinge, die sich an Beschwörungen übten, welche weit über deren Kenntnisse hinausgingen, oder ein paar Magier störten sich nicht daran, dass ihre Zauber stark in die magische Neutralität der Insel eingriffen.
"Welcher nächste bedeutende Ort liegt in dieser Richtung?", fragte der Priester einen Soldaten, der gerade neben ihm stand und versuchte mit Hilfe des Pfeiferauchens den Gesuchten zu finden.
"Soweit ich weiß, die Silberseeburg." - "Und in der Schlucht vor der Burg hatte euch der Wassermagier überfallen?", entgegnete Lopadas sofort.
Der Soldat nickte nur, schaute aber dabei skeptisch zu dem Magier hinüber.
Als er nur seine Gedanken auf die Fingerspitzen lenkte, begannen diese zu knistern. Das magische Gefüge hatte einen herben Einschlag erlitten. Große Zauber nahmen starken Einfluss auf die Ströme. Eine solche Beeinflussung hatte das letzte Mal in den Hallen innerhalb des Weißaugengebirges bemerkt.
"Wir müssen sofort in Richtung der Silberseeburg aufbrechen!", rief der Priester in die Menge der Soldaten, ohne die Anführer vorher zu befragen, "Ich habe die Befürchtung, dass dort irgendetwas nicht mit rechten Dingen zu geht. Soweit ich dies verspüren kann, handelt es sich um starke Magie, die dort gewirkt wird. Wenn wir Glück haben, werden wir dort den gesuchten Magier finden. Auf jeden Fall müssen wir der Sache nachgehen."
Ohne auf irgendwelche Reaktionen zu warten, ging Lopadas los. Er wollte keine Zeit verlieren. Zur sehr war er besorgt, dass die Magie sich für diesen Eingriff rächen könnte.

Edon Mesotes
05.07.2012, 21:12
Der Kampf mit dem jungen in der teuren Rüstung erstreckte sich länger, als er es erwartet hätte. Dem Dieb war es gelungen, einen Hieb gegen den Kopf seines Gegners anzubringen und dessen Helm davonzuschleudern, dass längeres, blondes Haar darunter hervorkam und der Blick von ängstlichen aber entschlossenen Augen.

Der junge Gardist hieb mit seinem Schwert nach Edons Seite, der es mit seiner Klinge parierte und dessen Schwert zurückstieß, um selbst einen Streich nach des Gardisten Hals anzubringen, der jedoch zurücksprang. Sie befanden sich nun wieder in ihrer Ausgangsposition. Der Hieb, der nun folgte war von ihnen beiden beabsichtigt und die Schwerter kreuzten sich zwischen den beiden, während sie näher herantraten, um einen Druck auf den Gegner aufzubauen. Während dieses stummen Gefechts sahen sich die Kontrahenten tief in die Augen. Edon blickte in verzweifelte, blaue Augen, die nach Anerkennung schreien wollten, die sie wohl nie mehr erlangen sollten. Mit einer raschen Geste zog Edon seinen Dolch vom Gürtel und rammte ihn durch die Schwerthand des Gardisten, der schreiend das Schwert fallen ließen und in die Knie ging.

Für einen Moment lang sah der Dieb ein letztes Mal in die Augen des Jungen, den stummen Schrei nach einem Ende seines Leides, eine Sekunde, die sich zur Ewigkeit dehnte, ehe er ein letztes Mal die Klinge schwang. Der abgetrennte Kopf des Jungen kullerte davon, während der Körper leblos zusammenbrach und der Dieb in einer eigenen Starre auf die Stelle blickte, wo sich eben noch ein Leben befunden hatte, das durch sein Schwert beendet wurde.

Der nächste Schrei war alles andere als stumm und riss den Dieb aus seiner Starre, ein Schrei von tausend brennenden Seelen, als ein Hüne in rot auf ihn zulief, in der einen Hand einen gewaltigen Rundschild, in der anderen ein tödliches Bastardschwert. Der neue Gegner schwang seinen Schild mit furchterregender Wucht nach dem Dieb, den es nun buchstäblich von den Füßen riss, hinter die Linie seiner Freunde, die sich vor ihm schloss, ihn aus der Reichweite des Hünen trug. Vor ihm stellten sich zwei neue Gegner für jenen gewaltigen Gardisten.

Die Luft wurde aus Edons Lungen gepresst und Blut lief von seiner Schläfe herunter, ihm wurde kurz schwarz vor Augen, ehe er sich mit aller Kraft aufrappelte ohne auf sein Schwert zu achten und sich in die Reihen der Setarrifer zurückzog.

Niemals hatte er gesehen, dass das Blut des Jungen keine Spur im Boden hinterließ, dass es durchsickerte in die Erde, fernab jeden Lebens...

Adson Muller
05.07.2012, 21:29
Adson war wieder in die Burg zurückgekehrt. Zurück in den Kampf. Seine Mitstreiter hatten sich inzwischen weiter in die Burg vorgekämpft, die Burgwachen hatten schon einige Verluste hinnehmen müssen. Adson kämpfte jetzt bedächtiger. Die vorderste Reihe überließ er den erfahreneren Kämpfern. Da sah er Drakk, der mächtige Schläge austeilte und sich durch die Reihen der Gegner wühlte. An anderer Stelle entdeckte er einen ihm unbekannten Krieger, seine orangeroten Haare rankten sich wirr um sein Haupt, seine Axt wirbelte herum und wütende unter seinen Gegnern.

Adson hielt sich im Hintergrund, versuchte den Überblick über die Situation zu behalten und eilte dort zu Hilfe, wo er es für nötig hielt. Er spürte seine Kräfte langsam schwinden, aber noch war schnell und konzentriert genug um im tosenden Kampf mitzuhalten. Irgendwann musste dieser Kampf ja auch ein Ende finden. Solange galt es durchzuhalten.

Colodis
05.07.2012, 21:37
Ein Gebrüll unterbrach ihn, eigentlich war es keines welches tatsächlich wirklich laut über das Kampffeld hallte. Erst im Zweiten Moment begriff er, das Band...
Es hörte sich jedenfalls ganz nach Drakk an, der da wie ein Ork rumbrüllte. Dann blitzten Bilder vor seinem Kopf, ein anderer Teil der Burg. Dann erblickte er ganz in weiss... ein Haufen Steine? Weiss?
Erst dann verstand er. Es war tatsächlich ein Eisgolem. Die Wassermagier gaben aber ordentlich Gas, alles was sie drauf hatten.
Ein paar kurze Schritte später stand er bei Raad der gerade einen weiteren Mann von Rhobar zu Beliar schickte. Er klopfte ihm auf die Schulter: "Komm, da Vorne gehts rund!"
Mit einem flüchtigen Grinsen rannte er los, in die Richtung wo er Drakks Position wusste.
Grosse Schritte seiner mächtigen Stiefel führten ihn über den Platz, vorbei an kämpfenden Rivalen, Auseinandersetzungen in die er sich nicht einzumischen wagte.
Dann wollte ihm einer dieser Mistkerle vom gegnerischen Strom in die Flanke fallen. Gerade rechtzeitig duckte er sich unter dem waagrechten Hieb, der ihm nebenbei gesagt ein ordentlichen Teil seines Brustkorbes wegoperiert hätte und voll führte gleichzeitig einen wuchtigen Schlag in der Horizontale. Ganz im Gegensatz zu seinem Kontrahenten zertrümmerte der Nordmann ihm durch seine Rüstung den halben Oberkörper.
Röchelnd und kurz vor dem Ende fand er sich einige Meter entfernt auf dem Boden wieder. Ein prüfender Blick zu Raad verriet ihm, dass er sich in unmittelbarer in einen Kampf vertieft war. Colodis stürmte weiter, bei Drakk angekommen nickte er ihm zu und stiess ihm brüderlich gegen den Oberarm.
Dann stiessen von allen Seiten die Truppen des Königs aus ihren Löchern. Ruckzuck fanden sie sich umzingelt wieder. Rücken an Rücken führten sie ihren Kampf fort, nun sollten sie erfahren was es bedeutete gegen die Schwerter Ethorns zu kämpfen. Das Blutband fand hier seinen Weg in ihren Kampf, er war gespannt darauf wo es sie hinführte.

Wombel
05.07.2012, 21:47
Ein etwas kleiner Mann wie er selbst, schlank und mit kontrastreichen schwarzen Haaren und leuchtend blauen Augen manifestierte sich aus dem beschworenen Eis Ungetüm. Die Robe eines Wassermagiers trug er, wenngleich sich die letzten Eisbrocken unter einer Wasserfontäne sich von seinem muskulösen Körper lösten.
Eigentlich wollte der Adept sich kurz vorstellen, aber die Gelegenheit war noch nicht gegeben.
Pfeile surrten von oben herab und der Holzfäller bemerkte, dass die beiden Männer nicht alleine waren.
Während sich der überforderte Adept umsah, hatte der ehemalige Eisgolem bereits seinen Bogen ausgerüstet, und befand sich bereits wieder im Kampf.
"Bei Adanos, bitte lass diesen Alptraum jetzt enden ... " flüsterte Wombel zu sich selbst, während er einen weiteren Soldaten auf sich und den eben manifestierten Magier zukommen sah.
Da sich der Verbündete mit seinem Bogen auf die Angreifer auf den Zinnen beschäftigte, war sein Rücken ungeschützt und der erneut anstürmende Gegner schien genau dies ausnützen zu wollen.
Wombel erhob sich, und ging in unvorsichtiger Weise auf den Angreifer zu, der den Adepten, der schlussendlich nur einen Holzstab trug, mit einem abschätzenden Grinsen angriente. Eine schwere Rüstung, ein Vollmetallhelm, der nur das Gesicht preis gab, ein massives Schild, und zu guter Letzt, ein mächtiges, solides Schwert in der Hand, wähnte sich der Angreifer im Vorteil.
Der hohe Wassermagier schien von dieser Szenerie in seinem Rücken noch nichts mitbekommen zu haben, jedenfalls beharkte er erfolgreich die gegnerischen Soldaten auf den Zinnen. Einer um den anderen, sank getötet, oder angeschossen von den höher gelegenen Palisaden herunter.
"ACHTUNG ..." schrie Wombel, während er sich hoffnungslos unterlegen, das Equipment betreffend wieder einmal zum Kampf bereit machte.
Der Angreifer war das genaue Gegenteil des ersten Gegners.
Verzweifelt wehrte sich Wombel gegen die einprasselnden Schwerthiebe und konnte im Gegenzug nur wenig gegen die brachiale Gewalt ausrichten. Doch einen Vorteil hatte der Adept. Mit seiner leichten Robe war er schneller und gewandter als sein schwer gepanzerter Gegner, den er mit Aufgebot aller seiner Reserven in Schach hielt.
"Das ist das Ende ..." dachte der Adept, als der ein und andere Schlag seines Stabes an der Rüstung des Gegners beinahe wirkungslos verpuffte, als er eine kleine Lücke in dessen Deckung erspähte.
Mit einem gewaltigen, nach oben gezogenen Hieb, raste das Stabende an dem Schild vorbei und zertrümmerte das linke Auge des Angreifers. Mit einem gutturalen Schrei riss der Angreifer die Arme vor dem Kopf und Wombel brüllte hoffnungsvoll zu seinem Kampfgefährten ...
"JETZT ... SCHIESS DOCH BITTE ..." .
Und während die letzen Silben noch aus seinem Mund drangen, sirrte ein tödlicher Pfeil an seinem linken Ohr vorbei.
Durchschlagen von der Gewalt des Geschosses, röchelte der Angreifer noch kurz und kippte nach hinten.
Ungläubig schaute der völlig überforderte Holzfäller abwechselnd seinen toten Widersacher, als auch den Wassermagier an und stammelte mehr zu sich, als denn seinem Gegenüber:
"... ich ... bei Adanos ... lass uns von diesem Ort Beliars verschwinden ..."

Jaryvil
05.07.2012, 22:10
Adanos schien bei ihnen zu sein. Die Schützen auf den Zinnen hatten keine erfolgreichen Treffer erzielen können. Fast. Nur ein Geschoss hatte seinen rechten Oberschenkel gestriffen und die Lederrüstung sowie die oberste Hauptschicht zerschnitten. Ein leichtes Brennen war zu spüren, doch alles in allem waren sie gut davon gekommen. Gerade wollte er seinem Begleiter berichten, dass die Gefahr vorbei ist, als er sah, dass dieser mit einer wahrhaft großen Blechbüchse zu schaffen hatte. Sofort lag der nächste Pfeil auf der Sehne, der Adept schrie schon nach ihm und in diesem Moment ließ er los. Das gehärtete Geschoss durchdrang auf diese kurze Distanz fast schon mühelos den Schutz des Mannes und ließ ihn röchelnd zu Boden gehen, was dem Magier ein grimmiges Lächeln auf die Lippen zauberte.

"Tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen." Mit seinem Kopf zeigte er in Richtung der Krieger Innos', die einen Kreis um eine Gruppe ihrer Krieger schlossen. "Denen sollten wir beistehen. Achja, Jaryvil." stellte er sich vor, während er schon drauf und dran war, das nächste Geschoss vorzubereiten um die Linie, welche sich um einen Teil der Setarrifer geschlossen hatte, zu lichten. Sein kräftig gebauter Begleiter schien nicht ganz so überzeugt davon. "Sterben lassen können wir sie jedenfalls nicht." Nach diesen Worten entspannte sich die Sehne seines Bogens schlagartig und die dabei entstehende Kraft schleuderte das Todesurteil in rasanter Geschwindigkeit auf einen der Männer zu, der es ihm mit einem lauten, schmerzerfüllten Schrei dankte. Im nächsten Moment sah man, wie eine Klinge den Waffenarm des Mannes mit einem einzigen Hieb abschlug und daraufhin ein letzter Streich vollführt wurde. Da hat aber jemand schnell reagiert. stellte er fest.

"Wie siehts aus? Gehen wir näher ran und haust ein paar Schädel ein oder hältst du die Blechdosen von mir fern?" Es dauerte keinen Augenblick, bis sich der Mann, der sich kurz darauf als Wombel vorgestellt hatte, sich wie erwartet für die zweite Möglichkeit entschied. Ihm sollte es recht sein, denn auch von hier hinten war es ihm gut möglich, seine Waffe einzusetzen. Zumindest, falls sich keine Männer zwischen ihn und die eingekesselte Gruppe kämpften. "Da kommt einer!" stellte er fest um den Adepten zu warnen und richtete sogleich seinen Bogen auf den näher kommenden Soldaten. Verflucht, der hat einen Schild..

Drakk
05.07.2012, 22:13
Ein kurzes grinsen huschte über das Gesicht des Hünen als Colodis hinter ihm auftauchten. Nur wenige Augenblicke Später waren sie von Rotröcken umzingelt, der Magier hatte seinen Zauber nicht aufrechterhalten können und sein Eiswesen war zersprungen.
Rücken an Rücken drehten sich die beiden Krieger im Kreis, immer den Gegner im Visier. Einerseits war es nie einfach gegen eine Überzahl an Feinden zu bestehen, andererseits hatten die beiden Nordmänner schon gegen mehr Feinde gekämpft und gesiegt. Damals noch mit der Kraft ihrer Ahnen, dieses mal nur mit dem Wissen ihren Waffenbruder hinter sich zu haben.
Beinahe Gleichzeitig stürmten die beiden Krieger vor, teilten einige Hiebe aus und zogen sich wieder zurück. Zwei weitere Verteidiger konnten am Kampf nicht mehr Teilnehmen, der Rest versuchte die beiden weiter einzukreisen.
„Wo bleibt der Rest?“ murrte der Hüne und parierte einen Schlag, drehte sich zur Seite und ließ Colodis einen harten Schlag mit seiner Axt gegen den Mann ausführen. Drakk deckte jetzt die Seite seines Waffenbruders und stieß mit der Spitze seines Schwertes zu. Ein Schrei später stürzte sein Gegenüber zu Boden während Blut aus seinem Helm tropfte. Hinter dem Hünen schlug laut krachend die Axt von Colodis auf einen ihrer Gegner und zertrümmerte seinen Schädel.

Raad
05.07.2012, 22:30
Es wurde immer schwieriger auf dem vom Blut und Nebel aufgeweichten Boden zu stehen. Selbst, wenn das Pflaster die Erde bedeckte, so bedeckte das Blut doch das Pflaster. Zwischen den Blicken auf den Boden registrierte der Schwarzhaarige, dass er erneut alleine war. Der Nordmann war neuerlich von seiner Seite gewichen. Die Reihen der Krieger des aufsässigen Königs – ja, die Gegenseite wusste das gleiche über den Herrn von Raad zu sagen – lichtete sich nur sehr langsam. Immer mehr schienen aus den unbekannten Winkeln der Burg auf das Schlachtfeld zu drängen, wie ein nie enden wollender Strom Wassers aus der Quelle quoll.

Der ehemalige Assassine fragte sich, ob das, was die Magier vollbracht hatten, schon alles war. Nebel hin oder her. Der Golem, oder was immer das war, war beeindruckender gewesen. Doch längst schien auch dies keine Wendung in der Schlacht zu bringen.

Und plötzlich war er gänzlich alleine. Er hörte den Wind zwischen dem sich entfernenden Kampfeslärm rauschen. Und für einen Augenblick glaubte er die Schlacht schon vorbei, als ein Brüllen ihn aus seiner bizarren Lethargie zwischen Erschöpfung und Adrenalin riss.

Raad drehte sich um. Es waren nur ein paar Schritte. Vielleicht zwanzig. Vielleicht dreißig. Dort erkannte er die Rücken der Feine und dahinter das rotgüldene Haupthaar zweier Nordmänner im Zwielicht einer in der Nacht eroberten Burg funkeln.
„Kommt!“, schrie der Leiter wie zur Antwort auf den Ruf Drakks, hob sein Einhänder und setzte sich wieder in Bewegung. Die Füße, gerade noch verloren und taub geglaubt, regten sich so frisch wie zu Beginn der Schlacht. Beinahe schon beschwingt eilte er über das Feld, über Leichen gefallener Feinde und Freunde. Seine Blicke ignorierten das umstehende Abendverschönerungspersonal. Nur die Klingen ignorierten sie nicht. Gerade rechtzeitig, ihnen ausweichen zu können.

Dann erreichte er den von Feinden und trieb sein Schwert gegen die Rückenplatte eines Ritters Rhobars. Kräftig genug das dieser nach vorne stolperte, gefährlich nahe der Klinge Colodis‘.

Colodis
05.07.2012, 22:59
Zwischen ihm und seinem Blutsbruder war mehr als eine Kameradschaft, mehr als alte Kampfgefährten aufbauen könnten. Sie hatten Schlachten und Kriege Seite an Seite geschlagen, dutzende Feinde getötet und doch hätte dies niemals schaffen können was nun entstanden war.
Selbst für ihn, der sich etwas besser als gewöhnliche Krieger mit dem Geist und dessen Tücken auskannte, schien es schwierig zu klassieren was da genau sein musste. Er fühlte Eindrücke, intensiver als sonst, jene von Drakk natürlich. Er glaubte auch jederzeit zu wissen wo die Feinde um sie herum standen. Obwohl er sich nicht darauf konzentrierte und sie in seinem Rücken lauerten.
Dies machte es um einige einfacher gegen eine Überzahl Soldaten anzutreten.
Ihre Bewegungen schienen abgestimmter und koordinierter zu sein als alles was er je gesehen oder erlebt hatte.
Es fühlte sich fantastisch an, sie blühten beide auf, inmitten eines Kreises der Krieger Rhobars. In diesem Moment glaubte er allem Trotzen zu können was der selbsternannte König ihnen schicken konnte.

Der Krieger direkt vor ihm schien zu stolpern, als würde er sich selbst erniedrigen und vor seinem Feind auf die Knie fallen. Diese Möglichkeit ergriff der Nordmann und holte zu seinem vernichtenden Hieb aus, das Axtblatt arbeitete sich durch alles was zwischen ihm und dem rollenden Haupte seines Gegners stand.
Schmerzverzerrte Augen durchbohrten ihn, bevor sie sich für immer schlossen.
Hinter dem Mann erkannte er seinen Gefährten, Raad. Er nickte ihm dankend zu und wandte sich Drakk und dem Rest der Meute zu. Mit wildem Kampfesschrei lichteten sie die Reihen ihrer Feinde, zerstreuten und brachten sie zur Strecke. Nun zu Dritt mit der nötigen Verstärkung, konnten sie noch mehr ausrichten. Sehr schnell war der Kreis zersplittert und aufgeteilt, der Kampf begann auf eine Seite zu schlagen, zumindest glaubte Colodis diese Tendenz zu erkennen.
Noch war der Kampf nicht vorbei, die Truppen des Feuergottes hielten erbittert ihren Widerstand. Wenn sie doch nur kapieren würden, dass sie bereits dem Untergang geweiht waren.

Flarke
05.07.2012, 23:30
"Auf, auf, schneller!", feuerte Flarke seine wirklich eilende Truppe an.
Als der sie begleitende Feuermagier - Lopadas, der Prior höchstpersönlich - sie im laufe des Tages angehalten hatte, um mitzuteilen, dass man schnellstens zur Silberseeburg eilen sollte, weil dort irgendetwas großes, magisches im Gange war, war das schon bedenklich gewesen, doch als sie kurz darauf einen völlig abgehetzten Mann gefunden hatte, der berichtete, er sei nach Thorniara geschickt wurden, um Verstärkung zu hohlen, weil eben diese Festung gerade fiel, von Setarrifern erstürmt wurde, war für den Hauptmann beinahe eine Welt zusammengebrochen.
Die Rebellen aus der Nachbarstadt überfielen sie. Einfach so. Niemand hatte auch nur im geringsten etwas geahnt, die Burg war denkbar schlecht besetzt und er stand hier jetzt, mit einer äußerst überschaubaren Truppe aus einigen Stadtwachen - nicht gerade die besten Frontsoldaten - etlichen Rekruten - die man für soetwas quasi komplett vergessen konnte - einem Magier und noch ein ganz paar wenigen, erfahrenen Kämpfern.
Sofort hatte er Kerdric und Ravenne zu pferde losgeschickt, die beiden sollten die Lage sondieren. Der Bote sollte weiter nach Thorniara rennen und Mansk informieren, der zumindest schon einmal die Stadtwache mobilisieren sollte. Sie würden auf jeden Fall mit erheblichen Truppenstärken im Bluttal aufmarschieren müssen, um klarzustellen, dass sie dieses unter allen Umständen halten würden.
Und sie hier mussten rennen - nunja, rennen nicht ganz, denn das war zu anstrengend, aber durchaus eilen. Und daran änderte auch die äußerst späte Stunde nichts mehr. Sie mussten in dieser Nacht noch ankommen, wenn sie nicht nur Leichen sehen wollten.
Immerhin lief die Truppe in halbwegs geschlossener Formation. Kerdric hatte ganze Arbeit dabei geleistet, die Rekruten zu drillen, sodass sie die Reihe hielten - zumindest noch. Ob sie das im Angesicht der Schlacht auch halten würde?
Hoffentlich, denn sie mussten dort hin. Lodrick war dort und Flarke wollte unter allen umständen verhindern, dass dieser in Kriegsgefangenschaft geriet - daran, dass sein Freund auch sterben konnte, kam ihm überhaupt nicht in den Sinn.
Also bestand nur, die Truppe weiterhin zur Eile antreiben und sich gleichzeitig eine gute Idee überlegen, wie man auf die Situation, die er nicht kannte - gut konnte sie nach den Worten des Botens nicht sein - reagieren konnte.

Neraida
05.07.2012, 23:31
Unter Schmerzen krümmte sich unmittelbar in ihrer Nähe ein schwer gepanzerter Mann zusammen und ging anschließend zuckend zu Boden. Ein schmaler Dolch war ihm unter der Achsel durchs Kettenhemd in den Körper eingedrungen. Der sich nur noch unkontrolliert rührende Soldat gehörte zu den Feinden, die wie Wasser in den Hof der Burg strömten. Dennoch war Neraida entsetzt und konnte ihren Blick nicht von dem Sterbenden lassen, der in einer großen Blutlache neben Verwundeten und Toten lag. Viele von ihnen trugen das Rot von Rhobar und Innos, doch auch nicht wenige Körper gehörten Aufständischen.
" Innos, bitte sei gnädig und rette mich! Adanos, sei gütig und sorge für deinen Frieden und dein Gleichgewicht. Innos, bitte sei..." betete Neraida verzweifelt und sackte kraftlos in die Knie. Beide Hände hatte sie hilflos gefalten und ihr ganzer Körper zuckte vor schierer Panik.
Der nächste Kämpfer, der in ihrem Blickfeld auftauchte, war wieder ein Rebell. Unschlüssig wanderte dessen Blick auf die betende Frau und ihre Abzeichen, die sie als Dienerin Rhobars auswiesen. Der Soldat wandte sich ab, fand rasch einen anderen Gegner und ging ebenso rasch zu Boden und wurde Teil des dichten Teppichs aus Toten und Verwundeten.
" Du dämliches Ding!" Hörte die Edelmagd hinter sich plötzlich ein angestrengtes Schnaufen. Kurz darauf wurde sie auf die Beine gehoben und in Richtung der großen Zitadelle im hinteren Teil des Hofs gezerrt. Es war Stylios!
" Du bist verletzt!" Stellte Neraida überrascht fest und wollte sich aus dem Griff des Nordmanns befreien. Keuchend schleppte sich der um einiges kräftigere Stylios ungerührt von ihrem Protest und ihren Bemühungen dennoch weiter. Er humpelte nun wieder so stark, als wäre er gerade erst dem schrecklichen Ork Gorbag begegnet. Seine gesamte Rüstung und auch das Gesicht waren mit Blut bespritzt, was ihm das Aussehen eines blutrünstigen Dämons verlieh. Auch bemerkte Neraida sofort, dass die neue Wunde an seinem Oberschenkel äußerst ernst war.
" Verwundet, nicht verletzt." Stieß der Barbar hervor. Sie hatten nun fast die Pforte des Haupthauses der Burg, welches sich immer noch in der Hand der Myrtaner befand. Noch schafften es die Männer Rhobars, die Feinde auf dem Hof in Kämpfe zu verwickeln und vor dem Haupthaus aufzuhalten. Neraida bemerkte ganz in der Nähe den Lord Kommandanten Tronter, der mit hochrotem Kopf Anweisungen brüllte.
" Bleib hier und halte dich von dem Kampf fern!" Brüllte Stylios unter Schmerzen und stieß die junge Frau in Richtung des Eingangs zur Feste.

Die Stadtwache
05.07.2012, 23:48
Es war zum verrückt werden!
Plötzlich so, aus heiterem Himmel standen plötzlich eine Horde Setarrifer vor den Toren und erstürmten die Burg, obwohl sie sich dabei mehr als nur diletantisch anstellten. Warnten sie vor, indem sie die Torwachen weglockten - und diese Idioten rannten auch noch hinterher! - liefen auf die Burg zu und fielen zu großen Teilen den Verteidigern zum Opfer, die man eiligst mobilisierte.
Nur waren diese leider äußerst wenige - viel zu wenige, für so eine große Burg! - weil irgendein absoluter Vollidiot in Thorniara beschlossen hatte, dass sie dort mehr Männer brauchten, die man ja mal von seinem Vorposten abziehen konnte, schließlich sollte der olle Tronter dann mal sehen, wie er damit fertig wurde...
Und jetzt stand er hier, mit einer halb besetzen Burg und sah zu, wie er langsam aber sicher im mehr an Boden verlohr.
Diese verdammten Festländer! Egal, ob sie jetzt Hagen hießen, Mansk oder Flarke, die waren doch alle gleich, hatten alle keinen militärischen Weitblick, kannten alle Ethron nicht!
Mittlerweile standen die Rebellen mitten auf dem Burghof, griffen zu immer neuen - magischen! - Angriffen, da sie nicht in der Lage waren, ihre Schwerter vernünftig zu benutzen. Brachten das neu befestigte Tor urplötzlich mit großen Hokuspokus zum Einsturz, sodass er hier machtlos zusehen musste, wie er immer mehr Boden verlohr.
Aber noch würde er nicht zum Rückzug blasen! Sie würden diese Burg bis zum letzten Blutstropfen verteidigen - oder vielleicht doch nicht, denn seinen eigenen letzen Blutstropfen würde er für diesen Steinhaufen, in dem er hier allein gelassen worden war, nicht hergeben.
Auf dem Burghof sah es zur Zeit wirklich nicht gut aus, aber immerhin hielten sie noch die Mauern - zumindest teilweise, denn teilweise waren diese von irgendwelchen Magiern entvölkert worden.
Derzeit stand Thronter in Mitten des großen Saals des Haupthauses, das eigentlich als eine Art Rückzugsraum gedacht war, mit etlichen geheimgängen nach draußen... Leider waren die bei der letzten Eroberung allesammt zugeschüttet worden und man hatte es in Thorniara nicht für nötig gehalten, diese wiederherzustellen. Und jetzt saßen sie hier quasi in der Falle.
"Du da!", schnauzte er eine Frau in Rüstung an, die plötzlich aus vollkommen unerfindlichen Gründen in der Halle stand. Warum trugen Frauen überhaupt Rüstungen, und warum war diese noch da? Egal. "Du kommst von draußen. Wie steht es?"
Er bekam zwar haufenweise berichte von seinen eigenen Gardisten, aber es war garantiert nicht verkehrt, noch eine weitere Meinung zu hören.

Gath

Neraida
06.07.2012, 00:07
Von Stylios in das Haupthaus geschickt, fand sich Neraida schließlich im großen Saal wieder. Hier hatten sich die nicht kämpfenden Bewohner der Burg versammelt und kauerten verängstigt auf dem Boden. Ein paar wenige Verwundete lagen ebenfalls auf behelfsmäßigen Krankenlagern und stöhnten, wimmerten oder lagen einfach nur reglos da. Bei dem Anblick der blutenden Männer, die vor kurzer Zeit noch stolz in der Burg umher geschritten waren, musste die junge Frau den aufkommenden Drang zum Weinen schwerfällig herunter schlucken. Es war nicht allein wegen der Verwundeten in der Halle. Vor allem befiel sie diese tiefe Traurigkeit, wenn wie daran dachte, dass nur so wenige Verletzte im Haupthaus lagen, weil sie in diesem grausamen Kampf gar nicht erst zu Barbieren oder Heilern gebracht werden konnten. Sie starben einfach auf dem Hof und wurden in ihrem eigenen Blut liegen gelassen.
Plötzlich wurde Neraida von einer herrischen Stimme aufgeschreckt. Ein Mann in imposanter, dicker Plattenrüstung hatte sie zu sich befohlen. Es war Lord Kommandant Tronter, der von den Befehlshabern in Thorniara eingesetzte Verantwortliche für die Burg. Ein Lagebericht wurde gefordert. Ausgerechnet von ihr!
" Ehm, also...schlimm. Draußen ist es schlimm." Brachte Neraida leise hervor und schaffte es nicht einmal, ihren Blick auf das grimmige Gesicht des erfahrenen Soldatens zu richten.
" Viele Tote. Das Tor ist zerstört, riesige Ungeheuer aus Eis wüten und die Anderen sind mehr als wir. Und Stylios, Stylios blutet!" Erzählte die Edelmagd den Tränen nahe und als sie den geforderten Lagebericht abgab, wurde ihr immer bewusster, dass dieser Kampf keinen guten Ausgang nehmen würde. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der letzte Soldat getötet wurde und dann würden die Feinde in die große Halle stürmen und auch sie erschlagen. Sie war bereits in viele Kämpfe geschickt worden, Nordmar, Vengard, Varant, doch diesmal drohte die Todesangst sie vollkommen zu überwältigen.

Die Stadtwache
06.07.2012, 00:26
"Verdammt!", fluchte Tronter lauthals, als er den Lagebericht der Soldatin vernahm.
Es war zwar davon auszugehen, dass diese verletzte, vollkommen am Boden zerstörte Frau das ganze schlimmer sah, als es eigentlich war, aber trotzdem. Sie mussten die Burg irgendwie evakuieren. Sie würden sie nicht halten können, nicht einmal ansatzweise!
Wütend stampfte der Kommandant durch die prallvolle Halle, die sonst mehr oder minder sein persönlicher, kleiner Thronsaal war. Jetzt war sie voll mit irgendwelchen Verletzten, Frauen und Kindern, die überall auf dem Boden lagen, an den Wänden lehnten und so weiter und so fort. Das klirren seiner Kettenstiefel übertönte dabei zeitweise sogar das Wimmern der Menschen.
"Sir?", kam da auch schon der nächste Soldat an, den Tronter entnervt mit einer Handbewegung wieder wegschickte, wobei er ihm noch ein "Weitermachen!", hinterherrief, auch wenn er ihn schon längst nicht mehr anschaute.
Weitermachen. Sie mussten irgendwie weitermachen. Und sie mussten hier raus.
Wo war jetzt Rodeon, dieser meisterhafte Paladin, der vorhin auf dem Burghof so hübsch auf und ab stolziert war und dabei ihn - eigentlich die höhere Gewalt, schließlich war er nicht nur der Paladin Tronter, ein angehöriger des Ordens, sondern auch Lord Tronter, ein adeliger, der weit mehr zu sagen hatte, als so ein dahergelaufener Rodeon.
Aber nichts desto trotz, dieser Kerl war nach ihm hier der Hochrangigste in der Burg und so hatte logischerweise niemand in Frage gestellt, was der so alles verzapft hatte.
Nur jetzt war er weg, wo man ihn brauchte, um einen neuen meisterhaften Plan aufzuzeigen, wie man hier rauskam.
Es halb alles nichts, er würde selbst nachsehen müssen. Irgendwo müsste er einige äußerst schmale Wege aus dem inneren der Mauern entweder in unterirdische Keller in der Nähe des Silbersees geben, ober hinaus in das Gebirge. Zwar war es äußerst riskant, denn diese Höhlen musste man erst von oben öffnen, aber nichts desto trotz war es einen versuch wert, diese Pfade zu bestreiten.
Mehr als sterben würden die Leute dort auch nicht.
"Macht euch zum Aufbraucht bereit.", verkündete er kurz und knapp an die Menschen hinter ihm, bevor der Lord schweren Schrittes in Richtung des Walls eilte. Er musste sich einen Überblick über die Situation verschaffen.

Gath

Adson Muller
06.07.2012, 10:39
Der Schweiß tropfte Adson von der Stirn, die erlittenen Wunden brannten, die untere Hälfte seines Hemdes war nahezu komplett rot gefärbt, teilweise sogar schon getrocknet. Seine Haare hingen ihm wirr ins Gesicht, immer wieder strich er sie zur Seite, doch wieder und wieder fielen die langen Strähnen nach vorn.

Adson spürte die Strapazen der letzten Stunden, er spürte die Verletzungen und die Ermüdung, doch er kämpfte weiter. Seite an Seite mit entschlossenen Kriegern, denen es wohl genauso erging wie Adson. Hatte er bei seinen ersten Duellen noch gezögert, wenn es galt den Gegner schwer zu verletzen oder gar zu töten, so hatte er diese Hemmschwelle mittlerweile überwunden, zumindest für dieses Gefecht, so grausam diese Tatsache auch war. Längst hatte er begriffen, dass er nicht kämpfte und eine Burg zu erobern, sondern um zu überleben. Viele kleine Schnitte an Armen und Oberkörper sowie die große Wunde an seiner Brust erinnerten ihn sekündlich daran.

Verbissen schwang er seine Waffe, versuchte die Konzentration hoch zu halten und präzise Attacken zu setzen. Mal gegen die Waffenhand des Gegners, mal ein Hieb in Richtung der Beine, selten gegen den meist gut gedeckten Kopf. Wieder traf sein Schlag den Unterarm seines Gegners, hinterließ einen tiefen Schnitt aus dem das Blut hervorquoll. Wut und Hass blitzten in den Augen des Getroffenen auf, doch Adson ließ sich davon längst nicht mehr beeindrucken. Was wohl in seinen eigenen Augen zu lesen war? Vielleicht Gleichgültigkeit, vielleicht ein Anflug von Abwesenheit, vielleicht eine Art Teilnahmslosigkeit und Kälte, sicherlich Schärfe fürs Detail. Die Eindrücke des vielfachen Leides und Elendes tragen längst nicht mehr in Adsons Bewusstsein vor. Er sah nur seine Kameraden und die gemeinsamen Gegner, sah die wirbelnden Waffen, hörte Befehle und Rufe, doch all das Blut, die Toten und Verletzten gingen zwischen Auge und Hirn verloren. Irgendwo im Dunkeln wurden sie aussortiert und zur Seite gelegt, der Söldner befand sich in einem merkwürdigen Tunnel, der nur den aktuellen Kampf einließ, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Wieder wehrte er einen Schlag an, aufgrund der Verletzung seines Gegenübers war das kein großes Problem. Ein schneller Hieb schlug die feindliche Waffe zu Boden, das panische Aufblitzen im Blick des Feindes wurde teilnahmslos registriert, die Klinge schnellte nach vorn, dann wurde auch dieser Gegner des Tunnels verwiesen, der sich 'Adsons Bewusstsein' nannte. Doch schon fand sich ein neuer Streiter Innos, der Zugang zu besagtem Tunnel verlangte.

Lopadas
06.07.2012, 10:47
Je näher sie der Burg kamen, umso mehr spürte Lopadas die magischen Störmungen, welche von den Zaubern der Wassermagier ausgingen. Der Bote hatte berichtet, dass die Silberseeburg von Ethorns Leuten überfallen wurde. Somit konnte es sich nur um Magier Adanos' handeln, wenn sich dieser engstirnige, selbsternannte Herrscher nicht auch noch die Schwarzmagier ins Boot geholt hatte. Der kalte Wind und die hohe Luftfeutigkeit wiesen aber eindeutig darauf hin, dass hier Wassermagier am Werk waren und scheinbar solche, die ihr Werk verstanden. Vereinzelt konnte der Schriftgelehrte noch Nebelschwaden zwischen den Hängen der Büßerschlucht sehen. Nur vage Bilder in seinem Kopf zeigten eine Vorstellung davon, wie die Soldaten innerhalb der Burg von den Magiern überrascht worden waren.
Plötzlich ertönte ein kurzer Aufschrei und dann sah der Priester wie zwei der Soldaten einen fremden Kämpfer aus dem Gebüsch zogen. Dieser wehrte sich vehement, aber konnte sich nicht aus dem Griff befreien. Es handelte sich scheinbar um einen von Ethorns Männer. Warum er soweit weg von der Burg war, konnte Lopadas nur erahnen. Er war kein Stratege oder sonst nicht sehr kriegserfahren. Aber ihm eine Idee, wie sie wohlmöglich noch den Überlebenden in der Burg Zeit gewinnen konnten. Die Truppe, der er angehörte, besaß wahrscheinlich nicht die benötigte Stärke und Kampferfahrung, um den Feind zu schlagen, aber vielleicht konnten sie einen Großteil ihrer Leute retten.
Der Priester baute sich vor dem fremden Soldaten auf und blickte in dessen hasserfüllten Augen. Er wollte gar nicht wissen, wie die Gedanken dieses Mannes gerade aussahen. Vielmehr war es an der Zeit jenem die eigenen Gedanken einzusetzen. Lopadas hob den Finger. Er konzentrierte sich auf seine Gestik und auf seine Stimme. Was ein jeder Mensch meist unbewusst steuert, kontrollierte der Feuermagier im vollem Bewusstsein und mit all seinen Gedanken. Die Stärke seiner Gestik bäumte sich auf und das Volumen seiner Stimme erreichte ein Maß, welches nicht unbeachtet bleiben konnte.
"Ich befehle dir zu deinen Anführern in die Burg zurückzukehren.", sprach der Schriftgelehrte einschneidend und blickte dem Soldaten dabei tief in die Augen, sodass sein Blick direkt in den Geist des Mannes eintrat, "Dort wirst du ihnen von einem riesigen Heer berichten, welches von Thorniara aus gen Silberseeburg zieht. Du wirst von einem großen Aufgebot der Paladine berichten und von Belagerungswaffen, die du zuvor noch niemals gesehen hast."
Nicht die Laute der Wörter drangen in das Innere des Soldaten, sondern die Bedeutung und deren Intention brannte sich in den Geist und veränderte die Grundlage der Gedanken. Lopadas wies an Ethorns Kämpfer gehen zu lassen, woraufhin sich dieser gen Silberseeburg wandte und losrannte. Der Schriftgelehrte hoffte, dass die Nachricht den erwünschten Erfolg erzielen würde.

Tinquilius
06.07.2012, 15:01
Der Zauber hatte Tinquilius‘ kraft an den Rand seiner Reserven gebracht. Es war nicht das eigentliche Erschaffen des Nebels. Ein solcher Zauber, vor allem in Kombination mit anderen Magiern, war relativ einfach zu erschaffen, kostete lediglich auf Dauer sehr viel. Es war vielmehr die Eiseskälte. Magie war mächtig, doch sie widerstand nicht der Natur. Man konnte nicht einfach Kälte erschaffen, man musste die Wärme entziehen. Und dies war der kräftezehrende Prozess.
Trotzdem befand sich der Priester nun hinter einem großen Fass auf dem Burghof und ließ einige Eiskristalle um seine rechte Hand schweben. Und sein zauber hatte es nicht einmal vollbracht, den Sieg einzuholen. Stattdessen wehrten sich die Soldaten Innos‘ und hielt die Schwerter Magier auf, die Burg einzunehmen. Auch solch effektive Zauber wie der Eisavatar, in den er Jaryvil sich verwandeln sah, konnte ihnen nicht weiterhelfen.
Und da liegt unsere Schwäche: Magie ist zwar mächtig, doch kriege gewinnt man nicht mit Magiern. Kriege gewinnt man durch Männer, die sich aufopfernd in die Bresche schmeißen.
Kurz zuckte er hoch, ließ seinen Blick über die Reihen schweifen und schoss zwei Kristalle auf eine der Burgwachen, die gerade einen Söldner hinterrücks attackieren wollte. Die Kristalle zerbarsten an dessen Schild, ließen ihn jedoch stutzen und seinen Angriff abbrechen. Zugleich wandte er sich dem Priester zu. Mit hoch erhobener Klinge stürmte er auf den Priester zu – dieser war darauf gefasst. Eine dünne, glitzernde Eisschicht baute sich vor ihm auf, gerade als die Klinge des anderen nieder sauste. Doch das Schwert kam nicht hindurch, stattdessen prallte es ab und ließ den Angreifer mit voller Wucht gegen Tinquilius‘ Schutz prallen. Dies gab ihm genügend Zeit, seine Reserven anzuzapfen und Wasser in seiner Hand zu erschaffen, dass er sogleich als Wasserstrahl einsetzte. Er ließ die Magie für den Schild verebben, sodass er zusammenbrach und schoss sogleich den Wasserstrahl auf den Soldaten – dieser flog meterweit über den Hof.
Erleichtert drehte sich der Oberste Magier um, um fast mit einem Söldner zusammenzustoßen. Im ersten Moment glaubte er, es wäre ein Diener Innos, erkannte aber noch rechtzeitig, dass dem nicht so war.
„Vorsichtig“, meinte Tinquilius und half dem anderen auf.
„Eine Armee. Ein Heer. Auf dem Weg. Aus Thorniara. Sie werden hierher kommen. Paladine. Belagerungswaffen.“
„Ganz ruhig, ganz ruhig“, meinte Tinquilius und zog den Mann beiseite. „Nun erzähl mir, was du meinst.“
„Eine Armee aus Thorniara ist auf dem Weg, darunter viele Paladine und Belagerungswaffen. Sie sind bald da!“ Der Söldner riss sich los und lief mitten in das Gemenge. Tinquilius blieb schockiert zurück: Wie konnten sie so schnell eine Armee zusammenrufen?
Der Oberste Magier lief ins Getümmel, eine Hand immer mit Magie versetzt, um sich so zu verteidigen, bis er Drakk erblickte. „Drakk“, rief er in die Menge. „Drakk! Paladine kommen, eine ganze Armee! Aus Thorniara! Wir müssen unseren Rücken sichern und den Kampf hier schnell beenden!“

Stylios
06.07.2012, 15:25
" Die Burg aufgeben?" Wiederholte Stylios die Anweisung, die gerade zu den wenigen noch in der Reserve verbliebenen Männern getragen wurde. Es waren nicht mehr viele Soldaten, die auf Tronters Befehl dem Kampf fern blieben und dem Töten vom Eingang des Haupthauses aus zusahen. Es war eine zutiefst undankbare Aufgabe. Während man selbst keinen Finger rühren durfte, war man gezwungen dabei zuzusehen, wie die Kameraden sich gegen die Übermacht von Aufständischen erwehrten und um ihr Leben kämpften.
" Keine schlechte Idee." Stimmte der Clankrieger, der sich bald am Ende seiner Kräfte sah, zu und konnte kurz darauf beobachten, wie Lord Kommandant Tronter an der Spitze einer größeren Gruppe Männer das Haupthaus verließ und den Platz betrat. Im Schlepptau des alten Soldaten befanden sich die Kämpfer Kämpfer seiner Leibwache und die paar Verwundeten, die es aus eigener Kraft vom umkämpften Hof bis ins Haupthaus geschafft hatten. Frauen und andere Burgbewohner konnte Stylios nicht entdecken.
" Männer, wir geben die Burg auf." Sprach nun auch Tronter mit lauter Stimme, um den Kampfeslärm zu übertönen. " Die Menschen im Innern der Burg haben hier schon gelebt, bevor wir die Burg übernommen hatten. Für sie brauche ich keine Verantwortung übernehmen, die gehören jetzt den Rebellen. Wir lassen die Pforte zum Herzen der Burg offen. Mit etwas Glück stürzen sich diese Hunde auf das Geschenk und wir haben weniger Ärger mit ihnen, wenn wir uns nach draußen kämpfen. Benachrichtigt unsere Kameraden, wir müssen uns mit aller Macht einen Weg aus dieser Todesfalle kämpfen!"
Na, dann wollen wir mal wieder, dachte sich Stylios, als er erneut sein Erzschwert zog und sich den verzweifelten Flachländern anschloss. Rodeon und Neraida waren an seiner Seite.

Redsonja
06.07.2012, 15:59
Die Verteidigung der Innosschergen stand am Rande des Zusammenbruchs. Es war nur noch ein kleiner Schritt zur Panik. Redsonja wartete darauf. Es war spannend diesen Moment zu verfolgen. Aber keine Schlacht war gewonnen bevor sie zu Ende war, selbst mit den ungestümen Kräften mehrerer Magier. Das augenblickliche Erfrieren, die Wandlung der Gestalt, all das waren Werkzeuge, die zu mächtig für einen Menschen waren, genau wie es die Klingenmystik bei ihr gewesen ist. Sie seufzte und verteidigte sich, während sie überlegte, wie man dieser Macht Einhalt gebieten konnte. Gift,war das Einzige, was ihr spontan einfiel. Aber dafür war jetzt nicht der Moment. Hier waren sie Brüder, die ihnen das Tor geöffnet und die Gegner dezimiert hatten.

Dann, also sie Platz für den Ausbruch der Verbliebenen machte, bekam sie endlich etwas Luft, um nach der Wunde an ihrem Arm zu schauen, die ihr der verräterische Nordmarer zugefügt hatte. Sie war nicht so schlimm. Der Vorteil einer gepflegten, scharfen Klinge war ein sauberer Schnitt. Mehr ein Kratzer, ein grösserer.

Raad
06.07.2012, 20:19
Lärm, der Schlag um Schlag anschwoll, kämpfte sich durch die Stille der Gedanken zum Bewusstsein vor. Zum ersten Mal nach einer halben Ewigkeit, so glaubte der ehemalige Assassine, nahm er das Geschehen um ihn herum wieder war. Männer, die am Boden lagen, in letzten Regungen verfallen oder längst schon Tod und mit ihrem Geist vor Beliar getreten. Blut, welches kunstvoll selbst in den am weitesten entfernten Tropfen am Boden im einfallenden Licht schimmerte, noch nicht getrocknet, um von der Vergangenheit erzählen zu können.

Die Augen des Schwarzhaarigen erhoben sich mühsam von den am Boden liegenden Stücken. Klingen und ihre Meister, gebrochener Stahl und vergessene Pfeile. Ihm kam der Gedanke, dass es ironisch war, all das zu beachten, was hinterlassen worden war. Den Taten, die auch der Einhänder in seiner Hand vollbracht hat, noch voller Erstaunen anzustarren, als wüsste er nicht, wie eine Schlacht endete.

Nein. Noch war sie nicht am Ende. Zwar hatten sich die Männer des Feindes aufgeschwungen, einen Weg hinaus zu suchen. Die Befehle waren deutlich in dem Teil des Hofes zu verstehen gewesen, wo Raad sich gerade mit einem Rekruten Rhobars beschäftigt hatte. Der Mann lebte noch. Was, für seine Verhältnisse, gnädig war, wenn man beachtete, dass er sonst nie darauf bedacht gewesen war, einen Zeugen zurückzulassen. Aber selbst dieser von Innos‘ gleißendem Licht geblendeter Narr verdiente es nicht, bloß für die falschen Gedanken und der falschen Treue zu sterben. Und er vernachlässigte seinen Willen, sich weiter zu wehren. Tat so, als ob er tot war. Sollte er. Raad beließ es dabei. Zumal, wenn sie wirklich gehen wollten. Dann hatten sie gewonnen.

Eine Klinge näherte sich dem Leiter der Akademie von hinten links, beinahe zu vorsichtig, um nicht für einen Feind gehalten zu werden. Raad wandte sich mit erhobener Waffe um. Wäre es ein Feind gewesen, wäre er zu langsam gewesen. So war es. Nun. Vielleicht Glück.

„Es kommen mehr.“, offenbarte die Klinge, „Einer der Magier hat einen Söldner aufgegriffen, der von draußen kam. Drakk schickt mich.“, der Mann deutete auf den rothaarige Nordmann etwas abseits des Geschehens. Raad seufzte leise. „Was meint er?“, fragte er die Klinge leise. „Er denkt über Rückzug nach. Die Magier scheinen zu viel ihrer Kraft verbraucht zu haben. Die Burg könnte nicht zu halten sein. Die Frage ist bloß, wie sie so schnell davon Wind bekommen haben, um eine Armee aufzustellen.“

„Gute und richtige Frage.“, erwiderte der Schwarzhaarige und marschierte in Richtung des Schwertes. Es konnte nicht sein, dass eine Armee hier auftauchte. Das wäre… seltsam. Und das war noch pessimistisch ausgedrückt.

Colodis befand sich ebenfalls bei Drakk. Beobachtete das Kampfgeschehen mit einer Mimik, die davon zeugte, dass er noch nicht genug zu haben schien. Zwar stand auch ihm die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben, doch wurde sie beinahe von so etwas wie Euphorie verdrängt. Wobei angesichts eines Nordmannes von Euphorie desselben zu sprechen schon fast an Ahnenlästerung grenzte.

Raad blickte sich um. Die Kämpfe wurden weniger. Die Männer Rhobars schienen das Interesse verloren zu haben. Nicht zuletzt war das Haupthaus offen und immer mehr Setarrifer drangen dort hinein. „Was machen wir nun?“, fragte Raad die beiden Nordmänner. „Warten? Eine Armee kann kaum so schnell aufgestellt und hierher marschiert sein. Außer sie hätten von unserem geplanten Angriff gewusst…“

Lopadas
06.07.2012, 20:39
Der Priester war sich nicht sicher, ob seine Finte die erwünschte Wirkung innerhalb der Burg gezeigt hatte. Bisher waren noch keine größere Gruppe von Ethorns Leuten außerhalb der Silberseeburg zu sehen. Aber vielleicht warteten diese nur auf den Angriff der vermeintlich riesigen Armee. Da Lopadas alles andere als ein Stratege war, konnte er nicht genau einschätzen, was die bestmögliche Option war. Sollten sie einfach die Büßerschlucht versperren und zur Not dort die Setarrifer in Schach halten oder war es besser für die Streiter in der Burg jetzt direkt loszustürmen und so die Angreifer von den Verteidigern abzuhalten. Auf keinen Fall wollte der Schriftgelehrte unnötiges Blutvergießen. Er hatte die Befürchtung, dass aber ein Ablenkungsmanöver genau diese Folge haben könnte. So musste der Priester sich eingestehen, dass sein Plan vielleicht eine gute Idee war, aber keinesfalls bis zum Ende durchdacht. Ihm wurde abermals bewusst, warum er sich normalerweise nur in seinem Arbeitszimmer aufhielt. Dort konnte er einfach weniger Leute in Gefahr bringen.
"Wenn wir den Schein bewahren wollen, dass ein riesiges Heer zur Burg marschiert, dann sollten wir uns auch zeigen, denn ansonsten werden Ethorns Soldaten die Zeit statt zu warten mit Töten verbringen. Das beste wird es wahrscheinlich sein, wenn wir bis zum Ende der Schlucht vorrücken und Stärke demonstrieren, die wir vielleicht nicht in dem Umfang besitzen. Wenn sie dann aus der Burg stürmen sollten, müssen wir uns selbstverständlich zurückziehen, um in der Schlucht ihren Mengenvorteil, sofern es einen gibt, zu untergraben."
Die Rekruten waren alles andere als begeistert von der Idee wieder einen Fuß in die Schlucht zu setzen. Lopadas hatte gehört, dass hier ein paar ihrer Kameraden umgekommen waren. Er konnte sich immer noch nicht richtig vorstellen, dass der Wassermagier dazu fähig gewesen war.

Drakk
06.07.2012, 21:14
„Scheiße.“ murrte Drakk knapp und blickte zu den letzten Gardisten herüber die noch Widerstand leisteten. Nicht mehr lange und auch sie würden die Waffen strecken müssen – oder auch nicht, je nachdem wie schnell das Heer der Rotröcke zu ihnen stoßen würde.

„Allein sind wir am Arsch, wir brauchen Unterstützung. Und zwar alles was wir bekommen können.“ begann der Nordmann und ließ seinen blick zwischen Raad und Colodis hin und her wandern. Seine beiden Kampfgefährten waren ebenso Ratlos wie er, die Garde konnte nicht so schnell ein Heer auf die Beine stellen – und erst Recht nicht so schnell entsenden wenn sie nicht vom Angriff gewusst hatten.

„Wir bleiben und halten die Stellung...Verrammeln die Tore mit allem was wir auftreiben können und schicken Boten aus. Ethorn muss uns einfach Männer schicken...und sendet einen Boten in den Wald. Vielleicht haben wir Glück und die haben was gegen die Rotröcke...oder die Vögel erinnern sich daran wer auf ihrer Seite steht“ führte der Nordmann weiter und blickte seine beiden Kameraden an.

Raad
06.07.2012, 21:35
Wenigstens rennen wir nicht wieder weg., dachte der Schwarzhaarige grimmig und nickte dem Nordmann zustimmend zu. Es wäre auch fatal gewesen. Bloß auf eine Ankündigung hinweg zu verschwinden. Andererseits. Wenn sie sich bewahrheitete, waren sie am Arsch. Ganz gleich, wie es dazu gekommen war. Sie hätten nicht bloß einen Verräter in ihren eigenen Reihen. Dieses Wissen wäre schon grausam genug, die Gruppenmoral zu vernichten. Sondern ständen einem Heer gegenüber, dass sie wohl oder übel zerreiben musste.

Der Leiter schüttelte den Kopf, um die Gedanken zu vertreiben. Es nützte nichts, sich mit Möglichkeiten auseinander zu setzen. „Aye.“, bestätigte Raad den Befehl vor Drakk und brachte so etwas wie einen Salut zustande. Dann wandte er sich um. Genug Worte. Genug Gedanken. Es ging darum zu handeln.

Raad rannte los. Zwischen der vereinzelten Kämpfen hindurch und hielt auf einen Mann zu, der für einen Augenblick wenig beschäftigt wirkte. Vielleicht war sein Kampf gerade zu Ende – Raad hatte es nicht gesehen. Vielleicht war er noch nicht dazu gekommen sich einen neuen Gegner zu suchen – eine weitere nutzlose Vermutung. Doch er schien unverletzt genug. Beinahe sogar nicht einmal erschöpft.

„Name?“, fragte der Leiter barsch. Für Freundlichkeit war keine Zeit. Er würde es nachholen, wenn das hier vorbei war. „Adson Muller.“, erwiderte sein Gegenüber, offensichtlich verwirrt über die Frage.

„Raad.“, antwortete der Schwarzhaarige, „Leiter der Akademie. Du hast das große Los gezogen. Ganz gleich, wie du es sehen willst. Entweder bist du der Held oder bloß jener, der sich eine Kampfpause gönnen darf. Frei davon, in dieser Burg einer weiteren Armee Thorniaras zu harren. Geh in den Wald. Erinnere die Baumkuschler daran, dass wir ihre Verbündeten sind und jetzt und hier ihre Hilfe brauchen. Für Ethorn und ihre Freiheit!“

Lopadas
06.07.2012, 21:39
Er wusste nicht genau wie, aber ein paar der Rekruten hatte er überreden können mit ihm zum anderen Ende der Schlucht zu gehen. Eigentlich war er kein Anführer, weswegen er sich etwas tölpenhaft bei der ganzen Sache anstellte, aber um ein glaubwürdiges Bild abzugeben, benötigte er wenigstens eine Reihe, die die Schlucht ausfüllen konnte. Während die kleine Gruppe die anderen hinter sich ließ und durch die Felsenge lief, schauten die Soldaten immer wieder nach oben. So ein Erlebnis schien sehr einprägsam zu sein. Lopadas konnte dies gut nachvollziehen. Nachdem er schon etliche Male in irgendwelche sumpfigen Gegenden oder Löcher geraten war, hielt er auch lieber den Blick auf den Boden gesenkt, bevor er wieder einmal versenkt wurde.
"Ihr braucht nichts weiter zu tun, als hier stehen bleiben und entschlossen aussehen.", sagte der Priester, nachdem sie das Ende der Schlucht erreicht hatten, "Ich werde etwas Magie wirken, um einen Angriff zu simulieren. Falls ein paar von denen tatsächlich rausgerannt kommen sollten, dann nehmen wir die Beine in die Hand. Unsere Aufgabe besteht allein darin, unseren Mitstreitern in der Burg etwas Zeit zur Flucht zu verschaffen. Wir haben kein Heer um die Burg zurückzuerobern. Also kommt auch ja nicht auf die Idee den Helden zu spielen. Ich möchte, dass wir am Ende wohlbehalten wieder in der Stadt ankommen."
Die Rekruten nickten und begaben sich in Formation. Der Schriftgelehrte konnte nur hoffen, dass es von der Burg so aussah, als würde dies nur die erste Reihe einer größeren Armee sein.
Demonstrativ positionierte sich der Tempelvorsteher vor den Soldaten und richtete seinen Blick auf die Zinnen. Nun galt es einen Zauber zu wirken, der Eindruckt machte, aber ihn nicht zu sehr verausgabte. Außerdem durfte er das stark angeschlagene Gefüge der Magie nicht noch mehr durcheinander bringen. Falls ein Wassermagier auf die Idee kam ihn zu bekämpfen, könnte dies in einem magischen Chaos enden. Lopadas hatte Erfahrungen mit Anomalien gesammelt, die Wassermagier vielleicht nicht. Nur ungern wollte er dabei zu sehen, wie sich Gliedmaßen eines Körpers an einem Ort, aber zu unterschiedlichen Zeitpunkten aufhielten. Meist wirkte derjenige etwas zerstreut.
Der Priester hielt seine Hand ausgestreckt und formte zwischen Zeigefinger und Daumen die magische Energie, welche an diesem Ort zur Zeit so stark war, dass er sie hätte mit einer Schöpfkelle in Fässer füllen können. Beim kleinsten Gedanken an das Gebilde zwischen seinen Fingern begann es zu knistern. Kleine Funken sprühten zwischen den Fingerkuppen umher und versuchten sich mit aller Kraft zu entladen. Die Konzentration, die der Schriftgelehrte sonst benötigte, um genügend magische Energie aufzubauen, war jetzt von Nöten, um die angesammelte Kraft zu bündeln und nicht chaotisch zu entfalten. Langsam öffnete Lopadas die Spanne zwischen den Fingern. Dies war nötig, um von der ungeheuren Kraft nicht überwältig zu werden. Nach und nach wuchs in seiner Hand die Konzentration der magischen Ströme. Wie ein Fischernetz zogen seine Gedanken einmal durch die Umgebung und fingen alles ein, was magischer Natur war. Dann holte der Priester gedanklich die Angelrute aus und warf das unruhige Gebilde in Richtung der Zinnen. In dem Moment als es bei den von Männern besetzen Burgmauern angekommen war, entzündete Lopadas einen Gedanken, der in dem chaotischen Konstrukt nicht hätte fataler sein können. Ungezügelt entflammten die gesammelten magischen Ströme an einem Punkt und breiteten sich explosionsartig in alle Richtungen aus. Der Schriftgelehrte konnte erkennen, wie einige Soldaten durch die Durckwelle von den Zinnen geworfen wurden.
Die Wassermagier hatten ganze Arbeit geleistet. Das magische Gefüge um die Burg herum war instabilier, als es der Feuermagier geahnt hatte.

Adson Muller
06.07.2012, 21:53
Das Ende des Kampfes schien absehbar. Die wenigen verbliebenen Verteidiger sahen sich einer Übermacht an Angreifer gegenüber und die meisten ergriffen bereits die Flucht. Die ersten Klingen und Söldner stürmten jubelnd in das offenstehende Haupthaus der Burg. Adson hatte einen letzten Gegner niedergestreckt, nun stand er mitten auf dem Hof und gönnte sich ein paar ruhige Augenblicke, in denen er durchatmete und sich umsah.

Unruhe war aufgekommen, einige der Kämpfer hatten den Blick erschrocken zum Tor gewandt. Adson wusste nicht was da los war und kam auch nicht dazu sich zu erkundigen, denn plötzlich stand ein Mann vor ihm. In militärischem Ton fragte er den erstaunten Schreiner nach seinem Namen, den dieser auch mühsam rekapitulieren konnte, zu verwirrt um anständig zu antworten.

Sein Gegenüber, er hatte sich als Akademieleiter Raad vorgestellt, war also offensichtlich ein hohes Tier, gab ihm schnelle Anweisungen. Als Bote in den Wald, zu Baumkuschlern. Was auch immer das war. Doch Adson traute sich nicht zu fragen, sondern nickte nur schnell, steckte sein Schwert in die Schwertscheide, drehte sich um und eilte davon. Der Wald lag im Süden, dass hatte ihm Estefania vor einiger Zeit erzählt. Dort würde er schon irgendwo diese Baummenschen finden, hoffte er.

Am Tor schaute er noch einmal zurück auf den Hof. Verstreut lagen Leichen und Verwundete über den Platz verteilt, aufgeregt formierten sich die Kämpfer neu. Sie würden die gewonnene Burg gegen alles und jeden verteidigen, doch sie konnten jede Hilfe brauchen. Also auf in den Wald!

Der junge Schreiner zog Murdras alte Karte hervor. Sein Blick fiel auf einen groß skizzierten Baum im südlichen Teil der Insel. Ein großer magischer Baum, davon hatte Estefania gesprochen. Das war Adsons Ziel! Er packte die Karte weg, eilte den Weg hinunter und bog auf den Weg Richtung Süden ein. Hinter sich hörte er plötzlich Männer schreien und das harte Aufschlagen einiger Körper. Doch der junge Söldner achtete nicht darauf.

Onyx
06.07.2012, 22:13
Erst eisige Zeichen rund um die Burg und nun überall Feuer. Onyx blickte gar nicht mehr hin, wer wusste ob die Hexerei da nicht auch jeden blenden würde, der da hinsieht. Viel mehr hatte er genug gesehen und erfahren. Da hauten sich die Myrtaner und andere die Rüben ein und es schien, als ob die Burg einen neuen Besitzer hatte oder einen alten Besitzer.

Als es dann raschelte und er dumpfe Schritte vernahm, die von jemanden stammen mussten der kopflos rennt, änderte der Hüne seine Pläne und hielt die Augen offen. Die Schritte kamen näher und es war dann kein großer Akt, sich mit dem massigen Körper auf dieses Etwas zu werfen und es zu Boden zu drücken.
Der Kerl musste einem leidtun, da Onyx eben doch etwas durch seine Größe und Statur wog. Die großen Hände packten rasch die Hand die zur Klinge ging und die andere drückte den Typen in den Nacken, so dass das Gesicht gegen eine Baumwurzel und Erde gedrückt wurde.

"Du von Kampf in Burg. Blut an dir seien. Was da geschehen!? Was du sein? Myrtaner? Oder andere? Sagen und ich überlegen was machen!", sprach der Hüne und drückte nun sein Knie in des jungen Mannes Rücken, bevor er sich umsah ob nicht noch jemand folgte.

Adson Muller
06.07.2012, 22:23
Adson lief nach Süden, eilig trugen die Schritte ihn von der Burg weg, doch nicht so schnell das er gleich ermüden würde. Laut Karte musste er sich nahe am Silbersee orientieren und dann noch einen großen Wald durchqueren, kein einfacher Weg. Aber er musste es schaffen, seine Mitstreiter vertrauten auf ihn.

Jäh wurden seine Gedanken unterbrochen. Etwas sprang ihn an, warf ihn zu Boden fasste ihn hart im Nacken. Vollständig überrascht und geschwächt vom zurückliegenden Kampf konnte er nicht schnell genug reagieren. Außerdem schmerzte seine Brustverletzung beim Aufschlag, so dass er laut aufstöhnte.

Sein Gegner stammelte irgendwas in gebrochener Sprache, wollte Informationen über die Burg. Adson blieb keine Wahl, die schwere Hand in seinem Nacken zeigt deutlich wer hier das Sagen hatte.

"Ethorns Truppen haben die Burg zurückerobert.", presste er mühsam hervor. "Der Kampf ist aber noch nicht ganz abgeschlossen. Ich bin einer der Söldner des wahren Königs von Argaan." Stolz durchflutete ihn. Er hatte für das Königreich gekämpft, war für das Königreich verwundet worden und würde es jetzt nicht verleugnen. Keuchend erwartete er die Reaktion seines unbekannten Gegners.

Maax
06.07.2012, 22:29
Maax redete noch eine ganze Weile mit Hoffi, sie plauderten über alte Zeiten und Erinnerungen.
Und jetzt waren die beiden wieder vereint.
Die beiden lachten und hatten fiel Spaß.
„So Hoffi, jetzt setze ich mich mal zu unserem Freund Gwynnbleidd,
sonst macht der sich noch unsere hübsche Begleiterin klar. Ich muss mich ihr übrigens auch noch vorstellen.“
Sagte der Dieb mit einem Zwinkern.

Gesagt getan, sofort saß Maax bei Gwynnbleidd.
“ So Gwynnbleidd ich hab gehört wir beiden sind jetzt in einer Art Bande?
Wir kennen uns zwar nur flüchtig, aber wenn Hoffi dir vertraut, hast du meinen Segen.“
Sagte er ihm während er seinem Begleiter sein mit Met gefülltes Trinkhorn reichte.

Onyx
06.07.2012, 22:34
Also kein Myrtaner. Eigentlich hätte er es sich ja denken können. Die Myrtaner waren ja davor in der Burg und irgendwer hatte die Burg ja irgendwie erobert oder so. Letztlich war es trotzdem notwendig, weil man ja nie wusste und es Spaß machte so einen mal zu Boden zu drücken.
Der Griff des Dunkelhäutigen wurde schwächer und er ließ diesem Söldner etwas mehr Platz zu atmen. Wäre er Myrtaner, wäre er wohl nun erwürgt worden. Ein Anhänger des anderen Königs war Onyx aber an sich gleich. Onyx Hand griff nach dem Schwert des Söldners und löste es so, dass er es nach hinten werfen konnte.

"Dich nicht sorgen, wenn kein Myrtaner. Onyx nur sicher gehen. Du so liegen bleiben. Eine Bewegung falsch und ich dir Genick brechen wie Huhn. - Wir unterhalten uns. Sagen mir wieso du weglaufen , wenn Kampf noch nicht zu Ende und wer du sein - Onyx dich lassen dann aufstehen. Onyx sein egal ob du Feigling oder sowas. In Volk von Wald wir sehen Flucht als Rückzug, für Pfeilhagel in passendere Moment. Onyx hören - du jetzt sagen!"

Drakk
06.07.2012, 22:47
Ein Lauter Knall, Schreie und von den Mauern fallende Soldaten. „Verdammte Scheiße, so schnell können die nicht sein!“ brüllte der Nordmann, packte Colodis an der Schulter und zog seinen Kameraden hinter sich her.

Rasch stürmten sie die Treppe zur Mauerspitze herauf und versuchten im verbleidenem Tageslicht den Feind auszumachen. „Siehst du was?“ murrte der Rotschopf ehe er die Männer entdeckte – vor den Toren der Burg stand tatsächlich Heer von Soldaten der Garde. „Scheiße, Scheiße, Scheiße...“ knurrte Drakk und schlug immer wieder mit der Rechten Faust auf die Zinne vor sich.

Der Veteran wusste das es nur eine Erklärung für das Rasche erscheinen der Soldaten gab – in der ihren Reihen musste ein Verräter sein, anders konnte er es sich nicht erklären. „Sagt einem der Magier er soll sich zurück Teleportieren. Bereitet einen Ausfall vor, wir müssen dem Rest Zeit geben das Tor dicht zu bekommen.“ führte Drakk weiter in dem Wissen das dieser Kampf für sie Blutig enden würde...

Gwynnbleidd
06.07.2012, 22:50
"Na gut, dich kenn ich auch nur flüchtig, aber da du da bist und ich noch lebe, werde ich wohl keinen Grund haben, dir nicht zu trauen." beantwortete Gwynnbleidd die Aussage hämisch. Maax war also auch mit an Bord, dachte sich der Jäger. "Aber du hast Recht, wir sind jetzt wirklich in einer Bande,..." sagte er in einem leiseren Tonfall, "...und sollten über solche Angelegenheiten dennoch zu günstigeren Zeitpunkten reden." mit einem dezenten Nicken deutete Gwynnbleidd auf Keala, was Maax jedoch anscheinend völlig falsch zu deuten schien. Er fing an zu grinsen, trank einen Schluck und klopfte dem ratlosen Jäger auf die Schulter. "Alles klar, dann lass uns das Thema mal zu etwas heroischem wechseln. Junge Dame?" richtete sich Maax an Keala. "Wusstet Ihr, dass dieser Mann ein Held ist? Und kein normaler. Er ist der beste Kerl überhaupt, den man in diesem Wäldchen finden kann - außer...mir vielleicht. Maax zwinkerte der Jägerin zu und ließ sich nicht durch ihr genervtes Augenverdehen aus dem Takt bringen. Anscheinend hat er wohl etwas zu viel getrunken, dachte sich Gwynnbleidd noch, als Maax plötzlich anfing alte Seemannslieder zu brüllen und zu tanzen.

Adson Muller
06.07.2012, 23:01
Der Griff des Fremden - Onyx, war sein Name, wenn Adson das Wortgewirr richtig sortiert hatte - lockerte sich ein wenig, dann schwand auch das Gewicht vom Rücken des Söldners. Er holte befreit Luft und bewegte Arme und Beine ein wenig, alles funtionierte noch. Sein Schwert war ihm genommen worden.

"Mein Name ist Adson.", begann er ruhig, "und ich bin nicht weggelaufen." Leichter Zorn legte sich in seine Stimme, doch er beherrschte sich und stellte sein Ego zurück. Mit beherrschter Stimme fuhr er fort: "Meine Vorgesetzten haben mich auf einen Botengang geschickt. Mein Ziel ist der Wald im Süden."

Vorsichtig erhob er sich, befürchtete jederzeit eine erneute Attacke des Fremden, doch dieser verhielt sich ruhig. Adson richtete sein Blick auf den Mann. Er war älter als Adson und wohl auch körperlich robuster. Ein grüner Umhang legte sich um die Schulter des Mannes und ein Bogen hing auf seinem Rücken. 'Ein Innosler ist das nicht. Wohl eher ein Waldmensch, oder einer vom Waldvolk, oder wie die sich nennen', dachte Adson und beschloss sein Glück zu versuchen und sein Anliegen konkret anzusprechen.

"Im Süden soll ich die Männer des Waldvolkes aufsuchen und um Hilfe im Kampf gegen die Besatzer bitten. An der Burg werden wohl bald neue Truppen des verrückten Königs aus Thorniara eintreffen und meine Vorgesetzten hoffen auf Verbündete aus dem südlichen Wald. Ich hoffe das genügt als Antwort und Ihr lasst mich weiterreisen. Jede Stunde die ich verliere ist eine gewonnene Stunde für die Schergen Innos und Rhobars."

Sein gespannter Blick traf seinen Gegenüber. Jetzt würde sich zeigen, ob er ihn richtig zugeordnet hatten. Ansonsten musste er mit bloßen Fäusten kämpfen oder laufen so schnell er konnte. Doch ob seiner Verletzungen schien beides nicht erfolgsversprechend.

Onyx
06.07.2012, 23:16
"Du sprechen wie Narr und dumm wie Esel. Wenn Boss dir sagen springen von Turm du auch springen, heh?", fragte der Onyx und ließ dann komplett ab von diesem Adson.
"Aber Onyx sein egal was du sein und welche Arsch du abwischen. Was zählen sein Ziel. Onyx schon gesehen Myrtaner in Bluttal. Haben getötet Waldläufer und Freunde von Onyx und sitzen in Jagdsiedlung. Dann Onyx aufgebrochen und gesehen was bei Burg passieren. Wenn Onyx ankommen in Tooshoo, er Boss Jarvo erzählen was Myrtaner gemacht. Wenn du auch Wort sagen wollen an Boss Jarvo, du nur gehört, wenn mit Onyx gehen zusammen. Sonst dich nicht trauen. Sehen dich an! Wie sollen Männer von Waldvolk dir glauben? - Also kommen mit Onyx. Wir nehmen Pfade von meinen Volk, dann wir sparen Stunden.", meinte der Hüne und hob Adsons Schwert auf. er warf dieem die Klinge zu und blickte nach oben. Adler flog immer noch seine Schleifen und würde wohl folgen. Als dieser Adson sich wieder bewaffnet hatte und zunickte, grinste Onyx ein wenig. Letztlich bräuchte er zur Not einen auf den sich wilde Tiere oder Orks stürzen würden, wenn sie querbeet durch den Orkwald reisen würden. Dies musste dieser Söldner aber nicht wissen und kämen sie heile durch, sollte er doch vor Boss Jarvo reden und von Königen und Burgen schwafeln.

"Du besser mithalten. Onyx nicht warten. Wenn du machen mir Ärger, du niemals ankommen in Tooshoo. Orks auf Kriegspfad und lauern auf Wegen von Reisenden.", sprach der Dunkelhäutige. Ob dem so war, wusste er nicht. Es war auch egal. Der Bursche sollte einfach nur folgen.

Adson Muller
06.07.2012, 23:32
Adson hörte sich die eigenartigen Ausführungen des Hünen an. Er schluckte die unfreundlichen Nebensätze des Anderen einfach runter, warum sollte er auch unnütz mit ihm streiten. Dazu hatten wohl beide nicht wirklich Zeit. Wenigstens erhielt er seine Waffe zurück, so dass er wenigstens nicht mehr ganz schutzlos war. Und außerdem wollte der Hüne ihn zum Anführer dieser Waldleute bringen, besser hätte es diesbezüglich gar nicht laufen können.

Bevor Adson noch irgendwas erwidern konnte ging es schon weiter. Eine Weile folgten noch dem Weg, dann bog der voranschreitende Onyx seitlich ab. Jetzt würden wohl die Schleichpfade losgehen. Adson eilte mit weiten Schritten vorwärts, um den Anschluss an seinen neuen Begleiter nicht zu verlieren. Die Strapazen der zurückliegenden Kämpfe steckten ihm in den Knochen und langsam meldeten sich auch die beständigt ignorierten Verletzungen zu Wort und forderten Beachtung ein. Doch Adson wollte nicht um Rücksicht bitten, dass würde dieser ... äh wie hatte Raad gleich gesagt? ach ja ... dieser Baumkuschler sich so wünschen. Adson würde ihm schon zeigen, dass er etwas aushielt.

Also biss der Söldner die Zähne zusammen und beschleunigte seine Schritte, um dichter zu seinem Vordermann aufzuschließen. An einem Gespräch war er erstmal nicht interessiert, eher an einem kräftigen Schluck Wasser und einer weichen Lagerstätte. Doch das würde wohl warten müssen und so stampfte Adson schweigend weiter nach Süden, immer direkt hinter diesem mysteriösen Onyx.

Freiya
07.07.2012, 00:10
Wrrummm.
Der ganze Boden hatte unter dem ohrenbetäubenden Lärm vibriert, der von den Mauern der Burg hergekommen war. Es war kurz hell geworden. Freiya hatte sich hinter dem Gebüsch, hinter dem sie und Willbor hockten, noch tiefer geduckt.
Dass etwas auf der Burg nicht stimmte, hatte ihnen ein Reisender, den sie getroffen hatten, schon erzählt. Sie mussten davon ausgehen, dass die Burg am Silbersee nicht mehr in der Händen ihres Heeres waren und der Knall hatte ihnen Recht ob ihrer Vorsicht gegeben.
"Also, entweder war das ein beeindruckendes Katapultgeschoss", flüstere Willbor, "oder aber hier sind Magier unterwegs. Ich tippe fast auf letzteres."
Freiya nickte bedächtig und schob ihre Finger zwischen die Zweige, um etwas sehen zu können. Es schien Aufruhr zu geben an der Burg.
"Ich glaube, wir sollten uns ein Stück zurückziehen. Ich kann nicht sehen, ob auf den Mauern Männer von uns stehen, ich will es nicht riskieren, dem Feind in die Arme zu laufen", sagte sie schließlich.
"Das kann uns aber hier draußen genau so passieren", gab ihr Begleiter zu bedenken.
"Du hast Recht, aber ich glaube, dass wir uns nach diesem Knall von den Mauern fern halten sollten", erwiderte sie.

Sie erhob kroch ein Stück nach links hinter einem Baum und verließ ihre Hockstellung. Dann blickte sie zur Burg hin, um sich zu versichern, dass sie keiner von dort aus sah. Im Schutz der Nacht schlichen die beiden ein Stück nach Osten, um dann den Weg nach Norden in die Büßerschlucht einzuschlagen.
Doch sie kamen nur ein paar Schritte weit, denn eine Gruppe Leute versperrte den Weg zur Schlucht. Wobei Gruppe untertrieben war. Sie sahen nur die ersten Reihen, aber es schien, als hatte sich hier ein kleines Heer aufgebaut. In der Dunkelheit war nicht viel auszumachen, um welche Anhänger einer Armee es sich handelte. Erst nach einer Weile meinte Freiya, vertraute Umhänge und Wappen auszumachen, auch ein paar Gesichter schienen langsam Form anzunehmen in der Nacht. Grimmig und still warteten die Männer.
Die Rothaarige und ihr Begleiter flüsterten kurz miteinander. Dann schlichen sie sich weiter heran, aus dem Schatten des Gebüsches heraus und stellten sich einfach neben die Reihen der Soldaten.

Erleichtert stellte das Mädchen fest, dass es sich hier tatsächlich um die Kämpfer Innos' handelte. Sie blickte zu ihrem Nachbarn und erkannte Kerdric von der Stadtwache. Er hatte ihr damals Auskunft gegeben und hin und wieder war sie ihm begegnet.
"Was ist hier los?", fragte sie schließlich leise in die Stille der Nacht hinein. Allein von der Burg her waren Geräusche zu hören.

Kerdric
07.07.2012, 00:44
Ein Angriff auf die Burg. Die Nachricht hatte Kerdric wie ein Rammbock getroffen. Das durfte, das konnte nicht wahr sein! Wie war das möglich? Er hatte das myrtanische Reich und Innos’ Ordnung bereits im Glanz des endgültigen Sieges gesehen, doch nun geriet alles ins Wanken. Die Morde des Schlächters von Setarrif, die Aufmerksamkeit, die er auf sich gezogen hatte: War das wirklich alles nur ein Ablenkungsmanöver gewesen? Der Ausbilder verfluchte sich im Stillen und hätte sich vor Wut gern die Haare büschelweise ausgerissen, doch vor seinen Männern musste er Haltung bewahren.
Kalt wie ein Eisblock erschien er daher, als die ganze Gruppe im Eiltempo nach Süden stürmte, um der Besatzung der Burg zu Hilfe zu kommen, doch kochte er innerlich vor Zorn. Immer wieder trieb er die Rekruten an, damit sie schneller vorankamen, aber als sie die Büßerschlucht durchquert und die Burg erreicht hatten, betrachtete er sie mit Verzweiflung. Überall innerhalb der Mauern schienen bereits die Feinde zu sein, überall … wie sollten sie die Festung jetzt noch retten?
Hätte Kerdric das Kommando gehabt, er wäre sofort mit seinen Männern losgestürmt, um dem Feind in den Rücken zu fallen, doch die Anwesenheit des Priesters und dessen Befehle verhinderten dies. Vielleicht zum Guten, vielleicht hätte der Ausbilder die Rekruten und Soldaten nur in den Tod geführt, aber dennoch füllte sich sein Inneres mit wütender Ohnmacht, während er die Katastrophe beobachtete. Warum? Warum, warum, WARUM?
Wie aus dem Nichts tauchte dann auf einmal eine junge Frau neben Kerdric auf, die die Uniform der myrtanischen Truppen trug. Mehrere Momente lang stierte der Soldat sie nur an, zu sehr mit den Geschehnissen an der Burg beschäftigt, um ihretwegen sofort einen klaren Gedanken fassen zu können. Erst dann wurde ihm bewusst, wer da neben ihm stand. Freiya … Obwohl er nie viel mit ihr zu tun gehabt hatte, hatte er den Namen behalten. Frauen in der Stadtwache waren selten, Rotschöpfe ebenfalls, rothaarige Frauen erst recht.
»Wonach sieht es aus?«, fragte er mit tonloser Stimme und wandte den Blick wieder ab. »Die Rebellen … ein Überraschungsangriff … verflucht.« Er ballte die Hände zu Fäusten. Irgendetwas mussten sie doch tun können!
»Es kommt jemand!«, rief einer der Rekruten aufgeregt.
Alarmiert ruckte Kerdrics Kopf zu dem Mann hinüber, dann in die Richtung, in die er deutete. Es war dunkel, aber nicht so dunkel, dass man nichts mehr erkennen konnte. Menschen näherten sich.
»Schilde! Die Speere vor, bereithalten!«, schrie der Ausbilder, der binnen Augenblicken in die gewohnte Rolle zurückgefallen war. Wenn das ein Angriff der Setarrifer war … Er kniff die Augen zusammen.
»Unsere! Das sind unsere!«, ertönte es.
»Teilen! Eine Gasse! Schildwall bilden! Vorrücken! Geben wir ihnen Deckung!« Verfolger waren im Moment nicht zu sehen, aber das musste nichts bedeuten. Auf jeden Fall hielt es Kerdric für das Beste, der Burgbesatzung entgegenzueilen, damit sie schnellstmöglich in den Rücken der Rekruten kam. Dann konnte man sich wieder in die Büßerschlucht zurückziehen … und vermutlich nach Thorniara. Die bevorstehende Niederlage schmeckte bitter auf der Zunge des Soldaten.

hoffi
07.07.2012, 15:34
Hoffi hatte sich schon eine Zeit lang mit Maax unterhalten, bis dieser ein wenig mehr alkoholisiert als hoffi, zu Gwynnbleidd ging um sich mit ihm zu unterhalten.
Jetzt genoss der Jäger es, ungestört über einpaar Sachen nach zu denken.
Doch diese Ruhe hielt nicht lange an, den Gwynn schien genug von dem betrunkenen Maax zu haben und gesellte sich zu hoffi.
"Was ist los? Keine Lust mehr auf Maax und Keala?", fragte der Langhaarige grinsend und trank noch einen schluck Bier.

Gwynnbleidd
07.07.2012, 16:20
"Zumindest was Maax angeht, könntest du mit hoher Wahrscheinlichkeit Recht haben,..." sagte Gwynnbleidd gedankenverloren und wechselte abrupt das Thema als er hoffi's Grinsen erkannte. Das Feuer brannte hell und warm, sein Knistern erfüllte die Stille mit Leben und jagte jegliche Trauer und Angst fort, die man eventuell durch das ansehen eines solchen Nichtsnutzes wie Maax es einer war bekommen konnte. Doch ebenso wie das Feuer, konnte auch Alkohol diese Probleme beseitigen, weshalb hoffi wohl auch einen solch kräftigen Schluck nahm, dass er fast anfing zu husten. "Was die Bande angeht; Maax meinte eben, er wäre mit dabei. Wen ziehst du momentan noch in Betracht?" fragte Gwynnbleidd und zog unauffällig für Keala einen Sumpfstengel hervor - man konnte ja nie wissen, was Frauen vom rauchen halten...

hoffi
07.07.2012, 16:29
Ja, wenn zog hoffi noch in betracht für die Bande? Da gab es nicht viele denen er vertrauen konnte und das sagte er Gwynn dann auch: "Ich weiß es eigentlich nicht so genau. Es wird wohl noch den ein oder anderen geben der geeignet ist, nur kenne ich davon niemanden. Ich war schon mal mit einer Gruppe unterwegs, die eigentlich gut zu uns passen könnten. Nur haben wir uns nach einer etwas größeren Aktion getrennt und ich weiß nicht wirklich was aus den Leuten geworden ist. Aber sag mal, du hast ja schon mit Keala geredet. Weißt du ob sie sich eventuell eignen würde? Also für die Bande versteht sich!" Nach dem der Jäger zu ende gesprochen hatte, blickte er kurz zu der Frau und musterte sie, bevor er sich wieder an Gwynn wand.

Tinquilius
07.07.2012, 16:41
Die Verteidiger der Burg waren auf der Flucht, nur vereinzelt gab es noch Kämpfe. Tinquilius glaubte sie bereits siegessicher, als er mit Kopfschmerzen zu Boden sank. Irgendjemand wirkte mächtige, magische Energie. Bevor noch die ersten durch die Druckwelle von den Zinnen geworfen wurden, spürte er bereits, wie sich der Zauber näherte – doch es war zu spät, um jemanden zu warnen. Als er aufschaute sah er zwei Söldner zu Boden fallen. Sofort eilten andere zu ihnen, um ihnen aufzuhelfen.
„Tinquilius, ist alles gut mit dir?“, kam es von Silvie, die zu ihm hinüber kam. „Hat der Zauber dich auch erwischt?“
„Nein“, meinte er benebelt. „Ich… es war mächtig. Was auch immer es war, es hat das Gefüge noch mehr durcheinander gebracht als unser Nebel bereits.“ Er schaute in das junge Gesicht der Blonden. Blutspritzer und Dreck waren überall zu erkennen und ihre Robe wirkte zerschlissen. „Ein oder mehrere Feuermagier. Sie sind schneller hier als ich dachte.“
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine Armee ist. Wie sollen sie so schnell von Thorniara gekommen sein?“
„Es macht keinen Sinn. Aber dieser Zauber… er kann nur von einem Feuermagier stammen. Wer sonst würde uns angreifen?“
Die Hofmagierin schüttelte unwissend den Kopf und half ihm wieder hoch. „Wir müssen das Tor verriegeln. Und ein Magier soll sich nach Setarrif teleportieren und unseren König um Unterstützung bitten.“
„Ich bleibe hier. Ich habe sie alle in diese Schlacht geführt, ich werde sie auch wieder heil hinausführen, soweit dies geht. Geh du, Silvie.“
„Ich stehe das mit durch. Ich habe dir meine Hilfe angeboten, ich bleibe. Ich schicke einen meiner Kollegen zurück.“ Sie schaute sich um. „Ah, d a hinten ist er. Kannst du kurz alleine auf dich aufpassen?“
Der Oberste Magier lachte. „Natürlich. Geh!“
Als die junge Frau sich gerade umgewandt hatte, musste der Priester kräftig husten. Er hielt beide Hände vor den Mund. Er hatte einen metallischen Geschmack im Mund und als er seine beiden Hände betrachtete konnte er vereinzelte Bluttröpfchen sehen. Stammen sie von mir oder von einem der Soldaten? Maßloser Einsatz der Magie, Myxir hat mich immer davor gewarnt. Fordert er nun seinen Tribut? Er wischte sich das Blut an seiner dreckigen Robe ab. Von so etwas lasse ich mich doch nicht aufhalten.
Bevor er sich noch weitere Gedanken machte, lief er gen Tor. Er konnte sowohl helfen es zu verbarrikadieren als auch dieses zu verteidigen.
„Wo brauchst du mich; Drakk?“, fragte er den Krieger, als er sich ihm genähert hatte.

Gwynnbleidd
07.07.2012, 16:46
Keala sollte mitmachen? Das würde sicher garnicht gut gehen, wenn ich meine eigenartige Krankheit nicht bald in den Griff nehme. Ob ich vielleicht allergisch auf ihren Begleiter reagiere? Ich habe sicherlich eine Löwenhaarallergie! dachte sich Gwynnbleidd. Überrascht starrte hoffi ihn an, woraus Gwynnbleidd die bittere Tatsache schloss, das seine Worte laut zu vernehmen waren. "Ich weiß nicht, als ich anfangen wollte, mit ihr zu sprechen kam Maax dazu und versuchte sie mit einem Seemannslied zu verführen, welchem eventuell ein paar Zeilen über sein riesiges Gemächt hinzugefügt worden sind, also weiß ich nicht, ob sie sich eignet. Ich vertrau ihr zwar, aber momentan würde sie sich wohl nur als Ablenkung brauchbar machen - oder weißt du vielleicht mehr von ihr?" beendete der Jäger den Satz, stieß eine Rauchwolke aus und schaute erneut in ihre Richtung.

hoffi
07.07.2012, 16:50
"Nein, nicht wirklich. Ich habe nur gehört das sie in Schwarzwasser als Schlosserin arbeiten soll. Mehr aber auch nicht. Aber das ist im Moment ja auch egal. Aber lass uns erstmal über etwas anderes reden okay?!", erzählte hoffi und überlegte sich ein neues Thema.
"Wie wär's wenn wir noch ein wenig das Bogenschießen üben?", fragte der Langhaarige und wartete eine Antwort ab...

Gwynnbleidd
07.07.2012, 16:56
"Keine Schlechte Idee..." sich mal abzulenken und nicht dauern an dieses Allergie zu denken... "...aber woran sollen wir hier üben?" fragte Gwynnbleidd. "Ach, da finden wir schon was. Komm, steh auf!" sagte hoffi mit hochgezogenen Brauen und winkte Gwynnbleidd zu einem Baum herüber. Dort sollte der Schüler also seine Pfeile reinjagen? Kein Problem, in Schwarzwasser war der Baum nicht halb so breit. Doch was war das? Nachdem sich Gwynnbleidd in einer anständigen Entfernung wieder umgedreht hatte und zu zielen begann, begann hoffi mit den Armen zu fuchteln und zu schreien, was eventuell nicht die günstigste Art und Weise des Verhaltens in einem fast unbekanntem Waldgebiet war. "Schieß! Aber bitte auf den Baum!" Schweiß tropfte Gwynnbleidd in sein linkes Auge, und seine Hände zitterten ein wenig. Noch nie war er so kurz davor hoffi zu ermorden. Er zog die Sehne zurück, wartete kurz, ließ los und hörte hoffi schreien...

hoffi
07.07.2012, 17:21
hoffi wollte, das Gwynnbleidd nun lernte auch unter Stress und Lärm zu schießen und zu treffen. Deshalb schrie er rum und wedelte wie verrückt mit seinen Armen. Dann schoss Gwynnbleidd und der Jäger schrie: "Bist du verrückt? Du hättest mich fast getroffen. Ich hab doch gesagt auf den Baum. Dann müssen wir das jetzt anders angehen..."
Schnell sammelte hoffi Steine und andere Gegenstände auf. Mit denen er werfen konnte.
Dann ging das gleiche Spiel von vorne los, doch dieses Mal stand hoffi in Sicherer Entfernung und warf mit den kleinen Steine in Gwynns Richtung um ihn ab zu lenken.
Was auch klappte, da sein Schüler immer daneben traf. Das war schlecht, weshalb sie das ganze noch eine Weile übten...

Gwynnbleidd
07.07.2012, 18:53
Ein weiterer Versuch, scheiterte gerade, als hoffi tief durchatmend - scheinbar ebenfalls ein wenig genervt - zu Gwynnbleidd kam und ihm erklärte, er müsse das noch üben. "Das wichtige ist, dass deine Augen einen Punkt fixieren und alles drum herum sein lassen." Gwynnbleidd nickte und zielte erneut. Er suchte sich eine besonders hervorstechende Stelle auf dem Baum und wartete dann einige Sekunden, dann schoß er. Der Pfeil flog schnell und traf den Baum, genau dort, wo er sollte. Es gab nur ein Problem. Es war nicht der Pfeil, welchen der Jäger abgeschossen hatte. Anscheinend hatte das auch hoffi mitbekommen, denn er kam näher und zog den Pfeil heraus. "Das ist keiner von unseren Pfeilen, soviel steht fest." sagte er mit ernster Miene. Vorsichtig und leicht geduckt, sprintete Gwynnbleidd zum Lagerfeuer und berichtete davon. Während Maax sich hilflos umsah, standen Keala's Begleiter sofort auf und zogen ihre Waffen hervor. Auch Keala stand nun, weniger ernst und angespannt als ihre Begleiter, doch immernoch sehr kämpferisch. Die ganze Gruppe ging zu dem Baum, in dem vor einigen Augenblicken noch ein Pfeil steckte und sahen sich um. "Niemand hat uns angegriffen, dass ist sicher - doch dennoch ist hier anscheinend jemand, der schießt, wenn auch nicht sonderlich gut." Plötzlich vernahmen sie den Geruch von Feuer und Rauch - Gwynnbleidd erschrack innerlich und konnte zuerst garnicht fassen, wie sie ein solch eindeutiges Merkmal übersehen, -hören oder -riechen konnten. Ein Kampf, ein großer Kampf, musste irgendwo in der Nähe stattfinden. Schnell löschten die Männer das nun so verräterisch wirkende Feuer und gingen den Hügel hinab, auf welchem sie gerade erst saßen. Nun hörten sie auch Schreie und das leise, ferne Aufeinandertreffen von Waffen. Etwas stimmte hier nicht. Immernoch geduckt, um nicht allzu viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen versuchten sie es nun heraus zufinden.

Drakk
07.07.2012, 21:57
„Macht das Tor dicht...so gut es geht. Dürfte doch euer Element sein...Stein...“ Antwortete Drakk knapp und blickte den Wassermagier an. Tinquilius war ebenso erschöpft wie er und all die anderen Männer um sie herum, aber für eine Pause fehlte ihnen die Zeit. Die Kämpfe in der Burg waren zu Ende gegangen, mehr als Zwei Dutzend Tote und fast ebenso viele Verletzte. Ganz zu Schweigen davon das sie auch fast ein Dutzend Gefangene bewachen mussten.

„Ich weiß, ihr seid erschöpft, aber ohne eure Arbeit bekommen wir das nicht schnell genug hin. Die Garde steht schon vor den Toren und bis wir Verstärkung bekommen...falls sie überhaupt kommt....kann es noch etwas dauern.“ führte der Rotschopf weiter.

„Ich werde eine Handvoll Männer diese Nacht vor die Mauern führen und versuchen die Gardisten abzulenken. Sobald wir raus sind fangt mit der Arbeit an.“ setzte der Hüne nach und wandte sich schließlich an Colodis.

„Such noch Fünf Männer aus, dann gehen wir los. Wäre doch gelacht wenn wir die Garde nicht noch etwas aufgehalten bekommen würden. Ich muss da noch was suchen gehen...“ sprach der Rotschopf und machte sich auf in Richtung des Hauptgebäudes. Irgendwo in dieser Burg musste noch sein Zweihänder und seine Erzrüstung liegen...

Colodis
07.07.2012, 22:45
Dies klassierte selbst der Nordmann als verrückt. Sieben Männer gegen die Garde Rhobars?
Auf der Mauer schien immerhin gestern etwas explodiert, entweder führten sie gleich Geschosse mit sich, oder aber ein Magier befand sich unter ihnen. Beides schien Recht unpraktikabel für ihr bevorstehendes Vorhaben. Erst blickte der Ahnenkrieger seinem Blutsbruder leer hinterher, dann flüsterte er: "Spinner" und musste grinsen.
Gleich darauf erreichte ihn sein Gefährte und wollte sofort wissen was er da wieder in der Gegend herumgrinste.
"Wir haben grad beschlossen mit sieben Männern aus der Burg herauszustürmen um die Truppen des Königs aufzuhalten", verkündete er stolz.
"Das ist Wahnsinn", kommentierte der Schwarzhaarige.
Colodis nickte und zuckte sogleich mit den Schultern. "Das ist Drakk und er lässt sich kaum davon abbringen, ausserdem meint er es durchaus ernst. Ich spürte eine enorme Entschlolssenheit, entweder er hat ein ordentliches Ass im Ärmel oder er ist ebenso verrückt wie wir. Allerdings werde ich nicht zögern mich ihm anzuschliessen."

Er klopfte ihm brüderlich auf die Schultern und liess ihn ohne ein weiteres Wort da erstmal stehen. Schnell musste er noch die anderen Krieger organisieren. Aber wer kam da noch in Frage?
Weitere Schwerter waren unauffindbar, viele Krieger tot, verletzt oder müde. Wirklich kennen tat er auch niemand mehr und wo sich Redsonja aufhielt wenn man sie mal brauchte wusste er auch nicht. Im grossen und ganzen nahm er ein paar mit die so aussahen als hätten sie etwas auf dem Kasten und ausserdem noch genug Kraft um ohne Pause weiterzukämpfen.

Natürlich fragte er sich auch ob es wohl eine andere Möglichkeit gab, doch allzu weit überlegte er nicht. Ihm viel auch keine geeignetere ein, wenn da tatsächlich eine gesamte Armee aufmarschierte waren sie total im Arsch. Wenn nicht und die Ahnen sie mit Glück, scharfen Klingen und einem starken Willen segneten, konnte sie durchaus was erreichen.
Kurzum erreichte er seinen Freund, der sich noch da befand wo er ihn zurückgelassen hatte.
"Nun?", begann er.
"Was sagst du, wollen wirs noch einmal mit dem Tod aufnehmen und Rhobar so richtig in den Hintern treten?"
Raad würde ihn nicht enttäuschen, das wusste er. Dafür konnte er sich zu sehr auf ihn verlassen.

Raad
07.07.2012, 23:00
Sieben Mann gegen ein behauptetes Heer Rhobars. Der Tag hatte sich schon wieder der Nacht gebeugt. War auf leisen Sohlen davongeschlichen und hatte der Finsternis den Platz angeboten. Die Magier waren müde und kraftlos. Selbst ihre Anstrengungen, die Narben in den Wänden der Burg, für die sie selbst die Schuld trugen, wieder zu kitten, verliefen nur sehr langsam und unter großen Anstrengungen. Sie stand jedem von ihnen ins Gesicht geschrieben.

Sieben Mann gegen ein behauptetes Heer Rhobars. Wahnsinn, so fand der Schwarzhaarige, war noch ein milder Ausdruck für dieses Vorhaben. Aber seine Sprache bot kein besseres, stärkeres Wort. Dem Tod ins Auge zu blicken und brüllend dem Feinde entgegen zu schreiten. Nun. So würde es nicht ablaufen. Wenn doch, so war es gerade gut passend genug, um nicht aus dem Anfall von Wahnsinn auszubrechen.

„Natürlich.“, erwiderte Raad knapp, „Wenn wir nicht heute sterben, findet sich ein anderer Tag und der Tod war noch immer ein guter Partner beim Tanz.“, fügte er hinzu und man hätte fast meinen können, dass er melancholisch wurde. Das Grinsen auf seinen Lippen jedoch verriet, dass dem nicht so war.

Der Leiter schaute den Bärtigen an und schniefte. Seine Hände überprüften unbewusst den Sitz seiner Dolche im Ärmel. Jene, die er genutzt hatte, hatte er sich zurückgeholt. Sie waren ihm zu schade, als dass er sie in einer Leiche des Feindes vergammeln lassen wollte. Sein Blick zuckte über die Männer, die im Hof wartete. Vier hatte er noch gefunden. Gerade genug, Drakks Auftrag zu erfüllen. Sie sahen allesamt nur wenig müde aus und waren damit wahrscheinlich fast die Einzigen ihrer Truppe. Raad zuckte mit den Schultern. Er fühlte sich, wie sie aussahen. Er hätte ein Bett vorgezogen. Doch die Verlockung winkte verführerisch.

„Auf geht’s!“, sprach der Schwarzhaarige leise und nickte seinem Freund zu. Sie schritten die Treppe herunter. Die Männer, die dort warteten, waren keine Schwerter. Bloß Meister der Klingen und Wächter der Akademie. Obschon Raad das bloß in Gedanken wieder strich. Es waren auch seine Männer. Er kannte sie. Zwei sogar etwas näher. Sie würden ihm keine Schande bereiten.

Aus der Ferne hörte man etwas rumpeln und dann ein schwerfälliges Stampfen. Die Blicke wandten sich um, als Drakk mit kräftigen Schritten der Truppe entgegen eilte. „Oha… die Dame musste sich noch umziehen…“, kommentierte Raad den Anblick der Erzrüstung und des imposanten Zweihänders leise. Wer wusste, ob es leise genug war…

Kerdric
07.07.2012, 23:44
Unruhig stapfte Kerdric am nördlichen Ende der Schlucht auf und ab und warf immer wieder Blicke nach Norden und Süden. Der Rückzug aus der Burg war tatsächlich gelungen, auch wenn trotzdem ein für den Geschmack des Ausbilders viel zu großer Teil der Burgbesatzung gefallen oder verwundet war. Nun hatten sich die Überlebenden zusammen mit der Verstärkung hinter einer improvisierten Barrikade aus Ästen, kleinen Stämmen und Steinen verschanzt, um die Schlucht zu bewachen. Auf keinen Fall durfte der Feind nun auch noch ins Bluttal eindringen – doch stand noch gar nicht fest, ob diese Barrikade mit den vorhandenen Truppen überhaupt zu halten war.
Der Schlächter … und andere Magier auch noch, dachte Kerdric voller Anspannung und Zorn. Er hatte die Erzählungen der Burgbesatzung gehört, hatte von dem schrecklichen Tod erfahren, der so viele der Soldaten durch die Hand der Wassermagier ereilt hatte. Was, wenn sie diese Macht auch gegen diese kleine Gruppe einsetzen würden? Der einzige Feuermagier hier war der Prior.
Wir brauchen Unterstützung, verdammt! Ungeduldig ging der Ausbilder auf und ab. Es musste einfach Unterstützung aus Thorniara kommen, sonst könnten die Rebellen ihre Truppen in aller Ruhe sammeln und dann mühelos durchbrechen. So etwas durfte nicht passieren!

Drakk
07.07.2012, 23:57
„Und weißt du was noch besser ist? Wir dürfen uns auch noch schminken...“ entgegnete der Hüne dem Leiter der Akademie knapp und warf ihm einen Lederbeutel zu. „Ne nette Mischung aus Wasser, Holzkohle und etwas Asche. Schmiert euch damit ein, wir wollen ja nicht gesehen werden.“ führte der Nordmann weiter und schmierte sich selbst etwas von der Mischung ins Gesicht.

„Wir schleichen uns die Mauer entlang bis zum Ende. Dann schlagen wir einen Bogen und fallen der Garde in die Flanke. Mit etwas Glück schaffen wir es so viel Unruhe zu Stiften das sie erst einmal die Umgebung sicher wollen.“ erklärte der Veteran knapp als sich Raad, Colodis und der Rest der kleinen Gruppe daran machte sich mehr oder weniger begeistert sich die Mischung aufzutragen.

Drakk kontrollierte ein letztes mal die Riemen seiner Rüstung und ob der Zweihänder fest in der Halterung hing. Sicher, seine Rüstung die nach seiner Gefangenschaft getragen hatte war keinesfalls schlecht gewesen, aber in seiner Erzrüstung fühlte er sich bei weitem wohler und mit seinem Zweihänder konnte er auch bei weitem besser Umgehen als mit dem Breitschwert das beim Angriff geführt hatte.

Die Gesichter geschwärzt und bereit zum Kampf Verließ ging die kleine Truppe zum Tor. „Na dann...folgt mir. Wer will den schon ewig Leben?“ sprach Drakk mit einem der eher seltenen lächeln auf den Lippen und machte die ersten Schritte aus der Burg heraus.

Colodis
08.07.2012, 00:18
IMMERHIN... sie hatten jetzt total schwarze Gesichter, die Nacht war ihnen quasi ein Verbündeter.
Wie Lebensmüde waren sie eigentlich genau?
Aber ja, wer wollte schon ewig leben, war ja langweilig, da konnte man sich schonmal der Mauer entlang schleichen und der wahrscheinlich grössten Armee in die Flanke fallen... mit sieben Mann.
Irgendwie begriff Colodis grade, dass ihr einiziger Verbündeter im Moment maximal der Wahnsinn persönlich sein konnte.
Das war so verrückt, es konnte eigentlich nur klappen, wie sollten hundert Soldaten von Rhobar auch die sieben Ninjas von Setarrif bemerken.
Sie würden alle erdolcht haben bevor die Dummköpfe bemerkten, dass sie tatsächlich so bekloppt waren und einen Ausfall-schleich-todes-angriff starteten.

Wie auch immer, sie tänzelten nun in einer Reihe der Mauer entlang, die nebenbei gesagt so gar nicht mehr aufhören wollte.
Es half nix, jetzt gab es kein zurück. Er sollte also langsam mal anfangen sich zu sammeln, wenn sie schon drauf gehen würden... dann mit Pauken und Trompeten.
In der Ferne erkannten sie jetzt sowas wie eine Barrikade aus allem Möglichen, nur stabil sah sie nebst allem anderen nicht aus. Colodis tippte Drakk an, der seinen Kopf seitlich nach Hinten schwenkte und einen grunzenden Laut von sich gab.
"Sag mal, sind wir hier beim Spähtrupp gelandet und die grossmächtige Armee versteckt sich grad irgendwo oder hat man uns verarscht? Das sind kaum mal genug Männer um ein Dorf einzunehmen, geschweige denn eine Burg.
Irgendwas ist hier merkwürdig."

Drakk
08.07.2012, 00:35
„Ist schon merkwürdig...“ stimmte Drakk Colodis zu und deutete dem Rest an stehen zu bleiben. Im fahlen Mondlicht konnte man die Männer sehen die hinter den mickrigen Barrikaden standen und ihren Blick starr auf der Burg ruhen ließen.

„Entweder haben die uns wirklich kräftig verarscht oder verstecken sich im Tal. Scheiße...dann müssen wir noch ins Bluttal. Oder immerhin weit genug nach Vorne um Sicherzugehen dass das hier alle Rotröcke sind...“ flüsterte der Hüne weiter.

„Also, weiter. Mal sehen wie weit wir kommen.“ befahl Drakk knapp und machte sich wieder auf den weg. Halb geduckt versuchten die wohl mehr aus Wahnsinn handelnden Krieger einen Bogen um die Rotröcke zu Schlagen. Über Stock und Stein bahnten sie sich ihren weg ehe sich zu ihrer linken die Seite der Barrikade präsentierte...und nichts auf ein riesiges Heer der Garde hinwies. „Die haben uns verarscht.“ stellte Raad trocken fest während Drakk langsam sein Schwert zog. „Dann lasst uns mal nachsehen wie viele das Tatsächlich sind...“

Raad
08.07.2012, 00:48
Eine Barrikade. Wie zur Hölle hatte die Gegenseite hier eine Barrikade aufstellen können? Hatten sie die Baumstämme schon von Thorniara mitgeschleppt? Oder konnten deren Magier nun Baumstämme aus dem Boden beschwören?

Raad zuckte mit den Schultern. Ja. Er war sich sicher. Man hatte sie verarscht. Wie auch immer man ihren Späher hatte beeinflussen können, dass er von einem riesigen Heer gesprochen hatte. Der Leiter hatte keine Deutung für diese Tatsache. Was auch immer die Magier der Gegenseite angestellt hatte. Er hielt sowieso alle Magier entweder für nutzlos, fehl am Platz oder gerade so brauchbar, wenn es sich um einen Heiler handelte.

„Das ist doch ein Witz!“, schob der Schwarzhaarige nach und strich sich mit der freien Hand unter dem Kinn entlang. Die Barrikade war auch nur ein Abklatsch dessen, was eine echte Barrikade dargestellt hätte. Von Weitem mochten die vereinzelten, im Boden steckenden Hölzer wie eine Barrikade wirken. Von Nahem hingegen sah es eher so aus, als hätte jemand wahllos ein dem Schwarzhaarigen unbekanntes Spiel gespielt.

Die Männer die dahinter standen, nun in ihrem Sichtfeld, wirkten jung. Ihre Augen blickten entschlossen nach vorne, direkt zu den sich nähernden Sieben. Und doch wurden sie nicht erkannt. Obschon die Erzrüstung des Nordmannes im Schein des einfallenden Mondlichtes ein wenig glänzte. Doch ihre schwarzen Gesichter schienen Tarnung genug zu sein. Und mindestens Raad in seinem schwarzen Anzug konnte sich nicht beklagen.

„Erinnere mich daran, dass ich Rhobar wegen Unterforderung einen Beschwerdebrief schreibe.“, flüsterte Raad seinem Gefährten zu. Dann blieb keine Zeit mehr zum Reden. Sie waren nahe genug. Von irgendwo erklang ein spitzer Schrei. Raad vermutete ihn auf der Gegenseite, ausgelöst durch das Erkennen der Sieben. Aber wen interessierte das noch?

Drakk
08.07.2012, 01:02
Erst Schrie einer der Rotröcke, dann ein Zweiter. Ehe die Männer sich versahen hatte das halbe Lager der Rotröcke von der ihrer Ankunft erfahren – aber wenn interessierte das jetzt noch? Sie waren aufgebrochen mit dem Wahnsinnigen Gedanken ein Heer solange aufmischen zu können bis ihre Verteidigung stand – statt eines Heeres hatten sie einen Haufen Rekruten gefunden den man mit viel gutem Willen als Kompanie ansehen konnte.
Im Laufschritt brachten die Sieben die letzten Meter hinter sich, stürmten über mehr Schlecht als Recht angeordnete Barrikade und griffen an. Von Überall her tönte Schreien zu ihnen herüber und einige der Rotröcke versuchten sich in Formation zu bringen.
Laut brüllend warf sich der Nordmann den ersten Rotröcken entgegen. Schlag um Schlag ließ der Rotschopf auf seinen Gegenüber niedergehen, drängte ihn immer weiter zurück. Mit einem Kräftigen Schlag brachte er seinen Gegner aus dem Gleichgewicht und nutzte sofort seine Chance. So gut wie Widerstandslos Schnitt die Erzklinge durch das Lederne Wams seines Gegenübers und hinterließ einen Langen, Blutigen Schnitt.
Ohne lange zu zögern nahm Drakk den nächsten Gegner ins Visier und auch seine Mitstreiter waren bereits in Kämpfe verwickelt. Ein schon fast Euphorisches Gefühl machte sich im Hünen breit als er
sein Schwert in die Höhe Riss und auf den nächstbesten Gardisten losging.

Colodis
08.07.2012, 01:23
Das war tatsächlich ein ungewohntes Bild. Sieben Männer, drei in der ersten Reihe rannten mit wildem Kriegsgebrüll auf eine Schar Rekruten los. Anstatt eine Formation zu bilden stoben sie quasi unkontrolliert auseinander und durcheinander. Irgendwo in den hinteren Reihen glaubte Colodis doch tatsächlich zwei der Deppen ineinander stossen zu sehen.
Vermutlich würden sie sich beinahe selbst ausschalten, wenn sie nur genug lange stehen blieben und schrien.
Drakk schlug jedoch bereits Löcher in die Verteidigung und nahm sich direkt einige Soldaten nacheinander vor. "Beeilen wir uns bevor er allen alleine das Fell über die Ohren zieht", rief er seinem Gefährten zu und sie schwenkten je an einer Seite des Hünen vorbei.
Mit hoch erhobenen Waffen stürmten sie zu ihren Feinden und deckten sie mit Schlagkombinationen ein denen sie kaum gewachsen waren.

Colodis jedenfalls hämmerte seinem ersten Gegener einen eisenharten Hieb entgegen, der ihn garantiert von seinem hässlichen Gesicht erlöst hätte. Stolpernd und fallend wich dieser gerade noch aus, ehe der Nordmann nachsetzte und einen vertikalen Schlag vollführte um das Ganze zum schnellen Ende hin zu führen.
Ein hinterlistiger aber miserabler Angriff von Hinten brachte ihn beinahe in Verlegenheit... selbst sowas zu denken war so witzig, dass er grinsend die Miene verziehen musste. Was seinen Gegenüber leicht irritierte und Platz schaffte für eine gezielte Faust an dessen Kiefer. Ein hässliches Knacken kündete von unheilvollen Ergebnissen seines brachialen Angriffes.
"Sag mal, haben sie die Bauernjungen frisch vom Feld geholt oder worauf sind wir hier gestossen?", brummte er zu seinem Blutsbruder herüber, welcher ganz in der Nähe einen weiteren auseinander pflückte. Colodis für sich hätte am liebsten seine Waffe weggeworfen und die Rekruten mit seinem blossen Fäusten verprügelt, das beleidigte beinahe seine Axt.

Drakk
08.07.2012, 01:43
„Ich habe keine Ahnung...“ antwortete der Hüne. Mit jedem dieser Grünschnäbel der ihnen entgegen Stürmte kam sich der Nordmann immer lächerlicher vor. Wie konnten sie sich so dermaßen Verarschen lassen? Anstatt ihre Position in der Burg auszubauen hätten sie vor den Toren der Burg ein für alle Male diesen Kampf beenden können.
Die Sieben allein würden die Truppe nicht aufreiben können, dafür waren sie zu viele. Aber sie konnten ihnen immerhin einen enormen Schaden zufügen – und den mit Sicherheit nachfolgenden Truppen zeigen wozu sie in der Lage waren.
Drakks Zweihänder schnitt durch die Luft, traf auf eine Klinge und ließ das Schwert seines Gegenübers in Zwei Teile zerspringen. „Gna...“ begann dieser zu Stammeln als sich der Griff des Zweihänders den weg in sein Gesicht bahnte und dort laut knackend aufschlug.
Gerade noch rechtzeitig riss der Hüne das Schwert herum und lenkten einen Schlag in seine Richtung ab. Das Schwert seines Gegenübers kratzte über die Dunkelblau Schimmernde Erzrüstung, verfehlte zum Glück des Veteranen aber die weniger Geschützten Stellen. Mit aller Kraft riss er seinen Zweihänder herum und die Erzklinge grub sich Tief zwischen Hals und Schulter seines Feindes. Blut spritzte auf den Boden, auf die Klinge und den Hünen selbst als er das Schwert wieder heraus zog. „Kommt schon, weiter!“

Kerdric
08.07.2012, 01:44
»ALARM! ANGRIFF! ZU DEN WAFFEN!«, brüllte Kerdric so laut, dass das Echo in der nahegelegenen Schlucht widerhallte. Irgendwie hatte der Feind es geschafft, beinahe die ganze Schlucht zu durchqueren, ohne bemerkt zu werden, und dann die provisorische Barrikade zu überwinden. Binnen Augenblicken erfüllten Waffengeklirr und Geschrei die Luft, während der Ausbilder versuchte, einen Überblick über die Lage zu gewinnen und seine Männer zu ordnen.
Rekruten, aus dem Schlaf gerissen und noch orientierungslos, griffen zu Schild und Waffe und wurden von Kerdric in die entsprechende Richtung geschickt. Doch er wusste, dass sie trotz allen Trainings Probleme haben würden, professionellen Soldaten standzuhalten. Sie brauchten Hilfe. Sie brauchten ihn. Mit Leuten wie Ravenne, dem Prior oder Rodeon, der anscheinend ebenfalls Teil der Burgbesatzung gewesen war, verfügten die myrtanischen Truppen zwar ebenfalls über mächtige Mitstreiter, doch waren es einfach zu wenige.
Und so packte Kerdric Schild und Schwert fester, sandte ein Stoßgebet an Innos gen Himmel und stürzte sich gerade in dem Augenblick in den Kampf, in dem plötzlich eine strahlende Lichtkugel über dem Getümmel erschien. Ob sie von dem Magier oder dem Paladin beschworen worden war, vermochte der Ausbilder nicht zu sagen, doch auf jeden Fall ermöglichte sie einen besseren Überblick.
Rebell, schoss es Kerdric durch den Kopf, als er den ersten Feind erblickte. Er packte einen nahen Rekruten und zog ihn mit sich, um den Gegner zu zweit anzugehen. Wütend ließ der Soldat das Schwert auf sein Gegenüber niederfahren, hackte und schlug auf Kopf, Oberkörper und Beine ein, während der Rekrut neben ihm eher zögerlich versuchte, sein Scherflein beizutragen. Stirb! Stirb! Stirb!, fluchte der Ausbilder bei jedem Schlag in Gedanken, ohne dem Rebell aber bisher eine ernsthafte Wunde zufügen zu können. Stattdessen war er sogar gezwungen, selbst Hiebe mit dem Schild abzufangen, was pochende Schmerzen durch seinen Arm sandte, und hin und wieder einen Schritt zurückzuweichen. Einfache Soldaten waren das nicht …

Raad
08.07.2012, 01:57
Eine Lichtkugel! Es war tatsächlich eine Lichtkugel, die gleißend hell über das Kampffeld strahlte, als wollte sie der tagtäglichen Sonne Konkurrenz machen. Tatsächlich vermochte sie es in ihrer Blässe nicht. Selbst der Mond schien sich von ihr unbeeindruckt zu geben. Und die kämpfenden Setarrifer sowieso. Sie waren zu erfahren, als dass sie sich von einem einfachen Trick ablenken ließen. Selbst Raad hatte diesen Zauber schon zu oft gesehen.

Mit einem schelmischen Grinsen drosch der Schwarzhaarige weiter auf seinen Feind ein. Ein blondhaariger und blauäugiger Narr, in dessen Augen noch der Fanatismus‘ Rhobars zu glänzen schien. Mit wildem Gebrüll versuchte er sich den Angriffen des Akademieleiters zu erwehren, nicht ahnend, dass er keine Chance hatte.

Raad schlug die Klinge seines Gegenübers zur Seite und trieb ihm geschwind den Ellenbogen auf den Brustkorb, dass jener schnaufend zusammensackte.

„Lehrlinge.“, brummte der Schwarzhaarige in Richtung des Nordmannes, „Weißt du. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir in der Burg noch die Kante gegeben und jemand anderen hier rausgeschickt. Ist doch nicht zum aushalten!“

Der Nordmann nickte, als würde er die Langeweile des ehemaligen Assassinen verstehen. Dieser schob seine Waffe zurück in die Hülle auf seinem Rücken. Er hatte genug von Candaal gelernt, als dass er sich in dieser Situation nicht darauf berufen würde.

Der nächste Rekrut trat ihm mit erhobener Klinge entgegen und versuchte sein Glück mit einem einfachen Schlag gegen den Kopf. Was jeder tun würde, der sich einem offenkundig unbewaffneten gegenüber sah. Raad wicht auf und schlug mit der Kante der rechten Hand auf den Schwertarm. Schmerz schien den Körper seines Gegners zu durchzucken. Der Leiter trieb seinen Ellenbogen gegen die rechte Wange seines Gegenübers und sah genüsslich zu, wie dieser in sich zusammensackte.

Die Stadtwache
08.07.2012, 02:03
Zeigler hatte in Varant gekämpft, aber er war bei weitem kein alter Haudegen. Gut, vielleicht war 'gekämpft' nicht genau das, was er gemacht hatte. Genau genommen war er als Schanzarbeiter bei der Belagerung der Sklavenhalterfestung gewesen, hatte gegraben und Körbe voller Sand und Steinen herumgeschleppt.
Dann hatte man ihm Schild und Schwert in die Hand gedrückt und ihn als Rekrut nach Argaan geschickt, in die absonderlichste Garnison des ganzen myrtanischen Großreiches. Hier hieß der Leutnant der Stadtmiliz 'Oberst' und es herrschte stets eine Art improvisierte Ordnung.
Doch Zeigler konnte hier kämpfen, konnte zeigen, was in ihm steckte. Hier war die Front vor der Haustür, hier gab es Abenteuer und der Rekrut Zeigler war noch zu jung um zu kapieren, dass das eigene Leben einen Wert hatte und oft viel zu schnell endete.
Aufgeschreckt vom Brüllen des Ausbilders fuhr der junge Kampfwillige hoch und griff etwas ungelenk nach seiner Waffe.
Wie konnte das sien, hatte die aufgestellte Wache versagt? Wie viele waren es? Waren sie umzingelt? Irgendwo vor ihm blitzte in der Dunkelheit eine Rüstung und er vernahm das qualvolle Gurgeln eines abgestochenen Kumpanen. Dann blitzte Licht über ihnen auf. Er kniff die Augen zusammen. Aufkeimende Angst wurde vom Adrenalin hinfort gespült.
"Das sind ja nur sieben Hansel!", blökte Arglen neben ihm. Das Großmaul hatte die Situation schneller überblickt als jeder andere.
Es war im Endeffekt egal, wie viele das waren. Das waren Veteranen, die Namen es locker mit zwei oder drei Milizrekruten gleichzeitig auf. Aber daran dachte Zeigler nicht, viel zu schnell musste er alles beiseite wischen, was ihm durch den Kopf ging und sich Konzentrieren, wie es Sergeant Kerdric, der Ausbildungsverantwortliche, ihnen beigebracht hatte - volle Konzentration auf den Feind.
Gemeinsam mit Arglen und Fillion stürzten er sich auf den nächstbesten Söldner dieses argaanischen Abschaums, der seine Freunde und Mitstreiter einen nach dem anderen niedermachte.

Das waren nicht einfach nur sieben Hansel, das waren unmenschliche Bestien!



Yared

Freiya
08.07.2012, 02:20
Ein furchtbares Gebrüll hatte Freiya aus ihrer Starre geholt.
Mit offenen Augen hatte sie in die Dunkelheit der Nacht gestarrt, während sie neben Willbor an den Verschlag gelehnt hatte. Schlafen konnte sie nicht wirklich, aber ihr Begleiter war nieder gesunken. Als der Lärm über sie hinein gebrochen war, waren beide aufgesprungen, die wache Rothaarige mit etwas Vorsprung. Benommen zog Willbor sein Schwert und auch Freiya griff nach ihrer Waffe, während sie versuchte auszumachen, was genau geschah. Noch bevor sie richtig wusste, was vor sich ging, schrieen einige ihrer Kameraden auf, man hörte das Knacken von Knochen, das Spritzen von Blut. Plötzlich war ein Licht da, dass die Szenerie erhellte. Freiya traute ihren Augen nicht.

"Was tun diese Idioten?", brüllte Willbor. Eine Frage, die auch Freiya durch den Kopf schoss. Sieben Angreifer hatten sich in der Dunkelheit an ihr Lager herangeschlichen und metzelten sich in einem verzweifelt anmutenden Akt durch ihre Reihen. Das mit Erfolg, denn die jungen Männer waren eiskalt erwischt worden und von dem Grauen, das sich in ihren Reihen abspielte, erfasst.
"Komm!", rief sie zu Willbor und gemeinsam liefen sie ein Stück nach Westen, dort hatte Freiya einen Mann ausgemacht, dem sie beide gewachsen waren, keiner dieser Hünen, die mit ihrer Axt und ihren Schwertern durch die Reihen schritt und die Männer fast schon wie Grashalme ummähte.
Sie wusste, dass sie dem Soldaten besser gewachsen war, anstatt sich naiv in einen Zweihänder oder eine Axt zu stürzen.

Der andere sah die beiden im letzten Augenblick kommen, doch Freiya war entschlossen. Diese Männer metzelten ihre unerfahrenen Kameraden nieder. Sie selber konnte sich kaum als erfahren bezeichnen, doch sie hatte schon gekämpft, das Gefühl des Blutvergießens war ihr vertraut. Hiroga hatte sie auf Momente wie diese vorbereitet und während sie in Quasar ihr Schwert nicht genutzt hatte, konnte sie dies hier wieder gut machen.
Sie beugte sich unter dem Hieb des trotzdem kräftigen Mannes hindurch, Willbor hinter ihr fing ihn ab. Für den Augenblick war der Feind abgelenkt, dass Freiya ihm mit einem Tritt das Bein wegziehen konnte und er in die Knie ging. Willbor stellte sich sofort zwischen den Fremden und seinen Kumpanen, die jedoch beschäftigt genug schienen, um nicht zu merken, dass einer ihrer Mitkämpfer in Bedrängnis war. Wahrschienlich vermuteten sie, dass er sich gegen die beiden durchsetzen konnte.

Die junge Frau hob ihr Schwert und hieb von links nach rechts, der gegnerische Kämpfer musste ausweichen, dies tat er geschickt, indem er sich wegrollte. Weiter weg von seinen Kameraden.
Sie setzte sofort nach, so wie Willbor es tat. Ihr Feind war flink, seine Stärke aber seine Kraft. Doch mehr und mehr gingen seine Hiebe ins Leere, immer stand er mit dem Gesicht zu ihnen und hatte ihnen den Rücken zugewandt. Es kostete ihn Kraft, die beiden Innosdiener Ausdauer.
Für einen Augenblick senkte er die Waffe, ihm war aufgefallen, dass er immer weiter weg von seinen Leuten gedrängt wurde.
Also drängte er nach vorn, hieb abwechselnd auf die beiden Soldaten ein, die ihm einzeln wohl locker unterlegen gewesen wären. Doch ein Dritter aus ihren Reihen kam hinzu, hieb aber unbeholfen auf den Mann ein, der sich ihm sofort zuwandte. Mit einer gekonnten Finte täuschte er den unerfahrenen Soldaten und trieb ihm das Schwert in die Schulter.

Die Ablenkung reichte aus, dass Willbor auf ihn zustürmte und ihn, noch bevor er sein Schwert aus dem Körper des anderen gezogen hatte, umstieß. Erneut gelang es nicht, ihn von den Füßen zu holen, doch er taumelte ein Stück zurück, genau in Freiya Klinge, die ihn von hinten in der Magengegend durchbohrte.
Wütend blickte der Fremde auf das Schwert in seiner Brust, Willbor sprang nach vorn, während Freiya ihre Klinge zurückzog. Noch einmal rappelte der Verletzte sich auf, in einem letzten Akt der Verzweiflung ließ er sein Schwert sausen, doch Freiya stieß ihn diesmal für immer mit dem Fuß nieder. Willbor war über dem Mann und durchbohrte seine Brust.
Schnell blickte das Mädchen sich um, dieser eine Feind war geschlagen. Sie eilte zu dem verletzten Soldaten, der sich ihnen mutig angeschlossen hatte, um seine Wunde so schnell und notbedürftig wie nötig zu versorgen. Doch das viele Blut auf seinem Waffenrock sagte ihr, dass es fast sinnlos war.
"Was ist das nur für ein Todeskommando?", rief sie mehr zu sich selbst.

Kerdric
08.07.2012, 02:27
Ver…dammter … Dreckskerl! Immer noch bearbeitete Kerdric den Rebellen vor sich mit heftigen Schlägen, um irgendwie dessen Verteidigung und Rüstung zu durchdringen. Bisher hatte er sich immer für einen sehr guten Kämpfer gehalten, nun aber musste er feststellen, dass er nach wie vor viel zu lernen hatte. Aber wie sollte man auch besser werden, wenn man immer nur Rekruten beibrachte, ein Schwert richtig zu halten? Vermutlich konnte er froh sein, zusammen mit dem Rekruten neben ihm seine Position behaupten zu können.
Schweiß rann ihm trotz der fortgeschrittenen Stunde über das Gesicht, mit einem Grunzen ließ er einen Hieb seines Gegenübers an seinem Schild abgleiten und konterte seinerseits mit einem raschen Hieb. Dann tauchte auf einmal ein weiterer Rekrut zu seiner Linken auf, und dann noch einer. Er konnte kurz Atem schöpfen und den Blick schweifen lassen. So wenige? Eine handvoll Setarrifer konnte er ausmachen, nicht mehr. Der eine oder andere war sicher im Getümmel verborgen, dennoch konnte es sich höchstens um ein Dutzend Angreifer handeln.
Wir sind zweimal so viele, dreimal, viermal, weiß der Geier! Wir müssen sie vernichten! Wütend über die Probleme, die diese paar Gegner ihnen bereiteten, ging Kerdric erneut zum Angriff über; und diesmal konnten sie den hartnäckigen Rebellen zurückdrängen, denn begünstigt durch die magische Erleuchtung war es inzwischen weiteren Kämpfern gelungen, die Reihen zu verstärken. Für einen Moment sah der Ausbilder den Paladin im Kampfgetümmel und dankte Innos stumm für die Anwesenheit des Kriegers, dann setzte er seine Attacken fort. Mit einem glücklichen Hieb erwischte er den Helm des Feindes, der Rebell stolperte nach hinten und zog sich eilig in Richtung seiner Kameraden zurück.
Kerdric stieg bei der Verfolgung über den Leichnam eines jungen Rekruten hinweg. Nach außen hin schien er ihn gar nicht wahrzunehmen, doch innerlich brannte sich das Gesicht in sein Gedächtnis. »Tötet sie!«, brüllte er seine Männer an. »Rache! Für Innos!«

Drakk
08.07.2012, 02:31
Mittlerweile war das gesamte Lager auf den Beinen und auch ihre Magier versuchten ins Geschehen einzugreifen – auch wenn das Erhellen des Lagers nicht gerade Negativ für die Angreifer war. Die Sieben waren schon zu lange auf den Schlachtfelder zuhause als das sie dieser Lichtzauber aus der Konzentration brachte.
Kaum war der Hüne einige Schritte voran gekommen versperrten ihm drei Rotröcke den weg. Sie gingen etwas Koordinierten vor als der verwirrte Haufen den sie mehr oder weniger Überrumpelt hatten, dennoch konnte man ihnen ansehen das sie genau so Grün hinter den Ohren waren wie ihre Kameraden.
Die drei Fackelten aber nicht lange und deckten den Hünen mit Schlägen ein. Schlag für Schlag parierte der Nordmann, immer in Bewegung. Er versuchte so gut es ging die drei vor sich zu behalten, eingekesselt würde es selbst für ihn schwer werden gegen drei Männer gleichzeitig bestehen zu können.
Einen Augenblick lang ließ sich der Rotschopf noch zurückdrängen ehe er einen weiteren Schlag parierte und vorstürmte. Mit einer Raschen Bewegung wich er einem weiteren Schlag aus und holte selbst zum Schlag aus. Sein Schwert wirbelte herum, traf erst auf eines der Schwert, dann auf das nächste ehe der Rotschopf die Klinge nach unten Riss und einem der Widersacher die Schwerthand abschlug.

Colodis
08.07.2012, 02:51
Colodis erledigte seinen Feind, indem er sein Axtblatt einmal quer über seinen Brustkorb zog.
Einige Meter entfernt kämpfte Drakk gegen drei Feinde gleichzeitig, was nicht gerade überraschend schien bei dem Vielfachen an Überzahl. Bisher hatte der Nordmann sich eigentlich gut einen nach dem anderen vornehmen können, jetzt beschloss er sicherheitshalber die Strategie zu ändern und den Spiess umzudrehen.
Zu Zweit mit dem Blutband müssten sie eigentlich Ordnung machen können. Gesagt, getan.
Ein paar mächtige Schritte später stürzte er sich mit der Schulter gegen einen der Schergen von Innos. Der Länge nach knallte dieser auf die Schnauze und riss sogleich seine Kameraden mit.
"Du willst mir hier aber nicht gegen dieses Bauernvolk verlieren?", stichelte Colodis und grinste.
"Halts Maul", brummte Drakk und schlug nach ihm während sich die drei Halbstarken wieder aufrappelten. "Spinner", schimpfte er, "da läuft die Show."
Mit seinem Finger zeigte er rechts von sich auf das stöhnende Knäuel an Rekruten, welches sich gerade wieder in die Senkrechte abgemüht hatte.
Der Ahnenkrieger zog die Augenbrauen hoch, während er noch seinen Blutsbruder betrachtete. Dieser nickte zufrieden, er hatte verstanden.

Sollten sie damit mal fertig werden. Mit einem ohrenbetäubenden Schrei rannten beide wie wildgewordene Bullen los hoben beide ihre Waffen zum Angriff, als wollten sie es in einem Schlag beenden.
Colodis liess sich leicht zurückfallen und huschte im Schatten des Hünen hinter ihm durch. Drakk trieb sie derweilen mit einem weiten horizontalen Schlag seines Zweihänders nach Links. Genau im richtigen Augenblick sprang der Tischler aus der Deckung hervor und erledigte den ersten mit einem brachialen Streich seiner Axt. Das Blut spritzte und der Körper wurde zurückgeschleudert.
Die Erschütterung spürte er bis hoch in seine Schulter. Drakk setzte zu einem weiteren Hieb an, der sie noch weiter zurückweichen liess.
Der Ahnen krieger bewegte sich mit grossen Schritten um die beiden Verbliebenen herum und schnitt ihnen den Fluchtweg ab. Ihre Angriffe waren perfekt abgestimmt und liessen ihrem Gegener nichteinmal die Zeit Luft zu holen.
Colodis kickte mit einer schwungvollen Bewegung einen Fuss des Rekruten weg, den Drakk zuvor per Angriff auf den anderen verlagert hatte. Ein abschliessender vernichtender Hieb beendete das zweite Leben.
Währenddessen bewegte der Nordmann sich geschickt um seinen Blutsbruder herum und parierte einen hinterhältigen Angriff vom Dritten im Bunde. Er liess ihn zurückweichen und sie hatten einem Moment Zeit um sich neu zu sammeln.
Es war ein geniales Gefühl wie eine Einheit zu kämpfen und dem Feind nicht einen Funken Hoffnung zu lassen.

Die Stadtwache
08.07.2012, 03:06
Gerade schrie Fillion markerschüttern und sank in sich zusammen, Blut schoss aus seinem Armstumpf auf den rothaarigen Krieger, als ein zweiter sich hinzugesellte. Dann verlief alles wie ihm Zeitraffer und ehe sich Zeigler versah stand er alleine den beiden gegenüber. Der Rothaarige Hatte Fillion den Rest gegeben irgendwo in dem Rutschigen Morast, der sich aus Blut, Schweiß und Staub gebildet hatte, musste auch Arglen liegen.
Das war sein Ende, Zeiglers Ende. Sein kurzes Leben war ...

Schon spürte er, wie die Axt in seinen Brustkorb fahren würde, doch auf einmal riss er ungläubig die Augen auf.
Hinter seinen beiden Widersachern ragte eine große Gestalt in schwerer Rüstung auf und stieß schnaufend den Rothaarigen - keiner der drei Kämpfenden hatte ihn kommen sehen - in den Dreck.
"Tronter ...", keuchte Arglen irgendwo hinter Zeigler sich am Boden windend, halb erstickt, während das letzte bisschen Leben aus ihm heraustriefte.
"Was?", fragte Zeigler leise, der keine Zeit hatte sich darüber Gedanken zu machen, wer ihm da zu Hilfe gekommen war.
Hauptsache ein Paladin!, dachte er.
Er, Zeigler kämpfte Seit an Seite mit einem Paladin.
Irrationaler Stolz brandete in ihm auf, überdeckte die Gedanken an seine beiden gerade martialisch abgeschlachteten Kumpanen.
Der Rekrut riss seinen Schild hoch und machte sich daran, ihn der sich aufrappelnden Nordmarer Söldnerseele über zu braten. Während der Paladin mit gezücktem Breitschwert auf den Axtkämpfer losging.


Yared

Raad
08.07.2012, 03:13
Kaum war sein Gegner in die Knie gezwungen, hatte Raad plötzlich Zeit sich ein wenig umzusehen. Sein Blick fiel auf die beiden Blutsbrüder, die erstaunlicherweise ziemlich genau in einer Formation kämpften, ohne dass es vieler Worte bedurfte. Es war bizarr, in welcher Genauigkeit die Angriffe der beiden abgestimmt zu sein schienen, ohne, dass es, sofern Raad dies beurteilen konnte, zu genauer Absprachen kam.

Er gestand den beiden zu, dass es gut gewesen war, sich im Blutband zu vereinigen, obschon er damals zu viele Skrupel davor gehabt, sich ebenfalls dieser Bande anzuschließen. Und es bestärkte den Gedanken, sich ebenfalls dieser Gemeinschaft anzuschließen, obschon er nicht wusste, wie es für ihn ausgehen würde. Dort war noch immer ein Problem, dass zu lösen weder er noch Colodis wussten. Und vielleicht konnte nicht einmal Melaine dies lösen.

Raad wandte den Blick ab. Zurück auf das Schlachtfeld vor ihm. Er erkannte, dass es leer war. Bis auf einen Mann. Einem Mann, der eine Robe trug und in seiner Gestalt, dürr, wie er war, nicht an einen Kämpfer erinnerte. Stattdessen erinnerte er nur allzu genau an diese Abart von Mensch, die sich einer geistigen Intention bemühte, anstatt sich auf die Kraft des eigenen Körper zu verlassen.

Der Magier – es musste einer sein – starrte ihn an und hob schließlich seine Armee. Raad wusste, was dies bedeuten mochte. Angesicht dessen, dass er keine Waffe trug, reagierte er schnell. Der Schwarzhaarige sprang auf den Magier zu und schlug seine beiden Arme nieder. Einer nach dem anderen. Und ehe der Magier noch realisieren konnte, was mit ihm geschah, schlug Raad ihm gegen den Brustkorb, genau zwischen den beiden Brüsten, die, so musste der ehemalige Assassine seinem Gegner zugestehen, nicht sonderlich ausgeprägt waren.

Der Magier sackte kraftlos zu Boden und ehe noch jemand realisieren konnte, was geschehen war, schleifte Raad den namenlosen mit sich fort aus der Kampfzone. Es mochte seltsam anmuten, dass dies funktionierte. Doch man vergaß, wenn es einem seltsam anmutete, dass die meisten des aufmarschierten Heeres Rekruten waren und offenkundig noch nicht gelernt hatten, dass der Magier unter ihnen die stärkste Waffe war.

Am Rande des Kampffeldes ließ Raad den namenlosen Magier liegen und schaute sich um. „Wir sollten es dabei belassen.“, rief er schließlich laut genug, dass seine Kameraden es verstehen mochten, wenn sie nur wollten. Er und auch seine Kameraden wussten, worauf dies hinauslaufen würde. Ein wenig Kloppen, ein wenig Prügeln, doch keine Abwehr gegenüber dessen, was ihnen drohte. Dafür drohten ihnen zu wenig von dieser Bande Rekruten.

Aber sie hatten einen Sieg errungen. Mindestens darin, dass sie die Magiergestalt gefangen genommen hatten. So glaubte Raad zumindest…

Drakk
08.07.2012, 03:34
„Leck mich“ knurrte der Hüne und riss seinen Arm rauf um dem Schild abzuwehren. Mit einem kräftigen Schlag brachte er den Gardisten wieder auf Abstand und rappelte sich wieder auf. „Dieser verdammte Paladin...“ dachte der Nordmann und spuckte verächtlich auf den Boden.
Der Rotrock, der ihn gerade noch mit dem Schild eine Verpassen wollte, Stand mit erhobenem Schild und Schwert vor ihm. Von weitem konnte man Raad hören, aber Drakk wollte den Kampf noch nicht beenden – nicht bevor der Rotrock vor ihm und diese Blechdose im Staub lagen.
Während der Rotschopf sich auf den Gardisten stürzte beschäftige Colodis den Paladin. Schlag um Schlag tauschte Drakk mit seinem Gegner aus der wie ausgewechselt schien seitdem dieser Paladin aufgetaucht war. Zum einen war das eine der Stärken der Garde, zum anderen aber auch großer Nachteil. Der Moral ganzer Truppen hing von einzelnen Personen ab, fielen diese war der Kampf so gut wie beendet.
Der Rotrock kämpfte zwar gut, aber das würde ihm nicht genügen. Der Nordmann parierte jeden Schlag und suchte in seinen Kontern nach Schwachstellen in seiner Verteidigung. Einige Augenblicke lang kämpften die beiden ehe Drakk die Geduld verlor und ausholte. Mit aller Kraft ließ er den Zweihänder auf seinen Gegner niedergehen. Dieser Riss den Schild herauf, versucht den Schlag zu Blocken.
Das Holz des Schildes zersplitterte und ein lauter Schrei entwich der Kehle des Gardisten. Die Reste des Schildes hingen am Unterarm der in einem Recht unnatürlichen Winkel nach unten Hing. Ohne zu zögern trat Drakk vor und Schlug mit dem Griff des Zweihänders gegen die Schläfe des Mannes.
Kaum einen Wimpernschlag später lag der Soldat im Staub des Schlachtfeldes, ob Tod oder Lebendig konnte der Hüne nicht sagen. Es war ihm auch Egal, er spürte das Colodis Hilfe brauchte. Rasch drehte sich der Hüne um und eilte auf die beiden Krieger zu. Der Paladin drängte seinen Blutsbruder zurück.
Colodis parierten einen Schlag, machte einen Ausfallschritt und ließ seine Axt gegen die Gepanzerte Schulter des Paladins prallen. Die Wucht des Aufpralls ließ den Krieger zurück taumeln und brachte ihn aus dem Gleichgewicht. Kaum hatte er sich wieder Gefangen und griff erneut an. Dieses mal Blockte Colodis den Angriff nur und drückte die Klinge seines Gegenübers beiseite.
Drakk hatte leichtes Spiel den Paladin zu erledigen. Seine Gesamte Seite stand ihm offen, er hatte keine Chance dem Schlag auszuweichen. Die Erzklinge traf krachend auf die Rüstung, durchschnitt sie und drang tief in den Körper ein. Beim herausziehen drehte der Hüne die Klinge ein wenig und der Paladin sackte hustend zusammen. Blut quoll aus der Wunde und mit jedem Husten trat Rötlicher Schaum unter dem Helm hervor. „Lass uns hier abhauen“

Colodis
08.07.2012, 03:56
Die Zahl der Angreifer war erheblich gesunken, wenn nicht gleich null gefallen. Vermutlich hatten sich auch noch ein paar aus dem Staub gemacht oder waren in der Nacht nicht erkennbar. Das erhellende Licht schien nämlich mit dem Bewusstsein vom Magier verschwunden zu sein. Dieser lag wie ein Sack Kartoffeln zu den Füssen von Raad.
"Hast du den Magier kalt gemacht?", fragte Colodis seinen Gefährten überrascht wie er das hingekriegt hatte.
Dieser schüttelte den Kopf und erklärte, dass er wohl einfach ausgeklinkt sein musste.

Die übrig gebliebenen Männer traten dann ohne weiter das Gelände abzusuchen den Rückzug an, es waren von den sieben noch fünf übrig.
Zwei hatten sich tatsächlich erwischen lassen, wohl Meister der Klingen oder dergleichen. Der Nordmann konnte nicht mit Sicherheit deklarieren welcher jetzt nicht mehr unter ihnen weilte, dazu kannte er sie zu wenig.
Die Blechbüchse röchelte noch etwas als sie sich entfernten, würde aber wohl oder übel seinen Verletzungen erliegen. Drakk verzichtete genau wie Colodis auf einen Todestoss. Das Ende würde sowieso unausweichlich sein.
Sie trugen den Magier zur Burg zurück, wo sie ihn wohl oder übel erstmal alle viere von sich gestreckt anketten mussten, damit er ihnen keine Dummheiten anstellen konnte. Womöglich war auch einer der Wassermagier dazu in der Lage ihn unschädlich zu machen.

Harter Kampf trotzdem es höchst unerfahrene Kämpfer darstellten, aber die Überzahl bereitete halt selbst dann Probleme wenn höheres Kampfgeschick im grossen Stil fehlte.
Wenn man ihre Situation genau betrachtete hatten sie nun zwar erstmal etwas Ruhe, doch sie konnten sich dann wieder auf etwas gefasst machen. Überlebende gab es garantiert, somit auch Boten die wiederum Verstärkung anfordern konnten. Längerfristig würden sie weder den Tod von so vielen Rekruten, noch den von Lord Tronter auf sich sitzen lassen. Von der Entführung eines Magier des Feuers war dabei noch gar nicht die Rede.
Wenn das nicht genug Staub aufwirbelte um Rhobar persönlich von seinem Thron zu kegeln, dann war der alte Narr aussergewöhnlich gut damit verwachsen.
Die Gefahr war jedenfalls erstmal vorbei und das nächste Problem würde bestimmt diese Ninjatarnfarbe darstellen...

Ornlu
08.07.2012, 11:28
"Pause?" - "Pause." - "Pause..." - "Päuschen" - "Wolololo..." "...Trolololo!"- "Halt!"

Das Jagdkommando um Ornlu hielt, was mehr daran lag, dass jenes vor ihnen ebenso hielt und Zeichen zur Rast gab. Sie waren verhältnismäßig wenige, wenn man so ganze Armeen betrachtete, doch keine Armee konnte das was sie konnten.
Die Jagdführer der vier Jagdkommandos trafen sich in der Mitte, während sich der Rest damit beschäftigte Nahrung aufzunehmen und sich im ruhigen Ton unter Waldläufern zu unterhalten. Leute die sich als Späher gemeldet hatten, wurden losgeschickt um sich umzusehen.
Sie hatten den Orkwald hinter sich gebracht und waren dann den Spuren der Vorhut gefolgt, die sie in ein Waldstück nahe des großen Sees geführt hatte. So unscheinbar diese Ansammlung von Bäumen wirkte, war doch die Gefahr darin nicht zu verachten. Doch die Gefahr darin wusste sich selbst jetzt zu verstecken.
Nachdem die Jagdführer fertig gesprochen hatten, hieß es zwei Stunden Rast und Tarnung anlegen.
Tarnung die mehr war als etwas Erde ins Gesicht schmieren. Manch erfahrener Waldläufer holte eine Art Netzhemd hervor, welches er mit Blattwerk begann zu schmücken und anzulegen. Andere holten Kräuter hervor, zerrieben sie in den Händen und rieben es sich ins Gesicht. Danach hatten sie richtig grüne Gesichter. Wie das Kraut hieß und wo man es fand, wurde vor allem den Jungwaldläufern nahe gebracht.
Andere beeilten sich nicht so damit. Sie legten sich nach einer schnellen Mahlzeit einfach hin und schliefen ein. Schlaf war ja auch wichtig.

Ornlu selbst machte weder das eine noch das andere. Viel mehr kaute er etwas an Sumpfkraut und ging um das wirklich schnell errichtete Lager umher. Er grüßte jeden, der ihm ins Gesicht blickte und hielt hier und da ein kleines Schwätzchen, bevor er sich den Tieren widmete, die die Jagdkommandos begleiteten. Es waren nicht viele, doch unter den Waldläufern war es hier und da dazu gekommen, dass man einen tierischen Gefährten mit sich führte. Es waren sicherlich keine Exoten, doch mit zwei Wölfen, einen Hund und zwei Greifvögeln entstand auch hier ein neues Bild. Die Tiere waren abgerichtet und treue Begleiter. Dies spürte der Druide und seine Zufriedenheit darin vermittelte er den Tieren, damit sie auch etwas ruhiger wurden.
Als auch dies getan war, setzte sich auch Ornlu und begann seine Vorbereitungen zu treffen. Im Jagdkommando dem er angehörte, würde er etwas besonderes wagen, sollten die Dinge so kommen wie sie alle hier einschätzten.

Kerdric
08.07.2012, 14:17
»Schaff das Zeug da rüber, die wissen, was zu tun ist«, befahl Kerdric dem Rekruten, der mit stumpfem Blick gehorchte und die einigermaßen spitzen Pfähle in die angewiesene Richtung schleifte. Der Überfall der vergangenen Nacht hatte die Truppe hart getroffen, die Kampferfahrung der Angreifer gepaart mit dem Überraschungseffekt hatte trotz der großen zahlenmäßigen Überlegenheit der Myrtaner für empfindliche Verluste gesorgt. Erst nach einer Weile war eine Formierung der Männer gelungen, zu einem Zeitpunkt, als schon einige Rekruten oder Soldaten am Boden lagen, tot oder zumindest vorübergehend kampfunfähig. Sogar der Kommandant der Burg, der sich noch aus dieser hatte retten können, war gefallen.
Verdammte Scheiße. Wo bleibt die Verstärkung?, fragte sich der Ausbilder, während er sich nun auch wieder selbst daran machte, die Barrikade zu verstärken. Es war beim Aufbruch aus Thorniara nicht vorgesehen gewesen, solche Arbeiten zu verrichten, so dass das vorhandene Werkzeug zu wünschen übrig ließ, aber zumindest konnte man versuchen, ein paar Pfähle in den Boden zu rammen und struppige Äste zu stapeln, durch die man nicht einfach hindurchmarschieren konnte.
Bei Innos, hoffentlich ist das genug. Zwar musste nur der relativ schmale nördliche Ausgang der Schlucht verteidigt werden, aber schon in der Nacht hatte sich ja gezeigt, wie schwer das werden konnte. Und wenn die Rebellen beim nächsten Mal mit einer größeren Truppe kommen würden … Womöglich blieb am Ende doch nur der Rückzug nach Thorniara. Das ganze Bluttal würde dann nur noch höchst eingeschränkt kontrolliert werden können. So weit durfte es nicht kommen. Aber Kerdric wusste, dass er selbst in dieser Hinsicht nicht viel tun konnte, alles hing ab von den Nachrichten aus Thorniara.

Sennahoj
08.07.2012, 14:26
Sennahoj spähte zwischen den Stämmen hindurch in die Umgebung. Der Wald hier war ein ganz anderer, von den Arten her. Doch das zählte jetzt weniger. Sennahoj hatte es geschafft, mitzuhalten. Da laufen war kein Problem. Seine Ausdauer hatte nicht abgenommen während der ruhigen Zeit im Sumpf. Doch der Lauf steckte ihm in den Füßen. Er saß auf einem Stamm und lockerte seine Beinmuskeln.
Im Lager herrschte allgemeine Vorbereitung, einige schliefen und andere machtens ich schon für den Kampf bereit. Als Sennahoj sich an ein paar Vorräten gestärkt hatte, durchsuchte er die Umgebung nach geeigneten Blättern, die er zur "Aufrüstung" seiner Robe nutzte. Auch wenn er wohl nicht in aktiveren Kampfeinsätzen gebraucht werden konnte, aus Mangel an Kampffähigkeiten, würde eine Tarnung immer ein Vorteil sein.
Auch durchsuchte er den umliegenden Wald nach nützlichen Kräuterquellen, um sich einen Vorrat anzulegen. Zwar hatte er schon so einiges mit, aber er wollte auch noch Rohstoffe aus der Umbebung beziehen. Danach setzte er sich zu einigen Waldläufern und versuchte sich zu entspannen. Es kam sogar dazu das er ins Gespräch mit ihnen kam. Jetzt hieß es abwarten und möglichen Befehlen folgen.

Onyx
08.07.2012, 16:20
Nichts konnte man ausschließen und so bewegten sich die kleinen Trupps, die Jagdkommando genannt wurden und aus sechs bis acht Waldvölklern bestanden, entsprechend. Gespickt waren sie mit erfahrenen Waldläufern, manchmal einem Hüter sogar und jüngeren Waldläufern oder gar Jägern wie Onyx, die bisher mehr sowas wie Bruchwald-Läufer in Ausbildung waren, statt richtige Waldläufer. Nicht zu vergessen waren wenige Magiekundige in den vier Kommandos, die man an sich kaum einschätzen konnte. Nur bei dem den sie Jadewolf nannten, wusste man etwas mehr. Beim Rest war man skeptischer weil sie doch recht jung wirkten oder einfach nicht so bekannt.

Was auch immer wieder geschah, war das Antreffen von Spähern die ausgeschickt wurden und den Jagdkommandos an bestimmten Orten erzählten, was sie so gesehen hatten. Bisher aber schien es dann doch weniger gefährlich zu sein, als man bei der Burg einschätzen musste. Dies hieß im Umkehrschluss, dass die Burg noch weiterhin von den Setarrifern gehalten wurde. Wären die Myrtaner wieder Herrscher über die Burg, würden nach Meinung des Jagdführers ihre Späher nach Flüchtlingen, Rückzugsorten und etwaigen Truppenbewegungen von denen man nichts wusste suchen. Onyx hoffte er behielt damit recht.

Das Jagdkommando in dem Onyx sich befand bewegte sich zumeist unweit des Sees, womit sie eher gebückt sich von Punkt zu Punkt und in kreuzenden Bewegungen voran kamen. Mal zu einen Fels, mal zu einem Busch, mal zu einen Baum. Stets hielt man Blickkontakt und zog eine Linie auf, die von lauernden und spähenden Bogenschützen geprägt war und auf die Kommandos der Jagdführer und bestimmter Zeichen die man sich gab reagierte. Bis zur Burg war es nicht mehr all zu weit und vielleicht war es unnötig mit solcher Vorsicht vorzugehen. Andererseits sollten sich die Jagdkommandos etwas einspielen, damit sie dann später funktionierten.

Edon Mesotes
08.07.2012, 17:25
Burg Silbersee war ein Trümmerfeld. Waffen, Rüstungsteile, Leichen und Blutflecke lagen hier überall verstreut, kaum einer der Setarrifer hatte sich bisher die Mühe gemacht, einen Toten zu verscharren oder den Innenhof zu durchsuchen, erst einmal galt es, die eigenen Wunden zu versorgen.
Edon ging durch den Innenhof, darauf bedacht, seinen pochenden Kopf ruhig zu halten. Der Dieb war mit zahlreichen Kratzern und kleineren Wunden gesprenkelt, allein am Kopf, verborgen unter einem weißen Verband, hatte er sich eine größere Wunde zugezogen, als er vom Schild des Hünen durch die Luft geschleudert worden war. Seine Kleidung hing mehr in Fetzen als in Gewändern an ihm hinab und war durchtränkt mit getrocknetem Blut, das größtenteils von jenen stammte, die einen Hieb des Diebes zu spät bemerkt hatten.
Es waren ein paar Gardisten gewesen, denen sein Schwert eine mehr oder weniger schlimme Wunde zugefügt hatte, einer, dessen Wunde wohl nie wieder heilen konnte. Dort am Tor lagen immer noch viele Tote und einer unter ihnen hatte durch Edons Klinge seinen Kopf verloren.

Der Dieb beugte sich langsam hinunter zu der Leiche hinunter, auf die Rüstung aus gutem Stahl und auf das Schwert, dessen Parierstange und Knauf vergoldet waren. Es war keine Frage, dass dies hier ein Sohn von myrtanischen Adeligen gewesen war. Nicht weit entfernt lag auch seine eigene Klinge, die er in der Schlacht verloren hatte. Die Klinge war blutverkrustet, hatte nun ein paar Scharten und sollte bald einmal wieder nachgeschliffen werden. Edon streckte die Hand nach seinem Schwert aus, doch er stockte kurz bevor seine Hand den Ledergriff umschloss: er sah die Augen des Jungen immer noch, hörte wieder den Schrei um den Gefallenen.
Davon konnte er sich noch abwenden, weiterziehen und diesen unseligen Krieg vergessen, wieder als einfacher Dieb durch die Welt ziehen und sich nicht um das Schicksal irgendwelcher Königreiche müssen. Doch wenn er mit seinen Fingern den Griff umschloss und die Klinge erneut schwingen würde, dann konnte er sie nicht mehr so einfach weglegen, würden es mehr Gesichter, mehr Schreie werden, die ihn verfolgten und er würde zu einem Krieger werden, einem Töter. Dann würde er wieder mit dem Schwert den Myrtanern begegnen, doch er würde für seine Freiheit einstehen können und das Versteckspiel hätte ein Ende.

In diesem Moment ging von der Klinge weder Angst noch Verlockung aus, einzig der Gedanke, dass seine Entscheidung, diesen oder jenen Weg zu gehen, endgültig war.

Für einen Moment verharrte seine Hand, ehe sie sich fest um das Leder des Schwertes schloss und Edon die Klinge schloss. Er sah auch nicht, dass der Verband, der eben noch in den unteren Schichten rot gefärbt war, jegliches Blut verlor, dass es von der einen Sekunde auf die nächste einfach nicht mehr da war.

Edon blickte wieder auf die Leiche am Boden, die von seiner Klinge niedergestreckt worden war. Behutsam trug er den abgetrennten Kopf zu seinem Körper zurück, wickelte Kopf und Körper zusammen in den roten Umhang, den der Junge getragen hatte und hob ihn vom Boden auf. Wo kein Kopf mehr war, der es halten konnte, fiel ein kleines Eisenamulett (http://csimg.shopwahl.de/srv/DE/290509722734/T/340x340/C/FFFFFF/url/baumrunen-greenwood-amulett.jpg) an einer Lederkette auf den Boden, ein verzierter Ring, in dem eine Pflanze blühte. Auch dies hob der Dieb auf, legte es in seine Tasche und ging vor die Tore der Burg. Dort legte er den Körper nieder, während er noch einmal hinein wanderte, eine Schaufel zu holen.


Vor den Toren, nahe am Silbersee hob der Dieb ein kleines Grab aus und legte dort den Toten hinein. Mit ihm vergrub er seine Rüstung und seinen Umhang, das Schwert und das Amulett jedoch behielt er, nichtaus Habgier, sondern das eine als Symbol eines überwundenen Gegners, das andere als Andenken an einen gefallenen Menschen.

Er gürtete sich die Klinge hinter die eigene und hängte sich das Amulett um den Hals: Thorniara und jeder Kriegsherr in ihm, musste fallen...

Tinquilius
08.07.2012, 19:39
Während Drakk und seine Männer einen Ausfall durchführten und für einige Verluste auf Seiten der Innosdiener sorgten, hatten Tinquilius und zwei weitere Magier sich daran gemacht, das Tor wieder zu verbarrikadieren. Sie hätten versuchen können, das Tor wieder einzusetzen, doch der Aufwand wäre zu hoch gewesen – und das Ergebnis vermutlich nicht wirklich erfolgreich. Deshalb entschieden sie sich dafür, eine steinerne Wand zu erschaffen, mit Hilfe von Bruchstücken, die sie hinzufügten. Sie wär niemals so stark wie die restliche Mauer, doch der Oberste Magier hoffte, dass sie genüg Zeit finden würden, ein neues, kräftiges Tor einzubauen nachdem sie das „Heer“ Thorniaras zurückgeschlagen hatten.
Ein guter Trick. Er hat uns unvorbereitet getroffen und unsere Linien ausgedünnt. Wunschdenken und Angst. Beides gefährlich. Und das haben sie ausgenutzt: Der Söldner hat genau das gesehen, was er sehen sollte – oder aber jemand hat mit seinen Gedanken herumgespielt. Sind die Feuermagier dazu imstande?
Nun, am folgenden Tag, stand der Oberste Magier vor der steinernen Wand und fuhr mit seinen Fingern über die kalten Steine. Die Magie war kaum noch zu spüren, vor allem nicht in dieser durch Magie gepeinigten Umgebung. Es würde noch lange dauern, bis alle Reste des Kampfes verschwunden waren. Solange war zwar Zaubern möglich, doch die Gefahr, einen instabilen Zauber zu erschaffen, stieg enorm. Dies hatte auch die steinerne Wand abbekommen. Trotz ihrer besten Bemühungen war sie nicht so stabil geworden wie erhofft. Sie würde ausreichen, vor allem mit der Besatzung, doch sie mussten dringend Handwerker aus Setarrif herbei holen, um es wirklich stabil zu machen.
Als er sich umdrehte und zu Myxir schritt, der diesen Morgen aus dem Lager in den Bergen gekommen war, ließ er seinen Blick über das Trümmerfeld der Burg schweifen. Blutbefleckte Steine und Erde, Trümmer und allerlei krempel. Der Burghof, ein Tag nach den letzten Kämpfen, erzählte eine eindeutige Geschichte. So viel Blut, so viel Leid und ich bin daran mit schuldig. Er schaute nach oben zu den Zinnen, auf denen noch vor kurzem die zu Eissäulen gefrorenen Soldaten Innos‘ gestanden hatten. Ein grausamer Zauber, ein solcher, der niemals eingesetzt werden sollte. Und doch hat er uns entscheidend geholfen, die Festung einzunehmen. Ich glaube kaum, dass es anders geklappt hätte – wenn nur unter hohen Verlusten unter den Soldaten Ethorns. Und hätte ich dies mehr verantworten können? Wäre ihr Tod besser gewesen als der Tod der fanatischen Innosdiener, die die ganze Welt erobern wollen?
„Na, mein Freund, fühlst du ich wieder besser?“
Tinquilius setzte ein ermüdetes Lächeln auf, während er Myxir musterte. „Ob ich mich jemals wieder gut fühlen werde ist die bessere Frage. Aber ja, meine körperliche Erschöpfung ist wieder verschwunden, auch wenn ich mich weiterhin schwach fühle. Besonders meine Magie…“
„Du hast sie auch zu ausgiebig eingesetzt. Der Plan war es gewesen, das eine oder das andere zu tun – du hast beides getan. Was willst du erwarten?“ Myxirs belehrende Worte erinnerten ihn an seine Magielehre vor so vielen Jahren. „Aber ich mag dich nicht belehren, du weißt, was du tust.“
„Ich weiß, dass du dies nicht getan hättest. Ich schätze das Leben genauso, doch welches schätze ich mehr? Soll ich unsere Krieger sterben lassen, weil ich Bedenken habe?“
„Heiligt der Zweck alle Mittel?“, konterte der alte Magier.
„Nein, nicht immer. Meistens sogar nicht. Doch es wäre so oder so zum Kampf gekommen. Ohne unsere Beteiligung aber hätte es ein blutigeres Ende für unsere Männer gegeben – wenn wir nicht gar verloren hätten.“ Er hielt inne und musterte des anderen Gesicht. „Ich bin nicht glücklich darüber, was ich getan habe. Und ich werde mich dafür vor Adanos verantworten müssen, doch das muss ich ganz alleine tun. Und sollte ich dafür Strafe empfangen, so sei es. Wenigstens weiß ich, dass ich dadurch das Leben derer gerettet habe, die für uns kämpfen.“ Erneut stoppte er und schaute über den Hof. „Dieser Krieg ist falsch und ich wünschte, es gäbe eine andere Lösung. Doch sie gibt es leider nicht. Rhobar möchte Argaan erobern und alles unter Innos‘ Herrschaft stellen. Das Festland ist bereits verloren, nur noch Setarrif bleibt uns.
Aber lass uns nicht weiter davon sprechen“, fuhr er kurzerhand fort, „dafür wird es noch genügend Zeit geben. Erzähl mir stattdessen, wie es dir im Lager ergangen ist.“
Der ältere Magier nickte, ein kurzes Lächeln huschte über sein Gesicht. Dann schritten die beiden Freunde über den Hof und diskutierten.

Raad
08.07.2012, 19:42
Ein Wind hatte sich erhoben. Irgendwo in der Welt, wo Winde ihren Ursprung hatten. Jener, der diese Beobachtung anstellte, vermochte nicht zu sagen, wo dieser Ort lag. Ob es ihn gab. Oder warum der Wind gerade dort entstand und trotzdem um die ganze Welt blies. Vielleicht war der Wind auch nur, weil der Gott dieser Sphäre beständig atmete. Und gerade fiel ihm etwas sehr schwer, dass sein Atem so stoßweise ging.

Raad hatte die Hände auf den Zinnen der Burgmauer gestützt. Sein Blick war auf die Pfähle gerichtet, die in der Ferne die Büßerschlucht abriegeln sollten. Ihm kam der Gedanken, den Feuermagier zu zwingen, dass Teil abzufackeln. Und am Besten den Rest der dahinter lungernden Meute mit.

Man konnte sagen, dass ihr gestriger Angriff erfolgreich gewesen war. Dennoch wuselten an der Barrikade noch genug Rekruten rum, dass man meinen könnte, die Männer Rhobars würden die irgendwo züchten. Ob die wohl in Thorniara auf Bäumen wuchsen und nur gepflückt werden mussten? So schnell, wie die Barrikade wieder stand. Die Maße an Männern, die sich aus dieser Tatsache ableiten ließ. Der gestrige Abend hätte anders verlaufen müssen. Außer die Männer dort waren bloßes Kanonenfutter und hatten am vergangenen Abend zum ersten Mal ein Schwert in der Hand gehalten.

Raad seufzte resigniert. Der Feind machte es sich dort gemütlich. Und auch, wenn dies nur eine Störtruppe gewesen sein mochte. Ihre Anwesenheit bedeutete, dass da etwas folgen würde, was größer, stärker und gewalttätiger war. Man konnte nur hoffen, dass ihnen die Bäume zur Paladin- oder Magierzüchtung eingegangen waren.

Der Leiter der Akademie wandte sich um und stieg langsam die Stufen hinab in den Burghof. Am Rande des Hofes war ein kleines Holzgestell errichtet worden. Dort hing der Magier. Die gestreckten Arme und Beine waren mit Eisenketten gefesselt, die wiederum am Holz und im Boden befestigt worden waren. Man hatte darauf geachtet, seine Hände noch zusätzlich auf eine Art zu umwickeln, die wohl nicht nur schmerzhaft aussah. Man musste sichergehen, dass er nicht auf dumme Ideen kam.

Er hang Symbol für ihren Sieg. Wer auch immer er war. Vielleicht hatten sie Glück und er war wichtig genug, als dass der Feind nicht direkt die gesamte Burg in die Luft jagte.

Langsam schlenderte Raad näher an den Magier heran. Vorsichtig zog er dabei seine Pfeife aus dem Mantel, stopfte sie und blickte sich nach einer Fackel um. „Haste mal Feuer?“, fragte der Schwarzhaarige den Magier, als er diesen erreicht hatte. Jener reagierte nicht. Hing nur da mit halb geschlossenen Augen und wohl von den Prügeln, die er bezogen hatte, zu erschöpft, noch ein Wort heraus zu bringen.

Keala
08.07.2012, 19:57
Es kam vermutlich selten vor, dass man zufällig andere Waldvölkler traf. Dass jene Waldvölkler sich allerdings in der Wildnis besoffen und laut herumgrölten, war weniger selten. Kea hatte darauf verzichtet, sich dazu laut zu äußern, dafür hatte sie Skadi in ihrer Nähe behalten, falls einem von denen etwas Dummes einfiele. Nuolen hatte das Ganze mit einer einzigen Geste kommentiert, und zwar hatte er sich die Handfläche vor die Stirn geschlagen. Er war ein erfahrener Jäger, was der Grund war, dass Kea als relativ Unerfahrene mit ihm losgezogen war. Lankas war wie hin- und hergerissen gewesen, hatte zu Nuolen und Kea geschaut, die von dem Treiben nicht viel gehalten hatten, und zu Maax, der anstößige Lieder gegrölt hatte, offensichtlich besoffen. Am Ende hatte er zwar mit Maax getanzt, aber nicht gesungen, eine Art Mittelweg gefunden. Dieses Treiben war allerdings schon eine Weile her.

Es war der Pfeil eines Unbekannten gewesen, der die Pseudolagerfeueridylle beendet hatte. Nuolen und Lankas waren sofort kampfbereit aufgesprungen, Kea hatte sich etwas Zeit gelassen. Wäre jemand in der unmittelbaren Nähe gewesen, hätte Skadi längst reagiert. Nichtsdestotrotz war auch sie angespannt, ein Bogenschütze musste sich schließlich zum Schuss nicht unmittelbar in der Nähe befinden. Die Jäger rochen Feuer, Skadi fauchte, und blitzartig waren die Sachen gepackt und die große Gruppe war unterwegs. Es war ein Kampf, die Geräusche erinnerten sie an ihre erste Schlacht. Sie war zum Waldvolk gegangen, weil sie nicht mehr in Schlachten verwickelt werden wollte, und nun war sie hier auf Argaan und stolperte fast in eine hinein. Die Gruppe hatte sich in Richtung Norden bewegt, zur Silberseeburg, wie Kea wusste. Sie hatte mal gehört, zwischen Stewark und Thorniara lägen nur die Silberseeburg und das Bluttal, außerdem war sie hier entlanggereist auf dem Weg nach Thorniara mit Cyrith.
Die Schlosserin saß auf einem Baum und hielt Ausschau. Sie hatten das Schlachtfeld umrundet, um den Schutz der Bäume weiter genießen zu können. Man wurde weniger schnell entdeckt und hatte gute Aussicht, so von weiter oben. Auch wenn sie nicht wusste, wonach sie eigentlich schaute, bemühte sie sich, sich alles einzuprägen, falls diese Informationen später wichtig wurden.

Onyx
08.07.2012, 20:23
Und da war er wieder hier. Von ganz weit weg konnte man mit etwas Glück zwischen den Baumkronen und Felsen schon die Türme der Silberseeburg sehen.
Die bisherigen Späher machten eine gute Arbeit und das Jagdkommando in welchem sich Onyx befand kam auch soweit gut voran.
Probleme aber kamen meist plötzlich und dies geschah nun. Als der Jagdführer den nächsten Späher erreichte, den Onyx als Bengar erkannte, gab es ein eindeutiges Zeichen ihrer Anführers in dieser etwas anderen Rüstung - Artifex hieß er.
Dieses Mal hieß es in westliche Richtung ausschwärmen, während Orthego, auch einer der Waldläufer bei ihnen, den Ruf einer Krähe nachahmte und er von einer Krähe - die sicher auch nachgeahmt wurde - erwidert wurde.
Es waren nur wenige Momente, da erkannten sie Jarvo, den Jadewolf und andere vom anderen Jagdkommando. Die Jagdführer tauschten sich kurz aus und dann gab es das Zeichen für alle. In einem Halbkreis der sich mehr und mehr zu einen Kreis zuzog schlichen die Waldvölkler mit gesenkten Waffen ihrem Ziel entgegen. Möglichst leise und wachsam. Jeder mit zwei anderen in Blickkontakt, bis Jarvo einen anderen Vogellaut machte. Das Zeichen zu stoppen und sich zu positionieren.
Als Onyx diese recht lauten Typen vernahm, glaubte er nicht an Myrtaner. Das waren irgendwelche Jäger oder sowas, die hier auf dem Präsentierteller lagen. Das Kommando von Artifex kam. Diesmal kein Tierlaut sondern, ein klares Zeichen mit gehobener Waffe deren Spitze kreiste - Einkreisen und gefangen nehmen.
Es wurd lauter und im nächsten Augenblick war diese kleine Gruppe von Waldläufern die ihre Bögen gespannt hatten regelrecht umzingelt. Einfache Sache die noch mal besonders wurde, als Orthego eine Frau vom Baum runterschoss. Nicht das er sie traf, aber er zwang sie herab zu springen und packte sie dann, um sie zu den anderen Gestalten zu bringen.

"Was ist das hier?", fragte Jarvo und zeigte mit der Waffe auf die Frau. Meinte er jetzt die Frau selbst oder dies kleine Ansammlung von nach Met stinkenden Jünglingen?

hoffi
08.07.2012, 20:42
Nachdem die Gruppe den Pfeil gefunden hatte, und sie einwenig über ihre nächsten Schritte diskutiert hatten, machten sie sich auf den Weg dorthin, wo der Pfeil herkam und auch die anderen Geräusche. Sie gingen ein kleines Stück weiter und sahen dann die Burg Silbersee. Sie sah ziemlich mit genommen aus, als ob es dort eine Kampf gegeben hatte. Und dem war sicher auch so. Doch anstatt sich direkt zu der Burg zu begeben suchte sich die Gruppe einen geeigneten Platz um die Lage überblicken zu können.
Von ihrer momentanen Position, konnte sie einen großen Teil des Schlachtfeldes überblicken, waren aber selber nicht gut zu sehen, zumindest dachte das hoffi. Es dauerte nämlich nicht lange, da waren sie umzingelt von einer anderen, etwas größeren Gruppe, die mit ihren Böge auf sie zielten. Einer von ihnen schoss einen Pfeil ab, der zwar nicht traf, doch Keala zwang von ihrem Versteckt zu bringen. Sogleich wurde sie gepackt und ein Mann fragte was das hier sein soll. Der Mann kam hoffi zwar bekannt vor, aber der Jäger wusste in diesem Moment nicht wer es war, da er darauf bedacht war keinen Fehler zu begehen und von Pfeilen gespickt zu werden.
"Ganz ruhig", fing der Schütze an, "wir sind eine Gruppe Jäger aus Schwarzwasser und hatten unser Lager hier in der Nähe. Dann haben wir Lärm gehört und haben uns auf den Weg gemacht um nach zu sehen wo her er kam." Jetzt war hoffi ganz froh, nicht ganz so viel getrunken zu haben wie andere, er schielte zu Maax der versuchte das Gleichgewicht zu halten, dann wand er sich wieder dem Mann zu, der scheinbar so etwas wie der Anführer war:
"Mein Name ist hoffi, das sind Keala, Gwynnbleidd, Maax, Alon, Nuolen und Lankas", stellte hoffi nun sich und die Gruppe vor und wartete dann eine Antwort ab, die nicht ihren Tod oder Gefangennahme bedeuten würden...

Ornlu
08.07.2012, 21:07
Ornlu schnaubte auf. All die Aufregung und Anspannung für ein paar Jäger aus dem selben Dorf. Ging das so weiter, würden sie wohl am See noch paar Fischer aus Schwarzwasser treffen und im Bluttal noch ein paar Holzfäller. Ob Raminus auch dabei war?

"Sie sprechen wohl wahr. Hab ein paar von denen auch schon betrunken in der Sumpflilie gesehen und die Kleine da hat mich auch schon mal lüstern angeschaut.", scherzte Ornlu und lockerte die Stimmung.

"Nuolen und Lankas - ihr hier?", fragte dann ein anderer Waldläufer. Die nickten nur und meinten das die beschissene Insel ja nicht so groß wäre, um sich vor manch Hackfressen aus Schwarzwasser zu verstecken. Jetzt war dann wohl auch das Eis gebrochen, auch wenn da ein paar der Jünglinge nicht so vertrauensselig ausschauten.
Danach fragten sie was denn los sei.

"Die Sache ist schnell erzählt. Die Setarrifer schickten nach Hilfe und wir erwidern. Wenn Burg Silbersee wieder in ihre Hände fällt, haben wir etwas mehr Ruhe mit den Myrtanern. Klingt etwas nach wenig, deswegen könnt ihr auch wissen, dass wir darauf drängen im Bluttal eine Kompanie Myrtaner mit ihrem Offizier aufzumischen. Haben Jon und Ganwyn gehängt - für nichts, ausser das sie zum Waldvolk gehören. Auch da setzen wir ein Zeichen, damit sie es sich zwei Mal überlegen. - So im Groben, aber kommt jetzt nicht mit diesen dämlichen Gleichgewichtsgedankenblabla. Wenn ihr helfen wollt...naja die Hilfe aller brauchen wir hier nicht...aber die die was taugen können sich bei Mertens melden. Er führt die Nachhut. Ein paar Späher oder Wachen für bestimmte Orte könnte man gebrauchen. Der Rest von euch sollte verschwinden. Es könnte die nächsten Atge blutiger werden und so wie ihr hier zu finden wart, hätten euch auch Orks oder Banditen locker aufmischen können. - Also wer will zu Mertens?", meinte Ornlu ganz charmant und blickte die Frau und die zumindest ihm bekannten Jäger aus Tooshoo an. Die anderen kannte er nicht oder sah sie nur flüchtig.

Lopadas
08.07.2012, 21:12
Seine Arme waren so vom Schmerz erfüllt, dass sich dieser bis in den Rest des Körpers ausbreitete. Lopadas konnte sich nicht erinnern, dass er jemals solche Schmerzen gespürt hatte. Nur langsam konnte er die Augen öffnen, da sowohl sein Geist als auch sein Körper mit der unbekannten Situation noch nicht umgehen konnten. Doch selbst ein kurzer Blick zur Seite zeugte von der Grausamkeit der Leute, die ihn hier fest gemacht hatten. Da konnte der Schriftgelehrte von Glück reden, dass sein gesamter Körper schmerzte, denn ansonsten würden wohl seine Hände die Hauptquelle für seine Qualen sein. Er wollte nicht wissen, mit was er gefesselt wurde, er hoffte nur, dass die Schmerzen bald ein Ende fanden. Als er dann trotz allem noch angesprochen wurde, verhallten die Wahrnehmungen in seinem Geist, der sich gerade auch nichts anderes als den pochenden Schmerz konzentrieren konnte.
Erst nach gefühlten Stunden gelang es seinen Augen sich an das Licht der untergehenden Sonne zu gewöhnen und seinem Gegenüber anzublicken. Als der Priester in das Gesicht des Mannes schaute, tropften langsam und still einige Erinnerungen an letzte Nacht in sein Bewusstsein. Doch konnte er aus den verschwommenen Bildern keinen Zusammenhang herstellen. Zu sehr war sein Körper damit beschäftigt, die ungewohnten Qualen zu erdulden. Entgegen aller seiner sonstigen Bedürfnisse verlangte es ihn nicht nach einem guten Buch oder warmen Tee, sondern nach etwas ganz Fundamentalem:
"Wasser.", stotterte er, "Wasser, bitte."

Raad
08.07.2012, 21:20
Raad schniefte zur Erwiderung der Nichtbeantwortung seiner Frage. Unmöglich. Da nannte sich der Typ schon Feuermagier und vernachlässigte jede Höflichkeit und guten Manieren. Was lernten die Leute bloß in Thorniara? Nicht nur, dass er seine Magie gegen das Leben einsetzte. Nein. Nicht einmal eine gewisse Serviceleistung wollte er vollbringen.

Der Leiter seufzte resigniert und schob seine gestopfte Pfeife zurück in den Mantel. Würde er eben auf das Rauchen verzichten müssen. Jetzt, wo der Magier wach war, lohnte es sich nicht, kurz für Feuer zu verschwinden. Nachher kippte der Gefangene wieder in die Bewusstlosigkeit über.

Langsam löste der ehemalige Assassine seinen Trinkschlauch vom Gürtel, entkorkte ihn und hielt ihn dem Magier hin. „Bitteschön.“, offenbarte Raad seine gute Erziehung, ehe ihm etwas Essentielles bewusst wurde. „Oh. Natürlich. Ihr habt ja ein Problem mit euren Händen.“, fügte er grinsend hinzu und trat näher an den Gefangenen heran. Langsam setzte er den Trinkschlauch an die Lippen des Mannes und lies etwas Flüssigkeit hineinlaufen. „Nicht das beste Wasser. Ignoriert den metallenen Geschmack. Ist nur etwas Blut. Eure Männer waren hartnäckig genug, es auch wirklich überall zu verteilen.“

Madlen
08.07.2012, 21:25
Gerade durchschritten die Heiler das zerstörte Tor zur Burg. Die Gruppe hatte das ungeschützte Lager verlassen, nachdem ein Bote ihnen mitgeteilt hatte, dass die Schlacht gewonnen war und die Passage zur Burg zumindest für den Moment einigermaßen sicher war. Da sich zu diesem Zeitpunkt nur drei Heiler und die verletzte Madlen noch im Gebirge befanden, waren die Vorbereitungen schnell getroffen und ebenso schnell waren sie zu den schützenden Mauern gelangt.

Die Schmerzmittel, die die junge Frau bekommen hatte, wirkten stark und deshalb schlief sie die meiste Zeit über. Ihre Wunden waren gut versorgt worden und jetzt war es nur an der Zeit, sie ganz zu heilen.

Madlen erwachte kurz, da waren sie schon innerhalb der Burg und was sich ihren Augen bot, war ein Bild des Grauens. Überall lehnten Verletzte an den Wänden oder humpelten umher.

Die junge Frau wurde in eine kleine Hütte gebracht und dort auf ein Bett gelegt. Kurze Zeit später brachte man ihr noch Wasser, etwas zu Essen und versorgte noch einmal ihre Wunden. Danach verließen die Heiler den Raum und Madlen wurde wieder mit ihren Gedanken alleine gelassen.

Keala
08.07.2012, 21:30
Der Mann namens hoffi erklärte sich vor der nächsten Waldvolk-Truppe, die sie antrafen. War das gesamte Waldvolk hierhin ausgerückt und belauerte nun sich selbst? Eine Zeitverschwendung, wenn es nach ihr ginge. Aber gut, man konnte ja auch keine Vögel an mobile Einheiten schicken, soweit Kea wusste, flogen Brieftauben nur zu ihrem Heimattaubenschlag. Und es brachte auch nichts, den "Heimatvogelkäfig" mitzunehmen, wenn man wegging. Kurzum, man hätte ihnen nicht Bescheid geben können. Die Jägerin schaute sich in der Runde um, und ein Mann, den sie als den Druiden Ornlu in Erinnerung hatte, sprach schließlich Nuolen und Lankas an. Die Sache klärte sich, gut.

Als Ornlu von Mertens sprach, nickte sie. Sie konnte kämpfen und sich lautlos fortbewegen, wenn das nichts war, dann wüsste sie auch nicht. Außerdem hatten Faren und Nuolen sie das Fährtenlesen gelehrt.
»Ich geh zu Mertens«, meldete sie sich zu Wort. »Man wird nicht zu den Jägern befördert, wenn man nicht zumindest etwas taugt.«

Auch Nuolen und Lankas stimmten zu, sich zu Mertens zu begeben. Es wunderte Kea nicht, waren die beiden doch länger Jäger als sie. Nun war sie aber eher gespannt, was diese "nach Met stinkenden Jünglinge" tun würden. Zu Mertens gehen oder das Feld räumen?

Lopadas
08.07.2012, 21:31
Lopadas wusste nicht, ob es das beste war, dass er das, was ihm sein Gegenüber entgegnete nicht wirklich verstand. Zu gern hätte er sich mit jenem unterhalten, doch fehlten ihm bisher die Kräfte dafür. Auch wenn das Wasser schrecklich schmeckte, so benetzte es seinen trockenen Mundraum und gab ihm für einen kurzen Moment die Möglichkeit einen Teil der Schmerzen zu verdrängen. Nur langsam kehrte eine Art konzentriertes Bewusstsein wieder in seinen Geist zurück. Noch lange nicht genug, um von einer Besserung zu sprechen, aber immerhin soviel, dass er die Augen öffnen konnte, um die Umgebung zu erfassten. Der Schriftgelehrte befand sich in der Burg. Ihm fehlte die Kraft, um wirklich erschrocken über diesen Umstand zu sein. Tief im Inneren war er froh noch am Leben zu sein. Vereinzelt traten Bilder der letzten Nacht in seinen Kopf. So stark wie der Schlag seines Gegenübers getroffen hatte, grenzte es an ein Wunder, dass der Priester überhaupt noch atmen konnte. Diese Pein war nun die Strafe dafür, dass er sich in den letzten Jahren immer mehr für die göttliche Ordnung eingesetzt hatte. Waren seine Überlegungen früher allein theoretischer Natur gewesen, hatte er sich in den letzten Monaten immer mehrfür die Verteidigung dieses Ideals eingesetzt. Lopadas hatte Männer sterben sehen, doch war selbst niemals in Mitleidenschaft gezogen worden. Doch dieses Mal war es sein Leben, welches am seidenen Faden hing. Vielleicht waren die Tropfen Wasser gerade eben sein letzter Trunk gewesen.
Die Schmerzen welche sofort wieder durch seinen Körper zuckten, als er sich etwas bewegte, holten ihn aus seinen Gedanken zurück in die Wirklichkeit. Vorsichtig blickte er auf seine geschundenen Hände. Wenn nur diese Schmerzen aufhören würden.
"Binde mich los? Diese Schmerzen bringen mich noch um. Ich kann euch helfen eure Verwundeten zu versorgen. Und wenn du meine Hilfe nicht willst, so binde mich nur von diesem Gerüst ab. Binde mir, meinetwegen, die Hände auf andere Weise zusammen. Aber länger halte ich es hier nicht mehr aus."

Raad
08.07.2012, 21:38
Der Schwarzhaarige neigte den Kopf. Sein Blickwinkel veränderte sich, doch der Magier blieb der Magier. Und gerade, weil er der Magier blieb, war das, was aus seinem Mund drang, mit äußerster Vorsicht zu genießen. Raad verstand nicht viel von Magie. Er hatte keine Ahnung, wann einer dieser Menschen erschöpft genug war, dass ihm kein Zauber mehr gelang. Wann die Worte, die er sprach, nicht gelogen waren, nicht dafür gedacht waren, seinen Gegenüber zu manipulieren.

„Lange haben die Männer, die durch euer Wirken Brandwunden davongetragen haben, auch nicht durchgehalten. Leider waren unsere Magier nicht in der Lage, allen Linderung und Hilfe zu verschaffen. Und ich bin leider nicht befugt, dich hier abzunehmen. Noch lebst du. Und bei dem Schwall an Worten kann es dir gar nicht so schlecht gehen.“, erwiderte Raad und hob den Trinkschlauch an, „Noch mehr davon oder hast du genug? Etwas zu essen würden wir auch noch finden. Wie heißt du?“

Gwynnbleidd
08.07.2012, 21:38
Kurz dachte Gwynnbleidd alle möglichen Optionen durch, von denen ein Großteil darin bestand, dass die umstehenden lachen und ihn mit den folgenden Worten aufziehen würden, doch diese Tatsache war ihm wie immer egal. "Wenn ihr nichts dagegen habt, geh ich auch. Ich kann nicht viel, ich weiß - aber wenn es ernst wird, kommt es auf jeden Mann an, egal ob er nun der Held ist oder nur Alarm schlägt während alle anderen schlafen. Außerdem möchte ich für die kämpfen, die mich beheimatet haben. Also ja, ich will helfen." zu seiner Überraschung klangen nicht viele Kommentare und Lachanfälle in der Gruppe. Die meisten respektierten seine Meinung wohl - oder es war ihnen einfach absolut egal, ob er nun sterben würde oder nicht. Mit dieser optimistischsten aller Einstellungen sah er zu hoffi, Maax und Alon. Maax wahr wohl wieder etwas nüchterner, auch wenn er gerade versuchte, einen imaginären Elefanten zu fangen, der gerade dabei sein sollte, dein äußerst unstabil wirkenden Baum zu erklimmen. hoffi und Alon aber waren eindeutig in einem für Waldvölkler normalem Zustand und vertraten eine ähnliche Meinung wie auch Gwynnbleidd, wobei es darauf hinauslief, dass sie erklärten, was sie alles mehr konnten als der junge Jäger. Den Redeschwall ließen die beiden auch erst enden, als Onyx nicht unnauffällig mit seinem Nacken Geräusche erzeugte, die ein ausgewachsenes Wildtier erschrecken konnten.

Lopadas
08.07.2012, 21:46
Schwach und verschwommen hörte der Schriftgelehrte das, was sein Gegenüber sagte. Er bekam nicht alles mit, aber genug, um zu wissen, dass er wohl noch einige Zeit an diesem Gerüst verbringen musste. Er konnte sich nicht vorstellen, wie die Helden in den Geschichten solche Schmerzen leichtfertig ertragen konnten. Für ihn waren dies Qualen, die er noch nie gespürt hatte und denen er sich nur schwer widersetzen konnte. Sein Hauptanliegen lag darin am Leben zu bleiben. Deswegen musste er die Schmerzen, soweit es möglich war, von seinem Geist und seinen Gedanken fernhalten. Vielleicht konnte ihn ein kleines Gespräch ablenken. Seine Gedanken wären dann auf ein anderes Ziel gerichtet als auf die Schmerzen. So atmete er tief ein und aus - er versuchte die Schmerzen wegzuatmen - und sagte:
"Mein Name ist Lopadas.", brachte er heraus.
Er hätte gern noch mehr gesagt, doch seine Kräfte schwanden bereits nach diesen wenigen Worten. Wo er früher kaum einen Monolog ausgelassen hatte, war er nun nicht in der Lage zu sprechen. In so einer Situation war er wahrlich noch nie gewesen.
"Wenn du etwas zu essen bekäme, hätte ich vielleicht genug Kraft, um deine Fragen zu beantworten."

Raad
08.07.2012, 21:52
Das Stöhnen aus dem Mund des Magiers erinnerte nur entfernt an klare Worte. Aber sie waren noch verständlich. Gerade so.
Raad rief eine vorbeilaufende Klinge zu sich. Ein ihm nur wenig bekanntes Gesicht. Der Name mochte ihm in diesem Augenblick nicht einfallen. Und der Blick des dunkelhaarigen Mannes verriet ihm, dass er eine große Unsicherheit barg.

„Besorg mir bitte etwas zu essen. Genug für zwei. Brot, Käse, Wurst, Obst. Scheiß egal, was. Nur beeil dich.“, forderte Raad die Klinge auf, die alsbald tat, wie ihr geheißen worden war. Es dauerte nicht lange. Bloß einen kurzen Moment, in dem der Leiter das Schweigen vorzog. Schließlich trat der Gesandte zurück an seine Seite und reichte ihm Brot und ein Stück gebratenes Fleisch.

„Danke.“, sprach Raad und brach etwas Brot ab, dass er Lopadas vor den Mund hielt, „Mein Name ist Raad, Lopadas. Was führt euch an diesen Ort?“

Onyx
08.07.2012, 21:54
"Na dann..wär die Sache wohl geklärt. Artifex - wir gehen es wie gehabt an. Faren beweg deinen Hintern da hin und du Späher eben dort hin. Vor der Burg halten wir und sammeln uns alle. Ich hoffe die erkennen ein waldvölkisches Horn, wenn es mal erklingt.", sprach Jarvo und gab an sein Kommando Zeichen zum ausschwärmen. Jetzt galt es wieder die Anspannung in sich hervor zu holen und wachsam zu sein.

Onyx hatte da keine Mühen. Viel mehr hoffte er, heute noch irgendwem in den Kopf zu schießen. All der Aufwand, all das aufpassen und rumschleichen für nichts? Als Jäger machte man dann mit etwas Glück eine ordentliche Beute.
Ihr Späher ging dann los, während das Jagdkommando den Jägern aus Schwarzwasser noch kurz nachblickte. Vielleicht unterschätzte man sie ja und sie waren doch ganz nützlich am Ende dieser Offensive. Vielleicht auch nicht.

Artifex gab Zeichen und man verteilte sich wieder. Es ging weiter und Schritt um Schritt wurde die Burg größer und sichtbarer.

Lopadas
08.07.2012, 22:01
Langsam kaute der Feuermagier das ihm gereichte Brot. Es war trocken und ließ sich daher nur schwer kauen, aber auf etwas anderes durfte er als Gefangener wohl nicht hoffen. Wahrscheinlich war dies bereits eine besonders gute Behandlung. Er wusste nicht, wie normalerweise mit Kriegsgefangenen umgegangen wurde. Nur hoffte er, dass es nicht schlimmer werden würde. Unter Schmerzen versuchte der Schriftgelehrte den klebrigen Brei hinunter zu schlucken, um antworten zu können.
"Wir sind nicht zufällig hier.", brachte er so gut es ging hervor, "Auch wenn es nicht die Absicht war, euren Angriff zu verhindern."
Kurz ließ er den Kopf wieder hängen. Er versuchte Reste des Brotes zu schlucken, um freier reden zu können.
"Wir suchten einen Wassermagier. Aber die Störung des Gefüges war groß genug. Ich konnte den Angriff bereits im Bluttal fühlen. Etwas Wasser bitte."

Raad
08.07.2012, 22:08
Der Schwarzhaarige tat, worum er gebeten worden war und goss neuerlich Wasser in den Mund des Feuermagiers. Genug, bis dieser auch zu verstehen gab, dass er nicht mehr brauchte. Zumindest im Augenblick nicht. Stattdessen nahm er sich des zweiten angebotenen Brotstückes an, während Raad seinerseits auf einer Kante herum kaute.

„Keine Absicht. Das kommt wohl auf den Blickwinkel an. Wenn ihr euch entschieden habt, nachdem ihr dieses Störungsdings gespürt habt, zu kommen, war dies eine bewusste Entscheidung. Ich würde Absicht unterstellen.“, entgegnete der Schwarzhaarige mit einem breiten grinsen, dass weniger böse war, als man es hätte erwarten können. Tatsächlich wollte der Leiter dem Gefangenen nichts Schlechtes, solange er sicher war, dass er keine Magie wirkte.

„Grenzt es nicht ein wenig an Wahnsinn, mit so vielen unausgebildeten Männern zu versuchen, hier etwas zu bewegen? Wie viele waren es? Zwanzig? Dreißig? Und wie habt ihr es geschafft, unserem Mann vorzutäuschen, dass ihr mehr wäret?“

Adson Muller
08.07.2012, 22:09
Adson war mit den ersten Jagdkommandos, trotz seiner schmerzenden Glieder und plattgetretenen Füße. Schwerfällig war er dem Trupp der Waldler hinterhergeeilt, hatte mehrmals fast den Anschluss verpasst, doch immerwieder aufschließen können. Jede Pause schien ihm wie eine Erlösung, nur war sie meist viel zu schnell vorbei.

Nach schier endlosem Laufen hatte man endlich die Türme der Burg in der Ferne erblickt. Die Truppen aus Tooshoo hatten sich verteilt und begannen die Umgebung zu erkunden, doch Adson hatte andere Ziele. Der junge Söldner wollte seinen Kameraden schnellmöglich die gute Nachricht bringen und trennte sich so von den Jägern und Waldläufern.

Vorsichtig schleppte er sich voran, müde und kraftlos, doch versuchte er wenig Lärm zu machen und handelte mit höchster Vorsicht. Er überquerte die Brücke, welche südlich der Burg über einen Gebirgsbach führte und schlich nahe an den Felsen entlang, auf welche sich die Westmauer der Silberseeburg stütze. Adson lauschte, es war still. Kein Kampfeslärm, kein Schreie, keine klirrenden Waffen. War das ein gutes Zeichen? Adson hoffte es und ging vorsichtig weiter. Endlich erreichte den Aufgang zur Burg. Anstelle des Tores war behelfsmäßig eine Mauer errichtet worden, um den Burghof zu schützen. Bald wurde Adson von Wachen angesprochen. Der junge Schreiner war erleichtert, als er den Wächter als einen der Söldner Setarrifs erkannte. Dieser konnte sich ebenfalls an Adson erinnern und ließ ihn ein.

Erschöpft, aber stolz, stand Adson am Rand des Burghofes. Er hatte seinen Auftrag erfüllt, er lebte noch und alle Körperteile befanden sich am zugehörigen Platz. Sein Blick fiel auf ein eigenartiges Gestell, an welches ein Mann befesselt war. Bei diesem entdeckte Adson den schwarzhaarigen Mann, der ihn gen Tooshoo geschickt hatte. Er näherte sich, blieb mit einigen Schritten Entfernung stehen und räusperte sich.

Myra
08.07.2012, 22:10
Gelassen blickte Keks aus seiner Gürteltasche und kaute gemütlich auf einem frischen Grashalm herum, den Myra ihm gerade geistesabwesend gereicht hatte. Sie hörte den anderen Leuten zu, alsob die irgendetwas sinnvolles sagen würden. Für Keks waren die Laute, die sie von sich gaben, nur nervtötend. Wären Menschen dazu in der Lage gewesen lautlos zu kommunizieren, wäre die Welt ein besserer Ort gewesen. Doch plötzlich erhob sich aus eine Freundin, um etwas zu sagen. Wenigstens war ihre Stimme gewohnt und angenehm.
"Ich werde mich keinem der Jagdtrupps anschließen. Vielmehr werde ich versuchen die kleinen Jungs etwas zu ärgern. Als Späher bekomme ich sicherlich die beste Gelegenheit dazu.", sagte sie kraftvoll, um auch von jedem hier ernst genommen zu werden.
Normalerweise hielt sie sich aus so großen Sachen raus, aber etwas in ihr hatte sie dazu gedrängt. Manchmal keimte in ihr der Wunsch etwas Beute zu machen. Hier und da ein kleines Opfer in Seide einzuwickeln und langsam auszusaugen. Früher hätte sie solche Gedanken als Hirngespinst abgetan, doch früher hatten sich solche Gedanken nicht zu wahren Trieben entwickelt, die ihr Handeln bestimmten. In geduldiger Erwartung auf den morgigen Tag klopften ihre schwarzen Fingernägel im Takt eines Rhytmus auf das Holz des Armbrustschaftes.
Nachdem sie ihren Willen also kund getan hatte, drehte sie sich um und steuerte eines der wenigen bekannten Gesichter an. Langsam trat sie an Keala heran.
"Wenn du Glück hast, wirst du morgen vielleicht bereits etwas von dem anwenden können, was ich dir beigebracht habe.", sagte die Grünhaarige nicht ohne jeden Stolz.

Artifex
08.07.2012, 22:14
So kauerten sie also nun in der Uferböschung am Ostufer des Silbersees und sahen vor sich den kleinen Bach, der sie von der von den Setarrifern eroberten Burg trennte. Der stellvertretende Hauptmann des Waldvolks rief sich nochmal in Erinnerung wie sie überhaupt hierher gelangt waren...

Begonnen hatte alles mit einem Boten des Königlichen Allianz der von einem Schwarzen begleitet worden war. Der ehemalige Hüter des Glaubens hatte dem Treffen welches anberaumt wurde im Hintergrund beigewohnt und würde gemeinsam mit den anderen aus dem Kriegsrat über die Situation von dem Boten, einem gewissen Admus, informiert. Gepaart mit Berichten von ihren eigenen Spähern, dass zwei ihrer Leute von den Königstreuen Truppen gehängt wurden, war recht schnell klar wie die Sache ausgehen würde. Es kam in der Tat wie es kommen musste und nach einer sehr, sehr kurzfristig anberaumten Generalversammlung des Waldvolks waren sie bereits in verschiedenen Jagdtrupps ausgeschwärmt. Nach einem kurzen Zwischenfall am südöstlichen Ufer des Sees wo sie einige ihrer Frischlinge und frischgebackenen Jäger, sowie auch Keala selbst aufgegrabbelt hatten waren sie nun hier.

"Aufgepasst, wenn wir diesen Bach da vorne überqueren, lasst höchste Aufmerksamkeit walten, denn da vorne geht es hoch her wie ihr sehen könnt!", zischte der stellvertretende Hauptmann seinen Untergebenen noch zu, ehe er das lautlose Kommando zum vorrücken gab. Einer nach dem anderen überquerten sie die hölzerne Konstruktion, die über den Bach führte, die Jäger in ihrer Mitte sicherten ihre Flanken mit ihren aufmerksamen Augen ab, während die Nahkämpfer, unter ihnen der Lehrmeister der Körperbeherrschung selbst vorpirschten.

Es dauerte nicht lange, da traf Artifex mit Jarvo, der einen der anderen Trupps angeführt hatte, vor den Toren der Burg ein. Hierauf stieß Jarvo in sein berühmt-berüchtigtes Jagdhorn und die Waldvölkler kamen...

Lopadas
08.07.2012, 22:19
"Kein Wahnsinn.", sagte er kurz, "Unsere einzige Chance ein paar unserer Männer die Flucht aus der Burg zu ermöglichen."
Er kniff die Augen zusammen, als eine weitere Welle des Schmerzes seinen Körper durchzog. Auch wenn das Gespräch etwas Ablenkung verschaffte und das Wasser sein Bewusstsein langsam wieder aus den Tiefen der Ohnmacht hervorholte, konnte nichts die Schmerzen vollends vertreiben.
"Euren Soldaten haben wir bei der Schlucht aufgegriffen.", sein Atem ging schwer, während er versuchte sich seinem Selbstbewusstsein entsprechend zu artikulieren, "Innos verteilt viele Kräfte an die, die Ordnung und Frieden wünschen."
Der Schriftgelehrte hustete, da ein trockenes Stück Brot unverhofft einen Weg in seine Luftröhre gesucht hatte. Mit einem Schluck Wasser beruhigte sich der Husten wieder.
"Der Soldat war offen für das Wort Innos'. Er vernahm es und kehrte zu euch zurück."
Kurz blickte Lopadas auf, um die Reaktion seines Gegenübers zu vernehmen. Da sah er schräg hinter demjenigen, der sich als Raad vorgestellt hatte - erst jetzt kam die Information wirklich in seinem Bewusstsein an -, stand eine weitere Person. Beim besten Willen konnte der Feuermagier diese nicht wirklich erkennen und er hoffte auch, es nicht zu müssen. Es genügte seinem Geist sich unter all dem Schmerzen nur mit einer Person zu unterhalten.

Raad
08.07.2012, 22:29
Raad lachte bitter auf. Hatte er zuvor noch begonnen, so etwas wie Mitleid oder Sympathie für diesen Mann zu entwickeln, verschwand beides nun. Ausgelöscht durch die Worte, die über die Lippen des Magiers drangen.

„Warum sind eigentlich alle Magier so gut darin, Worte und Vorstellungen derart zu verdrehen, dass es auf unsinnige Weise wieder so etwas wie Sinn ergibt.“, grollte der Schwarzhaarige und schüttelte resigniert den Kopf. „Ich schätze, aus dir wird man auf Dauer nicht viel mehr herausbekommen, als dass Innos groß ist, sein Wort gerecht und alle, die sich ihm widersetzen, von seinem brennenden Atem verschlungen werden. Blah Blah. Das übliche Gejammer und die üblichen Ausflüchte. Würdest du wirklich Frieden und Ordnung wollen, würdest du keinen König unterstützen, der die ganze Welt zu erobern versucht. Das wird immer für Krieg sorgen. Immer. Euer Frieden ist eine bloße Illusion mit letzter Tinte auf staubigem Pergament gepresst. Euch fehlt der Blick für die Realität.“

Raad schüttelte den Kopf und beließ es dabei. Der Mann hinter ihm räusperte sich erneut. Und gerade, als der Leiter sich ihm zuwenden wollte, erscholl aus der Ferne donnernd der Klang eines Jagdhorns.
„Adson.“, erinnerte sich der ehemalige Assassine laut an den Mann, dem er aufgetragen hatte, ihre Verbündeten zu holen. Und es bedurfte keiner Worte, um zu erkennen, dass er dies geschafft hatte, wenn Raad das Horn richtig deutete.

„Gut gemacht. Du scheinst zu etwas zu gebrauchen zu sein.“, lobte der Leiter und nickte dem Söldner zu, ehe er zum Tor eilte.

Keala
08.07.2012, 22:31
Wie angemeldet hatte sie sich zu Mertens in die Nachhut begeben und lief nun mit, wenn auch nicht als Späherin voraus oder so. Noch waren ihr für sowas die Wurfdolche zu schade, und im Tierstimmen-Nachahmen brauchte sie noch Übung. Auch Myra war hier zu finden, aber schon bald, nachdem Kea die Schneiderin entdeckt hatte, beschloss diese, der gesamten Gruppe deutlich zu machen, dass sie sich dem Jagdkommando nicht anschließen würde, sondern als Späherin in den Einzelkampf gehen würde. Anschließend sprach die Schneiderin Kea an, und die Schlosserin riss ihren Blick von den unheimlichen schwarzen Fingernägeln los. Sie lächelte; der Säbel hing in seiner Scheide an der rechten Seite ihres Gürtels, bereit, mit der linken Hand gezogen zu werden. Dafür hatten die Wurfdolche an der linken Seite des Gürtels mehr Platz und konnten schneller gezückt werden, einen Vorteil hatte das Ganze schon mal. Nur ob sie den Parierdolch mitnehmen sollte ... da war sie unentschlossen gewesen, als sie mit Nuolen und Lankas eingeteilt worden war. Sie hatte ihn schließlich doch mitgenommen, aber nicht am Gürtel. Wenn sie die Waffenhand wechseln konnte, war der Dolch unnütz, es sei denn, sie könnte beide Waffen schnell wechseln, aber sie war doch keine Jongleurin. Mal davon abgesehen, dass man die Parade mit dem Dolch lange üben musste, egal mit welcher Hand, das hatte sie schon ausprobiert.
»Ich bin gespannt, wie es laufen wird, obwohl ich weniger mit direkten Zweikämpfen rechne. Zumindest bin ich damals zum Waldvolk gekommen, weil ich nicht mehr in Schlachten reingezogen werden wollte ...«
Die Stimme der Schlosserin verklang, und sie schüttelte den Kopf. Myra würde sich wohl kaum für ihre Lebensgeschichte interessieren. Sie erinnerte sich gut daran, wie befremdlich es ihr vorgekommen war, als dieser Kerl, den sie kaum ein paar Minuten gekannt hatte, angefangen hatte, ihr seine gesamte Lebensgeschichte vorzubeten. Nicht, dass sie Elderus danach wieder gesehen hätte oder so. Infolgedessen beschloss Kea, damit nicht erst anzufangen.
»Hast du denn schon eine Ahnung, wann deine Modeschau sein soll? Ich kann mir nicht vorstellen, dass du ein Kleid schneidern kannst, ohne meine Maße zu kennen, und bisher hattest du danach nicht gefragt«, erkundigte Kea sich schließlich lächelnd, wechselte das Thema.
Weiter vorn erklang ein Horn, und ehe sie es sich versah, hielten die vor ihr an. Kea war so in ihre Erinnerungen und Überlegungen vertieft gewesen, dass sie nicht gemerkt hatte, dass sie direkt auf die Burg zugegangen waren, nun sammelten sich die Kämpfer des Waldvolks am Tor.

Karad
08.07.2012, 22:46
Da waren sie nun endlich, die Verstärkung für die Soldaten an der Büßerschlucht. Karad und mehrere andere Soldaten der Stadtwache wurden heute Mittag von Oberst Manks los geschickt um die Kameraden zu unterstüzen. Denn die feigen Setariffer wollten die Burg zurück, die aber rechtmäßig König Rhobar dem Dritten gehörte. Völlig von diesem Angriff überrascht, waren die tapferen Männer nun zurück in die Büßerschlucht geflüchtet, wo sie nun versuchten das Bluttal zu verteidigen.

An der Front angekommen, bemerkte man sofort die katastrophale Situation. Viel zu wenige Männer, mussten eine viel zu breite Schlucht, gegen eine viel zu große Armee verteidigen. Da kamen sie ja im rechten Moment.

Da der Jäger über die Verstärkung, die Teils aus erfahrenden Speer- und Schwertkämpfen und Teils aus Bogenschützen bestand, die Befehlsgewalt von Oberst Mansk erhalten hatte, machte er sich sofort auf die Suche nach Flarke. Doch den fand er zu Zeit nicht, aber eine anderes bekanntes Gesicht entdeckte der Schütze. Zwar fiel ihm der Name im Moment nicht ein, wusste aber, dass es sich um einen hochrangigen handelte.

"Für den König!" In dem Moment fiel ihm auch der Name wieder ein. Kerdric hieß der Mann und war Ausbilder bei der Tour durchs Bluttal gewesen. "Ich glaube, ihr braucht ein wenig Unterstüzung. Oberst Mansk hat uns geschickt. Wie können wir helfen?"

Myra
08.07.2012, 22:47
"Ich habe noch keinen festen Termin, falls du das meinst.", erwiderte die junge Schneiderin und würdigte der Silberseeburg nur einen kurzen Blick, denn sie hielt nicht viel von solchen Bastionen, "Aber ich werde dir natürlich so früh wie möglich Bescheid geben, damit du dich vorbereiten kannst. Du brauchst dir keine Gedanken machen, das übernehme ich für dich. Das einzige, was du für mich tun musst, ist eines meiner Kleider tragen und einmal über einen langen Steg laufen. Keine große Sache.
Aber natürlich hast du recht damit, dass ich noch deine Maße benötige. Das Kleid soll selbstverständlich perfekt sitzen."
Kurzerhand kramte Myra in einer ihrer Taschen herum. Obwohl sie sich auf einem Kampfeinsatz befand, hielt sie es dennoch für notwendig ihre wichtigsten Utensilien dabei zu haben. Zum einen, weil sie Angst hatte, dass irgendein Langfinger ihr bestes Schneiderwerkzeug stehlen könnte und zum anderen, weil es sie einfach beruhigte, wenn sie wusste, dass sie zur Not einen Gegner mit den Fäden einwickeln und mit den Nadeln stechen konnte. Neben diesen Werkzeugen fand sie auch ihr kleines, tragbares, feinsäuberlich eingewickeltes Maßband.
"Wenn wir etwas Zeit haben, kann ich kurz deine Maße nehmen. Und falls du irgendwelche individuellen Wünsche zwecks deines Kleides hast, nur raus damit, vielleicht kann ich sie ganz gut verwerten."

Orthego
08.07.2012, 22:53
Die kalte Nachtluft stieg Orthego in die Nase, gemischt mit dem markanten erdigen Geruch der Kräuter und Pflanzen, mit denen er sein Gesicht und seine Hände und seine Kleidung beschmiert hatte. Gleichmäßig atmete er ein und aus. Sein gesamter Körper war angespannt, höchst wachsam, bereit, jeden Moment zuzuschlagen, oder im Schutz der Dunkelheit wieder zu verschwinden. Er wusste nicht, was passieren würde und rechnete somit mit allem.

Er hatte es kaum mitbekommen, da war es bereits wieder unklar, ob er den morgigen Abend noch erleben würde. Es war ein merkwürdiges Gefühl, wieder in den Kampf zu ziehen, Teil einer Offensive zu sein. Teils war es ein Anflug von Beklemmnis, die er ab und zu verspürte, teils belebte ihn die herrschende Unsicherheit, das Risiko, das über jedem seiner Schritte lastete. Es befreite ihn.

Den Bogen fest umklammert, die andere Hand auf dem Schwertknauf ruhend, stand Orthego nun vor den zerschlagenen Toren der Burg. Der Ruf von Jarvos Jagdhorn war bereits verhallt und über die Szenerie legte sich erneut eine Schwere von nächtlichen Naturgeräuschen und erwartungsvollem Schweigen. Der Waldläufer hätte schwören können, die Herzschläge seiner Nachbarn vernehmen zu können.
Von dem einst wohl prächtigeren Tor zum Inneren der Burg war nicht mehr viel übrig. Es ist ersetzt worden durch eine behelfsmäßig zusammengeflickte Palisade, um den nötigsten Schutz bieten zu können. Zahlreiche Blicke waren fixiert darauf. Dabei konnten sie es sich nicht leisten, sich derartig nervös machen zu lassen…

Da schließlich bewegte sich etwas in der Dunkelheit an der Palisade. Schritte ertönten, Figuren tauchten aus dem Inneren der Burg auf.

hoffi
08.07.2012, 23:03
Es war noch gar nicht so lange her, als sie von den anderen Waldlern aufgegriffen wurden und nun war hoffi so etwas wie ein Teil einer Offensive geworden. Jetzt stand er mit den anderen vor der Silberseeburg und wartete, nachdem Jarvo in ein Jagdhorn geblasen hatte. darauf das etwas passierte. Zwar war der Langhaarige schon einmal in der Burg gewesen, doch damals sah sie noch wesentlich besser aus, wenn das für eine Stadt überhaupt möglich sein konnte.
Der Jäger war jeder Zeit bereit seinen Bogen zu ziehen um sich gegen möglicherweise nähernde Feinde verteidigen zu können, doch das war scheinbar noch nicht nötig, da sich etwas im dunkeln der Burg bewegte. Und sofern hoffi alles richtig verstand waren die Leute in der Burg ihre Verbündeten, zumindest noch.

Kerdric
08.07.2012, 23:04
Verstärkung! Endlich Verstärkung! Wie lange war es her, dass sie im Bluttal auf den Boten aus der Burg getroffen waren, der sich auf dem Weg nach Thorniara befunden hatte? Kerdric kam es wie eine Ewigkeit vor, dass sie die Neuigkeiten vom Angriff erfahren hatten und daraufhin schnell nach Süden geeilt waren, eine Ewigkeit, in der auch in Thorniara Männer bereitgestellt worden sein mussten.
»Karad!«, begrüßte er den Mann, der ihm die guten Neuigkeiten von der Verstärkung überbrachte. Mit weit aufgerissenen Augen ließ der Ausbilder den Blick über die eingetroffenen Soldaten schweifen. Dutzende Männer mit Schild, Schwert, Bogen und Speer, und diesmal keine Rekruten, die zwar mit einer Waffe umgehen konnten, dies jedoch noch nie in der Hitze des Gefechts getan hatten, sondern ausgebildete Soldaten. Wie viele hatten sich nun hier am Nordende der Schlucht insgesamt versammelt, achtzig? Davon natürlich einige verletzt … Zumindest annähernd sollte das hinkommen.
»Für den König! Für Innos!«, fuhr Kerdric erleichtert fort. »Bei Innos, ihr kommt gerade rechtzeitig. Die Setarrifer haben die Burg erobert, wir konnten es nicht mehr verhindern. Gestern gab es einen Überraschungsangriff, wir haben einige Verletzte.« Er deutete auf die Schlucht, hinter der irgendwo die Burg lag. »Aber wir halten sie noch … und mit diesen Männern umso besser. Wir sollten versuchen, den Ausgang noch besser zu befestigen, so gut es hier eben geht. Dann können wir zumindest das Bluttal halten, ohne uns bis nach Thorniara zurückziehen zu müssen.«

Raad
08.07.2012, 23:17
Raad erreichte das Tor. Stein fasste eine provisorische Holzpalisade. Die Lücken in der Mauer waren von den Wassermagiern wieder geschlossen worden. Sie behaupteten zwar, der Stein hätte nicht die gleiche Stabilität wie jener, den bloße Hände setzen konnten. Aber für Raad wirkte es so, als sei der Stein Stein und nicht irgendetwas anderes. Jedenfalls hatte er seinem Druck mit der Hand nicht nachgeben können. Und auf der Gegenseite befanden sich keine Erdmagier. Wohlmöglich war die Sache damit ausreichend diskutiert.

Der Leiter der Akademie trat näher an die Palisade heran. Die wachhabenden Männer schauten ihn an und deutete nach draußen, indes sie berichteten, was Raad schon wusste. Ja, dort traten Gestalten aus der Dunkelheit auf den Pfad zur Burg hinauf. Und es waren keine Krieger in Rüstung. Die Kolonne zog sich überdies noch den südlichen Weg hinauf.

„Lasst sie ein!“, forderte Raad die Wachen auf. Sodann beeilten diese sich, das Holz vor dem Tor zu entfernen. Die ersten Männer des Waldes traten näher. Niemand, den der Schwarzhaarige auf Anhieb erkannte.

„Willkommen in der Silberseeburg!“, hob Raad seine Stimme, dass die Ersten ihn verstehen konnten, „Ihr seid die, die unseren Ruf gehört haben?“

Karad
08.07.2012, 23:18
Karad ließ sich die derzeitige Situation von Kerdric beschreiben. Es stand schlecht um die Soldaten, aber jetzt waren ja sie hier und dem Ausbilder konnte man anmerken, dass er darüber sehr froh war.
Es gab einge Verletzte und jetzt wurde dem Jäger erst wirklich klar, wie feige diese Setariffer waren.

"Argh! Schon wieder haben diese elenden Schweine uns hinterrücks angegriffen. Da fragt man sich doch glatt, ob sie es nur auf diese Weise können. Rhobar müsste einfach mal die ganze myrtanische Armee antanzen lassen und schon wäre dieser möchtegern König nur noch ein reudiger Köter...."

Der Soldat atmete tief ein, bevor er sich wieder besah. "Tschuldigung, dass musste gerade einfach mal rausgelassen. Gut dann werde ich den Männern mal Bescheid geben, dass sie die provisorischen Befestigungen verstärken sollen. Außerdem frage ich gleich auch mal nach, ob sich ein paar ehemalige Barbiere unter den Soldaten befinden, wäre jedenfalls für die Verletzten ein Segen. Ach ja hast du Flarke irgendwo gesehen? Muss mich auch noch bei ihm melden, Vorschrift und so?"

Keala
08.07.2012, 23:22
»Oh, ich schätze, die Vorbereitungszeit werde ich brauchen. Kleider bin ich einfach nicht gewohnt, und ich will nicht auf den Saum treten oder am Ende gar dein Werk ruinieren«, gestand Kea.
Die Frau vom Fach musste entscheiden, ob die Zeit reichte, um Maße zu nehmen. Kea selbst zog es vor, das nicht zwischen Tür und Angel zu machen, immerhin war es ja auch nicht mehr so hell, Licht hin oder her. Beim Lager wäre eine gute Gelegenheit, aber weniger, wenn man vor einer Burg stand und auf Einlass wartete. Die Schlosserin ließ sich Myras Worte durch den Kopf gehen. War da noch etwas anderes? Wenn ja, wäre dies eine selten gute Gelegenheit.
»Was das Kleid angeht, habe ich keine speziellen Wünsche. Ich kenn mich damit ja nicht so gut aus, und ich hab auch nicht vor, über das Kleid eine Rüstung anzuziehen und dann auf große Kämpferbraut zu machen. Ich bin Jägerin, ich brauche Bewegungsfreiheit und ich lande im Dreck - dafür ziehe ich doch sicher kein Kleid an!«
Sie schaute sich verstohlen um, konnte aber keine in Kleider gewandeten Barbarinnen mit Keulen sehen. Ein absurdes Bild!
»Aber ich habe eine andere Bitte, unabhängig vom Kleid. Obwohl, vielleicht ließe sich das mit der Modeschau kombinieren, aber für mich persönlich ist diese Fingersache auch wieder nicht so schlimm - wobei mir einfällt, es wäre gut, wenn das Kleid Ärmel hätte, so dass zumindest die Oberarme bedeckt sind. Die Orks sind mit denen nicht so pfleglich umgesprungen, und das möchte ich wirklich nicht zeigen. Jedenfalls hätte ich gern Handschuhe, von denen der rechte auf den fehlenden Finger angepasst ist, möglichst so, dass die Naht nicht auf dem Stumpf scheuert. Falls das nicht zur Modeschau zählt, nenn einen Preis oder einen Gefallen als Gegenzug, und ich werde mich erkenntlich zeigen.«
Vor ihnen schien sich etwas zu tun, jemand raunte, man ließe sie in die Burg. Kea stellte sich auf die Zehenspitzen, sah allerdings nichts, nur den Schatten auf der Burg.

Freiya
08.07.2012, 23:25
Erleichterung durchströmte die junge Frau, als sie hörte und dann auch sah, dass nicht wenige Männer zur Schlucht gekommen waren. Doch als ihr Blick wieder sank, war die Erleichterung gewichen. Sie hatte keinen Heiler ausgemacht und der Prior war verschwunden seit dem Angriff der Setarrifer. Wahrscheinlich hatten sie ihn verschleppt.
"Bitte, einen Schluck Wasser", röchelte der Junge vor ihr. Er hatte eine große Wunde am Bauch davon getragen und fieberte nun, trotz dass jemand die Wunde ausgebrannt hatte. Freiya nickte und reichte ihm den Becher, den sie in ihrer Hand gehalten hatte. Sie wollte ihm das Wasser schon eher reichen, doch die Ankunft der Verstärkung hatte sie abgelenkt.

"Schön langsam trinken", sagte sie und half dem Verletzten dabei.
Es war ein grausiger Anblick, einer hatte seinen Unterarm verloren, ein anderer hatte einen zertrümmerten Kiefer. Wenn nicht bald der Prior auftauchte, waren die beiden Soldaten verloren.
Die Rothaarige kannte diese Situation, sie wusste, wie sie wenigstens ein bisschen helfen konnte. Der Eroberungskrieg auf dem Festland hatte ihr die nötige Erfahrung gegeben, auch, wenn sie hätte darauf verzichten können. Aber auch hier wurde jede Hand gebraucht.
Immer noch war nicht geklärt, warum die sieben Männer sich hatten gegen ihre 30 gestellt. Leider hatten sie dies mit großem Erfolg getan. 8 ihrer Männer waren gefallen. Aber immerhin hatten sie auch einen der Angreifer töten können.

"Leg dich hin, schlaf mal, da drüben gibts auch was zu essen", sagte Willbor, der sich zu Freiya heruntergebeugt hatte. Er selber hatte keinen Lazarettdient geleistet, das war nichts für ihn. Die Rothaarige stand auf.
"Du hast recht."
Aber ob sie schlafen würde können, wusste sie nicht, auch, wenn die erschöpfung schon längst Besitz von ihr ergriffen hatte.

Kerdric
08.07.2012, 23:40
Kerdric nickte zufrieden; mehr Männer, die Wache halten konnten, mehr für den Ausbau der Barrikade – viel Werkzeug hatte natürlich auch die Verstärkung nicht dabei, so dass die Barrikade vorerst sehr provisorisch bleiben würde. Die Dinge besserten sich langsam, jedenfalls soweit das unter den aktuellen Umständen möglich war. Vielleicht konnte er in dieser Nacht ruhiger schlafen, weil er nicht fürchten musste, von den Rebellen niedergemetzelt zu werden.
Andererseits … da waren immer noch die Magier. Die verdammten Wassermagier, und ausgerechnet der Priester Innos’ war, wie sich herausgestellt hatte, in die Hände der Feinde gefallen. Ohne magische Unterstützung würden die Männer hier einen schweren Stand haben, sollten sich die Wassermagier Adanos’ und Beliars zu einem Angriff entschließen. Und so blieb immer noch offen, was geschehen würde, das hing von den Entscheidungsträgern in Thorniara ab. Rückzug in Richtung der Stadt und Aufgabe des Bluttals? Verteidigung der Schlucht, um weitere Verluste zu verhindern? Ein entschlossener Gegenangriff, um die Festung sofort zurückzuerobern? Bald würde es sich zeigen.
»Flarke … er ist … hier irgendwo«, erwiderte der Ausbilder und blickte sich suchend um. Er war sich sicher, dass der Hauptmann noch lebte, konnte ihn aber auch nicht entdecken. »Na ja, du wirst ihn schon früher oder später finden. Die Verstärkung ist da, das ist die Hauptsache, und das wird ihm ja auch nicht entgehen. Ansonsten sind auch noch Sir Rodeon und Ravenne hier …«

Myra
08.07.2012, 23:42
Bevor Keala zusammen mit den anderen die Burg betrat, nahm Myra ihre Schülerin nocheinmal zur Seite.
"Wenn wir mit der Sache hier fertig sind, werde ich mal schauen, was ich machen kann. Ich kann mir vorstellen, dass es dir schwer fällt mit einem solchen Makel herumzulaufen. Eine Frau sollte soetwas nicht durchleben müssen. Die Handschuhe gehen selbstverständlich auf meine Kosten. Betrachte es als einen Akt kosmetischer Nächstenliebe. Zeig mir kurz mal deine Hände."
Vorsichtig nahm die Grünhaarige die Hände ihrer Schülerin in ihre. Dabei versuchte sie nicht die Haut mit den spitzen Fingernägeln zu verletzen. Im schwachen Licht einiger Fackeln nahm sie die Hände unter Begutachtung. Dieses Bild reichte bereits aus, um am Ende ein paar passende Handschuhe zu nähen.
"Gut. Komm einfach nach dem Spaß zu mir. Aber jetzt muss ich mich verabschieden. Der Wald im Tal wartet auf Keks und mich. Ich wünsche dir viel Glück. Der Schläfer sei mit dir und halte dich am Leben."
Kurz nickte die Grünhaarige ihrer Schülerin zu und wandte sich dann ab. Während Keala nun mit den anderen des Jagdkommandos in der Burg den morgigen Tag abwartete, musste sich Myra einen günstigen Platz im Tal suchen. Den Weg direkt durch die Schlucht konnte sie nicht nehmen, dort warteten die Männer Rhobars. Sie hoffte einen sicheren und schnellen Weg zu finden, denn schließlich wollte sie ausgeruht sein. Als sie loslief, hörte sie bereits ein Schnarchen aus ihrer Gürteltasche. Keks war wie immer unbeeindruckt von der ganzen Situation.

Faren
08.07.2012, 23:45
Als die Jagdkommandos zusammengestellt wurden hatte sich Faren ohne zu zögern als Späher gemeldet, seine Erfahrung als Jäger und sein Geschick sich lautlos durchs Unterholz zu bewegen, schienen ihm die besten Voraussetzungen für diese Aufgabe zu sein. Außerdem würde er die Waldläufer so nicht mit seiner Unerfahrenheit in Waldvölkischer Kriegsführung behindern, so wie es bei vielen der anderen Wächter die sich in einem Anflug von Übermut gemeldet hatten der Fall sein würde. Es war nicht so das er den Mut dieser Männer nicht respektierte, aber Faren hatte genug Erfahrung als Krieger um sowohl seine eigenen Stärken und Schwächen als auch die anderer ohne Beschönigung zu akzeptieren, und diese Männer besaßen einfach keine echte Kampferfahrung. Es war eine Sache einen betrunkenen Randalierer zu überwältigen, auf dem Übungsplatz zu trainieren oder auch eine Sumpfratte zu erschlagen, aber es war etwas vollkommen anderes gegen ausgebildete, abgebrühte Soldaten anzutreten.
Als die Jagdkommandos auf die Jägertruppe getroffen waren war der Einäugige unterwegs gewesen und hatte gerade die Brücke zur Burg ausgespäht, und als er schließlich zurückkehrte zu seinem Erstaunen Keala und einige andere Grünschnäbel aus Tooshoo beim Trupp vorgefunden. Allerdings war ihm keine Zeit geblieben seine Gefährtin zu begrüßen oder ihr zumindest irgendwie seine Anwesenheit zu signalisieren, denn Jarvo hatte sogleich wieder den Befehl zum Aufbruch gegeben und so hatte sich Faren wieder in Dickicht schlagen müssen.

Als er die Burg schließlich erreichte blieb der Hüne in Deckung, verspürte er doch nur wenig Lust darauf von einer paranoiden Wache mit Pfeilen gespickt zu werden, und wartete darauf das sich die Jagdkommandos vor der Burg sammelten. Als Jarvo in sein Jagdhorn bliess verließ der Einäugige seinen Spähposten, mischte sich unter die Krieger des Waldvolkes und wartete wie alle anderen darauf das sich die Tore öffneten, welche nach recht kurzer Zeit auch unter scharrenden Geräuschen aufschwangen.

Ornlu
08.07.2012, 23:59
"Bewahre. - Wenn ihr die Burg halten könnt, seid ihr sicherlich nettere Nachbarn als die Myrtaner die unsere Leute auf dem Festland und nun auch hier hängen. Aber genug davon. Nur Taten zählen am Ende. - Raad, nicht wahr? Ich bin Jadewolf und an Jarvo wirst du dich sicher auch noch erinnern. Ich glaube wir hatten mal über Zusammenarbeit in Tooshoo geplaudert. Nun ein paar der besten Bögen des Festlandes und Argaans begleiten uns und der Rest kann auch ein wenig mit Waffen umgehen. Sollte hoffentlich genügen.", meinte Ornlu als sie in den Burghof dann schritten. Es roch nach Blut und aufgeschlitzten Gedärmen. Da war Ornlu der Sumpf bei schwüler Hitze lieber.

"Bewahre, Drakk! Nette Rüstung.", kommentierte der Druide, der dann von diesem Riesen stutzig angeschaut wurde. Doch man kannte sich von einem Gespräch aus Tagen wo Nordmar und Silden so waren, wie man es in guten Erinnerungen hatte. Die Jagdführer um Jarvo kamen hinzu.

"Bewahret, Setarrifer! Ich bin Mertens. Das ist Jarvo unser Anführer, Artifex der Hauptmann, Ricklen, Orthego und der hier wird Jadewolf genannt oder auch Ornlu der Hetzer, wenn ihr etwas in Myrtana schon herum gekommen seid. Wir bringen mit was wir auf die Schnelle entbehren konnten. Unsere Leute sind aber keine Soldaten oder Wachen für die Zinnen. Erklärt uns rasch die Lage und dann weist uns durch eure Kundschafter und Ortskundige ein. Wir werden im Bluttal das machen, was wir am besten können. Wenn da irgendwas aus Thorniara anmarschiert, fliegen unsere Pfeile und verschaffen euch Zeit. Ich hoffe wir sind nicht die einzige Verstärkung die beordert wurde?", sprach Mertens recht forsch, bevor Jarvo einfügte, dass man selbst auch etwas rasten wolle und erst bei Morgengrauen wieder aufbricht.
Während also die Krieger dann sprachen und sich bezüglich der Situation austauschten, begann Ornlu ein paar Waldvölkler zusammen zu trommeln.

"Schickt nach den Spähern. Die sollen hinter der Brücke die wir passierten ein Waldlager errichten. Wenn die noch hier in die Burg rein latschen, ist hier noch weniger Platz und mehr Unruhe, als sie schon existiert. Mertens wird dann heute noch ins Lager kommen und die Pläne offenbaren.", meinte der Druide und pfiff dann Sennahoj her.

"Senna! Schau dich hier mal etwas um. Zeig mal was du für ein Heiler bist und solltest du Wassermagier sehen - schick sie zu mir.", meinte der Wolfsdruide und stellte sich dann wieder zu den Waldläufern und den beiden Setarrifern zu denen nun auch ein paar weitere gekommen waren. Es wurde ein Schleichpfad erwähnt, der von der Burg über einen schmalen Bergpfad aus ins Bluttal führt. Dies schien wichtig, da nach der Büßerschlucht die Myrtaner nun mehr in kleiner oder größerer Zahl warteten.

Neraida
09.07.2012, 00:19
Die Blutung hatte endlich aufgehört. Stylios war kurz nach Erreichen der engen Schlucht zusammen gebrochen und hatte das Bewusstsein verloren. Er hatte trotz aller Wunden wie ein Löwe gekämpft und Neraida fast schon regelrecht aus der gefallenen Burg getragen. Schließlich hatten jedoch die Schmerzen gesiegt und sein Körper hatte nach all den Kämpfen den Dienst verweigert. Zuerst Orks und dann diese mordenden Banditen. Das war einfach zu viel gewesen!
Seit einiger Zeit nun schon saß die junge Frau mit eingezogenen Beinen an der kalten Felswand und wachte über den unruhigen Schlaf des Nordmanns. Er steckte zum Großteil immer noch in seinem schweren Panzer. Nur an die eine Stelle, wo die Felle bereits durch all das Blut rot verfärbt waren, hatte Neraida sich näher herangewagt, um notdürftig den klaffenden Riss im Fleisch von Stylios mit ein paar Tüchern abzudecken.

" Oh Innos..." Seufzte die Edelmagd verzweifelt und vergrub ihr Gesicht in den Händen. Diese nach Tod und Verdeben riechende Schlucht, inmitten von verletzten Kämpfern und bedroht von gnadenlosen Feinden, die Eismonster für sich kämpfen ließen und ganze Einheiten in Eissäulen verwandeln konnten...diese Schlucht war kein Ort für sie. Sie hasste Kämpfe...
Würde sie erst einmal zurück nach Thorniara kommen, würde sich einiges ändern müssen. Als sie in Vengard Zuflucht gefunden hatte und der Stadtwache beigetreten war, hatte der Krieg gegen die Orks getobt. Als dann dieser dann gewonnen war, hatte sie eigentlich damit gerechnet, endlich in Frieden leben zu können und niemals mehr so viel Blut sehen zu müssen...daraus war nichts geworden. Nun saß sie in einer engen Schlucht fest und betete für das Leben eines kampfwütigen Barbaren aus Nordmar, dem sie mehrfach ihr Leben verdankte. Das Leben war ungerecht...

Ravenne
09.07.2012, 01:26
Früher war rot eine Farbe gewesen, die die junge Nomadin nie hatte tragen wollen. Mittlerweile trug sie selbst rot, wenn sie irgendwo ein Kommando hatte, was in letzter Zeit immerhin im Kommen war, aber jetzt gerade verteufelte sie diese Farbe wie damals in Varant. Als Befehlshaberin trug sie ein rotes Wams, damit diejenigen unter ihrem Befehl nicht sahen, ob sie blutete, und so nicht den Mut verloren, immerhin stand die Kommandantin ja noch. Das war auch der Grund, warum sie gerade innerlich fluchte wie sonst nichts. Der Verletzte vor ihr hatte ebenfalls rot getragen und so konnte sie die Wunde nicht finden - auch wenn sie wusste, dass da eine war. Sie stöhnte lautlos und begann vorsichtig, dem Jungen das Wams auszuziehen. Vermutlich machte sie sich nicht gut als Lazaretthilfe. Sie konnte den Patienten keinen Mut zu sprechen, konnte ihnen keine Anweisungen geben und sie nicht warnen. Aber man brauchte die Leute im Lazarett eher, als draußen am herumpirschen und Panik verbreiten. Nach einem Gefecht regte es teilweise auch zarte Gemüter auf, wenn man einfach nur mit der Waffe ein wenig übte, also hatte Ravenne diesmal davon abgelassen, nach dem Kampf das Pferd versorgt und sich zum Lazarett begeben.
Die Wunde des Jungen war schon behandelt worden, aber der zuständige Helfer hatte ihm das Wams wohl als Schutz wieder angezogen. Dumm nur, dass so nicht ersichtlich war, ob die Wunde wieder aufgebrochen war oder so. Der Mann blinzelte, bemerkte sie und krächzte nach Wasser. Vorsichtig flößte die Ordensmaid ihm etwas ein, und er drehte sich weg. Sie ließ sich davon nicht täuschen, besah sich kurz die Wunde und blieb. Sie irrte sich nicht, kurz darauf war ein leises Wimmern zu hören. Er wünschte sich nach Thorniara zurück, zu seiner Familie und zu seinem Meister. Offenbar ein Lehrling, der eingezogen worden war. Unter den Rekruten war er ihr nie aufgefallen, er war wohl Schwertkämpfer. Beruhigend legte sie ihm die Hand auf die Stirn und deutete auf einen Wappenrock, der in der Nähe hingelegt worden war, wohl weil er bei der Behandlung im Weg gewesen war. Sie meinte nicht den Wappenrock an sich, sondern das Symbol Innos' und der Gemeinschaft. Ihr Weg, jemandem zu sagen, man solle sich Innos anvertrauen und alles werde gut. Es brauchte ein paar mehr Gesten und Fingerzeige, bis der Junge zu verstehen schien, und erst dann ging Ravenne zum nächsten, um zu helfen, so gut es ihr möglich war.

Sennahoj
09.07.2012, 06:08
Mit den Gruppen war er in die Burg gelangt. Trotz der einheiltichen Grün- und Brauntöne in der Truppe sah man gut das er ein wenig anderer Natur war. Als sie das Tor hinter sich bebracht hatten, kam es zur Begrüßung und Besprechung ihrer Anführer. Sennahoj ließ indess einen Blick über die Anlage schweifen und versuchte sich den Aufbau einzuprägen.
Dann holte ihn Ornlu her, trug ihm eine Aufgabe auf. Senna nickte stumm und zog sich wieder von der Versammlung zurück, um sich leise von den Jagdkommandos zu trennen. Er entschied sich einen der Wachen auf der Burg nach dem Ort zu fragen, wo die Verletzten hingebracht wurden oder wo man ein Lager für die Soldaten eingerichtet hatte.

Bald traf er einen auf dem Hof, der ihn zwar erst skeptisch ansah, aber verstand das er als Waldvölkler nun auf ihrer Seite stand. So erklärte er ihm eine grobe Richtung. Der Heiler bedankte sich knapp und folgte der Anweisung. Gespannt schritt er vorran und fragte sich, ob er auch den einen oder anderen Wassermagier treffen würde.

Adson Muller
09.07.2012, 06:16
Adsons Meldung hatte sich erübrigt. Die Verstärkung aus Tooshoo hatte sich lautstark selbst angekündigt und hatte letztendlich die Burg erreicht. Die Ankunft der Jäger brachte positive Unruhe in die sonst eher trostlose Burg. Man hatte die Leichen aus dem Hof gebracht, aber vielerorts ließen sich noch immer dunkle Flecken auf dem Steinboden erkennen.

Adson wandte sich vom Durcheinander an Tor ab. Er war müde und hungrig. Langsam drangen auch die Ereignisse der letzten Tage zu ihm durch. Er hatte getötet. Zwar um sich und seine Kameraden zu schützen, aber trotzdem hatte er getötet. In Gedanken sah er wieder den Hass in den Augen der Feinde, die durchstochene Brust und den tropfenden Lebenssaft, als das Leben wich. Er versuchte die Gedanken abzuschütteln und schleppte sich an eines der Feuer, holte sich seine Ration ab und wankte zur Burgmauer, um zu essen. Langsam verschwanden die Happen in seinem Mund, seine Gedanken drehten sich wieder um den Kampf. Er würde wohl noch weitergehen. Beide Parteien hatten Verstärkung erhalten. Das Töten war noch nicht vorbei! Wer wohl aus den eigenen Reihe gefallen war? Adson hatte noch nicht die Zeit gehabt, um sich umzuschauen. Was war mit Rognor? Hatte der Kurze die Wirren des Kampfes überstanden? Wie stand es um Madlen? Hatte sich Redsonja mit nur einem Arm verteidigen können? Wo war wohl Nigel zu finden?

Vor seinem inneren Auge tauchten die Gesichter von Freunden und Kameraden auf, dann eben jene im Kampf. Er sah Redsonja von zwei Innoslern bedrängt, Madlen schwerverletzt am Boden, Rognor inmitten von Feinden, Edon in der tosenden Schlacht. Irgendwann verschwamm alles und die Erschöpfung geleitete den jungen Schreiner in einen tiefen, traumlosen Schlaf.

Myra
09.07.2012, 10:56
Ruhig saß die junge Schneiderin auf einem Baumstumpf, welcher rund herum von dichtem Gebüsch verdeckt wurde. In der Nähe befand sich der allgemeine Weg, der eingeschlagen wurde, wenn jemand vom Bluttal zur Burg wollte. Falls die Thorniara also diesen Weg nahmen, konnte die Grünhaarige etwas Spaß bei der Jagd haben. Wenn nicht, musste sie sich eine andere Taktik einfallen lassen. Jedoch bezweifelte Myra, dass sich ein großer Trupp langsam durch das Unterholz schlagen würden, wenn sie doch den anderen zur Hilfe eilen wollte. Auf ihren Knien lag die Armburst, welche sie nun schon seit einiger Zeit wie eine Freundin pflegte. Bisher hatte sie nur selten auf Lebewesen geschossen, aber dennoch hatte sie keine Hemmungen es heute zu tun. Ein tiefer Instinkt regte sogar ihre Freude an. Sie war zugleich ruhig und geduldig sowie in freudiger Erwartung auf das Kommende. Am liebsten hätte sie sich auf einen der Bäume gesetzt, doch war sie bisher nie eine wirkliche Meisterin im Klettern gewesen. Myra hatte lieber festen Boden unter ihren Füßen. Auch waren ihre Schleichkünste mehr als bescheiden, weswegen sie sich dazu entschlossen hatte, einfach hier zu sitzen, in der Nähe des normalen Weges und auf ihre Beute zu warten. Dies sparte auch mehr Kräfte als in ständiger Bewegung zu bleiben, dafür konnte sie auch schnell entdeckt werden. Es hatte alles Vor- und Nachteile.
Keks saß in kurzer Entfernung unter einem anderen Busch und hielt Ausschau. Keiner würde vermuten, dass ein kleiner Hase als eine Art Späher für die Grünhaarige fungierte. Auf diesen Überraschungsmoment setzte sie, auch wenn sie auf keinen Fall Keks opfern würde. Dennoch war er klein und konnte sich ungehindert fortbewegen. Selbst wenn er entdeckt werden würde, würde niemand ihm Leid antun. Er war schließlich ein kleiner, süßer Hase. Im Kampf konnte er ihr nicht helfen, das war der Grünhaarigen bewusst, dafür war er zu verfressen und ihm fehlte auch die Ausbildung. Aber als Anzeiger für drohende Gefahr war er dennoch sehr hilfreich. Unter seiner coolen und harten Schale war auch er nur ein kleines Häschen, welches zu ihr zurückhoppelte, wenn irgendjemand gefährlich nahe kam. Nun galt es nur auf eben diesen zu warten.

Neraida
09.07.2012, 14:27
Die Situation schien immer noch ähnlich verzwickt wie in der Nacht. Die anderen Soldaten versuchten, den schmalen Durchlass zwischen den Klippen zu befestigen und sich auf erneute Kämpfe mit den Rebellen vorzubereiten. Die Silberseeburg war zwar mitsamt dem Großteil ihrer Besatzung für den König verloren, doch die Befehlshaber ihrer Truppe schienen felsenfest entschlossen, keinen weiteren Meter Boden an die Aufrührer und Verbrecher zu geben. Diese Angelegenheiten scherten Neraida im Moment jedoch nicht. Da sie bisher noch nicht von irgendwelchen Ranghöheren herangezogen worden war, kümmerte sie sich weiter um die Überwachung von Stylios` Wunden. Sie war zwar keine Heilerin, und in Wirklichkeit verabscheute sie die gräßlichen Verletzungen und all das Blut, doch schaffte sogar sie es, einen tiefen Schnitt einigermaßen straff zu verbinden und den Schmutz so gut es ging von ihm fern zu halten.
" Deine Gebete scheinen was gebracht zu haben, Mädchen." Drang plötzlich eine schwache, beinahe schon flüsternde Stimme an die Ohren der Edelmagd. Verwirrt schaute sie sich nach dem Sprecher um, bis ihr dann auffiel, dass der auf einem zerrissenen Umhang liegende Stylios die Quelle des Geflüsters war.
" Woher weißt du davon? Du warst die ganze Nacht hindurch bewusstlos." Erwiderte Neraida verdutzt und betrachtete das blasse, verschwitzte Gesicht des Nordmanns.
" Bewusstlos? Was bist du für eine Pflegerin, die einfach so schlafende Männer für bewusstlos erklärt?" Stylios versuchte sich an einem Lachen, verzog nach dem ersten Ton jedoch sofort mit gequältem Ausdruck das Gesicht. " Nachdem ich in Nordmar dutzende Male den Grünfellen auf die Pelle gerückt war und mich durch Massen von haarigen Monstern habe hacken müssen...da habe ich mal nen Schlag auf den Kopf abbekommen und die Lichter waren kurz aus. Dieser kleine Schnitt wird einen Mann vom Hammerclan nicht in den langen Schlaf schicken. Merk dir das, Mädchen."

hoffi
09.07.2012, 14:49
Die Nacht über ruhten sich die meisten der Waldvölkler in der Burg aus, um am nächsten Tag wenigstens etwas ausgeruhter zu sein. Schon früh am nächsten morgen weckte hoffi seinen Schüler Gwynnbleidd, da sie als Späher tätig sein würden. Die beiden Männer verließen die Burg, nach dem sie sich ein wenig über die Umgebung schlau gemacht hatten, und suchten sich eine geeignete Stelle um sich zu überlegen wie sie am besten vor gehen würden.
Hoffi hatte sich überlegt, ein Feuer zu legen um die Rotröckchen einwenig zu beschäftigen, weshalb er sich Lampenöl mit genommen hatte. Auch hatten sie Seile für Stolperfallen oder ähnliches dabei. Die beiden Männer wussten ungefähr von wo die Innosler angreifen würden, weshalb sie sich, nach dem schmieden der Pläne, auf den Weg in die Richtung machen um ihre Fallen auf zu bauen und mehr über die Stärke der Feinde raus zu kriegen.

Gwynnbleidd
09.07.2012, 15:22
Vorsichtig schlichen die beiden durch den Wald und versuchten in etwa das, was auch die erfahrenen in einer solchen Situation perfekt zu beherrschen schienen, nur deutlich langsamer, um es auch einigermaßen hinzubekommen. Nun schon etwas näher an ihrem Ziel, schlugen sie ein Lager auf, in dem sie die Fallenbestandteile abluden und anfingen dieselben aufzubauen. Die Öllampen waren schnell zerstört und lagen nun auf dem Boden, bedeckt von einigen Blättern. So würden sie nicht nur brennen, sondern mit etwas Glück auch den Reittieren Schmerzen bereiten, falls diese über die Scherben gehen würden. Einige Seilfallen wurden gespannt und auch diese abgesichert. Dieses ganze Schauspiel verteilte sich über etwa 20 Schritte in jede Richtung und nahm auch einiges an Zeit in Anspruch, doch wenn alles klappen würde, wäre diese Vorrichtung ein ernst zunehmendes Hindernis die Myrtaner. Plötzlich erklang in der Ferne das Geräusch von Füßen auf dem Waldboden und die beiden Späher duckten sich abrupt.

Suzuran
09.07.2012, 16:20
In der Nacht hatten sie das Bluttal erreicht und den weiten Weg, ohne große Rast, hinter sich gebracht. Ornlu hatte Suzuran dazu gezwungen, sich den beiden Jagdkommandos anzuschließen, die sich von Westen dem Bluttal nähern sollten. Obwohl sie eine Nacht darüber geschlafen hatte, ärgerte sie sich immer noch über diesen Kerl, der es
immer wieder fertig brachte, sie mit unfairen Mitteln zu erpressen. Er wollte ihre Töpfe entsorgen, sie an Frauen verschenken, die angeblich so viel bessere Figuren am Herd machten, als sie selbst. Wahrscheinlich stimmte das sogar und eigentlich war sie viel zu bequem, diese auch zu benutzen, aber sie hatte eine gewisse Sammelleidenschaft entwickelt, eine Kaufsucht, die bewirkte, dass sie Töpfe in allen Größen in ihrem Besitz wissen wollte und diese auch nicht aufgeben wollte.
Deshalb hatte Suzuran auch nachgegeben und war der Truppe gefolgt, die den weitesten Weg vor sich gehabt hatte. Sie hatte bei der Ankunft den Aufbau des Lagers den Männern überlassen, widmete sich in der Nacht diesem unbekannten Ort, der nur so von Bäumen übersät war und sie ein bisschen an Silden erinnerte. Die Bäume eigneten sich mit ihren zahlreichen Verzweigungen zum Klettern und boten genügend Schutz und Abstand, weshalb sie auf einem von ihnen, die Nacht verbracht hatte. Auch jetzt, als sich der neue Tage schon fast wieder zum Ende neigte, hatte sie jenen Baum auserkoren, um die ganze Situation zu überblicken.

Vicious
09.07.2012, 18:17
Heiß her ging es im Westen. Wen kümmerten da schon so ein paar gestohlene Waren? Mal davon abgesehen hatte Vicious die Spur der Diebe sowieso längst verloren. Und während sie gemeinsam mit Budo ziellos durch die Gegend des Bluttals streifte, bemerkte die Kopfgeldjägerin Waffenklirren und Gebrüll, welches von nicht allzu weit entfernt zu ihnen herüber drang.

Bis sie tatsächlich genug waren, war es bereits Nacht gewesen. Allerdings schwirrte zu dem Zeitpunkt ein seltsames Licht in Sichtweite durch die Luft und das Kampfgeschrei war ebenfalls noch zu hören.

Vicious vermutete, dass es sich um mehr als nur lustiges Banditenkloppen handelte. Hinter dem Kampf steckte sicher mehr, wenn er sich so lange hinzog. Da auf der Insel neben den Myrtanern nur die Setarrifer wirklich Militär besaßen und sich die beiden Mächte ständig im Streit befanden, lag die Antwort nah, wer sich dort im Dunkeln gegenseitig die Schädel einschlug.

Für die Marmo bedeutete das, erst mal Abstand zu halten. Wenn überhaupt, dann würde sie dem Schauplatz nach der Schlacht einen Besuch abstatten, um nach etwas Verwertbarem Ausschau zu halten. Man munkelte ja, dass Paladine ganz nette Rüstungen besaßen. Nicht, dass Vicious eine davon tragen würde. Aber sie ließe sich bestimmt zu einem guten Preis verticken.

Doch wie sie die Myrtaner einschätzte, nahmen die alle Gefallenen mitsamt ihren Rüstungen, Schwertern und was noch von Wert war mit zurück. Und von den Setarrifern erwartete Vicious nichts anderes. Wenn sie ein paar Bolzen fand oder vielleicht auch einen abgerissenen Goldbeutel, dann war es schon allerhand. Und unter diesem Gesichtspunkt lohnte es sich erst recht nicht, dem Schlachtfeld zu nahe zu kommen.

Faren
09.07.2012, 20:17
Manchmal verfluchte Faren seine durch den Geist übernatürlich geschärften Sinne, vorallem als sie gestern Nacht in die Burg einmarschiert waren hatt er sich gewünscht er könnte seinen Geruchssinn einfach abschalten, so durchdringend nahm er das verwesende Blut auf den Zinnen und den Fäulnisgeruch tödlich Verwundeter war. Mit Mühe hatte er es schließlich geschafft den Gestank so weit auszublenden da er einige Stunden zu schlafen vermochte, bevor er sich weit vor Sonnenaufgang wieder erhoben hatte um sich von Keala zu verabschieden und anschließend ins Bluttal aufzubrechen.
Seine Gefährtin hatte er nur kurz geweckt, ihr mit wenigen kurzen Worten seine Aufgabe erklärt und ihr dann einen Kuss auf die Stirn gedrückt, bevor er sich über den Schleichpfad ins Bluttal schlich.

Nun saß Faren in einem der größeren Bäume des Bluttals, dessen Äste sogar im mittlern Bereich dick und stabil genug waren um selbst das Gewicht des Einäugigen zu tragen. Misstrauisch spähte er zum Lager der Myrtaner hinüber, beobachte die Bewegungen unter den Soldaten und wie Späher hinter der Barrikade hervorkamen und verschwanden. Er hatte bereits vor Sonnenaufgang einige wenige Stolperfallen in Verbindung mit angespitzen Holzpflöcken an zentralen Punkten aufgestellt, und die entsprechenden Stellen mit den geheimen Zeichen des Waldvolks gekennzeichnet um die Jagdkommandos zu warnen. Er hoffte das einige Späher Rhobars unvorsichtig genug waren um von solch einfachen Fallen zu Fall gebracht zu werden, ansonsten würde die Fallen zumindest einigen Soldaten den Tag vermießen sollten sie sich von den Hauptpfaden entfernen. »Ihr myrtanischen Bastarde werdet schon noch sehen das die Welt nicht eurer Eigentum ist.«, brummte er grimmig und richtete seinem Blick wieder aufs Feindeslager.
Inzwischen hatte sich der ehemalige Söldner einige gute Stellen herausgepickt wo er die myrtanischen Truppen mit einigen gut gestellten Fallen würde empfindlich stören konnen, und so machte er sich an den Abstieg.

Drakk
09.07.2012, 20:24
Müde betrachtete der Hüne die Szene auf dem Burghof. Die Jagdkommandos der Baumkuschler machten sich bereit und würden bald die Burg wieder verlassen um im Bluttal Stellung zu beziehen – sofern sie bis dorthin kamen. Noch immer wussten sie nicht ob die Rotröcke Verstärkung erhalten hatten oder nicht.
Seid der Eroberung der Burg hatte der Rotschopf keine Ruhe gefunden. Immer und immer wieder spielte er in seinen Kopf verschiedene Szenarien durch...welche jedes mal auf ihre Niederlage hinaus liefen. Wenn sie in der Burg blieben würde die Garde sie über kurz oder lang wieder Vertreiben – das sie mit Belagerungsgeräten umgehen konnten hatten sie bereits bei der letzten Schlacht um die Burg bewiesen.
Ein letztes mal atmete der Nordmann tief ein und stapfte schließlich die Treppe, die von der Mauer herunter führte, herab. Seine Schritte führten ihn zwischen den Jagdkommandos entlang. Er suchte Ornlu, mit ihm wollte er noch die letzten Absprachen treffen ehe sie die Burg verließen.
Erst jetzt fiel der Hünen auf das er noch immer Blut an der Rüstung kleben hatte. Mittlerweile war es getrocknet und zum Teil abgefallen, aber ein großer Teil der Rüstung wurde noch immer von einer Dunkelroten Schicht überzogen.
Es dauerte einige Augenblicke ehe der Veteran Ornlu erspäht hatte und sich zu diesem Gesellte. Der Baumkuschler war nicht alleine, weitere Männer standen um ihn herum. Einige der Namen wurden Drakk bereits am Vorabend genannt, aber er hatte zu viel andere Gedanken gehabt als das er sie sich hätte merken können. „Ornlu.“ begrüßte der Rotschopf den Druiden. „Ohne lange zu Reden...wenn wir hier Sitzen bleiben wird die Burg bald wieder der Garde gehören. Und sie werden hierher kommen, aufhalten können wir sie nicht.“ begann Drakk ehe er einen Moment seine Gedanken ordnete.
„Wenn unsere Verstärkung eintrifft greifen wir Thorniara direkt an. Eine offene Schlacht können wir uns nicht Leisten, also müssen wir ihre Armee so zum Rückzug bewegen. Dafür brauchen wir aber eure Hilfe...beschäftigt die Garde im Bluttal bis wir vor ihren Toren stehen. Wenn die mitkriegen das die Burg so gut wie unbewacht ist werden sie weitergehen....schafft ihr das?“ erläuterte Drakk knapp seinen Plan. Er wusste das diese Angriff noch mehr vom Wahnsinn getrieben war als er nächtlicher Ausfall, aber etwas besser fiel dem Hünen nicht ein um die Burg zu halten...

Jarvo
09.07.2012, 20:52
Versteckt zwischen den Bäumen und außer Sicht der Myrtaner lauerte Jarvos Jagdtrupp und wartete darauf, dass auch die anderen sich in Stellung begaben. Die Zeit des Lächelns war vorüber, des Begrüßens und freudigen Händeschüttelns. Die Bögen der Waldvolkler waren bereit auf Jagd zu gehen und den Tod ihrer Brüder zu bestrafen. Sicherlich waren einige unter ihnen, die einen persönlichen Zwist mit den Rotröcken hatten, doch durften sie sich davon nicht von der Mission ablenken lassen.
In erster Linie waren sie nicht dort um zu töten, sondern um Treiben, Angst einzuflößen und Unruhe zu stiften.
"Dort hinten haben sie sich verschanzt", meldete Lordan, den Jarvo als Späher ausgesandt hatte.
"Am nördlichen Ausläufer der Büßerschlucht also. Wollen wohl das Bluttal in ihrem Rücken freihalten. Da werden wir ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Wie viele Krieger hast du gezählt?"
"Hundert? Vielleicht etwas weniger, es war nicht eindeutig zu sagen. Eine überschaubare Zahl auf jeden Fall. Und wir sind sicher, dass wir sie nicht einfach alles zur Strecke bringen? Wenn die Setarrifer von vorne mit einem Sturmangriff kommen würden und wir sie von dieser Seite aus in die Mangel nehmen, wird keiner von ihnen lebendig entkommen." Lordan schaute ihn erwartungsvoll an. Jarvo wusste, was sich in seinem und auch in vielen Köpfen der anderen abspielen würde. Warum nicht glorreich aus der Schlacht hervorgehen und so viele Rotröcke wie möglich vom Erdboden tilgen? Sie würden eine Bedrohung weniger bedeuten.
"Du vergisst, dass die Königstreuen ungezählte Reserven haben. Wenn nicht hier, dann auf Myrtana. Sie brauchen nur mit dem Finger zu schnipsen, und Wochen später wimmelt es in Tooshoo von ihnen. Wir sind in einer strategisch günstigen Position, sollten aber nicht unser Volk vergessen. Wir beschützen sie mehr, wenn wir hier Milde walten lassen."
Jarvo nahm seinen Hut ab und lehnte sich an einen Baum. Auch er trug die Tarnfarben, eine Mischung aus Kohle und Kräutern, die nur das Weiße in den Augen sichtbar ließ. Die nahende Dunkelheit war ihr Freund, in ihr konnten sie sich verstecken und beinahe frei bewegen. Er bezweifelte, dass die Rotröcke überhaupt wussten, was sich in ihrem Rücken zusammenbraute.

Ornlu
09.07.2012, 21:00
"Ihr wollt sie also gar nicht dort aufmarschieren lassen, heh? - Klingt gar nicht so dumm.", erwiderte Ornlu und kratzte sich etwas durch die verfilzten Haare. Nicht das er da Insekten züchtete und so. Nein, er überlegte gerade was Jarvo noch einmal sagte, als einer der ersten Kundschafter zurück kam und durch einen zweiten bestätigt wurde.

"Sollte machbar sein, Drakk. Sofern all unsere Jagdkommandos ungesehen ins Tal gelangen. Unsere Späher die euren beschriebenen Bergpfad schon nutzten, haben erzählt, dass sie eine hier gleichwertige Anzahl an Myrtaner vor dieser Schlucht sahen. das erste Jagdkommando mit unserem Anführer Jarvo ist vorhin schon aufgebrochen. Der Boss will sich ein Bild machen. Sofern es so stimmt und so bleibt, werden wir mit unseren Leuten von Osten des Bluttals her runter kommen und ihnen in die Flanke fallen. Kein Selbstmordkommando mit Kampf bis zum letzten Mann. Ich denke aber, auch du wirst wissen, wieso die Orks sich damals nie weit in die Sildenwälder wagten und wieso die Rebellen damals das Rebellenlager Okara aufgaben. Jarvo hofft, dass sie gen Westen des Bluttals dann flüchten wenn wir loslegen oder sie sind so dumm wie die Orks und verfolgen uns. Wenn Jarvo recht behält, dann werden wir sie wie Wölfe das Wild treiben und wenn wir sie bis in den Norden des Tals gejagt haben, wissen sie erstmal nur, dass eine unbestimmte Zahl an Waldläufern hinter jedem Baum im Bluttal lauern kann. Im Grunde also sollte es machbar sein euch Zeit zu verschaffen, indem wir für genug Angst und Bedrohung sorgen, dass ihre Anführer es sich zwei Mal überlegen mit Truppen durchs Tal zu latschen.", erläuterte Ornlu und bekam gerade Zeichen, dass auch sein Jagdkomando als das Vierte und Letzte nun aufbrach.

"Es geht los. Möge der ganze Kram am Ende des Tages etwas mehr Sinn gehabt haben, als dieser Krieg auf dem Festland. Bewahre, Drakk!"

Turang
09.07.2012, 21:01
Turang ging mit seinen ausgreifenden Schritten durch den Innenhof der Burg am Silbersee. Sie hatten sie mit Blut erkauft und würden sie auch nur durch Blut halten können. Durch diese Burg würde Setarrifs Dominanz über die Pässe des Gebirges stehen und fallen. Diese Burg würde den Männern noch so manches abverlangen - nicht wenigen sogar das Leben.
Er hatte selbst gesehen, wie viele, die zu jung waren um ein Schwert zu schwingen, fast durch dieses gefallen waren, junge Feuergeister, deren Herzen höher springen würden bei dem Gedanken ihr land zu verteidigen, so viele von ihnen würden erst dann erkennen, wie hoch der preis war, den sie dafür zu zahlen hatten und so viele würde die Angst erst dann erkennen, wenn es zu spät war, sie zu lernen.

Er hatte für sich eine Alternative zum Schwert gefunden und sein Leben einer gerechten Sache verschrieben - einem Frieden aus Vertrauen, nicht aus Angst. Und doch konnte er kaum hoffen, jemals einen solchen Frieden sehen zu können, ihn zu erschaffen erst recht nicht, zu sehr wurde diese Welt von Fanatikern gespalten, die die Wahrheit für sich alleine beanspruchen wollten. Es wäre vielleicht die einfachere These gewesen, dass jeder Diener Innos' ein Fanatiker war und jeder Setarrifer ein rechtschaffener Friedliebender, doch wollte er das Übel wirklich erkennen, dann durfte er auch nicht die Augen davor verschließen, wenn die Wahrheit unangenehm wurde, wie es so viele nur zu gerne taten. Tatsache war, dass sich diese Welt nicht einfach in Gut und Böse scheiden lassen konnte, sondern dass jeder etwas zu diesem ewigen Hass beitrug, vielleicht trug er selbst auch seinen Keim im Herz, einen lauernden Schatten hinter einer trügerisch ruhigen Fassade. Er würde sich wohl ein einfaches Gemach suchen und darüber nachdenken müssen, wie ehrlich er zu sich selbst war, bevor er über Andere urteilen konnte...

Sennahoj
09.07.2012, 21:05
Sennahoj streifte durch die Feste, während er Ausschau nach Verletzten und Magiern hielt. Zugegeben war er etwas verunsichert. Die Burg war das reinste Chaos. Zerstörung und Tod an jeder Ecke. Blut lag in Lachen auf dem Boden, doch der Gärtner beherrschte sich, nicht irgendwie durch den Anblick durchzudrehen.
Später konnte er sogar einer Gruppe Soldaten helfen. Ein Verletzter hatte nur notdürftige Versorgung erhalten. Zuerst standen die Männer dem grünlich gekleidten Mann skeptisch gegenüber. Aber mit etwas Selbstvertrauen und Beteuern, ließ der eine den Heiler an die Verletzung. Er versuchte sein Bestes die Wunde fachmännisch zu versorgen, woraufhin der Soldat annerkennend nickte. Der Druidenlehrling wusste das das nur ein Anfang war, eine Übung in Anbetracht auf das was folgen wird.
Wenn die Kämpfe begannen konnte er sich wohl vor Verletzten nciht retten und irgendwo hier auf der Burg waren noch schwerer Verletzte. Doch die hatte er noch nciht gefunden, oder traute sich als einzelner Waldvölkler nicht in die Bereiche wo es von Setarrifern eine Menge gab. War es nur ein Minderheitsgefühl reichte es bei Sennahoj um geügend Respekt wallten zu lassen.

Der Rothaarige, seine Kapuze hatte er abgestreift, gelangte wieder zum Hof und sah eine Person recht nah stehen. Diese trug eine blaue Robe und sah auf den Platz hinaus. Sennahoj dachte an Ornlus kleinen Auftrag, gab sich einen Ruck und sprach den Mann an.
"Verzeiht mir mein Stören. Bewahre, mein Name ist Sennahoj. Ich habe einige Fragen und ein Anliegen, welches einen Wassermagier betrifft, was ihr augenscheinlich seid." Der Heiler neigte leicht den Kopf zum Nicken und wartete auf die Reaktion seiner Begrüßung.

Tinquilius
09.07.2012, 21:19
Es kehrte eine gewisse Normalität in die Silberseeburg ein, nachdem es nun der zweite Tag ohne Kämpfe war. Die meisten verletzten hatte man nun ins Haupthaus verlegen können, der Hof war wieder einigermaßen anschaubar. Es war natürlich noch viel zu tun, viel zu viel für die wenigen Männer und Frauen – zumal sie alle Krieger und Magier waren, keine Handwerker – doch im Vergleich zur Eroberungsnacht sah es schon viel besser aus. Trotzdem konnte man überall noch getrocknetes Blut finden, teilweise auch noch tiefe Pfützen, die sich in abgesenkten Bereichen des Hofes befanden.
Traurig, was wir Menschen uns gegenseitig antun. Und vor allem, wofür wir dies tun. Für Macht, für Ruhm und Ehre, für Eroberungen. Doch wofür? Was bringt es uns, eine solche Burg zu besitzen? Nichts. So viel, wie Rhobar derzeit besitzt kann er nicht verwalten. Aber wir sind auch nicht besser.

Er schritt auf dem Hof herum und betrachtete die Soldaten, die allesamt wieder etwas besser aussahen. Ihre Gesichter waren betrübt ob des Heers vor den Toren und der ständigen Gefahr einer Rückeroberung durch Rhobars Truppen, doch so wie sich die Burg verschönerte, so verbesserte sich auch die Stimmung.
Außer die seine. Doch dies war etwas ganz anderes.

Als er sich umdrehte, wurde er von einem derer angesprochen, die aus der Waldbruderschaft stammten. „Einen schönen Guten Abend, werter Sennahoj“, begrüßte er den anderen. „Ich bin Tinquilius und, wie ihr ganz richtig festgestellt habt, ein Wassermagier.“ Er deutete eine Verbeugung an. „Wie kann ich euch denn behilflich sein?“

Sennahoj
09.07.2012, 21:30
Sennahoj schaute kurz an Tinquilius vorbei und bemerkte wie Ornlu auch mit seinem Trupp abrückte. Daraufhin fiel sein eigentliches Anliegen erst einmal flach, aber er konnte es erwähnen.
"Der Druide Ornlu hat mich geschickt, ich sollte die Wassermagier die ich träffe zu ihm senden. Nun ... das hat sich zunächst erledigt. Aber ich hatte noch eine Frage bezüglich der Besatzung. Ich bin als Heiler mit den Jagdtrupps mitgekommen um für unsere Verletzte zu sorgen. Im Kampf nutze ich weniger, aber ich kann auch helfen die Verletzten Soldaten auf der Burg zu versorgen. Doch kenne ich mich in den Gebäuden noch nicht so gut aus, als das ich genau wüsste wo sich das Lager für diese Leute finde würde."
Er schaute den Wassermagier an. Die Dämmerung setzte über der Feste ein. So klar wie hier hatte der Gärtner den Himmel lange nciht gesehen. Ohne Blätterdach, was den Blick trüben konnte sah man die Weite unter der sich zur Zeit die Menschen bis zum Tod bekämpften.

Orthego
09.07.2012, 21:41
Orthego stand etwas abseits und überprüfte schweigend und ausdruckslos stur dreinblickend seine Ausrüstung. Das Schwert war geschärft, poliert, die Scheide fest am Gürtel befestigt. Ebenso der Spinnendolch. Der Köcher war ausreichend gefüllt Pfeilen und der Bogen… Nunja, würde noch einige Tage aushalten müssen.
Die Jagdkommandos hatten nicht viel Zeit in der Burg Silbersee verbracht. Grade genug, um auf den neuesten Stand der Geschehnisse gebracht zu werden und sich etwas auszuruhen, die letzten Vorbereitungen zu treffen. Wie viele hatte Orthego kein Auge zugedrückt, denn er fürchtete die Wehrlosigkeit, der der Mensch im Schlaf unweigerlich verfiel. Auch wenn es schwer fiel, Konzentration und Wachsamkeit konstant aufrecht zu erhalten, so wollte er, dass bereits Vergangenes –wie die von Zweifeln und Unsicherheiten geplagte Anreise zur Burg- und noch Bevorstehendes - der Marsch ins Bluttal und die Jagd- wie ein einziger böser Traum vorbeigingen. Ein kurzer Abschnitt des Lebens.

“Ich hab dich noch nie so nachdenklich erlebt vor einem Kampf“, gab Manadh plötzlich zu bedenken. Manchmal schwieg sie lange, tagelang sogar, manchmal gab sie keine Ruhe.
„Es erinnert mich an Okara“ , entgegnete Orthego. „Okara endete nicht gut. Für niemanden.“
Er hinderte seinen Verstand daran, die alten Abbilder der Schrecken des Krieges heraus zu holen und ihm vorzuhalten.
“Nichts von dem, was dort geschehen ist, war deine Schuld.“
„Ich war da, das reicht mir.“

Das Signal zum Ausrücken für das letzte Jagdkommando ertönte und Ornlu, Artifex, Onyx und Orthego verließen die Burg und betraten den Pfad, von dem man ihnen erzählt hatte. Sie bewegten sich schnell, unauffällig und vor allem leise. Späher hatten von großen Ansammlungen Myrthaner berichtet, die sich an der Büßerschlucht positioniert hatten. Doch sie würden nicht lange dort verweilen, ihre Pläne sollten zu Staub zerfallen. Sie wusste noch gar nicht, was sie auf sie zukam. Die Grüne Hölle. Ein Schrecken, den sie nicht kannten, doch der sie bis aufs Mark erschüttern sollte.

Der Trupp betrat das Bluttal westlich der Burg und bahnte sich seinen Weg durch die Wälder, bis sie auf Jarvo und die anderen Jagdkommandos trafen. Von hier aus würden sie ausschwärmen, sich positionieren und jeden Myrthaner im Tal das Fürchten lehren. Doch vorerst sollte der Waldläuferführer, wohl das letzte Mal für heute, das Wort ergreifen.

Colodis
09.07.2012, 21:49
Colodis lehnte stützte sich mit den Ellenbogen auf die Zinn des Turmes welcher sich den Geschehnissen am Nächsten befand. Mehrere Trupps des Waldvolkes, welches Gestern eingetroffen war, brachen erneut auf die Burg zu verlassen. Es schien als wollten sie gegen die Truppen des Königs ziehen. Sie selbst würden aber nicht erneut gegen diese ziehen. Mehrere Dinge befanden sich in Planung, oder anders... waren bereits angerollt.
Erstens, ihr Feind schien jetzt tatsächlich Verstärkung bekommen zu haben. Zweitens ihre eigene Verstärkung befand sich eigentlich längst auf dem Weg, fraglich wann sie die Burg erreichten. Dritte und wichtigste Tatsache, offensichtlich hatten sie vor mit den zusätzlichen Männern die Hauptstadt Thorniara anzugreifen. Waghalsiger Plan, hörte sich aber logisch an, dem Feind in den Rücken zu fallen wenn er es am wenigsten erwartete und vor allen Dingen keine vollständige Verteidigung mehr besass. Das könnte ihn tatsächlich so sehr schwächen, dass sie die Burg fürs Erste aufgaben und Ethorn sie sich sichern konnte.
Der Nordmann erholte sich etwas, obwohl er nicht ausserordentlich erschöpft war, schien es gut zu tun für einmal seine Ruhe zu haben. Im Moment konnte er ohnehin nichts tun, dies war der Zug der Baumkuschler von Tooshoo.
Drakk wusste mindestens nach ihrem letzten Kurzschluss wo er sich befand, wenn er es denn nicht schon vorher tat. Die Barriere zwischen ihnen war nicht besonders dick, er machte sich genau so wenig Mühe immens viel geheim halten zu wollen wie Drakk, so schien es ihm. Sein Gefühl konnte sich auch täuschen, aber der Raum in dem sich ihr Geist überschnitt und sie Dinge teilten schien sehr gross. Er vertraute seinem Waffenbruder, vermutlich mehr als jedem anderen hier.

Und als schien ihn diese Einsicht zu stören, tauchte Raads Kopf am Aufgang zum Turm auf. Colodis musste Grinsen, dreht sich dann vollständig um und liess sich auf den steinernen Boden sinken. Dort hockte er sich hin, genug das Geschehen beobachtet, es würde sowieso herzlich wenig passieren im Moment. Er nickte mit dem Kopf zum Gruss und schloss kurz die Augen. Der Nordmann liess den Kopf zurücksinken und richtete den Blick nach Oben, als wollte er die Sterne beobachten. Einen tiefen Atemzug später öffnete er sie wieder und musterte die Abenddämmerung, sie befanden sich an der Schwelle wo das tägliche Licht der Sonne entschwand und dem Mondlicht den Platz anbot. Bald schon würden sie nur noch tanzende Fackeln im Norden erkennen. Das Bluttal, welches einmal mehr seinem Namen alle Ehre bereitete.

Sein Gefährte liess sich nun neben ihn fallen und musterte ihn, selbst aus den Augenwinkeln bestand daran keinen Zweifel. "Erschöpft?"
Das Schwert Ethorns bewegte sich nicht und antwortete: "Wohl weniger als die Meisten. Du?"
Auch Raad schien sich schonmal schlechter gefühlt zu haben, denn er verneinte.
"Du hast gut gekämpft, zumindest das was ich gesehen habe während ich an Drakks Seite gekämpft habe. Man nimmt erstaunlich wenig wahr und doch viel mehr. Verrückt."

Tinquilius
09.07.2012, 21:50
„Ornlu? Hmm, der Name sagt mir etwas. Aber nun ja, wenn es sich erst einmal erledigt hat, spielt es tatsächlich keine Rolle.“
Er ließ seinen Blick über den jungen Mann schweifen und musterte ihn kurz. Er musste ungefähr gleich alt sein wie der Oberste Magier, doch ansonsten ähnelte er ihm gar nicht: Er war schmal, wirkte zugleich aber nicht sehr kräftig und seine Haut war… nun ja, wie war sie? Er wusste es nicht genau, würde es aber vielleicht etwas bronzen bezeichnen.
„Was euer Anliegen nun betrifft, kann ich euch gerne herumführen, wenn ihr wollt. Ich sollte mich auch mit den Verletzten auskennen, bin ich selber doch auch ein Heiler“, meinte er schmunzelnd. „Wenn ihr mir folgen wollt, führe ich euch zu unserem provisorischen Lazarett.“
Daraufhin machten sich die beiden auf den Weg zum größten Gebäude der Burg: Das Haupthaus. Auf dem Weg dorthin, deutete er auf ein paar weitere Einrichtungen. „Dort vorne, links von uns, befindet sich die burgbekannte Taverne. Ich weiß nicht, ob man dort derzeit etwar bekommt, aber was übersteht Krieg besser als eine Taverne?“ Er grinste. Kurz darauf erreichten sie einige zerstörte Stände. „Hier waren vorher Händler. Ich glaube, die meisten haben die Burg verlassen oder halten sich noch sehr zurück. Kann man ihnen ja aber auch nicht verübeln.
Und hier wären wir nun“, meinte er und blieb vorm Haupthaus stehen, dessen Tor auch etwas schief hing. „Das Haupthaus. Eigentlich thront hier der Baron oder General der Burg, doch da sich dieser verzogen hat und unsere Schwerter nicht wirklich auf Prunk aus sind, haben wir es umfunktioniert zum provisorischen Lazarett. Kommt herein.“
Im Haupthaus angekommen befanden sie sich sogleich zwischen den vielen provisorischen Strohbetten. Stöhnen war zu hören, Schnarchen auf der anderen Seite und am Ende des Raums stand Myxir und half mit seiner Magie. „Dort hinten, dies ist Myxir, ein sehr erfahrener Heiler.“ Er wandte sich Sennahoj zu. „Sagt, bei wem habt ihr die Künste der Heilung gelernt? Ein Heiler bei euch oder jemand anderes? Vielleicht ein Schwarzmagier?"

Cécilia
09.07.2012, 22:00
Es hatte etwas von einem Waldspaziergang. Den Großteil der Nacht hatte sie in der Silberseeburg verbracht, aber sie war mittlerweile schon so lange im Sumpf beheimatet, dass ihr die Steine irgendwie beklemmend vorkamen. Das war einer der Gründe, warum sie sich früh in die Wälder des Tals begeben hatte, bei sich nur eine kleine, tanzende Lichtkugel von dunkelorangener Färbung, die etwas von einer erlöschenden Fackel hatte. Nun hatte sie sich mitten im Wald postiert, mit ihrem Kampfstab bewaffnet und ging verschiedene Zauber und Möglichkeiten durch. Soweit sie wusste, war nicht unweit von ihrem Wachstandort noch jemand anders postiert. Bisher hatte es keinerlei Signale gegeben, kein Gegner hatte sich bemerkbar gemacht. Vielleicht machte sie sich nur verrückt, das hatte sie zumindest am Morgen geglaubt und sich mit geschlossenen Augen auf den Waldboden gesetzt, um sich der Umgebung bewusst zu werden. Mittlerweile glaubte sie, normale von menschlichen Geräuschen unterscheiden zu können, aber vollkommen allein war es trotzdem unheimlich.
Sie war keine Kämpferin. Den Stabkampf hatte sie zur reinen Verteidigung gelernt, und eigentlich kam sie normalerweise erst auf die Bildfläche, wenn der Kampf vorbei war. Aber trotzdem war sie nun hier und erwartete den Feind, malte sich aus, was sie machen könnte. Sie kannte allerhand Zauber, die sich beinahe alle in kämpferischer Intention nutzen ließen, dennoch musste sie wohl überlegen, wie sie sie einsetzen wollte. Wenn sie das dominante Gefühl verstärken wollte, durfte es nicht Entschlossenheit sein, Angst und Nervosität waren am besten und die musste sie vorher auf andere Weise hervorrufen, um sicher zu sein. Immerhin konnte sie keine Gefühle spüren, sondern sie nur verstärken. Sie kannte einen Waldfluch, der aber über einen Zeitraum von Stunden, bishin zu Tagen, wirkte. Lichtkugeln zum Blenden, aber damit würde sie womöglich noch andere anlocken. Die Seherin konnte jemandes Geist zerrütten und brechen, war aber beim Zaubern ganz und gar bewegungsunfähig, das war ungünstig, falls es mehr als einen Feind gab. Zu guter letzt konnte sie Tiere kontrollieren und sie angreifen lassen, nahm aber in Kauf, dass das Tier starb und sie den Tod direkt miterlebte. Ein Risikofaktor, immerhin war die Pest in Silden damals nicht ganz ohne gewesen, und sie ahnte, dass die Tierkontrolle die Gefahr barg, dass sie wahnsinnig wurde. Keine Magie ohne ihren Preis.
Generell war es genauso gefährlich für sie, Magie anzuwenden, wie für den Gegner. Im Moment des Wirkens war sie schutzlos, Kampfstab hin oder her, und das nicht nur beim Blickzauber. Sie stand auf und streckte sich, dann sah sie sich um. Es wäre wohl am besten, wenn sie sich zu der anderen Wache gesellte. Das Risiko war geringer, beim Verjagen getötet zu werden, und sie könnte sich in Ruhe der Tierwelt zuwenden, falls sie beschloss, ein Tier in den Kampf zu führen. Sie ging in die Richtung, von der sie in Erinnerung hatte, dass sie andere Wache dort postiert war, dann ahmte sie ein Eichhörnchenkeckern nach, damit sie nicht versehentlich von ihren eigenen Leuten erwischt würde. Vorsichtig trat sie näher.
„Bewahre“, grüßte sie etwas verlegen leise. „Ich bin in der Nähe als Wache postiert, aber beim Durchgehen meiner Möglichkeiten merkte ich, dass es vielleicht nicht verkehrt wäre, jemanden anders um Hilfe zu bitten, wenn ich nicht während meiner Manöver verletzt oder gar getötet werden will. Insofern, hättest du etwas dagegen, diese Wache mit mir zu bestreiten?“

Sennahoj
09.07.2012, 22:02
Das Haupthaus war ein beträchtliches Stück größer als alles was er in Schwarzwasser gesehen hatte ... zumindest von der Fläche her. Die Heilkammer wirkte im Vergleich hierzu wie eine wirklich kleine Kammer. Sennahoj sah stirnrunzelnd auf die Liegen. Das war ein bekannter Anblick, den er irgendwie schon gewohnt war. Hier konnte er helfen. Es war immer besser einen festen Ortzu haben.
Dann beantwortete er die Frage von Tinquilius und lächelte:"Nun, ich bin wohl in meinem Leben noch keinem Schwarzmagier begegnet. Die Künste der Heilkunde lehrte mich eine Heilerin names Leyla, die mich auch darin unterwies meine Magie in diese Richtung einzusetzen."
Die beiden gingen noch ein Stück weiter hinein. "Als ich vom Kampf hier hörte konnte ich nicht anders als hierher zukommen. Ich fühlte mich als Helfer berufen etwas für meine, als auch für eure Männer zu tun, wobei mir eine Einteilung missfällt. wie sind alles Menschen die das gleiche verdienen." Er runzelte die Stirn und zog an seinem Taschengurt.
"Ich würde hier bleiben und so helfen wie es in meiner Macht steht. Sollten die Jagdtrupps ... naja sollten verletzte zurückkommen wäre es gut sie hier versorgen zu können."
Er schaute Tinquilius an. Der Magier schien viel erfahrener im Zeichen der Magie zu sein. Der Gärtner wusste nciht genau wie und ob es überhaupt unterschiede zwischen den Richtungen gab, aber wenn ... es war kein Problem Sennahoj mit seinem knapp ... einem Jahr ... an Magieerfahrung zu überbieten.

Artifex
09.07.2012, 22:11
Nun war es also soweit, als sie gestern ausgezogen waren, da war noch keinem so recht bewusst was denn überhaupt Sache war. Sicher, der Bote der Setarrifer hatte ihnen etwas von der Lage in der Burg geschildert, doch das war noch quasi Hörensagen, vor allem waren es Dinge derer man sich selbst zu versichern hatte. Sie hatten zwar auch einige Späher vor Ort gehabt die ihnen ja auch von der unrühmlichen Aktion der Myrtaner erzählten. Für den Hauptmann - der er jetzt anscheinend war, da sich Ryu seit Ewigkeiten auch nicht mehr blicken ließ ... Was wohl aus der Schmiedelehre werden würde..., dachte er sich kurz bevor er sich wieder seinen Hauptgedankengang widmete, war die Situation klar, zwei der Ihren wurden aus welchen Gründen auch immer hingerichtet. Das war etwas was das Waldvolk nicht auf sich sitzen lassen konnte, entsprechend positiv reagierte man auch auf das Hilfegesuch der Setarrifer, wenn auch diese wie schon im Kriegsrat erörtert wurde, ihnen keine Wahl ließen.

Der Anblick der Silberseeburg nachdem sie dort ankamen, war durchdrungen von Mord und Totschlag, Blut, vor allem getrocknetes Blut verstreute sich überall wo deutliche Kampfspuren zu sehen waren. Dem ehemaligen Hüter des Glaubens war ein solcher Anblick durchaus nicht fremd, dazu hatte er bereits zuviel durchgemacht, als dass ihn dies alles schocken könnte. Wie dem auch sei, das Aufbruchssignal war bereits erklungen, als er sich mit seinem Jagdtrupp auf den Weg machte, gefolgt von Orthego, Ornlu, dem schwarzen Hünen und einigen der erfahreneren Waldpirschern. Es dauerte nicht lange, da hatten sie den Schleichpfad hinter sich gelassen und standen nun in einer größeren Runde mit den anderen Jagdtrupps, der Waldläuferführer würde anscheinend bald das Wort ergreifen...

Raad
09.07.2012, 22:12
Das Licht des Tages brach. Die Sonne versank und ihre letzten Strahlen klammerten sich hilflos am Himmel, als versuchten sie, den Feuerball wieder über den Horizont zu ziehen. Doch es gelang ihnen nicht. Es gelang ihnen niemals. Innos hatte nicht gewonnen, solange der Gott des Gleichgewichts für eben dieses sorgte. Und das dachte Raad, obschon er dem Gott des Wassers nicht verfallen war. Tatsächlich würde er ihn nicht erkennen, würde er vor ihm stehen.

Raad schüttelte die Gedanken ab und kniff die Augen ob der Worte des Bärtigen zusammen. Er selbst war viel zu sehr damit beschäftigt gewesen, sich auf seinen Gegner zu konzentrieren. Nicht zuletzt, weil beständig der Feuermagier im Hintergrund gelauert hatte.

„Ich hab dich nicht kämpfen gesehen.“, erwiderte der Schwarzhaarige mit einem Schulterzucken und grinste dann, „Aber ich weiß, dass du gut gekämpft hast. Sonst wäre der Paladin wohl nicht gefallen. Das wiederum habe ich mitbekommen.“

Der Leiter der Akademie seufzte leise. „Was treiben wir hier eigentlich? Ich weiß. Das Waldvolk ist unser Verbündeter. Es sind gute Kämpfer dabei. Aber wir nutzen sie, die Männer Rhobars im Bluttal abzulenken, um dann selbst nach Thorniara zu laufen. Ja. Ich weiß. Taktisch erschließt sich mir darin auch etwas. Aber ich halte es für Wahnsinn. Und ich weiß, dass man sein Glück überstrapazieren kann. Wir werden Thorniara nicht einnehmen können. Das ist noch viel mehr ein Himmelfahrtskommando als die Aktion zu siebt einer nicht einzuschätzenden Armee entgegen zu rennen.“

Dennoch grinste Raad.

hoffi
09.07.2012, 22:13
Ihre Fallen waren fürs erste fertig. Natürlich waren sie nicht die besten, aber wenn ihr Plan auf ging, würde es die Städter auf halten. Wenn nicht sogar bei den unerfahrenen Männern die in Rüstungen gestopft wurden Angst auslösen. So war das ganze zumindest geplant.
Und wenn alles gut lief, würden die ersten Rotröcke ihre Falle schon bald zu spüren bekommen.
"Ich dachte schon wir waren gestern laut, aber die sind ja noch schlimmer. Da merkt man wieder das Städter in ihren Städten bleiben sollten", flüsterte hoffi seinen Schüler grinsend zu.
"Aber denk dran, wir sind nur zu zweit und das könnte sehr gut ausgebildete Soldaten sein. Wir haben nur den Überraschungsmoment auf unserer Seite...und natürlich sind wir im Wald schneller unterwegs, als diese Blechbüchsenmänner. Das könnte uns einen schnellen Rückzug sichern, nur um ihnen dann wieder in den Rücken fallen zu können."
Auch wenn hoffi noch nie bei einem solchem Angriff dabei gewesen war, hatte er doch einwenig mehr Erfahrung als Gwynnbleidd.
"So wie ich das ganze einschätze sind sie noch etwas entfernt was uns Zeit verschaffen sollte. Du versteckst dich hier irgendwo. Ich lenke sie in unsere Richtung. Sind sie nahe genug zeigst du mir, was ich dir bereits beigebracht habe," erklärte der Jäger seinen Gegenüber, immer noch im Flüsterton. Zwar verstraute der Schütze seinem Schüler, aber im Notfall gab es immer noch den Rückzug hinter die Stolperfallen.

Hoffi nickte Gwynnbleidd zu, bevor er sich leise und durch die Bäume und Sträucher einwenig getarnt auf die Innosler zu. Er hatte sich Erde auf den Körper uns Gesicht geschmiert, sowie einpaar Gräser und Blätter in seinem Gesicht und auf der Kleidung ausgedrückt, was das ganze mit einem dunklem Grün abrundete. Der Schütze wusste nicht genau ob es viel brachte sich so zu "tarnen", aber er hatte es bei den Erfahreneren Waldvölklern gesehen, die wohl schon mehr als einmal bei einem solchen Angriff dabei gewesen sein mussten.

Dann sah er die Männer in den Rüstungen des anderen Königs. Das waren also ihre Gegner?
Sie sahen ziemlich jung aus. Wohl grade erst in die Armee aufgenommen wurden. Es war eine Schande so junges Leben auszulöschen. Doch diese Männer befolgten die befehle eines Mannes, der die Männer des Waldes töten ließ, nur weil sie sich nicht beugen wollten.
Doch bevor der Jäger seinen Plan in die Tat umsetzte, belauschte er die beiden Jünglinge, bis er genug wusste.
Sie schienen eine Art Vorhut zu bilden, die den Wald sichern sollte, während ein kleiner Karren mit Vorräten hinter her rollen würde. Warum sie gerade durch den Wald gingen erfuhr hoffi nicht, denn er hatte sich einen Stein geschnappt mit dem er gut zuschlagen könnte. Dann umging er die Männer, die so laut waren, das sie wohl nicht mal einen Wütenden Ork gehört hätten. Zumindest kam es dem Jäger so vor.
Als er hinter den zweien stand, verließ er sein Versteckt und näherte sich den Innoslern vorsichtig. Doch nicht lange, denn schon nach einpaar Schritten begann er zu laufen und schlug einem der Rötröcke mit dem Stein in den Rücken. Doch er hielt nicht an, sondern ließ den Stein fallen und rannte in Richtung Gwynnbleidd. Den lauten Schritten und Schreien hinter zu vermuten, ging sein Plan auf und sie verfolgten ihn...

Idun
09.07.2012, 22:18
Der Wald war ruhig, selbst die Tiere schienen ängstlicher und unruhiger als sonst, ganz als ob sie wüssten, was in diesem Tal bevorstand. Die Ruhe vor dem Sturm?
Ein scharfer Windzug brachte die Blätter über ihnen zum Rascheln, doch allmählich vermengte sich das Rascheln mit den anderen Geräuschen des Waldes und schließlich auch mit ihrem gleichbleibenden Trott. Niemand sprach laut und auch konnte niemand wirklich die Gedanken an das Bevorstehende ablenken. So blieb ihnen nicht viel mehr übrig, als schweigend zum Boden zu schauen und weiterzugehen.

Das Bluttal erstreckte sich eingeebnet von Bergen und Hügelketten, über eine weite Fläche vor der Silberseeburg. Dieser Wald, er schien Idun fast schon vertraut. Erst ein paar Mal war er mehr oder weniger flüchtig hindurchgereist und doch schien er stets zu wissen, was sie hinter der nächsten Abbiegung erwartete.
Nicht lange dauerte es und sie erreichten die Stelle, die sie für ihr provisorisches Lager auserkoren hatten. Ebenso nachdenklich wie schon auf dem kurzen Marsch, bauten sie alles Notwendige auf. Irgendetwas lag in der Luft. War es Anspannung?
Der Waldläufer hatte es bereits in der Burg gespürt. Dieses Gefühl, dass irgendetwas Unangenehmes bevorstand und jeder wusste genau, dass es unweigerlich kommen würde. Nur niemand konnte genau sagen wann der Zeitpunkt gekommen war. Und so kam man ins Grübeln. Traf es einen nächste Woche, bereits morgen oder konnte es schon innerhalb der nächsten Stunden passieren?
Idun war sich zumindest sicher, dass es früher kam, als einem lieb war.

Jarvo
09.07.2012, 22:24
Es war ruhig und keiner der Anwesenden sprach ein Wort. Sie würden keinen offenen Kampf wagen und sich in den Bäumen versteckt halten und doch lag ein Gefühl der Anspannung in der Luft. Auch wenn sie ihre Schwerter würden benutzen müssen, barg so ein Kampf Gefahren.
Jarvo erhob sich, als er Geräusche hinter ihm aus dem Wald hörte. Aus dem Dickicht stiegen Ornlu, Orthego und der Rest des Jagdkommandos. Leise murmelte man Begrüßungen, als Ornlu sich Jarvo zur Seite nahm und ihm die letzten Instruktionen der Setarrifer darlegte.
"Dieser Drakk scheint eine klare Vorstellung davon zu haben, wie er sich unsere Bögen zu Nutzen machen kann", meinte Jarvo. "Aber schließlich haben sie uns um Hilfe gerufen."
Die Jagdkommandos standen zusammen, die meisten Krieger hatten ihre Bögen bereits in den Händen und schauten das Tal hinunter auf die Rotröcke, die ihrerseits Fackeln entzündet hatten und sich den Pfeilen damit auf einem Präsentierteller anboten.
"Brüder und Schwestern", eröffnete Jarvo, während er mit gezogenem Schwerte vor der Gruppe stand. Die Bäume ließen nur noch wenig Licht hindurch, weswegen sein Körper den meisten nur als dunkle Silhouette erschien.
"Seit langer Zeit ziehen wir wieder in den Kampf. Die wenigsten von uns haben das Blutvergießen vermisst, ich ebenso wenig. Argaan war gut für uns, bot uns ein Heim und ließ und mehr als ein Jahr den Frieden genießen, den wir auf dem Festland so bitter benötigt haben. Jetzt werden unsere Bögen gebraucht und damit ein Gefallen eingefordert. Wir sind ein kleines Volk, welches um ihr Überleben kämpfen muss und genau darum ist dieser Schritt so überaus wichtig. Die zwei streitenden Großmächte stoßen hier aneinander und es wäre nur eine Frage der Zeit, wann wir unfreiwillig in diesen Kampf hineingezogen würden. Wir haben uns entschieden – und unser Herz würde uns strafen wenn wir es andersherum täten – dem Königreich Argaan zur Hand zu gehen. Vergesst nicht, meine Brüder, dass wir hier eine Nebenrolle spielen. Noch heute wird deren Armee gegen die Rotröcke vorrücken, doch dazu benötigen sie unsere Hilfe. Unsere Aufgabe ist es, den Feind zu verwirren, ihn auseinander zu treiben und die Aufmerksamkeit kurz auf uns zu lenken. Wir fallen ihnen in den Rücken, zwei Jagdkommandos auf dieser Seite des Tals, zwei auf der anderen. Wir treiben sie von der Büßerschlucht in das Bluttal, jagen sie nach Norden."
Einige Männer lachten schelmisch in die Nacht hinein.
"Benutzt die Dunkelheit, schickte eure Pfeile los, doch seit euch gewahr, dass wir nicht hier sind um Leben zu nehmen. Bringt sie durcheinander, schießt den Helden ins Knie oder schmückte ihre Schilde neu. Wenn sie flüchten, haben wir unser Ziel erreicht... ich möchte jeden von euch lebendig wiedersehen, verstanden? Das ist nicht unser Krieg. Bewahret, meine Brüdern und Schwestern."

Bengar Ulfson
09.07.2012, 22:24
'Bewahre', wie es schien, ein Gruß unter jenen üblich, die dem rätselhaften Waldvolk angehörten. Bengar Ulfson war dieser Gruß ansonsten unbekannt, doch seit er mit auf diesem 'Feldzug' war, hatte er ihn des öfteren vernommen.

Nun ja, wie auch immer, er war nicht wirklich der Überkrieger, weshalb er sich auch für eine etwas weniger kampflastige und hoffentlich auch weniger Lauf- und Kletterlastige Arbeit hatte einteilen lassen. Er war zwar ein langjährig erfahrener Jäger, doch das Tempo, das hier einige vorgelegt hatten, um rechtzeitig bei jener Burg zu sein, war doch stellen weise recht heftig gewesen. Bei den Wachtrupps brauchte er sich nur um einen eher kleinen Bereich kümmern, jenen mit Fallen versehen und sich ansonsten möglichst aus Kämpfen raushalten, sofern nicht nicht noch andere Krieger kamen.

Doch zurück zum 'Bewahre', denn mit jenem Gruß hatte ihn eine nicht völlig hässliche Frau ihn gerade gegrüßt, als er gerade dabei war, wieder eine Falle zu stellen, die hoffentlich einen derer von Myrtana erwischen würde.

»Jetzt hast du mich aber erschreckt«,

meinte der Jäger, dem natürlich kurz das Herz in die Hose gerutscht war bei jenem Gruße, hatte er doch nicht wirklich mit Besuch gerechnet. Und im Allgemein traf man im Wald während eines Krieges eher seltener erbeten Besuch. Woher er wusste, dass es ein erbetener war? Ganz einfach, er lebte noch und war nicht gefesselt, ein Umstand, der bei einem Feind sicher anders ausgesehen hätte.

»Und äh, sei gegrüßt«

meinte er, sich an allgemeine Umgangsformen erinnert, während er die letzten Blätter über die Falle verstreute, um sie zu tarnen.

»Hm, ja, eine Begleitung, die etwas auf die Umgebung aufpasst, während ich hier Fallen verteile, wäre sicher ganz gut. Nicht, dass mich doch noch einer von diesen Myrtaner-Leuten erwischt - oder noch schlimmer, eine Horde vom Baum springender Skeletteichhörnchen«

Cécilia
09.07.2012, 22:37
Eigentlich hatte sie gedacht, sie sei schlecht im Tiereimitieren, da sie es erst kürzlich gelernt hatte. Lediglich das Eichhörnchen konnte sie halbwegs glaubwürdig nachmachen. Insofern war sie überrascht, dass sie es doch geschafft hatte, den Mann zu erschrecken. Sie sah wenig, was einerseits an der Dunkelheit lag, andererseits vermutlich auch daran, dass der Großteil der Waldvölkler im Wald sich mit Kräutern und Kohle getarnt hatten. Auch sie hatte das getan, falls sie den Tarnzauber nicht schnell genug weben konnte im Notfall, und sich so verstecken musste. Die Lichtkugel hatte sie erlöschen lassen, um den Mann nicht weiter zu irritieren, sie konnte nur erkennen, dass er irgendwas am Boden machte.

„Mein Name ist Cécilia, und mach dir keine Sorgen um Magisches in der Umgebung. Feuermagier bedienen sich für gewöhnlich nicht an Skeletten, und wenn sich hier etwas anderes, nichtfeuermagisches regt, bin wahrscheinlich ich das. Deswegen wäre ich dankbar, wenn du während der Manöver aufpasst, dass keiner der Myrtaner mich abmurkst, während ich seinen Kumpel verjage“, erklärte die Seherin leise und schaute sich um.

Sie meinte, Signale gehört zu haben und verharrte einen Augenblick. Die Jagdkommandos schienen im Wald zu sein, postierten sich wohl. Es waren die Tiere, die ihr darüber Aufschluss gaben, der ihr wohlbekannte Eichelhäher und andere.

„Kurz gesagt, der eine schützt den Rücken des anderen.“

Sie lehnte sich mit dem Rücken an einen Baum und hielt den Kampfstab bereit. Die Eisenteile daran hatte sie abgedunkelt, und Holz im Wald zu tarnen war glücklicherweise nicht so schwierig.

Colodis
09.07.2012, 22:38
"Du magst Recht behalten.
Es gibt tatsächlich eine Grenze die entscheidet wo Glück zu Unglück wird. Wenn Wahnsinn, Pech und Übermut kollidieren... kann es unser Ende bedeuten."

Colodis schwieg einen Moment um nachzudenken, sich zu vergewissern, dass er sich nicht selber versuchte zu überzeugen.
"Für manche ist es Wahnsinn überhaupt daran zu denken Innos oder Rhobar entgegen zu treten. Andere dachten es bedeute den sicheren Tod sich gegen die Orks zu wehren. Narren schimpften sie uns als drei Dörfer im tiefsten Winter sich erhoben haben für ihre Freiheit zu kämpfen. Wir stehen hier heute, weil wir damals Narren waren. Wahnsinn ist unser steter Begleiter.
Es ist der König des Festlandes, welcher uns fürchtet, deshalb will er uns so dringend ausradieren. Die Hoffnung im Osten, unter der aufgehenden Sonne werden wir es sein, welche die Schwerter im wahren Licht erheben."

Der Nordmann suchte den Blick seines Gefährten. Er versuchte nicht überzeugt auszusehen, er tat es einfach. Der Funke in ihm, der unlängst loderte entfacht zu einem Feuer... jenes Feuer welches er immer bewundert und angebetet hatte.
"Ich sah Männer viel aussichtslosere Schlachten bestreiten, jene mit beinahe vorherbestimmtem Ende.
Aber ich weiss woran Drakk glaubt und ich teile seine Überzeugung. Du weisst was die mächtigste Waffe eines Kriegers ist?"
Raad schien entweder nicht sofort zu kapieren oder abzuwarten bis er selbst die Antwort präsentierte.
"Der Glaube, nimm eine Schar Männer die für die Freiheit kämpft und wirklich an eine Sache glaubt und sie werden nicht aufzuhalten sein. Das ist der Grund warum die Paladine so stark sind und auch das Geheimnis der Nordmänner. Sie glauben nicht an Götter dessen Gunst sie erlangen wollen, sondern an die Taten ihrer Vorfahren. Aber viel entscheidender woran, ist, DASS man glaubt."

Colodis wusste nicht, ob er etwas völlig neues erzählte, längst vergessenes auffrischte oder Raad einfach nur mit alltäglichem langweilte. Was es auch war, er stellte die offensichtlichste aller Fragen im Kontext seiner Erzählung.
"Sag mir. Woran glaubst du?
Was ist der Grund warum du kämpfst?"

Bengar Ulfson
09.07.2012, 22:54
»Was, Feuermagier? Die sind die auch hier anstatt in ihrem Kloster um sich dort fern ab der Welt mit weltfremden Dingen zu beschäftigen, die außer ihnen niemanden interessieren? Na, das wird ja ein Spaß«

meinte Bengar Ulfson wenig begeistert.

»Doch es bauch nicht zwingend ein Magier in der Gegend sein, um irgendwelches Zeug, das tot sein sollte, untot werden zu lassen. Und wenn sich ttote Affen einfach so erheben können, können das Andere auch. Ja, Beliar, ich weiß, dass du da bist und ich auch hier mit deinen Horden verfolgst«

fluchte der Jäger leise, die Faust drohend gen Himmel gerichtet.

»Ähm ja, ich war grad etwas abwesend, wo waren wie stehen geblieben? Ach ja, wir wollten uns gegenseitig die Rücken freihalten. Und ja, ich kann dir gerne Feinde von deinem Rücken wegschießen, wenn du mit deinem Trollzahnstocher da um dich schlägst«

sprach der Dunkelblonde, die den Umstand, dass sie angedeutet hatte, selber Magierin zu sein gewissentlich ignorierend. Es gab genug Untote und nun auch Feuermagier in der Gegend, auch noch mehr Magier hatte er derzeit nur bedingt Lust. Sie waren überlicherweise, wenn auch nur die Hälfte von dem, was er gehört hatte, stimmt, nur sehr schwer zu töten, konnten ihrerseits aber mehrere Armeen gleichzeitig vernichten. Und das jeder auch jeder einzelne für sich allein.

»Hm, einige Fallen habe ich jetzt verlegt, meinst du, es ist noch Zeit, weitere zu legen oder sollten wir uns allmählich verstecken, um die 'Beute' herankommen zu lassen - und die Magier möglichst vorbei?«

Raad
09.07.2012, 22:59
Raad neigte den Kopf, stützte ihn auf die geballte Faust, deren Ellenbogen sich in der Kniebeuge hielt. Die Pose des Denkers. Selbst, wenn er keiner wahr. Zumindest nachahmen konnte er. Was konnte er sonst? War es von Interesse? Ja, er konnte einiges. Hatte einiges gelernt, seitdem er in Setarrif wie ein Waal auf einer Sandbank gestrandet war.

„Du hast Recht damit. Der Glaube zählt. Es ist egal, an was.“, der Schwarzhaarige schüttelte sachte den Kopf, „Als der Sekretär des ehemaligen Leiters sich aufgeschwungen hat, die Akademie zu führen, nachdem die neue Leiterin Sheila verschwunden war, wollte dies so mancher nicht akzeptieren. Aber sie glaubten nicht daran, dass sie etwas ändern könnten. Nur einige Wenige taten dies. Zu Wenige, um etwas bewirken zu können. Es war die Gier dieses Mannes, die jene… nennen wir sie Gläubigen… zusammentrieb. Vielleicht auch Mutigen. Aber sie waren zurückhaltend. Sehr zurückhaltend. Bis jemand kam, der so bescheuert war, sie anzustacheln. Ich habe noch immer keine Ahnung, warum das geklappt hat. Moddaen meinte, weil ich den Leuten das Gefühl gab, dass sie es schaffen könnten.“

Der Schwarzhaarige zuckte mit den Schultern. „Und es muss wohl so gewesen sein. Aber ich war es nicht allein. Manche haben sich nur lieber im Hintergrund gehalten, während ich die Aufmerksamkeit der ganzen Stadt auf mich zog. Wäre es anders ausgegangen. … Nun. Ein Barde hätte sicherlich ein Lied über den Narren von Setarrif gedichtet.“, der Leiter der Akademie grinste.

„Beantwortet natürlich nicht deine Frage. Und sie ist schwierig zu beantworten. Ich bin mit Beliar großgezogen worden. Nicht der grausamen, finsteren Seite, die bloß das Chaos dieser Welt fördern will. Sondern jener, die die Freiheit des Menschen sucht. Die keine Ideologie von Ordnung in die Wehrlosen prügelt. Jene Seite, die einen selbstbestimmt und mit freiem Willen zurücklässt. Und das ist es, woran ich glaube. Das ist es, was mich in Setarrif gehalten hat. Klar ist dort die Kirche Adanos‘. Aber sie verlangt nicht den Gehorsam, wie Innos und seine Priester es tun. Daher kann ich gut neben dieser existieren, ohne direkt Gleichgewichtsgläubig zu werden.

Und es ist der Grund, warum ich kämpfe. Zu sehen, mit welchem Eifer sich Rhobar über das ganze Land ergoss und forderte, dass sein Wille, sein Glaube der aller sein sollte. Es widerspricht allem, was ich mir dadurch, dass ich Zuben entronnen bin, erhofft habe. Nie wieder ein Sklave zu sein. Und sei es nur einer, der demütig den Kopf senkt und Worte murmelt, die er nicht so meint, damit er nicht im Feuer versenkt wird. Lieber frei sterben, als so zu enden.“

Raad kratzte sich verlegen den Kopf. „Hehe. Klingt etwas seltsam. Aber bessere Worte finde ich gerade nicht.“

Lopadas
09.07.2012, 23:00
Immernoch hing der Schriftgelehrte an dem Gerüst. Niemand hatte ihm bisher die Fesseln gelöst. Vielmehr war er der Spott vieler Soldaten gewesen, die einen Ausgleich für die Anstrengungen und den Tod der Kameraden suchten. Die allumfassenden Schmerzen ließen nach. Sein Kopf wurde wieder freier. Aber dafür konzentrierten sich seine Schmerzen auf seine Hände und Beine. Auch wenn sein Körper sich langsam von dem schwerwiegenden Schlag erholte, so blieben die Fesseln immer noch fest angezogen und verursachten ihrerseits Leid. Lopadas hegte keinen Groll gegen die einzelnen Soldaten, auch wenn sie ihn verhöhnten. Er hätte niemanden verletzt oder getötet, wenn sie ihn losgebunden hätten. Doch die Soldaten Ethorns hielten ihn immer noch für gefährlich. Wahrscheinlich war es auch so, schließlich hatte er bereits in den einen oder anderen Kampf eingegriffen, aber nur um das zu verteidigen, was ihm verteidigungswürdig erschien. Aber jetzt hier in der Burg einen Kampf zu beginnen, wäre auch für ihn Selbstmord gewesen. Das wussten die Setariffer wahrscheinlich genauso gut wie er auch. Der einzige Trost für ihn war, dass er wenigstens ab und an mit Nahrung und Wasser versorgt wurde. Noch schlimmer als Durst und Hunger war die Tatsache, dass durch den Mangel an Essen und Trinken seine Konzentrationsfähigkeit und seines Geistesstärke abnahmen. Wenn er sich auf seine mentalen Kräfte nicht mehr verlassen konnte, blieb ihm nichts.
Doch obwohl er nicht auf seine Muskeln vertraute, musste er feststellen, dass diese im verkrampften Zustand mehr Aufmerksamkeit beanspruchen als normal. Sein Körper war nicht dafür gemacht nachts an ein solches Gerüst gefesselt schlafen zu müssen. Nur ab und an war er für ein paar Augenblicke eingeschlafen. An richtigen Schlaf war in dieser Haltung nicht zu denken. Jedes Mal wenn sein Körper versuchte entspannt zusammenzusacken, durchfuhr ein unbeschreiblicher Schmerz seine Gliedmaßen. Unter solchen Bedingungen konnte sicherlich nicht einmal der härteste aller Krieger schlafen. Abgesehen von ihm selbst. Nicht ein Buchstabe in seinem Namen war Teil eines Heldennamens. Nichts an ihm war heldenhaft. Seufzend lehnte er seinen Körper zurück und versuchte sich mit der Schönheit der Sterne von seinen Schmerzen abzulenken. Vielleicht konnten ein paar Gedankenexperimente seine körperliche Fixierung vergessen machen.

Onyx
09.07.2012, 23:00
Boss Jarvo war ein Spielverderber. Onyx wollte doch irgendwelchen Myrtanern in den Kopf schießen. Na gut zumindest diesem Offizier der seine beiden Jagdgefährten aufhing. Das sollte ja mal drin sein und eigentlich konnte er ja nichts dafür wenn einer mit dem Gesicht in einen seiner Pfeile rannte. Ja, so irgendwie versuchte sich Onyx in Gedanken abzulenken, während sie in einer Stille wie sie in einem Wald herrschte voran schritten. Der Wind flüsterte ihnen allen was, als er die Blätter rascheln ließ, bevor dann die Jagdkommandos untereinander kommunizierten. Es waren Vogellaute die bei jedem Jagdkommando anders waren.
Erst Ricklens Jagdkommando das den Feind sichtete, dann Jarvos, dann das ihrige durch Artifex und dann jenes von Jilvie in das Andrahir als einziger Mann unter Waldläuferinnen rein gesteckt wurde. Das kam davon wenn man so lange Haare hatte.

Viele Bögen waren schon halb gespannt, als dann durch die Jagdführer das Kommando kam sich schussbereit zu machen. Onyx sah viele Feuerstellen, aber auch sowas wie Barrikaden und Zelte. Sie ahnten noch nichts, als sich der Halbkreis nun etwas weitete, die Jagdkommandos unter sich aber in Blickkontakt verbleiben. Das in dem Onyx war hatte nach den drei ersten Schuss die Order gen Westen zu eilen und den Pfeilhagel immer wieder zu erwidern, so dass niemand auf die Idee kam zurück zu schießen. Andere Jagdkomamndos würden wiederum eine andere Order und Laufwege haben. Wichtig war niemals die eigene Stärke zu offenbaren und den Gegner denken zu lassen, er sei umzingelt von einer Überzahl an Bögen. Es war koordiniert und eingespielt dank der erfahrenen Waldläufer unter ihnen.
Artifex gab nun mehr Zeichen vor zu rücken, so wie die anderen. Das Zeichen für die Schützen erklang.
Onyx kniete ab und zog den Pfeil an. Sein Ziel erfasste er jetzt schon, während die Sehne sich immer mehr und mehr dehnte. Stille und leise Atemzüge.

Dann erklang das Waldläuferhorn Jarvos. Angriff! Alle sollten es hören. Sei es in der Burg, sei es die Myrtaner, seien es ihre Leute im Tal.
Es folgte ein Pfeilhagel der das Horn übertönte und surrende Pfeilgeräusche von schier überall verursachte.
Als die ersten Pfeile einschlugen, wurden schon die zweiten Pfeile gespannt. Was folgte war dann Licht, war Hexerei! Den den sie Ornlu nannten schuf ein grelles Licht als der Lärm im Lager der Myrtaner erklang. Es leuchtete wie der Mond, wurde Blau und zersprang dann in viele rote Lichter. Die zweite Pfeilsalve erfolgte, bevor die Jagdführer erste Befehle brüllten und für dne dritten Schuss sich schon alle Jagdkomamndos in Bewegung setzten. Die Jagd begann, als man jemanden da im Lager Hinterhalt und Rückzug brüllen hörte. Onyx Jagdkommando kam aus den Büschen hervor. Die Schützen knieten ab und ließen ihre Pfeile abermals sprechen, dann bewegten sich alle wieder zurück hinter Bäume. Zwischen ihnen rannte dann plötzlich ein geisterhafter Wolf in Richtung des Lagers und kurz danach auch von anderen Stellen aus, wo sich Jagdkomamndos befanden. Dann wurden wieder Lichter gezaubert und den Ort kurz für die Schützen erhellten.
Sie bewegten sich die Lage beobachtend gen Westen. Artifex gab das nächste Kommando, während Onyx den vierten Pfeil einspannte und beobachtete, wie die Pfeilsalven der anderen Kommandos in das Lager nieder regneten.

Tinquilius
09.07.2012, 23:01
„Ah, Leyla“, meinte der Priester mit einem Schmunzeln. „Ich kenne sie noch, damals hab ich sie auf dem Festland getroffen. Eine wirklich begabte Heilerin. Von ihr habt ihr sicherlich viel gelernt.“
Dass sie seine Schülerin war, musste er dem anderen ja nun nicht auf die Nase binden. Es reichte, dass er sie kannte. Aber so viele Ausgebildete in den Heilkünsten gab es nicht, selbst im großen myrtanischen Reich nicht. Dafür war ihre Kunst zu unbedeutend.

„Ich kann euch gut verstehen. Ich verstehe auch nicht den Zwang zwischen verschiedenen Menschen zu unterscheiden – und doch bin ich keineswegs besser als andere.“ Nein, ich bin viel schlimmer. „Wir befinden uns im Krieg und Kriege handeln leider davon, Menschen, die nicht zur gleichen Gruppe gehören, zu bekämpfen und zu töten. Es ist, wenn man ehrlich ist, eine schwachsinnige Idee, doch daran können selbst wir Heiler nicht viel ändern, auch nicht mit unserer Heilmagie.“

Er ließ seinen Blick kurz über die vielen Betten und Strohmatratzen schweifen. Es war kein toller Anblick, Leid war allgegenwärtig. Und doch waren sie hier, es zu nehmen.
„Wir können immer eine helfende Hand gebrauchen. Dadurch, dass wir Magier teilweise selbst am Angriff teilgenommen haben, sind einige von uns an ihre Magiereserven gekommen. Es wird noch eine Weile dauern, bis alle wieder voll dazu in der Lage sind, auch durch Magie zu heilen. Dementsprechend sieht es auch hier aus“, meinte er und deutete mit seiner Hand auf die vielen, nur notdürftig versorgten Männer. „Euer Mitwirken kann vielen von ihnen eine schnellere Genesung bringen. Natürlich erhaltet ihr von uns Essen, zu Trinken und auch einen Schlafplatz, dessen seid euch gewiss. Hilfe, wenn auch uneigennützig gegeben, soll nicht unbelohnt bleiben.“

Sennahoj
09.07.2012, 23:13
Sennahoj nickte zustimmend zu den Worten, die der Magier aussprach und dazu, was er anbot.
"Ich danke für eure Freundlichkeit Magier Tinquilius. Ich werde mich an die Arbeit machen. Dafür bin ich hier. Alles was in meienr Macht steht denen zu helfen, werde ich geben.", er deutete auf die Kranken. Es waren viele. Vielleicht so viele wie bei der Blutfliegenplage? Wenn nicht mehr.
Die Nacht war herreingebrochen aber Sennahoj spürte keine Müdigkeit. Eher eine Aufregung und ein seltsam ängstliches Gefühl. Irgendwo da draußen waren seine Kamreaden, konnte man sagen. Wenn sie schon angegriffen hatten würde er dies bald hier merken.
Die Waldvälkler waren nciht darauf aus offen zu kämpfen. Stiche in des feindes Truppe. Hinterhalte und Tricks. Darin waren die Waldläufer ausgebildet. Doch zu kämpfen würde es definitiv kommen und so musste der Gärtner auch für mehr breit sein, als für das was vor ihm lag.
"Gut ... ich werde mit der Versorgung beginnen und gleich hier bleiben. Sollte ich euch aufhalten, so möchte ich das beenden. Ich weiß was ich wissen muss."
Sennahoj nickte dem Magier zu und nahm die Umhängetasche ab.

Cécilia
09.07.2012, 23:17
Verwirrt hörte sie dem Monolog des Mannes über Beliar und Feuermagier zu. Wieso sollten Feuermagier denn nicht mit ihren Kriegern in den Krieg reisen? Die Wassermagier hatten das ja anscheinend getan, und die Druiden sowieso. Aber Druiden und Feuermagier zu vergleichen, war wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Und nein, hier zählte auch nicht, dass ein geschulter Druide aus einer Birne einen Apfel machen konnte. Ihre Magie war wach, aber sie nahm nicht mehr wahr als gewöhnlich. Unterschwellig enthielt auch dieser Wald Magie, aber sie spürte nichts, was magischen Schabernack mit den Toten der Schlacht anstellen würde. Nichts, was der Magie des Wyvern von Silden ähnelte.
Der Mann hatte nach Zeit gefragt, und da erklang das Horn des Waldvolkes. Wie passend, so musste Cé nicht einmal den Mund aufmachen, um zu antworten. Sie schüttelte einfach nur den Kopf. Jetzt würden sie in Alarmbereitschaft bleiben müssen, während die Jagdkommandos im Tal die Myrtaner verschrecken würde. Ganz grob umschrieben war das der Plan gewesen, den man ihr erzählt hatte. Nun gab sie sich mehr Mühe, sich hinter dem Baum zu verbergen, war dankbar für den waldgrünen Umhang, der in der Dunkelheit nicht auffallen würde - entgegen städtischen Glaubens war schwarz in der Dunkelheit leichter zu sehen als braun oder grün. Den Tarnzauber wollte sie vorerst noch nicht einsetzen. Trotzdem schaute sie sich um und machte sich so leise und bewegungsarm wie möglich daran, den Samen eines Busches zu säen, um ihn wachsen zu lassen. Dank des Steines des Luchsgeistes ging das nun besser, und sie war auch hiernach noch in der Lage, Magie zu wirken. So weit, so gut. Verborgen zwischen Busch und Baum wartete sie ab und hoffte, ihren Mitstreiter nicht wieder erschreckt zu haben. Seine Meinung zu Göttern und Magiern war eine ausgesprochen seltsame, wie Cé das beurteilte.

Orthego
09.07.2012, 23:28
„Möge die Jagd beginnen….“
Es war ein unbeschreibliches Gefühl, eine derartige Bewegung in Aktion zu sehen und vor allem ein Teil von ihr zu sein. Es war für Orthego bei Weitem nicht das erste Mal, doch hinter präzisen Bewegungen, überlegtem Vorrangehen und gleichzeitigem Tempo steckte wie immer ein gewisses Gefühl der Euphorie, das sich zu überschlagen drohte, als Ornlu das Waldstück erneut in gleißendes Licht tauchte und Orthego die ersten Pfeil auf das myrthanische Lager abfeuerte. Es interessierte ihn nicht, ob er etwas traf. Noch nicht, zumindest. Auch von seiner Position aus erkannte er, dass das Waldvolk seinen Sinn und Zweck in diesem Konflikt bisher erfüllt hatte. Die nächtliche Stille war schlagartig vergangen und dem Chaos gewichen. Dem Chaos, in dem die Waldläufer den Überblick behielten. Das Chaos, das sie verkörperten. Zwischen alledem fand sich in Orthego immer ein Teil, der unaufhörlich sagte: „Scheiße, ja, den heizen wir’s ordentlich ein!“.

Das Jagdkommando bewegte sich zu einer neuen Position weiter westlich. Sie hielten sich im Dunkeln, traten nur aus dem Schatten um eine weitere Salve auf das Lager abzufeuern. Lange würden die Myrthaner diese Stellung wenigstens nicht mehr halten können.

„Kommt doch tiefer in den Wald“, sprach Orthego zu sich selbst. „Kommt doch, und ich zeige euch, was Angst ist.“

Kerdric
09.07.2012, 23:31
Verstärkung?! Kerdric, der an der Barrikade Wache hielt, drehte sich in Richtung des Hornklangs um. Kamen da etwa noch mehr Soldaten? Davon hatte Karad nichts erzählt. Doch wer sonst konnte es sein, wenn die Rebellen auf der anderen Seite der Schlucht saßen? Nur Soldaten aus Thorniara … oder Stewark. Unruhig verließ der Ausbilder die provisorische Befestigung und ging zum hinteren Teil des Lagers. Dann ertönten Rufe und Schreie und er rannte.
»Überfall!«
»Zu den Waffen!«
»Sammeln, sammeln!«
Für einen Moment verzerrte sich Kerdrics Gesicht zu einer Grimasse der Verzweiflung, bevor er wieder die steinerne Miene des Kämpfers aufsetzte. Bei Innos, warum? Warum? Was war hier los? Er suchte, inzwischen mit Schwert und Schild in der Hand, nach dem Feind, konnte ihn aber nicht entdecken. Dann kam der nächste Pfeilhagel, und der Ausbilder verstand, was los war. Kein offener Angriff, sondern zuerst Attacken aus der Entfernung, um die Linien auszudünnen.
Mit einigen langen Schritten war Kerdric bei der Standarte der Ausbildungskompanie, steckte das Schwert wieder ein und riss sie aus der Erde. Die Rekruten waren zu unerfahren, wie man in der Nacht des letzten Überfalls gesehen hatte, sie brauchten ihn!
»SAMMELN! REKRUTEN SAMMELN!«, brüllte er über das Chaos hinweg und schwenkte die Fahne in der Luft, während neben ihm ein Soldat der Länge nach hinschlug, einen Pfeil im Oberschenkel. Die ersten Männer kamen angestolpert, nicht nur Rekruten, sondern auch Soldaten, die Orientierung brauchten. »Nach Norden, schaut nach Norden! Schilde vor, bildet einen Schildwall! Deckt euch!«
Immer mehr Pfeile kamen geflogen, ohne dass der Feind sich zeigte. Wenn das so weiter ging, würden sie hier alle zusammengeschossen werden. Hilfesuchend blickte Kerdric sich um; längst nicht alle Rekruten waren hier, aber man konnte unmöglich länger warten. »Vorwärts!«, schrie der Ausbilder und reckte die Standarte, die ihm auch gut als Speer dienen konnte, in die Höhe. »Mir nach! Schilde vor! Treibt sie raus!«

Naberius
09.07.2012, 23:38
"Adanos. Erhöre meine Gebete. Verminder das Leid der Verletzten und nimm die gefallenen gnädig in dein Reich auf." Nach dem kurz gemurmelten Gebet erhob sich der Alte wieder und begab sich zu einem der mehreren Lagerfeuer. Das Wasser welches er zum erhitzen aufgesetzt hatte brodelte schon. Sofort streute er das Hirtentäschelkraut hinein. Die Pflanze mit dem Blut stillenden Effekt schwamm zuerst träge auf der Wasseroberfläche und gab nach und nach seine Wirkstoffe in das Wasser ab. Jetzt müsste er nur noch einige Minuten warten, bis die ganze heilende Wirkung vom Kraut ins Wasser übergegangen ist. Nach den wenigen Minuten in denen Naberius überlegt hatte, wie es wohl seinem Begleiter Sothen ging, welcher bestimmt ziellos im Lager umherirrte, nahm der Babier das starke Gebräu vom Feuer. Zwar nutzte man Hirtentäschelkraut eher als Tee, aber Naberius war sich sehr stark bewusst, wie bescheuert es klingen würde wenn er einen verwundeten Soldaten bitten würde, dass er 3 bis 4 mal täglich eine Tasse dieses Tees zu sich nehmen sollte. Da nahm er den sehr stark gewordenen Tee lieber, um ihn als Kompresse auf die zu behandelnden Wunden zulegen. Die Heilung der Schnitte und weniger tiefen Verletzungen, wo die Verwendung von Magie für die Heilung zu schade gewesen wäre, ging gut voran. Naberius hatte schon die Heilung eines schwerverletzten Mannes mittels Magie miterlebt. Seine Augen sind groß geworden als die klaffende Wunde sich von selbst geschlossen hatte. Solche Wunder brachten Naberius stärker daran zu glauben, dass er versuchen sollte Magier im Dienste Adanos zu werden. Doch jetzt stand er vor einem schwierigen Fall. Der Versuch seine Wundheilung mit dem Kraut war fehlgeschlagen und zudem eiterte der Schnitt im Bein des Kriegers. Naberius war sich bewusst, dass er so schnell wie möglich ein Pflanze suchen musste. Sofort durchsuchte er sein Archiv in seinem Gehirn nach der Pflanze. Schon nach wenigen Augenblicken entdeckte er in den entlegensten Winkeln seines Gedächtnis das Bild des Sonnenhutes. Sie war entzündungshemmend und half dem Körper mit der Wunde klar zu kommen. Zwar war die Pflanze nicht sonderlich selten allerdings könnte es sein, dass der alte Babier morgen ein wenig länger nach der Pflanze suchen müsste und am Ende feststellen müsste, dass die Pflanze hier nicht wächst. Bis dahin musste der Soldat mit ein Kompresse aud Hirtentäschelkrauttee vorlieb nehmen.

Bengar Ulfson
09.07.2012, 23:42
Ein Horn ertönte, eine wirklich subtile Art der Signalübermittlung. Nun ja, damit hatte sich seine Frage erübrigt und er sah zu, dass sich in den nahen Büschen verbarg. Zum Glück war seine Kleidung dafür sehr geeignet, immerhin hatte sie länger Wald als Städte gesehen und da diesen Satz Wäsche nun schon seit Jahren fast durchgängig trug, von kurzen Waschpausen mal abgesehen, würde sie im Dunkeln und im Gebüsch kaum auffallen. Zumindest nicht irgendwelchen Städtern, die oft genug mit Fackeln durch die Gegend rannten, wei sie meinten, dadurch mehr zu sehen - obwohl genau das Gegenteil der Fall war. Denn durch eine Lichtquelle sah an nur noch, was diese belichtete. Das war dann zwar zugegebenermaßen heller und farbiger als ohne, doch letztlich ist es egal, ob man einen Ast hell oder dunkel und bunt oder unbunt sieht, hauptsache, man sieht ihn. Und ohne Licht sah man in einem viel größerem Umfeld Äste - und anderes.

Schon bald hatte er sich im Unterholz gemütlich gemacht und Pfeil und Bogen kampfbereit, als er sich noch mal nach seiner neuen Begleiterin umsah - oder zumindest dahin, wo sie sein müsste. Er sah nichts, was ein Gutes Zeichen mal. Doch Moment,

»Hä, ein Busch?!? War der vorhin auch da?«,

fragte er sich, kam jedoch zu dem Schluss, das es wohl so gewesen war, denn Büsche wachsen ja bekannterweise nicht von alleine und vor allem nicht rasend schnell. Vielleicht war es aber auch ein Wanderbusch - oder gar, ein UNTOTER Busch? Aber wie sollte das gehen? Ähm, nun ja, Bengar beschloss nun einfach, dass der Busch da schon immer stand und konzentrierte sich wieder auf die Umgebung. Nichts zu hören. Doch dann, ein leises *knacks*, ein Geräusch in der Nähe, als wäre ein Ast gebrochen. War das ein Tier, Einbildung oder gar ein Myrtanerer?

Uriel Ventris
09.07.2012, 23:43
Uriel hatte immer gedacht, dass der Krieg ein Ort für Helden war. Heroisch und erhebend für jeden, der ihn überlebte. Aber das war er im Moment ganz und garnicht. Im Gegenteil. Uriels Ausrüstung war vom nassen Waldboden aufgeweicht, er fühlte sich schmutzig, verklebt und seine Haare lagen ihm in fettigen Strähnen über den Schultern, durchwachsen mit Gras, Dreck und Ästchen. Seine so reine Haut war aufgeschürft und er blutete aus zahlreichen Kratzern und kleineren Wunden. Am linken Arm hatte er sogar einen richtig bösartigen Schnitt im letzten Gefecht abbekommen, der zwar nicht gefährlich war, aber schmerzte wie die Hölle. Und immer wieder riss die Wunde auf und blutete ihm den Arm von neu voll. Seine Mitstreiter waren in einem ähnlichen miesen Zustand.
Und wieder ertönte das Signalhorn. Uriel suchte nach einem Kameraden, mit dem er sich zusammen tun konnte. In den letzten Wochen hatte er gelernt, dass man allen seinen Kameraden vertrauen muss und kann und stets jedem zur Seite stehen sollte. Dennoch hatte er es immer beruhigend gefunden einen an der Seite zu haben, auf den er sich wirklich zu einhundert prozent verlassen konnte. Doch in dem wilden Gerufe und durch die Schmerzensschreie konnte er sich einfach nicht verständigen. Ständig rempelte ihn einer seiner Kameraden an bevor er ihn ansprechen konnte und so gab er es schließlich auf.
Wieder surtte die Luft, die erfüllt war von Pfeilen und instinktiv riss Uriel seinen Schild hoch. Die Pfeile gingen nieder, doch seinen Schild hätte er nicht gebraucht, keiner war auch nur in seine Nähe gekommen. Er sah sich um und bemerkte, dass sich alle mehr oder weniger zu einem Punkt zurückzogen. Einer schwänkte das Banner.
Endlich ein Orientierungspunnkt, dachte Uriel und zog sich ebenfalls zum Baner zurück. Hier sah er auch die anderen Rekruten und einen vollkommen heiser geschriehen Kerdric, der sich trotzdem alle Mühe gab mit seinen Rufen alle zusammenzuholen und zu formieren.
Also ist auf dem Schlachtfeld doch Platz für Helden, sagte sich Uriel als er seinen Ausbilder ansah. Wie er versuchte alle zur Ordnung zu bringen und sie so zu nicht ganz so leichten Zielen zu machen. Uriel steckte das Schwert weg und fasste den Schild mit beiden Händen, da sein linker Schildarm mal wieder angefangen hatte zu bluten und er ihn schonen wollte. Und solange noch kein Nahmkampf eröffnet wurde brauchte er das Schwert sowieso nicht. Also blieb er so, mit dem Schild über dem Kopf, hocken und wartete entweder auf einen Befehl oder auf Gegner, gegen die er sich in den Nahmkampf werfen würde.

Idun
09.07.2012, 23:57
Fast schien es so als würde der Pfeil mit dem Bogen zu einer Einheit verschmelzen. Vollkommen ruhig hockte Idun auf einem Ast, einige Meter über dem Erdreich und blickte an dem hölzernen Pfeil vorbei aufs Getümmel. Er hatte also recht behalten und der Kampf war schon bald im vollen Gange. Wenn man es überhaupt einen Kampf nennen konnte, immerhin war das Gleichgewicht recht einseitig verteilt. Von scheinbar überall her flogen Pfeile auf die verschreckten Soldaten zu und sie hatten dem vorerst nichts entgegenzusetzen.
„Ach ja, das Waldvolk und seine Art zu kämpfen.“
Lang war es her, dass er seinen Bogen im Kampf gebraucht hatte. Normalerweise diente er ihm lediglich als Jagdutensil, damit er sich nicht ausschließlich auf Fallen verlassen musste, um Beute zu erlegen. Seine Schießkünste waren dementsprechend dürftig, was ihn jedoch momentan nicht davon abhielt sich ein Ziel weit entfernt von ihm auszusuchen, das obendrein noch panisch durch die Gegend wuselte. Idun ließ seinen Atem ganz natürlich weiterlaufen und zielte intuitiv auf den Soldaten. Als er den richtigen Moment kommen sah, ließ er eher beiläufig die Sehne los und starrte dem Pfeil hinterher, der alsbald im Hagel unterging.
Ob er getroffen hatte? Er konnte es nicht nachprüfen, aber letztlich war es ohnehin gleich. Eigentlich war es dem Waldläufer sogar recht, wenn sich sein Pfeil nur in ein Stück Rinde oder in den Boden gebohrt hatte; er wollte niemanden umbringen, wenn er es nicht gerade musste. Und das Wichtigste: Ihre Taktik ging auf!
In den Reihen der Thorniarer herrschte alles Andere als Ordnung und Disziplin. Völlige Verwirrung war jedem noch so wohl durchdachtem Plan gewichen. Leider würde das nicht ewig anhalten und sofern sie einen einigermaßen fähigen Anführer hatten, würden sie sich schon bald formieren und den Spieß umdrehen.
„Sie werden es versuchen“, korrigierte sich Idun im Gedanken selbst, „und dabei ihr blaues Wunder erleben.“
Nicht umsonst waren die Waldläufer auf dem Festland so gefürchtet gewesen und sicherlich waren auch unter den Soldaten einige dabei, die noch die alten Legenden kannten. Wieder spannte Idun seinen Bogen und legte einen neuen Pfeil auf. Lange würde er jedoch nicht so weitermachen können, wahllos Pfeile auf ihre Gegner zu schießen. Irgendwann würden gezieltere Schüsse notwendig sein und man würde versuchen den Schützen nachzustellen oder ihnen zu entkommen.
Dann würde er von den Bäumen herabsteigen und diesen Rotröcken seine wahre Stärke zeigen.

Cécilia
09.07.2012, 23:57
So still wie möglich wartete Cé, sah sich nach Tieren und Myrtanern um. Wie ironisch, dass sie selbst aus Myrtana stammte. Das Horn und die für das Bluttal sonst wohl vielen Männer im Wald schienen die Tiere vertrieben zu haben. Schlecht für Cé, die andernfalls veranlasst hätte, ein Raubtier einen Myrtaner vielleicht beißen zu lassen. Aber wenn die Beute fort war, hielt es auch die Räuber nicht am Fleck. Vögel waren aufgescheucht worden, das konnte später noch hilfreich sein. Und sonst musste sie auf Hilfe aus der anderen Sphäre hoffen. So ein Geisterluchs würde den Mannen sicher ebenfalls Angst einjagen, und noch mehr, wenn die Wunde des Geistes echt war. Nur, dass der andere Wächter anscheinend befürchtete, überall würden untote Tiere herumlaufen - da würde der Geisterluchs wohl auch in die Definition fallen. Aber es hülfe, wenn er einen Pfeil durch den Luchs jagen würde, denn es würde überzeugen, dass es ein Geist war. Und der Mann würde einen Pfeil auf ein Gespinst verschwenden, wenn nicht noch mehr. Aber so weit war es ja noch überhaupt nicht.
Sie schloss die Augen und versuchte, zu horchen, aber nun, nachdem das Horn die Myrtaner im Tal aufgescheucht hatte, hörte man hauptsächlich ihr hühnerhaftes Herumgerenne. Einige klappernd, einige scheppernd, einige wie bescheuert schreiend, für diejenigen offenbar das erste Mal, so in einen Hinterhalt zu geraten. Wir lernen: Täler sind böse, dachte die Seherin sich. Schließlich näherte sich tatsächlich einer ihrem Wachposten, laut wie kein Waldvölkler es tun würde, wie ein aufgescheuchtes Huhn. Wessen Repertoire sollte hier greifen, ihres oder das des Mannes? Er hatte Fallen gestellt und erwähnt, dass er schießen konnte, während sie Stab und Magie hatte. Aber sie konnte ja auch unterstützend wirken. Mehr Angst, und der Mann würde eher in die Fallen laufen? Sie streckte ihre Magie nach dem Myrtaner aus, wo er war, war schließlich unüberhörbar. Sie berührte ihn und verstärkte, was er gerade am stärksten fühlte, und kaum hatte sie das getan, fing der Kerl auch schon an zu schluchzen.
Angst. Er ist nicht mehr als ein verängstigtes Kind in diesem Augenblick, schlussfolgerte sie. Nun bräuchte er nur noch panisch in eine der Fallen zu laufen - oder in seiner Angst woandershin. Am besten wäre es, er würde einem Kameraden von einem Untier im Wald erzählen oder so, aber mit den Zaubern wartete Cé noch.

Freiya
10.07.2012, 00:08
Was zum...?
Freiya hatte noch nie so viele böse Worte aneinander gereiht, nichtmal in ihrem Kopf. Aber in diesem Moment konnte sie einfach nicht anders. Schon wieder wurde ihr Lager angegriffen. Erzürnt war Willbor mit den gestreckten Schwert zu Kerdric gelaufen und dann direkt in den Wald.
"Kommt raus, ihr Schweine!", brüllte er.

Die junge Frau empfand eine ähnliche Wut und Verzweiflung. Das zweite Mal wurden sie mitten in der Nach angegriffen, diesmal jedoch hatten sie noch die Verletzten im Lager.
Freiya hatte sich das nächstbeste Brett gegriffen und hielt es über sich und den ersten Verletzten, den sie erreichen konnte. Es war der Junge mit der Bauchwunde. Es schützte sie mehr schlecht als recht vor dem Pfeilhagel, doch keiner von beiden wurde getroffen.

Sie zog ihr Schwert, bereit, die Verletzten und ihr eignes Leben erneut mit der bloßen Klinge zu verteidigen.
Sie konnte nichts sehen, die Dunkelheit zwischen den Bäumen war tödlich, aber undurchsichtig. Während die Gruppe um Kerdric in den Wald stürmte, blieb sie mit wenigen bei den Verletzten. Wer auch immer der Angreifer war - Freiya ging davon aus, dass solch ein feiger Angriff nur von den Setarrifern kommen konnte -, er konnte es ausnutzen, dass das Lager noch weniger geschützt war.

Uriel Ventris
10.07.2012, 00:22
Der ersehnte Befehl war schneller gekommen als gedacht. Schon stürmten sie gradewegs in den dunklen Wald, hinaus aus dem halbwegs schützenden Lager. Ein großer Fehler, wie Uriel fand. Doch es stand ihm nicht zu die Befehlen seines Offiziers in Frage zu stellen. Ein guter Soldat gehorcht ohne zu zögern. Also tat er, was Kerdric verlangte und stürmte den Angreifern entgegen. Vielleicht würde es ja doch etwas bringen. Trotzdem war ihm mulmig, als sich ihr Tempo durch die Dunkelheit mehr und mehr verlangsamte und sie schließlich nur noch langsam gingen anstatt zu rennen. Überall raschelte es und panisch stießen hier und da einige Soldaten und Rekruten nach unsichtbaren Gegner, doch trafen sie nie etwas. Gemurmel ging umher ob man nicht doch lieber im Lager hätte bleiben sollen.
Doch erstaunlicher Weise war Uriel ohne Furcht. Denn er war sih sicher, Innos würde sie beschützen. Und sollte es doch nicht so sein, so würde er die Gefallenen bei sich willkommen heißen. So gesehen hatte Uriel also nichts zu verlieren. Tief atmete er durch und beruhigte sich so. Er blickte sich um und erblickte Kerdric, der hier und da Anweisungen gab, Ausschau hielt und versuchte alle irgendwie zusammen zu halten. Uriel bewunderte ihn dafür und wünschte sich, dies alles doch zu überleben um eines Tages ebenfalls Truppen in die Schlacht führen zu können.
Dann blickte er wieder in die dunklen Büsche. Irgendwo dort mussten sie hocken und wenn sie herauskamen, dann würde er sie erwarten. Und bei Innos, er würde ihnen die Hölle heiß machen und sie alle zu Beliar schicken. Langsam arbeitete sich die Gruppe weiter vor, hinein ins Dunkel.

Stylios
10.07.2012, 00:24
Von einem Pfeil getroffen sackte der vor Stylios laufende Soldat zusammen. Ohne einen Mucks zu machen fiel der Kerl ihm wie ein Sack Kartoffeln vor die Füße, sodass der Nordmann nicht anders konnte als, na klar, über das menschliche Hindernis zu stolpern und der Länge nach laut scheppernd zu Boden zu krachen.
" Argh!" Das dunkel Erdreich war viel zu schnell viel zu nahe gekommen. Stylios hatte es nicht einmal geschafft, sich irgendwie abzufangen und bremste ungeschickt ganz einfach mit dem Gesicht. Neuer Schmerz gesellte sich zu dem Karussel des Peins dazu. Fluchend spuckte der Nordmann in gleichen Teilen Dreck, Speichel und Blut. Der Boden vibrierte unter seinem Körper. Wie eine Herde Wollbisons stürmten die Flachländer in ihren roten Uniformen an ihm vorbei. Manch ein Fuß streifte ihn dabei, doch niemand hielt an, um dem Clankrieger wieder auf die Beine zu holen. Besser so für sie, denn einen Nordmarer mit solch einer Wut im Bauch, wie Stylios sie gerade verspürte, ließ man besser liegen. Alles andere konnte nur weh tun.
" Stylios!" Das war Neraida. Anscheinend hatte das Mädchen seinen Sturz mitbekommen. Seltsamer Weise war sie angehalten. Das hätte er ihr gar nicht zugetraut. Hatte die Kleine auf einmal doch etwas Mumm gefunden?
Während immer mehr Bewaffnete um sie herum hetzten und ihnen so gut es ging auswichen, half Neraida ihm dabei, langsam vom Boden hoch zu kommen. So erschöpft wie Stylios jedoch war und mit den immer größer werdenen Schmerzen im Körper schaffte er es gerade einmal bis auf die Knie.
" Verlier bloß nicht den Anschluss, Mädchen. In dieser Nacht werden einige von deinen Leuten mehr als nur ein paar Narben abbekommen. Hau ab!" Raunte Stylios und schüttelte die Hände der Edelmagd von sich ab. Ob sie es tat, weil sie zu dumm dafür war, seine Worte so schnell zu kapieren, oder weiß Innos wieso, Neraida rührte sich nicht.
" Beliar! Bist du total verblö...!"
Plötzlich erschien ein gleißend blaues Licht aus dem Nichts unmittelbar vor Stylios. Geblendet stöhnte der Nordmann auf und bedeckte die angegriffenen Augen mit den Händen. Überall um ihn herum hörte er staunende Rufe. Als der Nordmann merkte, dass das Licht verschwunden war, riskierte er wieder einen Blick. Vor ihm stand ein erschöpft keuchender Kerl in roter Robe. Dicke Schweißtropfen liefen ihm in Strömen übers Gesicht und er machte den Anschein, als würde er gleich jeden Augenblick umkippen.
" Gar nicht so leicht, sich in eine vollgedrängte, enge Schlucht zu teleportieren." Hechelte der Magier und stützte sich ohne zu Fragen auf Neraida auf. Dann erst schien er zu bemerken, dass er von Stylios, der in diesem Augenblick wie ein Bittsteller vor ihm kniete, angestarrt wurde.
" Wer bist du denn?" Fragte der Magier nüchtern und schien nichts von dem Trubel um ihn herum zu merken.
" WER BEI BELIAR BIST DU, VERDAMMT NOCH MAL! Brüllte Stylios ihm entgegen und packte den Kerl bei der Robe.

Bengar Ulfson
10.07.2012, 00:30
Wahrlich, ein großes Geschrei hatte sich auf einmal im Wald erhoben. Bengar vermutete, dass diese bedeutete, dass die sogenneten Jagdkommandos wohl auf das Lager der Myrtana-Menschen gestoßen waren. Er hoffte, dass es das Geschrei der letzteren war und jenes der Waldvölker, immerhin hatte er nicht wirklich vor, in ein Tooshoo zurückzukehren, das menschenleer wäre dun bliebe, weil so viel Männer und Frauen im gebärfähigen Alter hier waren und kämpften. Apropos Frauen im gebärfähigem Alter, wo war seine Begleiterin? Wie es schien, noch immer in Deckung. Gut so, denn solange, wie der Mann, der sich da in ihrer Nähe herumtrieb, alleine war, was es besser, er würde sie nciht entdecken, ehe sie ihn nicht niederstrecken oder gefangen nehmen konnten.

Um dies sicherzustellen, begann der Jäger auch, sich allmählich zu dem Typen hinzuschleichen, um in eine günstigere Schussposition zu kommen. Doch was war das? Plötzlich fing dieser Kerl an, wie ein altes Waschweib aus der Stadt zu flennen. Was ein Weichei.

Der Sohn des Ulf machte sich derweil bereit, ihn mit Pfeilen zu spicken. Ein, zwei Pfeile steckte er vor sich auf den Boden, um sie schnell erreichen zu können, sollte sein erster Schuss fehl gehen, ein dritter ward schnell gegriffen und in den Bogen eingelegt. Halb spannte er ihn, während er den Typen ins Visier nahm. Wesentlich gepanzert war er nicht, er hatte nur eine leichte Lederrüstung an, die jedoch den Hals freiließ. Eine gute Stelle, um einen Schuss zu setzten, zumal ein guter Treffer auch das Schreien unmöglich machen könnte - allerdings auch ein späteres Verhör.

Der Kerl stand jedoch sehr nahe an einer Falle, und so verängstigt, wie er aussah, könnte es sehr leicht passieren, dass er gleich los lief und mitten in sie hinein, was dem Dunkelblonden einen oder noch mehr Pfeile erspart hätte. Er könnte aber auch unvermittelt völlig woanders hinlaufen, womit ein Pfeil auch verschwendet wäre und bei der Dunkelheit wohl auch unauffindbar.

Kurz fragte sich der Jäger, was den Typen so verängstigt hatte, hatte er doch vor einer Minute noch nicht ausgesehen, als wäre ihm Beliar höchst selbst begegnet. Bengar hatte jedoch nichts bemerkt und so schloss er einfach auf die Feigheit des Mannes, die ihn übermannt hatte.

»Komm schon, komm schon, beweg dich. Nur noch zwei Schritte, dann bist du fällig. Komm schon, komm schon«

dachte er bei sich, während er immer noch, gut geschützt durch das Unterholz, den Kerl im Visier hatte um zuzuschlagen, sollte dieser es sich doch noch anders überlegen.

Kerdric
10.07.2012, 00:46
Jetzt könnt ihr was erleben … verdammte Drecksbande …
Mit einer Mischung aus Zorn und Verzweiflung stürmte Kerdric auf den nahen Wald zu, aus dem die Pfeile kamen, den Schild nach vorne gereckt und begleitet von den Rekruten und Soldaten, die er um sich hatte scharen können. Mit einem dumpfen Geräusch schlug ein Pfeil in seinen Schild ein und durchbohrte ihn, blieb dann aber stecken, so dass die Spitze für keine Verletzung sorgte. Neben sich hörte der Ausbilder einen Schrei.
Jetzt! Sie stießen ins Unterholz vor, nun in aufgelockerter Formation, da das Gelände keine geschlossene Linie erlaubte. Aber der Feind war nicht da. Innerlich fluchend sah Kerdric jemanden zwischen den Bäumen verschwinden. »Hinterher!«, schrie er, und wieder setzten sich die Männer in Bewegung. Noch weiter drangen sie in den Wald vor, aber der Feind stellte sich nicht zum Kampf. Stattdessen ertönte plötzlich erneut ein Schrei, gefolgt vom Geräusch einer zu Boden fallenden Waffe. Einen der Rekruten hatte es in der Schulter erwischt. Von hinten.
»Verflucht«, zischte Kerdric und wirbelte herum. »Wo seid ihr? Kämpft!«, brüllte er den leeren Wald an. Er hatte damit gerechnet, die Distanz zu seinen Gegnern rasch zu überwinden und dann seine Klinge mit Blut zu bedecken, aber wie sollte er kämpfen, wenn niemand hier war? »Weiter«, sagte er grimmig. Was hatten sie auch für eine Wahl? Stehenbleiben hieß, der Reihe nach mit Pfeilen gespickt zu werden. Und was trieben die anderen Soldaten? Höchstens ein Dutzend hatte sich hier versammelt, irgendwie zerstreute sich die ganze Streitmacht.
Das ist nicht gut, verdammt, das ist nicht gut. Innos, hilf. »Und haltet Ausschau nach den Unseren«, fügte Kerdric hinzu. »Die müssen hier auch irgendwo sein.« Wenn sie nicht das Lager gegen die Rebellen verteidigen, die wieder aus der Schlucht gekrochen kommen.

Cécilia
10.07.2012, 00:57
Der Mann heulte vor sich hin, schniefte und schnodderte, aber er zauderte auch. Cé konnte einen Schatten erkennen, der sich bewegte, und vermutete, dass das ihr Mitstreiter war. Die Anspannung war fast spürbar. Als sie an diese Stelle gekommen war, hatte der Mann gerade hier eine Falle gelegt, der Myrtaner musste nicht weit davon entfernt sein. Nur, wie viel? Cé schätzte ab, und streckte den Kampfstab vorsichtig hinter dem Buch hervor. Der Busch knisterte, und sie verharrte einen Augenblick, während der Myrtaner einen etwas lauteren Schluchzer von sich gab. Wenn man dem nicht half, würde er nicht in diese Falle treten, schätzte sie, also machte sie weiter, holte so gut wie möglich Schwung und schlug ihm mit dem Stab hinter die Knie, so dass er unweigerlich fiel. Leider nicht direkt in die Falle, wie es aussah, dafür krabbelte er nun ziemlich hilflos auf dem Boden herum, wie es schien, während Cé den Stab zurückholte und dadurch wieder mit dem Busch raschelte. Das Herumkriechen und Herumtasten wurde hektischer und da schien auch schon die Falle zuzuschnappen.

So, wie es aussah, war es eine Schlingenfalle, in diesem Falle dafür gemacht, einen Mann von den Füßen zu holen. Nur, dass der hier mit der Hand reingeriet, und prompt mit dem Gesicht im Dreck landete. Und jetzt? Abschießen oder niederknüppeln?

„Den haben wir, wie's aussieht. Aber so, wie der aussieht, macht er sich bei einem Verhör eher ein, als dass er etwas sagt. Falls er dann noch redet, und nicht stottert, Stotterer sind so nervig“, sagte Cé nun laut.

Dass der Myrtaner irgendwem in die Falle gegangen war, konnte ihm ja wohl kaum entgangen sein. Also bekam er eine Aufführung aus der ersten Reihe, wie über seine Zukunft entschieden wurde. Hm, oder nicht doch lieber umknüppeln, einen saftigen Schlag gegen den Schädel, und er gäbe Ruhe? Verführerischer Gedanke ...

Ravenne
10.07.2012, 01:15
Was in Beliars dreifach verfluchtem Namen ging hier vor?! Als der Angriff begonnen hatte, hatte die Ordensmaid geschlafen, nachdem sie bei den Verletzten gewacht hatte. Nicht, dass man sich die Mühe gemacht hätte, sie zu wecken (warum auch, es bangte jeder zuerst um sein eigenes Leben), sie war durch Schreie aufgewacht. Der erste Gedanke, der ihr absurderweise gekommen war, war der gewesen, dass sie ja die Pfeile sammeln konnte, dann hätte sie mehr Munition. Dann erst war ihr gedämmert, dass auf sie geschossen wurde, und sie war schnellstmöglich auf die Beine gekommen und hatte sich gekleidet, gerüstet und bewaffnet. Sie wusste, dass ein Pfeil ein Kettenhemd durchaus durchschlagen konnte, aber sie zwang sich, nicht daran zu denken. Was tun? Erstmal am Leben bleiben, sagte sie sich. Zu reiten machte sie nur zu einem noch besseren Ziel also ließ sie es.
Wenn man nicht gerade schlaftrunken war, erklärte sich die Lage durch die Pfeile und das Horn schnell. Ein Hinterhalt durch das Lager im Tal. Strategisch ungünstiges Lager, sie waren umkreist worden und durch die Wälder sahen sie die Gegner nicht. Hieß, durch schießen könnte sie sich nicht wehren und den Speer würde sie nicht aus der Hand geben. Sie müsste in den Nahkampf kommen, aber die Pfeile der anderen ließen darauf schließen, dass die keine Lust darauf hatten.
Was würde Bardasch zu einer Lage wie dieser sagen?
Die Ordensmaid schaute sich um, hörte gebrüllte Befehle. Bei den Rekruten hatten die meisten Schilde gehabt und sie war dabeigewesen, als sie den Schildwall geübt hatten, also könnte sie sich mit ihrem Schild dort am ehesten nützlich machen. Scheppernd eilte sie zu Kerdric und den Rekruten, die gerade den Wald zu betreten schienen. Es gefiel ihr nicht, was sie da taten. Diese Angreifer schienen genau um ihre Stärken zu wissen, es war, als verschmölzen sie mit dem Wald um sie. Der Wald ... das Waldvolk? Eine nicht unmögliche Schlussfolgerung, aber das brachte ihr jetzt nichts, außer dass sie wusste, dass diese Typen Wälder mochten und sich in ihnen bewegten und jagten wie Fische im Wasser. So gut sie konnte, lief sie mit und bedankte sich einmal öfter innerlich bei Azil für seine Lektionen. Sie sah einen Rekruten urplötzlich Fallen, als sei er durch irgendwas aufgehalten worden, aber an den Füßen. Sie ging zu ihm und wollte ihm aufhelfen, aber er deutete auf seinen Fuß, als traute er sich nicht, zu sprechen. Im Boden klaffte ein Loch, ob es schon immer dort gewesen war, konnte sie nicht erkennen. Der Rekrut versuchte, sich aufzuraffen, aber es schien, als könnte er mit einem Fuß nicht auftreten. Misstrauisch schaute Ravenne sich um, bevor sie ihn stützte. Was tun mit einem Verletzten? Sie konnte ihn nicht zum Lazarett schicken, da würde er sehr sicher erwischt werden. Sie könnte zwei abkommandieren, ihn zum Lazarett zu bringen, ihn zu decken und zu schützen, aber damit hätte Kerdric drei Rekruten weniger.
»Ich will versuchen, den Schmerz zu übergehen«, flüsterte der Rekrut in ihr Ohr und weckte sie aus den Überlegungen. »Es muss gehen.«
Er klammerte sich ans Leben, erkannte sie. Der Mann wusste so gut wie sie, wie es um seine Chancen auf Hilfe stand. Aber das hinderte ihn nicht, sich vor Schmerz zu übergeben. Sie hatte noch von ihrer gestrigen Lazarettschicht ein paar Kräuter dabei, von denen man ihr gezeigt hatte, was man mit ihnen machen musste, um den Schmerz zu stillen. Sie reichte sie ihm und deutete Kaubewegungen an, was natürlich schwierig zu erklären war. Notgedrungen drängte sie ihm die Kräuter schließlich auf, und er verstand, dass er kauen musste.
»Danke«, flüsterte er, dann wankte er weiter und sie schlossen wieder auf.

Bengar Ulfson
10.07.2012, 01:18
Die Zahnstocherschwingerin hatte doch einen anscheinend ziemlichen Wums drauf - oder der Typ ncoh wiecherer Knie, als Bengar Ulfson vermutet hätte. Gut, er fand es etwas übereifrig, den Kerl umzunieten, vielleicht dachte er aber auch zu sehr in der Kategorie Jagd und zu wenig in der Kategorie Krieg. Doch gut, nun hatten sie ihn, auch wenn er eher weniger wie geplant von der Falle erischt worden war, nämlich mit dem Arm anstatt dem Bein. Doch gut, gefangen war gefangen, jetzt müssten sie nur noch überlegen, was sie mit ihm machen sollten.

Der Rest schritt war ganz einfach, Bengar schnappte sich einen Stofffetzen, von denen er ein paar zu diesem Zwecke mitgenommen hatte und stopfte ihn in den Mund des Feindes, damit dieser nciht mehr schreien konnte. Ein weiterer, um den Knopf geschlungen und hinten verknotet sorgte dafür, dass das Tuch nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund gestoßen werden konnte. Mit der Schlinge, die er für die Falle genutzt hatte, band er die Armee auf seinem Rücken zusammen und ließ noch so viel über den Knoten überstehen, so dass er oder seine Beleitung es als Leine nutzen könnten.Die Falle zu erneuern wäre im Moment aufgrund der Gefahr durch die Flüchtenden vom Lagerüberfall, sofern es das gewesen war, was vorhin die vielen Geräusche verursacht hatte, ohne nicht möglich, jedenfalls nicht, wenn man gewisse Ansprüche an sie hatte.

»Hm, was machen wir nun mit ihm. Hier liegen lassen wäre dumm, der nächst beste Myrtanerer, der hier vorbei käme, würde ihn gleich wieder befreien. Wir müssen ihn an einen sicheren Ort bringen, was uns aufhält und ihm Gelegenheit gibt, dumme Geräusche zu machen - oder ihn gleich hier umbringen. Was ist denn deine Meinung dazu?«

überlegte der Dunkelblonde eingermaßen laut, sodass Beide es hören konnten, aber möglichst keine Vierten.

Cécilia
10.07.2012, 01:37
Was machen mit dem Kerl, eine schwierige Frage. Eigentlich war Cé dagegen, den Kerl zu töten, aber sie war auch noch nie direkt im Krieg gewesen, wo es normal war, Leute zu töten. Sie betrachtete den Gefesselten. Sie konnte ihn mit einem Fluch belegen, dann könnten sie ihn eine Weile liegen lassen, bis der Fluch stärker wirkte, und dann würde er um sein Leben rennen, paranoid vor Wäldern. Sie konnte seinen Geist brechen, aber das machte ihn nicht nützlicher. Auch ihn zu foltern, erschien ihr nicht sinnvoll, denn der hier war sicher kein Anführer oder sowas und er würde wohl nichts Wichtiges erzählen können. Zumal Cé auch eigentlich keine Foltermeisterin war. Normalerweise erlöste sie andere von Schmerzen, wenn sie es konnte, und fügte niemandem welche zu. Wie würden die Myrtaner wohl reagieren, wenn sie einen der ihren gefesselt irgendwo fänden? Ein wenig Panik würde das wohl sicher stiften, und das war das Ziel, oder etwa nicht?

„Wir sollen die Myrtaner nur aufscheuchen, nicht sie reihenweise abmurken. Panik stiften. Ich bin dafür, wir machen ihn etwas kampfunfähig und legen ihn gefesselt irgendwo hin, den Kerl wegbringen kann auch einer allein. Ich glaube nicht, dass er uns überwältigen wird, oder so. Was kampfunfähig angeht ... könnte eine eklige Angelegenheit werden. Hast du ein Messer oder so dabei? Und, was stellen wir mit ihm an? Ich finde, es reicht, ihn um ein Auge ärmer zu machen, damit wird der erstmal nicht kämpfen können, und das reicht. In diesen Kämpfen wird der dann niemandem mehr gefährlich.“

Es würde die Myrtaner aufscheuchen wie die Hühner, wenn sie einen der ihren fänden, gefesselt, geknebelt und bleibend verletzt. Nicht, dass sie nicht schon aufgescheucht waren und ziellos herumirrten, aber es würde ihnen noch mehr zu denken geben.

Idun
10.07.2012, 01:45
Sie hatten sich ziemlich schnell wieder gefangen, das musste man ihnen lassen. Interessiert hatte er beobachtet, wie man die meisten der verstreuten Rekruten zusammengetrommelt hatte und jener Trupp nun unter vermeintlich sicherer Deckung in den Wald marschierte. Irgendwie glaubten sie doch tatsächlich, dass sie diesem Spuk ein Ende bereiten konnte. „Sollen sie sich halt erst mal in Sicherheit wiegen.“
Hatten sie sich erst weit genug von ihrem Basislager entfernt, konnten die Waldläufer ihre Falle zuschnappen lassen und sie endgültig zerstreuen. Währenddessen konnte man dafür sorgen, dass die Zurückgebliebenen nicht allzu schnell wieder Ruhe bekamen.

Dank seiner Tarnung und seiner Schleichkünste schaffte er es förmlich mit dem Wald um ihn herum zu verschmelzen. Die meiste Zeit über war er sowohl so gut wie unsichtbar als auch nahezu lautlos. Eine Tatsache, die ihm, sowie einigen Kriegern aus den anderen Jagdkommandos, erlaubte bis fast an das Lager heranzuschleichen. Sie hatten nicht vor die wehrlosen Verletzten niederzumetzeln, doch sie konnten auch anders für einigen Wirbel sorgen.
Auch einige Rekruten, die sich nicht diesem Trupp angeschlossen hatten, waren zurückgeblieben und hielten nun ein Stück abseits des Lagers Wache, um Eindringlinge rechzeitig erkennen zu können. „Das haben sie sich so gedacht...“
An eine jener Wachen pirschte sich der Waldläufer gerade heran. Er war wie eine Raubkatze im Dunkeln, die sich an ihr wehrloses Opfer heranschlich. Seine linke Hand griff nach seinem Rücken, wo er einen kunstvoll verzierten Jagddolch hervorzog. Von allen Seiten näherten sich die Waldläufer und sie würden zunächst die Wachen überwältigen und verschwinden lassen. Nur noch einige wenige Schritte trennten ihm von dem Wächter. Bedacht hob er den Dolch, doch unglücklicherweise wurde er bemerkt. Vielleicht hatte der Stahl den Schein der Fackeln für einen Moment reflektiert, auf jeden Fall zog der Rekrut vor Schreck sein Schwert und blaffte den Schatten vor ihm ins Gesicht, auch wenn er ihn wohl nur schwerlich ausmachen konnte. Idun legte den Dolch in seine linke Hand und zog sein eigenes Schwert so leise wie möglich, doch er gab dem Soldaten damit einen entscheidenden Hinweis. Sogleich hieb dieser mit seinem Schwert auf die Dunkelheit vor ihm ein und nur mit Mühe konnte der Waldläufer die ersten Schläge abfangen.
Gekonnt parierte er soeben einen weiteren Schlag und setzte gleichzeitig auf eine Riposte, indem er sein Gewicht schlagartig nach vorne verlagerte und den Rekruten so zu einem Schritt nach hinten nötigte. Den Schwung seines Schlags ließ er keinesfalls ungenutzt, sondern setzte sofort nach, indem er mit einem von unten geführten Hieb die Verteidigung seines Gegners durchbrach. Dessen Leib lag nun ungeschützt vor ihm und er zögerte keine Sekunde und hielt dem Mann seinen Jagddolch an die Kehle.
»Bewahre!«
Der Rekrut wimmerte bloß als Antwort. Als ob er ihm beweisen wollte, dass er ungefährlich war, ließ er sogar sein Schwert fallen. Vielleicht war er aber auch nicht mehr imstande gewesen es länger zu halten.
»Scheint, als wäre heute nicht dein Glückstag.«
Idun zögerte. Was sollte er jetzt mit ihm machen? Von Nahem konnte er sehen, dass der Rekrut noch nicht lange bei der Armee sein konnte, vielleicht hatte man ihn auch zwangsrekrutiert. Ein unscheinbarer Flaum wuchs ihm über der Oberlippe und zeugte von seinem jungen Alter. Warum kämpften sie überhaupt gegeneinander? Was bitteschön hatte das eigentlich alles hier für einen Sinn? Letztlich war er selbst doch auch nicht viel anders als dieser Junge, dem er da gerade eine Waffe an den Hals hielt. Zugegeben, älter und auf der anderen Seite, aber sonst?
Unwillkürlich musste er seufzen. Was hatten diese Rotröcke eigentlich verbrochen, dass sich das Waldvolk unbedingt darin einmischen musste? Er selbst hatte keinerlei Zwist mit den Innosgläubigen, im Gegenteil, einen von ihnen hatte er vor einiger Zeit sogar in die Kunst des Einhandkampfes unterwiesen. Bei den Gedanken an Snydex breitete sich ein mulmiges Gefühl in seiner Magengegend aus. Ob er auch unter den Kämpfenden war? Was, wenn er hier irgendwo über seine Leiche stolperte oder sie sich plötzlich gegenüberstanden?
Plötzlich erschien sein Gesicht vor ihm.
Heftig schüttelte Idun den Kopf und stellte erleichtert fest, dass immer noch der junge Rekrut vor ihm stand. „Verdammt, ich würde viel lieber ein paar Orks bluten sehen! Warum sie? Ich kann ihn einfach nicht töten.“
Ruckartig ließ er von dem Soldaten ab und trat einige Schritte rückwärts.
»Verschwinde, wenn du weißt, was gut für dich ist! In diesen Wäldern ist von eurer Sorte keiner mehr seines Lebens sicher!«

Der Junge war im ersten Moment viel zu überrascht, doch dann nahm er im wahrsten Sinne des Wortes die Beine in die Hand und lief ins Lager zurück, mitten in einer Gruppe anderer Rekruten. Es gab hektische Ausrufe, unverständliches Gebrabbel und alsbald sahen sich alle im Lager Zurückgebliebenen immer wieder ängstlich um und fürchteten sich vor den schwarzen Schatten, die überall lauerten. Gegen das Waldvolk zu kämpfen, hieß gegen den Wald selbst zu kämpfen. Einige Augenblicke später war er selbst bereits wieder ein Teil dieses unheimlichen Schauspiels.

Bengar Ulfson
10.07.2012, 02:04
»Ein Messer habe ich, natürlich. Was wäre ein Jäger auch ohne sein Messer«,

entgegnete Bengar, während er sein Messer zückte und damit direkt vor den Augen des Typen etwas herumfuchtele.

»Aber ein Auge? Wie wäre es mit einem Ohr oder mit einem Finger. Ja, ein Finger, den packen wir dann in einen Brief und schicken ihn dem König zu. Muhaha. Äh, wo waren wie stehen geblieben?«

Nun denn, aber irgendetwas würden sie machen müssen. Auf jeden Fall musste dafür Sorge getragen werden, dass dieser Kerl so schnell nicht mehr in einem Krieg zu finden sein würde. Je weniger kämpfende Feinde, umso besser. Zumal Verletzte auch mehr feindliche Kräfte banden als Tote, den Tote brauchten keine Versorgung mehr, Verletzte schon und sie banden natürlich auch die Hilfskräfte.

»Also dann, Auge, Ohr, Finger oder gar Nase? Wie hätten wir es gern? Danach sollten wir jedoch in jedem Fall verschwinden«

meinteder Jäger, während er sich mit seinem Jägermasser übe den verängstigten Myrtanerer beugte, um ihn gleich sein Werk zu vollrichten.

Cécilia
10.07.2012, 02:17
Eine schwierige Wahl. Je nachdem, wie man's anstellte, konnte der Kerl später entweder keine bestimmten Waffen mehr führen, oder sich antrainieren, wieder zu kämpfen. Oder würde davon nicht direkt in Mitleidenschaft gezogen werden, später. Irgendwie war Cé fast froh, dass sie Faren und Keala kannte und anhand ihrer Verstümmelungen besser abschätzen konnte, was sie mit diesem Myrtaner machen sollten. Sie hatte in der Lilie gesehen, wie Faren sich hin und wieder bei Entfernungen verschätzt hatte, aber der Hüne konnte offensichtlich noch kämpfen, zumindest mit Schwertern. Und Keala konnte trotz fehlendem kleinem Finger immer noch so ziemlich alles, also wäre es nutzlos, diesen Myrtaner seines kleinen Fingers zu berauben.

„Mal sehen, mal sehen. Ohren, Nase, kleiner Finger, bringt uns alles nichts. Damit ist er ja bis auf den Schock noch kampffähig. Und falls er nach dieser Sache hier mehr Ehrgeiz beweisen sollte als jetzt, könnte er sich bemühen, auf Linkshänder umzuschulen oder so. Ich schlage beide Zeigefinger vor. Und dann werfen wir ihn in Richtung Lager und verziehen uns“, erklärte Cé laut, damit der Myrtaner das auch hörte, und sie gingen ans Werk.

Die Barbierin hatte damit gerechnet, dass der Kerl vor Schmerz und Angst ohnmächtig werden würde, deswegen hatte sie nicht mal daran gedacht, den Mann zurückgehen zu lassen. Damit er nicht verblutete, legte sie nach getaner Arbeit einfache Verbände an. Lebendig konnte er viel besser von den bösen Angreifern im Wald erzählen und noch mehr Panik verbreiten. Anschließend suchten sie sich einen neuen Wachposten, was Cé schade fand. Sie hatte den Busch gemocht.

Adson Muller
10.07.2012, 09:09
Adson hatte beide Ellenbogen auf die Mauer aufgestützt und schaute ausdruckslos über die Umgebung. Nach seiner Ankunft in der Burg hatte er einige Bissen zu sich genommen, dann war er erschöpft eingeschlafen. Als er wieder erwachte waren die Waldläufer wieder verschwunden, sie sollten den Posten der Innosler durcheinander bringen, so hieß es. Der junge Schreiner war ein wenig durch die Burg geirrt. Auf dem Hof hatte er sogar den Knauf seines zerstörten Schwertes gefunden und an sich genommen. Als Erinnerung an den Kampf. Und all die Eindrücke waren zurückgekehrt. Die Schmerzen, der Gestank, das Blut, das Geschrei, die Verwundeten und Getöteten. All das toste Adson durch den Kopf, machte seine Schritte unsicher und seine Gedanken schwer. Er fühlt sich schmutzig, ecklig und matt.

Er hatte sich schließlich aus der Burg geschlichen, hinunter zum Silbersee. Er brauchte die Ruhe und Klarheit des Gewässers. Wie eine Erlösung war es, als das Wasser ihm beim Eintauchen umschloss und allen Dreck wegspülte. Sein Körper wurde sauber, sein Gestank verging, seine Gedanken wurden leichter und freier. Er hatte überlebt, er hatte sich als nützlich erwiesen, er hatte seinen Mitstreitern wirklich helfen können. Wie es wohl Madlen ging? Er würde sich demnächst nach ihr erkundigen müssen.

Als von Ferne der laute Ruf eines Horns ertönte, war Adson eilig aus dem Wasser gestiegen und in die Burg zurückgekehrt. Von der Mauer aus hatte er beobachtet, wieder und wieder war ein helles Leuchten zu erkennen gewesen, zusätzlich hörte man Schmerzensschreie und laute Befehle, auch wenn der Wortlaut sich in der Schlucht verlor.

Nun stand Adson wieder auf der Mauer. Er hatte etwas zu sich genommen, kräftigen Eintopf, um den geschwächten Körper wieder auf Trapp zu bekommen. Auch bei den Aufräumarbeiten hatte er mit angepackt. Doch nun gönnte er sich einige Momente der Ruhe. Bald würden neue Anweisungen folgen und dann würde der Kampf sicherlich weitergehen. Dieser Krieg war wohl noch nicht zu Ende. Diese Ahnung weckte in Adson gleichsam Müdigkeit und Entschlossenheit. Keine der beiden Empfindungen konnte sich durchsetzen und so starrte er einfach ausdruckslos auf den See und versuchte Ordnung und Ruhe in seinen Gedanken zu schaffen.

Xeratos
10.07.2012, 12:57
Seit dem sie die Burg eingenommen hatten Xeratos nichts besseres zu tun als irgendwo zu sitzen oder sich in der Burg umzusehen. Er hatte auch niemand den er wirklich kannte und reden könnte. Im Kampf hatte Xeratos nicht soviel mitgewirkt. Er hatte immer versucht Abstand zu gehalten und wen es mal eine Chance gab zu zuschlagen tat er es auch. Schließlich hatte er nicht viele Gründe zu kämpfen und so gut war er mit seinem Dolch ihm Kampf nicht. Er hatte nur versucht zu überleben. Seine Rüstung hatte ein paar neue Kratzer abbekommen, die aber bei seiner zerrissenen Kleider nicht auffielen. Xeratos blieb bei seinem kleinen Spaziergang durch die Burg bei dem gefesselten Feuermagier stehen und schaute ihn an. Er war sich nicht sicher ob der Magier Xeratos auch anblickte. Man konnte erkennen das er starke schmerzen hatte und Xeratos bekam Mitleid mit dem Man. Am liebsten wollte er ihn los binden oder ihn wenigsten ihn einer anderen Postion fesseln. Aber es wäre zu auffällig und er hatte hier nichts zu sagen. Viele Soldaten kamen vorbei und verhöhnten den Gefangenen, und am liebsten hätte Xeratos etwas dagegen aber er war hier nur der Fremde. Xeratos hatte gerade zufällig etwas Wasser und ein Stück Brot bei sich. Es war bestimmt besser als das was der Magier bekam. Damit ging er zu dem Feuermagier und fragte ihn "Habt ihr Hunger oder Durst?" und hob ein Stück Brot und eine kleine Flasche Wasser vor dem Magier. Er machte es einerseits aus Mitleid und andererseits machte er es damit er jemand zum reden hatte, obwohl der Magier nicht so aussah als würde er mehr als ein paar Worte aus sich heraus bekommen. Hoffentlich sieht niemand wichtiges was Xeratos da machte. Es würde bestimmt kein gutes Licht auf ihm werfen wen er Gefangenen hilft. Xeratos wartete den der Magier antwortete nicht sofort, aber Xeratos hatte Zeit zu warten, auch wen er nicht auf seine Frage antworteten würde ist es immer noch besser hier zu sein als allein irgendwo zu sitzen...

hoffi
10.07.2012, 15:45
Nachdem hoffi Gwynnbleidd erreicht hatte, ging alles ganz schnell. Sein Schüler hatte bereits im Gebüsch gewartet, mit einem Pfeil auf der gespannten Sehne. Diesen schoss er ab und traf auch einen der beiden Männer. Nicht tödlich, aber immer hin an der ungepanzerten Schulter. Der Rekrut kniete sich auf den Boden und versuchte den Pfeil, unter Schmerzen schreiend raus zu ziehen. Dem zweiten, der offensichtlich überrascht war, wurde von hoffi mit der Stumpfenseite seiner Axt bewusstlos geschlagen. Den Kerl mit dem Pfeil in der Schulter fesselten sie um ihn zu befragen, der andere wurde weiter in den Wald gebracht. denn nun lag es nicht mehr an den beiden Jägern ob er leben oder sterben sollte.

Als die beiden anfingen den Gefangen zu befragen, hörte man ein Hornsignal über das Tal hallen. Nun würden die Jagdtrupps Unordnung und Panik in die Reihen der Innosler bringen.
Und das hieß, dass sich hoffi und Gwynn beeilen müssten, da jederzeit verstreute Truppen vorbei kommen könnten und dann würden sie ihre Feuerfalle entzünden um noch mehr Unordnung zu verursachen. Doch zu erst befragten sie den Gefangenen. Von diesem erfuhren sie, das die beiden Boten waren, besser gesagt war der Kerl dem sie den Wald überlassen hatten ein Bote. Der andere war nur ein Begleitschutz. Also handelte es sich gar nicht um Nachschub für die Truppen aus Thorniara. Und das erklärte auch teilweise warum sie durch den Wald gingen. Der Gefangene wurde geknebelt und ebenfalls bewusstlos geschlagen, bevor die beiden Waldler ihn versteckten.

Nachdem alles fertig war, alles Fallen noch mal überprüft wurden, machten sich hoffi und Gwynn daran, sich zu verstecken. Der Langhaarige kletterte auf einen Baum. Dort wurde er von den Ästen und Blättern verdeckt, hatte aber immer noch ein gutes Sichtfeld.
Sein Schüler hin in dessen eine noch heile Öllampe an einen Baum, die hoffi runter schießen würde, um die Feuerfalle zum brennen zu bringen. Dann versteckte sich Gwynnbleidd auch noch schnell. Jetzt heißt es warten, dachte hoffi und machte sich bereit verwirrte Städter, noch mehr zu verwirren...

Redsonja
10.07.2012, 17:54
Seit genügend richtige Heiler vor Ort waren, gönnte sich Redsonja etwas Zeit zur Erholung. Dabei ass sie in Gedenken an Edon einen Apfel und trank einen Schluck verdünntes Bier. Während sie so da sass und die Beine von sich streckte, beobachtete sie den Feind, der keiner war. Lopadas war sein Name und sie hatte nicht vergessen, dass er ihr mehrfach das Leben gerettet hatte. Dummer Weise konnte sie ihm nicht helfen, denn sein Gerechtigkeitssinn veranlasste ihn öfters zu Dummheiten. Stattdessen lächelte sie ihn ein einziges Mal an. Es war kein Spott darin zu erkennen, mehr ein "halte durch". Ob und wie sie ihm helfen würde stand allerdings noch in den Sternen. Klar war, dass sie ihn bis zu diesem Moment erstmals bewachte, denn er sollte weder frühzeitig entkommen, noch viel Schlimmeres, als Gespött erdulden müssen. Als sich Xeratos näherte, verfolgte sie auch dies unter Schlaf vortäuschenden Lidern hervor. Alles schien ruhig. Welch wunderbare Täuschung für wenige Herzschläge.

Onyx
10.07.2012, 18:36
Sie rannten und doch mussten sie kurz halten, als das Kommando kam, denn ein Jagdkommando hatte Mühen gehabt seinen Laufweg erfolgreich zu bestreiten. Ob es zum direkten Kampf gekommen war? Oder störte man sie nur?Jedenfalls schlossen sie auf und so konnte es heißen, dass sie ihre Myrtaner nun zu dne anderen regelrecht trieben oder die Myrtaner nicht mehr laufen würden.

Wie auch immer. Onyx war mit Orthego dran dem größten Pulk an Myrtanern zu folgen. Nicht nur sie waren es, sondern aus jedem Jagdkommando zwei oder gar drei. Einer haute Zeichen in die Baumrinde, der andere feuerte meist mit Pfeilen. Ein Dritter wiederum pendelte immer wieder vor und zurück, auch wenn es nicht mehr als 50m Abstand waren.
Und dann immer wenn das Zeichen durch Jarvo oder eine Lichtkugel kam, eilte das gesamte Jagdkommando nach vorne und jagte wieder Pfeile auf die Flüchtenden. Wie viele es waren, wie viele sie gefangen genommen oder getötet hatten und wie viele es bleiben würden - das war nicht absehbar. Lediglich die Tatsache, dass der große Trupp da mit den Myrtanern klug genug war zusammen zu bleiben und Ausreißer besonders durch die Waldläufer beharkt wurden, blieb stetig.

Überraschend waren dann aber Ereignisse durch andere Waldvölkler die nun nicht in den Jagdkommandos pirschten und jagten. Immer wieder waren es dann Einzelne die an festen Punkt aus als Scharfschütrzen agierten oder Fallen auslösten. Keine Fallen die viel Arbeit erforderten, sondern welche die mit Schwung ausholten oder einfach Netze herabfallen ließen. So war es eben geschehen, als ein größeres Netz durch drei Waldvölkler herabfiel, jedoch durch Waffengewalt in Stücke gehauen wurde. Doch es schaffte etwas Zeit für die Jagdkommandos und prompt gabs das Kommando für den nächsten Pfeilregen. Besonders großartig treffen musste man nicht. Es galt die Schüsse in Tempo und in die richtige Richtung abzugeben.
So ließ man diese Hunde dann rennen, gewährte aber auch Zeit um Verwundete mit zu schleppen. Und davon gab es da nicht Wenige. Manche hatten Glück, dass ihre Rüstungen was aushielten und andere wiederum Glück, dass ein abgebrochener Pfeil nur aus dem Schulterblatt ragte.
Das Ziel näherte sich mit jedem Kommando. Die Myrtaner kamen nicht zur Ruhe, sie kamen sich viel mehr so vor als hätten sie in ein Hornissennest gestochen und diese Hornissen waren alle grün und braun gekleidet.

Als dann zwei Jagdhörner erklangen, war für die bisherigen Jagdkommandos klar, dass die zwei Kommandos die über Westargaan ins Bluttal kamen, endlich da waren. Es war dann wieder Hexerei - anders hatte es sich Onyx nicht erklären können.

"Was sein das?"

Lenus
10.07.2012, 19:21
Frische, kühle Luft umschmeichelte seine Nase, durchzogen mit dem Geruch von Harz und Erde. Sie hatten die Oberfläche wieder erreicht, waren dem klammen Stein entkommen. Das leichte, rostige Schwert trug Lenus die ganze Zeit über in der Hand, da er die Waffe nirgends an seiner Kleidung befestigen konnte. Eine Scheide hatten sie beim Goblin auch nicht gefunden, der sie wohl einfach auf dem Boden aufbewahrt hatte. Die Eisenverwertung war eine Kunst, die den grünen Teufeln fremd war. Jeglicher metallener Gegenstand in ihren Händen war geklaut und erbeutet worden.
Kein Wunder also, dass das Kurzschwert vom Zahn der Zeit nicht nur angenagt, sondern mit großen Bissen verschlungen wurde. Der Griff war von altem, stinkigem Leder umwunden; die Schneide hatte ihre Schärfe wohl schon vor Jahren an den Rost verloren. Dennoch war es das gefährlichste, das Lenus bisher in Händen hielt.
„In welchem Teil der Insel sind wir hier?“ fragte Lenus, als sie den Höhleneingang hinter sich ließen. Der Blick in den Himmel zeigte ihn eine untergehende Sonne und ein bereits am Himmel stehender Mond. Vielleicht hätten sie einem wissenden Mann sagen können, in welche Richtung sie liefen, doch Lenus sah in ihnen nur Himmelskörper. Innos‘ hitziger Feuerball und der Mond, der ihr scheinbar nacheifern wollte, doch den Glanz und die Pracht der Sonne nie erreichte, weshalb die Nacht so dunkel blieb.
Nelean hatte scheinbar mehr Ahnung. Auf der westlichen Seite Argaans wären sie, sagte er. Einmal durch das Weißaugengebirge seien sie gelaufen. Wie lang sie unter Tage waren konnte Lenus nicht mehr sagen. Viele Stunden sind sie durch die Dunkelheit gelaufen, doch ohne den Wechsel von Tag und Nacht hatte der Geschichtenerzähler sein Empfinden für die Zeit vollkommen verloren.
Umso glücklicher war er, dass er nun wissen konnte, wann es richtig war, müde zu sein. Er gähnte, streckte sich, und sie beschlossen, für die Nacht eine Rast einzulegen. Zwar waren sie aus dem Gebirge heraus, dennoch hätten sie noch einen kleinen Abstieg zu bewältigen, zu einem See, den sie in der Entfernung schon im letzten Licht des Tages glitzern sehen konnten.
Etwas unbeholfen stellte er sich an, doch mithilfe eines Steines konnte er an dem ‚neuen‘ Schwert nach einiger Zeit einige Funken schlagen, die schnell in das trockene Moss übersprangen, dass er sich vorher zurechtgelegt hatte. Nach einer Weile nährten kleine Holzstücke die Flammen und rußten dunkel in den dunstigen Abendhimmel.

Tinquilius
10.07.2012, 19:29
„Es freut mich sehr, dass ihr uns helft!“, hatte er zu Sennahoj gesagt, kurz bevor er sich gestern von ihm verabschiedet hatte. „Wenn ihr Hilfe braucht oder sonst ein Anliegen habt, wendet euch gerne wieder an mich oder an einen der anderen Wassermagier, sollte ich gerade nicht auffindbar sein.
Wenn ihr wollt, könnt ihr euch natürlich jetzt noch gerne um die Verwundeten kümmern. Ihr seht nach Tatendrang aus. Ansonsten, und das werde ich gleich tun, holt euch eine gute, lange Nacht Schlaf. Wer weiß, was als nächstes auf uns zukommt.“
Damit hatte er sich von dem anderen Heiler verabschiedet und war wieder auf den Hof geschritten und kurz darauf zu seinem bescheidenen Bett zu gelangen. Eine gehörige Mütze Schlaf konnte er in seiner derzeitigen Verfassung sehr gut gebrauchen.

Nun, am nächsten Tag, hatte der Priester bereits eine Runde durch das Lazarett gemacht und auch sein Können genutzt. Dank der Hilfe Sennahojs jedoch musste er nicht den ganzen Tag dort verbleiben, sondern konnte sich auch um andere Angelegenheiten kümmern. So beispielsweise das Befestigen der Anlage oder auch die Planung der kommenden Aktionen.
So hörte er, dass es einen mehr als waghalsigen Plan gab. Eine große Gruppe Söldner, Schwerter und andere Kämpfer wollten gen Thorniara aufbrechen, um jeden Widerstand im Keim zu ersticken. Tinquilius konnte diesen Gerüchten nicht wirklich Glauben schenken. Was bedeutete dies schließlich? Ein paar Dutzend Mann gegen eine volle, befestigte Stadt? Die Chancen auf Erfolg waren nicht einmal gering – sie waren gleich null. Und wer könnte so wahnsinnig sein, sich dafür zu melden?
Doch darum musste er sich gerade nicht kümmern, stattdessen um einige Verletzte, für die es besser war, gen Setarrif aufzubrechen. Er trat eine der Verletzten heran. Ihr Name war Madlen. Ihre Verletzungen waren so gut es ging behandelt worden, doch hier zu verbleiben würde ihr nicht weiterhelfen. Sie musste zurück nach Setarrif, ob sie wollte oder nicht.
„Werte Madlen“, meinte er zur jungen Frau. „Wir haben hier unser Bestes für euch getan, doch ich denke, dass ihr in Setarrif besser aufgehoben wärt. Wir können euch schicken, ihr solltet nicht allzu lange brauchen, hoffe ich.“

Suzuran
10.07.2012, 20:05
Erde bedeckte ihr Gesicht, mit Kohle hatte sie die Haut an ihrem Hals und der Brust schwarz gefärbt, bis nur noch das weiß ihrer Augen unnatürlich in dieser waldreichen Umgebung herausstach. Alle hatten sich vorbereitet, für manche diente die Bemalung nur dem Zweck der Tarnung, für andere, war es eine innerliche Vorbereitung auf das was folgen würde. Zwischen Ästen und Sträuchern versteckt, beobachteten sie und waren bereit zuzuschlagen. Als sie dann das Geschrei der Truppen hörte, wusste sie, dass sie sich bereit machen musste. Sie spürte das eigene Herz klopfen, fühlte das, was in ihr am stärksten war und mit dem sie in der wenigen Zeit, in der sie hier ausgeharrt hatten, den Boden abgetastet hatte. Die Bäume hatten den Grund mit ihren Wurzeln durchbohrt, die Erde war von dicken und dünnen Strängen durchzogen, die den Boden, wenn alles glatt ginge, zu einer hoffentlich wirksamen Falle machen würde. Als das Geschrei in ihren Ohren am lautesten wurde, als sie das Zischen der Pfeile vom Rascheln der Blätter unterscheiden konnte und die Unruhe in ihrer Gruppe spürbar wurde, wusste sie das es soweit war. Sie bohrte ihre Fingerspitzen in die Erde, ließ Magie in einem Ruck in sie hineinströmen, Wurzeln wurden ergriffen, saugten sich mit ihr voll und bäumten sich unter der Energie für wenige Sekunden auf, wie eine Welle die sich unterirdisch ihren Weg bannte, die für einen Moment an die Oberfläche drang und jene von den Füßen riss, die nicht den sichersten stand hatten oder einfach nicht damit gerechnet hatten. Sie hörte einige Myrtaner stöhnen, einer schrie sogar wie eine Frau und während Suz sich wieder aufrichtete, beobachtete sie jene, wie sie sich wieder aufrappelten, verwirrt dreinblickten, Waffen und Menschen aufsammelten und sich schleunigst davon machten, auf zur Jägersiedlung, wie einer von ihnen schrie.Als sich das Jagdkommando dann den anderen anschloss, versuchte sie Ornlu mit ihrem Blick zu töten, als der aber nicht tot umfiel, wandte sie sich ab.

Kerdric
10.07.2012, 20:19
Das alles führte zu nichts! Das war kein Kampf! Atemlos hetzten die Soldaten und Rekruten durch den Wald, stets auf der Suche nach den Feinden, die sie nicht fanden. Stattdessen kamen immer wieder aus allen möglichen und unmöglichen Richtungen Pfeile geflogen, so dass man sich nicht nur nach vorne, sondern auch nach hinten und an den Seiten decken musste, und dafür waren die Schilde nun wirklich nicht groß genug. Kerdrics Gruppe hatte zwischenzeitlich versucht, wieder zur Büßerschlucht zurückzukehren, war dabei jedoch von einem heftigen Pfeilhagel gestoppt worden. Unter diesen Umständen konnte sie nicht einmal den verbliebenen Truppen im Süden zu Hilfe kommen.
Vorerst versuchten die Männer – und Ravenne – daher, andere verstreute Gruppen wiederzufinden, um erneut geschlossen vorgehen zu können. Doch das Bluttal war groß, und der Feind hatte es verstanden, die Linien weit auseinanderzuziehen. Wie viele waren es überhaupt? Sie schienen den myrtanischen Streitkräften mindestens ebenbürtig zu sein. Und dann schlug auch noch der Waldboden zu.
Zuerst war es nur eine kleine Erschütterung, kaum wahrnehmbar, wenn man nicht genau darauf achtete, doch nur wenige Augenblicke später brach unter den Füßen der Gruppe plötzlich der Boden auf, in einem Durcheinander aus Erde und Wurzeln wurden Männer zu Boden geschleudert und erneut brach Chaos aus. Kerdric sah so etwas nicht zum ersten Mal.
»Wassermagier!«, schrie er. Mit der Erdmagie dieser Bastarde war er schon oft genug konfrontiert worden. Spätestens jetzt war klar, mit welchem Feind man es hier zu tun hatte. Schnell stolperte er zu Ravenne hinüber und versuchte, sich mit ihr einigermaßen zu verständigen.
»Nach Norden! Formieren! Nach Norden zur Jägersiedlung!«, ertönte dann bald der neue Befehl. »Schnell, schnell, schnell! Dort ist es sicher!« Zumindest sicherer als hier im Bluttal, das seinem Namen einmal mehr alle Ehre machte. Hoffentlich würden sich auch die übrigen Soldaten dorthin begeben, damit man die Ansiedlung mit möglichst starken Kräften verteidigen konnte. Die Büßerschlucht allerdings schien unter den aktuellen Umständen verloren zu sein. So rasch wie möglich setzten sich die Männer – und Ravenne – daher wieder in Bewegung, ausgebremst durch die Verletzten, die man irgendwie durch den Wald ziehen oder tragen musste, doch nun zumindest mit einem erreichbaren Ziel vor Augen.

Rodeon
10.07.2012, 20:19
Rod versicherte sich mehrmals, dass ihnen niemand auf den Fersen war, bevor er eine kleine Pause anordnete. „Ihr zwei, ihr haltet die erste Wache“, befahl er zwei der zusammen mit ihm geflohenen Stadtwachen und setzte sich auf den feuchten Waldboden hin, direkt vor einem Baumstumpf. „Innos“, entfuhr es ihm, als er nach einer gefühlten Ewigkeit wieder auf seinem Hintern Platz nehmen konnte. Er legte Schwert und Armbrust beiseite und nahm einen Schluck von seiner Feldflasche zu sich. „Verdammt, ich muss meine verloren haben“, fluchte einer der Milizsoldaten, während er seinen Gürtel absuchte. „Hier“, sagte Rod und warf ihm seine zu. „Jeden Moment können ein paar grünbraune Bastarde mehr aus den Büschen gesprungen kommen, da ist es besser eine feuchte Kehle zu haben. Aber jetzt psst, wir sollten nicht mehr reden als nötig.“ Er lehnte sich an den Baumstumpf und schloss die Augen. Zumindest für einen kurzen Moment wollte er Ruhe haben, bevor sie wieder ihre Position wechselten. Ihm war immer noch rätselhaft, wie es überhaupt soweit kommen konnte. Sie hatten immerhin Stellung in der Schlucht bezogen und warteten auf die Verstärkung aus Thorniara. Statt Freunden fielen ihnen aber Feinde in den Rücken und es dauerte nicht lange und sie befanden sich wieder auf dem Rückzug, dem zweiten innerhalb kürzester Zeit. Allein das würden ihm die Rebellen teuer bezahlen. Ein Paladin war es nicht gewohnt zu fliehen, aber selbst Rod erkannte eine aussichtslose Lage wenn er eine sah. Die Stellung zu halten wäre unverantwortlich gewesen, wenn so viele Leben auf dem Spiel standen. Die Rebellen verstanden es zumindest die Streitmacht zu trennen. Eben war er noch bei allen anderen, einen Moment später irrte er mit nur noch einer Handvoll Soldaten durch das Bluttal, ohne einen Schimmer davon zu haben wo der Rest der königstreuen Truppen war. „Zeit für einen Wachwechsel“, befahl er irgendwann später, nachdem er sich wieder aufgerichtet hatte. Ob und wie lange er eingedöst war konnte er gerade nicht beurteilen, lange konnte es aber nicht gewesen sein. „Wir machen noch kurz Pause, dann ziehen wir weiter“, kündigte er an, während er sich und seine Armbrust in Stellung brachte und versuchte im Dickicht des Waldes etwas zu erkennen. „Irgendwie gefällt es mir hier nicht. Ganz und gar nicht.“

hoffi
10.07.2012, 20:55
Endlich kamen die Schrei weiter in ihre Richtung. Doch als hoffi die ersten sah, wusste er nicht genau ob die Myrtaner mit nur so wenigen Leuten die Burg zurück erobern wollte, oder die Jagdkommandos schon gute Arbeit geleistet hatten. Doch er vermutete eher letzteres, da man ihnen die Panik ansehen konnte und das nicht nur an den vielen ängstlichen Blicken die immer wieder zurück geworfen wurden. Dann endlich rannte einpaar der Männer in ihre Richtung. Auch wenn die Soldaten die Stolperfallen nicht auslösten, waren sie nun an der richtigen Stelle für die Feuerfalle. Mit einem gezielten Schuss traf hoffi die Öllampe die ihm Baum hing. Diese fiel zu Boden und entzündete das Lampenöl, welches die beiden Jäger auf dem Boden verteilt hatten. Die Soldaten wurden nicht verletzt, zumindest konnte hoffi nicht sehr viel davon sehen, aber ihre überraschenden Schreie und das Geräusch, dass schwer gepanzerte Körper zu Boden fielen, machte hoffi sicher das ihre Falle funktioniert hatte...

Orthego
10.07.2012, 20:58
Jaaaha, lauft nur, dachte Orthego. Weit kommt ihr eh nicht. Ihr seid nirgends sicher.

Sie hatten das Tempo der Jagd kurz gedrosselt, denn der Feind hatte den Rückzug angetreten, wohl um sich neu zu formieren und etwas Ordnung in die eigenen zerstreuten Reihen zu bringen. Ordnung mochten sie, die Königstreuen. Und Chaos brannte ihnen auf der Haut. Er setzte sie außer Gefecht und das würde ihnen schließlich zum Verhängnis werden. Sie liefen davon, wie Wild, gejagt von Pfeilen und vom Wald selber.
Orthego spuckte zu Boden, während er erschöpft grinste und den Fliehenden hinterher schaute. Seine Muskeln brannten höllisch von scheinbar ewig andauernder Anstrengung. Doch es war längst noch nicht vorbei. So verwirrt und angreifbar die Myrthaner jetzt waren, so wehrhaft und entschlossen konnten sie zu späterer Stunde noch werden. Ob sie schon erkannt hatten, wem sie zum Opfer fielen? Ob einem von ihnen die Geschehnisse bekannt vorkamen, die Pfeile aus dem Nichts, der unsichtbare Feind, der die Schatten selbst auf seiner Seite zu haben schien? Vielleicht, vielleicht nicht. Orthego waren auf gegnerischer Seite viele junge Soldaten aufgefallen, Rekruten wahrscheinlich, die ihre erste Schlacht miterlebten. So mancher von ihnen hatte die letzten Stunden wohl nicht überlebt, oder erlag seinen Verletzungen. So gesehen konnten sie nichts dafür, so gesehen waren sie Unschuldige in diesem Racheakt. Anders gesehen jedoch hatten sie sich einfach die falsche Seite ausgesucht.

Der Waldläufer grinste erneut. Man konnte ihm eine Erschöpfung ansehen, schließlich war er auch nur ein Mensch, doch er riss sich jedes Mal aufs Neue wieder zusammen. Wer nicht mithalten konnte, hatte keinen Wert in dieser Strategie. Erneut formierten sich die Trupps. Die Jagd sollte weitergehen.

Faren
10.07.2012, 21:21
Faren hatte die Nacht schon immer geliebt, schon als kleiner Junge hatte er die Umarmung der Dunkelheit nicht gefürchtet, und Bardaschs Ausbildung hatte schließlich dafür gesorgt das die Nacht seine Freundin, Geliebte und Beschützerin wurde. Trotz seiner Größe war es für den Hünen ein leichtes mit der Finsternis der Nacht zu verschmelzen, für menschliche Augen praktisch unsichtbar zu werden und seine Feinde lautlos zur Strecke zu bringen. Und so war es kein Wunder das der ehemalige Söldner gestern, nachdem er seine Fallen aufgestellt hatte fürs erste jegliche Aktion einstellte, um auf den Einbruch der Nacht und das Signal für den Angriff der Jagdkommandos zu warten. Erst als die Schreie der verängistigten Myrtaner durchs Tal hallten hatte er sich von seinem Beobachtungsposten in einem großen Baum herabgeschwungen, bereit Verwirrung und Angst unter den Soldaten Rhobars zu stiften. Meist hatte er sich darauf begnügt seine Feinde mit geworfenen Steinen und blitzschnellen Angriffen aus dem Hinterhalt in Richtung seiner Fallen zu treiben oder zu locken, wo die überraschten Soldaten dann plötzlich kopfüber in einer Schlingenfalle baumelten oder vor Schmerzen stöhnend auf dem Boden lagen weil ein hervorschnellender Ast ihre Kniescheibe zertrümmert hatte.
Während seiner Jagd hatte Faren verblüfft festgestellt das die Veränderungen seines Körpers durch den Geist viel weitreichender waren als er angenommen hatte, sicher er hatte durchaus bemerkt das seine Sinne seit dem Zusammentreffen mit dem Vielfraßgeist in Nordmar viel schärfer war als sie eigentlich sein dürften, vorallem seine Nase und Ohren war seitdem äußerst empfindlich. Doch ihm war nicht klar gewesen das sein Augenlicht ebenfalls verändert worden war, zwar hatte er noch immer Probleme damit Entfernungen genau einzuschätzen (ein besonders gutes Auge konnte den Verlust des Anderen eben doch nicht ausgleichen), aber nun genügten ihm schon der Schein des Mondes um bei Nacht fast so gut zu sehen wie bei Tage.
Außerdem konnte er sich viel schneller bewegen und fühlte sich wendiger als er es jemals zuvor war, zwar fühlte er sich im Vergleich zu Kealas akrobatischen Kunststücken noch immer so ungelenk wie Paladin mit einem Stück Holz im Arsch, doch nun war er in der Lage mit einer für seine Größe unglaublichen Geschwindigkeit durch den Wald zu eilen und Hindernissen auszuweichen die ihn normalerweise zu Fall gebracht hätten. Teilweise war der Einäugige für die Soldaten nicht mehr als ein braun-grüner verschwommer Schatten, der plötzlich aus dem Unterholz verhorbrach, einen ihrer Kameraden packt und innerhalb eines Blinzelns wieder verschwunden war.

Erst als die Sonne wieder hervorkam stellte Faren seine Jagd wieder ein, ruhte sich für einige Stunden aus und beschränkte sich anschließend darauf einzeln herum irrende Soldaten auszuschalten und die größere Feindesgruppen im Auge zu behalten. Als sich die Sonne schließlich wieder dem Horizont entgegen zu neigen begann entdeckte er eine größere Gruppe von Myrtaner die offenbar von einem recht fähigen Offizier geführt wurde, schließlich hatte er es geschafft seine Männer bis jetzt zusammenzubehalten, und wollte bereits ein entsprechendes Zeichen in einen Baum ritzen der den Jagdkommandos verraten würde das der Feind in Richtung Norden zog, da entdeckte er einen bekannten braunen Haarschopf. »Ravenne... bei Beliars haarigen Arsch, das kann doch nicht wahr sein.«, murmelte der Hüne aufgebracht zu sich selbst, während er der Tochter seines alten Freundes Bardasch nach sah, die tatsächlich in einem roten Waffenrock des Ordens steckte. Als sich die Soldaten wieder in Bewegung setzten verfinsterte sich Farens Blick.
»Na warte du Göre, dir werde ich die Leviten lesen..«, brummte er und schlug sich mit grimmiger Miene wieder tiefer ins Unterholz. Bereits wenige Minuten später hatte er die Gruppe überholt, positionierte sich an einer natürlichen Engstelle im Unterholz, wo die Soldaten dazu gezwungen sein würden sich nacheinander zwischen einigen besonders eng zusammenstehenden Bäumen hindurch zuzwängen und wartete mit zum Sprung angespannten Beinen bis Ravenne direkt vor ihm war. Mit einer förmlichen Explosion von Kraft drückte sich der Einäugige vom Boden ab, brach aus dem Dickicht hervor, packte die junge Frau mit seinen riesigen Pranken und verschwand mit seiner Beute sofort wieder im Unterholz bevor die anderen Soldaten sich auch nur umdrehen konnten.

Ornlu
10.07.2012, 21:31
Worte wurden wahr. Einerseits seitens der Waldvölkler und andererseits seitens der Myrtaner - die so genannt wurden - obwohl genug unter den Waldvölklern ebenso Myrtaner waren. Doch deren Verständnis von Myrtana und jenes der Waldvölkler zu ihrem Heimatland waren einfach Welten.
Die Worte der Myrtaner wurden aber ebenso wahr und durch Jarvos Order gewährte man dies. Auch die Waldläufer brauchten eine Pause wie es schien und nur weil die Myrtaner sich gleich hinter hölzernen Palisadne versteckten, waren sie gewiss nicht sicher.

Minuten vergingen, in denen die Jagdkommandos wie lauernde Raubtiere ihre Beute verfolgten. Nur ab und an setzte es Pfeilsalven, damit sie wussten, dass sie noch verfolgt werden. Als sie dann diese Jägersiedlung erreichten, erklang Jarvos Horn und alle wussten was zu tun war. Man verteilte sich langsam aber konsequent um diese kleine Siedlung. Lauschte man in sie hinein, wurden ächzende Laute deutlich, militärische Kommandos und unverständliches Gebrüll. Die Jagdführer eilten allesamt zu Jarvo und auch Ornlu war dabei. Als Magiekundige gab es für das was sie begannen soweit einzukreisen Alternativen.

"Lasst für sie Raum um gen Norden zu flüchten. Mein Befehl bleibt - wir jagen sie aus dem Tal. Da sind zu viele junge Gesichter, als dass sie alle Beliar schon begegnen sollten.", sprach der Waldläuferführer. So sahen es wohl die Jagdführer überwiegend. Ornlu war es im Grunde gleich. Sie hatten doch die Wahl gehabt ob sie Soldat werden oder nicht. Soldaten starben für höhere Dinge, wenn es denn sowas gab - das war ihr Beruf.

"Haltet das Feuer ein. Keine Pfeile. Alle Jagdkomamndos sollen sich in Position setzen und die Leute etwas Kräfte sammeln. Trinken, essen...aber wachsam bleiben. Fallen die Myrtaner aus, dann belehren wir sie, dass ein Kampf unnütz ist. Türmen sie gen Norden, verfolgen wir sie wieder. Lasst das alle wissen. - Eine Stunde, danach jagen wir sie da raus.", meinte Jarvo dann und wandte sich zu Ornlu. Suzuran tauchte gerade auch auf.

"Du willst meine Meinung hören, hmm? Ich bin etwas müde für was richtig Großes. Aber bin ja hier nicht der Einzige. Muighen - hast du es noch drauf was ich dich lehrte? Ich denke du könntest dich auch mal etwas nützlich machen.", meinte Ornlu provokant zu Suzuran die ihn dann nur böse anfunkelte und meinte, dass er sie schon hören würde, wenn man sie brauche.

"Da hörst du es. Wird schon klappen vermute ich mal. Geb ihr das Zeichen und Muighen wird uns nicht enttäuschen. Immerhin hat sie vom Besten gelernt.", meinte Ornlu süffisant. Jarvo nickte dann und die Sache war geklärt. Die JAgdführer bewegten sich dann eilig zu ihren Kommandos und Stille rund um den Wald um diese Jägersiedlung kam auf. Als wäre nichts da.


Ornlu hingegen schritt durch die Jagdkommandos. Es war Zeit und er pickte sich mehr oder minder Freiwillige heraus.
"Idun und Andrahir nicht wahr? Ihr schaut sehr müde aus. Kommt mit mir und ich helfe euch.", meinte er und beide folgten nach leichtem zögern. Danach pickte er noch diese Keala auf. Der befahl er es fast, bevor er auch Orthego erwischte, der aussah wie ein alter Sack der es einem jungen Ding bewiesen hatte.
Bei Orthego hielten sie.

"Ich mache euch ein Angebot, dass mit Magie zu tun hat. Meine Kräfte werden bald nicht mehr reichen, da ich mich nicht mehr so gut fühle. Ich kann aber noch etwas wirken, was euch eure Kräfte zurück gibt und noch mehr. Ich weiß nicht wie lange es anhalten wird, aber mit ein wenig Blut von euch, werdet ihr eins sein mit dem Geist des großen Wolfes. Die genauen Auswirkungen werde ich euch nicht nenne, ihr müsst mir vertrauen das es euch gut tun wird. Ihr habt die Wahl, doch entscheidet schnell. Das Ritual braucht etwas und bald wird hier wieder die Hölle los sein.", sprach er eindringlich.

Orthego
10.07.2012, 21:44
Schwer atmend blickte Orthego den Druiden an und wischte sich den Schweiß von der Stirn. Abwechselnd warf er einen Blick in Richtung der Jägersiedlung und schließlich wieder zu Ornlu.
Der Waldläufer war nie der größte Bewunderer von Magie und dem, was mit ihr zu tun hat, gewesen. Doch sein Kräftevorrat war in der Tat begrenzt und in diesem Fall vertraute er dem Magier zumindest.
„Ein wenig Blut scheint mir ein geringer Preis dafür zu sein, denen da unten nochmal richtig in den Arsch zu treten“, gab er seine Entscheidung kund, müde lächelnd.

Ravenne
10.07.2012, 21:48
Sie war gerade eben noch bei den anderen gewesen und hatte sich zwischen zwei Bäumen durchgezwängt, und dann ... ja, was war da eigentlich passiert? Irgendwas schien sie im Vorbeieilen gepackt und mitgenommen zu haben. Wer oder was auch immer das gewesen war, hatte verdammtes Glück gehabt, dass sie nicht um Hilfe schreien konnte. Aber gut, da hätten die anderen wohl trotzdem kaum darauf reagiert, immerhin bangte jeder um sein eigenes Leben. Und nach dieser Sache mit dem Bluttal würde man nur feststellen, dass die Kommandantin eines nahezu unausgebildeten Reiter-Bataillons fehlte und wahrscheinlich tot war. Dann würde wer anders die Reiter ausbilden, man würde Krokodilstränen vergießen und alles würde in Thorniara weitergehen, mit einem anderen Speerausbilder. Verdammt, nein! Das würde sie nicht zulassen. Wenn ihr keiner zu Hilfe kommen konnte, dann würde sie sich allein hier rausschlagen müssen. Sie hatte schon mit wilden Tieren gekämpft, mit Schildträgern, Schwertkämpfern, Akrobaten und gar einen Zweihandkämpfer. Sie würde hiermit fertigwerden.
Die Kreatur hatte sie losgelassen, und sie war ins Unterholz gestürzt. Die Ordensmaid packte den Speer und rappelte sich auf und schaute sich um. Als sie erkannte, was sie gepackt zu haben schien, ließ sie den Speer fast fallen. Sie stand tatsächlich vor Faren, den sie seit Setarrif nicht wiedergesehen hatte. Als sie Griffin in Schwarzwasser nach ihm und Keala gefragt hatte, hatte ihr Lehrmeister ihr ihre Fragen nicht beantworten können. Teilweise, weil Eleonora ihn bedrängt hatte, teilweise, weil er tatsächlich nicht gewusst hatte, ob die beiden in Schwarzwasser waren. Anscheinend hatte es ihn aber doch dorthin verschlagen, denn wer anders als ein Waldteufel hätte sie nicht verschleppt. Zumal ihr schwante, was ihr bevorstand, immerhin trug sie weithin sichtbar das Wams des Ordens - und wusste haargenau, dass Faren einmal ihren Vater vor dem Galgen Rhobars gerettet hatte. Trotzdem fasste sie sich und drohte dem Hünen mit der Kuse, in der Hoffnung, im Falle eines Falles tatsächlich etwas gegen ihn ausrichten zu können.

Drakk
10.07.2012, 22:01
Mehr oder weniger Zufrieden drückte der Nordmann den Korken wieder in die Öffnung des Trinkschlauchs. Nachdem er in der Nacht Zumindestens ein wenig Schlaf gefunden hatte, hatte er das Hauptgebäude der Burg nach etwas Trinkbarem durchsucht. Ein Bier wäre ihm zwar bei weitem Lieber gewesen, aber den Weinschlauch hatte er dennoch nicht liegen lassen.
Noch war die Verstärkung aus Setarrif nicht eingetroffen, auch wenn er Bereits die Anwesenheit von Taeris spüren konnte. Durch das Eingreifen der Baumkuschler hatten sie nun etwas Zeit um zu Kräften zu kommen und sich neu zu Ordnen. Das war nach der Schlacht auch bitter nötig gewesen, nur wenige der Männer waren Unversehrt aus den Kämpfe hervor gegangen.
Langsam stapfte der Nordmann über die Burgmauer, seinen Blick stets in Richtung Bluttal gerichtet. Zu gerne hätte er einige Worte mit Lopadas gewechselt, aber es war vermutlich nicht die schlaueste Idee inmitten dieses Krieges mit seinem Ringbruder eine gemütliche Tasse Tee zu trinken.
Den Weinschlauch wieder an den Lippen verließ der Hüne die Mauer wieder und suchte Raad. Der Leiter der Akademie stand mit Colodis vor dem Haupthaus. „Raad....sorg dafür das dem Magier nichts passiert wenn wir nach Thorniara marschieren. Du hast den immerhin erwischt, also sorg auch für ihn.“

Faren
10.07.2012, 22:05
»Runter mit dem Zahnstocher Mädchen, oder du wirst mich kennenlernen!«, knurrte Faren wobei seine Stimme mit einer Schärfe wie das Brüllen eines Raubtiers durch die Luft schnitt und sein bernsteinfarbiges Auge bösartig funkelte. In seinem Inneren spürte er wie der Geist ihn dazu treiben wollte sich auf Ravenne zu stürzen, ihr Fleisch mit seinen Zähnen zu zerfetzen und jeden einzelnen Knochen in ihrem Körper in tausende von Splitter zu zerschmettern, doch der Hüne widerstand dem Drang der Bestie unter wilden Zähnefletschen.
Voller Hass blickten seine Augen auf das rote Wams in den Ravenne gekleidet war, und am liebsten hätte er ihr dieses verfluchte Kleidungsstück einfach vom Leib gerissen. Dann wanderte sein Blick hoch zu ihrem Gesicht, und sein Hass ebbte langsam ab und wich einer Welle von Enttäuschung. »Weiß dein Vater davon?«, brummte er, obwohl er sich die Antwort bereits aus ihrem Gesichtsausdruck herleiten konnte. »Hast du auch nur annähernd eine Ahnung was für einen Verrat du damit an ihm begehst?«

Idun
10.07.2012, 22:09
Erschöpft wischte sich der Jäger den Schweiß von der Stirn. Auf seinen Fingern blieb etwas von der schwarz-braunen Farbe haften, welche sich über sein gesamtes Gesicht verteilte und hauptsächlich zur Tarnung gedacht war. Bei der unbarmherzigen Sonne, die hier im Bluttal herrschte, fing man aber auch ziemlich schnell an tierisch darunter zu schwitzen. Ein unschöner Nebeneffekt, gerade wenn man viel in Bewegung war.
Pausenlos hatten sie die Soldaten gejagt und besaßen dabei selbst kaum Zeit zum Verschnaufen. Bis zu einer kleinen Siedlung hatte man sie verfolgt und die Jagd danach kurzzeitig unterbrochen. Nun gab es ein wenig Zeit, um noch mal durchzuatmen, denn bevor sie die Rotröcke nicht aus dem Tal gejagt hatten, so war sich Idun sicher, würden sie auch nicht mit dem Angriff aufhören.
Kaum hatte sich der Waldläufer zur Ruhe gesetzt und für einen Moment die Augen geschlossen, da wurde er auch schon wieder gestört. Ornlu sammelte ihn und drei weitere Waldläufer aus den Jagdkommandos ein und erzählte ihnen von einem Ritual. Zu müde war er im Augenblick, als dass er dem Druiden hundertprozentig folgen konnte, doch ein Wort ließ ihn aufhorchen.
»Blut? Was zum Teufel hast du mit uns vor?«
Die anderen Waldläufer bereiteten sich bereits wieder auf die Jagd vor und überprüften nochmals ihre Ausrüstung. Eindringlich versuchte Ornlu sie zu überzeugen, denn viel Zeit blieb nicht mehr, bis der Kampf wieder losging.
»Nun, wenn du Recht behältst, dann kann es mir kaum schaden, oder? Und neue Kräfte könnte ich im Augenblick wirklich gut gebrauchen.«

Ornlu
10.07.2012, 22:13
Nachdem Orthego zusagte, taten es auch die anderen Drei. Ornlu war zufrieden, denn es war das einzig Richtige nun zu machen. Er spürte wie die Kräfte schwanden. Letztlich hatte er zu wenig Schlaf gefunden und die Zauber die er bei der Jagd anwandte, auch wenn sie weniger auffielen, hatten die mentale Kraft geraubt.

Zudem galt es das was er auf eigene Faust und Mithilfe eines Steinkreises in Myrtana ergründet hatte, nun anzuwenden. Das was er seit Aufbruch vorbereitet hatte holte er nun hervor, als sie etwas hinter die Reihen traten. Dann schuf er Platz, kehrte mit den Stiefeln den Waldboden bis zur dunklen Erde etwas frei und malte dann mit der Hand einen großen Kreis.

"Setzt euch um den Kreis.", sprach der Druide und setzte sich ebenso an den Rand, um dann da das Zeichen des Wolfes hinein zu malen. Das Zeichen, das er wohl am besten beherrschte, da es sein Zeichen war. Dann legte er ein Wolfsfell darüber und atmete durch. Gleichzeitig mobilisierte er seine magischen Kräfte so, dass sie stetig anstiegen. Dann verteilte er etwas Sumpfkraut, damit alle ein Stück abbeißen und drauf kauen. Rauchen ging jetzt schlecht.

Und nun kam dann der gebende Part im kleinen aber starken Ritual. Ornlu zückte seinen Dolch und begann leise in Druidensprache die Kräfte der Natur zu beschwören. Die Dolchspitze schnitt nur leicht in den Finger von Keala, bevor Bluttropfen das Wolfsfell benetzten. Auch bei den Männern war es nicht anders, während es rund um sie irgendwie ruhiger und zugleich lebendiger wurde. es war, als alles Leben rund um die fünf gerade auf sie blickte, da alles die Worte des Druiden vernahm. Kein Singsang, sondern einfach eindringende Worte, obwohl sie leise gesprochen wurden.
Magische Schleier in schwachen grünlichen Tönen stiegen auf und waren durch Ornlu beschworen worden. Naturkräfte, die beschützten, die Kraft gaben, die einen die wahre Natur dieses Ortes spüren ließen. Er brauchte sie, um die Macht im Kreis zu halten. Sie kreisten langsam wie ein dünner Nebel um den die Fünf und den Kreis mit dem Zeichen, bevor auch Ornlu sein Blut dazu gab und mit der Hand dann alles Blut auf dem Fell begann zu vermischen. Nun sprach er lauter und seine Magie offenbarte sich deutlicher.
Dann sprang er leicht auf, sammelte all seine Kraft in seinen Händen und jagte mit diesen dann herab auf das Wolfsfell und das Zeichen. Magie entlud sich, jagte den grünlich-magischen Schleier davon und machte das Zeichen des Wolfes durch einen glühenden, roten Schein deutlich.

Sie alle vernahmen ein markerschütterndes Wolfsgeheul und aus dem Fell, aus dem Blut aller stieg ein Wolf in geisterhafter Form auf. Es war, als ob der Wolf dem das Fell gehört hatte, zurückgekehrt war.
Ornlu stand auf und sprach Worte die keiner der anderen verstand. Nur der Geisterwolf, denn dieser heulte abermals auf, als hätte er verstanden und im nächsten Moment teilte er sich in vier Wölfe auf die direkt in die Körper der anderen sprangen und sie umwarfen.
Das Wolfsfell und das Zeichen des Wolfes zerrissen regelrecht durch eine Magienentladung und Ornlu schüttelte sich, während er wirklich müde und am Boden kniend durch atmete. Dann sah er auf und sah wie sich die vier auch schüttelten und regten. Etwas war anders, das merkten sie.

"Sammelt euch, beherrscht stets euren Geist. Moment für Moment, werdet ihr immer mehr die Seele des Wolfes in euch spüren und er mit euch sein, so wie ihr mit diesem seid.", sprach er und lehnte sich zurück. Wie lange die Wirkung bei ihnen anhalten würde, wusste er nicht, aber es konnte nicht ewig sein, da seine Kräfte nunmal davor schon geringer waren, als üblich.

Adson Muller
10.07.2012, 22:19
Adson hatte einige Zeit lang die Ruhe genossen, die er nach den Kämpfen bitter nötig hatte. Seine Verletzungen waren nicht besonders schwer, also hatte er die Heiler nicht mit seinen Wehwehchen belastet. Die hatten sicherlich auch so genug zu tun. Dann hatte er versucht am Tor zu helfen, doch lange konnte man ihn dort nicht gebrauchen.

Da er nichts besseres mit sich anfangen konnte, suchte er sich einen ruhigen Platz und nahm sein Schwert wieder zur Hand. Er streckte und dehnte Arme und Beine, dann ließ er die Waffe leicht schwingen. Bald folgten weite, schwungvolle Schläge, leicht tänzelte er, wich einen Schritt zurück, hob die Waffe in Abwehrhaltung. Kurz verweilte er, dann preschte er nach vorn und führte einige schnelle Schläge aus, bevor er zur Seite sprang und noch einen tiefen Hieb ausführte.

Antriebslos ließ er die Waffe sinken. Irgendwie konnte er sich heute nicht für sein Training begeistern. Wann würden es wohl weitergehen und was würde es für neue Anweisungen geben? Der junge Söldner war gespannt.

Ravenne
10.07.2012, 22:22
Eigentlich kannte sie Bardasch kaum. Und eigentlich konnte sie dem Königreich einen verdammten Gefallen tun, indem sie Faren festnähme. Sie bemerkte den Hass in seinen fast schon leuchtenden Augen, er hatte schon seit sie ihn kennengelernt hatte, nicht viel von den Paladinen und Innosdienern gehalten. Und ob sie Verrat an ihrem Vater beging? Sie war in Setarrif als Tochter unhaltbar gewesen, jetzt konnte sie sich immerhin selbst verteidigen, das war ein Fortschritt, wie man es nehmen wollte. Misstrauisch senkte sie die Kuse und zog nun doch unerwartet die Tafel hervor. Vielleicht war das Licht ja doch gut genug, damit er es lesen konnte.

Bardasch hat mich nach Thorniara begleitet, nachdem ich wegen deines verdammten Erzes von einem Dämonen besessen war. Nachdem ich in Setarrif nutzlos herumsaß und es nicht einmal schaffte, irgendwen zu finden, der mir das Kämpfen beibrachte, damit ich dort an die Akademie hätte gehen können. In Thorniara bin ich sofort in die Armee gekommen und habe bald darauf kämpfen gelernt, in einem Zeitraum, der bei Weitem kürzer war als die Zeit, die ich in Setarrif und Al Shedim verbracht habe. Mittlerweile bilde ich sogar Rekruten darin aus. Falls ich Bardasch noch einmal treffe, grüße ich ihn gern von dir, aber ich glaube, auch wenn ich jetzt zu diesem Verein gehöre, wird er verdammt froh sein, dass ich auf niemanden mehr angewiesen bin, wenn ich irgendwo hinreisen will, darüber hat er sich schließlich immer so gern beschwert.
Und jetzt lass mich aufschließen, ich hab meine Pflichten und du deine.

Nachdem sie ihm die Tafel gegeben hatte, hatte sie ihren Speer wieder zur Hand genommen und prüfte den Sitz ihres Bucklers. Den Bogen hatte sie zwar bei sich, wollte aber keine Pfeile verschwenden. Leicht genervt vom ganzen Herumgerenne und Abgeschossenwerden brach sie einen Pfeil vom Schild ab.

Neraida
10.07.2012, 22:27
Unruhig betrachtete Neraida das Blatterwerk um sie herum. Büsche, Bäume und Sträucher. Niemals hatten einfache Pflanzen so bedrohlich auf sie gewirkt. In diesem von Innos verlassenem Wald verhieß das Gewächs der Natur Tod und Verderben. Pfeile und Klingen konnten aus jedem Dickicht in diesem Tal hervor schnellen und aus der Dunkelheit wuchsen bewaffnete Männer wie Schatten. Immer noch drangen gedämpfte Schreie und der Lärm von Waffen durch das dichte, grüne Blättergebälk über ihrem Kopf. Gemeinsam mit Stylios und dem vor kurzem aus dem Nichts erschienenem Magier kauerte sie in einem Versteck.
" Muss das Licht so grell leuchten?" Flüsterte Neraida ängstlich, ehe sie wieder mit angehaltenem Atem ins Dunkle hinein horchte. Der Feuermagier neben ihr ging nicht auf ihre Frage ein. Mit konzentriertem Gesichtsausdruck war er über den am Boden liegenden Stylios gebeugt. Seine Hände hatte er auf den Körper des Nordmanns gelegt und zwischen seinen Fingern drang bläuliches Licht hervor.
" Anders geht es nicht." Antwortete der Heiler schließlich knapp und ließ dabei sein Werk nicht aus den Augen.
" Aber wir könnten entdeckt werden. Wir müssen fliehen! Wenn wir nicht schnell genug verschwin..."
" Ruhig, Mädchen." Presste auf einmal Stylios hervor und stieß kurz darauf ein schmerzerfülltes Stöhnen aus. " Wenn der Quaksalber fertig ist und ich wieder kämpfen kann, hat das Wegrennen ein Ende! Diese feigen Hunde sollen mich kennen lernen!" Knurrte der Clankrieger voller Zorn, sodass es Neraida eiskalt den Rücken herunter lief.

Xeratos
10.07.2012, 22:38
Der Magier antwortete nicht. Wahrscheinlich schlief er oder er hatte kein Lust ihn seiner Situation mit dem Feind zu reden, was er ihm auch nicht wirklich verübelte. Xeratos schaute sich kurz um und bemerkte das Redsonja auch da war, was er zuvor nicht merkte. Er sah kurz zu ihr und machte eine Begrüßende Geste. Ob sie es gesehen hatte wusste er nicht. Es war Abend und Xeratos sollte wider die paar Tropfen von Tinquilius Trank nehmen. Das Zeug half ihm wirklich sehr und Xeratos hatte immer noch das Gefühl als würde er Tinquilius etwas schulden. Aber helfen konnte er ihm Momentan nicht. Zu tun hatte Xeratos wie immer nichts. Er hoffte wen er aus Setarrif raus käme endlich etwas erleben zu würden, aber jetzt macht er genau das selbe wie ihn Setarrif, sitzen. Das einzige das ihm einfiel zu machen war nachzudenken, wie immer. Auch wen er es gerne machte, fraß ihn die Einsamkeit immer mehr auf. Er war eine leere Hülle, ganz allein, ohne Aufgabe, ohne Ziel. Um so mehr er darüber nachdachte um so schlechter ging es ihm. Für einen Augenblick legte Xeratos seine Hand auf seinen Dolch und zog ihn raus. Schnell steckte er ihn wider zurück und versuchte den Gedanken zu vergessen. So sollte es sicherlich nicht enden. Nur wie dann?

Idun
10.07.2012, 22:40
Grünlicher Dunst umwarb die Fünf, die sich um den handgemalten Kreis zusammengefunden hatten. Druidenmagie, wie sie Idun bereits das ein oder andere Mal beobachten durfte, doch sie entfaltete bereits ihre Wirkung, denn sofort war er wieder hellwach. Man reichte ihm ein Stück grünes Etwas und als er jenes als Sumpfkraut identifizierte, wollte er es dem Druiden schon aus der Hand schlagen. Immerhin sollten sie nur darauf kauen und es nicht rauchen und so ließ er sich schließlich dazu überreden. Kaum hatte er das Kraut im Mund, regte sich wieder jenes vertraute Ziehen in seinem Hals, dass sich sekündlich intensivierte. Warum sollte er es eigentlich nicht rauchen? Plötzlich verspürte Idun eine unbändige Lust auf Sumpfkraut und nur mit Mühe schaffte er es dieses starke Gefühl zu unterbinden.

So sehr war er mit sich selbst beschäftigt, dass er vom eigentlichen Ritual fast nichts mitbekam, als plötzlich ein geisterhafter Wolf auf ihn zuschoss und ihn zu Boden warf. Förmlich von den Beinen gerissen, spuckte er das Krautstück aus und konnte sich nur knapp mit den Händen aufstützen. Etwas ließ ihn seine Augen schließen. Als er sie öffnete war die Welt im Grunde genommen wie zuvor, doch auf keinen Fall war sie gleich geblieben.
Als Erstes fiel ihm ein intensiver, stechender Geruch auf. „Ornlu hat sich bestimmt schon seit Wochen nicht mehr gewaschen!“, war sein erster Gedanke, doch es schien nicht ein einzelner Geruch zu sein, sondern eine ganze Ansammlung. Bald schon kam er darauf, dass es sich um Schweiß oder etwas ähnliches handeln musste, aber warum roch es plötzlich so intensiv danach? Außerdem waren da noch diese merkwürdigen Geräusche. So etwas hatte Idun noch nie zuvor gehört, sie schienen viel zu hoch, als dass ein menschliches Ohr sie wahrnehmen könnte. Ein menschliches Ohr? Was hatte der Druide mit ihnen angestellt?
Mit einem Mal verspürte er den intensiven Drang mit voller Kraft loszuheulen, so wie es ein Wolf mit dem Mond tat. „Moment mal, dieser Geisterwolf? Wo ist der eigentlich hin?“
Langsam dämmerte Idun, was gerade passiert war, aber weder konnte er sich wirklich mit dem Gedanken anfreunden, noch schien er ihm überhaupt möglich. War der Wolf jetzt tatsächlich in ihm? Der Waldläufer fühlte sich in keiner Weise mehr ausgelaugt oder erschöpft, als ob eine magische Quelle ihn mit neuen Kräften gespeist hätte. Vielleicht war es ja gar nicht so schlecht einen Geisterwolf in sich zu haben.

Faren
10.07.2012, 22:46
Schweigend las sich der Hüne Ravennes Antwort durch, wobei ihm mehrfach ein abfälliges Schnauben entfuhr und richtete seinen Blick anschließend wieder auf die junge Frau. Er hatte sie damals vor dem Erz gewarnt, aber offenbar war sie tatsächlich so dumm gewesen es ohne vorherige Untersuchung durch einen Magier zu verarbeiten. Mit einem noch immer wütenden Schnauben drückte er ihr wieder die Tafel in die Hand, lauschte kurz in die Nacht hinaus ob sich ihnen Soldaten näherten doch sein empfindliches Gehör konnte nichts dergleichen hören.
»Ich hatte dich vor dem dämonischen Ursprung des Erzes gewarnt, und hatte angenommen das du schlau genug bist die nötige Vorsicht walten zu lassen. Ich schleppe dieses Zeug schon seit Jahren mit mir herum, ohne davon beeinflusst worden zu sein.«, war das Erste was ihm schließlich über die Lippen kam.
»Und natürlich haben sie dich sofort in die Armee aufgenommen, so schnell wie sie ihre Truppen verschleißen können sie es sich nicht leisten auch nur eine stumme Freiwillige abzuweisen. Was glaubst du wie viele deiner "Freunde" die mit dir ausgebildet wurden während der letzten Tage gefallen sind? Glaub mir Ravenne, ich habe genug Männer gesehen die dieses Wams trugen und denen es nur Leid und Tod gebracht hat. Aber gut, du hast deine Entscheidung getroffen Ravenne, und auch wenn ich sie nicht gut heißen kann so respektiere ich sie. Aber denk an meine Worte, irgendwann wird der Tag kommen an dem sie dich wie das Lamm zur Schlachtbank führen werden, genau wie deinen Vater und viele vor ihm. Leb wohl Ravenne, und pass auf deinen Rücken auf.«, fügte er hinzu, drehte sich um und sprang mit einem gewaltigen Satz auf die niedrigen Äste eines großen Baumes und verschwand von dort in die tiefen der Wälder.

Suzuran
10.07.2012, 22:56
Provokation, gut so. Sie schürte ihre Wut, sie verstärkte negative Gefühle, die schon zuhauf vorhanden waren. Ornlu summte in ihren Gedanken, wie eine kleine Mücke, die sie zerquetschen wollte, die sich jedoch immer kurz davor mit ihrem Blut gefüllten Körper in die Lüfte erhob. Sie hörte seine Worte in ihrem Kopf, böse Worte, provozierende. Sie hörte sein Lachen und das Kichern der Weiber. Sie wusste, dass er ihnen Honig ums Maul schmierte, ihnen Geschenke machte und ihnen zu lange auf irgendwelche Rundungen schaute. Er gehörte zu ihr und doch war er so entfernt, wie all die kleinen Punkte, die den Nachthimmel übersäten.
Schwer lag die Wut in ihrem Schoß, wie ein Stein, der ihr auf das Herz drückte, der ihr die Lunge zerquetschte und der ihr Schmerzen bereitete. Tränen sammelten sich in ihren geschlossenen Augen, sie stand regungslos da, ließ sich mitreißen von diesem Gefühl, das ihre Magie zum kochen brachte. Sie kannte dieses Gefühl nur zu gut, es war ihr ständiger Begleiter, es tauchte auf und ging, wie die Nacht, die aufzog und dann wieder dem Morgen wich.
Sie war bereit und als sie das Signal in der Weite ihrer Gedanken anklopfen hörte, riss sie die Augen auf, trat aus ihrem Versteck hervor und streckte die Arme von sich und schrie diesen Zorn zusammen mit ihrer Magie heraus. Magische Stränge wirbelten umher, zogen sich unsichtbar durch die Luft, wie klebrige Fäden eines Spinnennetzes, um jene anzulocken, zu fangen, die diesem Rufe folgen sollten. Es war still in diesem Moment. Ein schwarzer Punkt am Himmel als Vorbote, ehe sich alles erhob, was geschlafen hatte, was versteckt war. Vogelgeschrei ertönte über dem Bluttal, Flügel flatterten, der Wald erwachte zum Leben, als sich mehrere Vogelscharen aus den Bäumen erhoben und der Jägersiedlung entgegensteuerten, wie eine schwarze Wolke, die das schlimmste Unwetter mit sich bringen sollte. Kleine Punkte, wurden größer, als sich die ersten herabstürzten und sich in ihrer Wut auf die ersten Myrtaner stürzten. Die feigen Hunde wussten nicht was mit ihnen geschah, während sie von aggressiven Schnäbeln gepickt und von Vogelklauen zerkratzt wurden.

Keala
10.07.2012, 23:03
In den Jagdkommandos hatten sich vor allem die Bogenschützen hervorgetan, die dem Feind eine massive Überzahl der Waldvölkler vorgegaukelt hatten, aber auch Kea war auf ihre Kosten gekommen. Das eine oder andere Wurfmesser war wie zufällig sehr knapp neben die Augen des einen oder anderen Innoslers geflogen, aber auch so hatte sie sich hin und wieder behauptet. War in Bäumen herumgehuscht und hatte Dreck in Büsche geworfen, um den Gegnern Raubtiere und mehr Feinde vorzuschaukeln, hatte sich aber auch ein oder zweimal in den direkten Nahkampf gegeben. Nicht, um zu töten, aber sie hatte mal sehen wollen, wie diese Leute auf einen linkshändig kämpfenden Gegner reagierten. Vielleicht hatte es an der Panik der Männer gelegen, dass Kea den einen oder anderen Treffer ohne Probleme hatte landen können. So oder so - die ganze Zeit durch den Wald zu laufen oder bei dicht stehenden Bäumen von Ast zu Ast zu klettern war anstrengend, und so hatte sie versucht, sich etwas auszuruhen, als der Druide sie ansprach, und ihr fast schon befahl, mitzukommen. Er erklärte sein Vorhaben, und etwas unsicher stimmte sie zu. Ein Ritual, in dem Magie und Blut vorkamen, klang unheimlich. Andererseits musste sie den Druiden wohl vertrauen, wenn sie es tatsächlich zur Waldläuferin bringen wollte.
Das Ritual selbst war unheimlich, aber sie tat, was man ihr sagte, gab ihr Blut und sah den Wolf. Der Druide sprach unverständliche Worte, wirkte wie verändert, und ehe sie es sich versah, hatte der Wolf sich geteilt. Kea blinzelte und schaute noch mal hin, immerhin vernebelte der Kraut ihre Sinne, doch da schoss einer der Geistwölfe schon auf sie zu und warf sie nach hinten. Sie brauchte einen Moment, ehe sie sich aufrappelte. Ihr Schädel brummte, aber ihre Glieder fühlten sich nicht mehr so schwer an. Sie hörte die Stimme des Druiden, aber er klang irgendwie anders als zuvor.
"Sammelt euch, beherrscht stets euren Geist. Moment für Moment, werdet ihr immer mehr die Seele des Wolfes in euch spüren und er mit euch sein, so wie ihr mit diesem seid."
Ihren Geist beherrschen. Die Beherrschung ihres Körpers hatte sie bei Nigel gelernt, ihren Geist zu beherrschen durch Erfahrung. Sie atmete durch und nahm eine Vielzahl von Gerüchen wahr, die ihr zuvor nicht aufgefallen waren. Schweiß, Dreck, Blut, Urin, Katze ... letzteres musste Skadi sein. Die Silberlöwin schnupperte misstrauisch an Kea, und die Schlosserin fasste nach ihrem Fell. Es fühlte sich normal an, so fellig wie immer, an manchen Stellen verklebt. Ihr Tastsinn hatte sich also nicht verändert. Nur ihr Gehör, und ihre Nase, wie es schien. Und ihr Zustand. Die Erschöpfung schien wie weggeblasen, sie konnte kaum erwarten, loszulaufen. Sie rappelte sich auf und winkte Skadi zu, mit ihr zu folgen, dann verließ sie das Jagdkommando und zog wieder auf die Jagd. Sie musste sich fast beherrschen, nicht zu heulen, als sie loslief und Skadi mit ihr.

Orthego
10.07.2012, 23:05
Orthego lag rücklings auf dem Boden. Seine Atmung war schnell und unregelmäßig. Seine Finger verkrampften und vergruben sich im feuchten, zertrampelten Gras. Die Augen waren starr und weit aufgerissen. Er spürte einen Knoten in seiner Brust wachsen, der sich immer weiter zusammen schnürte, enger wurde, sich um seine Lunge wickelte und ihm die Luft abschnitt. Etwas musste schief gelaufen sein, denn er spürte seine Kraft nicht wiederkehren, eher war er sich sicher, er würde hier elend im Dreck des Bluttals ersticken.

Er schloss die Augen.

Und da war es vorbei.

Orthego richtete sich auf. Der Knoten in seiner Brust hatte sich schlagartig gelöst, als wäre er nie da gewesen. Der Waldläufer holte tief Luft und genoss es, kein Brennen mehr in den Lungen zu verspüren. Auch spürte er keinen Schmerz mehr in den Muskeln. Er fühlte sich wohl und lebendig, als hätte er in einem weichen Bett geschlafen. Es war ein Gefühl der Freiheit, Freiheit von Stress und vom Leid, das ihn umgab. Er fühlte sich wie ein König, dem auf der Welt keine Barrieren gesetzt waren. Keine Grenzen der Natur. Keine Grenzen überhaupt.

Völlig berauscht entfernte Orthego sich mit langsamen aber steten Schritten von den Jagdkommandos. Er hatte aufgehört zu versuchen nachzuvollziehen, was genau geschehen war. Er genoss es einfach. Niemandem fiel das Verschwinden des Waldläufers auf. Niemand rief ihn zurück, niemand packte ihn an der Schulter. Je tiefer er im Dickicht verschwand, desto schneller wurde sein Schritt. Bis er schließlich im Schutz der Dunkelheit durch die Schatten sprintete. Er verspürte die Bewegung kaum, es kam ihm vor, als könnte er ewig so weiterlaufen. Jedes Hindernis, jeden Stock, jeden Stein, jeden morsch gewordenen umgekippten Baumstamm, sah er glasklar vor Augen, als würde die Sonne gleißend vom Himmel strahlen. Abrupt blieb er stehen, sah sich um und schnupperte tierartig in der Luft. Gerüche, die er vor wenigen Minuten noch nicht vernommen hatte, stiegen ihm in die Nase. Die Gerüche von Schweiß, von Blut und von Tod, von stinkenden Klamotten, aber auch von Speisen und von Getränken. Er blickte zur Seite und sah sich selbst näher an der Jägersiedlung. Schlagartig ging er in die Hocke und hielt beinahe die Luft an, während er sich noch gekonnter als sonst über den Waldboden näher zur Siedlung hin bewegte. Die Gerüche wurden intensiver.
„Ich rieche Angst“, flüsterte Orthego sich selbst zu, während seine Augen, zu Schlitzen verengt, durchs Gestrüpp zwei Wächter fixierten, die den Eingang bewachten.
„Du bist nicht du selbst! Du begibst dich in Gefahr!“, wollte Manadh warnen, doch für den Waldläufer war ihre sonst so hell in seinem Kopf widerhallende Stimme nicht mehr als ein dumpfes Geräusch, das er ignorierte, während er weiterhin die beiden Myrthaner anstarrte. Bei ihrem Anblick verspürte er eine große Wut. Wie sie da standen, so arrogant, als wäre es ihr Recht, hier Ansprüche zu erheben! Als wäre es ihr gutes Recht gewesen, zwei aus dem Waldvolk elend zu hängen! Das würde er ihnen austreiben! Ihnen allen! Mit dem gesamten Lager würde er es aufnehmen! Wer konnte ihn schon aufhalten? Sie waren nichts als Fleischwanzen vor seinen Augen. Würmer im Dreck, die ihre gerechte Strafe erhalten sollten. Er alleine würde derjenige sein, der die Königstreuen die Rache des Waldes spüren lässt, man würde ihn in Tooshoo als Helden feiern!

Den Bogen fest in der Hand und bereits in der Bewegung einen Pfeil auf die Sehne legend erhob sich Orthego aus seinem Versteck und trat siegessicher auf die beiden Wächter hinzu. Noch bevor sie auf das Erscheinen des Waldläufers reagieren konnte, surrte der Pfeil durch die Luft und traf einen davon in der Brust, der zu Boden fiel.
„Alarm!“ , brüllte der Zweite aus voller Kehle. „Sie sind hier!“
Das Schwert erhoben lief er auf den Waldläufer zu, der seinerseits auch die Klinge gezückt hatte. Der Wächter wollte zuschlagen, doch Orthego holte zu einem wuchtigeren Angriff aus und schlug seinem Gegner die Waffe aus der Hand, während er die linke Hand zur Faust ballte und ihm ins Gesicht schlug, dass der sich nicht mehr auf den Beinen halten konnte. Orthego setzte sich auf den gefallenen Wächter, rammte sein eigenes Schwert fingerbreit neben das Gesicht des Königstreuen in den Boden und begann ihn mit wutverzerrtem Gesicht zu würgen.
„ICH ZERREISS DICH!“, presste er durch die Zähne.
Um ihn herum überschlugen sich die Ereignisse. Ein gewaltiger Schwarm schwarzer Vögel fiel über das Lager her, so dass Orthego kaum sehen konnte, was links und rechts neben ihm geschah. Weitere Soldaten kamen aus dem Lager herausgelaufen und umzingelten ihn, die geflügelten Angreifer abwehrend. Der Waldläufer ließ vom Wächter ab, griff nach seinem eigenen Schwert und stellte sich den Soldaten entgegen.
„ICH ZERREISS EUCH ALLE IN DER LUFT!“

Gwynnbleidd
10.07.2012, 23:08
In der Nähe hörte man die Hufen, welche trockenen Waldpfad zermalmten und Staub wehte zu den beiden Jägern herüber und auch Stimmen waren vernehmbar. Nun mussten die Männer schnell handeln und reagieren. Würden sie das Feuer zu früh auslösen, so würde es auffallen und die Krieger Innos würden es bemerken, umgehen und die beiden töten. Würde es zu spät beginnen, wären sie schon draußen und die Jäger wären selbst in der Falle. Die Schritte kamen immer näher, es waren eilige, unsichere Schritte der Verzweiflung, die dort wohl ein halbes Dutzend an verletzen, fliehenden Männern machte. Auch die Stimmen wurden lauter und einzelne Rufe waren vernehmbar "Sicher, dass wir durch den Wald gehen sollen? Ist es hier nicht gefährlich?..."Ich hab kein gutes Gewissen ihn da so zurückgelassen zu haben" antwortete eine tiefe Stimme zusammenhangslos "Nun sei nicht so feige und renn, bei Innos!" beherrschte die Stimme die Lage und ohne auch nur ein Gesicht zu sehen, stellte sich Gwynnbleidd die Männer genau vor. Blut würde an ihren Armen entlanglaufen, ob ihres, würde wohl ein Geheimnis bleiben. Die Waffen bereits gezogen und in den zittrigen Händen geführt, würden sie auch wie ein bedrängtes Tier um sich schlagen, also sollte Gwynnbleidd wohl lieber auf dem Baum bleiben. Zwar konnte er mit Sax und sogar schon ein wenig mit dem Bogen umgehen, doch wenn ein um sein Leben kämpfender Mann, welcher von einem Ort kam, der bekannt für die eigenen Kampftechniken war, einen angriff, nütze dem Wächter auch noch so viel seines Könnens nichts, da er noch nicht das Glück hatte, mit tollwütigen Kriegern zu kämpfen. Nun war es soweit - die Gedanken verstreuend zog auch Gwynnbleidd einen Pfeil hervor und - immer noch beeindruckt von dem ersten Treffer eines lebendigen...Wesens - und war bereit, im Notfall den Überraschungsmoment zu nutzen und einen von ihnen zu verletzen. Jetzt! hoffi schoss, traf und ließ loderne Flammen entstehen, die sich sogleich wieder beruhigten, doch die Angst in den Augen der Fliehenden brannte sich ein und blieb auch, als ein weiterer Schuss einen von ihnen in den ungünstig geschützen Fuß traf und ihn zum Fallen brachte. Gwynnbleidd sank den Bogen und zog seinen Sax hervor. Eilig sprangen die Späher von dem Baum und kämpften, mit der Überraschung auf ihrer Seite mit den beängstigten restlichen Kriegern. Es waren vier an der Zahl, ein fünfter lag am Boden, zwei dieser Männer hatten sich stark verbrannt und alle sie dachten wohl auch noch, hoffi und Gwynnbleidd wären für sie eine Gefahr. So ließen sie sich freiwillig fesseln und erzählten, was wohl noch alles passiert war und welche Ziele eben diese Flüchtlinge hatten und prägten sich dann ganz deutlich die Worte ein, welche sie ihrem Anführer überbringen sollten. Von dem Vorfall sollten sie erzählen und davon, was die Wäldler mit ihnen machen, falls der Kampf nicht aufhört. Einem von ihnen schnitt hoffi mit seiner Klinge in den Arm und zeichnete grob mit dem Blut, welches hervorquoll einen Baum auf das Gesicht des erstarrten Mannes. Dann half er den Männern aufzustehen, entfesselte sie und gab einen Schrei von sich, welcher keinen Vogel verschreckt hätte, doch machte dieser Wohl trotzdem Eindruck auf die Gruppe, da diese nun sehr schnell in einer anderen Richtung verschwand. Eilig begannen die Jäger das Feuer zu löschen und lachte dabei - das wahr doch einfacher, als geplant. Angst war wohl die Stärke, die in dieser Welt immer existieren würde...

Ornlu
10.07.2012, 23:09
Er spürte es, obwohl er kaum noch selbst etwas davon hatte. Ornlu vernahm die magisches Echos wie einen Sturm der sich auf einmal entlud. Nur Suzuran hatte diese Magie, die er so zu spüren gelernt hatte, wie er einzig ihren Geruch unter vielen wusste zu erkennen. Ihr Schrei der mit der Magie erklang trug Zorn in sich, aber auch eine Traurigkeit die er nicht an ihr sehen mochte.

Ornlu blickte nach oben und nahm die Vogelscharren ahr. Er musste nicht gen Jägersiedlung blicken, um zu ahnen was da geschehen würde. Er wusste es, denn er wusste um den Zauber den Suzuran gewirkt hatte. Etwas schwerfällig erhob er sich, nahm seinen Bogen zu Hand und trat wieder in die Reihen seines Jagdkommandos. Seinem Jagdführer machte er klar, dass er keine Magie vorerst wirken würde und sie alle warteten darauf, dass Jarvo den Angriff alsbald befahl.
Als er zur Seite guckte, erblickte er Suzuran die sich auch sichtbar erschöpft in zweite Reihe stellte. Er lächelte ihr zu. Sie würde schon wissen, dass er in ihr wirklich die Einzige sah, für die er Gefühle hegte.