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View Full Version : Tooshoo #23



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Das Waldvolk
30.06.2012, 21:59
Willkommen, Reisender! Du befindest dich in Südargaan im Sumpfgebiet von Tooshoo. Der gigantische Baum da hinter uns wird Tooshoo genannt und das Dorf, das sich um diesen gebildet hat, nennt man Schwarzwasser.
Die Gemeinschaft die hier lebt nennt sich das Waldvolk und kam vor nicht all zu langer Zeit aus Myrtana hierher. Es gab einen regelrechten Umsturz damals und seither gelten hier unsere Regeln:

Töte niemanden unnötig!
Mach keinen Ärger!
Pass auf deinen Rücken auf!
Und nerv nicht! Hörst du? Nerv einfach nicht, wenn dir jemand aufs Maul haut, weil du bescheuert guckst oder meint, dass du schicke Stiefel hast, Fremder. Schwarzwasser ist viel, aber sicher kein Ort für kleine Prinzessinnen und Typen mit Stock-im-Arsch!

Regeln klar? Gut dann lade einen Wächter von Tooshoo nun auf ein Bier in die Sumpflilie ein(Mama Hooquas Angebot! (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/77305-Händlerthread?p=16977555#post16977555)), dann erfährst du auch mehr über den Ort und seine Gepflogenheiten (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/111690-Das-Waldlexikon?p=9493883#post9493883) und bei einem guten Schnaps, sicher auch über paar spezielle Orte hier (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/111690-Das-Waldlexikon?p=9493910#post9493910) oder dort (http://forum.worldofplayers.de/forum/threads/111690-Das-Waldlexikon?p=9493899#post9493899).

Was Mama Hooqua so gehört hat...

- "Abends taucht hier immer so ein Stewarker auf. Er meint sein Bruder sei vor einigen Tagen mit drei weiteren Abenteurern auf Schatzsuche in die Tiefen Sümpfe gegangen. Dieser Stewarker sucht jemanden, der seinen Bruder findet. Wenn du noch etwas Gold hast, sagt dir die Mama auch was sie dazu noch weiß..." (Ansprechperson: Ornlu)
- "Diese Saufköpfe von Wächtern vernichten mir noch meine ganzen Vorräte! Haben die eigentlich nichts zu tun? Etwas Training könnte denen nicht schaden, so wie die aussehen, können die sich nicht mal gegen einen Scavenger behaupten. Schöner Haufen ist das! Und sowas soll unsereins beschützen. Herrje, wird Zeit, dass denen mal jemand zeigt, wo der Haken hängt!" (Ansprechpartner: Idun)
- "Der alte Rjoldan spricht seit Wochen nur noch von einem Thema. In seinen jungen Jahren als er noch ein begeisterter Wanderer war, benutzte er eine kleine Höhle im Weissaugengebirge als geheimen Briefkasten und Treffpunkt mit seiner Geliebten aus Setarrif. Jahre nach ihrem Tod ist es sein sehnlichster Wunsch, diese Höhle noch ein letztes Mal zu sehen. Doch seine Knochen sind alt und seine Muskeln haben den Großteil ihrer Kraft eingebüßt. Es würde ihm die Welt bedeuten, wenn ihn jemand begleiten und ihm die Reise ermöglichen würde. Was der Mann dafür geben würde? Frag ihn doch selber!" (Ansprechpartner: Jarvo)

- "Hier war vorhin einer, der fragte nach jemand der den Schneid hätte mit ihm eine Höhle ein Stück in den Tiefen Sümpfen zu erkunden. Wir nennen sie hier Blaumooshöhle. Er meinte er folgte der Spur eines Diebes, der das Schwert seines Großvaters raubte. Er versprach Gold und die Hälfte der Beute. Zu der Zeit waren aber nur die üblichen Suffköpfe da. Vielleicht ja was für dich, bevor jemand anderes hilft." (Ansprechpartner: Ornlu)
- "Wir brauchen mehr Eier! Eier brauchen wir! - Ja, guck nicht so. Da will man was zubereiten und ist immer so abhängig. Wenn du der Mama eine gute Legehenne besorgst, wirst du gut belohnt. Wie und woher ist mir egal. Auf dem Schwarzmarkt kriegt man ja nur Lederhühner. Also musst du wohl reisen." (Ansprechpartner: Ornlu)
- "Der alte Balto ist untröstlich. Seit sein Sohn Schwarzwasser verließ, um sich den Myrtanern anzuschließen, betrinkt er sich. Balto wollte schon seinen Sohn suchen und davon abhalten, aber er ist zu alt um Balduin noch einzuholen. Vielleicht zahlt er ja gut, wen man den Burschen zurück holt. - Wenn du meine Meinung als Wirtin hören willst, musst du schon was bestellen." (Ansprechpartner: Ornlu)

- Wieso ich so mies gelaunt bin? Ha! Du glaubst wohl nicht, dass ich dir das groß erzähle und jammere. Ich sag dir was! Ich geb dir eine Mahlzeit aus, wenn du mir mein Gold holst! Wo es ist? Na frag doch diesen elendigen Bronko. Hat hier gebechert, gefressen und dann nicht gezahlt! Und da er Holzfäller ist, ist er nur Abends hier. Aber provozier den bloß nicht. Bronko kann mit den Fäusten umgehen, wie mit seiner Holzfälleraxt. Naja, wenn du dich traust mach es, aber sag nicht das ich dich gewarnt habe. Vielleicht gibt es ja anderweitige Wege? Man müsste nur mehr über Bronko erfahren oder 'besondere' Fähigkeiten besitzen...also, gehst du es an, Schätzchen? (Ansprechpartner: Ornlu)


Dies sind kleine Quests für jeden Schreiber im Tooshoothread. Man bekommt sie, wenn man Mama Hooqua in der Sumpflilie danach fragt oder ihr etwas Gold für 'besondere' Gerüchte gibt.

Ornlu
30.06.2012, 22:22
"Hmm...übertreibe es nicht mit der Helligkeit, sonst verlierst du die Konzentration. Mach was anderes. Ändere die Farbe. Ich erzählte dir schon, dass Gefühle es möglich machen, wenn du sie ins Licht speist...oder deine Vorstellungskraft. Versuche es, sobald du denkst, dass du es schaffst den stete Magiefluss länger zu halten.", meinte der Druide und blickte auf die flackernde Erzfackel, die wohl durch das Wirken der Magie eben irgendwie anging.
"Und wegen der Erzfackel...Wenn du im richtigen Moment die Verbindung besitzt, erlebst du es. Magie ist der Schlüssel, aber es wird auch anders sein, als jetzt eben. Wieso und weshalb - nun da fragst du am besten Meister Corax. Er hat ein wenig mehr Ahnung vom verzaubern und Dingen die verzaubert sind - sei es natürlich oder unnatürlich. Aber das erspüren mit der Magie ist wie ein sechster oder siebter Sinn. Es öffnet sozusagen das zweite oder dritte geistige Auge und das unterscheidet dich von den gewöhnlichen Menschen. Letztlich befinden wir uns alle in einem dunklen Raum und die Macht die wir durch die Magie erlangen erhellt diesen mehr und mehr. Man erkennt was um einen ist und findet Dinge die andere nie finden würden - selbst wenn sie drüber stolpern. Hmm..achja. Denkst du, es ist so wie mit der Lichtkugel von mir auf dich übertragen, mit allen Zaubern möglich? Und würdest du sagen mit der Magie kann man erspürte Dinge korrigieren, verbessern oder gar retten...sagen wir mal einen Menschen der im sterben liegt, so wie eine Lichtkugel die an Kraft verliert?", fragte er und wartete erst mal ab, wie sich Raminus in Sachen Farbwandel machte.

Raminus
30.06.2012, 22:47
Das Ändern der Farbe, ja das war ein Thema über das er sich ja bereits Gedanken gemacht hatte. Zum Glück hatte Ornlu eine eher weiße Lichtquelle erschaffen, sodass Raminus seine Bilder des blauen Lichtes übertragen konnte. So würde er auch besser erkennen was nötig war, um die Farbe zu ändern. Den Ansatz über die Emotionen empfand er im Moment etwas unpassend, obwohl es durchaus interessant gewesen wäre, zu erforschen welche Farbe von Fröhlichkeit hervorgerufen wurde. Er blieb also zunächst bei seiner Vorstellungs- und Willenskraft.

Das Blau des Erzes hatte er mittlerweile schon sehr gut im Griff, schließlich hatte er sein eigenes Licht immer in diesem Farbton erschaffen. Es sollte also nicht lange dauern, das Gewünschte umzusetzen. Ganz so leicht war es dann doch nicht und durch übermütiges Handeln erreichter er nicht einmal ansatzweise etwas. Doch als er sich wieder ins Gedächtnis rief wie er die Lichtkugel des Druiden mehr oder weniger übernommen hatte, machte er sich auch zeitgleich die Struktur wieder klar und er wusste wo er was zu ändern hatte.

Kurze Zeit später saßen die zwei Männer im angenehmen blauen Lichtschein und auch die Erzfackel schien aus Sympathie gleich wieder mitzuleuchten.
Nun was heißt mit allen Zaubern? Ich weiß ja nicht mal wirklich was man alles mit der Magie anstellen kann, ich kann es mir nur vorstellen. Bei manchen ja, bei manchen nein. Wenn ich zum Beispiel mit einem Tier Kontakt aufnehme kann ich mir sehr gut vorstellen, das jemand umsichtiges diese Verbindung übernehmen kann. Bei Zaubern, die jedoch eine direkte Veränderung hervorrufen stell ich mir das schwierig vor. Wenn einer Feuermagie einen Feuerball erschafft, kann ich wenn ich schnell genug bin diesen vielleicht übernehmen, verstärken oder sonst was. Aber wenn der Feuerball bereits etwas in Brand gesetzt hat, wie will ich dass dann noch kontrollieren? Für mich ist Magie ja die Fähigkeit der Veränderung, der Manipulation, also denke ich schon, dass man damit sehr viel korrigieren kann…auch einen Menschen der im Sterben liegt. Ich kanns mir jedenfalls sehr gut vorstellen auch wenn ich keine Ahnung habe wie das ganze abläuft…

Ornlu
30.06.2012, 23:16
Das blaue Licht überzeugte soweit. Verbesserbar sicherlich, aber wenn er üben würde, würde er bald besseres Licht schaffen. Ornlu hörte ich an was Raminus dann zu sagen hatte.

"Hmm, im Grunde irrst du bei den Punkten nicht. Ich habe mal mit einer Wassermagiern einen Regen mitgewirkt. Naja ich speiste nur ihre Kräfte mit den meinen, den Rest hat sie gemacht. Einer meiner Meister verband gar die Magie der Wassermagier mit der unseren. Gemeinsam mit einen ihrer Meister schufen sie einen Regen der fruchtbar war und eine Oase in der Wüste schuf. Vielleicht hast du ja Gerüchte über Al Shedim und seinen Urwald mitten in der Wüste gehört? Jedenfalls wirst du auch von mir lernen, wie man die Magie vereint und gemeinsam wirkt oder einen aktiven oder passiven Part dabei spielt. Mit dem übernehmen eines Zaubers hast du ja schon einen Schritt getan. Ansonsten ja - es ist nicht wirklich möglich den Zauber eines anderen Gottes oder Schule zu kontrollieren. Also soweit ich es weiß. Ich habe es mal versucht, war aber nicht selbst ehrlich zu mir. Paul das Skelett war kein beschworener Untoter. Es war ein Skelett das von Pflanzenfasern umschlungen war und durch diese bewegt wurde. Letztlich sollte man sich eben auf das besinnen, was man am besten kann. - Veränderung und Manipulation. Unsere Magie verfügt über Zauber die in ihrer Art sehr mächtig werden können. So wie du die Lichtkugel übernommen hast, wird es dir irgendwann auch möglich sein pflanzliches Leben zu beeinflussen, weil du die Struktur des Lebens erkennst und regelrecht liest. Es zu stärken, es wachsen zu lassen...und es zu manipulieren. Und glaub mir die Farbe ändern ist nahezu nichts im Vergleich was da geht. Aber es erfordert Reife und Ansehen. Bei Tieren ist es nicht anders, doch die werden sich niemals in ihrer ganzen Struktur verändern lassen - das geht nicht wirklich. Aber Manipulation geht auf andere Art - mit dem Geist. Und auch andere Zauber erlauben dir Dinge, die so niemand kann. Zum Beispiel die Magie zu deinen verlängerten Arm werden lassen. Dazu zu sorgen, dass Kraft deiner Gedanken eine Kraft auf etwas ausgeübt wird. Was denkst du hierbei, wie du es angehen könntest, wenn ich das hier mache?", fragte Ornlu und blickte zur Erzfackel.
Er streckte dann seine Hand etwas aus und just begann die Erzfackel zu schweben. Sie hing in der Luft, bevor der Druide leicht aufgrinste und mit der Hand kreisende Bewegungen machte. Im nächsten Augenblick begann die Fackel zu rotieren. Erst langsam und dann immer schneller. Nur die Luft bremste sie und schuf ein nebengeräusch, doch was beide sahen, war ein magisch-bläulicher Kreisel der an Schönheit in der einkehrenden Nacht kaum Konkurrenz hatte.

Raminus
30.06.2012, 23:36
Der Druide gab schon seltsame Geschichten von sich, musste Raminus grinsend feststellen ehe seine Aufmerksamkeit erneut beansprucht wurde. Interessiert beobachtete er wie die Fackel ihr nun mehr als bizarres Lichtschauspiel auf die Baumstämme in der Umgebung zauberte. Leise raschelte das Blätterdach über ihnen, als ob es von dem schnellen Lichtwechsel auch in Bewegung gesetzt worden wäre. Am liebsten hätte der Sägewerker nun einfach da gesessen und den Anblick genossen, doch eine Frage stand noch im Raum.

Hmm darüber hatten wir ja schon mal gesprochen. Ich stelle mir das mehr oder weniger wie einen magischen Arm vor. Es ist auch nur eine magische Verbindung zu dem Gegenstand seiner Wahl, nur dass man nun keine Bilder, Emotionen oder andere Vorstellungen überträgt, sondern mehr oder weniger seinen Willen und seine Körperkraft vermittelt. Ich denke mal, dass man deshalb auch nichts über seinen Möglichkeiten bewegen können wird, wie zum Beispiel einen Baum ausreisen oder der gleichen. Aber kleiner Gegenstände sollten auf jeden Fall drin sein…

Ornlu
30.06.2012, 23:54
"Baum ausreißen? Nun...sagen wir mal das was du lernen wirst ist der erste Schritt. Womöglich wirst du hunderte Schritte später und mit einem ähnlichen Zauberweg aber anderer Form der Magie fähig sein, selbst dies zu können. Glaube das es nichts gibt, woran man nicht glauben könnte. Damit fährst du als Magiekundiger besser und dies erwarte ich von dir und den anderen. Es wird die Zeit kommen, da ihr euren Verstand nutzen müsst um zu werden und zu überleben. Wenn ihr denkt wie die gewöhnlichen Menschen ohne Magie, werdet ihr zugrunde gehen. - Aber zurück zum hier. Ja im Grunde wirst du nicht mehr schaffen, als deine Kräfte erlauben deine Körperkraft durch die Magie zu übertragen. - Die Telekinese könnte auch der fließende Zauber heißen. Stelle dir deine Körperkraft in deiner gewirkten Magie vor - auch sie ist in gewisser Art reine Willenskraft. Stell dir die Magie die du damit prägst, wie lebendig gewordenes Wasser vor. Wasser, das einen umschlingt, fesselt oder nur antippt und macht was du willst. Dieser Zauber ist eigentlich wie gemacht für dich. Manche können ihn gar nicht wirken, weil Körper und Geist nicht im Gleichgewicht sind. Bei dir - und sei mir nicht böse - ist momentan mehr Körper, als Geist vorhanden und deine Magie kann da durchweg dann geprägt werden. Morgen beginnst du damit, es zu versuchen. Such mich ruhig auf, wenn du Hilfe brauchst oder deine Erfolge zeigen willst. Ich gehe jetzt, weil es mich nach Sumpfkraut und Wacholderschnaps dürstet - und du kommst mit. Etwas Wacholdergeist und deine Magie frischt auch auf.", meinte Ornlu und dachte sich, dass gemeinsam trinken doch schöner war - und günstiger. Bevor sie dnan losgingen, saugte er aber regelrecht die blaue Lichtkugel auf.

"Wie man Magie anzapft und eigene Zauber rückgängig macht, zeige ich dir auch nochmal. Aber nun erschaffe mal ein Licht, ich hab Durst!", gebot er und ging los. Raminus benötigte einen Moment, doch es wurde alsbald heller, als sie gen Schwarzwasser schritten.

Daryn
01.07.2012, 16:05
"Uahhh... " Unter lautem Stöhnen und Grummeln richtete sich Daryn auf seinem Bett auf. Er stützte sich mit seinen Händen darauf ab, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren und zurück auf den Rücken zu fallen. Langsam hob er sein rechtes Bein an, bewegte es über die Bettkante hinaus und lies es dann, als hätte er plötzlich jedewede Kraft verloren, auf den Boden knallen. Genauso ging der junge Mann dann auch mit dem Linken vor. Die Prozedur nahm sicherlich eine ganze Minute in Kauf, bevor seine Ellenbogen sich auf den Oberschenkeln abstützten und der Kopf in seinen Händen ruhte.

"Scheiße.." flüsterte er kraftlos durch seine Finger hindurch. Laut und klar hörte er sein Herz schlagen, spürte, wie das Blut durch seinen Körper gepumpt wurde und vor allem spürte er nach jedem Herzschlag wie sein ganzer Kopf unter dem Klopfen bald zu platzen schien. Das Pulsieren in den Ohren und hinter seiner Stirn schmerzte schon fast, so laut wie es war. Seine Augen brannten etwas und auf seiner Zunge lag noch immer der bittere Geschmack der Sumpfkrautblätter wie eine dicke, trockene Kruste. "Bahh.. Damit ist Schluss" Sich an die starken Sumpfkrautblätter gewöhnen war die notwendig, hatte ihm Ornlu gesagt, um den nächsten Zauber zu vollenden. Und mittlerweile sollte er ihnen standhalten. Gefühlte Wochen war Daryn zugedröhnt durch Schwarzwasser geflogen, hatte sich daneben benommen. Er sollte es mal mit dem Zauber versuchen...

Cécilia
01.07.2012, 16:12
Die Barbierin hielt die Augen geschlossen. Wo sie war, wusste sie nicht, sie erkannte nur den stechenden Schmerz in ihren Schläfen. Die Umgebung roch seltsam. Nach Kräutern, aber auch rein, irgendwie. Die Kopfschmerzen sagten ihr, dass sie wieder versucht hatte, zu sehen. Aber normalerweise befand sie sich dann nicht ohne Erinnerung an einem unbekannten Ort, sondern wusste zumindest noch, wie sie dorthin gekommen war, ehe die Erschöpfung sie überwältigte. Hatte sie nicht geübt, um mit dieser Erschöpfung fertigzuwerden? Die Lider zuckten, als die Frau diesen Gedankenfaden enden ließ und einen anderen aufgriff. Sie wusste, sie hatte versucht, in andere Zeiten zu sehen. Sie würde dabei vor sich hingemurmelt haben, aber niemanden erkannt haben. Stunden nach der Beschwörung kamen die Erinnerungen an die Vision. In ihren Gedanken suchte sie nach der Vision, die sie gesehen haben musste.
Da standen eine Frau und ein Kind vor einer Hütte. Beide sahen aus, als hätten sie viel mitgemacht, und Teile des Daches der Hütte fehlten. Ein Mann war bei ihnen, in der Blüte seiner Jahre. Er umarmte und küsste die Frau und hob das Kind hoch. Auf seinem Rücken trug er den Kampfstab. ~ Der Kampf tobt. Es ist ein einziges Gewirr an Menschen, aber einen Mann sah sie deutlicher als die anderen. Die Armbrust war gespannt, und er schoss. Der Bolzen fand seinen Weg in die Brust eines Mannes, er stürzte. Der Kampfstab glitt aus seinen Fingern, als er starb. ~ Die Frau sah sich selbst. Sie ging auf dem Schlachtfeld umher und betrachtete die Toten. Ihr fiel ein Mann auf, in dessen Brust ein Bolzen steckte, sie hatte ihn schon mal gesehen und mit ihm gesprochen. Die Frau ging zu ihm und nahm den Stab an sich, dann kniete sie nieder und sprach einen Schwur, der dadurch besiegelt wurde, dass der Bolzen in der Brust des Mannes gebrochen wurde, ob die Frau das wusste oder nicht. ~ Baumwerk, ein Wald. Ein Verletzter liegt auf dem Boden, scheinbar allein. Ein grobschlächtiger Mann mit einem Schwert stürmt auf in zu, die Klinge erhoben. Ein Rascheln, und der vorgestreckte Kampfstab fängt die Klinge ab, die dem Verletzten den Tod bringen sollte. Die Magie scheint in dem Moment abzufallen, in dem Metall auf Holz schlägt, und die Frau, die den Stab hält, wird sichtbar. Der Angreifer will sich auf sie stürzen, aber sie wehrt ihn ab und wirkt erneut Magie, während sie sich schützend vor den Verletzten stellt und den Stab bereithält, die Klinge erneut abzuwehren.
Die Vision endete, und sie ahnte, was sie gesehen hatte. Einige Bilder aus dem Fluss, den die Zeit darstellte. Die Vergangenheit und auch eine Möglichkeit der Zukunft. Sie hatte den Vorbesitzer gesehen und sie hatte sich gesehen. Wer war sie?
Ich bin Azurhe, die sich wie Wasser wandelt, kam ihr in den Kopf. Panno chent. Öffne die Augen. Ich bin Azurhe. Ich bin Cécilia.
Und sie öffnete die Augen und erblickte die Decke der Heilerkammer, während ihr Kopf noch immer schmerzte.

Sennahoj
01.07.2012, 16:29
Es war eine erdrückende Last auf allem. Die Hitze unter dem Blätterdach der Sumpfbäume, die sich staute. Die Feuchtigkeit die aus den Pfützen, Teichen und Sümpfen emporstieg und sich in der Luft verteilte. Muffig, schwül, lastend. Schwarzwasser hatte eine durchaus inoptimale Lage. Sennahoj wischte sich den Schweiß von der Stirn und hob sich Wasser ins Gesicht. Die Tage wurden auch nach den Schauern von Regen, die durchzogen, nicht kälter. Aber wie das Klima war, so war auch die Umgebung und man passte sich an. Der Gärtner versuchte es zumindest. Es würde noch lange dauern bis ersich wahrlich an die Temperaturen hier gewöhnt hatte. Vielleicht sollte er auch mal wieder eine Reise machen um andere Luft zu bekommen.

Er starrte in die in das sich wellende Wasser, was von Tropfen in Bewegung gehalten wurde, welche von seiner Nase fielen. Sein Blick verfing sich in dem Wellenspiel und er driftete gedanklich ab, bis er einen tiefen Atmenzug. Der Rothaarige löste sich aus seinen Träumereien und schaute auf die von Cécilia belegte Liege. Sie war schon eine ungewöhnlich lange Zeit ohne Wachzustand. Senna wusste nciht wie es bei ihren früheren Seherversuchen war, aber er ging davon aus, das es eine heftige Reaktion gewesen ist.
Schnell wischte er sich das Gesicht ab, schaute kurz zu Leyla, die an ihren Apparaturen stand und ging dann zu der seherin. Die bewegte sich leicht und kniff die Augen zusammen. Anhand der reaktion ging Sennahoj von einem nicht so gesunden Zustand aus. Er zögerte kurz, streckte dann aber die Hand aus. Mit dem Handrücken erspürte er ihre Temperatur. Kalt.
Schnell zog er die Rechte wieder zurück und meinte: "Wie du dich fühlst muss ich kaum fragen. Man sieht es dir an. Aber bist du in Ordnung? Kann ich dir was bringen?"
Er schaute sie nochmal prüfend an. Cécilia würde am besten wissen was sie brauchte.

Cécilia
01.07.2012, 17:25
Es brauchte eine Weile, bis sie Sennahoj an seiner Stimme erkannte. Ein Heiler, das war gut. Sie fühlte sich, als hätte sie drei Wochen unter Steinen gelegen, zerschlagen und erschöpft. Nichts, was sich nicht beheben ließ. Sie ließ die Augen wieder geschlossen, wollte sich aber diesmal nicht wieder in die Vision vertiefen, sondern ihren eigenen Zustand prüfen. Die Kälte, die sie spürte, war nicht in ihrem Inneren. Sie fror nicht wegen magischer Unterkühlung, aber das war auch nicht mehr wirklich vorgekommen, seit sie den Stein des Luchsgeistes trug. Ihr Empfinden war rein körperlich, Kälte, Schmerz, Erschöpfung. Sie öffnete die Augen wieder und versuchte vorsichtig, sich aufzusetzen, damit ihr Kopf nicht noch mehr schmerzte.

„Ich komme wieder in Ordnung. Der Blütenstaub der Blauen Königin ... er scheint in dieser Form keine Magie anzuziehen. Zumindest fühlt es sich nicht an, als hätte ich mich magisch verausgabt ... Normalerweise half ein Tee gegen Kopfschmerz recht gut, der wärmt auch. Wenn es möglich ist.“

Etwas verlegen lächelte sie Sennahoj an, der ihr geholfen hatte bei diesem Experiment. Anders konnte sie sich nicht erklären, wie sie in die Heilerkammer gekommen war. Vielleicht fiel ihr ein Weg ein, ihm für seine Mühen zu danken, wenn sie wieder klar denken konnte.

Sennahoj
01.07.2012, 17:39
Er nickte verstehend. "Kein Problem." Trotz der langen schlafenden Phase, wenn es ein Schlaf war, war der Körper Cécilias ausgelaugt und matt. Die Vision die sie hatte, war ein ganzen Stück Arbeit, so als hätte man einen Zauber zu lang oder zu stark gewirkt.
Der Gärtner ließ die Seherin erstmal mit ihren Gedanken allein und schnappte sich den kleinen Leinenbeutel, in dem er den vorbereiteten Tee hatte. Ein bischen Heilkraut und Feuernessel würden dem Tee die Wirkung geben die sie jetzt brauchte. In den letzten Tagen hatte er sich mit den Pflanzen vertraut gemacht die zur Familie der Feuerpflanzen gehörten, wie sie umher von den Kräuterkundigen genannt wurden. Eine Zutat die auch oft Verwendung in Tränken fand um ihnen konzentrationssteigernde Wirkung zu geben, ohne das sie einen Rausch auslösten. Mit der falschen Mischung und Essenz konnte man mit feuerpflanzen so einiges nciht ganz so Gutes erzielen. Das allein lag immer beim Verarbeiter.
Im Tee aber war die Feuernessel, die häufig im Sumpf vorkam als das Kraut, eine gute Zutat die beruhigte. Geduldig goss er heißes Wasser in eine Kanne, in der die Mischung ihre Wirkung entfaltete. Mit einem Becher kam er zurück zur Liege und reichte es Cécilia.
Diese richtete sich langsam auf, schwankte kurz, sodas Senna kurz innehielt. Sie aber fing sich und saß dann an der Kante der Liege, den warmen Becher in den Händen.
Sennahoj versuchte sich an ein bischen Konversation, um den Zustand weiter zu beurteilen zu können:"War der versuch von Erfolg gekrönt? War es das ... hm ... was du angestrebt hattest?"

Cécilia
01.07.2012, 18:06
Dankbar nahm sie den Tee entgegen, nachdem sie sich auf die Kante der Liege gesetzt hatte.Was hatte sie erreichen wollen, als sie das getan hatte? Sie musste ein Weilchen überlegen, erinnerte sich an die Vision, die sie schließlich gehabt hatte. Sie hatte den Mann gesehen, der die Waffe zuvor geführt hatte und sie hatte sich selbst gesehen, wie sie einen Verletzten schützen würde, mit der Magie, die Ornlu sie auf dem Festland gelehrt hatte. Sie hatte zwar sich selbst in der Zukunft gesehen, aber sie konnte nicht benennen, welche Veränderungen an ihrem Körper es gewesen waren, die ihr das gesagt hatten.

„Schwierig zu sagen. Ich hatte eine umfassende, in sich schlüssige Vision. Normalerweise sehe ich eher Fetzen, manchmal kann ich es gar nicht deuten. Und so weit in die Zukunft habe ich bisher auch nie gesehen, wenn überhaupt. Ich kann mich mittlerweile an die Vision selbst erinnern, aber ich weiß nicht, was ich gesagt habe, falls ich gesprochen habe. Selbst über diese Eigenart der Fähigkeit weiß ich nicht viel, dieses Reden. Ich weiß nur, in dem Moment, in dem ich die Vision habe und darüber spreche, erkenne ich nichts und niemanden wieder, selbst wenn ich mich selbst sehe.
Ich würde also sagen, es ist gelungen. Ich habe noch etwas von dem Blütenstaub, aber ich hebe mir das lieber auf. Falls es irgendwann tatsächlich ungemein wichtig ist, dass ich eine dermaßen starke Vision habe. Für andere Gelegenheiten sollten die normalen Visionen reichen“, erklärte sie, aber eigentlich erklärte sie das alles mehr sich selbst als Sennahoj.

Maax
01.07.2012, 20:36
Klar ich bin dabei, ich habe über so was auch schon nachgedacht. Damit kommen wir an gutes Gold.“ Sagte Maax „ich versuche Alon mal zu überzeugen vielleicht können wir den weich klopfen.“
Hoffi nickte und sprach:“ Sei aber vorsichtig, häng das nicht an die große Glocke“ Maax nickte zustimmen. „Gut jetzt komm wir sammeln jetzt das Holz sonst fällt das noch auf das wir so lange weg sind“
sagte der Braunhaarige. Maax und Hoffi fingen an Holz zu sammeln und brachten dieses dann zu Alon und dem Lagerplatz. Alon machte ein Feuer und die drei Männer setzten sich drum herum.
Maax öffnete seinen Beutel, holte eine große Flasche Met heraus und füllte sein Trinkhorn damit.
Er trank einen deftigen Schluck und gab es dann in die Runde. „So Alon wo geht es denn jetzt als nächstes hin?“ fragte Maax seinen Lehrmeister und wartete gespannt auf seine Antwort.

Alon
02.07.2012, 20:12
Nachdem Maax und Hoffi wieder aus dem Sumpf zurückkam, kam es dem Jäger lächerlich vor, sich Sorgen über seinen Schüler gemacht zu haben. Schliesslich kannte er Hoffi ein wenig, was schon dazu reichte, ihn als netten Mensch im Gedächtnis zu haben.
"Wir werden uns wohl in Richtung Gebirge durchschlagen, möglichst am Saum des Orkwaldes entlang. Setarrif wäre wohl eine nette Destination, wenn überhaupt betreten wir die Stadt jedoch nur, um unsere Vorräte aufzufrischen. Schliesslich sind wir nicht losgezogen, um uns bei Bier und Weib zu amüsieren, sondern um uns eine Zeit lang in der Natur aufzuhalten, zu Jagen und zu Trainieren."
Alon wandte sich Hoffi zu.
"Wirst du mit uns mitreisen? Wir werden viel Zeit für uns brauchen, da ich Maax gerade im Schwertkampf unterrichte. Falls dir das nichts ausmacht, kannst du gerne mitkommen und ich kann euch beiden was über die Jagd beibringen. Was meinst du?"
Dann nahm er einen Schluck Met und reichte ihn an Hoffi weiter, auf dem nun die Augen des Jägers verweilten.

Myra
02.07.2012, 20:27
Zornig wurde sie von einer Stofffalte angeschaut. Doch ließ sich Myra von dieser nicht einschüchtern. Entschlossen blickte sie zurück. Vor ihren Füßen lag der für den Umhang zu geschnittene Stoff, welcher sich aber energisch weigerte weiterverarbeitet zu werden. Mit einem kurzen Seitenblick gab die Grünhaarige dem Stück Stoff zu verstehen, dass dessen Verwandter bereits in eine hübsche Tunica verwandelt worden war. Was aber ein sturer Stoff war, ließ sich von soetwas nicht einschüchtern. Vielmehr hob er eine andere Falte und warf die Schere zu Boden. Die Machtdemonstration schlechthin. Unbeeindruckt ließ die Grünhaarige dem Stoff gewähren. Sie hatte schon mit sovielen Dickköpfen zu tun gehabt, als dass sie wegen eines solchen Anfängers aus der Haut fuhr. Die Schere vom Tisch zu werfen, war nun wahrlich kein meisterhafter Schachzug. Von früher wusste sie, dass es Stoffballen gab, die keine Hemmungen kannten und damit gedroht hatten Keks zu erwürgen. Doch dieser hier war kein Gegner für sie.
Ohne sich auf einen weiteren bösen Blick einzulassen, griff sie nach dem Stoff und legte ihn so in Falten, dass sie die Konturen des Umhanges abschätzen konnte. Nach ein paar letzten verzweifelten Versuchen sich gegen den Griff der jungen Schneiderin zu wehren, gab das Stück Stoff auf und ließ sie gewähren. Es war immer wieder erstaunlich, was manche zukünftige Kleidungsstücke für einen Aufriss veranstalteten, nur um in der alten Form zu bleiben. Wäre Myra ein Stoffballen und hätte die Chance von einer Meisterin ihres Faches, die bei einer der angesehensten Meisterinnen gelernt hatte, verarbeitet zu werden, dann würde sie sich ohne zu zögern in die Schere werfen. Aber manche Stoffe waren noch von der alten Schule. Mochten lieber schlicht und einfallslos bleiben, anstatt Kunstwerke zu werden.
Flink fädelte Myra einen Faden durch die Öse ihrer Nadel und begann dann die Ränder umzunähen, damit diese nicht ausfransten. Die Kordel zum Zuziehen lag bereits fertig neben ihr und musste nur noch in die passenden Schlaufen am Hals des Umhanges eingezogen werden. Einen Umhang zu nähen war für sich genommen keine Schwierigkeit. Die Grünhaarige jedoch achtete darauf, dass jeder Nadelstich präzise und kunstvoll wie der Pinselstrich auf einem Gemälde geführt wurde. Jeder, der ihre Kleidung trug und jeder, der sah, dass ihre Kleidung getragen wurde, sollte sehen und fühlen, dass es sich dabei nicht um alltägliche Bauerkleidung handelte, sondern um stoffgewordene Kreativität. Selbst einfachste Kleider waren es wert bis an die letzte Spitze mit Schönheit erfüllt zu werden.

Súri
03.07.2012, 13:44
Seit Tagen, Wochen, Monaten irrte der Jäger nun umher. Wie lang er genau unterwegs war konnte er nicht sagen, das Zeitgefühl hatte ihn schon lange verlassen…
Er hatte Setarrif verlassen… damals... zuerst in Richtung Wald… dann durch das Gebirge… seine Habe hatte Súri alle mitgenommen, er wollte nicht wieder zurückkehren. Krieg, Intrigen… Kämpfe… das war es was Setarrif, die Klingen, die alten und Nordmänner und schlussendlich das Königreich Argaan zu lenken schien…
Dem Jäger wurde das zu viel, er wollte nicht länger sinnlos Morden also zog er sich zurück um alleine zu leben. Fernab der goldenen Stadt, fernab den Konflikten.

Die Sonne brannte, viel Schatten bot das Weissaugengebirge nicht, ein Tag wirkte hier oben wie der andere. In den Bergpfaden kannte sich Súri nicht so gut aus, in den Wäldern konnte er sich ein wenig orientieren… aber hier… dieses Gebirge war nicht wie die Berge von Nordmar, an vielen Stellen war es wir, unübersichtlich, er hatte schnell die Pfade verloren denen er folgte und neue entdeckt, in welche Richtung er lief konnte er nur vermuten anhand der Sonne und den Sternen…
Unter einem Felsvorsprung hielt er an, lehnte seinen Bogen an die von der Sonne aufgewärmte Felswand, legte sein Schwert auf den Boden und breitete seine Felle aus um sich ein Nachtlager zu richten…

Der Jäger schreckte hoch, ein Geräusch hatte ihn geweckt… ein Knacken? Súri blickte rüber zu der Asche des Feuers… sie glühte noch ein wenig doch das Knacken konnte unmöglich daher stammen…
Vorsichtig richtete er sich auf, die Luft war angenehm kühl, mit einem tiefen Atemzug sog er sie ein.
Dann wartete er… nachdem sich das Knacken nach einer gewissen Zeit nichtmehr wiederholt hatte und auch sonst alles still wirkte legte er sich wieder hin…
Die Augen schloss er allerdings nur halb… den Blick richtete er starr in die dunkle Nacht.

Ein Schatten flog über ihn hinweg, rollte auf dem Felsboden ab und sprang dann auf den überraschten Mann.
Suri musste ächzen unter dem Gewicht des Gebirgswolfes, die Krallen der rechten Vorderpfote bohrte sich seinen Arm, langsam rann warmes Blut an der Stelle hinab.
Im Bruchteil einer Sekunde warf sich der Jäger mit aller Kraft auf die Seite, der Wolf der gerade zuschnappen wollte viel auf den Boden und richtete sich sofort wieder auf um einen neuen Angriff zu starten.
Der Bogen und das Schwert lagen zu weit weg, er hatte nur den kleinen Dolch denn er zum ausnehmen benutze… er war klein und nicht fürs kämpfen gedacht doch seine einzige Waffe.
Rasch schnellte der Wolf vor..! ..und hielt inne…
Ein furchtbares gequältes Jaulen durchbrach die Nacht, eine seiner Pfoten hatte der Wolf in seiner Hastigkeit in der Glut des Feuers versengt das Súri am Abend entzündet hatte… ein paar Flammen umspielten das Fell und scheinbar glücklich darüber wieder etwas gefunden zu haben was sie verzehren konnte sprang die Glut auf das Fell über und entzündete sich.
Immer noch Jaulend sprang der Wolf mit hastigen Schritten davon… Súri wartete noch bis die Laute verstummten… dann entkrampfte er sich…
„Glück“

Die Ausläufer der Berge hatte er nun schon seit mindestens einem Tagesmarsch verlassen… Bäume umgaben ihn abermals, er fühlte sich heimisch.
Mittlerweile hatte Súri es geschafft sich mit seiner Rüstung so anzupassen, dass er trotz der Ketten und dem Metall gut und vor allem leise jagen konnte.
Die Wunde an seinem Oberarm heilte dank einiger Kräuter an die er sich noch erinnerte recht schnell… an einer Quelle hatte er sie auswaschen können.
Der Rest des Rudels zu dem der Wolf gehört haben musste hatte ihn zum Glück verschont, nachdem er seine Übernachtungsstelle gut mit Fackeln ausgeleuchtet hatte und auch das Lagerfeuer neu entfacht hatte war nichts mehr passiert…
Doch auch dieses Ereignis schien nun schon so lange her… doch das Jucken der Wunde erinnerte ihn immer wieder daran…

„Verdammt!“, der Jäger fluchte während er vor sich hin stolperte… die Wunde hatte sich entzündet. Irgendetwas musste er falsch gemacht haben… irgendein falsches Kraut benutzt…
Ein Fieber hatte sich auf ihn gelegt und vernebelte im die Sinne… der Arm pochte… er musste schnell ärztliche Versorgung finden… sonst könnte ihn diese eigentlich so harmlose Wunde noch ernsthaft erwischen.
Das war das einzige was er noch denken konnte… sein Kopf fühlte sich breiig an… die Koordination hatte er mit dem Fieber verloren. Überall sah er nur noch Wald, Bäume, Gestrüpp… er könnte schwören, dass sich irgendwo irgendetwas bewegt hatte… ein Rascheln aus dem Busch..!
Er drehte sich um… hielt inne… nichts. Weit und breit nichts.

Schweiß rann an ihm herunter… er spürte eine unerträgliche Hitze… und einen Durst… egal wie viel er trank dieser Durst wurde nicht erschöpft. Seine Stirn schien in Flammen zu stehen, sein ganzer Körper fühlte sich an als er würde er von innen nur aus Feuer bestehen.
Auf einmal wurde der Boden vor ihm weich, Súri verlor das Gleichgewicht… das letzte was ihm noch in die Gedanken kam war „Sumpf!“, dann zog ihn seine Rüstung nach unten.

Gwynnbleidd
03.07.2012, 15:28
Ein Surren durchschnitt das Summen der Insekten und den Gesang der Vögel für einige Sekunden, dann verschwand dieses Geräusch genauso schnell, wie es gekommen war. Nur eines würde später zeigen, dass es nicht nur der Vorstellungskraft eines Irren entkam. Dieses etwas war ein Loch. Ein Loch in dem Baum, welcher Gwynnbleidds unaufhörlich schlechter Schießkunst zum Opfer gefallen war. Gelassen und fast schon motorisch kam der Jäger zum Baum, zog den Pfeil heraus und stellte sich wieder an die improvisierte Markierung. Er spannte die Sehne, drückte eines der Augen zu und zielte einige Sekunden, bevor er die rechte Hand lockerte und den Pfeil wieder surren ließ. Ein erneuter, wenn auch etwas weniger glücklicher Treffer war es, mit welchem Gwynnbleidd belohnt wurde. Die Übungen machten sich auf jeden Fall bezahlt und die Treffer häuften sich in den letzten Tagen in einem Maße, welches nicht einmal Gwynnbleidd für möglich gehalten hätte. Seit mehr als einer Woche übte er nun das Bogenschießen und sah, wie es zunehmend einfacher wurde, den Pfeil nicht ganz knapp neben den eigenen Füßen in den Boden zu schießen, danach zu fluchen als wäre einem ein Paladin über den Weg gelaufen* und anschließend den Frust in einem schlechten Bier zu ersaufen. Seit zwei, drei Tagen traf er sogar bei fast jedem Schuss dem Baum, welcher, zugegeben, auf einer nicht allzu großen Entfernung in die Höhe ragte. Doch daran wollte sich der Anfänger nicht stören und nahm jeden Fortschritt dankend entgegen, welcher ihm sich bot. Ein erneuter Schuss war vernehmbar, doch zur Überraschung des Wächters, traf der Pfeil zwar den Baum, jedoch nicht sein Inneres. Der Pfeil prallte klangvoll ab und fiel zu Boden. Bei näherer Betrachtung war auch die Ursache geklärt. Der Pfeil - als wolle er Gwynnbleidd davon abhalten, der beste Schütze aller Zeiten zu werden - war stumpf. Es sah also danach aus, als bräuchte der Schütze ein paar neue Pfeile sowie ein Ziel, welches diese möglichst nicht nach ein paar Treffern verstumpfen ließ. Wie es der Zufall wollte, hatte Gwynnbleidd nicht all das Geld, welches er bei dem Überfall vor einiger Zeit erhalten hatte für die Befriedigung seiner von Alkohol durchbluteten Triebe verbrannt, sondern einen Teil davon zurück gelegt, um - nur für den Fall, dass er die Befriedigung der selben Triebe überleben sollte - etwas sinnvolles kaufen zu können. Am Laden es Bogners angekommen, sah er jedoch niemanden. Wann der Besitzer wieder käme, stand wohl ebenfalls in den Sternen, oder bestenfalls auf dem Schild neben der Tür. Durch die Umstände geführt, gelang Gwynnbleidd zum Markt, an welchem er tatsächlich ein paar brauchbare, wenn auch nicht sonderlich bedrohlich aussehende Pfeile erwerben konnte und sich auf die Suche nach einem neuen Ziel machte.

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*Was in der anderen Reihenfolge wohl kaum ausführbar wäre, da Gwynnbleidd so faul war, dass er prinzipiell niemals laufen - geschweige denn jemanden über den Weg - würde

Sennahoj
03.07.2012, 20:53
Sennahoj hatte sich am Morgen des Tages spontaner als sonst entschieden, eine weitere Suche durch den Sumpf zu machen. Wie lange lag seine letzte Wanderung schon zurück. Im Sumpf warteten die undbekannten Pflanzen nur darauf entdeckt zu werden. Der Gärtner hatte am Morgen seine Sachen gepackt, nicht viel, da er am Ende des tages wieder zurück sein wollte. Die Weiten der Tooshoo'schen Sümpfe boten ihm aber auch nicht nur Entdeckungsgut, sondern auch genügend Platz um sich ein wenig intensiver der Magieübungen zuzuwenden, ohne befürchten zu müssen das die falschen Augen anwesend waren.
Seine Schritte trugen ihn Richtung Norden. Wo er genau schon war, wusste er nicht genau. Er führte ja nicht Buch über seine Spaziergänge. Mal hier, mal da war die Devise. Seine Aussetzung durch Ornlu nicht zu vergessen, die ihn in ein Gebiet geführt hatte, von dem er nicht genau wusste wo es denn gewesen war.

Der tiefere Sumpf zeigte sich von seiner ... typischsten Seite. Knorrige Bäume krümten sich über die schmutzigen Tümpel und Teiche, die Moraste und die mit wilden, verschiedensten Gewächsen bewachsene Erdflecke. Insekten von klitzeklein bis armgroß schwirrten überhall herrum. Schwärme riefen ein Brummen hervor, das die Luft wie der erkennbare Duft des Sumpfes erfüllte. Die Schritte des Wanderers wurden von Unterholz oder matschigen Untergrund immer wieder zurückgehalten. Wenn er einmal an einen Teichgrund einigermaßen gut laufen konnte genoss er den kleinen Einblick der die Fläche des Wassers bot. Tiere huschten immer wieder durch die Büsche. Senna musste sich vorsehen nicht einem Snapper in die Fänge zu laufen. Oder einem dieser anderen exotischen Raubtiere des Sumpfes die nur allzu schnell eine Person töten konnten. Selbst ein paar Köpfe von Sumpfhaien konnte der Rothaarige ausmachen.
Sie befanden sich auf einem seichten, mit allerlei Wasserpflanzen durchdrungenen Tümpel. Ihre wiegenden Bewegungen bannten Sennas Blick. Mit übergestreifter Kapuze kauerte er hinter einem farbigen Strauch. Er verfolgte das Verhalten und die Bewegungen und vergass fast die Zeit. Als er sich abwenden konnte, bemerkte er erst wirklich was vor ihm stand. Der Roothaarige fasste ein Blatt des Busches an und rieb es zwischen den Fingern. Unbekanntes Gewächs mit blassroten Blüten. Senna rief die Magie in sich wach und leitete sie zu der Pflanze. Sie schien bei bester Gesundheit zu sein, daher trennte er einen kleinen Ast ab und verstaute ihn sorgsam in seiner Hängetasche.
Aber er blieb noch einen Moment hocken, blickte die Pflanze schief an und formte dann eine Lichtkugel auf der Hand. In dem Licht der Sonne sah man sie kaum. Der Druidenlehrling hob sie über den Busch und verband sich abermals mit ihm. Dann veränderte er das Licht der Kugel so, das das Gewächs darauf ansprach. Tatsächlich konnte er eine Variante finden und die Blätter raschelten leicht. Selbst im Hellen konnte er auch auf diese Art Pflanzen zum Wachsen animieren. Diese Art der Wachstumsmagie sollte er eingehender studieren.
Als er seine Magiezufuhr enden ließ, bemerkte er den nahen Sumpfhaikopf. Er war zu nah. Senna erschrack, sog Luft ein und machte umgehend Kehrt um von dem Teich wegzukommen.

Gegen Abend stand er an einem weiteren Teich, der recht sauber aussah. Aber nur auf der einen Seite, die unbehangen war. Der Großteil des Gewässers war überwachsen mit Bäumen und Gewächsen. Vielleicht war auf der anderen Seite noch etwas Interessantes. Aber auch so hatte der Gärtner seine Beute gemacht. Pflanzenproben verscheidenster Art lagerten in seiner Tasche.
Er war schon weit nördlich, wie er es an dem Verlauf der Sonne erkannt hatte. So weit nördlich wie noch nie sogar.
Mit dem klareren Wasser hatte er sich kurz die Hände abegekühlt. in der Reflektion sah er einen ziemlich ... anderen Sennahoj, als er erwartet hätte. Das Gesicht sah mager aus, markanter. Sein Gewand, mit den Blättern daran, die er zur Ausbesserung immer wieder verarbeitete stand ihm besser als er dachte. Sein Gesicht zeichnete ein schmales, anerkennendes Lächeln.
Dann wandte er sich ab und schaute um Himmel, durch die Blätter des weiten Waldes. Er sollte zurück nach Schwarzwasser gehen. Mit der Nacht kamen auch die größeren Gefahren. Der Gärtner durchschritt eine Wand aus Unterholz, als er auf einmal ein Platschen hörte. Von dem Gewässer, dem er gerade den Rücken zugedreht hatte.

Schnell drehte er sich um und lauschte. Ein Plätschern war zu hören, aufgereter als es ein trinkendes Tier gemacht hätte. Sennahoj wandte sich erneut um und drang in das Dikicht an dem Teich. Dann sah er einen Körper im Wasser, der absank.
Angst durchzuckte seinen Körper. Er sprang über einen Ast und langte in das Wasser in dem die Gestalt lag. Er bekam einen Arm zu fassen. Mit aller Macht zerrte er gegen den Abtrieb an. Die Person hatte eine Rüstung an, was das ganze erschwerte. Doch mit etwas Wucht konnte Senna Beide aus dem seichten, modrigen Wasser retten.
Der Heiler zog ein letztes Mal und drehte den, den er jetzt als Mann erkannte, auf den Rücken. Er fasste an den Hals. Der Herzschlag war kaum zu spüren. Wasser hatte der halb Ertunkene nicht mehr im Rachen. Magie durchflutete die Hände des Gärtners und er legte sie auf den Körper. Nach einer durchsicht bemerkte er die entzündete Wunde am Arm.
Ohne zu überlegen, wer der Andere war, legte er die Tasche ab und holte ein Tuch herraus. Er suchte die Stelle am Arm des Verwundeten und legte sie frai. Mit Heilkrautessenz reinigte er die Haut und legte dann die Hand darauf. Er hatte keine Materialien für eine bessere Versorgung. Er Konzentrierte sich und "verband" die Wunde magisch. Dabei wachte der Mann auf ...

Súri
03.07.2012, 21:44
Die Sonne blendete, es war als hätte der Jäger sie schon seit langem nichtmehr gesehen. Er konnte die Silhouetten eines Mannes über sich erkennen… doch er konnte ihn nicht genauer ausmachen… seine Augen… sein Körper schien zu schwach um richtig zu funktionieren.
Súri versuchte einen Arm zu heben… doch er schaffte es nicht, sie schienen wie Blei, angekettet an den Erdboden.
Er versuchte zu denken… zu verstehen was geschehen war… doch sein Wissen an die letzten Tage schien verflogen zu sein… nur vage Erinnerungen…
Die Silhouetten wurden nun genauer… Súri erkannte Pflanzen… Graß… und langsam wurden auch die Züge des Mannes der über ihm beugte...
„W…wer bist du?“, fragte er mit dünnen, schwachem Ton der Ohnmacht nahe…

Raminus
03.07.2012, 21:55
Sumpfkraut war ab und an schon eine angenehme Sache, aber dieses komische Wacholderzeugs das Ornlu ihm letztens nach der Lehrstunde empfohlen hatte war widerlich lecker. So richtig konnte Raminus nicht sagen ob der Fusel einfach nur schrecklich schmeckte, oder aber außergewöhnlich gut. Sicherlich nichts für jeden Abend, dazu hatte der Holzfäller auch gar nicht die Zeit, so beschäftigte er sich mittlerweile schon mit dem dritten Zauber seiner Lehrlingszeit. Telekinese hatte der Druide das ganze genannt. Komisches Wort, aber immerhin war es ein einziges Wort, das den ganzen Vorgang beschrieb, Gegenstände auf die Entfernung mittels Magie bewegen.

Klang ziemlich simpel und eigentlich war es das auch. Uneigentlich musste Raminus aber auch feststellen, dass er seine „magischen Muskel“ noch ganz schön trainieren musste. Auf kurze Distanz war es ein leichtes den Gegenstand mit seiner Magie zu erfassen, nicht nur zu spüren oder abzutasten, sondern bewusst zu umfassen. Doch dann das Objekt auch zu bewegen brauchte einiges an Willenskraft und wie der Sägewerker nach seinen zahlreichen Versuchen bestätigen konnte auch einiges an körperlicher Ausdauer. Immerhin wollte er tatsächlich seine Körperkraft auf die Entfernung wirken lassen, aber es war immer noch sein Körper der das ganze stemmen musste. Nur war dieser es noch nicht gewohnt auf diese Art und Weise arbeiten zu müssen. Eigentlich die perfekte Aufgabe für Raminus, solches Training war genau seine Sache…

Sennahoj
03.07.2012, 22:05
Der ganze Körper hatte gegen die Wunde angekämpft. Sennahoj atmete auf, das der Andere nciht ohnmächtig war. Doch nah dran war er allemal. Schwach pulsierte das Leben in ihm. Der Heiler versuchte ihm durch die Magie ein wenig Kraft zu geben. Ob das gelingt, oder es überhaupt zu spüren war, wusste er nicht. Die Wunde war schnell geheilt, aber die Nachtwirkungen konnte er nicht verschwinden lassen.
Der Fremde erhob seine Stimme, leise, scshwach. Fragte Sennahoj wer er sei. Der wand sich nach allen seiten und suchte nach einem Platz für den Veretzten. Ein Baum schien perfekt. Dann sagte der Gärtner: "Mein Name ist Sennahoj. Und bei der Mutter Natur, du hast wohl von ihr pures Glück erhalten." Warum er diese Redewendung nutze, wusste er nicht. Er griff dem Fremden unter die Arme und zerrte ihn entgültig aus dem Wasser und an den Baum, der den Verletzten stützte. Auch das er dem Mann half, war in seinem Blut. Er konnte niemanden so lassen.
Senna erspürte die Temperatur. Der Andere fieberte. Er brauchte Kräuter, aber die hatte er nicht mit. Schnell zog der Gärtner die Kapuze vom Kopf und eine Heilwurzel aus der Tasche. "Hier. Kau drauf rum. Halt dich wach. Ich muss etwas suchen, das dich von dem Fieber befreit. Dürfte nicht zu lange dauern." Senna stand auf, als der andere zögerlich die Wurzel annahm. Bevor er das Kraut suchen ging, fragte er noch: "Wer bist du?"

Súri
03.07.2012, 22:49
"Mein Name ist Sennahoj. Und bei der Mutter Natur, du hast wohl von ihr pures Glück erhalten." – Der Jäger lächelte, eine tiefe Ruhe durchdrang ihn als er die Worte vernahm, sein Verstand war weit genug zurückgekehrt um die jetzige Situation überblicken zu können… seine Rüstung war durchdrängt… schmutzig, der einst weiße Mantel war an vielen Stellen gerissen. Er musste ein schreckliches Bild abgeben, doch er hatte Glück erhalten…
Súri registrierte wie ihn der Mann, wie ihn Sennahoj langsam zu einem Baum zog… ihn an dessen Stamm aufrichtete…
Er gab ihm eine Wurzel, der Jäger biss ohne groß zu zögern darauf… er hatte nichts zu verlieren und… er vertraute dem Fremden…
Dann machte sich der andere auf um Kräuter zu sammeln… hinterließ noch eine Frage.
„Ich bin Súri..“, antwortete er kurz… leise, das innere Lächeln hatte nun seine Lippen erreicht und formte sie.

Sennahoj
03.07.2012, 23:06
Knapp nickte der Gärtner. "In Ordnung Súri. Bleib wach." Er trieb sich an und durchforstete die umliegenden Büsche und das Gehölz. Irgendwo musste sich doch dieses Kraut finden lassen. Die Merkmale im Kopf immer wieder durchgehend. Dunkelheit setzte noch dazu ein. Ein Mantel hüllte die Sümpfe langsam ein. Es wurde beständig schwerer etwas zu sehen. Der Rothaarige beschwor sich ein Licht und ließ es nah am Boden über den Boden huschen.
Nach der Suche folgte der Fund. Sennahoj kniete sich hin und pflückte so viele Blätter er finden konnte, ohne die Gewächse zu beeinträchtigen. Dann kehrte er zurück und stand vor dem nächsten Problem. Wärme.
Eilig suchte er altes Holz von den Bäumen. Was am Boden lag war zu feucht. Glücklicherweise befand sich ein Feuerstein immer in seiner Tasche. Zu gern wäre der Gärtner nicht hier verweilt. Aber bei Súris Zustand war ein Wandern nicht möglich.
Also bereitete er ein kleines Feuer und bereitete eine warme Flüssigkeit vor, die er in einer ausgekiptten Heilkrautessenzflasche ansetzte. Das abgekochte Wasser, vom gröbsten Schmutz entfernt, bildete die Grundlage für den Sud.
Nach einer kleinen Weile reichte er sie dem Verletzten. "Das müsste vorerst gegen das Fieber helfen. Mehr kann ich hier nicht tun. Hoffen wir das es klappt und wir bald nach Schwarzwasser kommen können. Bis dahin ..." Senna lehnte sich selbst gegen einen Stamm," müssen wir wohl hier ausharren."
Er schaute in den Himmel, dunkel lag er über dem Sumpf.

Súri
03.07.2012, 23:18
Die Essenz half, schnell breitete sie sich in Súris Körper aus, ließ sein Herz zur Ruhe kommen, milderte die unerträgliche Hitze.
Ja, er empfand die Wärme die das Feuer gab gar als angenehm. Seine Erinnerungen blieben noch vernebelt… er fühlte sich als ob er noch nicht richtig aufgewacht wäre… als ob er Träumen würde und sich nicht an die Realität erinnern könne…
Nach einer kurzen weile atmete er tief durch… dann brachte er ein kaum merkliches Wort hervor… er flüsterte es mehr, doch an den folgenden Zügen des anderen merkte er, dass dieser ihn verstanden hatte.
„Danke.“
Kurz darauf folgte eine Frage die anfing ihm keine Ruhe zu lassen..
„Wo… wo sind wir hier?“
Er richtete seine Augen auf den Gegenüber… er wusste nicht warum, aber er ihn schien ihm Kraft, Halt zu schenken.

Sennahoj
03.07.2012, 23:39
Zurück im Jetzt atmete Sennahoj tief durch. "Im Sumpf Tooshoos. Zumindest in den Ausläufern. Ich hab Schwarzwasser erwähnt. Das ist der Fleck Zivilisation hier."
Er schaute Súri an. Langsam schien es ihm besser zu gehen. Das Fieber hatte oder zerrte immer noch. Aber auch des Heilers Maßnahmen schlugen gewollt an. "Wenn du dich besser fühlst, hielt ich es besser dahin zu gehen ... bevor nicht nur du sondern wir uns in einer solchen Situation befinden."
Súri machte jetzt keinen kranken Eindruck mehr, sondern einen müden.
"Entschuldige ... ich bin wohl zu hurtig. Am besten ist jetzt etwas Ruhe. Lass uns auf den morgigen Tag warten." Ein Blick aufs Feuer, ein neuer Ast in den Flammen.
Sennas Gegenüber schaute erst ihn dann auch das Feuer an. Die Nacht würde den neuen Tag bringen ...

Bartimäus
04.07.2012, 19:07
Gemächlich schritt Bartimäus neben Dschinn her. Seit längerem war er mal wieder mit ihm im Orkwald ausgeritten, doch jetzt war er am Rückweg und so war er auf den Stegen des Sumpfes abgestiegen. Noch nicht weit waren sie von der Grenze zum Orkwald entfernt, als der Waldläufer menschliche Stimmen aus dem Dickicht hörte. Alarmiert hielt er an, vermittelte Dschinn stehen zu bleiben und wollte sich die Sache einmal näher anschauen. In Zeiten wie diesen konnte man nie wissen wer sich da herumtrieb und was er wollte. Der Krieg rückte leider auch für sie näher, die Orks lebten nicht weit von hier und zu wissen was vor sich ging konnte nicht schaden. Möglichst unauffällig näherte er sich also der Stelle, bis er schließlich einen Mann an einem Feuer erkannte. Ein einsamer Wanderer? Das war seltsam! Doch dann machte er eine weitere Entdeckung. Da war noch ein zweiter, im ersten Moment hatte er ihn nur übersehen weil er am Boden lag und als er schließlich noch genauer hinsah erkannte er sogar das Gesicht des Sitzenden.
Es war Sennahoj, Gartenbesitzer und neuerdings Heiler aus Schwarzwasser, Gefahr ging also keine aus, nur der Liegende musste noch identifiziert werden.
"Bewahre Sennahoj!", gab er sich schließlich zu erkennen. Im ersten Moment musste er wohl erschrecken, doch dann war es wohl auch dem typischen Gruß zu verdanken, dass der Kräuterkundige wusste, dass er nichts zu befürchten hatte.
"Was treibst du denn hier? Alles in Ordnung? Wer ist das hier? Ich könnte euch Begleitung nach Schwarzwasser anbieten, falls ihr das wollt und das euer Ziel ist."

Sennahoj
04.07.2012, 19:24
Súris Zustand hatte sich die Zeit über gebessert. Ob noch mit Folgeerkrakungen zu rechnen war wusste er nicht. Fieber konnte auch temorär verschwinden, solange das Kraut wirkte. Andererseits könnte auch die Heilungsmagie die gröbsten Dinge beseitigt haben. Sie würden es wohl erst nach weiterer Zeit herrausfinden.

Nach der langen Wache, begann Senna auch langsam einzunicken, bis er aus dem Halbschlaf gerissen wurde. Jemand trat aus dem Dikicht und begrüßte ihn mit dem typischen Gruß. Die Augen des Gärtners wurden schmal und er erkannte einen Jäger oder Wächter. Auf jeden Fall ein Einwohner Tooshoos. Dieser Neue nannte seinen Namen, was Senna erstaunte. Er schob sich in eine aufrechtetre Position und musterte den Anderen.
Dann erkannte er ihn. "Bartimäus ... Bewahre. Oh mann, ich hätte hier draußen nicht mit noch jemanden gerechnet." Er kannte ihn von der Versammlung ... war es vor Samhain?
Der Rothaarige schaute auf die fragen hin zu Súri, der noch immer matt am Stamm lag.
"Ich war auf einer Erkundungstour, als ich diesen hier fand, kopfüber im Sumpf und mit einer Verletzung. Wie du siehst, konnt ich ihn retten. Sein Name ist Súri, nicht viel mehr konnte ich herrausfinden."
Der Gärtner schaute zurück.
"Hilfe wäre durchaus angebracht. Noch eine Nacht hier draußen wäre dann vielleicht doch ... nicht so angebracht. Wie kommts eigentlich das du hier draußen bist?"

Súri
04.07.2012, 20:06
Die Welt drehte sich um ihn herum, der Himmel, die Bäume, das Gestrüpp… sogar das Feuer schien seinen zugewiesenen Platz nicht halten zu wollen. Er schloss die Augen, öffnete sie wieder… nichts… keine Veränderung. Im Gegenteil, ein Übelkeitsgefühl stieg in ihm hoch, das Fieber schien wieder stärker zu werden, sein Kopf schien gleich Platzen zu wollen.
Der Jäger wünschte sich gerade nichts sehnlicher als einen kühlen Schluck Nordmarer Nebelgeist… doch diesen hatte er nicht hier… er versuchte einen klaren Gedanken zu fassen doch kaum hatte er etwas mental fokussiert flogen die Gedanken wieder wir durch den Kopf. Er seufzte, leise, dann schloss er abermals die Augen.
Diesmal klappte es, der Schlaf überkam ihn und rettet ihn aus dem Anfall.

Zum zweiten Mal in dieser Nacht wurde Súri wach, nein… es war keine Nacht mehr, die Sonne schien über seinem Kopf.
Der Anfall von letzter Nacht… er schien wie weg geblasen, sein Arm schmerzte noch leicht… seine Stirn pochte und er schwitze leicht durch das Fieber doch sein Körper fühlte sich wieder lebendiger an.
Schleppend versuchte er seinen Oberkörper zu bewegen… mit wenig Erfolg, er schien ihm immer noch zu schwer. Er nahm seine Hände zur Hilfe, schafte es von der liegenden Position in die Hocke, richtete sich auf… für den Bruchteil einer Sekunde stand er tatsächlich aufrecht, dann viel er um wie ein Kleinkind das gerade Laufen lernte.
Schmerz durchfuhr seinen Arm, der Sturz war nicht gut gewesen, das wusste er. Er kniff die Augen zusammen und bis sich auf die Lippe bis der Schmerz abgeklungen war. Dann öffnete er sie abermals, erst jetzt bemerkte er die zwei Personen die ein paar Schritte vor ihm standen, sie schienen geredet zu haben, doch einer der zwei wandte sich ab, drehte sich schnell um und versuchte ihn wieder etwas aufzurichten.
Langsam erinnerte sich Súri an ihn… er hatte ihn gerettet… wovor? Sein Gehirn verweigerte ihm die Information… er hatte ihn gerettet…
„Danke“, stammelte Súri leise, nun hatte sich auch der andere von den 2 Männern zu ihnen begeben.

Sennahoj
04.07.2012, 20:18
Sennahoj stützte Súri ab, der immer noch zu schwach war. Seine Temperatur war wieder angestiegen. Alamierend für den Heiler. Das leise Danke klang bekannt. "Ein Heiler hilft immer. Aber dein Zustand scheint sich nicht groß gekärt zu haben."
Er schaute ihn sorgvoll an, dann wandte er sich an Barti, der gekommen war. "Ich glaue die Zeit drängt hier wegzukommen. Ich brauche die Möglichkeiten der Heilkammer um ihn besser behandeln zu können. Wie schnell kommen wir zurück?"
Sennahojs Gedanken drehten sich um eine Lösung. Doch allein konnte er das hier nicht lösen. Mutter Natur schien wirklich gerade ihre Augen auf diesen Ort gelegt zu haben. Bartimäus war ein Segen.

Bartimäus
04.07.2012, 21:04
Der Waldläufer bekam recht schnell ein ganz gutes Bild von der Situation, wobei 'gut' war relativ, denn gefallen tat es ihm nicht. Diesem Súri, wer auch immer er war, woher auch immer er kam und was auch immer er hier wollte, schien es wirklich nicht gut zu gehen. Er war zwar kein Heiler, doch für seine laienhaften Augen wirkte sein Zustand schon fast kritisch. Dass Sennahoj nicht ganz so besorgt schien war entweder positiv oder zeugte von Professionalität, durch die er das Ergehen seiner Patienten nicht zu sehr an sich ran lassen durfte. Wie dem auch war, das Ziel war Súri nach Schwarzwasser zu bringen und dort zu verarzten, sodass er die ganze Sache möglichst gut überstehen würde.
"Ich habe bei den Stegen nicht weit von hier mein Pferd, vielleicht kann es beim Transport helfen und ihn vielleicht ein bisschen beschleunigen. Das ist auch der Grund warum ich hier bin, ich war ausreiten im Wald und am Rückweg seid ihr mir hier aufgefallen.
Súri, glaubst du dass du stark genug bist am Pferd zu sitzen? Ich kann dich natürlich halten, aber glaubst du geht das? Was meinst du Senna?"
Aus Höflichkeitsgründen sprach er den Kranken direkt an, er warf aber auch einen fragenden Blick zu Senna, um seine Meinung zu hören.

Súri
04.07.2012, 21:19
Schwarzwasser… der Name halte ihn seinem Kopf, nach Schwarzwasser wollten sie ihn bringen. Dieser Name… ihm wurde ein Teil seiner Erinnerung gespendet, er hatte ihn schon einmal gehört, schon einmal gelesen… in der Bibliothek… der Bibliothek des Kastells… Schwarzwasser… es war etwas in den Wäldern von Tooshoo… Tooshoo! Hier war er also… doch wie… was war passiert..?
Er ordnete die Gedanken neu und setzte wieder an… ein Ort in den Wäldern von Tooshoo… doch was für ein Ort…? Er konnte sich nichtmehr erinnern… zu verschwommen war dieser Ast der Erinnerungen.
Der Jäger schüttelte den Kopf um die Gedanken wieder loszulassen und sich wieder auf das jetzt zu konzentrieren.
„Súri, glaubst du dass du stark genug bist am Pferd zu sitzen?“, fragte ihn der andere… der hinzugekommene der Männer, oder war er auch schon bei der Rettung dabei gewesen?
Schon wieder war er abgekommen, um Antwort zu leisten nickte Súri stumm… er konnte sich nicht daran erinnern jemals auf einem Pferd gesessen zu haben… aber angesichts des derzeitigen Zustand seiner Erinnerungen musste das nichts bedeuten.
Es würde schon irgendwie klappen… ein kurzes, gehauchtes „Ja“ stoß nun noch zu dem Nicken dazu, dann blickte er den Mann an der sich nun von ihm abgewandt hatte und zu dem anderen, zu dem vertrauteren von den beiden blickte. Súri folgte dem Blick, Sennahoj verriet ihm ein Gedanke, das war der Name gewesen… er hatte ihn ihm gesagt…

Sennahoj
04.07.2012, 21:32
Ein wechselnder Blick von Súri zu Bartimäus in den Sumpf. "Es klingt gut. Es ist wohl auch der effektivste und schnellste Weg. Gut das du den Weg zurück zu den Stegen weist. Ich bin von ihnen ab irgendwo im Sumpf gewandert. Aber das ich so nah an den Wegen war, hät ich nicht gedacht."
Der Gärtner schaute Bartimäus an und lächelte leicht. Dann raffte er sich auf und griff nach seiner Tasche.Sie umhängend wandte er sich an den anderen Waldler: "Dann lassen wir keine weitere Zeit verrinnen. Zeig uns den Weg."
Er griff Súri unter die Schulter, Bartimäus auf der anderen Seite. Der Fiebernde hatte ein Großteil seiner Kräfte eingebüßt. Er war wacklig auf den Beinen. Irgendwie beschlich Sennahoj das Gefühl das der eigentlich Fremde einen weiten Weg hinter sich hatte. Zudem belegte das Fieber sein Handeln.
Der Rothaarige nickte Barti zu, der ihnen den Weg angab.

Bartimäus
04.07.2012, 22:01
Der Weg bis zum Pferd würde wohl der anstrengendste und für Súri der schwierigste werden. Einerseits weil er seine Füße mehr oder weniger benützen musste, auch wenn er von beiden Seiten gestützt wurde und andererseits weil das Gelände unwegsamer war, als die Stege.
"Da entlang!", wies er an, "es ist nicht weit, Súri, du schaffst das! Halte nur noch ein bisschen durch!"
Hoffentlich würde der gute Zuspruch helfen und auch Senna tat seinen Teil dazu den Schwachen zu motivieren und so schafften sie es schließlich bis auf die Stege, bei denen Dschinn ihnen schon entgegen kam. Er konnte spüren, dass Barti seine Hilfe brauchte und bot sich regelrecht dafür an. Der Waldläufer konnte kein bisschen Abneigung oder den Wunsch danach in Ruhe gelassen zu werden, von ihm spüren. Das Pferd schien ebenso wie Bartimäus zu verstehen, dass es wichtiger war zu helfen, als sein eigenes Wohl vorne anzustellen.
"So, wir haben es fast geschafft, jetzt müssen wir dich nur noch da hoch kriegen."
Und das konnte ein Problem werden, schließlich war Súri gerade nicht wirklich kräftig und ein Pferd war hoch. Wenn dieses Problem erst einmal behoben wäre, würde Barti hinter dem Schwachen sitzen und ihn auf dem Reittier halten.
Etwas hilfesuchend blickte er zu Senna.

Gwynnbleidd
04.07.2012, 22:06
Wieder ein Treffer! Ein Ziel hatte der junge Mann mittlerweile schon gefunden und übte daran nun täglich. Die paar Pfeile waren alle entweder in einem sehr guten, oder in einem unbenutzbaren Zustand, wobei letzteres zwei der Pfeile betraf. Holte Gwynnbleidd einfach einen anderen Pfeil hervor und zielte wie immer. Das ihm schon seit Wochen bekannte Geräusch durchschnitt die Stille und verstummte in der Ferne, denn er hatte nicht nur nicht getroffen, sondern allem Anschein nach den Pfeil verloren. So kam es, dass der Jäger - nachdem er den ersteren Pfeil geholt und weggesteckt hatte - auf die Suche ging. Es mochte ihn verwundern, dass er nicht getroffen hatte, doch noch mehr wunderte ihn, wie weit er wohl zu schießen vermochte. Immer weiter führte ihn sein Pfeil in den Sumpf, über Wurzeln und an im Boden klaffenden, tiefen Löchern vorbei. Immer weiter in die Dunkelheit. So weit in die Dunkelheit, das das Feuer, welches plötzlich hinter einem großen Baumstamm hervor schien ihn blendete. Die eine Hand vor den Augen und die andere von sich gestreckt, versuchte der Wächter das Lagerfeuer zu erreichen, zumindest bis es verstand, wie töricht es war, an das Feuer eines Unbekannten in einem dunklen Wald zu kommen. Doch es war zu spät. Die Menschen, welche er nun verschwommen wahrnehmen konnte, hatten ihn bemerkt und waren aufgestanden. "Bewahre Gwynn! Ein Pfeil hätte mich fast umgebracht - sag mir, war es deiner?" fragte hoffi und grinste wie immer.

Sennahoj
04.07.2012, 22:23
Ein schönes Pferd hatte Bartimäus da. Sennahoj dachte zurück. Wann hatte er das letzte Mal so ein tier gesehen. Eine Hand ausstreckend streichelte er das Fell. Es war lange her ...
Dann merkte er den Blick Bartis, der sich auch wohl ein wenig Sorgen machte um das was jetzt folgte: Das Aufsteigen Súris auf das Pferd. Senna schätzte die Situation ein, nickte dann und ließ den Kranken ein Stück los.
Der sah das Pferd, hob den Kopf und verstand auch worum es ging. Er griff nach dem Sattel, Barti und Senna konnten gemeinsam das Gewicht der Person und der Rüstung auf des Pferdes Rücken hiefen. Es brauchte eine kurze Weile, aber letztendlich saß Súri etwas zusammengesunken auf dem Sattel. Bartimäus machte sich daran hinter ihm aufzusteigen. Sennahoj trat zurück und schaute erst in die eine Richtung und dann in die andere Richtung den Steg hinab. Mit diesem einfachen Weg waren sie schneller in Schwazwasser, als er von dem Ort hierher gebraucht hatte.

Gwynnbleidd
04.07.2012, 22:42
"Naja...ähm...wie du siehst habe es mittlerweile geschafft den Pfeil in eine beliebige Richtung abzuschießen. Und außerdem treff ich jetzt mehr oder weniger jedes Mal das Ziel, von etwa zwölf Fuß Entfernung. Mehr habe ich aber noch nicht geschafft." sagte Gwynnbleidd. Im Nachhinein betrachtet wirkte es irgendwie ein wenig mager. So viel mehr hätte er wohl schaffen können, aber er nutze die Zeit anscheinend nicht genug aus. So war es ihm so peinlich hoffi gegenüber zu stehen, dass er die Augen von seinem Lehrer abwandte und dessen Begleiter ansah, welche gerade dabei waren Met zu trinken. Beide Männer waren Gwynnbleidd nicht unbekannt. Da waren Maax und ein anderer Wälder war dabei - Gwynnbleidd kannte seinen Namen, ganz sicher kannte er ihn! Genau; Es war Alon. Ein paar Mal waren sie sich bei einem der Things über den Weg gelaufen. Anscheinend erinnerte sich auch er daran, denn er nickte Gwynnbleidd zu. "Naja, das ist ja schonmal ein Anfang..." riss hoffi den Jäger aus dessen Gedanken.

Súri
04.07.2012, 22:47
Den sperrigen Langbogen und das Schwert hatten sie ihm abgenommen um ihn besser auf das Pferd hieven zu können. Sennahoj hatte die Waffen an sich genommen, er lief neben den beiden auf dem Pferd her, immer wieder besorgt hoch schauend.
Sie ritten langsam, bedacht, dennoch spürte Súri jede Bewegung des Pferdes wie einen Hammerschlag durch seine Knochen. Der andere hielt ihn mit einer Hand, mit der anderen das Pferd.
So trotten sie daher, das Gebiet um sie herum wurde immer Kahler, die Bäume nahmen ab.
Links und rechts neben dem Steg auf dem sie schritten bildeten sich immer größere Wasserlachen, bis der ganze Boden aus Wasser zu bestehen schien… und unter der Oberfläche lauerte der Sumpf.
Die beiden Männer unterhielten sich… er konnte dem Verlauf des Gespräches nicht folgen, nur ein paar Wortfetzen erhaschte er die er aber schnell vergaß da sie so keinen Sinn zu machen schienen
Súri starrte in den Sumpf… er war gestürzt… in eben diesen Sumpf… davor hatte ihn Sennahoj gerettet… fetzenweiße kam die Erinnerung wieder… er war durch den Wald gegangen, dann unterbrach der Faden wieder.
Langsam blickte er auf, vor ihnen machte sich ein gigantischer Baum auf, er hob sich von all dem… im Gegensatz zu ihm klein wirkenden Gewächs ab und rund um ihn herum standen Hütten… große und kleine, er konnte Menschen zwischen ihnen ausmachen. Allmählich dämmerte es ihm was Schwarzwasser war… sie ritten direkt darauf zu.

Bartimäus
04.07.2012, 23:33
Soweit schien alles zu funktionieren. Anfangs hatte Súri manchmal zusammengezuckt, wenn er die Bewegungen des Pferdes gespürt hatte, doch dann hatte er sich scheinbar daran gewöhnt.
Barti fühlte sich zwar etwas unhöflich dabei am Pferd zu sitzen, wenn Senna gehen musste, aber in der Situation ging es eben nicht anders.
"Tut mir Leid, dass du zu Fuß gehen musst, aber drei will ich Dschinn nicht aufhalsen und wenn ich nicht oben sitze, fällt Súri wohl runter."
Und wo man vom Teufel sprach, begann dieser plötzlich etwas zur Seite zu kippen. Schnell legte der Waldläufer seine Hand um ihn und zog ihn wieder gerade.
"Bleib wach Súri! Wir haben es fast geschafft!"
Stöhnend gab er zu verstehen, dass er noch bei Bewusstsein war. Gerade noch wohl, doch zum Glück tauchten da auch schon die Lichter von Schwarzwasser auf.
"Siehst du das! Da ist das Dorf, wir sind gleich da."
Das Ziel war natürlich die Heilkammer, dort würde Súri sich hoffentlich wirklich wieder erholen können, aber die Umstände waren dort auch wesentlich besser. Ein echtes Bett, genug Zeit und Heiler mit all ihren Utensilien.

Sennahoj
04.07.2012, 23:50
Die Siluette des Baumes Tooshoo beruhigte Sennahoj auf seine eigene Weise. Mit dem Bogen und dem sChwert von Súri über die Schulter geschlungen ging er neben dem Pferd her und ging für sich einige Gedanken durch. Mitunter auch ein paar Rezepturen und Kräutermitttel für den Zustand des Fiebernden. Er war auch nichterbost über den Zustand zu laufen und verstand natürlich Bartimäus' Beweggründe. Laufen war sowieso sein Ding.
Langsam tauchten sie in die Umgebung Schwarzwassers ein. Die rustikalen, manchmal bewachsenen Hütten passten sich genau an die Stimmung Schwarzwassers an. Einige Leute schauten erstaunt hoch, zu denen die da auf dem Pferd ritten. Seine Hufe brachten die ein oder andere Latte des Steges zum Knarren. Aber schnell kamen sie allemal durch Schwarzwasser und standen vor der Kammer, die hoffentlich die Heilung für Súri bedeutete. Langsam ließ sich der Verletzte vom Pferd rutschen, als Sennahoj ihm bedeutete das dies das Ziel war.
Gestüzt vom Heiler traten sie ein. Die erstbeste Liege wurde angesteuert und der Erschöpfte darauf gelegt. "Ruh dich aus. Ich werd sehen was sich hier gegen das Fieber finden lässt.", meinte er ruhig. Er nickte Súri aufmunternd zu, der immer noch abwesend und schwach wirkte.
Dann ließ der Gärtner ihn hinter sich und wandte sich Bartimäus zu. "Nochmals danke für deine Hilfe und dein Auftauchen. Zufälle gibt es, aber das waren zwei höchst erfreuliche hintereinander. Ich denke in nicht all zu langer Zeit werd ich ihn wieder gesund kriegen. Ich hoffe dann spricht er mehr, denn ich würd schon gern wissen wer er ist und wo genau er herkommt. Du sicherlich auch, wie ich vermute?" Der Rothaarige grinste. "Ich werde ebenfalls eine Weile hier bleiben.", setzte er noch hinzu und schaute einmal über die Schulter. Sie waren wieder zurück ...

Daryn
05.07.2012, 19:26
Die Kopfschmerzen der letzten Tage waren weg, was wohl schlicht und ergreifend an der Tatasche lag, dass er das Kraut abgesetzt hatte. Zumindest größtenteils. Höchstens ein Blatt kaute er und damit kam er wunderbar zurecht. Auch zwei Sumpfkrautblätter raubten ihm nicht die Herrschaft über seine Sinne. Bei Drei wurde es grenzwertig. Und allein weil Daryn sich vorerst darauf konzentrieren wollte, einen magischen Odem, wie Ornlu es genannt hatte, erschaffen zu wollen, blieb er dem Zeug fast größtenteils fern. Schließlich wollte er am Ende auch nicht als Abhängiger enden.

"Wie auch immer.." Daryn blieb mitten auf den Stegen stehen, sensibilisierte seinen Geist und seine Augen für die Magie und begann, langsam tief einzuatmen. Mit jedem Atemzug sammelte er mehr magische Kraft in seinen Lungen und ließ sie dort verharren, jedoch nicht mehr unter seiner direkten Kontrolle, wie er es bei seinem ersten Versuch getan hatte. Vielmehr wollte er, dass sich die Magie von selbst an die Luft in seinen Lungen knüpfte. Er selbst würde sich ansonsten im weiteren Verlauf darauf konzentrieren müssen auszuatmen, die Luft an diesen Atem zu binden, die Magie die Wirkstoffe des Krautes aufnehmen zu lassen und dabei noch darauf zu achten dass er alles in der richtigen Reihenfolge tat. Könnte schwierig werden.. Und ein Versuch, das sagte Daryn sich immer wieder, würde nicht schaden. Und schließlich, nach einem letzten, kräftigen Atemzug begann sich die Luft ganz langsam aus seinem Körper zu lösen und über seinen Mund auszutreten. Und tatsächlich folgte die Magie, wenn auch noch etwas stockend. Der Vengarder war es nicht gewohnt, die Magie völlig frei zu lassen, sie nicht wenigstens noch ein bisschen unter Kontrolle zu halten. Und dieses bisschen an Kontrolle schien die Magie zu hemmen, völlig frei mit seinem Atem zu treiben. Aber, und das erfreute ihn, es funktionierte. Wenn auch verbesserungswürdig. Deutlich erkannte Daryn die golden schimmernde Wolke, die sich etwas verzögert vor seinem Kopf gebildet hatte "Sehr schön, damit komme ich weiter!" sprach er laut und erntete verwirrte Blicke einer vorbeigehenden älteren Frau. Dieser seltsame, verbrannte Kerl führt auch noch Selbstgespräche. Der wird ja immer unheimlicher! So oder so ähnlich mussten die Gedanken der alten Schachtel jetzt wohl aussehen. Aber irgendetwas musste man ja tun um sich beliebt zu machen.

Nimrod Rollins
05.07.2012, 21:36
Neugirig betrachtete Nimrod die wunde die ihm der Wolf zugefügt hatte, beziehungsweise wo eine Wunde sein sollte, denn seltsammerweise war die Wunde verheilt ehe er damals die Heilkammer erreichte und eine Seltsames Zeiche zurückblieb. Die Träume die er ihn in der letzten Zeit plagten handelten seit diesem Vorfahll ausschließlich von Menschen die die Natur beschützten oder umgekehrt, gelegentlich mit Todesfolgen. Nun, die letzten Tage hatte er auschließlich damit verbracht darüber nachzudenken, und irgendwie einen Zusammenhang zu entdecken, am Ende war er zu dem Schluss gekommen, das es sich dabei um irgendeine form von Magie handeln musste. Eine weitere Erkenntnis war, das es vermutlich irgendwas mit den Druiden zutun hat, über die der Händler nicht mehr herausfinden konnte auser, dass sie mit der Natur zutun haben solln. Nun der der Händler nachm an das es sich bei der Narbe um ein Verschprechen handeln, oder irgendeiner anderen vorm von verbundenheit, vieleicht um ein Bündnis?
Kopfschüttlend ehob sich Nimrod, länger darüber nachzudenken hatte keinen Sinn, er musste jemanden finden der ihn konkreteres dazu erzählen konnte. Er würde es mal in der Heilkammer versuchen, vileicht traf er dort einem Magiekundigen.

Ferum
06.07.2012, 14:42
Die letzten Tage verbrachte Ferum wieder damit durch Schwarzwasser zu wandern. Mit dem zurechtfinden im Dorf tat er sich nicht mehr schwer und auch dessem Bewohner waren ihm nicht mehr gänzlich unbekannt. Geschlafen hatte er immer in der Massenunterkunft bei der Taverne und sein Goldsäckchen leerte sich jeden Tag mehr, er würde entlich eine Arbeit brauchen. Sein Bein ist in der zwischenzeit vollständig verheilt aber der Verband war noch oben, so machte er sich auf zur Heilerkammer in der Hoffnung dort Sennahoj oder jemand anders zu finden der ihn ihm abnehmen könnte. Gemächlich schlenderte er die Stege entlang zu Großen Baum, grüßte die Beiden Wächter und ging zur kammer hoch.

Im Raum erblickte er einen ihm bekannten Rothaarigen Mann der gerade mit ein paar Pflanzen Arbeitete. "Hallo Sennahoj schön dich wieder zu sehen, hättest du vielleicht kurz Zeit?" Der Bursche deutete auf sein Bein um seinem Gegenüber klar zu machen was er wollte.

Sennahoj
06.07.2012, 14:51
es war schon ein Tag her, weit sie Súri hierhergebracht hatten. Sein Zustand verbesserte sich auch stetig, was den Heiler hoffen ließ, das der doch immer noch Fremde es entgültig geschaffte hatte. Am gestrigen Tage hatte er Gebrauch von kühlen Umschlägen gemacht und spezielle Kräuter verwendet, deren Aroma immer noch die Kammer füllte.
Gerade als er sich einen Tee zubereiten wollte, kam Ferum herrein. Er grüßte Sennahoj und machte auf sein Anliegen Aufmerksam. Der Gärtner legte die Blätter in der Hand beiseite und kam Ferum entgegen.
"Bewahre. Natürlich, lass sehen." Der junge Mann setzte sich und Sennahoj begann damit den Verband zu entfernen, den Ferum wie aufgetragen nicht berührt hatte. Darunter kam die völlig geheilte Haut zum Vorschein. Noch ein letzter prüfender Blick und Sennahoj nickte bestätigend.
"Alles geheilt. Du musst auf nichts mehr achten.", er schaute ihn kurz an, "Wie lebt es sich in Schwarzwasser. Hast du einen Platz zum Schlafen gefunden?"
Eine eher obligatorische Frage. Aber nachdem Ferum eröffnet hatte das er mit Schwarzwasser nicht zu tun gehabt hatte, konnte sich Senna nicht das Interesse nehmen, die über Ferums Leben hier handelte. Der Rothaarige stand auf und entsorgte den Verband.

Ferum
06.07.2012, 15:05
"Ah endlich danke, das ist ein ganz schön befreiendes Gefühl den endlich los zu sein." Ferum streckte sich und wartetete bin der Rothaarige zurück kam. "Nun ich denke ich hab mich schon ein wenig eingelebt, geschlafen hab ich bis jetzt immer in der Massenunterkunft, ist zwar nicht das gemütlichste aber es reicht fürs erste. Das einzige was mir ein wenig Sorgen macht ist das mir früher oder später das Gold ausgehen wird falls ich nicht bald eine Arbeit finde. Du weißst nicht zufällig was ich da am besten machen könnte oder? Am besten natürlich etwas nicht Gefährliches." Der junge Mann würde ja gerne auf den Sumpfkrautfeldern anfangen, doch hörte er das es dort auch durchaus Gefährlich sein kann und das wollte er sich fürs erste lieber ersparen. Doch früher oder später würde es ihm wohl dort hin verschlagen.

Er blickte wieder zum Heiler. "Machst du eigentich auch was anders als hier in der Heilerkammer zu Arbeiten? Ich meine du wirst doch bestimmt nicht den ganzen Tag in einer staubigen alten Kammer rumsitzen oder?" Der Bursche konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen bei diesem Gedanken.

Sennahoj
06.07.2012, 15:13
Sennahoj grinste schief auf die Aussage hin. "Nicht NUR, nein. Ich arbeite entweder hier oder bin im Garten, unweit von hier, den ich pflege." Ferum schaute ihn an, als wolle er fragen ob dem Heiler etwas einfälle, wo er arbeiten könne, um sich die nötigen Goldstücke zu verdienen.
"Ich bin Selbstversorger, bezahlte Arbeit kann ich dir also nicht anbieten. Es sei denn, du möchtest in Kräutern und Pflanzen bezahlt werden."
Jetzt war es der Rothaarige der anfing zu lächeln. "Aber hast du schon bei der Mama Hooqua gefragt, die Inhaberin der Sumpflilie? Sie ist immer bestinformiert ... vielleicht kann sie dir ja Tipps geben."

Ferum
06.07.2012, 15:24
Der Arbeitslose sah Senna verwundert an "Was hier im Sumpf gibt es einen Garten? Wie kann den hier außer Sumpfpflanzen überhaubt etwas wachsen?" In einem Garten zu arbeiten kam den Sumpfkraut Felder schon Nahe nur das es sich weniger gefährlich anhörte, aber ohne Bezahlung wäre es wohl auch schlecht für ihn. "Also es klingt durchaus interresant da mit dem Garten, den würde ich mir gerne mal anschauen und ich könnte dir ja auch ein wenig aushelfen so als kleiner Dank für das Bein. Aber andererseits hast du natürlich Recht ich sollte villeicht wirklich mit Mamma Hooqua reden den nur mit Kräutern, werde ich wohl hier nicht lange überleben, oder kann man die gut verkaufen?"

Seine Gedanken gingen zum Schwarzmarkt, dort wird doch sowieso alles mögliche angeboten vielleicht würde er den einen oder anderen abnehmer finden. Aber reich werden könnte er so wohl eher nicht.

Sennahoj
06.07.2012, 16:24
"Wenn man den richtigen Ort findet und ihn richtig bereitet, kann vieles wachsen. Gerne kannst du vorbeikommen. Er liegt zwischen dem Ort und einer Moleratfarm. Es führt ein Steg hin, nicht zu verfehlen." Senna kratzte sich am Kopf, "Ob du mit den Kräutern was anfangen kannst, weiß ich nicht. Der Garten steht allen offen und die die sich auskennen, finden das Richtige. Seit der Öffnung der Heilkammer ist es aber ruhiger geworden, weil das meiste hier verteilt wird. Mit dem Kräuterverkauf ist das so eine Sache ... man muss wahrscheinlich die richtigen Händler finden und sich dann noch gute Worte zurecht legen."
Sennahoj wog ab, aber er hatte lange nicht den Markt besucht.

Onyx
07.07.2012, 17:23
Tooshoo war erreicht. Onyx schnaubte durch und trank dann aus seinen Wasserschlauch, bevor er sich den Schweiß von der Stirn wischte. Wächter und ein paar Jäger kamen ihnen entgegen und fragten Onyx dann, wen er denn da mitgebracht hätte.
"Bote von Setarrif.", antwortete er ganz kurz und blickte zurück. Dieser Adson hatte durchgehalten, sah aber aus wie eben einer aus der Stadt, der versuchte mit einem Waldvölker in der Wildnis mitzuhalten. Der Städter torkelte fast über die Stege und roch nach nasser Ratte - wie alle Städter nunmal.
Onyx warf diesem den Wasserschlauch zu und zeigte die Richtung wohin es gehen sollte - gen Tooshoo.

Bei der Sumpflilie steckte Onyx seinen Kopf durchs Fenster und bestellte was zu essen, bevor sie die Treppenstufen hinauf in dne Eingangsbereich des riesigen Baumes stiegen.

"Wo sols hingehen, Onyx? Und wo sind deine zwei Begleiter?", fragte die Wache am Eingang.
"Boss Jarvo - muss reden. Begleiter sind tot.", sprach er und schritt vom Eingangsbereich direkt in die Kommandantur des Hauptmanns, wo leider Boss Ryu nicht da war. Doch dafür Mertens der nach kurzem Gespräch mit Onyx verstand und den Baum gen Krone hinauf schritt, um Jarvo und andere die was zu sagen hätten zu holen.

"Wir hier warten. Boss Jarvo und andere Boss gleich kommen. Dann du sagen, was deine Boss dir befehlen zu sagen meine Boss. Du dann können dich ausruhen in Sumpflilie. Du vielleicht am Abend erfahren schon Antwort.", sprach der Dunkelhäutige.

Adson Muller
07.07.2012, 18:00
Adson hatte es geschafft. Nach langer Wanderung erreichten sie die Siedlung des Waldvolkes. Der junge Söldner war fix und fertig. Das lag auch an der Umgebung. Der Boden war zunehmend weicher geworden, mittlerweile befanden sie sich in einer Sumpflandschaft und mussten auf Holzstegen laufen. Die Luft roch nach den Ausdünstungen des Sumpfes und machte die Schritte des Wanderers noch schwerer. Doch er hatte es geschafft und genoss das erfrischende Wasser aus Onyx' Wasserschlauch. In langen, gierigen Zügen verschwand das mehr oder weniger kühle Nass in seiner Kehle, dann schaute Adson sich um.

Sein Blick blieb an einem riesigen Baum hängen, der offensichtlich bewohnt war. Der junge Schreiner staunte. Wie wunderbar Holz doch war, sowohl vor als auch nach dem Fällen. Mit Onyx zusammen machte er sich auf den Weg zum Baum, dort angekommen sprach der Hüne mit einigen anderen Waldler. Schließlich wurden die führenden Männer des Waldvolkes gerufen. Adson schaute an sich herab. Er war nicht unbedingt für einen Staatsbesuch gekleidet. Ein breite Fleck getrockneten Blutes bedeckte sein Hemd, welches eine Vielzahl an Rissen und Löchern aufwies. Er war verschwitzt, sein Haar hing in ungeordneten Strähnen. Schnell rückte er seine Waffe zurecht und ordnete die Haare so gut es ging, dann trafen schon die ersten Waldler ein. Männer verschiedenen Alters, die meisten in leichte Mäntel gekleidet, viele mit dem Bogen auf dem Rücken. Hier und da sprachen einige miteinander, immer wieder schauten sie auf den jungen Söldner, welcher unsicher in der Mitte des Raumes stand. Adson schluckte und atmete tief durch. Er war aufgeregt und versuchte sich zu konzentrieren. Schließlich war seine Botschaft von großer Wichtigkeit.

Endlich trat einer der Männer vor und sprach Adson an. Er trug ein leuchtend rotes Tuch um den Hals, sein Körper war in einen braunen Mantel gehüllt.

"Sei gegrüßt Fremder. Onyx meinte, du brächtest ein wichtige Botschaft. Berichte!"

Adson begann unsicher, doch wurde seine Stimme mit jedem Wort fester: "Mein Name ist Adson, ich bin Söldner im Dienste Ethorns. Geschickt wurde ich von meinen Anführern Drakk und Raad." Er sagte vorsichtshalber beide Namen, vielleicht war ja einer der beiden bekannt. "Wir sind ausgezogen um die Silberseeburg zurückzuerobert, was uns auch nach hartem Kampf gelungen ist. Doch rückt bereits Verstärkung aus Thorniara an und so bitten meine Anführer im Namen des Königs um Unterstützung gegen die Truppen Rhobars und für die Freiheit der Bewohner von Argaan. Es ist an der Zeit sich den verblendeten Fanatikern des Aggressors Rhobar entgegenzustellen. Sonst wird er seine tyrannische Herrschaft weiter ausbauen und die Freiheit weiter zurückdrängen."

Adson atmete tief durch. Er hatte seine Nachricht gebracht und hoffentlich die richtigen Worte gewählt. Unter den Männern machte sich ein Murmeln breit, hier und da brachen erste Diskussionen aus. Der Mann mit dem roten Tuch, es musste wohl Jarvo sein, sorgte mit einer Handbewegung für Ruhe.

"Habt Ihr noch etwas zu sagen?", fragte er Adson, welcher verneinte. "Wir werden darüber beraten. Wartet in der Sumpflilie auf unsere Entscheidung."

Mit einer leichten Verbeugung entfernte Adson sich und machte sich auf den Weg in die Taverne. Dort wartete bereits eine Mahlzeit auf ihn, Onyx hatte sie vorhin bestellt. Dankbar nahm er sie entgegen und begann mit essen. Wie würden die führenden Männer des Waldvolkes entscheiden?

Ornlu
07.07.2012, 18:46
"Das lag doch irgendwie schon in der Luft.", meinte Mertens, während man in der kleinen Runde auf Stühlen, Hockern und Tischen Platz nahm oder sich gegen die Wand mit verschränkten Armen lehnte.
Mertens hatte wirklich so viele Jagdführer und Druiden zusammentrommeln können wie es nur ging. Das Thema war ja auch im Grunde wichtig. Nicht nur für jetzt, sondern auch für die Zukunft. Krieg oder Frieden? Eine Handlung mochte über weiteres Leid viel entscheiden.

"Das Ethorn zurück schlägt? Ja. Das man uns dann das Schwert an die Brust halten will. Nein.", entgegnete Ricklen.
"Wie meinst du das?", fragte Mertens nach.
"Er meint, dass wir im Grunde keine Wahl haben, Mertens. So würde ich es eigentlich sehen. Vielleicht auf dem ersten Blick nicht drastisch, aber langfristig. Wenn die Myrtaner die Burg zurück erobern, ist Ethorn noch mehr geschwächt. Es wird ein Zeichen an Stewark sein, von denen wir doch soweit wissen, dass sie noch weder die eine noch die andere Seite unterstützen. Aber wenn die sehen, dass Ethorn auf dem sinkenden Schiff ist, werden diese Adligen doch eher König Rübennase die Hand küssen. Dann wird das komplette westliche Argaan ungemütlich. Halten wir uns raus und Ethorns Söldner halten die Burg, dann könnten wir auch im östlichen Argaan mehr und mehr Ärger haben. Unterstützen wir sie, schlagen die Myrtaner zurück...dann wird dies die Lage für uns verbessern. Womöglich kann Ethorn dann Stewark wieder unter sein Banner führen und wir haben dann unsere Ruhe - im besten Fall. Immerhin gaben wir unser Wort - nicht wahr, Jarvo?", meinte Ornlu in die Runde.
Jarvo nickte und betrachtete die Karte von Argaan mit konzentrierten Blick.

"Ornlu nennt da sicher überlegenswerte Dinge, aber welche Garantien haben wir denn bitte? Wer garantiert uns, dass Ethorn uns nicht auch als Gefahr sieht? Dem Adel kannst du nicht trauen. Die streiten doch um jeden Grashalm und lassen das Volk bluten. Ich weiß nicht ob wir in so einer dringlichen Lage sind und wie Stewark reagiert, können wir letztlich auch nicht ganz genau sagen.", entgegnete Mertens.

"Und was ist, wenn wir den Myrtanern was anbieten? Für Amnestie? Mir scheint, es ist leichter mit den Myrtanern was zu machen, die diese Insel erobern zu lassen und dann Ruhe zu haben. Und was ist, wenn wir Ethorn helfen, dann aber die Myrtaner den Krieg am Ende doch gewinnen. Dann haben wir erst recht Probleme.", warf dann einer der älteren Jagdführer rein.

"Hmm - wir können alles gewinnen und alles verlieren. Das Schicksal wird von feinsten Dingen entschieden.", sprach Ornlu und blickte zu Jarvo.

"Wir haben den Setarrifern unser Wort gegeben, dass wir uns überlegen mit ihnen gegen die Myrtaner zu kämpfen. Wir sagten nicht zu, ließen aber positive Zeichen erklingen. Im Grunde hatten sie auch recht und es existiert die große Chance. - Wir müssen weise handeln. Schritt um Schritt. Was konntest du bei der Burg sehen, Onyx?", fragte dann Jarvo den großen schwarzen Mann.
Dieser antwortete auf seine Art und erzählte vom Bluttal und was die Myrtaner gemacht hatten. Es war eine Antwort darauf, wie die Myrtaner die Waldvölkler wohl sehen. Danach erfolgte das was der Hüne bei und über der Burg sah.

"Wenn die Myrtaner uns eh alle hängen werden, dann sollten wir nicht warten bis sie hierher kommen. Ausserdem sollten wir den Myrtanern zeigen, dass ma nicht so einfach unsere Leute öffentlich hängt.", sagte dann Ricklen. Es wurde lauter unter den Waldläufern bis Jarvo um Ruhe bat.

"Stimmen wir ab. Ich denke zu wissen was wir tun müssen, möchte aber sehen wie viele es von euch so sehen wie ich.", meinte der Waldläuferführer.
"Alle die dafür sind den Setarrifern zu helfen, heben die Hand.", meinte dann Mertens.
Daraufhin hoben so manche die Hand. Andere wiederum ließen sie unten, erkannten aber die doch sich klar hervor tuende Meinung. Es schien, als ob die Tat im Bluttal dann doch das Öl war, das man ins Feuer gegossen hatte.

"Dann soll es so sein. Besprechen wir unsere Taktik und geben nach dieser Sitzung im Ort bekannt, was bevorsteht. Mertens teilt die Jagdkommandos ein. Ornlu ruft die Magekundigen ab, die uns unterstützen werden. - Zu unserem Vorgehen: Wir stellen ein halbes Dutzend Jagdkommandos zusammen, dass noch heute Nacht aufbricht. Vier über den Orkwald und zwei über den Schleichpfad entlang der Berge an der Küste. Wir müssen erfahren ob Stewark in Bewegung ist. Im Bluttal werden wir uns spätestens zusammen schließen. Was ich mir bei der Burg dachte...", begann Jarvo zu erzählen und alle hörten dem Anführer gespannt zu.

Ornlu
07.07.2012, 21:40
Die Glocke im Dorf ertönte nach langer Zeit wieder einmal. Laut und deutlich, so dass jeder im Ort es vernahm und heraus kam um zuzuhören. Slebst zur Sumpfkrautplantage wurden Wächter geschickt, damit sie vor allem die Jäger herholen. Nach rund einer halben Stunde waren auch jene da und der ganze Ort versammelt.
Manche quatschten über den Dorfalltag, andere schienen zu merken, dass es ernster wird und wieder andere popelten professionell in der Nase herum.

"Ein Glück muss nicht jeder mit.", murmelte Ornlu, bevor Mertens sich auf die bereit gestellte Kiste stellte, sich beschwerte dass er nicht hoch genug stand, dann auf eine weitere Kiste stieg und in einem Balanceakt kurzerhand für alle sichtbar wurde.

"Heeeerhören!", brüllte er und die Wächter taten gut daran überall ein "Tschhhhhhhhhhh!" zu machen, dmait auch wirklich Ruhe herrschte.
"Ich halte mich kurz, da es eine ernste Angelegenheit ist! Die Setarrifer haben nach uns geschickt und wir werden losziehen, um Burg Silbersee - die haben sie gestern irgendwie erobert - mit ihnen zu verteidigen!...", sprach er laut und deutlich. Sofort begann das Gerede. Manche blickten sich schon nach Fluchtwegen um, andere riefen Hurra! und wieder andere waren besonnen und ruhig.
"Mertens! Wieso sollen wir für Ethorn in den Krieg? Wir knien doch vor niemanden!", rief ein junger Waldstreicher.
"Weil wir nicht für Ethorn kämpfen und es Jarvo mit dem Kriegsrat so entschied! Würdet ihr mir zuhören und mich ausreden lassen, würde ich euch ja mehr erzählen! - So halten nun alle die Klappe? Fein! Die Myrtaner haben zwei unserer Leute im Bluttal gehängt! Jon und Ganwyn wurden gehängt, weil sie Waldvölkler waren. Onyx hat es gesehen und bezeugt es! Nicht nur auf dem Festland werden unsere Brüder gejagt, sondern nun auch hier. Dies werden wir rächen, meine Freunde! Aber genauso müssen wir an die Zukunft denken. Wenn wir Ethorns Truppen helfen, werden die Myrtaner uns in Zukunft eher fürchten, da sie uns und Setarrif nicht auf einmal angreifen können und Ethorn wird uns hoffentlich in Ruhe lassen und sich unserer Taten erinnern. Ja! Mit ein wenig Kriegsglück, könnten wir Argaan von den Myrtanern befreien und hier in Frieden weiter leben. Ohne Krieg und mit unseren Regeln. Wir werden niemanden zwingen, der es nicht will. Wer es will und weiß sich im Jagdkommando zu bewegen, der erscheint in einer Stunde mit Ausrüstung bei der Sumpfkrautplantage. Dort teilen wir die Jagdkommandos nach Erfahrung ein und unterweisen alle soweit. Die ersten sechs Jagdkomandos die wir mit meist erfahrenen Waldläufern besetzen möchten, werden noch heute Nacht aufbrechen. Die weiteren Jagdkommandos stellen wir zusammen und diese werden rund um Tooshoo und in Richtung Bluttal als Nachschub entsandt. Wer wenig Erfahrung in Jagdkommandos hat, aber helfen möchte, taucht auch gleich bei der SUmpfkrautplantage auf. Wir werden einige Melder, Späher und Wächter an Knotenpunkten benötigen. - Bewahrt Ruhe, Brüder und Schwestern. Alles wird gut.", verlautbarte Mertens mit seiner ruhigen und doch deutlichen Art.
In dne Gesichtern sah man dann zumeist Zuversicht. Junge Jäger zeigten mit dem Daumen auf sich und hoben ihre Bögen vor ihren Jagdgefährten und alte Hasen begannen zu scherzen oder sogleich schon alte Kampfgefährten zu suchen, um sich für ein Jagdkomamndo abzusprechen. Wieder andere waren nicht so drauf und entschieden sich wohl lieber die Heimat hier zu verteidigen.

"Mal schauen. Ich glaube ich werde den ganzen Spaß überleben, Mertens. Du selbst solltets dir aber wneig Hoffnungen machen, die Götter habens mir geflüstert.", scherzte Ornlu und klopfte Mertens auf die Schulter. Auch er käme mit und hatte sogar etwas Spezielles vor.

Bartimäus
07.07.2012, 21:49
Es war nun einige Tage her, dass Senna und Barti Súri in die Heilklammer gebracht hatten. Ersterer hatte sich dann gleich um den Kranken gekümmert, letzterer hatte seine Hilfe zwar angeboten, aber nichts weiter tun können und war somit gegangen, außerdem hatte Dschinn ohnehin noch versorgt werden müssen.
Den Waldläufer interessierte aber trotzdem, wie es dem Gerettet seither ergangen war, ganz abgesehen davon wer er war, woher er kam und so weiter. Es war schon fast ein Fluch wie unbefriedigbar seine Neugier war, doch immerhin wurde ihm so nicht langweilig und so schritt er zügig auf die Heilkammer zu. Wenige Augenblicke bevor er sie betrat fragte er sich noch was er machen würde, falls Súri bereit genesed und entlassen worden war, doch die Frage musste wenig später nicht mehr beantwortet werden, denn sie beruhte auf Eventualitäten die nicht eingetreten waren.
"Bewahre, Súri!", grüßte der Neugierige nachdem er sich vergewissert hatte, dass er damit weder den Angesprochenen noch andere Patienten aufweckte.
"Erinnerst du dich? Mein Name ist Bartimäus, ich habe dich gemeinsam mit Sennahoj aus dem Sumpf hierher gebracht. Wie geht es dir?"
Der Genannte selbst war in dem Moment aber scheinbar selbst nicht anwesend und auch Leyla war im Moment nicht zu sehen. Nun gut, es war ja auch niemand da, der unmittelbar ihre Hilfe benötigte und all zu weit würde der nächste Heiler schon nicht sein.

Adson Muller
07.07.2012, 21:56
Adson hatte gegessen und sich ein wenig im Ort umgesehen. Doch wirklich entspannen konnte er nicht. Das lag zum Einen sicherlich an seinem Äußeren, er war immernoch verdreckt und sah wohl auch sonst ziemlich fertig aus, hauptsächlich jedoch an seiner inneren Unruhe. Er wartete auf die Entscheidung des Rates. War der ganze Weg umsonst gewesen, weil die Waldleute seine Probleme nicht zu ihren Problemen machen wollten? Wie sah es wohl momentan in der Burg aus? Hatten die Kämpfe vorerst aufgehört oder waren die Kameraden immer noch in Gefechte verwickelt? Oder schon wieder?

Plötzlich erklang eine Glocke, hell und klar war der Ton weithin zu hören. Er folgte dem Menschenstrom zum Marktplatz. Die folgende Ansprache zauberte ihm ein Lächeln ins Gesicht. Sein Weg hatte sich gelohnt, die Verstärkung würde sich auf den Weg machen. An einem der Stände kaufte Adson schnell einen gefüllten Wasserschlauch, um für den anstehenden Rückweg ausgerüstet zu sein. Schon war die Versammlung beendet und die Menge lief auseinander.

Etwas verloren stand Adson in der Mitte des Platzes und sah sich um. Noch heute Nacht sollten die ersten Trupps aufbrechen und er wollte dabei sein. Nur wusste er nicht, an wen er sich wenden sollte. Sein Blick irrte suchend über den Platz, vielleicht würde dieser Onyx ihm helfen. Andere kannte er schließlich nicht.

Corax Erindar
07.07.2012, 22:10
Corax starrte seinem Spiegelbild tief in die Augen. Nur ein Spiegelbild, dachte er sich. Doch der Spiegel zeigte nicht immer das eigene Spiegelbild. Corax streckte die Hand aus uns ließ den Stein im Ring den vor ihm schwebenden Spiegel berühren. Es war als ginge eine Welle durch sein Spiegelbild, als es sich verwandelte. Er sah eine dunkle Krähe auf ihn zukommen, dann die blitzenden Zähne eines Raubtieres in der Nacht. Er kannte diese Bilder bereits, auch wenn ihm ihre Bedeutung bisher verschlossen blieb. "Dich suche ich nicht.", flüsterte er vor sich hin und wischte die Bilder mit einem Schütteln seines Kopfes aus dem Geist und Spiegel gleichermaßen. Er lehnte sich nach vorne. "Ich weiß das du da bist.", flüsterte er, während seine Augen wieder das Spiegelbild musterten. Wieder verschwomm das Bild. Doch diesmal blieb die Gestalt eines Menschens lediglich sein Antlitz änderte sich. Corax zog den Kopf zurück und der andere Mann tat es ihm gleich, so als ob er immernoch sein Spiegelbild wäre. Jedoch lächelte Corax im Gegensatz zu dem Mann im Spiegel nicht.

Der Mann sah sich um, als gäbe es im Spiegel viel zu sehen und klatschte dann in die Hände. "Was soll ich sagen, ich bin beeindruckt." Er schnippte mit den Händen und ein bequem wirkender Sessel formte sich aus dünnem Nebel. Er setzte sich. "Ich habe deine Anwesenheit in letzter Zeit gespürt doch hätte ich nie gedacht das du an den Spiegel gekommen bist. Eine interessante Geschichte?"
Jetzt war es an Corax zu lächeln. "Nicht übermäßig. Auch wenn es ein ... interessanter Ort war."
"Das Grab? Aber ... ahhh.", ihm schien ein Licht aufgegangen zu sein, doch sein Ausdruck ließ vermuten das er nachdachte.
"Ich wusste nicht wozu der Spiegel gut war als ich ihn fand... doch inzwischen verstehe ich ein wenig. Wer immer ihn erschaffen hatte war wahrlich... bemerkenswert."
"Zuviel der Ehre.", erwiderte Malkav.
Corax war nicht überrascht, soviel hatte er bereits vermutet.
"So besonders ist der Spiegel nicht. Was er zeigt hängt von dem ab, der ihn benutzt. Ob Vision oder Erinnerung, er zeigt nichts was nicht dir eigen ist."
"Und wie kommt es dann, dass ich dich sehen kann.", hakte Corax nach.
"Der Ring ist ein Teil von mir, meiner Seele. Wenn der Ring auf den Spiegel trifft kann er meine Seele erreichen. Genau wie jemand die Seele seines Vaters im Spiegel finden könnte, da ihre Seelen durch Blut verbunden sind. Jedoch nur sofern er tot ist, wie gesagt, der Spiegel hat keine Macht in dieser Welt. Aber...", und nun Blickte Malkav auf, "Interessanter ist die Frage warum du mich rufen wolltest."
Corax atmete ein. So sehr er auch versuchte Malkav zu verstehen, schaffte er es nicht. In einem Moment wirkte er allwissend, in anderen wieder nicht. Jede Frage die er Stellte schien nicht wie eine, ganz so als wüsste er bereits die Antworten und wolle durch seine Frage nur beeinflussen welche er bekam.
"Es gibt viele Fragen die ich an dich habe."
"Nun?"
Corax lehnte sich vor : "Wer bist du wirklich? Was bist du wirklich? Was verbindet dich mit Tooshoo?"
Malkav schnallzte mit der Zunge : "Ahh langweilige Fragen. Langweilige Fragen beantworte ich nicht, wo bliebe da der Spaß. Vielleicht erzähle ich dir eines Tages die Geschichte von mir und diesem Ort. Doch was würde sie bedeuten ohne den Hintergrund dieser Geschichte?" Seine Blicke trietzten den Druiden.
"Wer waren die Kinder von Mond und Sonne?"
"Zwillinge, gleich und doch ach so verschieden. Sie waren mir immer die liebsten meiner Brüder und Schwestern, Luna und Helios. Auch wenn Luna und ich immer ein wenig gezankt haben, sie war so fürchterlich... fatalistisch, keinen Sinn fürs Detail. Aber in gewisser Weise war ihr Leiden das gleiche wie meine. Ahhhh.", er seufzte," Entschuldige,
die Erinnerungen an diese Zeiten erschweren immer mein Gemüt. Ich war nicht immer von so ver..."
"Klingt nach guten Zeiten.", sagte Corax und unterbrach ihn damit. Es fühlte sich befreiend an Malkav in der kleinsten Weise zu stören, seinen Griff zu lockern. Der Mann mit den zwei verschiedenfarbigen Augen schaute ihn milde lächeln an, so in etwa als würde gerade ein Kind versuchen ihn zu überwältigen. Doch Corax ließ sich nicht beirren. "Sie waren am Leben.", sagte er, "Ihre Gräber waren geschlossen und sie fühlten sich nicht an wie ein Lebender, doch sie waren nicht tot."
"Was ist der Tod? Nun?", Malkav streckte eine Hand aus und umgriff einen erscheinenden Weinkelch. Ein Weinkelch der aus Corax Regal stammte, doch er ließ sich nicht von diesem Spielchen verunsichern und wartete weiter ab.
"Ach du bist kein besonders guter Unterhalter weist du.", beschwerte sich Malkav nahm einen Schluck und fuhr dann fort, " Was wirklich zählt ist die Seele, Leben heisst nur das du einen Körper hast. in gewisser Weise ist das Leben nur ein kurzer, instabiler Zustand. Die meisten Leute sind nicht in der Lage es zu kontrollieren. Wenn sie einmal sterben, nunja bleiben sie halt tot. Das ist nunmal so. Wenn du Holz verbrennst dann wird es auch nicht irgendwann, irgendwo kalt und es wächst ein neuer Baum. Aber es gibt einige für die ist der Tod eher eine Entscheidung nicht zu leben, verstehst du. Es ist ein wenig wie schlafen, nur bewusster."
Seine Augen musterten ihn, doch seine Züge verrieten nichts. Zumindest hoffte er das. Doch wer sagte das jemand wie Malkav auf soetwas wie Gesichtszüge angewiesen war? "Ich verstehe. ", sagte er, doch Malkav schüttelte nur den Kopf.
"Nein, tust du nicht. Du kannst es vielleicht einordnen, vergleichen, doch verstehen. Nun verstehen können nur die die erleben. Sag mir Corax, kannst du sterben und wieder leben?"
Corax lächelte schief : "Das komtm darauf an. Was ist schon leben?"
Für einen Moment schaute Malkav verdutzt, dann lachte er. "Stimmt, was ist schon leben. Selbst ich vergesse manchmal, vielleicht verstehst du doch ein wenig." Er schüttelte amüsiert den Kopf , dann sagte er : "Nun los, stell deine Frage, die die du eigentlich stellen willst."
"Was passiert wenn das Siegel bricht."
"Was vorher aus der Welt genommen wurde kehrt in sie zurück. Die Welt wird sich verändern, zuerst. Vieles wird sterben. Anderes geboren. Doch es wird nicht dabei bleiben. Ich weiß nicht ob es zehn Jahre oder ein Jahrhundert dauert oder nur einen Augenblick, doch der große Vater wird letztlich klar Schiff machen. Er ist nicht gerade flexibel, weisst du."
"Wer versucht das Siegel zu zerstören. Wer will das?"
Malkav schüttelte den Kopf. "Langweilig. Aber lass mich dir soviel sagen : Menschen denken vieles. Nicht immer liegen sie richtig, doch es gibt immer mehr als ein mögliches Ergebnis , soviel ist gewiss."
"Du hast geholfen das Siegel zu erschaffen.", sagte Corax aufgebracht, "warum willst du es nicht schützen? Ist das alles nur ein Witz für dich?"
"Ich wünschte das Leben wäre ein Witz. Du weißt gar nichts. Soll ich dir was verraten? Das erste mal als einer versucht hat das Siegel zu zerstören, das war ich. Die Zeit ändert Dinge und was einst richtig erschien erscheint plötzlich falsch. Oder es ist einem simpel egal. Was kümmert es mich wenn das Siegel bricht? Jeder hat seine Interessen und jenen dienen wir. Wenn du das Siegel retten willst, dann denke darüber nach warum jemand es zerstören will. Wenn du das Motiv hast, hast du die Antwort. So ist es fast immer."

Bartimäus
07.07.2012, 22:28
Kaum hatte Bartimäus fertig gesprochen erklang draußen eine Glocke. Súri hatte noch nicht einmal Zeit bekommen zu antworten, doch der Waldläufer erkannte sofort, dass der Ton etwas Wichtiges zu bedeuten hatte. Nie sonst wurden Glocken geläutet und er fühlte sich verpflichtet zumindest nachzusehen was da vor sich ging.
"Ähm... es tut mir Leid. Ich weiß nicht was da draußen los ist, aber ich sollte besser nachsehen. Ich komme gleich wieder. Ich weiß es ist unhöflich, aber es scheint wichtig zu sein, sonst würden sie nicht so spontan läuten! Bis gleich."
Und damit hatte er die Heilkammer auch schon wieder verlassen. Nicht weit musste er gehen um zu hören was es da zu verkünden gab. Wirklich gefallen tat es ihm nicht. Das war genau das wovon Jarvo geredet hatte. Krieg! Und der bedeutete nie etwas Gutes. Jagdkommandos sollten geschickt werden, noch heute Nacht und sich zum Silbersee aufmachen, alles schien geplant, durchdacht und schon so gut wie ausgeführt zu sein. Das war auch gut so, schließlich hatten sie nicht all zu viel Zeit, da die myrtanischen Truppen scheinbar schon auf dem Weg waren.
Bartimäus musste für den Moment aber zurück zu Súri, schließlich hatte er es ihm versprochen und konnte ihn nicht einfach so unwissend da liegen lassen. Wer weiß, vielleicht war er so neugierig wie er und das würde sich mit Unwissenheit gar nicht gut vertragen...
"Tut mir Leid, da bin ich wieder!", sprach er also nach seiner Rückkehr. Die anderen Fragen standen ja noch offen.

Bengar Ulfson
07.07.2012, 22:28
Wie einmal hatte er genug vom Wald gehabt und war mal wieder ein paar Tage in der Zivilisation, als plötzlich Glockenschall erklang. Bengar Ulfson sah sich um, in der Erwartung, den Tod zu sehen, denn er dachte zu nächst, sein letztes Stündlein hätte geschlagen. Aber wie es schien, ward nur eine Versammlung einberufen. Als, nun ja, gelegendlicher Bewohner ohne festen Wohnsitz des Ortes, beschloss er, auch mal zuhören, was dort so fabuliert werden würde.

Wie es schien, ging es um Politik, Leute, die ihn nicht interessieren, haben andere Leute, die ihn genauso wenig jucken, aus irgendwelchen letztlich nur für sie selbst erklärbaren Gründen angegriffen. Das übliche Morden halt, dass Politiker betrieben, um ihre Existenz rechtfertigen zu können. Denn wozu sonst sollte man sie brauchen, als einem im Krieg Befehle entgegenschreien zu können oder um Rede zu halten, welche andere Gruppe so gemein und bösartig ist, dass man sie unterjochen muss?

Doch wie auch immer, Tooshoo musste helfen, damit die reffgierigen Myrtanerer (die hatten doch schon das Festland für sich, was müssen sie hier auch noch rumturnen) nicht die komplette Insel besetzten und ihnen ihre sinnlosen Gesetze und barbarischen Strafen aufzwingen könnten.

Nene, so nicht, dem Duneklblonden gefiel die Welt so, wie sie im Moment war, weder Seterrif noch Myrtana brauchten all zu mächtig werden, nachher würden sie ihm noch Vorschriften machen wollen. In diesem Sinne machte er sich also zusammen mit seinem Bogen auf zur Sumpfkrautplantage. Er füllte sich zwar nicht bereit für eines dieser wohl Hauptkommandos, aber für den Fall, dass er nützlich sein konnte, um das bisherige fragile Gleichgewicht auf der Insel in eben solchem Zustand belassen erhalten zu können, wollte er seine Hilfe wenigstens anbieten.

Sennahoj
07.07.2012, 22:35
Es war seltener das man Sennahoj in der Stadt sah. Aber seit dem Gespräch mit Ferum zog es den Gärtner unter die Leute. Eher still streifte er über die Stege Schwarzwassers. Mit Kapuze ins Gesicht gezogen und immer eher am Rand.
So begab es sicha uch, das er genau zu der Rede auf dem Marktplatz anwesend war. Er blieb wie viele anderen stehen, stand in der Masse um dem Verkünder. Gespannt lauschte er diese Neuigkeiten und seine Gedanken setzten sich mit jedem Satz in Bewegung. Krieg. Es herrschte tatsächlich Krieg zwischen den Truppen der Paladine und der unter Ethorn. Sennahoj wusste ein wenig noch ... damals in Thoriana im Gespräch mit dem alten Kapitän. Als dann noch von zwei Gehängten die rede war, nur weil sie Waldvölkler waren ... da kippte sein gEdankenwusel.
Er hatte von einem Moment auf den anderen entschlosse. Gar untypisch für ihn, da er immer alles überlegte, abwog. Doch hier ... er fühlte sich hier heimisch, hatte sich hier ein neues ... Zuhaus geschaffen. Wenn das jetzt von Krieg auf der Insel bedroht wurde. Wenn diese Natur darunter leiden konnte ...
Sennahoj hatte Fähigkeiten, die er nützlich einsetzen konnte. Nicht kämpfen, aber unterstützen ... heilen ... versorgen. Der Rothaarige schaute auf seine Rechte, dann ballte er sie und presste seine Fingernägel in die Hand. Er würde helfen.

Als sich die Traube der Menschen langsam auflöste, einige sürmten gar los, sah er eine vertraute Gestalt neben dem Verkünder. Schnell strebte er einigen Menschen entgegen, schlüpfte durch dünnste Lücken und konnte sich zu seinem Meister schmuggeln.
"Ornlu ... Ornlu", der Druide drehte sich zu dem Rothaarigen um, "Gibt es auch eine Möglichkeit als Druidenlehrling etwas für die Sache zu tun? Als Heilkundiger zu helfen bei dieser Aktion?"
Er fragte eher obligatorisch. Er war sich recht sicher das man ihn brauchen konnte. Doch er musste von Ornlu das Was, Wo und Wie hören.

Thorwyn
07.07.2012, 22:43
Überrascht merkte Thorwyn auf, als er in geringer Entfernung – große Entfernungen gab es in Schwarzwasser ohnehin nicht – die Glocke läuten hörte. Überrascht deswegen, weil er das zum einen gerade das erste Mal hörte und er zum anderen gar nicht gewusst hatte, dass es hier im Ort überhaupt eine Glocke gab. Hängt die oben am Baum? Hm …
Aber wo auch immer die Glocke ging, sie rief die Bewohner der Siedlung zusammen, und auch Thorwyn und Leyla schlossen sich, da die Heilkammer sie gerade entbehren konnte, dem allgemeinen Drang in Richtung Marktplatz an, wo gerade ein Waldläufer auf einige Kisten stieg. Angespannt und mit jedem Satz nervöser werdend hörte der Jäger die Rede an, die dieser Mann hielt.
Ein mulmiges Gefühl breitete sich in seiner Magengegend aus. Krieg mit dem myrtanischen Königreich? Das traf ihn vollkommen unerwartet, nicht zuletzt deshalb, weil er sich noch gut an das letzte Thing erinnerte, an dem irgendwie alle an den gemeinsamen Entscheidungen beteiligt gewesen waren. Nun aber stand dort vorn nur eine handvoll Leute, die verkündeten, was getan werden würde. Mit der Mitbestimmung aller war es im Waldvolk wohl doch nicht so weit her, wie Thorwyn angenommen hatte – wobei er sich daran erinnern musste, dass die Mitbestimmungs- oder Mitspracherechte hier wohl immer noch größer waren als in den beiden Königreichen zusammen …
Dennoch blieb nach der Ansprache ein schales Gefühl zurück, so dass es für den Jäger mehrere Dinge gab, auf denen er nun herumzukauen hatte. In Begleitung Leylas kehrte er zum Baum zurück, und gemeinsam stiegen sie hinauf, bis sie die kleine Hütte erreicht hatten. Nachdenklich ließ der Jäger sich dort auf das Bett fallen; sein Blick fiel auf den Spieß, er legte ihn sich über die Knie und strich langsam darüber. Erst einmal hatte er diese Waffe gegen einen Menschen eingesetzt …
„Was hältst du von der Sache?“, fragte er und blickte Leyla an. „Das kommt verdammt plötzlich … gegen Rhobar? Das wird auch noch verdammt gefährlich. Mir wäre es lieber, wir würden uns raushalten, aber irgendwie scheint so was ja doch nicht gemeinsam beschlossen zu werden. Wobei Rhobar …“ Er hielt inne. „Zwei Männer wurden gehängt. Das ist gar nicht gut. Irgendwie müssen wir uns bei so was ja verteidigen, und solange Rhobar mit Ethorn beschäftigt ist, haben wir noch am ehesten eine Chance, irgendwas zu erreichen. Aber Ethorn … ob der anders ist? Soweit ich das mitbekommen habe, kriegen wir rein gar nichts von ihm für diese Hilfe. Wenn er es schafft, Rhobar von Argaan zu vertreiben, können wir gut die Nächsten sein. Ich weiß wirklich nicht, was das Beste ist. Aber gefallen tut mir das hier nicht. Schon allein weil meine Eltern ja auch irgendwie zu Rhobar gehören …“

Ornlu
07.07.2012, 22:45
"Was? Hmm...eigentlich...ja eigentlich könnte man dich hier lassen. Mit sollen nur die, die sich dauernd ans Weibsvolk ranmachen. Die bei denen man keine Angst haben muss, die können ruhig das Weibsvolk bewachen. Jawohl ja.", meinte Ornlu, gähnte und zwinkerte Senna zu. Natürlich sollte es trotzdem ein Seithieb gegen seinen früheren Schüler sein, der anstatt mit Ornlu auf Weiberfang zu gehen und sein Bro zu sein, dann lieber sich in senem Geräteschuppen versteckte und Pflanzen streichelte und sowas.

"Aber andererseits könnte man einen Heiler durchaus gebrauchen. Osmo wird hier bleiben und Leyla...da weiß ich nicht so recht ob die mit will. Die war immer gegen Krieg und sowas und sollte es schlecht aussehen, kommen viele Verwundete hierher zurück. Sie und Osmo wären wohl erfahrener du aber...du kannst dir dann da die Heiler-Hörner wohl abstoßen und so. Hmm, ja so irgendwie. Sag mal - wie ist e sum deine weiteren Fähigkeiten bestellt? Kannst du wie ein hölliger Höllenhund mit wilden Gesabber und aggressiven Bienen im Maul höllisch über Stock, Stein, Wasser und Gebüsche hüpfen und selbst in dunkelster Dunkelheit einem Anführer eines Jagdkommandos folgen, als wärst du ein schwangeres Waschweib das er geschwängert hat?", fragte Ornlu mit tiefsinnigeren Überlegungen.

Sennahoj
07.07.2012, 23:01
Sennahoj schüttelte sanft den Kopf. Irgendwo hatte er dann doch diese Art vermisste ... in gewissen Rahmen. Er dachte kurz nach. "Ich kann rennen ... den Sumpf kenn ich inzwischen auch. Gejagt würd ich noch schneller sein, bloss das ich keine Angst vor Waschweibern haben muss ...", er schüttelte heftiger mit dem Kopf ... dummer Kommentar. "In Dunkelheit ... tjaa ... kann schlimmer werden, da sich nicht in der nächsten Pfütze sich ein schlammiges Gesicht zu holen."
Der Gärtner kratzte sich am Kinn. "Wie ich sagte kenne ich die Beschaffenheit des Sumpfes gut."

Leyla
07.07.2012, 23:08
Sie seufzte. Nicht nur, weil es ein langer Tag gewesen und sie erschöpft war, sondern auch, weil Thorwyn einen wunden Punkt traf. Und weil allgemein schon wieder das Wort „Krieg“ gefallen war. Wieso verdammt?! Warum musste an jedem Ort, an dem sie längere Zeit lebte, irgendwann ein Krieg auftauchen? Oder viel eher dieser Krieg. Es war ja nicht so, dass es jedesmal ein neuer Krieg war. Gut, in gewisser Hinsicht durchaus, weil diesmal die Orks bestenfalls eine nebensächliche Rolle spielten – noch –, aber letztlich war es der Krieg, der aus Myrtana auf die Inseln gezogen war.
„Wer hat eigentlich angefangen?“, dachte sie laut. „Eigentlich ist Rhobar vom Festland hier her gekommen und macht nun gegen Ethorn Krieg. Aber wer weiß schon, was vorher war? Kaum jemand von uns war früher hier und du hast in deiner Zeit in der Armee sicherlich auch nichts davon mitbekommen, dass es einen Krieg mit den südlichen Inseln gibt, oder? Sonst wären wir damals wohl kaum voller Hoffnung hier her aufgebrochen ...“
Enttäuscht ließ Leyla sich ebenfalls aufs Bett fallen, streckte die Arme und Beine weitestmöglich von sich, um nicht zusätzlich durch die eigene Körperwärme zu schwitzen. Enttäuscht darüber, dass ihr beider Umzug hier her letztlich nicht den Frieden gebracht hatte, den sie sich erhofft hatten. Frieden und Liebe. Und enttäuscht darüber, dass das Waldvolk einmal mehr ein anderes Gesicht zeigte, als sie von früher gewohnt war.
„Wir mischen uns ein, weil zwei von uns hingerichtet wurden?“, dachte sie weiter, um Thorwyn dadurch vielleicht auch Fragen zu beantworten, „ich glaube nicht, dass Rhobar jemanden aus Spaß hinrichten lässt. Was also haben sie getan? Provoziert? Eingegriffen? Oder waren sie nur zur falschen Zeit am falschen Ort? Oder interessiert den myrtanischen König etwa nicht, wen er ermordet? Ich meine, die Sache stinkt“, schloss die Blonde, sog tief Luft ein und stellte dabei fest, dass sie selbst ebenfalls einen Duft an sich trug, der nach einem langen, feuchtwarmen Tag mit Arbeit jedoch vollkommen normal war. Lust darauf, jetzt aufzustehen und sich zu waschen hatte sie dennoch nicht.

Súri
07.07.2012, 23:12
Langsam schlug er die Augen auf… sein Kopf hatte das „dröhnen“ eingestellt und war wieder zur Ruhe gekommen. Sein ganzer Körper fühlte sich frischer an.
Vorsichtig beugte er sich auf, setzte sich seitwärts auf den Schlafplatz auf dem er gelegen hatte und überblickte den Raum. Es lagen noch andere um ihn herum, verletzte. Insgesamt hatte der Raum etwas vom Lazarett in Setarrif… nur etwas… rustikaler. Wo in Setarrif Steine Waren war Holz, was in Setarrif auf mehrere Räume aufgeteilt war schien hier zu einem zu verschmelzen.
Súri blickte durch ein Loch in der Wand… es war bereits dunkel. Wie lange er wohl geschlafen hatte?
Kurz schüttelte er seinen Kopf.
Dann blickte sich der Jäger abermals um, er hatte nur noch ein paar Leinen an, seine Rüstung konnte er momentahn nicht ausmachen, genau so wenig seine Waffen.
Er seufzte, sein Geist war mittlerweile klarer geworden, die Medizin die man ihm in seinem Fieber verabreicht hatte schien gute Wirkung gezeigt zu haben.
Er konnte sich wieder erinnern… an das meiste zumindest. Seine Erinnerung brachte ihm Beruhigung… und Sicherheit, Sicherheit in einer so fremd wirkenden Welt die sich um ihn herum auftat.
„Sennahoj“, murmelte er vor sich hin. Das war der Mann der ihn gerettet hatte… in seinem wirren Träumen der letzten Nächte war dieser Name immer wirr herumgestrichen… und auch jetzt wollte er seinen Verstand nicht loslassen.
Ein Seufzen ging durch Súris Körper.
Er wollte gerade aufstehen als plötzlich ein Mann das Gebäude betrat, der Jäger erinnerte sich an ihn… er hatte ihn… ihn und Sennahoj im Wald gefunden und hierher gebracht… mehr wusste er nicht mehr über die Situation… viele Erinnerung an diese Zeit blieben ihm immer noch verwehrt, er würde sie wohl auch nichtmehr erlangen… Krankheitsbedingt, Súri lachte innerlich bitter.
„Bewahre, Súri!“, begrüßte ihn der Mann. Bewahre… ein schönes Grußwort… Súri hatte sich noch nicht daran gewöhnt… viele der Menschen die hier waren wenn er wach war hatten sich so begrüßt.
"Erinnerst du dich? Mein Name ist Bartimäus, ich habe dich gemeinsam mit Sennahoj aus dem Sumpf hierher gebracht. Wie geht es dir?"
Súri blickte hoch zu dem Mann, wollte Antwort geben als auf einmal ein Läuten von draußen zu hören war, beide blickten zur Tür. Dann wandte sich Bartimäus ab und verließ mit Worten der Entschuldigung den Raum.
Was auch immer da draußen vorging es schien nichts direkt Angenehmes zu sein…
Súri schloss die Augen, lies sich noch ein paar Dinge durch den Kopf gehen und als er sie wieder öffnete Stand der Mann abermals vor ihm.
„Bartimäus..“, murmelte Súri leise auf die erneute Begrüßung nur um kurz darauf zu dem Bewusstsein zu kommen, wie dämlich sich das für den anderen anhören musste.
Doch dieser lächelte ihn weiter an, auf eine Antwort auf seine ersten Fragen zu warten.
„Ich… es tut mir leid, meine Erinnerungen sind nicht die besten aber ich erinnere mich, Bartimäus. Habt dank, nun, mir geht es gut… ja, ich habe eine sehr gute Pflege in diesem Haus bekommen.“
Súri sprach leise, mehr wollte seine Stimme gerade nicht geben.
„Entschuldigt mir die Gegenfrage, sagt… wo bin ich hier? Was genau ist geschehen?“, gab er anschließend an den ersten Satz zurück.

Ornlu
07.07.2012, 23:14
"Hmm...weißt du das ist wie mit Frauen. Nur weil du dich etwas im Sumpf auskennst, heißt das ja nicht das du dich dnan auch in einem dichten Wald oder Grasland auskennst...verstehste? So von wegen Brünette und Rothaarige und Blonde und große Mädels mit großen Ommen und und dann die eher zierlichen und so...nur weil du mal auf einer drauf warst, wirste nicht auch auf ner anderen was tolles leisten können. - Wat? Wieso guckst du so verschüchtert zu Boden? Hörmal - ist doch alles so, wie in meinem Beispiel!", meinte Ornlu ganz plump und umgeben von rothaarigen, blonden und brünetten Weibsvolk, das von Ornlu es ja nicht anders gewohnt war aber Sennahoj gerade strafte oder bekicherte, als ob er nackt vor ihnen stehen würde.

"Verschwindet ihr Hexen oder ich begrabsche euch und sage dann Suzuran, dass ihr euch angeboten habt!", drohte der Druide dann, um etwas mehr unter vier Augen zu reden.

"Achja und pass bei Schwarzhaarigen auf...rote Lippen mit schwarzen Haar, frechen Augen und blasser Haut...die saugen dich aus mein Freund, die saugen dich aus. Nicht zu vergessen der geübte Blick in die AUgen. Schau allen Weibern genau in die Augen, siehst du da was wahnsinniges renn weg, sonst wachst du auf und bist entmannt! Aber zurück zum Wesentlichen. Einen Heiler kann man immer gebrauchen, ausserdem hast du auch den Lichtzauber drauf und paar andere Dinge. Das würde dich in einem Jagdkomamndo sehr nützlich machen. Aber umgekehrt zu einen Ballast, wenn du nicht mithalten kannst oder verloren gehst. Ich würde deswegen sagen. Wir versuchen es. Kommst in eines das zur Burg reisen wird. Wenn du mithalten kannst, kommst du dann auch mit zu den Gefechten. Ansonsten denke ich, dass auch wir einen Rückzugsort festlegen werden. Womöglich die Burg oder etwas ausserhalb. Da einen Heiler haben wird womöglich manch Bein oder gar Leben retten. Da kannst du dann deinen Wert beweisen und auch mir zeigen, dass es wirklich richtig war dich auszubilden. Machen wirs so? Denn dann solltest du dich schnell auf den Weg machen. Mit den Schlappen kriegst du nur nasse Füsse. Hol dir deine Stiefel und überlege dir genau was du mit nimmst. Achja Töpfe sind verboten. Machen zu viel Lärm."

Sennahoj
07.07.2012, 23:33
Mit Ornlu zu reden war immer wieder eine neue Erfahrung ... damit meinte man auch jedes Mal. Woran lag es, das er den Heiler immer wie einen Idioten dastehen lassen konnte. Was machte Sennahoj denn falsch? Er lenkte sich mit anderen Gedanken ab, konzentrierte sich auf das Gesagte ... den ... wichtigere Teil, wobei es gut sein konnte das alles irgendwo ...
"Wer braucht schon Töpfe ... seh ich aus wie ein Koch?", sagte er spontan. Dann nickte er aber nochmal Ornlu zu und ging los. Sein Ziel war der Garten. Er lief dorthin, schwang sich in sein Hütte und schnappte sich sein Sachen, streifte seine Stiefel über, die er schon etwas länger nicht mehr angezogen hatte und war auch wieder aus dem Garten raus ... noch schnell zur Heilkammer und sich ein paar Utensilien besorgen, um dann auf die Sumpfkrautplantage zu gehen, um sich dort einer gruppe anzuschließen.
Alles ging verdammt schnell, anscheinend blockte dies sein Nachdenkdrang. Doch eines konnte es nicht stoppen: Der Gedanke an den fremden Kranken: Súri. Er war in den letzten Tagen auskuriert, also bestand kein Gefahr mehr. Doch Súri kannte sich nicht aus in den Gefilden. Sicher würde Bartimäus auch mit den Jagdkommandos mitgehen. Auf den gelaufenen Weg zur Kammer bedachte er die Situation.

Thorwyn
07.07.2012, 23:33
Ja, wer hatte diesen Krieg eigentlich angefangen? Thorwyn wusste es nicht genau, die meiste Zeit seines Lebens hatte er an die südlichen Inseln, so er überhaupt von ihrer Existenz gewusst hatte, keinen Gedanken verschwendet.
„Ich schätze, wenn man die Könige fragt, wer angefangen hat, werden sie einfach auf den anderen zeigen“, seufzte er. „Rhobar hat bestimmt auch irgendwelche Ansprüche, auf die er sich stützt, auch wenn sie vielleicht schon eine gefühlte Ewigkeit zurückliegen. Und Ethorn hat seine Ansprüche, und irgendwie denkt jeder, er ist im Recht. Ich verstehe nur nicht, warum sie dieses Recht anscheinend um jeden verdammten Preis durchsetzen müssen … wäre es für Rhobar nicht besser, einfach auf dem Festland zu bleiben und sich dort um die Orks und die anderen Probleme zu kümmern? So wichtig kann diese kleine Insel doch nicht sein …“
Aber die Situation war nun einmal, wie sie war, und damit würde das Waldvolk zurechtkommen müssen – ohnehin konnte man es sich womöglich nicht unbedingt leisten, sich einfach für die Seite zu entscheiden, die im Recht war, wenn diese Seite verlor … irgendwie musste schließlich auch das eigene Überleben gesichert werden. Etwas, das den beiden Gehängten offenbar nicht gelungen war.
„Soweit ich das mitbekommen habe, war das einzige, was die beiden getan haben … dass sie eben zu uns gehören. Gehört haben. Vielleicht will Rhobar um jeden Preis seinen Einfluss durchsetzen und will solche mehr oder weniger unabhängigen Orte nicht haben … oder es lag nur an einem bestimmten Offizier oder so. Oder die beiden haben wirklich Mist gebaut, warum auch immer … und was auch immer. Die werden ja wohl kaum einfach irgendwelche Soldaten angegriffen haben.“
Nachdenklich stellte Thorwyn den Speer wieder in die Ecke und streckte sich neben Leyla aus. Mit ernster Miene ließ er seine Finger über ihr Gesicht wandern und ein paar Haarsträhnen durch seine Hände gleiten. „Aber vielleicht ist das ja nicht dauerhaft so“, meinte er noch. „Wenn man Rhobar ein bisschen piesackt, lässt er uns vielleicht in Ruhe, immerhin kann er noch mehr Gegner hier nicht gebrauchen. Aber es kann halt auch verdammt schiefgehen …“

Leyla
07.07.2012, 23:51
Und irgendwie sehe ich es schiefgehen, dachte sie, diesmal jedoch ohne es auszusprechen. „Was wird Ethorn tun, wenn er mitbekommt, dass eine dritte Kraft auf dieser Insel existiert und sich offenbar auf seine Seite stellt? Wird er es dulden? Wird er es gutheißen? Was ist, wenn er schon bald hier auftaucht und uns mit Gewalt zwingt, auch an allen künftigen Schlachten mitzuwirken? Er konnte auch bisher ohne uns, also kann er wohl auch künftig ohne uns. Nur dass dieses ohne dann bedeutet, dass wir nicht mehr sind und nicht, dass er nichts von uns weiß.“
Erregt setzte sie sich auf. Nicht, weil Thorwyn ihr übers Gesicht und durch die Haare strich und darin womöglich selbst Ablenkung und Beruhigung suchte, sondern weil ihr das alles nicht passte. Sie schaute zur Decke auf, durchbohrte diese mit ihrem Blick aber eigentlich, um das zu erreichen, was in größer Höhe im Gipfel des Baumes gelegen war. „Bitte lass die Oberen alle Wenns und Abers bedacht haben, bitte lass es keine voreilige Entscheidung sein, weil man nur an Rache denkt und diesen alten Zwist von damals vom Festland noch immer nicht aus den Köpfen hat. Und bitte lass es nicht der Anfang von solchen diktierten Entscheidungen sein, sondern eine einmalige Sache.“
Was zum Glück für sie beide nicht zur Debatte stand, war die Frage, ob sie sich an diesem Angriff beteiligten. Heilkundige mochten dabei zwar garantiert einige Arbeit bekommen, doch wollte Leyla diesen Krieg nicht auf diese Weise unterstützen. Zudem würden sie Schwarzwasser nicht vollends verlassen können. Jäger mussten hier bleiben, genau wie Entscheidungsträger und auch jemand Heilkundiges. Klar würde dadurch wieder mehr Arbeit auf einzelne zukommen, aber was sollte man tun? Hatten sie denn eine Wahl? „Hoffentlich finde ich in der Zeit, wenn sie alle weg sind, noch Freiraum, mich um deine Tränke zu kümmern.“

Sennahoj
08.07.2012, 00:36
In der Heilkammer traf er tatsächlich auf Bartimäus, der im Gespräch mit Súri war. Der sah seinerseits besser aus und man konnte seinen Zustand nun als stabil bezeichnen. Sennahoj nickte Bartmäus zu. Dann schritt er duch die Kammer und holte sich die nötogen Dinge.
Der Jäger schaute ihm nach, fragte nach seinem Handeln. "Ich habe beschlossen mit den Jagdkommandos zu gehen. Ich habe diese Entscheidung getroffen. Krieg kann man nciht gutheißen, in keinem Falle ... aber ich kann helfen, das unsere Kameraden besser aus der Sache rauskommen. Wie ist es mit dir?" Der Jäger verneinte, der Rothaarige nickte.
Der Gärtner schaute zu Súri "Wenn du fragen hast, wende dich an Bartimäus hier. Er ist auch schon länger in Schwarzwasser als ich. Aber wir sehen uns wieder, wenn ich zurückkehre ... wenn du noch da sein solltest."
Der eigentlich Fremde schaute verwirrt die anderen Beiden an. Sennahoj nickte nochmal zum Jäger, der diese Geste erwiderte, dann ging er schnell aus der Kammer raus, um sich den Gruppen auf der Plantage anzuschließen. Er wusste kaum welche reise er da gerade antrat, doch er wusste das er sie bestritt.

Bartimäus
08.07.2012, 00:45
Schwarzwasser, ein Ort voller rauchenden, saufenden, faulen Leute. Doch als die Glocke geläutet hatte kam plötzlich Leben in das Dorf. Zuerst kamen alle heran geeilt und dann zerstreuten sie sich wieder in alle Himmelsrichtungen, diesmal aber mit einem Ziel und einer Aufgabe.
Doch Barti ließ die Hektik nicht an sich ran und lauschte erst einmal Súris Worten.
"Du bist in der Heilkammer von Schwarzwasser, Sennahoj und ich haben dich hier her gebracht. Was davor passiert ist kann ich dir leider nicht sagen. Senna hatte dich noch vor mir gefunden und auch er wusste nicht viel, außer dass er dich im Sumpf gefunden hat.
Mich würde interessieren woher du kommst und warum du in den Sumpf wolltest?"
Doch schon wieder wurden sie unterbrochen bevor Súri antworten konnte. Diesmal war es Senna der die Kammer betrat, scheinbar wurde er auch von Geschäftigkeit gepackt.
Sie wechselten ein paar Worte, dann machte sich Senna auf und zog -mehr oder weniger- in den Krieg.

Raminus
08.07.2012, 22:33
Krieg mit den Myrtanern also? Hatte ihn die Vergangenheit also selbst auf dieser entfernten Insel, tief im Sumpf eingeholt? Die Kunde über diese Schicksalswendung lag nun schon einen Tag zurück, doch seitdem hatte sich Raminus vollkommen zurückgezogen. Solche Situationen waren das einzige was der Hüne wirklich fürchtete, seine grenzenlose Fröhlichkeit erstickte. Er wusste nicht damit umzugehen, am Ende jeder Möglichkeit sah er nur die Schrecken, die bereits sein früheres Leben ausgelöscht hatten.

Irgendwo in den Ausläufern des Sumpfes nahe dem Dorf hatte sich Raminus in das Geäst eines stabilen Baumes verkrochen. Weder wollte er mit ansehen wie irgendjemand den er kannte in den Krieg zog, nur um dann für immer zu verschwinden, noch wollte er irgendwelche Menschen um sich haben, die ihn dazu drängen wollten doch auch mitzugehen.
Leises Flügelschlagen rauschte an sein Ohr und verstummte kurz darauf in seiner Nähe. Kurzzeitig aus seinen finsteren Gedanken gerissen, ließ er ein schwaches Licht aufglühen. Grelle gelb-orange Augen starrten ihn aus der Dunkelheit an und erst nachdem er den Lichtschein etwas erweiterte sah er das Federkleid. ‚Eine Eule? Welch Ironie, hielt Ornlu sie nicht für ein schlechtes Omen?’

Der Handwerker war schon wieder dabei in die Vergangenheit zurück zu fallen, doch irgendwie wollte es nicht so richtig gelingen. Das durchdringende Starren der Eule hielt ihn hier in der Gegenwart. Ein kurzer Moment des Glücks. ‚Ich verstehe.’ Die Kugel aus Licht schrumpfte ein wenig, bis sie schließlich völlig erlosch. Zwei Gestalten, die unterschiedlicher nicht sein konnten, saßen auf einem Ast einer Sumpfeiche. Es würde noch dauern bis die Morgendämmerung ihr Treffen beenden würde…

Rekhyt
09.07.2012, 00:02
Enge Gänge, Erinnerungen Verstorbener, eine merkwürdige Maske, die Wiedervereinigung mit der zweiten Gruppe, ein Raum voller Schätze die man nicht angreifen konnte und schließlich der Ausgang aus dem Tempel, die Erleichterung der anderen es geschafft zu haben und die Rückkehr nach Schwarzwasser. Er hatte es alles miterlebt, er war dabei gewesen, hatte zugesehen, doch sich gleichzeitig auch abwesend gefühlt. Der Schweigsame war nie ein Mensch gewesen, der viel Betroffenheit gezeigt hatte, doch in diesem Fall schienen die Geschehnisse auch innerlich an ihm vorbeigegangen zu sein. Selbst das Gold hatte nicht einmal im ersten Moment seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ob den anderen eine Veränderung an seinem Verhalten aufgefallen war konnte er nicht sagen, es war ihm aber, wie alles andere auch, egal gewesen.

Seither war er in Schwarzwasser gewesen, war mehr oder weniger untätig herumgesessen und war dennoch frei von jeglicher Langeweile. Es schien als wäre sein Gehirn vollauf zufrieden damit, gerade aus zu starren und nichts zu tun. Nur um sich irgendwie und auf möglichst unkomplizierte Weise Essen zu beschaffen hatte er sich zielorientiert bewegt.
Gath war scheinbar weg, denn ihn hatte er nicht gesehen und auch sonst kreuzte sein Weg keine ihm bekannte Person, die ihn hätte ansprechen und ihn somit aus seiner Lethargie reißen können.
Erst als so ziemlich ganz Schwarzwasser auf einmal wach gerüttelt wurde, erreichte die Botschaft auch Rekhyts desinteressierten Geist. Zuerst hatte er den Worten nur gelauscht ohne irgendwelche Gefühlsregungen zu erleben oder sich Gedanken zu machen, doch dann gelang es seinem Unterbewusstsein doch einen Riss in die Mauer in seinem Kopf zu schlagen, durch den sich ein Gedanke in sein Bewusstsein schummeln konnte.
Krieg? Vielleicht wäre es nicht blöd, sich ein paar Gedanken darüber zu machen?
Doch noch bevor er den Gedanken wieder verdrängen und in seinen vorherigen Zustand zurückkehren konnte, war das Unheil bereits angerichtet. Während er sich den einen oder anderen Gedanken darüber machte wie viel er an sich ran lassen sollte, kamen immer weitere neue Gedanken dazu.
Warum hatte er überhaupt begonnen geistig komplett abwesend zu sein? Was brachte es ihm? Was hat es zu bedeuten, was beim Silbersee vor sich geht?
Und während in seinem eigenen Kopf eine Flut von Informationen eintraf, die analysiert werden mussten, erkannte er, dass er genug Zeit vergeudet hatte. Er musste endlich wieder aktiv etwas machen, ein Ziel verfolgen und einfach sein Leben leben!

Cyrith
09.07.2012, 14:36
Cyrith war wieder in Tooshoo.
Lange war er unterwegs gewesen und schließlich war er nun wieder in seiner Heimat angekommen. Rethus und der Jäger hatten sich für das erste verabschiedet, auch Cyrith hatte noch eigenes Zeug zu erledigen.
Alte Kontakte mussten wieder hergestellt werden, den Cyrith hatte noch sehr viel vor in der nächster Zeit.

In der Taverne selber war es um diese Uhrzeit ziemlich ruhig, die meisten hatte es wohl nach draußen an die Sonne gerufen aber davon hatte der Dieb gerade echt genug. Sein Geldbeutel verlangte nach Münzen, er wollte sich umhören ob es in der nähe vielleicht einen großen Fisch gab, der gerne ausgeraubt werden wollte.
Er bekam schließlich sein Bier, schien jedoch in Gedanken versunken zu sein, wo war sein Schakal hingekommen?

Ein paar Männer betraten die Taverne und setzten sich nahe an Cyrith. Dieser belauschte das Gespräch, sie unterhielten sich über eine Kutsche die anscheinend in den Sümpfen feststeckt. Vielleicht hatte diese ja ein paar wertvolle Güter geladen und wartete nur ausgeraubt zu werden. Der Dieb brauchte dringend ein paar neue Waffen, die wo er benutzte waren schon alt und benutzt von den Banditen.
Jedoch brauchte er Geld für Waffen aber vielleicht konnte Rethus ihm ja aushelfen.

Rethus
10.07.2012, 10:54
Cyrith ging seiner Wege. Dem Glatzkopf sollte es recht sein. Er wollte sich nur nach Schwarzwasser begeben, nicht unter das Volk mischen. Vom Volke hatte er in Setarrif genug gehabt.
Der Glatzkopf saß gerade auf einem umgefallenen Baum und hielt den Blick in Richtung des Dorfes gerichtet. An diesem Platz hatte er auch vor einigen Monaten mit Rubin und Bruce sein Lager aufgeschlagen, bevor jeder von ihnen seiner Wege ging. Es hatte sich auch nicht viel verändert. Einzig der Baum, auf dem Rethus saß, stand damals noch. Und seine Besitztümer hat auch noch niemand gefunden, zum Glück. Immerhin hatte er hier um die zweitausend Goldmünzen zurückgelassen. Rubin sollte sie für ihn vergraben, mit Erfolg so wie es aussah. Er konnte das Geld noch verdammt gut gebrauchen. Doch nicht jetzt... jetzt war sein Training wichtiger.
Rethus hatte bereits vier Morlerats im Sumpf erlegt. Ihre Mägen ähnelten denen von Schweinen. Und diese waren genauso gut wie Schafsmägen.
"Dann wollen wir mal", sprach der Glatzkopf mit sich selbst und nahm noch einen ordentlichen Schluck Wasser.

Nachdem er die hölzerne Wasserflasche vom Markt beiseite gestellt hatte, nahm er die vier Mägen, die noch ziemlich mit Blut beschmiert waren. Er war kein ausgebildeter Jäger. Daher sahen die Mägen nicht ordentlich herausgearbeitet aus, aber das war bei Rethus' Vorhaben egal. Sogleich ging er zu dem kleinen Bach hinüber um die Mägen gut durchzuwaschen. Als wirklich nichts mehr von dem Blut zu erkennen war, kehrte er zu seinem Baumstamm zurück. Jetzt nahm er sich einen vorbereiteten Faden und band das eine Ende des Magens zu. Anschließend blies der Glatzkopf vorsichtig auf der anderen Seite Luft rein. Als der Magen gut gefüllt war, band er das andere Ende auch zu. Nun nahm er Stofffetzen von seinem alten, loddrigen Umhang, den er eh nicht mehr anziehen wollte, und wickelte den aufgeblassenen Magen darin ein. Dazu legte er auch Flechten, die er im Wald gefunden hatte, unter den Stoff. Es durfte allerdings nicht zu dick sein. Der Stoff und die Flechten sollten den Magen nur schützen und dämmen. Jetzt griff er einen zweiten Magen und halbierte ihn mit einem Messer. Dann stülpte er beide Hälften jeweils auf einer Seite über. Das machte den Ball noch stabiler. Mal schauen...

Rethus begab sich auf einen festen Untergrund und warf den Ball auf den Boden, der wie erhofft zurückfederte. Nachdem er noch ein paar Test gemacht hatte beschloss er den anderen Ball anzufertigen. Der erste Ball benötigt zwar noch einen Feinschliff, aber er erfüllte seinen Zweck. Immerhin brauchte der Glatzkopf diese Bälle sowieso nur um damit seine Armführung zu trainieren. Er hatte nicht vor ein Ballspiel zu erfinden.

Leyla
12.07.2012, 21:15
Auf dem Weg von der Heilkammer hinauf in ihre Hütte blieb Leyla vor der Tür stehen und warf einen kritischen Blick auf die magisch angelegten Pflanzenkübel am Geländer der hölzernen Aufgänge des Baumes. Die Samen der Kakaopflanzen fühlten sich in dieser feuchtwarmen Luft hier im Sumpf offenbar ähnlich wohl wie in ihrer eigentlichen Umgebung, dem Dschungel. Etliche grüne Sprosse hatten sich aus der Erde ans Tageslicht gekämpft und in dieser relativ kurzen Zeit eine beachtliche Größe erreicht. Zu wenig für irgendeine Ernte, wohl aber genug, um zufrieden zu sein. Vielleicht sollte sie ihnen bei Gelegenheit einen magischen Wachstumsschub geben, vielleicht war es aber auch besser, sie einfach vollkommen natürlich großzuziehen und die Zeit abzuwarten. Die beiden Jäger hatten nun schon so lange auf das Ergebnis gewartet, da kam es auf diese vergleichsweise kurze weitere Zeit auch nicht mehr an.
Nachdenklich wandte Leyla daher den Blick ab, ließ ihn über die Baumgipfel, die sich teilweise zu ihren Füßen darboten, schweifen und betrat schließlich die gemeinsame Hütte. Zu ihrer Überraschung war sie allein, Thorwyn war noch nicht hier und es gab auch kein Anzeichen darauf, dass er vor kurzem hier gewesen war. Unzufrieden blickte die Blonde sich daher um, entdeckte auf dem Tisch das Blasrohr und daneben einen Fetzen Papier, der nicht so wirkte, als würde jemand sein Fehlen vermissen. Dann würde sie wohl ein wenig üben, bis der Geliebte kam.
Rasch entledigte sie sich aller überflüssiger Kleidung und machte es sich auf dem Bett bequem, ehe sie den Fetzen in viele kleine Teile zerriss, einen ersten davon sogleich zu einer Kugel formte und in den Mund nahm, damit er durch den Speichel zusammenhielt und schwerer wurde. Eben so, dass er sich vernünftig mit dem Blasrohr verschießen ließ. Eine geeignete Zielscheibe fand die Ovates auch sogleich: die Tür. Auf etwa drei Viertel der Höhe würde wohl der Kopf von jemandem sein, der hinein kam, dort nahm sie sich vor zu treffen. Doch der erste Versuch landete gerade mal auf halber Höhe, ein Bauchschuss quasi, für den sich jeder halbwegs begabte Bogenschütze wohl eher schämen musste. In Sachen Blasrohr war sie jedoch eine blutige Anfängerin, sodass ihr auch die folgenden Fehlschüsse eher weniger ausmachten. Die meisten trafen oder umrahmten die Tür und die nötige Kraft hinter den einzelnen Schüssen schien sie auch aufbringen zu können, sodass Leyla sich keine Sorgen darum machte, dasselbe nicht auch mit den Pfeilen hinzubekommen, wenn es darauf ankam. Diese wiesen aufgrund ihrer Schäfte sicherlich auch eine weit bessere, gerade Flugbahn auf, sodass das Treffen des Ziels leichter war, als mit diesen etwas luftigen Geschossen, die schon nach kurzer Flugzeit eine Kurve gen Boden beschrieben, sodass sie entsprechend höher ansetzen musste.
Genau in dem Moment, als sie nun einen sehr guten Schuss abgegeben hatte, ging jedoch die Tür auf und statt selbige perfekt an angepeilter Stelle zu treffen, landete die speicheltriefende Papierkugel nun mit einem flatschenden Geräusch mitten im Gesicht desjenigen, der da gerade ohne Klopfen hereinkommen wollte. Selbst schuld, befand sie gedanklich, gab dann jedoch ein entschuldigend klingendes „ups“ von sich.

Thorwyn
12.07.2012, 21:47
Es war seltsam leer im Ort, seit ein Großteil der Jäger und Waldläufer und anderer Leute ausgezogen war, um Krieg gegen König Rhobar zu führen. Oder vielleicht war es kein Krieg, sondern nur eine einzelne Schlacht oder ein Hinterhalt oder eine Vergeltungsaktion. Aber weg waren sie, was Thorwyn vor allem an der leeren Sumpflilie merkte.
Nachdenklich erklomm er nun nach seinem Abendessen – ob noch genug Nahrung da war, wenn die Gruppe zurückkehrte? Immerhin gab es im Moment nur wenige Jäger – den Baum und betrachtete kurz die Kakaopflanzen. Die machten sich gut, und das ohne magische Hilfe. Vielleicht würde es hier irgendwann eine eigene Schokoladenproduktion geben! Der Gedanke brachte Thorwyn zum Schmunzeln, er trat ein, und die Kugel, die ihn daraufhin an der Stirn traf, verscheuchte das Lächeln wieder. Allerdings auch nur, bis er sich das Geschoss abgewischt hatte und die Täterin erblickte.
„Pffff“, sagte er, und schon wieder erschien ein Grinsen auf seinem Gesicht. „Mehr fällt dir dazu nicht ein?“ Mit ein paar schnellen Schritten war er bei ihr, schubste sie um und stürzte sich für einen längeren Kuss auf sie. „Aber zugegeben“, stellte er zwischendurch fest, „du scheinst schon ganz gut zu treffen. Jedenfalls wenn du wirklich den Kopf treffen wolltest.“ Er unterbrach sich kurz für noch einen Kuss. „Aber wenn du mit Pfeilen schießt, würde ich eigentlich eher auf Körperteile zielen, denen man damit keine Augen ausstechen kann. Mit genug Kraft geht so ein Pfeil sicher auch durch Kleidung oder ein Fell durch.“

Leyla
12.07.2012, 23:30
„Du bist aber auch kein Tier“, entgegnete sie, „Du hast kein Fell und dich zu betäuben bringt mir auch nicht viel. Wobei du ...“, weitere Küsse unterbrachen ihren kurzen Wortschwall, „heute mal wieder ziemlich wild bist. Könntest dir mal was Neues ausdenken“, fuhr Leyla mit mehr oder minder gespielter Empörung fort und rollte sich kurz darauf geschickt zur Seite, als er sie einen Augenblick lang weder festhielt, noch anders unter Kontrolle hatte. Kurzzeitig bot sich ihr die Gelegenheit, ihrerseits die Oberhand zu gewinnen, doch sie verzichtete darauf.
„Wo warst du? Kommst doch sonst nie so spät und fast nie später als ich. Da hab ich mir heute sogar extra noch Zeit genommen und ein paar Sachen zusammengegeben, um mal wieder etwas voran zu kommen. Vielleicht brauche ich schon bald wieder Testpersonen. Für weniger gefährliche Sachen, als das Gift von neulich. Damit sind wir ja noch nicht weiter. Egal.“ Sonst erzählte sie jetzt noch so viel, dass er ihre Frage vergaß und sie selbst auch nicht mehr daran dachte, dass sie ihn eigentlich etwas gefragt hatte. Das kam in letzter Zeit aus irgendeinem Grund sehr oft bei ihnen vor, was nicht zuletzt daran lag, dass Thorwyn liebend gern mitten im Satz das Thema wechselte. Eigentlich eine wenig umgängliche Eigenschaft, aber was sollte sie tun? Oft bekam sie ja selbst nichts davon mit, so geübt war er darin schon. Erst viel später, erinnerte sie sich dann wieder an die vorherigen Themen oder Fragen, wenn es meist aber schon zu spät war, die Sache erneut anzusprechen.

Bartimäus
13.07.2012, 17:21
"Danke für das Essen, Mama. Bewahre!", rief er der Wirtin noch zu nachdem er nach einem einfachen, aber dennoch ausgezeichneten Essen die Sumpflilie verließ und er war nicht der einzige, der da drinnen Nahrung zu sich nahm. Im Gegensatz dazu war er aber sehr wohl einer der wenigen Jäger die noch im Dorf waren. Ein Großteil der anderen war losgezogen um die Setarriffer zu unterstützen und der Waldläufer war sich mehr als nur sicher, dass sie hungrig zurück kommen würden.
Woher hätten sie auch satt werden sollen? Ein Schlachtfeld war kein Speisesaal, außer vielleicht für Krähen, Ratten und Insekten, aber für Menschen waren sie wenn dann anstrengend und kraftraubend. Für ein wenig Reservenahrung zu sorgen, konnte also auf keinen Fall schaden und als wenn ihn das Schicksal bei diesem Vorhaben unterstützen wollte, lief ihm plötzlich Thorwyn über den Weg.
"Bewahre, Thorwyn!", grüßte der Jagdmeister sofort, "Es ist ja wie ausgestorben hier! Hast du gerade etwas vor? Ansonsten hätte ich dich gefragt, ob du vielleicht Zeit haben würdest mit mir für etwas Nahrung zu sorgen, damit wir vorbereitet sind, wenn alle zurück kommen."

Thorwyn
13.07.2012, 17:39
Wirklich leer, dachte Thorwyn und beobachtete stirnrunzelnd eine Schildkröte, die mit einem Büschel Pflanzen im Maul zwischen zwei Hütten verschwand. Wenn die anderen noch lange weg sind, finden sie bei der Rückkehr Scavengereier in ihren Betten, und im Baum hat sich ein Drache niedergelassen. So eine Stadtmauer hätte wirklich Vorteile …
Aber eine Stadtmauer hatte Schwarzwasser nicht – dafür gab es hier nicht einmal geeigneten Untergrund –, und so musste man eben damit zurechtkommen, dass ab und zu irgendwelche Tiere durch den Ort spazierten. Normalerweise mieden sie die Siedlung oder wurden von den umherstreifenden Jägern erlegt, aber von den letzteren waren zurzeit viele im Bluttal unterwegs. Im nächsten Moment unterbrach Bartimäus jedoch Thorwyns Gedanken.
„Oh, äh, bewahre“, grüßte der Jäger zurück und dachte schnell über die Frage nach. „Nahrung besorgen? Ähm, ja, warum nicht … mache ich ja sowieso öfter … oder meinst du woanders?“ Der Sumpf war zwar relativ reich an Wild und an diversen Pflanzen, aber alles wuchs hier auch nicht, so dass man sich auf die gelegentlich vorbeikommenden Händler verlassen oder andere Teil der Insel aufsuchen musste, um an bestimmte Dinge zu kommen. „Und was würdest du dann holen wollen? Getreide, Mehl?“ Er grinste. „Oder eine Rinderherde?“

Bartimäus
13.07.2012, 17:59
Eine Rinderherde? Bartimäus musste schmunzeln.
"Ja, die wäre durchaus ertragreich, unsere Leute würden sich sicher freuen. Nur wie würden wie die hier her bringen? Über das Gebirge treiben? Gar über dir Brücke und die schwarzen Schluchten? Oder durch den Orkwald und wenn wir da nicht aufpassen, schnappen die Orks sie uns noch weg. Und wenn wir sie gleich erlegen würden, würden wir sie nicht schleppen können und konserviert müssten sie auch noch werden.
Oder denke ich gerade viel zu kompliziert?
Getreide müsste dann erst einmal verarbeitet werden und so. Und Mehl könnte die Mama wahrscheinlich gebrauchen, doch von Fleisch hätten vermutlich alle am meisten."
Außer den Tieren, aber so funktionierten Nahrungsketten nun einmal.
Vielleicht war das Gebirge gar nicht so unpassierbar, schließlich mussten sie ja nur über die südlichen Ausläufer und nicht über die höchsten Gipfel, doch so genau hatte er es noch nie in Augenschein genommen, als einzigen Ort der Insel vermutlich.
"Kennst du dich aus in dem Teil vom Gebirge das an den Sumpf grenzt? Und dann gäbe es noch den Pfad westlich am Orkwald vorbei."

Thorwyn
13.07.2012, 18:15
„Hm“, machte Thorwyn und rieb sich nachdenklich das Kinn. Also doch ein paar Rinder oder so was? Das war natürlich auch das einfachste, wenn man mit wenigen Leuten möglichst viel Nahrung transportieren wollte, immerhin lief diese Nahrung selbst und musste nicht getragen werden. Bei den Wegen, die vom Osten der Insel – in den Westen ging man zurzeit am besten nicht – in den Sumpf führten, könnte es dann allerdings wirklich einige Probleme geben, denn bequem waren die nicht gerade.
„Irgendwie ginge das Gebirge sicher“, meinte der Jäger skeptisch, „aber in der Gegend kenne ich mich auch nicht wirklich aus, und ob es da richtige Wege gibt …? Die Tiere sollen ja auch nicht ewig brauchen, und wenn wir nicht gerade eine Herde Ziegen nehmen … wobei das natürlich auch eine Möglichkeit wäre, die können gut genug klettern. Und durch den Orkwald bin ich erst einmal gegangen, dem bleibe ich sonst so fern, wie es nur irgendwie geht. Der einzige Weg, den ich wirklich besser kenne, ist der über den Südosten der Insel, über die Brücke. Breit ist die wirklich nicht, aber ich würde sagen, dass man einzelne Tiere da schon drüber bekommt, der Reihe nach … hm.“
Ein wenig unschlüssig zuckte er mit den Schultern. „Wie viele wolltest du denn mitnehmen?“

Bartimäus
13.07.2012, 18:30
"Hmm.."
Thorwyn hielt die Brücke also für möglich. Bartimäus erinnerte sich noch daran was sie für Probleme um Férach über die Brücke zu bekommen, aber damals war das Wetter auch wesentlich windiger gewesen, heute würde es hoffentlich besser funktionieren und Barti konnte die Tiere vielleicht auch zusätzlich noch beruhigen.
Als er aber so grübelte, fiel ihm auf, dass Thorwyn eigentlich eine ganze andere Frage gestellt hatte.
"Oh, ähm, tut mir Leid, ich hatte gerade noch über die Brücke nachgedacht, und ich denke wir könnten es versuchen. Was die Menge angeht... hmm... nicht zu viel, sonst wird es zu viel Arbeit, richtet zu viel Schaden an, bei dem dem sie gehören und würde vielleicht auch gar nicht so sehr gebraucht werden, schließlich haben wir die Moleratfarm ja auch noch, und wenn die Jäger dann erst mal wieder da sind, wird sich auch die Jagd in den Sümpfen wieder normalisieren.
Also, heißt das, wir wollen dann mal aufbrechen?"
Dschinn, ja/nein? Überlegte er dann noch kurz im stillen, entschied sich dann aber sofort für nein. Er wäre noch ein Tier mehr, das über die Brücke gebracht werden musste und die Rinder würden sie auch zu Fuß unter Kontrolle halten können.

Thorwyn
13.07.2012, 18:47
„Aufbrechen … ja, sicher …“, erwiderte Thorwyn ein wenig zerstreut, während er sich gerade noch darüber klarzuwerden versuchte, was Bartimäus damit meinte, dass die Rinder bei ihrem Besitzer Schaden anrichten könnten. Allerdings kam ihm in diesem Moment noch eine andere Idee, so dass er den Gedanken vorerst verscheuchte.
„Sag mal, hast du schon mal Sumpfkraut verkauft?“, fragte er. „Ich meine, in Setarrif ist das ja nicht verboten, soweit ich weiß, und wenn man schon mal in der Nähe ist … vielleicht können die da welches gebrauchen. Hier gibt es genug davon, und so lässt sich nebenbei noch etwas Geld verdienen. Ich nehme am besten auch noch ein paar Felle und so was mit, die noch rumliegen. Die Händler, die hierherkommen, zahlen nicht besonders viel dafür. Und ich würde übrigens noch Leyla fragen, ob sie mitkommen will. In der Heilkammer ist zurzeit so wenig los, dass Osmo das auch alleine schafft, und es könnte unterwegs ziemlich nützlich sein, sie dabeizuhaben. Nicht nur, wenn einer von uns sich ein Bein bricht oder so.“

Bartimäus
13.07.2012, 18:58
"Da hast du Recht!"
Eine Druidin konnte in der Tat nicht schaden und auch die anderen Ideen waren gut.
"Nein, gemacht habe ich es noch nie, aber es ist durchaus ein guter Gedanke! Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die ziemlich gut dort dafür zahlen. Ich wüsste zumindest nicht, wo die Setarrifer ihr eigenes Sumpfkraut anpflanzen und zu uns kommen auch nicht so besonders oft Leute deswegen. Und es ist einfach zu transportieren, lass uns also was davon mitnehmen!"
Das Vorhaben schien immer größere Ausmaße anzunehmen, aber das war ja nichts Schlechtes, die Frage war nur, ob die Jagdtrupps nicht dann vielleicht sogar vor ihnen wieder zurück waren. Aber nun gut, es würde sich schon irgendwie ausgehen.
"Also sagst du Leyla bescheid und holst deine Sachen und ich organisiere etwas Sumpfkraut und wir treffen uns dann... ähm... vor Tooshoo? Oder braucht ihr noch mehr Zeit? Von mir aus könnten wir eigentlich jeder Zeit los!"
Viel braucht er ja auch nicht, aber da Leyla im Moment noch nicht einmal wusste was ihr bevor stand, würde sie vielleicht etwas länger brauchen.

Thorwyn
13.07.2012, 19:14
Bogen? Vorhanden. Spieß? Ebenfalls. Reichsbürgerurkunde? Lieber nicht. Felle? Die schon. Proviant? Nachdenklich ging Thorwyn noch einmal sein gesamtes Gepäck durch, das er mitnehmen wollte oder musste, und hoffte, dass er nichts vergessen hatte. Sie konnten schließlich kaum umkehren, wenn sie auf halbem Weg feststellten, dass sie etwas vergessen hatten, es sei denn, es war wirklich wichtig.
Als er der Meinung war, fertig zu sein, schulterte er seine Ausrüstung und wartete. Leyla war zwar mehr oder weniger sofort damit einverstanden gewesen mitzukommen, aber nun ließ sie sich doch etwas Zeit. „Na, endlich fertig?“, grinste der Jäger schließlich, als sie so weit war. „Man steht sich hier ja die Beine in den Bauch … aber was tut man nicht alles dafür, eine Heilerin dabeizuhaben.“
Mit einem stillen Kichern eilte er dann der Geliebten voraus die Treppe hinunter, damit sie draußen auf Bartimäus treffen konnten. „Auch fertig? Wunderbar“, meinte Thorwyn und schnupperte. Das Sumpfkrautpaket, das der Waldläufer mit sich führte, war zwar vielleicht zu übersehen, aber garantiert nicht zu überriechen. Gut, dass sie das Zeug nur in Setarrif und nicht in Thorniara verkaufen wollten. „Hm, übrigens“, fügte er beiläufig hinzu, „hat es eigentlich einen bestimmten Grund, dass du nicht auch im Bluttal bist? Oder, hm, einfach Zufall, weil irgendjemand ja auch hier die Stellung halten muss?“

Bartimäus
13.07.2012, 19:49
"Bewahret!", grüßte der Waldläufer schließlich die beiden, als sie aus dem Baum traten.
"Schön dich dabei zu haben, Leyla! Und nein, einen bestimmten Grund hat es eigentlich nicht. Aber es stimmt natürlich, dass irgendjemand hier bleiben muss und eigentlich bin ich auch relativ froh darüber, denn ich hege ehrlich gesagt nicht wirklich Rachegelüste gegen die Innosler, auch wenn sie mir nicht sonderlich sympathisch sind und Schlachtfelder sind auch nicht meine Lieblingsumgebung.
Ich nehme mal an, dass euch ähnlich geht, denn wenn ihr Ruhm und Ehre in der Schlacht suchen -und so wie ich euer Können einschätze wahrscheinlich auch finden- würdet, wärt ihr jetzt wohl kaum hier."
Noch während er geredet hatte, hatten sie sich auch schon in Bewegung gesetzt und verließen das Dorf gen Osten, wo sie die Stege zuerst in trockeneres Terrain und dann zur Brücke über die Schlucht bringen würde.
Als der Neugierige ihre Route im Kopf abging, kam ihm plötzlich eine wohl ziemlich absurde Idee.
"Sagt mal, auf der anderen Seite steht ja auch dieses Kastell. Ward ihr darin schon einmal? Es hat doch diesen Speiseraum in dem man sich das Esser 'erwünschen' kann. Glaubt ihr kann man dort auch größere Mengen zum Mitnehmen bestellen?", fragte er mehr scherzhaft als ernst gemeint, aber schließlich hatten sie doch ein gutes Stück an Weg vor sich, irgendwie musste man sich da ja unterhalten.

Thorwyn
13.07.2012, 20:20
Ruhm und Ehre auf dem Schlachtfeld … Thorwyn lächelte schief bei diesem Gedanken. Es gab Menschen auf dieser Welt, die für derartige Heldentaten geboren waren und ihre Erfüllung darin fanden, mit einer Waffe in der Hand ihre Ziele zu verteidigen und schließlich zu sterben, aber er war keiner von ihnen. Und er hatte auch nicht das Zeug dazu.
„Ich bezweifle irgendwie, dass ich wirklich so viel ausrichten könnte“, meinte er nachdenklich. „Ich bin Jäger, das kann ich am besten … na gut, vielleicht noch ein paar andere Sachen. Aber ich habe erst …“ Er dachte nach. „Hm, einmal? Einmal mit dem Bogen auf einen Menschen geschossen, und einmal mit dem Speer gegen einen gekämpft. Hat sich nicht so toll angefühlt, das hebe ich mir lieber für die Zeiten auf, in denen es wirklich sein muss. Und außerdem … ich weiß ja nicht, was mit den Eltern der ganzen anderen Mitglieder des Waldvolks ist, aber meine wohnen auf dem Festland, bei Kap Dun. Es würde sich irgendwie … komisch anfühlen, auf die Soldaten zu schießen, die meinen Eltern sonst die Feldräuber vom Hals halten.“
Er verstummte und dachte einen Moment darüber nach, ob er auch noch etwas zum Thema Innos sagen sollte, entschied sich dann aber dagegen. Das Thema wurde ihm schon jetzt fast zu viel. Stattdessen kam er lieber auf das Kastell zu sprechen. „Im Kastell waren wir schon mal, ja. Es war auch, hm, in Ordnung da, aber irgendwie auch … unheimlich? Ist jedenfalls kein Ort, den ich einfach so zum Spaß besuchen würde, jedenfalls nicht zu dritt.“ Er grinste flüchtig. „Wobei es sicher einen Versuch wert wäre, mit fünfzig Leuten vorbeizuschauen und sich so richtig satt zu essen.“

Bartimäus
13.07.2012, 20:35
Ein Essenstourismus ins Kastell, da würden die Schwarzmagier aber schön schauen. Und diese beiden komischen sprechenden Skelettdinger am Eingang wohl auch, sofern sie überhaupt noch irgendwie schauen konnten, aber offenbar konnten sie das. Wie dem auch sei, der Waldläufer wollte sich nicht länger mit der Frage beschäftigen, wie tote Gebeine ohne jeglichen Organen noch irgendwie die Funktionen Lebendiger ausführen konnten. Und selbst wenn, die einzige Antwort auf die er hätte kommen können war 'Magie'!
"Ja, das Kastell ist wirklich unheimlich, da gebe ich dir recht. Ich habe auch das Gefühl, dass die Spaß nicht wirklich so gut verstehen, also vielleicht sollten wir das lieber lassen. Am Ende verfluchen sie uns noch oder so und dann haben wir alles nichts davon!"
Es bestand zwar natürlich auch die Möglichkeit, dass böse Flüche und so nur Gerüchte waren und die Schwarzmagier gar nicht so mächtig waren wie man glauben mochte, aber der Neugierige hielt sie für eher unwahrscheinlich und würde sich so auf keinen Fall darauf verlassen wollen.
Noch dazu hatte Ad gemeint, dass das ganze Gebäude früher Kilometer von hier in der Wüste gestanden ist und das zeugte wohl wirklich von Macht, wenn sie einfach mal Tonnen von Stein von einen Moment auf den anderen versetzt hatten.
"So, da wären wir auch schon", kommentierte Bartimäus was die anderen beiden wohl unweigerlich gesehen haben mussten. Die Brücke lag vor ihnen und das Wasser klatschte weit unter ihnen geruhsam auf die Felsen.
"Noch ist sie ja nicht so ein großes Problem, am Rückweg wird das wohl komplizierter."

Daryn
13.07.2012, 21:35
Mit hoher Geschwindigkeit und begleitet von einem seltsam ploppenden Geräusch verließ das klebrige Knäuel aus zerkauten Sumpfkrautblättern seinen Mund. Es landete direkt vor Daryn auf dem Boden, der an einem der Bäume auf trockenem Gelände lehnte, eines der Beine angezogen, das zweite ausgestreckt. Zwischen ihnen lag nun das Objekt der Übung. Teilweise zu einer Pampe zerkaut, lagen die Überreste der Blätter nun wie die Hinterlassenschaft eines Pferdes vor ihm - nur in grün, kleiner und nicht ganz so übel riechend.

Ihm ging es weder um den Geschmack noch die Wirkung, die die Blätter in seinem Mund erzeugt hatten, auch die Optik konnte ihn nicht wirklich überzeugen. Vielmehr interessierte ihn, was für das gewöhnliche Auge verborgen blieb. Schritt für Schritt wollte Daryn an die Aufgabe herangehen, die ihm Ornlu schon vor einer ganzen Weile gestellt hatte. Mittlerweile beherrschte er den magischen Odem schon ganz passabel und auch die Wirkstoffe des Sumpfkraut, die sich nach dem Kauen wie eine kleine Wolke um die Blätter legten, ließen sich einfach durch seine Magie bewegen. Nun fehlte ihm nur noch ein letzter entscheidender Schritt: Den gesamten magischen Odem mit den Wirkstoffen des Krautes zu füllen. Dafür war der Lehrling nun hier, dafür hatte er das Sumpfkraut vor sich. Ob es dann letztendlich in seinem Mund war oder vor ihm auf dem Boden lag, schien ihm nicht relevant.

Nun denn.. Der junge Kerl atmete ein paar mal tief ein und füllte seine Lungen mit Luft, sowie auch mit Magie. Beides verbunden konnte dann in Form einer großen, goldenen Dunstwolke entweichen - dachte er. Er fühlte es nicht, hatte es nicht in Form einer Erschöpfung gefühlt, wie es früher war. Die Kraft in ihm war verbraucht und die Leere, die für gewöhnlich entstand, durch die Wirkung des Sumpfkrautes überdeckt. Statt einem ansehnlichen Nebel aus Magie hatte sich nur ein kleines Wölkchen gebildet, welches auf das Sumpfkraut flog. Zwar war die Größe nicht den Vorstellungen entsprechend, doch immernoch brauchbar. Mit seinem zutun trug die Magie die Wirkstoffe mit sich, manifestierte sich sogar in Form eines blassgrünen Dampfes, welcher ungefähr die Größe einer Faust besaß.

Triumphierend blickte der Vengarder auf seine Schöpfung hinab, sah wie sich das Grün immer weiter verdünnte und sich nach einer Weile in Luft aufgelöst hatte.

Badhor
14.07.2012, 15:46
Sein Umhang ruhte auf den Schultern des Jägers und verhüllte seinen gesamtes Hab und Gut vor den neugierigen Blicken von manch einer zwielichtigen Gestalt, die es hier in den Sümpfen sonder Zahl zu geben schien. Der Nordmarer ging bedächtig über einen Markt, der sich im Norden der Siedlung befand, nahe dem Eingang, durch den Badhor "Schwarzwasser", wie dieser Ort wohl genannt wurde, betreten hatte. Für den Reisenden hätte es kaum einer Warnung bedurft, vorsichtig zu sein, man hätte schon blind und taub sein müssen, um die gierigen Gestalten nicht zu bemerken, die sich an jeder Ecke herumdrückten. Unter seinem Mantel schloss sich Badhors Rechte fest um sein Messer, seinen wertvollsten Besitz und zugleich seinen vermutlich besten Schutz gegen übereifrige Gauner.
Hierhin zurückkehren würde Badhor wohl nur im Vollbesitz seiner geistigen kräfte und wenn es etwas Dringliches gab, das er besorgen musste.

Je weiter er sich jedoch dem Herz von Schwarzwasser näherte und sich damit weiter vom Markt entfernte, wurde es doch gleichermaßen ruhiger und gewann auch an einem eigentümlichen Charme, den sich der Jäger kaum erklären konnte, doch der dennoch nicht seine Vorsicht schmälerte, denn er erwartete immer noch nicht, an ein ehrliches Pflaster geraten zu sein...

Rethus
14.07.2012, 20:00
Es waren ein paar wenige Tage vergangen, seitdem Cyrith sich von Rethus getrennt hatte. Der Glatzkopf nahm allerdings stark an, dass sich sein Waffengefährte nicht für lange Zeit verabschiedet hat. Immerhin wollte er nach Schwarzwasser. Es machte wenig Sinn, wenn Cyrith jetzt sobald wieder aufbrechen wollte. Dann hätten sie sich den gefährlichen Weg durch den Orkwald sparen können. Und Cyrith wusste von Rethus‘ Anwesenheit in der Nähe von Schwarzwasser. Da sich der Glatzkopf genauso vorgenommen hatte in Schwarzwasser vorbeizuschauen wie Cyrith, machte es auch bei ihm wenig Sinn gleich wieder zu verschwinden. Nein, die beiden würden sich früher oder später wieder hier irgendwo treffen.

Vor zwei Tagen begann Rethus mit dem Training. Er hatte sich nun fest entschlossen das Selbststudium durchzuziehen. Jetzt wo er den Kampf mit dem Schwert in der linken Hand beherrschte, war das Erlernen zwei Schwerter in den Kampf zu führen wesentlich einfacher geworden. Blieb nur die Frage wie lange das dauerte. Aber Rethus war lernfähig.
Er hatte die beiden Bälle, die er aus Schafsmägen gemacht hat, in beiden Händen. Der Sinn dieser Übung bestand darin seine Hände gleichzeitig aber unabhängig voneinander zu verwenden. Jeder Idiot konnte einen Ball auf den harten Boden werfen und ihn auffangen, sobald dieser auf ihn zurückschnellte. Allerdings mit zwei Bällen zu trippeln lag eine ganze Messlatte höher. Wenn man das konnte, hatte man beide Arme völlig unter Kontrolle, selbst wenn sie völlig unterschiedliche Sachen machten.
Rethus ließ den Ball in der rechten Hand fallen und begann damit zu trippeln. Als das Ding etwa zum zehnten Mal wieder nach oben kam, fing er ihn auf. Anschließend setzte er dieselbe Übung mit der linken Hand fort. Dabei merkte er, wie gut die Lektion bei Trilo geholfen hatte. Die Führung des Balls in der linken Hand war der in der Rechten entsprechend. Gut, wieder stoppte er die Übung ab. Jetzt ließ er beide Bälle fallen. Dreimal federten sie gleichzeitig nach oben, bis einer von beiden aus der Bahn fiel und Rethus völlig aus dem Konzept kam. Den Ball für die linke Hand konnte er noch auffangen. Allerdings sprang der andere weg… Mist! Aber der Anfang war gut. Er sollte tatsächlich anfangen sie gleichzeitig und gleichförmig zu trippeln, bevor er sie versetzt zu einander anspielte.

Wieder ließ er beide Bälle fallen. Parallel zueinander begann er die Bälle gleichförmig zu trippeln. Sehr gut, dieses Mal gelang ihm das etwas geschickter. Aber er bemerkte schnell, dass es überfordernd sein konnte auf beide Bälle gleichzeitig zu achten. Immerhin schlug er sich recht wacker. Acht, neun, zehn, elf… sehr gut… fünfzehn, Mist… Wieder kam einer der beiden Bälle außer Kontrolle. Der Glatzkopf konnte ihn nicht mehr retten. Aber fünfzehn waren schon einmal nicht schlecht. Erst wenn er das ohne hinzugucken und fünfzig Mal geschafft hat, wollte er zum nächsten Schritt übergehen.
Also weiter…

Rethus
15.07.2012, 00:14
Geschafft warf der Glatzkopf einen der Bälle ein letztes Mal auf den Boden, sodass dieser gegen einen Baum federte und von da aus zu Rethus zurück kam. Reicht für heute! Vierunddreißig war sein Rekord. Diese hohe Zahl für diese Übung war für die ersten Tage eine beachtliche Leistung. Wenn er so weiter trainiert würde er die fünfzig in wenigen Tagen erreichen. Dann ging es weiter mit dem versetzten Trippeln der Bälle.
Er packte die beiden Bälle zwischen ein paar Ästen und dem umgekippten Baum. Anschließend legte er noch ein paar Zweige und Blätter darüber, damit am nächsten Tag keine Kinder auf dumme Gedanken kamen.
Alles klar, Feierabend für heute. Rethus war müde geworden. Er freute sich jetzt schon auf ein heißes Bad und das Bett in der ‚Lilie‘. Aber zuvor würde ihm wohl noch ein Bier gut tun. Wie schon oft angemerkt war das Bier in Schwarzwasser zwar Mist, aber besser als nichts. Das blonde Gebräu war eben deutlich lascher als das Paladiner der Rotröcke. Paladiner hatte Rethus ja schon seit einer Ewigkeit nicht mehr getrunken. Das war eines der guten Biere für Genießer. Aber jenes in Schwarzwasser wurde so süffig und lasch gebraut, dass es eigentlich nur zum hinter schütten gut war – eben ein Bier zum Saufen als zum Genießen.

Soeben betrat der Schwarzgekleidete das Dorf. Mittlerweile war in dem Ort Ruhe eingekehrt. Dennoch gab es einige Gestalten, die noch ihres Weges gingen. Der meiste Trubel befand sich selbstverständlich noch in und vor der ‚Sumpflilie‘. Morgen war der freie Tag. Das merkte man sofort. In der Kneipe war einiges los. Man hörte herzhaftes Gelächter. Selbst vor der Kneipe tummelten sich zwei kleine Gruppen. Manche von ihnen rauchten genüsslich. Andere wiederum erzählten sich lustige Geschichten, wovon jedoch fast nichts mehr zu verstehen war. Der Witz, also warum auch immer sie lachten, wurde gänzlich durch ihr Lallen zerstört.
Rethus öffnete die Tür. Tatsächlich, die Taverne war brechend voll. Fand hier ein Konzert statt oder was? Langsam arbeitete sich der Glatzkopf zum Tresen vor. Dort bestellte er sich so schnell wie möglich ein Bier. Solche Abende in Tavernen waren herrlich. Das Raunen der Leute sorgte ordentlich für Stimmung. Und die Mama konnte sich bei diesem Umsatz auch nicht beklagen.
Das letzte Mal als Rethus so eine Stimmung genoss, befand er sich auf dem Fest in Vengard, als sie mit der Armee den letzten Feuerkelch gefunden hatten. Mensch, wie das vermisst hatte. Vielleicht war auch Cyrith hier irgendwo.
Sogleich schaute er sich um. Bei dem Gedränge und den herumlaufenden Leuten hatte man allerdings einen schlechten Überblick. Nichtsdestotrotz löste sich Rethus mit seinem Humpen von der Bar. Vielleicht musste er einfach nur etwas herumlaufen um auf Cyrith zu treffen. Oder der Kerl hatte ihn bereits gesehen und wartete nur darauf die Augen von ihm zu erwischen… immerhin fühlte sich der Schwarzgekleidete beobachtet… doch gut war ihm dabei nicht zu mute. Seine Stimmung schlug gerade mit einem Schlag um. Hier, in dieser Taverne, war jemand, der nicht hierher gehörte. Der Glatzkopf spürte das.
Er nahm einen kleinen Schluck von seinem Bier und schaute sich dabei um. Es gestaltet sich schwierig unter all den Leuten etwas Auffälliges zu beobachten. Langsam drehte er sich und hielt stetig die Besucher im Blick. Irgendjemand sollte nicht hier sein… Plötzlich spürte Rethus etwas. Tatsächlich… wenn Rethus etwas Unnatürliches spürte, dann konnte das nur etwas Magisches sein. Doch diese hier war ihm nicht vertraut. Sie gab ihm zu bedenken… Dann hörte er das Zufallen der Tür, das nur leicht vom Feiern der Leute übertönt wurde.
So schnell wie möglich eilte der ehemalige Gardist zur Tür und schließlich nach draußen. Dort befanden sich nach wie vor die betrunkenen Typen, die sich unterhielten. Da Rethus nicht erwartete Etwas von den Typen zu erfahren, spähte er in die Dunkelheit. Im letzten Moment konnte er noch eine Gestalt erkennen, die einen Mantel trug. Er war gänzlich schwarz, aber war mit aufgenähten Symbolen überseht. Im Licht der letzten Fackel erkannte Rethus die Symbole… oder das Symbol, das mehrfach über den ganzen Mantel verstreut war… Pentagramme.

Dann verschwand die Gestalt in der Dunkelheit…

Badhor
15.07.2012, 13:25
Am Morgen war Badhor aus einem tiefen und traumlosen Schlaf erwacht an einem Ort, den er seit dem gestrigen Tage nicht gekannt hatte, der aber zweifelsfrei als Taverne zu identifieren war. Un den Räumen hatte der schwere, sumpfige Geruch von Alkohol, Schweiß und Sumpfkraut gelegen, der dem Jäger stetig auf den Kopf schlug und ihn un bleierner Schwermütigkeit hielt. Bisher hatte er noch keinen Ort in Schwarzwasser gefunden, dem der bedrückende Eindruck abging, der sich mit der schwülen Hitze und dem penetranten Geruch des Sumpfes verband.

So fremdartig und gegensätzlich zu seiner Heimat dies auch alles war, hatte der Nordmarer dennoch den Eindruck, dass sich die Siedlung um Tooshoo auf eine befremdlcieh Weise doch mit einem seltsamen Gefühl von Freiheit verbinden konnte, wen auch nicht gerade in dem alten Sinne, den er noch aus älteren Tagen her kannte.

Irgendwo auf dem Markt hatte sich der Jäger noch einen Bissen Brot erstehen können, das sicher nicht den Hochgenuss dieser Welt verkörperte, aber dennoch besser war, als mit knurrendem Magen durch die Stadt zu laufen, obwohl dies vielleicht ein paar Dieben den Eindruck vermittelt hätte, dass es bei ihm nichts zu holen gab.

Gerade hier beschlich Badhor immer mehr das Gefühl, eine andere Welt betreten zu haben, die der alten im stärksten Gegensatz gegenüber stand...

Raminus
16.07.2012, 17:10
Alles ging irgendwie schleppend in den letzten Tagen, die Arbeit, die Magieübungen, ja die Zeit selbst schien nur langsam zu vergehen. Seit einige der Dorfbewohner anscheinend in den Krieg gezogen waren oder sich zumindest daran beteiligten war Raminus etwas missmutig und ruhiger geworden. Nichts was ewig anhalten würde, aber es dauerte immer ein wenig bis er wieder zu seiner alten Fröhlichkeit gefunden hatte. Nachdem er jedoch trotzdem einige Fortschritte mit dieser Telekinese-Sache gemacht hatte, hielt er es für ganz sinnvoll sich mal wieder mit Ornlu zu treffen.

Der Hüne war bereits auf dem Weg zu dem großen Baum als ihn ein ehr finsterer Gedanke ereilte. Woher wusste er eigentlich, dass der Druide noch da war? Er konnte ja ebenso beschlossen haben an den Kämpfen teilzunehmen, das hieß es bestand keinerlei Garantie, dass er Ornlu überhaupt finden würde, geschweige denn je wieder sehen würde. Noch betrübter als sonst erklomm Raminus daher die Treppen zur Baumkrone. Wie zu erwarten, war zunächst niemand zu sehen, aber zumeist tauchte der Druide oder sein Rabe kurze Zeit später auf. Als jedoch überhaupt nichts dergleichen geschah wusste sich der Handwerker nicht anderes zu helfen, als einfach mal nach dem Druiden zu rufen, vielleicht tauchte er oder jemand anderes ja auf, der ihm weiterhelfen konnte. Ansonsten müsste er sich einmal quer durch den ganzen Baum fragen. Hallo? Ornlu bist du da? Oder sonst irgendjemand? Raminus versuchte sich an die Namen derer zu erinnern, die Ornlu ihnen gesagt hatte. Andere Druiden an die sie sich ebenfalls wenden könnten, aber der Sägewerker würde die Namen wohl erst wieder erkennen, wenn man sie ihm erneut nannte…

Corax Erindar
16.07.2012, 17:31
Kra, schallte es ihm von der Stange entgegen. "Schusch", erwiderte Corax genervt. Kra, kam es wieder zurück. "Elende Nervensäge...", sagte Corax und rieb sich die Schläfen. Nervensäge war der Name den er diesem Raben gegeben hatte, aus offensichtlichen Gründen. Der große, schwarze Vogel hoppste mit einem Flattern von der Stange und landete schwer auf seiner Schulter. "Korn", sagte er und grub seine Füße schmerzhaft tiefer in die Schulter des Druiden. Der Rabe konnte nur einige Worte sprechen und hatte Corax damit äußerst überrascht. Er musste sie sich selbst beigebracht haben, nur durch scharfes beobachten. Corax hatte das Potential in dem Vogel erkannt und ihn bei sich behalten, doch wie sich zu seinem Leidwesen herausstellte gingen offenbar große Intelligenz und große Nervigkeit Hand in Hand. Er öffnete eine Schublade in seinem fein gearbeiteten Tisch und holte einen kleinen Beutel hervor. Er griff mit einer Hand hinein und verteilte den Inhalt auf dem Tisch. "Hier bitte, friss und sei glücklich.", murmelte er, während der Rabe fröhlich krächzend auf den Tisch hüpfte.

Corax stand auf, ein wenig frische Luft würde ihm gut tun. Nicht das es in seiner Behausung jemals an frischer Luft mangelte. Doch ohne den Wind fühlte sie sich nicht so an wie frische Luft sich anfühlen sollte.
Als er nach draußen schritt hörte er eine Stimme über die Baumkrone rufen. Ein großer Mann mit Glatze verlangte nach dem populärsten Druiden Tooshoos. Und wie immer wenn er nicht zur Stelle war fiel es wohl an Corax zu übernehmen. Er bevorzugte es wenn Ornlu da war.
War er aber nicht und so machte er sich auf den Weg. "Bewahre.", rief er dem unbekannten entgegen, "Ornlu ist nicht ausgezogen und soweit ich weiß", er machte eine Pause und horchte nach dem Wind, "wird er nicht allzu bald zurückkehren, fürchte ich. Doch wenn es dir recht ist kannst du mir von deinem Begehren erzählen, vielleicht kann ich dir helfen." Er musterte den Mann vor sich erneut. Er hatte ein äußeres das von harter Arbeit geformt war, doch schien es ihm als hätte er eine sanfte Natur vor sich. Doch der zweite Eindruck war genauso trügerisch wie der erste und so hielt er sein Urteil zurück. "Ah, mein Name ist überigens Corax."

Raminus
16.07.2012, 17:54
Bewahre grüßte er freundlich den Aufgetauchten. Ornlu war es in der Tat nicht, obwohl Raminus für einen kurzen Moment zuvor dachte einen Raben krächzen gehört zu haben. Doch dieser Corax schien ebenso hilfsbereit und…Corax? Wenn sich der Kahlkopf nicht täuschte dann hatte Ornlu eben diesen Namen mit als einen der ersten erwähnt, neben Suzuran, die Raminus zwar noch nicht getroffen, jedoch von Andrahir einiges über sie gehört hatte. Ein leichtes Grinsen setzte sich auf seinem Gesicht durch, die Kunde das Ornlu tatsächlich für einige Zeit weg war ließ ihn nichts Gutes ahnen, dennoch freute er sich über den Zufall einen anderen Druiden gefunden zu haben. Die fast schon ungewöhnlich grünen Augen des Gegenübers ruhten ruhig und doch durchdringend auf dem Lehrling, ganz als ob er sich gerade einen umfassenden ersten Eindruck verschaffen wollte.

Ich bin Raminus. Ich weiß nicht ob du überhaupt schon mal von mir gehört hast, aber Ornlu erwähnte deinen Namen bereits einmal. Eigentlich bin ich mit zwei anderen zusammen sein Lehrling und wollte ihn jetzt um Rat bitten. Ich hab zwar schon vermutet, dass er eventuell dem Ruf des Kampfes gefolgt ist, aber jetzt hab ich zumindest Gewissheit. Seine Freundlichkeit verschwand zwar nicht aus seiner Stimme, doch das Lächeln verging. Entschuldige, das wirkt jetzt fast schon wie ein Überfall, aber könntest du mir bei einem Problem mit einem Zauber helfen? Große Geheimnistuerei war hier unangebracht. Raminus wusste, dass es sich bei Corax um einen Druiden handelte und er selbst hatte sich als Lehrling eines solchen zu erkennen gegeben. Sofern du Zeit hast versteht sich, ansonsten schau ich einfach später einmal wieder vorbei. Ich weiß ja auch gar nicht wie lange Ornlu weg bleibt. Wieder meinte der Hüne irgendwo ein Krächzen zu hören, gefolgt von etwas Gepolter, doch das Geräusch verstummte alsbald wieder, so dass er nicht weiter beachtete…

Corax Erindar
16.07.2012, 19:34
"Ein Schüler von Ornlu? Mhh ja das passt. Ich glaube er hat dich mal erwähnt.", dieser Raminus hatte die Ausstrahlung von jemandem der dabei war sich auf den Pfad zu begeben. "Du solltest allerdings besser aufpassen.", tadelte er leicht, "Ich habe nie gesagt das Ornlu in den Kampf gezogen ist, nur, dass er momentan nicht hier ist." Wenn er schon dabei war konnte er Raminus gleich noch ein wenig Sinn fürs Detail einbleuen. "Aber nun gut, ein Zauber sagst du? Was hat Ornlu dir beigebracht und was ist dein Problem, erzähle."

Raminus
16.07.2012, 19:49
Nun er scheint aber genau wie einige andere aus Schwarzwasser genau zu dem Zeitpunkt verschwunden zu sein, als Mertens in der Kundgebung den Konflikt erwähnt hat, davon abgesehen war Ornlu ebenfalls bei der Bekanntgabe dabei. Zusammen mit deiner Aussage, dass Ornlu für einige Zeit abwesend sei, kam ich zu dem Schluss, dass er ebenfalls in den Kampf gezogen sei. Ich kann es zwar nicht mit Sicherheit sagen, aber unwahrscheinlich ist es nicht gerade. Ein bisschen seiner Fröhlichkeit kam wieder und er merkte, er sollte einfach mal wieder unter Menschen gehen, sich unterhalten, zusammen etwas trinken.

Lächelnd fuhr er fort: Aber gut lassen wir das Thema ruhen, deshalb bin ich nicht hier. Bisher beigebracht hat OOrnlu mir, wie ich mit Tieren auf einfache Art und Weise kommunizieren kann und wie ich ein Licht erschaffen kann. Beides klappt soweit ganz gut, etwas regelmäßige Anwendung fehlt mir zwar noch, aber ich weiß von den Zaubern ja erst seit ein paar Wochen. Als letztes war jetzt ein Zauber dran, den er Telekinese nannte. Mir war zwar das Wort fremd, aber worum es dabei geht ist mir schon klar. Ich habe jedoch Schwierigkeiten dabei das volle Potential des Zaubers auszuschöpfen. Kleine Dinge auf kurze Distanz ja, aber soweit ich weiß, sollte die Grenze doch meine eigene Kraft sein. Wenn ich das einmal mit meiner täglichen Arbeit vergleiche, einen kleinen bis mittleren Baumstamm ist so kein Problem für mich, aber mit dem Zauber schaffe ich es höchstens dass das Holz etwas herumwackelt. Fehlt mir da magische Kraft, oder muss ich zum Beispiel mit der Magie den Baumstamm ebenso geschickt hochheben, wie ich es sonst auch tue…

Putorius
16.07.2012, 20:42
Nun saß er wieder hier, genau wie am vorigen Tag und an dem davor. Wie lange war er eigentlich schon in Schwarzwasser und tat nichts sinvolleres, als Abends in der Sumpflillie zu hocken und ein Bier zu trinken? Er wusste es ehrlich gesagt nicht und bis vor kurzem hatte es ihn auch nicht sonderlich interessiert. Doch seit vor ein paar Tagen die Jagdtrupps losgezogen waren hatte ihn eine Unruhe befallen, und er hatte sich verflucht, immer noch nicht kämpfen zu können und ausserdem auch seine Lehre bei Cécilia nicht weiter verfolgt zu haben. Doch als er voller Reuhe zu ihr gehen wollte um sie um wiederaufnahme der Lehre zu bitten war sie bereits aufgebrochen und so erwartete er hier wie auf glühenden Kohlen die Rückkehr der Kämpfer, oder zumindest eine Nachricht von der Front.
Die Sumpflilie wirkte heute seltsam leer, ob das nun daran lag, dass ein Teil des Waldvolkes im Bluttal war, oder daran, dass Putorius Keinen, der Anwesenden, näher kannte, und so war es nicht verwunderlich, dass ihm die etwas auffällige Gestalt am Nebentisch wieder ins Auge fiel. Relativ groß dazu aber erstaunlich mager, wohnte seit ein paar Tagen auch in dem Schlafsaal, in dem Putorius lebte, und es war ihm anzusehen, wie wenig er mit der Lebensart des Waldvolkes anfangen konnte.
Und als sich der Schwarzhaarige sein zweites Bier holte, beschloss er, dass es an der Zeit wäre diese dem Fremden nahezubringen und so setzte er sich mit seinem Krug an dessen Tisch:"Bewahre", grüßte er nach der Sitte der Sumpfbewohner, "Noch nicht lang da, was?" und musterte sein Gegenüber unverholen.

Badhor
16.07.2012, 20:54
Manchmal fragte sich der Jäger, warum er eigentlich gegangen war. Wenn ihm seit seiner letzten großen Jagd nur Nordmar zu klein gewesen war, dann war es heute schon die Welt, die am Ende nur ein zu kleines Zelt für zu viele Leute zu sein schien. Jetzt saß er schon seit ein paar Tagen nur in einer Taverne, hatte das Gespräch mit jedem bisher gemieden und trank ein paar wenige Bier am Abend ohne zu wissen, wohin er gehen sollte.

Ehe er sich wieder an einen Tisch setzen konnte, sprach ihn dann auch noch irgendjemand an, der wohl schon länger hier lebte doch kaum älter sein konnte als er selbst.

Badhor ließ sich wieder auf seinem Stuhl niedergleiten, nachdem er auch dem anderen einen am selben Tisch angeboten hatte.

"Friede mit euch! Nein, aber ihr seid es. Und ihr wollt wissen, wie ich heiße, ohne euch selbst vorgestellt zu haben?"

Bengar Ulfson
16.07.2012, 21:11
Der tag war fast zu Ende, aber immerhin hatte er alles erreicht, was er hatte erreichen sollen. Er und ein paar andere 'Wasserträger' waren beautragt worden, eben dies zu tun, nämlich Vorräte zu holen. Zwar gab es auch das meiste da, wo gab es viel da, wo das Waldvolk lagerte, aber der ein oder andere hatte auch Lust auf ein wenig Luxus - wobei das eher die weniger abgehärteten waren. Vielleicht wollten sie aber auch die Frischlinge für einige Zeit aus den Füßen haben, wer weiß, wer weiß.

Wie auch immer, das Zeug war gepackt und teilweise unterwegs, sie sollten ja keinen großen, leicht zu entdeckenden und damit zu überfallenden Tross bilden. Bengar Ulfson jedoch hatte nicht vor, so gleich loszuziehen, sondern sich erstmal ein oder zwei Bier zu kümmern. Das ein oder andere Goldstück hatte er ja von dem ein oder anderen Myrtanerer ja erbeutet, das es auszugeben galt.

So betrat er also die Sumpflinie, das wohl edelste Etablissment der Stadt, wohl auch, weil es so ziemlich das einzige war. Es war wenig los, kaum verwunderlich ob der Ereignisse im Bluttal, das sich seinen Namen einmal mehr verdient hatte. Dennoch lungerten da auch zwei Typen rum, die eigentlich so aussahen, als könnten auch sie anpacken in jenem Tal.

Wie auch immer, er grüßte sie und setzte sich zu ihnen, ein Bier bestellend, auf die nun folgende Begrüßungsrunde wartend.

Putorius
16.07.2012, 21:35
Fast schon bereute Putorius sich zu dem Fremden gesetzt zu haben, der ihm nur etwas griesgrämig antwortete. "Also erstmal bist hier in Schwarzwasser, wenn du nach draussen schaust gibts hauptsächlich Dreck und Gestank, hier kümmert sich keiner um ein hochgestochenes -ihr- oder -euch-, zumindest wenn du nicht mit einem hochrangigen Sprichst. Denn mit deiner Ausdrucksweise erntest du hier höchstens Gespött", noch zu gut erinnerte er sich daran, wie er am Anfang versucht hatte, mit hochgestochener Sprache hier zurechtzukommen. Das Ergebnis war, dass sich Andrahir und Griffin köstlich darüber amüsiert hatten. Also waren seine Worte, auch wenn sie Barsch klangen, eigentlich als guter Rat gemeint.
Gemächlich holte er seine Pfeife hervor, began diese zu stopfen und wollte gerade auf die Frage des Fremden eingehen, als ein weiterer vereinzelter Gast hereinkam und sich zu ihnen gesellte. Auf den ersten Blick ein typischer Sumpfbewohner, ein wenig unordentlich und schmuddelig, wie jeder hier, und auch er verwendete den typischen Gruß des Waldvolkes. Auf den zweiten Blick viel Putorius jedoch ein Verband auf, der dessen Unterarm zierte und erstaunlich professionell wirkte, auf jedenfall nicht so, wie eine selber verartztete Wunde, die man sich auf der Jagd zugezogen hatte. War das etwa ein Bote aus dem Bluttal?
"Bewahre, du kommst nicht zufällig vom Silbersee?",dabei zeigte er auf die Verletzung,"Ich bin übrigens Putorius und er ist der grisgrämige Reisende. Aber erzähl, was gibt es neues vom Krieg, haben wir schon verloren?"

Badhor
16.07.2012, 21:51
Der Jäger trank erst noch einen kräftigen Schluck Bier, ehe er sein Augenmerk dem nächsten Fremden schenkte, der sich binnen weniger Minuten zu ihm gesellt hatte. Das Volk hier war anscheinend geselliger als man es von Aussteigern hätte erwarten sollen.
Bei der Erwähnung des Silbersees und des Krieges musste er jedoch aufhorchen, war er doch erst vor kurzem da gewesen, ohne auch nur das geringste Auffällige entdeckt haben zu können.

"Friede mit dir! Wo ich nicht der 'griesgrämige Fremde' bin, nennt man mich Badhor."

Er schwieg noch einmal kurz, um eine kleine Lücke dort zu lassen, wo sich die beiden seinetwegen eine Herkunft und Lebensgeschchte hindichten konnten.

"Steht es um den Krieg wirklich so schlecht, dass wir bald alle rot tragen müssen?"

Bengar Ulfson
16.07.2012, 21:57
Jaja, zwei, die sich nicht freiweillig meldeten, wie sie im Buche stehen. Und ein ganz neuer, denn Neu was Bengar Ulfson selbst ja irgendwie auch. Auch wenn er langsam anfing, sich hier zu Hause zu fühlen. Zu Hause, ein komischer Begriff, wenn man so über ihn nachdenkt und der Jäger hatte nie eines gehabt. Doch es stimmte, hier in Schwarzwasser, fühlte er genau das, er war zu Hause.

»Rote Röcke? Wohl eher roserne, so wie die kämpfen«,

entgegnete Bengar Ulfson ganz entspannt auf die Fragen.

»Aber mal im Ernst, den Krieg gewinnen werden sie eher nicht. Schwarzwasser und das, äh, Waldvolk haben zusammen mit den Setarrifern gut unter ihren Truppen gewütet. Aber die Waldläufer haben die miesten Arbeit gemacht, ich und der Rest der Anfänger haben uns eher etwas zurückgehalten. Wobei es am Rande des Schlachtfeldes auch genug zu tun gab. Fallen aufstellen, Verstreute gefangen nehmen und vor Skletteichhörnchen flüchten zum Beispiel.«

Badhor
16.07.2012, 22:20
Badhor maß den jungen Jäger mit einem leicht traurigen Ausdruck. Er kannte zu wenig Furcht und würde wohl auch nicht mehr alt genug werden, um es noch zu lernen. Hochmut schlug eine Brücke in Beliars Reich die schneller dorthin führte als es Furcht jemals konnte. Es schien ihm fast, als geisterte sein Gegenüber noch in dieser seltsam heilen Welt, in der Krieg nur ein Spiel und der Feind nur der Verlierer ist.

Das hatte er nur zu oft schon in Nordmar während der Orkkriege tiefer im Süden gesehen und allem Anschein nach würde er es hier noch einmal mehr sehen müssen.

"Und wie viele Feuermagier haben auf der feindlichen Seite gekämpft, als ihr euren Sieg hattet?"

Er klang dabei so mürrisch, wie die Frage auch gemeint war, er hasste es, große Propheten zu hren, die den Sieg schon als sicher sahen.

Bengar Ulfson
16.07.2012, 22:33
Hm, Feuermagier hatte er da wirklich welche gesehen? Er wusste es nicht so recht, unbedingt riechen konnte man das ja nicht. Aber hatte Cècilia nicht was von denen erzählt? Ein paar werden da sicherlich gewesen sein. Und ein wenig Jägergarn hatte noch keiner Geschichte geschadet.

»Ja, klar, es waren schon einige dabei. Viele Feuerbälle haben sie geworfen und einiges an Wald dadurch abgefackelt. Doch gegen einen gut gezielten Pfeil oder einen festen Hieb auf den Kopf können auch sie nichts ausrichten. Ich selbst hab auch einen gefangen. Allerdings nur einen kleinen, die ganze fähigen werden woanders rumgelungert haben«

Putorius
16.07.2012, 22:46
Na wenn das mal nicht gute Nachrichten waren, selbst wenn der Schwarzhaarige sich nicht unbedingt sicher war was die gefangenen Feuermagier anging, er hatte ja im Kastell erlebt, was für eine Macht diese hatten, und dass sie sich gar so einfach fangen und töten lassen wie dieser Jäger behauptete. Aber man sollte ja nicht schlecht über andere denken, und allem Anschein nach war die Schlacht schon geschlagen.
Genüsslich paffte er an seiner Pfeife, bevor er ansetzte,"Dann müssten die Unsrigen ja bald wiederkehren, wenn die Rotröcke aus der Burg vertrieben wurden, oder?"
Und an Badhor gewandt fuhr er fort,"Und schau nicht so verbittert, man könnte ja meinen, du wärst für Rhobar und seine Leute. Und dann solltest du im Moment nicht hier im Sumpf unterwegs sein, denke ich."
Den Blick den er als vorläufige Antwort bekam gekonnt ignorierend stand er auf und sich ein neues Bier zu holen. Der Fremde war schon ein seltsamer Kauz, hockt rum, als würde er auf was warten und wirkte dabei so freundlich wie ein verletzter Lurker.
Würde eigentlich ganz gut zu uns Sumpflern passen, ein Grinsen stahl sich auf sein Gesicht als er sich, mit neuem Bier, wieder zu den Anderen setzte.

Badhor
16.07.2012, 22:58
Badhor resignierte innerlich vor dem Streitgespräch, das ihn einholen würde, sobald er damit anfangen würde, infrage zu stellen, wie es ein kleiner, unerfahrener Jäger geschafft haben wollte, einen Feuermagier zu fangen oder was wohl sein würde, selbst wenn sie jeden Myrtaner auf dieser Insel abschlachten konnten.

Stattdessen trank er lieber noch etwas Bier und überlegte, ob es brauchbare Informationen gab, die der junge Jäger ihm erzählen konnte oder ob jedes Wort nur eine Farce auf seinen Heldenmut war. Letzteres schien ihm dann doch das Wahrscheinlichere.

"Und man könnte bei euren Gesichtern meinen, dass Vengard und Thorniara schon brennen. Noch habt ihr keinen Krieg gewonnen."

Bengar Ulfson
17.07.2012, 00:10
»Nun ja, so weit ich das mitbekommen habe ist es ohnehin nicht gewollt, dass die beiden Städte brennen«,

meinte Bengar Ulfson, während die nächste Runde Bier eingedrudelt war. Er nahm einen Schluck, um seine Lippen zu befeuchten, immerhin war es Zeit für ein wenig Jägergarn.

»Nun als wir ankamen, war die Burg bereits in den Händen von König Ethorns Männern, während die Leute Rhobars den Wald besetzt hielten und wohl den südlichen Zugang zum Bluttal, weshalb wir einen Umweg gehen musste - was aber nichts war, was uns sonderlicj bedrohlich erschienen wäre. Danach besprachen die Chef zusammen in der Burg etwas, während wir anderen es uns im Süden derselben gemütlich machten. Bald ging es aber los, die Einheiten, äh, Jagdkommando wurden sie genannten meine ich, schwärmten aus, die Späher, äh fingen an zu spähen und wir Wachen zogen zu unseren Positionen, um dort unser unheilvolles Werk zu vollbringen«

Nach diesen Worten war es mal wieder Zeit etwas Bier die Kehle hinabzustürzen, dass Erzählen eben jene aber auch so schnell verstauben ließ.

»Jo, ich selbst bei den Wachen und sollte in meinem Bereich Fallen aufstellen und Verstreute abfangen. Dabei traf ich auf Cècilia, auch aus Schwarzwasser. Komische Frau, so groß, aber so gut im verstecken und schleichen. Aber keine Ahnung von Skletteichhörnchen, die schien sie völlig zu unterschätzen. Ach ja, und einen mächtigen Bums hat sie drauf. Vielleicht war der angegriffene Myrtanerer aber auch einfach nur schwach auf den Beinen. Der Farbe und dem Geruch seiner Hose nach wohl letzteres. Wie auch immer, zusammen haben wir jedenfalls einen dieser Myrtanerer gefangen, ein wenig gefoltertert und dann zu den seinen gejagt, auf dass er unheimliche und grauenhafte Geschichten vom Waldvolk erzählen möge. Ich gehöre da zwar nicht dazu, aber ich meine, Cècilia tut es. Nun ja, wie auch immer, was wichtiges zu sagen hätte er eh nicht gehabt und da er seine Fäkalien nicht bei sich behalten konnte, wäre er eh ein unangenehmer Gefangener gewesen.«

erneut war ein Schluck Bier fällig, immerhin sollte es nicht abgestanden werden.

»Ach ja, und währenddessen war auch der Überfall der Jagdkommandos auf das Lager. Allzu viel habe ich direkt nicht mitbekommen, aber der Lichtentwicklung zufolge und all dem Schreien und Kreischen nach, schien es da ganz schön abzugehen und einige Feuermagier waren wohl auch dabei gewesen. Nun ja, ich war jedenfalls ganz froh, nicht in dem Getümmel gewesen zu sein. Ich kann zwar mit dem Bogen halbwegs umgehen und auch meine Bewegungen im Wald sind nicht unbedingt städtisch, aber das, was das Waldvolk da fabriziert, ist doch eine ganz andere Katagorie«

meinte der Dunkelblonde, während er seine Erzählungen zu Tag eins beendete, um sich wieder seinem Bier zu widmen.

Putorius
17.07.2012, 00:52
Er war also mit Cé zusammen unterwegs gewesen, und so wie es klang, hatte sie die ganze Sache gut überstanden, wobei sich Putorius doch stark wunderte, was über sie berichtet worden war, er hätte seine Lehrmeisterin nicht so eingeschätzt, als ob sie losziehen und Leute foltern würde. Wobei sie ihn schon des öfteren überrascht hatte und sie eigentlich verrückt genug war.
Langsam schüttelte er den Kopf bei dem Gedanken, wie Cécilia durch Gebüsche robbte und sich raubtiergleich auf einen versprengten Myrtaner warf, vermutlich hatte sie nach der Tat ganz unschuldig eine Lichtkugel geniest. Aber zugeben musste der Schwarzhaarige, dass umsolänger er darüber nachdachte es schon irgendwie zu der Druidin passte.
"Sag mal, weißt du was Cé jetzt macht? Ist sie auf dem Rückweg, oder hat sie im Bluttal noch zu tun? Und hatten wir viele Verluste?"
All dieses Denken und dann auch noch Fragen begann auch ihn durstig zu machen; Doch enttäuscht musste er feststellen, dass sein Krug schon wieder leer wurde und ausserdem für diese Uhrzeit reichlich unpassend war, also gab er der Hooqua einen Wink und kurze Zeit später brachte sie drei Tonbecher mit einer klaren und erstaunlich angenehmen Flüssigkeit, sofern man über den Geschmack hinwegsah, aber die Umdrehungen waren in Ordnung.
Er grinste in die etwas zweifelnden Gesichter,"Umbringen wird euch das Zeug schon nicht, im normalfall vergiftet die Mama nur die Hälfte der Becher."

Bengar Ulfson
17.07.2012, 01:06
Cè nannte er sie. Schien also wohl länger was mit ihr zu tun gehabt haben, denn solche Verkürzungen waren unter nur flüchtig Bekannten eher selten. Nun ja, sollte ihm recht sein.

»Hm, so recht weiß ich das gar nicht. Ist ja nciht so, dass wir da alle auf einen Fleck herumstehen, um uns alle auf einmal abknallen zu lassen. Man ist mal hier und mal dort. Als ich sie das letzte Mal sah, war sie jedenfalls noch quick lebendig. Hm, was die Verluste insgesamt angeht. Nun ja, ein paar hatten wir natürlich, völlige Stümper sind die vom Festland ja auch nicht. Haben ja auch immerhin die Orks und ihr Imperium besiegt zu haben, meine ich gehört zu haben. Aber insgesamt hält es sich in Grenzen«

meinte er, während er etwas von dem Gebräu zu sich nahm, dass dieser Putorius da bestellt hatte. Und - oh ja, er hatte er recht, sowohl, was den Zehennägeherausziehenden Geschmack anging, wie auch die Prozente der ganzen Geschichte.

»Junge, Junge, sicher, dass die nur die Hälfte vergiftet? Nun ja, wie auch immer, es scheint, als kennst du Cècilia. Woher den eigentlich?«

Putorius
17.07.2012, 01:21
"Sind eine Zeitlang zusammen gereist und sie war eine Art Lehrmeisterin , wobei sie es eigentlich immer noch ist, wir sind nie zu nem Abschluss gekommen...Du weißt schon Wissenswertes über den Sumpf und die Natur hier, was man alles machen kann um am Leben zu bleiben." Er hatte sich absichtlich etwas unklar ausgedrückt, den er sollte ja niemandem erzählen, dass er die Naturmagie in sich hatte, und ausserdem war dieses gesamte Druidentum ja irgendwie auch streng geheim, hoffentlich würde Bengar nicht weiter nachfragen und sich mit dieser Antwort zufrieden geben.
Belustigt betrachtete er das Gesicht seines Gegenübers, als er den Schnapps probierte, wenn er dabei genauso aussah, dann sollte er sich nochmal überlegen, ob er nicht doch lieber auf Wasser umstieg. Wieder musste er unwilkürlich grinsen, was für bescheuerte Gedanken man auf das Zeug bekam.
"Und ja du hast recht, die Rockträger haben auf dem Festland ordentlich aufgeräumt, ist jetzt ziemlich unangenehm und eintönig dort, wobei sie wohl ihre besten Leute dort gelassen haben, wenn ich mir deine Erzählung so anhöre."

Bengar Ulfson
17.07.2012, 01:38
»Keine Ahnung ob das die Elite oder nur Rekruten waren, ich hab ja keinen Vergleich«

meinte der Jäger nur, während die zweite Runde Schnaps ankam

»Insgesamt meine ich jedoch, haben sie wohl eher weniger mit einer solchen Truppenkonzentration von Argaan und Schwarzwasser gerechnet. Speziell letzteres wird sie überrascht haben, es schien nämlich nicht wirklich so, als wären sie auf Fern- und Waldkampf eingerichtet gewesen. Aber gut, wirklich beurteilen kann ich das nciht wirklich, bin ja kein Stratege, nur ein einfacher Jäger und Wasserträger«

berichtete er weiter, während er seinen Schnaps auf die dafür gedachte Weise leerte, nämlich in einem Zug.

»Brrr, so widerlich, aber doch so gut«

schüttelte er sich, ehe er weiterredete:

»Aber gut, allmählich müsste ich mit meinem Teil der Ausrüstung los. Wenn ihr wollt, könnte ihr mitkommen. Wobei sich die Frage stellt, warum ihr noch nicht da wart, seht ihr doch wirklich nicht so aus, als wärt ihr zu gar nichts zu gebrauchen.«

Putorius
17.07.2012, 01:57
"Naja was soll ich schon groß in einer Schlacht ausrichten, meine Fertigkeiten beschränken sich auf rudimentäre Selbstverteidigung. Wobei bei den Versorgungsarbeiten nach der Schlacht mitzumachen immer noch besser ist, wie hier rumzusitzen und nichts zu tun. Mama noch einen auf den Weg.",dass er eigentlich mitging, um Cécilia wieder zu treffen und er darauf hoffte seine Lehre wiederaufnehmen zu können behielt er lieber für sich. Würde wohl nur wieder Fragen aufwerfen. Und ob es so Sinnvoll war noch was zu trinken kümmerte ihn im Moment auch nicht, ob man nun zwei Bier und zwei Schnäppse oder zwei Bier und drei Schnäppse intus hatte, bevor man mitten in der Nacht durch den Sumpf und den Orkwald ging, war eigentlich auch egal, bescheuert war es allemal. Aber dafür war man ja schließlich beim Waldvolk.
Ein letztes mal wurde getrunken, bevor sie hinaus in die kühle Nachtluft traten um sich mit dem Rest der Nachschubträger zu treffen. Putorius überprüfte noch schnell, ob er auch alles dabei hatte und entzündete seine Pfeife an einer Fackel neu.

Als die Gruppe gerade die Ausläufer der Stege hinter sich liessen und auf den feuchten Sumpfpfaden gen Norden schritten setzte der Schwarzhaarige an,"Wir sollten uns beeilen aus dem Sumpf rauszukommen, soweit ich mich entsinne sind die Sumpfhaie nachtaktiv und einem von denen möchte ich nur ungern Begegnen." Wie es im Orkwald mit nachtaktivem Getier aussah, wusste er leider nicht, aber darüber machte er sich lieber Gedanken, wenn sie dort waren.

Bengar Ulfson
17.07.2012, 02:16
»Nun ja, ich denke, Sumpfhaie sind eigentlich ganz liebe Tierchen, die einen nichts zu Leide tun, wenn man sie provoziert - und weit weg von ihnen ist. In diesem Sinne, Vorschlag angenommen, sehen wir zu, dass wir hier wegkommen«

entgegnete der Sohn des Ulfs leise. Zum Glück war der Sumpf ja nicht sooo gigantisch, sodass es möglich sein sollte, ihn schon bald verlassen zu können. Und Sumpfhaie waren ohnehin nur ein kleines Problem, Wegelagerer und anderes Gewürm, dass sich nur in der Dunkelheit hervor wagte. Zu mal jene, die ihnen Einhalt gebieten konnten, zu weiten Teilen im Bluttal waren.

»Nun denn, husch, husch, ins Wäldchen. Ähm, ja, haltet euch aber bereitet, euch im Notfall verteidigen zu können, nicht nur Tiere sind nachtaktiv, auch Menschen sind dies gelegendlich«

meinte er nur, während er kurz inne hielt, um die Sehne seines Bogens in eben jenen einzuspannen, um für alle Fälle gerüstet zu sein.

»Ihr könnt euch doch sicherlich irgendwie verteidigen? Wäre jedenfalls besser, wenn ihr im Wald oder im Sumpf überleben wollt. Wenn nicht - nun, sind wir ohnehin bereits zu weit von Schwarzwasser entfernt, als dass es sinnvoll wäre, nachts alleine und unbewaffnet dorthin zurück zu kehren. Jedenfalls in Zeiten wie diesen, in denen Krieg herrscht und die Katze aus dem Haus ist.«

Putorius
17.07.2012, 02:50
Nocheinmal tastete er zu seinen Wurfmessern, welche nahe seiner linken Achsel unter dem Mantel verborgen waren,"Bisher haben meine Fertigkeiten immer ausgereicht um zu überleben, auch auf längeren Wanderungen. War aber zum Glück nie alleine unterwegs. Wobei ich auch noch nie eine Reise hatte, auf der nicht irgendwer, oder irgendwas, versucht hätte mich zu töten. Wusstest du, dass oben im Gebirge ein Drache lebt? Hab ihn auf meiner letzten größeren Wanderung mal kurz zu Gesicht bekommen. Unfreundliches Biest."
Sie kamen tatsächlich zügig voran, zwar kannte sich Putorius im Norden der Siedlung nicht besonders aus, doch dass der Boden immer weniger matschig wurde war ein deutliches Zeichen für den nahenden Wald.
Aber seit kurzem ließ ihn das Gefühl nicht los, dass die Gruppe verfolgt wurde, zumindest dachte er ständig einen kleinen Schatten zu sehen, der sie in der Dunkelheit der Nacht umkreiste. Nie nah genug, um ihn wirklich zu sehen, aber doch regelmäßig eine Bewegung die er im Augenwinkel warnahm. Doch als er dem Rest seine Befürchtung mitteilte, sahen ihn alle an, als ob sie befinden würden, dass er zu viel getrunken hätte. Oder zu wenig, man wusste ja nie.

Corax Erindar
17.07.2012, 17:12
"Telekinese, so?", sagte Corax und dachte darüber nach wie er dem Lehrling wohl am besten weiterhelfen könnte. "Nun das mit der eigenen Körperstärke müsste ungefähr hinkommen, zumindest ist es für die meisten so. Dabei sollte es auch keinen Unterschied bereiten wie du dich anstellst, zumindest wenn ich dich da richtig verstanden habe. Aber natürlich wird es anstrengender sein etwas schweres hochzuheben als einen leichten Gegenstand. Was genau ist das Problem? Bekommst du es einfach nicht hoch? Wirkt es zu nunja 'schwer'? Es kommt sehr darauf an wie du deine Magie fühlst und wie du den Zauber fühlst, die nötige Kraft solltest du eigentlich haben." Er überlegte einen kurzen Laut aus. Wenige Augenblicke später kam sein neuer Liebling aus seiner Wohnhöhle geschossen und ließ im vorbeifliegen etwas fallen. Mit einem Scheppern prallte der silberne Kelch auf den hölzernen Boden, sprang einmal und rollte dann ruhig dahin. "Zeig mir einmal deine Telekinese.", forderte er Raminus auf.

Raminus
17.07.2012, 17:27
Hatte er sich also doch nicht alles eingebildet, es war tatsächlich ein Rabenvogel in der Nähe gewesen, nur schien dieser ehr zu Corax zu gehören. Gut, kein Problem. Raminus machte sich direkt ans Werk, der unfreiwillig hergebrachte Kelch lud gerade zu als Testobjekt ein und seine Schwierigkeiten konnte er während dem Zaubern noch besser erläutern. Wie gewohnt begann er zunächst seine Magie zu sammeln und zu formen. Die Vorstellung von einer magischen Hand hatte er mehr oder weniger beibehalten. Wie zu einem Tier erschuf er hier eine magische Verbindung, die das Objekt mehr oder weniger umschloss. Nur wollte er jetzt keine Bilder und Emotionen übertragen, sondern seinen Willen durchsetzen und seine Kraft übertragen, sodass er den Gegenstand tatsächlich beeinflussen konnte.

Nun ich weiß nicht recht, auf den ersten Eindruck wirkt es so als ob es zu schwer wäre, auch jetzt bei diesem Kelch. Aber es ist nicht so als ob ich nicht genügend Kraft hätte. Zur Demonstration packte er nun silbernen Becher, hob ihn ein wenig hoch und stellte ihn dann wieder ordnungsgemäß auf den Boden. Es ist ehr als ob ich ziemlich viel Kraft verschwenden würde. Wie gesagt kleine Objekte sind möglich, aber es ist anstrengender als auf normalem Wege. Da ich ja aber nicht auf einmal mehr Kraft zu Verfügung habe, scheitere ich an größeren Sachen…

Bakaz
17.07.2012, 17:31
Bakaz erreichte das Ende der schwarzen Felsbrücke und fand sich in einer überwucherten Ruine wieder. Der Pfad führte durch einen verkommenen Torbogen und steil den Abhang hinunter in den Sumpf. Zwischen den Mangrovenwipfeln sah er einen kolossalen Baum in den Himmel ragen. Auf dem Weg nach Schwarzwasser kam er an einer Sumpfkrautplantage vorbei. Für eine Weile machte er dort Halt und lauschte dem Wind in den Blätter und dem Quaken der Frösche. In Schwarzwasser selbst unterhielt er sich mit ein paar Einwohnern und stellte dabei fest, dass er von den drei Jägern beim Sumpfkrautkauf nicht über den Tisch gezogen worden war.

Corax Erindar
17.07.2012, 18:06
Corax nickte. "Ja es scheint als würdest du wirklich nicht all deine Kraft wirklich nutzen. Das ganze ist schwer zu sagen von aussen, aber vielleicht liegt es daran, dass du deinen Geist nicht völlig auf den Gegenstand richtest? Mir kam es so vor als ob ... als ob deine Kraft um den Kelch herum war, nicht an ihm, in ihm. Verstehst du?" Er brach ab und sammelte der Kelch auf. Was konnte er Raminus noch sagen. "Es sollte dir leichter fallen wenn du es bei Holz versuchst. Ähnlich wie mit Tieren kann man mit Pflanzen in Verbindung treten, auch wenn es ein wenig anders ist. Daher fällt es uns einfacher Holz zu manipulieren und es ist uns in größerem Ausmaß möglich als mit unbelebten Dingen. Versuch deine Kraft ganz auf den Gegenstand zu konzentrieren. Es ist keine Hand die sich aussen um den Gegenstand legt, sondern der Geist, der keinen Platz braucht. Vielleicht hilft es dir die ganze Welt ausser dem Gegenstand auszubelenden, wer weiß. Doch solltest du einmal den Dreh raushaben wird es dir denke ich leichter fallen den Zauber anzuwenden und dann solltest du auch in der Lage sein schwereres zu heben."

Bakaz
17.07.2012, 19:07
Unbeeindruckt von Bakaz Größe hatte sich ein kleiner, leuchtend bunter Frosch auf seinem linken Schuh breitgemacht. Ganz langsam hob er den Fuß hoch. Als er ein paar Zentimeter über dem Boden war, hüpfte der Frosch herunter und weiter bis zur Kante des Stegs. Bakaz pirschte langsam heran, dann stürzte er sich auf das kleine Ding. Aufregt sprang es gegen seine Hände, die es gefangen hielten. Mit großer Vorsicht steckte er es in einen kleinen Beutel, den er anschließend im Wasser nass machte.

Raminus
17.07.2012, 22:24
Hmm also das ganze doch eher wie den anderen Zauber aufziehen. Vielleicht hatte er sich auch zu sehe auf seine erste Vorstellung versteift, klang sie doch so simpel und einfache Dinge waren komplexeren vorzuziehen. Ich denke, ich verstehe was du meinst. Holz zum üben dürfte sich auch noch genügend bei uns im Holzfällerlager finden. Raminus sah sich schon kleine Bauwerke aus Ästen bauen während er den Zauber üben würde. Auf jeden Fall ein spaßiger Gedanke.

Gut, ich danke dir schon mal für den Ratschlag, ich wird mich mal ein wenig mit der Methode auseinandersetzen und einfach in den nächsten Tagen wieder einmal vorbeischauen. So kann ich auch immer gleich nachsehen ob Ornlu wieder da ist. Freundlich verabschiedete sich daraufhin der Hüne noch von Corax und seinem Vogelfreund, wünschte den beiden noch einen angenehmen Abend und machte sich dann wieder auf den Weg hinab. Am frühen Morgen erwartete ihn sein Wächterdienst und etwas Schlaf wäre jetzt sicherlich nicht verkehrt, um morgen nicht vor lauter Müdigkeit neben einem Trunkenbold in einem Sumpfloch zu landen…

Bakaz
18.07.2012, 02:51
Bakaz saß auf einem schmutzigem Holzsteg und beobachtete umherschwirrende Glühwürmchen in Ferne. Er nahm einen tiefen Zug von seinem Sumpfkrautstängel. Außer dem ständigen Zirpen der Grillen war einzig und allein das Quaken der Frösche zu hören. Wieder zog er kräftig an dem Glimmstängel. Wenige Sekunden später atmete er den Rauch aus und sah ihm dabei zu, wie er sich langsam mit der Luft vermischte, bis er nicht mehr zu sehen war. Er steckte sich den Krautstängel zwischen die Lippen und holte seinen neu gefangenen Frosch hervor und kippte ihn aus dem kleinen Beutel in seine Hand, die ihn vorsichtig aber fest hielt. Mit der freien Hand fuhr er neugierig über den freiliegenden Kopf der Amphibie. Er fühlte sich ganz glatt an und erstaunlich hart, aber dennoch zerbrechlich.

Bakaz
18.07.2012, 19:26
Am frühend Abend hatte er genug von den allgegenwärtigen Viechern und dem nervtötenden Gequake. Der Geruch des stehenden Wassers war ihm zuwider. Dieser auf den ersten Blick so fremdartige Ort erinnerte ihn nun an ein kleines, stilles und abgelegenes Dorf in den Bergen. In der schweren, stickigen Hitze hatte er, egal wie tief er auch einatmete, das Gefühl, nie richtig Luft zu bekommen. Er packte seine Sachen zusammen und zog nach Norden.

Leyla
23.07.2012, 16:40
Was für eine Nacht! Den Abstieg hatten sie während der Dämmerung und unter einiger magischer Anstrengung noch geschafft, bis im Tal endlich der wieder grüne Sumpf wartete, wo sowohl die Bullen, als auch die drei Jäger Erholung von den zurückliegenden Strapazen gefunden hatten und sich satt essen konnten. Jeder auf seine Art. Die Tiere kauten sich in den Schlaf, die Jäger redeten noch ein Weilchen, ehe sie die Müdigkeit einholte.
Am Morgen dann ging es weniger stressig weiter. Die Bullen fühlten sich in der grünen Umgebung spürbar wohler, magische Versprechungen und Überzeugungsarbeit war nicht mehr von Nöten, sie folgten widerstandslos, wenngleich die fünfköpfige Gruppe hier im Sumpf langsamer vorankam. Sie mieden die Wasserflächen und sumpfigen Wiesen und hielten sich auf den Wegen, später auf den hölzernen Stegen, die aufgrund ihres nicht gänzlich tadellosen Zustands wieder etwas mehr Aufmerksamkeit erforderten. Nicht vorstellbar, wenn die Bullen wegen ihres Gewichts durchbrachen oder irgendwo stecken blieben und sich dabei vielleicht noch die Beine brachen. Doch es ging gut. Bis auf einige Blutfliegen und einer Menge kleines Ungeziefer gab es aber keine Störungen und selbst damit wurden drei fertig. Sie waren teilweise Schlimmeres gewohnt. Und letztlich kam die Siedlung in Sichtweite, sodass sie aufatmen konnten.
„Das wäre es dann wohl. Die Tiere abliefern, Bericht erstatten und für den Rest des Tages die Beine ausruhen“, strahlte Leyla und freute sich schon auf die anstehende Erholung. Es war wohl das Mindeste, dass sie sich für den Rest des Tages frei nehmen konnten.

Raminus
23.07.2012, 19:35
Einige Tage des Übens waren nun vergangen und Raminus hatte einen Erfolg errungen, jedoch einen mit zwei Seiten. Zum einen fiel es ihm tatsächlich deutlich einfacher mit dem Telekinese-Zauber umzugehen, doch mit der Methode die ihm Corax vorgeschlagen hatte, wurde jeder erneute Versuch zu einer kleinen Tortour. Bei den meisten Gegenständen funktionierte es wirklich besser wenn er seine Magie nicht nur um diese herum legte, sondern die Objekte regelrecht mit seiner Magie durchströmte. Sein Wille und seine Kraft ließen sich so präziser und effektiver einsetzen und vermitteln. Es bedurfte zwar noch einiges an Übung, doch hatte der Hüne nicht mehr das Gefühl seine ganze Kraft zu verschwenden.

Ein echtes Problem stellten jedoch die Gegenstände aus Holz dar. Seit der Sägewerker sich seiner Magie bewusst geworden war, hatte sich eine gewisse Überempfindlichkeit bei dem hölzernen Element eingestellt. Schon während der Arbeit hatte er deshalb so seine Probleme, doch jetzt war es noch etwas schlimmer. Jetzt stand er in direktem Kontakt mit dem hölzernen Gegenstand und spürte Dinge, die er lieber wieder vergessen würde. Das Leben, den Tod, die Qualen. Zwar gelang es ihm auch einen Gegenstand aus Holz mittels des Zaubers zu bewegen, doch mittlerweile mied er diese. Er musste immer noch einen Weg für sich finden um damit umzugehen. Verdrängen konnte er diese Emotionen nicht einfach, ebenso gut könnte er versuchen die ganze Magiesache wieder zu vergessen. War nur er es, der solche Dinge durchleben musste? Oder hatten die Druiden ähnliches durchgemacht, und wenn nicht mit Pflanzen, dann vielleicht mit Tieren? ‚Fast schon grausam…aber wer würde behaupten, die Natur sei nur sanftmütig…’

Joe Black
24.07.2012, 11:30
Dicker Nebel wabberte über den sumpfigen Boden. Quietschende , glucksende Geräusche ertönten als sich Blacks Stiefel tief in die feuchte Erde drückten. Es war wie gewohnt heiss und die Luft feucht und schwer. Doch den Orkwald hatte der ehemalige Assassine inzwischen hinter sich gelassen. Was ihn nun erwartete war das Sumpfland rund um den sagenumwobenen Baum von Tooshoo !
Joe freute sich schon darauf endlich wieder einmal zu Duschen...sich Dreck und Gewürm vom leibe zu schrubben, sich zu rasieren... gut zu Essen und zu Trinken...
Sein Blick schweifte hinauf zur Baumkrone über ihm wo er Spike seinen neuen und durchaus treuen Freund vermutete.

"Hey Spike! Wo steckst du? schon was gefunden?"

Es raschelte einige Male leise vor sich hin ehe der Affe bejahend zurück schrie und aus den Ästen sprang. Elegant landete er auf seinen Hinterfüssen machte eine Drehung und hielt Joe einige kleine Früchte vor die Nase. Der Varanter liess sich in die Hocke fallen und beäugte die auslese seines Freundes sichtlich überrascht:

"Mein lieber Schwan.. Kleiner du hast ja Talente! Jetzt wird mir langsam klar warum der olle Fettsack dich gesucht hatte, du bist n abgerichtetes schlaues Kerlchen.."

Spike schaute Joe mit grossen Augen an während dieser sprach. Als er seinen Satz beendet hatte, hob der kleine Affe grüssend seinen Hut und machte sich daran die erste Frucht zu verspeisen.Schmatzend und glucksend verzerrte er gierig das weiche und süsse Fruchtfleisch während ihm Joe erfreute Blicke schenkte. Als er auch die zweite Frucht verspiesen hatte legte er sich rülpsend auf den Rücken und begann damit sich den Bauch zu kraulen.
Wieder feixte Black amüsiert. Dann hob er den kleinen Racker in die Höhe und platzierte ihn auf seiner Umhängetasche. Spike gefiel der Platz sichtlich gut, den hier konnte er seine Haltung bewahren, weiterhin gemütlich den Bauch kraulen und nebenher sogar noch Distanz via seines Joemobiles hinter sich bringen. Was für ein Affenleben....

Black hingegen machte sich weiter daran, Meter und Meter hinter sich zu bringen, damit er endlich die Heimat der Waldler erreichen würde um es sich dort gut gehen zu lassen...

Abaddon
28.07.2012, 17:33
Die Stadt des Waldvolks war tatsächlich vollkommen anders, als Abaddon sie sich jemals vorgestellt hatte. Zwar waren sie mitten in der Nacht dort eingetrudelt, dennoch hatten sie schnell eine Unterkunft in der "Sumpflilie" gefunden. Ein mehr oder weniger gutes Gasthaus, aber für ihre bescheidenen Ansprüche vollkommen ausreichend.

An diesem Tag war Abaddon sehr viel herumgelaufen und hatte die Magie dieses Ortes zu erfassen versucht. Sie fühlte sich so komplett anders an als die des Kastells oder die in Stewark. Doch war sie auf jeden Fall da und er konnte sie durch die Stadt fließen spüren. Er würde sich den Tag über noch ein wenig mit ihr beschäftigen und am Abend dann einmal versuchen sich hierher zu teleportieren. Wenn es heute schon gut genug klappte, dann konnte er morgen oder spätestens übermorgen weiter reisen und könnte dann binnen zwei Tagen wieder im Kastell sein.
Doch jetzt musste er erst einmal Zeit mit seiner Geliebten Stella verbringen. Natürlich hatte auch sie die Reise genossen, doch auch ihre Lust am ständigen Wandern schien langsam aber sicher nachzulassen.

Bartimäus
29.07.2012, 00:50
Leyla, Thorwyn, die beiden Bullen und er waren nun schon wieder eine ganze Zeit in Schwarzwasser, die Geschäftigkeit des allgemeinen Treibens war aber noch nicht zurückgekehrt. Wie dem auch war, die gewisse Ruhe konnte man auch genießen, wenn die Mücken es zulassen würden.
Doch auch wenn er kaum ein bekanntes Gesicht wieder gesehen hatte, so bemerkte er plötzlich ein Neues. Kriegsflüchtlinge? Konnte das sein? Es war nicht all zu unwahrscheinlich, schließlich waren schon nach dem Krieg am Festland Leute hier angekommen, die nichts mehr mit all dem zu tun haben wollte, also wäre es fast nur logisch, wenn auch jetzt wieder Leute aus diesem Grund zu ihnen stoßen würden. Zwar hatten sie diesmal auch mitgemischt, aber an sich waren sie immer noch unabhängig und ihr Sumpf von keinen Soldaten mit feindlichen Absichten betreten worden. All diese Gedanken ließen sich jedoch in einem Satz zusammenfassen: Bartis Neugier war geweckt!
"Bewahre!", tat der Neugierige also das Unvermeidliche, "Entschuldige mir meine Direktheit, aber du scheinst neu zu sein, habe ich Recht? Dürfte ich fragen aus welchem Grund es dich hier her verschlagen hat? Ist ja einiges los da draußen am Rest der Insel."

Abaddon
29.07.2012, 01:01
Erst wusste Abaddon überhaupt nicht was los war und die Worte des Fremden gingen zunächst an ihm vorüber ohne wirklich bei ihm anzukommen, bis er verstand, dass das "Bewahre" zu beginn die Begrüßung war. Erst dann fing er an den Rest des Gesagten aufzunehmen und so dauerte es seltsam lang, bis Abaddon dem Fremden, der ihn grade angesprochen hatte, eine Antwort gab: "Naja, ich bin auf der Durchreise, weisst du? Vielleicht könnte man auch sagen, dass ich hier am forschen bin, aber das wäre vermutlich nicht ganz das richtige, also belassen wir es beim durchreisen. Meine Gefährtin und ich", bei den Worten sah er sich um, da er erst jetzt richtig realisierte, dass Stella ja garnicht bei ihm war ", also meine Gefährtin und ich wollten eine Rundreise über die Insel machen, doch der Krieg im Norden hat unsere Pläne ein wenig aufgemischt und so mussten wir Thorniara und Setarrif leider auslassen. Statt dessen sind wir jetzt hier. Aber wir werden bald weiter Richtung Süden ziehen."
Jetzt nahm er sich die Zeit sein Gegenüber genauer zu betrachten. Er war groß, wenn auch ein Stück kleiner wie Abaddon und hatte wie er dunkles Haar. Er gehörte ganz offensichtlich zu der Stadt hier also ergriff Abaddon einfach die Gelegenheit um mehr über die Waldläufer zu erfahren
"Sag mir, stimmt es, was man sich auf dem Rest der Insel über euch erzählt?`Könnt ihr euch wirklich unsichtbar machen oder mit den Tieren des Waldes reden? Und stimmt es, dass sich der Wald eurem Willen fügt?"

Bartimäus
29.07.2012, 01:22
Okay, damit hatte Bartimäus nicht gerechnet! Es herrschte Krieg auf der Insel und er traf einen Forscher, wie wahrscheinlich war das eigentlich!? Was ihn dann jedoch etwas irritierte war das weitere Reiseziel des Fremden.
"Woran genau forschst du denn? So mehr oder weniger... Und ich befürchte ich kann dir deinen weiteren Weg nicht unbedingt nahe legen. Im Süden kommt irgendwann nur das Meer, doch bevor du soweit bist kommen die tiefen Sümpfe und die sind gefährlich! Schon viele Leute machten sich dorthin auf und kamen nicht wieder zurück und es werden auch noch viele folgen, denn zweifelsohne liegen dort Schätze, die immer und immer wieder Schatzsucher anlocken werden, doch es klingt nicht nach einem erstrebenswerten Ziel für ein junges Pärchen!"
Die weiteren Fragen fand Bartimäus jedoch sehr interessant und so beschloss er die Druiden nachzumachen, auch wenn er aus fehlender Erfahrung vielleicht nicht so gut darin war, wie die geheimnisvollen Magiebegabten.
"Was heißt unsichtbar? Wir werden gesehen wenn wir gesehen werden wollen, wir wissen es aber auch nicht gesehen zu werden.
Ja, natürlich können wir mit Tieren reden! Aber hören sie uns zu? Und tun sie was wir wollen? Und wenn sie es nicht tun, könnten wir auch andere Wege haben mit Tieren zu kommunizieren?
Unser Wille ist die Natur zu schützen, wir wollen nicht, dass sie nicht zerstört wird. Die Natur zerstört sich nicht selbst! Gehorcht sie also unserem Willen? Und wenn die Äste brechen, die die Falle das Jägers bedecken, sodass das Opfer in die Falle fällt, liegt dies an der Natur die unserem Wille folgt?"

Abaddon
29.07.2012, 01:31
Diese Antwort wiederum brachte Abaddon zum Nachdenken. Konnte es sein, dass dieser Fremde ihn grade auf den Arm nahm? Jedenfalls machte es auch Abaddon so den Eindruck als seine Fragen so umgestellt und beantwortet wurden, dass sie fast schon als dümmlich anzusehen war. Aber vielleicht war das garnicht die Absicht des jungen Mannes gewesen. Wie auch immer, er beschloss es erst einmal dabei zu lassen und ging wieder auf seine Reise ein. SOllte er erzählen, dass ernicht an den Schätzen interessiert war, sondern daran nach Hause zu kommen? Und sollte er davin berichten, dass er hier war um die Magie dieses Ortes zu studieren um jederzeit durch Teleportation wieder hierher finden zu können? Wieso eigentlich nicht, schließlich waren das Waldvolk und die Schwarzmagier keine Feinde - zumindest nicht anch seinem Wissen.
"Ich reise über die Insel, um mich in Magie zu schulen. Ich möchte lernen schnell von einem Ort zum andern zu reisen, doch dafür muss ich jeden dieser Orte zunächst besucht haben, wisst ihr? Und im Süden, müsst ihr wissen, liegt meine Heimat. Mich interessieren keine Schätze oder Sümpfe, ich möchte bloß wieder zurück kehren ins Kastell der Schwarzmagier."
Gespannt wartete Abaddon, wie sein Gegenüber wohl darauf reagieren würde, dass er sich grade als Diener Beliars offenbart hatte.

Bartimäus
29.07.2012, 01:46
Mit seinen mehr oder weniger gelungenen mysteriös-unklaren Antworten, hatte der Neugierige dieses Thema wohl abgetötet. Vielleicht sollte er dieses Gerede lieber wirklich den Druiden überlassen.
Die weiteren Antworten des Fremden offenbarten aber einiges über ihn. Ein Schwarzmagier aus diesem ominösen Kastell! Und scheinbar konnte nicht nur das ganze Kastell auf sonderbare Art und Weise Ort wechseln, sondern auch seine Bewohner übten sich in dieser Disziplin. Ob die Druiden wohl eine Antwort darauf hatten? Oder ob sie der Fähigkeit sogar selber mächtig waren? Wer konnte das bei diesen verschlossenen Gestalten schon wissen?
"Das klingt wirklich... interessant, auch wenn ich befürchte nichts davon zu verstehen und dir nicht helfen zu können. Also was das magische angeht, mit Wassermagiern habe ich schon das eine oder andere Mal kurz geredet gehabt, was ich durchaus sehr interessant fand, aber ansonsten habe ich eigentlich keinen Kontakt zu irgendwelchen magischen Begebenheiten, ich denke da hast du mir als Kastellbewohner einiges voraus. Das ganze Gebäude soll sich ja angeblich von Varant hier her teleportiert haben, ist das wirklich wahr? Ich war einmal dort, um ehrlich zu sein finde ich es ziemlich... gewöhnungsbedürftig.
Nur eine Sache möchte ich anmerken: das Kastell liegt eher im Osten, zuerst durch den Sumpf Richtung Osten oder Südosten, dann in Serpentinen auf trockeneres Gelände hinauf und schließlich über eine schmale Brücke in die Schwarzen Schluchten die du kennen solltest. Wenn du möchtest könnte ich euch auch den Weg durch den Sumpf zeigen."

Súri
30.07.2012, 12:00
Er seufzte als er seinen Weg durch das Lager beendete, innehielt und an einer geeigneten Stelle über den Sumpf starte. Seit bald einem Monat war er nun schon hier, sein Körper spielte wieder mit, er konnte wieder klar denken.
Nach ein paar Heilkuren aus ihm fremden Kräutern war ihm auch sein Gedächtnis wieder zurückgekehrt.
Der Jäger konnte sich wieder an alles erinnern, die Reise durch die Berge, die Zeit in Setarrif, warum er die goldene Stadt verlassen hatte…
Súri schüttelte seinen Kopf um auf andere Gedanken zu kommen, der Tag begann viel zu schön, als das er sich darüber den Kopf zerbrechen wollte.
An seinem Leib trug er seine leichte Rüstung, viel Zeit hatte er geopfert um sie zusammen mit seinem Mantel wieder so gut wie möglich herrichten zu können, er hatte sein Bestes gegeben doch der Sumpf hatte seinen Tribut gefordert.
Über die Rüstung hatte er seinen Bogen gespannt, an seinem Gürtel baumelte der Jagddolch, nur sein Schwert hatte er bei seinem Mantel zurück gelassen.
Súri nächtigte noch immer in der Heilkammer, einen besseren Schlafplatz hatte er nicht gefunden und ihn hatte noch niemand des Platzes verwiesen.
Doch der Jäger spürte, dass er sich etwas Neues suchen musste. Er konnte nicht ewig den Platz der denen vorbehalten war die ihn wirklich brauchten besetzen.
Doch wohin?
Die Gesichter kamen ihm alle Fremd vor, manchmal traf er Bartimäus der ihn immer grüßte und nach seinem Wohlbefinden fragte. Doch er, nein das ganze Lager schien sehr beschäftigt.
Ob es wohl etwas mit denen zutun hatte die fortgegangen waren… in den Kampf?
Sennahoj, sein Retter war einer dieser Männer gewesen… er vermisste ihn… so viel wollte er noch fragen… er wusste so wenig über diesen Mann dem er das Leben verdankte.
Súri war sich sicher, er würde hier bleiben, mindestens solange bis Sennahoj wieder zurückkehren würde.
Vielleicht auch Länger, dachte er sich noch… es gefiel ihm hier… sein Blick schweifte abermals über den Sumpf, seine Bewohner, die Hütten, die Stege und den dahinter liegenden Wald…

Ornlu
31.07.2012, 16:52
Ornlu war nicht der Erste der in Tooshoo wieder eingetroffen war. Vornehmlich die Unerfahreneren und ein paar Waldläufer schienen schon ein paar Tage in Tooshoo zu sein, während der Rest noch im Bluttal weilte.
Die Dinge liefen wie sie eben laufen sollten. Halt so wie der Druide auch die Strecke von der Silberseeburg bis hierher ohne besondere Ereignisse durchlaufen hatte.
In Schwarzwasser - das nunmal ein DORF war und keine Stadt wie manch Besucher irgendwie zu glauben schien - hatte er nach genug Geplauder über die vergangenen Wochen in der Sumpflilie dann kurz gegessen und begab sich dnan kurzerhand gen Sumpfkrautplantage.
Dort galt es die Vorräte aufzufrischen, aber auch mal wieder seine Schüler aufzusuchen. Raminus hatte er schon gesichtet, meinte aber er solle erst mal seine Arbeit fertig machen oder in der Pause vorbei kommen. Daryn indes ließ er dann durch die Botin suchen. Irgendwo musste sich wohl einer seiner merkwürdigsten Schüler in Sachen Aussehen ja befinden. Er dachte zwar auch noch an Balthur, doch schienen die Leute schon länger nicht mehr den Bettler gesehen zu haben. Wo er steckte war offen und es blieb abzuwarten ob der Druide nicht ein paar Waldläufer in die Städte entsenden würde. Da vermutete er Balthur oder irgendwo als Leiche in den Sümpfen. Auch in Schwarzwasser war man nicht immer sicher.

"Und dann haben wir sie wie die Hunde davon gejagt...", erzählte Ornlu der Edda die die Geschichte sicher schon hunderte Male gehört hatte, aber bei der Ausgabe der Fischsuppe auch immer danach fragte.
Ein paar geschöpfte Löffel später traf auch die Botin mit Daryn ein und verabschiedete sich soweit.
"Bewahre! Raminus kommt wohl auch gleich oder etwas später. Erzähl mal und nimm dir mal auch ne Suppe.", wies der Druide an.

Daryn
31.07.2012, 17:27
Mit gerümpfter Nase und zusammengezogenen Brauen beobachteten die schwarzen Augen die dunkelgrünen Blätter in der Hand. Eine gewisse Abneigung hatte sich in letzter Zeit immer deutlicher gezeigt und bis zur Abscheu schien es nicht mehr weit, selbst jetzt, da die Wirkung nicht mehr so stark schien. Der bittere Geschmack, der sich stundenlang auf die Zunge legte, wollte ihm einfach nicht schmecken. Gerade wollte Daryn das Sumpfkraut in seinen Mund stecken, da ertönte eine Art Krächzen hinter ihm. Das Geräusch des Vogels kam ihm bekannt vor und als sich der Kopf in die Richtung neigte und eine Elster erkannte, erinnerte er sich. Die junge Dame, welche schon bei der letzten Begegnung von diesem Tier angekündigt wurde, trat in sein Sichtfeld. Auch dieses Mal ließ sie nicht unnötig Zeit verstreichen, sondern bedeutete ihm per Handzeichen sogleich zu folgen. Also erhob sich Daryn vom Boden am Rand des Waldes und ging mit der Botin ein kleines Stück.

Als die Richtung klar wurde, machte sich ein seltsames Gefühl in seinem Bauch breit. Klasse.. Gerade war er noch froh gewesen, den Sumpfkrautblättern in seiner Hand zu entkommen, da ging es nun direkt auf die Plantage. Oder zumindest in diese Richtung. Tatsächlich kamen die beiden dann bei einer Frau und einem großen Kessel an, neben dem der Druide stand, den er schon eine ganze Weile lang nicht mehr gesehen hatte. "Bewahre Ornlu!" grüßte er, ließ sich dann auch nicht zweimal sagen, dass er sich von der Suppe geben lassen sollte. Vielleicht spült die ja den bitteren Geschmack davon. "Dann bist du also wieder im Land? Sehr schön, Raminus hab' ich nämlich auch schon länger nicht mehr gesehen." erklärte er und nahm einen Schluck der Suppe. Konnte man schon essen, stellte er fest.

"Ansonsten bin ich so weit, denk' ich." Daryn warf noch einmal einen Blick zur Köchin. Sie schien mit der Suppe beschäftigt, doch sicherlich lauschte sie, wartete auf Interessantes. Klatsch und Tratsch und so ein Zeug. "Das Zeug kommt mir mittlerweile zu den Ohren raus, aber hat sich anscheinend gelohnt. Trotzdem, das fass' ich danach erst mal ein paar Monate nicht mehr an." stellte er fest und war überzeugt davon, sich daran halten zu können. "Gehts denn dann weiter? Oder willst du ihn sehen? Also.. nicht hier in der Öffentlichkeit, irgendwo wo keiner guckt und keiner hört." Noch einmal nahm er die Frau ins Visier, sie wirkte so ruhig und verschwörerisch. So geheimnisvoll. Sicherlich war sie eine Spionin und sicher war auch, dass Daryn den Tag schon etwas mehr Sumpfkraut gekaut hatte als üblich.

Ornlu
31.07.2012, 18:16
Die alte Edda begann aufzulachen und Ornlu wusste genau weshalb. Er konnte natürlich das eigene Grinsen auch nicht vermeiden, während Daryn sich wohl nicht ganz ernst genommen fühlte.
"Deiner kann Geräusche machen? Das muss ich dann in der Tat irgendwann mal sehen. Doch nicht heute.", entgegnete er und schlürfte dann den Rest im Tellereinfach weg, bevor er sich den Mund am Ärmel dann sauber wischte. Edda lachte Daryn immer mehr aus, weil sie es sich wohl einfach zu sehr vorstellte.
"Siehst du was du angestellt hast? Die alte Edda die so fromm an Innos glaubt und den Hafen von Khorinis viele Jahre überstand, wird sich gleich vor lachen auf dem Boden wälzen und vor lachen ersticken, weil du über das rausholen deines Dings sprichst. Lass uns gehen, bevor ein Unglück geschieht!", mahnte er an und verabschiedete sich vor Edda die Daryn weiterhin auslachte und es sicher noch eine Weile tun würde.

"Hörmal...es ist eine Sache die Magie geheim zu halten. Es ist aber eine andere was man dann erzählt und in den Köpfen von manch Zuhörer - gewollt oder nicht - schafft.", meinte der Druide, während sie ungefähr vor dem Schrein der Mutter halt machten. Dort bei den Felsen setzten sie sich hin. Bis auf einen Waldläufer der eine Gabe am Schrein hinterließ und dann mit einem Gruß an beide davon ging, war niemand da.

"Zeigen musst du es mir heute nicht. Also den Zauber. Es wäre sehr dumm von dir, könntest du es nicht und würdest darauf verzichten daran weiter zu arbeiten, nicht wahr? Zeigen wirst du es, wenn manche von uns wieder hier sind. - Achja du hättest auch was anderes als Sumpfkraut nehmen können. Halt irgend ein anderes Kraut, aber das hätte dich nicht abgehärtet und naja...der Zauber hätte wohl eine andere Wirkung. Es gibt wie du sicher weißt auch giftige Kräuter. Die sind eigentlich auch anwendbar...aber ich würde es an deiner Stelle nur machen, wenn ich in einem Raum eingesperrt wäre und wüsste das ich sowieso sterbe und ein paar noch mit mir in Beliars Reich nehmen will. Ja so in etwa. Also versuch es besser nicht im Alltag. Heilkraut könnte dir aber übrigens bei Beschwerden dann helfen. Damals in Silden hatten wir in den Kavernen ein Vivarium. Dort waren fremde Pflanzen aus aller Welt. Ein toller Ort und die Luft dort heilte viele oder beschleunigte es. Vor allem jene die Atemprobleme hatten. Aber gut wie sich Heilkraut mit dem Zauber auswirkt haben wir noch nicht so ganz ergründet. Wie hast du es gelöst die Essenz des Sumpfkrauts mit dem magischem Odem zu vereinen? Und was denkst du? Kann man Menschen wie Tiere mit unserer Magie beeinflussen? Ich frage, weil die alte Edda ja gerade in passender Stimmung wäre, um es ganz klar heraus zu finden.", meinte Ornlu und blickte zum Schrein. Ja, durch sie da...diese doppelköpfige, schwangere Frau hatten sie den oder manch Zauber gefunden...

Daryn
31.07.2012, 18:43
Erst als diese Edda, wie Ornlu sie nannte, und auch der Druide selbst anfing zu lachen, wurde Daryn sich der möglichen Deutung seiner Worte bewusst. "Also bei Bedarf sagst du dann einfach Bescheid." gab er noch zurück, bevor er es bei der Sache beließ. Möglicherweise war es wirklich besser, sich in Zukunft mehr Gedanken über die Ausformulierung seiner Sätze Gedanken zu machen. Doch darüber konnte er sich Gedanken machen, wenn er wieder allein war und die Wirkung des Sumpfkrautes sich gelegt hatte - falls das Problem mit letzterem sowieso nicht schon verschwinden würde.

Gemächlich ging er neben Ornlu her, grüßte im Vorbeigehen den Kerl, der soeben etwas am Schrein abgelegt hatte und setzte sich dann neben den Druiden. Während dieser ihm mehr über den Krautatem erzählte, fixierten die Augen des Lehrlings die Statue, vor der er selbst schon gestanden war. Die Erinnerung an den Tiger kam für einen Moment zurück. "Es ging eigentlich gar nicht so schwer." erklärte er, noch immer den Schrein im Auge. "Ich füllte meinen Atem mit Magie, wie du gesagt hattest und ließ ihn über die zerkauten Blätter strömen. Dass die Wirkung übernommen wurde, geschah fast von selbst, ich brauchte nur einen einzigen Gedanken um dies zu bewältigen. Viel schwieriger war aber, an alles gleichzeitig zu denken und zu kombinieren. Den Atem mit Magie anreichern, Kauen, Ausatmen, die Magie und die Stoffe der Pflanze verbinden und den magischen Strom, sowie den Luftstrom gleichmäßig aufrechtzuerhalten und dabei möglichst nicht zu husten."

Eine kurze Pause setzte ein, in der Daryn überlegte, was er als nächstes sagen sollte. "Ich habe erfahren.." begann er schließlich "dass die Schamanen der Orks solche Fähigkeiten besitzen sollen. Also sollte es schon möglich sein, vielleicht auch für Menschen. Aber da du es gerade erwähnst hast: Bist du auch vom Festland?" fragte er und deutete dann auf den Schrein. "Gab es da auch eine solche Statue von dieser Frau? Von der Mutter der Natur, wie sie alle nennen? Gibt es sie wirklich oder ist das nur ein Sinnbild für die Wälder und Tiere dieser Welt? Bevor ich hier her kam, habe ich nie von ihr gehört. Also nicht wirklich, es war nie mehr als eine Redensart, wenn man von Mutter Natur sprach."

Ornlu
31.07.2012, 19:37
"Hmm...nun ich kann dir da keine konkrete Antwort geben. Es ist selbst für die Druiden etwas Neues und dann wiederum etwas Altes. Das es alt ist, muss einfach sein. Tooshoo selbst muss so alt wie die Welt selbst sein. Lass mich mal kurz ausholen - einst lebte auch hier das Waldvolk oder etwas ähnliches. Das muss es einfach, denn es gibt Fakten die dafür sprechen. Tooshoo selbst rief uns. In den Tiefen Sümpfen haust ein Eremit und der Lurkergeist, die sich an Druiden aus anderer Zeit erinnern. Und die argaanischen Waldläufer die sich uns anschlossen, existierten schon eine Weile. Sie mögen zwar alles vergessen haben oder es eh nie gewusst haben, da sie wohl irgendwann aus den zurück gelassenen Dingen früherer Waldläufer die Dinge nahmen und die Sache selbst weiter führten, aber es gab hier einfach welche von uns. Meister Runak sagte uns, dass Argaan uns irgendwann verboten war. Ein Ort, den das Waldvolk verlassen musste. Wieso weiß man nicht. Die einfachste Erklärung ist, dass auch hier das Zeitalter der fünf Schamanen Unheil brachte und das hiesige Waldvolk wie so viele Naturvölker und andere Völker zum wandern gezwungen war, um der Finsternis zu entkommen. Aus dieser Zeit entstammte auch das myrtanische Waldvolk, das ein Schmelztiegel vieler Naturvölker war die sich in Myrtana zusammen fanden und unter Beria der Löwin allesamt geeint wurden. Naturvölker die seit der großen Flut existierten wurden also zu einem und ein jedes brachte Traditionen, Sippen und andere Einflüsse mit. Ich entstamme einer Sippe die von Khorinis kam. Dort verehrte man Naturgeister, während jene in Myrtana die seit der Flut das Sildental bewohnten mehr Adanos zugehörig waren. Aber so eine Statue...nein. Es scheint, als ob sie einfach vergessen wurde oder der Einfluss des argaanischen Naturvolkes nicht stark genug war. Womöglich waren sie auch nur sehr wenige. - Wofür sie steht, ist natürlich die Frage. Wenn sie wirklich Mutter Natur darstellt...eine Art Göttin...was denkst du welche Rolle sie auf der Welt spielt? Ich selbst denke, dass sie es wirklich ist. Dafür sprechen so manch Erzählungen von euch Druidenlehrlingen. Viele erzählten, dass sie beim schließen des Bundes eine Frau mit zwei Gesichtern wahrnahmen...Worte vernahmen die eine Wahl forderten und dann den Bund erfüllten. Ein Naturgeist kann es nicht sein. Gleichzeitig sprach auch der ewig alte Lurkergeist, der wohl aus der Zeit gar stammt, bevor die Flut über die Welt kam, dass sie ein Geheimnis ist oder sowas ähnliches. Also wieso nicht? Wieso nicht das Bildnis der Naturgöttin..Mutter Natur? Einer uralten Gottheit die vergessen wurde und doch ihre Aufgabe in der Welt trägt. Würde es nicht so viele Antworten auf so viele Fragen geben? Woher wir Druiden die Mächte beziehen? Wer wirklich hinter der Natur steht? Wer das Leben schafft? Oder glaubst du wirklich das Innos dafür zuständig ist oder Adanos ein Ei legt? Nein, wenn es sie alle gibt, wieso kann es dann nicht auch sie da geben? Die Frau unter den Göttern die alles Leben, alle Seelen gebärt? Die Frau die womöglich den Streit unter den Dreien entfachte? Spinn es mal weiter und denke dir den Rest. Das die Überlieferungen der Menschen dann zu ihr hin nicht reichen oder bewusst einst dann gestrichen wurden, wäre doch all zu menschlich, oder? Wie kann ihr Gott denn einer Göttin erliegen? Das wäre ein Zeichen von Schwäche und Unreinheit, in den Augen der Innosanbeter. Und Adanos? Der wär ja nicht mehr der Herr des Lebens oder hätte eine kleinere Rolle, als ihn alle andichten. Einzig Beliar könnte man es andichten, da er doch zu gut bewies wie eifersüchtig er den Überlieferungen nach war. Doch auch da wäre die Schwäche doch dann gegeben, wenn der Herr des Todes mal ganz sanft wird oder so. Naja...das hab ich mir mal bei etwas Sumpfkraut und ein..vielleicht zwei tagen hier herum gammeln ausgedacht. Das schöne bei uns Druiden ist ja, dass wir nicht alle glauben was Menschen in Bücher schrieben. Wir geben es von Meister zu Schüler weiter und nutzen die Steinkreise um dort Wissen durch die Magie ewiglich zu bewahren. Wir hoffen eines Tages den Steinkreis zu finden, wo ein Druide der alten Zeit sein Wissen über diese Statue teilt. Also um dir eine Antwort grob zu geben: Sie ist es und sie ist es nicht. Es liegt bei dir was du in diesem Bildnis deutest. Eine Gottheit oder die Natur wie sie die Menschen einst sich erklärten. Eine Frau die für Fruchtbarkeit und Leben steht und die Aspekte des Lebens in ihren Gesichtern trägt. Ein schönes und junges Gesicht und ein altes und hässliches Gesicht. Ein Lächeln und zornige Gesichtszüge. Der Pfad des Lebens der aus guten und schlechten Dingen besteht. Die Jugend und das Alter vereint in einem Körper der Neues gebärt. Drei Symbole des Lebens. Geburt, Blütezeit und das Verwelken, bevor es mit Geburt wieder beginnt. All dies kann man in der Statue sehen und dadurch ist sie eben besonders. Vielleicht war es ihr Wille, dass wir hierher kamen und beginnen sie neu zu entdecken. Vielleicht naht die Zeit, da sich die Welt verändern wird und ein neues Zeitalter beginnt.", erzählte Ornlu und ließ seiner Flut an Worten eine ebenso lange Pause folgen.
Daryn sollte sich selbst dazu Gedanken machen, sollte verstehen, erkennen oder einfach nur die Stille hier am ort wahrnehmen die gar keine war. Hier erzitterte überall die Magie, hier strömten die Flüsse des Lebens, hier bewegte sich Leben, hier war das Leben präsent.

"Nun und bezüglich der Einflussnahme... Jedes Lebewesen hat eine Seele, ein inneres Wesen und das ist eben auch tierisch. Während wir Tiere ganz beeinflussen können, ist es bei Menschen und wohl Orks schwerer. Womöglich schützen sie eben die Götter davor. Wie dem auch sei - wir entdeckten es hier und es scheint, als ob wir ähnlich der Tiermagie Gefühle beeinflussen können. Aber was wir so erkennen konnten, ist es stets nur möglich das dominanteste Gefühl zu steigern. Würde man es also bei Edda machen, wenn sie dich nur sieht, dürfte sie dann nach dem Zauber sowas von loslachen dass sie wirklich vor Lachen platzt. Umgekehrt könnte jemand der dich nicht mag oder durch dich genervt ist, dadurch aggressiv werden. Es hat eben so sein Licht- und seine Schattenseite. Es kann aber durchaus hilfreich sein. Emotionen steigern ist eine mächtige Waffe. Hast du dann genug Zeit, kannst du das dominanteste Gefühl wirklich mit der Magie deuten. Hast du sie nicht, musst du dich auf deine Menschenkenntnis verlassen. Den Zauber anwenden kannst du wie bei Tieren. Die Wirkweise ist ähnlich, nur das dir der Mensch dann nicht entgegenkommt, gleichzeitig nicht sofort abblockt, weil es ihn verwirrt und unbekannt ist. Tiere erkennen die Magie der Natur. Menschen indes flippen ja schon bei etwas Glitzer aus. Ich denke du kannst es ja mal versuchen. Suzuran und Cécilia erzählten mir schon, dass es Steigerungen davon gibt. Sprich man durch Mächte aus der Natur den Geist der Menschen noch mehr beeinflusst. Nicht das ich es dir aufzwingen will, aber ich habe ein gewisses Gespür und ich denke das dir dieser Zauber liegen wird. So wie er anderen, eher scheuen Mitgliedern unserer Gemeinschaft liegt. Ich beherrsche den Zauber, aber nicht so gut wie Suzuran oder Cécilia. Wenn du willst, teste es mal an mir. Ein Gefühl dominiert mich gerade mehr als andere. Ich sträube mich jedoch noch, da ich etwas faul bin..."

Cyrith
01.08.2012, 11:21
„Die Verbrennungen sehen nicht schön aus, ihr werdet auf jedenfalls Narben besitzen die von eurem Kampf erzählen, vielleicht werdet ihr nie wieder ein Weib abbekommen“ erklärte der Heiler. Cyrith grinste jedoch nur.
„Dann werden meine Feinde eben angst vor mir haben, ich sehe diese Narben nicht als Fluch, jeder normale Krieger wird einmal Narben tragen“ antwortete Cyrith, warf ein Goldbeutel zu dem Mann und verließ seine schäbige Hütte.
Ein paar Tage waren vergangen, seit Cyrith den Magier getötet hatte und mit Rethus dieses Versteck eingenommen hatte.
Während Rethus sich die Höhle als Heim eigen gemacht hatte, so zog der Dieb in die Jägerhütte. Da sie eh nicht mehr gebraucht wurde. Natürlich hatte er den armen Jäger noch beerdigt, da diese arme Seele schon einen grausamen Tod gefunden hatte.

Zwar stank es noch abartig in dieser Hütte aber er war sich sicher, das er diesen Gestank auch los werden würde. Die Hütte war ungefähr eine halbe Stunde von Tooshoo entfernt und gut zu erreichen. Der Dieb schlenderte zum Händler, da er noch ein paar Lebensmittel in der Hütte gut gebrauchen konnte. Er hatte schon selber überlegt ob er das Jagen lernen sollte, jedoch brauchte er dazu mehr als nur die Fähigkeiten er brauchte auch einen Bogen!
Sein Freund Rethus war seit jenen Tagen nicht mehr gesehen worden, wahrscheinlich befand er sich in seinem neuen Heim und lernte dort oder machte sonst irgendwas anderes.

Der Dieb hatte zum Glück noch ein paar Goldstücke und konnte sich mit Käse, Fleisch und Bier erst einmal überleben. Natürlich fielen ihm die Blicke auf, die von den anderen kamen. Sie kannten ihn noch nicht lange mit diesem Gesicht, solche blicke würden normal werden. In seinem Rucksack war noch genug Platz, er verstaute alles, um dann in die Taverne zu gehen.

Leyla
01.08.2012, 17:09
Mütter, dachte Leyla ein wenig belustigt, als der Junge sichtlich erfreut von Dannen zog, den verbundenen Arm ganz stolz in der Schlaufe um den Hals trug und ein wenig von seiner kindlichen Leichtigkeit zurück ließ. Klar, der Arm war gebrochen, der Junge würde ein paar Wochen nicht herumtoben und erst recht nicht arbeiten können. Aber bei der Geschichte, die er der Ovates aufgetischt hatte, war sie gar nicht erst auf den Gedanken gekommen, den Bruch magisch zu heilen. Der dazugehörige Unfall war viele Tage alt, die Mutter hatte den Jungen trotzdem weiter hart rangenommen, so wie das bei einfachen Leuten nun mal der Fall war. Die offensichtlichen Schmerzen ihres Kindes schien sie ignoriert oder klein geredet zu haben. Heute nun war der Junge davon gelaufen, er sprach Leyla gegenüber von unerträglichen Schmerzen, vertraute ihr und ihren Mittelchen jedoch blind und schien sich offenbar zu ihr hingezogen fühlen. Hoffentlich sah die Mutter ein, dass sie einen Fehler begangen hatte. Wenn sie nachher womöglich hier her kam und sich beschwerte, würde die Blonde wahrscheinlich nicht ruhig bleiben und alle Schuld auf sich nehmen können.
Zischend und pfeifend riss sie der Kessel im hinteren Bereich der Heilkammer aus den düsteren Gedanken, rasch eilte sie hin, riss hastig den Deckel herunter und rührte langsam linksherum um. Nicht rechtsherum, das hatte sie sich irgendwann mal angewöhnt. Einige Alchemisten neigten zwar dazu, ihre Rezepte durch obskure Rührrichtungswechsel zu verkomplizieren, die Ovates jedoch rührte immer in dieselbe Richtung und auf dieselbe Weise.
Tief sog sie den Duft durch die Nase ein, füllte dann einen Löffel mit etwas der gelblichen Flüssigkeit und probierte. Sofort stiegen ihr die Tränen in die Augen, das Zeug war heiß und auch recht scharf geworden. Die Augen trocken gewischt blinzelte Leyla dann aber noch ein wenig und schaute sich in der Heilkammer um. Vor allem in den dunklen Ecken. Und sie lauschte. Und nickte. Unsicher, aber irgendwie bildete sie sich ein, dass die Sinneseindrücke besser waren. Schärfer. Intensiver. Und das fast nur auf pflanzlicher Basis. Ein Nesselgewächs aus dem Dschungel, dazu etwas des berüchtigten Sumpfkrauts, jedoch ganz anders verarbeitet, als es hier in Schwarzwasser üblich war. Und zuletzt etwas Blut einer Raubkatze, ebenfalls aus dem Dschungel.
Neulich hatte sie von einem Gerücht gehört, Snapperaugen wären besonders gut und würden sich daher hervorragend für einen Trank eignen, der die Sinne schärfen sollte. Ihrer Ansicht nach war das Unsinn. Snapper waren Reptilien und Reptilien hatten extrem schlechte Augen. Sie hörten und rochen sehr gut, ohne Ohren und Nase könnte ihr Feind vor ihnen stehen, ohne dass sie ihn bemerkten. Vorausgesetzt, er bewegte sich nicht. Wer sich diesen Unsinn wohl ausgedacht hatte?

Ophelia
01.08.2012, 18:30
Na toll! Wie war Ricklen bloß auf die Idee gekommen sie hier einfach mitten in der Pampa stehen zu lassen? Es war in etwa so, als hätte er sie bei ein paar Kannibalen zurückgelassen mit der Versicherung, dass sie eigentlich ganz nette Kerle wären. Ophelia drehte sich ein paar mal im Kreis um ihre Umgebung näher in Augenschein zu nehmen. Rechts...Sumpf. Links...Sumpf. Vorne...Baum. Und Hinten...oh welch Überraschung: Sumpf. Trotzig stampfte Ophelia mit dem Fuß auf und spritzte sich dabei mit Matsch voll. Jetzt war sie also nicht nur eine orientierungslose Fremde, sondern eine dreckige, orientierungslose Fremde. Oder jemand dem man sicher lieber aus dem Weg ging, anstatt ihn freundlich zu sich nach Hause einzuladen, ein Bett anzubieten und ihm geduldig den Weg zu erklären. Wenigstens ihr Messer war ihr geblieben. Leider war das hier als Waffe etwa so effektiv wie ein Zahnstocher. Zumal sie von einer ominösen Schildkrötengattung gehört hatte, deren Sprache kein Mensch sprechen konnte und die manchmal einfach nackt hinter irgendwelchen Büschen hervorgesprungen kam. Ein Knurren unterbrach ihre Horrorvorstellungen. Sie sah sich erst verängstigt nach einer Bestie um, bis ihr klar wurde, dass es zur missgelauntesten Kreatur überhaupt gehörte: ihrem Magen. Und den interessierte die ganze "Ich bin ganz allein und hilflos in einer Umgebung, die ich nicht kenne. Was soll ich nur tun?"-Nummer nicht im Geringsten. Resigniert ließ Ophelia die Schultern hängen und sah sich nach einem Gasthaus um. Hoffentlich würde sie hier Arbeit finden und noch viel wichtiger: was zu Essen.

Thorwyn
01.08.2012, 19:49
Schööön, dachte Thorwyn und atmete tief durch, als er den Baum betrat, in dem es doch merklich angenehmer war als draußen. Der Sommer hatte die Insel im Griff, davon konnten auch gelegentliche Schauer nicht ablenken, und das machte sich bemerkbar, wenn man tagsüber die Sümpfe durchstreifte, in denen nicht überall genug Bäume standen, um ausreichend Schatten zu spenden. Im Baum dagegen brannte nicht ständig die Sonne, so dass es dort leichter auszuhalten war.
„Palim palim“, kündigte sich der Jäger an, als er die Heilkammer betrat, wo ihm aber auch so schon gleich Leyla entgegensprang, als hätte sie ihn erwartet, so dass es doch wieder heißer wurde. „Wagh“, machte er überrascht und gab ihr einen Begrüßungskuss. „Hast du hier die ganze Zeit gewartet oder was?“ Er schielte über ihre Schulter. „Wobei irgendwas dort hinten auch noch vor sich hin dampft … und das bei dem Wetter. Was ist das?“ Grinsend setzte er ihr noch einen Kuss auf die Nase, als ihm noch etwas einfiel.
„Ach ja, bevor ich es wieder vergessen: Irgendwann in nächster Zeit oder so wollte ich wieder mal aufs Festland, sehen, wie es meinen Eltern geht, und Bescheid sagen, dass ich noch lebe … mal sehen, wann es da eine Gelegenheit gibt. Würdest du mitkommen wollen?“

Raminus
01.08.2012, 20:31
Zwei anstrengende Tage lagen hinter dem Sägewerker und erst jetzt fand Raminus wirklich Zeit nach Ornlu zu suchen. Der Druide hatte kurz bei ihm vorbeigeschaut und der Hüne war erleichtert zu wissen, dass zumindest einer den Krieg heil überstanden hatte. Das änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass das Holzlager aufgeräumt und ausgemistet werden musste. Altes und morsches Holz wurde aus den letzten Winkeln gegraben und die Stapel wurden neu sortiert und ordentlich verstaut. Es machte sich immer gut schon frühzeitig vor der kälteren Jahreszeit ausreichend Platz für benötigtes Brennholz zu schaffen. Zwar waren die Winter hier im Sumpf weniger streng, fast schon nicht existent, und es würde wohl auch noch einige Monate dauern, doch die Holzfäller wollten gut vorbereitet sein. Für den heutigen Abend hatte Gunther allen Arbeitern jedoch früher freigegeben und nach einem kurzen Abendessen machte sich der Lehrling auf die Suche nach dem Druiden.

Fanden tat er ihn schließlich an einer Stelle an dem er ihn nicht wirklich vermutet hätte. Zusammen mit Daryn saß Ornlu in der Nähe des seltsamen Schreins, der eine zweiköpfige Frau darstellte. Bewahret. Ornlu, Daryn. Freundlich nickte er den beiden zu, als sie sich ob seiner hörbaren Schritte zu ihm ungedreht hatten. Corax war so frei dich in deiner Abwesenheit zu vertreten. grinsend ließ er sich neben den beiden nieder. Der Telekinese-Zauber funktioniert soweit auch ganz gut, mit einer Ausnahme, aber ich denke das ist mein Problem… gedankenverloren starrte Raminus gen Boden, um nicht an die ganzen Emotionen denken zu müssen. Er fing sich jedoch schnell wieder. Ich hoffe ich störe euch nicht…

Ornlu
01.08.2012, 20:54
"Bewahre!...hmm nein. Nicht wirklich. Daryn kann ja das was ich ihm eben sagte ja noch machen, sobald er die Kräfte gesammelt halt.", meinte Ornlu zu Daryn und blickte dann zu Raminus.

"Habe Daryn eben was zum Schrein erzählt oder einfach meine Sicht dazu geäußert und noch zu einen Zauber was erzählt. Ich vermute aber, dass jener dir nicht liegt. Es ist das verstärken menschlicher, dominanter Emotionen. Sowas wie aus Angst...Furcht machen oder Unlust, pure Faulheit...oder anderes eben. Wir Menschen sind nicht minder tierischer Natur oder eben etwas in uns immer noch so wie einst, als die Menschenrasse noch jung waren. Es ist wie ein reizen dieses inneren Wesens oder Tieres im Menschen. Zwar wie du gehört hast nicht mit großer Wahl, doch ist es eben der Anfang von mehr Zaubern die den Geist durch Naturkraft beeinflussen. - Kannst es dir ja bei Interesse überlegen. Ansonsten erzähl mal, wo dein Problem bei deinem jüngsten Zauber liegt? Und was hat Corax so erzählt? Der olle Rabe ist in letzter Zeit so geheimnisvoll wie ein Irrlicht."

Raminus
01.08.2012, 21:05
Naja viel erzählt hat Corax nicht, hatte mit ihm erst ein wenig darüber geplaudert, dass ich eigentlich die meiste Zeit bei dir lerne, du aber seinen Namen mal erwähnt hast. Tja und dann musste er sich wohl oder übel mit mir abgeben. Schmunzelnd kramte Raminus in seinen Taschen und zog schlussendlich etwas rauchbares Sumpfkraut hervor, von dem er dem Druiden und Daryn auch etwas anbot. Nachdem der erst Qualm sich seinen Weg durch das Blätterdach gebahnt hatte fuhr er fort. Er hat mir dann lediglich ein paar Tipps für die Telekinese gegeben, wie ich meine Kraft noch besser übertragen kann und nicht zu viel davon verschwende. Mit meiner ersten Idee, quasi den Gegenstand mit Magie zu umfassen und hochzuheben kam ich ab einen gewissen Punkt nicht mehr weiter. Corax meinte ich solle daher nicht einfach nur das Äußere des Gegenstandes erfassen, sondern ihn mehr oder weniger vollkommen durchdringen. In der Tat, das funktioniert auch wirklich besser, sobald…sobald ich aber etwas aus Holz hochhebe spüre ich mehr als nur den Gegenstand an sich. Ich fühle den letzten Funken an Leben, die letzten Moment der Qual…ich bin schon froh, dass ich meine Arbeit noch weitestgehend noch ausführen kann, aber dieser Kontakt…hast du ähnliches, vielleicht mit Tieren erlebt? Seltsamerweise hatte ich solche Probleme nicht, wenn ich eine Verbindung zu einem Tier hergestellt habe…

Bengar Ulfson
01.08.2012, 21:10
Der heutige Tag war, nun ja, wie sagt man es am Besten, äh ja, kacke verlaufen. Zwar hatte er hie und da Tiere erspähen können, doch war heute der Wurm in der Sache gewesen bzw. stets ein Ast da, wo man nicht brauchen konnte, sodass das Getier stets reißaus genommen hatte. Nun ja, das meiste hatte dies, doch die wenigen, die es nicht taten, waren Raubtiere gewesen, von denen wiederum Bengar Ulfson reißaus genommen hatte. So oder so, er würde heute mit leeren Händen nach Hause zurückkehren. Nun ja, das war nicht ungewöhnliches, doch dieses mal kam er sogar mit etwas weniger nach Hause, als er los gezogen war. Nun ja, so viel weniger auch nicht, aber etwas Haut und Blut hatte er verloren, als er eine Bache mit ihren Jungen aufgestöbert hatte. Das Mistvieh hatte ihm heftig am Bein erwischt und eine ziemlich fiese Wunde geschlagen, eher er sich auf einen Baum hatte retten können. Damit hatte er sogar noch halbwegs Glück gehabt, dann ein wildes Wildschwein ist nicht zu unterschätzen und gelegentlich fielen ihnen sogar Jäger zum Opfer. Es soll sogar riesige Versionen davon geben, die man kalydonsiche Eber nennt, die sich nu von Frauen töten lassen, aber dies hielt der Jäger für Unfug.

Wie auch immer, er war verwundet und im Laufen etwas behindert, aber er musste zurück nach Schwarzwasser, ehe es vollständig dunkel wurde und die richtig fiesen Dinger erwachten. Sumpfhaie, Schattenläufer, oder, am allerschlimmsten, Skeletteichhörnchen. Speziell vor letzterem grauste es ihm. Nun ja, es würde schon schief gehen beziehungsweise, da das heute schon öfter vorgekommen war, müsste es jetzt mit der Heimreise aber klappen.

Es sollte jedoch anderes kommen, denn schon bald bemerkte er eine Gestalt, die auf seinen Weg schon bald kreuzen würde. Ob Freund oder Feind war nicht zu erkennen, er hoffte einfach mal auf Freund. Wenn nicht, wäre er aber ohnehin tot.

»Gruß Fremder, wollt ihr auch nach Schwarzwasser?«

Leyla
01.08.2012, 21:14
Grinsend nahm sie seine Hand und zog ihn zu ihrem Gebräu hinüber, ehe sie die letzte Frage mit einer Gegenfrage beantwortete: „Aufs Festland?“ Nachdenklich beobachtete sie ein überflüssiges Nicken, da sie ihn natürlich schon beim ersten Mal verstanden hatte. „Jetzt sind ja fast alle wieder hier … wird sicher niemand was dagegen habe, wenn ich nicht da bin.“ Sie musste kurz an den Jungen und seine Mutter denken, die sich bislang noch nicht hier gezeigt hatte. Bei solchen Fällen verging ihr sogar ein wenig die Lust. „Und deine Eltern haben verdammt gut gekocht damals. Also warum nicht?“
Das Grinsen kehrte zurück und Leyla deutete auf den Kessel. „Probier mal und sag mir, was du dabei und hinterher spürst. Nicht nur im Geschmack, sondern … allgemein. Keine Angst, ich hab schon gekostet und wie du siehst, stehe ich noch in einem Stück vor dir.“ Lächelnd reichte sie Thorwyn einen Löffel. Sie hatte ihn gerade eben kommen gehört, bevor sie ihn sehen konnte, obwohl er nicht besonders auf sich aufmerksam gemacht hatte. Das Zeug schien also wirklich zu funktionieren.

Gwydion
01.08.2012, 21:26
Den Blick zu Boden gerichtet lief Gwydion durch den Sumpf. Er sammelte Heilkräuter für die Heilkammer, denn er hatte einige Vorräte mit ins Bluttal genommen und dort die Verwundeten der Kämpfe versorgt... Kapuze tragend, wohl hatte ihn niemand erkannt. Aber er musste die Vorräte nun wieder auffüllen. Außerdem tat ihm die Stille und Einsamkeit des Sumpfes ganz gut. Er hatte viel nachzudenken.

Es war nicht mehr allzu weit, da hörte er eine Stimme, die ihn ansprach. Der Druide hob den Blick und erkannte einen anderen Mann, der durch den Sumpf unterwegs war, offensichtlich ebenfalls in Richtung Tooshoo, nahm Gwydion an, als er sah in welche Richtung der andere ging.
„Gruß Fremder, wollt ihr auch nach Schwarzwasser?“, fragte der andere Mann.
„Das ist mein Weg...“, erwiderte Gwydion und musterte den Burschen vor sich.

Er konnte sich nicht erinnern ihn schon mal gesehen... doch da war etwas. Im Bluttal. Er hatte mitgekämpft. Gehörte er daher auch zur Bruderschaft. Irgendetwas störte Gwydion an dem anderen, bis es ihm auffiel... sein Gang war hinkend gewesen. Jetzt, da er stand, fiel es nicht zu sehr auf, aber wenn man genau hinsah, konnte man erkennen, dass er sein eines Bein anscheinend weniger belastete. Der Druide blickte hinunter und erkannte im nunmehr Dämmerlicht, dass ein dunkler Fleck sich auf Hose ausgebreitet hatte.
„Alles in Ordnung?“, fragte Gwydion den bisher Fremden, „Bist du verletzt?“

Ornlu
01.08.2012, 21:29
"Nun dies gehört dazu, Raminus. Es hat seinen Grund wieso nur wenige von uns ein Tier wählen, wenn sie den Kampf suchen müssen. Die Verbindung die du schaffst, ist so stark, dass du eben vieles so spürst wie das Tier dann selbst. Ihr beiden seid noch nicht so weit mit eurer Magie bei den Tieren, aber andere sind es. Am Ende ist es eine schwierige Erfahrung...ich betone wirklich schwierige die man macht, wenn das Tier stirbt. Es ist als ob man den Tod selbst erfährt, doch der ist nicht schlimm. Der ist...ruhig und friedvoll. Doch davor...die Schmerzen, die Aggression, die Gefühle des Tieres manifestieren sich auch in euch und alles erlebt ihr so pur. Manche wenden sich davon ab, andere nicht, weil sie wissen dass es niemals eine andere Wahl gibt, wenn ein Tier unter euren Einfluss für euch kämpft. Andere Erfahrungen berufen sich auf Tiere die im sterben liegen. Bist du weit genug, kannst du dem Tier die Angst nehmen und Frieden geben. Genauso wie eine Geburt durch die Magie erleben. Es ist unbeschreiblich zu erleben, wie ein Tier zum ersten Mal Luft in seine Lungen atmet und die Welt wahrnimmt. - Du siehst es hat alles Vor- und Nachteile. Wie wir ihnen begegnen liegt bei uns. Mit dem Holz verhält es sich nicht anders. Nur das Pflanzen und ihre Gefühle uns eher fremd sind und weniger stark auf Einflüsse reagieren. Sie sind anders, aber auch sie empfinden etwas. Geschlagenes Holz, Äste am Boden - sie sind alle wie verwundete Tiere, Raminus. Versuch es mal bei einem Baum der tief mit dem Erdreich verbunden ist und du wirst merken, dass es auch andere Gefühle gibt als die die du bisher durch Pflanzen erfahren hast. Bäume sind aber so eine Sache wieder. Dazu kommen wir aber noch, wenn die Zeit reif ist. Genauso kommen wir bald dazu, dass ihr beiden lernen werdet pflanzliches Leben zu beeinflussen. Anders als tierisches Leben, doch genauso sagen wir mal nützlich. Sumpfkraut innerhalb eines Tages erblühen lassen wird kein Problem darstellen. Ebenso wird sich für dich ein Kompromiss finden, Raminus. Du magst jetzt nur das Holz schlagen und trennen, den Baum fällen. Doch ich denke es wird dich, als auch den Baum besänftigen, wenn du einen Samen pflanzt und daraus ein Sprössling erwächst den du durch deine Magie gefördert hast. Hier sind wir beim Prinzip des Nehmens und Gebens. Das was unser Volk ausmacht. Also erschrecke nicht mehr so, wenn du totes oder sterbendes Holz spürst. Es gehört dazu, wie der Tod bei Tieren. Genauso gehört die Geburt dazu. Sei es bei Tieren oder Pflanzen. Dies wär ein wenig aus meinen Erfahrungen. Willst du noch mehr wissen oder gar schon versuchen?"

Thorwyn
01.08.2012, 21:35
Gut, sie kam also mit aufs Festland. Dann musste man nur noch einen geeigneten Zeitpunkt finden, was nach der Rückkehr der Jäger aus dem Bluttal aber sicher möglich sein würde. So eine Reise nach Thorniara und Myrtana konnte ja schließlich auch für das Waldvolk nützlich sein, unterwegs aufgeschnappte Informationen konnte man immer gebrauchen. Jetzt aber war erst einmal Leylas neustes Gebräu an der Reihe, das Thorwyn neugierig beschnupperte. Viel sagte ihm das allerdings nicht – irgendein Pflanzenzeug eben.
„Na gut …“, meinte er langsam und musterte noch einmal die Geliebte, die vollkommen frei war von blauen Punkten im Gesicht oder rot leuchtenden Augen – nur die Pupillen kamen ihm irgendwie ungewöhnlich groß vor. Wie es auch war, so schlimm konnte das Zeug also nicht sein. Vorsichtig schlürfte er den Löffel leer und schluckte das Zeug gleich hinunter. „Hm, also der Eintopf in der Sumpflilie schmeckt besser“, lächelte er und wartete unter Leylas gespanntem Blick ab, was passierte. Das war zunächst nichts.
Dann jedoch machte sich allmählich ein sanfter Druck in seinem Kopf bemerkbar, irgendwo in der Gegend hinter seinen Augen. Thorwyn kniff sie zusammen und blinzelte angestrengt, schloss und öffnete sie wieder und sah sich stirnrunzelnd um. Auf schwer zu erklärende Weise fühlte sich die Welt um ihn herum anders an, vielleicht so, als hätte er wieder Sumpfkraut geraucht. „Ich weiß nicht“, sagte er leise und immer noch etwas ratlos. „Wirkt der Trank schon? Irgendwas ist anders … ist es hier drin heller geworden? Kommt mir so vor. Und das Wasser zischt wieder lauter … ich weiß nicht …“

Bengar Ulfson
01.08.2012, 21:44
Hm, Bengar Ulfson war es so, als hätte er diesen Typen schon mal gesehen. Vermutlich bei der Schlacht im Bluttal in einem der Lager, ansonsten hatte er ja auch nicht allzu viel mit Leuten zu tun gehabt. War der da nicht bei den Heilern gewesen? Nun ja, er schien jedenfalls von bemerkenswertem und herausragenden Intellekt zu sein, hatte er seine Verletzung doch trotz der schweren Sichtbarkeit ausgemacht. Da der Jäger lediglich humpelte, war es ein Meisterstück zu bemerken, dass etwas nicht stimmt.

»Ob ich verletzt bin? Nein, ich humpel einfach so rum, weil es mir Spaß macht - Ja, ich bin verletzt, so eine dämliche Bache hatte ihr Lager genau da, wo ich hinging. Das war buchstäblich eine Sauerei.

Und, hm, kann es sein, dass du im Bluttal bei den Heilern gewesen warst? Und wenn ja, kannst du mal nachsehen, wie es um die Wunde steht? Auf Wundbrand hab' ich nicht so wirklich Lust.«

Raminus
01.08.2012, 21:50
Nun ich glaube, wenn es stimmt was du sagst, und davon gehen ich einmal aus, dass es sinniger wäre wenn ich mich zunächst noch mit meinen Empfindungen auseinandersetzen würde. Bisher wusste ich nicht warum ich all dies fühlte und habe versucht solche Situationen zu meiden. Jetzt wo ich weiß, dass dies ganz normal ist würde ich die Emotionen gerne erforschen, ehe ich mich neuen Dingen zuwende. Auch wenn es zugegebenermaßen wirklich interessant klingt mit Magie Pflanzen beeinflussen zu können. Der andere Zauber von dem du vorhin sprachst, das mit dem Verstärken von Gefühlen ist dagegen glaube ich nichts für mich, mir missfällt die Vorstellung einen anderen Menschen derart zu manipulieren, aber das ist lediglich meine Sicht.

Genüsslich nahm er den letzten Zug des Sumpfkrautes in sich auf und blies eine weitere wohl duftende Qualmwolke gen dunkler werdenden Himmel. Aber mal noch etwas anderes…bist du eigentlich mit in das angekündigte Gefecht gezogen? Und wenn ja wie ist es ausgegangen? Müssen wir nun befürchten alles niederbrennende Innoshorden demnächst vor unserer Tür stehen zu haben. Humor und Freundlichkeit waren die Grundzüge von Raminus’ Wesen, doch sobald er wieder an den Krieg denken musste, wandelte sich das ganze in bitteren Zynismus. Würde er hier auch nicht zur Ruhe kommen…

Gwydion
01.08.2012, 21:51
Gwydion zuckte mit den Schultern.
„Was weiß ich, ob du einen Stein im Schuh hast oder zwei ungleich lange Beine oder deine Sohle einfach im Eimer ist?“, erwiderte er auf die etwas patzige Antworte des Verletzten, „Warte kurz...“
Der Druide schloss für einen Augenblick die Augen und beschwor eine Lichtkugel herauf. Mittlerweile war es so dunkel, dass er sich die Verletzung nicht ordentlich würde ansehen können. Behandeln würde er sie ohnehin nur ungern hier im Sumpf, sondern lieber in der Heilkammer in Toosho, aber er wollte sich ein erstes Bild davon machen, womit er es zu tun hatte.
„Setz dich dort auf den Baumstumpf und lass mich kurz sehen.“, meinte er zu dem anderen.
Er tastete kurz nach dem Dolch an seinem Gürtel. Wenn die Hose an der Wunde festkleben würde, musste eventuell das Hosenbein daran glauben. Wenigstens ein Stückchen davon.

Leyla
01.08.2012, 21:59
Schelmisch grinsend packte sie erneut seine Hand, um ihn nach draußen zu zerren. Ihre Arbeit hier war für heute erledigt. Das Gebräu würde bis zum nächsten Morgen auskühlen, danach konnte sie es abfüllen. Das Zeug funktionierte, ihre Empfindungen waren keine Einbildung, Thorwyn spürte Ähnliches, somit gab es nicht mehr zu tun, außer die Dauer und Intensität der Wirkung auszuprobieren.
„Der Trank wirkt“, rief sie ihm knapp entgegen, die Hand hatte sie losgelassen, stattdessen stürmte sie dem Geliebten voraus die Treppen hinauf. „Endlich! Schau! Lausche! Fühle!“ Einige Augenblicke lang hielt Leyla auf einem Podest inne und genoss die Eindrücke, die der Sumpf ihr entgegenwarf. Sie erkannte Details, hörte irgendwo das Geschrei eines Betrunkenen und fühlte Luftzüge – alles auf eine Art, wie sie es nie zuvor wahrgenommen hatte. Schön.
„Merkst du es?“, rief sie ihm erneut zu und lachte. Rasch ging die Hast weiter, bis sie beide vor ihrer Hütte standen. „Und jetzt?“, fragte sie gespannt.

Bengar Ulfson
01.08.2012, 22:04
Jaja, so war das immer mit Fremden, Nettigkeiten wurden ausgetauscht und dann sang man gemeinsam und tanzte Ringelpietz mit Anfassen rund um den eckischen Tisch. Oder so. Wie auch immer, schnell war sich auf einem Baumstumpf nieder gelassen. Die Wunde war noch einigermaßen frisch und sodass das Blut noch nicht so fest und stark geronnen war, dass es sich allzu fest mit dem Hosenbein verbunden hatte. Zum Glück, denn sein riesiger, begehbarer Kleiderschrank war derzeit, nun ja, etwas bis vollständig leer - mal davon abgesehen, dass er keinen Kleideschrank besaß und schon mal gar keinen begehbaren.

Wie auch immer, der andere Typ da kniete nieder. Und nein, er holte jetzt keinen Ring hervor, dafür kannten sie sich auch viel zu wenig, sondern besah sich die Wunde genauer. Es schien ein heikles Geschäft zu sein, denn er runzelte die Stirn. Hoffentlich würde man ihm das Bein nicht abnehmen müssen. Wobei soschlimm war die Verletzung eigentlich auch nicht gewesen.

»Und, was meinste du? Bin ich nur arm dran oder muss Bein ab?«

Gwydion
01.08.2012, 22:13
„Muss ab...“, erklärte Gwydion bestimmt, „...eindeutig. Seh ich auf drei Meter Entfernung.“
Er entschloss sich seinen Kommunikationsstil dem seines Patienten etwas anzupassen und während der über die Aussicht einer Amputation grübeln oder den Spruch als Ironie enttarnen konnte, zog sich Gwydion die Lichtkugel etwas näher heran, um die Wunde genauer zu betrachten.
Die Hose klebte noch nicht vollständig fest und ließ sich ein Stück nach oben schieben. Der Druide tastete oberflächlich das Bein aber, aber die Knochen schienen in Ordnung. Anders hätte der Bursche wohl auch nicht mehr humpeln können. Aber die Fleischwunde war tief und teilweise ausgefranst. Sie müsste gereinigt und genäht werden.
„Meine Knochensäge liegt aber in Tooshoo in der Heilkammer.“, meinte er schließlich, holte derweil aber ein paar der gesammelten Kräuter aus seiner Tasche, zerrieb sie und vermischte sie in der Handfläche mit etwas Wasser aus einem Wasserschlauch zu einer breiartigen Substanz, „Hier bekommst du erst mal etwas guten Brei. Meine Mutter sagte immer, Brei hilft bei allem.“
Gwydion verteilte den Kräuterbrei auf der Wunde. Leider hatte er keine Verbände dabei, um das Zeug zu fixieren, aber der Brei würde bis Tooshoo hoffentlich haften bleiben. Er verhinderte, dass noch mehr Dreck in die Wunde kam und betäubte außerdem den Schmerz ein wenig.
„Komm. Bringen wir dich in die Heilkammer.“, meinte er schließlich, „Ich bin übrigens Gwydion. Und wie heißt der bemitleidenswerte Tropf, dem ich gleich das Bein runter säbeln werde?“

Ornlu
01.08.2012, 22:25
Das Sumpfkraut tat gut und gab Ornlu Zeit die Gedanken zu sammeln.
"Mach das mit den Emotionen und wenn du dich dann bereit fühlst komm zu mir. Wir werden das dann angehen. Was ich vergessen habe zu erwähnen, ist das es eine Alternative mittlerweile gibt in Sachen Tiere auf Feinde hetzen oder zur Notwehr. Es ist das rufen von etwas...ja irgendwie Totem, das eben doch nicht so tot ist. Stellt euch vor ihr ruft den Geist eines Tieres und er erscheint und beschützt euch für die Zeit in der seine Kraft reicht. Dies kann ich euch beiden beibringen und es ist nicht so schwer, wie ein Tier zu kontrollieren.", erklärte der Druide noch, bevor er zu Raminus eigentlichen Frage Stellung nahm.

"Ja, ich war dabei. Ich unterstützte unsere Jagdkommandos und war mit anderen Magiekundigen tätig. Manche als Heiler, manche schufen lediglich ein Licht für unsere Schützen, wenn es galt bei Nacht den Feind anzugreifen und wieder andere bewegten die Natur. Wir kämpften gegen keine Armee, aber wir haben einen ordentlichen Teil er Garnison aus Thorniara im Bluttal in die Flucht geschlagen, während die Setarrifer sich in Burg Silbersee sammelten und sie nun auch heute noch halten. Die Gefechte waren typisch für uns und ein Chaos für militärische Einheiten, die in gewisser ordnung zu kämpfen pflegen. Doch im Gegensatz zu den myrtanischen Gefechten, war es hier unser Ziel sie einfach aus dem Tal zu scheuchen. Manche Pfeile waren tödlich, weil es keine große Wahl gab. Viele trafen aber nicht tödlich oder bewusst vorbei. Angst ist ein starker Verbündeter, wenn man sie mit kombinierten Kräften und dem Schutz der Wälder zu schüren weiß. - Langfristig gesehen, Raminus, erhoffen wir uns durch unsere Taten mehr Sicherheit. Es war davor eine Frage der Zeit bis ein Kommando aus Thorniara den Orkwald und dann unser Gebiet betritt. Nun aber halten die Setarrifer die Burg am Silbersee und das Bluttal ist wieder...sagen wir mal neutral. Natürlich können die Innosler die Burg wieder belagern, doch sie haben nun in den Köpfen dass es auch uns gibt und wir wieder kommen könnten. Mit den Setarrifern zusammen, sind wir ihnen momentan etwas überlegen. Umgekehrt sind da natürlich die Setarrifer, doch die wissen nun auch, dass man uns nicht verarschen sollte und wir ganz nützlich sein können. Wenn es also aus jetziger Sicht einen Gewinner gibt, dann sind es wir. Denn die Lage erlaubt weder Thorniara sofort offensiv zu werden und die Setarrifer brauchen uns defensiv. Langfristig gesehen wird es darauf ankommen, wer die Baronie Stewark auf seine Seite zieht. Schafft es Ethorn, dann kann Argaan befriedet werden und wir sollten unsere Ruhe mit Ethorn haben. Jeder der uns schlägt, schlägt gegen ein Wespennest und das weiß er auch. Sollte Stewark an Rhobar fallen, wird es eng und ein langer Kampf. Dann kommt es auf kleine Details an. Schafft es Ethorn Kräfte von den anderen Inseln des Südens zu mobiliseren? Holt Rhobar seine Armee aus Myrtana? Kann vielleicht ein Frieden erwirkt werden, wenn Ethorn Rhobar seine älteste Tochter zum Weibe gibt und Argaan Selbstbestimmung gewährt? Oder müssen wir schauen das wir einfach überleben? - Sollte Letzteres geschehen haben wir noch einen kleinen Trumpf im Ärmel oder eher zwei. Zum einen die Tiefen Sümpfe in denen wir bestehen können und ein Lager errichten. Zum anderen die Orks aus dem Orkwald. Sie werden kämpfen, weil sie so oder so beide Könige ausrotten werden wollen. Was beide Seiten aber nicht wissen, ist dass es Orks sind die auf Argaan strandeten und Veteranne des Orkimperiums waren. Genauso wissen sie nichts davon, dass wir...besser gesagt ich bei ihnen respektiert werde und ein Dialog stattfindet. Dir fällt sicher auf, dass bisher unsere Nachbarn uns nichts antaten und wir ihnen ebenso nichts. Dies habe ich mit ihnen erwirkt. Vielleicht werden wir künftig mit ihnen noch handeln. Jedenfalls weißt du nun, dass auch wir hier und da Fäden ziehen und auch bedenken was wir tun. Natürlich sind da Risiken, aber die hast du immer in dieser elenden Kriegspolitik. Also wenn du mich fragst, dann wirst du mit Glück bis ans Ende deiner Tage deine Ruhe haben, vielleicht mal mit einem Ork einen trinken und unbescholten auf ganz Argaan reisen können. Mit viel Pech, wirst du in den Tiefen Sümpfen in einem Lager leben und langfristig erleben wie wir Tooshoo zurück erobern, weil die anderen es ohne Mauern und mit den Widrigkeiten hier nicht halten können. So war es und so wird es immer bei uns sein. Das Waldvolk ist das älteste Volk in dieser Welt - so ist es anzunehmen - und immer war es ein Kampf ums überleben, aber auch ein Leben und eine Freiheit.", erklärte Ornlu und gönnte sich nach seinem Monolog nun sein glimmendes Sumpfkraut.

Bengar Ulfson
01.08.2012, 22:28
»Jaja, ein lustiges Völkchen, das hier in der Gegend wohnt«

dachte sich der Jäger bei sich, während er und der Scherzkeks sich auf in Richtung Schwarzwasser machten. Zum Glück behinderte ihn seine Verletzung nicht allzu sehr, jedenfalls deutlich weniger, als wenn das Bein ab wäre. Sie würden so schnell dort ankommen können. Wie auch immer,der Kerl, auf den er getroffen war, konnte sich ruhig um eine Stelle als Hofnarr bei Rhobar oder Ethorn melden. Oder in die Politik gehen als Adliger, was die so des öfteren so anstellten, war auch oft genug zum Lachen - wenn's nicht grad zum Weinen war.

Wie auch immer, die große, prächtige und von einer riesigen Mauer, auf der drei Streitwegen nebeneinander fahren konnten, umgebende Stadt Schwarzwasser war schon bald erreicht. Nun ja, so zumindest könnte man es in Heldenlegenden schreiben, denn das klingt auf jeden Fall besser als : Die Helden erreicht das mickrige, in Sumpfkrautdampf gehülllte Kaff, in dem der Fuchs begraben war. Letztlich war es aber nur wichtig, dass sie ankamen.

»Ach ja, mein Name. Bengar, Sohn des Ulfs ist dieser.Und gibt's dann gleich etwas Hokus Pokus oder besondere Pillen, bei denen man bunte Farben sieht?«

Thorwyn
01.08.2012, 22:32
He, nicht so schnell!, dachte Thorwyn, als Leyla kurzerhand die Treppen im Baum hinaufstürmte und dabei einen ziemlich begeisterten Eindruck machte. Sie mochte ja ziemlich ausgeruht sein, aber er musste hier noch seine Waffen und die übrige Ausrüstung tragen und war den ganzen Tag unterwegs gewesen. So ließ er es dann auch etwas langsamer angehen, während er die Geliebten folgte, was aber nichts daran änderte, dass er bei der kleinen Verfolgungsjagd schon wieder ins Schwitzen kam.
„Pfff“, sagte er dann, als sie ihre Hütte erreicht hatten, und hielt Leyla erst einmal fest. Schnaufend versuchte er, wieder zu Atem zu kommen, und stützte sich dabei auf der Geliebten ab, die dadurch zurückgedrängt wurde, bis sie an die nächste Holzwand stieß. „Du und deine Tränke“, murmelte er ihr schmunzelnd ins Ohr und schloss die Augen. Überdeutlich hörte er ihren Atem neben sich, aber auch Stimmen vom Fuß des Baumes und die Rufe von Vögeln. Was es nicht alles gab …
„Aber abkühlen tut einen das Zeug auch nicht“, meinte er dann nach einigen Augenblicken und zog sich schließlich kurzerhand das Hemd über den Kopf, was ihm zumindest ein wenig Linderung verschaffte. Lächelnd zog er gleich darauf Leyla für einen weiteren Kuss zu sich heran und stieß dabei mit der freien Hand irgendwie die Tür auf, um die Geliebte mit sanftem Druck hineinzumanövrieren.
„Aber ewig kann das Zeug wohl auch nicht wirken, hm?“, nuschelte er in ihren Haarschopf, als sie in der schattigen Hütte standen. „War ja auch nur ein Löffel … na ja …“ Beiläufig fand seine Hand den Weg unter ihr Hemd und strich ihr über den Rücken. „Falls du irgendwann mal zu wenig zu tun haben solltest, schlage ich übrigens vor, irgendeinen magischen Kältetrank zu erfinden. Eigentlich immer noch zu heiß hier.“

Gwydion
01.08.2012, 22:43
„Hier lang.“, meinte der Druide schließlich und führte seinen Patienten, Bengar, Sohn des Ulf, zum Baum Tooshoo.
Den Wächtern davor erklärte er, dass es sich bei seinem Begleiter um einen Patienten handelte und er lediglich in die Heilkammer und in keine anderen Teile des Baumes gebracht würde. Diese befand sich im „Erdgeschoss“, wenn man beim Baum von irgendwelchen Geschossen reden wollte. Gwydion entzündete eine Lampe und ein paar Kerzen und deutete auf eine Art Behandlungstisch.
„Setz dich. Oder leg dich, wie es dir bequemer ist.“, meinte er, „Ich hole eben noch, was ich zur Behandlung brauche. Hokuspokus und bunte Pillen gibt es nur bei schweren Fällen, tut mir Leid.“

Gwydion ging Verbände, Nähzeug, Alkohol und ein Beißholz holen. Schließlich kehrte er zu seinem Patienten zurück. Er reichte Bengar das Beißholz.
„Hier... falls du das brauchst.“, erklärte er, „Es könnte etwas ziepen.“
Was noch viel wichtiger war: Bengar wäre damit vielleicht eine Weile ruhig und Gwydion musste sich seinen seltsamen Humor nicht mehr antun. Aber ihm war es letztlich gleich.
„Ich werde die Wunde reinigen und dann zusammen nähen.“, meinte er.
Manchmal wollten Patienten ja wissen, was man mit ihnen tat.
„Beiß auf das Holz oder sing ein Lied. Was auch immer dir hilft gegen den Schmerz.“, meinte der Druide noch und machte sich sodann an die Arbeit.

Raminus
01.08.2012, 22:45
‚Gut diesmal müsste ein ganzes Dorf abgeschlachtet werden, anstatt zwei Personen.’ Immer noch herrschten die zynischen Gedanken in dem Verstand des Holzfällers, als er diesen grausamen Vergleich zwischen Schwarzwasser und seiner Familie zog. Ich hoffe auf das Beste für uns und Schwarzwasser. Grimmig nickte der Hüne und entzündete sich weiteres Sumpfkraut. Die berauschende und benebelnde Wirkung ließen seine Gedanken weniger schwer wirken und vertrieben einige der finsteren Bilder. Kriegsstrategien und Kriegspolitik war überhaupt nicht sein Spezialfach und auch wenn er Ornlu verstanden hatte und selbst sehr viel für die Rettung seiner neuen Heimat opfern würde, war er froh nicht selbst über das Schicksalen von seinen Mitmenschen entscheiden zu müssen.

Um ein anderes Thema in den Kopf zu bekommen kam der Kahlkopf noch einmal auf die Magie zurück. Einen Tiergeist zu rufen klang ebenfalls reizvoll. Es erinnerte ihn an seine seltsamen Träume und er konnte sich sogar ein kurzes Grinsen abgewinnen wenn er Ornlu vorschlagen würde einen Eulengeist zu rufen. Irgendwie schien der Druide diese Tier mit größerer Vorsicht zu genießen als Raminus es tat und genau dies konnte unter Umständen vielleicht noch lustig werden. Doch genug der anstrengenden Kopfarbeit für diesen Abend, ebenso musste man auch einfach einmal dasitzen, die Sterne durch das dichte Blätterdach hervorblitzen sehen und in angenehmer Gesellschaft etwas rauchen, ohne dabei an alle Probleme des Lebens denken zu müssen…

Leyla
01.08.2012, 22:54
Fast wie eine Feuersbrunst schlug ihr sein heißer Atem entgegen, ehe seine Lippen sie berührten und für innere Hitzewellen sorgten. Hier in der kleinen Hütte war es nur noch heißer, als draußen, da den ganzen Tag über kaum frische Luft hereingekommen war und zumindest zwischenzeitlich die Sonne darauf geschienen hatte. Doch wo sollten sie sonst hin, wenn sie Ruhe suchten?
Angetrieben durch die wahrscheinlich in Kürze endende Wirkung des Trankes riss Leyla sich die schweißdurchnässten Kleider vom Leib, der eigene Geruch stieg ihr dabei intensivst in die Nase, was sie in ihrem Wahn jedoch ignorieren konnte. „Meine Tränke“, keuchte sie stattdessen, „werden dir erstmal das Blut zum Kochen bringen!“ Statt aufs Bett stürzte sie etwas ungeschickt auf den staubigen Holzboden der Baumhütte. Dieser Trank hatte sie vollkommen aus der Rolle geworfen, die Masse an neuen, unerwarteten Sinneseindrücken gepaart mit der Hitze und der steigenden Lust raubten der Blonden sämtliche Kontrolle über ihre Bewegungen, was zu solch ungewollten Manövern führte. Doch sie blieb einfach liegen, wälzte sich herum, bis ihre sonst so glatte und eher blasse Haut fast vollständig mit dunklen Staub- und Schmutzkörnchen bedeckt war, angeklebt vom Schweiß.
Dann flachte ihr Atem allmählich ab, die Wirkung des Trankes verblasste, zurück blieb die noch unbefriedigte Lust und die Hitze, die Leyla in ihrer Antriebskraft spürbar hemmte. „Thorwyn!“, keuchte sie und dachte an seine letzten Worte. „Ich kann nicht sämtliche Wunder gleichzeitig vollbringen. Hilf mir!“

Bengar Ulfson
01.08.2012, 22:56
Ein Lied singen? Ist der kerln nun völlig übergeschnappt? Aber gut, wenn er ihm Schmerzen zufügen wollte, dann könnte sich Bengar so wenigstens angemessen dafür revanchieren. Doch was sollte er singen? Ein Loblied auf die holde Maid Warzennase? Das Kriegslied der Zwergkaninchen? Oder doch lieber die Ballade vom traurigen Trauerkloß, der auszog, die Welt zum Weinen zu bringen. Nein, nein, nein, da wäre alles nicht grausam genug. Es musste etwas fieses und gemeines sein, etwas, dass an Grauenhaftigkeit nicht zu überbieten wäre. Doch was, was konnte dies sein? Zack, da war die Idee, es gab nur eines, dass noch schlimmer war, als die Singstimme des Jägers - nämlich seine Dichtkunst. Und so beschloss er, einfach ein Lied zu erfinden und zu improvisieren.

»*räusper* So höhöret nun die Weise
die ich werde singen nicht laheise.
Von den tapferen Recken
die ihre Mahadels necken.
Und kämpfern so wacker und stark
während, äh, der Hund macht bahark!
UNd so zohogen sie aus um Geschwind
zu befreiheien des hooolde Kiiiind
Aus der Gefangenschaft, der bööösen
siiiehiie zu erlööösen.
Bewacht von untoten Skeletten,
vor allem von Eichhörchen, ganz fetten
und sooho truuuhug es sich zu...«

Gwydion
01.08.2012, 23:05
„Wunderschön...“, murmelte Gwydion stoisch, während er sich auf seine Arbeit konzentrierte.
Mit sicheren Handgriffen hatte er die Wunde gereinigt und desinfiziert und machte sich schließlich daran sie zu vernähen. Die Wundränder waren ein wenig unsauber und er musste gut aufpassen, dass der Faden nicht an irgendeinem Ende ausreißen würde. Derweil ließ er das Lied seines Patienten, das ihm persönlich als Barden besonders in der Seele weh tat, über sich ergehen.

Schließlich zog er den Faden fest und verknotete ihn.
„Und jetzt mal ganz kurz still, bitte.“, meinte er zu seinem Patienten und erstaunlicherweise schwieg dieser auch.
Gwydion schloss die Augen und legte die Hand auf die Wunde. Magisch tastete er die Verletzung ab und setzte einen kleinen Impuls, um die Zellen bei der Regeneration etwas anzuschubsen... nicht viel, aber es würde helfen, dass die Wunde schneller heilte. Zu guter Letzt kam noch etwas Kräuterpampe darauf und ein Verband darum.

„Komm übermorgen noch mal zum Verbandwechsel und um nachzusehen, wie gut die Wunde bis dahin verheilt ist. Wenn ich nicht hier bin, wird entweder eine vollbusige Blondine hier herum wuseln oder ein junger Bursche.“, erklärte er seinem Patienten.
Vielleicht wäre auch Osmo da, wenn er nicht gerade wieder dabei war irgendwelches Kraut zu rauchen.
„Gut. Das wär's erstmal.“, Gwydion nickte.

Thorwyn
02.08.2012, 10:37
„Mmmh“, knurrte Thorwyn schläfrig mit seinem Magen um die Wette und blinzelte ein wenig in alle Richtungen, um sich zu orientieren und seine Augenlider irgendwie leichter werden zu lassen, was allerdings nur teilweise gelang. Es war einfach noch zu früh. Schläfrig griff er über Leylas etwas ungünstig liegenden Körper hinweg, den sie dort am vergangenen Abend platziert hatte, als die beiden schließlich zur Ruhe gekommen waren, und tastete nach seinem Kram. Die Kleidung war im ganzen Raum verteilt, aber der Proviant sollte irgendwo dort liegen. Ich hatte doch gestern irgendwelches Trockenfleisch dabei …
Brummelnd wälzte Leyla sich nun allerdings irgendwie herum, und der Jäger gab sein Vorhaben vorerst resigniert auf, um mit dem Finger stattdessen für eine Weile unsichtbare Kreise auf ihrer Brust zu malen. Wie war das noch mit ihrem Betäubungsmittel oder Schlafmittel oder was auch immer? Soll sie endlich mal fertigstellen, dann muss ich sie nur mit einem von ihren Pfeilen pieksen und habe meine Ruhe. Der Gedanke ließ ihn grinsen, tröstete aber nur kurz über den Hunger hinweg, so dass Thorwyn sich am Ende doch faul über Leyla hinwegrollte, sie damit aufweckte, aber auch an den Proviant kam.
„Mor’n“, murmelte er, als er sich ihr wieder zuwandte, und schob ihr vorsichtshalber einen Bissen zwischen die Lippen, damit sie erst mal was zu kauen hatte. „Glaube, der neue Trank ist wirklich gut“, fuhr er schläfrig fort und kaute dann selbst weiter auf dem Fleisch herum, während er ihr mit der freien Hand den Bauch kraulte. „Hat aber hoffentlich keine blöden Nebenwirkungen, wenn man mehr davon trinkt … wäre doof … aber wenn das so weitergeht, werde ich mit den Tränken echt noch zum Trolltöter.“ Schmunzelnd setzte er ihr einen Kuss auf die Lippen und legte einen Arm um sie. Sie war wirklich die Beste, dagegen ließ sich im Moment wenig sagen.

Cécilia
02.08.2012, 21:22
Keiner der drei Wanderer hatte große Lust gehabt, sich länger im Orkwald aufzuhalten, als unbedingt nötig war, entsprechend waren sie alle geeilt, Cé hatte sich heimlich eine kleine Lichtkugel beschworen und war vorausgegangen. Die Mühe hatte sich gelohnt, auch wenn sie wohl alle drei erschöpft und müde waren. In der Sumpflilie winkte für den Vengarder das Bett, für Rekhyt vermutlich im Wächterhaus und für Cé im Stamm des Baumes Tooshoo. Einmal öfter war sie einfach nur froh, Stabkämpferin zu sein und nicht etwa Schwert oder Bogen im Gepäck zu haben, denn auf diese Waffen konnte man sich in einem solchen Fall wie diesem nicht stützen, wenn man sich müde durch die Landschaft schleppte.

„Ich glaube, ich ahne, was ich vergessen hab. Wenn man längere Zeit im Sumpf verbringt, gewöhnt man sich an die Mücken. Hmm, ich kenne das Rezept für eine Kräuterpaste, die einem die Mücken vom Leib hält - nur leider auch alle anderen Tiere und Menschen. Und die Mama Hooqua, die Wirtin bei uns in Schwarzwasser, die hat schon mehr als einen zum Baden gezwungen, ehe er reindurfte, ohne die Paste. Der Sumpf ist eben nicht einfach ... gibt's noch etwas, was du über Schwarzwasser wissen musst oder willst, Xarden? Ich glaub, ich bräuchte einen kleinen Denkanstoß.“

Unter ihren Füßen knarzten die Stege. Hier am Rand wurde nicht ganz so häufig repariert wie mitten in Schwarzwasser, auch wenn die Händler die Stege natürlich benutzten. Ach, und hoffentlich war bei der Sumpflilie nicht wieder irgendwas ausgegangen. Irgendwer schuldete ihr noch ein Getränk wegen der Fischgeschichte, aber wenn man sich einfach nur ausruhen wollte, waren Prügeleien generell eher hinderlich.

xarden
02.08.2012, 21:47
Der Weg nach Schwarzwasser war nicht sehr spektakulär gewesen, der sogenannte Orkwald war schnell hinter sich gelassen und der Sumpf machte sich sofort bemerkbar. Eine für Xarden noch nie gesehene Vegetation und ungewohnte Dämpfe herrschten dort und Stiefel wie Hose wurden schnell dreckig.

Alle drei waren bereits ziemlich erschöpft, aber Xarden litt wohl am meisten unter der Wanderung. Noch nie war er einen längeren Weg gegangen, denn aus Vengard war er noch nie heraus gekommen. Das ganze glich einem plötzlichen Abenteuer und so richtig hatte er das alles noch nicht realisiert. Schon bevor die knartschigen Stege betreten wurden, konnte er einen riesigen Baum erkennen, einen wirklich riesigen.
Etwas magisches drückte dieser Baum aus, Mystik, etwas ungewöhnliches. Der Blick zur Krone schien beim ersten Anblick einschüchternd.
Hatte das etwas mit dem Ausdruck "Waldvolk" und dem Licht, vielleicht sogar dem Fluch, den Cécilia gewirkt hatte zutun? Xarden wurde immer verwirrter, durch die Ahnungslosigkeit.

»Mal gucken was mich hier so erwartet, ich hoffe wenigstens eine Taverne in die man sich setzen kann. Ich bin zwar kein Kneipengänger, aber die Gespaltene Jungfrau war immerhin angenehm«, murmelte Xarden der Gruppe zu, während sein Kopf weiterhin gen dunklen Himmel gestreckt war und das Staunen seinen Lauf nahm.

Cécilia
02.08.2012, 22:48
Der Tag musste heiß gewesen sein, so zumindest roch der Sumpf, auf den die Sonne geschienen hatte. Sumpfgase dominierten die Sumpfluft, beinahe erstickend dicht. Auch das gehörte zum Sumpf, dieses schwüle Klima. Xarden antwortete nciht auf ihre Frage, murmelte nur etwas vor sich hin, und sie konnte lediglich ein paar Worte aufschnappen.
„Eine Taverne gibt es“, erklärte die Seherin. „Die Sumpflilie, geführt von Mama Hooqua. Für etwas Geld kriegst du ein Bett in einer Massenunterkunft. Ich hatte eh vor, dich da abzusetzen.“
Bisher hatte sie noch jeden dort abgesetzt, den sie nach Schwarzwasser begleitet hatte. Sie, als Führerin und Schützerin! Dabei konnte sie nicht einmal richtig kämpfen. Normalsterbliche würden sie wohl als Magierin bezeichnen, mit dem Kampfstab konnte sie sich höchstens verteidigen. Die Magie des Waldvolkes war eben nicht durch Direktheit geprägt, alles brauchte seine Zeit. Sie war keine Feuermagierin, die auf Kommando mit Flammen warf. Sie taumelte ein wenig und stützte sich auf den Kampfstab. War sie so lange fortgeblieben, dass die Luft ihr schon zusetzte? Obwohl sie schon längere Zeit im Sumpf lebte?
Ehe sie es sich versah, knickten ihre Beine ein, die Augen der Seherin verdrehten sich, sahen aus, als läge ein Schleier über ihrer Sicht. Dennoch schien sie in die Ferne zu schauen, als versuchte sie, durch den Schleier zu blicken. Mit einem Krachen schlug der Kampfstab auf den Steg, blieb aber in der Hand der Doyenne. Insgesamt wirkte es wohl wie ein Ohnmachtsanfall, ehe die Seherin begann, zu sprechen. Heiser, fast krächzend klang die Stimme nun, teilnahmslos, obwohl vielleicht ein wenig mit Neugier unterlegt. Auf jeden Fall hatte sie nichts mehr mit der Stimme der jungen Frau gemein, die mal tatkräftig, mal möchtegernmystisch gesprochen hatte.
„Es geschieht am Rand des Gebirges. Ich sehe einen Hasen im Todeskampf und die Ohnmacht in den grünen Augen des Mannes. Das Tier zuckt und blutet, der Mann fällt auf die Knie, aber er hat seine Chance vertan. Was verbindet ihn mit diesem Hasen? Was auch immer es ist, es ist vorbei, der Kadaver liegt starr. Er erblickt das Angesicht des Todes. Der Mann mit dem kurzen Haar will nicht hören, was sein Begleiter über das Essen sagt und kann den Blick nicht von den matten Augen des Tieres abwenden ...“
Die Stimme verklang, die Seherin lag reglos auf dem Steg, die Augen geschlossen. Lediglich der Mund stand leicht offen, womöglich eines der wenigen Zeichen, dass sie überhaupt noch lebte.

xarden
02.08.2012, 23:49
Cécilia und Xarden schien die Luft stärker zuzusetzen, als Rekhyt. Dieser ging schneller voraus mit der Begründung etwas vor zu haben. Das Gefühl ohne den ruhigen Mann unterwegs zu sein erleichterte Xarden ungemein, denn man konnte nicht durch ihn hindurchschauen. Er gab nichts preis, schien nicht mehr als ein Schatten im Wald zu sein.

Die eigenartige Sumpfluft gab Xarden ein eigenartiges Gefühl, ihm war leicht schwindelig und sein Magen schien sich drehen zu wollen.
Geld hatte er und Cécilia schien ihn bei der genannten Taverne absetzen zu wollen, er hoffte wenigstens auf einen kleinen Tipp wie er sich am besten nach Arbeit oder einer geeigneten Tätigkeit umhören konnte.
Und plötzlich passierte etwas unerwartetes: Sie sank auf den Boden, ihre Stimme änderte sich eigenartig und sie faselte etwas komisches. Xarden hatte keine Ahnung worüber Cécilia sprach, es klang verwirrt, undurchschaubar.
Nachdem sie regungslos auf dem Boden lag stoppte Xardens Herz, er war vollkommen überfordert. Die Welt um ihn herum schien dunkel zu werden, der Sumpf schien ihn in den Nachthimmel zu saugen. Sein Blick lag auf ihr, scheinbar bewusstlos, vielleicht tot.
Schweiß brach aus, es fühlte sich an als würden Fontänen seine Kleidung durchnässen, die Angst stand Xarden in das unerfahrene Gesicht geschrieben. Er selbst sank auf die Knie, beugte sich über die Frau vom Waldvolk. War das ein weiterer Fluch? Ein weiteres Spiel? Das konnte nicht sein.
»W-w-.. was ist mit euch?!«, stotterte er leise. Hilflosigkeit kam in ihm auf, er war ahnungslos, selbst hier war er nicht zu gebrauchen.
Er schaute sich um, es war nichts zu sehen, lediglich der Steg und einige schwach leuchtende Fackeln, welche die Umgebung ein wenig erhellten. Wieder ein Blick zu ihr.
»Es.. es.. es ist sicher gefährlich hier, steht auf, ich bitte Euch. STEHT AUF«, schrie er sie an, jedoch atmete sie nur flach, ein kleiner Hoffnungsschimmer.
Tränen sammelten sich in den Augen des jungen Mannes, vermischten sich mit dem Angstschweiß in seinem Gesicht und tropften auf den Boden. Ein weiteres mal guckte er sich um und ihm kam eine einzige Idee. Der große Baum, dort musste irgendjemand sein der ihm helfen konnte.

Xarden hievte die Cécilia auf die Beine, ihre Augenlider schlugen ein wenig auf und offenbarten ihre braunen Augen, ein weiteres Lebenszeichen.
»Versucht Euch an mir festzuhalten«, sprach er und sie nickte, ließ den Kopf wieder hängen. In einer Hand hielt sie weiterhin den Stab und benutzte ihn als eine Art Stütze, der andere Arm hing regungslos vom Körper herab. Xarden legte diesen Arm über seine Schulter, wirkte als eine zweite Stütze und schleppte sie irgendwie in die Richtung des Baumes.

Rekhyt
03.08.2012, 00:38
Als sie den Sumpf erreicht hatten und das Dorf vor ihnen lag, verließ Rekhyt die Gruppe unter dem Vorwand noch etwas vor zu haben und das entsprach tatsächlich der Wahrheit.
Seit er bei Cécilia gelernt hatte, war sein Wunsch noch mehr zu lernen nie erloschen gewesen, als er dann im Tempel war ist dieses Bestreben nur noch weiter gewachsen und zu guter Letzt in dieser komischen Villa hat es sein Höhepunkt erreicht! Es war wirklich an der Zeit, dass er besser wurde, stärker wurde und nicht zuletzt mächtiger wurde.
Ein Ziel hatte er dabei auch schon. Cécilia schien nicht zu den aller besten Druiden zu gehören und hatte ihm gesagt, dass sie ihm gelehrt hatte, was sie konnte, doch zum Glück hatte er einen anderen kennen gelernt. Und er kannte nicht nur den Mann der ihm theoretisch helfen konnte, er hoffte auch, dass dieser einen Grund hatte es wirklich zu tun. Man konnte Rekhyt nachsagen sehr direkt zu sein, doch einem potentiellen Lehrmeister gegenüber fordernd zu sein hätte normalerweise nicht einmal er gewagt, doch in diesem Fall sah das etwas anders auch. Man konnte fast schon sagen, er war gestorben für ihn. Wenn das keine Gegenleistung verdient hatte!

Schnell erklomm er also die Stufen des Baumes und machte sich auf die Suche nach Corax. Man teilte ihm mit, dass der Druide eine eigene Kammer hatte, diese war sogleich auch erreicht und der Schweigsame bat durch Klopfen an den Rand des offenen Durchgangs um Einlass, um nicht einfach so hinein zu platzen. Als Corax ihn also wahrgenommen hatte und ihn herein winkte, trat er ein und kam gleich zur Sache.
"Bewahre! Ich möchte mehr über Magie lernen, ich hatte gehofft du könntest mir helfen!"

Corax Erindar
03.08.2012, 00:59
Er hatte von dem Mann bereits erfahren sobald er das Plateau der Baumkrone erreicht hatte und dass er sich in Richtung seiner Höhle bewegte hatte wenige Augenblicke später erfahren. Seine kleine Freunde waren ausgezeichnete Beobachter. Dieser Umstand und seine generell wachsame Natur sorgten dafür, dass er stets wusste was in seiner näheren Umgebung und auch darüber hinaus vor sich ging. Doch er hatte stets Wert darauf gelegt diesen Umstand nicht allzu offensichtlich zu machen. Daher verließ er die geheime Hinterkammer zwar rechtzeitig, doch anstatt einfach auf den sich nähernden Besucher zu warten ging er, nachdem er die Tür zum Schlafraum hinter sich ge- und verschlossen hatte, zu seinem Schreibtisch, erschaffte eine Lichtkugel und verteilte einen Blätter Pergamente die geordnet auf einem Stapel lagen auf seinem Tisch. Er öffnete das Tintenfass und setzte sich brütend über eines der Blätter. Da er sich nicht mehr erinnern konnte welche Blätter es waren laß er sie sogar tatsächlich in einem unfruchtbaren Versuch ihren Ursprung zu ermitteln, als es klopfte. Er machte sich eine geistige Notiz den Schreibtisch aufzuräumen und blickte dann auf. Er winkte dem Mann zu und musterte ihn gründlich während er sich näherte. Er erkannte ihn schnell. Doch bevor er ihn begrüßen konnte redete Rekhyt bereits los.

"Bewahre.", entgegenete er ruhig und nahm sich einen Augenblick Zeit über das nachzudenken was Rekhyt von ihm verlangte. Nach einigen kurzen Sekunden des Schweigens sagte er schließlich : "Nun gut, in gewisser Weise schulde ich dir was und das ist wohl ein vergleichsweise angenehmer Ausweg. Ein totaler Anfänger bist du auch nicht, die Anfänger sind immer die Schlimmsten. Du bist vielleicht sogar für die ein oder andere Sache brauchbar." Der Druide nickte bestätigend. "Gut ich kann dir weiterhelfen, aber das kann ich nur wenn du selbst dazu bereit bist dich weiter zu entwickeln. Und ich weiß nicht was ich dir beibringen sollte, solange ich nicht mehr über dich weiß. Also erzähl mal ein wenig. Wie hast du dir das ganze vorgestellt? Was willst du lernen? Achja und was für ein Mensch bist du? Was sind deine Fähigkeiten, was hast du bisher gelernt, mhh?"

Rekhyt
03.08.2012, 01:20
Es war schön wenn seine Pläne genauso aufgingen wie er sich das gedacht hatte. Und sie beide waren vielleicht auch gar nicht so unterschiedlich, wie es auf die meisten Leute im Vergleich zu Rekhyt zutraf. Der Druide schien über die 'Nützlichkeit' das Schweigsamen zu nachzudenken, ein Gedanke den wohl nicht all zu viele Leute haben würde, doch der Dieb konnte ihn nur zu gut nachvollziehen, er würde nicht anders handeln. Doch Corax schien bereit ihn zu unterrichten, jetzt hing es noch von ihm selbst ab und daran sollte es nicht scheitern!
Wie dem auch war, er hatte Fragen gestellt bekommen und die galt es zu beantworten.
"Ich habe gelernt in den Geist von Menschen ein wenig einzugreifen, das will ich vertiefen. Ich beherrsche Grundlagen der Tier- und Pflanzenmagie, in letzter möchte ich auch noch besser werden! Und ich bin Dieb, versuche ungesehen zu bleiben und zu bekommen was ich möchte!"
Das traf es wohl am besten, das ihm die meisten Mittel Recht waren um an sein Ziel zu kommen konnte sich Corax wohl denken und mehr musste nicht gesagt werden, wodurch der Druide wohl das wichtigste auch noch mitbekam: Er war kein Mann vieler Worte, auch wenn Cécilia bewiesen hatte, dass eine Magielehre ihn durchaus vergleichsweise gesprächig werden lies, doch das war wohl einfach notwendig um die Magie ausreichend begreifen und anwenden zu können.

Corax Erindar
03.08.2012, 01:37
Corax konnte sich ein ein schmunzeln nicht verkneifen. "Welcher Dieb geht bitte mit seiner Profession hausieren? Nunja du bist ehrlich und mich störts nicht solange du nicht von mir klaust, also was solls. Du scheinst ja ziemlich genaue Vorstellungen zu haben was du können willst. Menschen manipulieren und Pflanzen... warum nicht Tiere? Versteh mich nicht falsch, mir solls egal sein, aber meine Erfahrung hat mir gezeigt das Menschen zu manipulieren eine Kunst ist. Egal ob subtil oder offensichtlich ist die Suggestion und Illusion eine Waffe die gleichermaßen vom eigenen Können als auch der Willenstärke, Aufmerksamkeit und Intelligenz deines Opfers abhängt. Eine unsichere Waffe. Pflanzen bieten uns die meisten Möglichkeiten der Manipulation, doch ist es sehr kraftaufwendig. Tiere hingegen.... die beeinflussung von Tieren bietet in jedem Arreal eine Vielzahl von Optionen und kostet einen kaum mehr Kraft als einen Gedanken... und ein wenig Willensstärke und Geduld."

Rekhyt
03.08.2012, 01:57
Ja, warum nicht Tiere? Eine wirkliche Antwort darauf hatte er nicht, Tatsache war nur, dass er es ganz am Anfang gelernt hatte und seither kaum mehr gebraucht hatte. Pflanzen erschienen ihm da wesentliche nützlicher, Menschen ebenso und dazu kam noch der Unterhaltungsfaktor den Zauber wie 'Licht und Schatten' immer wieder beweisen konnte.
Und das er Dieb war hatte er ja schon bei seiner Aufnahme hier gesagt, als er eher weniger freiwillig dazu gebracht wurde dem ganzen hier beizutreten, insofern war es unter ihnen kein Geheimnis und gegenüber anderen war sein Beruf nicht das einzige was nicht ausgeplaudert werden sollte. Außerdem hatte er schon vor langem beschlossen seine Finger von den Leuten in Schwarzwasser zu lassen.
"Tiere müssen erst einmal da sein! Pflanzen haben mir zu beginn mehr Schwierigkeiten bereitet doch erscheinen sie mir jetzt nützlicher und vielseitiger. Ich werde zu Tiermagie nicht nein sagen, aber das andere ist mir wichtiger!"
Auch wenn die Pflanzen mehr Übung, Aufwand und Energie brauchen sollten, bis er sie dazu bringen konnte was er wollte, früher oder später würde es schon funktionieren und dann ist es umso besser!

Corax Erindar
03.08.2012, 02:31
Corax zuckte mit den Schultern. "Mir solls recht sein." Wenn Rekhyt der Meinung war er müsse sich nicht so sehr auf die Tiere stützen war das sein Bier, auch wenn Corax befürchtete dass sich diese Einstellung eines Tages rächen würde. "Nun gut bevor wir anfangen lass mich zwei Sachen klar stellen. Erstens : Du tust was ich sage solange ich dich unterrichte. So viel zur Organisation. Zweitens : Du kommst jetzt an den Punkt wo es bald Zeit für dich wird etwas zurück zu geben. Nicht mir. Ich unterrichte dich weil das wenn man so will Teil meines Jobs ist und weil ich wie gesagt ungern in der Schuld von jemandem stehe. Aber du hast deine Kräfte, diese Magie nicht bekommen damit du dir abends den Sessel ein klein wenig bequemer furzen kannst. Wir sind keine Feuermagier, deren Hauptaufgabe es ist das Wort Innos zu verbreiten, dem König treu zu dienen und ansonsten das Leben zu genießen und Novizen in der Besenkammer zu vernaschen. Wir wurden ausgewählt von der Natur selbst. Die Magie ist ein Geschenk. Ich kenne mich nicht in deinem Leben aus und weiß nicht ob und was die Natur dir abverlangt doch sei dafür bereit das du ab jetzt immer mehr in, nun ich sage mal druidische Angelegenheiten verwickelt werden wirst. " Er ließ seine Worte einen Moment wirken, dann stand er auf.

"Sachen wie dir die dir im Tempel geschehen sind passieren mir ehrlich gesagt häufiger. Dass das Kraut wirkt wie es wirkt wusste ich weil ich es selbst einmal abbekommen habe. Du musst in solchen Situationen einen kühlen Kopf bewahren können und musst innerlich gefasst sein wenn du überleben willst. Willensstärke ist das Stichwort." Er deutete auf seinen Dolch der noch immer auf dem Tisch lag. "Da nimm den.", sagte er beinahe beiläufig. "Gut, du meintest du hast gelernt ein wenig in den Geist der Menschen einzugreifen. Eine sehr gefährliche und schwer zu beherrschende Magie. Wenn man sie meistert, so kann man über sie den Menschen mehr als nur ungerichtete Emotionen oder Angst suggerieren. Doch das sind Dinge von denen du noch weit, sehr sehr weit entfernt bist. Selbst ich beginne erst mich in diese Kunst einzufinden, diese Magie ist für uns alle noch recht neu, wir also die Druiden die nach Argaan gingen entdeckten sie erst hier bei diesem Baum durch die Ereignisse am Siegel. Sie geht zurück auf das Tier das jedem Menschen innewohnt. Bisher hast du es vielleicht ein wenig angestupst und durch solche subtilen Beeinflussungen können wie gesagt die wundersamsten Dinge geschehen. Doch manchmal ist das Schwert eben doch stärker als die Feder." Er lächelte ihm zu. Innerlich war der Druide bereit. Er konnte schon fühlen wie das Blut warm durch jede seiner Adern schoss und sich in ihm fast soetwas wie Vorfreude aufbaute. Rekhyt tat ihm fast leid. "Erstich mich mit dem Dolch.", befahl er seinem Schüler.

Rekhyt
03.08.2012, 02:46
Irgendwie hatte Rekhyt ja schon kommen sehen, dass dieser Satz kommen würde, auch wenn er gehofft hatte, Corax würde ihn sich sparen können. 'Du tust was ich sage!' Der Schweigsame hatte sich von dem Druiden durch den Tod führen und sich töten lassen, warum sollte er jetzt auf einmal aufhören zu tun was man ihm sagte, wenn es diesmal doch sogar nach darum ging das zu erreichen was er wollte. Aber nun gut, das wollte sein Gegenüber scheinbar noch einmal klar machen, bevor er mit dem interessanten Teil begann.
Als er dann seinen Worten lauschte, kam plötzlich eine Frage in ihm auf: Warum war er nicht Feuermagier geworden? Gut, er würde wohl kaum mit den Lehren Innos so sehr überein stimmen und Naturmagie zu erlernen hatte er sich auch nicht unbedingt ausgesucht, aber jetzt war er ganz zufrieden so wie es war.
Doch dann ging es richtig zur Sache, Rekhyt verwarf seine Gedanken und als Corax seine Rede beendet hatte, war er mehr als nur ein wenig überrascht. So überrascht, dass er sich nicht daran hindern konnte das Gefühl durch seinen Gesichtsausdruck zum Ausdruck zu bringen und fast schon wollte er widersprechen, als ihm die Worte zu Beginn wieder in den Kopf kamen. Vielleicht war das der Grund warum er sie extra noch einmal wiederholt hatte. Wenn Rekhyt in dem Tempel eines gelernt hatte, beziehungsweise lernen musste, dann war das Corax zu vertrauen, also würde er schon wissen was er tat und verlangte.
Und damit wurde Rekhyts Mimik entschlossen und hart und schon im nächsten Moment ließ er den Dolch blitzschnell nach vorne schnellen um Corax zu erstechen, so wie er es auch bei einem Gegner getan hätte!

Corax Erindar
03.08.2012, 03:24
Einen Moment lang schien Rekhyt baff, doch er fasste sich schneller als Corax erwartet hatte. Doch auch wenn ein gewisses Restrisiko blieb hatte er alles getan um die Situation unter Kontrolle zu haben. Der Abstand zwischen ihm und Rekhyt war groß genug, dass dieser einen Schritt einlegen musste, bevor er ihn mit dem Dolch erreichen können würde. Dieser Schritt, der Zeitraum den der Dieb für diesen einen Schritt brauchen würde war sein Zeitfenster. Es war alle Zeit die Corax brauchen würde.
Rekhyt war schnell, das musste man ihm lassen. Hätte Corax mit seinen Augen auf die Waffe achten können hätte er den Angriff vielleicht noch früher kommen sehen. Die meisten verkrampften ihre Hand ein wenig bevor sie die eigentliche Bewegung begannen. Doch Corax hatte seinen Blick auf Rekhyts Gesicht gerichtet. In der Realität, wenn er keinen Angriff erwartet hätte, hätte die Zeit nicht gereicht, alles was er hätte tun können wäre versuchen auszuweichen. Doch hier und jetzt war er bereit, seine Kraft gesammelt, sein Wille fokussiert. Und wenn er schon seine Kräfte demonstierte, wer konnte ihm da schon eine etwas dramatischere Demonstration verübeln.
Rekhyt schob sich nach, der Körper fiel etwas nach unten. Wahrscheinlich zog er den Dolch etwas nach unten um Corax einen Stich in die Magengrube zu versetzen. Kein Wort des Zweifels, das Gesicht des Diebes blieb hart. Corax streckte seine rechte Hand nach oben, fast so als wolle er Rekhyt mit ihr aufhalten.
Doch es war nicht die Hand die den Dieb aufhielt. Corax war kein normaler Mensch, nicht wirklich. Er war ein Druide, doch nicht nur das, er war verschmolzen mit einem der zehn Blutfürsten, der Söhne des Rabengeistes Iyanden. Das machte Corax inneres Tier zu einer inneren Bestie und diese Bestie war es die er nun mit einem Blick in die Augen des Diebes auf ihn los ließ. Sein Blick enthielt all seine Entschlossenheit, gesprenkelt mit etwas urtümlicheren, animalischeren. Der Blick eines Jägers der seine Beute erspäht hatte und im Inbegriff war sie zu erlegen.
Angst kann den Körper eines Menschen lähmen. Doch es war nicht die Angst die Rekhyts Körper aufhielt. Es war nicht die Angst die seine Hand, im Stoß innehalten ließ. Es war sein Blick. Ein Blick von solcher Kraft, dass er den Körper betäubte und die Muskeln steif werden ließ.
Es war als wäre der Dieb vor ihm eingefroren. Corax lächelte, doch das Lächeln erreichte nie seine Augen. Ohne den Blick abzuwenden verstärkte er den Druck. Der Dolch fiel klappernd zu Boden. Rekhyt taumelte als eines seiner Beine nachgab und er auf die Knie sank. Doch nie konnte er den Blick von seinem Lösen. Er röchelte, als die Muskeln in seiner Brust erschlafften und keine neue Luft mehr sie erfüllte. Seine Augen blickten weit aufgerissen in seine.

Corax ließ die Hand sinken und wandte sich ab. Hinter sich hörte er ein erleichtertes Einsaugen von Luft. Rekhyt war auf allen vieren und zitterte leicht. "Tut mir leid, dass du es auf die harte Tour erleben musstest.", sagte Corax und goss in einen seiner silbernen Kelche Wein ein. "Hier trink, das beruhigt die Nerven." Er half dem immernoch schwer atmendem Dieb hoch und reichte ihm den Kelch. "Ich hätte dir natürlich versuchen können so klar zu machen wie dieser Zauber funktioniert, doch wirklich verstehen tut man ihn nur wenn man ihm erlebt. Ihn zu meistern schafft man nur wenn man es schafft ihm zu widerstehen indem man ihm mit der selben Entschlossenheit entgegen tritt. So habe ich es zumindest gelernt. Ich nenne ihn den Giftblick, aus Gründen die du dir sicher denken kannst. Ein starker Zauber der einen starken Geist erfordert. Du versuchst nicht deinen Feind zu manipulieren, seine Emotionen oder Sinne zu beeinflussen, sondern du erdrückst ihn regelrecht mit Feindseeligkeit. Die Muskeln desjenigen der Sich im Bann des Blickes befindet verkrampfen sich und gehorchen keinem Befehl mehr. Wer ihm lange genug ausgesetzt ist wird einige Zeit brauchen sich zu erholen, selbst wenn der Blickkontakt gebrochen wird. Und wenn du stark genug bist kannst du es soweit treiben das dein Gegenüber zusammenbricht und der Körper am Ende vergisst zu atmen.... doch davon bist du noch weit entfernt."

xarden
03.08.2012, 04:21
Xarden hatte Cécilia nach dem Vorfall bis zum großen Baum geschleppt, über den er bislang nichts wusste. Man hatte nach seinen kraftlosen Hilferufen zu den beiden geeilt und die Frau mitgenommen, wohin genau wusste er nicht, aber immerhin verließ ihn das Gefühl der totalen Unsicherheit, ihr würde es besser gehen.
Außerdem hatte Xarden den Weg zur Taverne "Sumpflilie" schnell gefunden, da sie sich durch den lauten Lärmpegel und durch einen dominanten Geruch, man erzählte ihm dort das erste mal von Sumpfkraut, bemerkbar machte.
Der junge Mann gab einige Goldstücke für eine warme Mahlzeit und etwas Starkbier aus, um das Geschehenis besser zur verkraften. Dies entsprach nicht seiner ruhigen Natur, aber Alkohol schien seit der kurzen in der Gespaltenen Jungfrau gut zu wirken. Mit vollem Bauch lauschte er den Geräuschen in der Sumpflilie, wie Würfel rollten, wie Gold klimperte und wie gelacht und getrunken wurde. Der erschreckende Vorfall blieb ihm jedoch weiterhin im Gedächtnis.
Er bekam einen halbwegs gemütlichen Schlafplatz in einer Massenunterkunft und versuchte zu schlafen, blieb aber die ganze Nacht wach und überlegte über was Cécilia am Boden liegend gesprochen hatte. An den Fingernägel kauend fasste er für sich zusammen, dass die Beschreibung auf ihn selbst passte, aber dass er einen toten Hasen rettete während jemand diesen Hasen essen wollte? Es schien ihm eigenartig.
Xarden grübelte weiter und fasste den endgültigen Entschluss sie zu besuchen, auch wenn sie ihn loswerden wollte, irgendwie würde er sie finden.
Zum einen könnte er nachfragen ob es ihr wieder gut ging, außerdem könnte er hinterfragen was beim Vorfall wirklich passiert war.

Joe Black
03.08.2012, 13:23
Vor genau vier Tagen war Black aus dem Kastell gewandert und gen Tooshoo gezogen.
Natürlich hatte er sich vor dem Aufbruch ausgiebig mit Logan unterhalten. Er hatte nach Rufus Herkunft gefragt, nach seinen Gepflogenheiten, seine Verhalten und seine Kampfkraft.
Leider konnte er Logan nicht so viele Infos entlocken wie er sich dies eigentlich gerne gewünscht hätte. Die beiden hatten sich gut drei Stunden im Refektorium unterhalten und trotzdem wusste Joe am Ende des Gesprächs eigentlich nur wie Rufus aussah, wie er im groben so drauf war und dass der Typ einfach irrsinnig gefährlich sein musste.

Der Beschrieb Logans umfasste Rufus um Groben etwa so:

Ein bulliger knapp zwei Schritt grosser Hüne mit Glatze, grünen stechenden Augen, einer knobeligen Nase, Ohren die von etlichen kämpfen und Schlägen so deformiert waren dass sie wie kleine krüppelige Geschwüre aussahen. Auch habe er einen buschigen etwa drei Finger Langen Spitzbart dem Kinn hinunter wachsend. Seine Muskulatur musste äusserst imposant und gestählt sein. Sein Wissen über den Waffenlosen Kampf sowie dem Kampf mit der Breitaxt war vielseitig und äusserst verknüpft mit seinem hang zur übermässig ausgeübter Gewalt. Scheinbar trank der Hüne gerne Schnaps, mochte blonde Frauen und fettiges Essen sowie Glücksspiel jeder Art. An Intelligenz schien es dem Kerl dennoch nicht zu mangeln, im Gegenteil er galt als sehr scharfsinnig und voraus denkend.
Black freute sich wirklich auf das zusammentreffen mit Rufus.
Als er alles wichtige erfahren hatte, seine Rüstung, seine Waffen angelegt und auch Proviant und Sumpfkraut in der Tasche verstaut hatte, verabschiedete er sich von Logan und verliess das Kastell in westliche Richtung.
Das Wetter hatte die Tage eigentlich gut angehalten und einen Grossteil der Strecke konnte er mit einem Händlerkarren eines reisenden Händlers mitsamt Gefolge überwinden.

Dann war es endlich soweit, sie hatten Schwarzwasser erreicht.
Joe sass gerade mit herunter bammelnden Beinen hinten auf dem Wagen als er die ersten Menschen auf den holperigen Wegen wandern sah. Ein kleiner Junge stolzierte neben seiner schwer beladenen Mutter her. Ein älterer Herr mit gebeugter Haltung und Wanderstock versuchte so gut es geht seinem Enkeln beim tragen eines erlegten Hirsches zu helfen.
Grün umgab sie ob links oder recht oben oder unten. Man hörte den Wald förmlich atmen, hörte überall Leben, das knacken von Ästen sowie Gepfeife und Geträller von dutzenden verschiedenen Vögeln.
Ja dies war Schwarzwasser, das wusste der ehemalige Assassine schon bevor er vom Wagen herunter sprang und sich in die richtige Richtung drehte um den Baum Tooshoo zu sehen.
Zwei Jäger oder gar Waldschatten zwängten sich mit ihren Langbögen an Joe vorbei, sie hatten es wohl eilig. Der einte der beiden drehte sich kurz zu Black und schenkte ihm einen argwöhnischen äusserst misstrauischen Blick. Joe grinste ihm hämisch entgegen, ganz so als wolle er ihm sagen, kein Problem, probieres einfach!
Doch der Mann wandte sich rasch wieder von Joe ab und marschierte eiligst einem Kumpanen nach. Joe wischte sich mit einem Stück Leinentuch den Schweiss aus dem Gesicht. Er atmete schwer, da durch die drückende Hitze die Luftfeuchtigkeit im Wald stark angestiegen war. Gregor, der Buchalter des fahrenden Händlers trat zu ihm herüber und bot ihm Wasser aus dem Trinkschlauch an. Dankend nahm Joe diesen entgegen und lies drei grosse erfrischende Schluck Wasser die kehle hinunter laufen.

„Ich danke dir Gregor. Wollte mich sowieso noch mal dafür bedanken dass ich euch begleiten durfte.“ Sprach der Zirkelangehörige ruhig.

„Ach Meister Black, ihr wart ein willkommener Gast meines Herrn. Und er bat mich euch zu sagen, ihr könnt uns gerne jederzeit besuchen kommen solange wir geschäftlich in Tooshoo weilen. Er denkt sogar, solange ihr uns begleitet, wir Beliar über uns wachen!“ säuselte Gregor in höfflichster Form vor sich hin.

Black schmunzelte, jedoch erfreute es ihn aufrichtig hin und wieder auf echte Gläubige zu treffen. Er nickte Gregor höfflich zu und gab ihm den Schlauch zurück. Dann klopfte er ihm auf die Schulter und erwiderte:

„Richte deinem Herrn meinen Dank aus, ich werde gerne auf euer Angebot zurückkommen. Doch im Moment zieht mich mein Weg auf einen einsamen Pfad um den Willen Beliars zu erfüllen.“

Gregor nickte zustimmend und die beiden reichten sich die Hand zur Verabschiedung.
Dann beschleunigte Joe seinen Schritt den Weg gen Tooshoo entlang und passierte dabei die ersten Hütten Schwarzwassers.
Seine Stiefel sprengten dabei immer wieder kleine Pfützen sumpfigen Wassers zur Seite. Einige Männer, oben ohne, zerrten schwitzend und stöhnend Karren voller Sumpfkraut von den Plantagen südöstlich von Joe zu einem anderen Zielort. Kleine Stechmücken plagten die Männer , doch diese scheinen sich diesem Manko bewusst zu sein und arbeiteten einfach weiter.
Joe leckte sich nachdenklich über die trockene Unterlippe während er mit wachsamem Blick nach der Sumpflilie suchte. Er roch den Laden noch ehe er ihn sah. Etwas was Joe an Tooshoo hoch anrechnete…
Sie alle liebten Sumpfkraut mindestens so wie er selbst!
Vor lauter Vorfreude grinsend öffnete er die schwere Türe mit beiden Händen. Eine dicke Rauchwolke wurde durch das öffnen hinaus in den Sumpf gezogen. Joe sah für einen kurzen Moment gar nichts, dann als die Türe ächzend schloss, verflüchtete sich die Wolke etwas.
Einige Männer und Frauen sassen gesellig an Tischen und vergnügten sich mit Alkohol und kraut oder füllten ihre Mägen mit wohlriechenden Speisen.
Mama Hooqua stolzierte mit Krügen beladen zwischen den Menschen herum und versuchte so viele Bestellungen wie möglich in einem Zug zu erfassen.
Joe warf seine Kapuze nach hinten und wischte sich Haarsträhnen aus dem Gesicht. Seine Blick wanderte durch die Runde. Aber keiner der Anwesenden sah nach Rufus aus. Gut wäre auch zu einfach gewesen.
Mittig des Raumes erhoben sich gerade zwei Arbeiter von ihrem Tisch um zu gehen. Joe schob sich an ihnen vorbei und nahm eilig ihren Platz ein.
Auf dem Tisch standen noch einige dreckige Teller und Gläser doch dies störte den Assassinen nicht. Er blickte abermals in die Runde um nach Hooqua zu sehen, dann winkte er ihr zu. Ihr eifriges Nicken bestätigten dass sie seine Geste verstanden hatte und gleich kommen würde.
Black musterte die Männer die um ihn herum sassen. Sie alle schienen von hier zu kommen. Dies konnte er an ihrer Kleidung, ihren Misstrauischen blicken sowie ihrer Körperhaltung sehen. Er nickte ihnen beiläufig zu, doch nur wenige von ihnen hatten die Höflichkeit zurück zu nicken.
Dann erschien Mama Hooqua am Tisch und räumte eilig das dreckige Geschirr zusammen.
Sie schaute Black eindringlich an, hob dann eine Augenbraue und fragte:

„Hmmm, du bist es… dieses mal hier ohne Ärger zu machen?“

Joe grinste und nickte ihr freundlich zu:

„Nein Mama Hooqua, ärger in diesem freundlichen Ort zu verbreiten ist nicht meine Absicht!“

Ihr Blick verhärtete sich und sie schnaubte leicht angesäuert aus.

„Mhmmmm….sagst du so, letztes mal sah das aber auch anders aus. Was willst du trinken?“

„Bier wär nicht schlecht!“

„Mhhhm, und was zu Essen?“

„Hast du noch von deinem Sumpfhaigulasch?“

„Als ob mir meine Spezialitäten ausgehen oder dem Sumpf die Sumpfhaie….“

Sie schnaubte abermals und verdrehte dieses mal deutlich genervt die Augen.

„Ach Mama Hooqua, sei mal lieber etwas netter zu zahlenden Kunden.“

Joe lächelte sie freundlichst an und schob ihr drei Goldmünzen über den Tisch. Dann zog er sie an der Schürze etwas näher zu sich heran und fragte leiser:

„Ich bräuchte noch ein paar Informationen über einen Kerl der sich hier versteckt. Keiner von euch, ein Fremder wie auch ich. Für Infos zahle ich dir einen guten Preis.“

Sie blickte ihn mit seltsam weit geöffneten Augen an, sammelte sich dann aber relativ schnell und setzte wieder Ihr genervtes Gesicht auf. Dennoch konnte sie Joe nicht täuschen, sehr wahrscheinlich wusste sie bereits jetzt nach wem er suchte. Es war ja allgemein bekannt das gerade Mama Hooqua sehr sehr viel mitbekam.
Sie blickte kurz nach links und nach rechts, setzte zu einer Antwort an, schluckte dann aber schwer und blickte nochmals in die Taverne. Kurz schloss sie die Augen, dann erwiderte Sie trocken:

„Tut mir leid, keine Ahnung wen du meinst…ich bedien hier nur Leute. Bier und Gulasch kommt sofort…“

Dann drehte sie sich um und verschwand wieder in der Menge. Joe grinste vor sich hin, die Sache verprach doch sehr interessant zu werden. Wenn sogar Mama Hooqua es sich nicht leisten konnte eine Wort über Rufus zu verlieren, dann musste der Schläger hier entweder bereits an Einfluss gewonnen haben, oder aber über gute Kontakte verfügen.
Abermals blickte der ehemalige Assassine durch den Raum. Hooqua hatte mit jemanden Blicke getauscht… doch keiner schien sich für Black zu interessieren.

-Gut - dachte sich der Varanter. -Spielen wir also Spielchen…-

Er warf seinen Umhang zurück und schob seine Umhängetasche auf seinen Schoss. Dann öffnete er sie und suchte langsam nach seinem Sumpfkrautbeutel. Kaum hatte er ihn gefunden und eine grosse saftig aussehende Blüte heraus gezupft erschien bereits ein kleingewachsener Mann vor ihm am Tisch. Mit grauen glubschigen Augen und zittrigen wurstigen Fingern schob er sich auf den Stuhl und feixte mit gelblichschwarzen Zähnen zu Joe hinüber.

„Hallo Fremder! Ich bin Sumpfhinker Pete!Dürfte ich wohl rein paar Züge von eurem Stängel haben?“

Joe hob seine Augenbrauen an und drehte seinen Kopf von der Tasche zu dem Sprecher rüber. Die jämmerlich wirkende Statur des Mannes entlockte ihm ein abfälliges Lächeln.
Er kräuselte die Lippe und erwiderte beinahe herablassend:

„ich habe meinen Stängel noch nicht einmal gedreht, geschweige den meinen ersten Krug Bier erhalten und schon sitzt ihr hier und bettelt? Was wollt ihr wirklich Pete?“

Der kleine Mann schob sich Nacken kratzend und leicht vor sich hin hustend auf dem Stuhl hin und her ehe er auf eine Antwort ansetzte:

„ Sumpfhinker Pete Fremder! Sumphinger Pete! Und ja ihr habt recht….ich…ich habe gehört wie ihr bei Hooqua nach einem Mann gefragt habt. Einen Fremden wie euch…meintet ihr Rufus?“

Joes Augen blitzten bei dem Namen gefährlich auf. Dieser kleine Hund….wusste wo Rufus war? Hatte er einfach solch schweinisches Glück oder handelte es sich hierbei um eine Falle?
Joe versuchte seine Unruhe nicht zu zeigen. Gespielt gelangweilt antwortete er:

„Also gut Sumphinkeschinke Pete! Ihr habt also funktionierende Ohren und könnt euch Namen merken, toll…“

„Also sucht ihr wirklich nach Ihm?!? Hehe, gut guuuuuuut. Sumpfhinke Pete wird euch helfen Fremder! Jajaaaa, ich weiss wo er sich versteckt! Weiss wie ihr zu ihm kommt. Ich will nur…..zehn..nein fünfzehn…nein nein zwaaanzig Goldstücke !!?!! „

„Soso willst du das“

„Wie meinen Fremder? Ach kommt schon, ich habe gesehen dass euer Beutel einige Münzen beherbergt. Seit nicht so streng mit mir, ich lebe von dem was mir der Sumpf bringt, Und heute hat er mir euch gebracht!“

Joe öffnete seinen mund und leckte mit der Zunge die Klebestelle des Stängels ab. Frisch eingerollt klopfte er mit dem Filter des Stängels gegen den Tisch um die Mischung u festigen. Sein blick jedoch wendete er nicht von Pete ab. Dann legte er den Stängel zwischen seine Lippen, hob den Spitz in die Flamme der Kerze und zog einige Male kräftig daran.
Kaum hatte er dicke Wolken ausgeschnaubt stellten sich seine Nackenhaare auf, wie sie es immer taten wenn er seinen ersten Stängel am Tag rauchte.

„Sag mal Pete, du hast keine Ahnung wer ich bin. Du hast keine Ahnung was ich will und vor allem hast du keine Ahnung was ich mit dir machen werde wenn du mich verarscht….
Bist du dir absolut sicher, mit mir diese Unterhaltung weiterführen zu wollen?“

Pete schluckte schwer, kratzte sich am Nacken und schielte nervös zu Joe und dann wieder in die Taverne. Black grinste innerlich, wieder diese verstohlenen Blicke in die Menge. Wie viele von Rufus Kumpanen waren hier? Zwei oder gar drei? Er äscherte ab und zog erneut tief und fest am Stängel. Dann hauchte er Pete ins gesicht und fragte erneut:

„Ich warte auf eine Antwort Pete…“

„Sumpfhinke Pete Fremder….Sumpfhinke Pete…und ja…ich ….denke…ich weiss dass ich sicher bin…will nur n paar Münzen verdienen.“

- Dummer dummer Hinkepete. Ich danke Beliar für seine Unterstützung dass du verkommenes Beispiel für menschliches Versagen hierher gekommen bist um mich zu führen…-

„Alles klar Hinkebein Pete, dann würde ich mal sagen wir warten bis mein Essen und mein Bier da ist und machen uns dann auf den Weg zu Rufus. Solltest du mir die Wahrheit sagen werde ich dich entlohnen.“

Pete wirklich mit Ende des Satzes plötzlich viel erleichterter und ruhiger. Breit Lächelnd erwiderte er:

„Ja ausgezeichnet! Sehr gut! Natürlich sage ich die Warheit, ha ha, Sumpfhinke Pete lügt nie Fremder, ha haaa! Nieeemals!! Doch wie heisst ihr?“

Joe blickte ihn fragend an, während Hooqua sein Essen stillschweigend und mit gesenktem Blick servierte. Aus ihrem benehmen deutete Black, dass sie nicht in diese Sache involviert war und lediglich versuchte ihren Kopf da raus zu halten.
Als er die ersten Bissen vom leckeren Gulasch runtergeschlungen hatte und mit vier kalten Schlücken Bier nach spülte ,antwortete er :

„ Ich heisse Stellmirkeineblödenfragen Jack! Alles klar?“

Grinsend kicherte Pete Joe zu und nickte eifrig dabei. Als Joe mit Essen fertig war erhob er sich mit Sumphinke Pete und die beiden verliessen ruhig die Taverne um sich nach draussen zu begeben. Von dort aus führte ihn Pete weit hinaus in den Sumpf, dicht gefolgt von zwei düsteren Gestalten die dachten Black würde sie nicht bemerken….

Rekhyt
03.08.2012, 14:33
Was war denn da los? Plötzlich konnte er keinen Muskel mehr rühren, keinen Mucks mehr machen, nicht einmal mehr seine Augen von Corax durchdringendem Blick abwenden. Mit aller Willenskraft die er aufbringen konnte versuchte er seinen Körper wieder unter Kontrolle zu bringen, doch es schien ausweglos und damit wuchs der Hass und die blinde Wut!
Schon wieder war er in eine Situation geraten in der er absolut hilflos war und aus der es mit allen Fähigkeiten die er besaß keinen Ausweg gab, ein Umstand den er mehr als alles andere hasste. Doch während er innerlich immer verbissener, entschlossener und wütender wurde und er äußerlich immer mehr Corax Willen nachgab, bis ihm schließlich der Dolch aus der Hand viel, mischten sich zu seinen Gefühlen auch noch Schadenfreunde und Zufriedenheit. War das nicht genau der Grund warum er überhaupt begonnen hatte Magie zu lernen? Er wollte die Waffe haben, die er selber mehr als alle anderen verabscheut hatte und Corax war kein Feind, er hatte ihm auf unangenehme Weise demonstriert wozu er fähig war, aber es bestand wohl die Aussicht, dass er das auch erlernen konnte. Das war das Ziel! Die Rollen würden getauscht werden, irgendwann wäre Rekhyt der, der dem Anderen nur durch einen Blick Einhalt gebieten könnte und der darüber bestimmen können würde, wann der Andere seinen eigenen Körper wieder kontrollieren durfte.

Nachdem Corax sich dann abgewandt hatte und Rekhyt endlich wieder Herr über sich selbst war, hatten alle Gefühle die davor in ihm hochgekommen waren, einem anderen Platz gemacht: Entschlossenheit! Corax Plan hatte Erfolg gezeigt!
Und auch wenn es noch so ein weiter Weg war, man musste einmal beginnen ihn zurückzulegen, selbst wenn es vielleicht nur kleine Schritta am Anfang waren, denn sonst würde man nie ans Ziel kommen.
"Wie sieht der Anfang also aus?"

Corax Erindar
03.08.2012, 15:15
Rekhyt schien gefasst. Das war gut, auch wenn sich Corax tief drinnen nun fragte an welchen Punkt er ihn bringen müsste damit seine Fassade endgültig einbrach. Er wollte es herausfinden, ihn zu dem Punkt treiben. Doch er unterdrückte den Impuls. Er hatte seine sadistische Ader oft versucht zu leugnen, doch er hatte gelernt sie zu akzeptieren und nur dann auszuleben wenn sie nützlich war. Doch das war jetzt nicht der Fall.
"Das war der Anfang. Der beste Weg den Blick zu beherrschen ist zu lernen ihm zu widerstehen, zumindest bis zu einem gewissem Grad. Du wirst jeden Tag zu mir kommen und versuchen den Blick zu widerstehen. Ihn ganz abzuschütteln ist unmöglich doch ein wenig widerstand, eine langsame Bewegung, das wäre genug. Dannach kannst du versuchen ihn anzuwenden." Er nahm einen weiteren Kelch aus dem Regal und goss sich nun selber einen Schluck Wein ein.

"Jedoch ist das genug für heute dazu, wenn wir versuchen würden das an einem Tag durchzuziehen würde das nur deinen Körper kaputt machen. Daher... warte einen Moment." Er stand auf und öffnete die Tür zum Schlafraum. Nachdem er sie durchquert hatte ging er zu einer kleinen Truhe. Er öffnete sie und griff in ein Gewirr von kleinen Stoffsäckchen, das wohl niemand ausser ihm durchblickte. Er griff in ein paar von ihnen hinein und ging dann zurück zu Rekhyt. "Streck deine Hand aus.", befahl er und ließ anschließend ein paar kleine Kügelchen in die offene Handfläche fallen. "Vielleicht kennst du diesen Trick ja schon.", sagte er, "Aber es ist ein guter Startpunkt. Sag mir was für Samen es sind... ohne sie wachsen zu lassen oder dergleichen."

Rekhyt
03.08.2012, 16:24
Pflanzensamen!? Vermutlich...
Was mehr könnte er darüber sagen? Ein Botaniker konnte das vielleicht auch ohne Magie schon, schließlich sahen nicht alle Samen gleich aus, aber wie man mit Magie darauf kommen sollte, war ihm unklar. Wenn man ihn mit verbundenen Augen vor zwei Bäume gestellt hätte, die er optisch unterscheiden und benennen hätte können, hätte er trotzdem nicht gewusst, wie sie sich magisch anfühlen mussten. Selbst wenn er Unterschiede feststellen können würde, welche Eigenschaft würde zu welcher Pflanze gehören?
Nun gut, probieren ging schließlich über studieren, also weckte er schließlich seine Magie und behielt alle Samen in einer Hand um mit der Anderen einen Einzelnen auswählen und genauer inspizieren zu können. Geübt ließ er die Magie in das Fortpflanzungsprodukt der Pflanzen eindringen und spürte sogleich auch den Puls des Samens. Ein leichtes wäre es nun ihn zu wachsen zu bringen, aber darum ging es leider nicht. Stattdessen versuche er sich einzuprägen wie es sich anfühlte um später mit den anderen Vergleichen zu können. Noch nie zuvor hatte er auf diese Details geachtet, folglich konnte er leider auch nicht auf Erfahrung zurückgreifen.

Als er der Meinung war genug gespürt zu haben, legte er den Samen zur Seite und nahm den nächsten um das Prozedere zu wiederholen. Tatsächlich konnte er Unterschiede feststellen. Der Zyklus fühlte sich sanfter an, so als wäre er leicht zu stören oder fast ein wenig zerbrechlich. Es fühlte sich an, als hätte der Magiebegabte höhere Erfolgschancen die Pflanze zu beleidigen oder gar zu beschädigen wenn er magisch versuchen würden sie durcheinander zu bringen oder den natürlichen Rhythmus zu zerstören als bei dem vorherigen Testobjekt.
Aber brachte ihn diese Erkenntnis weiter? Möglicherweise schon, schließlich waren Pflanzen unterschiedlich und wo Unkräuter scheinbar unter allen Umständen wucherten, so brauchten andere ganz bestimmte Bedingungen wenn man nicht wollte das sie eingehen.
Das war zumindest schon einmal ein Anhaltspunkt, doch ihm kam noch ein anderer Gedanke, ein Aspekt der fast vollständig vergessen hatte, obwohl er doch so wichtig war.

Pflanzen waren Lebewesen wie Tiere und sie hatten ihren eigenen Charakter, schließlich hatte er sich auch schon über sture Pflanzen geärgert und so gab es wohl auch zwischen den verschiedenen Gewächsen Unterschiede. Nicht durch einen mehr oder weniger sturen oder stolzen Charakter, sondern auch durch Vorlieben und Abneigungen. Es ging nicht darum die Pflanzen wachsen zu lassen, doch herauszufinden wann sie am ehesten dazu bereit wären könnte vielleicht helfen. Empfindungen von Feuchtigkeit und Kühle konnte er ebenso übertragen wie von Trockenheit und Hitze und auch die Beschaffenheit des Bodens konnte sich unterscheiden. Letzteres war vielleicht eine schwierigere Herausforderung, weil er als Mensch nicht nachvollziehen konnte wie sich für eine Pflanze ein nährstoffreicher oder -armer Boden anfühlte oder wie Pflanzen zu anderen Stoffen standen die im Boden waren oder nicht waren. Aber zumindest das grobe Aussehen konnte er versuchen zu übermitteln, ob er hart, trocken und brüchig, oder feucht und schlammig war oder doch einfach nur locker und durchwachsen von vielen andern Wurzeln.

Es war wie eine Umfrage zu den verschiedenen Themen, bei der Rekhyt versuchen musste die Antworten zu bewerten. Zuerst tat er dies beim zweiten Samen, den er noch in der Hand hielt, danach würde er aber auch noch einmal den ersten nehmen und dann mit den anderen weiter machen.
Die Ergebnisse waren unterschiedlich. Manchmal war fast keine Reaktion auf die Eindrücke die der Schweigsame versuchte zu übermitteln zu bemerken, manchmal konnte man etwas feststellen, was der Dieb als Missfallen gedeutet hätten und manchmal wiederum musste er aufpassen, dass der Samen nicht plötzlich zu sprießen begann, so sehr schienen ihm die vorgespielten Gegebenheiten zu gefallen. Leider war ersteres doch noch die Häufigste Antwort, aber davon ließ sich der Druidenlehrling nicht entmutigen und probierte weiter, ein paar Erkenntnisse erhielt er ja doch.

Nachdem er sein 'Studium' des dritten Samens abgeschlossen hatte, beschloss er, dass es an der Zeit war sich einmal zu Wort zu melden. Nicht dass er hier totalen Blödsinn fabrizierte und am Holzweg ohne es zu wissen.
"Das" -er hielt Corax den ersten Samen hin- "ist etwas das nicht viel zu wachsen braucht, auch kargen Böden oder so. Schwer zu zerstören und anspruchslos wuchert es."
Genaue Bezeichnung ließ er lieber bleiben, die wären zu sehr ins Blaue geraten.
"Das" -begann er zum zweiten Samen - "ist eine Waldblume oder so, ein heikles Lieschen, wenn ihr was nicht passt, geht sie ein und das" -kam er schließlich zum letzten der untersuchten Samen- "dürfte ein Baum sein. Aus dem krieg ich nicht viel raus, er will keinen guten, sondern den besten Platz und dort für ne Ewigkeit stehen."
Oder so ähnlich, sicher war er sich natürlich bei nichts davon, aber das musste ja nicht jeder wissen. Wenn er falsch lag, lag er falsch und wenn nicht, würde man wenigstens denken, dass er von seiner richtigen Antwort überzeugt gewesen wäre. Corax würde ihn schon aufklären wie weit er daneben lag.

Corax Erindar
03.08.2012, 17:06
"Hm.", sagte Corax, "Für den Anfang nicht schlecht. Doch bist du noch nicht hinter das gekommen was ich dir eigentlich zeigen wollte. Ich will nicht das du dir überlegst wie diese Pflanzen wohl auf den ein oder anderen Einfluss reagieren, ich will das du tiefer gehst. Du sollst verstehen warum sie reagieren wie sie reagieren. Dieses Wissen ist sehr schwer in Worte zu fassen, doch du kannst es spüren. Ganz tief im Kern einer jeden Pflanze, eines jeden ihrer Samen, liegt die ... das Wissen um ihr Wesen, ihren Aufbau. Dieses Wesen musst du erlernen zu spüren wenn du weiterkommen willst. Dafür musst du das Wesen der Pflanzen selbst finden und spüren. Es ist ein bisschen wie das verständigen mit Tieren nur das die Pflanzen schwerer zu erspüren sind, da sie ruhiger sind."

Rekhyt
03.08.2012, 22:54
Zumindest lag er nicht falsch, er drang nur noch nicht tief genug in die Pflanze ein. Nun gut, er hatte wieder etwas an dem er arbeiten konnte und daran würde er sich auch sogleich machen. Vielleicht hatte er sich bisher zu sehr auf das konzentriert was er bereits konnte, vielleicht hatte er diesen Weg so sehr verfolgt, bis es keine Abzweigung mehr gab, bevor man sie zum wachsen brachte und vielleicht brauchte er einfach einen neuen Ansatz!
Noch einmal nahm er also den ersten Samen zur Hand, denn der schien ihm von allen am umgänglichsten zu sein, schließlich wollte er es sich bei seinem ersten Versuch nicht unnötig schwer machen. Dann konzentrierte er sich ein weiteres Mal auf die Magie, schloss die Augen um seine Konzentration auf die Eindrücke seiner Magie auf den Höhepunkt zu bringen und ließ sie dann langsam in den Samen eindringen. Ein Tier, wie auch eine Pflanze könnte bei in dem Stadium versuchen ihn auszugrenzen und abzulehnen, durch sein Auftreten konnte er versuchen dem entgegen zu wirken, in schwierigeren Fällen könnte er auch versuchen das Lebewesen mit irgendetwas zu überreden, doch das war hier nicht notwendig. Der nächste Schritt sah bei Tieren so aus, dass er versuchen würde mit ihnen zu kommunizieren, bei Pflanzen, dass er ihnen Kraft geben würde zu wachsen, doch keiner dieser beiden Möglichkeiten war hier im Moment Ziel führend und anwendbar. Vielleicht lag hier das Problem, Kommunikation wie er sie von Tieren kannte könnte hier vielleicht wirklich nützlich sein, doch das schien bei Pflanzen nicht genauso umsetzbar zu sein, Corax hatte es wohl nicht umsonst mit Tieren verglichen. Aber was jetzt tun?

Vielleicht war der magische Kontakt mit Pflanzen anders aufgebaut, vielleicht war er noch gar nicht so weit wie er bei Tieren war, die nach einer kurzen Berührung ihres Geistes mit sich reden ließen. Tiere hatten einen wesentlich stärkeren Willen als Pflanzen, möglicherweise haben letztere ihren also einfach zurück gestellt, sodass man im ersten Moment auch als Druidenlehrling nur das sah, was alle anderen sehen konnten: ihren Drang zu wachsen. Vielleicht lag weiter tiefer noch der eigentliche Geist der Pflanze verborgen von dem Rekhyt bisher immer einfach angenommen hatte, dass er nicht existieren würde, wer würde einer einfachen Pflanze schließlich so viel zumuten?
Sein weiteres Vorgehen war also klar, er musste tiefer eindringen, bis zum Kern der Pflanze eindringen und schauen was er dadurch erfahren würde. Eben dieses versuchte er nun also, als hätte seine Magie nur die äußerste Schicht des Samens durchdrungen und das Innere eingehüllt, versuchte er jetzt von allen Seiten weiter hinein zu dringen, so als ob er eine hohle Kugel vollständig ausfüllen wollte. Der Puls der Pflanze, den Zyklus den sie zum wachsen brauchte wurde dabei allerdings nicht leiser oder unwichtiger, ganz im Gegenteil, er schien immer aufdringlicher zu werden und füllte seine gesamte Aufmerksamkeit aus. Als die Magie den Samen immer weiter ausfüllte, schien sie mit dem Zyklus mit ein zu gehen, ohne diesen dabei zu verstärken oder verbracht zu werden, mit beiden Phasen gleichsam schien sie mitzuschwingen und Rekhyt das Gefühl des Pulses deshalb überdeutlich zu übermitteln. Doch das konnte noch nicht alles sein, ein Aspekt des Samens musste sich weiterhin vor ihm versteckt halten, nachdem er fast schon fieberhaft suchte.

Und plötzlich war da etwas, leise wie ein leiser Ton in einem andauernden Rauschen, kaum sichtbar wie ein Glühwürmchen im Sonnenlicht, unauffällig wie eine Träne im strömenden Regen und ebenso schwer zu beschreiben mit welchem Sinn es am ehesten wahrzunehmen war, aber dennoch war es hier und Rekhyt richtete all seine Konzentration darauf zu erkennen worum es sich handelte. Langsam nahm das Erspürte immer mehr Gestalt an, wie Spiegel die immer nur einen kleinen Ausschnitt des Ganzen zeigten, oder Wände die den Schall reflektierten und die Magie die all diese kleinen Eindrücke wie ein Puzzle zusammen setzte, bis dem Druidenlehrling plötzlich die Schuppen von den Augen fielen und alles einen Sinn ergab. Es war das Lebensziel der Pflanze, die Beschreibung welches Aussehen sie einmal annehmen wollte und das Gedächtnis wie sie erreichen konnte was sie wollte. Wie ein Echo aus der Zukunft offenbarte es was noch einmal kommen sollte. Ob die Pflanze Gift gegen Fressfeinde produzieren wollte, ob sie Farben entwickeln wollte um Pollenträger anzulocken oder ob sie andere Überlebensstrategien entwickeln sollte, alles war vorher geplant und musste nur noch in die Tat umgesetzt werden.
Doch genauso wie man dem Samen noch nicht von alle dem ansehen konnte, so war es auch noch unsicher, ob das alles wirklich einmal geschehen würde, oder ob sie zuvor niedergetreten werden würde, ob sie von einem grasenden Tier gefressen werden würde oder ob ein Mensch sie pflücken würde.

Langsam löste Rekhyt die Verbindung wieder und ließ seine Magie versiegen. Was konnte man mit Magie bewirken, wenn man versuchen würde in diese Prophezeiung des zukünftigen Lebens einzugreifen? Vermutlich vieles, doch wäre es auch gut? Oder wäre es einfach nur pure Zerstörung?
Doch das galt es erst zu lernen, was die Gedanken des Schweigsamen wieder zu seiner aktuellen Aufgabe zurück brachte. Doch trotz all der Erkenntnisse die er gemacht hatte, konnte er nicht mit Sicherheit sagen in wie weit er die Fragestellung erfüllt hatte und in wie weit er sie einfach nur verfehlt hatte und Antworten auf Fragen gefunden hatte, die noch gar nicht gefragt worden waren.
"Ich kann die Pflanze nicht benennen, aber ich denke ich habe gefunden, was du gemeint hast!"
Ein Name war da natürlich nicht darunter, denn woher sollte die Pflanze denn auch das Wort kennen, welches Menschen für sie erfunden hatte und Rekhyt kannte sich mit Pflanzen nicht gut genug aus um ihre Art anhand der Informationen bestimmen zu können, die er bekommen hatte.

Raminus
04.08.2012, 12:05
Der Tag hatte gerade erst so richtig begonnen, das Licht der Sonne durchflutete das Blätterdach, überall war das Gezwitscher vielerlei Vögel zu hören und auch Schwarzwasser erwacht allmählich richtig. Raminus lag ein ruhiger Tag bevor, er hatte gerade die erste Frühschicht des Wächterdienstes absolviert und hatte den Rest des Tages nun keinerlei Verpflichtungen. Das er sich deshalb faul irgendwo hinlegen würde um sich dem Sumpfkraut hinzugeben kam jedoch gar nicht erst in Frage. Es gab auch so genügend Dinge zu tun und er würde sich erst ein paar entspannende Momente gönnen, wenn er auch tatsächlich etwas geschafft hatte.

Es gab da zum Beispiel auch wirklich etwas das er tun konnte, da war immer noch die Sache mit der Magie und seinen Empfindungen wenn er eine Pflanze, einen Baum oder eben ein Stück Holz berührte. Der Hüne musste sich ganz einfach damit auseinandersetzen wenn er wirklich in Sachen Magie weiterkommen wollte, vor allem da Ornlu ihm in Aussicht gestellt hatte demnächst wirklich mit Pflanzen zu hantieren. Also hieß es doch in Richtung seiner Arbeitsstätte zu gehen und sich aus dem Lager irgendwo ein Stück Holz mitzunehmen.

Wenige Augenblicke später hatte sich der Sägewerker etwas abseits des Dorfes ein einsames Plätzchen gesucht, musste ja nicht jeder seine Magieübungen mit ansehen. Er richtete sich so gemütlich wie nur irgend möglich ein, atmete ruhig und tief und schob alle überflüssigen Gedanken beiseite. Dann begann er seine Magie zu formen ganz als ob er erneut den Telekinesezauber anwenden wollen würde. Zunächst nur das Holzstück umhüllend bereitete er sich darauf vor es mit seiner Magie zu durchfluten. Er wusste bereits was ihn erwartete, welche Bilder und Gefühle gleich über ihn hereinbrechen würden, doch noch wusste er nicht genau was sein Ziel war, an welchen Punkt er gelangen musste, was er fühlen sollte, damit er in Zukunft keine Probleme mehr haben würde…

Raminus
04.08.2012, 15:26
Die Sonne hatte ihren höchsten Punkt mittlerweile schon überschritten, die morgendliche Hektik hatte sich in der schweren, warmen Luft etwas beruhigt. Raminus saß noch immer abseits von Schwarzwasser, mittlerweile etwas Sumpfkraut rauchend. Es war eine scheußliche, doch zugleich notwendige und natürliche Prozedur, die er da durchstehen musste. Aus jedem einzelnen Bild, jedem Gefühl zog er einen kleinen Teil für sich heraus, ordnete sie ein, versuchte ein Gesamtbild zu konstruieren.

Nach vielleicht etwas mehr als einer Stunde hatte es der Kahlkopf nicht mehr ausgehalten. Seine Konzentration begann zu schwächeln und er hatte beschlossen eine Pause einzulegen, seine Gedanken zu beruhigen um später mit voller Kraft da weiter zu machen. Vielleicht war es nur die schwere Sommerluft, vielleicht auch der Qualm des glimmenden Sumpfkrautes, vielleicht auch beides gepaart mit der mentalen Anstrengung, die er durchlaufen hatte, aber Raminus wurde immer schläfriger bis er schließlich mit dem Rücken an einen Baum gelehnt einnickte.



Wieder sah er sich umringt von den mysteriösen Bäumen zu denen auch Tooshoo zählte, jedoch in einer viel jüngeren Form. Er wusste, dass die Weisen ihm einen Auftrag gegeben hatten. Er sollte über den Wald wachen, da sich eine Bedrohung in den weit entfernten
Ausläufern langsam manifestierte. Er sah sich auch noch vor einem Geisterbäume stehen, das tote Laub auf ihn herabregnend, während er mit einer sanften Berührung von einem alten Freund abschied nahm. Als er sich abwandte sah er einen ganzen Landstrich dem das gleiche Schicksal zuteil geworden war. Schweren Herzens schritt er zum nächsten Baum, in der Hoffnung noch einige letzte Gefühle austauschen zu können. Der Schmerz war unerträglich, zu wissen nicht jeden erreichen zu können, nicht jedem bei seinem Ende beizustehen und doch schaffte er es ein Lächeln auf sein Gesicht zu bringen. Das Wissen, dass er sich um alles kümmern würde, dass dies nicht das endgültige Ende war, verschaffte ihm Kraft. Er würde dafür sorgen, dass sich erneut ein grüner Schleier über das Land legen würde.



Als Raminus aus seinem traumreichen Schlaf wieder erwachte fühlte er sich wie gerädert, dem Sonnenstand nach zu urteilen war der Tag schon recht weit fortgeschritten. Einige der Dinge an die er sich aus seinem Traum noch erinnern konnte, passten erstaunlicherweise sehr gut in seine Erfahrungen mit dem kleinen Holzstück, das immer noch neben ihm lag. Er versuchte so viel wie möglich zu rekonstruieren, doch die Erinnerung an den Traum verflüchtigte sich mehr und mehr. Dennoch spürte er, dass er innerlich eine gewisse Zufriedenheit erreicht hatte. Die Gedanken plagten ihn nicht mehr ganz so schlimm und er konnte guten Gewissens seine Übungen für heute beenden…

Corax Erindar
04.08.2012, 23:17
"Nun wenn du meinst... wir werden sehen. Das reicht fürs erste.", sagte Corax und nickte anerkennend. So erleuchtend dieser Abend für Rekhyt auch gewesen sein mochte, so war es sicher anstrengend für ihn gewesen, auch wenn er es gut verbarg. "Triff mich morgen früh nach Sonnenaufgang vor dem Baum, bring alles mit was du für ein paar Tage in der Wildnis brauchen kannst. Wir machen einen kleinen Ausflug in den Orkwald, dort wirst du deine nächste Lektion lernen."

Rekhyt
05.08.2012, 17:39
Orkwald also! Rekhyt hatte nicht viel Gepäck mitzubringen gehabt, er hatte schon öfter kürzere Reisen angetreten und wusste was er mit brauchte. Insofern war es auch kein Problem gewesen der Aufforderung nachzukommen und wie verlangt vor dem Baum auf seinen Lehrmeister zu warten.
Er wusste nicht, ob die Ankündigung des Druidens jeden Tag den Giftblick auf ihn anzuwenden auch auf den Orkwald zutraf, doch falls dem so war hatte sich der Druidenlehrling auch darüber schon Gedanken gemacht. Ob seine Idee aber möglich war oder nicht, wusste er nicht, doch früher oder später würde es sich schon noch herausstellen und Corax hatte sicher kein Problem damit noch ein paar Mal öfter den Zauber anzuwenden. Insofern würde er auch noch mehrere Versuche bekommen.

Fürs Erste waren die beiden aber nun am Weg in den Orkwald, das Dorf Schwarzwasser hatten sie bereit hinter sich gelassen ohne viel zu reden, schließlich war es aber Rekhyt der das Schweigen brach.
"Hast du schon erste Anweisungen für mich?"
Cécilia hatte immer ein bisschen mehr zu reden gehabt, bevor sie ihm an einen neuen Zauber herangeführt hatte. Corax schien zwar nicht so gesprächig zu sein wie sie, aber falls es etwas zu sagen gab, könnte man ja auch schon den Weg dafür nützen.

Thor
05.08.2012, 21:46
Nachdenklich kratzte sich Thor den Bart. Er dachte nach. Und das konnte schon einmal länger dauern. Schließlich war der Nordmann eher ein Mann der Tat. Und da er im Moment ziemlich Tatenlos war, musste er eben seinen Kopf anstrengen. Denn Thor hatte ein Problem. Ein sehr großes Problem, welches sich nicht so einfach lösen lassen wollte: Der Hüne konnte sich nicht mehr in der Schenke blicken lassen. Und das bedeutete im Klartext: Kein Met. Und ohne Met... Naja, ein Nordmann ohne Met war wie Varant ohne Sand. Sehr merkwürdig.

Ein Summen riss Thor aus seinem sehr tiefgründigen Gedanken. Eine kleine Biene schwirrte um seinen Kopf herum, zog ihre Bahnen und machte sich dann wieder auf den Weg. Langeweile, Neugier und auch ein bisschen der Wunsch nach Schwachsinn sorgten dafür, dass Thor einfach mal der Biene folgte. Man musste mit seiner Zeit halt das beste anfangen.

Am Rande von Schwarzwasser schnappte sich Thor eine Fackel und entzündete diese. Sie war schon etwas feucht und produzierte ein gutes Stück Rauch, was den Hünen aber nicht störte. Stattdessen machte sich Thor auf, weiter dem Summen zu folgen. Und bald darauf fand wohl das Ziel: Einen wilden Bienenstock. Und da der Nordmann eh nichts besseres zu tun hatte, gedachte er, sich eine Wabe zu holen und etwas Honig zu naschen. Wenn er schon keinen Met bekommen konnte...

Mit der rauchenden Fackel vertrieb er die Bienen und brach den Stock auf. Die darin vorhandenen Bienen reagierten ehr ungehalten, doch Thor wurde kaum gestochen. Der Rauch sorgte dafür, dass sie abgelenkt waren. Stattdessen dauerte es nicht lange und Thor saß mit einem leckeren Stück Honigwabe auf dem Boden. Während er den Honig schleckte, war der Nordmann am überlegen, ob das nicht sogar noch was für ihn wäre...

Corax Erindar
06.08.2012, 01:43
"Abwarten.", hatte er seinem Schüler nur mitgeteilt bevor sie sich auf den Weg gemacht hatten. Wie es sich herausstellte war Rekhyt ein eher schweigsamer Weggenosse, wenig zur Verwunderung von Corax, da er schon auf der Reise zum Tempel nicht gerade als Plappertasche aufgefallen war. Doch damit konnte der Druide sich gut arrangieren. Er verbrachte daher die Zeit auf Reisen wie wenn er allein unterwegs war. Er lauschte dem Pfeifen des Windes und die Laute die er mit sich trug, achtete auf den Geruch der Erde und versuchte sich in das Land das er durchquerte einzufühlen.
Ab und zu redete er doch mit seinem Schüler und erzählte ihm dieses oder jenes und began ihn langsam in die alte Sprache des Waldvolkes einzuführen. "Die Schrift ist sehr anders und manchmal kann es ein verzwickter Fall sein, doch die Grundlagen sind überschaubar und von dort aus wirst du dich dann weiter vorkämpfen müssen. Das wichtigste Wort für dich in Zukunft, da es in sehr vielen Riten Anwendung findet dürft 'Echuio' sein, es bedeutet so viel wie 'Erwache'...."

So machten bestritten sie ihren Weg und erreichten den Pass der sie durch das niedrige Gebirge in den Orkwald führen würde bei Einbruch der Dunkelheit. "So", sagte der Druide, "Den Rest des Weges bestreiten wir morgen. Ich werde dich dann verlassen. Bis ich wiederkehre sollst du dich um die Bäume und anderen Pflanzen des Waldes kümmern ... und nicht gefressen werden. Es wird Bäume geben deren Rinde von Tieren abgeschabt wurde, manch junger Baum mag gar umgeknickt sein, gebrochen. Niedergetrampelte Büsche, alles mögliche. Ich will das du sie 'heilst'. Ihnen dabei hilfst die beschädigten Teile zu regenerieren, nachzuwachsen. Und nur diese Teile. Zudem solltest du die Zeit nutzen die Pflanzen auf die du triffst dir genau einzuprägen und ihren Aufbau erfühlen. Das wird essentiell sein für das was als nächstes kommt. Soweit so gut, bereit für die heutige Übung?"

xarden
06.08.2012, 17:35
Einige Tage lungerte Xarden nun in Schwarzwasser herum und vertrieb sich irgendwie seine Zeit. Er hatte bislang immernoch nicht die Gelegenheit gehabt um nach Cécilia zu sehen, und er wusste auch nicht wie genau er dies anstellen sollte. Er konnte kaum herumschreien ob eine zusammengebrochene Magiebegabte wieder gesund war.
Morgens aß er etwas in der Sumpflilie und spülte dies mit leichtem Bier herunter, ging dann nach draußen und erkundete ein wenig die Gegend. Die ersten zwei Tage hatte er sich sofort verlaufen, aber Schwarzwasser war keine Großstadt, daher fand er sich langsam zurecht. Auch die Sumpfgebiete um Schwarzwasser herum betrat er ein wenig, jedoch nie weit hinein. Normalerweise benutzte er Trampelpfade, die nahe an den Stegen waren, sodass er mittlerweile einen guten Überblick darüber hatte wo er sich überhaupt befand. Um den hoch stehenden Mittagssonne aus dem Weg zu gehen, flüchtete er sich gerne zurück in die Taverne, aß etwas und saß herum, lauschte den Lauten in der Taverne. Ansonsten passierte nicht viel, außer dass sich sein Geldbeutel langsam leerte und dies musste Xarden schnellstmöglich ändern, daher sprach er die Wirtin an.
»Könnt Ihr mir sagen wo ich hier am schnellsten Arbeit finden kann? Sonst kann ich mich nicht weiter bei Euch durchfressen«, sagte Xarden mit einem leichten Grinsen.
»Geh einfach raus und sprech die Leute an, sei nicht so schüchtern. Das hier ist keine Auskunft«, antwortete die Wirtin barsch und drehte Xarden den Rücken zu um einen anderen Kneipengänger zu bedienen.
Der junge Abenteurer ließ ein Silberstück auf dem dreckigen Tresen liegen und machte sich auf den Weg nach draußen, um dem Rat der Wirtin zu folgen.

Sennahoj
06.08.2012, 19:30
Hier war er nun wieder. Inmitten der Wildnis und einer gewissen Vertrautheit des Sumpfes. Die Reise hatte ihm gezeigt wie wenig er doch von der Insel auf der er sich befand wusste. Ehrlich gesagt war es beängstigend, da er nun schon ein Jahr hier war. Auf Khorinis war es zwar ähnlich, er kannte die Stadt und die umliegenden Ländereien ... mehr aber nur aus Aufzeichnungen. Wie weltfremd er doch war.
Der Gärtner ging am ersten Tag sofort in den Garten und sammelte sich dort. Er schaute nach dem Rechten, konnte hier und da noch ein paar Pflanzen pflegen und kam erst richtig an. Nicht viele Gesichter sah er währenddessen, zumal er an diesem Tag nicht in die Heilkammer ging. Er wollte das Abenteuer erst einmal verarbeiten.

Den nächsten Tag verblieb er ebenfalls im Rund des Gartens und arbeitete etwas im Brenneselfeld, das schon eine erstaunliche Buschigkeit erreicht hatte. Mit einer Bandage pflückte er eine Kiepe voll der Blätter die er zum trockenen auf das Dach seiner Hütte ausbreitete. Er hatte dort oben einige Gestelle aufgestellt. Von einer Seite konnte man sich ohne Probleme auf das Flachdach hochziehen.

Als der Abend langsam herreinbrach und der Himmel sich allmählich grau färbte, packte er seine Tasche und trat den Weg zur Heilkammer an. Der Weg dorthin war eine wahre Erleichterung. Eine Gewohnheit der er nachkommen konnte.
Als er dann die Hütten Schwarzwassers erreicht hatte, wusste er das er da war wo er auch hingehörte. Still und unauffällig schlängelte er sich durch den Ort und hielt auf die Kammer zu.
Dann sah er eine Gestalt, bei dessen Anblick sich ein Gedanke löste. Es war Súri. Der Jäger, den er aus dem Sumpf gezogen hatte. Er war wieder völlig gesund. Das erleichterte eine seiner Sorgen. Er konnte ihn retten ... Sie konnten ihn retten. Bartimäus hatte wohl auch schon einiges geleistet um dem eigentlich Fremden die Gegend hier näher zu bringen.
Súri passte wahrlich nicht so ins Bild der Schwarzwasser-Bevölkerung. Er schien durch den Ort zu wandern. Fast an Sennahoj vorbei, der sich an zwei Personen vorbeidrückte und dann schräg zu Súri seinen Weg kreuzte.
Der Rothaarige senkte seinen Kopf leicht als Gruß und als der Andere ihn bemerkt hatte sagte er als er herantrat: "Bewahre Súri. Es ist eine Freude dich auf den Beinen zu sehen. Ist nichts vom Fieber zurückgeblieben?" Er lächelte sichtlich erfreut über den Zustand des Jägers. So sah man das der Heiler doch als ein solcher genannt werden durfte.

Súri
06.08.2012, 20:02
Es war ein schöner Abend, langsam schritt der Jäger durch das Lager zwischen den Hütten hindurch. Mittlerweile hatte er sich eine feste Rute erdacht die große Teile des Lagers abdeckten und schöne Einblicke bot. Mit seiner Rüstung und dem Umhang wirkte er allerdings immer noch fremd, er passte nicht ins Bild. Einzig sein Bogen schien sich der Atmosphäre anpassen zu wollen.

Vor einigen Tagen waren die Kriegertruppen eingetroffen, sie wurden mit recht viel Trubel empfangen, zumindest überhören konnte man es nicht. Súri hatte sich allerdings etwas zurückgezogen an jenem Tag, er kannte kaum jemanden, eigentlich niemanden bis auf Sennahoj und diesen hatte er selbst jetzt noch nicht wieder gesehen.

Langsamen Schrittes machte er sich zurück zur Heilkammer, er hatte jemanden gefunden der ihm Felle verkauft hatte, es ärgerte ihn ein wenig, für etwas Gold zu geben, dass er eigentlich auch selbst erlangen konnte, doch in den Sümpfen oder in den Wäldern wollte er nicht jagen, noch nicht. Er war fremd, kannte das Gebiet nicht und wusste nicht was ihn dort erwarten würde.
Auf seinem heutigen Spaziergang hatte er sich einen guten, etwas geschützten, abseitzgelegen Platz hinter einer Hütte gefunden, an dem er sich einen kleinen Schlafplatz einrichten wollte.
Den Bedürftigen in der Heilkammer wollte Súri nicht länger im „Wege“ liegen, er war kuriert, dank der Künste seiner Retter sogar sehr gut, lediglich eine Narbe an seinem Arm war zurück geblieben und ab und an übervielen ihn noch ein paar kürzere Kopfschmerzattacken.

Als er sein Bett erreichte viel ihm eine kleines Stück Papier auf, zögerlich begutachtete er es. Auf dem Zettel stand ein Name, „Sennahoj“ und eine Wegbeschreibung durch das Lager. Die Nachricht musste von einem der Heiler stammen die er nach dem Wohnort seines Retters gefragt hatte. Dankend steckte der Jäger sie in eine Tasche die an seinem Gürtel befestigt war. Dann machte er sich daran, seine Sachen zu packen, sein Schwert schnallte er sich um, die Felle warf er über die Schulter, bevor er ging nickte er den wenigen Anwesenden im Raum noch einmal einzeln zu mit einem dankenden Lächeln. Dann trat er über die Schwelle ins Freie.

Plötzlich trat ein Mann zu seiner Rechten hervor, „Bewahre Súri…“, er erkannte Sennahoj, Súris Augen wurden groß, er verspürte Freude, “… Es ist eine Freude dich auf den Beinen zu sehen. Ist nichts vom Fieber zurückgeblieben?"
Mit einem warmen Lächeln begrüßte Súri seinen Retter.
„Ich muss euch danken, das Fieber ist weg und ich fühle mich wieder ausgezeichnet, ohne Euch wäre mir das niemals vermögen, ohne euch würde ich hier nicht stehen.
Entschuldigt, ich war gerade auf dem Weg zu euch, ich hoffe ihr hattet keine allzu schwere Zeit? Bartimäus erzählte mir, dass ihr fort gegangen seid, um zu kämpfen.“

Daryn
06.08.2012, 20:08
Krieg kam nun also - wenn auch nicht direkt - nach Schwarzwasser. Ruhig aber dennoch mit einer gewissen Anspannung hatte Daryn den Worten des Druiden gelauscht, hatte die Worte über Rhobar, Ethorn sowie ihre möglichen Pläne und Chancen aufgenommen und sich daran erinnert, wie er selbst noch auf der Seite des Feuers stand. Sofort fragte er sich in Gedanken, wie er gehandelt hätte, wäre er noch immer ein Mitglied des Ordens, mittlerweile geweiht, vielleicht sogar schon zum hohen Feuermagier aufgestiegen. Hätte er die Invasion dieser Insel gut geheißen? Wäre womöglich sogar direkt in den Kampf gezogen um die argaanischen Schützen von den Zinnen zu holen oder die Schatten in den Wäldern ausfindig zu machen. Genau diese Schatten, die er nun beim Namen, vielleicht sogar Bartimäus, Ornlu, Raminus oder Balthur nannte? Es lag irgendwie außerhalb seines Vorstellungsvermögens und so nahm er die Worte weiter auf, versuchte sich nur auf Gegenwärtiges zu konzentrieren. Solange, bis Raminus sich irgendwann von ihnen verabschiedet hatte. Danach hatte Daryn sich daran versucht, die Gefühle des Druiden wahrzunehmen und sie mit der Kraft, geliehen von Bäumen und Tieren der näheren Umgebung, zu verstärken.
"Ich sehe nichts." hatte er Ornlu dann irgendwann erklärt. Zwar konnte er das Bewusstsein seines Gegenübers deutlich erspüren, doch tiefer darin einzudringen verwirrte ihn. Es schien dann alles näher, direkter und doch war es ihm nicht möglich gewesen, zu sagen, was er denn nun spürte. Waren es die Emotionen, die es zu verstärken galt? Freude, Müdigkeit, Ärger, Antrieb? Nichts davon war zu erkennen. Vielleicht war es aber auch nur die magische Präsenz gewesen. Nach ein paar Versuchen hatte er es dann aufgegeben, um nun wieder zu ihm zu kommen.

"Bewahre Ornlu." Zum Gruß hob er seine Hand, als er den Mann auf der höchsten Plattform in Schwarzwasser wieder traf. "Machen wir weiter, wo wir das letzte mal aufgehört haben? Oder beginnen wir etwas anderes? Du hattest es Raminus ja schon näher erläutert." Das Rufen eines Tieres, eines Geistes oder was auch immer es genau sein würde, hörte sich sehr interessant an, könnte ihn im Ernstfall auch verteidigen. Und sich verteidigen zu können - und damit meinte er nicht, den ein oder anderen mit seinem Erscheinungsbild in die Flucht zu schlagen - schien in diesen Zeiten sehr wichtig.

Sennahoj
06.08.2012, 20:16
"Auf dem Weg zu mir?", Senna hob eine Augenbraue. Was Súri wohl bei ihm wollte ... Er ging auf die zweite Aussage ein: "Ich bin weniger weggegangen zum kämpfen als eher zum helfen. Ehrlich gesagt wäre ich in jeglichem Kampf nutzlos, wenn es um den bewaffneten sowie den körperlichen Kampf geht. Neinnein, ich war als Heiler dort. Es ging recht glimpflich zu ende. Es war ein Erfolg für uns. Aber darüber will und kann ich ja gar nicht reden, da ich kaum einen Einblick in die Geschehnisse habe."
Er schaute sich kurz und bedacht um. Hier war schon fast wieder der alltägliche Trott eingekehrt. Viel gab es ja auch nicht. Oder etwa doch?
"Aber sag ... du meintest du wolltest zu mir? Ist irgendwas?", jetzt wurde ihm plötzlich die Situation des Jägers bewusst. Er war doch noch immer fremd hier. "Kann es sein das es um Schwarzwasser geht? Und um die nächsten Schritte, nun da du gesund bist? Was willst du nun tun? ... oha ... ich stelle zu viele Fragen, verzeih."

Ophelia
06.08.2012, 20:21
Missmutig stapfte Ophelia durch den Matsch. Was war dieser komische Sumpf nur für ein Loch? Sie wusste nicht wohin, kam sich mächtig verloren vor und war sogar zu hungrig um sich in weitere Selbstmitleidsmonologe zu vertiefen. Die einzigen Gestalten die sie bisher gesehen hatte, waren wenig hilfreich gewesen. Kapuzen tief ins Gesicht gezogen und ein seltsames Kraut rauchend, bei dessen Duft Ophelia schwindelig geworden war, zogen sie ihre Bahnen und schauten weder nach links, noch nach rechts. Nicht mal, wenn man laut schimpfend, um Hilfe bettelnd oder schweigend neben ihnen herlief. Ophelia kickte ein Steinchen weg, dass ihr im Weg lag. Immer das gleiche. Sumpf, Steinchen, Sumpfgras und...eine Bananenschale?! Misstrauisch beäugte Ophelia das gelbe Etwas. Beinahe als hätte sie Angst es könne ihr jeden Moment ins Gesicht springen. Das tat es nicht. Dafür aber ein haariges, braunes Knäuel.

Súri
06.08.2012, 20:33
Als Heiler… wie es wohl ist einer Schlacht als Heiler beizuwohnen… der Jäger dachte zurück an die Schlachten und Kämpfe denen er beiwohnen musste… nicht noch einmal, schnell verdrängte er die Gedanken.
Bei den letzten Worten des Gegenübers musste Súri schmunzeln.
„Keineswegs, ihr kennt mich nicht, dennoch habt ihr mich gerettet, ihr wisst nicht woher ich stamme, dennoch habt ihr mir geholfen. Ich bin euch wohl weit mehr Antworten schuldig als ihr fragen könntet.“
Seine Stimme wurde wieder etwas ernster, leiser, zurückhaltender.
„Nun, die Wahrheit ist, ich weiß es nicht. Ich striff durch das Gebirge, die Wälder weil ich da wo ich herkomme nicht zurück kann, nicht zurück will. Ich bin geflohen vor Krieg und Konflikt, ich musste mehr Blut, mehr Leid und mehr Kampf sehen als mir lieb war. Ich weiß nicht ob ich deswegen hier bin, aber es gefällt mir hier. Ich durfte Ruhe, Genesung und den Sumpf, den Wald genießen.
Ich… ich denke ich bin deswegen auf dem Weg zu euch, weil ich mir erhoffte, dass ihr mir sagen könntet wie ich weitermachen soll. Ich spiele mit dem Gedanken hier zu bleiben… doch ihr versteht… ich bin Fremd.“

Ornlu
06.08.2012, 20:45
"Bewahre, Daryn!", meinte Ornlu und grinste seinen Schüler dann dümmlich an. Ja, er hatte sich eben noch was reingepfiffen und nun war alles einfach entspannter. Was Daryn da brabbelte verstand er erst nach sich drei-einhalb mal in Gedanken wiederholen und dann grinste er wieder.

"Lass mal. Wenn ich dir jetzt was zu den Tiergeistern erzähle, dann wirst du es nicht raffen. Ist zu viel um auf einmal zu erzählen...für mich. Du könntest vielleicht, aber ich weiß nicht wie man Gedanken in andere pflanzt, damit sie dasselbe dann sagen. Und hast du dich mal gefragt wieso manche Äpfel grün und andere rot sind? Und meinst du die gelben Äpfel mögen gelbe Birnen mehr oder die grünen Trauben die etwas gelb sind? Vielleicht wünscht sich ja ein grüner Apfel mal ein Roter zu sein. Und was ist wenns nen Grüner und nen Roter treiben? Wohoho das gibt ne schmutzige Farbe...harhar... - Desweiteren mag ich heute nichts mit Tiergeistern. Nönönö. Ohne Raminus mache ich nüscht. Das wäre ja doppelt soviel Arbeit für mich. Schau ich so aus, als hätte ich Freizeit? Hmm? Ich betreibe hier ernsthafte Forschung und so! Legen wir mal los! Sag mal, was war das denn letztes Mal? Du hast mich mit der Magie befummelt als wärst du Jungfrau und würdest ne scharfe Braut nackt sehen. Ich sag dir - du kannst fummeln so viel du willst, wenn du ihr nicht im Kopf Sex machst, läuft die Maschine einfach niet. So muss auch mit Magie und dem Zauber. Also nicht mir Sex im Kopf machen. Dann hau ich dich! Nein, blick mir in die Seele, spüre das Tier in mir, spüre die Instinkte, spüre das was dominiert und reize es, wie einen Esel den du am Schwanz ziehst und der dich denn tritt! Hahaha! - Versuch es!"

Sennahoj
06.08.2012, 20:52
Der Gärtner kratzte sich in seinem kurzen Bart und nickte nachdenklich. "Verstehe. Doch ich denke ich weiß warum du hier bist. Auch wenn du fremd bist wirst du merken das man sich hier sicherlich rasch zurechtfinden kann. Ich bin selbst nicht lange hier, im Maßstab dessen was hier gewachsen ist."
Er trat einen Schritt vor und zurück. Die Worte kamen zögernd. Er wusste nicht so recht was er in dieser Situation sagen oder tun sollte. Súri war vor dem Krieg der da wütete geflohen, vor der Stadt konnte man sogar sagen. So zog es ihn in den Sumpf, von dem man sagte er wäre frei. Das stimmte auffallend. Hier war man frei von jeglichem Glauben und Herrschen wie man es kannte. Zum Vorteil und auch zu einigen kleineren Nachteilen. Natürlich bestand der Rat und die Anführer hatten ein Auge auf alle, doch war es immer "lockerer" als sonstwo in anderen Gemeinschaften.
Sennahoj schaute auf sein Gegenüber. Seine Augen wurden kurz vom überlegen schmal. "Solltest du dich entscheiden hier zu bleiben ... oder sei es nur für ein paar Monate oder Tage. Egal. Ich versuche zu helfen. Natürlich kann ich dir nicht alles sagen wie es ist. Ich bin auch ... ein eher seltsamer Gärtner. Doch ich kann es versuchen, dir alles was hier ist zu erklären."

Daryn
06.08.2012, 21:07
Äpfel? Warum denn Äpfel? Hää? Und warum überhaupt grüne? Oder rote, warum denn überhaupt Früchte. Oder Früchtchen. Und warum Sex? Es sah ganz deutlich danach aus und hörte sich vor allem danach an, als hätte Ornlu ordentlich was durchgezogen. Und jetzt sollte er ihm im übertragenen Sinne auch noch Sex im Kopf machen - oder so ähnlich. Ganz hatte Daryn das Geblubber des Druiden nämlich nicht verstanden.

"Also.. dann mach ich mal." Es kam ihm einfach nur vernünftig vor, Ornlu vorzuwarnen, wenn er anfing, zu fummeln. Geistig.
Wie schon beim letzten Mal schickte er die Magie aus, die sich tief in seinem Körper und seinem Geist verbarg. Für einen Moment streifte er im Geist das Abbild einer alten Fichte, die ihm diesen Morgen etwas von ihrer Kraft gespendet hatte. Ein kleines Rinnsal goldener Partikelchen strömte in das Bewusstsein Ornlus und verband sich dort mit dem kräftigen Rot seines Lehrers. Deutlich spürte er die Präsenz der animalischen Kraft, das Tier in ihm, wie er es beschrieben hatte. Doch von außen schien es eine undurchdringliche Masse, die er nicht entschlüsseln konnte. Zumindest nicht wirklich.

Gerade wollte sich der Lehrling wieder zurückziehen, als ihm schließlich doch noch eine Idee kam, die helfen könnte. Wieso nicht einmal das Undurchdringliche von Innen begutachten? Wie schon ein paar Mal zuvor zapfte er die Kraft des Druiden an, statt sie zu erfühlen. Der Versuch würde sofort scheitern, falls er es verhinderte, doch zum Glück geschah nichts. Und so ging ein kleiner Teil der druidischen Magie auf ihn über, noch immer haftete an ihr die Verbindung zu Ornlu, sein Abbild, sein Wesen, sogar sein Geruch stieg Daryn in die Nase. Nun versuchte er, all dies, was sich darin befand, zu verstärken, sendete die ihm innewohnende Kraft hinein und plusterte die Präsenz des Druiden auf, bevor er zum 'Angriff' überging. Über die Verbindung, die bestand, leitete Daryn die genommene Kraft zurück, versuchte sie förmlich in das Bewusstsein zu pressen, in den Vordergrund zu rücken. Dann kappte er die Verbindung und wartete ab, was geschah und welchem Trieb sich Ornlu wohl hingeben würde.. Falls es denn überhaupt etwas gebracht hatte.

Súri
06.08.2012, 21:13
„Weit mehr als nur ein seltsamer Gärtner.“, entgegnete der Jäger mit aufrichtigem Ton.
„Nun, es wäre mir eine Freude euch als meinen ‚Mentor‘ bezeichnen zu dürfen, vielleicht könntet ihr mir auch, sollte es eure Zeit zulassen auch die ein oder andere Salbe zeigen, es ist gut als Jäger zu wissen, wie man sich in der Natur helfen kann.
Aber zuerst… nun… entschuldigt es wird bereits dunkel und ich sollte mich auf den Weg machen mir einen geeigneten Schlafplatz herzurichten, ich wollte in der Heilkammer nicht länger zur Last fallen, deswegen habe ich mir ein paar Felle gekauft und eine ruhige Stelle gesucht an der ich mir ein kleines Nachtlager richten kann.
Verzeiht, vielleicht können wir später weiter reden? Es ist schwieriger nach Einbruch der Dunkelheit zu arbeiten, ich will euch auch nicht von euren Tätigkeiten abhalten… ihr hattet doch sicher ein Ziel?“
Er kam sich dämlich vor, Súri hatte gar nicht bemerkt wie lange sie hier schon standen, Sennahoj war sicher mit einem Ziel losgegangen und der Jäger hielt ihn schon viel zu lange ab.
„Vielleicht..“, hängte er zögerlich an, „… vielleicht wisst ihr wo man geeignetes Holz und Steine für ein Feuer findet..?“

Griffin
06.08.2012, 21:16
Begleitet von einem halblauten Gähnen streckte der junge Braunhaarige die Glieder von sich, ehe er sich mit dem Handrücken die Müdigkeit aus den noch immer geschlossenen Augen zu reiben versuchte. Wenig erfolgreich, wie er nach wenigen Sekunden ernüchtert feststellte und seinen Versuch deswegen gleich wieder aufgab. Stattdessen wandte er sich mit verträumtem Blick - er hatte größte Mühe seine Augen nach diesem ausgedehnten Mittagsschläfchen überhaupt offenzuhalten - dem Grund seines Erwachens zu: Eine wunderschöne Jungfrau in Nöten. So zumindest die Erwartungshaltung.
Die Not jedoch, so stellte sich schnell heraus, war als solche eigentlich kaum zu erkennen. Ein Eichhörnchen, nicht besonders groß und erst recht nicht sonderlich blutrünstig, hatte eine junge Frau, auch nicht wirklich wunderschön und in der heutigen Zeit wahrscheinlich auch keine holde Jungfrau mit gutem Benehmen, erschrocken. Kein Grund zur Sorge also. Eigentlich nicht mal ein Grund, sich großartig zu bewegen.
Ein weiteres, lautstarkes Gähnen später, befand sich der Südländer wieder in gewohnt gemütlicher Liegeposition auf dem breiten Ast irgendwo in der Nähe von Schwarzwasser. »Touristen.«, murmelte er im Halbschlaf, ehe er wieder die Augen schloss.

Sennahoj
06.08.2012, 21:28
"Ach ... wär ich so beschäftigt, hätte ich dich gar nicht angesprochen." Er verschränkte die Arme und grinste schief. "Nun Steine und Holz findet man hier sicherlich überall. Bloss an trockenes zu kommen ist weit schwerer. Ich suche mein Holz immer bei den Sumpfbäumen, die auf dem trockenen stehen. Da ist die Wahrscheinlichkeit höher was geeignetes zu finden."
Er zuckte mit den Schultern.
"Ach ... und gewöhn dir das "euch" und "ihr" ab. Ich habe früher auch diese Floskeln genutzt, aber hier kannst du das getrost ablegen. Manchen kommt es sogar krumm wenn man sie so anredet. Außerdem ... wir kennen uns doch eigentlich schon."
Sennahoj schaute überlegend schräg nach oben und entsann sich an diesen einen Moment mit Ornlu. Tatsächlich entwöhnte einen die Zeit in Schwarzwasser so einiges an Höflichkeitsfloskeln. Dann schüttelte er amüsiert den Kopf.
"Wenn du mich wieder aufsuchen willst, findest du mich entweder in der Heilkammer oder im Garten ... der liegt auf halben Weg zur Moleratfarm ... da entlang.", er streckte die Hand in die Richtung aus, aus der er gekommen war, "Nicht zu verfehlen. Ein Steg führt den Weg."

Ophelia
06.08.2012, 21:29
Mit Händen und Füßen wehrte sich Ophelia gegen das pelzige Knäuel in ihrem Gesicht. Wie genau sie dabei die Füße einsetzte war selbst ihr schleierhaft, nach einer Weile Gerangel schaffte sie es schließlich das blutrünstige Killereichhörnchen von sich zu schleudern. Frustriert sah sie auf ihre zerkratzten Hände. Angesichts der sich vor ihr befindlichen Bananenschale jedoch keine gute Idee. Ungelenk trat sie auf das braun-gelbe, ausgelaugte Ding und fiel mit einem schmatzenden Geräusch auf den sumpfigen Boden. Schon wieder Froschperspektive. Unter Perspektivenwechsel hatte sie sich eigentlich was anderes vorgestellt, als ständig überall auf den Hintern zu fallen. Sie pustete sich eine Strähne aus dem Gesicht und schaute nach oben. Ein paar halboffene, braune Affenaugen starrten zurück.

Ornlu
06.08.2012, 21:33
"Nanananananna - da musste noch üben, Schätzelein. Siehst du irgendwas an mir stehen?", brabbelte Ornlu, nachdem er eben doch die Magie vernommen hatte, die auf seine Seele gewirkt oder es versucht hatte.
"Moment...sollst ja nicht Sex im Kopf machen, was? Moment...hmm...Moment...hmm...Moment...ahhh..nööö....Moment...Jetzt! Hehehe...", meinte der Druide und stand entgegen seines Zustandes auf. Er wackelte auf den Beinen hin und her und war plötzlich so motiviert sich zu bewegen. Nicht einfach und lahm wie die anderen. Nein, Zeit für eine Feier. Für etwas ausgelassene Stimmung und Brüste!
"Wo sind die Weiber?", fragte der Druide, doch Daryn zuckte mit den Schultern lediglich.
"Keine Mädels. Ich komm mir vor wie die Jungs die bei Mutti wohnen und noch nie ne Frau küssten. Die feiern auch immer zusammen. Klatsch! Los klatsch ein Liedchen!", meinte der Wolfsäugige und holte seine Flöte hervor. Als Daryn begann etwas verkrampft zu klatschen, begann Ornlu im Kreis zu tänzeln und dabei die Flöte zu spielen. Es war bei weitem nicht die höchste Bardenkunst, aber nette Töne kamen schon auf und so wie sich sein zerzaustes, wildes Haar auf und ab bewegte. die tierischen Augen viele Emotionen ausdrückten und der Körper samt Mantel in steter Bewegung war, war es nur eine Frage der Zeit bis andere hier oben dies bemerkten und dachten hier wär ne Feier und so los.
Da waren Waldläufer, da war Osmo und zwei Lehrlinge, da waren Frauen und sie alle klatschten zu Ornlus Spiel.

"Hehehehey! Der Schwarze hier hat heute Geburtstag! Umarmt ihn, Mädels! Und tanzt mit ihm! Heheey!", befahl Ornlu und zeigte auf Daryn. Der bekam doch tatsächlich dann etwas weibliche Nähe zu spüren, bevor Ornlu ihn wegzog und sicher mit sumpfkrautigem Mundgeruch diesem ins Ohr flüsterte:

"War schon in Ordnung. Versuchs nun bei jedem hier. Erkenne das innere Tier in einem jeden, fühle es raus und dann...erfahre was bei den Leuten dir gegenüber dominiert. Erschrecke aber nicht...wenn etwas Negatives geschieht. Sowas gehört dazu und scheiß drauf."

Danach sprang er wieder umher und spielte die Flöte nun etwas lauter und einen Tick musikalischer, während das gute Dutzend Leute hier spontan einfach mitmachten. Man musste die Tage eben feiern wie sie kamen.

Daryn
06.08.2012, 21:54
Wenn dieser Zauber jeden dazu brachte, in Feierlaune zu geraten, dann wäre er besser damit beraten ihn nicht wieder zu benutzen, doch glücklicherweise teilte im Ornlu genau in diesem Moment mit, dass auch anderes, vielleicht sogar noch schlechteres, zu erwarten sein könnte.Ausprobieren hieß hier wohl die Devise. Und nachdem er sich aus der nächsten Umarmung befreien konnte, wollte er sich umschauen. Mittlerweile hatten sich eine Handvoll Leute zusammengefunden, die tanzten und klatschten und grölten und das möglichst passend zu Ornlus geflöte.

Ein Kerl fiel ihm besonders auf, der sämtliche zur Verfügung stehenden Körperteile wild in der Gegend herumschleuderte und sowas wie einen Tanz aufführte. Mit der Hoffnung, ihn etwas zu bremsen und mögliche Verletzte zu verhindern, drang Daryn in seinen Geist ein um sein Bewusstsein zu erspüren. Anders als das des Druiden strahlte es keine besondere Persönlichkeit aus, vielmehr jedoch etwas anderes, pulsierendes. Vielleicht ist das seine Freude? Möglich war, dass die magische Kraft Ornlus ihn für die Gefühle geblendet hatte, während das bei diesem Mann mittleren Alters eben nicht so war. Ungebremst feuerte er seine Magie auf den Geist des Kerles ein und konnte sehen, wie das, was seiner Meinung nach die Freude ausdrückte, glühte und anschwoll. Auch eine physische Reaktion folgte.
"Los, alle zu mir! Bo-long-nese! oder Polonäse oder was auch immer. Schlange bilden!" Und auch wenn es keiner so richtig verstand, verstanden es dann doch irgendwie alle. Sie kamen dem Aufruf nach, reihten sich aneinander und hielten sich jeweils an den Schultern des Vordermannes fest. Dieser Zug setzte sich dann in Bewegung, mit Ornlu und Osmo mittendrin. Und mit ihm, der von einer der Frauen genötigt wurde, vor ihr zu gehen, indem sie sich einfach an seine Schultern heftete.

Mit Geklatsche, Gelächter und Gejohle ging es dann baumabwärts. Daryn wollte es nicht so ganz gefallen, andererseits war es dann doch wieder etwas Abwechslung und irgendwie auch lustig, wie sie alle verrückt spielten. "Sumpflilie, wir kommen!" Grölte der Kerl, der den Zug anführte und den der Lehrling noch vor kurzem mit seinem Geist beeinflusst hatte. Wirkung hatte es ja eindeutig gehabt.
Als sie den Boden erreicht hatten, waren sie nun 7 Leute geworden und die ersten Sumpfkrautstängel glimmten auch schon. Das kann ja noch lustig werden..

Súri
06.08.2012, 22:05
„Danke.“, es war das einzige was Súri gerade in dem Kopf kam.
„Vielen Dank für alles.“
Sennahoj lächelte ihn an, spielte dann eine Verbeugung an, drehte sich um und ging fort. Súri tat es ihm gleich, er dachte noch ein wenig nach über die Begegnung, er hatte einen Freunde gefunden, mit der Rückkehr Sennahojs war er nun nichtmehr allein in dieser unbekannten neuen Welt.

Das Nachtlager war schnell gerichtet, darin hatte er zum Glück schon Erfahrung. Die Hütte in dessen Schatten das Lager stand wirkte schon etwas älter, allerdings von stabiler Bauweise, der Jäger hoffte nur, dass es den Besitzer nicht stören würde wenn er dahinter kampieren würde.
Steine und geeignetes Holz hatte er dank Sennahojs Tipp schnell gefunden, seine Feuersteine hatte er zum Glück.
Neben den Fellen hatte er sich auch etwas Kraut für seine Pfeife und etwas Brot gekauft das er nun röstete, es war nicht viel aber es war besser als nichts. Ohne seinen Topf konnte er nichts kochen, geschweige denn Braten also musste das erst einmal reichen.

Nach der kleinen Mahlzeit saß er auf den Fellen die er als Untergrund ausgelegt hatte, zog tiefe Züge aus der Pfeife und genoss das warme Feuer.
Trotz des eher rustikalen Schlafplatzes füllte er etwas was er in all der Zeit vermisst hatte, in der all der Genesungszeit in der Schlafkammer, den frischen Wind, den Duft der Nacht, die hohen Sterne und, was neu hinzugekommen war, die Geräusche des Sumpfes.
Súri hörte noch ein paar Stimmen aus dem Lager, doch sie klangen leise und wie von weit weg, die Stelle war gut abgeschirmt.
Mit den Gedanken war er bei dem was noch kommen würde, er war sich sicher, dass Sennahoj ihm gut helfen würde sich hier zurecht zu finden, doch was wird die Zukunft bringen..?
Es unterschied sich einiges hier von der goldenen Stadt, doch der Jäger fühlte sich hier wohler als er es sich dort jemals fühlte, trotz all der bekannten Gesichter, trotz all seiner Freunde dort.
Hier fühlte es sich wieder mehr an wie in Nordmar, in den Hängen, in den kahlen Hütten und den schwarzen Nächten, er fühlte sich Zuhause.

Ornlu
06.08.2012, 22:49
In der Sumpflilie stieg die Stimmung noch mal deutlich. Die ganzen Suffköppe stimmten sofort mit ein und der lahme Barde von eben, der da irgendwas trauriges sang, wurde gleich aus der Sumpflilie getragen. Stattdessen sprang Ornlu auf einen der Tische und spielte dann die Flöte so, wie er sie noch nie spielte. Sicher nicht gut, sicher mit zu vielen falschen Tönen, aber die Masse konnte man damit gewinnen, wenn es einfach und bekannt war. Ja, so wars!
Alle klatschten mit, andere begannen das Lied anzustimmen und der Erste der wusste so Situationen auszunutzen rief irekt in die Menge: Ich hab heute Geburtstag!
Sofort kam das Weibsvolk und gratulierte mit Küsschen oder Umarmung, während irgend ein Fusel ausgeschenkt wurde.
Kein Met, kein explizites Bier oder erlesener Wein. Nein, man begnügte sich mit irgend nen Fusel der sicher auch gut war um Kaninchen in Gläsern einzulegen, aber was sollte es schon? Heute war heute und morgen wäre morgen.

Dann stimmte ein Waldläufer ein fröhliches, aber auch etwas wehmütiges Liedchen an.


Ihr könnt zu uns das ganze Jahr,
Zwei Gläser hier und drei Gläser da.
Doch nirgendwo schmeckt das Bier so gut,
wie es bei uns im Grünen Krähe tut,
Doch nirgendwo schmeckt das Bier so gut,
wie es bei uns im Grünen Krähe tut.
Ein Korken auf den Wein,
Verschließt dir jenen Tropfen.
Die wahre Zier,
dass sag ich hier
ist der Grüne-Krähe-Hopfen!

"Hey umdichten auf die Sumpflilie! *RÜLPS*", befahl dann ein alter Mann. Dann wurde es kurz ruhiger, bis dann ein jüngerer Waldläufer auf den Tisch sprang und anstimmte. Ornlu sorgte für die Melodie, er für den Gesang.


Ihr könnt zu uns das ganze Jahr,
Zwei Gläser hier und drei Stängel da.
Doch nirgendwo schmeckt der Brand so gut,
wie es bei uns im sumpfigen Lilie tut,
Doch nirgendwo schmeckt der Brand so gut,
wie es bei uns im sumpfigen Lilie tut.
Ein Küsschen für das Weib,
Macht sie dir nicht holder.
Die wahre Zier,
dass sag ich hiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeer
ist der Sumpfigen-Lilie-Wacholder!


Und damit begann das Gejubel und der Apllaus für den mutigen Komponisten. Es war zwar noch nicht so rund und bardenmäßig vorgetragen, aber man konnte es irgendwie schon verstehen und in paar Wochen käme schon was vernünftiges beim singen raus.
Nun stimmte man erneut an und wiederholte das Lied, das der junge Waldläufer namens Baltram angestimmt hatte.

Griffin
08.08.2012, 18:43
Ein schelmisches Grinsen konnte der junge Braunhaarige sich beim besten Willen nicht verkneifen, als er die hilflose junge Frau so vollkommen durchnässt, mit aufgekratzten Händen und von oben bis unten beschmiert mit modrigem, stinkenden Schlamm, Schmutz und Sumpfwasser regungslos einfach nur daliegen sah. Und alles, was das junge Ding tat, war sich mit viel Gepuste eine feuchte Strähne aus dem Gesicht zu blasen und dabei reichlich dümmlich nach oben zu starren.
»Touristen.«, murmelte der Südländer ein zweites Mal und ließ sich rücklings von seinem gemütlichen Ast fallen. Mit einer geschickten Drehung seines Körpers jedoch verhinderte er, dass er sich auf unansehnliche Art und Weise den Schädel an einem Stein aufschlug oder das Genick im halbhohen Sumpfwasser brach und landete stattdessen auf seinen nackten Füßen.
Grinsend starrte er der ungeschickten jungen Frau entgegen und reichte ihr die Hand, um ihr beim Aufstehen behilflich zu sein.
»Ganz schön gefährlich, die Eichhörnchen in der Gegend, was?«

Raminus
08.08.2012, 19:16
Etwas gelassener als in den letzten Tagen sah man Raminus durch Schwarzwasser wandeln. Der Großteil seiner stetigen Freundlichkeit war zurück in seinen Alltag gekehrt und er war guter Dinge, dass das auch eine ganze Weile so bleiben würde. Da er mit Ornlu ausgemacht hatte sich bald wieder zu treffen, nachdem der Hüne seine Emotionen erforscht hatte, war der Schüler bereits auf der Suche nach seinem Lehrmeister. Eine ganze Weile hatten sie sich schon nicht mehr in der Baumkrone von Tooshoo getroffen, hier fing die Suche sowieso immer an. Mit etwas Glück würde er den Druiden hier schon finden, oder einen Hinweis darauf wo er steckte. Die Sumpflilie, die Sumpfkrautplantage oder das allgemeine Lager waren auch noch so Plätze an denen man Informationen über den Verbleib einer Person finden konnte, mit etwas Pech war der Aufstieg also auch umsonst. Er würde ja schon sehen wo er Ornlu schlussendlich fand…

Ornlu
08.08.2012, 20:07
"Hey, Raminus! Hier sind wir!", rief Ornlu seinem Schüler zu. Er, Daryn und die Botin saßen gerade ganz entspannt an einen der Tische. Hier auf der südlichen Plattform, die ja bekanntlich eine von Zweien am Baum war, hatten sie es sich sowas wie gemütlich gemacht. Die Sonne war am untergehen, man war auf Höhe der Baumkronen und die Sonne schien ihnen in die Gesichter, während sie gespressten Zitronensaft verdünnt mit Wasser zu sich nahmen. Ein erfrischendes, einfaches Getränk. Ornlu ärgerte sich nur, dass kein verdammter Wassermagier da war, wenn man ihn brauchte. Etwas Eis dazu und es wäre noch schön kühl.

"Bewahre! Komm setz dich und gieß dir auch was ein. So oft haben wir hier auch nicht Zitronen. Wie läuft es bei dir?", fragte der Druide und blickte dann kurz hinab gen Stege. Er hatte gedacht eben einen gesehen zu haben, der ihn an jemanden erinnerte. Doch der war weg? Nein, da war doch was und Ornlu hatte es völlig vergessen. Das nächste mal würde er Banane und Griffin brüllen und schauen, ob das Affengesicht wirklich hier irgendwo ist. Doch zurück zu Raminus, der sich dazu setzte.

Raminus
08.08.2012, 20:22
Da war man auf der Suche nach einer Person und was fand man? Gleich drei, die dazu auch noch ein köstliches Getränk genossen. Bewahret! - grüßte der Kahlkopf freundlich in die Runde und nahm dann in selbiger Platz. - Besser als noch vor ein paar Tagen - begann der Handwerker seine Antwort, während er sich etwas von dem Zitronenwasser einschenkte. – Ich denke, ich bin mit meinen Problemen auf einem ganz guten Weg. Ich denke mal ich erzähle dir nichts neues, wenn ich sage, dass das nichts ist was von heute auf morgen einfacher verschwunden ist. Doch beeinträchtigen mich die Gefühle und Bilder nicht mehr so stark, da ich begonnen habe einige Dinge zu akzeptieren, Dinge, die ich nicht ändern kann. Ich muss deshalb aber nicht verzweifeln, ich bin immer noch fähig Einfluss auf die Welt um mich herum zu nehmen, selbst etwas zu bewirken. Und auch wenn ich damit nicht jeden Schrecken von dieser Welt vertreiben kann, so kann ich seine Auswirkungen abmildern oder sogar ungeschehen machen. Es scheint als ob das eine lebenslange Arbeit und Aufgabe wäre, doch ist dies für mich ein ermutigender Gedanke mein Dasein einem Ziel zu widmen. So kann ich nicht nur an jedem Feierabend zufrieden auf den Tag zurückblicken, sondern mich eines Tages auch ungetrübt von dieser Welt verabschieden…

Ornlu
08.08.2012, 20:40
"...und darauf stoßen wir an!", meinte Ornlu und zwinkerte Raminus zu. Es war immer gut, wenn einen Schüler nicht die Gedanken der Welt plagten. Damit konnte man sich aufs Wesentliche konzentrieren und das zählte nunmal im Jetzt.

Nachdem alle Becher auf dem Tisch ruhten und man unten am Steg beobachtete, wie ein paar Waldläufer - noch im Tarnmodus sozusagen - Schwarzwasser erreichten, widmete sich auch Ornlu dem Wesentlichen.

"Ich denke ihr seid soweit, dass wir wieder zusammen voran schreiten. Ich habe bemerkt wie ihr beide wohl am Zauber mit dem Tiergeist interessiert seid. - Botin, wenn du so freundlich wärst...", bat dann Ornlu, während die Stumme sanft lächelte, sich das rabenschwarze Haar aus dem Gesicht wischte und dann ein Stück Kohle hervor holte.
Sie begann dann auf dem Tisch einen kleinen Kreis zu ziehen und malte dann in jenen ein merkwürdiges Symbol. Dann legte sie ihre Hand darauf, schloss leicht die Augen und ließ die Drei spüren, das sie Magie wirkte. Es war wie ein magisches Echo das nicht in alle winde ausstrahlte, sondern direkt in das Zeichen, welches von Magie dann erfüllt in seiner Symbolik aufglimmte, stärker wurde und sich plötzlich daraus etwas erhob. Es schlängelte sich sozusagen aus dem Zeichen hervor, war magisch-geisterhaft und letztlich eine Schlange. Eine Kreuzotter wie man erkennen konnte und die zischelte hörbar auf und erhob sich leicht am Tisch, bevor die Botin sie mit einer Handbewegung in der Magie steckte wieder vergehen ließ. Der Schlangengeist löste sich langsam auf und ging wieder ein in das Zeichen.

"Dieses Zeichen ist das Symbol der Schlange. Es ist eines von unzähligen Naturzeichen, wie man sie auch vereinzelt an den Monolithen in Steinkreisen auffindet, wenn man weiß wie. Sie existieren seit Anbeginn der Zeit. Es gibt auch noch eine weitere Methode oder gar noch mehr. Hauptsache man weiß wie man Zugang dahin findet, woher dieses Wesen kommt. - Nun, was denkt ihr? Was ist wichtig bei diesem Zauber? Was stellt ihr euch gerade im Moment damit vor? Woher kam dieser Tiergeist, wenn wir Beliars Reich ausschließen müssen?", fragte Ornlu.

Raminus
08.08.2012, 21:17
Der Zauber den Raminus gerade beobachtet hatte, war vollkommen anders als das was er bisher gesehen hatte. Nichts von dem was er beherrschte glich dem und wirkte stattdessen eher wie ein paar Spielereien, die sich ein Gaukler ausgedacht hatte. Die Fragen des Druiden rissen den Hünen aus seinem Staunen heraus.

Wir müssen Beliars Reich ausschließen? Aus welchem Grund? Versteh mich nicht falsch, aber ich würde schon gerne wissen wieso ich ausgerechnet den Ort ausschließen sollte, der gerade dafür geschaffen ist um einen Geist zu beherbergen. – Raminus nahm kur einen Schluck von dem Wasser und da Ornlu noch nicht reagiert hatte, sprach er vorerst einfach weiter. – Aber gut, wenn ich das Reich des dunklen Gottes wirklich ausschließen sollte, dann würde ich sagen, der Geist kommt aus der Natur selbst. Es ist ein Nachklang von dem was wirklich existiert hat und immer noch hier verweilt. Vielleicht jetzt nicht unbedingt so wie sich Menschen einen Poltergeist vorstellen, der aus irgendeinem Grund immer noch in dieser Sphäre verweilt, sonder vielmehr etwas, das auch tatsächlich hier her gehört. Man muss erst einmal irgendwie einen Kontakt herstellen, einen Ruf erklingen lassen, der auch wirklich vernommen wird. Dann muss der Ruf auch noch von einer Art sein, sodass man ihn nicht nur hört sondern ihm auch folgt. Tja und dann…hmm kontrolliert man dann diesen Geist? Oder verhält es sich ähnlich wie mit einem echten Tier…

Ornlu
08.08.2012, 22:04
"Du denkst schon in die richtige Richtung, Raminus. Vorweg weshalb ich Beliars Reich ausschließe liegt daran, dass ich weiß woher diese Tiergeister kommen. Es ist nicht diese Sphäre, aber auch nicht Beliars Reich. Es ist etwas dazwischen, danach, davor. Ich kann es konkret nicht festlegen. Alles kann stimmen oder stimmt sogar. Wir Druiden nennen sie die mythische Sphäre. Es ist wie ein Wald zwischen zwei Wäldern. Wie ein Berg zwischen zwei Bergen. Nicht zu finden und doch verbundne mit dieser Welt und wohl wahr anderen Sphären. Meine Meister erklärten es mir so, dass die mythische Sphäre eine Art Zwischensphäre ist, die dieses Reich und Beliars Reich verbindet. Ihr kennt doch auch die Geschichten von Menschen die meinten gestorben zu ein und durch sowas wie einen Tunnel und Licht mit der Seele gereist zu sein. Das Ziel ist dann Beliars reich, der Anfang Adanos Sphäre und dazwischen...so wie sie mir erzählten eben die mythische Sphäre. Es ist wie eine Welt wie diese, nur verbergen sich dort uralte Mächte, uralte Orte die längst vergessen sind. Meister Runak erzählte mir, wie er dort einen Ort sah, wo sich die Seelen sammelten und dann verschwanden. Er erzählte mir wie aus Wassern und Feuer, wie aus Erde und Bäumen Leben hervor kam und ebenso verschwand. Und letztlich kann auch ich euch erzählen was ich sah, denn auch ich war dort. Ich sah rastlose Seelen, Geister und Naturgeister. Die mythische Sphäre ist ihre Zuflucht in der sie leben und herrschen. Nur wenn der Mond in ihrem Zeichen steht, müssen sie in dieser Sphäre verweilen und werden...weltlich. Ansonsten ist es ihre Wahl. Ja, wir Druiden vertreten auch die Sichtweise, dass Schattenläufer urtümlich aus jener Sphäre hierher kamen und wieder gehen können. - Ich weiß, dass dies alles unglaublich klingt und sehr viel auf einmal ist, doch fragt euch selbst, was wir Menschen wissen können und was nicht? Ihr seid in einer Gesellschaft aufgewachsen die nur die drei Götter kennt. Doch ihr wisst selbst, dass in der Natur eine Macht inne wohnt, die gottgleich sein muss. Ihr werdet eines Tages auch wissen, dass es diese mythische Sphäre wirklich gibt, wenn ihr dorthin mit eurer Seele reist. Ja, es ist möglich, wenn man einen der Steinkreise als Portal weiß zu nutzen. Meist ist das unscheinbare, nunmal das Interessantese. Vertraut meinen Aussagen, auch wenn weder ich noch ein anderer Druide jemals die gesamte mythische Sphäre durchwanderten. - Vielleicht eines Tages. Vielleicht auch dann, wenn ihr nicht mehr seid oder mehr geworden seid. Der Legende nach, soll der Erste der Druiden und seine ersten Schüler dort immer noch existieren. So wie auch manch legendäre Waldläufer. Deswegen glauben viele im Waldvolk daran, nach dem Tod auch in diese Sphäre kommen zu dürfen. Mit dem Segen der Natur. Doch sollten sie dort nicht ihren Frieden bekommen, so sagt man, dass sie hierher zurückkehren können oder Beliars Reich doch ihre Seele besänftigen wird. Für den Fall das sie zurückkehren, pflanzen wir auf der Asche eines jeden Verstorbenen einen jungen Baum. Für jene die Leben ist es die Erinnerung an jenen Menschen und ein Symbol dafür dass das Leben weiter geht, so wie auch der Baum wächst und Früchte trägt. Für die rastlose Seele ist es die Zuflucht. Wenn wir mal Myrtana bereisen, führe ich euch in waldvölkische Familienhaine. Generationen von Waldvölklern bekamen in diesen Hainen ihren Baum und oft steht ein kleines Denkmal oder Symbol für die Sippe in der Mitte des Hains. Manchmal gar ein Steinkreis. Hmm...ich schwiefe ab nicht wahr? Aber ich denke es ist gut, wenn ihr davon nun etwas wisst. Zum wesentlichen wieder. Du hast es in einfacher Art kurz und knapp an sich gut erfasst, Raminus. Es sind Manifestationen aus der Natur. Kräfte die den magischen Ruf hörten und die Gelegenheit nutzen möchten, einmal wieder ganz hier zu sein. So könnte man es sagen. Dieses Symbol das die Botin da aufmalte, war eine Art Portal in diese mythische Sphäre. Es geht nur in eine Richtung und im Grunde hörte es dann ein Geist oder eine Naturkraft dort, die eben dem Zeichen der Schlange zugehörig ist. Ich habe mir schon überlegt, ob man damit nicht gar einen Naturgeist rufen kann - es ist sein Zeichen und auch er wird das magische Echo, so erkläre ich es euch mal auf einfache Art, vernehmen. Vielleicht braucht es dafür aber auch mehrere Druiden und viel mehr Magie. Dies ist nämlich auch ein Punkt. an Magie benötigt ihr nicht so viel. Nur so viel, wie viel nötig ist das ganze Symbol zu erfüllen und dann die Magie auszusenden oder anders erklärt mit der Magie dieses kleine Portal in die mythische Sphäre zu öffnen. - Danach wenn da wirklich etwas erscheint, wird es nicht lange verweilen. Das was ihr wollt, wofür ihr sie ruft, das müsst ihr schon in den Ruf verpacken. Sowas wie >Ich brauche Hilfe! Mein Leben ist in Gefahr!< genügt schon und da ihr im Bunde mit der Natur seid, wird es auch gehört. Hilfe werdet ihr also bekommen können. Doch ruft nicht um solch Hilfe, wenn ihr sie nicht braucht. Das kann nach hinten los gehen, denn auch Tiergeister haben immer noch ihren Willen. Verarschen lässt man sich ja nicht. Die Botin rief die Schlange, weil sie einen Schlangengeist brauchte, der ihr helfen sollte abhauen zu können. Hätte doch geklappt, wenn die Schlange noch geblieben wäre, heh? - Hmm, was ich noch erwähne, bevor ihr beiden wieder fragen könnt, ist dass man auch anders die Tiergeister rufen kann. Findet etwas, was dem Tier gehörte und ihr könnt es immer wieder rufen, solange dieser Geist in der mythischen Sphäre verweilt. Das kann ewig sein, das kann auch für nicht so lange sein. Wer weiß, vielleicht gibt es Tage wo die in Beliars Reich mit der Bürokratie nicht hinterher kommen und die wartenden Seelen eben in der mythischen Sphäre dann mal warten sollen. So als Rache von Innos, der immer wieder die Ordnung da stört. - Nun hab ich so viel geredet und erklärt. Jetzt seid ihr wieder dran.", meinte er und gönnte sich vom Zitronenwasser einen großen Schluck, um die trockene Kehle nass zu machen.

Raminus
08.08.2012, 22:26
Ihr Treffen glich mittlerweile einer Art Märchen- und Geschichtenstunde. Nur wusste Raminus, dass das was Ornlu erzählte nicht einfach irgendwelche uralten Mythen waren, sondern ein Großteil wirklich stimmen musste. Der Hüne hatte es ja selbst gesehen und schließlich sollte er einen entsprechenden Zauber ja auch lernen. Nach zahlreichen Worten gönnte sich der Druide eine Pause und überließ seinen Schülern wieder die Gelegenheit zum Reden. Der Sägewerker ergriff diese auch direkt.

Unabhängig von dem Zauber, besteht die Möglichkeit aus Versehen in dieser Zwischenebene hängen zu bleiben, entweder bei einer solchen Reise, oder eben auch bei einem Zauber? Auch noch eine Frage zu dem Rufen des Tiergeistes. Wenn ich etwas gefunden habe, das dem Tier gehört hat, kann ich dann nur dieses Tier rufen, oder gelingt es mir damit auch andere seiner Art zu rufen? Wenn der Geist einmal da ist, muss ich dann noch irgendwie das Portal aufrechterhalten, oder verweilt der Geist solange wie er es möchte und seine Kraft ausreicht? – Raminus musste bei den Worten seines Lehrmeisters und seinen Fragen unwillkürlich an seine Träume denken. Waren es wirklich nur Träume oder auch ein Nachhall aus der Zwischenwelt. Eine Frage war es wert. Kann es auch passieren, dass man im Traum diese Zwischenwelt betritt, oder ist es nur reiner Zufall, dass ich bei deiner Beschreibung eine gewisse Ähnlichkeit zu manchem Traum von mir erkenne? Ach und eine Frage noch zum Schluss… – Raminus grinste ein wenig, auch wenn er sich bewusst war, dass sein Gegenüber äußerst ernst reagieren könnte – …Ich weiß sie wird dir nicht unbedingt gefallen. Aber gibt es auch Eulengeister? Wenn sie wirklich Vorboten des dunklen Gottes sind, können sie dann überhaupt nach ihrem Tod in der Zwischenwelt landen…

Ornlu
08.08.2012, 22:53
"Zu deiner ersten Frage: Es ist möglich. Als wir hier ankamen, wurden bekanntlich ein paar Magier verrückt und auch paar von uns. Ihre Seelen verirrten sich allesamt sozusagen ungewollt oder vielleicht durch größere Macht gelenkt in jener Sphäre. Corax und ich vollbrachte einen Ritus und reisten in selbst in die Sphäre, um sie da raus zu holen. Cécilia war unter anderem dabei, aber auch Suzuran. Es ist möglich, aber auch möglich da wieder...raus zu kommen, wenn man Hilfe hat oder findet. Es gibt aber sehr wenige Zauber, die mit der mythischen Sphäre direkt verbunden sind. Zum Glück. - Die nächste Frage ist einfach. Nein, es gehörte jenem Tier und so gibt es nur den einen Kontakt. Über Familienbande und sowas...da ist mir nichts bekannt. - Wenn der Geist dann einmal da ist, dann hast du auch soweit alles getan was wichtig ist. Der Geist verschwindet, nachdem seine Aufgabe vollbracht ist oder er getötet wurde. Sozusagen. Die Aufgabe sollte nicht schwerer Natur sein, denn an sich wird darauf kein Tiergeist reagieren oder so lange verweilen können. Letztlich hat eben auch alles seinen Platz und ein Tiergeist gehört nicht hierher. So kann man es sehen.", erzählte er und überlegte dann zur nächsten Frage die Antwort.

"Es ist mehr als möglich. In gewisser Hinsicht ist es mir möglich genau auf diese Art in die Sphäre zu gelangen. Wie genau bleibt mein Geheimnis. Eure Seelen sind noch nicht beriet dafür bewusst dorthin zu reisen. Aber ich erinnere mich gut, dass ich einer künftigen Schülerin damals dort begegnete. Sie träumte es, während ich bewusst dort war. Als wir uns dann in Silden Woche später in die Augen blickten, wussten wir dass ich der Meister und sie die Schülerin ist und ich Antworten habe. Es war Meisterin Suzuran. Also ja, Raminus. Träume haben besonders in unserem Volk einen besonderen Stellenwert. Manche können sie deuten und euch den Weg zeigen. Andere wissen nachdem sie Dinge hören, dass es mehr sein muss. Was denkst du, was ich schon alles von Schülern hörte was sie geträumt hatten? Es gibt gewisse Muster bei jenen und danach ist es nicht mehr viel um zu wissen, dass die Natur mit diesen Personen mehr im Sinn hat. Nicht wahr, Daryn? - Und deine allerletzte Frage...hmm das sie Boten Beliars sind...behaupte ich! Aber ja...es gibt einen Eulengeist, dem ich niemals trauen würde. Meister Porgan kennt dne Eulengeist sogar ganz gut, wenn ich mich nicht irre. Aber der ist ja auch Heiler und muss ja die Sterbenden irgendwie retten und so. - Und du...es gibt Naturgeister die sind abgrundtief bösartig. Andere wiederum sind nett und wieder anderen bist du scheißegal. Manche fühlen sich wie wir einem Gott zugehörig oder erhoffen sich etwas. Ich habe schon mit Naturgeistern gekämpft. Nun eher einem Zweiten, also einem direkten Nachkommen eines Naturgeistes. Die werden Naturfürsten genannt, aber ich mag eher Zweite. Es war Anub der Schakalgeist damals und wäre nicht Corax dabei, wäre ich tot. aber wenn du den Tod suchst...such doch den Eulengeist. Ich hab dich aber gewarnt! Und wehe dir, wenn du ihn hierher bringst!", warnte der Druide, der sich etwas verstört dann umsah. Es wurde Nacht und da kamen die Eulenviecher ja.

Raminus
08.08.2012, 23:08
So ernst die Worte seines Lehrmeisters auch waren, Raminus musste sich zusammenreißen nicht loszulachen, als Ornlu sich wie aufgeschreckt umsah, vermutlich um jedes Eulenvieh frühzeitig erkennen und vom Himmel holen zu können. Der Kahlkopf wusste auch nicht so recht warum ihm die Eulen überhaupt kein Unbehagen verursachten, vielleicht würde er auch eines Tages eines besseren belehrt werden, doch noch hatte er ein sehr gutes Verhältnis zu diesen Tieren. Ob das auf Gegenseitigkeit beruhte wusste er ebenfalls nicht, doch arbeitete er hin und wieder daran, dass dies einmal so sein würde.

Ich seh schon, diesen Zauber werde ich wohl nur selten in deiner Gegenwart üben. Mit einem letzten Grinsen beließ es der Hüne dabei und wandte sich wieder den allgemeinen Aspekten zu. Noch eine letzte Frage. Zu was ist ein solcher Geist eigentlich fähig, welches Wissen besitzt er? Es wäre vielleicht etwas übertrieben, aber nehmen wir einmal an ich hätte etwas verloren, oder besser noch, ich suche eine Person. Wüsste der Geist überhaupt wonach er suchen sollte, wenn er den Gegenstand oder die Person noch nie gesehen hat? Und zu der Schutzsache, wie…hmm…reell ist solch ein Geist überhaupt. Würde ein heran schwingendes Schwert nicht einfach durch ihn durch gleiten, ist der Schutz also nur magischer Natur…

Ornlu
10.08.2012, 22:17
"Gute Frage mit den Fähigkeiten. Das er für dich kämpft ist klar, das er dich oder etwas bewacht...ist auch drin. Das er dir was sucht ist schwer zu sagen. Klar kannst du ihn herauf beschwören und als Beispiel etwas suchen lassen. Es kommt aber ich denke auf die Komplexität an. Soll er dir einen Edelstein suchen? Vergiss es. Soll er jemanden finden...das kann drin sein. Kommt drauf an was du beschwörst und welche Mittel du bietest. Ich mein ein Geisterhundkann womöglich die Fährte aufnehmen, wenn du etwas hast worauf er anspringt. Einen Versuch wäre es natürlich wert per Magie zu vermitteln. Also beim beschwören. Vergiss nie, dass du den Geist rufst und in diesem Ruf schon alle Informationen drin sein müssen. Die Zeit des Geistes hier ist begrenzt auf seine Handlungen. Also im Grunde kann ich dir nur sagen, dass du manches ruhig austesten musst. Wir kennen den Zauber noch nicht lange, dabei war es ein uralter Zauber. Ich habe ihn sozusagen wieder entdeckt, als ich in Myrtana einen Steinkreis fand und dort in der alten Magie die Spuren und das Wissen eines Druiden, der eben in der Magie etwas hinterließ. Danach war es ein leichter Schritt für mich es umzusetzen. Wir Druiden geben unser Wissen wie ihr wisst an sich mündlich weiter. Von Meister zu Schüler. Doch auch in den Steinkreisen und in Druidenkristallen findet sich altes Wissen der Druiden. Es sind sozusagen unsere Bücher. Wenn wir mal in Silden sind, werde ich euch die Kavernen zeigen und manch Kristalle die auf euch reagieren werden. Ihr werdet ein Flüstern vernehmen und es als Worte einstiger Druiden von vor unzähligen Generationen erkennen. Selbst ich habe schon etwas Wissen in einen Steinkreis wie soll ich sagen...abgelegt. Es ist der Pfad zu einem Zauber der euch erlaubt mit euer Umgebung zu verschmelzen. Als wäret ihr ein Laubfrosch im Laub oder ein Grashüpfer im Gras. Es gibt hier in den Sümpfen und in der Baumkrone eine kleine Eidechse die das auch kann. - Doch bis ich euch das beibringe, müsst ihr mehr werden. Zurück zu deiner zweiten Frage. Der Tiergeist ist eine Manifestation der Natur. Eine Naturkraft. Ein Geist der aus Kräften der Natur entsteht und sich manifestiert. Ja, Magie ist drin, aber auch etwas Echtes, etwas Wahres. Doch wie alles Echte kann er zerstört werden. Ein Schwerthieb und dein Tiergeist ist vernichtet. Ein Biss des Tiergeistes und das Ziel erleidet eine Wunde wie sie dann gewöhnlich ist, dann aber verliert dein Tiergeist ebenso die Kraft und verschwindet. Es ist also im Grunde wie ein elementarer Angriff. Einen Feuerball mag man mit einem Schild abwehren, genauso aber kann der Feuerball das Ziel erfassen. Er verursacht den Schaden den er eben verursachen kann und vergeht soweit. So wie dann das Ziel brennen kann, blutet das Opfer des Tiergeistes. In dieser Hinsicht ist der Tiergeist recht nützlich. Überlegt mal wie sehr er euch unterstützen kann. Nachteil ist das ihr nach seiner Handlung, eben einen Neuen rufen müsst. Ein lebendiges Tier ist da dann eben immer noch da. Man muss es abwägen und auch für die komplexeren Aufgaben, würde ich mehr zu einen lebendigen Tier raten. Es kennt seinen Wald, es hat Erinnerungen und ist eben flexibler...ja soweit. - Die Dimensionen des Zaubers kennen wir noch nicht ausführlich, aber je mehr ihn lernen, umso mehr erfahren wir. Deswegen deutete ich es auch an. - weitere Fragen oder habt ihr schon eine Antwort darauf mit welchem Tier und Variante ihr es versuchen wollt?"

Raminus
11.08.2012, 16:04
Ja doch eine Frage wäre da noch, doch die schließt sich mehr oder weniger auch direkt an deine letzte an. Ist das Rufen eines Tiergeistes irgendwie prägend? Also kann es sein, dass auf kurz oder lang bestimmte Tiergeister einem weniger wohl gesonnen sind, weil man zu oft zum Beispiel ihre natürlichen Feinde beschworen hat? Ich meine das so ähnlich wie mit dem Kommunizieren von Tieren, dass man sich einen gewissen Ruf aufbaut? Unabhängig davon weiß ich noch nicht so richtig mit welcher Variante ich das angehen soll. Natürlich könnte ich auf die Suche nach Federn gehen, doch dann weiß ich immer noch nicht ob das Tier tatsächlich schon gestorben ist oder nicht. Und da ich kein der spezifischen Zeichen kenne müsste ich wohl erst jemanden finden der es kennt. Du wirst schon ahnen, dass ich es mir in den Kopf gesetzt habe mich bei diesem Zauber an einem Eulengeist zu versuchen. – Der amüsierte Ausdruck, der sonst bei diesem Thema immer auf Raminus’ Gesicht lag war verschwunden und hatte Überzeugung und Entschlossenheit Platz gemacht. Ihm war es durchaus ernst mit diesem Vorhaben. - Gut vielleicht werden ich nicht direkt zu Beginn die Eule auswählen, sondern einen umgänglicheren Vogel. Gerade die Spatzen und Spechte haben mich seit dem Beginn meiner Magielehre immer wieder mal bei der Arbeit begleitet und sind mir doch schon etwas vertrauter…

Ornlu
12.08.2012, 14:42
"Eulen...die sollte man besser alle nach Khorinis tragen. Da wo sie niemand vermisst!", meinte Ornlu etwas mürrisch klingend und sah sich etwas um, bevor er sich sicher war, dass keine Eule zugehört hatte. Er mochte die Viecher nicht.
"Von mir wirst du das Zeichen nicht lernen. Nein, nein...frag da besser Corax ob er dir das Zeichen der Eulen zeigt. Ich kenne es ja nicht mal! Aber ich kenne die anderen Symbole...an sich sehr, sehr viele - weit mehr als die anderen vermutlich. Musst mir nur sagen welches Tiersymbol es konkret sein soll, wenn du es so wirken willst. Um euch aber schon etwas über die Symbole zu verraten, sei folgendes gesagt. Der Anfang ist gleich. Ein Kreis. Und dann geht es weiter mit der sagen wir mal übergeordneten Gruppe. Bei Vögeln ist es ebene das Zeichen der Vögel, das in allen Vogelzeichen enthalten ist. Schon ab da ist es sagen wir mal möglich etwas zu rufen. Aber wenn ihr überlegt wie viele Arten es gibt, könnt ihr euch denken wie zufällig es dann ist. Dir könnte ein Spatz erscheinen, genauso aber eine Krähe oder ein Adlergeist oder ein Scavenger mit etwas Zufall. - Wie dem auch sei. Nach dem sagen wir mal Grundzeichen wird es eben speziell oder einfach künstlerisch. Jede Art hat ihr Symbol. Oft sind es hier und da ein paar Striche, Kreise oder sonst etwas dazu. Unterarten...wie man sie unter den Scavengern kennt, kriegen noch feinste Details dazu, wenn man denn so speziell rufen möchte. Aber ich denke was zählt ist erst einmal ein Symbol zu lernen. Falsch dargestellt, passiert nichts oder der Geist manifestiert sich nicht richtig. Es ist enorm wichtig, es gekonnt aufzumalen. - Achja um deine Frage noch zu beantworten, Raminus, nein so konkret wie bei den Lebenden ist es dann nicht. Ich kann dir nicht versichern, dass es gar nicht geschieht, aber es wäre mir soweit neu oder noch nicht ganz bekannt. Das mächtige Wesen beschworen werden können, ist nicht drin. Sie hören dich sozusagen nicht und du kannst alleine auch nicht die Macht aufbringen, um sie wirklich hier zu beschwören. Im Grunde also gibts also doch sowas wie einen Ruf in der Anderswelt, aber wie relevant der ist ist eben eine recht unergründete Frage. - Nun gut was ist nun eure Wahl?", fragte Ornlu.

Corax Erindar
12.08.2012, 17:35
Auf den sich wandelnden Strömungen des Windes glitt der Rabe dahin. Sein Weg führte ihn weiter nach Westen, an den Rand der Insel und dann nach Süden, den Sumpf immer zu seiner Linken. Schließlich krallten sich seine Fänge um einen Ast eines dürren Baumes der an einem Hang wuchs. Von hieraus sah der Sumpf aus wie eine große eiternde Wunde in der Felsigen Haut der Welt. Gleichermaßen abstoßend und faszinierend. Er wandte sich ab und flog weiter in Richtung Süden. Er hatte sich gestern im Sumpf den Bauch voll geschlagen, daher hielt sich sein Hunger bisher in Grenzen. Was man auch über den Sumpf sagen mochte, er war voller kleiner Lebewesen die sich ausgezeichnet als Vogelfutter eigneten.

Er folgte weiter dem Felsmassiv, die Berge wurden an dieser Stelle höher. Er konnte einen zerfallenen Tempel sehen, der sich aus dem Sumpf herausstreckte und an den Fels anlehnte. Einen Momenta lang war er versucht sich das ganze genauer anzusehen, doch er widerstand der Versuchung, fürs Erste zumindest. Doch das war nicht das einzige sonderbare was er erblickte, denn nicht viel weiter entschwand der Boden unter ihm plötzlich. Zwischen zwei Bergen tat sich Plötzlich ein großes Rundes Loch im Fels auf. Corax kreiste einmal um es herum. Es waren vier große Greifen in den Stein der Ränder des Loches gehauen, große Statuen die wirkten als würden sie sich jeden Moment in die Tief stürzen.

Corax flog tiefer. Das Tageslicht wurde schnell schwächer. Am Rand des Steines tauchten vertraute Formen auf. Was weiter oben als kunstvolle Verzierung begann wurde schnell zu Torbögen und runden Löchern im Stein, die wohl als Fenster dienten. Ein großer Spiralförmiger weg führte stetig nach unten, während sich das riesige Loch verengte. Er flog durch einen Torbogen und landete in einem düsteren Raum. Zwei weitere Räume schlossen sich an und es gab eine große Feuerstelle. Von jeglicher Einrichtung waren nur noch Trümmer übriggeblieben, doch er erkannte verrostete Fackelhalter an den Wänden und sah in den Stein geschlagene Nieschen die als Regale oder Sitzecken gedient haben mussten. Sogar einen steinernen Tisch konnte er erkennen.
Er verließ den Raum wieder und drang tiefer vor. Aus dem dunkeln drang ihm ein bläuliches Glühen entgegen. Es dauerte nicht lange bevor er erkannte woher es stammte. In Nieschen im Stein waren große Erzklumpen eingelassen worden, die als ewige Fackeln ihr magisches, bläuliches Licht in die düstere Welt unter Tage strahlten, Jahrhunderte seit ein Mensch zuletzt hier gelebt hatte. Immer wieder waren größere Torbögen zu sehen die in langen, dunklen Tunneln mündeten. Schließlich erreichte er den Boden der unteridischen Stadt, der aus einem von großen Torbögen umringten Becken voll Wasser bestand. Ein unterirdischer Fluss kamm aus einer großen Pforte geflossen und speißte ihn, aus einer anderen Floss es wieder ab. In der Mitte des Beckens war eine kleine Insel auf der er landete. Sie war durch vier Brücken mit dem 'Festland' verbunden, von der drei dem Zahn der Zeit zum Opfer geworden waren. In der Mitte war eine Runde Plattform. Corax landete auf ihr, der Stein surrte unter seinen Füßen leicht.

Raminus
12.08.2012, 17:47
Hmm, Malen und Zeichnen also? Da muss ich erst mal sehen wie gut ich das hinbekomme, hab ich ehrlich gesagt noch nie wirklich gemacht. Mir ist da aber auch noch eine Idee gekommen, ich weiß ja nicht ob das Symbol wirklich gezeichnet werden muss. Sonst könnt man sich ja auch einfache Holzscheiben nehmen und das Symbol einschnitzen oder? – Ein interessanter Gedanke wenn das wirklich klappen sollte, dann könnte man sich nämlich quasi ein kleine vorgefertigte Sammlung zurecht legen und je nach Situation die passende, ja fast schon Rune, auswählen.

Gut wegen den Eulen suche ich dann mal Corax auf und für den Anfang wähle ich wie gesagt einen einfachen Vogel, sowohl um nicht zu Beginn einen zu komplizierten und schwierigen Geist zu erwischen und zum anderen kann ich so auch das Zeichnen der Symbole üben, denn die Variante werde ich benutzen. Sie ist vielleicht unpersönlicher als die mit einem hinterbliebenen Gegenstand, aber mit dem Symbol kann man direkt anfangen zu üben. Wie würde denn das Zeichen eines Spatzen aussehen? – Kurzerhand zeigte ihm der Druide zunächst allgemein ausgehen von dem Kreis, welche Merkmale für die Gattung der Vögel hinzugefügt werden mussten und dann im Speziellen was für einen Spatzen nötig war. Sobald Raminus dann wusste ob er das ganze auch mit den Holzscheiben machen könnte, würde er auch richtig loslegen können…

Ornlu
12.08.2012, 18:19
"Natürlich geht das. So Gedanken hatte ich auch schon gehabt. Eingestickte Symbole an Kleidung. Tätowierungen. Symbole in Runensteine eingearbeitet. Ich denke wir verstehen uns in der Hinsicht. Auf bestimmte Art kann man damit dieser ominöse Runenmagie gar nacheifern. Es soll sie mal gegeben haben, doch davon wissen wir Druiden nicht sooo viel. Unsere Magie war schon immer befreit von Runen. Man brauchte die Magie nicht zu vereinfachen, um sie öfter und wirksamer zu nutzen wie diese Runenmagier. Aber zurück zum Eigentlichen. Also ja es geht und sobald due das Symbol hast, kannst du es versuchen. Magie in das Zeichen rein, als würdest du alle Unebenheiten im Zeichen damit auffüllen wollen. Den Magiefluss in Bewegung halten bis du denkst, dass du es kontrollierst und dann deinen Ruf formen und den Impuls in das Zeichen eingehen lassen. Es muss wie ein magisches Echo da rein erhallen, ein starker Ruf der um etwas bittet, auffordert oder bietet und sobald dies getan ist, wirst du spüren was danach geschieht. Alles weitere liegt kaum noch in deiner Hand.", erklärte es der Druide und gönnte sich die letzten Tropfen des Zitronenwassers.

Syrus
12.08.2012, 18:33
Ihre Gesichter waren alle gleich. Obwohl er nun schon lange Zeit unter diesen Menschen lebte, so verschwammen ihre Gesichter alle zu einer einzigen, grässlichen Fratze. Wie lange er schon hier sein elendes Dasein fristete, konnte Syrus nicht im Entferntesten bestimmen. Jeder Versuch, die Wochen, Monate oder Jahre seit seiner Ankunft zu zählen, scheiterte an der undurchdringlichen Dunkelheit, die seinen Geist umgab.

Er hörte den lieblichen Gesang eines heimischen Vogels und versuchte kurz seinen Blick auf den Himmel zu richten, doch das grelle Licht der Sonne verbrannte seine Augen und Syrus kauerte sich ruckartig wieder in den Schatten des Baumes, der zu seinem Heim geworden war. Er konnte sich erinnern, dass er an diesen Ort gekommen war um eine Aufgabe zu erfüllen, doch was er hier tun hätte sollen, hatte er schon lange vergessen. Die Dunkelheit hatte ihn erfasst, ihn mit Alpträumen und hämmernden Kopfschmerzen an den Rand des Wahnsinns getrieben und zu einem gebrochenen Mann gemacht. Er konnte sie beinahe Fühlen, die unendliche Dunkelheit. Jene dunkle Macht, die er, töricht und stolz wie er gewesen war, einst versucht hatte zu verstehen, ja gar zu kontrollieren.

Die meisten Menschen hier betrachteten ihn mit Abscheu und Verwunderung, manche jedoch mit Mitleid, was sein Überleben gesichert hatte. Von Zeit zu Zeit brachten sie ihm ein Stück hartes Brot oder verbranntes Fleisch – wahrlich keine glorreichen Mahlzeiten, aber genug um zu überleben.
Syrus wusste, dass manche der Kinder ihn fürchteten, sah er mit seinen langen, zerzausten Haaren, dem wild gewachsenen Bart und den gelben Fingernägeln auch aus wie jemand, dessen Verstand ihn gänzlich verlassen hatte. Seine edle Robe aus dem nachtschwarzen Stoff war kaum noch mehr als eine Ansammlung von lose zusammenhängenden grauen Lumpen, und der Gestank, der sich um ihn herum ausbreitete vertrieb mittlerweile auch jene Kinder, die ihn vor einiger Zeit noch mit Steinen beworfen hatten.

Unzählige Male hatte sich Syrus schon gewünscht, dass ihn die süße Erlösung des Todes aus seinen Qualen befreien würde, doch jeden Morgen erwachte er aufs Neue, jeden Tag musste er erneut die unerträglichen Schmerzen in seinem Kopf erdulden und die Welt an ihm vorüberziehen sehen. Doch all das hätte er gerne in Kauf genommen, wenn ihm nur die Schrecken der Nacht ersparen geblieben wären. Alpträume, so finster und grausam, dass Syrus befürchtete seine Seele würde zerschmettern, so real, dass er die Klauen der schemenhaften Bestien spürte, wie sie sich in sein Fleisch bohren - das war seine wahre Qual.

Er wusste, dass er nicht den Rest seines Lebens hier am Boden kauernd verbringen konnte, doch schien ihm jede Bewegung wie ein unüberwindbarer Kraftakt, jedes Wort, das er zu sprechen versuchte entschwand seinem Verstand und wurde zu einer wirren Aneinanderreihung von Lauten.
Syrus war gerade versucht einem vorbeiziehenden Bewohner Schwarzwassers um Hilfe zu bitten, als sich die kalten und erbarmungslosen Finger der Dunkelheit wieder um seinen Geist schlangen und ihm nichts anderes übrig blieb, als sich wieder näher an seinen Baum zu kauern und sein Gesicht in seinen Händen zu vergraben.

Ophelia
12.08.2012, 20:19
Zögernd musterte Ophelia den affenartigen Mann von oben bis unten. Wenn schon die Eichhörnchen in dieser Gegend einem in mörderischer Absicht ins Gesicht sprangen, was würde das hier dann erst tun? Sie fressen? Sie in eine große, überreife Banane verwandeln? Oder sie in eine dunkle Gasse locken um ihr die finsteren Geheimnisse einer durchnässten, dreckigen Touristin zu entlocken (die zugegeben sicherlich nicht allzu zahlreich ausgefällen wären)? Doch noch bevor ihr Gehirn (in Anbetracht dieser sehr nahe liegenden Gefahren) den Befehl geben konnte liegen zu bleiben, hatte ihr durchnässter, im Dreck liegender Körper schon die Hand ausgestreckt und wurde vom jungen Mann in die Höhe gezogen. "Danke." Murmelte Ophelia leise und versuchte die gröbsten Schlammklümpchen von ihrer Kleidung zu wischen. Der Affenmann schnaubte amüsiert. Wahrscheinlich war es wirklich witzig einer verirrten, tollpatschigen Frau bei dem sinnlosen Versuch zuzusehen, ihr Aussehen halbwegs wieder herzustellen, aber Ophelia war nicht nach Lachen zu Mute. Wütend funkelte sie den jungen Mann an. "Wer bist du überhaupt, wenn man fragen darf?"

Cécilia
12.08.2012, 20:50
Erst am Tag nach der Vision hatte sie erst gemerkt, was da passiert sein musste. An den Tag direkt erinnerte sie sich kaum noch. Sie war mit Rekhyt und diesem Xarden nach Schwarzwasser zurückgekommen und musste wohl einen Schwindelanfall gehabt haben. Am Abend war sie jedenfalls in der Heilerkammer des Baumes Tooshoo aufgewacht und hatte einen Blackout gehabt, der sich erst am Tag danach erklärt hatte. Eine dämliche Eigenschaft dieser Visionen, egal ob absichtlich per Ritual herbeigeführt oder spontan, das hatten sie alle gemein, wobei es bei schwachen Visionen mittlerweile "nur noch" ein paar Stunden dauerte. Das alles war vor einiger Zeit passiert, mittlerweile hatte man sie wieder aus der Heilerkammer entlassen. In letzter Zeit landete sie öfter dort, als ihr lieb war, und dämlicherweise nicht als Barbierin, die wen ablieferte, sondern als Patientin. Man hatte sie gebeten, noch einmal wiederzukommen, um zu prüfen, ob auch wirklich alles in Ordnung war, eine Anweisung, bei der sie nichts dagegen hatte, sich zu fügen.
Sie war also einmal öfter auf dem Weg zur Heilerkammer. Die letzten Tage hatte sie mit Magieübungen und Stabkampftraining verbracht, vielleicht sollte sie sich wirklich eine regelmäßigere Beschäftigung suchen. Putorius hatte sie seit dem Bluttal leider nicht mehr getroffen, sonst hätte sie ihre Ablenkung gehabt, und ein anderer Magielehrling hatte sich nicht aufgetan. Bei Gelegenheit konnte sie ja nach Setarrif reisen und nach Maris fragen, aber noch hatte sie eigentlich mit Putorius zu tun. Sie betrat die Heilerkammer und sah sich um, bemerkte Gwydion und ging auf ihn zu.
„Bewahret. Man hatte mich nach einem ... Zusammenbruch gebeten, noch mal zu kommen.“

Gwydion
12.08.2012, 21:09
Irgendwie hatte er sich eingefunden. Irgendwie war er wieder in eine Art Alltragstrott verfallen, machte sich sogar nützlich in der neuen Gemeinschaft. War sogar mit ihnen in den Kampf gezogen und kümmerte sich nun mit Osmo, Leyla und Sennahoj um die Heilkammer. Es war in Ordnung so. Vorerst. Aber dieses Stück, dass ihm fehlte, machte ihm nach wie vor zu schaffen. Manchmal, nachts, wenn es dunkel war und er allein in der Baumkrone Tooshoos in seiner Baumhöhle lag, dann war es ihm, als würde er die alte Verletzung wieder spüren, die Moreala ihm zugefügt hatte und als würde sich nun, da der Druidenstein weg war, sich der alte Schatten wieder auf seinen Geist legen.

Gwydion hielt inne in seinen Bemühungen wieder ein wenig Ordnung in die von Osmo durcheinander gebrachten Utensilien der Heilkammer zu bringen. Er starrte ein Loch in die Luft und hörte schließlich Schritte näher kommen. Es war ein bekanntes Gesicht. Sie gehörte zur Bruderschaft. War sie nicht auch Druidin? Oder etwas in die Richtung.
„Bewahret. Man hatte mich nach einem ... Zusammenbruch gebeten, noch mal zu kommen.“, grüßte sie ihn.
Der Barde blinzelte und sah sie kurz ein wenig verwirrt an.
„Ein Zusammenbruch?“, er stellte den Salbentiegel, den er gerade in der Hand hatte dorthin, wo er hingehörte und kam zu ihr hinüber, „Setz dich doch kurz hier auf die Liege. Ich bin gleich bei dir.“

Rasch ging er noch ein paar Verbände aufräumen und kam dann zurück und zog sich einen Hocker zu der Liege, auf der seine Patientin saß.
„Wie war dein Name noch gleich? Cé... Sissi? Nein...“, meinte er zu ihr, „...und erzähl mir von dem Zusammenbruch.“

Cécilia
12.08.2012, 21:57
Wie gebeten, nahm sie Platz und wartete, bis der Heiler zu ihr kam. Er schien aufzuräumen, was Cé nicht wirklich erstaunte, wenn man bedachte, dass Osmo hier auch tätig war. Osmo der Wirre, der Name war Programm, aber er war ein kundiger Heiler, zumindest hatte Cé diesen Eindruck gewonnen, auch wenn er sie noch nie geheilt und einmal versucht hatte, zu spannen. Dann setzte sich Gwydion zu ihr. Er hatte an dem einen Abend in der Sumpflilie erwähnt, Druide zu sein, oder nicht? Dann konnte sie ihm ja von der Seherei erzählen.

„Der Name ist Cécilia. Und der Zusammenbruch ... beruht eigentlich mehr auf magischen Ursachen. Man könnte sagen, ich bin eine Seherin im ursprünglichsten Sinne und an dem Abend hat mich eine Vision überrascht. Nach Möglichkeit beschwöre ich diese Visionen mit einem kleinen Ritual. Und dieser Zusammenbruch war halt die Folge davon. Sieht beängstigender aus, als es ist ... glaube ich ...“, erzählte die Doyenne. „Das klingt total bescheuert, oder?“

Gwydion
12.08.2012, 22:06
Aufmerksam lauschte er den Worten der jungen Frau und schüttelt denn den Kopf.
„Nein, das klingt plausibel.“, meinte er schließlich, „Viele Rituale können nicht nur den Geist, sondern auch den Körper anstrengen. Das macht durchaus Sinn. Sieh mich mal an.“
Der Druide beschwor eine Lichtkugel und betrachtete Cécilias Augen und die Reaktion ihrer Pupillen auf das Licht. Dann nahm er ihr Handgelenk und fühlte ihren Puls. Alles schien normal. Ihr Brustkorb hob und senkte sich in einer normalen Atmung.
„Hast du Kopfschmerzen? Oder andere Schmerzen? Schwindel?“, fragte er sie und nahm wieder ihre Hand.
Mit halb geschlossenen Lidern tastete er sich magisch in ihren Organismus vor. Da er von außen keine Auffälligkeiten erkennen konnte, wollte er lieber noch einmal auf Nummer sicher gehen. Diese Sache mit dem Sehen interessierte ihn irgendwie, aber zunächst musste er sich um das Wohl seiner Patientin kümmern. Dennoch... er konnte sich ein Nachfragen nicht verkneifen.
„Willst du mir von dem Sehen erzählen? Ich dachte immer das wäre Sache der Orkschamanen...“, meinte er murmelnd, die Augenlider noch immer halb geschlossen und gerade dabei ihr Herz und ihre Lunge magisch zu durchleuchten.

Raminus
12.08.2012, 22:21
Es war gleich noch am selben Abend an dem Raminus den ersten Versuch wagte. Zum einen wollte er sich schon jetzt das Zeichen einprägen, damit er es später auf Holz übertragen konnte und zum anderen reizte es ihn schon irgendwie das Ganze sofort auszuprobieren, um zu sehen was passierte, was er empfinden und erleben würde, wenn er nicht nur als Zuschauer dabei war, sondern die Rolle des Beschwörers einnahm. In Ermangelung einer Alternative lieh sich der Hüne von der seltsamen, stummen Frau, die ihn schon einmal zu Ornlu geführt hatte, das Stück Kohle und zeichnete das Zeichen für einen Spatzen erneut auf. Noch hatte er die Vorlage des Druiden zur Hand, für den Anfang sicherlich nicht verkehrt, so konnte er immer wieder vergleichen ob er noch auf dem richtigen Weg war.

Als das Symbol sich vollständig präsentierte lag der Kahlkopf das Kohlestück wieder weg, atmete noch einmal tief ein, beruhigte sich, rief sich lediglich die wichtigsten Anweisungen seines Lehrmeisters noch mal in den Kopf und legte schließlich vorsichtig seine linke Hand in die Mitte des Symbols. Noch ein Vorteil von Holzscheiben, er konnte nicht so leicht etwas verwischen und damit die ganze Arbeit unbrauchbar machen. Der Zauber war etwas anders, als die anderen, seine Magie hatte zunächst scheinbar kein konkretes Ziel, er ließ sie lediglich einen vorbestimmten Raum ausfüllen. Er spürte nach einer Weile, dass es recht schwer war sich an den unscharfen Grenzen des Symbols zu orientieren, doch als die Zeichnung schwach zu glimmen begann, fühlte sich Raminus in seinen Bemühungen bestätigt.

Nun musste er noch den Ruf formulieren und losschicken. Er stellte sich das ähnlich dem Unterhalten mit Tieren vor, so wie er ihnen Bilder und Gefühle vermitteln konnte, so konnte er gewiss auch den Impuls gestalten. ‚Zeig dich mir, komm an meine Seite und verweile einen Augenblick.’ Raminus wollte den Ruf möglichst wahrheitsgetreu gestalten, er hatte ja keine echte Aufgabe für den Geist, warum sollte er ihn also belügen. Kurz nach dem Impuls erlosch das Glimmen jedoch direkt wieder und ließ einen versteinerten Lehrling zurück. Es war scheinbar nichts geschehen, doch für einen kurzen Moment hatte er sie gespürt. Diese Zwischenwelt von der Ornlu gesprochen hatte, nicht direkt als ob er da gewesen wäre. Es war als ob sein Ruf von dort zurück gehallt hatte und das Echo hatte ihm verraten, dass es nicht aus dieser Sphäre entsprungen war. Es dauerte einige Augenblicke bis er wieder zu sich kam und sich rührte. Das war unbeschreiblich, so was hab ich im wahrsten Sinne des Wortes noch nicht erlebt. – Das Erstaunen wich langsam der Freude, vor allem der Vorfreude, was würde er noch entdecken. Aber mittlerweile ist es schon recht spät geworden, ich denke ich werde mich jetzt erst mal aufs Ohr hauen…vielleicht noch einmal den Zauber probieren… – etwas geistesabwesend verabschiedete sich der Hüne von der Runde und machte sich auf…

Cécilia
12.08.2012, 22:31
„Schmerzen nicht und der Schwindel hält nach dem Ritual oder einer Vision nur einige Stunden an. Kopfschmerzen hab ich auch keine, kommt manchmal nach dem Ritual vor. Die Nachwirkungen erinnern sehr an Sumpfraut. Könnte daran liegen, dass ich dafür Sumpfkraut nutze“, erklärte Cé und überlegte einen Moment, ehe sie weitersprach.
„Mit den Orkschamanen kenne ich mich nicht aus, bin noch keinem begegnet und ziemlich froh darüber. Als ich das erste und letzte Mal einem Ork begegnete, verlor meine Schülerin ein Ohr. Und meine Ziehschwester ist auf dem Festland einen Finger an Orks verlustig geworden. Bei ihrer Vorliebe für menschliche Körperteile würde ich ihnen lieber fern bleiben.
Was das Sehen selbst angeht ... ich weiß nicht, was ich darüber noch erzählen sollte. Visionen, herbeigeführt durch Rituale oder Umgebungsmagie, von Vergangenheit oder Zukunft, mal stärker, mal schwächer. Offenbar bin ich während des Sehens nicht mehr in der Lage, mich selbst oder generell Personen und Orte zu erkennen. Ich rede vor mich hin und wenn ich aufwache, habe ich einen Blackout. An die Vision selbst erinnere ich mich erst nach Stunden, wenn nicht erst am Tag danach. Außerdem ist es eine sehr unsichere Sache ... die Zukunft ist verschachtelt, ich habe auch noch nicht herausgefunden, ob ich ein festgelegtes Ereignis in der Zukunft oder eine Möglichkeit der Zukunft sehe. Die Vergangenheit ist dafür umso klarer, wenn man sie deuten kann.“

Gwydion
12.08.2012, 22:40
„Hmm...“, brummte der Druide nur kurz, während sein magisches Abtasten sich seinem Ende zuneigte.
Soweit er sagen konnte, war Cécilia ein kerngesunde junge Frau. Die Nachwirkungen des Rituals schienen verflogen. Auf der Stirn des Barden hatten sich Schweißperlen gebildet und als er die Augen wieder ganz öffnete, sahen sie dennoch müde aus. Er wirkte ein wenig erschöpft. Irgendwie fiel es ihm noch immer schwer nach dem Verlust seinen Druidensteins die magischen Kräfte der Natur anzuzapfen, ohne sich selbst dabei zu ermüden.
„Du bist in Ordnung. Ich kann nicht feststellen, dass du noch irgendeinen Schaden davon getragen hast.“, erklärte er, „Ich gebe dir auch keine Ratschläge von wegen tu dieses oder jenes Ritual nicht mehr. Das wäre unsinnig. Und ich weiß auch, dass diese Rituale Kräfte zehrend sind. Aber vielleicht kannst du versuchen eine Feinjustierung vorzunehmen an der Magie und Energie, die du hinein steckst.“
Er fuhr sich kurz über seinen Kinnbart und dachte anscheinend einen Moment nach.
„Aber selbst dann sind solche Dinge nur schwer steuerbar. Manchmal nimmt einen die Magie einfach mit sich mit und man kann wenig dagegen tun.“, er klopfte ihr kurz auf die Schulter, „Du bist jedenfalls wieder fit wie eine Wildsau im Frühjahr.“
Er grinste kurz. Zugegeben, bei einer Dame wie Cécilia war das ein wenig schmeichelhafter Vergleich, aber er hatte ihn sich nicht verkneifen können.
„Sag mal...“, fiel ihm da noch etwas ein, „...wie genau ist der Druidenzirkel hier eigentlich organisiert? Ich habe Leyla bisher nicht gefragt und war noch nicht... 'bereit' auf Ornlu oder einen der anderen zu treffen. Ich würde gerne wieder irgendwie... mehr zur druidischen Gemeinschaft gehören.“

Cécilia
12.08.2012, 23:01
Magie, die sie hineinsteckte ... für gewöhnlich nutzte sie nur einen Funken Magie, um sie mit der Magie der Schale zu verbinden. Danach fiel sie in die Trance und konnte das nicht mehr kontrollieren, es war nicht unwahrscheinlich, dass die Schale sich an der Quelle bediente, war es doch ein Artefakt aus den Götterkriegen (und damit etwas, was sie niemandem gegenüber erwähnen sollte). So gesehen konnte sie da nichts weiter aufeinander abstimmen, falls sie da keinen besonderen Trick entwickeln konnte. Die Schale selbst war immerhin auch nicht ohne. Soviel zumindest zu der Sehersache, die sie ansatzweise steuern konnte.
„Ich dachte, das hätte ich dir schon mal erzählt? Es gibt den äußeren Kreis, die Lehrlinge. Ich weiß nicht, wer genau alles dazuzählt. Der mittlere Kreis, die Seher. Soweit ich weiß, wären das Osmo und ich. Zumindest ist mir sonst keiner bekannt. Und dann die Druiden, Ornlu, Suzuran, Corax und Adrastos. Je weiter es geht, desto übersichtlicher wird es. Mitglieder des Druidenzirkels können sich auch den Jagdkommandos anschließen, wie man im Bluttal gesehen hat. Es wäre zumindest eine Tätigkeit, einen Heiler können die Jagdkommandos bestimmt brauchen. In der Heilerkammer machst du dich sonst ja auch nützlich, das könnte man schon mal als Einstieg sehen, schätze ich“, führte die Seherin aus. „Wie es bei den Druiden selbst aussieht, dass du dort wieder mitmachen kannst ... ich weiß es nicht. Das ist wohl eine Druidensache, ich bin lediglich die Doyenne und eine Seherin. Und ich schätze, ich muss gehen, es wird langsam spät. Bewahret. Vielleicht hilft dir Suzuran ja, du kennst sie vielleicht noch aus Silden.“

Thor
13.08.2012, 13:10
Thock! Thock! Thock! Thock! "AU!" Thor fluchte lauthals, und warf den Hammer wütend beiseite. Die kleine Eidechse, welche sich eigentlich nur in Ruhe sonnen und die wärme genießen wollte, gab ihren letzten Lebenshauch und ein merkwürdiges Schmatzen von sich, als der schwere Hammer mit Wucht auf ihr landete. Der Nordmann blickte grummelnd auf sie Sauerrei an seinem Hammer, bückte sich dann und wischte diesen, so gut es eben ging, im Gras sauber.

Doch wenigstens war sein Machwerk fertig. Ein wunderschön gefertigter Bienenstock. Darin konnten sich die Bienen, welche er gedachte anzulocken, niederlassen und ihr eigenes Reich gründen. Und Thor käme an genügend Honig ran, um eventuell Met herzustellen. Und dann könnte er seinen eigenen Met saufen. Das wäre unglaublich gut, soviel stand fest.

Doch um eigenen Met herzustellen, brauchte er nun erst einmal Honig. Und um Honig zu bekommen, benötigte der Hüne Bienen. Und wer wusste schon, wie lange es dauern würde, bis eine der Königinnen sich dazu herab lies, in seinem Bienenstock ein neues Nest aufzubauen? Nein, Thor brauchte hierbei hilfe. Und da man so manches über das Waldvolk hörte, wusste der Nordmann auch, wohin er musste. Richtung Baum ging es. Und dafür musste der Nordmann einiges latschen. Denn sein Stock stand ganz am Rand von Schwarzwasser, so dass seine Bienen niemanden stechen würden. Wenn er denn welche erhalten würde...

Joe Black
13.08.2012, 15:11
Dicke kühle Regentropfen schlangen sich rasant an grüngelben breitgefächerten Blätter entlang um an deren Spitze abzuspringen und weiter in die tiefe bis auf den Lederharnisch von Joe zu springen. Ein leichter Wind raschelte durch das Geäst des Sumpfwaldes und aus der Ferne hörte man das grollende Gurren eines Sumpfhaies.
Es roch ein wenig modrig, nach altem Holz und feuchtem Moos. Mücken surrten vor sich hin, während sie im Rudel agierend eine Persona nach der anderen heimsuchten um sich zu nähren.
Black selbst, mit blutiger Nase und blauem Auge, sass halbwegs zusammengesackt auf seinen Beinen auf dem modrigen Sumpfboden. Er spuckte etwas stark nach eisen schmeckendes Blut aus und kicherte sanft vor sich hin. Der Mann der ihm gegenüberstand, ein mitte dreissiger Halunke mit starkem Bartwuchs, blauen strengen Augen und einer saftigen Rechten, klatschte ihm erneut seine Faust ins Gesicht. Die drei anderen die um ihn verteilt standen lachten.
Ja auch Hinkebein Pete, der dreckige Ganove der Joe in diese Situation gelockt hatte.
Kaum hatten Sie nämlich die Taverne verlassen um in dieses weit abgelegene Sumpfgebiet zu wandern. Hatten sich bereits zwei Schläger an ihre Versen geheftet. Der dritte im Bunde war der Mann nach dem Joe auch gesucht hatte. Rufus!
Der Hühne stand abseits des Geschehens und beobachtete den Sumpf während seine Männer versuchten alles aus Joe herauszubekommen was sie wissen wollten.
Der ehemalige Assassine grinste mit blutigen Zähnen seinen Gegenüber an.
Dieser grunzte verächtlich, schnäuzte eine Ladung Rotz direkt aus der Nase in eine Sumpfpfütze und holte erneut aus. Die Faust knallte Joe direkt gegen die Wange. Sein Kopf riss zur Seite Weg und der gesamte Oberkörper flog mit einer leichten Drehung in den Sumpf.
Für einen kurzen Moment sackte Joes Gesicht komplett in einer dicken schlammigen Masse ab. Dunkelheit umschloss ihn und ein sanftes Gefühl der Bewusstlosigkeit wollte ihn zu sich locken. Ein Impuls schoss durch seinen Kopf direkt in seinen Körper. Ächzend und röchelnd riss er sich aus der Brühe wieder nach oben, einer der Männer half ihm und richtete ihn wieder in angenehme Schlag in die Fresse Position.
Geselliges Gelächter hallte ihm in die Ohren dann hörte er den Mann erneut seine Fragen bellen:

„Wer bist du Fremder? Warum suchst du nach Rufus? Wer hat dich geschickt? „

Wieder belächelte Joe den Mann, wieder flog ihm eine Faust um die Ohren.
Hinkebein Pete hatte sich währenddessen daran gemacht Joes Schwert sowie seine Wurfmesser aus sicherer Entfernung genauer zu betrachten. Auf einem Baumstamm thronend schob er die schwarze Klinge zwischen seinen fettigen Fingern hin und her und sprach dann zu Rufus:

„Keine Ahnung woher diese Klinge kommt, so was habe ich noch nie gesehen… Die Wurfmesser sind eindeutig Varanter Art. Vielleicht das Schwert auch? Vielleicht ist er Varanter?“

Der grosse Mann schnaubte nur verächtlich und erwiderte fragend:

„Ich war noch nie in Varant, warum sollte mich ein Varanter suchen?“

Darauf wusste Hinkebein Pete keine Antwort. Also zuckte er mit den Achseln und studierte die Klinge weiter.
Joe erholte sich gerade von einer links recht Schlagkombination und schob sich den Kiefer hin und her um ihn etwas zu entspannen. Dann blickte er auf und grummelte halbwegs verständlich:

„ISn..Shrt au..s Wüü.te.. Varan…Kasbah…du Idiot…, al…….lich …erben..“

Pete beugte sich nach vorne und lächelte gehässig mit seinen fauligen Zähnen. Verhöhnend erwiderte er:

„Was? Was haste gesagt Fremder? Hat er dir die Fresse noch nicht genügend eingehauen? Du liegst da entwaffnet, entehrt! Und trotzdem wagst du dein Wort an mich zu richten obwohl er dich was wichtigeres gefragt hat?“

Joe kicherte erneut, dann verdunkelte sich seine Mine und er sagte mit eisiger Glasklarer Stimme:

„Ich sagte, es ist aus der Wüste Varants! Ich komme von der Kasbah du Idiot und ihr werdet nun jämmerlich sterben!“

Dann preschte er plötzlich nach oben, seine Hand glitt zu seinem Wams und aus dem nichts erschien sein Dolch die Bloody Mary. Das funkelnde Metall glänzte gefährlich während es in seiner Handfläche mehrmals umherwirbelte. Dann surrte es durch die Luft und fand festen halt in der Augenhöle des nun qualvoll schreienden Mannes der zuvor Joe vermöbelt hatte.
Noch ehe die Gruppe reagiert hatte war Black bei seinem ersten Opfer angekommen.
Kerzengerade stand er hinter ihm, seine freie Hand umschloss seinen Hals und zog ihn sanft nach hinten weg. Kreischend plumste der Mann auf den Boden. Sein Gesundes Auge sah noch wie der Mann der über ihm gebeugt stand nach dem Dolch Griff der in seinem kopf steckte.
Black riss die Klinge ruckartig nach links und nach rechts , wartete auf das erschlaffen des Körpers und riss ihn anschliessend wieder heraus. Ein grimmiges wölflisches Lächeln umspielte sein Gesicht als er den Schrecken in den Gesichtern der Männer vor ihm sah. Pete war kreidebleich erstarrt und der andere Mann überwandt sich mit viel Kraft nach seiner Axt zu greifen. Joe leckte etwas vom Blut seines ersten Opfers von der Dolchspitze. Der Geschmack liess eine Welle der Erregung durch seinen Körper wandern.

Weiterhin hämisch grinsend umtänzelte er das Gebiet vor dem Axtkämpfer.
Der Mann mit dem blonden wuschigen Haaren, der knobeligen Nase und den tätowierten Armen hatte die Axt mit beiden Händen fest umschlossen. In seinem Blick erkannte Joe, dass er einer der Krieger war, die lieber blind in einen Kampf rannten und das beste daraus machten als die Flucht zu ergreifen. Beide Männer schnaubten sich angespannt an. Joe noch immer tänzelnd während der Axtkämpfer langsam Schritt um Schritt näher heranrückte.
Aus der Ferne ertönte das Schreien eines Geiers, dann wehte eine kräftige Böhe durch die Baumkronen die sie umgaben und die Blätter begannen unheilvoll zu rascheln.
Just in diesem Moment entschied sich der Axtkämpfer brüllend los zu rennen.
Er hetzte Joe entgegen und schwang die Axt im weiten Bogen. Der ehemalige Assassine bewegte sich schnell und wich dem Hieb seitlich drehend aus. Das Axtblatt raste um vier Fingerbreit an seinem Schulterblatt vorbei und riss dem Baum daneben einiges an Rinde weg.
Joe musste sich nun schnell wieder sammeln und einen guten Stand bekommen. Doch unerwartet schnell hatte sich auch der Blondschopf wieder gedreht.
Mit kleinen giftigen Augen fixierte er Black und ruckartig riss er das Stielende der Axt nach hinten schellen wo es wuchtig gegen Joes Schlüsselbein knallte.
Dem Krieger blieb für einen Moment die Luft weg, dann sah er auch schon wie sich der Axtkämpfer um die eigene Achse drehte um ihm den kopf vom Hals zu trennen.
Mit aller Kraft riss sich Joe nach hinten. Seine Haare, Schweiss und Blut zogen vor seinem Auge vorbei während sich sein Körper nach hinten verbog. Seine Gesicht war total angespannt, die Lippen eng aufeinander gepresst, dann schob sich innert Sekunden das Axtblatt vor sein Sichtfeld. Er spürte den Zug der Luft über sein Gesicht huschen, roch das Metall der Waffe so kurz vor seinen Nasenlöchern.
Dann zog die Zeit wieder an, die Geschwindigkeit normalisierte sich und Black schrie angestrengt auf als er seinen Körper mit schierer Willenskraft dazu zwang wieder nach oben zu schellen. Seine Muskulatur verkrampfte sich und stach an etlichen Stellen, doch er war der Herr über sein Körper und so stand er bereits wieder als sein Gegner noch immer im Schwung der Drehung seines Angriffes mitzog.
Joes Hand zuckte dreimal! Einmal von hinten spitz zur Niere, dann seitlich en Bauch nach Oben gen Brust und zuletzt in einer weichen Bewegung von unten an den Kiefer heran.
Ruckartig riss er den Dolch wieder aus dem Schädel. Er drehte sich betört vom Tod zu Hinkebein Pete und bleckte verschwitzt die blutigen Zähne.
Dieser wankte Angsterfüllt einige Schritte nach hinten ehe er sich vollends drehte und die Beine in die Hand nahm.
Die Bloody Mary flog im geraden und zügigen Tempo. Sie zerschnitt die Luft, pfeifte energisch und verstummte schliesslich als sie sich sauber und kompromisslos in das weiche Rückenfleisch unterhalb des Schulterblattes von Hinkebein Pete eindrang.
Röchelnd ging auch der verräterische Gauner zu Boden. Er versuchte noch etwas gen Rufus zu stammeln, doch das Blut in seinem Hals ertränkte jedes Wort.

Erneut pfeiffte der Wind durch dieses nun deutlich stillere gebiet im Sumpf nahe Tooshoos.
Zwei Männer, der eine ruhig und ausgelassen, der andere etwas angeschlagen und keuchend standen sich gut sechs Schritt voneinander entfernt gegenüber und beäugten sich dabei genau.
Joe fixierte den Mann Namens Rufus eingängig und wägte seine Chancen im Zweikampf ab.
Waffenlos würde er sich behaupten müssen, oder aber er schaffte es bis zum Stumpf hinüber wo Pete seine Waffen studiert hatte. Doch schätzte er Rufus nicht so freundlich ein ihn bis dahin gewähren zu lassen. Im Gegenteil. Der Hühne schien auf diesen Moment gewartet zu haben. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er sich sehr ruhig verhalten. Er hatte das ganze Geschehen beobachtet, Joe sicherlich studiert und nun seinen Moment erkannt.
Schmunzelnd erhob er sich, streckte seinen imposanten Körper unter knackenden Geräuschen und überragte Joe so um Kopf und Schulter.
Sein Lächeln deutete an, wie sicher er sich war Black in den Boden zu stapfen.
Er hob beide Arme seitlich in die Luft und sprach mit kräftiger selbstsicherer Stimme:

„Hier bin ich! Rufus der Schlächter! Der Mann der seine Gegner mit blossen Fäusten ins Babyalter zurück schlägt.
Wer bist du, kleiner Meuchelmörder? Wie kommst du dazu mich heraus zu fordern, hier im Sumpf wo du ganz alleine auf dich selbst gestellt bist?“

Joe liess ihn nicht aus den Augen. Jede Regung, jede Bewegung wurde mit Adleraugen aufgenommen und ausgewertet. Wie ein Panther auf der Jagt bewegte sich der Assassine langsam nach links. Seine Rechte thronte angewinkelt an seiner Seite, die Linke hob er gestreckt nach vorne und fokussierte damit den Kopf von Rufus. Angespannt erwiderte er :

„Ich bin die Schattenklinge Beliars! Ein Kopfgeldjäger geschickt um deinen Kopf in Gold aufzuwiegen. Dich zu fordern war eigentlich nicht meine Absicht, aber wie du siehst hat sich alles leicht anders ergeben als erwartet, und nun da ich hier stehe, wehre ich wohl kaum daran denken mir den Spass entgehen zu lassen.“

Der Hühne gluckste amüsiert und nickte zustimmend ehe er zur Antwort ansetzte:

„Hmm alles klar, ein Kopfgeldjäger. Also schickt euch Esteban der Dritte nicht wahr? Was für ein gehässiger alter Mann! Hat er euch gesagt seit wie vielen Jahren ich schon für Ihn arbeite? Wie viele Kämpfe ich für ihn gewonnen habe und wie wenig erkenntlich er sich al die Jahre dafür zeigte?
Die Flucht mit dem Gold das mir zustand war eine logische Schlussfolgerung die er erwarten hätte müssen…“

Joe zuckte gelangweilt mit den Achseln und antwortete trocken:

„Die Beweggründe sind mir gleich, du hättest auch sein liebster
Lustknabe sein können der verlernte wie man seine Saugkraft angemessen einsetzt und ich würde dich trotzdem töten.“

„Ah ein Mörder ohne Ethik? Sicherlich ein guter Brötchenverdiener? Frau und Kind?“

„Mit Nichten, für nur eine Frau bin ich zu Potent und für einen Balg zu selbstsüchtig. Was die Ethik anbelangt, nun ich denke ich folge andren Grundsätzen was die Ansicht des Todes anbelangt…“


Rufus schnaubte verächtlich während er seine Finger knackte. In zügigen Bewegungen liess er seine Fäuste schnell für ein paar Probeschläge durch die Luft sausen.
Dann preschte er plötzlich nach vorne wie eine Raubkatze.
Wie ein Wirbelwind deckte er Joe mit Schlagkombinationen ein. Die ersten vier Fäuste konnte der ehemalige Assassine noch abwehren, bei der Fünften jedoch setzte er seine Handfläche zum parieren zu niedrig an. Rufus fegte darüber hinweg und hämmerte mit der Faust zweimal gegen Joes linke Gesichtshälfte.
Benommen torkelte dieser drei Schritte nach hinten weg. Seine backe pochte schmerzhaft und sein linkes Auge begann zu tränen.
Er lächelte schelmhaft, spuckte etwas Blut ins feuchte Gras und deutete Rufus an erneut anzugreifen.
Grimmig rannte dieser erneut auf Joe zu. Kurz vor ihm bremste er aber dann scharf ab. Mit viel Schwung schwang er seine Rechte im Halbkreis seitlich durch die Luft und traf Joe frei seitlich gegen die Rippen.
Luft wurde eiligst aus Blacks Lungen gerissen und aus seinem Rachen hinaus gefeuert. Sterne leuchteten wild vor seinem Auge auf und er verlor den halt mit seinen Beinen. Sein linker Fuss verlor Halt, der rechte knickte erschöpft seitlich weg. Mit verdrehtem Oberkörper schellte Blacks rechte Faust nach vorne, prallte an die Brust von Rufus und wieder zurück. Er holte erneut aus, bemerkte aber, wie bereits das Ziel aus seinen Augen verschwand weil sein Unterkörper komplett den halt vom Boden verloren hatte und er im begriff war zu fallen.
Blind schlug er also durch die Luft, spürte dann aber wie Rufus linke Hand sein rechtes Handgelenk umfasste. Ruckartig wurde er aus dem freien Fall gerissen und in die Gegengesetzte Richtung geschleudert. Sein Arm ächzte unter der rohen Gewalt die auf ihn ausgeübt wurde. Joe stöhnte erschöpft auf, sein Blick von Tränen getrübt sah wie sich eine Handfläche über sein Gesicht schob. Zwischen diesen monströsen Fingern die ihn am Kopf in die Luft hoben lechzte er nach Sauerstoff…

Der Hüne stand da, in voller Grösse aufgerichtet, den linken Arm kerzengerade nach vorne gerichtet hob er einhändig den leib seines Rivalen in die Höhe. Von Schmerzen erschöpft versuchte der Varanter mit seinen Fussspitzen den Boiden unter sich zu berühren,… Chancenlos.
Rufus grinste sich des Sieges sicher. So viele andere waren vor seiner schieren Masse gebeutelt worden . So viele andere hatten den selben Schmerz durchleben müssen wie dieser Mann hier. Rufus Faust zuckte einmal auf, fetzte nach vorne und hämmerte kraftvoll in den Magen des Mannes. Unter seinen eisern klammernden Fingern hörte er das qualvolle Röcheln.
Dann fetzte die Faust ein zweites und drittes Mal nach vorne. Er spürte wie der Mann schwerer wurde weil er an Körperspannung verlor.. bald würde er unmächtig werden oder ganz einfach sterben. Er grunzte zufrieden während er seine Faust ein weiteres Mal auf ihr Opfer nieder rieseln liess. Dann hob er den Ganzen Körper des Mannes mit beiden Armen in die Luft. Die linke Hand umfasste seine Brust, die Rechte seine Hüfte.
Rufus schrie kurz vor Anstrengung auf als er den Körper des Mannes gegen den Baumstumpf links von sich warf.
Dieser knallte ächzend und stöhnend dagegen und rollte dann hinten wieder hinunter eine leichte Böschung hinunter.
Rufus lachte laut auf als er den Mann so rollen sah. Zuversichtlich stapfte er ihm nach. Bei ihm angekommen und mit bester Laune versehen trat er beherzt dreimal nach und grunzte lachend:

„Na du kleiner Pisser? Wenn versuchst du zu Beeindrucken? Hmmm? Was denkst du wer du bist? Ich spucke auf dich du Wurm! Ich spucke auf jeden der sich mir in den Weg stellt! Ich bin Rufus! Ich bin der grösste und stärkste Kämpfer dieser verfluchten Insel und ich werde…..argrrghs!!! Ich….arrrgh…..“

Der Hühne weitete gequält die Augen, seine Lippen zitterten während sich erste Rinnsäle Blut darüber hinweg begaben um aus dem inneren des Körpers die Aussenwelt zu erkunden.
Langsam senkte er den Kopf wieder nach unten zu seinem Feind.
Er sah den blaugeprügelten , selbst an starken schmerzen leidenden Mann im Dreck liegend sein blutiges Grinsen grinsen. Sein Blick wanderte weiter den hals hinab, zu den gestreckten Armen, über die schwarze fest umklammerte Klinge hinweg bis zu dem Teil der Waffe der tief in seinem Magen steckte und wohl aus seinem Rücken wieder herausragte.
Er hustete und spürte wie Kälte sich durch seine Beine frass und seine Muskeln im ganzen Körper schwächen liess. Er spürte wie sich seine Gedanken überschlugen, wie sich langsam Erinnerungen an alte Kämpfe in staubigen Arenen bei brennender Sonne ausbreiteten.

Er schmeckte die staubige Luft in den engen Korridoren die ihn hinaus in die Arena führten. Hörte das Poltern der Beine der Zuschauer wie sie energisch und rytmisch immer und immer wieder gegen das holz der Bühnen traten um die Kämpfer anzustacheln.
Er hörte das knarren der Tore, das rasseln der Ketten. Spürte die Sonne wie sie sich auf seine Haut legte. Roch den Schweiss und das Blut.
Und er hörte sie seinen Namen schreien!

„ RUFUS!!! RUFUS! !!RUFUS!!!!„

Stunden waren vergangen bevor Joe auch nur versuchen konnte unter Schmerzen sein eigenen Körper unter dem Leibe Rufus hervorzubringen. Eine weitere Stunde war vergangen bis er nur mal Fähig war aufzustehen und sein hab und Gut sowie das Gold und die Habseligkeiten einer Gegner einzusammeln. Als er sich zu guter letzte daran machte Rufus Kopf vom Rumpf zu trennen, sprach er im Mondlicht werkelnd ein gebet zu Beliar:

Mein dunkler Lord, Herr der Schatten und des Todes, ich danke dir!
Auch heute habe ich deine Hand auf meinen Schultern gespürt.
Habe gesehen wie dein wachendes Auge über mich wachte und mich führte.
Nur dank dir habe ich diesen Kampf überlebt, dessen bin ich mir bewusst. Ich danke dir, und hoffe meine Taten können aufwiegen was du Tagtäglich für mich tust Beliar.
Sein Blick wanderte zur Träne Beliars. Hatte Pete seine Klinge wirklich dort beim Stamm hingelegt wo ihn Rufus hingeworfen hatte, oder lag es vorher doch gute fünf Schritt westlich?
War es eine Fügung Beliars oder doch nur Zufall?
Ruckartig riss er die letzten Sehnen die den Kopf am hals hielten weg und verstaute diesen dann in einem Leinensack.
Dann warf er den Kopf nach hinten und atmete tief die kalte von Tod durchzogene Luft des Sumpfes ein. Nun konnte er wieder zurück kehren und Logan den Kopf überreichen.
Seine erster Auftrag war erfüllt und er hatte ihn mehr oder weniger unverletzt überstanden….

Griffin
13.08.2012, 21:04
»Ich?« Der Braunhaarige zuckte bloß mit den Schultern, während er die Fremde noch immer im Blick behielt. Sie wirkte zwar nicht sonderlich gefährlich, ihrem Auftritt zu Folge im Grunde eigentlich eher ungeschickt, aber in Schwarzwasser konnte man nie wirklich sicher sein, was die Menschen vorhatten. Manch unscheinbarer Bettler hatte schon Leute überfallen und mancher kleine Bengel trug heutzutage Knüppel mit sich herum.
»Niemand Besonderes - kannst mich Griffin nennen. Aber..« Ein verschmitztes Grinsen stahl sich auf seine Lippen. »Da, wo ich herkomme, stellt man sich meist zuerst selbst vor, bevor man Fremde nach ihrem Namen frage.«, scherzte der Südländer und drehte sich um, ohne auf eine Antwort zu warten.
»Na komm schon.«, rief er über die Schulter nach hinten. »Sonst kommst du ja nie in Schwarzwasser an.«

Ophelia
13.08.2012, 21:25
"Und da wo ich herkomme lässt man nicht einfach geimeingefährliche Bananenschalen rumliegen." Grummelte Ophelia leise und rieb sich ihr schmerzendes Steißbein. Obwohl sie es nicht zugegeben hätte, war sie froh diesem "Griffin" begegnet zu sein. Endlich hatte sie jemanden an den sie sich halten konnte und der wenigsten halbwegs Ahnung von Materie hatte (oder in diesem Falle Ahnung von Sumpf, Wasser und Bananen). Sie war ein wenig zurückgefallen und fiel in einen leichten Trab um den Anschluss nicht zu verlieren. Das fehlte noch, dass ihr der einzige...Mensch... den sie hier kannte abhanden kam. Vorsichtig sah sie auf den Weg. Sie hatte nicht die Absicht noch eine Bruchlandung hinzulegen, selbst wenn sie bei ihrer reichhaltigen Übung sicher schon die Perfektion darin erreicht hatte. Ob es irgendwelche internationalen Wettkämpfe gab, bei denen solche Fähigkeiten es zu Gold bringen konnten? Und wenn ja, wie sahen diese dann aus? Kaum merklich schüttelte Ophelia den Kopf um die wirren Gedanken zu vertreiben. "Wo gehen wir hin?" Fragte sie den jungen Mann und versuchte verzweifelt Schritt zu halten.

Griffin
13.08.2012, 21:55
Langsam aber sicher fragte Griffin sich, ob es wirklich die richtige Idee gewesen war, der jungen Frau aufzuhelfen und sie unter eine Fittiche zu nehmen. Ganz offensichtlich war sie nicht nur absolut ungeschickt und hatte so gut wie keine Manieren, nein, auch ein Problem mit ihren Ohren schien sie zu haben. Oder aber, sie hörte einfach nicht zu, wenn man mit ihr sprach. Bei Frauen sollte das ja öfter mal vorkommen.
»Wir gehen nach Schwarzwasser.«, erklärte der frischgebackene Reiseführer deswegen und wies mit seiner Hand durch die Baumkronen nach oben. »Siehst du den großen Baum? Da geht's hin. Aber sag mal, namenlose Fremde, wieso stapftst du hier eigentlich durch den Sumpf, wenn du absolut keine Ahnung hast, was du hier finden willst? Und wieso beim Schläfer hast du keine Ahnung, was Schwarzwasser ist?«

Raminus
14.08.2012, 12:42
Auch die nachfolgenden Versuche zur Beschwörung des Tiergeistes verliefen scheinbar alle gleich. Bereits den zweiten Tag in Folge hatte Raminus es noch nicht geschafft, dass der Geist auch tatsächlich auftauchte. Dafür hatte er mittlerweile richtig Übung im Zeichnen des Symbols, denn für jeden Versuch den er startete hatte er komplett von vorne begonnen. Zumindest hier hatte er seine Ziele bereits erreicht, er würde wohl demnächst tatsächlich versuchen können das Symbol auf eine Holzscheibe übertragen zu können, vielleicht war es ja sogar einfacher ein Symbol mit echter Tiefe mit Magie zu füllen. Doch entmutigen lassen tat er sich von dem allgemein wenigen Fortschritten auf keinen Fall, es war auch nicht ganz richtig, dass er so gar nichts erreicht hätte.

Erst heute Morgen bei einem Versuch war das Echo vollkommen anders gewesen als sonst. Normalerweise hatte er an dem Widerhall nur Bruchstücke an Informationen über die Zwischenwelt erhalten. Noch war es als ob er in einen Raum hinein rufen würde und daran abschätzen konnte wie groß er war, ansonsten aber von völliger Dunkelheit umgeben war. Die Zwischenwelt war noch etwas anders, sie vermittelte zwar wirklich nur wenig Bilder, aber dafür mehr Emotionen, die nur schwer in Worte zu fassen waren. Heute früh jedoch hatte er nicht nur das Echo seines Rufes gehört, er war fest davon überzeugt heute eine Art Antwort erhalten zu haben. Sie war schwach und Raminus hatte sie nicht richtig verstehen können, doch wusste er, dass der Geist den er beschwören wollte ihm etwas mitteilen wollte. Der Hüne hatte den Vogelgeist natürlich nicht gesehen, doch er war sich absolut sicher, seine Gefühle logen ihn nicht an, er war auf dem richtigen Weg…

Syrus
14.08.2012, 22:42
Wieder einmal war die Nacht über Schwarzwasser hereingezogen und Syrus kauerte zitternd an jenem Baum, der zu seinem Zuhause geworden war. In seinen Träumen verfolgte ihn die unerbittliche Dunkelheit und drohte ihn zu verschlingen. Syrus versuchte zu schreien, doch entkam seinem Hals kaum mehr ein müdes Keuchen, das dem Horror, dem er ausgesetzt war, nicht gerecht war. Er sah sich selbst einen schmalen Korridor entlanglaufen, vorbei an alten, steinernen Mauern und furchteinflößenden Statuen. Es war derselbe Traum wie jede Nacht. Er versuchte zu entkommen, doch tief in seinem Inneren wusste er, dass er keine Chance hatte seinem Unheil zu entfliehen. So wie jede Nacht, würden sich die Bestien der Dunkelheit jeden Moment über ihn stürzen und mit sich hinab in eine unendliche Finsternis reißen.
Syrus wimmerte und war gerade dabei, sich seinem Schicksal zu ergeben, als plötzlich ein neues Gefühl seinen schon so oft erlebten Alptraum durchbrach. Nässe. Kälte. Zwei in dieser Horrorwelt gänzlich unbekannte Sinneseindrücke gaben ihm das Gefühl, mit einem Mal nicht mehr in den engen Gängen des alten Gemäuers gefangen zu sein, sondern in einem kühlen Bergsee unterzutauchen.

Als Syrus schlagartig seine geröteten Augen öffnete, dauerte es einige Augenblicke bis er sich orientieren konnte, so ungewohnt war es, nicht vor Schmerz und Furcht schreiend zu erwachen. Zu seiner Überraschung saß er nicht mehr allein unter seinem Baum, er konnte eine Silhouette wahrnehmen, die sich zu ihm gesellt hatte.
“Ich habe dich schreien hören, so wie fast jede Nacht.“

Es war eine unbekannte Stimme, friedlich und beruhigend. Syrus mühte sich seinen Kopf in Richtung der Stimme zu drehen und erkannte eine Frau in seinem Alter, gekleidet in einem Kleid in einem der vielen Grüntöne die man in der Gegend überall sehen konnte. Nur langsam kämpfte sich Syrus‘ Verstand zu der Erkenntnis, dass die Gefühle von Kühle und Nässe, die seinen Alptraum durchbrochen hatten, durch den feuchten Lappen ausgelöst wurden, den die Unbekannte an seine Stirn hielt.
Er versuchte zu Sprechen, sich bei seiner Helferin zu bedanken, doch statt der mühevoll zurechtgelegten Wörter entkam seiner Kehle nur eine Reihe von unverständlichen Würgelauten.
“Es gibt hier Leute die dir vielleicht helfen könnten, weißt du?! Entweder die einen mit ihrem Wissen oder die anderen mit ihren Pfeilen. So weitermachen kannst du jedenfalls nicht.

Mit diesen harschen aber doch einfühlsamen Worten erhob sich die Fremde und marschierte zurück Richtung einer Reihe von einfachen Holzhütten. Syrus wollte nicht, dass sie geht. Sie hatte ihn aus seinem Alptraum gerettet und ihre Anwesenheit wirkte irgendwie beruhigend auf ihn – und überhaupt war es lange her, dass er hier so etwas wie Gesellschaft hatte. Doch noch ehe er seine Gedanken geordnet oder gar formuliert hatte, war die Unbekannte schon in einiger Entfernung und somit für Syrus unerreichbar.

Dennoch überkam ihm ein Gefühl der Erleichterung, als sich zurück an seinen Baum legte, denn irgendwie ahnte er, dass ihn diese Nacht keine Alpträume mehr heimsuchen würden und er zum ersten Mal seit langer Zeit einen ruhigen Schlaf haben würde. Bevor er seine Augen schloss richtete er seinen Blick noch einmal in die Richtung, die die Unbekannte eingeschlagen hatte und flüsterte ein leises “Danke“

Putorius
15.08.2012, 13:59
Und wiedereinmal wurden die Stunden zu kurz, fühlten sich eher wie Sekunden an und infolge dessen zogen die Tage vorbei und hinterließen nur einen Schleier der Ereignisse. Diese veränderte Wahrnehmung überkam den Schwarzhaarigen in letzter Zeit häufiger, vorallem, wenn er sich an irgendeiner Aufgabe die Zähne ausbiss.
In diesem Fall, war es der versuch mit Tieren zu kommunizieren. Zwar schaffte er es relativ gut, eine Verbindung zu diesen aufzubauen, doch war es weitaus schwieriger für ihn, zu verstehen, was er von den pelzigen Übungspartnern empfangen konnte, bevor diese das Weite suchten.
Um wenigstens das letzte Problem zu umgehen, war er dazu übergegangen, bei dem Moleratgehege zu üben. So saß er wieder auf dem Zaun und ließ seine Magie schlangenähnlich und vorsichtig auf das nächste rosa Geschöpf zukriechen, bis diese sich zwischen den beiden, sehr unterschiedlichen, Geisten spannte. Dies hatte er inzwischen so oft getan, dass es ihm nicht mehr besonders kompliziert vorkam, doch nun stand er wieder vor dem alten Problem, wie sagt man 'Hallo' zu einem Molerat, ohne ihn zu vertreiben.
Vorsichtig dachte er an eine möglichst unverfängliche Situation, die einem Molerat doch gefallen könnte. Eine größere Lichtung mit saftigem Gras, und einer Erdhöhle im Hintergrund. Diesen Eindruck schickte er nun durch die Magieverbindung dem Tier, welches zuerst kurz irritiert dreinblickte, dann aber unbekümmert weiter nach schmackhaften Kräutern ausschau hielt, das fremde Bewusstsein wohl schon wieder komplett vergessen. Und so hatte Putorius die Chance den Empfindungen dieses Tieres zu lauschen, wenn es sich unbeobachtet und sicher fühlt.

Raminus
16.08.2012, 00:06
Es war bereits mitten in der Nacht, als ein sanfter weißer Schimmer einen kleinen Teil des Holzlagers erhellte und in ein unnatürliches aber nicht unheimliches Licht tauchte. Zu großen Überraschung bliebt der Schimmer konstant und hinterließ einen gespannten Raminus, der sich für seine Magieübungen ein ruhiges Fleckchen Erde gesucht hatte. Um diese Uhrzeit kam niemand mehr hier hin und außerdem hatte er noch zu tun gehabt. Im Lager gab es allerhand Holzverschnitt und er hatte genügend Material gefunden um eine handgroße Holzscheibe herzustellen. Auf diese hatte er dann feinsäuberlich das Symbol des Tiergeistes mit einem spitzen Stück Kohle aufgemalt. Um das Ganze für längere Zeit haltbar zu machen, hatte er im Anschluss mit einem Messer die Linien nachgezogen und so die Oberfläche leicht eingeritzt.

Gleich zu Beginn seiner Übung hatte der Hüne festgestellt, dass der Zauber nun tatsächlich leichter von statten ging. Die klareren Grenzen, die fühlbaren Vertiefungen erleichterten das Füllen mit Magie ungemein und führten nun zu einem Resultat das der Lehrling so schnell nicht erwartet hätte. Doch Ornlu hatte ihm ja bereits erklärt, dass dieser Zauber eigentlich gar nicht so schwer von der tatsächlichen Magieanwendung war. Man musste das Symbol irgendwie korrekt herstellen und den Ruf ordentlich formulieren, der Rest ging praktisch von selbst. Und diesen Rest konnte der Handwerker gerade bewundern.

Aus dem weißen Schimmer, der von dem gesamten Zeichen ausging, lösten sich scheinbar kleinste Lichtpunkte und konzentrierten sich schwebend über dem Holzplättchen. Allmählich nahm das Ganze sogar Gestalt an und schon bald konnte der Kahlkopf wirklich und wahrhaftig einen leicht durchscheinenden kleinen Vogel erkennen, der nicht nur zufälliger Weise mit einem Spatzen große Ähnlichkeit besaß. Von dem Moment vollkommen überwältigt hielt der Hüne vorsichtig seine offene Hand vor den kleinen Vogel und dieser zögerte nicht lange und sprang hinein. Das Gefühl als der Geist seine Haut berührte war unbeschreiblich, so viel Nachklang aus der Zwischenwelt war darin zu spüren. Es würde noch eine lange und friedliche Nacht werden…

Corax Erindar
16.08.2012, 19:34
Der Boden der Insel war kalter, doch fester Stein. Einst war er aus vielen klar definierten Blöcken geschlagen worden, doch die Zeit hatte die Ecken verblassen und den Stein Glatt werden lassen. Lediglich die Reliefe die in die steinerne Plattform in der Mitte geschlagen worden waren, waren noch gut erkenntlich. Er hatte kurz gezögert, sich dann jedoch zurückverwandelt um sich etwas besser umzusehen. Er verzichtete auf eine Lichtkugel und achtete darauf sich möglichst lautlos zu bewegen, denn er wusste nicht welche Kreaturen sich hier in der Zwichenzeit breit gemacht haben konnten.
Er wählte die letzte noch intakte Brücke und ging auf das Festland über. Die unterste Ebene bestand aus einem hohen steinernem Ring, der durch große Tore die zu unterirdischen Tunneln führten durchbrochen wurden. Er ging etwa hundert Schritt in einen der Tunnel hinein, bis sich dieser in drei weitere Tunnel gabelte und kehrte dann zurück. Anschließend nahm er eine der kleinen steinernen Treppen die in den Nächsten Ring hinaufführten. Wobei Ring das Falsche Wort war. Von hieraus Bahnte sich ein Weg spiralförmig in die Höhe. Als er ihm mit den Augen folgte musste er blinzeln. Er hatte sich an das dumpfe, bläuliche Licht der Erzlampen gewöhnt und der grell helle Fleck des Tageslichtes blendete ihn, als sähe er direkt in die Sonne. Er folgte dem Weg nach oben und sandte, da er kein Leben in der Nähe spüren konnte, Lichtkugeln in einige verlassene Häuser um sich umzusehen.
Schließlich erreichte er einen speziellen Abschnitt. Eine große steinerne Pforte stand offen vor ihm. Die steinernen Torflügel waren nach innen aufgeschwungen, doch was ihn wahrlich stocken ließ waren die Tore selbst. Auf ihnen war eine Frau abgebildet und auf jedem Flügel ein Kopf.

Vorsichttig betrat er den Gang hinter der Pforte. Es war dunkler hier, keine in die Wand eingelassenen Erzbrocken, sondern Fackeln hatten den Gang einst erleuchtet. Er tastete sich vorran und ließ von Zeit zu Zeit einen schwachen Lichtschein aus seiner Hand hervortreten, um zu erkennen was ihm bevor stand. Dieser Teil der Stadt war nicht unbelebt. Er konnte Lebenskraft spüren, weiter hinten im Gang. Viel Lebenkraft. Er biss sich auf die Unterlippe. Minecrawler im schlimmsten Fall, nein im schlimmsten Fall wohl etwas anderes als Minecrawler. Doch er spürte keine Hektik , hörte keine Geräusche und fand auch nicht das chrakteristische schleimige Netz vor das oft in Minecrawler Tunneln zu finden war. Das hier war etwas anderes. Der Tunnel schien sich ewig hinzustrecken, doch schließlich war ein Ende in Sicht. Eine große, gar gigantische Höhle im Fels. Natürlich entstanden, dachte er sich, als er die Ausmaße der Höhle und die Konturen der Decke erahnen konnte. Es war sehr dunkel, doch durch mehrere schmale Schächte schien ein wenig Tageslicht einzufallen. Der Gang hatte hoch in der Stadt gelegen und wahscheinlich hatte er sich der Flanke des Berges genähert. Kleine Tümpel hatte sich durch Regenwasser unter einigen der Schächte in kuhlen gebildet. Doch das auffälligste Lag weiter hinten in der Höhle. Stufe für Stufe erhob sich dort eine Art Pyramide, die an den Fels gelehnt war. An ihrer abgeflachten Spitze schien sich eine Art Altar zu befinden. An ihrem Sockel führt eine dunkler Gang ins Innere. Corax stürmte begeistert vorran doch hielt er rasch inne als er etwas andere fühlte. In ihm regte sich etwas. In dieser Pyramide hauste etwas, etwas mächtiges. Ein Naturgeist? So nah an Gahraghs Reich? Vielleicht eher ein Fürst. Dennoch wurde er sich wieder all des Lebens um ihn herum bewusst. Er schaute sich um, doch konnte nichts entdecken. Was immer es auch ist das hier haust, es schläft scheinbar. Er sah sich um und entdeckte weitere kleine Bauten an den Rändern der Höhle. Vielleicht sollte er sich dort zuerst umsehen, denn er hatte nicht wirklich bedarf sich jetzt mit einem Fürsten herumzuscheren. Doch er beschloss sich trotzdem zuerst die Pyramide anzuschauen. Er konnte die Macht des Geistes aus dem Tunnel strömen spüren, daher machte er sich auf zur Spitze.

Die Treppenstufen der Pyramide waren hoch, so hoch, dass er es selbst mit einem Sprung nicht schaffen würde sich an der Kante festzuklammern. Irgendwie mussten die Menschen doch früher zum Altar heraufgekommen sein? Vielleicht gab es an einer der rückgewandten Seiten eine Treppe oder die damaligen Priester hatten Magie verwendet. So würde er es zumindest jetzt tun. Er wusste nicht ob er sich selbst hochschweben lassen konnte mit seiner Magie, doch er hielt das hier kaum für den rechten Zeitpunkt es heraus zu finden. Eine Verwandlung wäre übertrieben, doch er konnte natürlich etwas wachsen lassen, doch woher sollte er hier unten einen Samen nehmen, sein Vorrat war noch immer in seiner Kleidung am Rande des Orkwaldes. Dann kam ihm die rettende Idee. Er konnte nur hoffen, dass der Fürst nicht allzu sensibel auf ein klein wenig Magie in seiner Nähe reagieren würde. Er rief seine Magie hervor und konzentrierte seinen Geist auf seine Hände. Er führte sie zusammen und dann wieder auseinander. Dünne, silbrig leuchtende Fäden tanzten zwischen seinen Fingern. Er verdrehte sie mit seinen Fingern und machte sich daran ein dünnes, klebriges Seil zu spinnen. Als es lang genug war leitete er es von unsichtbarer Hand geführt an den Rand der ersten Stufe. Als es befestigt war umfasste er es mit seinen beiden Händen. Es war klebrig genug, dass er nicht abrutschte.
Auf diese Weise ging der Aufstieg schnell vorran. Doch nach der ersten Stufe kam ihm eine weitere Idee. Er ließ das Seil wo es war und konzentrierte sich wieder auf seine Hände. Ein dünner, weißer Film bildete sich auf ihnen. Testweise legte er sie an die Wand der nächsten Stufe. Sie hafteten gut. Auf diese Weise krabbelte er nun flink die Stufen nach oben.
Dort angekommen erkannte er, dass es sich tatsächlich um eine Art Altar gehandelt haben musste. Ein großer Opferstein, mit Rinnen für das Abfließen des Blutes von Opfertieren, befand sich in der Mitter der Plattfort. Und auf ihm lag ein kleiner glimmernder Gegenstand. Gold, wurde es ihm bewusst. Er ließ eine winzige Lichtkugel an der Spitze seines Zeigefingers entstehen und betrachtete den Gegenstand genauer. Es war ein kleiner Vogel, doch entstellt, als stamme er direkt auf Beliars Reich. Eine Feldermaus... nein ein Vampir sogar. Vorsichtig strich er über das Gold. Es fühlte sich kalt an. Vorsichtig hob er die goldene Fledermaus auf. In der Erwartung das irgendetwas, vielleicht ein rollender Felsbrocken der aus irgendeinem Loch erschien, geschah sah er sich um. Doch seine Erwartungen wurden enttäuscht. Er besah sich den Vampir genauer und plötzlich, ohne Vorwarnung. Schlossen sich die Flügel der Fledermaus um seinen Arm und er spürte wie sich kalte goldene Zähne in das Fleisch seines Armes schlugen. Es war als ob sich plötzlich ein kühler Mantel um ihn legen würde. Dann hörte er das geräusch tausender Flügel schlagen. Der Tempel unter ihm rumorte. Dann doch lieber die rollende Felskugel.

Syrus
16.08.2012, 20:24
Syrus hatte den ganzen Tag damit zugebracht, sich körperlich und mental darauf vorzubereiten, zum ersten Mal seit langer Zeit sein Plätzchen im Schatten des Baumes zu verlassen. Er hatte lange darüber nachgedacht, ob er es wagen sollte wieder in die Welt der wahrlich Lebenden zurückzukehren, doch der Besuch und die Fürsorge der unbekannten Fremden am Vortag hatte ihm neue Lebenskraft gegeben und ihm gezeigt, dass er nicht sein ganzes Leben damit verbringen konnte, hier an diesem Baum dahinzuvegetieren.

Auch wenn sich sein Kopf noch immer anfühlte, als würden tausende Käfer mit scharfen Zähnen unerbittlich an seinem Gehirn nagen - seine schlimmste Qual, die furchtbaren Alpträume, schienen zumindest für den Moment einen Teil ihres Schreckens verloren zu haben. Und das verdankte er seiner unbekannten Retterin, die ihn aus dem Horror seines Traums gerissen hatte. Mit zunehmender Verwunderung und Verzweiflung hatte er festgestellt, dass er sich kaum noch an sie erinnern konnte. In dem kurzen Moment, als sie neben ihm an diesem Baum gekniet hatte, waren Syrus' Sinne noch halb im Land der Träume und sein Verstand hatte sämtliche Informationen eher schlecht als recht verarbeiten können. Trotzdem war Syrus sich sicher, dass er die Fremde schon bald wieder finden würde und sich bei ihr bedanken würde. Davor aber, musste er wieder beginnen zu leben.

Als die Hitze des Tages verflogen war und die kühle abendliche Herbstluft Tooshoo durchdrang, erhob sich Syrus zum ersten Mal von seinem behelfsmäßigem Lager. Die Schmerzen in seinen Gliedern waren kaum in Worte zu fassen, seine seit Wochen kaum genutzten Gelenke schrien laut auf ob der ungewohnten Belastung und für einen kurzen Moment dachte Syrus, seine dürren Beine würde unter seinem Gewicht wegbrechen und er würde seinen Kopf an einem der zahlreichen Steine aufschlagen. Es gelang ihm sich an dem Baum abzustützen und langsam sein Gleichgewicht zu erlangen. Es dauerte einige Schritte, bis sein Körper sich wieder an diese so einfache Bewegung gewöhnt hatte, doch Syrus fand zunehmend gefallen daran, wieder auf den Beinen zu sein und sich zu bewegen.
Als er seinen Blick Richtung Schwarzwasser richtete, sah er eines der Kinder, das ihm ab und an ein Stück hartes Brot zugeworfen hatte. Dem geschockten Gesichtsausdruck der Kleinen zu folge, hatte dieser nicht damit gerechnet, Syrus jemals wieder Laufen zu sehen. Erst jetzt realisierte Syrus, dass die Bewohner der Waldes ihn all die Monate vielleicht für einen verletzten Kriegsveteran oder Krüppel gehalten hatten und deshalb Mitleid mit ihm hatten. Er erhob seine rechte Hand zum Gruße und versuchte dem Kind freundlich zuzulächeln, woraufhin sein junger Beobachter auf der Stelle kehrt machte und zurück ins Dorfzentrum lief, als wäre der Teufel hinter ihm her.

Syrus konnte es ihm nicht verdenken. Sein Lächeln war zwar noch nie der hübscheste Anblick auf Erden gewesen, aber er hatte eine vage Vorstellung davon, wie er nach Monaten (oder Jahren) des Dahinvegetierens aussah. Er versuchte die hämmernden Kopfschmerzen so gut es ging zu ignorieren und setzte seinen Weg in den Wald fort, wo er bald das fand, weswegen er gekommen war. Ein kleines Bächlein, kaum mehr als ein Rinnsal, dessen beruhigendes Plätschern ihn schon lange begleitet hatte. Es war zwar keine kühler Bergsee und erst recht keine luxuriöse Badewanne, aber es sollte genügen um seinen Körper zum ersten Mal seit langer Zeit zu waschen.
Der erste Kontakt seiner Haut mit dem kristallklaren Wasser war, eben so wie seine ersten Schritte, eine höchst eigenartige Angelegenheit, da Syrus das Gefühl von frischen scheinbar schon vergessen hatte. Als er sich mit dem Wasser wieder angefreundet hatte und dessen reinigende und erfrischende Wirkung alle Zweifel vergessen machten, verbrachte er über eine Stunde damit, alle Stellen seines Körpers ausgiebig und penibel zu reinigen.

Als er aus dem Wald zurückkam, fühlte sich Syrus fast wie ein neuer Mensch. Seine Haare und Fingernägel waren zwar noch stumme Zeugen seiner Zeit als leblose Gestalt, er musste sich dringend neue Kleidung besorgen und sein Kopf drohte noch immer jeden Moment in tausend Teile zu zerspringen, aber Syrus fühlte sich zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit „gut“.

Corax Erindar
19.08.2012, 01:04
Es dauerte einen kurzen Moment bis er die Geräusche, die er hörte, zuordnen konnte. Dann erkannte er sie als Flügelschläge. Überall in der Höhle waren kleine Schatten von den Wänden gefallen und flogen nun wild durch die Gegend. Nein, nicht wild, wurde ihm klar, sie kommen auf mich zu. Er umklammerte mit einer Hand den Kopf der goldenen Fledermaus, doch sie wollte sich nicht lösen. Noch immer spürte er eine unnatürliche Kühle um sich herum und eine Art Rauschen lag auf seinen Ohren. Ohne weiter nachzudenken schuf er eine kleine Lichtkugel und besah sich seinen Arm genau. Goldene Zähne hatten sich in seine Haut geschlagen und schienen sein Blut zu saugen. Er fluchte. Ein Schatten flog dicht an seinem Gesicht vorbei. Der Druide schlug ihn mit einer Hand beiseite. Er würde noch einen letzten Versuch unternehmen. Er konzentrierte sich und versuchte dann mit seinem Geist den magischen Umhang oder was es auch immer war, das sich um ihn gelegt hatte, abzustreifen. Er spürte ein Zwicken im Arm. Das seltsame Gefühl verschwand, die Zähne waren nicht mehr zu sehen. Der goldene Armreif lag unscheinbar und kühl an seiner Hand. Es waren komischerweise keine Bisswunden zu sehen, nur zwei leicht gerötete Stellen die langsam erblassten.

Ein weiteres dunkles Geschoss traf ihn im Magen. Vom Regen in die Traufe. Kaum war er ein Problem los, kam bereits das Nächste - und nicht das Letzte, wenn er dem leichten Zittern unter seinen Füßen glauben schenken durfte. Die Fledermäuse umschwärmten ihm zu Dutzenden und waren kurz davor ihn in ihrem Schwarm zu verschlucken. Doch Corax hatte keine Lust noch hier zu sein wenn der Geist unter ihm vollende erwacht war, daher musste er schnell handeln. Er ließ die Lichtkugel erlischen und sammelte seine magischen Kräfte. Was er vorhatte würde anstrengend sein, doch ihm fiel keine elegantere Lösung ein. Er vermied es in der Regel mächtigere Zauber in rascher Sukzession zu verwenden, doch er würde hier nur durch einen der Schächte schnell genug rauskommen um dem Zorn des Geistes aus der Pyramide zu entkommen und bevor er sich verwandeln konnte musste er ein Loch in diese Wolke aus kleinen Leibern hauen. Oder sie gleich ganz zerstreuen. Er sammelte seine Gedanken und beschwor eine Welle aus Zorn in sich hervor, eine unverholene Drohung und schleuderte sie dem Schwarm begleitet von der Wucht seiner Magie entgegen. Panik ergriff die Fledermäuse und sie unternahmen jegliche erdenkliche Mühe um von ihm wegzukommen. Einige flogen Verwirrt umher, als hätte sie ein Schlag getroffen, einige andere entflohen durch den Tunnel oder die Schächte. Der vertraute Schatten von Erschöpfung fiel über seinen Körper, wie immer wenn er einen anspruchsvolleren Zauber gewirkt hatte, doch er rief seine Magie sofort wieder zu tage. Er verzichtete darauf etwas von der Kraft des Fürsten zur Hilfe zu nehmen und kanalisierte seine eigenen Kräfte in die rasche Verwandlung seiner Glieder. Unter ihm ruckte etwas. Als der Rabe losflog sah er wie ein riesiger Schatten sich aus dem Eingang der Pyramide herauspresste. Er beschleunigte den Flügelschlag. Hinter ihm erhob sich etwas in die Luft. Etwas großes. Doch schon hatte er den rettenden schmalen Schacht erreicht der ihn nach draußen und in Sicherheit bracht.

Raminus
19.08.2012, 18:50
Das erste Mal Zeit mit einem Tiergeist zu verbringen war einfach wundervoll gewesen. In der Nacht hatte niemand Raminus stören können und er hatte jeden Augenblick des intensiven Momentes voll ausgenutzt, nichts und niemand konnte ihm diese Erfahrung zunichte machen und nie würde er etwas von den Eindrücken vergessen. Der Geist trug so viele Bilder und Emotionen aus der Zwischenwelt fast wie eine Art Schleier mit sich und dem Druidenlehrling war es kaum möglich sich bewusst auf einzelne Aspekte zu konzentrieren.

Auch die Kommunikation mit dem Tier war anders als sonst. Hier hatte er bei der Beschwörung ja bereits den Auftrag, die Bitte in den Ruf mit hinein gewoben, sonst galt es ja eher eine „Unterhaltung“ von Grund auf selbst zu gestalten. Der kleine Vogel hatte ohne Unterbrechung auf seiner Hand gesessen und in absoluter Stille hatten sie sich unterhalten, Worte waren hier vollkommen überflüssig. Fast schon mit Bedauern hatte der Hüne die Morgendämmerung in Empfang genommen, der Tiergeist hatte wie vereinbart, die ganze Nacht bei ihm verbracht und mit dem Schein der aufgehenden Sonne war er schließlich verschwunden. Nur ein schwaches magisches Echo war zu vernehmen. Seufzend und doch auch irgendwie glücklich hatte sich Raminus dann in seinen normalen Alltag begeben mit dem Wissen heute Abend frühzeitig schlafen zu gehen. Mehr als zwei Tage am Stück wach zu sein war dann doch etwas anstrengend. Doch die Erwartung und Hoffnung einmal einen Eulengeist rufen zu können hätte größer nicht sein können…

Syrus
20.08.2012, 21:57
Es hatte einige Zeit gedauert, länger als Syrus gedacht hatte, aber letzten Endes hatte er sie gefunden. Er wusste, dass seine unbekannte Retterin in einer der einfachen Holzhütten wohnte, die man überall rund um den riesigen Baum sehen konnte, doch welche Hütte sie genau sie nun ihr eigen nannte, hatte Syrus nur raten können. Ihm war bewusst, dass er ein Fremder in dieser Gegend war und nicht einfach von Tür zu Tür gehen konnte, also hatte er sich ein schattiges Plätzchen gesucht, das Treiben in der Siedlung beobachtet und gehofft, die Unbekannte wiederzuerkennen. Je länger er hier wartete, desto schlimmer waren die pochenden Kopfschmerzen geworden, und er hatte schon mit dem Gedanken gespielt, sich wieder zurückzuziehen und unter seinen Baum zu kauern, als er eine Frau mit schulterlangen schwarzen Haar sah, die gerade dabei war über den Platz zu schreiten.

Unter hörbarem Knacken seiner Gelenke erhob sich Syrus von seinem Platz und ging auf die Unbekannte zu, die ihn, zu seiner Überraschung, mit einem freundlichen Lächeln grüßte. Er hatte nicht gedacht, dass eine Frau wie sie sonderlich erpicht darauf war, in der Öffentlichkeit mit ihm zu sprechen, doch entgegen seiner Erwartung suchte sie ohne Umschweife das Gespräch mit ihm und beglückwünschte ihm zu seiner Entscheidung, sich wieder unter die Lebenden zu wagen. Syrus unterhielt sich einige Minuten mit der Frau, und wollte sich gerade für ihre Hilfsbereitschaft bedanken, als diese ihm deutete, einen Moment zu warten, auf der Stelle kehrt machte und zurück in ihre Hütte lief. Einige furchtbare Momente nagte an Syrus der Verdacht, dass seine Gesprächspartnerin das Weite gesucht hätte und sein erster zaghafter Versuch der zwischenmenschlichen Kommunikation glorreich gescheitert wäre, doch noch während er über sein mögliches Versagen brütete, kehrte die Frau mit einem Stoffbeutel in den Armen zurück.
"So wie du aussiehst ist es nicht verwunderlich, dass die Leute hier dich meiden. Die paar Stofffetzen an die kann man doch nicht als Kleidung bezeichnen. Hier hast du ein paar alte Kleider, ich glaube sie sollten dir passen. Mein Mann….der braucht die nicht mehr."

Mit diesen Worten, von einem freundlichen Lächeln begleitet, verabschiedete sie sich von Syrus und ging ihres Weges. Syrus verblieb noch einige Momente wie angewurzelt stehen und versuchte zu verarbeiten, dass ihm eine vollkommen fremde Person gerade einen Beutel voll Kleidung überlassen hatte. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass er dieselbe Person war, die ihn vor ein paar Nächten aus einem furchtbaren Alptraum gerettet hatte. Als er die Situation einigermaßen begriffen hatte, packte er den Beutel und zog sich zu einem ruhigen Plätzchen an den Rand der Siedlung zurück, wo er das unverhoffte Geschenk der Fremden, deren Namen er noch immer nicht kannte, begutachtete. In dem Beutel befanden sich eine schlichte dunkelgraue Leinenhose und ein ebenso schlichtes Laibchen aus dunklem Stoff. Es war zwar nicht die Kleidung eines wohlhabenden Bauern oder gar Barons, doch im Gegensatz zu Syrus‘ vollkommen zerfetzter Robe schien es ihm wie edelste Kleidung, die er je gesehen hatte. Er konnte sein Glück kaum fassen wollte gerade schon seine neuen Kleider anlegen, als er bemerkte, dass noch etwas in dem Beutel auf ihn wartete. Es war einer jener Gegenstände die ihm einst viel bedeutete hatten, doch die er schon Jahre nicht mehr in Händen gehalten hatte. Es war ein Buch, zwar geschrieben in schlampiger Schrift auf billigem Papier und in dünnes Leder gebunden, doch es war ein Buch. „Die Jagd und du – eine Einführung in die hohe und edle Kunst des Jagens“ hätte früher zwar nicht zur Lektüre seiner Wahl gehört, doch hier, umgeben von dichten Wäldern und auf die Almosen von Fremden angewiesen, könnte das Lesen dieses Buches vielleicht ganz hilfreich sein.

Syrus
22.08.2012, 22:08
Das Lesen von Büchern zu verschiedensten Themen hatte Syrus stets Freude bereitet und war ihm, trotz seiner nur spärlich ausgebildeten literarischen Fähigkeiten, niemals zu anspruchsvoll. Selbst die verstaubten Folianten in der Bibliothek des Kastells, die die Geschichte der bekannten Welt so trocken wie detailreich schilderten und durch ihren komplexen Syntax scheinbar Leser abschrecken wollten, hatten ihm damals keine großen Probleme bereitet.

Dieses Büchlein jedoch, eine ausführliche und doch verständliche Beschreibung verschiedener Jagdtechniken, schien sich beinahe dagegen zu wehren, von Syrus gelesen zu werden. Jedes Mal, wenn der junge Mann versuchte mehr als eine Hand voll Zeilen zu lesen, schienen die Buchstaben miteinander zu verschmelzen, die Sätze zu einem konfusen Wirrwarr aus unzusammenhängenden Wörtern zu werden und sämtlicher Sinn aus dem Geschriebenen zu entschwinden. Die Schuld lag jedoch nicht an der Lektüre, dessen war sich Syrus bewusst, es war sein Verstand, der die Anstrengung des Lesens scheinbar nicht bewältigen konnte. Es lag noch immer eine unbekannte, namenlose Dunkelheit über seinem Geist, und er musste all seine Kraft aufwenden, um nicht wieder in den Zustand absoluter Apathie zu verfallen, der ihm Monate seines Lebens gekostet hatte.

Als sich die Schatten der Nacht über Tooshoo legten und das Licht in Schwarzwasser nicht mehr ausreichte um ein weiteren Angriff auf seine Lektüre zu wagen, packte Syrus das Buch resignierend wieder in seinen Stoffbeutel und machte sich auf, einen Spaziergang durch diesen Ort zu unternehmen, der ihm so unbekannt war, obwohl er sich schon so lange hier aufgehalten hatte. Er wanderte für einige Zeit ziellos über die Stege und Brücken, bewunderte den majestätischen Riesenbaum, den er in all der Zeit niemals wirklich betrachtete hatte, lauschte den Geräuschen aus der Sumpflilie und beobachtete die Menschen, die hier den lauen Spätsommerabend genossen. Er hörte auch von einer Sumpfkrautplantage, wo immer willige Arbeitskräfte gesucht wurden, doch Syrus hatte Zweifel daran, dass man einen Außenseiter wie ihn dort anstellen würde, immerhin galt das Sumpfkraut als das wichtigste Exportgut Schwarzwassers.

Als er die Siedlung einmal der Länge nach durchquert hatte und daran war, sich auf den Rückweg zu machen, spürte er, wie er unwillkürlich sein Schritttempo verlangsamte. Er wusste, dass ihm nach diesem Spaziergang nichts anderes mehr erwartete, als die Nacht. Und mit der Nacht, kam der Schlaf, und mit dem Schlaf kamen die Alpträume. Sie waren schon in der vorigen Nacht zurückgekehrt, nicht so furchtbar und intensiv wie vor seiner Begegnung mit der Fremden, aber Syrus wusste, dass es nur eine Frage der Zeit war, bevor die Kreaturen seiner Träume wieder Jagd auf ihn machen würden.

Schließlich kam er an seiner gewohnten Schlafstelle an und beschloss schweren Herzens, sich für diese Nacht seinem Schicksal zu ergeben und auf das Beste zu hoffen. Nicht jedoch, ohne sich zuvor zu versprechen, demnächst tatsächlich Hilfe zu suchen.

Gwydion
23.08.2012, 17:40
Nachdenklich betrachtete Gwydion das feine Gespinst aus Fäden zwischen seinen Fingern. Mama Hooqua hatte irgendwannn einmal erwähnt, dass sie die Netze der Sumpflauerspinne in eine Salbe gegen Gelenkschmerzen matschte. Der Heiler legte den Kopf leicht schief und dachte nach. Ob man sie noch für andere Dinge verwenden konnte? Für Heilsalben, die eine offene Wunde besser zusammen halten konnten? Vielleicht gar für Verbände? Den Spinnennetze waren dafür, dass sie so fein waren, relativ robust. Der Klebstoff an ihnen machte sie noch interessanter. Aber um mit ihnen ausführlich Experimente betreiben zu können, brauchte Gwydion erst einen gewissen Vorrat an Material.

Er suchte sich einen großen Tonkrug, den er mithilfe eines Lederbandes um die Schultern hängen und mit einem Deckel verschließen konnte. Das musste doch zu machen sein genug Netze zu finden, um sie in Salben oder als Verbandsmaterial zu testen. Vor allem als Verbandsmaterial. Mit seiner Magie wäre er vielleicht in der Lage sie so zu bearbeiten, dass sie noch haltbarer wurden.

„Osmo?“, rief er in die Heilkammer.
Ob der da war, oder war er auf der Sumpfkrautplantage? Oder er lag irgendwo im Sumpf und zählte die rosa Sumpfhaie, die über ihm vorbei flogen.
„Osmo? Ich gehe in den Sumpf. Vorräte sammeln.“, meinte der Druide zu niemand bestimmten, da Osmo sich nicht zeigte.
Im Hinausgehen warf er einem der Wächter noch zu: „Sollte jemand die Dienste eines Heilers benötigen, sucht Sennahoj.“

Mit zielstrebigen Schritten machte er sich auf den Weg über die Stege, bis er sie mit einem Satz verließ und auf einer der kleinen Sumpfinseln landete. Von dort aus setzte er seinen Weg tiefer in den Sumpf fort.

Raminus
23.08.2012, 21:24
Den Druiden Corax hatte Raminus leider bisher noch nicht gefunden und die Sache mit dem Eulengeist würde wohl noch warten müssen, so schien es zumindest. Wenn er weiterhin einfach gewartete hätte dem Druiden über den Weg zu laufen, dann hätte es für ihn nun keinen Grund gegeben mitten in der Nacht im umliegenden Sumpf umher zu spazieren. Neben dem Beschwören mit dem Symbol gab es ja laut Ornlu auch die Variante mit einem Überbleibsel von einem toten Exemplar. Es war nicht so schwer in der Dunkelheit irgendwann eine Eule aufzuspüren, auch wenn er nicht beabsichtigte extra für seinen Zauber eine zu töten, aber er wusste das manche großen Eulenarten sogar ihre kleineren Artgenossen jagten, oder aber er konnte eine Eule dazu überreden ihn zu einem toten Artgenossen zu führen.

Mit einer sehr schwachen Lichtkugel in den Händen bahnte sich der Lehrling seinen Weg durch den Sumpf. Er wollte nicht unbedingt als Lichtquelle für die ganzen Motten des Morastes dienen und mit Motten meinte er in diesem Fall Sumpfhaie und ähnliches Getier. Hin und wieder vernahm er einige Geräusche, zumeist war es ein durch ihn aufgeschrecktes Tierchen, das nun schleunigst das Weite sucht, doch seit kurzem vernahm einige Laute, die nicht so recht zu einem Tier passen wollten. Viel mehr war es ihm als ob da noch ein anderer Mensch unterwegs war. ‚Mal sehen wer da unterwegs ist, irgendein Gauner würde wohl er in Richtung Schwarzwasser huschen, als genau in die andere Richtung. Und zur Not kann ich ihm oder ihr immer noch eins mit der Holzfälleraxt überbraten.’ Möglichst unauffällig, wenn auch beileibe nicht perfekt begab sich der Hüne in Richtung der vermuteten Person. Schließlich schätze er den Abstand gering genug ein. Bewahre! So spät noch im Sumpf unterwegs? fragte er frei heraus, in der Hoffnung wirklich mit einem Menschen zu reden und sich nicht irgend einem wilden Tier als Abendessen präsentiert zu haben…