View Full Version : Setarrif #27
Die letzten Tage hatte Bhaal ein paar alte Plätze besucht, Orte, welche der einstige Händler von früher kannte. Dort hatte er des öfteren Menschen getroffen, welche einst mit ihm befreundet gewesen waren. Früher zumindest, bevor Bhaal all sein Hab und Gut verloren hatte. Nun aber war keiner dieser Männer mehr des Vermummten Freund. Vermutlich hatten sie ihn nicht einmal erkannt. Sie sahen nur die einfache Gestalt, gehüllt in ein schlichte Kleider. Das Gesicht trug der einstige Händler vermummt, eine Kapuze über den Kopf gestülpt. Und dann erst der schulterlange Zopf, der mit Bändern umwickelt über der Schulter lag... kein Wunder, dass sie ihn nicht erkannt hatten.
Für Bhaal war dies aber auch eigentlich nur ein Abschied gewesen. Ein Lebewohl zu seinem früheren Leben. Innos hatte ihm die Augen geöffnet und das falsche Leben aus dem Mann herausgebrannt. Bhaal würde nun Buße tun. Er hatte vor, genau das Gegenteil zu seinem früheren Leben zu machen. Er wollte einen neuen Beruf erlernen, eine andere Art, sein Gold zu verdienen. Eine ehrliche Art, in der er für seine Produkte entsprechend bezahlt werden würde. Bhaal wollte Schmied werden.
Und Genau aus diesem Grund durchwanderte der Vermummte die Stadt. Er war auf der Suche nach einem Schmied namens Kiljian. Es hies, dass dieser Mann ein guter Schmied sei, Ein Mann mit besonderen Fähigkeiten. Und Bhaal wollte die Schmiedekunst schließlich nicht von irgendwem erlernen. Er wollte damit etwas beweisen.
Endlich hatte er die Werkstatt des Schmieds gefunden. Er klopfte, wartete einen Moment auf eine Aufforderung und trat dann hinein. In dem etwas düsterem Schummerlicht sah er einen Mann sitzen. Entgegen Bhaals Erwartungen schallten keine Schmiedegeräusche von irgendwoher. Man sah nur den Mann, wie er auf einen Eisenring starrte. "Verzeiht, aber ich suche den Schmied dieser Werkstatt. Seid ihr zufällig Kiljian, der Schmied?"
Der Tag war träge dahin gelaufen und seit Stunden fragte sich Kilijan schon, warum er die Schmiede nicht schloss und sich irgendwo in Richtung der Klippen begab, wo man im Schatten die seichte Meeresbriese genießen konnte, anstatt in dieser brütenden Schwüle zu sitzen. Aber er konnte einfach nicht aufhören, auf diesen vermaledeiten Ring zu starren, der ihm so viel Ärger machte. So unmöglich konnte es nicht sein, mehrere Zauber an ein Objekt zu binden, er kannte dutzende Beispiele aus Büchern, bei denen noch beträchtlich mehr erreicht worden war. Auf der anderen Seite war er natürlich nicht der Meistermagier, die die Artefaktschmiede der alten Zeiten vermutlich gewesen waren. Es war umso ärgerlicher, dass es sich fast um eine verlorene Kunst zu handeln schien, im ganzen Orden hatte kein einziger Erfahrung auf dem Feld. Zwar konnte Calamus mit allerlei theoretischem Wissen aufwarten, aber er war kein besserer Lehrer als die staubigen Bücher auch, die er bewachte. An der Verzauberung versuchen tat sich der Schmied schon lange nicht mehr, tatsächlich generierte er vermutlich gerade nicht mehr als Spannungskopfschmerzen. Und so kam es ihm nicht gänzlich ungelegen, dass die Glöckchen an der Tür schließlich endlich von dem Kommen eines Gastes kündeten. Zig hatte er schon abgewimmelt, Aufträge nahm er seines Armes wegen im Moment sowieso nicht an. Noch ein Grund, warum er die Schmiede auch gut geschlossen hätte halten können. Der Neuankömmling allerdings war eine seltsame Erscheinung, sicherlich kein Zimmermann, der ein paar Nägel oder einen Hammer brauchte. Er hatte sein Gesicht mit einer Kapuze und einem Tuch verhüllt, was Kilijan ziemlich augenblicklich aufmerken ließ. Magie ballte sich und seine Augen ruhten scharf auf dem Fremden. Damals in Varant waren Assassinen derartig angetan und das kam ihm nun gar nicht in Frage, in seiner eigenen Werkstatt über einer unbekannten Tat gemeuchelt zu werden. Nicht dass die Rotröcke nicht jeden Grund hätten, ihn verschwunden sehen zu wollten - es war ihm inzwischen bekannt, dass auf der ganzen Insel niemand über seine Fähigkeiten, insbesondere in der Erzverarbeitung verfügte. Seine magischen Sinne verrieten ihm, dass sich niemand in der Seitengasse befand und so antwortete er nach einer etwas längeren Pause, als sie vermutlich normalerweise üblich gewesen wäre: "Ja, ich bin Kilijan von Silden, Herr dieser Schmiede. Und mit wem bitte habe ich die Ehre, der Ihr an einem derartig brütenden Tag es für nötig befindet, Euch zu verhüllen wie ein Meuchelmörder?" Kein Grund, nicht mit offenen Karten zu spielen. Der Schmied erhob sich, jede Faser seines Körpers gespannt. Und obwohl der Fremde nicht feindlich zu sein schien, sondern sogar grenzwertig freundlich, so pulsierte auch jedes Quäntchen an magischer Macht durch seinen Körper, die ihm zu Verfügung stand und umgab ihn wie eine hitzige Aura. Nein, so einfach würde er es niemandem machen.
Irgendwas musste den Mann aufgeschreckt haben, als Bhaal das Gebäude betrat. Sofort hatte sich die Haltung leicht verändert, wirkte angespannter als vorher. Gut, Bhaals Aufmachung war nun auch nicht gerade der Inbegriff von Vertraulichkeit. Aber er würde es so schnell auch nicht ändern wollen.
Bei Innos göttlicher Gnade, Bhaal war froh, hier den richtigen Mann vorgetroffen zu haben. Er hätte nicht gewusst, was er sonst hätte machen sollen. "Ich grüße euch, Kiljian von Silden. Mein Name ist Bhaal." Eine leichte Verbeugung begleitete die Vorstellung. "Seid beruhigt, ich bin gewiss kein Meuchelmörder. Meine Aufmachung dient der Buße, die ich abzuleisten habe." Instinktiv machte Bhaal eine wegwerfende Geste, so als wolle er dem Thema keine weitere Aufmerksamkeit zollen.
"Mich haben die Geschichten über eure Künste hierher geführt. Man sagt, dass ihr ein ziemlich guter Schmied seid. Ich, für meinen Teil, bin es nicht. Aber..." Bhaal holte einmal tief Luft. "Ich möchte einer werden. Deshalb haben mich meine Füße hierher gebracht. So wollte ich euch fragen, ob ihr, Kilijan von Silden, gewillt währt, mich als euren Lehrling anzunehmen?"
Kilijan ließ sich langsam wieder auf seinen Stuhl sinken, auch wenn seine Aufmerksamkeit und seine Bereitschaft bei weitem nicht im Nichts verschwand. Seine Augen verengten sich leicht. Ein neuer Lehrling, pah! Er konnte sich noch gut erinnern, wie das das letzte Mal gelaufen war, mit Lodrick in Al Shedim. In Nacht und Nebel war der Bursche getürmt und trotz aller gegenteiligen Versprechungen nicht wiedergekehrt. Nur der Magier in ihm, der Toleranz und Verständnis suchte, bewahrte den Fremden davor, so schnell wieder gegangen zu werden, wie er gekommen war. Trotzdem: Leichtfertig würde Kilijan seine Künste mit Sicherheit nicht weiter geben. Die Kunst er Schmiede war in Zeiten des Krieges manchmal mehr wert, als man mit Gold überhaupt aufwiegen konnte. Mit einer stillen Geste bedeutete er diesem .. Bhaal sich zu setzen. "Ich nehme niemanden leichtfertig in die Lehre, nicht ich, nicht in diesen Zeiten. Und vor allem nicht, bevor ich nicht genau weiß, wen ich vor mir habe." Der Schmied verschränkte die Arme und lehnte sich etwas zurück. "Erzählt mir Eure Geschichte. Ich will wissen, wer ihr seid, weshalb Ihr Euch der Buße verschworen habt und was ihr mit der Schmiedekunst anzufangen trachtet."
Erneut holte Bhaal Luft. Dies war eine Geschichte, die er ungern erzählen wollte. Er hatte für sich mit seinem früheren Leben abgeschlossen. Aber vielleicht gehörte dies ja auch zu Innos göttlichem Willen? So würde der einstige Händler niemals vergessen, was für ein Mann er einst gewesen war.
"Nun, wie ich bereits sagte, mein Name ist Bhaal. Ich stamme von hier, Setarrif ist meine Heimat. Meine Familie besaß hier ein Handelsunternehmen, welches ich übernehmen sollte. Bei Innos, wir waren gewiss nicht die reichsten der Stadt, aber arm war meine Familie sicher nicht. Leider, wenn ich heute so darüber nachdenke, haben wir auch nie etwas anderes getan, als Reichtum gemehrt." Bhaal räusperte sich einmal kurz und trank einen Schluck Wasser aus dem SChlauch, welcher an seinem Gürtel hing.
"Wie ihr euch vermutlich denken könnt, habe ich natürlich den gleichen Beruf erlernt. Ich war nicht nur gewillt, das Handelshaus zu übernehmen, sondern mich zum reichsten Mann auf ganz Argaan zu machen. Ich war bereit dafür sprichwörtlich über Leichen zu gehen. Innos sei Dank sollte es jedoch anders kommen, als ich es gedacht hatte."
Bhaals Blick trübte sich ein wenig, als er in seinen Erinnerungen versank. "Ein Feuer zerstörte in einer Nacht alles, was meine Familie besessen hatte. Lagerräume, Wohnstätten, Wertgegenstände... nichts wurde von den Flammen verschont. All die Dinge, welche ich mir erarbeitet hatte, waren in Rauch aufgegangen." Bhaals Stimme klang nicht, wie man vielleicht vermutet hätte, wehmütig bei dieser Erinnerung. Nein, eher konnte man Freude und Erleichterung heraushören. "Natürlich wollte ich mich davon nicht unterkriegen lassen. Skrupellos, wie ich war, war ich bereit, alles zu tun, was nötig war. Nur sollte es anders kommen."
Bhaal schloss die Augen, seine Stimme wurde leise, fast ein Flüstern. "Ich war in Schwarzwasser, habe dort Sumpfkraut erstanden und wollte damit dann nach Thorniara... auf dem Weg dorthin... da waren Männer. Banditen vielleicht... Sie griffen mich auf, wollten... wollten mich..." Der Vermummte verstummte kurzerhand, schüttelte den Kopf und blickte auf. "Einen konnte ich töten. Verbiss mich in seinem Hals... noch heute kann ich Schmecken... egal."Wieder das Schütteln. "Innos, in seiner Gnade, sandte einen seiner Diener, welcher mich befreite. Er war es auch, der mir auftrug, von meinem alten Weg abzuweichen. Ich sollte die Zeichen sehen. Oh, und ich sah sie."
Ergriffenheit hatte Bhaal ummantelt wie eine liebende Mutter ihr Kind. In seinem Inneren war er fest überzeugt, dass Innos ihm das Leben gerettet hatte, um ihn auf den rechten Weg zu führen. "Und da habe ich meinem altem Leben abgeschworen. Und genau deshalb möchte ich die Schmiedekunst erlernen. Um zu zeigen, dass ich mit meiner eigenen Hände Arbeit mein Geld rechtschaffen verdienen kann, ohne andere Leute dafür zu betrügen."
Kilijan hörte dem Besucher schweigend zu und strich sich gelegentlich mit der gesunden linken Hand am Kinn entlang durch den Dreitagebart oder den Schweiß aus der Stirn. Er überlegte recht lange, bis er antwortete: "Ihr scheint Innos sehr zugetan zu sein, mehr als mir, offen gestanden, allzu lieb ist. Wir Diener Adanos würden nie auf die Idee kommen, Innos Verehrung untersagen zu wollen, aber seine ergebendsten Diener haben die unangenehme Eigenschaft, die Feinde Setarrifs zu sein. Jeder Vorsatz mag sich schnell ändern, wenn ein starker Glaube unseren Weg bereitet. Wer weiß, ob Ihr im Dienst der Rotröcke enden werdet, wenn Innos Befehl Euch ereilt?.." Kilijan richtete sich auf und seufzte. "Dennoch -", fuhr er fort, "- ist es nicht im Sinne meiner Überzeugungen, dem Erlernen eines anständigen Berufes und dem Wandel des Einzelnden zum Besseren im Weg stehen zu wollen." Der Schmied konnte die Anspannung in den Augen seines Gegenüber sehen. Offenbar war es ihm ernst. "Allerdings werdet Ihr Euren Willen unter Beweis stellen müssen. Ich habe keine Zeit und keine Geduld für einen Lehrling ohne Durchhaltevermögen. Die Aufgabe ist einfach: Sucht einen Köhler und organisiert zehn Zentner Buchenholzkohle und zehn Zentner Pinienholzkohle. Außerdem will ich eine Tonne Eisensand hier sehen. Alles werden wir in der Lehre benötigen. Woher das Ganze kommt, ist mir gleich, solange es nicht mein Lager ist. Diese Aufgabe wird Kreativität und Durchhaltevermögen fordern - ich weiß nämlich, wie schwer Pinienholzkohle und Eisensand hier zu beschaffen sind. Und sie ist realitätsnah, denn genau das sind die Unpässlichkeiten, mit denen sich ein Schmied auch tatsächlich herumschlagen muss."
Bhaals Augen wurden groß, als Kilijan auflistete, was er alles benötigen würde. Der einstige Händler würde schauen müssen, woher er all diese Sachen bekam. Köhler würde er wohl außerhalb der Stadt finden. Nur vermutlich weiter weg als gedacht. Um Setarrif gab es zumeist nur Dschungel und darin fand man selten Buchen oder Pinien. Aber wenn das seine Aufgabe war...
"Also gut." Entschlossen nickte Bhaal. "Ihr sollt eure Kohle bekommen. Ich vermute, dass es vielleicht ein paar Tage dauern wird, aber ich werdet eure Sachen bekommen." Bhaal stand auf. "Ich werde mich auf den Weg machen und erst wieder an eure Tür klopfen, wenn ich eure Dinge beisammen habe." Eine leichte Verbeugung folgte den Worten, dann war Bhaal hinaus getreten.
Blinzelnd schaute er in das helle Licht außerhalb der Schmiede, rieb sich mit der Hand über das Kinn. Hatte er sich da vielleicht zuviel aufgehalt? Bei Innos, gewiss nicht. Er würde es schaffen, Innos stand ihm bei.
Adson Muller
23.05.2012, 19:13
Adson trottete durch die Straßen Setarrifs. Über der Goldenen Stadt lag drückende Hitze und so bewegte sich alles etwas langsamer als üblich. Auch Adson war eher langsam unterwegs, was allerdings nicht nur an den sommerlichen Temperaturen lag. Seinen bisherigen Tag hatte er wieder mit verschiedenen körperlichen Übung verbracht. Er war vor den Toren der Stadt ein paar Runden gelaufen, hatte zwischendrin immer wieder Liegestütze und Klimmzüge gemacht und einige weitere kurze Übungen einfließen lassen. Die immer kräftiger scheinende Sonne hatte die ganze Angelegenheit noch schweißtreibender werden lassen und so hatte Adson es genossen, als er zum Abschluss noch eine Weile im Meer geschwommen war.
Nach der anstrengenden Prozedur hatte er sich erst mal eine kleine Weile ausgeruht und im Schatten gedöst. Schließlich hatte er sich doch wieder aufgerafft und trottete nun in Richtung der Söldnerkaserne. Redsonja hatte ihm aufgetragen, dass er hölzerne Übungsschwerter beschaffen sollte und die würden wohl am ehesten im Söldnerviertel zu finden sein. Außerdem hoffte Adson Nigel zu treffen. Der junge Schreiner wollte dem Söldnerführer mitteilen, dass er eine Lehrmeisterin gefunden hatte und sich nach einer Rüstung und eventuell neuen Aufgaben erkundigen.
Als Adson bei den Söldnern eintraf, war kaum jemand zu sehen. Die wenigen Männer, die er entdecken konnte, hat er alle schon mehrfach in der Taverne gesehen, wie sie sehr elanvoll Krug um Krug geleert hatte. Dieser Elan schien sich tagsüber zu verlieren, denn die anwesenden Söldner hielten alle mehr oder minder Siesta. Doch dann entdeckte Adson den Söldneranführer Nigel und steuerte auf ihn zu.
“Hallo Nigel, schön Euch zu sehen. Ich wollte mich mal wieder melden und Euch mitteilen, dass ich einen Lehrmeister gefunden habe oder, besser gesagt, eine Lehrmeisterin. Ich hätte auch direkt eine Bitte. Könnte ich zwei Holzschwerter zum Üben ausleihen?”
Nigel Ascan
23.05.2012, 19:35
Wie so oft in den letzten Tagen saß Nigel in seinem Arbeitszimmer im Söldnerviertel, welches er besetzte als Anführer jener Kämpfer Setarrifs. Der Papierkram hielt sich in Grenzen, aber dennoch musste er gemacht werden. Die Beschwerden hielten sich ebenfalls in Grenzen und so saß der Krieger eigentlich nur noch dort, weil ihm eine bessere Alternative fehlte. Er könnte zwar runter zum Wasser gehen, aber dafür fehlte irgendwie der nötige Elan.
Schließlich schaffte er es, sich zu erheben und die muchtige Bude zu verlassen. Als er aus dem Gebäude heraustrat, blendete ihn erst die Sonne so sehr, dass er nichts sah. Er blinzelte ein paar Mal und entdeckte Adson, der direkt vor ihm stand.
» Ah, hallo Adson. Schön, dass du dich bemühst. Eine Lehrmeisterin, das ist doch was. Streng dich an. Und was die Holzschwerter angeht, da werden wir sicherlich etwas für dich finden. « antwortete Nigel gelassen, bevor er sich umsah.
Ehrlich gesagt, hatte Nigel absolut keinen Plan, wo und ob er überhaupt irgendwo Holzschwerter hier herumzuliegen hatte. Aber es würde ihn stark verwundern, wenn dies wirklich so wäre. So kehrte er zurück in das aufgeheizte Hauptquartier der Söldner und ging einfach in die kleine Waffenkammer. Sie war leer und verstaubt, so hatte Nigel sie zumindest in Erinnerung. Und es war tatsächlich nicht viel zu finden.
» Schau mal, ob du hier findest, was du suchst. Ich warte draußen auf dich! « sprach Nigel über seine Schulter zu Adson, der hinter ihm stand.
Dann verließ er das Haus wieder und setzte sich auf die Bank davor. Etwas Neues wäre für Nigel mit Sicherheit auch nicht schlecht. Aber er hing zu sehr an seinem Schwert. Und da kam ihm die Idee. Sie fiel wie Schuppen von seinen Augen und Nigel schämte sich beinahe, nicht schon früher drauf gekommen zu sein. Er musste grinsen und Adson, der plötzlich neben ihm stand, riss ihn aus seinen Gedanken. Zum zweiten Mal in kürzester Zeit.
» Hast du alles? « fragte er ...
Adson Muller
23.05.2012, 19:43
Adson betrachtete den staubigen, kleinen Raum. Offensichtlich war lange keiner mehr hier gewesen und die Putzfrau hatte zu Beginn dieses Zeitalters wohl Urlaub genommen. Hier und da lagen ein paar verrostete, schartige Waffen herum, doch in einem alten und äußerst wackeligen Schrank fand er schließlich was er suchte. Zwei einfach Holzschwerter, nicht ganz so wurmstichig wie der Rest der Einrichtung. Für Übungszwecke würde es sicherlich reichen. Vielleicht würde er sich demnächst einfach ein eigenes fertigen, dachte der junge Schreiner und betrachtete das Holz mitleidig. Dann trat er wieder vor die Tür.
"Danke, hab alles gefunden.", sagte er zu Nigel, der irgendwie leicht abwesend wirkte. Adson wagte trotzdem zwei weitere Fragen: "Nur noch zwei kurze Sachen: Zum Einen würde ich gern wissen, wie es sich mit Rüstungen und dergleichen verhält. Muss ich mich da selbst kümmern, oder gibt es vorgefertigte, einheitliche Rüstungen? Und außerdem wollte ich einfach nur wissen, ob Ihr mittlerweile noch eine weitere Aufgabe für mich habt."
Nigel Ascan
23.05.2012, 19:57
» Ich bin Nigel, nicht Lord Nigel. Einverstanden, Kleiner? « motzte Nigel ein wenig, denn es ging im gehörig gegen den Strich, so förmlich angeredet zu werden.
Dann setzte er aber wieder eine versöhnliche Miene auf.
» Konzentriere dich erstmal auf deine Ausbildung, was nützt mir ein eifriger aber schlecht ausgebildeter Kämpfer, hm? Wenn was sein sollte, dann werde ich dich schon finden. Aber schön, dass du fragst. Und zu den Rüstungen, da wirst du dich selbst drum kümmern müssen. Aber ich kann einen Teil des Goldes dafür geben, schließlich brauchst du eine ordentliche Bekleidung. Aber Schnickschnack gibts bei mir nicht! « beantwortete der Söldnerführer die Frage des frischen Söldners.
Wobei Adson nicht der Neueste wahr, ob er diesen Edon schon kennen gelernt hatte? Was ging das Nigel an?! Der musste sich jetzt erstmal um ein Zweihandschwert und einen Lehrmeister kümmern.
» Wenn das alles war, dann trainiere mal fleißig. Schönen Tag! « sagte der Krieger zum Abschluss und verschloss das Hauptquartier der Söldner wieder. Genug getan für den Tag. Zumindest für Söldner, jetzt war Nigels Wohlbefinden dran.
Edon Mesotes
23.05.2012, 20:25
Hie und da hatten sich Klingen und Söldner im Akademiehof verteilt, um jeder für sich die Technik zu verbessern, wie man seinen Gegner am besten absticht ohne sich selbst dabei zu verstümmeln, was ja an und für sich nicht der dämlichste aller Gedanken. So hatte auch Edon gesteigertes Interesse an der Vollständigkeit seiner Gliedmaßen und deswegen ebenfalls munter im Hof damit zu Gange, wie bekloppt auf einen Baum, der schon unter der Axt Rognors zu leiden gehabt hatte, und einen Stein einzuprügeln, während er, wann immer ihm das und ganz besonders seinem Handgelenk nicht mehr der Sinn danach stand, weiter verunstaltet zu werden, sich wieder seiner Beinarbeit widmete, um sich doch noch die Chance zu erhalten, den Schlägen des Kleinwüchsigen gekonnter auszuweichen und mehr Schwung in die eigenen Dich-verhau-ich-Aktionen legen zu können, was ebenso wenig unter die Kategorie der wenig vernünftigen Gedanken fallen dürfte.
Sicherlich hatte er an der Technik, wie er dem Gegner das Eisen entgegen bringen wollte noch deutlich zu arbeiten, aber er hatte ja gerade erst damit angefangen, sich aufmischerisch zu arbeiten und das würde sicherlich noch kommen - sofern ihm nicht vorher der Kopf fehlen würde, ein dann doch wenig erbaulicher Gedanke.
Doch in dieser Hinsicht konnte er von Glück reden, dass die Dauerschleife aus Kämpfen wenigstens mit jemandem auszuführen sein würden, der ebenso wenig die Technik des Kaputt-Kloppens beherrschte...
Rognor Hammerfaust
23.05.2012, 20:39
Und schon wieder rannte Rognor um den Platz. Seine Ausdauer hatte sich enorm verbessert. Allerdings trug er jetzt auch immer die Kiste bei sich. Er überlegte scherzhaft ob er die Kiste nicht als Waffe benutzen könnte. Er musste lächeln als er sich vorstellte, wie er im Gefecht mit Innoslern seine Erzbeschlagene Kiste rausholte und auf die lachenden, verwirrten und staunenden Krieger eindrosch. So etwas hatte es auf einem Schlachtfeld bestimmt noch nie gegeben. Doch trotz diesem komischen Gedankens musste er sich wieder auf die Übung konzentrieren. Er hatte heute schon mit Edon gekämpft und Marvin hatte gesagt die beiden sollten eine Pause machen. Allerdings stellten sich manche Leute eine Pause als Zeit, in der man sich ausruhte vor. Unglaublich dieser Gedanke. Zwar war Rognor ein fleißiger und, wenn er denn Arbeit hatte, auch ein arbeitsamer Zwerg aber in allen anderen Lebenslagen hatte er eigentlich ein sehr geruhsames Wesen. Doch bei Sachen, die etwas mit seiner ihm eingeprägten zwergischen Lebensweise zu tun hatten war er Feuer und Flamme. Und der Unterricht mit Marvin war einer dieser Sachen, welche ihn extra anspornte. Zudem wollte er Edon zeigen, dass die Blöße, welche er sich am Vortag gegeben hatte einmalig war. Und das bedeutete um Edon keine Chance zu lassen Rognor ein weiteres Mal zu schlagen musste der Zwerg wie wild trainieren. Und das machte er ja auch schon. Somit konnte er nur hoffen, dass seine Bemühungen nicht umsonst sind.
Zwischen seine beiden Schülern hatte sich eine tiefe ... er würde es nicht Feindschaft nennen, doch die Konkurrenz unter den Beiden war deutlich zu spüren und nicht zu leugnen. Gut, das würde sie noch mehr anspornen und zumindest das war eine Motivation, die er ohne weitere Probleme gut heißen konnte.
»Wir machen Fortschritte, sogar ziemlich gute, doch lasst euch nicht täuschen, die ersten Fortschritte sind leichter zu erzielen, denn ihre Problematik geht noch nicht ins Detail des Kampfgetümmels. So ist der Kampf gegen Tiere eine vollkommen andere Erfahrung. Wir werden diese Erfahrung in nächster Zeit machen, doch jetzt noch nicht. Schlaft euch aus und denkt über Eure Ausbildung nach, geht Eure Übungen durch und das Wichtigste seid ehrlich dabei. Alles was Euch eine Lüge kauft ist ein potentieller Tod auf dem Schlachtfeld.« sagte Marvin zu seinen Lehrlingen des Klingentanzes und entließ sie damit ihres Trainings. »Denkt darüber nach, wo ihr gut wart und wo schlecht. Und wir werden es ändern.«
Sollte ich sie vielleicht früher auf echte Feinde treffen lassen? Ich hatte in meiner Ausbildung schon zu Beginn einen ernsten Kampf fechten müssen und wäre mein Meister nicht mit Bogen in der Hand hinter mir gestanden, ich wäre wohl tot gewesen. Doch es war lehrreich. Mal sehen, was ihnen bis morgen einfällt.
Adson Muller
23.05.2012, 21:41
Adson hatte die Holzschwerter vorerst im Lagerraum der Taverne untergebracht und hatte sich danach wieder in den Schankraum begeben. Die Vorbereitungen für das übliche Abendgeschäft waren schnell getroffen und so bereitete Adson die Ankündigung für Lenus' Auftritt vor. Es galt ein großes Schild zu beschriften. Der junge Schreiner hatte sich den Text zuvor in seinem Notizbuch aufgeschrieben:
"WER HÖRT NICHT GERN EINE GUTE GESCHICHTE?
AM SAMSTAGABEND WIRD DER GESCHICHTENERZÄHLER LENUS UNSERE GÄSTE MIT SEINER KUNST UNTERHALTEN UND ERFREUEN!!!
Getränke und Speisen gibt es zu gewohnt günstigen Preisen."
Adson schaute skeptisch auf das Schild. Etwas besseres war ihm nicht eingefallen, aber wenigstens schien die Schrift lesbar zu sein. Also wurde das Schild für alle lesbar außen neben der Eingangstür angebracht, vielleicht ließen sich ja ein paar neue Gäste in die Sturzkampfmöwe locken.
Damit waren alle außergewöhnlichen Aufgaben bearbeitet und Adson konnte sich wieder seiner gewohnten Arbeit widmen.
War das wieder ein herrlicher Tag gewesen. Harijja suchte zwar seit Tagen schon Wombel im Wald zu finden, aber das war genauso schwierig, wie sich selbst dazu zubringen mit Aniron zu sprechen. Beides vielleicht irgendwann erreichbar aber im Moment nicht machbar. Doch jetzt war sie wieder auf dem Weg zur Taverne. Sie schlief aufgrund möglicher mangelnder Goldressourcen im Freien, zum einen weil es war war und zum anderen war es kostenlos. Sie durfte bloß nicht daran denken, was alles passieren konnte. Sie hatte am Bergsee zwar noch nie Bären oder andere böse Wesen gesehen aber sie könnten eines Abends auftauchen. Doch darüber wollte sie sich keine Gedanken machen. Vor ihr lag die Taverne und neben der Tür hing ein Schilde. Neugierig betrachtete die Weißhaarige das Schild. In zwar nich perfekter aber dennoch lesbarer Schrift stand dort:
"WER HÖRT NICHT GERN EINE GUTE GESCHICHTE?
AM SAMSTAGABEND WIRD DER GESCHICHTENERZÄHLER LENUS UNSERE GÄSTE MIT SEINER KUNST UNTERHALTEN UND ERFREUEN!!!
Getränke und Speisen gibt es zu gewohnt günstigen Preisen."
Harijja freute sich. Ein Geschichtenerzähler. Solche Menschen waren meist immer sehr freundlich un hatten auch eine wohlklingenden Stimme. Meistens sogar ein gutes Äußeres. Ansonsten war dieser Beruf keine gute Alternative, wenn man nicht die Kriterien dafür erfüllte. Doch sie entschloss sich am Samstag mal zur taverne zu gehen um den Geschichten zu lauschen. Aber der eigentliche Grund warum sie hier war, war ein kleiner Mann mit einem weißen langen Bart. Sie hatte ihn einmal kurz gesehen und ihn sofort ins Herz geschlossen. Ihre ersten Gedanken bei dem kleinen Mann waren nicht so etwas wie "Oh mein Gott ist der klein" oder "IEHHHH eine Missgeburt." sondern kamen etwa diesen Gedanken gleich. "Ohhh wie niedlich." oder "Mein Gott ist der knuffig.". Und deswegen wollte sie ihn auch kennenlernen. Doch zuerst musste sie ihre Angst und ihre Schüchternheit besiegen. Und wenn sie das bei dem kleinen Kerl schadden würde so konnte sie es vielleicht auch ein weiteres Mal bei Aniron versuchen.
Adson Muller
24.05.2012, 08:22
Adson war schon früh wieder auf den Beinen. Er streckte und dehnte sich, doch merkte er die Übungen der letzten Tage in fast jedem Muskel seines Körpers. Die Beinen waren schwerer als sonst und Arme und Schultern hätten auch am liebsten Ferien gemacht. Doch das konnte und wollte der junge Schreiner sich nicht leisten. Also begann er diesen Morgen mit einem kleinen Dauerlauf vor dem nördlichen Tor der Stadt. Die Stadtwachen am Tor machten sich wohl über ihn lustig, doch das störte den frischgebackenen Söldner kaum. Nachdem er den Lauf beendet hatte kehrte er zum Leuchtturm zurück und machte Liegestütze. Mal normale, dann auf Fäusten, einige auch nur auf Fingerspitzen, um verschiedene Muskeln zu beanspruchen und auch die Finger zu kräftigen. Als er nicht mehr konnte drehte er sich auf den Rücken und lag eine Weile da und pumpte eifrig Luft in seine Lungen. Zum Abkühlen schwamm er langsam ein paar mal am Steg entlang.
Nachdem er sich wieder angekleidet hatte, griff er zu einem der Holzschwerter. Er hatte gestern nur sehr kurz mit Redsonja gesprochen, da die Taverne sehr gut besucht war. Die Rothaarige hatte seinen festen Stand und die senkrechten Schläge als annehmbar empfunden. Danach hatte sie ihm kurz seitliche Schläge gezeigt, bei denen die Waffe vor dem Körper hin und her pendelte und man einen Gegner so auf Distanz halten konnte. Dies sollte Adson als Nächstes üben und dabei vor allem auf die Bewegungen im Handgelenk und im Oberkörper achten. Außerdem sollte er versuchen, hin und wieder die freie Hand unterstützend dazu zu nehmen. Die zweite Übung war, dass er auf irgendeinen Gegenstand schlug, um ein Gefühl für das Auftreffen der Waffe zu bekommen. Schließlich sollte er sie ja in der Hand behalten, ohne das sein Handgelenk in Mitleidenschaft gezogen wurde. Mit der Beinarbeit und dem Blocken wollten sie sich in den nächsten Tagen beschäftigen.
Adson ließ also das Schwert von links nach rechts laufen, dann wieder von rechts nach links. Das Umlenken verlief noch sehr stockend und ruckartig und er stand immer noch so unbeweglich wie ein Hauswand. Also nochmal von links nach rechts und von rechts nach links und von links nach rechts und von rechts nach links und ...
Totenstille.
Nur das Kratzen einer Feder auf altem Pergament durchbrach die Ruhe des kleinen Zimmers, in dem er gerade stand und den Bewegungen des, in eine blaue Robe gewandeten, Herren folgte. Er schallte sich dafür noch immer nicht die Kunst des Lesen und Schreibens erlernt zu haben, doch gab es in letzter Zeit so viel andere Dinge zu tun, die immer wichtiger schienen als eine Fertigkeit die er ein Lebenlang nicht gebraucht hatte. "Fertig", krächzte der Magier an seinem Pult und legte die Feder beiseite. Einen prüfenden Blick später rollte er das Schriftstück zusammen und ließ etwas Wachs darauftropfen, doch anstatt einen Siegelringes hineinzudrücken bewegte er seinen rechten Zeigefinger über die warme Masse, die sich unter seinen Fingern zu formen begann. "Hier.", sprach er an Iain gewandt, der das wertvolle Dokument sofort ansich nahm. "Ich rate dir die Nachricht nicht zu öffnen und nun.....beeile dich." "Jawohl Meister" Mit einer tiefen Verbeugung verließ er die kleine Schreibstube und machte sich auf den kurzen Weg. Warum der Magier nicht selbst die wenige Schritte lange Reise antrat war ihm ein Rätsel...wie so viele der Gepflogenheiten der älteren Herren, doch stellte er einen Befehl nicht in Frage und einen solchen hatte er erhalten.
"Halt. Wohin des Wegs?", erklang die raue Stimme des Torwächters. "Ich soll einen Trank an Hofmagier Donovan bringen. Hier!" Der junge Mann zog eine kleine Phiole mit einer gelblichen Flüssigkeit hervor. "Na gut. Du findest ihn wahrscheinlich in seiner Kammer." Er erklärte ihm den kürzesten Weg und bedeute ihm diesen auch zu verwenden, um anschließend sofort wieder aus dem Palast zu verschwinden. Iain nickte stumm und ging seines Weges. Die erste Hürde ist geschafft...
Adson Muller
24.05.2012, 18:00
Adson hatte nun schon einige Zeit trainiert und wollte nun erstmals echte Schläge ausführen. Nahe der Anlegestelle hatte er einige alte Balken gefunden, die offensichtlich nicht mehr gebraucht wurde. Diese hatte er so miteinander verbunden, dass rechts und links von ihm je ein Balken stand, während ein dritter waagerecht vor ihm angebracht war. Außerdem hatte er in jeden der Balken einige Kerben eingeschnitten, um einige definierte Zielpunkte zu haben.
Er begann mit dem waagerechten Balken und kam gut zurecht, schließlich kam ihm seine Erfahrung im Umgang mit dem Hammer entgegen. So fielen die Schläge einigermaßen präzise und sein Handgelenk war die Stöße beim Auftreffen auf den Balken schon gewöhnt. Schwieriger wurde es bei den aufrecht stehenden Balken. Allein das waagerechte Schlagen war für Adson noch ein wenig ungewohnt, folglich traf er die Balken selten an den anvisierten Stellen. Schließlich meldete sich auch sein Handgelenk, da er es beim Schlagen teilweise strecken musste und so die Wucht des Aufpralls schwerer zu halten war. Trotzdem bemühte er sich und trainierte mit voller Konzentration, schließlich wollte er seine Lehrmeisterin nicht enttäuschen.
Schnaufend legte er die Übungswaffe zur Seite und dehnte seinen Arm. Für den Moment hatte er genug geübt und bald würde er in der Sturzkampfmöwe antreten müssen. Er absolvierte noch eine kurze Einheit mit Kräftigungsübungen, bevor ein eine kleine Runde schwamm und sich absclhließend eine knappe Stunde zum Ausruhen gönnte. Schließlich sollte ihm das Tablett nachher nicht direkt aus den entkräfteten Händen fallen.
Edon Mesotes
24.05.2012, 19:10
Die Häuser der Setarrifer Straßen rasten an dem Dieb vorbei, als hätten sie keinen Anstand, wenigstens auf ihn zu warten. Nicht einmal ein um seinen Geldbeutel erleichterter Besitzer von selbigem gab sich die Mühe, Edons Lauf durch die Straßen zu folgen, durch die er, beladen mit einer Kiste, die ihm sogar freiwillig überlassen worden war, rannte, nicht weil ihm jemand auf den Fersen war, welche diese dann sehr weit von Edons Kopf hätte entfernen wollen, ja niemand auf dieser Welt schien mehr anständig genug, sich einer Hetzjagd mit dem Söldner auf Probe zu erbieten.
Grund dafür könnte wirklich sein, dass Edon in letzter Zeit fast nichts geklaut hätte, was wohl mehr an seinem angesammelten Vorrat, denn an irgendeiner charakterlichen Veränderung liegen musste. Selbst das Laufen war heute sogar nur sein täglich Training statt dem sonst üblichen Lauf um Freiheit und Leben.
Und dazu kam noch, dass er gerade an einem Punkt angekommen war, an dem produktiver Selbstzweifel angebracht wäre: Was ließe sich in seinem Schwert-Training noch verbessern? Die Antwort würde eigentlich "Alles" lauten, da dies aber alles gleichzeitig schwer zu berichtigen war, würde er sich wohl doch noch etwas raussuchen müssen, was besonders beschissen lief.
Dann war wohl mal wieder eine kurze Geschichtsstunde angebracht: Rognor hatte es einmal geschafft, seine Verteidigung zu überwinden und er hatte nicht rechtzeitig ausweichen können, damit erster Punkt: die Beinarbeit.
Rognor hatte außerdem die Kluft zwischen ihnen beiden, was die Kondition anbetraf, ein wenig überbrücken können, also musste er nachziehen, sprich: Kondition verbessern.
Mit seiner Schnelligkeit hatte war er dem Zwergen deutlich über gewesen und die wollte er nicht aufs Spiel setzen, wenn er sich zu viele Muskeln antrainierte. Dennoch war sein Schlag zu ungenau gewesen, eine leichtere Waffe von Rognor und er hätte den Schlag parieren und zum Gegenschlag ausholen können, damit dritter Kritikpunkt: seine Präzision.
Zuletzt wusste er aber auch, dass er schnell war, aber da war noch viel mehr drin, er musste noch schneller werden, damit vierter und letzter Mängel: seine Geschwindigkeit.
Darauf würde Edon wohl erstmal seinen Fokus legen müssen, damit er mal ein ansehnlicher Kämpfer werden konnte. Er rannte noch einige Zeit mit seiner Kiste durch die Gegend, bevor er zurück zur Akademie lief, um Marvin seine Ergebnisse mitzuteilen.
Zwei Schwerter hingen an dem Waffengürtel, den Madlen über ihrem roten Kleid trug. Beide waren rechts angebracht. Sie konnte zwar nicht damit umgehen, doch immerhin gab es ihr etwas Sicherheit. Natürlich, jetzt fehlte das Training. Zwei Schwerter und die vier verbliebenen Diamanten. Altes und Neues. Und was erhoffe ich mir dadurch…vielleicht alles, vielleicht auch nichts…
Doch Redsonja war schon seit Tagen nicht auffindbar. Sie war nicht bei den Heilern und in der Taverne schien sie nie dann zu sein, wenn Madlen auch dort war.
Deshalb streifte die junge Frau schon mehrere Stunden durch die Stadt, eben auf gut‘ Glück. Aber nichts, keine Redsonja.
Nun gut, ich denke, sie wird mich schon finden. Außerdem…Die Jägerin blickte nach oben. Es setzte gerade ein leichter Nieselregen ein. Sie hatte zwar kein Problem damit nass zu werden, aber sie vermied es so oft es ging. Deshalb ging sie durch das Stadttor im Norden aus Setarrif, grüßte kurz die Wache und begab sich zu ihrem Lagerplatz. Vielleicht am nächsten Tag…immerhin konnte Madlen so noch etwas trainieren.
Adson Muller
24.05.2012, 22:19
In der Taverne 'Zur Sturzkampfmöwe' war wenig Betrieb. Adson hatte nicht sonderlich viel zu tun und lehnte hinter dem Tresen, als er in der oberen Etage Schritte hörte. Kurz darauf kam Redsonja die Treppe herunter, ihren Sohn trug sie vorsichtig auf dem Arm und streichelte ihn beruhigend. Sie begrüßte Adson und fragte ihn nach dem Stand der Dinge.
"Nun ja, Übungsschwerter hab ich bekommen. Und die Schlagübungen hab ich auch gemacht. Wann könnten wir denn weitermachen?", erwiderte der junge Schreiner. "Wenn ich Sarpedon frage, dann kann ich bestimmt mal eine Weile weg."
Gesagt, getan. Der Wirt hatte nichts dagegen, schließlich war gerade nicht viel zu tun. Als erstes wurden die Übungsschwerter aus Adsons Unterkunft im Leuchtturm geholt, dann lenkte Redsonja ihre Schritte in Richtung des nördlichen Stadttores. Zum trainieren würde man schließlich Platz brauchen.
Vor dem Stadttor trafen sie eine junge Frau, die Redsonja offensichtlich kannte. Adson betrachtete die junge Frau, die ihm als Madlen vorgestellt worden war. Sie war ein Stück kleiner als er und trug ein rotes Kleid. An ihrer Seite konnte Adson zwei kunstvolle Schwerter erkennen. Sie lächelte ihn freundlich an und der junge Schreiner erwiderte den Gruß, kein Wunder bei diesem schönen Gesicht.
Nachdem die beiden sich einander vorgestellt hatten, suchte man einen ruhigen Platz zum Trainieren. Redsonja erklärte Adson, dass Madlen ebenfalls ihre Schülerin wäre und das die Ausbildung durch Redsonjas schwere Verletzung unterbrochen wurde. Es bot sich also an, dass man gemeinsam trainierte. Zum Glück hatte Adson zwei Trainingsschwerter zur Verfügung.
Doch ersteinmal mussten beide ihre Übungen beherrschen. Sie stellten sich nebeneinander auf und begannen die ersten Schläge auszuführen. Redsonja überprüfte dabei den Stand ihrer Schüler, korrigierte hier und da die Fußstellung und gab ein paar Hinweise zum Halten der Waffen. Adson konzentrierte sich voll auf seine Bewegungen, doch wirkten seine Schwünge desöfteren noch etwas kantig. Bei Madlen sah das alles schon etwas eleganter aus.
Nach einiger Zeit unterbrach Redsonja die Übungen. Sie war nicht unzufrieden mit ihren Schülern, doch nun sollten beide ihre Fitness unter Beweis stellen und Runden rennen. Adson überlegte noch, ob er Rücksicht auf seine Trainingspartnerin nehmen sollte, als diese mit beachtlicher Geschwindigkeit davonpreschte. Er musste sich ordentlich ranhalten, um nicht den Anschluss zu verlieren. Auch schien die junge Frau nicht müde zu werden und Adson war froh, als Redsonja ihre Schüler wieder zu sich rief. Er versuchte nicht laut zu keuchen, doch leuchtete sein Kopf feuerrot. Fast dankbar griff er wieder zum Schwert und begann wieder mit seinen Übungen, stets beobachtet von Redsonja. Wieder das gleiche Spiel wie am Vormittag: von links nach rechts und von rechts nach links ...
Zaghaft klopfte er an die schlichte Pforte. "Herein", erklang ein dumpfe Stimme von der anderen Seite und vorsichtig schob Iain die Tür auf. Ein kleines Zimmer lag vor ihm, das einzige Fenster war verhängt mit schweren Laken und ließ nur einige Rinnsale Sonnelicht hindurch. Im Dunkel der Kammer vermochte er kaum etwas über dessen Einrichtung zu sagen, doch schwenkte sein Blick ohnehin zum fluroszierenden Schein zu seiner Rechten. Der Novize trat einen Schritt vor und lugte um das Türblatt herum, zum Quell des Lichts. "Schließ bitte die Tür." Iain nickte und tat wie geheißen um sich anschließend stumm vor den Magier zu stellen, der in einer Ecke hockte und gar nicht gesund aussah. Sein gequälter Gesichtsausdruck erschien durch das unstete magische Licht das über ihm schwebte und die flackernden Schatten bizarr verzerrt. Nach langer Pause des Schweigens in der einzig das schwere Atmen des Hofmagier zu hören war blickte dieser schließlich seinen Gast an. "Hast du etwas für mich?", erklang seine schwache, heisere Stimme. "Ja", murmelte der junge Fischer und zog Phiole und Brief hervor. Ein knochige Hand voller eitriger Schwielen kam unter den den Stoffbahnen zum Vorschein und langte danach. "Kannst....du..." Ein starker Hustenanfall unterbrach seine Worte. "Ich...hab nich mehr viel Kraft...Könntest du....ein Licht erschaffen....ich kann es nicht aufrecht halten...während ich das Siegel öffne..." Überrumpelt von dieser Bitte lag ein Hauch von Panik in seinen Zügen, doch wie konnte er die Bitte eines Todkranken abschlagen.
Iain atmete einige Male tief ein und aus und versuchte die schlechte Luft und die alles Andere als gemütliche Umgebung auszublenden. Zum Glück hatte er in zwischen genügend Übung mit dem Erwecken seines magischen Sinnes, so dass ihm dies trotz der widrigen Umstände in wenig mehr Zeit als üblich gelang. Der Novize streckte die linke zur Faust geballten Hand aus und konzentrierte die magischen Ströme darin. Weiße Lichtstrahlen bahnten sich ihren Weg zwischen seinen Fingern hindurch bis er schließlich ihr Gefängnis öffnete und eine kräftige kleine Kugel über seine flachen Hand schwebte. "Etwas dunkler...", bat ihn der Kranke, der das Pergament vor sich hielt und seinen Zeigefinger über das Siegel führte. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit in der nichts geschah bis plötzlich das Wachs grell aufleuchtete und verschwand. "Nun bring das Licht etwas näher...." Iain tat wie geheißen während er versuchte das Murmeln des Magier zu überhören der den Brief halblaut vorlas. Es ging ihn nichts an, doch kam er nicht umher mitzubekommen, dass es sich wohl um eine Anleitung hielt wie das Gebräu anzuwenden sei, dass offenbar kein erprobtes Medikament sondern ein äußert unsicheres, riskoreiches Mittel mit unbekannten Seiteneffekten und fraglichen Heilchancen war. Wie verzweifelt muss man sein so etwas zu nehmen?
Redsonja
25.05.2012, 13:52
Redsonja lächelte, während sie ihre Schüler beobachtete und weiter versuchte ihre Finger zu bewegen. Es war zum verzweifeln. Sie eine Haarbreite war bereits ein Erfolg, ob sie ihre Hand, geschweige denn die Arme jemals wieder voll einsetzen konnte, blieb fraglich. Sie musst also mit der Linken trainieren, doch erschien sie sich insgesamt träger, so lange ein Arm schlaff am Körper hinunter hing. Auch mit dem Gleichgewicht führte das gerne zu Problemen. Einen Vorteil hatte es allerdings. Sie wurde noch mehr unterschätzt.
"Madlen. Jetzt mal nur blocken und Adson versucht seine Angriffe ein bisschen zu variieren."
Wies die Lehrmeisterin an, während sie die Körperhaltung ihrer Schüler beobachtete.
"Etwas mehr Körperspannung." Bemerkte sie dann in Adsons Richtung. "Sonst ist es gut."
Intuitiv schienen seine Beine den Stand auf dem Boden zu finden. Sie nickte zufrieden und fuhr mit ihren eigenen, für andere nicht sichtbaren Übungen fort.
Adson Muller
25.05.2012, 15:18
Adson schlug senkrecht von oben, dann folgte ein Schlag von rechts nach links. Die Schlagfolgen wurden noch ziemlich langsam ausgeführt und seine Bewegungen wirkten noch nicht ganz stimmig, so dass Madlen jeden seiner Angriffe problemlos abwehren konnte. Doch Adson fühlte sich immer sicherer und seine Lehrmeisterin schien nicht unzufrieden mit ihm zu sein.
Der junge Schreiner führte weiter seine Schläge aus, doch beobachtete er Madlens Abwehraktionen genau. Sie fing seine Schläge leicht ab und ließ sie ihrer Klinge abgleiten. Obwohl seine Trainigspartnerin kleiner und schlanker als er war, schien sie keine Probleme mit der Wucht seiner Schläge zu haben. Wenn doch, dann verbarg sie es geschickt.
"Konzentrier dich auf deine Schläge!", hörte Adson Redsonjas Stimme. Er hatte wohl zu viel auf Madlens Verteidigung geachtet. Also richtete er seinen Fokus wieder auf seine eigene Waffe und versuchte präzise Schläge auszuführen und die einzelnen Schläge besser miteinander zu verbinden.
Den ganzen Tag schon trainierten Madlen und Adson und es war noch kein Ende in Sicht. Nicht, dass die junge Frau müde wäre, nein, aber sie war immer noch nicht ganz auf der Höhe, noch nicht ganz von ihrer Kopfverletzung erholt. Doch aufhören war nicht drin.
Adson war kräftig. Er führte wuchtige Schläge aus. Aber immer wieder gereichte Madlen ihre Flinkheit zum Vorteil. Aber je länger sich das Training hinzog, umso bewusster wurde sich die Jägerin, dass ihre Beweglichkeit noch weit von Perfektion entfernt war. Zwar waren es keine schweren Treffer, die ihr Gegenüber landen konnte, aber in einem echten Kampf wären sie zweifelsohne sehr schmerzhaft und wohlmöglich sogar einschränkend. Hier waren es nur blaue Flecken.
Auf Anweisung Redsonjas konzentrierte sich die junge Frau völlig auf ihre Abwehr. Parierte Schlag um Schlag, wich aus und drehte sich von dem Holzschwert Adsons weg. Aber mindestens ein halbes Dutzend Mal war sie zu langsam und bekam das harte Holz gegen die Schulter, das Bein oder in die Hüfte. Immer, wenn das passierte, warf es Madlen für kurze Zeit aus der Bahn und sie war unkonzentriert, sodass Adson ein weiterer Treffer gelang.
Sie waren alle schmerzhaft, doch einmal traf der junge Mann zweimal die gleiche Stelle, rutschte beim zweiten Mal ab und das Holzschwert ging gegen den Kopf von Madlen. Für einen kurzen Moment wurde der jungen Frau schwarz vor Augen.
Blut tropfte auf den Boden. Es zischte leise, als es auf den heißen Wüstensand traf. Entsetzt starrende Augen. Schreie, von überall. Ein leerer Blick…dann Dunkelheit. Sterne, die am Himmel funkelten, doch keine Güte ausstrahlten. Schreie, die sie verfolgten. Der Mond, der ihre Position preisgab. Noch mehr Dunkelheit, doch die Verfolger waren verschwunden. Nur ein Mann stand neben einer Palme. Ihre Blätter wiegten sich leicht im heißen Wüstenwind. „Wehe, du wagst es noch einmal wiederzukehren. Lauf, lauf weit und komm nie mehr zurück!“
Tränen der Trauer und des Schmerzes. Gefühle des Hasses und der Rache. Unbezähmbar. Und doch, es gab kein Licht in der Dunkelheit. Die Schwärze fiel herab, wie der Regen aus den Wolken und hüllte alles ein. Kein Licht, nur Dunkelheit…
Madlen erwachte aus ihrer kurzen Ohnmacht. Es waren keine fünf Sekunden vergangen und doch war es ihr wie eine Ewigkeit vorgekommen. Aber an einen Kampf war jetzt nicht mehr zu denken. Adson hatte ihre Schwäche anscheinend bemerkt und stand nun unschlüssig da. Die junge Frau verbeugte sich schnell und meinte nur: „Es wird bald wieder gehen. Ihr seid ein wirklich guter Trainingspartner. Ich danke Euch, es war mir eine Ehre.“
Dann drehte sich die Jägerin schnell weg, um sich die einzelne Träne wegzuwischen, die Gefahr lief, von ihrer Nase zu fallen. Um sich zu beruhigen, griff sie nach dem Wasserschlauch, der in ihrem Beutel war und trank ein paar kurze Schlucke. Ganz langsam verschwand die Dunkelheit aus ihren Gedanken.
Adson Muller
25.05.2012, 17:41
Adson war ganz in das Training vertieft. Seine Bewegungen wurden immer sicherer und unbewusst schlug er auch härter zu. Anfangs war er noch besorgt gewesen, dass er Madlen zu hart treffen könnte, doch mittlerweile war er ganz in seine Bewegungsabläufe vertieft. Dann geschah es. Ein Schlag traf sie versehentlich am Kopf, offenbar etwas zu hart. Sie war kurz abwesend, dann murmelte sie etwas und drehte sich weg.
Adson stand wie versteinert. Er hatte sie nicht so treffen wollen. Hoffentlich hatte sie sich nicht ernsthaft verletzt. Er legte das Schwert beseite und schaute ihr unschlüssig hinterher. Was sollte er tun?
"Das tut mir leid, ehrlich. Habe ich Euch verletzt? Kann ich Euch irgendwie helfen?", stammelte er unsicher. Sein Blick irrte zwischen Madlen und Redsonja hin und her, die alles mit angesehen hatte.
Madlen hob schnell die Hände zur Beschwichtigung.
„Nein, nein. Es ist nicht Eure Schuld. Vor ein paar Tagen habe ich mir nur schwer meinen Kopf gestoßen und dabei wohl eine Gehirnerschütterung erlitten. Nun, sie ist zwar einigermaßen auskuriert, aber ich bin immer noch nicht ganze auf dem Damm. Der Schlag gegen die linke Seite an meinem Kopf hat mich nur kurz außer Gefecht gesetzt. Gebt mir nur etwas Zeit zum Erholen.“
Sie lächelte Adson gütig an, damit er sich nicht weiter Vorwürfe machte. Es war wirklich nicht seine Schuld. Ich bin einfach noch nicht ganz auf der Höhe. Aber das wird schon wieder.
Kurz schüttelte die junge Frau den Kopf, damit auch wirklich der letzte Rest an Dunkelheit verschwand. Ihr Gegenüber musste ja nicht alles wissen. Es gab mehr als nur einen Grund, warum Madlen kurz geistig abwesend war. Es gab sogar genügend Gründe.
Nachdenklich drehte sie wieder an ihrem Siegelring und blickte zu ihren Schwertern. Der Weg wird hart und steinig, aber es wird sich lohnen. Bis zur Vollkommenheit.
Um nicht mehr nachdenken zu müssen, stand die junge Frau schnell auf und meinte: "So, jetzt geht es wieder. Wo waren wir stehen geblieben?" Und fordernd hob sie ihr Übungsschwert.
Redsonja
26.05.2012, 17:18
Redsonja betrachtete Madlen besorgt, obwohl die junge Frau behauptete, dass es ihr gut ging, aber das hatte sie selber auch immer von sich gegeben, obwohl es nicht immer der Fall gewesen war.
"Wir trainieren morgen wieder. Uns allen wird eine kleine Pause gut tun."
Sprach sie und Adson bemerkte, dass er sowieso in die Taverne zurück müsse.
"Sarpedon wird doch wohl einmal ohne dich zurecht kommen"
Bemerkte die Lehrmeisterin milde, doch der Schüler schüttelte den Kopf. "Heute nicht."
"Warum denn?"
Wollte die rothaarige Kriegerin wissen, während sie sich vorsichtig erhob. Das war ohne sich abstützen zu können gar nicht so einfach. Adson nahm ihr Darjel daher kurz ab, sie stand auf und bekam ihr Kind zurück.
Adson Muller
26.05.2012, 17:38
"An jedem normalen Abend kann Sarpedon mich sicherlich ersetzen, nur heute wäre es etwas ungünstig.", begann Adson mit seiner Erklärung. "Kürzlich ist ein Geschichtenerzähler namens Lenus in Setarrif aufgetaucht, der heute abend sein Können unter Beweis stellen will. Deswegen muss sicherlich noch einiges vorbereitet werden, und dass wird Sarpedon nicht allein machen wollen."
Adson nahm die hölzernen Trainingsschwerter an sich und die Gruppe machte sich langsam auf den Weg Richtung Stadttor. Madlen schwankte erst etwas, doch lehnte sie Adsons stützenden Arm ab und gewann nach einigen Schritten auch wieder mehr Sicherheit.
Adson wandte sich nochmals an seine Lehrmeisterin: "Ihr könnt euch Lenus' Vortrag ja gern anhören, wo Ihr doch sowieso schon in der Sturzkampfmöwe wohnt."
Die Rothaarige versprach darüber nachzudenken, doch schien sie durchaus nicht abgeneigt zu sein.
"Ich bin auch schon sehr gespannt, wie Lenus sich so präsentiert.", merkte Adson noch an, als sie die Stadt betraten. Sie gingen zu dritt, bzw. zu viert, zur Sturzkampfmöwe. Adson hatte zu arbeiten, Redsonja hatte dort ein Zimmer gemietet und Madlen wollte erstmal etwas trinken und essen. Adson hatte ihr angeboten, dass er ihr einen Eintopf und ein Getränk ausgeben würde, er hatte nach wie vor eine schlechtes Gewissen. Die junge Frau hatte schließlich zugestimmt.
Im Schankraum besorgte Adson zuerst die Mahlzeit für Madlen. Danach ging es an die Vorbereitungen für den Abend. Das Essen musste vorbereitet werden, Getränke wurden reichlich bereitgestellt, der Schankraum wurde einigermaßen hergerichtet. Es gab noch einiges zu tun, bevor der erwartete Geschichtenerzähler die, hoffentlich zahlreichen, Gäste begeistern konnte.
Madlen war natürlich froh gewesen, dass Redsonja den Übungskampf abgebrochen hatte. Die junge Frau war doch mehr angeschlagen gewesen, als sie zugeben wollte. Aber es war auch schade. Sie fand großen Gefallen an dem Training. Es gab endlich etwas zu tun, sie konnte nicht mehr zu viel über ihre Vergangenheit nachdenken, sondern sich ganz der Ausbildung hingeben. Und doch war eins klar, so sicher…Madlen würde eines Tages wieder zurück in die Wüste gehen und ihre Vergangenheit beenden. Ein für alle Mal. Doch...dieser Tag war noch fern.
Im Moment befand sich die Jägerin in der Taverne und aß langsam den Eintopf und trank immer wieder einen Schluck Wein. Es wäre unhöflich gewesen, dass Essen abzulehnen, nachdem Adson ihr es schon spendieren wollte. Und es nicht aufzuessen, das wäre gleich noch unhöflicher gewesen. Immerhin, heute Abend würde ein Geschichtenerzähler auftreten, vielleicht versprach das etwas Abwechslung.
Doch bis dahin war noch etwas Zeit und so musterte die junge Frau die anderen Gäste. Es waren einfach Bürger oder auch reiche Händler. Aber die meisten waren doch einfache Bauern oder arme Handwerker. Sie fristeten ihr Dasein und hofften auf ein besseres Leben nach dem Tod. Aber ihr Glauben faszinierte Madlen noch mehr. Wie konnte man an etwas glauben, dass man weder sah, hörte noch berühren konnte. Es gab keine Beweise für die Existenz – auch wenn die Jägerin daran nicht zweifelte. Aber eins war klar: Die Götter hatte sich schon lange vor den Menschen aus der Welt zurückgezogen und frönten dem Nichtstun. Sie waren fett und träge geworden und kümmerten sich nicht mehr um die Belange der Menschen. Und doch nutzten eben jene Menschen die Götter aus, um in ihren Namen Kriege zu führen und ganze Landstriche auszulöschen. Sie richteten im Namen der Götter über andere. Ein ganzer Berufszweig verdankt diesen Wesen seine Existenz. Ihre gehobene Stellung, ihre angebliche Weisheit – alles nur Schall und Rauch.
Um sich von solch trüben Gedanken abzulenken, konzentrierte sich Madlen noch einmal auf den Übungskampf. Sie ging das ganze Training im Geiste wieder und wieder durch. Versuchte ihre Fehler herauszufiltern und diese gleich auszumerzen.
Es gab ja nichts Besseres zu tun, zumindest im Moment. Adson war beschäftigt und Redsonja war auch nicht in der Nähe. Das erste Mal seit Monaten konnte Madlen nichts tun. Und es war gleichzeitig beängstigend und wunderschön. Die junge Frau lächelte leicht und mit Blick in die Zukunft.
Oh ja, es würde alles andere als langweilig werden.
Adson Muller
26.05.2012, 22:00
Die letzten Stunden hatte Adson gut zu tun gehabt. Er hatte in der Küche mitgeholfen und den Getränkevorrat aufgefüllt. Dann hatten sie die Tische ein wenig umgeräumt, so dass neben dem Tresen genug Platz für Lenus' Vorstellung war. Der Schankraum war auch schon gut gefüllt und Adson war mit der Versorgung der Gäste beschäftigt. Er verteilte wie üblich Bier und Eintopf. Doch langsam wurde Adson nervös. Lenus war noch nicht aufgetaucht und manche der Gäste fragten schon nach ihm. Adson hatte wenig Lust, die Leute wieder und wieder vertrösten zu müssen.
'Der wird die Abmachung doch nicht platzen lassen?', fragte sich Adson. Er müde und genervt, schließlich hatte er heute stundenlang trainiert und auch der Abend würde wohl noch ein paar Stunden andauern. Doch hatte er den jungen Mann anders eingeschätzt. Er wirkte ehrlich erfreut, über die Auftrittsmöglichkeit und hatte den Termin ja selber ausgesucht.
'Naja, der wird schon noch kommen', dachte Adson, während er das nächste Tablett voller Bierhumpen durch den Schankraum balancierte.
Redsonja
26.05.2012, 23:47
"Adson, bringst du mir bitte auch noch eine Schüssel Eintopf."
Rief sie dem fleissigen Schüler zu und hoffte, dass Darjel dadurch nicht erwachte. Doch das kleine Wesen schlief tief und fest. Nichts schien ihn wecken zu können. Sie lächelte ihren Sohn an, während sie auf das Essen wartete. Adson war schnell. Kurze Zeit später stand eine dampfende, köstlich duftende Schüssel vor der Mutter den schlafenden Kindes.
"Danke. - Ach ja und morgen könnten wir einmal in der Akademie trainieren gehen. Dort gibt es einige interessante Gerätschaften, die sich sehr fürs Training eignen. Wenn Madlen wieder munter ist, dann nehmen wir sie mit. Sonst kannst du etwas alleine üben."
Fügte sie noch hinzu, dann begann sie die warme Flüssigkeit in sich hinein zu löffeln, während sie sich fragte, was Andreia eigentlich genau mit ihr getan hatte und ob es Wirkung zeigen würde, oder sie eines Tages trotzdem wieder die Kontrolle verlor.
Sein täglich Brot hatte viel mit Selbstinszenierung zu tun. Wer nur auf einem Stuhl saß und monoton vor sich her redete, dem wurde nur wenig Beachtung geschenkt. Doch wer seine Geschichte in Szene setzte, mit seiner Stimme arbeitete, zwischen laut und leise, zwischen den Tonfällen variierte, wer Gestik und Mimik spielen lies - der konnte seine Zuschauer erreichen. Wer Geschichten erzählte musste sein Ich als Mensch ablegen und die Maske des Geschichtenerzählers aufsetzen.
"Vielen Dank." sagte er, nachdem er mit etwas Verspätung die Sturzkampfmöwe erreichte und einen Stuhl angeboten bekam. Er setzte sich hin, schien erschöpft in sich zusammenzusinken und ließ seinen Blick langsam streifen. "Ihr wisst garnicht, wie gut es euch geht." sprach er plötzlich ins Leere hinein, einige Gesichter sahen ihn an, fragend, verwirrt. "Ihr wisst garnicht, wie gut es euch geht." sagte Lenus ein weiteres Mal, diesmal etwas lauter. Diesmal blieben die Blicke länger an ihm kleben und der Geschichtenerzähler wusste, dass er die erste Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte. "Ihr sitzt hier, habt ein Dach über den Kopf, ein Bier vor euch stehen, eine warme Mahlzeit im Magen und daheim wartet auf die meisten von euch eine liebende Frau. Sagt, was also habt ihr zu murren? Wenn ihr erlebt hättet, was mir in meinem Leben bisher widerfahren wäre, ihr wärt froh, ein einfaches Leben zu führen."Er ließ die Worte abklingen, das Publikum darüber nachdenken, was er gesagt hatte. Er hatte eine Behauptung aufgestellt - und jede Behauptung wurde erst einmal in Frage gestellt. Gemurmel erhob sich, gewisperte Gespräche entstanden. "Was hast du denn erlebt, du großer Held?" dröhnte die Stimme eines kräftig gebauten Mannes mit Bierhumpen an sein Ohr. Lenus sah ihn an. "Was ich erlebt habe, willst du wissen? Ich will es dir erzählen, die ganze Geschichte." Der Tanz begann.
Ich war an Bord der Weißen Hindin, einem Handelsschiff, dass von Bakaresh den Hafen Khorinis' erreichen sollte. Das Meer war ruhig und die Götter der Winde uns hold. Eine günstige Briese wehte unser Schiff beständig in Richtung des Hafens, sanft kräuselte sich das Wasser um uns herum, feinste Wellen tanzten im Kreis um den Bug und zum Heck und unsere Nasen liebkoste der ständige Duft von Salz und Fisch. Doch dann!
Er schrie es fast, seine Augen weiteten sich, er ballte eine Hand zur Faust und schlug sie in die offene Handfläche der Anderen.
Dann brach unter den Göttern der Winde ein Kampf aus. Der Ostwind nannte den Westwind einen Feigling, der Südwind den Nordwind einen Stümper und inmitten all dem waren wir. Der Steuermann riss das Ruder herum, versuchte dem wilden Treiben zu trotzen, dem Sturm ins Gesicht zu lachen. Die Bootsleute versuchten, die Segel einzuholen, doch es war bereits zu spät. Fetzen hingen an den Masten, zerrissen und zerfetzt, vom Wind hinausgetragen. Endlos prasselte der Regen auf uns hinab, durchsog einen jeden von uns bis auf die Knochen, bis wir glaubten, die Kälte wurde uns von innen heraus zerfressen. Hinzu kam der Wind, der toste wie wildgewordene Pferde. Die Zügel wurden fallengelassen, das Temprament nicht mehr unter Kontrolle gehalten. Wir schaukelten wie eine Nussschalle im Strudel, drei unserer Männer wurden allein an diesem Tag von Bord geweht. Die dunklen Götter holen sich ihre Opfergaben, ob wir es wollen oder nicht.
Seine Stimme war immer leiser geworden, melancholisch. Der Schrecken dieses Tages sollte nicht nur gehört, nicht nur erzählt, sondern gefühlt werden. Jeder Mann in der Sturzkampfmöwe sollte um sein Leben bangen.
Doch wie so oft hat eine Opfergabe eine erstaunliche Wirkung. Zwei Stunden später trieb unser Schiff wieder über einen glatten Ozean, als wären der Sturm nur ein grausamer Traum gewesen. Doch es war kein Traum, wie mir klar war. Ein Traum brach keine Masten, zerriss keine Segel, reisst keine Planken und zerschmettert keine Wände. "Männer!" sagte der Käpt'n, nachdem sich der Sturm gelegt hatte. "wir müssen dankbar sein, diesen Tag unbeschadet überlebt zu haben. Unser Mädchen hat es leider nicht so gut getroffen, also werden wir bald einen Hafen anlaufen müssen, um sie zu retten. Ich möchte, dass jeder von euch sofort schreit, wenn Land in Sicht kommt, verstanden?" Natürlich hatten wir das verstanden. Jeder von uns wusste, was es hieß, mit einem ramponierten Schiff auf hoher See unterwegs zu sein: Der sichere Tod. Und der Tod auf der See ist grausam, ohne Erbarmen. Hier schläft man nicht friedlich in seinem Bett ein, nein. Entweder du ertrinkst: Du kämpfst um dein Überleben, versuchst, die Luft anzuhalten, die Oberfläche zu erreichen, doch alles vergebens. Und noch bevor dein Leben zu Ende geht, wird dein Atem zu Ende gehen. Jegliche Luft wird aus deinem Körper gewichen sein und du wirst nach Luft schnappen. Stattdessen wird Wasser deine Lungen füllen. Kaltes, salziges Meerwasser. Wer etwas mehr Glück hat, der wird vorher von den Haien zerrissen. Zwar schmerzhafter, aber kürzer. Ein kleiner Biss, und es ist vorbei - wenn sie nicht vorher knabbern. Dir ein Bein abreissen, oder einen Arm, dein Blut ins Meer fließen lassen und ihre Fressgier wecken. Das sind wahre Bestien, ohne Gnade. Wenn ihr also wisst, wie der dunkle Gott auf dem Meer ist: Grausamer als irgendwo sonst.
Glücklicherweise blieb uns dieses Schicksal jedoch erspart. Wir fanden Land, noch bevor der dritte Tag zu Ende ging. Es war eine große Insel, von schroffem Fels, der in einem großen Berg gipfelte, der die ganze Insel in seinen Schatten zwang. Es gab einige kleinere, und eine große Stadt. Ich wurde an Land geschickt, um um Hilfe zu beten: Holz, Nahrung, Handwerker.
Bald hatte ich das Haus des Mannes gefunden, der uns diese Dinge geben konnte. Es war nicht schwer zu verfehlen, war es doch das größte Haus dieser Stadt. Was sag ich, Haus. Ein Palast, weiß verputzt, mit Säulen und Stuckarbeiten, Löwenstatuen und einem gepflegten Garten. Ich trat ein und wurde von einem hochgewachsenen Mann begrüßt. Er hatte recht dunkle Haut und ein Gesicht, das wie gemeißelt schien. "Sie wünschen?" fragte er mich, in einem seltsam fremden Akzent, der es schwer machte, ihn zu verstehen. "Ich wünsche, euren Herren zu sprechen" antwortete ich ihm, dem Mann geradewegs in die Augen blickend. Er verzog keine Mine, als er mir sagte "Der Herr Shamuel von Sinikalpos ist nicht zu sprechen. Sein Schuh ist nicht auffindbar."
Lenus blickte in die Menge, erntete ein paar Lacher. Er grinste. Bisher lief alles zu seiner Zufriedenheit, das Publikum hörte zu, auch wenn die Geschichte bisher seicht verlief. Noch hatte sie kaum angefangen, und noch eine ganze Weile würde sie andauern, bis sie zu Ende war.
Adson Muller
27.05.2012, 14:33
Adsons Nervosität hatte sich gelegt. Lenus war doch noch aufgetaucht und hatte der Sturzkampfmöwe so ein ziemliche Blamage erspart. Jetzt hatte er die Gäste voll in seinen Bann gezogen. Störenfriede wurde vom Publikum schnell zur Ruhe ermahnt, erst mit Blicken, dann mit Worten, schließlich mit der Präsentation der Fäuste. Weiter hatte es bisher nicht kommen müssen, stets war schnell wieder Ruhe eingekehrt.
Lenus konnte mit seiner Vorstellung bis jetzt durchaus zufrieden sein und auch für die Taverne schien es ein lohnenswerter Abend zu werden. Es kamen mehr Gäste als üblich, welche dann auch, aus Interesse an Lenus' Geschichte, länger blieben als sonst. Adson eilte möglichst leise durch den Schankraum und versuchte den zahlreichen Bestellungen schnellstmöglich nachzukommen. Hinter dem Tresen lag sein Notizbuch und hinter den Worten 'Speisen:' und 'Getränke:' hatten sich schon einige Striche eingefunden.
'Es werden wohl noch einige hinzukommen!', dachte Adson. Lenus schien noch lange nicht am Ende zu sein, also stand noch eine lange Nacht an. Adson Arme schmerzten noch vom langen Trainieren, aber darauf konnte jetzt keine Rücksicht genommen werden.
Redsonja
27.05.2012, 17:07
Redsonjas Teller war leer, sie selber satt und zufrieden. Dennoch hatte die Provokation des Erzählers einige Gedankengänge ausgelöst. Wenn du wüsstest, was mir alles in meinem Leben bereits widerfahren ist, doch davon wird nie jemand erzählen. Eines Tages werde ich sterben und keiner wird sich an mich erinnern. Dachte sie und blickte dann auf Darjel hinunter, der inzwischen aufgewacht war, mit ihrem Zeigefinger spielte und dem Erzähler mit grossem Interesse zu lauschen schien. Hin und wieder zeigte er seine nicht vorhanden Zähnchen. Da wurde der rothaarigen Kriegerin klar, dass ihre Gedanken falsch waren. Es würden sich einige an sie erinnern. Allen voran Darjel. Doch nicht nur er. Gewiss hatte sich ihr Name auch in Medins Gehirn gebrannt, gleichwohl wie Freiyas. Wer von den beiden gefährlicher für sie war, vermochte sie nicht zu entscheiden.
Der Erzähler hatte eine Pause gemacht. Er liess seine Worte wirken.
"Adson, bring dem guten Mann doch etwas zu Trinken. Es geht auf meine Kosten. Nicht dass er noch heiser wird. Schliesslich wollten wir noch deutlich mehr hören."
Rief sie dann und ein zustimmendes Gemurmel erfüllte die Taverne. Sie blickte sich um und traf die Augen des Wirts. Er stand im Türrahmen zur Küche und überblickte den Raum mit seinem immerzu schiefen Grinsen. Einmal mehr versuchte sie sich zu erinnern, woher er ihr so vertraut erschien, doch war es unmöglich die Begebenheit in ihr Gedächtnis zu rufen.
Dann wurde es wieder still, denn Lenus hatte den Mund geöffnet und jene Menschen, die an seinen Lippen hingen verstanden das Zeichen zum Schweigen.
Edon Mesotes
27.05.2012, 17:24
Was für ein beschissenes Wetter, um verträumt an einer Fensterscheibe zu sitzen und den Regentropfen dabei zuzusehen, wie sie das Glas hinab flossen, denn auf dem Innenhof der Akademie war weder etwas von Träumern noch von Regen zu sehen, stattdessen dümpelten sich hier Sonnenschein und übungseifrige Ich-wär-so-gern-ein-Krieger, die mit stumpfen Schwertern in der Hand herumfuchtelten und dabei versuchten, imaginäre Gegner mit ihren Übungsprügeln zu verhauen.
So auch ein gewisser Dieb, der sich mit seinem ziemlich ungefährlichen Stück Stahl im Hof der Akademie verschanzt hatte und dabei jene nicht sonderlich gefährliche Klinge durch die Luft zischen ließ, während er selbst hauptsächlich seine Beinarbeit zu trainieren versuchte, damit er nicht bei jedem kleineren Gefecht sofort auf dem Boden lag oder in die ausgestreckte Schneide seines Gegners hinein rannte.
Momentan stand für Edon Einzeltraining auf dem Programm, um sich ein wenig unabhängig von Rognor weiter im Schwert schwingen zu üben und so eine individuellere Art von selbigem zu ergattern.
Dazu kam dann, dass er gerade seine Hiebe weit schneller üben wollte, als der Zwerg es unbedingt wissen musste, denn das würde er dann noch früh genug merken, wenn es endlich daran geht, gegen diesen wirklich zu kämpfen und nicht nur immer wieder tumb gegen seine Axt zu hauen...
"Sein Schuh ist nicht auffindbar?" fragte ich skeptisch. Ich war mir sicher, der Mann wollte mich zum Narren halten, doch sein Gesicht blieb ernst. Nicht einmal ein Lächeln, ein Zucken mit den Mundwinkeln. "Jawohl." antwortete er und ich überlegte. War der Mann dumm? Ein Narr? Je länger ich ihn anschau, desto sicherer wurde ich mir dessen. "Euer Herr wird doch mehr als ein paar Schuhe haben." erklärte ich ihm und versuchte mich an ihm vorbeizudrängeln. Sicherlich war er nur ein armer Irrer, der auch einmal etwas zu sagen haben wollte. So dachte ich jedenfalls, doch ein starker Arm hielt mich zurück. "Ich sagte, der Herr Shamuel ist nicht zu sprechen." betete er seine Ansprache herunter. "Jaja, wegen den Schuhen." unterbrach ich ihn genervt. "Hören Sie, unser Schiff ist in einen Sturm geraten und wir brauchen dringend Hilfe. Also lassen Sie mich jetzt bitte zu ihrem Herren?"
Seine Stimme nahm einen ärgerlichen Ton an, wurde fast wütend, als er den Dialog durchspielte, Gestik und Mimik auf den jeweils Sprechenden fokusiert.
"Das geht nicht!" antwortete er mir und ich befürchtete schon, die ewig andauernde Lamentation über den Schuh noch einmal ertragen zu müssen. Stattdessen runzelte der Mann die Stirn, besah mich wie ein fremdartiges Tier und legte schließlich eine sehnige Hand um meine Schulter. "Aber Ihr seid fremd hier, nicht wahr? Ich schlage also ein Geschäft im Namen meines Herren vor. Ihr helft uns, dann helfen wir im Gegenzug euch. Lasst uns einen ruhigen Ort aufsuchen, wo wir reden können." Ich bekam es schon mit der Angst zu tun. Ein ruhiger Ort also... reden, wer weiß, welche seltsamen Praktiken die Leute dieses Landes hier darunter verstehen. Mir schauderte.
Unter einigen Lachern packte sich Lenus an den Schultern und schüttelte sich, ehe er das Glas in die Hand nahm, dass ihm Adson gebracht hatte. Er zeigte auf eine Frau und Lenus verstand.
Dennoch folgte ich ihm - fürs Wohl der Crew! Wir gingen in ein helles Zimmer, das so gut wie unmöbliert war. Der Mann ging zum Fenster und schloss die hölzernen Fensterladen, sodass nur noch diffuses Licht den Raum erhellte.
"Die Sache ist uns ausserordentlich peinlich." begann der Mann zu sagen und ich konnte nur zustimmend nicken. Bisher war es wirklich mehr als nur peinlich, was er da redete. "Es gibt eine Sitte hier, in Sinikalpos. Wann auch immer ein Bittsteller vor unseren Herren treten will, muss er diese Schuhe tragen. So wird gewährleistet, dass es kein Tumult gibt und immer nur ein Mann vor unseren König tritt. So ist es seit jahrhunderten Brauch und heiliges Gesetz."
Langsam dämmerte mir, worauf er hinauswollte. Kein Schuh, keine Hilfe. "Er wurde gestohlen?" fragte ich und der Mann nickte, erstmals zeigte sein Gesicht eine Regung. Er war beschämt deswegen, in seiner Ehre gekränkt. "Und wer hätte das tun können?" bohrte ich weiter nach. Langsam ging mir der Kerl auf die Nerven. "Das ist es ja - jeder! Die Schuhe stehen normal im Palast, vor dem Saal, in dem der Herr normal sitzt. Jeder hätte kommen können und sie einfach nehmen können - wenn ihn niemand erwischt hätte. Normalerweise hätte man an drei Wachposten vorbeilaufen müssen, die schwören, nichts gesehen oder gehört zu haben." Verzweifelt sank der Mann zusammen, in den einzigen Stuhl, der in diesem Raum stand. Er war ein Häufchen Elend, beschämt, seine Pflichten nicht erfüllt zu haben, das war deutlich zu erkennen. "Wer hätte Grund gehabt, die Schuhe zu stehlen?" fragte ich die weiteren, offensichtlichen Fragen. Wieder einmal legte mein Gegenüber die Stirn in Falten. "Mein Herr ist außerordentlich beliebt." antwortete er zaghaft, und ich fragte mich jetzt schon, worauf ich mich da eingelassen hatte...
Er machte eine kleine Kunstpause, verlagerte sein Gewicht auf dem Stuhl und blickte in die Runde. Inzwischen hatte er die Aufmerksamkeit der Meisten auf sich gezogen und hoffte, dass sie sich schon eigene Gedanken machten.
Das Dunkel der Nacht begann, sich über den goldenen Kuppeln Setarrifs zu erheben und ihr Licht mit dem dunklen Schleier der Dunkelheit zu verschleiern. Doch obwohl die Zeit anbrach, Türen und Fenster zu verschließen, war es doch nicht kalt in der Hauptstadt Argaans, denn der Winter ging vorüber.Trotz der späten Uhrzeit saßen Turang und Haldan noch in der Feder, während die Nacht einen arbeitsamen Tag unter ihre Fittiche nahm.
Entgegen seiner Gewohnheiten trug der Adept nicht das Blau der Magier, sondern seine schwarze Kleidung, die er sonst nur während der Arbeiten in seiner kleinen Werkstatt trug. Er hatte in den letzten Tagen viel Zeit damit verbracht, sich auf die magischen Strömungen seiner Umgebung zu fokussieren und so seine magischen Sinne geschärft. Deswegen war der Buchhändler auch seltsam unruhig, als könne er am äußersten Rand seiner Welt einen dunklen Schatten spüren, der jene Stadt aus der Dunkelheit anstarrte, seine Kraft sammelte und nur auf einen Augenblick Schwäche wartete, um den Willen der Trutzburg Argaans zu brechen. Ein heimlicher Gedanke, der schon verflogen war, ehe er sich ganz in Turangs Kopf hatte entfalten können, trug das Bild Thorniaras, Innos' Stadt, die er noch niemals mit eigenen Augen gesehen hatte, so dicht an Setarrif heran, dass sich sich die Stadtmauern beinahe berührten.
Vielleicht schlief der Krieg gerade, doch sein Schlummer war seicht und schon das kleinste Rollen mocht ihn schon wieder entfesseln...
Sarpedon
28.05.2012, 11:38
Der Wirt verschwand immer wieder in der Küche. Dazwischen beobachtete er vom Türrahmen aus die Besucher der Taverne. Sie waren erstaunlich ruhig. Das kam sehr selten vor. Keiner schien ihn zu bemerken, als hätte er einen Mantel aus Unauffälligkeit um sich gehüllt, nur jemand schaute immer wieder zu ihm hinüber. Sie war eine Kriegerin mit roten Haaren. Jene Frau, die er einst entführt hatte und wieder in seiner Taverne hauste. Es war lange her und sie hatte sein Gesicht niemals gesehen. Alle anderen Beteiligten waren inzwischen tot. Ob sie dabei ihre Finger im Spiel hatte? Er schauderte, erwiderte dennoch ihren Blick, als er am Schurken haften blieb.
Dann glitt er tiefer, von den Augen zum Arm, der nutzlos an ihrer Schulter hing. Wenn er sie los werden wollte, dann jetzt. Er würde sie nur gegen jemanden kämpfen lassen müssen, gegen den sie keine Chance hatte, denn selbst verletzt war ihm bewusst, dass er nicht gegen sie bestehen würde. Nicht im offenen Kampf.
Er seufzte unhörbar und betrachtete wieder den Geschichtenerzähler. Seine Stimme war angenehm, dafür gemacht vor Publikum zu sprechen. Er lauschte, denn sonst kannte er eher Konzerte und Theater. Zu gerne hätte er selber einmal in letzterem mitgespielt. Ein Drama vielleicht. Eines Tages würde er in einem Drama die Hauptrolle spielen.
Redsonja
28.05.2012, 11:49
Darjel war inzwischen wieder eingeschlafen. Seine Brust hob und senkte sich in regelmässigen Abständen, während er seine kleinen Händchen leicht gekrümmt von sich streckte. Sie wünschte sich oft, sie könnte selber so unbekümmert schlafen. Aber da waren all diese Gedanken vor dem einschlafen, die Sorgen und Ängste, wenn man plötzlich etwas zu verlieren hatte.
Wieder blickte sie zum Wirt hinüber und er schaute zurück. Er sah nicht schlecht aus eigentlich, ihren Geschmack traf er allerdings nicht. Sie mochte Männer lieber mit einigen Ecken und Kanten. Ganz abgesehen davon reichte ihr ein Kind.
In eben diesem Moment schlich sich Sergio zu ihrem Tisch. Vorsichtig, um die Geschichte nicht zu stören, schnappte er sich einen Stuhl und sie grinste ihn an, um bei der nächsten Pause zu bemerken:
"Der klaut Edons Arbeit."
Einige kleinere Spekulationen tauschten den Besitzer, während Lenus kurz pausierte und in die Menge lauschte. Zugegeben, viele Anhaltspunkte hatten seine Zuhörer noch nicht, doch das hinderte sie nicht. Viele verdächtigten den Mann, den der Geschichtenerzähler beschrieben hatte, doch er schüttelte nur den Kopf und hob beschwichtigend die Hände. Noch waren sie lange nicht am Ende.
"Also gibt es niemanden, der es hätte tun können?" fragte ich weiter. Es kam mir langsam vor wie eine Fragestunde. Dem Kerl musste ich ja wirklich alles aus der Nase ziehen! "Nun, auch der beliebteste Herrscher kann es nicht jedem recht machen." begann er. Ich verstand, dass er nichts schlechtes über seinen Herren reden wollte - ein sehr loyaler Mann, oder aber ein sehr vorsichtiger. "Vielleicht der Aros, Primus der Händlerzunft. Mein Herr musste jüngst die Zölle erhöhen, um die Staatskassen gefüllt zu halten. Vielleicht war es auch ein Jungenstreich. Oder irgend ein Neider... es gibt so viele!" Der Mann vergrub sein Gesicht in seinen Händen, ich versuchte, mich von seiner jämmerlichen Erscheinung nicht ablenken zu lassen. "Sonst niemand?" hakte ich nach. "Wo finde ich diesen Händlerknilch?" Kurz blickte mein Gegenüber auf. "Westlich von hier, in seiner kleinen Villa. Sagt ihm, dass euch Caron schickt. Dann wird er wissen, dass ihr in königlicher Mission unterwegs seid."
In königlicher Mission also. Ich wusste nicht, ob mir das gefallen sollte, aber ich musste mich wohl damit abfinden. Ich verließ unseren nervösen Freund also und wandte mich nach Westen, wo die Villa stehen sollte, die Caron erwähnte. Tatsächlich fand ich sie bald. Das Wort 'Villa' war eine Übertreibung. Es war ein großes, luxoriöses Haus, doch keine Villa. Eher die Wohnung eines Mannes, der sich gutbürgerlich und betucht zeigen wollte, der Wert auf Prunk legte, doch nicht angeben wollte. Zwei Wachmänner mit Speeren standen vor seinem Haus. So einfach würde ich wohl nicht hereinkommen. Dennoch ging ich näher, zwang mich dazu, keinerlei Unsicherheit zu zeigen. Auch als ich fast vor den Beiden stand und ihre Speere sich klackend kreuzten schreckte ich nicht zurück. "Euer Begehr?" fragte einer der Wachmänner mit breitem Kinn und noch breiterem Mund. "Ich möchte mit eurem Herren sprechen!" antwortete ich und fügte mit Nachdruck hinzu "Ich komme von Caron!"
Das Krötenmaul wechselte einen Blick mit seinem Kollegen und nickte. "Willkommen!" sagte er, als die Speere den Weg freigaben. Ich trat in einen schmalen Vorraum. An beiden Seiten standen auf kleinen Säulen und Sockeln dunklen Büsten. Ich besah sie mir aus der Nähe. Sie waren überaus kunstvoll gefertigt, beinahe lebensecht, und darunter stand auf einer kleinen Tafel, um wen es sich handelt. Wie es sich herausstellte, war es lediglich die große Familie des Händlerfürsten. Enttäuscht wandte ich mich ab und ging weiter, bis ich ein großes, rechteckiges Atrium erreichte. Es war von dutzenden Säulen gesäumt und so lichtdurchflutet, dass man meinte, das Dach fehle. Der weiße Marmor tat sein übriges, um jedem klarzumachen, dass es trotz seiner durchschnittlichen Größe kein normales Haus war. Inmitten des Raumes, auf einem bequemen, geflochteten Stuhl saß ein Mann durchschnittlicher Statur. Scheinbar alles an ihm war durchschnittlich. Die Frisur, das Gesicht, sein Aussehen. Er blickte von einigen Zetteln auf, die er eingehend studierte. Als er die Stimme erhob erkannte ich sein Merkmal: Dunkel, wie eine Raspel drang sie an sein Ohr. "Hallo?" sagte er, scheinbar fragend, ehe er in aller Ruhe seine Zettel hinlegte und aufstand. "Was kann ich für Sie tun?"
Er schien eine sehr direkte Person zu sein, und so versuchte ich es meinerseits ebenfalls mit Direktheit und Ehrlichkeit. "Ich komme im Auftrag von Caron. Wisst ihr, worum es geht?"
Der Händler legte die Stirn in Falten, er schien ernsthaft nachzudenken. "Nein, tut mir leid. Was ist es, ich kann euch alles besorgen!" Er breitete die Hände einladend aus und lächelte. Kein Zorn über den König schien ihn zu erfüllen.
"Nichts dergleichen" antwortete ich und schüttelte den Kopf. "Meine Fragen betreffen eher... Schuhe."
Aros sah mich fragend an. "Sollte Caron da nicht eher zu einem Schuster gehen?" antwortete skeptisch. Wenn er es war, dann war er ein guter Schauspieler, nicht einen Moment zuckte er oder verriet sich auf sonst eine Weise.
"Es geht um bes..." begann ich, wurde jedoch jäh unterbrochen, als ein Junge durch die Tür lief und schrie: "Meister, Meister!" Der Primus der Händlerzunft drehte sich zum Jungen - und gab ihm eine schallende Ohrfeige. "Wann lernst du es endlich - nicht vor den Kunden!" An mich gewandt sagte er: "Ihr müsst meinen jungen Freund hier entschuldigen. Er hat leider nicht nur das Aussehen einer Kuh, sondern auch ihr Taktgefühl. Ihr entschuldigt mich kurz?" Ich nickte verstehend und wurde allein im Atrium stehengelassen. Es dauerte jedoch nicht lange, da kehrte Aros zurück, ein wenig bleicher als zuvor, ein wenig nervöser. "Ich bitte um Verzeihung." sagte er, packte meine Schulter und dirigierte mich langsam in Richtung Tür. "Wie es scheint wurde Leoras, ein Berater des Königs tot aufgefunden"
Ein weiteres Mal unterbrach sich Lenus, damit das Publikum die neusten Informationen verdauen konnte. Tatsächlich redete er sich schon seit einiger Zeit den Mund fusselig, trotz des Getränkes, und Hunger bekam er auch langsam. "Liebe Freunde!" sagte er also, seinerseits die Arme ausstreckend. "Ich hoffe der erste Teil meiner kleinen Geschichte hat euch gefallen und wir sehen uns bald wieder - es verspricht spannend zu werden!"
Langsam stand er auf und verließ den Stuhl und den Platz neben dem Trese auf dem er saß. Nun brauchte er fürs erste ein bisschen Ruhe, ein paar Schlücke zu trinken und einen Eintopf zu essen.
Adson Muller
28.05.2012, 14:24
Lautes Gemurmel machte sich im Schankraum breit, als Lenus seine Geschichte vorerst beendete. Einige forderten die sofortige Fortsetzung, andere diskutierten über den weiteren Verlauf der Geschichte.
"Das war dieser geldgierige Händler, ganz klar! Der hat den Schuh geklaut!", hörte Adson von einem der Tische.
"So ein Unsinn", wurde sofort erwidert, "Das war dieser Caron selber, du Rindvieh. Das merkt man doch gleich."
"Ihr habt doch beide nur Grütze im Kopf!", sagte der dritte im Bunde, "Das waren Rebellen, die Unmut im Volk streuen wollten. Was denkt ihr, warum der Berater hops gegangen wurde!"
So, oder so ähnlich, wurde an vielen Tischen diskutiert. Adson hatte dafür allerdings keine Nerven. Er brachte Lenus eine ordentliche Schüssel mit Eintopf und etwas zu trinken.
"Scheinst ja gut angekommen zu sein. Die Abrechnung machen wir dann später.", sagte er zu dem jungen Geschichtenerzähler. Mehr Zeit zum Reden hatte er nicht, denn die regen Diskussionen der Gäste führten auch zu einer gesteigerten Zahl von Bestellungen.
Mit brennenden Armen und müden Augen eilte Adson durch den Schankraum. Es war mittlerweile schon sehr spät geworden und morgen stand ein weiterer harter Trainingstag an.
Die Hand locker auf dem Knauf seines Schwertes liegend stand der Nordmann neben dem Thron Ethorns. Lord Gawaan hatte vor einiger Zeit den Thronsaal betreten und diskutierte mit dem König über die Rückeroberung seiner Burg. Der König wollte keine Truppen Sinnlos in den Tod schicken, während es dem Lord nicht schnell genug gehen konnte die Burg zurück zu erobern.
„Die Garde macht sich schon zu lange in meiner Burg breit!“ murrte Gawaan und verschränkte seine Arme. „Gehst du mir damit jetzt jeden Tag damit auf die Nerven?“ entgegnete der König knapp und trank einen Schluck Wein. „Solange bis die Burg wieder mein ist, Bruder.“ antwortete Gawaan.
Einen Moment lang überlegte der König und stellte schließlich seinen Weinkelch beiseite. „Ich werde niemanden dorthin schicken ohne zu Wissen was dort genau vor sich geht. Drakk!“ rief der König ehe der Rotschopf vor trat und kurz sein Haupt neigte.
„Wir müssen wissen was an der Silberseeburg los ist. Sucht ein paar Männer und stattet der Burg einen weiteren Besuch ab, aber lass die Schwerter und Wachen der Akademie hier. Such dir ein paar Klingen oder Söldner für den Auftrag.“ sprach Ethorn.
„Keine Erfahrenere Männer, Majestät?“
„Nein. Wir haben zu wenige um unsere Besten Männer fortzuschicken. Und jetzt geht.“ führte der König weiter und deutete dem Hünen an zu gehen. Dieser Neigte kurz den Kopf, machte auf seine Absatz halt und verließ den Thronsaal. Seine Schritte lenkten ihn in Richtung Akademie, irgendwo dort sollte er den Söldneranführer antreffen können...
Edon Mesotes
28.05.2012, 19:15
Vor wenigen Tagen noch hatte der Eifer jenes Diebes und seines Partners, der offenbar sehr zeitig mit dem Wachsen aufgehört hatte, sich nur darauf gerichtet, dem jeweils anderen einen Schwertstreich oder Axthieb voraus zu sein. Das hatte sich nach einer Konfrontation mit der Tatsache, dass der jeweils andere nicht als alleinige Prügelmatraze herhalten musste, sichtlich gelegt. Nun war jeder nur noch darauf bedacht, sein Können nicht nur über das Niveau des Anderen zu schrauben, sondern es so weit zu steigern, dass der Kampf mit wilden Tieren wirklich machbar sein sollte.
Jene lustigen kleinen Strategien, die dazu angedacht gewesen waren, um den Anderen Staub schmecken zu lassen waren verpufft, viel zu subjektiv, um gegen einen Gegner bestehen zu können, von dem man nicht wusste, was genau es war.
Edon stand auf dem Innenhof der Akademie, leicht tänzelnd, während er mit dem Schwert möglichst schnelle Hiebe austeilen wollte und dabei immer wieder so elegant und flink wie es eben ging, seine Positionen zu wechseln und dabei zu hoffen, dass diese ihm so weit ins Blut über gingen, als dass sie auch verwendet werden konnten und sich nicht nur als kurzweilige Übung verstreichen würden.
Sicherlich stand er schon ein paar Stunden dort, immer wieder schnelle Hiebe und Schritte durchführend und sich an alles erinnernd, was Marvin ihm hatte über den Schwertkampf beizubringen versucht.
Einfach würde es wohl auf keinen Fall werden, aber wenn er genügend trainierte, könnte er vielleicht sogar überleben...
Adson Muller
28.05.2012, 19:49
Adson war schwer aus dem Bett gekommen. Die letzten Gäste hatten die Taverne erst sehr spät verlassen und so war Adson erst in den frühen Morgenstunden zu ein wenig Schlaf gekommen. Seine allmorgentlichen Kräftigungsübungen und das frische Meereswasser hatten ihn schließlich einigermaßen munter gemacht und so hatte er sich gemächlich zur Akademie begeben. Redsonja wollte heute dort trainieren und so sah sich Adson auf dem weiten Hof um; vielleicht erwartete ihn die Rothaarige ja schon. Aber er konnte sie nicht entdecken und so beobachtete er die Anwesenden.
Mitten auf dem Hof trainierte ein junger Mann eifrig mit dem Schwert. Adson beobachtete die schnellen, blitzartigen Bewegungen mit den raschen Schlägen.
Adson ließ sich auf einer Bank nieder und beobachtete weiter. Sein Schwert und die Trainingsschwerter hatte er neben sich abgelegt. Er machte es sich bequem und versuchte nicht einzuschlafen. Mal sehen, wann seine Lehrerin erscheinen würde und ob Madlen auch auftauchen würde.
Vier flammenlose Fackeln standen in einem Quadrat von 5x5 Schritten. Von ihren Spitzen kräuselte sich noch leicht der Rauch, doch der Rest war heruntergebrannt.
In der Mitte befand sich Madlen. Sie saß im Schneidersitz dort, die Haare offen über ihren Schultern zum Trocknen. Ihre Ellenbogen lagen auf den Knien auf und die Hände formten mit Daumen und Zeigefinger ein kleines „O“. Die junge Frau saß ruhig da und atmete gleichmäßig ein und aus, ein und aus. Dabei rekapitulierte sie die letzte Nacht.
Madlen war schon relativ früh gegangen. Schlussendlich deshalb, weil sie schon ziemlich müde war. Aber mit dem Verlassen der Stadt kam die Dunkelheit, nicht die der Nacht, nein. Es war ihre eigene. Trostlos und leer lag der Weg bis zum Lager vor ihr. Die Finsternis in ihrem Herzen, seit Madlens Flucht aus der Wüste.
Am Lagerfeuer angekommen, war aber nicht an Schlaf zu denken. Ihre Vergangenheit hatte sie wieder fest im Griff. Es waren auch nur noch ein paar Stunden bis zum Morgen gewesen. Fest umschlossen hatte die junge Frau das Schwert Aynur in der Hand. Das andere Zwillingsschwert hing noch an ihrer Hüfte. Im Moment war die Jägerin noch nicht in der Lage, sich damit anzufreunden. Es war noch zu sehr ihre Vergangenheit. Aynur war ihre Zukunft, ihre Gegenwart, ihr jetziges Leben.
Madlen versuchte sich daran zu erinnern. Jeder Schritt, damals hatte sie in mehrmals am Tag getan. Der Traditionstanz ihrer Vorfahren. Kultur. Das Einzige, was die Varanter ihr ließen. Kultur. Ihre letzte Verbindung in ihre Heimat. Wo immer diese auch lag. Aber sie war sich sicher…irgendwo dort draußen, in weiter Ferne, gab es einen Flecken, den Madlen Heimat nennen durfte.
Es ging langsam los. Der ganze Körper musste wie aus einem Stück sein. Fließend glitt die junge Frau in die nächste Position. Die Flammen der Fackeln spiegelten sich auf dem Schwert. Sie schienen die Bewegungen der Jägerin nachzuahmen. Tanzend wild hin und her. Immer schneller wechselte Madlen ihre Position, bis nicht mehr eine Stellung zu erkennen war, sondern nur noch ein rhythmischer Tanz, dessen musikalische Begleitung niemand hören konnte.
Nach einer Stunde beendete Madlen ihren Tanz. Schweißperlen reflektierten das nun auch ruhige Feuer der Fackeln. Sie waren fast heruntergebrannt, der Mond verschwand langsam am Horizont und die Sonne tauchte alle erhöhten Stellen in sanftes Rot. Und seit dieser Zeit meditierte die junge Frau auf dem weichen Waldboden.
Madlen war mittlerweile kurz vor dem Aufbruch in die Stadt, um zu Adson zu stoßen, der sicherlich schon wartete. Ihr Training würde bald beginnen. Auf dem Weg dorthin schossen der Jägerin einige Gedanken durch den Kopf, als ein Krieger an ihr vorbeischritt.
Du weißt, dass deine Familie nicht versteht, was du tust.
Aber du hoffst, dass sie es akzeptieren.
Und wenn du zurückkommst, hoffst du genau dort wieder anzufangen, wo du aufgehört hast.
Der Glaube an eine bessere Welt, an eine Zukunft für deine Familie und dich,
Dass ist es, was dich antreibt, auch wenn du keine Hoffnung mehr hast, nach Hause zu kommen.
Aber, glaub daran: Du wirst immer versuchen heimzukehren.
Glaube,
Loyalität,
Ehre.
Ein Akt des Mutes für alle, die für ihre Freiheit und Familie kämpfen,
sowohl für die Heimkehrer, als auf für die Gefallenen.
Und mit diesen düsteren Gedanken wandte sich Madlen in Richtung der Akademie.
Die Schwüle und Hitze der letzten Tage hatte sich heute endlich etwas gelegt und war von einem etwas frischeren Tag abgelöst worden, dessen Luft eine gewisse Leichtigkeit mitbrachte, die den Druck von den Schläfen und das Blei aus den Beinen nahm. Kilijan hatte an dem Tag, nachdem dieser seltsame Typ namens Bhaal ihn besucht und um Aufnahme als Lehrling gebeten hatte, die Schmiede endgültig zugemacht und lag seit dem eigentlich seit dem nur noch faul in der Sonne gelegen. Primär hatte ihn die Arbeit an dem Eisenring frustriert, den er zu verzaubern versucht hatte, und jetzt gönnte er sich etwas Urlaub von diesem ergebnislosen Geschäft. Er versuchte zumindest zu lernen, etwas mehr auf sich zu achten, aber sein schmerzender rechter Arm schwebte wie ein Mahnmal über seinem Kopf, wie gründlich ihm dieser Vorsatz misslungen war. Es wurde langsam tatsächlich zu frisch, um noch länger an den Steinterassen des Hauses der Magier zu sitzen und so erhob sich der aufgabenlose Hofmagier und beurlaubte Schmied aus dem kühlen Gras, mit dem festen Entschluss, noch das letzte Licht als eine schwache Entschuldigung mitzubringen, wenn er bei den Heilern vorsprach. Ihm war ausreichend klar, dass diese es vorzogen, wenn die Patienten nicht nachts kamen, gerade wenn die Beschwerden schon seit Tagen gleich waren, aber er glaubte auch nicht, dass sie ihm die Behandlung versagen würden. Außerdem wollte er sich mal erkundigen, ob das letzte mal mit seinem Schüler alles glatt gelaufen war. So trugen ihn also seine Füße durch den durchbrochenen östlichen Arkadengang, quer über den Hof, durch den Gang zur Bibliothek. Es war nicht nur der kürzeste Weg, sondern auch ein Alibibesuch, um mal sein Gesicht irgendwo zu zeigen, wo nicht ein schattiges Plätzchen auf einer Wiese war. Er nickte Calamus und einigen über staubigen Wälzern versunkenen Novizen gewichtig zu und schritt dann über die schweren blauen Teppiche, die jeden seiner Schritte zu einem gedämpften Flüstern machten, wieder am anderen Ende heraus.
Die Quartiere der Heiler befanden sich vorne im Tempel und wie letztes mal auch war hier kaum zu merken, dass die Uhrzeit voran geschritten war. Schwestern waren hier und dort wie fleißige Bienchen unterwegs, Kilijan hoffte nur, dass er beim letzten mal keinen allzu schlechten Eindruck hinterlassen hatte. Er bewegte sich auf die hintere Ecke zu, wo sich eine rothaarige Magierin über eine junge Frau beugte, die sich offenbar in Krämpfen wand. Der Magier kannte sich im Orden gut genug aus, dass er ihren Namen wusste, aber kennen taten sich die beiden nicht. Melaine hieß sie, Heilerin und eine der Magierinnen aus Al Shedim und das war auch wirklich fast alles, das Kilijan wusste. Er trat still von der anderen Seite des Bettes heran und betrachtete die Patientin. Sie zitterte und krampfte, dann sank sie wieder kraftlos hernieder, kalter Schweiß durchnässte die Laken, sie atmete stoßweise tief und keuchend. Ihre Augen waren trüb, hasteten aber von einem Punkt zum anderen, wenn sie die Lider öffnete, aber es waren willkürliche Richtungen, sie schaute nicht nach Geräuschen oder Personen. Ohne groß zu überlegen fühlte Kilijan nach dem Puls an dem Arm, der ihm sowieso fast in der Hand lag. Die Haut war kalt, der Puls schwach, langsam und unregelmäßig. Das führte allerdings auch dazu, dass Melaine ihn wahrnahm. Sie blickte mit einer Mischung aus sanfter Überraschung und völliger Undeutbarkeit auf, legte leicht den Kopf schief und musterte Kilijan mit ihren großen, leuchtend grünen Augen. Der fühlte sich zwar ertappt, als hätte er die Frau nicht anfassen sollen, war aber zu interessiert und besorgt um die Patientin, also trat er die Flucht nach Vorne an: "Das ist kein Wundfieber, oder? Die Frau ist ganz kalt und die meiste Zeit kraftlos. Außerdem dieser Geruch.. Sie leidet an der Zuckerkrankheit, oder?" Melaine schaute ihn immer noch einfach an. Er fühlte sich mehr und mehr wie ein kleines Kind. Seine Miene straffte sich und seine Kaumuskulatur trat deutlich hervor, als er anfügte: "Sie wird sterben, nicht wahr?"
Wie alt mochte wohl das Wort "Wissen ist Macht" sein? Wie lange rezitierten die Menschen wohl schon jene Worte, die nur einen kläglichen Blick in jene Welt warfen, in die nur die wenigsten Menschen überhaupt einen Einblick hatten und von denen vermutlich nicht ein einziger jene arkane Macht in ihren Grundfesten zu Begreifen vermochte. Vielleicht verstanden es nur Magier und jene, die bereits auf der Straße dorthin wandelten, dass Wissen allein eben nicht Macht bedeutete, Wissen war allein der Schein einer Lampe, die den langen Weg zur Macht erhellte. Doch so weit man auch den Weg vor sich sehen mochte, so reichte der bloße Gedanke daran, ihn zu beschreiten doch nicht, auch nur ein kleines Stück darauf voran zu kommen. Wissen war die Lampe auf dem Weg, die Erfahrung die Schritte auf diesem. So war also nur ein Gemisch daraus, ein Gemisch aus Wissen und Erfahrung, Macht.
In der kleinen Stille, die sich auf den Straßen um den Königsplatz gelegt, stand ein schweigsamer Mann in dem Blau der Diener Adanos'.Der kühle Mondschein strich über das Gesicht Turangs, der keinen Blick für die Goldene Stadt übrig hatte. Sein Bewusstsein war in die Quell seiner Magie entflohen und suchte von jenem Epizentrum seines Begreifens nach den magischen Strömen. Er spürte die Ströme um sich, er wusste, wie er sie für sich nutzbar machen konnte und doch zögerte er einen Moment. Es war kein Teil seines magischen Denkens, kein Teil seines rationalen Denkens, sondern der emotionale Teil, der sich sonst so oft mit seinem wachen Verstand zu einer festen Entschlossenheit vereinte. Doch nun war für eine kleine Sekunde die Angst in ihm erwacht, des magischen Stromes nicht Herr werden zu können, etwas zu vermasseln, das vielleicht sein Überleben gesichert hätte.
Die Angst erstarb ehe sie ihm noch einen kleinen Schauer hatte über den Rücken jagen können, war verflogen wie ein leichter Nebel in einer sanften Brise. Nun war die Zeit für Turang, sein Wissen in eine Tat umzuwandeln und nicht mehr zu zögern. Der angehende Magier ließ seinen Geist fallen in den magischen Strom um ihn herum, verschmolz mit seiner Umwelt und war im nächsten Augenblick nicht mehr da...
Als Turang die Augen erneut öffnete, stand er wenige Schritte vor dem Ort, an dem er sich eben noch befunden hatte, sein Körper war noch vollständig, doch was er nicht sehen, sondern nur spüren konnte war, dass er blass geworden war. Der Teleport hatte ihn Kraft gekostet, die sein Körper erst regenerieren musste. Auch als er in sich hinein lauschte spürte, dass auch seine magische Kraft einen zu intensiven Teil verbraucht hatte. Er musste sich schnellstgehend ausruhen, ehe er fortfahren konnte...
Redsonja
28.05.2012, 22:30
Sergio hatte ihr die Bitte nicht abschlagen können auf Darjel aufzupassen und das war gut so, denn noch weniger als in die Taverne gehörte ein kleines Kind in die Akademie. Zumindest behaupteten das einige böse Zungen. Redsonja war davon nicht ganz überzeugt, aber ihre Erziehungsmethoden schienen in vielen Kreisen nicht sehr akzeptiert zu sein, von daher war die Diskrepanz in den Meinungen nicht sonderlich erstaunlich. Nein ihr Beweggrund war ein anderer. Sie wollte nicht, dass sie zu oft mit einem Kind gesehen wurde. Gerade jetzt, wo sie sich derart hilflos fühlte. Sie ihre verfluchte Hand nicht einsetzen konnte.
Wisst ihr wozu man so eine Hand braucht? Einen Arm.
Dachte sie zunehmend verzweifelt, als sie plötzlich Madlen vor sich erkannte.
"Guten Abend."
Grüsste sie ihre Schülerin und sie verfielen erst in ein allgemeines Geplänkel, dann in Schweigen. Beide hatten wohl ihre eigenen Sorgen und die Lehrmeisterin fragte nicht nach, ob sich Madlen genug erholt hatte, um weiter zu trainieren. Diese musste das selber einschätzen. Auch das war ein Teil dessen, was jeder lernen musste.
Am Ende erreichten sie die Akademie und fanden Adson relativ schnell. Er wartete bereits auf die beiden Damen.
"Kennt jemand von euch diese Gerätschaften hier bereits?"
Fragte sie und deutete auf eine Strohpuppe. Doch das war nicht alles daneben gab es noch allerlei kompliziertere Dinge. Mit Mechanismen, die sich bewegen konnten. Optimal darauf abgestimmt ganz spezielle Bewegungen zu üben.
Adson Muller
28.05.2012, 22:39
Adson träumte vor sich hin, fast wäre er eingeschlafen. Die warme Sonne schien ihm ins Gesicht und ein leichter Wind machte das Wetter noch angenehmer. Seine Augenlider zeigten eindrücklich, dass auch sie der Schwerkraft unterlegen waren. Der junge Schreiner fühlte sich in eine Geschichte entführt, in welcher er einen königlichen Schuh jagte, der von allen möglichen Winden hin und her getrieben wurde.
Ein Geräusch ließ ihn aufschrecken, so dass er mühsam die Augen öffnete. Er schaute sich um und sah Madlen und Redsonja auf sich zukommen. Nach einer kurzen Begrüßung führte die Lehrmeisterin ihre Schüler an verschiedene Übungsgeräte. Adson hatte solche Puppen noch nie gesehen und begutachtete sie interessiert. Die Lehrmeister erklärte ihnen die Aufgaben der Geräte. Einige sollten die Präzision födern, andere waren für Schlagkraft und Reaktionsschnelligkeit konzipiert. Einige dienten zum Angriffstraining, andere sollten die Verteidigung verbessern. Die beiden Schüler sollten nacheinander an den verschiedenen Geräten üben, jeweils jeder für sich.
Adson wählte eine menschenähnliche Puppe, bei der verschiedene Bereiche markiert waren, die Puppe war relativ lose befestigt, so dass sie nach den ersten Schlägen anfing zu schwingen. So waren die Markierungen, sie hatten unterschiedliche Größen und waren in verschiedenen Höhen angebracht, schwerer zu treffen. Adson konzentrierte sich, um möglichst genau und schnell zu schlagen und dabei die Schlagarten zu variieren.
Die Tage waren wie Berge schleppende Riesen vorbeigezogen, immer in der Hoffnung verharrend, in ihrer Hitze dem Menschen, die schwitzend und keuchend ihren Alltag verbrachten, gefällig zu werden, obschon sie wussten, dass ihnen dies nie gelingen würde. Dafür hatte sich der Mensch über die Zeit angewöhnt, immer das zu kritisieren, was gerade war, und nach dem zu sehnen, was er nicht haben konnte.
Melaine dagegen verbrachte ihre Zeit in dem noch kühlen Tempel und der nicht weniger kühlen Kammer der Heiler, die in ihrer magischen Beschaffenheit eine Temperatur hielt, die dem gesunden nach einschlägiger Meinung noch am ehesten zur Hilfe gereichen sollte, wenngleich dies niemand abschließend zu klären vermochte, waren der Krankheiten doch zu viele und der Wissenden zu wenige.
Es war die rothaarige Kriegerin gewesen, welche die Wassermagierin daran erinnert hatte, wieder einmal öfters dort einen Blick zu riskieren, wo sie lange keine Hoffnung gesehen hatte. Sie war Heilerin geworden, um denen, die litten, etwas geben zu können, was ihnen helfen würde, wenngleich sie dem Eindruck verfallen war, dass alles einen Weg kannte, dem Tod zu umgehen. Vielleicht. Vielleicht aber war sie geradezu aus den falschen Motiven Heilerin geworden, nämlich aus jenen, etwas zu wissen, was andere nur erahnen oder erhoffen konnte. Es würde erklären, warum sie nur zu gerne in der Bibliothek saß und das Wissen, welches dort lagerte, wie ein Schwamm in sich aufnahm. Letztendes waren dies Fragen, die sie zu klären beabsichtigte, für die sie aber keine Zeit verplant hatte. Ein Makel, der irgendwann einmal bereinigt werden sollte.
„Vielleicht.“, erwiderte die Rothaarige dem Schmied mit einem feinen, freundlichen Lächeln, nur andeutend, dass sie mehr wusste, jedoch keinen Grund sah, ihn darüber aufzuklären, solange sie nicht wusste, wer er war und wie es um seinen Geist bestellt war. „Manchen Menschen ist ein langes Leben bestimmt, trotzdem es Knicke aufweist, andere gehen vor der Zeit, die ihre Liebe ihnen erdacht haben. Der Kreis des Lebens verbleibt in ewiger Bewegung.
Und ihr? Genießt die freie Zeit des Abends, einem im Gehen begriffenen Menschen Gesellschaft zu leisten? Oder plagt euch etwas?“, fragte die Zauberin und musterte den Wassermagier, der die bärenhaften Proportionen mancher seines Berufsstandes vermissen ließ, obwohl er groß und durchaus kräftig gebaut war. Dunkelblonde Haare wetteiferten mit einem dünnen Bart gleicher Farbe um die Aufmerksamkeit des Blickes und wurden durch die allzu offensichtlichen Narben an Unterarmen und Händen ausgestochen. Sie war ihm bei seiner Weihe bereits begegnet, damals noch, ehe sie den Worten des Erzdekans lauschen durfte, der Frage, wie ein Schmied sich auf den Weg Adanos wiedergefunden hatte, und den mit ihr einhergehenden Zweifeln verfallen. Sie hatten sich gelegt, als Hyperius von den Taten des Mannes und seiner Arbeit berichtet hatte, obgleich sie einer früheren Begegnung wohl förderlicher gewesen wären.
Kilijan lächelte. Zum Teil, weil in ihm etwas kommandierte, die Frau gefälligst anzulächelnd, hauptsächlich aber auch, weil es ihn immer wieder erheiterte, dass einige Magier gerne vor sich hin zu prophetieren und orakeln schienen. Die wenigsten wussten, wie schwierig es war, die Einsichten, die mit der Kenntnis der Magie und damit dem tieferen Verständnis der Welt und ihren Wundern einhergingen, für jene in Worte zu fassen, die von all dem weniger wussten. Dieser leicht kryptische Sprachduktus kam also quasi mit dem guten Willen, seine Erkenntnisse zu teilen, frei Haus mitgeliefert. "Mich plagt nicht mehr, als die meisten und sicherlich weniger als alle, die hier liegen -" Er deutete mit dem Arm überflüssigerweise an, dass die Patienten gemeint waren. "- und sicherlich nichts, was dringlicher Hilfe bedarf."
"Super.", sagte eine Stimme in seinem Kopf, "Lupenrein. Versuch doch ruhig die Frau zu beeindrucken mit deiner männlichen Alles-Im-Griff-Geschichte. Dein Arm ist KAPUTT und Du stehst vor einer HEILERIN!"
"Ich wollte mich hauptsächlich erkundigen, ob es mit meinem Schüler Iain, den ich vor einigen Tagen ohnmächtig hier hergebracht habe, Probleme gegeben hat."
"Wird nicht besser.." sprach es in seinem Kopf ungeduldig.
Kilijan hob leicht das Kinn und lächelte erneut. "Wenn ich weiß, dass es ihm gut geht, könnt Ihr mich gerne auch als Gesellschaft ansehen."
"Ach, vergiss es doch!..."
Seine Miene wirkte ob der Worte, die er sprach, ein wenig zwiegespalten, wenngleich nur im Ansatz wie sie dennoch darauf hin, dass dem Gesprochenen wohlmöglich etwas anderes zu Grunde lag, als der Inhalt vermitteln wollte. Doch die Magierin beschloss für sich, darauf nicht einzugehen, wissend, dass der Tag lange genug war und sie dazu neigte, zu später Stunde zu oft und zu tief in Dinge einzutauchen, die sich später als nicht der Mühen wert herausstellten oder die Neugier als unhöflichen Fehler offenbarten.
„Iain…“, erhob sich ein leises Flüstern aus dem Munde der Magierin, von Unkenntnis sprechend, gar fragend und doch kein Gesicht findend, dass sich damit verband, „Nein. Diesen Namen habe ich in den letzten Tagen nicht vernommen. Ich denke, dies bedeutet, dass es entweder keine Probleme mit ihm gab oder sich bereits jemand anderes um ihn gekümmert hat, der zusätzlicher Hilfe meinerseits nicht bedurfte.“, beschied Melaine, auch, wenn sie viele Gesichter ohne Namen in diesen Kammern hier beobachtet hatte die letzten Tage, so hatte sie nicht alle mit ihrer Anwesenheit bedrängen wollen. Als Redsonja hier Ruhe finden sollte, hatte es eine kleine Störung gegeben, die sie dank des intensiven Nutzens der Magie nicht bewusst wahrgenommen hatte und als sie Tage später erholt erneut hier erschienen war, war davon längst nicht mehr die Rede gewesen und ihre Patientin verschwunden, angeblich, wie man ihr mitteilte, bei bester Gesundheit.
„Gesellschaft mag nützlich sein, wenn ihr es dabei noch schafft die Tücher dort“, die Magierin deutete lächelnd auf zwei auf einer nahen Kommode liegenden Stofftücher, „gut mit Wasser zu sättigen und mir zu helfen, sie um die Beine der Frau zu wickeln, sogar noch mehr.“
Edon Mesotes
29.05.2012, 11:15
Die Tage des Trainings zahlten sich langsam aus. Nicht nur das Schwert in Edons Hand war von einem lästigen Ballast in der Hand zu einer Konstante aus Stahl mutiert und hatte dabei noch die hübsche Angewohnheit, unfreundlichen Menschen die Nasen zu spalten. Nein, denn auch Edon merkte, wie seine Bewegungen mit der Klinge flüssiger, schneller und geschickter wurden, während er selbst sich auch gewandelt zu haben schien. Damit war sicherlich weder sein vorlautes Mundwerk oder seine diebische Ader, die sich von den Haaransätzen bis zum großen Zeh zog, gemeint, aber doch seine schon vorher wirklich gute Kondition hatte sich noch weiter verbessert, er schien stärker geworden zu sein und irgendwie glaubte er auch sein Fingerspitzengefühl verbessert zu haben, was ihm alles auch sicherlich noch bei dem einen oder anderen von zahllosen künftigen Diebeszügen von Nutzen sein musste.
Vielleicht sollte er mal nachfragen, ob man an der Akademie auch gelehrt bekam, wie man unnötige Schlösser auf seinem Weg zu größerem Reichtum entsorgen konnte, aber dazu würde er sich wohl erstmal Gedanken machen können, wenn er sicher war, nicht in den nächsten Tagen von wilden Tieren zerhackstückelt oder von einem garstigen, axtschwingenden Zwerg zerkrümelt zu werden.
Gerade schwang er wieder sein Schwert gegen Rognor, immer noch nicht in einem wirklichen Übungskampf, sondern nur, um weiterhin das Blocken zu verinnerlichen. Seitdem sie das das erste Mal geübt hatten, lauerten sie beinahe darauf, sich noch einmal mit dem Prügelgerät welche verpassen zu können, doch ihre Deckung hatte sich verbessert, dass keiner von beiden noch in den nächsten Tage Schläge durch die Deckung preschen konnte. Das mochte aber auch daran liegen, dass sie sich scheuten, mit allem, was sie hatten, auf den jeweils anderen einzudreschen um am letzten Ende doch nur zu verraten, wie viel genau sie mittlerweile konnten. Das hätte nur dazu geführt, dass sich wieder der andere ins Fäustchen gelacht hätte, weil man dann den Gegner viel zu gut einschätzen konnte.
Der Alltag hatte sich in die gemütliche Betriebsamkeit des Buchladen in der Handwerkerstraße eingeschlichen. Der neue Gehilfe, Haldan, hatte sich in seine Arbeit eingelebt und ging mit Zuverlässigkeit seinen Pflichten nach. Ebenso hatte die Feder sich auch im Bewusstsein eines kleinen Kerns von Stammkunden etabliert, von denen die Bibliothek sicherlich der größte Auftragsgeber war. Die Geschäftigung war nicht allzu mühsam und der Absatz ausreichend, um Turangs Lebensunterhalt zu stellen, Haldan zu bezahlen und genug Gold zurücklegen zu können, um für die meisten Eventualitäten gerüstet zu sein.
Für den Buchhändler und Bürger Setarrifs Turang lief das Leben alles andere als sorgenschwer, wäre der krieg mit Myrtana nicht gewesen. Doch für den Adepten Turang, den Suchenden der Natur Adanos' und Lernenden des Verständnis um die Magie, gab es doch genügend Dinge, die ihm Anlass zur Sorge geben mochten.
Der angehende Magier hatte zum ersten Male einen Teleport durchgeführt und war danach sehr geschwächt gewesen. Das mochte an seiner fehlenden Erfahrung gelegen haben und doch beunruhigte es ihn. Die wenigen Schritte, die ihn schon dieses Maß an Kraft gekostet hatten, mochten nur ein Bruchteil der Kraft beanspruchen, die ein Teleport über eine richtige Distanz beanspruchte. Er konnte von Glück sagen, dies nicht versucht zu haben, andererseits wäre seine magische Flamme vielleicht erloschen oder so stark geschwächt gewesen, dass es lange bis zu seiner Rehabilitierung gedauert hätte. So oder so musste er das definitiv noch sehr oft üben, bis er sich diese Fähigkeit zuverlässig zutraute.
Der Königsplatz stand wieder vor ihm, wieder schloss er die Augen, wieder verschwand er und wieder tauchte er erneut auf dem Königsplatz auf. Er war erneut geschwächt, nicht so sehr wie beim ersten Mal und doch musste er es immer wieder üben, wenn er es wirklich beherrschen wollte...
Es war an der Zeit zu neuen Ufern aufzubrechen. Also metaphorisch, echte Ufer wollte er so schnell keine neuen mehr kennen lernen, davon hatte er wahrhaft schon zu viele gesehen ... und am Ende sahen sie doch alle irgendwie gleich aus. Was war eigentlich noch einmal das Schöne an einem Sandstrand gewesen? Unwichtig, seine Gedanken verloren sich wieder in unendlichen vom Wege abführenden Kausalketten ohne Umkehrmöglichkeit.
»Also meine Schüler, was wollt Ihr denn heute machen?« fragte er in die Runde, ließ sie kurz einen fragenden Blick austauschen um dann fortzufahren, »Nein, natürlich überlasse ich die Entscheidung nicht Euch, aber Ihr solltet mir erzählen wozu euch eure Überlegungen gebracht haben, vorausgesetzt, ihr habt welche angestellt, was besser für euch wäre. Allerdings machen wir das auf dem Weg, packt das nötige für ein paar Tage im Grünen ein, mehr nicht, in einer Stunde geht es los!«
Er hatte noch nicht vor, sie gegen ernsthafte Bedrohungen kämpfen zu lassen, er würde ein paar Trainingseinheiten mit ihnen im Freien durchführen, sie einfach mal ein bisschen Unruhe dabei fühlen lassen, nicht von schützenden Mauern und Klingen umgeben.
Rognor Hammerfaust
29.05.2012, 18:01
Marvin hatte sie nach ihren Überlegungen gefragt. Wenn Rognor daran dachte merkte er wie wenig er an Gedanken daran verschwendet hat. Seine positiven und negativen Seiten im Sinne vom Kampfe mit der Axt. Er konnte bloß hoffen, dass ihm jetzt etwas einfallen würde. Verstohlen blickte der Zwerg zu Edon und hoffte, dass dieser den ersten Schritt tun würde, damit er noch etwas Zeit hätte zu überlegen. Doch der andere Lehrling blieb regungslos stehen. Mit einem Seufzer trat der Fallenkonstrukteur vor und sprach langsam und bedächtig.
"Nun um ehrlich zu sein gibts bei mir relativ wenig zu bemängeln. Allerding würde ich sagen, dass ich noch an meiner Ausdauer und meiner Schnelligkeit arbeiten müsste. Zudem fällt es mir schwer die Schläge meines geschätzten Partners zu blocken. Um diesem Defizit entgegen zuarbeiten werde ich mir ein Schild nehmen, wie du es uns bereits angeboten hast."
Der Weißhaarige trat einen Schritt zurück und hoffte, dass seine Antwort Marvin zufrieden gestellt hatte.
Edon Mesotes
29.05.2012, 18:34
Die Antworten auf Marvins Frage konnte Edon getrost auf den Moment verschieben, an dem sie unterwegs waren, vorrangig für den Dieb war erst einmal, genug zum Futtern aufzutreiben, womit er ein paar Tage über die Runden kam, und, was vielleicht noch wichtiger werden können würde, war ein Schwert mit dem man auch etwas schneiden und nicht nur stumpfsinnig drein prügeln konnte. Der erste Punkt würde mit etwas Gold in den Taschen mehr als nur einfach zu bekommen sein: gepökeltes Fleisch hielt sich gut, machte satt und schmeckte zudem auch noch. Davon ein paar Rationen und daneben noch die bereits erwähnte Klinge sollte dann wohl alles sein, was er für die Reise vonnöten war, wenn man mal von einer Decke, Feuerstein und Zunder absah, wobei er die letzten beiden ohnehin fast immer mit sich herum trug. Der alte Marvin hatte zwar mit keinem Wort erwähnt, zu welchem Zweck sie ins Gemüse stapfen wollten, aber das war eben das, was man immer dabei haben sollte aber davon nicht mehr, als das leicht genug für längere Wege war und in einen Sack passte.
Gedacht und weg, selbiges zu besorgen ohne eine eventuelle Antwort des Lehrmeisters auch nur abzuwarten, entschwand er auch schon zu der kleinen, heruntergekommenen Bruchbude im Hafenviertel, das man um Gottes willen nicht sein Zuhause nennen sollte, sondern eher ein gut getarntes Lager. Gut, sein Bett und damit seine Decke lagerte zwar auch hier und war momentan auch mit der Hauptgrund, warum er hier war, aber ein wirkliches Heim hatte er eigentlich nirgendwo.
Mit einer Decke, einem Sack und einem frischen Geldbeutel bewaffnet zog er dann fix weiter zu den Söldnerquartieren, wo sich alle solche Genossen tummelten, die für nichts anderes als Gold ihre Gesäße überhaupt vom Erdboden erhoben. Der Bärtige, der Edon mal sein Übungsschwert gegeben hatte und den Edon nie nach seinem Namen gefragt hatte, saß mal wieder mit ein paar anderen Söldnern in geselliger Runde, während das Bier fröhlich durch die Kehlen floss. Er hatte zwar keine Ahnung, in welcher Hierarchie der Söldner er sich befand, aber er kam offenbar ziemlich gut an Waffen ran und so konnte Edon auch recht schnell mit einer scharfen, einfachen Klinge weiter ziehen, um sich noch ein paar Rationen Fleisch einzustecken und schlussendlich ein paar Minuten vor Ablauf der Stundenfrist wieder im Akademiehof eintrudeln.
"Als denn, ich wäre nun soweit. Und um auf eine Frage zurückzukommen, die mir eben noch im Gedächtnis geblieben ist: Die richtige Stärke kommt, glaube ich zumindest, während des Trainings von ganz allein. Und obwohl ich, denke ich, schon recht gut darin bin, möchte ich immer noch Schnelligkeit und Kondition weiter verbessern. Und, was ich vermutlich noch am Nötigsten von allem habe, ist eine gute Beinarbeit, auf der sich wohl im Kampf das Meiste aufbauen lässt."
Redsonja
29.05.2012, 18:39
Eine Akademie, wie diese hier erwies sich als ungemeiner Vorteil. Sie hielt ware Schätze bereit und ein paar Überraschungen, denn einzelne der Geräte schlugen zurück und sie wartete leicht spitzbübisch darauf, dass Adson in eine solche Falle tappte und einen gefüllten Lederball an den Hinterkopf bekam.
Warum nur Adson, mag sich der kritische Leser fragen. - Madlen war noch nicht komplett erholt und ein Schlag gegen den Kopf hätte ein entscheidender Rückschlag in der Genesung bedeutet. Sie lernte auch genug, wenn ihr Mitschüler überrascht wurde. Daher liess sie den Gehilfen des Wirts Pionier spielen.
Nigel Ascan
29.05.2012, 19:15
Nigel stand im Schatten des Innenhofs der Akademie und beobachtete all die fleißigen Krieger, die dort ihre Klingen kreuzten. Ob es Puppen oder echte Gegner waren, war dem Söldneranführer ziemlich egal, zumal er wusste, wie tückisch diese Holzgeräte sein konnten. Zu seinem Wohlwollen entdeckte er seine Neuen, Adson und Edon. Sogar der Zwerg aus der "Sturzkampfmöwe" war da. Überrascht zog Nigel die Augenbrauen hoch.
Auch die rothaarige Lehrmeisterin, die den jungen Kellner aus der Taverne unter ihre Fittiche genommen hatte, konnte er ausmachen. Sie wirkte ein wenig kraftlos, was vorallem an ihrem herunter hängenden Arm lag. Aber trotzdem sah sie keineswegs wie eine Fürstenmaid aus. Im Gegenteil. Nigel glaubte auch, sie früher desöfteren schon gesehen zu haben, konnte sich aber an keine explizite Situation erinnern. Er selbst hatte keinen Elan fürs Training, er war mit seinem Einhandschwert seit einiger Zeit ziemlich unzufrieden, er brauchte mehr. Doch der Waffenschmied, dem der Laden "Zum Triskel" im Westen der Stadt gehörte, war nie dort gewesen, wenn Nigel es war. Und da dies ein Meister seines Handwerks sein sollte, wollte Nigel unbedingt zu ihm, zumal die Auswahl nicht wirklich groß war. Stapelware vom Markt kam für ihn nicht mehr in Frage. Er hatte das nötige Gold, so glaubte er zumindest, und wollte eine eigene einzigartige Waffe. Und ohne diese brauchte er sich keinen Lehrmeister suchen oder mit dem Selbststudium beginnen, das war absolut albern.
Also verbrachte der Söldneranführer die Tage damit, seine Aufgaben im Söldnerlager zu erledigen, was eher weniger Zeit in Anspruch nahm. Anschließend tingelte er durch die Stadt, um dann zur Abendstunde durch die Akademie zu streunern. Immer öfter blieb er im Hintergrund auf dem Innenhof und sah sich die anderen an. Das machte die Situation mit seiner Unzufriedenheit unwesentlich besser, aber so war es doch ein Zeitvertreib.
Plötzlich hörte Nigel eine Stimme in seinem Rücken. Neugierig wandte er seinen Blick zur Seite und sah einen rothaarigen Krieger auf sich zu kommen. Den Krieger kannte Nigel mittlerweile ziemlich gut, auch wenn sie bisher eher weniger miteinander zu tun hatten und die bisherigen eher seltenen Aufeinandertreffen kaum freundlich abliefen. Mit strenger Miene kam Drakk vor Nigel, der sich mittlerweile umgedreht hatte, zum Stehen.
» Ich grüße Euch, Drakk. Womit kann ich behilflich sein? « fragte der Söldneranführer gerade heraus, da er wusste, dass sein Gegenüber weniger am Wetter interessiert war...
Rognor Hammerfaust
29.05.2012, 19:17
Die Stunde zum Zusammensuchen der Sachen war schnell vergangen. Zuerst hatte sich Rognor etwas Pökelfleisch und zwei Laibe Brot besorgt, welches für einige Tage reichen würde. Danach hatte er sich zur Taverne begeben um sich dort noch ein kleines Fässchen Bier mitzunehmen. Bier gehörte immerhin zu den Grundnahrungsmitteln des Zwerges. Doch bevor er es vergaß war er auch beim Pfandleier gewesen und hatte schweren Herzens einen seiner beiden Goldbarren gegen bare Münze eingetauscht. Zugleich konnte er sich dort auch eine billige Decke, eine neuen Feuerstein, ein wenig frischen Tabak und natürlich ein relativ scharfes Brotmesser kaufen. Somit war der Verkauf des heißgeliebten Metalls nicht vollkommen umsonst gewesen. Doch nach seinem etwas längeren Aufenthalt in der Stadt und deren Märkte stand Rognor mit einem Rucksack, welcher fast so groß war wie er selbst auf dem Platz in der Akademie. Die Axt an seinem Gürtel und der Schild auf dem Rücken stand der Weißhaarige auf dem Platz. Wenn man den Rucksack außen vor gelassen hätte, hätte das ein sehr kriegerisches Bild abgegeben. Doch solch ein vollbepackter Rucksack sah neben einem Mann welcher nur etwas größer als eben jener Rucksack etwas lächerlich aus. Vorallem konnte man sich kaum vorstellen, wie der kleine Mann dieses Monstrum an Stoff, welches alles an Sachen von Rognor gefressen hatte, hochheben zu gedachte. Manch einer wäre sehr erstaunt wenn er sehen könnte wie der Zwerg das Stoffungetüm einfach so angehoben hätte. Doch nun warteten Rognor und Edon auf ihren Lehrmeister Marvin.
Adson war schon fleißig am Trainieren. Doch Madlen schaute im Moment nur zu, ihre Kopfverletzung war immer noch nicht richtig verheilt. Vielleicht war äußerlich nichts, aber ihr Kopf tat innerlich manchmal noch weh, ein leichtes Stechen, kaum bemerkbar. Die junge Frau wollte natürlich trotzdem was machen, aber Redsonja war strikt dagegen. Und da Madlen ihr Leben lang schon ein Meister-Untergebene-Ding lebte, setzte sich die Jägerin auch nicht darüber hinweg, sondern beobachtete vielmehr aufmerksam die immer besser werdenden Bewegungen Adsons.
In den letzten Tagen waren starke Veränderungen in der Stadt spürbar geworden. Es wurde große Mengen an Nahrung, sowie Rohstoffen wie Holz oder Stein, gekauft und eingelagert. Es hielten sich auch deutlich mehr Soldaten in Setarrif auf als üblich. Diese radikale Änderung im gewohnten Leben hatte Madlen schon oft genug erlebt, es bedeutete Krieg, Tod und Verderben, aber auch einen Neubeginn.
Unvermittelt meinte die junge Frau zu Redsonja: „Beantworte mir bitte diese Frage. Es muss nicht sofort sein, aber irgendwann erwarte ich eine Antwort. Was ist für dich Krieg? Ein Moment der Wahrheit und der Lüge, ein Moment um zu leben und zu sterben? Ein Moment zum Kämpfen für irgendeinen Gott, den niemand je gesehen hat?“
Mit schnellem Blick zu der Kriegerin versuchte sich Madlen ein Bild zu machen. Doch Redsonja blickt nur in weite Ferne, auf einen Punkt, den nur sie sehen konnte.
Die Jägerin griff an Aynur und fuhr fort: „Für mich ist Krieg eine Warnung an alle Menschen, die Guten wie die Bösen. Eine Warnung für alle Soldaten, Zivilisten, Blutzeugen, Opfer, Propheten, Anführer, alle Gewinner oder an den Erlöser: Es ist der Abgrund der Welt. An der Linken und an der Rechten: Überall wird gekämpft und doch stehen wir vor einem Abgrund. Und wo führt dieser Abgrund hin? Du hoffst, er bringt dich weit weg. Dir ist egal wohin, denn das ist nicht wichtig. Am Ende wirst du eine neue Welt erreichen! Aber warum? Braucht der Mensch wirklich den Krieg, nur um eine bessere Welt zu erschaffen, zu erreichen? Nein!“
Madlen ballte die Hände zu einer Faust.
„Nein!“, wiederholte die junge Frau nochmals. „Wir können es auch hier gut haben. Doch es wäre zu einfach, nicht wahr? Bevor du aber darauf antwortest, bitte ich dich: Überlege deine Antwort gut. Ich brauche es nicht sofort wissen, aber irgendwann. Du würdest mir damit sehr helfen!“
Um nicht weiter ihre Gedanken lauschen zu müssen, drehte sich Madlen wieder zu Adson hin, der immer noch am Üben war.
Adson Muller
29.05.2012, 19:36
Adson trainierte mit vollem Einsatz an den verschiedenen Gerätschaften. Seine Schläge hatten deutlich an Präzision und Geschwindigkeit gewonnen, außerdem ermüdete er auch nicht mehr so schnell wie am Anfang. Er hatte kaum Augen für Madlen oder seine Lehrmeisterin, sondern war voll und ganz auf seine Übungen fokussiert.
Er verschnaufte gerade kurz, als Redsonja ihn an ein anderes Gerät beorderte. Adson konnte daran nichts besonderes erkennen, es schien ein normaler Schlagtrainer zu sein, doch folgte er der Anweisung. Er begann Schlag um Schlag auf die Puppe loszulassen und war ein wenig enttäuscht. Das Gerät bot nichts Neues und er fragte sich wirklich, warum Redsonja ihn gerade an dieses Gerät geschickt hatte. Nach einem weiteren kräftigen Schlag wusste er es. Er hörte nur ein leises Surren, dann schlug etwas krachend gegen seinen Hinterkopf. Er taumelte kurz, mehr wegen der Überraschung als wegen der Wucht des Schlages, und drehte sich verwirrt um. Er sah einen dicken Lederball an einer Schnur hängen, daneben stand Redsonja und grinste ihn an.
"Im Kampf muss man auf alles gefasst sein!", meinte sie nur. Adson erwiderte nichts, er war noch zu verwirrt. Er nickte nur geistesabwesend und schaute sich die Übungsmaschine genauer an. Er stellte fest, dass die Bretterwand hinter der Trainingspuppe mit eben jener verbunden war. Hinter der Wand war eine starke Feder befestigt. Diese wurde gespannt, dann legte man den Lederball darauf und arretierte die Feder. Allerdings war die Sicherung bewusst locker und rutschte mit jedem Schlag auf die Puppe weiter heraus. Irgendwann wurde die Feder freigegeben und der Ball wurde schräg nach oben geschleudert. Ein angebrachter Strick bremste den Wurf ab und ließ den Ball schließlich auf den Trainierenden, in diesem Fall auf Adson, fallen.
Der junge Schreiner brachte die Apparatur wieder in ihren Ausgangszustand, dann ließ er wieder Schlag um Schlag auf die Puppe los. Allerdings trat er diesmal zur Seite, kaum dass er das Surren der Feder und das leise Zischen des Balles gehört hatte. Mit Erfolg. Der Ball traf ihn diesmal nicht. Mit neuem Eifer spannte er die Apparatur erneut und trainierte weiter. Er war gespannt, was all die Geräte noch für Überraschungen bereit hielten.
„Wie oft muss ich euch Pfeifen eigentlich noch sagen das ihr den Blödsinn mit „Euch“ sparen könnt?“ knurrte Drakk und stellte sich neben den Söldneranführer. „Ich hoffe die Söldner sind einsatzfähig, wir haben eine Aufgabe zu erledigen.“ führte der Rotschopf weiter ohne den Blick von den Neulingen auf dem Innenhof.
„Der König ist es leid Lord Gawaans Geheule zu hören, also müssen wir schauen was in der Silberseeburg vor sich geht. Nur Auskundschaften. Nach Möglichkeit so viel wie geht...Mannschaftsstärke, Vorräte, den ganzen Kram halt. Vielleicht lässt sich ja auch in Erfahrung bringen was die Garde mit der Burg vor hat.“ sprach der Hüne weiter ehe er Redsonja erspähte. Seine ehemalige Lehrmeisterin sah mitgenommen aus, aber noch immer brachte sie Neulingen das Führen eines Schwertes bei.
„Ich weiß, die Söldner sind vielleicht nicht die Beste Wahl, aber der König hat beschlossene keine Schwerter oder Wächter der Akademie einzusetzen. Hat scheinbar schiss das die Garde angreifen könnte...irgendwelche Ideen wie wir das am besten machen?“
Nigel Ascan
29.05.2012, 20:01
Da war Nigel erstmal perplex. Nicht wegen dem Anranzer, dass Nigel wieder einmal zu höflich war. Er hatte es mehr oder weniger auch des Scherzes halber gesagt. Doch, was dann kam, raubte dem Söldneranführer einen kurzen Moment die Sprache. Die Gedanken überschlugen sich. Doch allzu lange konnte er nicht schweigend neben dem Nordmann stehen bleiben. Er musste etwas sagen, schließlich war er in seiner Position zum ersten Mal gefragt.
» Nun, ich denke, dass das kein großes Problem darstellt. Allerdings würde ich auf die gestandenen Suffis verzichten, das wäre dann eher ein Himmelfahrtskommando. Allerdings haben wir einige Neue dabei, die noch keine Sau auf der Insel kennen dürfte. Zumindest nicht im Zusammenhang mit dem König oder mit Setarrif. « erklärte er voller Selbstbewusstsein.
Während er sprach, gefiel ihm seine Idee auch, weswegen er ohne Umschweife fortsetzte.
» Ich würde daraus auch keine Nacht-und-Nebel-Aktion machen. Wir müssen nur irgendwie ziemlich unbemerkt über das Gebirge kommen. Dann hält jeder seine Augen und Ohren offen und wir haben die Informationen. Kommst du mit? Aber was passiert danach? Oder hängt das davon ab, was wir herausfinden? Wird der König jetzt endlich mal aktiv?! «
Während der letzten Frage biss sich Nigel auf die Lippe. Er redete schließlich mit einem Schwert seiner Majestät. Aber nun war es raus, er konnte nur noch die Reaktion Drakks abwarten. Nigel wusste nicht viel über den rothaarigen Krieger, wie ihm in diesem Moment klar wurde. Er war auf jeden Fall gespannt...
Einen Moment lang dachte der Hüne über die Worte des Söldneranführers nach. „Gute Idee. Schick das Frischfleisch, die scheinen mir ohnehin mehr auf dem Kasten zu haben als die meisten Saufköpfe die man sonst so bei den Söldnern findet.“ antwortete Drakk.
„Ich werde bis vor die Tore der Burg mit euch kommen, aber betreten werde ich die Burg wohl kaum. Bin kein gern gesehener Gast bei der Garde und der ein oder andere wird mich Erkennen. Die Ahnen haben mich dummerweise mit einem Körper gesegnet der nicht gerade dazu einlädt verdeckt zu Arbeiten. Das beste wäre es ohnehin sich zu Tarnen. Geht als Bauern oder kleine Händler in die Burg, mit einfachen Leuten die nach Gerüchten aus sind Reden die Gardisten im Suff eher als Jägern und dergleichen.“ führte der Veteran fort und konnte sich ein kurzes grinsen nicht verkneifen.
„Stell auf alle Fälle sicher das die Söldner nicht aufhören zu trainieren sobald du die Stadt verlässt...So wie ich die Sache sehen werden wir die Burg zurück erobern, egal was ist. Nur das wie und wann wird davon abhängig sein was ihr so alles erfahrt. Und dafür werden wir jeden Mann brauchen der in er Lage ist ein Schwert zu führen.“
Da war er nun, wickelte warme Kompressen um die Beine einer fremden Frau, nach seiner Erkundigung nach Iain und seiner fachmännischen Leugnung der Armbeschwerden jeder Entschuldigung enthoben, überhaupt hier zu sein. Er konnte nur hoffen, dass in Wirklichkeit gar kein riesiger leuchtender Pfeil über ihm hing, der auf diese Tatsache hinwies. "Freut mich zu hören, dass es Iain .. vermutlich .. gut geht, -", sagte er in freundlichem Plauderton, während er das Ende einer der Kompressen so einfaltete, dass sie sich nicht einfach wieder lösen würde, "- ich hatte es auch nicht erwartet. Er hat sich beim Wirken seines ersten Zaubers etwas verausgabt und ich als sein Lehrer sah mich in der Pflicht, ihn hier her zu bringen. So weit ich das als Laie weiß, können gerade Ohnmächte durch magische Überanstrengung in einigen Fällen zu .. Komplikationen führen."
"Psychosen, Depressionen, Wesensveränderungen, Koma und Tod." fügte sein Geist an, während sein Gesicht jovial lächelte, sowohl die Gedankengänge als auch den Schmerz in seinem rechten Ellenbogen kompetent verbergend. Wassermagier zu sein hatte seine Vorteile, was das Aufrechterhalten einer ausgesuchten Front anging. Kaspan konnte er mit soetwas zwar nicht täuschen, vermutlich auch Hathorn und Tinquilius nicht, aber solange er nicht böswillig log, war er sich sicher, dass sein Gegenüber selbst im schlimmsten Falle nicht mehr würde erahnen konnte, als dass irgendetwas in ihm vorging.
"Ich finde das Lehren wirklich eine wunderbare Erfahrung. Dennoch, -", sein Ton wurde nachdenklicher und er stützte sich auf die Lehne des Stuhls neben dem Krankenbett und sah Melaine an - seine Arbeit hatte er inzwischen beendet - "- ich bin kein Meister der Magie. Je mehr ich lerne, desto mehr wird mir klar, wie wenig ich weiß. Es scheint mir von Zeit zu Zeit ordentlich vermessen, Magie zu lehren, ohne sie selbst ausreichend durchstiegen zu haben."
Melaine hatte ihre Arbeit ebenfalls beendet und schaute ihn jetzt wieder an. Ihre großen grünen Augen erinnerten ihn an die eines kleinen Kindes, das Fragen zu allem in der Welt hat. Was ihn faszinierte. Und das wiederum irritierte ihn leicht. Er schüttelte innerlich den Gedanken ab und verschob ihn auf später. "...nicht dass ich nicht rein praktisch auch durch meine unzureichenden Fähigkeiten frustriert wäre..." Die Geschichte mit dem Ring würde er vielleicht auf Nachfrage erzählen; so schienen die Aussagen schon ausreichend aufdringlich. Er fühlte sich etwas wie jemand, der auf die Frage 'Wie geht es?' anfing, seine Lebensprobleme auszubreiten, anstatt zu nicken, 'Gut.' zu sagen und weiterzugehen.
Melaine zupfte geruhsam an den Ärmeln ihrer Bluse, nachdem sie jene vorsichtig wieder zurück über ihren Arm gestreift hatte, wo sie zuvor hochgeschoben waren, um Schmutz auf ihnen zu verhindern, und lächelte schließlich, als alles wieder zu ihrer Zufriedenheit an seinem Platz saß. Ihre Arme waren nicht schmutzig geworden, allein ihre Hände ein wenig, wenngleich dies jederzeit zu verkraften war, so hätte es sie auch anders nicht gestört, wohl weißlich bereits vor ihrem Dienst an diesem Ort eine Kleidung auftragend, als es für sie in letzter Zeit üblich gewesen war. Doch die benannte Zeit war vergleichsweise kurz gewesen, wenn man bedachte, wie lange zuvor sie gehabt hatte, um sich an Rock und Bluse zu gewöhnen, der beinahe in seinem dunklen Blau zu einem Symbol ihrer Gestalt samt dem Weiß des Oberteils geworden war. Das Kleid, welches sie noch bei ihrer Heilung von Redsonja getragen hatte, war wieder verstaut und wartete auf den Augenblick, da es sich wieder einmal lohnen würde, es zu probieren, was ihr nur wenig Freude gemacht hatte, obschon es auch in ihren Augen von beachtlicher Schönheit war.
Die Frau atmete ruhiger, auch, weil der Trank, den sie ihr bevor Kilijan ans Bett getreten war, verabreicht hatte, langsam seine Wirkung einsetzte, eine ruhige Nacht und wohlmöglich gar Linderung versprechend, die Hoffnung tragend, dass es zur Heilung führen konnte. Magie wagte die Zauberin noch nicht zu nutzen, wusste sie doch, dass der Körper dazu zu schwach war und selbst der Geist der Frau dem Willen, dies heil zu überstehen, zu wenig zu geneigt war, um wahllos ein Risiko einzugehen.
„Lehren bedeutet auch, Verantwortung für jemanden zu tragen, der das Bewusstsein noch nicht geschärft für die Gefahren trägt, die die Magie mit sich bringt. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich einen Schüler zuletzt der Ohnmacht nahe aufgefunden habe, obschon ich durchaus verstehe, dass mancher Eifer nur durch Bürde gebremst werden kann.“, anerbot die Magierin ihrerseits eine Meinung zu dem, was der Beschreibung von Kilijan nach mit seinem Schüler geschehen ist. Sie wusste nichts genaueres, um sich eine dedizierte Meinung erlauben zu können, und fand überdies die weiteren Worte des Schmiedes interessanter. Auch wenn sie dennoch jene Beantworteten nicht hatte unbeantwortet lassen können.
„Solange ihr nicht die Dinge lehrt, die ihr nie selbst erreicht habt, sehe ich nichts Vermessenes daran, Neugierige auf ihrem Weg, einen ähnlichen Stand wie der eure zu erreichen, zu begleiten. In dem, was ihr ihnen beibringt, seid ihr durch eure eigene Lehre weit genug gereift. Gleichsam erkenne ich, dass es euch wohl mehr betrübt, nicht das ganze, das so viel gepriesene große Bild zeichnen zu können, weil ihr selbst nur einen Teil seht. Doch glaubt ihr wirklich, dies je zu können, wo die Menschheit nie mit dieser Fähigkeit gesegnet war, obschon Einzelne es allzu gerne von sich behaupten? Das, was die Magie darstellt, was sie ist und was sie anleitet, durch was sie angeleitet wird, welchen Ursprung und welches Ende sie hat, können wir uns nur erdenken. Und wir halten nur solange daran fest, bis jemand uns auf den Fehler hinweist, der unsere Theorie zerbrechen lässt. Am Ende wissen nur die Götter, was wir nicht wissen, und vielleicht bleibt selbst ihnen etwas verborgen. Aber derlei ist wohlmöglich zu vermessen, es hier zu proklamieren. Woran scheitern eure Fortschritte denn?“, fragte die Magierin abschließend, noch immer lächelnd, als wäre dies eine Krankheit, von der zu erholen weder ihr Körper noch ihr Geist je gedachten.
Der Königsplatz der Goldenen Stadt wurde von einem dünnen, grauen Schleier überzogen, der sich über den Blick des Adepten legte. Jetzt, spätestens jetzt, musste jeder, der noch Herr seiner Sinne war, wissen, das es Zeit war aufzuhören. Würde Turang noch einen weiteren Versuch im Teleport wagen, hätte er vielleicht nicht mehr die Kraft, ein weiteres Mal aufzustehen. Sein Gesicht war kalkweiß, während er kurz die Augen schloss, um seinen Geist wieder zu sammeln.
Den Tag über war er immer wieder aus der Feder verschwunden um zu trainieren und mit jedem Mal hatte ihn der Teleport ein kleines Stück weniger Kraft gekostet, während er Stück um Stück weiter ging auf dem Weg, der ihn einmal zur Vollendung dieser Kunst führen mochte. Doch für heute konnte seine Aufgabe aus nicht mehr bestehen, als zu rasten, wollte er nicht, dass ihn seine Pflichten für einen Aufenthalt in der Krankenstation entbehren mussten.
Es war weitaus schwieriger gewesen, als seine ersten magischen Schritte, doch er fühlte sich bereit dazu, seine Kenntnisse zu erweitern, auch wenn ihm heute wieder die Grenzen seiner Belastbarkeit klar geworden waren. Jene Grenzen, gegen die jeder Sterbliche einmal stoßen musste und die es in seinem Leben vielleicht nicht zu überwinden, doch immerhin zu erweitern galt. So gerne Turang sie auch gleich hier und jetzt durchschritten hätte, musste er doch seinem Verstand nachgeben, der ihm völlig zu Recht sagte, dass dies nicht machbar war und das blinder Eifer nur dazu führen würde, dass diese Grenzen solange dort stehen würden, bis er sich regeneriert hatte...
"Es scheint sich durch mein Leben zu ziehen, mir selbst und anderen zu viel abzuverlangen..." sagte der Schmied und musste an all die Torturen denken, durch die er sich selbst gezwungen hatte, in der Schmiede des Sumpflagers angefangen über seine eigene Magielehre und die große Flut, wobei er sich selbst zwei mal fast durch das völlige Überverausgaben beim Wirken von Magie umgebracht hatte bis zu jenem unrücksichtigen Arbeitseifer, der jetzt offenbar seinen Arm in Mitleidenschaft gezogen hatte. "...ich versuche schon, daran zu arbeiten, aber im Endeffekt wird sich wohl nie grundlegend ändern, wer ich bin. Und im Fall Iains kann ich mir meines Erachtens nichts vorwerfen. Vielleicht - aber da beißt sich die Katze in den Schwanz - hätte ich erkennen können, dass er sich zu viel zumutet, wäre ich erfahrener gewesen." Kilijan zuckte die Schultern und machte einen ratlosen Gesichtsausdruck, der aber auch davon sprach, dass er sich damit abgefunden hatte und daran sowieso nichts mehr zu ändern war, kurz: Dass es darüber keinen dringenden Gesprächsbedarf mehr gab.
"Aber natürlich habt Ihr recht: -", schloss der Schmied die Sache auch inhaltlich ab, indem er wieder Anschluss an Melaines Ausführungen nahm, "- Es gehört zur Conditio Humana, die großen Fragen zu stellen und darauf nur flüchtige Schatten von Antworten zu erhalten. Das gilt genauso für die Magie, wie für alles andere; wer glaubt, über etwas alles zu wissen, ist entweder dumm in seiner Vermessenheit oder ein Blender. Die philosophische Frage ist aber nicht die, die mich momentan beschäftigt." Die linke Hand des Schmieds schloss sich um den Gegenstand in seiner Hosentasche einmal kräftig zur Faust, bevor er ihn heraus zog und ins Licht hielt. Der Ring war genauso unspektakulär und schmiedeeisern, wie er immer war. Er schien den Schmied mit seiner ehernen Sturheit fast zu verhöhnen - es waren nicht einmal Marken davon zu sehen, dass er schon öfter quer durch die Schmiede gepfeffert worden war.
"Ich beschäftige mich schon länger mit der Herstellung von magischen Artefakten, einer Kunst, die in unserem Orden, wie unserer Zeit weitestgehend verloren gegangen zu sein scheint. Ich habe einen alten Helm mit einem Lichtzauber versehen - ich habe ihn Hyperius geschenkt - und ich habe einen recht schwierigen Zauber auf eine Hobelklinge gelegt, sodass sie zu einem so gennanten Idonidisches Messer geworden ist, einem Artefakt, das magische Gefüge zerteilen kann, ohne sie zu beschädigen." Der Schmied kniff ein Auge zusammen und starrte durch den Ring zwischen seinem linken Daumen und Zeigefinger. "An dieses kleine Ding hier wollte ich drei modifizierte Lichtzauber gleichzeitig binden und bin dabei nahezu verzweifelt. Es ist mir einfach nicht möglich, die Zauber gleichzeitig so perfekt daran zu binden, dass sie sich nicht wieder auflösen. Ich vermute, meine magischen Fähigkeiten sind einfach nicht weit genug gediehen. Es wäre mit Sicherheit enorm hilfreich zu lernen, was als "Schatz der Erde" bekannt ist, nämlich sich mit dem Binden und Beeinflussen von Magie an Materie weiter zu beschäftigen und sie so weit zur Meisterschaft zu bringen, dass mir auch dieses -", der Schmied schnippte den Ring leicht in die Luft, fing ihn auf und steckte ihn wieder weg, "- gelingen mochte."
Nigel Ascan
29.05.2012, 21:47
Darauf konnte Nigel nur seufzen. Sicher stellen, dass die Söldner nicht aufhören zu trainieren. Dazu müssten sie endlich mal anfangen, was zu machen. Wobei, wenn sie etwas taten, dann war es meist im Zusammenhang mit ihrer Waffe. Nur die Intensität war für den Krieger nicht ausreichend. Doch nun hatte er einen Anreiz, den er Ihnen geben konnte. Das wiederrum stimmte Nigel überaus froh. Genau so, wie die Information, dass sich endlich mal etwas bewegte.
Die Idee mit der Tarnung als Bauern oder einfache Leute fand Nigel ziemlich gut, darauf hätte er auch selbst kommen können. So viel war klar. War nur noch die Frage, wie eilig es Drakk oder besser gesagt der König hatte. Allerdings befürchtete Nigel, dass es dringlicher kaum sein konnte.
Reaktionsschnell wanderte sein Blick durch die Reihen auf dem Übungsplatz. Edon und Rognor waren nicht mehr da. Das ärgerte den Chef, aber sie würden wohl irgendwo sein. Hoffte Nigel zumindest.
» Wann solls losgehen? Gibt es irgendwas, woran ich besonders denken soll? « fragte Nigel zur Sicherheit noch einmal, obwohl er sich keineswegs sicher war, ob es klug war, solche diletantischen Fragen zu stellen.
Die Magierin hatte den Flug des Ringes und seine Landung, sein Erscheinen und sein Verschwinden, beobachtet, als wäre es ein hypnotischer Zwang, und obschon sie nicht den Ring selbst gesehen hatte, hatte sie doch seine magische Beschaffenheit versucht zu erahnen, nur an dem, was er darstellte, ohne ihn wirklich greifbar zu haben. Sie hatte einige Ideen, warum es nicht funktionierte, aber wahrscheinlich war nur eine einzige richtig, die sie jedoch nicht überprüfen konnte, da sie sich nicht auf das Binden von Zaubern an einen Gegenstand verstand. Dennoch erschien es ihr logisch, dass jedes Material nur einen begrenzten magischen Speicher aufwies, der sich folglich nur mit einer Art der Magie oder mit einer Beschaffenheit des gewünschten Effekts belegen ließ.
Nachdenklich tippte sich die Magierin mit dem Zeigefinger gegen den linken Wangenknochen und beschied, dass es so sein konnte, jedoch nicht so sein musste, aber wahrscheinlich war, weil der Zauber, den der Schmied ansprach, gerade jener war, der die Speicherung von Magie in einem Fokus veränderte. Dennoch schwieg sie darüber, nicht, um sich nicht einer offenkundigen Wissenslücke überführen zu lassen, sondern weil sie es durch das Verschwinden des Ringes nicht mehr als nötig erachtete, noch weiter über etwas nachzudenken, was sich ihres Blickes entzog.
Langsam wandte sich die Magierin vom Bett der Kranken ab. „Kommt doch mit. Meine Arbeit hier ist für heute getan und die Menschen hier brauchen etwas Ruhe.“, sprach sie leise und schritt, nachdem Kilijan sich ihr angeschlossen hatte, aus der Kammer des Heilers hinaus an die frische Lust. „Erzählt mir, was ihr bereits gelernt habt. Wie weit ihr euren Weg bereits bestritten habt und wer sich bis jetzt dafür verantwortlich zeigte. Vielleicht kann ich euch helfen, eure Blockade zu überwinden. Wenn ihr gestattet. Dafür bedarf es jedoch einer bescheidenen Grundlage.“
„Sobald du fähige Männer gefunden hast. Je eher wir bescheid Wissen, desto eher können wir Zuschlagen.“ antwortete Drakk knapp. „Beschafft euch die Klamotten, die Kosten übernehme ich...Beziehungsweise der König. Am besten schleppt ihr auch nen Karren mit, nichts auffälliges.“ führte der Hüne weiter.
„Am wichtigsten ist es zu Erfahren wie viele Männer die Garde dort hat, die Art der Truppen wäre auch nicht falsch. Ich habe wenig Lust erneut mit ihrer Reiterei zu tun zu bekommen.“
Kurz zupfte der Krieger seinen Mantel zu Recht und ließ seinen Blick über den Innenhof schweifen. „Sucht nach Schwachstellen. Vielleicht haben sie die Burg nicht Repariert nach der Eroberung, jedes kleine Schlupfloch kann uns eine Hilfe sein. Sieh nur zu das ihr nicht erwischt werdet, sobald ihr droht aufzufliegen haut ab. Ansonsten kann ich euch nur viel Glück wünschen...“
Kilijan leckte sich über die Lippen und atmete einmal tief durch, während er die vielen in seinem Geist empor schießenden Gedanken austarierte. Er hatte schon länger überlegt, endlich das Lernen des Dritten Kreises zu beginnen. Dieser Teil von ihm war die ganze Zeit nicht mehr als ein leises Flüstern gewesen, das Melaine als Lehrerin auserkoren hatte, jetzt plötzlich war dieser Gedanke natürlich zu titanischer Größe angeschwollen. Seine Vernunft mahnte jedoch zur Mäßigung. Man musste erst einmal Hammer und Nägel haben, bevor man Nageln konnte. Dass er sich an der Sache versuchen würde, war ihm allerdings klar und er sah wenig Sinn darin, etwas anderes als den direkten Weg zu wählen.
"Nun ja, ich habe in Al Shedim bei einem Adepten namens Andras den ersten Kreis der Magie erlernt, insbesondere das Erschaffen von Licht und magischen Feuer, sowie die Telekinese. Es hat danach einige Zeit gedauert, bis Meister Hyperius mir das magische Verständnis von Wasser erschlossen hat, was eine ziemliche Eröffnung war. Danach habe ich das magische Verschließen erlernt, was mir die Grundlagen der dauerhaften Bindung von Magie an Materie vermittelt hat, die ich heute für die Herstellung von Artefakten nutze. Meister Kaspan hat mir schließlich auch das Erschaffen von Eisgeschossen vermittelt, bevor er mich für die Hofmagier angeworben hat und dort mein Mentor geworden ist. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen - ich hatte viele ausgezeichnete Lehrer." Dass er Andras kein bisschen hatte leiden können und er in der Lehre bei dem arroganten Adepten fast umgekommen wäre, ließ er geflissentlich heraus. Eine Rolle spielte diese Information nicht. "...wenn Ihr nichts dagegen habt, würde ich auch gerne das Erschaffen von Schutzschildern und das Formen der Elemente lernen. Ersteres, da ich mich schlicht und einfach im Tätigkeitsfeld der Hofmagier etwas unterqualifiziert fühle, letzteres, weil es mich seit der Lehre bei Meister Hyperius einfach danach dürstet, mehr über die Natur der Elemente zu erfahren. Ohne jetzt mit der Tür ins Haus fallen zu wollen." Er lachte leise, während er die kalte Nachtluft genoss, die nach Tagen endlich etwas Abkühlung brachte, "Entschuldigt meine Forschheit, aber ich halte nichts von Zögern, wenn man sich einer Sache sicher ist." Die beiden gingen etliche Zeit nebeneinander her, ohne darauf zu achten, wohin ihre Schritte sie trugen.
Melaine reckte den Kopf ein wenig in die Höhe, um den Mann neben sich in die Augen sehen zu können, nachdem sie kurz vor dem Haus der Magier stehen geblieben waren. Für eine Frau ihrer Gestalt war es schwierig, sich gegenüber einem derartigen Riesen von Mann nicht wie eine Ameise zu fühlen. In der Kammer der Heiler schien es aus irgendeinem Grund noch leichter gewesen zu sein, wohl auch, weil die Ausleuchtung dort gut genug war, um die Gestalt vollends zu erkennen, was man von dem Schatten, der nun an ihrer Seite aufragte, nicht gerade sagen konnte. Dennoch reichten die entfernten Fackeln, um die Züge seines Gesichtes und auch seine Augen zu erkennen.
„Zögern nennen es die einen. Sich in Geduld üben, nennen es die anderen.“, die Magierin lächelte ein Lächeln, das nichtssagend genug war, um alles ausdrücken zu können, was man gerade verstehen wollte, obschon es wie so oft im Leben nur einen Grund dafür gab, „Jedenfalls wird es mir nicht möglich sein, euch alles auf einmal zu lehren, und euch nicht, alles auf einmal zu begreifen. Magie braucht Geduld und Erfahrung. Geduld, um sich ergründen zu lassen, die Versuche langsam aber sicher einen Weg folgen zu lassen, der zielführend ist. Erfahrung, weil die Magie nicht nur das ist, was ich euch beibringen werde und kann, sondern vor allem das, was ihr damit anstellt und wie ihr an der neu gewonnen Macht wachst. Natürlich gibt es noch hundert andere Dinge, die man braucht. Aber die meisten davon werdet ihr euren eigenen Schülern wohl auch oft genug aufgezählt haben, dass ich sie euch hier nicht aufzählen muss.“
Die Magierin setzte sich wieder in Bewegung und trat schließlich in das Haus der Magier ein, wartend, bis Kilijan ihr gefolgt war, um wiederum in der Eingangshalle verharrend erneut Worte für weitere Ausführungen zu suchen, die sich im Nachhinein als deutlich kürzer als angedacht herausstellten. „Ihr werdet euch also für einen Zauber entscheiden müssen, mit dem wir beginnen. Euer magisches Potential dürfte, sofern mich meine Einschätzung gerade nicht trügt, groß genug sein. Welcher soll es sein? Und was wisst ihr bereits über ihn?“
Nigel Ascan
29.05.2012, 22:56
Da stand Nigel also nun. Ganz alleine, wie er schließlich bemerkte. Drakk war genau so schnell, wie er gekommen war, auch wieder verschwunden. Erst da bemerkte Nigel, dass die Sonne längst untergegangen war und er nun ziemlich allein auf weiter Flur stand. Da half eindeutig nur eins. Er musste schleunigst die Taverne erreichen und die ganze Geschichte bei einem großen Humpen Bier überdenken.
An und für sich war es genau das, wonach er gesucht hatte, doch nun kam es so plötzlich, dass sich der Söldneranführer ein bisschen hilflos fühlte. Er fragte Sarpedon, der geschäftig hinterm Tresen stand, nach einem Stück Pergament und etwas zum Schreiben zusätzlich zum obligatorischen Bier.
Es war zwar eine laute Umgebung, doch daran störte sich der Krieger Setarrifs nicht wirklich. Er begann, damit, Namen auf den Fetzen Papier zu kritzeln. Adson, Edon ... dann hielt er inne. Gut, das waren die beiden Neuen. Zu wenig, einfach viel zu wenig! Wo waren sie? Wo war Mani, wo war Manuele, wo waren der rothaarige Wolvn oder Eodrian?! Niemand wusste genaues. Dies stimmte Nigel missmutig.
Dann notierte er vorsichtig einen weiteren Namen. Stella, die schwarzhaarige Edelmaid, die mit ihm und Manuele unterwegs gewesen war. Mit den Weibern war man bei solchen Missionen immer sicherer unterwegs, dachte sich der Krieger dabei. Es wäre zu schön, wenn es sie noch geben würde.
Aber dann war er auch schon wieder am Ende. Kurz überlegte er, ob er hier einen Aushang machen sollte. Wer gäbe bessere Bauern und Kleinhändler ab als Bauern und Kleinhändler?! Aber das wäre zu riskant, für die Mission an sich und für die Menschen, die mitkommen würden. Nein, das konnte Nigel nicht machen, das wäre verantwortungslos! So knallte er den Stift auf den Tisch und stöhnte laut. Es war alles nicht so einfach. Nie gewesen...
Kilijan reckte sich kurz, als sie den Aufenthaltsraum betraten. Nein, hier wollte er sich nicht niederlassen, um Magie zu diskutieren. Diesmal bedeutete er der Magierin, ihm zu folgen, was diese auch ohne sich etwas anmerken zu lassen tat. Der Weg führte die beiden über den nächtlichen Klosterhof in den Nordflügel, in dessen Erdgeschoss sich der Innere Tempel befand. Die bunten Mosaikfenster, die verschiedene Szenen aus den Gesängen Adanos' darstellten, lagen in Dunkelheit. Sie waren an allen Seiten des Tempels angeordnet, auch jenen, die in den Berg oder in ein Mauerwerk zeigten, verhielten sich aber trotzdem, als schiene der jeweilige Tag durch sie hindurch. Dieses alte Gemäuer steckte an jeder Ecke voller Magie, wenn man nur einmal ein kleines bisschen hinschaute. Etliche hundert Kerzen erhellten den Raum mit ihrem Licht und es war die selbstverständlichste Sache der Welt, dass die allermeisten nicht in Haltern brannten, sondern in die Luft genagelt zu sein schienen und von dort aus ihren vielstimmigen Lichterchor über die ehrwürdigen Hallen ergossen.
Das ungleiche Paar bog in der Mitte des Tempelschiffs nach links in ein kleines Separeé ab und ließ sich dort nieder. Der Hofmagier hatte sich in der Zwischenzeit überlegt, dass es vermutlich sinnig wäre, sich zuerst dem Schatz der Erde zu widmen. Danach würde er sich mit dem Formen beschäftigen, denn die Erschaffung von Schutzschilden aus den Elementen würde ihm nach der Lektion am Ende der Lehre vermutlich leicht fallen.
"Ich denke -", setzte er also nachdenklich an und seine Stimme hatte den angenehmen Klang, der einem vermittelte, dass sie nicht laut in den ganzen Tempel trug, sondern in ihrem Abteil verblieb, "- dass wir uns zu allererst dem Schatz der Erde zuwenden sollten, denn damit habe ich vermutlich die meiste Erfahrung. Soweit ich weiß, handelt es sich um die Kenntnis der Umformung von Metall, Erz und Edelsteinen, sowie der Lehre von magischen Foki. Ich kenne Metall als Schmied in- und auswendig, bin seiner Natur vertraut. Das selbe gilt für das Erz, mit dem ich mich schon seit Jahren befasse. Ich bin einer der wenigen Menschen, die es bearbeiten können, ich habe alles dazu gelesen, was es zu wissen gibt und habe meine Disseratation darüber geschrieben. Edelsteine und Foki sind zwar nicht unbedingt mein Metier, aber wie gesagt: Ich habe mich mit der Bindung von Magie an Materie beschäftigt und nicht zuletzt ist Erz eine Art natürlicher Fokus. Ich .. hoffe also, -", Kilijan unterstrich das Wort, da er wirklich nicht arrogant erscheinen wollte, es ihm aber langsam so vorkam, als könnte es gut so klingen, "- dass wir mit dem Thema die wenigsten Probleme haben werden."
Schmerz jagte durch Wombels linke Hand und raubte ihm fast die Sinne.
Nach einem unterdrückten, aber dennoch gutturalen Brüller fluchte der Zimmermann aus vollem Halse los.
„Uaaa … bei Beliars fettem Ar… Fleischwanze, Dämonenfluch … Eisregen und Spucke hrrzzz …“
Fast eine Minute lang lamentierte und fluchte der Zimmermann und schaute erst dann vorsichtig auf seinen lädierten Daumen hinunter. Lex, der Geselle eilte nun auch herbei und schaute besorgt drein.
„Was ist in Adanos´ Namen denn passiert?“ fragte er vorsichtig.
Mit hochrotem Kopf, den Daumen bis zum Anschlag im Mund und glasigen Augen schaute Wombel seinen Gesellen mürrisch an.
„Ham mi mim Hamma vommes Pffumd aufm Daum gehaum…“ Lallte er an seinem Daumen vorbei und kämpfte sichtlich mit seiner Beherrschung.
Lex musste sich gewaltig zusammenreißen, damit er nicht auf der Stelle vor Lachen losprustete. Stattdessen beeilte er sich wieder auf das Gerüst zu kommen, welches die beiden Zimmermänner an einem der Stadthäuser aufgestellt hatten. Eine Fassade, die einiges an Wind und Wetter mitgemacht hatte galt es zu richten.
Die Arbeit war bereits fast abgeschlossen, aber bei einem der letzten Befestigungs- Holzzapfen war Wombel wohl nicht ganz bei der Sache gewesen. Der Daumen war ordentlich zwischen Zapfen und Hammer geraten und nun schaute Wombel besorgt zu, wie sich die Farbe von Lederig-Rot in tiefes Wassermagier-Blau verwandelte.
Ärgerlich pfefferte er den Holzhammer in seine Werkzeugkiste und rief Lex nach oben zu:
„Ich geh mir den blauen Stummel mal an einem Wasserfass kühlen, bin gleich wieder da.“
Lex versuchte nach Kräften sich zusammenzureißen, aber seine Antwort klang bebend und ein wenig zu schrill. Wombel musste trotz des Schmerzes grinsen.
„Schadenfreude ist die schönste Freude …“ brummte er, während er hinüber zu einer Regentonne schlenderte und sogleich voller Genuss seine linke Hand in das kühle Wasser eintauchte.
Die Arbeit an der Fassade würde bald erledigt sein, und Wombel wollte sich in Setarrif noch ein wenig umschauen. Neben der Bibliothek war auch das Haus der Magier ein Ziel, welches er sich vornehmen wollte. Wenn noch genug Zeit war, könnte er ggf. noch bei Kilijan oder Aniron vorbeischauen, sofern sie denn da waren. Insbesondere Aniron würde er jetzt sehr gerne sehen, immerhin könnte sie ihm was gegen die Schmerzen geben.
Nachdem er seinen beinahe zu Muss gehauenen Daumen auf Eistemperatur gekühlt hatte, bandagierte er selbigen notdürftig mit seinem Taschentuch. Irgendetwas schien in Setarrif vor sich zu gehen, es war ein seltsames Getümmel um die Akademie herum. Da er sowieso vor hatte noch eine Weile in der Stadt zu verweilen beschloss er sich umzuhören was vor sich ging …
Seine Schüler hatten sich gut bepackt, vor allem Rognor bei dem sich Marvin nicht ganz sicher war, ob er mit seinem Rucksack oder nicht vielleicht doch sein Rucksack mit ihm spazieren gehen würde. Marvin hatte selbst nur ein kleines Vorratspaket dabei, schließlich hatte er nicht vor die nächsten zwei Wochen in der Wildnis zu verbringen.
»Na, dann. Wir gehen erst einmal Richtung Süden aus der Stadt, vielleicht sehen wir uns die nördliche Gegend ein anderes Mal an, wir werden sehen, was die Zeit bringt. Wichtig ist, wenn ihr irgendwelche Tiere seht, die euch potentiell angreifen könntet, werdet mir nicht zu leichtsinnig, wer stirbt, bekommt Prügel, damit das klar ist.«
Mit diesen doch eigentlich wenig drohenden Worten führte Marvin seine beiden angehenden Kämpfer Richtung Südtor um sie ein bisschen außerhalb der abgeschotteten Akademie trainieren zu lassen.
Melaine nickte nachdenklich, die Andeutung darin verbergend, dass sie mit der Reihenfolge zufrieden war, hatte sie sich jene doch als Vorschlag selbst erdacht, wäre es dem Schmied egal gewesen, womit sie begännen. Doch es gebot sich als ein Lehrmeister der Magie, ein nicht geringes Gefühl dafür zu haben, wie sich die Zauber aufbauen ließen und welcher in auf welche Weise einem anderen einen Dienst erwies, wenn er ihm vorgezogen worden ist. Kilijan bezeugte mit seiner Entscheidung, dass er nicht allein den Posten des Lehrmeisters erhalten hatte, weil sonst gerade keiner vorhanden gewesen war, sondern dem eine durchaus fundierte Entscheidungsfindung vorausgegangen war.
„Ihr seid Schmied. Wüsstest ihr nicht mit Metallen und Erzen umzugehen und sie zu formen, würde ich euch wohl raten, dass ihr euch nach einem anderen Beruf umschauen solltet.“, vollzog die Magierin des Wassers eine bescheidene Änderung in der Balance des Gespräches, nicht ohne darin eine Aufforderung zu legen, die man, sollte es sich normal begeben, nicht ausschlagen wollte.
Nigel Ascan
30.05.2012, 19:17
Nigel tingelte aufgeregt durch die Stadt. Die Schmiede war immer noch geschlossen, die Liste der Personen, die er mitnehmen wollte auf die Mission Silberseeburg, immer noch ziemlich schmal. Zerstreut eilte der Söldneranführer am Palast vorbei in die südliche Ecke der Stadt. Oft war er dort nicht gewesen und er fragte sich, warum er eigentlich dorthin ging. Doch er musste sich ein wenig beruhigen, weswegen er planlos durch die Gassen der Stadt hetzte. Irgendwie Ablenkung oder einen Ruhepunkt finden.
Plötzlich blieb er vor Schreck fast stehen, als er Edon und Rognor, den Zwerg, schwer bepackt mit Rucksäcken. Neben ihnen lief der weißhaarige Krieger Marvin, ebenso reisefertig, wenn auch nicht so dick beladen. Nigel musste bei dem Anblick grinsen, ehe er begriff, was er sah. Die wollten sich aus dem Staub machen, was dem Söldneranführer ganz und gar nicht passte.
Augenblicklig erwachte er aus seiner Schockstarre und rannte ihnen hinterher.
» Hey, Edon! Wartet mal!! « rief er als er sich in Hörweite sah.
Und tatsächlich, die drei blieben stehen und drehten sich verwundert um.
» Wo wollt ihr denn hingehen; Seid gegrüßt, Marvin; und wann wolltest du mich davon in Kenntnis setzen, Edon?! « herrschte Nigel seinen direkt Untergebenen an.
Er konnte ja verstehen, dass es für den jungen Söldner in der Stadt nicht viel zu holen gab, aber sich ohne eine Meldung aus dem Staub zu machen war eindeutig nicht der richtige Weg. Nigel musste auf seine Männer zählen können!
Auf eine Antwort wartend, sah er den jungen Kerl mit seinem kackfrechen Blick, den er mittlerweile zu ignorieren versuchte, an.
Rognor Hammerfaust
30.05.2012, 19:19
Hah was für ein Witz. Da ist aber einer wieder lustig. Der ironische Gedanke kam sofort nachdem Marvin seine Drohung, die beiden, wenn sie sterben, zu verprügeln, ausgesprochen hatte. Ob es eine ernst gemeinte Drohung war, war mal so in den Raum gestellt. Vielleicht war sein Lehrmeister auch verrückt geworden, hatte seinen Verstand verloren oder so etwas in die Richtung. Aber auf jeden Fall waren sie nun im Begriff in den Wald zu gehen. Warum allerdings ein Wald ihr neuer Trainingsplatz werden sollte, darüber konnte Rognor nur rätseln. Alles wäre ihm Recht gewesen. Alles außer ein Wald und ein Ort wo es fast nur Wasser gab. Er wusste nicht warum. Obwohl doch er wusste warum. Wasser war, nach Schilderungen seines Meisters, generell ein Feind des Zwerges. Ein Geschöpf welches aus stein und Feuer gemacht worden ist war einfach nicht geschaffen dafür sich der See oder größeren Ansammlungen von Wasser anzuvertrauen. Der Wald war zwar nicht genauso schlimm wie das Meer, aber es war immernoch eine Bedrohung. Er wusste zwar, dass es in den Wäldern keine Elfen gab, welche hinter einem Baum saßen und darauf warteten einen mit einem Pfeil hinterrücks zu töten, aber dennoch konnte er die Geschichten seines Ohms nicht vergessen. Der einzige Vorteil am Wald war, dass dort Essen auf vier Beinen herumging und das Holz. Das Holz des Waldes war für fast jede Schmiedearbeit unabdingbar. Ob es sich nun um Kohle oder um normales Holz handelte war egal. Es wurde immer genutzt um Feuer zu machen und Feuer war in der Schmiedekunst nuneinmal zu wichtig um es außenvor zu lassen. Doch jetzt musste er sich wieder auf seinen Weg konzentrieren. Das kleine Grüppchen war schon dabei das Tor in Richtung Süden zu verlassen. Doch kurz bevor sie das Tor durchschritten kam ein nicht gerade ruhiger Nigel angesaust und herrschte Edon an.
Das sah doch schon mal ganz gut aus.
Zufrieden trat Gath von dem Boot zurück, dass er in der Werkstatt im alten Lagerhaus aufgebockt hatte, und betrachtete es eingehend von der Seite.
Kein Vergleich mehr zu dem, was er vor einigen Wochen hier rein befördert bekommen hatte, aber andererseits wäre es ja auch äußerst schlecht gewesen, wenn das Boot nach so viel Arbeit immernoch genau so mies wie vorher ausgesehen hätte.
Und war er da alles reingesteckt hatte! Der Kiel war noch weitestgehend der gleiche, da war nicht so viel kaputt gewesen, aber sowohl Spanten als auch Planken waren alles andere als in Schuss gewesen. Unglaublich viele Löcher, teilweise etwas morsches Holz, teilweise Stellen, an denen die Bordwand ausgebessert worden war, allerdings nicht gescheit, sodass das Wasser an allen Rändern der Flickstelle hineinströmte...
Kein Wunder, dass Iain und sein Vater damit mal fast abgesoffen wären.
Doch jetzt, nachdem Gath etliche neue Spanten angebracht hätte - größtenteils hatte welche eingebogen, also das Holz so lange in Wasserdampf gehalten, bis es halbwegs biegsam geworden war, und danach mühsamst in Form gedrückt, doch das ließ sich leider nicht überall so durchführen, denn dazu benötigte man entweder Vorlagen, die Gath hier in Setarrif nicht hatte - bei Fartyg in Vengard hatte es solche Mallen in Hülle und Fülle gegeben, sodass man problem alles so einbiegen konnte, wie man wollte, doch hier hatte er so etwas nicht. Und so lange Gath vor allem Boote reparierte, lohnte es isch auch überhaupt nicht, welche anzuschaffen.
Im endeffekt war ihn an diesen Stellen nichts anderes übrig geblieben, als die Spanten aus großen Brettern herauszusägen, was das Boot um einiges schwerer machte, aber nunja... Er war ein Geselle und kein Meister seines Fachs!
Hauptproblem war der unglaubliche Verschnitt dabei, mit dem man nur noch das Feuer unter dem Wasserkessel für den Dampf anheizen konnte.
Aber nunja, immerhin hatte das Boot mittlerweile wieder fast alle Spanten. Nur mit den Planken war das noch so eine Sache... Gath hatte unglaublich viele von ihnen heraus reißen müssen, da sie ausnahmslos nicht gerade gut in Schuss gewesen waren. Einige hatte er - nachdem er seine Spanten noch etwas nachgesägt hatte - wieder einfügen können, doch der Großteil war der andere Teil des Feuerholzes, der nicht aus Verschnitt bestand.
Das Problem bei Planken war, dass man an jeder einzelnen teilweise Ewigkeiten herumhobeln musste, damit sie halbwegs zu den Aussparungen an den Spanten passte, und dann hatte man am Ende doch immer irgendwo ein bischen zu viel weggehobelt - und zu kurz oder zu schief waren sie sowieso aus Prinzip immer...
Nichts desto trotz: Eine Seite war wieder fertig und sah aus wie neu - war es ja auch eigentlich fast - und die Andere war ein großes Loch, dass Gath noch stopfen musste.
Jetzt musste er aber erstmal Holz auftreiben, denn auch wenn Ligno - den Typen, der er sich als Holzfäller engagiert hatte - hatte eine gescheite Arbeitsstelle angetreten, an der vernünftig bezahlt wurde, sodass der junge Bootsbauer zur Zeit etwas ohne Holz darstand...
Ein Grund, einmal Iain aufzusuchen, um ihm mitzuteilen, wie weit er gekommen war, und sich mal zu erkundigen, ob vielleicht noch irgendjemand als potentieller Holzfäller in Frage kam...
Adson Muller
30.05.2012, 19:31
Adson trainierte wieder an den Trainingsgeräten im Akademiehof. Nach seinen letzten Erfahrungen war er vorsichtiger geworden und schaute sich die Konstruktionen genauer an. Er suchte sich speziell solche Gerätschaften aus, bei denen auch seine Beweglichkeit gefordert wurde. Er hatte eine Maschine gefunden, an der kleine sandgefüllte Säcke an Seilen aufgehängt waren und in Schwingung versetzt wurde. Zusätzlich gab es eine Strohpuppe für Schlagübungen. Adson lenkte also zuerst einen der Sandsäcke aus und begann mit ein paar ersten Schlägen. Dann musste er sich zur Seite ducken, da das Pendel zurückschwang. Dann folgten wieder Schläge und wieder ein Ausweichmanöver. Es dauerte nich lange und der junge Schreiner kam ins Schwitzen, auch wenn er sich langsam an die Übung gewöhnte.
Nach einiger Zeit lenkte er zusätzlich noch ein zweites Pendel aus und begann mit den Schlägen. Wieder wich er dem ersten aus, doch das zweite traf ihm beim Zurückschwingen an der Schulter. Sein folgendes Zögern brachte ihm auch einen Treffer des ersten Pendels ein. Adson schnaufte einmal durch. Die beiden Seile waren unterschiedlich lang und somit brauchten die beiden Pendel unterschiedliche Zeiten für einen Durchlauf. Nicht gerade einfach! Doch Adson wollte ja schließlich was lernen. Also lenkte er beide Pendel aus, beobachtete den Schwingungsverlauf, konzentrierte sich und begann erneut. Zwei schnelle Schläge auf die Puppe, ein Schritt zur Seite, um dem längerem Pendel auszuweichen, dann herunterducken, um nicht vom kürzeren Pendel getroffen zu werden. Dann wieder ein Schlag und ein großer Schritt zurück, da beide fast gleichzeitig auf ihn zu liefen. Dann wieder nach vorn, schlagen und wieder ausweichen. Adson traten die ersten Schweißtropfen auf die Stirn. Die schnellen, verschiedenartigen Bewegungen strengten ihn sichtlich an. Doch er trainierte eisern weiter.
Bumm! Adson war einen Moment zu langsam gewesen und bekam das kürzere Pendel gegen die Brust. Er machte einige Schritte nach hinten und hielt inne um zu verschnaufen.
Edon Mesotes
30.05.2012, 19:32
Vielleicht sollte Edon für die Zukunft einmal mehr damit rechnen, dass Söldner so verdammt faul waren und nicht mal was bekannt gaben, wenn sie etwas wussten und direkt darauf angesprochen wurden. Direkt danach spielte der Dieb das ganze Szenario einmal durch, wen er einfach Blümchen pflücken antworten würde. War ziemlich wahrscheinlich, dass ihn erst Nigel umbringen würde und er dann von Marvin verprügelt würde, weil er ja gestorben war. Und die Idee, dass er sich hätte irgendwo abmelden können/müssen/sollen war ihm erst recht so gar nicht gekommen, für einen Dieb war das in etwa so, als würde er mit seinem nächsten Kunden Termin, Uhrzeit und zu stehlende Geldmenge festlegen.
"Bis eben war ich noch im Begriff gewesen, genau das zu tun, was ausgerechnet du mal von mir verlangt hast: Mich nicht lange damit aufhalten, es mir bequem zu machen, sondern auch was zu unternehmen und das hätte jetzt darin bestanden, den Kampf mit dem Schwert zu trainieren. Und was das Abmelden angeht, war meine beste Überlegensdevise bis vor ein paar Tagen noch gewesen, ganz weit weg zu sein, falls mal jemand nach mir fragen sollte, sowas war immer gesünder."
Iain hockte auf der Ladefläche des Karrens auf dem Markt von Setarrif und seufzte. Irgendwie lief alles etwas anders als geplant. Den Lichtzauber hatte er intensiv geübt, doch leider Meister Kilijan seither nicht wieder antreffen können, um seine Lehre fortzuführen. Andererseits suchte er mindestens genauso lang nach Gath, dem Bootsbauer, der sein Boot auf Vordermann bringen sollte. Dazu kam, dass an diesem Tage nichts gelingen wollte. Am Morgen war das, noch gar nicht so alte, Netz gerissen, als er mit seinem Vater am Strand gefischt hatte. Vor Wut war er blindlinks gen Strand gestapft nur um in einen Seeigel zu treten. Zum Glück hatte seine Mutter noch etwas Salbe von seinem letzten Fehltritt zur Hand. Danach ging es zu Clemens, der ebenfalls Übel gelaunt war und ihm ein erheiternden Gespräch versagte. Auf dem Markt angekommen ging das Fiasko weiter. Körbe rissen und ließen Waren durch die Gegend purzeln, eine Flasche Wein ging zu Bruch als er sie gerade bezahlt hatte und im Wagen verstauen wollte und nun war auch noch das Wagenrad entzwei gegangen. "Was mach ich nur?", murmelte der Novize betrübt, als eine bekannte Silhouette vorbeilief. "Gath? Bist du das?" Der junge Mann drehte sich um und sah ihn aus großen Augen an. Offenbar war er so in Gedanken, dass er ihn glatt übersehen hatte. "Tatsächlich Gath. Wie gehts? Auf jeden Fall besser als mir..."
Nigel Ascan
30.05.2012, 20:25
Zufrieden war Nigel nicht wirklich mit der Antwort von Edon, doch er musste sich damit zufrieden geben, zumal er andere Sorgen und Nöte hatte, als einen aufmüpfigen jungen Kerl. Also winkte er entnervt ab und wandte sich zu Marvin.
» Was habt Ihr mit den beiden vor, Marvin? « fragte Nigel gerade heraus, da er sich denken konnte, dass der Weißhaarige hinter der Geschichte steckte.
» Ich brauch die beiden in wenigen Tagen, da wir zur Silberseeburg marschieren werden. Auftrag aus dem Palast. Ihr könnt uns gerne begleiten, aber die beiden hier brauche ich dringend. Es geht um verdeckte Spionage und da machts kaum Sinn inselweit bekannte Gesichter loszuschicken. Ich hoffe, ich durchkreuze damit nicht eure Pläne. « erklärte Nigel sein Vorhaben.
Neugierig blickten Edon und der Zwerg zu Nigel, nachdem er zu Ende gesprochen hat. Er aber sah nur zu Marvin und wartete gespannt auf dessen Reaktion. Im Ernstfall hatte Nigels Belange in dem Fall Vorrang, aber er war sich sicher, dass der Weißhaarige keine Anstalten machen würde...
Die Gestalt des Adepten war gekrümmt, auf den Rand des Brunnens gestützt. Das Gesicht Turangs war bleich, doch seine Augen strahlten eine Zufriedenheit aus, die seiner erschöpften Haltung Hohn sprach. Er hatte nun mehrere Male den Teleport angewandt und wie er die Anstrengung dazu im Vergleich zum ersten Versuch betrachtete, dann hatte er deutliche Fortschritte zu verzeichnen.
Zum einen hatte er die Distanz von ein paar Schritt auf den Weg von der Stadtverwaltung zum Königsplatz ausgedehnt und selbst über diese viel größere Distanz einen wesentlich kleineren Teil seiner magischen Reserven verbrauchen müssen. Sicherlich war die Übung mühsam, doch sie zahlte sich aus mit jedem Schritt, den er in der Entfernung vergrößerte und mit jedem bisschen Anstrengung, das es ihn weniger gekostet hatte.
Er war noch weit, sehr weit davon entfernt, diese Kunst zu beherrschen oder gar perfekt darin zu sein, doch er machte sich gut und war sicherlich nun auf einem Weg, der ihn ans Ziel führen würde.
Als er den Mann sah, musste er an Dreck denken, eine wenig unerfreuliche Assoziation, doch war ihr letztes Aufeinandertreffen mit dem Schaufeln von Dreck verbunden gewesen. Hatte er damals nicht auch Schüler dabei gehabt? Oder war er alleine durch die Wildnis gestreift um Barrikaden umzusetzen, die danach abgebrannt wurden?
Doch das war nicht von Bedeutung. Ein Auftrag aus dem Palast ... vom König also ... was sollte er davon halten? Nicht viel, doch das würde er seinem Gegenüber wahrscheinlich besser nicht mitteilen. Und für einen Spionageauftrag hatte er es ziemlich offen gesagt, doch andererseits sah er in Marvin einen Wächter der Akademie, warum sollte er ihm nicht trauen?
»Mit den Beiden? Sie wollten lernen mit Messer und Gabel umzugehen, nachdem sie es die letzten Tage geschafft haben, ihr Besteck zu schwingen ohne sich zu verletzen, hatte ich etwas Frischluft geplant. Meine Pläne durchkreuzt Ihr mit Eurer Eroberung zwar durchaus, doch werde ich dem sicher nicht im Wege stehen. Sagt mir wann ich Sie wo abgeben muss und sie werden da sein, ob unbeschädigt kann ich nicht ganz versprechen. Vielleicht gehe ich selbst mit, auch mein Gesicht kennt man nicht auf Argaan.« antwortete Marvin.
Rognor Hammerfaust
30.05.2012, 21:08
Ein Spionageauftrag? Und ein Zwerg? Das beides passte zusammen wie Feuer und Wasser. Und trotzdem musste er mitkommen. Wieso eigentlich? Vielleicht weil Marvin und Nigel dafür waren? Vielleicht weil Nigel der Söldneranführer ist und Rognor auch Söldner werden wollte? Beide Gründe hatten ihre Berechtigungen. Und wo wahr überhaupr die Silberseeburg. Rognor hatte echt keinen Durchblick. Allerdings würde er in einigen Tagen dort hin gehen und sie ausspionieren. So hatte es jedenfalls der Zwerg verstanden. Doch vorher würden Edon, Marvin und der Fallenkonstrukteur in die Wildnis gehen und dort ein wenig trainieren. Somit war die Sache geklärt und Nigel ging nickend davon. Er hatte wohl das erhoffte Fleisch zum ausspionieren bekommen. Und das war ihm auch recht. So schien es zumindest Rognor. Doch nun drehte Marvin sich wieder um und ging zügigen Schrittes aus der Stadt hinaus und strebte auf den Wald zu. So waren seine Schüler gezwungen in einem etwas schnelleren Gand ihrem Waffenmeister zu folgen.
Edon Mesotes
30.05.2012, 21:20
Spionage also. Vielleicht nicht unbedingt Edons allergrößte Spezialität, aber auch nicht etwas, bei dem es schon im Vorhinein geplant war, dass er kläglich versagen würde. An dieser Stelle hätte Raad ihm vermutlich heftig gestikulierend widersprochen, aber da der sich irgendwo in der momentan ziemlich unschönen Weltgeschichte herum drückte, konnte er dazu wohl kaum einen Kommentar abgeben. Zumal versoffene und eingeödete Gardisten über den Zustand der Befestigungen auszufragen wohl auch noch etwas anderes war, als in einer Stadt, die praktisch nur aus Angst bestand, etwas über eine intrigante Adelige heraus zu finden, die die Angewohnheit hatte, Leute mit zu vielen Fragen mal eben in einer Zelle zu platzieren und die ganz nebenbei das ganze Spektakel inszeniert hatte um eine Rothaarige samt ihren Schwertern mit Eigenleben zu kassieren. Und vielleicht ließ sich bei der Aktion ja noch das ein oder andere abgreifen, was sich später noch als nützlich heraus stellen konnte...
"Hallo Iain!", begrüßte Gath den Fischer erfreut, der hier, mitten auf dem Marktplatz auf seinem Karren saß und nicht wie erwartet unten am Hafen war.
"Ich kann mich eigentlich wirklich nicht so arg beklagen, aber was bei Innos ist denn mit dir los? Du schaust irgendwie...", Gath zuckte hilflos mit den Schultern und suchte nach einem passenden Wort, "...geknickt aus?"
Tatsächlich traf es diese Beschreibung wirklich ziemlich gut, denn der Fischer saß alles andere als euphorisch gestimmt mitten auf dem Marktplatz - jetzt nicht umbedingt ein Ort zum Verweilen, solange man weder Dieb noch Händler war, und stierte so mehr oder minder in die Gegend.
"Kann man dir irgendwie helfen? Vielleicht mit einem ziemlich fertigen Boot?"
"Bei Adanos man kann mir nicht helfen denke ich heute geht einfach alles schie.....hast du gerade gesagt...fertiges Boot?" "Halb fertig", korrigierte ihn Gath, doch ignorierte der Novize diese Nichtigkeit vorerst. Freudestrahlend sprang er auf. "Endlich mal eine gute Nachricht. Dann ist der Tag vielleicht doch noch zu retten." Laut murmelnd trat er hektisch auf der Stelle. Zum einen wollte er schnellstmöglich das Resultat des Handwerkers sehen, andererseits musste der Karren nebst Esel noch zurück in die Akademie geschafft werden. "Was mach ich bloß?", grummelte er. "Du kannst nicht zufällig das Rad flicken?", sprach er schließlich an den jungen Mann gewandt, der mit fragendem Blick neben ihm stand. "Wie du siehst ist ein Stück des Rads herausgebrochen und ich habe Angst, dass es vollends bricht wenn ich auch nur einen Meter weiterfahre."
"Das sollte eigentlich machbar sein. Ich habe noch ein paar Bretter übrig, die Tagen zwar weder als Planken noch als Spanten, aber als Speichen könnten sie sich vielleicht ganz gut machen... Moment ich schau mir das Rad mal schnell an.", meinte Gath und kniete sich vor den Wagen.
Das sah wirklich nicht allzu gut aus, das hölzerne Rad hatte einige Risse und ein paar Ecken fehlten daraus. Ob man den Karren damit noch bewegen konnte?
Man musste, denn hier stehen lassen konnte man ihn nicht, und wenn das Rad komplett brach, würde man halt ein bischen Holz einflicken müssen, aber es wäre dennoch möglich, diesen fahrenden Untersatz noch gangbar zu halten - auch wenn das Rad dann wahrscheinlich nicht mehr ganz rund laufen würde.
"Also ich glaube, das müsste zumindest noch bis ins Lagerhaus halten. Nur drauflegen sollte man vielleicht nicht umbedingt etwas und ganz langsam fahren müsste man außerdem. Im Zweifelsfall ist das ganze aber auf jeden Fall noch zu reparieren.", beruhigte der junge Bootsbauer den Fischer.
"Aber ich muss dich doch noch mit einer nicht ganz so guten Nachricht heimsuchen.", meinte Gath bewusst in Sorge angesichts der nicht gerade optimalen Gemütsverfassung seines Gegenübers. "Mir geht so langsam aber sicher das Holz aus, da mein Holzfäller abgesprungen ist... Und welches auf dem Markt kaufen würde verdammt teuer werden..."
Es musste ja noch einen Haken geben, bei seinem Glück an diesem Tag... Geknickt stand der Braunhaarige da und blickte abwechselnd zu Gath, dem kaputten Wagenrad und den Marktständen. Seufzend blickte er schließlich dem Bootbauer in die Augen und sprach. "Lass und am besten erstmal den Karren zum Lagerhaus bringen. Während du ihn dann flickst schau ich mir das Boot an und wir können gemeinsam beraten wo wir das Holz herbekommen und vor allem wieviel. Einverstanden?" Sein Freund nickte stumm, offenbar keine tröstenden Worte findend. Schweigend traten sie den Weg an, wobei der Hagere den Esel führte während der etwas kräftigere Iain mit allen Mitteln versucht das Rad zu entlasten. Sei es durch drücken, schieben, fluchen und treten...
Nach einer schieren Ewigkeit erreichten sie das große Gebäude. Gespannt trat der Fischer herein, um den Familienschatz zu betrachten, während Gath neben ihm herkam. Schritt um Schritt näherten sie sich dem Konstrukt, doch ob der Dunkelheit war kaum etwas zu erkennen. Normalerweise hätte er an dieser Stelle nach einer Fackel verlangt, doch brachte das Novizentum einige Vorteile mit die er nun auskosten konnte. Tief einatmend schloss er die Augen und stieg herab in die Tiefen seine Geistes. Binnen Augenblicken formte er die Energien seiner Umgebung zu einer Kugel und speiste sie mit einem Rinnsal seiner ureigensten magischer Kraft. Die Lichtkugel über seiner Hand schwenkte er einer Laterne gleich, über das Boot, dessen Gestalt sich deutlich geändert hatte. "Nun erklär dem Laien einmal was du getan hast und was noch zu tun ist."
Sie hatten es geschafft!
Der Karren war heil bis zur - mittlerweile ziemlich dunklen - Werkstatt des Bootsbauers gekommen und sammt Esel erstmal im Eingang der Lagerhalle abgestellt. Jetzt standen die beiden gerade erstmal im Schein einer von Iain entfachten magischen Lichtkugel - eine Sache, die Gath noch immer beeindruckte, auch wenn er soetwas jetzt sowohl von Selina als auch von Rekhyt und den ganzen restlichen Magiern im Kastell her kannte - und begutachteten das Boot.
"Naja, das ist ganz einfach, was noch fehlt: Von dieser Seite hier gar nichts, außer ein bischen von so einer Mixtur, die das ganze schlussendlich abdichtet. Ich habe hier nebenbei größtenteils alles neu gemacht: Die meisten Planken sind neu und auch etliche der Spanten. Der Kiel ist noch der selbe. Was noch fehlt ist ganz einfach...", meinte Gath und führte seinen Freund einmal auf die andere Seite des Bootes.
"Das da.", erklärte er und zeigte auf ein nicht gerade kleines Loch in der Bordwand, in dem nur einige Spanten sichtbar waren. Man konnte auch sagen: Eigentlich fehlten an dieser stelle komplett alle Planken.
"Hier muss ich noch das gleiche machen, wie drüber, aber dann sollte dein Boot wieder schwimmen - und zwar ziemlich lange, denn es ist dann quasi wie neu und nicht einfach nur irgendwie ausgebessert."
Den Gesichtsausdruck anlässlich des großen Lochs hatte sich Gath jetzt vorsorglich mal nicht angesehen, denn dann hätte er entweder lachen müssen, oder zu großes Mitleid mit Iain verspürt...
Endlich war Xeratos am Hafen in Setarrif und somit ein Stück näher an seinem Ziel mehr über die Schwarzmagier zu erfahren, weswegen er auch schließlich nach Argaan kam. Aber erst wollte er noch ein paar Tage in Setarrif bleiben um mehr über die ganze Insel zu erfahren. Nur, wie genau er an diese Informationen rann kommen will wusste er nicht den er kennt niemand auf Argaan. Er weiß überhaupt nichts über Argaan. Er hatte ganz vergessen mehr über die Insel in Erfahrung zu bringen. Wen er sich etwas in den Kopf setzt dann macht er es meistens, aber vergisst oft Kleinigkeiten, obwohl das eher wichtig gewesen wäre. Er entschied es genau so zu tun wie auf dem Festland, einfach andere bei ihren Gespräche zu zuhören. Deswegen machte er erst mal ein kleinen "Sparziergang" durch die Stadt.
Was der Bootsbauer erklärte klang alles einleuchtend zumindest wenn man etwas von dem Verstand was er da von Spannern und Plankton erzählte. So stand Iain nur baff da als er das Loch, das wie eine klaffende Wunde um Körper eines von Wölfen gerissenen Schafes, vor ihm lag. "Oh", entwich es ihm überrascht als er das magische Licht näher heran brachte und die Szenerie eingehend musterte. Schritt um Schritt ging er die Seite ab, hielt den Ellenbogen mal hier mal dorthin oder setzte die Handflächen nebeneinander. Nach einigen Augenblicken hatte er die gemessenen Längen und Breiten zusammengerechnet und überschlagen wieviel Holz man wohl noch bräuchte. "OH", entwich es ihm erneut, diesmal bedrückter. "Schwierig, schwierig. Aber ich denke machbar..." Es muss einfach gehen. Zu lang hatte er schon gewartet, zu viel Kraft und Nerven investiert, um jetzt einen Rückzieher zu machen und aufzugeben. Der Braunhaarige erklärte seinem Freund wieviel Holz er errechnet hatte. "Reicht dir das aus?"
"Müsste eigentlich - sofern du nicht noch einen Mast haben willst oder neue Ruder, Sitzbänke oder was weiß ich was man da nicht noch alles einbauen könnte." stellte Gath fest.
"Auch wenn es vielleicht sicherer wäre, wenn du etwas mehr Holz ... organisieren würdest, denn sollten da irgendwelche Bretter knapp zu kurz sein, oder sowas, dann ist es praktisch, ein bischen Verschnitt übrig zu haben. Bisher ist bei mir ja noch nichts übrig geblieben, weil sämmtliches Altholz verfeuert wurde - und zwar nicht zum heizen, sondern zum Arbeiten."
Und weil Iains Esel sich gerade lautstark zu Wort meldete, fügte Gath noch an:
"Aber ich werde die Bootsarbeiten wohl mal kurz unterbrechen, um deinen Karren wieder funktionstüchtig zu machen. Spätestens morgen Abend sollte das Ding eigentlich wieder ohne Hilfe fahren - also nur mit einem vornedran zum ziehen."
Sofern das so klappt, wie ich mir das vorstelle..., hängte er in Gedanken noch hinten dran, sprach das aber nicht laut aus, um Iains eh schon desolate Nerven etwas zu schonen.
Zu dieser Uhrzeit findet man keine ehrliche Bürger mehr... dachte sich Xeratos nach Stunden lagen laufen durch Setarrif. Wenigstens kennt er sich jetzt besser in der Stadt aus. Er hatte nicht viel Gold daher musste er versuchen lang genug damit auszukommen bis er etwas gefunden hat womit er Gold verdienen kann, ob ehrlich oder nicht war ihm egal. Hauptsache er müsste nicht Hungern oder auf der Straße schlafen. Aber für diese Nacht musste er beides. Er brauchte ein Schlafplatz der nicht so auffällig ist damit ihn nicht die Wachen sehen und vielleicht sogar aus der Stadt Rausschmeißen. Er hatte vorhin ein paar Kisten gesehen am Hafen in den er sich perfekt verstecken und schlafen konnte. Er hoffte nur das ihn niemand darin findet...
Nigel Ascan
31.05.2012, 02:15
Der Tag war längst vorbei und Nigel fühlte sich ziemlich erschöpft. Weit war er nicht gekommen, obwohl er sich derart abgehetzt hatte. In seiner kleinen Kammer in der Akademie brannte eine einsame Kerze unaufhörlich herunter und spendete flackerndes Licht in dem dunklen Raum. Kühle salzige Luft drang durch das offene Fenster herein und Nigel saß Haare raufend am kleinen Tisch, vor ihm das Pergament mit den Namen derjenigen, die ihn begleiten sollten zur Silberseeburg. Hinter Rognor stand Minenarbeiter, hinter Edon stand Abenteurer. Für Adson hatte er sich noch nichts überlegt, aber ihn musste der Söldneranführer sowieso noch von seinem Glück in Kenntnis setzen. In Klammern hatte er nur Tischlergeselle vermerkt. Während der Zwerg selbstverständlich aus dem Weißaugengebirge stammen sollte und Edon als Heimatloser in die Runde geworfen wurde, überlegte sich Nigel für die Tavernenaushilfe die Burg Stewark als Herkunft. Thorniara war zu riskant, da die Gardisten dort wohl die meisten Menschen kannten und Adson noch nicht zu Gesicht bekommen durften. Setarrif war natürlich ebenso ausgeschlossen. Besonders schwierig war es, Marvin unterzubringen. Wie ein Bauer sah er nicht aus, egal, was man ihm für Kleidung geben würde. Waffenschmied würde gehen, aber woher sollte er kommen?! Auch aus Stewark? Das wäre zu auffällig. Oder Marvin würde wie Drakk im Hintergrund bleiben und nur im Notfall eingreifen. Darüber musste sich Nigel noch seine Gedanken machen, mit den bisherigen Überlegungen war er noch nicht wirklich zufrieden.
Er selbst würde einen Schweinehirten auf einem Bauernhof irgendwo in Westargaan spielen. Und da kam ihm auch eine Idee für Marvin. Er sollte als Händler eine gute Figur abgeben können. Seinetwegen auch gern aus Setarrif. Händler hatten auf der Insel mehr oder weniger freien Zugang. Wichtig war nur, nicht die falschen Fragen zur falschen Zeit zu stellen. Die Motive für einen Besuch in der Burg sollte sich jeder selbst überlegen und Zeit dafür war genug vorhanden, wenn sie das Gebirge überqueren würden. Wichtig war besonders das, was sie sehen würden, nicht das, was sie als Antwort bekommen würden. Auch das musste Nigel definitiv noch zur Sprache bringen. Fleißig machte er sich seine Notizen.
Urplötzlich machte ihn die Gesamtsituation dermaßen unzufrieden, dass er das Kerzenlicht löschte und sich sein Schwert schnappte. Eiligen Schrittes durchquerte er die Flure der Akademie und gelangte auf den menschenleeren Innenhof. Selbst die Fackeln waren erloschen, so dass ihm nur noch das Licht des Halbmondes, der am schwarzen Himmel prangte, blieb. Doch das reichte ihm. Gezielt aber kraftvoll schlug er auf eine Holzpuppe ein. Immer schneller und mit immer größerem Kraftaufwand. Bis er irgendwann atemlos das Schwert sinken ließ. Schwer atmend lehnte er sich an eine Mauer und blickte wehleidig zum Mond. Er war äußerst unzufrieden und demotiviert und das bei seinem ersten großen Auftrag als Söldnerführer.
Langsam schlich der Krieger wieder durch die Flure hinauf auf sein Zimmer. Er ließ die Kerze aus, entkleidete sich fix und schmiss sich auf die Strohmatratze... Der neue Tag konnte nur besser werden!
"Alle da Paps?", fragte der Fischer den neben ihn stehendem älteren Herren, der den wüsten Haufen zu zählen versuchte. "Sieht gut aus...", murmelte dieser. "die Thompson-Zwillinge, Dick, Jobst und Cristoff....Ewalt, Hug und...." "Eure Frauen", erklang eine leicht gereiztem Unterton hinter ihm. "Genau. Ich wollte mir das beste für den Schluss aufheben." "Ja ja. Nun gut, dann können wir ja los." Iain nickte Mutter und Schwester zu und erhob die Stimme. "ALLE MANN. MIR NACH!"
Und der Tross setzte sich in Bewegung. Die Torwächter schauten nicht schlecht drein als die laut schwatzenden Kerle gefolgt angeführt von zwei Frauen und einem schmächtigen Kerl die Stadt verlies.
Wissen und Erfahrung bildeten in jeder Kunst ein unersetzbares Doppel, dass dem Menschen eine jede Fähigkeit verlieh, die er zu erlernen imstande ist. Gerade in der Magie war neben dem theoretischen Wissen auch die Erfahrung um den ausgeführten Zauber von essentieller Bedeutung.
So Turang das Wissen um den Teleport doch recht schnell zu sammeln vermocht hatte, war die Erfahrung doch einem längeren Pfad gefolgt und so hatte sich die Übung als zeitraubend erwiesen, hatte einiges vom Adepten abverlangt und doch war der Buchrestaurator noch keineswegs an dem Punkt angelangt, bei dem man wenigstens von der Beherrschung des Teleportes hätte sprechen können, auch wenn er doch dem nun weit näher stand und an diesem heran war, als dem Resultat der ersten Versuche.
Der angehende Magie blickte in das klar Wasser des Brunnens, welcher sich auf dem Königsplatz von Setarrif befand. Die Übungen waren zwar nicht zeitraubend, aber erschöpfend, denn der Teleport verbrauchte auch von Natur aus eine weit größere Menge magischer Kraft, als beispielsweise die Telekinese. Dennoch hatte Turang ihn nun so weit unter Kontrolle, dass er nicht nach ein paar Anwendungen fast zusammen brach, sich aber doch sehr deutlich geschwächt fühlte.
Bald, bald würde es ihm wohl gelingen...
Er mochte es hier. Gerade die steil abfallende Küste, die nur an bestimmten Wegen überhaupt einen Zugang zum Strand bot, hatte es ihm schon immer angetan. Er stand gerne dort oben, wenige Zoll vor einem Abgrund. Er hatte dasselbe gerne im Hammerclan getan, an den Stellen, an denen nicht ein Zaun, eine Mauer oder ein Gebäude den Abgrund absicherten, sondern nur die Leere unter dem nächsten Schritt blieb. Marvin war schon immer verwundert gewesen, dass er nie von Absturzopfern gehört hatte, gerade mit hohem Alkoholgehalt.
Doch Alkohol hatte er auch genug dabei, zumindest in der Form von Rognor, beziehungsweise dessen Gepäck. Auf die Idee, dass der kleine Mann ein Bierfass mitbringt war der Lehrmeister beim besten Willen nicht gekommen. Es missfiel ihm auch, er war nie ein Freund des Alkohols gewesen und seine Schüler wollte er erst Recht in nüchternem Zustand haben, doch Rognor war ein geistig gesehen erwachsener Mann, es war nicht an Marvin ihn zu erziehen.
»Also gut, erstmal werden wir auch hier nur ein bisschen trainieren. Beachtet Euer Umgebung beim Kämpfen, natürlich müsst Ihr Euch auf Euren Gegner konzentrieren, doch einen Schritt auf einen falschen Stein, oder etwas das man im Augenwinkel übersieht, kann den Kampf ebenso entscheiden, wie das Schwert Eures Feindes. Außerdem sind die wenigsten Kämpfe im Leben Duelle, es können auch immer weitere Gegner angreifen. Hier laufen durchaus Wölfe, Molerats und Scavenger herum um die Tiere zu nennen, die eventuell einen Angriff wagen würden. Wenn Ihr etwas großes felliges seht, ist das ein Schattenläufer, Ihr habt dann zwei Möglichkeiten die auf dasselbe hinauslaufen, lauft oder lasst es einfach gleich bleiben, allerdings könnt Ihr euch dann glücklich schätzen, nur wenige Menschen haben je einen lebenden Schattenläufer gesehen ... nur erzählen werdet ihr es wohl nicht mehr.« begann Marvin. Gut, dass diese Viecher sich im Normalfall nicht blicken lassen. »Ohne spezielle Übung, kämpft einfach ein bisschen gegeneinander. Verletzt Euch nicht.«
Edon Mesotes
31.05.2012, 20:02
Sollte diese Umgebung jetzt einen Vorteil oder einen nachteil für Edon darstellen? Er war mit ziemlicher Sicherheit derjenige, der sich mehr bewegen musste und würde daher eher Gefahr laufen, auf eine Stelle zu treten, die ihn im Kampf benachteiligen würde, aber wenn er sich diese einprägte, dann könnte er schnell versuchen den Zwergen genau auf diese Stellen zu treiben und ihn dann sehr schnell angreifen.
Der Dieb zog das Übungsschwert aus seiner Scheide aber legte das richtige Schwert nicht ab, für den Fall, dass wirklich ein unerwünschter Trainingspartner aufkreuzen sollte, gegen den es mit scharfen Klingen zu kämpfen galt.
Danach ging es wirklich in den Kampf gegen den Zwergen.
Die ersten Schläge teilte Rognor aus, während Edon sie nicht blocken wollte, sondern direkt zur Seite sprang und Raum zwischen sich und Rognor brachte. Noch gab ihm der Boden dabei guten Halt. Der Zwerg holte zum nächsten Schlag aus und Edon machte einen Satz zurück und verlor fast sein Gleichgewicht, denn da war ein ziemlich glatter Stein gewesen auf dem er ausgerutscht war.
Dennoch fing sich der Dieb schnell genug und warf sich stattdessen nach links weg und blockierte Rognors nächsten Schlag mit dem Schwert und setzte nun seine eigene Klinge nach, die sein Partner parierte. Während der Dieb zu einem nachsetzenden Hieb ansetzte und die Klinge pfeifen ließ warf er sich an Rognor vorbei und änderte damit den Winkel des Schlages, dass der Zwerg dorthin zurück weichen musste, wo Edon fast den Halt verloren hätte, blieb aber im Gleichgewicht. Sofort setzte der Dieb nach und schlug mit ziemlicher Wucht gegen den Stiel der Axt, die Rognor jedoch so herum riss, dass seine Klinge auf dem Kopf des Beils landete, die Wucht reichte jedoch, um Edons Schwert zurück prallen zu lassen und den Zwergen wirklich um ein Haar auf dem glatten Boden zu Fall zu bringen, doch dieser erwies sich als überaus standfest und wahrte seine Würde und seine Haltung.
Der Dieb ging nun, anstatt weiter nachzusetzen einen großen Schritt zurück, da Rognor im Begriff gewesen war, mit seiner Axt auszuholen, und deutete mit der Spitze der Klinge auf den Zwerg, während ein herausforderndes Lächeln kurz seine Lippen umspielte und der Schalk in seinen Augen aufblitzte.
"Das wird hier wohl nicht so ganz einfach werden... für keinen von uns beiden!"
Adson Muller
31.05.2012, 20:36
Adson schuftete wieder an den Trainingsmaschinen. Neben seinen Kampfübungen war in den letzten Tagen wenig Zeit für andere Aktivitäten geblieben. Er hatte schon Iain, wegen der Holzfällaktion, absagen müssen und auch Sarpedon hatte ihn in den letzten Tagen ungewohnt selten zu Gesicht bekommen. Dafür zweigte sein Eifer erste Erfolge. Seine Schläge fielen hinreichend präzise und schnell und kräftig waren die Hiebe des jungen Schreiners auch. Außerdem fühlte er sich körperlich stärker. Er ermüdete deutlich später als am Anfang und bewegte sich zunehmend eleganter.
Am heutigen Morgen hatte Adson einen Abstecher in die Bibliothek gemacht. Er wollte mal wieder die Ruhe der großen Hallen genießen und entspannen. Viel gelesen hatte er allerdings nicht, sondern war bald wieder zum Training aufgebrochen. Nun rackerte er schon eine ganze Weile an den verschiedenen Geräten, um stetige Verbesserung seiner Fähigkeiten bemüht.
Haldan war wirklich sein Geld und sein Vertrauen wert gewesen. In den letzten Tagen hatte Turang oft den Laden für längere Zeit verlassen müssen, während der junge Setarrifer den Laden zu Turangs vollster Zufriedenheit verwaltet hatte. Gerade nun hatte der Buchrestaurator wieder die Übungen mit dem Teleport hinter sich gebracht und sich in seiner Werkstatt verbarrikadiert und erneuerte den Einband eines Buches, das ihm aus der Bibliothek geschickt wurde.
Er war zufrieden. Zufrieden mit seinem fortschreitenden Erfolg in der Kunst des Teleports, zufrieden mit seiner Arbeit, zufrieden mit der Lage, in der er sich befand. Vielleicht hätte er sogar alle Sorgen vergessen können, wenn sich Setarrif nicht in einem Krieg gegen eine radikale Autokratie befunden hätte. Doch auch dieser schien ihm sehr weit zu sein. Es schien fast, als wollten die Myrtaner bald nicht mehr zu Ende bringen, was sie begonnen hätten, Turang hätte ihnen sicher keine Träne nachgeweint, wären sie in diesem Augenblick mit ihren Schiffen über das weite Meer zurück gesegelt...
Der nächste Tag kommt bald und Xeratos ist immer noch in der Kiste. Anscheinend wurde die Kiste früh am morgen woanders hin getragen. Weil die Kisten gestapelt sind kommt er nicht mehr raus. Er ist aber auch erst seit ein paar Stunden wach. Er hatte lange geschlafen weil er auf dem Schiff mit dem er hierher gekommen ist nicht lange schlafen konnte. Nach langem schieben, drücken und etwas Gewalt war er endlich frei. Nur jetzt stand er in einer großen Lagerhalle. Er hatte auch angst entdeckt zu werden. Er wollte nicht schon nach dem ersten Tag im Gefängnis sitzen. Und das aufbrechen der Kiste mit dem Dolch war lauter als er gedacht hatte. Also machte er für 5 Minuten erst mal gar nichts um zu hören ob jemand kommt. Zum Glück kam niemand.
Aber auf einmal gab es ein lautes Geräusch - das Tor wurde geöffnet. Zwei Männer kamen in das Lager. Xeratos Herz hörte auf zu schlagen. Er bewegte sich nicht und versuchte ganz leise zu atmen. Zum Glück war es schon dunkel im Lagerraum. Noch immer lagen aber die teile der zerbrochene Kiste auf dem Boden und sie könnten leicht gesehen werden. Er konnte die beiden nur hören. Langsam kamen die Schritte immer näher, hörten kurz auf, kamen wider näher, hörten kurz auf, ... immer so weiter. Sie sagten "Morgen kommt die letzte Lieferung von..." "Ich brauche aber noch 13..." "Mh das wird aber..." "Teuer? Du weißt dass das mein Chef gar nicht gefallen wird" "Wir brauchen aber mehr Zeit..." aber Xeratos hörte gar nicht richtig zu, er hatte seine eigene Probleme. Mit vorsichtigen schritten versuchte er sich so hin zu stellen das er etwas sehen konnte. Einer sah aus wie ein normaler Hafenarbeiter, aber der andere hatte eine teuer aussehende Lederrüstung mit einem etwas übertrieben verzierten Schwert. Nach dem das Gespräch zu ende war ging der Hafenarbeiter weiter in das Lager rein, währenddessen der andere wartete.
Das war Xeratos Chance. Er schleichte leise zu dem Kerl und zog schon mal seinen Dolch. Mit einem gut gezielten Treffer brach sein Ziel zusammen. Er war nicht tot, es war eher zur Betäubung gedacht. Plötzlich hörte Xeratos schon wider eine Stimme ihn seinem Kopf. Sie sagte "Töte ihn!". Xeratos dachte nur daran aus dem Gebäude raus zu kommen und rannte schon ihn Richtung Freiheit aber etwas packte ihm an seiner Schulter. Es war der Hafenarbeiter. Xeratos versuchte sich los zu reißen, aber es brachte nichts. Er sah kein anderen Lösungsweg, er musste jetzt sofort handeln. Also nahm er sein Dolch und verpasste dem Hafenarbeiter einen, wahrscheinlich tödlichen Treffer. Xeratos ging davon aus das er tot war. Als der Hafenarbeiter auf dem Boden gefallen war öffnete sich anscheinend seine Tasche und etwas Gold und ein halbes Stück Brot fiel auf dem Boden. Xeratos konnte nicht anders und nahm das Gold und das Stück Brot und rannte aus dem Gebäude. Draußen war es wider Dunkel. Er war, wie er sich schon ahnte, wider im Hafen.
Xeratos dachte sich Auch wen ich den ganzen Tag verschwendet habe, habe ich wenigstens etwas Gold und etwas zu essen. Es war ihm schließlich egal wo er das her hatte, oder vielleicht doch nicht ganz.
Edon Mesotes
31.05.2012, 22:37
Der Kampf zog sich langsam hin. Weder Edon, noch Rognor hatten die gegnerische Verteidigung effektiv durchbrechen und dem Kampf ein Ende bereiten können, mit dem sie auch zufrieden gewesen wären. Sollte es in diesem Kräftegewicht bleiben, dann musste eben die Kondition entscheiden, wer sich denn nun als Sieger sehen konnte und darauf rechnete sich Edon gute Chancen aus: Der Zwerg hatte zwar ziemlich zugelegt, aber Edon hatte nun schon mehr als zehn Jahre davon gelebt, auch sehr ausdauernden Leuten davon zu rennen und war auch beim Training alles andere als faul gewesen.
Die kritischen Stellen ihres kleinen Schlachtfeldes kannte der Dieb mittlerweile nur zu gut und verwendete sein Wissen so gut es ihm möglich, indem er den Zwergen an diese Stellen locken oder drängen wollte, doch auch dieser hatte sich ihr Umfeld mittlerweile recht gut eingeprägt.
Ein Schlag Rognors verkantete den Kopf der Axt an Edons Klinge und Rognor stemmte sich mit seinem Gewicht gegen seine Axt um Edon aus dem Gleichgewicht zu bringen, der jedoch zur Seite weg sprang und selber zum Schlag ausholen wollte, der diesmal nicht gegen den Kopf der Axt sondern den Stiel prallte, was die Axt mit dem Kopf nach vorne riss, doch damit auch die Klinge blockierte. Schnellstmöglich brachten die Kontrahenten ihre Waffen wieder in eine gute Position und der Schlagabtausch begann von neuem.
Der Schlag des Zwerg landete dort, wo Edon bis eben noch gestanden hatte, dieser war jedoch mit einem Satz schräg hinter ihm gelandet und holte zum Schlag in den Nacken aus, unter dem sich Rognor hinweg duckte und danach die Axt herum wirbeln ließ, die von Edons Klinge wieder blockiert wurde, welche auch die beiden nächsten Versuche vereitelte.
Langsam spürte Edon eine Müdigkeit und auch der Zwerg war nicht mehr so wirklich frisch... der Kampf neigte sich bald dem Ende, vielleicht sogar zu einem, der beider Parteien gerecht wurde.
Es war schon spät aber Xeratos war überhaupt nicht müde, wahrscheinlich lag es daran das er den ganzen Tag durchgeschlafen hat. Er siezte irgendwo in Setarrif auf einer Bank und dachte über den Tag nach. Er dachte über so vieles nach, so viele fragen hatte er aber keine Antwort. Er wusste nicht genau was er tun sollte. Er wollte unbedingt Beliar Dienen, aber was soll er dann machen? Was ist wen diese Schwarzmagier ihn gar nicht aufnehmen? Wo soll er schlafen? Wie soll er Gold verdienen? Was ist mit den zwei Männern vom Lagerhaus? Sind sie tot? Leben sie und planen schon ihre Rache?
Auf diese fragen hat er keine Antwort. Jetzt hat er die ganze Nacht Zeit über diese fragen nachzudenken.
Müsste halten...
Kritisch beäugte Gath das Wagenrad, das vor ihm auf dem Boden lag und blickte dann zurück zu dem Karren hinten in der Ecke, der nun durch etliche Holzklötze und was er sonst noch alles auftreiben können hatte aufgebockt war.
Vorsichtig hob er das Rad hoch und drehte die Reparierte Stelle nach oben.
Man sah wirklich äußerst deutlich, wo ein Wagner am Werk gewesen war, und wo ein Bootsbauer: Die drei Speichen, die Gath neu eingepasst hatte, waren nicht so wirklich rund - und schon gar nicht irgendwie gedrechselt - und an der unterseite war das Holz nur mit Mühe und Not gleich dünn geblieben, unter dem Eisenbeschlag, den das Rad außenherum hatte.
Das Problem war gewesen, dass sich in der Lauffläche des Rades einige Risse gebildet hatten, von denen einige zum Schluss dermaßen groß gewesen waren, dass man schon durchgucken konnte. In diesem Zustand hatten sie den Karren hier her befördert.
Außerdem waren drei Speichen angebrochen oder ganz durch, sodass man diese auswechseln musste. Vielleicht waren die kaputten Speichen sogar dafür verantworlich, dass das Rad ebenfalls Risse bekommen hatte, aber das konnte der junge Bootsbauer nur mutmaßen, schließlich war er nicht vom Fach. Wenn er irgendwelche Rädchen brauchte, dann kaufte er die im Normalfall einfach bei einem Händler oder Schreiner...
Nunja, bei der Reperatur des Rades hatte er jedenfalls erst einmal beherzt zur Säge gegriffen, um den Bereich des Rads, der besonders kaputt war, herauszusägen, und danach versucht, ein halbwegs geeignetes Stück Holz in diese Form einzubiegen - sägen ging nicht, das war nicht stabil genug. Dieses Unterfangen hatte sich aber mangels geeignetem Holz und nicht vorhandener Schablone erheblich länger hingezogen, als Gath es geplant hatte, weswegen er nicht schon heute morgen einen fix und fertigen Karren an Iain übergeben hatte - mal ganz abgesehen davon, dass Fischer eh nicht aufgekreuzt war...
Jedenfalls stellte sich danach noch das Problem, wie man denn das neu gefertigte Stück an dem alten Rad noch befestigen sollte...
Gath hatte sich schlussendlich dazu entschieden, das ähnlich zu machen, wie wenn man einen Kiel verbinden wollte: Man sorgte für eine Art Treppenstufe um Holz - wobei der neue Teil jeweils auf beiden Seiten hinter dem Alten war - und legte das dann gegeneinander. Er hoffte, dass das auch einigermaßen hielt, denn theoretisch konnte das Stück jetzt an der höchsten Stelle nach unten herausfallen, wurde aber dann durch die Speichen gehalten, die ja wiederum nicht ganz fachmännisch irgendwie zusammengesägt, hobelt und geraspelt worden waren...
Nunja, jedenfalls hatte er das Rad soweit repariert, jetzt musste er nur noch versuchen, das ganze wieder aufzumontieren, denn es war eine Sache, das Rad von der Achse abzubekommen, aber eine ganz andere, das Ding da wieder drauf zu bekommen...
Außerdem musste er Iain dringend noch nahe legen, mal einen Wagner zu besuchen, sollte sein Rad wieder zu Problemen führen, denn das, was er da nun gemacht hatte, war wirklich alles andere als fachmännisch...
Aber andererseits: Der Tag hatte gerade erst so richtig begonnen, das Wetter lud nicht gerade zum Nichtstun ein, und der Fischer war nicht da, also hatte er eigentlich Zeit.
Marvin hätte gerne etwas mehr Zeit vor den Toren Setarrifs verbracht, doch die Pflicht rief ihn zurück, mehr oder weniger. Der Anführer der Söldner hatte es verlangt und auch wenn sich Marvin sehr sicher war, dass es keine Hierarchie gab, nach der dieser dem Wächter der Akademie irgendwelche Befehle geben konnte, musste nach aller Logik sein Wort zumindest für seine beiden Schüler gelten, die beide Söldner waren oder es zumindest werden wollten ... warum man auch immer.
Jedenfalls gab es offenbar Arbeit, ein Gegner musste ausgekundschaftet werden um ihn noch effizienter abschlachten zu können und dafür mussten offenbar Söldner herhalten. Marvin war sich seines nicht vorhandenen Beitrages zum letzten Kampf um die Silberseeburg durchaus bewusst, vielleicht würde sich das dieses Mal ändern müssen. So oder so, musste er seine Schüler wohl oder übel schon viel zu früh zurück bringen. Mehr als ein Übungskampf und eine Nacht im Freien waren nicht drin gewesen. Den Übungskampf hatte Edon gewonnen, doch das musste in diesem Stadium noch nicht allzu vieles bedeuten. Ohne große Worte zu verlieren stapfte Marvin mit seinen beiden Lehrlingen zur Söldnerkaserne, um sie ihren Arbeiten zu übergeben, die Ausbildung könnte man immer noch fortführen.
Xeratos war sich sicher was er als nächstes tun wollte. Er wollte die Insel allein erkunden. In der Wildnis musste er früher auch immer allein klar kommen. Es war wahrscheinlich die beste Lösung für den Anfang. Er wollte aber nur für ein paar Tage ein bisschen die Gegend erkunden, schließlich musste er noch die Schwarzmagier finden.
Er kaufte mit seinem Gold etwas Nahrung, es könnte schließlich passieren das er für den Anfang auf keine Tiere trifft. Man ist immer am besten auf alles vorbereitet. Sein Dolch sollte reichen um mit kleinen, vielleicht aber auch mit etwas größeren Viechern fertig zu werden. Sorgen machte er sich nur das die Viecher von hier nicht zu stark sind den er hatte ein paar schlechte Erfahrung mit Wildschweine auf Myrtana gemacht.
Er war schon am Südtor von Setarrif. Von weitem sah er einen Strand. Er war bereit für diese Reise.
Nigel Ascan
01.06.2012, 21:02
Nigel war soweit. Vorbereitet stand er vor der Hauptbaracke im Söldnerviertel und sah sich um. Neben ihm stand ein kleiner Holzkarren, wo diverse Dinge drauf verstreut lagen. Für den Zwerg hatte er eine kurze Spitzhacke besorgt, für Adson lag ein Handwerkergürtel mit Hammer und Feile bereit. Außerdem hatte der Söldneranführer einen Haufen an Lumpen besorgt, falls jemand andere Kleidung brauchte. Außerdem hatte er Material für die Reise übers Gebirge eingepackt, so dass sie sich zumindest provisorische Lager errichten konnten.
Es fehlten im Prinzip nur noch die Mitstreiter. Adson, Edon, Rognor und alle die, die sich sonst noch anschließen wollten.
Er hatte sich eine alte Karte von dem Gebiet der Silberseeburg besorgt, seine Waffe gereinigt und sich ausreichend vorbereitet, an ihm selbst sollte es nun nicht mehr scheitern. Er war zwar keineswegs endgültig zufrieden mit sich, doch das lag wahrscheinlich hauptsächlich daran, dass er nicht genau wusste, was ihn erwarten würde. Leider hatte er keinerlei Vorstellung von der Silberseeburg im Detail, da er damals bei der Schlacht aus mittlerweile unerklärlichen Gründen nicht dabei war.
Aber er war sich sicher, dass sie das Schiff schon schaukeln würden. Wenn denn die anderen mal aufkreuzen würden...
Adson Muller
01.06.2012, 21:22
Adson verließ samt Gepäck den Leuchtturm. Nigel hatte ihn erst vor wenigen Stunden von dem bevorstehenden Auftrag erzählt und so hatte er sich beeilen müssen. Er hatte sich bei Sarpedon abgemeldet und mit Redsonja gesprochen. Zu Adsons Überraschung hatte sie entschieden, dass sie die Gruppe auf dem Weg zur Silberseeburg begleiten würde. So war wenigstens der Fortgang der Ausbildung gesichert, allerdings hoffte Adson, dass sich seine Lehrmeisterin nicht übernehmen würde. Schließlich hatte sie sicherlich noch mit ihrer schweren Verletzung zu kämpfen, allerdings sprach er sie nicht darauf an. Es war ihre Sache und sie würde sich schon einschätzen können.
Adson trug seine normale Handwerkerkleidung, hatte sein Schwert an die Seite geschnallt und sich einen kräftigen Wanderstock gesucht. Einige Kleinigkeiten trug er in einem kleinen Bündel mit sich, darunter auch eine Abschrift seines Gesellenbriefes. Es beunruhigte ihn, dass sein richtiger Name darauf stand, aber das ließ sich nicht ändern. Auch die alte Karte hatte er eingepackt, vielleicht würde er sie brauchen.
Mit kräftigen Schritten traf der junge Schreiner im Söldnerviertel ein. Nigel wartete schon ungeduldig auf ihn und den Rest des Trupps.
Pochenden Herzens bewegte sich der Zimmermann in seiner Handwerkerkluft in Richtung Setarrif.
Er hatte keine Ahnung was dort überhaupt von Statten gehen sollte, aber Gerüchte und einiges Getuschel hatten ihn dazu bewegt, zur Stadt, genauer gesagt ins Söldnerviertel zu gehen. Anscheinend war dort etwas in Gange und der Adept hatte sich lange genug mit seiner eigentlichen Zimmermannsarbeit und dem beschaffen von Vorräten herumgeschlagen. Zeit für eine kleine Abwechslung schien geboten ...
Was er so gehört hatte lies den Holzfäller auf eine verdeckte Aktion schließen. Er hatte zwar keinerlei militärische Ausbildung, doch die Aussagen derer, die ihm unter vorgehaltener Hand die eine oder andere Info hatten zukommen lassen, waren in diese Richtung gegangen. Schon einmal hatte er mit den Soldaten eine kleine Reise unternommen und hatte dergestalt ein paar alten Freunde getroffen. Den magischen, weißen Kampfstab hatte er auf den Rücken geschnallt, nur für alle Fälle. Grundsätzlich schien es aber eine verdeckte Mission zu sein - worum es immer auch ging, mit einem Kampf war wohl eher auch nicht zu rechnen.
Als er endlich die im Zwielicht liegenden Gassen durchquert hatte, sah er die Gestalt von Nigel.
Mit dem jungen, bulligen Wächter der Akademie hatte er bis dato noch nicht viel zu tun gehabt, aber er erkannte den kräftigen Krieger auch in der Dämmerung auf Anhieb.
"Adanos zum Gruß." Brummte Wombel mit sonorer Stimme.
"Hab gehört es geht heut Nacht was von Statten ... kann ein Adept und Zimmermann hierzu etwas beitragen?" Fragte er in ruhigem aber bestimmten Ton.
Edon Mesotes
01.06.2012, 21:52
Schlussendlich war es doch nur eine kurze Übungseinheit geworden, die Marvin samt gelehrigem Anhängsel hatte absolvieren können, bevor es zum Sterben an die Front ging. Es war zwar ein guter, zusätzlicher Motivationsschub gewesen, den Zwergen schlussendlich doch besiegt zu haben, doch er hatte sich dabei noch lange nicht so geschickt angestellt, wie man es von einem auch nur leidlichen Kämpfer hätte erwarten können. Da musste er noch viel mehr rausholen...
Zurück in Setarrif war die Laune seines Anführers auf Probe wohl noch am Ehesten mit dem Wort zu beschreiben, dass mancherorts beschämt durch das ähnliche Wort "bescheiden" ersetzt wurde. Offenbar wartete er nicht erst seit dem letzten Herzschlag auf das Chaoten-Trio. Neben Nigel hatte sich schon ein weiterer, nicht sonderlich gefährlich wirkender Mann dekoriert, der ganz sicher kein erfahrener Krieger war und in der Kampfausbildung Edon und Rognor keine wesentlichen Schritte voraus war.
Sollte die Garde einmal ihren Funken dessen benutzen, dass bei normalen Menschen als Verstand fungierte und ihrer eigenen Blödheit zum Trotz erkennen würde, dass es sich um Setarrifer Spione handelte, dann würde diese Gurkentruppe ihr Leben nicht mal mehr für ein paar Waldpilze verkaufen können.
Alsdenn, eine gute Aussicht zum Sterben... könnte interessant werden.
Nigel Ascan
01.06.2012, 22:00
Allmählich versammelten sich zunehmend mehr Menschen um Nigel. Die Aushilfskraft aus der Taverne war zu erst da, doch als sich Nigel mit Adson unterhalten wollte, kam schon der nächste in Gestalt eines Handwerkers, den Nigel kaum kannte. Zuerst war er verwundert, doch dann freute er sich.
Den Zimmermann Wombel kannte der Söldneranführer kaum, doch sein Name war ihm voraus geeilt, so hatte Nigel schon von ihm gehört gehabt.
» Seid gegrüßt, Wombel. Wie kommt es, dass Ihr euch hier einfindet? Um ehrlich zu sein, habe ich kaum mit euch gerechnet, bin aber um so erfreuter, Euch hier zu sehen. Genau Leute wie Euch brauchen wir für die Mission, ehrliche Handwerker, die sich ohne Angst auf der ganzen Insel blicken lassen können und ehrliche Anliegen hervorbringen können. Wisst ihr denn, worum genau es geht? «begrüßte Nigel sein Gegenüber, als er im Augenwinkel wahrnah, dass Edon, der Zwerg und Marvin sich ebenso zu ihnen gesellte.
Aber erstmal wollte Wombel hinreichend mit Informationen versorgt werden...
Wombel sah Nigel direkt in die Augen.
"Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht die leiseste Ahnung um was es hier und heute Nacht genau geht." Sagte er in ruhigem, aber bestimmten Ton.
"Da ich mich aber nun schon lange hier heimisch fühle, und wie ihr sicher wisst zu der Gemeinschaft der Magier angehöre habe ich mich ein wenig ... umgehört ... und auch ein paar vage Hinweise bekommen." Fügte er nun ein wenig unsicher hinzu.
Es entstand eine kurze Pause und die beiden Männer musterten sich kurz.
Die kurze Ansprache von Nigel Ascan hatte Wombel zwar von der Richtigkeit seiner Anwesenheit bestätigt, aber um was sich bei der bevorstehenden schlussendlich unbekannten Reise ging war er gänzlich unwissend. Er war eher aus Intuition und seinem Gefühl gefolgt.
Er schaute den Wächter der Akademie ein paar Sekunden lang an.
"Wenn ich für Setarrif und deren Bewohner etwas tun kann, dann lasst mich wissen um was es geht."
Nigel Ascan
01.06.2012, 22:22
Das war eine Antwort gewesen, die Nigel so dingend brauchte. Die Skepsis schwand augenblicklich.
Er lächelte kurz bevor er in aller Ernsthaftigkeit erklärte, worum es gehen würde.
» Also, es geht darum, die Silberseeburg auszuspionieren. Weniger im klassischen Sinne, da wir wissen, wo sie steht und wie ihr Mauerwerk aufgebaut ist. Lange gehörte sie zum Königreich, welches Ethorn als das seine erklärte. Was wir allerdings nicht wissen, ist, wie es da drin aussieht. Wie viele Soldaten aus Thorniara sind dort stationiert, wo gibt es potentielle Schwachstellen, wie sieht die Versorgung und so weiter aus. Ziel dieser Informationen ist, dass wir zielgenau zuschlagen können, wenn wir uns die Burg zurückerobern werden. Darauf wird es schlussendlich hinauslaufen, allerdings erst nach unseren Berichten. Mit anderen Worten liegt es an uns, wie viele ihr Leben in der kommenden Schlacht lassen müssen, zumindest auf unserer Seite. Wir werden uns dabei als Allerweltsbürger tarnen und Ohren sowie Augen offenhalten. So zumindest der Plan. Dabei? «
Als Nigel mit seiner Erläuterung geendet hatte, blickte er erwartungsvoll zu Wombel, da er hoffte, ihn nicht verschreckt zu haben. In den Augenwinkeln suchte er die Gruppe von Menschen ab, ob sich jemand Neues dazu gesellt hatte. Er erkannte die junge Mitschülerin von Adson, die sich auch gleich neben diesen gestellt hate. Sonst konnte er niemand Neues erkennen, doch viel mehr brauchte es nicht. Es ging ja keineswegs darum, die Burg im Alleingang zu erobern.
"Die Silberseeburg ..." Brummte Wombel beinahe ehrfürchtig.
Er überlegte kurz, niemand kannte ihn dort, sein Ruf als Handwerker war aber mittlerweile schon über die Tore von Setarrif hinaus bekannt. Dass es primär um eine verdeckte, militärische Aktion ging war an dieser Stelle zweitrangig. Setarrif war Wombels Heimat geworden, er war ein Mann der zu seinen Wurzeln stand und so war die Antwort keine Sekunde später über seine Lippen gekommen.
"Natürlich bin ich dabei." Sagte er bestimmt.
"Allerdings werde ich mich in allen Belangen zurückhalten, ich begleite euch, halte die Augen offen und werde mich insgesamt aus dem Geschehen heraus halten." Sagte er sinnierend.
Er blinzelte Nigel Ascan kurz zu.
"Wir Handwerker müssen doch schließlich zusammenhalten ... OK, keine Fragen mehr, ich werde mich unauffällig einreihen und den einen oder anderen Bewohner der Silberseeburg mit meinen Handwerkergeschichten langweilen, vielleicht bekomme ich ja was über die Zollstärke der Firstbalken der Türme, die Wandstärke der hölzernen Unterbauten, oder die Tragfähigkeit der Böden der Burg heraus ..." Wombel sah, dass Nigel Ascan ein wenig nichtssagend dreinblickte.
"Ähmja ... wie gesagt ich bin dabei." Sagte er abschließend etwas hastig.
"So wie es aussieht habt ihr noch mehr Begleiter um die ihr euch noch kümmern müsst..." Sagte er noch hinzufügend, den Blick über die mittlerweile versammelte Gruppe streifend.
Nigel Ascan
01.06.2012, 23:21
Nigel nickte und ließ Wombel stehen. Er machte einen Schritt nach vorn und besah sich die Gruppe. Drakk fehlte auf jeden Fall noch, ansonsten waren soweit alle da, mit denen Nigel rechnen konnte. Und den rothaarigen Elitekrieger würden sie schon auf dem Weg aufgabeln.
Der Pfad hinauf zum Gebirge befand sich im Süden der Stadt, aber bevor es losgehen konnte, musste der Söldneranführer wohl noch ein paar Worte in die Nacht, die inzwischen hereingebrochen war, hinaus lassen.
» Seid gegrüßt. Schön, dass ihr alle gekommen seid. Einige wissen schon, worum es geht, bei anderen bin ich mir nicht sicher. Aber keine Sorge, wir werden genug Zeit haben, alle Fragen auf dem Weg zur Silberseeburg zu klären. Aber achtet darauf, das Gebirge birgt seine eigenen Gefahren. Bleibt immer in der Gruppe und macht keinen großen Krach. Wir werden so schnell wie möglich reisen, so dass wir der Gefahr nicht unnötig lange ausgesetzt sind. Wenn noch jemand etwas zu erledigen hat, ist dies seine letzte Chance. Wir brechen in wenigen Augenblicken auf. Gibt es noch extrem dringende Fragen? « sprach Nigel laut und deutlich.
Er machte eine Pause und blickte erwartungsvoll in die Menge vor ihm. Im Kopf ging er selbst noch einmal durch, ob er irgendetwas vergessen hatte. Die restlichen Söldner hatten ihre Order, dass sie sich bereit machen sollten, in wenigen Tagen könnte der Aufbruch ausgerufen werden. Außerdem hatte er ihnen gesagt, so wohl jeder Meister der Klingen aus der Akademie die Befehlsgewalt über die Männer inne hatte und sie sich danach zu richten hatten.
Ansonsten war auch nicht viel mehr zu beachten gewesen. Die Vorbereitung für ihre Expedition war getroffen und es konnte losgehen, wenn denn keine Fragen mehr im Raum herumschwirrten, aber den Eindruck machte niemand.
Der bleiche Mond hing über der Stadt der Goldenen Kuppeln und sein trüber Schein verschleierte ihren goldenen Glanz zu einem matten Schatten in der Nacht. Hin und wieder blitzte ein Stern durch die Wolkendecke, die Argaans Himmel verdüsterte.
Das Südtor lag in ungebrochenem Schweigen da, während sich die beiden Wächter auf Speere gestützt, am Tor Wache standen, ob sich nicht ein Eindringling in die Hauptstadt schleichen wolle.
Der junge Adept jedoch, der das Blau der Wassermagier trug, konnte ungestört passieren, während er dem Pfad gen Süden folgte. Für heute würde er noch ein paar Meilen wandern und dann dort ein kurzes Lager aufschlagen. Dann würde er am nächsten Morgen sehen, ob er den Teleport wirklich beherrschte...
Die Vorstellung in der Sturzkampfmöwe war für Lenus überaus erfolgreich gewesen. Neben einer Menge Spaß, mitfiebernden Gesichtern und freier Kost war er seit dem Abend um etwa fünfzig Münzen reicher, eine Menge Geld, die er selten besaß. Er würde sich einige Wochen lang nicht mehr darum kümmern müssen, wie er überleben konnte. Stattdessen verbrachte er die meiste Zeit im Haus der Magier, im Garten. Es gab so gut wie immer etwas zu tun. Gießen, die Erde in einem Beet auflockern, Unkraut jäten, die Pflanzen ernten und pflegen, zurechtstutzen und ihnen Kletterhilfen geben. Erst Abends gab er sich der Ruhe hin, und meistens wurde er vom ersten Licht des Tages geweckt, das ihn aus dem Schlaf riss und ihn bis zum Abend unwiderruflich aus Morpheus' Armen riss. Er genoß die Arbeit dort, auch wenn er sie nicht für immer machen wollten. Dennoch waren die Pflanzen dort dankbare Klienten, die sich bei ihm mit Blüten und satten Blättern und Früchten bedankten. Außerdem sorgten eine stetige Verpflegung und die Arbeit dafür, dass er seit jüngster Zeit seine asketische Gestalt gegen die eines ganz normalen, wenn auch dürren, jungen Mannes eintauschte, es verschwanden bereits langsam die Rippen unter der Haut.
Dennoch tat es gut, auch einmal der freien Zeit zu frönen. Eine frische Brise wehte ihm vom Meer her um die Nase, als er auf dem Marktplatz umherlief, wo die meisten Händler ihre Stände für den Tag bereits abgebrochen hatten. Einige wenige versuchten noch, die letzten Reste anzubieten, Lenus, mit einer ungeahnten Menge Geld gesegnet kaufte einem der Männer einen alten, ein wenig verschrumpelten Apfel ab. Er schmeckte ungeahnt süß, auch wenn er seine Knackigkeit verloren hatte.
"So trifft man sich wieder." Den angebissenen Apfel in einer Hand tippte er einem Mann auf die Schulter, der ihm bekannt vorkam. Er lächelte dem Mann zu, der ihn nach Setarrif geführt hatte. "Ich bin euch zu Dank verpflichtet, Herr!" sagte Lenus und senkte leicht den Kopf. "Es scheint tatsächlich so, als wäre mir das Glück hier mehr hold als andernorts. Alles dank euch!" Er grinste Bhaal glücklich an und biss in den Apfel.
Tief in Gedanken versunken war Bhaal durch die Stadt gewandert und hatte noch einmal die Dinge durchdacht, welcher er sich gerade Gedanken machte. Diese ganze Denkerei verursachte eine Menge Kopfschmerzen, war jedoch wichtig. Schließlich konnte er diese entsprechende Kohle und den Eisensand nicht einfach aus der Luft erschaffen.
Doch ein bekanntes Gesicht riss ihn aus seinen Gedanken. Lenus, der Mann, welcher nach Setarrif gewollt hatte. Und anscheinend, so seine Aussage, war Innos ihm hold gewesen. Man musste auch zugeben, er sah gesünder aus als beim letzten Mal. Sie hatten sich bei Eintritt in die Stadt aus den Augen verloren.
"Innos zum Gruße, Lenus." Bhaal nickte freundlich und reichte dem Geschichtenerzähler die Hand. Dieser schien verwirrt, reagierte mit einiger Verspätung. Bhaal war sich nicht sicher, aber schimmerte dort ein wenig Unwohlsein in den Augen auf? Der Vermummte lächelte unter seinem Tuch und beschloss, das einfach zu ignorieren. "Ich sehe schon, es scheint euch gut zu gehen. Sagt, unterhaltet ihr das Volk hier immer noch mit Geschichten?"
Kurz stockte Lenus, reichte den Apfel von der rechten Hand in die linke und schüttelte die ihm von Bhaal zum Gruß dargebotene Hand. "Oh ja!" antwortete Lenus auf die Frage. Unkraut verging bekanntlich nicht, genausowenig wie alte Gewohnheiten. Selbst wenn er plötzlich zum König gekönt worden wäre, würde er wohl noch immer durch die Straßen ziehen und Geschichten erzählen. "Und das Volk ist dankbarer denn je. Und spendabler." wieder grinste der Geschichtenerzähler. Immer leichter fiel es ihm in letzter Zeit zu lächeln und zu lachen.
"Jedes Wort, dass ihr über Setarrif erzählt habt war wahr." erzählte ihm Lenus, und erinnerte sich daran, wie sehr Bhaal über die Stadt geschwärmt hatte. Er hatte seiner Meinung nach sogar einige wichtige Punkte unterschlagen. Die Menschen, die Atmosphäre - das ganze Leben, darüber hatte Bhaal kaum gesprochen.
"Ich muss euch auf tiefste dankbar sein, mich hierher geführt zu haben. Ich werde mich wohl revanchieren müssen!" Wieder lächelte Lenus und nahm einen letzten, kräftigen Bissen vom Apfel, ehe er das Kerngehäuse wegwarf.
Bhaal zögerte einen Moment. Er strich sich mit einer gedankenverlorenen Geste über den Zopf, welcher erneut über die Schulter auf seiner Brust lag. Dann holte der Vermummte einmal tief Luft und lächelte. Der einstige Händler hatte gemerkt, dass all die Emotionen, die die Menschen nicht sehen konnten, dennoch mitschwangen, wenn er sprach. Und das trotz des Tuches.
"Nun, Lenus, es freut mich, dass ihr so hilfsbereit sein wollt. Ich bin sogar versucht, euer Angebot anzunehmen, wenn ich ehrlich bin." Bhaal nickte nachträglich, um seine Worte zu bekräftigen. "Doch auch wenn Innos Wege unergründlich sind, bezweifle ich doch, dass ihr die Antwort auf meine Gebete seid." Bhaal hob die Schultern.
"Genau wie ihr möchte ich einen Beruf ausüben. Doch mich fordert es mehr, wenn ich ein handwerkliches Talent entwickle, versteht ihr? Nur sorgt mich, dass der Mann, der mich ausbilden will, mir eine Aufgabe übertragen hat, die mehr als schwierig ist." Der einstige Händler breitete die Arme aus. "Ich soll Holzkohlen besorgen von einem Köhler. Kohle von Bäumen, die nicht hier in Setarrif wachsen. Und Eisensand. Habt ihr da vielleicht eine Idee?"
Nachdenklich kratzte sich Lenus am Kinn. Was Bhaal da besorgen musste, war nicht unbedingt etwas alltägliches. Holzkohle besonderer Bäume und Eisensand. Von Eisensand hatte Lenus noch nie etwas gehört, schließlich war er kein Schmied oder Bergbauer oder dergleichen. Seine Arbeit hatte selten mit Holz zu tun und noch seltener mit Stahl.
"Tut mir leid." antwortete der Geschichtenerzähler und schüttelte bedauernd den Kopf. "Dieser... Eisensand ist mir gänzlich unbekannt, ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, wo man diesen Stoff finden könnte und was genau es damit auf sich hat weiß ich auch nicht. Was das Holz anbelangt - wenn dieses Holz nicht auf Setarrif wächst, wird es wohl irgendwo auf dem Festland wachsen. Hatte Thorniara nicht einen Hochseehafen? Dort wird doch sicher alles angeboten, was man irgendwo sucht, bestimmt auch eure Kohle."
Er hatte dort gesehen, wie von billigen Glasperlen bis zum feinsten Stahl, von rauen Hanfseilen bis erlesenster Seide alles angeboten wurde, was das Herz begehrte, da würde doch Kohle sicher kein Problem sein.
Lenus legte die Stirn in Falten, und überlegte, was ihm sonst noch einfiel. "Ansonsten..." begann er stockend. "wäre eure einzigste Hoffnung, das Holz hier zu finden, Treibholz, das ihr dann zu einem Köhler bringt. Leider." bedauerte er. "habe ich keine Ahnung über die Insel und ihre Strömungen und weiß nicht, ob das überhaupt möglich ist."
Bhaal schüttelte den Kopf. "Nein, Treibholz wäre wohl gänzlich verkehrt. Ich bezweifle, dass von Salzwasser aufgeschwemmtes und verzogenes Holz sich als Kohle eignet." Mal ganz davon abgesehen, dass es keine Pinien oder Buchen wären. Gut, es mochte möglich sein, dass das ganze HOlz eines Schiffes von Buchen oder Pinien stammte, doch der einstige Händler war kein Schiffsbauer. Also woher, bei Innos, sollte er dies wissen?
"Thorniara klingt nach einem guten Vorschlag. Vielleicht schau ich auch einmal in Schwarzwasser vorbei, dort soll man ja auch vieles bekommen." Bhaal nickte nachträglich. Ja, das wäre vermutlich ein annehmbarer Plan. Es würde sich zeigen, ob es helfen konnte, doch auf jeden Fall war es ein Anfang. Und so konnte er in Innos treueste Stadt auf Argaan kommen, um sich erneut an den Wundern der Stadt und der Truppen zu ergötzen.
"Wahrlich, ihr seid von Innos gesandt, Lenus. Ihr habt mich aus meiner Misere befreit und mir neuen Antrieb gegeben. Seid wahrlich bedankt." Die Stimme des Vermummten war warm und voller Dankbarkeit, als er die Worte sprach.
Es war ein gutes Gefühl, einfach einmal wieder frei durchatmen zu können. Turang hatte in den letzten Tagen viel Arbeit auf sich genommen, um neben seiner Tätigkeit im Buchladen auch die Kunst des Teleportes zu erlernen. Vielleicht hatte er darüber hinaus ein wenig die Zeit vergessen, die er brauchte, um einfach in aller Ruhe und Zufriedenheit seinen Gedanken nachgehen zu können. Er war nun mal ein Mensch, der sich gerne ein wenig aus dem Geschehen zurück zog und stattdessen all das erledigte, was viele in ihrer Hast übersahen. Doch in letzter Zeit hatte er wohl selbst um sich herum einiges an Ereignissen in die Wege geleitet, die ihn nicht hatten zur Ruhe kommen lassen.
So stand er nun in der kleinen Werkstatt der Feder und besah sich den Einband eines Buches, das ihm ein junger Adeliger anvertraut hatte. es war schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen worden, er würde wohl viele der Seiten neu einfügen müssen.
Das war es wohl, was er mal wieder brauchte: ein wenig Alltag. Ein Alltag, in dem er sich nicht über die großen Probleme der Welt und die Geheimnisse der Magie scheren sollte, sondern einfach seiner normalen Tätigkeit nachging, um sich wieder ein wenig Luft zu schaffen. Ein guter Gedanke, dass die Arbeit heute enden würde und er sich wieder ein wenig Luft gönnen konnte, um einfach einmalnichts zu tun. Das war wirklich befreiend...
Scorchal
04.06.2012, 19:51
Wahnsinn. Traurig lächelte der Dunkelhäutige, während er die Vorratskammer abschloss und sich langsam aus der Küche machte. Die hungrigen Mäuler waren gestopft, die Löcher in den Mägen gefüllt. Jetzt war Feierabend. Freizeit. Magieunterricht. Normalerweise, wäre da nicht die Situation, in der sich Scorchal sowie sein Lehrmeister, der Adept Ptah, befänden. Wahnsinn. Ein Wort, das einigen Schaden angerichtet hatte. Einerseits tat dem Novizen die ganze unsinnige Diskussion mit seinem Lehrmeister Leid, andererseits steht es einem angehenden Wassermagier nicht gut, wenn er bei dem kleinsten unschönen Disput gleich in eine Haltung verfällt, die am ehesten als ‚kindisch beleidigt’ bezeichnet werden könnte. Aber in erster Linie tat es dem Novizen Leid.
Der Unterricht war zwar noch einige Male zustande gekommen, aber er war stets von kühler Natur gewesen. Kein praktischer Unterricht, nur Theorie. Teilweise war die Aufgabenstellung auch nur, irgendwelche magiespezifischen Bücher in der Bibliothek zu lesen, was der Dunkelhäutige zwar getan hatte, doch mit der Praxis war es einfach nicht zu vergleichen. Langsam regte sich in Scorchal auch eine Art Ungeduld, die er eigentlich nicht kannte.
Vielleicht sollte ich einfach zu ihm hingehen und sagen, dass wenn wir es nicht auf die Reihe bekommen, normalen Unterricht zu haben, ich mir einfach einen anderen Lehrmeister suche, der weniger anstrengend ist.
Der Novize seufzte und marschierte langsam die Gänge des Magierhauses zu den Novizenkammern entlang. Blöde Geschichte, wirklich.
„Aber nun, was hast du geglaubt?“, fragte er sich, während er die Tür zu seiner und seiner Mitbrüder Kammer öffnete, „Dass das Leben als Novize einfach und problemlos wird? Dass hier normale Menschen herumlaufen, mit denen man sich normal unterhalten und beschäftigen kann? Zum Teufel mit meiner beschissenen Naivität …“
Wo Iain wohl steckte?
Zuerst machte er so einen Rabatz wegen seinem Wagenrad und nun war er einfach nicht aufzutreiben...
Und das, obwohl Gath eigentlich zum einen das Gefährt, dass nun neben dem Boot in seiner Werkstatt stand, mal loswerden wollte, und zum anderen mal mit ihm erörtern wollte, was sie jetzt bezüglich des Holzes machen würden. Iain wollte da ja irgendetwas in die Wege leiten, aber er wusste jetzt nicht so wirklich, was und fand ihn ja auch nicht...
Den Tag heute hatte der junge Bootsbauer auf jeden Fall einmal eher knapp außerhalb der Stadtmauern zugebracht, um dort nach Pflanzen zu suchen, mit denen er die Mixtur machen konnte, um das Boot etwas wasserdichter zu bekommen - mit dem ernüchternden Ergebniss, dass die Vegetation auf Argaan leider eine völlig andere war, als auf dem Festland oder in Khorinis...
Ein paar Sachen hatte er auftreiben können, aber er würde sich wohl irgendwie mit einem Kräuterkundigen auseinandersetzen müssen, ob man hier bestimmte Pflanzen mit ähnlichen Eigenschaften auftreiben konnte.
Aber nun war es gegen Abend und er beschäftigte sich wieder mit dem, was er gestern auch schon gemacht hatte: Iain suchen.
Am Hafen war er schonmal nicht gewesen, auch wenn er ihn dort eigentlich am ehesten erwartet hätte.
Wo könnte sich ein Novize also sonst noch herumtreiben?
Vielleicht am Haus der Magier? Dort hatte der junge Bootsbauer auf jeden Fall schon lange nicht mehr vorbeigeschaut, also konnte man durchaus behaupten, dass es mal wieder Zeit wurde.
Gemütlich schritt er also durch das nächtliche Setarrif, über erstaunlich leere Straßen und den verdammt leeren Marktplatz - scheinbar mit der gleichen Intention wie eine äußerst bekannte Silouette, die vor ihm, in der Nähe des Hauses durch die Gegend schlenderte.
"Einen wunderschönen guten Abend, Selina!", begrüßte der junge Bootsbauer die Novizen, woraufhin diese zusammenzuckte und erschrocken herumfuhr.
Alpträume waren keine schöne Sache! Wer wusste das nicht? Doch es war dann doch noch einmal ein Unterschied, diese Tatsache einfach nur zu wissen oder sie in größerem Ausmaß am eigenen Körper zu erleben. Einige Tage, oder waren es schon Wochen, ging das nun schon so, dass Selina Mitten in der Nacht schweißgebadet aus dem Schlaf fuhr, in manchen Nächten sogar mehrmals und dann Schwierigkeiten hatte die Gespinste ihres Unterbewusstseins wieder aus ihrem Kopf zu verbannen. Dieses zeigte dabei einen erstaunlichen Einfallsreichtum, der der Adeptin alles andere als zu Gute kam. Geruhsamen Schlaf hatte sie also schon lange nicht mehr gehabt und dementsprechend ging es ihr untertags. Meistens übermüdet, dadurch manchmal schon etwas zerstreut und verwirrt, aber ohne die Freude auf das eigene Bett am Ende des Tages in dem man sich endlich erholen könnte verging ein Tag nach dem anderen.
"Einen wunderschönen guten Abend, Selina!", hörte sie plötzlich eine Stimme hinter sich, die ihr zwar bekannt vorkam, was ihre neulich entwickelte Schreckhaftigkeit aber nicht daran hinderte schnelle zu reagieren als die Vernunft. Blitzschnell fuhr sie also herum, entfesselte ihre Magie und schleuderte dem Störenfried eine Lichtkugel in maximaler Helligkeit ins Gesicht und obwohl sie gerade nicht in Topform war, tat die unnötig entwickelte Furcht das ihrige dazu bei ungeahnte Kräfte zu mobilisieren.
Erst als die Lichtkugel wieder verschwunden war, ihr Gegenüber wohl immer noch geblendet war und nach der Helligkeit in der Dunkelheit der Nacht nicht mehr als zu viel sehen können würde, erkannte sie um wen es sich überhaupt handelte.
"Gath!?", stellte sie entsetzt fest, "Es tut mir furchtbar Leid! Alles in Ordnung? Wie kann ich das nur wieder gut machen?"
Tja, es wäre so schön unkompliziert gewesen, hätte sich Selina einfach nur umgedreht und dann doch noch erkannt, wer hinter ihr stand.
Aber nein, manche Frauen mussten einfach immer überreagieren und so wurde die Welt einfach nur weiß.
Was auch immer Selina machte, auf jedenfall war die Welt strahlend hell, so grell, dass es in den Augen schmerzte.
Mit einem stöhnen wannte Gath sich ab, kniff die Augen zusammen und drehte den Kopf dort hin, wo eigentlich seine Füße sein müssten. Das Ergebnis blieb weiß.
Doch dann plötzlich wurde es schwarz. Scheinbar hatte die gute ihre vollkommen überdimensionierte Erleuchtung wieder ausgeschaltet, doch das half dem jungen Bootsbauer jetzt nur bedingt weiter. Die Welt war nicht mehr weiß, sondern schwarz, und obwohl er die Augen sofort weit aufriss, sah er nicht außer Dunkelheit mit in ihr tanzenden, weißen Sternchen.
Dafür setze jetzt die erschrockene, schrille Stimme der Novizin ein, als sie dann wohl doch noch erkannte, die natürlich sofort beteuerte, dass es ihr leid tat. Warum konnten manche Frauen nicht erst denken und dann handeln? Immerhin war Selina keine Novizin der Feuermagier, sonst wäre Gath jetzt vermutlich geröstet.
Mühsam und mit einem beiläufigen brummen machte er einen Schritt in die Richtung, aus der die Stimme gekommen war - sehen konnte er immer noch nichts - und knickte sofort weg, da der Boden überhaupt nicht dort war, wo er ihn eigentlich vermutete, sodass der junge Bootsbauer zu dieser Späten stunde mit dem alles andere als weichen Boden des Marktplatzes Bekanntschaft machte.
Na da hatte sie ja ganz schön was angerichtet! Bevor sie nach ihm hatte greifen und ihn auffangen können, war er zu Boden gestürzt. So eilte sie nun zu ihm, griff nach seiner Hand (weil er es vermutlich nicht gesehen hätte, wenn sie ihm ihre nur angeboten hätte) und half ihm wieder auf die Beine. Wieder auf den Beinen ließ sie ihn allerdings immer noch nicht los, aus Angst der Schaden den sie angerichtet hatte, könnte noch schlimmer werden und Gath könnte noch einmal stürzen. Der Anblick den sie nun lieferten mochte Außenstehenden vielleicht so vorkommen, als würde eine Frau versuchen wollen ihren Mann der zu viel getrunken hatte nach Hause zu bringen, doch das war der Adeptin herzlich egal.
Stattdessen flatterte ein Stück neben ihnen plötzlich eine Möwe auf und stieß dabei ihren typischen Ruf aus, wodurch die Schreckhafte erneut leicht zusammenzuckte.
Was ist denn nur los mit mir?! ermahnte sie sich selbst in Gedanken dazu sich zusammenzureißen.
"Es tut mir wirklich Leid!", wiederholte sie zu Gath, der seit dem Ereignis noch kein Wort gesprochen hatte, "ich wollte das nicht! Sag doch was! Ist alles in Ordnung? An die Dunkelheit wirst du dich wieder gewöhnen, das dauert nur ein paar Augenblicke!"
"Du hast ja gut reden.", stöhnte Gath auf, nachdem Selina ihm wieder auf die Beine geholfen hatte.
So ganz, ganz allmählich bekam die Welt wieder eine Färbung, aber in erster Linie verschwanden nur die weißen Punkte aus seinem Gesichtsfeld. Wirklich etwas sehen konnte der junge Bootsbauer immernoch nicht und war dementsprechend äußerst dankbar für die Hand, die ihm die Novizin darbot, um ihn irgendwie irgendwo hin zu führen - wohin auch immer, hoffentlich nicht in sein Verderben!
"Schickst da magisches Licht in seiner geballtesten Konzetration auf mich und stellst dann fest, dass das etwas hell war...", meinte Gath in etwas etwas ruppig, auch wenn er versuchte, den Ärger so gut es ging aus seiner Stimme heraus zu halten. So ganz war das aber nicht möglich, wenn man nur Sternchen sah...
"Was sollte das eigentlich werden? Das Magierhaus warnen, dass da jemand kommt?", fragte er spöttisch, während sie sich Schritt für Schritt vorrantasteten. Wohin? In die Dunkelheit...
Und immer noch empfand Selina nicht, dass sich die Lage besserte, denn Gath schien es ihr übel zu nehmen was sie angerichtet hatte.
"Was soll ich denn noch sagen außer, dass es mir Leid tut? Es war ein Versehen, ein magischer Unfall sozusagen, weil... ich momentan etwas neben mir stehe."
Mittlerweile hatten sie das Haus der Magier erreicht, betreten und Selina bot dem Geblendeten einen Platz im Gemeinschaftsraum an.
"Kann ich dir etwas zu essen oder zu trinken anbieten? Und hier drinnen ist es heller, da solltest du besser sehen können. Bitte verzeih mir! Ich wollte dir nichts tun!"
Langsam verzweifelte sie an dem schlechten Gewissen, dass ihr Gath durch ihren Fehler und seinen Sarkasmus bereitete. Dann verschwand sie aber kurz in der Küche um zu bringen was der Bootsbauer wollte und trat bei ihrer Rückkehr ins nächste Fettnäpfchen, als die Tür hinter ihr durch einen Luftstoß zugeschlagen wurde und sie vor Schreck ihr Glas Wasser größtenteils am Boden verteilte. Schnell füllte sie es erneut in der Küche auf ehe sie zurückkehrte und neben Gath Platz nahm.
So langsam kehrte die Sicht des jungen Bootsbauer wieder zurück - was auch daran liegen könnte, dass es in dem Raum des Novizenhauses - in dem der junge Bootsbauer so ganz nebenbei noch nie drinnen gewesen war - wesentlich heller war, als auf dem stockfinsteren Marktplatz.
Spätestens als Selina nach einiger Zeit mit einem Glas Wasser wieder da war - Gath hatte sich einfach mit irgendetwas losgeschickt, denn die junge Novizin war dermaßen aufgescheucht gewesen, dass er ihr einfach etwas zur Gewissensberuhigung aufgeben wollte - konnte er einigermaßen etwas erkennen.
"Danke.", nahm er das Glas entgegen, als sich Selina zu ihm setze.
Hier drinnen konnte er sie endlich mal so halbwegs mustern. Irgendwie sah sie vollkommen verschreckt aus.
"Und mach dir keinen so großen Kopf. Es ist alles noch dran, ich lebe noch, ich sehe auch spätestens morgen wieder alles, was da ist, es ist also nichts wesentliches passiert. Nur dass man nicht gerade gut gelaunt ist, wenn man von einem Moment auf den anderen plötzlich nur noch weiß sieht, düfte verständlich sein, oder?"
Gath blickte zu Selina hinüber, die irgendwie immernoch nicht so unglaublich glücklich aussah - zumindest soweit er das erkennen konnte.
"Aber was ist eigentlich mit dir los? Gibt es auch einen Grund dafür, dass du zur Zeit völlig durch den Wind bist?", fragte der junge Bootsbauer ehrlich besorgt.
Eigentlich hatte er sich ja nach Iain erkundigen wollen, aber so wie das hier aussah, gab es jetzt wesentlich wichtigeres.
Gaths schlechte Laune hatte sich gebessert und Selinas Gewissen sich damit beruhigt. Seine Frage stimmte sie aber etwas verlegen, es wirkte lächerlich unwirkliche Dinge wie Träume als Grund für solche Fahrlässigkeiten zu nennen, aber dennoch gab es keine andere Erklärung.
"Ich weiß auch nicht... Seit Tagen kann ich nicht mehr wirklich durchschlafen. In den Nächten scheinen mich Alpträume regelrecht zu verfolgen. Selten ist es das gleiche, doch auf die eine oder andere Weise sind sie alle verstörend. Ich weiß, dass es nur Träume sind und nichts zu bedeuten haben und so, aber irgendwie macht es mich trotzdem fertig. Es tut mir Leid, dass du darunter leiden musste. Aber ich habe keine woher das kommt, oder wann und wie es wieder weggeht."
Selina lief ein Schauer über den Rücken als sie nur daran dachte, was sie in den vergangen Nächten alles gesehen hatte. Tod, immer wieder, oder einfach nur Verfolgung, Einsamkeit, Hilflosigkeit oder einfach nur eine Belagerung von Unmassen widerlicher Krabbelviecher; es gab fast nichts was nicht dabei war. Doch das sollte eigentlich nicht Gaths Problem sein und dass es zu einem solchen teilweise geworden war, tat ihr schon leid.
"Aber du bist sicher noch aus einem anderen Grund hier, als nur nach meinen Befinden zu fragen? Und wie geht es dir so, wenn du nicht von überreagierenden Adeptinnen geblendet wirst?"
"Och mir geht es eigentlich ganz gut - zumindest wesentlich besser als dir, wenn man das so hört... Albträume sind etwas ziemlich unschönen, und wenn sie dann auch noch so schlimm sind... Aber leider kann ich dir nicht so wirklich helfen. Mir ging es zwar zweimal in den letzten Jahren halbwegs ähnlich, aber das hatte jeweils einen konkreten Grund: Eine Schlacht oder ein paar äußerst unschöne Kerle im Kastell..." Gath Stimme erstarb, als er sich an die zutiefst verstörenden Aufenthalte in Rekhyts Kopf erinnerte. Nein, das war wirklich nicht schön, auch wenn es im Nachhinein ein äußerst denkwürdiges Erlebnis gewesen war - und eines, aufgrund dessen sie sich eigentlich noch blinder vertrauten, als sie es damals schon gemacht hatten, immerhin wusste jeder ungefähr wie der andere dachte...
Aber das war nicht umbedingt etwas, was Gath hier im Aufenthaltsraum der Magier preisgeben wollte, immerhin waren hier etliche Leute, die das nun wirkich überhaupt nichts anging.
"Ich bin damals irgendwie damit fertig geworden... Einmal indem ich mich in Arbeit gestürtzt habe, einmal indem ich Freunde um mich hatte, die mich abgelenkt haben. Und ich glaube das wäre auch das einzige, was ich dir irgendwie raten könnte: Versuche, dich nicht zu viel auf dich selbst zurückzuziehen, davon wird sowas höchstens noch schlimmer. Und Gesellschaft wirkt noch wesentlich besser als Arbeit.", fügte er dann noch hinten dran.
"Aber nunja, ich bin eigentlich nicht umbedingt hierher gekommen, um nach dir zu suchen, auch wenn es äußerst schön ist, dich mal wieder zu sehen - ich soll dir übrigens schöne Grüße von Rekhyt aus Schwarzwasser ausrichten." Was eigentlich glatt gelogen war, aber Gath empfand es irgendwie als seine Pflicht, Selina mal Nachrichten von ihrem Bruder zu überbringen, immerhin hatte sie ihn seit Jahren nicht gesehen und er sah ihn durchaus ziemlich oft. "Ihr scheint irgendwie eine äußerst magisch begabte Familie zu sein.", fügte er grinsend an, beließ es aber bei diesen Andeutungen. Mehr hatte hier in diesem Raum auch nichts verlohren.
"Aber ich habe immernoch nicht erzählt, was ich eigentlich hier wollte.", stellte der junge Bootsbauer lachend fest, während er durch den Raum blickte, der einigermaßen Konturen bekam. "Ich bin auf der Suche nach Iain, der ja auch neuerdings eine Novizenrobe trägt. Oder Adeptenrobe? Tschudligung, aber ich kann eure Ränge nicht so wirklich auseinanderhalten.", meinte Gath schief grinsend.
"Jedenfalls bin ich zur Zeit dabei, sein Fischerboot generalzuüberhohlen, nachdem das Teil im wahrsten Sinne des Wortes am Auseinaderfallen war. Er wollte eigentlich für mich Holz beschaffen gehen, hat aber seinen Karren noch bei mir in der Werkstatt stehen und ist überhaupt nicht aufzutreiben... Naja, und da war meine Theorie, er könnte vielleicht hier irgendwo bei irgendwem eine irgendwiegeartete Notiz hinterlassen haben - oder gar hier sein. Du weißt da nicht zufällig etwas?
Aber jetzt habe ich so vieles über mich erzählt, was machst du eigentlich denn lieben langen Tag lang, wenn du nicht gerade äußerst schlecht träumst, dich von jedem Staubkörnchen erschrecken lässt oder arme, unschuldige Bootsbauer mit Lichtkugeln beschießt?", meinte Gath äußerst ironisch grinsend.
Den ganzen Tag über hatte eine tiefhängende Wolkendecke Setarrif in ihrem festen Griff gehalten. Erst jetzt, in den frühen Abendstunden, brach die Sonne von Seiten des Meeres kraftvoll durch und brachte die Dächer der weißen Türme der Perle Argaans dazu, in goldenem Brand zu gleißen. Melaine und Kilijan saßen auf dem Rand des Brunnens im Innenhof und genossen die wenigen Sonnenstrahlen. Vor wenigen Tagen noch war es unerträglich heiß gewesen, jetzt sehnte sich jeder in der Küstenstadt nach einem bisschen mehr Wärme.
"Das Erz ist eine kuriose Sache, -" sagte Kilijan gerade und streckte sich etwas, "- es ist ein natürlicher Fokus, könnte man sagen, nur dass ich keinen Weg kenne, es wieder mit Magie zu laden, wenn sie einmal entwichen ist. Dafür ist die Magie im Metall extrem stabil. Magische Energie kennt ja zwei Bestregungen: Sich in den Sphären aufzulösen und sich damit quasi gleichzuverteilen und harmonische Zustände zu erreichen. Im Erz liegt sie in einem nahezu perfekten harmonischen Zustand vor, und deshalb schützt sie die Materie auch vor Schaden: Um ihren eigenen idealen Zustand zu erhalten. Entsprechend kann es in bestimmten Temperaturrahmen verarbeitet werden, muss aber in den Brückenphasen daran gehindert werden, das Erz zu verlassen, was mit dysharmonischen Feldern von Magie passieren kann." Das war mit Abstand das meiste, was Kilijan je über die Kunst der Erzverarbeitung einem anderen Menschen anvertraut hatte. Ein cleverer Schmied könnte sich daraus fast das Wichtigste herleiten, wenn er auch an den Details noch etliche Jahre knuspern würde. Naja, auf seine Betriebsgeheimnisse konnte Kilijan an dieser Stelle keine Rücksicht nehmen - erst einmal ging es hier um die eigene Ausbildung und da konnte er nicht mit dem wichtigsten Stück Information hadern, das ihm überhaupt zur Verfügung stand und zweitens war Melaine nicht irgend eine Marktschreierin, sondern eine der respektiertesten Magierinnen des Ordens. Auf wessen Diskretion konnte man zählen, wenn nicht auf ihre...
Die Feder war fast vollständig menschenleer. Einzig ihr Besitzer und sein Gehilfe waren im Buchladen, doch auch sie waren nah daran, den Buchladen für heute zu schließen, der Abend war schon angebrochen und um diese Zeit war es ohnehin unwahrscheinlich, dass sich noch jemand hierhin verirrte.
Der Buchrestaurator war selbst für seine Verhältnisse ungewöhlnich still gewesen, als belast ihn etwas, das über eines jeden bedachten Mensches Sorgen hinaus ging, als ahne er einen Schatten in naher Zukunft. Es war seltsam, das Jahr war schon zur Hälfte verstrichen und nichts hatte sich auf dem Schachbrett des Krieges bewegt.
Der Adept schaute in den bewölkten Himmel hinaus, als wolle er etwas in den grauen Wolken lesen, die das Himmelszelt verhangen.
"Ein Sturm zieht auf."
Ein wenig verwundert schaute Haldan doch drein, als Turang so unvermittelt das Wort ergriff.
"Was meint ihr damit?"
Einen Augenblick herrschte Stille, ehe der Grünäugige begriff, warum der Adept nicht antwortete.
"Was meinst du damit?"
"Vielleicht gar nichts. Vielleicht nur das Wetter von morgen. Oder etwas anderes, ein Sturm, der sich hier entladen kann oder weit entfernt. Wir werden sehen."
Die Augen eines Schmiedes, gerichtet auf Werkstoffe eines Schmiedes, den Mund diktierend, was er zu sagen hatte und den Geist nur insoweit fordernd, dass er nicht vergaß, dass der Schmied auch Magier war. Nützlich vielleicht, aber doch nicht das, was sie nach den Tagen, in denen Kilijan sich zurückgezogen hatte, erwartet hatte, wenn auch mehr, als sie vermutlich von anderen hätte erwarten können, denen man nichts an die Hand gab, außer einer Ahnung dessen, was zu tun man sie indirekt bat.
Die Magierin des Wassers lächelte seicht, indes sie einen Nagel aus ihrer Tasche zog, ihn gegen das Licht der sich in Rot gekleideten Sonne hielt und ihn einen Moment still betrachtete, ehe sie ihn an Kilijan weiterreichte. Sie hatte nicht vor, die Worte des Schmiedes in Frage zu stellen, weil sie richtig waren, und dennoch gab es nichts, an dem sie anknüpfen wollte, solange es nur Worte waren, derer er sich bediente. Sie mussten bei etwas anderem Beginnen, ehe sie sich dem Erz widmeten.
„In allem steckt Magie. Die Welt ist von ihr durchflutet, wie der Meeresboden vom Wasser. Und in jedem Material dieser Welt steckt ein Gleichgewicht der Magie, ein Gleichgewicht zwischen Aufnahme und Abgabe. Das Potential des Erzes ist nur viel höher. Man kann es mit dem Menschen vergleichen. Der eine nennt sich Krieger und weiß nichts von der Magie zu sagen, doch auch er wird von ihr berührt, wenngleich er nie etwas mit ihr zu leisten vermag. Der andere nennt sich Magier und er kann den Blick von dem See der Magie, der in ihm schlummert, nicht abwenden. Ähnlich verhält sich einfaches Eisen im Vergleich zu magischem Erz. Und dort, wo Magie ist, weiß der Magier sie zu nutzen.“, Melaine deutete auf den Nagel in den Händen des Schmiedes. „Solange man sie erkennt. Ihr seid Schmied. Folglich kennt ihr euch wahrscheinlich mit der Struktur eines solchen Nagels aus. Wie aber sieht seine magische Struktur aus?“
Kilijan schloss die Augen und öffnete seinen Geist. Nirgendwo auf der Insel war es leichter, sich auf die Gefüge der Magie zu konzentrieren, als innerhalb der Mauern des Hauses der Magier. Das Metall in seiner Hand war vertraut wie eh und je, es öffnete sich seinem Geist wie ein offenes Buch und schien dem Schmied wie ein alter Freund. "Ich hatte von Anfang an Schwierigkeiten damit, die Beschaffenheit der magischen Welt zu beschreiben. Alleine unsere Wahrnehmung, man kann sich an Bildern anderer Sinne versuchen, aber man wird nie die Essenz der Sache treffen. Ich kann die Natur des Eisens erspüren und ich kann in sie eintauchen; sie ist mir in ihrer Ehernheit vertraut. Es hat nicht die selbe lebendige Kraft und den Willen zur steten Änderung wie Wasser, stattdessen ist es eher, als ob ich mir eine Decke umwerfen und mich an jemandem festhalte. Die Natur des Eisens und die Beschaffenheit seiner Magie scheinen sehr im Einklang - ich kann mich daran festhalten, aber sie zu biegen oder zu manipulieren scheint mir völlig unmöglich."
Scorchal
05.06.2012, 22:20
Schweigend stand der Novize in einem der Gärten des Tempelviertels, während ein leichter Wind an seiner Robe zupfte. Ruhe lag über den Beeten und Rasenflächen, den Bäumen fremder Gestade, die auf dieser Insel mit ihrem einzigartigen Wetter perfekt gediehen. Sogar vereinzelte Pflanzen aus heimatlichen Gefilden fanden sich hier, gleich neben einheimischer Fauna. Wahrlich, Setarrif war selbst hier in den Tempelgärten ein Schmelztiegel der Welt.
Nun galt es jedoch die Gedanken von Floristik weg zu bewegen, hin zur Magie, deren Rauschen weit entfernt klang. Der Dunkelhäutige schloss die Augen, konzentrierte sich mit seinem Willen auf die magischen Quellen seines Geistes. Er schöpfte aus ihnen, vorsichtig, jedoch mit nun mehr oder weniger sicher geführter Hand. Die Kraft pulsierte hinter seine Stirn, das Rauschen schwoll an. Vor seinem inneren Auge sah Scorchal die Fluten vor sich, die er langsam betrat. Reines, unruhiges Meerwasser umfloss seine Stiefel, seine Beine, durchnässte den Stoff der Robe. So real war der Gedanke, dass der Novize einen Moment wirklich das Gefühl hatte, der Saum der Novizentracht würde schwer werden von Salzwasser.
Ruhig hob er nun die Hand, die Innenfläche nach oben gerichtet, die Finger jedoch noch geschlossen, als würde er dort etwas verbergen. Gekonnt formte er die Kraft, hob seinen Willen über das laute Rauschen des Meeres. Licht, dass mir den Blick auf die Schöpfung gewährt, den Blick auf das Gleichgewicht und den Einklang Adanos’.
Kurz schien des dem Magielehrling so, als würde die Magie, die ihn nun durchflutete und auf die Handfläche konzentriert wurde, seinen Arm vibrieren lassen, dem Gefühl gleich, wenn man sich den Musikantenknochen stößt. Aber es war nur eine Illusion seines Geistes, wie es schien.
Ruhig atmete der Scorchal durch, ehe er der Magie den letzten Anstoß gab. Als er die Augen öffnete, schien der Novize in seiner Hand das Licht zu bergen, das einen warmen, blauen Ton hatte. Vorsichtig öffnete er die Finger, ließ es aufsteigen.
Der Garten wurde in einen Schein getaucht, als würde die Sonne durch einen Saphir strahlen. Ein atemberaubender Anblick. So atemberaubend, dass dem Dunkelhäutigen die Konzentration abhanden kam und die Kugel sich alsbald in Luft auflöste. Wortwörtlich.
Er seufzte kurz. „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“, baute er sich selbst auf, „Irgendwann zauberst du ein Licht, dass die liebe Sonne ersetzen kann.“, schwor er sich glucksend und rieb sich die leicht vom Schweiß bedeckten Hände an der Robe. Dem Garten galt noch ein letzter, bewundernder Blick, ehe Scorchal den Weg zurück zur Kammer antrat. Morgen galt es in aller Frühe im Refektorium zu helfen.
Langsam richtete sich Xeratos wider auf. Er war wider in Setarrif, nur wie ist er hier her gekommen? Nur das jemand ihn mitnehmen wollte wusste er. Wo ist dieser Man hin? War das ein Zeichen von einem Gott? Wie immer wusste er auf seine fragen keine Antwort. Ihm war immer noch schlecht, aber er fühlt sich endlich ausgeschlafen. Weit und breit war niemand am Hafen zu sehen. Er musste sich erst einmal überlegen wer von ihm sein Fluch nehmen kann und auch wo er heute schlafen sollte. Wahrscheinlich musste er wider auf der Straße schlafen. Um diesmal ein bessern Platz zu finden als letztes mal begann er schon mal zu suchen und lief etwas durch die Stadt.
"Das sind die Letzten", sprach Iain zu dem Wächter. "Gut. Dann kann ich ab sofort wieder auf alles schießen was aus dem Norden kommt.", spöttelte Dieser. "Wie meinen?" "Hast dus nicht gehört? Angeblich sind unsere Späher unterwegs gen Feindesland. Vielleicht gibt es bald wieder einen entscheidenen Schlag gegen die Rhabaraberköpfe." "Oh. Nein habe ich noch nicht gehört. Dem werde ich aber nachgehen. Danke" Der Fischer verabschiedete sich von dem Soldaten und folgte dem letzten Stamm gen Lagerhaus.
Vor der Halle stapelten sich etliche Stämme, bedeckt mit Planen um sie vor Regen zu schützen. Die Meute kräftiger Männer hievte gerade das eben gebrachte Holz hinauf und verzurrten es straff. "Hoffentlich kommt kein Sturm bis wir alles zersägt haben.", murmelte der Novize vor sich hin. "Das wird schon mein Sohn", erklang die stolze Stimme seines Vaters hinter ihm. "Da haben wir ganz schön was auf die Beine gestellt." Der Bärtige nickte milde lächelnd. In der Tat hatten sie gefühlt den halben Wald gerodet. Ein Stamm nach dem anderen waren zu Boden gefallen, wurde von Ästen und Blättern befreit und anschließend auf Transportlänge geschnitten. Währenddessen waren die Frauen damit beschäftigt einen riesigen Kessel Eintopf zu kochen und die arbeitenden Kerle bei Laune zu halten. Doch der Transport stellte sich als schwieriger heraus als gedachte. Sie musste das Holz mühselig zum Waldrand zerren, da der Karren auf dem Untergrund ständig stecken blieb und selbst ab dort ging es nur schleppend vorwärts. Der Karren war einfach nicht für diese Last gebaut und drohte mehr als einmal zu zerschellen, bis sie es schließlich aufgaben und die Stämme die komplette Strecke in die Stadt schleiften. So war es kaum verwunderlich, dass aus einem geplanten Tag eine ganze handvoll wurden, doch nun war es endlich vollbracht.
"Vielen Dank nochmal", verabschiedete er die fleißigen Helfer und machte sich selbst auf den Weg. Nun war es an Gath das Schiff zu vollenden, während auf ihn noch eine ganze Reihe liegengebliebener Aufgaben als Novize und Kaufmann warteten. Kilijan, Turang, Clemens - sie alle bedurften eines Besuchs. "Bei wem fange ich an?"
Das Leben - und gerade die Arbeit - war wieder beschaulich geworden. Nach der Hatz nach der Kunst des Teleports konnte sich der Adept wohl erstmal wieder ein wenig zurück lehnen, die Stunden der beständigen Suche wieder auf die Stunden eingrenzen, die er im Laden verbringen würde. Und auch da gab es nicht mehr zu tun, als ein täglich Maß an Aufträgen, Kunden und Wünschen, denen man nachgehen konnte, ohne sich auf tiefgreifende Überlegungen, Schlussfolgerungen und Gedankengänge stützen zu müssen, die in eine Richtung gingen, die vielleicht kein Mensch vor ihm jemals hatte eindeutig benennen können.
Gerade saß er wieder am Schreibtisch seines Verkaufsraumes und studierte vertieft ein Buch, das sich eigentlich mit magischen Seitenerscheinungen beschäftigte, dessen Text aber schon halb verblasst war und in dem er wohl mehr als nur ein paar Seiten neu schreiben musste. Manchmal fragte er sich wirklich, wie viele Jahre die Bücher der Bibliothek nicht überprüft worden waren, dass sie sich in einem solchen Zustand befinden mochten. Während er versuchte den Text zu entziffern, schrieb seine Rechte immer wieder Zeichen auf das Papier, das die meisten wohl als abstruses Gekritzel abgetan hätten, das ihm aber helfen würde, den Text nicht zig mal hintereinander lesen zu müssen.
Nur eine Passage erregte die Aufmerksamkeit des Buchbinders, eine Passage, die sich wieder mit dem Teleport beschäftigte.
"Dem fähigen Magier, der die Kunst des Teleport auf einem grundlegenden Niveau beherrscht, ist es möglich die Fähigkeit zu erlernen, die magischen Ströme so weit zu lenken, dass sie ihn an jeden ihm bekannten Ort zu tragen vermögen und diese Kunst sogar so weit zur Perfektion zu bringen, dass er mehrere Person auf seine Reise mitführen kann. Dies erfordert jedoch ein hohes Maß an Konzentration und Willensstärke, die nur ein erfahrener Anwender der Teleportation mit den arkanen Strömungen zu verbinden weiß."
Für einen Moment stockte der Adept im Text. Bis dato war er davon ausgegangen, dass nur der Anwender selbst sich durch Teleport an andere Orte zu versetzen mag, was jedoch dort stand, sperrte ein neues Tor für ihn auf, dass noch tiefer in die magischen Künste versetzen könnte. Er warf es gleich wieder ins Schloss - nicht jetzt...
Gelangweilt knetete Maris den aus dem Brotlaib gerissenen Teig zu kleinen Bällchen und versuchte ein ums andere Mal, die Kügelchen in hohen Bogenlampen in den weit aufgerissenen Schlund der eine gute Mannslänge entfernt sitzenden Runa zu werfen. Die Zeit, bis Anirons Tag zum Ende kam, zog sich elendig lang dahin, und während Maris dank seines kleinen Malheurs immer noch unter temporärer Immobilität litt, drängten die Zwillinge mehr und mehr auf Bewegung - insbesondere Runa war kaum zu bändigen, sodass sein kleines Beschäftigungsprogramm notwendigerweise zumindest eine vorübergehende Lösung war, um ihre Aufmerksamkeit von der steten Erkundung der Welt abzuziehen. Zwar hatte es Runa noch kein einziges Mal geschafft, eines der Teigbällchen direkt mit dem Mund aus der Luft zu fangen, doch immerhin konnte der Blondschopf seine Tochter so langanhaltend beschäftigen und ganz nebenbei noch mit sättigen, schließlich machte einer hartgesottenen Rampensau wie Runa die kleine Krokantbeilage, die sich die Teigbällchen durch die Landung auf dem Boden aneigneten, gar nichts aus!
Sinan war da schon etwas zaghafter, aber ihm genügte es auch schon, Papa und seiner Schwester beim Blödeln zuzuschauen.
"Ach wie gut, dass Mami nicht weiß, dass du in den Dreck rein beißt!", flötete Maris und schoss die Knabberei diesmal recht scharf direkt an den Kopf von Runa, die verdutzt auf ihren Hintern plumpste, während Sinan sich vor Lachen über den Boden kullerte.
"Papa! Nicht machen!", empörte sich die kleine Prinzessin und blähte ihre Backen auf. Sinan versuchte, die Worte seiner Schwester etwas unbeholfener nachzuplappern.
"Na gut, tut mir Leid, Schätzchen.", entschuldigte sich der Nomade grinsend. "Wollen wir ein Wettrennen machen? Wer zuerst bei der Tür ist, gewinnt!"
Beide waren von der Idee hellauf begeistert.
"Jaaaaaaaa!"
Also schnappte sich Maris schnell seine hölzerne Gehhilfe und hievte sich hoch auf das gesunde Bein. Er wusste schon jetzt, wer von ihnen Dreien das Rennen gewinnen würde: er selbst war mit Sicherheit der langsamste Geher von ihnen, denn sein kaputtes Bein war über eine Schiene ruhig gestellt worden und Maris stellte sich stets reichlich unbeholfen an, wenn es darum ging, mit der Krücke zu laufen, zumal die Kinder ziemlich schnell durch die Gegend stolpern konnten, wenn sie wollten. Vor allem Runa, die Sinan wie so oft in den meisten Dingen ein klein wenig voraus war, würde ihn gnadenlos abhängen und das Esszimmer durchquert haben, noch bevor Maris seinen ersten Krückenschritt getan hätte. Sinan war da nicht ganz so flink. Er war nicht der draufgängerische Typ wie seine "große" Schwester (nun gut, immerhin war sie ein paar Minuten älter!), sondern setzte behutsam einen Fuß vor den anderen. Ein guter Techniker sozusagen: was Zeit brauchte, das brauchte bei ihm eben Zeit!
Mit der Hand beschrieb der Blondschopf eine Linie auf dem Boden, an die sich die Kinder... nun, sie hielten sich in guter Näherung an die Startvorgabe.
"Von hier geht's los!"
Freudig grinsten sich die Geschwister an, und Maris war stolz auf die beiden, dass sie tatsächlich das Startzeichen abwarteten. Und dann... tat er etwas zutiefst Unvorbildhaftes und schummelte, indem er einfach schon den ersten Schritt machte.
"Und los!"
Sarpedon
07.06.2012, 20:00
Es war eindeutig spürbar, dass Adson nicht da war. Sarpedon hatte alle Hände voll zu tun. Ein Bier da, zwei Schüsseln Eintopf dort.
Moment Eintopf? Verflucht!
Sarpedon rannte in die Küche. Das Geköch drohte bereits über den Rand des Kessels zu brodeln. Er riss ihn vom Feuer und stellte ihn auf den Boden. Das Ding war schwer.
Nur nicht umrühren.
Dachte der sonst souveränere Wirt und kostete. Von angebrannt war noch nichts zu schmecken. Einmal mehr Glück gehabt.
Er schöpfte zwei Schüsseln Eintopf und brachte sie den Gästen. Dann liess er seinen Blick durch den Raum schweifen. Gerade schienen alle zufrieden. Er wischte sich mit der Hand über die Stirn und atmete einmal erleichtert auf.
Xeratos musste schon wider auf der Straße schlafen aber er hatte schließlich nicht so viel Gold also musste er auch Sparen. Wenigstens so lange bis er etwas gefunden hat womit er Gold verdienen kann. Aber wen es darum geht mit Fremden zu reden war er nicht der beste.
Er hatte immer noch großen Hunger und Durst und irgendwann musste er wider mal richtig Essen deshalb beschloss er zur Taverne zu gehen. Genug Gold müsste er haben falls nicht würde er einfach wegrennen, aber dann würde er ihn der Stadt Gesucht werden und das wollte er vermeiden. Wen er nicht genug Gold für ein normales Essen hätte könnte er immer noch nach dem Essen von Gestern fragen. Er wollte aber nicht schon wider wie früher vergammeltes essen.
Er hatte aber vergessen wo die Taverne war deshalb nahm er sich vor ein anderes mal zur Taverne zu gehen. Diese Nacht muss er wider halb verhungert verbringen.
"Was ist das nur für ein Ort.", murmelte Iain und ließ seinen Blick über den Königplatz schweifen. Seit dem er seinen magischen Sinn entdeckt hatte, ließ er kaum eine Gelegenheit verstreichen diesen zu erwecken und in die Welt anderen Augen zu sehen, im konkreten wie übertragenen Sinne. Mittlerweile konnte er den Zustand auch deutlich länger aufrecht erhalten. Blieben ihm zu Beginn wenige Herzschläge die magischen Wogen zu erspähen so konnte er nun bereits einige Atemzüge lang das unbekannte Terrain studieren. Dabei waren ihm vor allem eines aufgefallen - die Magie war überall. Zwar mal mehr mal weniger Konzentriert, mal langsamer mal schneller im Wandel, doch nirgends gänzlich abwesend. Gerade als er seine These als Fakt anerkennen wollte stolperte er buchstäblich über den Königsplatz fiel der Länge nach über einen alten Mann, der mitten da hockte und Unkraut zwischen den Steinplatten herauspopelte. "Pass doch auf.", hatte er der Gärtner geschrien, doch der Fischer stand mit geöffnetem Munde da. In jener Schrecksekunde, des Aufpralls hatte er unbewusst seine Fähigkeit gerufen und das magische Auge geöffnet und sah sich vor einem beeindruckenden Schauspiel. Die Magie, die sonst keinem erkennbaren Muster folgte war hier ungewöhnlich stark konzentriert und bewegte sich ungewöhnlich schnell. Eine Entschuldigung murmelnd rannte er davon um sich einen höheren Aussichtspunkt zu suchen. Schnell war eine Leiter an einer nahen Hauswand gefunden die er heraufkraxelte und beinahe runtergefallen wäre - erneut gelähmt von dem sich offenbarenden Bild. Ein riesiger Strudel magischer Energie zirkulierte um einen unsichtbaren Punkt inmitten des Platzes.
Was ist das nur für ein Ort.
Es gab eine Frage, die den Adepten nicht losgelassen hatte, seit er über jenen kurzen Absatz über die weiter reichenden Anwendungen des Teleports: Wie?
Er hatte seine Übungen mit dem grundlegenden Teleport abgeschlossen und ihn in seinen Alltag als ein nützliches magisches Instrument mit einfließen lassen, doch er hatte nicht vermutet, dass ihn dieses Thema doch weiterhin so stark verfolgen würde: Wie konnte er weitere Personen mit sich führen? Wie stark musste sein magisches Gespür zunehmen, dass er jeden Ort, den er kannte, aufsuchen konnte? Und wie lange würde es wohl dauern, auch diese Kunst zu beherrschen?
Turang hatte sich noch nicht dahin vorgewagt, auch dies in weitere Versuche mit dem Teleport einfließen zu lassen, doch der Gedanke hatte ihn nicht mehr losgelassen, dass er sich dem baldmöglichst widmen würde, auch wenn dies wiederum harte Arbeit bedeuten musste. Doch es würde ihn auf dem Weg der magischen Erkenntnis vermutlich ein ganzes Stück nach vorn bringen, wenn er dieses weitergehende Wissen in seine Magielehre mit einflechten konnte.
Vielleicht sollte er damit beginnen zu versuchen, seine normalen Sinne weiter mit seinen magischen zu verknüpfen, um so vielleicht einen Sachverhalt aufzudecken, der ihn weiterbringen mochte. Damit war der friedliche Alltag wohl erst einmal verschoben.
Und schon wider beginnt ein neuer Tag wie jeder andere. Ein neuer Tag an dem er wider nichts zu tun hat. Er ist den ganzen Morgen und Mittag in Setarrif gelaufen um sich besser in der Stadt auszukennen. Er wusste wo die Taverne war aber heute hatte er nicht mehr viel Hunger den er hatte sich etwas Essen geklaut.
Er musste besser im Kampf werden deshalb wollte er gleich an einem Menschenleeren Ort Trainieren. Gut war er im Kampf mit seinem Dolch nicht. Glück hatte er immer bei seinen Kämpfen aber bei einer richtige Herausforderung würde er wahrscheinlich verlieren. Für die Magie war Xeratos immer schon interessiert. Aber kennen tut er auf diesem Gebiet niemand. Früher wollte er sich schon immer ein Buch über Magie kaufen, aber er hatte nie genug Gold. Vielleicht bekommt er irgendwann die Chance mehr über Magie zu lernen.
Gath hatte ihr den Rat gerade erst gegeben und schon merkte sie das er Recht hatte! Es waren einige Kleinigkeiten die sie gleich in eine bessere Stimmung versetzte. Zum einfach Gaths einfache Anwesenheit und die Tatsache ihn wiederzusehen und dann kam noch dazu jemanden zum reden zu haben, der sogar zu wissen schien was sie durchgemacht hatte und zu guter Letzt die Botschaft ihres Bruders. Es war schon fast untypisch für ihn Wörter daran zu verwenden Gath zu sagen, dass er sie grüßen sollte, aber vielleicht hatte er sich ja auch geändert, wer wusste das schon? Gath auf jeden Fall eher als sie, denn was er noch sagte vermochte sie gar nicht zu verstehen. Magisch begabte Familie? Dass sie das war, war ja nichts neues, aber was brachte ihn dazu von ihrer ganzen Familie zu reden? Noch dazu im Zusammenhang mit Rekhyt? Wenn es eines gab, dass Rekhyt nicht mochte dann waren es Magier. Oder Gesetzeshüter. Und vermutlich auch Leute die zu viel redeten. Oder Leute die überhaupt redeten? Wie auch immer, das Spektrum an Dingen die Rekhyt nicht mochte war groß, doch Magie gehörte ganz bestimmt dazu!
Doch noch bevor sie sich dazu äußern konnte, war Gath schon weiter im Text und antwortete auf ihre Fragen, auch wenn er jetzt Verwirrung aufgeworfen hatte, die Selina viel lieber erklärt bekommen hätte, aber gut, eines nach dem anderen.
"Ich kenne Iain zwar, aber wo er jetzt gerade ist kann ich dir leider auch nicht sagen, tut mir Leid. Es freut mich aber, dass du sein Boot reparierst, seine ganze Familie scheint ja seit jeher sich der Fischerei verschrieben zu haben.
Das letzte was ich gemacht hab, als ich noch einen klaren Kopf hatte war der Versuch mich zu teleportieren. Es hat ein bisschen gedauert, was wohl auch damit zu tun hatte, dass ich einen der wichtigsten Punkte dabei eine Weile nicht kannte, aber schließlich hat es mehr oder weniger gut doch geklappt!
Und falls du meintest, dass meine magische Begabung so vielseitig ist, dass es für meine ganze Familie reicht, beglückwünsche ich dich zu deinen hellseherischen Fähigkeiten, aber ansonsten habe ich nicht den blassesten Schimmer was du damit sagen wolltest!"
Schlimme Alpräume hatte Xeratos letzte Nacht. Er Träumte von dieser seltsame Stimme, es fühlte sich an wie echt. Noch immer ging es Xeratos nicht gut, auch wen es ihm besser geht seit dem er wider in Setarrif war, trotzdem war der Schatten ihn ihm nicht weg.
Um ihm war es ganz still, niemand war ihn der nähe. Xeratos mochte die ruhe, auch wen er manchmal wünschte 1-2 Freunde zu haben. Gerade jetzt Momentan bei seinem Problem. Etwas Abwechslung als die ganze Zeit ihn der Stadt herumzulungern wäre auch nicht schlecht.
Es wurde sehr Dunkel. Die ruhe wurde von einer plötzlich auftretendes Summen gestört. Auf einmal hatte Xeratos wider Kopfschmerzen. Er fühlte sich nicht wohl. Eine Stimme sprach “Ich sagte doch, du kannst dich nicht vor mir verstecken. Ich werde dich immer finden.“ Xeratos wollte so schnell wie möglich wegrennen, aber etwas ihm ihn hinderte ihn daran, er konnte sich nicht bewegen. “Wegrennen? Nein, diesmal wirst du mir nicht mehr entwischen.“ sagte die Stimme. Eine Gestalt aus Schatten bildete sich vor Xeratos und sprach “Du wirst deine Schuld jetzt bezahlen.“ Xeratos wusste was damit gemeint war. Die Schattengestalt hob seine Hand und streckte schon nach ihm, aber bevor die Gestalt Xeratos erreichte erstrahlte ein helles blaues Licht von seiner Seite. Ist ihm Adanos zur Hilfe gekommen? Mehr wusste er nicht mehr den er ist ihn Ohnmacht gefallen.
Auf Selinas letzten Satz fing der junge Bootsbauer an, äußerst breit zu grinsen, lies sie aber erstmal unkommentiert stehen.
"Schade, dass du Iain nicht gesehen hast... Aber naja, der wird schon irgendwann wieder auftauchen, schließlich arbeite ich ja in erster Linie mal für ihn. Und ja, der ist wirklich Fischer durch und durch. So Leute gibt es nicht so viele hier in der Stadt. Hier wohnen ja eher die Reichen Händler, die jetzt feststellen, dass der König sie vom Hafen in Thorniara abschneidet, sodass sie jetzt ihr Geld einsetzen müssen, damit die Waren die Tore passieren..."
Tja, die Politik war etwas, was Gath im allgemeinen nur periphär tangierte, aber dadurch, dass er auch etwas verkaufen wollte, bekam er durchaus etwas von der Situation mit. Auch wenn er ja so ziemlich überall einigermaßen gern gesehen war und von daher höchstens Profit aus der Situation schlagen konnte.
"Und du kannst dich mittlerweile Teleportieren? Dann sage ich doch mal herzlichen Glückwunsch, junge Dame, Euch wird das sicherlich so manche nicht gerade unbeschwerliche Reise erheblich erleichtern. Denn ich kann dir sagen, dass macht nicht umbedingt Spaß, zum Beispiel von hier nach Schwarzwasser zu latschen... Der Weg ist weit, die Straße ist schlecht, man überlegt sich dauernd, ob nicht vielleicht irgendwelche Idioten irgendwo aus den zahlreich vorhanden Büschen kommen... Es gibt Viecher...
Äußerst unschön."
Selina schien das durchaus nachvollziehen zu können.
"Aber war dein Teleport denn so schlimm, dass du davon jetzt Alpträume hast?", fragte er ein bischen ungläubig hinterher.
Nachdem die Novizin vor ihm aber immernoch auf eine Antwort wartete, beschloss er, sie doch noch zu geben: "Und als kleiner Tipp: Du bist nicht die einzig magisch versierte Persönlichkeit deiner Familie.", erzählte er augenzwinkernd.
Was sollte das denn nun heißen? Hatte Gath etwa ihre Mutter getroffen? Oder ihren unausstehlichen Vater? Oder sonst einen entfernteren Verwandten von dem sie nichts wusste, aber der von ihr wusste und Gath gesagt hätte sie wären verwandt. Ja, vielleicht hatte jemand vorgegeben mit ihr Verwandt zu sein, weil er sie so sehr bewunderte oder näher an sie rankommen wollte! Es gab ja die merkwürdigsten Leute.
"Sag mal wovon redest du eigentlich? Du kennst Rekhyt doch! Er hasst Magier! Oder ist er mittlerweile zu einer immer fröhlichen Plaudertasche geworden, die mit Magie hantiert und Diebe verachtet? Ich fände es wirklich tragisch, wenn ich ihn solange nicht gesehen hätte, dass ich SO EINE Veränderung nicht mitbekommen hätte!
Oder hat sonst jemand behauptet mit mir verwandt zu sein? Ich kenne da einen Novizen der ziemlich in mich verschossen sein dürfte. Wer weiß, was der sich so alles einfallen lässt."
Aber Gaths Vorschlag den mehr oder weniger geglückten Teleport als Ursache ihrer Träume zu betrachten fand sie gar nicht so blöd. Immerhin hatte sich ihr ganzer Körper, mit all ihren bewussten und unbewussten Gedanken aufgelöst und neu zusammengesetzt oder wie auch immer man den Vorgang physikalisch beschreiben sollte. Vielleicht war dabei irgendetwas durcheinander geraten.
"Was den Teleport angeht, weiß ich es nicht... Vielleicht ist es möglich, ich habe ja keine sonderlich große Erfahrung. Ich habe zwar mit zwei Leuten geredet, die es bereit getan haben und keiner von ihnen hätte solche Nebenwirkungen erwähnt, aber das ganze ist so durch und durch magisch, dass es eigentlich so gut wie unmöglich realistisch zu erklären ist und ich damit keine Eventualitäten ausschließen würde.
Der Nachteil an dem ganzen Praktischen daran ist aber auf jeden Fall, dass man nur zu Orten kann, an denen man schon einmal war, was bei mir auf Argaan eigentlich nur Setarrif ist. Das möchte ich aber in Zukunft noch ändern! Außerdem scheint man -zumindest am Anfang- besondere magische Orte zu brauchen, zu denen man teleportieren kann. Hier wäre das der Königsplatz und andere kenne ich leider noch nicht."
"In Schwarzwasser brächte dich das garantiert zum großen Baum dort.", stellte Gath sofort fest. "In Thorniara wahrscheinlich an oder in den Tempel - auch wenn dann wahrscheinlich die Miliz kommt, um dich direkt ins Gefängniss zu eskortieren.", hängte er noch lachend hintendran.
"Und wo es dich ansonsten noch auf dieser Insel hinverschlagen könnte, kann ich nicht sagen...
Und auch über das Teleportieren an sich kann ich dir fast nichts sagen, schließlich bin ich magisch absolut unbegabt - wohl auch, weil Innos nicht von seinen Ergebenen nicht gerade erwartet, dass die die Kaserne seiner Feinde mitbauen... Aber mich hat Lucia mal mitgenommen - nach Schwarzwasser - und ich weiß nicht... So wirklich angenehm war das nicht, auch wenn sie es - nach dem, was du mir jetzt beschrieben hast - wohl ziemlich gut konnte, denn wir kamen irgendwo an der Taverne in diesem Örtchen raus. Und das war jetzt wahrscheinlich nicht umbedingt der magischste Ort im Sumpf.
Also musst du wohl doch mal reisen, damit du nachher magisch durch die Welt wandeln kannst. Wobei es für dich wohl vor allem schwer werden würde, in die Stadt des König hineinzukommen, schließlich ist die Miliz für gewöhnlich äußerst genau. Ich hatte schon riesige Probleme, reinzukommen, obwohl ich eine Reichsbürgerurkunde habe..."
Nungut, eigentlicht hatten sie auch allen Grund, den ein junger Kerl aus richtung Setarrif, mit nichts weiter als etwas Reisegepäck war durchaus verdächtig. Und im Endeffekt war er ja auch ein Schmuggler gewesen, der für den hiesigen Schmied eine Runde Schriftrollen besorgt hatte.
"Aber um nochmal auf das zurück zu kommen, was dich vermutlich wesentlich mehr begeistert: Rekhyt ist schon noch weitestgehend der Alte - auch wenn er etwas redseeliger geworden ist. Oder zumindest: Er sagt wesentlich mehr, als er redet, aber dazu muss man sich wirklich gut auf ihn einlassen. Und ich kann jetzt nicht wirklich was über euer Verhältniss sagen, außer, dass es wahrscheinlich nicht so unbedingt das Beste ist, sonst hätte ich es wesentlich früher erfahren.
Aber dass Rekhyt Magier hast, kann ich jetzt nicht so direkt bestätigen. Als ich ihn zum ersten Mal getroffen habe - das war noch in Vengard - war er mit einer gewissen Lucia zusammen...", meinte Gath in übertrieben unschuldigen Tonfall.
"Aber nunja, das ist ja mittlerweile dankenswerterweise Geschichte, zu der ich auch nicht mehr sagen werde. Aber jetzt jedenfalls lungert Rekhyt in Schwarzwasser herum und wird so nebenbei Druide."
Mit einem grinsen im Gesicht beobachtete der junge Bootsbauer, wie Selina die Kinnlade herunterklappte.
Als Gath Lucias Namen das erste Mal ausgesprochen hatte, wollte Selina einen Witz machen wie klein die Welt nicht wäre, weil sie ebenfalls schon von ihr teleportiert wurde. Als er dann aber von einer Beziehung von Rekhyt zu ihr gesprochen hatte, blieb ihr die Sprache weg. Was war heute nur los? Welche alte und neue Seiten taten sich da von Rekhyt auf? Und welche kannte sie, wenn es weder die Alten noch die Neuen waren?
"Lucia... ähm... also ich kenne sie. Sie hat mich auch einmal teleportiert. Aber Rekhyt und sie? Was ich heute alles erfahre..."
Und dann ging es noch weiter. Druide!?
"Druide? Was redest du? Hast du zu viele Bücher gelesen oder Geschichten gehört? Ist dir etwas schweres auf den Kopf gefallen, oder ist das hier alles nur ein Traum von mir? Aus deinem Mund kommt heute entweder Verwirrendes oder Unerwartetes!
Auch bezüglich des Teleports! Ich habe mit einer Magierin gesprochen und gefühlte Ewigkeiten versucht ein Ergebnis zu erzielen bevor mir überhaupt -von einem anderen Magier- gesagt wurde, dass es nur an bestimmten Orten geht und jetzt kommst du daher und nennst mir einfach mal zwei weitere Orte auf der Insel auf die ich auch nie alleine gekommen wäre. Ich meine, es freut mich und nichts gegen dich, aber... ich hätte einfach nicht gedacht, dass ein nicht-Magier so viel weiterhelfen könnte. Scheinbar dreht sich das ganze Nicht-Magier/Magier Zeug total um. Du weißt wohin man teleportieren kann und Rekhyt wird... Druide, was auch immer das heißen soll, gerade dass ich nicht meine Kräfte verliere und deine Boote plötzlich fliegen können!"
"Also daran, dass meine Boote fliegen können, arbeite ich seit Jahren. Aber klappt einfach nicht...", meinte Gath mit gespielter Traurigkeit und schüttelte dabei den Kopf.
"Zumindest solange nicht, wie Iain das Ding nicht zum fliegen bringt.", fügte er dann noch lachend an, als er sich daran erinnerte, wie das Boot sich in seine Werkstatt begeben hatte, woraufhin Selinas Gesichtsausdruck noch verwirrter wurde, als er vorhin schon gewesen war.
"Aber komm, es war jetzt nicht besonders schwer, besonders magische Orte in diesen Städten zu finden - zumindest nicht, wenn man dort schonmal war. Und ich darf von mir behaupten, dass ich mittlerweile wirklich überall auf dieser Insel schonmal war. Ich bin von hier nach Schwarzwasser und Thorniara gereist, bin von Schwarzwasser nach Stewark gereist - wo ich übrigens keine Ahnung habe, wo man sich da wohl hinteleportieren könnte - und bin von Thorniara nach Stewark gereist. Außerdem war ich mit der Meteroitenexpedition im Gebirge... War ich eigentlich an allen wesentlichen Punkten. Wer dann noch die Augen aufmacht, der kann sich glaube ich halbwegs denken, wo man sich da wohl hinteleportieren könnte, oder? Auch wenn ich ja zugeben muss, dass ich hier eher gedacht hätte, dass man ebenfalls im Tempel herauskommt.
Und was ich dir über Rekhyt erzähle, stimmt durchaus - auch wenn ich nicht weiß, in wie weit Lucia damals schon Magierin war. Ich gehe eigentlich mal stark von nein aus, denn wir sind danach nach Bakaresh gereist, und da sie Schwarzmagierin ist und das Kastell in Bakaresh steht, stand, stehen sollte...
Aber gut, ich weiß es nicht. Auf jeden Fall war das glaube ich von nicht so arg langer Dauer, da Lucia es irgendwie mit mir nicht ausgehalten hat - womit sie dann ein paar Monate später keine Probleme mehr hatte..."
Jetzt schweifte der junge Bootsbauer aber wirklich in Erinnerungen an mehr oder schöne Monate in Bakaresh und auf dem Weg dahin. Auch wenn die wochenlange Bootstour in seiner Nussschale (die dummerweise immernoch in Bakaresh lag...) mit einem zuvor äußerst schweigsamen Typen, den er gar nicht gekannt hatte, wohl ein auf ihre Art auf ewig denwürdiges Ereignis bleiben würde. Manchmal hatte er Gath den Eindruck, er verstand Rekhyt fast besser als seine Schwester, die er hier vollkommen verwirrte.
"Aber das dass du die Dame kennst, kann ich mir äußerst gut vorstellen. Ihr passt eigentlich gut zusammen, auch wenn du bei weitem nicht so hinterhältig und unberechenbar bist - was ich an dir auch wesentlich schätze, im Gegensatz zu diesem hinterhältigen Miststück..."
Ja, Gath hatte ihr zwar so halbwegs verziehen, aber ihre vollkommen kranke Logik konnte und wollte der junge Bootsbauer einfach nicht nachvollziehen. Keine noch so abstrakte Heimat gab einem das Recht, sich gegen siene Freunde zu wenden!
"Aber egal, ich wollte dir was über unseren angehenden Druiden erzählen. Nun, ich habe ihn zwar noch nicht in Aktion erlebt und ich glaube auch nicht, dass das so arg viele Leute wissen, aber hat diesen Weg eingeschlagen. Keine Ahnung, wie gut und regelmäßig er ihn ausführt - und naja, du darfst dir sowas auch nicht in der Art eines Magierordens vorstellen. Druiden sind ein seltsames Völkchen, man sieht sie selbst in Schwarzwasser kaum. Aber irgendwie scheint dein Bruder Anschluss an die gefunden zu haben, innerhalb der paar Monate, in denen ich hier in Setarrif war und er sammt restlicher Diebesbande aus der Stadt gejagt wurde.
Ich hätte ihn übrigens fast davon überzeugen können, mit hierher zu kommen, aber schlussendlich wollte er dann doch nicht zurück in eine Stadt..."
Tinquilius
10.06.2012, 15:17
Grüner Rauch stieg aus einem Kessel, dessen ebenso grüne Flüssigkeit Blasen zu werfen begann. Aus einem anderen Kessel rauchte es bereits stärker, vermischte sich mit dem grünlichen Rauch zu einem tiefen blau. Das Gemisch in diesen blubberte bereits seit einiger Zeit stark, langsam stieg es nun schaumbildend hoch. Zwischen diesen beiden stand eine kleine Uhr, ein Aufziehwerk, welches bereits aus den Zeiten des Bund des Wassers in Jharkendar stammte. Mittag war es, dies konnte zumindest der Wissende ablesen. Und von diesen gab es nicht allzu viele, selbst hier in Setarrif nicht.
Der Oberste Magier stand vor den beiden Kesseln und beobachtete die Uhr. Alchimie war eine präzise Kunst. Manchmal ging es nur um die Zeit, manchmal aber auch darum, wie häufig er umzurühren hatte (aber natürlich nicht, in welche Richtung er umrührte – was sollte dies auch für einen Effekt haben?). Doch viel wichtiger waren die Ingredienzien. Oft waren es einfache Kräuter, die er hier im Dschungel um die Stadt einfach finden könnte. Manches jedoch war exotischer: Geriebene Fledermausknochen, getrocknetes und zerriebenes Gehirn einer Wüstenratte oder auch Stücke eines Trollhauers. Zwar benötigte er dies heute nicht, dafür aber gab es etwas anderes, was diesen Trank auszeichnete: Magie. Seine Magie, um genau zu sein, auch wenn jede andere Magie mindestens ebenso gut geeignet war. Seine war schlichtweg griffbereit.
Er wartete noch eine Sekunde, dann hielt er über beide Kessel eine Hand und schloss seine Augen. Es war bereits ein Knistern in der Luft, ein bisschen Magie. In seinem Innern reagierte seine eigene Kraft auf diese. Erst war es nur ein Kribbeln in den Handflächen, dann kühlte sich seine Hand schlagartig ab und seine Haut fühlte sich wie ein Eisblock an. Hätte er nun die Augen geöffnet, könnte er den blauen Schimmer sehen, der von seinen Händen abgegeben wurde. Zugleich zählte er innerlich weiter. Das mochte für den Magielaien oder auch Anfänger als unmöglich erscheinen – für ihn als Meister der Magiekünste hingegen war es nichts besonderes, zumindest nicht bei diesem geringen Magieeinsatz. 3 – 2 – 1. Seine Magie schoss in beide Kessel. Das Blubbern in beiden versiegte sogleich, stattdessen stiegen Nebelschwaden auf. Seine kühle Eismagie stellte einen krassen Widerspruch zu den heißen Flüssigkeiten dar, was sich sogleich in diesen Nebel äußerte – zumindest dem ersten Eindruck nach. Tinquilius, dessen Augen nun wieder geöffnet waren, jedoch sah die feinen Unterschiede: Kleine Funken, Wirbel und das altbekannte Knistern, was dabei zu hören war. Er zählte genau fünf Sekunden ab, dann ließ er seine Magie schlagartig verebben und legte beide Hände an seinen Körper. Es durfte kein Fünkchen Magie mehr in den Kessel gelangen, auch nicht die Restmagie, die noch in seinem Körper wild hin und her floss. Wenige Sekunden später war auch die Magie in seinem Körper wieder in einen Ruhezustand verfallen, während der Priester begann, die Gemische genau zu beobachten. Die grüne und blaue Flüssigkeit hatten ihre Farbe beibehalten, doch tief aus ihrem Innern schienen sie zu leuchten. Es war kein klares, eindeutig definierbares Leuchten, es war vielmehr ein Schimmern. Dumpf konnte man es vielleicht definieren, unscheinbar. Und doch war es da.
Gut, das wäre geschafft. Nun fehlt nur noch das Vermengen.
Er nahm zwei Phiolen hervor und tauchte jede in einen der beiden Kessel, dann schritt er zu einem etwas größeren Gefäß und ließ beide Flüssigkeiten möglichst gleichmäßig hineinfließen. Die beiden Gemische vermischten sich zunächst nicht, bildeten unterschiedliche Schichten, die durch ihre Farbe klar zu erkennen waren. Als beide Phiolen leer und das Gefäß voll war, nahm er es hoch und schwenkte es vorsichtig in seiner Hand. Die beiden Flüssigkeiten blieben weiterhin getrennt bis er kräftiger schwenkte – und mit einem Mal färbten sie sich, nicht wie man meinen mochte, Türkis. Nein, die Flüssigkeit nahm ein tiefes rot an und ihr Schimmern wurde intensiver.
Das sieht schon einmal gut aus, hoffentlich wirkt es nun auch.
Er füllte etwas der Flüssigkeit in eine saubere Phiole und verließ daraufhin sein Labor. Eiligen Schrittes machte er sich auf zum Innenhof und von dort zur Klippe. Er hatte hier einen kleinen Baum eingepflanzt, etwa 1 Meter hoch. Tagtäglich hatte er sich um ihn gekümmert und er schien sehr gesund. Doch er war nicht hier der Zierde willen, sondern Versuchsobjekt für sein Experiment.
„Du scheinst wieder sehr vertieft zu sein in dein Experiment?“, sprach ein alter Freund hinter ihm.
„Ja“, antwortete Tinquilius, „ich glaube ich habe eine Ahnung, wieso wir nie etwas von diesem Baum erfahren haben, Myxir.“
„Baum?“ Er hielt einen Moment still, dann hörte der Priester ihn wissend räuspern. „Sprichst du vom Baum der Zeit? Von Jharkendar? Es gab nie…“
„Ich weiß, wir haben nie Beweise gefunden, aber vor einigen Wochen hatte ich einen Idee. Ich wusste nicht, wie ich sie angehen sollte, doch ich glaube nun, dass ich eine Antwort auf des Rätsels Lösung.“
„Deshalb die Geheimnistuerei, deshalb die vielen Stunden in deinem Labor. Tinquilius, du…“
„Lass es mich probieren. Sollte es nicht funktionieren, gebe ich dir Recht. Aber ich habe so ein Gefühl, dass ich es dieses Mal beweisen kann.“ Tinquilius drehte sich um und schaute seinen alten Freund hoffnungsvoll an. Dieser wartete einen Moment, dann nickte er betrübt. Er glaubt, wie die anderen, dass es nichts bringt. Er glaubt, ich sei verrückt. Doch dieses Mal werde ich Recht behalten.
Der Oberste Magier wandte sich wieder dem Bäumchen zu und öffnete die Phiole. Er hielt sie möglichst nah an die Wurzeln heran und verteilte langsam die Flüssigkeit gleichmäßig. Dann stand er auf und trat zurück neben seinen ehemaligen Lehrmeister der Magie. Sie warteten eine Minute, dann eine zweite. Selbst nach fünf Minuten standen sie noch vor dem Bäumchen, doch es tat sich nichts.
„Es muss etwas schief gelaufen sein. Ich…“
„Ich glaube nicht, dass wir jemals eine Lösung finden werden, Tinquilius, und ich bin mir sicher, dass du das auch weißt. Ich kann diene Neugierde und deine Leidenschaft verstehen, doch es gibt Wichtigeres.“
„Was ist denn derzeit wichtiger? Der stockende Krieg? Oder vielleicht der Frieden der Welt? Ich glaube kaum, dass wir dagegen etwas tun können“, meinte Tinquilius wenig erfreut.
„Da irrst du dich.“ Er hielt kurz inne und bat Tinquilius, ihm zu folgen. Sie begaben sich weiter weg vom Haus der Magier hin zu den Klippen, an dessen Grund die Wellen unaufhörlich und lautkrachend aufschlugen. „Söldner Ethorns befinden sich derzeit bei der Burg am Silbersee.“
„Ein Angriff?“
„Nein, bislang wenigstens nicht. Soweit wir wissen, und diese Information stammt von Silvie, ist es nur ein Spähtrupp.“
Silvie war zurück? Er hatte sie das letzte Mal vor Monaten gesehen, damals war sie aufgebrochen in den südlichen Dschungel. Ob sie wohl ihren Auftrag hatte erfüllen können? „Dann steht möglicherweise ein Angriff kurz bevor“, kam es nachdenklich von Tinquilius, „und uns hat niemand eingeweiht.“
„Du weißt, wie unser Verhältnis zu den Hofmagiern ist – und sie sind die Elitemagier des Königs, Kampfmagie durch und durch. Wenn jemand eingeweiht wird, dann sie. Wofür sollte man uns dann noch brauchen?“
„Wir sind auch Diener Adanos‘ und Diener des Königs. Wenn es zu einem Angriff kommt, so sind auch wir fähig, zu kämpfen oder anderweitig zu dienen.“
Myxir lachte, sein Gesicht nahm eine gezwungene Miene an. „Ich weiß dies, doch der König weiß dies nicht. Wie auch?“
Er hielt für einen Moment inne. Sie waren bereits über ein Jahr hier, hatten getan, was sie konnten und der Stadt nur geholfen. Doch die Anerkennung blieb aus. „Wer weiß noch davon?“
„Nur wir beide.“
„Gut, ich möchte, dass es geheim bleibt. Nur der Rat darf davon erfahren. Lass gleichzeitig Proviant bereitstellen, Nahrung, Tränke, Verbandsmaterialien. Alles was wir brauchen könnten. Sollten die Soldaten Ethorns zum Kampf aufbrechen, werden wir mit ihnen gehen. Auf freiwilliger Basis natürlich.“
„Und der Proviant, wofür soll er sein? Eine Expedition?“
„Genau. Wir sollten auch bereits nach Freiwilligen Ausschau halten – ich werde selber mitkommen und unsere Delegation anführen.“
„Lass lieber jemand anderen mitgehen.“
„Ich kann aber nicht einfach tatenlos hier zurückbleiben. Ich versauere hier bereits viel zu lange.“
Myxir nickte nur daraufhin. Kurz darauf kamen erschrockene Rufe eines jungen Novizen.- Tinquilius und Myxir drehten sich um und sahen sofort, was diese Rufe ausgelöst hatte: Tinquilius‘ Experiment. Schnell lief der Oberste zum Bäumchen – und blieb fünf Schritte davor verwundert stehen: Die grünen, voll ausgebildeten Blätter, waren kleinen Knospen gewichen. Der Baum an sich wirkte ein Stückchen kleiner und sah aus, als wäre er noch nicht aus seinem Winterschlaf erwacht.
„Erstaunlich“, brachte Myxir hervor, „wirklich erstaunlich.“
„Und es beweist meine Theorie: Wir konnten keine Samen des Baums der Zeit finden oder ähnliche Baumarten, weil es diesen Baum nicht mehr gibt.“
„Natürlich“, antwortete Myxir wenig überzeugt, „schließlich ist er ausgestorben, wenn es ihn je gab.“
Tinquilius stand wieder auf und drehte sich zu Myxir. „Aber nicht, weil er keine Samen mehr schaffen konnte oder nicht genug Wasser bekam. Als ich damals die Höhle untersuchte, fiel mir auf, dass immer noch ein Funken Magie zu spüren war. Seitdem habe ich mich gefragt, wieso und eine Probe der Erde mitgenommen. Der Trank und die Erde hier sollten nun der aus Jharkendar entsprechen – und was siehst du?“
„Der Baum scheint im Winterschlaf zu sein.“
„Ja, aber wieso? Ganz einfach: Der Baum der Zeit hieß so, weil er sich seit Jahren, vielleicht Jahrhunderten verjüngte. Er wuchs umgekehrt, er wurde kleiner. Deshalb konnten wir nichts finden, auch keine Überreste. Er muss einfach verschwunden sein.“
Nun muss ich nur noch einen Weg finden, an einen Samen zu kommen. Nur wie?
"Geschafft", seufzte Iain zufrieden und schloss die Stalltür hinter sich. Paul war gestriegelt und gefüttert, der Wagen geparkt und Clemens für heute zufriedengestellt und seine freie Zeit begann. Etwas erschöpft vom langen Tag verließ er den Hof der Akademie und wandte sich zum Magierhaus in der Hoffnung dort jemand bestimmten anzutreffen. Cayden hatte erzählt, dass Meister Kilijan vor gar nicht allzu langer Zeit mit einer Magierin im Hof gesehen wurde. "Woher weiß er sowas immer nur?" Die Novizenbande schien stets und ständig über alles im Haus informiert zu sein. Wenngleich sie dieses Wissen in der Regel für ihre Streiche benutzten gab es in diesem Moment dem Novizen Hoffnung seinen Lehrer nach so langer Zeit wieder einmal anzutreffen und über seine Fortschritte zu sprechen.
Der Braunhaarige passierte die Wache, der er freundlich zunickte und marschierte geradewegs gen Hof, der trotz der späten Stunde noch gut gefüllt war, was wohl an den milden Nächten des nahenden Hochsommers lag. Sein Blick schweifte über die Menge, doch die markante Rüstung der Hofmagier erspähte er nicht. Wenn er in normalen Roben unterwegs war würde es schwierig werden. Er beschloss in Richtung der Gemeinschaftsräume zu laufen, wo sie sich das erste Mal unterhalten hatten.
Das Glück war ihm hold. Der Magier saß in eben jenem Sessel vor dem Feuer. Kurzerhand schnappte sich der Novize eine Karaffe Tee nebst zwei Tassen und näherte sich seinem Mentor. "Verzeiht Meister. Habt ihr einen Augenblick Zeit?"
Man konnte nicht unbedingt behaupten, dass Kilijan jede Menge Zeit oder Muße hatte. Melaine war eine völlig andere Lehrerin, als der Hofmagier es gewohnt war, sie stellte andere Fragen, solche, die für Kilijan alles andere als einfach zu beantworten waren. Weder Andras, noch Hyperius hatten ihn beizeiten so ohne Antworten und scheinbar hilflos gelassen und erst recht nicht Kaspan, in dessen Gegenwart er immer den Eindruck hatte, mehr zu können, als sonst und für alles Worte zu finden. Aber der Schmied war schon durch genug gegangen, um zu wissen, dass es im Leben nie einfach war. Er schüttelte den Kopf und strich den Gedanken: Nichts, das es zu haben wert war, war einfach zu haben.
Kilijan richtete seinen Blick auf seinen Schüler, der ihn vor etlichen Sekunden angesprochen hatte - man konnte vermutlich sehen, wie sein Geist erst langsam in das Hier und Jetzt zurück fand. "Setz Dich, Iain. Wir haben zu lange nicht miteinander gesprochen." Es war wahr. Und auch der Grund, warum Kilijan seine egoistischen Motive weit in den Hintergrund schob. Er würde seine Gedankenfäden schon wieder aufnehmen können, später, wann auch immer. Er trug Sorge für seinen Schüler und dem schuldete er entsprechende Aufmerksamkeit, völlig gleichgültig, ob es für ihn mit Unannehmlichkeiten verbunden war.
"Erzähl mir von Deinen Fortschritten." Kilijan wand sich dem Novizen zu, der sich offensichtlich auch erst mal etwas beruhigen und ordnen musste, was dem Schmied Zeit gab, sich aus seiner Schülerrolle wieder in die Lehrerrolle zu begeben.
Er sah sie. Turang hatte es geschafft, ein kleines Stück magischer Energie in seinem Auge zu bündeln und so die Möglichkeit erlangt, magische Strömungen mit seinen Augen zu erkennen, was ihm wohl einen großen Vorteil bescheren würde, wenn er der Natur die Ströme weiter auf den Grund gehen wollte. Interessant dabei war, auch wenn es wohl nur ein kleiner Nebeneffekt war, dass sich die Farbe seiner Iris, während er seine Augen magisch benutzte, von ihrem üblichen ruhigen Grau zu einer Art durchdringendem Blau veränderte, ähnlich wie den Augen von Fenris.
Damit konnten dann seine ganz persönlichen Experimente wohl beginnen, in denen er sich wohl vollends darauf konzentrieren würde, welche Eigenschaft der Ströme er nutzen konnte, um seinen Standort zu wechseln. Gerade erst vor einer Woche hatte er seine letzten Versuche mit dem Teleport abgeschlossen und sich eigentlich darauf gefreut, diese Zusatzarbeit erst einmal ruhen lassen zu können, doch seit er diese Passage aus dem Bibliotheksbuch gelesen hatte, ließ ihn der Gedanke nicht mehr los, dass er sich einen Teil der großen Kunst ganz alleine und selbstständig erarbeiten musste, während er bei den grundlegenden Studien immer wieder Hilfe herbei gezogen hatte. Vielleicht hatte das etwas mit Selbstidentität zu tun, dass er sich, dem einzigen Menschen, dem er vielleicht etwas beweisen wollte, zeigen konnte, dass er wirklich würdig war, dem Orden anzugehören und Magier genannt zu werden und das er diesen Titel auch wirklich nicht nur dadurch verdiente, dass er den Menschen seltsam vorkam und manchmal düstere Weissagungen aussprach. Ein Stück Selbstvertrauen, dass er sich diesmal hart erarbeiten würde, allein unterstützt durch das Wissen alter Bücher, die ihm den Pfad zeigen konnten, den es zu gehen galt. Damit würde er beginnen können...
"In der Tat ist einige Zeit verstrichen", antwortete der Novize und folgt der Aufforderung sich zu setzen. Danach schenkte er zwei Tassen Tee ein und genehmigte sich einen Schluck ehe er anhob die Frage Kilijans zu beantworten. "Nun Meister. In kurzen Worten gesprochen habe ich es geschafft eine Lichtkugel zu erschaffen. Es bedurfte einiger Versuche der Magie eine Form zu geben und etlicher weiterer einen stetigen Fluss an Energie aufrecht zu erhalten um die Sphäre über eine längere Zeit pulsieren zu lassen...seht." Iain atmete einige Male tief ein - ein Ritual, dass kaum mehr nötig war den Zauber zu weben, doch seinen Magen besänftige der in Vorführungssituationen praktisch immer zu rumoren begann. Sein Körper entspannte sich und binnen wenigen Augenblicke ließ er seine irdischen Gedanken fallen, um das Reich seines Geistes zu betreten. Wie gewohnt stand er am Ufer des ruhig fließenden, magischen Stromes. Selbstsicher tat er einen großen Schritt nach vorn und wie sich die Wellen um seine Füße ausbreiteten, strömte die Kraft durch seine Adern. In stummen Gebet zu Adanos schloss er die Rechte zur Faust und fokussierte Kraft seines Willens die magischen Wogen. Mit seinen Augen öffnete er die Hand und hervor kam ein kräftiges bläulich schimmerndes Licht. Er fuhr fort zu erzählen wie es ihm bereits in einigen ungewöhnlichen Situationen Nutzen brachte während er es vor sich im Schoss schweben ließen, die Hände wie eine Schale darunter ruhend.
Kilijan nickte anerkennend. "Sehr gut. Du brauchst natürlich im Moment noch viel Zeit und Konzentration für diese Aufgaben, aber das wird sich mit der Zeit geben. Das Weben von Magie will geübt sein, nur regelmäßige Wiederholung macht die Routine und anstrengendste Aufgaben werden mit der Zeit zu Dingen, die Du nebenbei erledigen kannst. Lass dich nicht davon abschrecken, was andere Magier eventuell schon können, es kann einem vorkommen, als könnte man so einen langen Weg niemals meistern, als sei die Strecke unabsehbar. Konzentrier dich einfach immer auf den nächsten Schritt und das ganze wird werden." Kilijan lehnte sich zurück und seufzte. Er musste sich schon Mühe geben, seine Gedanken beieinander zu halten. "Wie gesagt: Mit der Zeit wird die Geschwindigkeit kommen. Ich bin sehr stolz auf Dich, dass Du dir die Zeit nimmst und das Ganze mit Bedacht und Präzision angehst, anstatt dich zu überhasten. Für die weitere Ausbildung lasse ich Dir die Wahl: Welchen Zauber willst Du als nächstes lernen - und warum?"
Das Licht versiegte schlagartig. Mit einer solchen Frage hatte er nicht gerechnet und sie bedurfte eines Moments der Überlegung. Seit er als Novize aufgenommen wurde hatte er den ein oder anderen Zauber zu Gesicht bekommen, doch von allen am meisten Interessierten ihn Zwei denen er sich näher widmen wollte. Zum einen die Telekinese - eine Fähigkeit deren Nutzen er schon hautnah miterlebt, ja sogar gefördert hatte. Zum anderen die Kunst des Wasser erschaffens. Nur ein einziges Mal hatte er es gesehen und noch immer träumte er des Nachts gelegentlich von der jungen Dame die wie aus dem nichts den Quell des Lebens hervorbringen konnte. "Welchen wähle ich zuerst?", murmelte er vor sich hin.
Schließlich blickte er seinem Lehrer in die Augen und sprach. "Die Lichtkugel zu erschaffen erforderte gleichermaßen der Magie eine Form zu geben und sie durch einen stetiges Rinnsal an Energie aufrecht zu erhalten. Da ich gerade mit letzterem am längsten Experimentieren musste ehe es mir passabel gelang möchte ich einen Zauber lernen, der nach Auskunft meiner Brüder diese Kunst besonders erfordert - die Telekinese. Ich habe ihn bereits mehrmals sehen dürfen und...beinahe...immer diente er einem nützlichen Zweck. Ich möchte weiter an meiner Fähigkeit feilen die Magie über längere Zeit zu kanalisieren und hoffe ihn eines vielleicht eines Tages in Adanos Namen zum Wohle meiner Mitmenschen verwenden zu können." Zum Beispiel um das Fischerboot einer armen Familie zur Werkstatt zu transportieren um das Schiff und damit ihre Existenz nicht zu gefärden, fügte er gedanklich hinzu und lächelte unmerklich.
Tinquilius
10.06.2012, 23:06
Tinquilius hatte bis vor wenigen Minuten wachsam vor dem kleinen Bäumchen gestanden – oder dem Setzling, wie man es nun nennen konnte. Binnen weniger Stunden, weniger als einen halben Tag, hatte sich der Baum wieder zu einem kleinen, vielleicht zehn Zentimeter hohen Setzling entwickelt, dessen Rückentwicklung sich nun aber verlangsamte. Entweder weil er bereits so jung und klein war oder, was der Oberste eher vermutete, weil allmählich die Kraft des Trankes nachließ. Schließlich hatte er nur etwas in den Boden gegeben – und war dennoch von dem Effekt überrascht gewesen. Mit einer minimalen Rückentwicklung hatte er gerechnet, jedoch nicht hiermit: Der Baum war um mehrere Jahre verjüngt worden.
Die Bewohner Jharkendars müssen eine viel schwächere Magie eingesetzt haben. Eine, die den Baum nur minimal verjüngen ließ. Mein Trank war dafür viel zu stark. Interessant wäre es aber zu wissen, ob Reste im Boden verbleiben oder aber nur in den Baum übergehen? Vielleicht sollte ich morgen den Baum ausgraben und dafür etwas anderes einpflanzen?
Nun jedoch befand er sich in der kleinen Ratskammer, zusammen mit einigen der Ratsmitglieder. Selbst Silvie hatte sich hier einbefunden. Es war das erste Mal seit vielen Monaten, dass die junge Hofmagierin sich hier wieder zeigte – und damit die Hofmagier repräsentierte. Zwar hätte Tinquilius den Obersten Hofmagier bevorzugt, doch es war wenig verwunderlich, dass er nicht kam. Umso mehr freute ihn jedoch Silvies Auftreten.
„Ich habe den Rat einberufen, da wir Informationen bekommen haben, die vielleicht auf einen Einsatz hindeuten, bei dem wir mitwirken können.“
„Wovon sprichst, Tinquilius?, fragte Silvie etwas verwirrt.
„Myxir, magst du?“ Der alte Magier nickte und erzählte dann von den Berichten, die er gehört hatte. Von einem Spähtrupp, der n Richtung Silberseeburg aufgebrochen war und von der Vermutung, dass ein Angriff bevorstehen könnte. „Und wenn ein solch bewaffneter Konflikt bevorsteht, sollten wir Wassermagier nicht einfach daneben stehen, sondern uns beteiligen. Es geht schließlich auch um unsere Freiheit.“
„Und ihr seid euch sicher, dass ein Angriff bevorsteht?“
Tinquilius schmunzelte ob Silvies gespielter Unwissenheit. „Wir kennen uns nun auch schon eine Weile, werte Silvie, nicht wahr?“ Die junge Hofmagierin nickte, ein Lächeln bildete sich auf ihren Lippen. „Wenn wir dies wissen, wisst ihr Hofmagier auch schon davon, habt es vielleicht mit dem König besprochen?“
„Wenn es so wäre und man dich nicht informiert hat, dann obliegt es nicht mir…“
„Das brauchst du auch gar nicht“, unterbrach er die junge Frau freundlich. „Ich möchte keine Anschuldigungen aussprechen, lediglich eine begründete Vermutung.- Wie dem auch sei“, fuhr er sogleich fort, „geht es nicht darum, sondern um die Tatsache, dass wir mithelfen müssen. Und dafür müssen wir sowohl Proviant bereitstellen als auch Freiwillige suchen. Dies vielleicht zunächst unter dem Deckmantel einer Expedition?“ Alle nickten, selbst Silvie, die ihn angrinste. „Gut, dann wäre dies beschlossene Sache.“
„Wenn das geklärt ist, sollten wir noch einmal auf die Unterrichtsstunden zu sprechen kommen?“, kam es von Cronos.
„Ach ja, die hatte ich ganz vergessen“, meinte der Oberste. „Natürlich sollten wir diese endlich ausschreiben per Aushang. Es werden sich sicherlich einige darauf melden und würde die Gemeinschaft stärken.“
„Ich werde es direkt morgen veranlassen“, meinte Cronos. „Den genauen Termin können wir ja noch aushandeln.“
„Da hast du Recht. Sollte es zum Konflikt kommen, werden vielleicht einige von uns fehlen – ich auf jeden Fall. Also sollten wir dies zunächst offen lassen.“ Er schaute in die Runde, sein Blick fragend. Doch niemand meldete sich. „Dann beende ich diese kurzfristig einberufene Ratssitzung nun. Möge Adanos euch alle schützen!“
Nach den letzten Übungen fand Rethus‘ Ausbildung ein plötzliches Ende. Er hatte mittlerweile so einiges Drauf, was den Kampf mit dem Schwert in der linken Hand betraf. Trilo war davon nicht abgeneigt. Im Gegenteil, er erwies sich als überraschend erfreut über die Fortschritte des Glatzkopfs. Sonst fiel sein Urteil immer ziemlich mager bis negativ aus, eine Eigenschaft die die meisten Lehrmeister hatten um den Schülern zu zeigen, dass sie es besser machen könnten. Vielleicht war Rethus jetzt einfach so weit? Ob er diese Kampfkunst nun beherrschte? Nun, seiner Meinung nach Ja… doch was Trilo dazu sagen würde, konnte er nicht beantworten. Trilo kämpfte nach der letzten Übung noch gegen den Glatzkopf, beließ es dann aber für diesen Tag. Er meinte, er habe noch etwas Wichtiges vor. Kurz um, Trilo war seitdem nie wieder aufgetaucht. Selbst bei Rethus‘ täglichen Runden durch die Stadt, die er als Ausdauertraining nutzte und dabei Hindernisse überwand um seine Agilität zu trainieren, stieß er nie auf den Baron von Braga. Mittlerweile musste Rethus jeden wichtigen Teil der Stadt abgeklappert haben. Sein Lehrmeister war einfach verschwunden… das war vor ein paar Wochen. Doch jetzt glaubte Rethus, dass Trilo wirklich weg ist… und das völlig.
Wie machte er jetzt weiter? Machte es Sinn einen neuen Lehrmeister zu suchen? Und abgesehen davon… Welches Ziel konnte er nun überhaupt noch verfolgen?
Rethus hatte sich festgefahren. Die Magierkaste seiner Heimatinsel von Anguriano hatte sich seit Ewigkeiten nicht mehr blicken lassen. Vermutlich haben sie sich zurückgezogen um intensiver an ihrem Plan zu arbeiten. Das bedeutete aber zugleich, dass Rethus keinen Anhaltspunkt mehr hatte weiterzukommen. Er brauchte einen Plan… einen Auftrag… etwas um die Welt wieder zu sehen und zugleich sein Training fortzusetzen. Vielleicht verteilte jemand in der Stadt Aufträge für Söldner… blöde Idee, die Stadt ist voller Söldner. In den Untergrund wollte der Glatzkopf auch nicht mehr. Er war kein Dieb mehr.
Seit Langem musste er zugeben: Er brauchte Hilfe…
Turang stand wieder auf seinem Balkon, den die Feder besaß und der von der Straße weg in einen kleinen Innenhof zwischen diesem Haus und dem angrenzenden führte. Hier war es fast vollkommen ruhig, da eben jener Hof gerade verlassen war und nur ein leichter Wind die Lüfte übers Land sandte. Nun würde er damit beginnen, sein Wissen und seine Erfahrung mit dem Teleport auszuweiten.
Der Adept schloss für einen Moment die Augen und bündelte einen Teil seiner magischen Energie in seinen Augen. Als er sie wieder öffnete, hatte sich ihre Farbe zu einem klaren Blau gewandelt und die Welt, die sich ihrem Blick offenbarte war eine andere, eine größere. Die magischen Ströme flossen als dünner, bläulich schimmernder Nebel durch die Welt. Nur ein leichter Strom schien sie zu bewegen, so unscheinbar, dass der Buchbinder ihn kaum wahrnehmen konnte. Würden diese Ströme ihn tragen können oder waren sie vielleicht zu schwach, ihn wieder zu entlassen, dass er am Ende doch wieder zum Königsplatz kam? Was veranlasste diese Ströme wohl, Materie aufnehmen und entlassen zu können, was war das Geheimnis der Ströme? Wie konnte er es heraus finden? Wie konnte er es nutzen?
All diese Fragen musste er sich stellen und auf all diese Fragen musste er eine Antwort finden. Doch wo begann man, wenn alles miteinander verknüpft war, wo war schon der Anfang eines Kreises?
Turang entließ seine Magie wieder aus seinen Augen und die Welt handelte sich zurück in ihr normales Bild. Er musste Antworten finden in einer Welt die vielleicht nur aus Fragen bestand...
Es war alles nur ein Traum. Aber trotzdem hat es sich echt angefühlt. Er wollte einfach das ganze vergessen, deswegen wollte er zur Taverne. Die Taverne war nur ein paar Meter entfernt. Auf dem Weg dort hin dachte er immer wider über das nach was ihm passiert ist. Er musste unbedingt gegen das ihn ihm tun... dieser Schatten den Xeratos kontrollieren oder Töten will.
Noch immer hatte er leichte Kopfschmerzen und es ging ihm nicht besonders gut dazu hatte er immer noch großen Hunger. Er freute sich schon endlich nach langer Zeit etwas richtig essen zu können. Nach dem Essen sollte er sich aber unbedingt überlegen was er als nächstes tun sollte. Er konnte schließlich nicht die ganze Zeit ihn der Stadt nichts tun den, er musste sich noch um soviel kümmern. Aber bevor er noch weiter daran dachte war er schon vor der Taverne.
Er betrat die Taverne und ging Richtung Tresen und sprach zum Wirt “Ich will etwas essen. Was gibt es alles auf der Speisekarte?“
Sarpedon
11.06.2012, 18:03
Ein neues Gesicht. Sarpedon war zu ihm hin geeilt und stellte fest, dass es nicht auf den Mund gefallen war.
"Lass mich überlegen." Entgegnete er. "Heute haben wir Eintopf auf der Karte. Ein ganz spezieller mit Wildschweinfleisch und Gemüse. Dazu gibt es bestes Hausbier. Käse und Brot hätten wir auch."
Er musterte den Fremden mit geschäftstüchtigem Grinsen und fragte:
"Was solls denn sein?"
“Da ich gerade etwas knapp bei Kasse bin.. wäre etwas günstiges nicht schlecht. Außerdem suche ich auch noch ein paar Informationen. Ich habe ein Problem und um das zu lösen brauche ich einer der Magier, könntest du mir sagen wo ich sie finde? Und ich bräuchte eine Karte von der Setarrif und ich weis nicht wo man hier eine her bekommt. Ich könnte auch für die Informationen bezahlen.“
Xeratos war teilweise froh endlich seit langem mit jemanden reden zu können. Das letzte mal, bei dem es nicht darum ging von den Wachen befragt zu werden war fast 1 Monat her.
Sarpedon
11.06.2012, 18:27
"Lass mich mal überlegen. Du kommst in die Bastillion des Widerstands. Keiner hier weiss, wer du bist und als erstes soll ich dir eine Karte der Stadt aushändigen und dir verraten, wo eine unserer wichtigsten Waffen, nämlich die Magier sind. Für kein Gold der Welt sage ich dir. Erst musst du mir beweisen, dass du auf unserer Seite stehst. Vorher bringe ich dir nur einen Eintopf gegen Geld."
Entgegnete der Wirt, ohne zwischendurch Luft zu holen und musterte den Fremden belustigt. Er war gespannt, wie er ihm beweisen wollte, dass er kein Spion dieser Rotröcke war.
Xeratos sah den Wirt verwundert an. So eine Antwort hätte er niemals erwartet. Er hoffte sich das bei seiner Ankunft in Setarrif sein leben verbessern würde, aber es scheint als würde überall auf der Welt um das gleich zu gehen. Krieg, Macht, Gold und die ganze andere dinge die Xeratos eigentlich egal waren.
“Ich will kein Eintropf umsonst, ich habe nur gerade wenig Gold und muss mit etwas einfachem und billiges auskommen. Aber mal angenommen ich würde euch wirklich beitreten, wie sollte ich mich beweisen? Außerdem dachte ich das Magiern freundlich sind gerne mit ihrer Magie helfen.“
Der Glatzkopf stand in seinem Zimmer und starrte aus dem Fenster… nun das hieß, er starrte ins Leere. Der Raum hinter ihm war in düsteres Licht gehüllt, das von einer Petroleumlampe ausging. Er hatte die Hoffnung aufgegeben seinen Lehrmeister zu treffen. Deshalb zog er es in Betracht die Lehre einfach allein fortzusetzen. Trilo sprach ohnehin davon, dass er sich von Rethus trennen wollte. Rethus sollte den Kampf mit zwei Klingen allein meistern, indem er seinen eigenen Stil erfand. Dann konnte er das jetzt genauso gut allein entscheiden…
So war es entschieden. Doch in Setarrif würde er so nicht weiterkommen. Es war wohl das Beste die Stadt zu verlassen. Der Glatzkopf musste einen Ort finden, an dem er sein Gelerntes anwenden konnte und zugleich meistern konnte. Dafür brauchte er wieder die wilde Natur da draußen. Vor Monaten floh er vor den Wellen der Truppen aus Thorniara, jetzt wollte er wieder zu ihnen zurück… wegen seiner Lehre musste er aus ihrem Gebiet verschwinden, jetzt musste er wegen seiner Lehre zu ihnen zurück… hm, Ironie des Schicksals… oder?
Wozu noch hierbleiben? Es war Zeit! Der Glatzkopf knöpfte den oberen Knopf seines Hemds zu, den er aus Bequemlichkeit sonst offen ließ, um die schwarze Lederrüstung anzulegen. Diese machte er richtig fest, vergaß aber nicht bequem darin Platz zu finden. Die Schnürsenkel band er fest zu. Auch diese ließ er immer etwas locker, wenn er nichts vor hatte. Alles musste richtig gut sitzen – zwar bequem aber effizient schützend.
Nun packte er seine Gürteltasche und befestigte sie an den schwarzen Gürtel, den er damals zu der Rüstung dazu geschenkt bekommen hatte. Darin befanden sich noch genügend Verbände, Geld und Proviant. Das reichte alles locker um bis nach Schwarzwasser zu gelangen… notfalls bis zur Spelunke der „Gespaltenen Jungfrau“.
Zuletzt blieb er vor seinem Waffengurt stehen, der mit samt den Schwertern an der Wand hing. Es waren ein paar wundervolle Klingen. Der Schmied musste ein wahrer Könner gewesen sein… und der ehemalige Besitzer ein stolzer Krieger, bevor er in den Katakomben des Kastells gegen die Chimära antreten musste und starb. Hm, Gruftklingen, hatte Rethus diese Zwillingsschwerter getauft. Um ehrlich zu sein empfindet er diesen Namen etwas albern. Aber noch beherrschte er nicht beide Klingen gleichzeitig im Kampf… noch war es keine Schande sie umzubenennen. Sie sollten einen Namen erhalten, der einen Sinn ergab. Rethus überlegte kurz. Die beiden Schwerter wechselten ihren Besitzer als sie im Kampf gegen die Chimära verloren gingen und wiedergefunden wurden. Dahingehend sollten sie besser die „Chimären“ heißen. Ja…
Der Glatzkopf nahm den Gurt und befestigte ihn so, dass sich die Schwerter auf seinem Rücken befanden. Jetzt konnte er los; nur nicht vergessen das Zimmer zu bezahlen. Und dann auf direktem Wege Richtung Bluttal…
Sarpedon
11.06.2012, 23:49
Sarpedon musste lachen.
"Selbst der netteste Mensch ist nur nett, damit ihn andere Menschen mögen und nicht allein der Nettigkeit halber. Wir sind doch alle am Ende egoistisch."
Sprach der Wirt, so gar nicht typisch für einen einfachen Handwerker.
"Den Eintopf gebe ich dir trotzdem."
Beschloss der Wirt, der dadurch nicht zu einem besseren Menschen wurde. Eilte in die Küche und kehrte mit einer herrlich dampfenden Schüssel zurück.
"Also was du tun kannst wolltest du wissen. Dir scheint es ernst zu sein. Bist noch nicht mal bei meiner Predigt davon gelaufen. Suchst ja auch einen Wassermagier, die tun das auch gern."
Kam er schon wieder vom Thema ab. Irgendwie war er heute geschwätzig. Er biss sich also auf die Zunge und kam nach einigem Überlegen zum Punkt:
"Du könntest uns helfen etwas, was uns gehört zurück zu holen."
Diese Stadt gehörte nicht den Anhängern Innos', das hatte der Jäger schnell begriffen. Er selbst hatte sich zwar gehütet, sich in Gespräche zu verwickeln, gerade über den Glauben, über den man in solchen Zeiten und an solchen Orten doch lieber schwieg, doch hatte der Nordmarer die scharfen Sinne seiner Vorfahren geerbt, die ihm doch so manchen Gesprächsfetzen zutrugen, den nur die wenigsten hätten mit anhören können und aus diesen ergab sich ein Bild dieser Stadt, deren Name offenbar Setarrif lautete und die letzte Bastion der freien Argaaner war. Hier würde Badhor wohl erstmal bleiben können und sich ein Dach über dem Kopf suchen, das sich auch für ihn bezahlen ließ, vielleicht konnte er auch einen Handel mit ansäßigen Händlern abschließen und sie beliefern, vielleicht würde er auch wieder in die Wildnis gehen und dieser Stadt nur alle paar Tage einen Besuch abstatten.
Es gab so vieles, was sich der Jäger vorstellen konnte zu tun, doch das vielleicht wichtigste war erst einmal, dass er wieder einen Unterschlupf bekam, sei es in einer Taverne, als Untermieter oder eine kleine Hütte in der halben Wildnis, er brauchte wieder einen Ort, an dem er rasten konnte...
Immer schon stellte sich vor der Frage nach dem warum erst einmal die Frage nach dem was, so was es vermutlich schon immer gewesen. Deswegen musste Turang sicherlich, bevor er feststellen konnte, warum Setarrifs Königsplatz in seinem magischen Gefüge so anders war als viele andere Orte, die Turang kannte, erst einmal untersuchen, was ihn denn nun unterschied. Sicherlich war der erste Punkt darin, dass der Teleport zum Königsplatz auch für jemanden, der nur die Grundlagen des Teleportes beherrschte, über den magischen Weg erreichbar war. Hierbei mochte Turang die Fähigkeit des magischen Auges einen enormen Vorteil verschaffen, die ihm die magische Beschaffenheit eines Ortes in sein normales Sichtfeld mit einband.
Es war das erste Mal, dass Turang diese Fähigkeit auf dem Königsplatz verwandte und das Ergebnis sicherlich nicht unbedeutend: Vielerorts floss die Magie nur in einem seichten Strom dahin, wie ein Fluss, der von nicht viel neuem Wasser gespeist wird, doch hier, im Herzen Setarrifs, ergab der Fluss ein ganz anderes Bild: Die Magie wirbelte hier umher wie in einem Strudel, der seinen Zentrum genau über dem Königsbrunnen zu haben schien, schon allein die Anwesenheit einer solchen magischen Präsenz war ganz erstaunlich, hatte der Adept sie bisher doch durchaus gefühlt, doch ihm war das volle Potential dieses Ortes nie bewusst gewesen: Hier trat das alles zusammen haltende Bindeglied zwischen Geist und Materie so stark an einem Ort zutage, wie er es bisher noch niemals erlebt hatte, auch wenn sich seine Erfahrung mit solchen Dingen doch eher begrenzt hielt. Und dennoch war er sich sicher, dass hier, genau unter den Blicken so vieler achtloser Leute ein wahrer Schatz faszinierender neuer Erkenntnisse zu erwerben sei, die sicher nicht nur ihm, sondern vielleicht noch ganzen Generationen von Magiern helfen würde, so viel Neues für sich zu entdecken und so einen weiteren Schritt in eine größere Welt zu tun. Er musste einfach herausfinden, was hier vor sich ging...
Xeratos hasste es etwas anzunehmen wofür er nichts getan hat, aber er musste seinen stolz runter schlucken und nahm den Eintopf an. Er wollte zu erst danke sagen, hat es aber gelassen den er ist nicht der Typ dazu.
"Etwas zurück holen das euch gehört hatte? Ich hoffe doch das ist keine 1-man-gegen-eine-Armee-aktion. Ein paar genauere Informationen wären nicht schlecht. So lange es etwas schaffbares für mich ist kann ich es versuchen."
Aber in Wirklichkeit ist er einfach froh etwas zu tun zu haben und die Chancen zu haben etwas zu erreichen.
Die Klinge saß in seiner Kammer im ersten Stockwerk. Er blickte hinaus durch das kleine Fenster schaute hinab zum Meer, zu dem sein Zimmer gewandt war. Nun war er schon seit einigen Wochen Mitglied der Akademie, trainierte sich in vielerlei Arten des Kriegswesens. Er lernte hier Dinge, die bereits weit über dem stand, was man ihn als Söldner lehrte. Hier lernte er nicht bloß zu patrouillieren und die Aufgaben einer Stadtwache gut ausführen zu können, nein, hier lernte er bereits Befehlsketten und Schlachttaktiken. Es war zwar eine Schule der Krieger, doch auch eine Schule des hochentwickelten Krieges. Hier studieren zu können war atemberaubend. Anders konnte Olrik es nicht beschreiben.
Der Khorinier nahm einen Schluck Met aus seinem Weinschlauch. Süßlich-kräftig floss es ihm die Kehle hinab. Er genoss es wahrlich hier zu sein. Hier in Setarrif.
Ja, ich würde gerne wissen, was wohl aus meinem geliebten Khorinis geworden ist. Aber leben will ich nur hier in Setarrif. Die Stadt ist wundervoll. So lebhaft und mächtig, glänzend wie ein Diamant im Sonnenlicht. Dass Setarrif trotz der Kriegsanstrengungen so wohlhabend sein kann. Sagenhaft. Aber das liegt wohl auch daran, dass unser König nicht viel Wert auf große Ausgaben für Belagerungsgeräte und große Söldnerheere legt. Wäre ja auch zu teuer. Die paar Söldner hier reichen als Stadtwache allemal und die Klingen schaffen es auch alleine die Stadt zu schützen. Die Mauern dieser Stadt sind wie ein Fels, an dem die Flammenwellen aus Myrtana nur so abprallen.
Er nahm einen weiteren Schluck. "So, Zeit fürs Bett. Ich muss wie immer früh raus. Unausgeschlafen sein kommt bei den Meistern nicht sehr gut an." Also zog er langsam in vielen kleinen Einzelschritten die Rüstung aus und verstaute sie in seiner Truhe. Anschließend versorgte er den Weinschlauch und löschte die Kerze. Einen kurzen Moment noch saß er auf dem Bett und blickte durch das Gitter auf die See, dann aber legte er sich hin und schlief ein.
Redsonja
13.06.2012, 21:16
Redsonjas Umhang war nass, als sie zusammen mit Drakk Setarrif erreichte. Sie war müde, doch sehnte sie sich nach ihrem Sohn. Hoffentlich ging es ihm gut. Sergio hatte bestimmt bestens auf ihn aufgepasst. Daran, dass es zu weiteren Attacken auf ihn gekommen war, wollte sie gar nicht erst denken.
Folglich steuerten die Beiden direkt auf die Taverne zu, aus zwei durchaus verschiedenen Gründen. Drakk hatte auf den letzten paar Kilometern das Wort Bier relativ oft erwähnt, während Redsonja eher leise geworden war. Obwohl sie gegen ein Getränkt und etwas zum Beissen auch nichts einzuwenden hatte, denn der Marsch hatte ziemlich an ihren Kräften gezehrt, denn ganz gesund war sie noch nicht. Der Arm hing immer noch mehr oder weniger Kraftlos von ihrer Schulter hinunter. Dann erreichten sie endlich die Sturzkampfmöve.
"Ich hole mal Darjel."
Bemerkte sie in Richtung Drakk und verschwand Augenblicke später.
Sarpedon
13.06.2012, 21:52
Ohne eine Bestellung, zapfte der Wirt ein Bier. Ein aufmerksamer Beobachter hätte den Kopf geschüttelt oder gefüchtet, dass Sarpedon bald zum Säufer mutieren würde, doch nichts derartiges war der Fall.
"Keine Angst, du wirst nicht alleine sein." Vergewisserte Sarpedon dem Neuling. "Drakk ist gerade zurück gekommen, um Verstärkung zu holen. Du wirst ihn begleiten können. Zusammen mit ein paar anderen." Fügte der Wirt noch hinzu und lächelte fein, als gerade in diesem Augenblick die Tür der Taverne geöffnet wurde. Drakk und Redsonja traten herein. Sie wirkten ziemlich müde.
Sarpedon stellte das Bier auf den Tresen und nickte Drakk zu.
"Auf der Suche nach Verstärkung, was?" Bemerkte er. "Ich habe dir hier bereits einen Kandidaten. Musst ihm einfach ein wenig auf die Finger schauen. Er ist sehr neugierig."
“Ich soll mit jemand fremden den ich nicht kenne irgendwo hin? Also mit gefällt diese idee nicht unbedingt. Ich habe schon früher andere vertrauert und habe alles verloren.“
Xeratos Gesicht sah für eine halbe Sekunde traurig aus, aber schnell sprach er weiter.
“Und außerdem weis ich immer noch nicht was ich zurückholen sollte und wo.“
Auch wen er nach eine Aufgabe sucht, hasste er andere sofort zu vertrauen die er nicht kennt. Aber andererseits hatte er wohl keine andere Möglichkeit den das war vielleicht seine einzige Chance sich zu beweisen um etwas zu erreichen. Zu verlieren hatte er aber auch nicht viel.
“Aber so wie es aussieht habe ich keine andere Wahl als mit zukommen.“
Wo knüpfte man an, wenn hinter einem ein Leben lag, aus dem nichts zurück geblieben war, wenn man nicht mehr in die Vergangenheit schauen wollte und wenn man in einer Welt gelandet war, in der es keine Werte gab, für die man einst lebte? Was tat man dann? In die nächste Taverne gehen und ein Zimmer bestellen, bis man eine eigene Hütte hatte und man Vergangenes vielleicht vergessen doch nicht vergeben hatte? Oder trank man, bis die Welt um einen schwarz wurde?
All das war nicht das, was der Jäger wollte, nicht der Grund, warum er hier war. Er war hierhin gekommen, um etwas Neues zu erschaffen und nicht nur, um das Alte zu begraben und doch war es, als hätte er nur wie ein Hund einen ruhigen Platz gesucht, um zu krepieren. Das konnte es nicht sein, das war nicht das Ende seiner Geschichte, die aufhören würde, ehe sie wirklich geschrieben ward.
Seine Schritte trugen den Jäger zurück zur Bergesquelle, zu jenem Ort, durch den er hierher gelangt war und blickte in das friedliche Wasser aus dunklem Blau. Im Norden erzählte man sich, dass das Wasser ein Spiegel war, der den Menschen in seiner wahren Gestalt zeigte, das Eis jedoch die Erinnerung war, die dieses Bild ewig behalten würde.
Was sah Badhor im Wasser?
Sarpedon
13.06.2012, 22:27
"Na, für so viel Freiwilligkeit gebe ich doch gerne einen Eintopf aus und auch noch ein Bier. Lasst uns mal anstossen."
Entgegnete Sarpedon und zapfte zwei weitere Krüge Bier.
"Über den Rest kann dich wohl Drakk in Kenntnis setzen."
Fügte er noch hinzu und zog sich geschickt aus der Affäre. Danach war seine Person wieder gefragt. Bier und Wein, etwas Brot, eine Klage darüber, dass der Eintopf zu wenig würzig war, all die Kleinigkeiten, um die sich normalerweise Adson oder Haris kümmerten.
Als das endlich erledigt war, kehrte der zu den anderen zurück.
"Ach ja bevor ich es vergesse. Ich heisse Sarpedon und wie soll ich dich nennen?"
Xeratos nahm den Krug entgegen und nahm ein Schluck. Als der Wirt kurz weg war hatte er endlich angefangen zu essen. Er hatte seit Ewigkeiten nichts besseres gegessen und er hatte schnell alles aufgegessen. Man konnte leicht sehen das es ihm geschmeckt hatte. Als er fertig war, war der Wirt auch wider da und Xeratos antworte auf seine frage "Ich heiße Xeratos."
Er hoffte nur das der Schatten ihn ihm keine große Probleme macht, aber zu erst musste er wohl diesen Auftrag erledigen.
Setarrif bestand aus mehr, als nur aus solchen Orten, in denen die magische Strömung stark und in denen sie schwach war. Jeder Ort, so schien es dem Adepten schnell, hatte ein ganz individuelles magisches Muster, das sich jedoch immer wieder ähnelte. So war es seltsamer weise so, dass dieser Strom an überdachten Orten fast vollständig still war, an freien Plätzen jedoch schon eine gewisse Strömung aufwies. Doch woran das liegen mochte, konnte Turang nur spekulieren. Der Hinterhof der Feder hatte nun, wie nahezu alle freien Plätze, die Turang kannte, ein solches magisches Muster, bei welchem die Strömung sich nahezu wie ein umgedrehter Pilz ausbreitete, da der Strom von oben herab zu regnen schien und dann am Boden zerplatzte und wieder aufstieg. Vielleicht konnte sich dies der angehende Magier zunutze machen, in dem er seinen magischen Weg durch die höherliegenden Luftschichten bahnte und dem Strom an der gewünschten Stelle dem Weg in die Tiefe folgte, um ihn kurz vor dem Boden wieder zu verlassen.
Der Adept schloss die Augen und fühlte nach dem Strom, spürte die Kraft, die an seinem Körper vorbei rauschte und gab sich der Kraft hin. Ohne feste Substanz wirbelte er durch eine Welt, in der es weder Raum, noch Zeit zu geben schien, nur eine unendliche, immerwährende magische Macht, die hier umher wirbelte und die die ganz Argaan einzunehmen schien. Er fühlte, wie er empor gehoben wurde und wie ihn sein Weg hoch in die Lüfte trug. Er folgte dem Strom, um ihn fast sofort wieder zu verlassen.
Turang prallte hart auf dem Boden auf, spürte seine schmerzenden Beine und öffnete die Augen. Er befand sich im hinteren Hof der Feder, direkt unter seinem Balkon. Zumindest sah er das für einen Moment, ehe ihn eine schlagartige Müdigkeit befiel.
Es hatte einige Zeit gedauert, länger als Bhaal gedacht hatte. Doch nun hatte er all die Dinge beisammen, die Kiljian haben wollte. Die beiden Sorten HOlzkohle, einmal Buche, einmal Pinie. Und den Eisensand. Natürlich nicht am Mann, soviel war klar. Welcher Mann konnte schon solch ein Gewicht bei sich tragen? Allerhöchstens Innos in seiner göttlichen Allmacht.
Der einstige Händler hatte einen Gefallen eingefordert von einem alten Handelspartner. In dessen Lagerhaus konnte die Ware erst einmal untergebracht werden, solange bis Bhaal sie wieder benötigte. Und vermutlich würde er sie bald benötigen. Doch nicht heute. Der Vermummte wollte sich einmal erholen von dieser Wanderschaft. Erst in Thorniara hatte er es geschafft, entsprechend große Mengen zu bekommen. Und dafür hatte er alles mögliche tun müssen, jede noch so niedrige Arbeit musste getan werden, um das letzte bisschen Gold zusammen zu bekommen...
Und genau deshalb würde Bhaal nun erst einmal entspannen. Vielleicht würde er sich heut abend sogar ein glas Wein in einer der Schenken der Stadt gönnen. Ein wenig Übermut strömte durch seine Adern, Innos meinte es wahrlich gut mit dem einstigen Händler.
Es war schwer, an einem Ort, wo sich viele Menschen auhielten, einen Platz zu finden, an dem man seine Ruhe hatte, ungestört seinen Gedanken nachgehen konnen, das hatte der Jäger schnell gemerkt und ebenso schnell angefangen, zu bedauern. Es gab wenig, dass für ihn so wichtig war, wie ein Ort, an dem man sich zurück ziehen konnte, nachdenken konnte, einfach alleine war.
Und doch gab es diese Ort, auch wenn sie schwierig zu finden waren. Einer dieser Orte waren Hausdächer, auf die man noch recht schnell klettern konnte, auf denen niemand einen ansprach, es sei denn ein verwunderter Besitzer, und man konnte sein Umfeld überblicken. Vielleicht war es das, was die Leute aus der Stadt so seltsam werden liess: das sie niemals die Gelegenheit hatten, einen Moment innezuhalten, sich umzusehen undnachzudenken - zumindest schien das dem Nordmarer so. Hier waren sie in einer Ellbogengesellschaft zusammen gepfercht, ein Leben mit Scheuklappen. Die Eiswüsten Nordmars waren einsam gewesen, doch der Jäger begann sich zu fragen, ob sich die Menschen hier jemals in die Augen sahen, jemals ein Stück unzähliger Geschichten hörten, denen er täglich begegnen musste, ob sie jemals gelernt hatten, eine Fassade aus Angst, Trauer oder Eitelkeit zu dirchdringen und dahinter einen wahren Mensch zu sehen und nicht die Marionette seines Verstandes, die Maske seiner Züge, die ihn unerreichbar zu machen droht.
Oder, ob sie auch nur einmal darüber nachgedacht haben...
„Wir können jeden Mann gebrauchen. Sobald du Söldner siehst schick sie zur Akademie, es geht bald los in Richtung Burg. “ murrte Drakk in Richtung des Wirtes. „Und du...ich weiß was du suchst...wenn wir losziehen will ich das nicht ohne...nennen wir es Verstärkung tun. Geh zu den Wassermagiern und lass Tinquilius ausrichten das Drakk etwas von ihm will. Der Rest geht dann wie von selbst. Wenn du das getan hast Suchst du Redsonja und kommst mit ihr zur Akademie.“ sprach Drakk zu dem Mann der sich als Xeratos vorgestellt hatte und leerte er den Rest des Bieres in einem Zug. „Du darfst aber auch gern mitkommen. Ich geh jetzt erst einmal zu Ethorn und klär ihn über die Lage auf. Mal sehen wie viel Männer ich mitnehmen darf...“ führte der Hüne weiter und blickte zu Sarpedon ehe er sich mit einem kurzen Nicken vom Wirt verabschiedete.
Raschen Schrittes marschierte der Rotschopf in Richtung Palast. Mit einem kurzen Nicken begrüßte er die Wachhabenden Schwerter und Betrat den Palast durch die Wuchtigen Holztüren. Ohne lange zu Warten ging er gleich durch in Richtung des Thronraumes.
Entlang der Wände flackerten gut ein dutzend Fackeln und erhellten den Raum. Ethorn saß am anderen Ende des Raumes auf seinem Thron als die Schritte des Hünen durch den Raum hallten.
„Ah...Drakk. Endlich zurück?“ fragte Ethorn und setzte ein Schelmisches Grinsen auf während er seinen Weinkelch beiseite stellte.
„Scheint so, Euer Gnaden.“ antwortete der Rotschopf und fragte sich warum er Ausgerechnet jetzt hier stehen musste – es wäre bei weitem angenehmer gewesen wenn er und nicht der König den Wein getrunken hätte.
„Spar dir deinen Sarkasmus. Also, was gibt es neues? Wann kann mein Bruder seine verdammte Burg wieder haben?“ sprach der König nun deutlich ernster.
„In der Burg sind zur Zeit eine Menge verletzter Rekruten wie es scheint. Irgendein Mann, der der Schlächter von Setarrif genannt wird, hat denen anscheinend Übel zugesetzt. Ansonsten ist die Burg nicht mit voller Kraft besetzt wie es scheint.“ antwortete Nordmann. Einen Moment lang überlegte der König ehe er wieder zu seinem Weinkelch griff und einen Schluck trank.
„Ist die Burg angreifbar?“
„Mit einem Schnellen Manöver bei Nacht könnte wir die Burg ohne große Verluste einnehmen.“ antwortete Drakk.
Einen Moment lang herrschte Stille im Thronraum ehe Ethorn erneut das Wort erhob. „Dann nimm dir Fünf Dutzend Männer und was du sonst an Freiwilligen Findest....und nimm diese Verdammte Burg ein. Wird Zeit das ich meinen Bruder wieder los werden.“ führte Ethorn weiter. Der Veteran überlegte kurz, nickte und Verbeugte sich knapp ehe er sich auf den Weg machte.
„Na das war ja wohl doch etwas länger, nicht wahr?“, sagte die Wache mit einem Lächeln im Gesicht, „Die scheinen Thorniara noch nicht ganz dicht gemacht zu haben…“
Nelean erwiderte sein Lächeln und antwortete: „Das stimmt, doch die stellen immer unangenehmere Fragen. Für die nächste Zeit werd ich mich wohl dort eher nicht blicken lassen können.“
Die Wache: „Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, wenn die weiterhin solche Strolche wie dich durchlassen, die dort nur Ärger treiben.“
Nelean, schaut ihn kritisch an: „Hey!“
Wache: „War nicht so gemeint, war nur ein Scherz“
Nelean: „Pass du nur auf, dass du deine Frau rechtzeitig aus der Kneipe schleppst.“
„Ha..Ha..“, antwortete der Soldat mit seinem müden Lachen und Nelean durchritt das Tor und machte sich direkt auf in seine Novizenkammer.
Die nächsten Tage kümmerte sich Nelean hauptsächlich nur ums Kloster. Morgens stand er auch schon früher auf als alle anderen, ganz zum Leid des Nachtschwärmers: Ihm wurde nämlich der Küchendienst aufgetragen.
Früh bei leichtem Morgenrot wird der Essraum bereits vorbereitet. Fleisch zubereitet, Brot gebacken und Schafe gemolken. Dann geht es zusammen mit den anderen Dienern Adanos’ zur Morgenandacht in den Tempel. Erst nach diesem kurzem Dankgebet an Adanos darf gefrühstückt werden. Nach dem Aufräumen ist keine große Zeit zum Ausruhen, denn das Mittagessen muss vorbereitet werden. Dabei müssen die meiste Zeit irgendwelche Fleisch-, Gemüse- und Gewürzberge von irgendeinem Lager A zur Person B gebracht, damit diese weiterverarbeitet wieder zur Küche C kann. Ab und zu findet man aber auch etwas Ruhe und Meditation im Schälen der Hunderten von Kartoffeln.
Erst nach dem Mittag ist bis zum Abendgebet etwas Zeit übrig für eigene Kleinigkeiten.
Nelean hatte auch seine Suche nach dem Rotflieder nicht vergessen. Um aber gegen den Schattenläufer mit oder ohne Hilfe eine Chance zu haben, musste Nelean stärker werden. Und dazu war es endlich an der Zeit mal seine magischen Fähigkeiten zu reaktivieren.
Seit dem Ende der Runenmagie hat sich Nelean nicht viel um seine verlorenen Kräfte gekümmert. Seine Forschungen hatten Vorrang und außerdem verstand er sich da zu dieser Zeit nicht gerade gut mit seinen Mitbrüdern und Schwestern. Doch nun wollte er endlich wieder die Kunst erlernen.
Die Magier werden ihn aber so schnell nicht unterrichten. Man muss im Kloster positiv auffallen um die Aufmerksamkeit der Magiemeister zu erlangen, erst dann erhält man eine Chance. Und außerdem um irgendwann als Magier erwählt zu werden, was sich Nelean erträumte, musste man auch etwas Besonderes für die Kirche getan haben.
Nelean war also voller Tatendrang und so sehr vertieft in seiner Arbeit für die Gemeinschaft des Wassers, dass er auch in seiner freien Zeit die Bibliothek, die Gebetsräume, Wasch- und Gemeinschaftsräume mit dem Besen jeden Tag ausfegte und fielen ihm abgebrochene Fensterrahmen, kaputte Türschlösser oder sonstige Kleinigkeiten zum Reparieren auf, so erledigte er das mit sturer Hingabe für sein Werk. Ab und zu blätterte er auch in einem Buch aus der Bibliothek. Man muss halt seine Privilegien ergreifen wo man kann. Und die Bibliothek von Setarrif ist wirklich einzigartig.
Abends nach dem stärkendem Eintopf und dem Säubern der Ess- und Kochräume ging Nelean auch schon schlafen um morgens wieder fit zu sein.
Ein Tag in der Woche hatte der Novize frei und man sah ihn dann auch ab und zu mal in die Kneipe verschwinden um sich von den Strapazen des Alltages ganz genüsslich zu erholen.
Noch immer weis Xeratos überhaupt nichts über das was der Wirt ihn beauftragt hatte. Er wusste auch nicht wo die Wassermagiern sind noch wo sich diese Redsonja aufhaltet. Ihm blieb nichts anderes übrig als den Wirt danach zu fragen.
"Hey..." Xeratos überlegte kurz wie nochmal der Wirt hieß "Sarpedon, wo kann ich den Wassermagier von dem Drakk gesprochen hat finden? Und so wie ich es mir denken kann gibt es dort bestimmt Wachen, die mich sicher nicht durchlassen werden."
Er war etwas sauer, was man ihm aber nicht anmerkte, das man ihm immer noch nicht das geringste erzählt hatte, er musste schließlich vorsichtig sein in dieser Stadt. Man weis nie was passieren kann und sollte immer aufpassen wen man mit fremden vertraut, das hatte er schon lange gelernt.
Wo würden sie überhaupt hingehen? So wie es sich anhörte bereiten sie sich auf etwas wichtiges vor. Hoffentlich musste er nicht soviel kämpfen den, einerseits konnte er mit seinem kleinen Dolch nicht viel ausrichten und andererseits war immer noch der Schatten ihn ihm der ihn schwächt und ihm Alpträume bereitet. Lange zeit würde er das sicherlich nicht durchhalten, aber wie der Sarpedon gesagt hat würden die Wassermagier ihm erst helfen wen er etwas für - so wie der Wirt genannt hatte, die Bastillion des Widerstands getan hat.
Xeratos wollte erst das anhören was Sarpedon zu seiner frage antwortete und dann entscheiden was er als nächstes tun sollte.
Sarpedon
16.06.2012, 01:19
"Am schnellsten kommst du zu Tinquilius, wenn du einem der Novizen erklärst, dass du einen Heiler brauchst."
Riet Sarpedon dem mehr oder weniger Fremden. Dabei grinste er leicht schelmisch.
"Du wirst das schon an den Wachen vorbei schaffen."
Fügte er noch hinzu und klopfte Xeratos auf die Schultern, während er schon fast bereute, dass er ihn nicht hier in der Taverne schuften liess, denn der nächste Gast wollte bereits wieder etwas zu trinken, sodass der Wirt permanent am herum rennen war. Haris und Adson fehlten alle beide.
Auch wen er es hasste diese Worte auszusprechen, musste er es wohl tun “Danke für das Essen... ich mache mich dann auf dem Weg.“ Xeratos war sich nicht ganz sicher ob es Sarpedon gehört hatte, den er war voll beschäftigt sich um seine Gäste zu bedienen.
Er war schnell vor dem Eingang. Xeratos hatte keine größere Probleme um durch zu kommen. Als er drin war fielen ihm gleich die viele Magier und Novizen auf. Vielleicht würde er auch mal hier sein. Das wünschte er sich ihn diesem Moment, aber er hatte wichtigeres zu tun als ihn Träume zu versinken, er musste jemand nach den Magier suchen namens... Dingoilius.. Tinuilius.. nein das war es auch nicht.. Timguiliuz. Xeratos war noch nie gut in dinge merken, erst recht bei einen solchen Namen.. Tinquilius, ja das war der Name.
Xeratos ging zu dem am nächsten Novizen. Dieser saß auf dem Boden und hielt seine Hände zusammen, aber Xeratos wusste nicht was er machte.
Xeratos sagte “Ich suche den Magier Tinquilius.“
Der Novize machte keine Regung. Seine Augen waren immer noch geschlossen.
Xeratos sagte nochmal, aber diesmal lauter “Ich suche den Magier Tinquilius.“
Der Novize sagte leicht gereizt “Du störst mich bei meinen wichtigen Übungen.“
Xeratos antwortete “Ich suche ein Magier namens Tinquilius, kannst du mir sagen wo ich ihn finde? Ich muss ihm etwas wichtiges sagen. Außerdem brauche ich seine Hilfe.“
“Tinquilius? Der müsste im Haus der Magier sein, dort drüben. Wo genau er ist wirst du schon selbst herausfinden. Ich muss jetzt weiter machen“ Xeratos war nicht schlauer als davor. Dann muss er es selbst herausfinden. Er betrat das Haus der Magier und war erst mal beeindruckt. So hatte er es sich nicht vorgestellt. Aber er hatte wichtigeres zu tun als sich das ganze Gebäude anzusehen.
Nach langer zeit und etwas Hilfe von einem anderem Novizen stand er endlich vor dem Zimmer von Tinquilius. Xeratos klopfte an der Tür. Jetzt musste er nur hoffen das er da ist und Xeratos nicht nach ihm suchen muss.
Heute mach ichs. Ich geh jetzt dahin und frage einfach nach. Was wollen die schon tun? Mich erhängen, weil ich mich für die Stadt einsetze?
Die Klinge marschierte in voller Montur Richtung Palast. Heute Nacht wollte er endlich wegen der Arena vorsprechen. Würde er abgewiesen, so wüsste er zumindest, dass er anders vorgehen müsste. Der Soldat erreichte das Eingangstor zum gewaltigen Marmorbau seines Königs. Sofort hielt ihn eine Wache auf.
"Halt, Soldat! Was wollt ihr hier?"
"Ich begehre Einlass in den Palast. Ich muss bei seiner Lordschaft Ethorn vorsprechen."
"Bei Adanos! Ihr seid eine Klinge, jedoch bin ich nicht befugt euch Zutritt zu gewähren ohne genaueste Informationen. Warum müsst ihr dem König begegnen?"
"Ich muss mit ihm reden über die Arena. Das einst so wunderbare Bauwerk verfällt, das darf nicht sein. Ich möchte ihn bitten seine Zustimmung zur Restauration zu geben. Und wegen der künftigen Führung der Arena müsste ich auch nochmal einiges vortragen..."
"Nein, so geht das nicht. Ich kann euch nicht hereinlassen zu dieser Stunde. Meinen Kopf wäre ich los! Die Bürger sprechen erst wieder in einigen Tagen vor unserem Herrn vor. Warum fragt ihr nicht lieber den Hauptmann der Schwerter, der königlichen Leibgarde? Sicherlich findet ihr ihn gerade in der Sturzkampfmöwe. Redet mit ihm. Sein Name ist Taeris."
Olrik stockte. Den Namen hörte er nicht zum ersten Mal. Er wusste es, doch er erinnerte sich kaum.
"In Ordnung. Ich danke euch, Soldat. Adanos zum Gruße!"
Mit diesem Satz ging er fort, machte sich auf zur Taverne. Die Sturzkampfmöwe wirkte schon aus der Entfernung wie ein Hort von Trunkenbolden und Spielern, guter Küche und kühlem Met. Er freute sich jedesmal, wenn er dieses "kulturelle Zentrum" Setarrifs betrat. So war es auch dieses Mal angenehm die schwere Holztür beiseite zu schieben und begrüßt zu werden von Gelächter und Gegröhle. Die Möwe war proppenvoll. Wie sollte er hier das Schwert finden? Die Klinge stapfte zur Theke und bestellte einen Becher Met. Während er auf diesen wartete, ließ er schon seinen Blick schweifen. Den einen schloss er aus, den anderen auch. Er fand niemanden, der wie ein guter gestandener Kampfhund wirkte, erst recht keinen, der in verzierter Rüstung am Tisch saß. Doch...doch, doch, da war einer. In einer Ecke, recht versteckt saßein Kerl, der war anders. Das Gesicht wirkte bekannt, ja, in der Tat.
Taeris? Stimmt! Der Kerl von den drei, die Drakk retten wollten. Ja, das ist er. Ganz sicher! Dass er Schwert oder gar Hauptmann jener ist, hätte ich nicht erwartet, trotz seiner außerordentlichen Kampfesstärke.
Die Klinge nahm den Helm ab und begab sich mit seinem Met zum Tisch des vermeintlichen Hauptmanns. Er setzte sich hin und legte den schweren Bronzehelm auf dem Tisch ab. Nach einem guten Schluck seines Mets begegnete er dem fragenden Blick seines Gegenübers.
"Adanos zum Gruße! Ihr seid jener, den man Taeris nennt? Hauptmann der Königsgarde?"
"Der bin ich." entgegenete Taeris ohne ein Lächeln, doch mit gespanntem Blick.
"Ich muss mit euch sprechen. Die Arena der Stadt zerfällt, nachdem man sie ja bei der Revolution Siegmunds sprengte. Es kümmert sich keiner darum, keiner sorgt sich um sie. Ich möchte ihr helfen. Ich möchte, das sage ich offen, so es erlaubt wird, die Leitung dieser einst so mächtigen Arena übernehmen, wenn sie wieder fertiggestellt ist. Ich bin auch bereit für entstehende Kosten eines Baumeisters aufzukommen, der benötigt würde zur Restauration. Wegen diesem wichtigen Thema befrage ich euch, Hauptmann. Ich will der Stadt und unserem König dienen als Arenaleiter, will mich um die Arena sorgen wie um einen Zögling. Was sagt ihr? Was ist eure Antwort auf dieses Gesuch, das jeden Bürger von Setarrif etwas angeht? Die Arena ist ein großer Pfeiler des setarrifischen Stolzes und sie darf nicht in Schutt und Asche liegen!"
"Junge... Wie lang hast´n heute morgen für den Text geübt? Wolltest du das dem alten Mann persönlich vortragen?"
fragte er und konnte sich ein amüsiertes Grinsen nicht verkneifen, das er sogleich in seinem Bierkrug verbarg. Er glaubte sich dunkel an den Kerl erinnern. Olí.....rich.....Olri.... es lag ihm auf der Zunge. Olrik? Ja, so oder so ähnlich.
"Ich bin mir sicher, dass die Stadt auch mit intakter Arena irgendwann zerfällt. Aber meinetwegen. Meinen Segen hast du. Und mach dir mal nicht ins Hemd wegen der Baukosten. Frag mal beim Akademieleiter. Der hat sicher ein paar Goldstücke für die Nachwuchsförderung übrig. Aber sag ihm ´n schönen Gruß von mir. Nur für den Fall. Falls du noch helfende Hände suchst, frag jemanden der grade bei den Söldnern das Sagen hat um Hilfe. Die können sicher auch ein paar ihrer nutzlosen Leute entbehren. Sonst nochwas?"
fragte Taeris und schob den Krug ungeduldig vor sich auf dem Tisch hin und her, während er den Mann abwartend anblickte.
Redsonja
17.06.2012, 16:37
"Ja, ich werde wieder aufbrechen müssten."
Sprach die rothaarige Kriegerin zu ihrem Sohn, der gerade zufrieden an ihrer Brust saugte.
"Du wirst das schon schaffen. Ich habe Vertrauen in dich."
Dabei lächelte sie ihn innig an. Sie liebte ihr Kind, mehr denn ihr eigenes Leben und dennoch fand sie keine Ruhe dafür einfach bei ihm zu bleiben, obwohl ihr Rechter Arm noch immer gelähmt war. Erst die Fingerspitzen konnte sie manchmal bewegen. Aber sie durfte nicht ausser Übung geraten. Eines Tages würde sie Andreia Dimose zu sich rufen und dann musste sie bereit sein ihre Schulden zu bezahlen. Wenn nicht, dann würde Darjel jenen Tag nicht überleben. Diese Gewissheit hatte sie. Dennoch konnte sie sich nicht hinter der Pflicht verstecken. Denn sie besass den Drang das Schwert zu schwingen. Sie wollte kämpfen. Sie konnte nicht ausgeliefert sein.
Dann war Darjel fertig. Sie band ihn wie gewohnt vor ihre Brust und machte sich auf in die Wirtsstube.
Endlich waren die Sturmfronten über der Ostküste Argaans einmal aufgerissen und bescherten den Setarrifern jetzt einen wunderschönen Tag mit blauestem Himmel, seichten, warmen Briesen und ein paar vereinzelten puffigen Wölkchen. Es war alles in allem völlig idyllisch und so war es nicht verwunderlich, dass Kilijan mit Iain die Felsenterassen vor dem Haus der Magier heruntergegangen war, sich dort mit einem lauten Seufzen im Gras platziert hatte und jetzt etwas gedankenverloren auf das ewige Blau hinaus blickte und einfach den Tag genoss.
Im Hintergrund zwischterten ein paar Vögel und Kilijan war es gerade überhaupt nicht unangenehm, dass die beiden Männer mal ein paar Momente schweigend den Nachmittag genossen, anstatt immer nur komprimiert ein paar Momente mit einander zu sprechen und dann wieder auseinander gingen, um sofort weiter zu arbeiten. Irgendwer hatte mal gesagt, dass mit jemandem schweigen zu können, eine ganz besondere Beziehung voraus setzte. Der Magier konnte dem nur beipflichten, dieses hohle Geplapper, was einige Leute immer und immer vor sich her trugen, nur um ja nie schweigen zu müssen, ging ihm gewaltig auf den Zeiger. Entsprechend oft übte er sich in Einsamkeit. Schließlich begann er aber doch zu sprechen.
"Die Telekinese ist ein wunderbares Werkzeug. Sie kann dich aus brenzligen Situationen befreien, Leuten helfen oder einfach den Alltag vereinfachen. Ich kann nur empfehlen, sie in deine täglichen Arbeiten zu integrieren - es ist die einfachste Art, jeden Tag ständig Magie zu wirken und so seine magischen Fähigkeiten zu üben. Jeder Magier hat eine eigene Art, diesen Zauber durchzuführen, aber eines haben sie alle gemeinsam: Es ist der Einstieg darin, Magie an Materie zu binden. Wenn Du ein Licht erschaffst, ist das ganze Konstrukt schiere Magie. Ebenfalls magisches Feuer besteht aus nichts anderem. Bei der Telekinese aber musst Du auf die eine oder andere Art deine zugreifende Magie an die Materie des Objekts koppeln, um sie bewegen zu können. Das wird deine Hauptaufgabe sein." Wieder verstrichen einige Moment in Stille, während Kilijan sich streckte und etwas aufrichtete. "Konzentriere dich genau auf diesen Ast hier. Ich werde ihn jetzt magisch anheben. Versuche, der Magie zu folgen - und sag mir dann, was Du siehst."
Iain genoss den Wind der durch seinen Bart fuhr und die frische Lufte die seine Lungen erfüllte. In dieser gemütlichen Umgebung fiel es ihm leicht Kilijans Aufforderung nachzukommen und es bedurfte nur einiger Momente ehe er sein magischen Auge erweckt hatte. Konzentriert musterte er die Ströme um sie herum und den Ast neben ihnen. Dann begann es. Von der Hand des Hofmagiers die gen Ast zeigte gingen sanfte Wellen aus, als wäre ein Stein in einen Fluss gefallen, die sich langsam dem Holz näherten. Alles was sie berührten begann zu pulsieren und die langsam umherziehenden Schwaden magischer Energie begannen im Einklang mitzuschwingen und gen Ast zu wandern. Immer stärker und schneller wurden die Schwingungen die sich teilweise zu überlagern begannen. Schlagartig endete die rasche Bewegung und hinterließ einen staunenden Novizen, der Mühe hatte seinen Mund geschlossen zu halten.
"Ähm..also...", stammelte er los als ihm einfiel, dass sein Meister ihn danach gefragt hatte was er sah. Einmal tief durchatmend später wagte der Braunhaarige einen neuen Versuch. "Ich konnte sehen wie ihr eure magische Kraft in Richtung des Astes sandtet und darum ein....N..etz...ja es sieht aus wie eines unserer Fischernetze nur ohne die dicken Knoten. Wie auch immer. Das Geflecht umschließt das Holz vollkommen und ist durch einen konstanten Strom einem Seil gleich mit euch verbunden." Mit skeptischem Blick fuhr er fort. "Nur bin ich nicht sicher wie ihr es in der Luft haltet. Etwas weiches, wie ein Netz ziehe ich nach oben. Etwas stabiles wie ein Fass hebe ich von unten, doch hier passt keines von beidem. Es sieht eher aus als hieltet ihr ein...Tablett. Jedoch in einem merkwürdigen Winkel."
Kilijan lächelte zufrieden. Die Herkunft Iains aus der Fischerei war unverkennbar, und alle das machte dem Magier gute Laune. Es war schön, mit bodenständigen Leuten zu arbeiten und nicht zuletzt frustrierte er selbst gerade seine Lehrerin Melaine mit den sturen Augen eines Schmiedes. "Sehr gut, ja, ich umschließe den Ast mit Magie und tatsächlich ist es auch diese Magie, die den Ast bewegt. Der entscheidende Punkt ist aber, was ich mit dem Ast selbst mache. Dies ist dir vermutlich entgangen, weil Dich die große Menge an Magie abgelenkt hat, wogegen das, worauf ich hinaus will, eher subtil passiert: Ich webe in den Ast zu allererst etwas Magie ein. Wenn ich nun von außen ein magisches Feld aufbaue, das in seiner Harmonie dieser Magie entgegen steht, stoßen sich die beiden ab. Und wenn die Magie im Ast an die Materie gebunden ist, dann bewegt der Ast sich mit. Es ist ähnlich wie mit zwei Magneten, deren gleichsinnige Pole sich abstoßen."
Kilijan setzte sich jetzt richtig auf, um mit seinen Händen seine Worte unterstreichen zu können. "Ich möchte zuerst folgendes mit Dir versuchen: Ich werde in den Ast Magie einweben und sonst nichts tun. Ich möchte, dass Du die Natur dieser Energie erspürst und dann versuchst, von außen eine Magie dagegen prallen zu lassen, die sich mit der erfühlten deiner Empfindung nach am schlechtesten in Harmonie bringen ließe."
Magne...was? Iain wusste nicht was sein Meister damit meinte, doch kam ihm der Rest des Konzeptes sehr vertraut vor. Wenn sich seine Großtante Olga, Adanos habe sie selig, mit etwas verwoben hat - etwa einer großen Flasche Rum - wirkte sie auch auf alles oder besser gesagt alle äußerst abstoßend. Doch behielt er diese Anekdote lieber für sich. Vielmehr nickte er dem Hofmagier zum Zeichen zu beginnen. Einige Herzschläge verstrichen ehe das Schauspiel begann. Sanfte Wellen breiteten sich von Kilijans Hand in Richtung des Astes aus, doch...diesmal fehlte etwas.
Das ist mein Kommando, murmelte er vor sich hin und sandte ein Rinnsal seiner eigenen Magie in Richtung des Asts, die im Wesentlichen von Neugier beseelt war. Wie soll ich herausfinden was mit dem Ast disharmoniert. Zunächst beschloss der Novize seine Energie, gleich einem magischen Licht ohne sichtbare Manifestation, um das Holz kreisen zu lassen. Es geschah nichts. Immer wieder streckte er seine Fühler zum einen oder anderen Ende, doch das Wesen des Ziels blieb ihm verborgen. Gerade als er seinen Mentor um Hilfe bitten wollte fiel dem Fischer etwas auf - die Aura des Astes schien einen Lidschlag lang kaum merklich zu pulsieren. Wie hab ich das gemacht? Weitere Zeit verstrich ehe es sich ihm offenbarte. Während seiner Untersuchungen hatte seine Stimmung häufig gewechselt - von Neugier, über Ratlosigkeit bis hin zu Wut oder Resignation. Dabei hatte das Wesen des Asts unterschiedlich reagiert. Mal schien es zu korrelieren mal gegeneinander zu arbeiten oder es passierte schlicht gar nichts. Harmonie...abstoßen. Natürlich. In Windeseile erprobte er seine These. "AAAARGH!", schrie der Bärtige wütend und ballt die Hand zur Faust.
Es dauerte einen Moment ehe er begriff was er getan hatte. "Entschuldigt...ich glaube ich habe mich hinreißen lassen." Ist der blöde Ast wenigstens vom Fleck gekommen?
Joe Black
18.06.2012, 10:10
Dutzende Menschen drängten sich lautstark aneinander vorbei. Teilweise mit gefüllten überschwappenden Bierkrügen bewaffnet oder auch mit Tellern voller leckerer Speisen.
Es war laut, verraucht und roch streng. Wie in einer gut besuchten Taverne mittleren Standes nun mal üblich. Von eifrig plappernden Händlern bis zu energisch fluchenden Söldnern, von grunzenden Bauern bis zu gackernden Weibsbildern hier gab es alles.
Die Tische waren gut besetzt, wer keinen Platz hatte stand oder nahm sich den Platz eines schwächeren. Da es bereits später Abend war und nur noch spärlich Tageslicht des doch eher kläglichen Sommers durch die verschmutzten Scheiben drang, waren die meisten Kerzen der Taverne bereits entzündet. Im hinteren Ecken, nahe des Kamins stand ein Barde und hämmerte in die Seiten seiner Laute.
Sein Kehlkopf sprang auf und ab während er mehr schreien als wirklich singend eine Ballade über einen Mann sang, der vor Jahren wohl Teil der Innosler Gemeinschaft in Khorinis war. Spike Spiegel, ein Mann so stark involviert in den Machenschaften der Kirche und im Geiste doch so sündig wie ein jeder Besucher der roten Laterne.
Black sass mit seinem Kumpanen Syrus an einem Tisch der mittig des Raumes positioniert war. Da es sich um einen der längeren Tische handelte, gut sieben Personen konnten sich pro Seite auf die Bank drücken, wurden die beiden im Vergleich doch recht dunkel gekleideten Krieger kaum beachtet.
Die Beachtung galt da schon eher der holden Dame links von Syrus. Sie hatte eine rote Mähne die wild aus Ihrem Kopf wucherte, Brüste so gross wie die Euter einer Weltklassenmilchkuh, und Augen so blau wie der Ozean. Gut, öffnete Sie ihren Mund entfleuchte ihr eine krächzende Stimme die einem bei jedem Wort einen Schauder über den Rücken laufen liess. Aber fürs reden wurde Sie ja eigentlich auch nicht bezahlt. Zumindest nicht von Joe oder Syrus.
Der Mann der Ihr gegenüber sass hatte den einfachen Namen Mehmet Djafi. Er war früher einmal ein Grosshändler der Wüste.
Eine bekannte Person unter den Nomaden sowie den Einwohnern von Bakaresh. Doch wie viele anderen musste auch er seinen Einfluss und seinen Reichtum fallen lassen um seine eigene Haut zu retten.
Jedoch hatte es ihm gereicht hier neu Fuss zu fassen und sich wieder etwas aufzubauen. Sklavenhandel auf dem Schwarzmarkt war hier das richtige Stichwort.
Sicherlich, Mehmet gehörte nicht zu den Drahtziehern des Untergrunds für Sklavenhandel. Jedoch war sein Einfluss diesbezüglich gross genug um anderen Leuten auf den Fuss zu treten. Einer dieser schwer belasteten Füsse war der Fuss von Ursula Schmidt einer bildhübschen Blondine die Ihr Gold mit dem Handel von Rauschgift und Glücksspiel verdiente. Sie war es auch die Joe und Syrus auf diesen Auftrag ansetzte. Der Hintergrund Ihrer Wut auf Mehmet bezog sich scheinbar auf Machtspielchen die mit den geheimen Handelskarawanen der Schmugglergruppierungen zu tun hatten.
Wer diese Karawanen kontrollierte, kontrollierte teilweise die preise der geschmuggelten Wahren. Und hier pfuschte Mehmet Ursula anscheinend ins Werk.
Vor acht Tagen wurde Black durch einen Boten zu Ursulas Villa gerufen wo er auch Syrus traf.
Die beiden hatten schon einmal miteinander gearbeitet, doch dies war Monate her und verlief damals zwar spassig jedoch auch recht blutig. Für Black war dies weniger schlimm, doch Syrus schien nach dem Job Abstand vor dem Beliarskind gebraucht zu haben.
Ob es nun das viele Gold war oder reine Sympathie Syrus willigte ein den Auftrag mit Black zu absolvieren.
Seither hatten sie allerlei Informationen gesammelt.
Sie wussten vieles über die Gewohnheiten Ihres Ziels, mit welchen Personen er zu tun hatte, für was er Gold investierte und vor allem, auf welche Art Frauen er es abgesehen hatte.
Joe Black
18.06.2012, 10:41
Mehmet konnte seine Augen kaum von den Rundungen der rothaarigen abwenden, und falls es ihm doch gelang, verlor er sich rasch in Ihren lüsternen Blicken.
Er frass ihr aus der Hand dies sah ein jeder der keine Tomaten auf den Augen hatte. Runde für Runde spendierte er ihr köstlichen und teuren Beerenmet. Runde um Runde benebelte er so auch sich selbst.
Mit glänzenden vom Rauch seines Tabagstängels rötlich angelaufenen Schweinsäuglein gierte er förmlich nach Ihrem nackten Leib. Und Sie verstand es sich in Szene zu setzen.
Immer wieder zupfte Sie unschuldig an der neckisch ins Gesicht fallende Haarlocke, leckte sich sinnlich über die vollen und blutroten Lippen und sobald ihr Met überschwappte und einige Tropfen in Ihren Ausschnitt kullerten, strich Sie die Tropfen galant mit dem Finger auf um diesen anschliessend in den Mund zu stecken und daran zu saugen.
Mehmet Diafi konnte sich kaum halten.
Mit einem seidenen bestickten Tuch wischte er sich immer wieder Schweiss von der Stirn. Oh wie sehr begehrte er Sie, wie sehr wollte er sich an ihr vergehen, sie zureiten wie die unschuldigen Sklavinnen mit den knopfbraunen Augen aus seinen Lagern. Er wollte sie weinen sehen, sehen wie sie unter seiner Manneskraft zerbrach.
Mehmet erhob sich ächzend, lächelte der Dame dabei jedoch freundlich zu und wandte sich zu seinen drei Leibwächtern hinter ihm .
„Ein Zimmer, gross und prächtig, am besten eines das …etwas abseits liegt…wo ich ungestört sein kann. Los los! „
Einer der Männer nickte untertänig und verschwand eifrig aus der Taverne. Syrus erhob sich einen Augenblick später und folgte dem Mann unauffällig. Joe hingegen kratzte weiter scheinbar gelangweilt den Dreck unter seinen Fingernägeln hervor und nippte an seinem schalen Bier. Er wusste auf was es hinauslaufen würde.
Solche Aufträge langweilten ihn bereits seit längerer Zeit. Und doch, seit seiner Ankunft auf dieser Insel, seiner teilweise Tätigkeit als Bandit oder Räuber, Kidnapper und Leibwächter war der Job als Kopfgeldjäger und Auftragsmörder der beste seit seiner Zeit als Assassine.
Meist konnte er alleine arbeiten, oder halt im Team mit Leuten die Ihn in Ruhe liessen, fürchteten oder nach den Aufträgen nicht mehr Lebten.
Syrus gehörte wohl zur ersten Gruppe…oder doch zur zweiten? Egal, solange er Joe bei der Arbeit nicht störte und ihm nicht auf den Sack ging, würde er wohl nicht zur Gruppe drei Gehören.
Joah, man könnte sagen das Black den Typen ganz gut leiden konnte.
Feststand jedoch für den ehemaligen Assassinen , dass er nach dieser Mission zum Kastell zurück kehren würde.
Der Sinn seiner längeren Abwesenheit von einem Heime bestand ja darin die Insel, Ihre Bewohner und vor allem Ihre Politik kennenzulernen und das wichtigste zu lernen.
Seine Reise hatte nun genügend Monate gekostet und er war bereit den nächsten Schritt zu gehen. Dies beinhaltete vor allem das steigern seiner Fähigkeiten. Zu oft hatte er in den Büchern der Bibliothek im Kastell geschmökert. Gelesen welche Kräfte es den treuesten aller Diener des Schattenlords zuteil wurden und sich daher ausgemalt zu welch imposanten Krieger Beliars er heranwachsen würde.
Unter der richtigen Anleitung natürlich. Und diese, so erhoffte er sich, würde Ihm sein Meister Ardescion zu teil werden lassen .
Die Bande die zwischen den beiden bestand war noch immer von ununterbrochener Loyalität gebunden. Seit damals in Bakaresh….als DraconiZ und Berash an Ihm zweifelten…als Cherubael noch in Ihm lebte….
Unsanft rempelte Ihn die Rothaarige von der Seite an als Sie aufstand um sich mit Mehmet Diafi und seinen Gehilfen aus der Taverne zu begeben. Verärgert über seine Nachlässigkeit und dankbar für Ihr kurzes Zeichen erhob sich auch der Streiter Beliars von seinem Platz. Um Ihnen in die inzwischen eingekehrte und dunkle Nacht zu folgen.
Joe Black
18.06.2012, 11:28
Auf den Strassen herrschte noch reges Treiben. Viele Trunkenbolde , teilweise Arm in Arm , torkelten singend und rülpsend mit roten Gesichtern durch die Strassen. Hier und da marschierten Wachen mit erhobenen Fackeln und mahnenden Mienen.
Dirnen in kurzen Kleidern und weit geöffneten Blusen lehnten sich an die alten Gemäuer und pfiffen jedem nach der nach einigen Münzen aussah.
Black hielt einige dutzend Schritte Abstand zu seiner Beute.
Diese wiederum achtete nicht auf die Dinge die sich um Sie herum abspielten. Nein, Mehmet hatte nur Augen für die Milchkuh.
Seine Männer jedoch, einige Schritte hinter ihm stolzierend, versuchten möglichst alles im Auge zu behalten. Immer wieder zeigte der Bärtige von Ihnen dem kleineren worauf er zu achten hatte, ein Indiz dass er wohl noch ein Frischling in Diafis Truppe war. Eine Information die Joe und Syrus eigentlich schon im Voraus gehabt haben sollte.
Langsam entfernten sie sich von den gehetzigeren Strassen und folgten einer dünnen gepflasterten Strasse die zu einem Platz führten der Menschenleer war. Ein Brunnen mit eingemeisselten Steinvögeln jedoch ohne ein Tröpfchen Wasser in seinem Bauch thronte mittig des Platzes. Umgeben von zwei Holzbänken und einer alten stämmigen Eiche. Zwischen en Blättern drang das Licht des Mondes, der am wolkenlosen Himmel erstrahlte herab und warf flackernde Schattenmuster auf den Boden.
Black selbst war zu diesem Zeitpunkt bereits auf einem der Dächer rechts der Eiche angelangt und schob sich langsam und ruhig über die Ziegel. Dort kauernd beobachtete er konzentriert jede Bewegung und Regung und lauschte den Worten der Unwissenden.
„Oh Schönheit! Oh …Ooooooooh! Ich will deine Brüste liebkosen, meine flinken Finger an dir arbeiten lassen, spüren wie du aufjauchst wenn ich dir meine Manneskraft offenbare.“
„Hihihi, ah Lord Diafi…hihihi..Ihr seit ein solcher Lüstling…hihihihi..!“
„Herr! Da kommt Therko!“
„Häää? Was?“
„Therko mein Herr..Ihr habt ihn geschickt um eine Bleibe für euch zu suchen .um…um euch zu amüsieren Herr..“
„Ach so ja, Therko, hrmpf, warte meine teuerste, ich habe uns ein Gemach vorbereiten lassen, dort sind wir ungestört. Da seht! Mein Diener ist zurück, er wird uns führen!“
Die Gruppe kam wieder in Bewegung.
Trottete langsam los gen Norden, sicherlich zu dem abgelegenen Haus an dessen Tor bereits eine Fackel entzündet war. Dort könnte Mehmet ungestört seiner gewaltsamen Neigung Freilauf lassen.
Ein galanter Sprung vom Dach, hinab auf eine breite Kiste, dort zuerst abfedernd in die Hocke sinkend um noch vorne zu hechten und sich in den nächsten Schatten abzurollen und schon war er wieder an seiner Beute dran.
Black fletschte die Zähne, er mochte diesen Moment, so kurz vor dem Blutvergiessen. Die Spannung stieg, seine Muskeln spannten sich an und sein Herzschlag wurde langsamer. Der Neuling sowie Therko standen am Eingang des Tores und hielten Wache. Mehmet und die Rothaarige marschierten ins Haus. Sie wurde jedoch langsam unruhig und blickte zweimal prüfend nach hinten in der Hoffnung Black zu sehen und sich nicht in Ihr Hösschen scheissen zu müssen.. Doch sie sah nichts…bemerkte langsam dass Sie auch nichts wusste.
Sie wurde dafür bezahlt diesen Mann zu umgarnen, nicht wissend zu welchen Taten er fähig war, nicht wissend, wann und wie Ihre Auftraggeber aus welchen Gründen auch immer zuschlagen würden. Nur, dass sie Ihr Spiel immer weiter spielen musste bis es vorbei war um anschliessend den zweiten teil der Summe zu kassieren.
Die Türe schloss sich hinter Ihr, der dritte Wachmann öffnete eine Tür die zum Schlafgemach führte, schloss diese als sie und Mehmet eingetreten waren und hielt vermutlich davor Wache.
Sie versuchte die Unbehaglichkeit in ihr zu Verstecken. Versuchte weiter verführerisch zu lächeln.
Doch als Sie Mehmet ins Gesicht blickte, wich ihr alles Blut aus dem Gesicht und sie erblasste. Der Mann der bis eben noch flirtete und geiferte, schien nun bedrohlich finster mit einem unheilvollen kalten Blick auf sie zu stieren. Sie spürte alle Instinkte in Ihr schreien, RENN! RENN!.... Doch der finstre Mann aus ferner Lande stand bereits bei Ihr, seine Hände umschlangen eisig Ihren Hals und pressten die Luft weg.
Ihre Kräfte schwanden, sie fühlte sich benebelt. Er drückte sie auf einen Stuhl, sie sah verschwommen wie er sie festband. Sie wollte schreien, doch kam nur ein Krächzen aus ihrem Mund…
Manch eine schwierige Aufgabe mochte die Nerven des Ausführenden sehr strapazieren, doch sie ließ einen auch nicht in der Zeit los, die man anderen Dingen widmen wollte. Ganz so war es auch bei Turang, der auch in seiner Tätigkeit als Buchhändler nicht wenige Gedanken daran verstreichen ließ, was die Geheimnisse waren, die er den Strömen der Magie entlocken konnte. Er hatte in den vergangenen Tagen viel Zeit damit verbracht, sich darin zu schulen, auch an weniger magie-affinen Orten als dem Königsplatz zu erscheinen mit dem Resultat, dass dies einen ebensolchen Tribut forderte, wie ihn schon der grundlegende Teleport abverlangt hatte, doch in der Erschöpfung, die Turang oft ereilte, schwang auch die Zufriedenheit mit, seine Schritte auf ein größeres Ziel zu gehen, auch wenn es nur ein kurzer Rastplatz auf seinem Weg sein mochte, dessen Ziel er vielleicht niemals erreichen konnte.
Vermutlich stimmte sogar, was viele Existenz-Theoretiker meinten, dass der Weg das Ziel sei, denn bei allen Strapazen fühlte sich der Adept bei seiner Aufgabe doch wohler, als wenn er sie ruhen oder gar schleifen ließe. Es war schon etwas Seltsames mit der Magie...
Joe Black
19.06.2012, 08:24
Black huschte langsam und vorsichtig von Schatten zu Schatten. Sein Blick hatte er wachsam auf die Wachen gerichtet. Sie waren definitiv nicht diszipliniert genug für diesen Job. Oder Mehmet hatte einfach keine richtigen Feinde. Gelassen und ausgiebig plauderten die beiden seelenruhig an die Mauer gelehnt miteinander über die Götter und die Welt.
Joe hingegen presste sich flach an eben dieses Gemäuer und schob leise einen Fuss vor den anderen, immer darauf Bedacht keinen Lärm zu verursachen. Allerdings hätten die beiden Dumpfbacken wohl auch nicht bemerkt dass er sich anschlich, auch wenn er auf den Schultern eines Ogers sitzend angetrampelt gekommen wäre.
Als er schon fast am Ende des schattigen Teils angekommen war hob er einen grösseren Stein von Boden auf und warf Ihn gekonnt und wuchtig an einen kleinen Fels kurz vor dem Haus der aus einer Böschung ragte. Ein lautes Klack hallte so zu den Wachen herüber.
Doch die beiden reagierten nicht einmal! Nicht einmal zögerlich, oder gar halbherzig verwundert… Nichts, nicht das geringste Interesse…
Black ärgerte sich anhand solcher Dreistigkeit, wie konnten die beiden sich als Söldner oder Leibwächter aufspielen und über so wenig Instinkt verfügen?
Der ehemalige Assassine besann sich und schluckte seinen unnützen Ärger herunter. Eigentlich sollte es ihm ja recht sein. Langsam liess er sich in die Hocke fallen. Seine Hände , hinter dicken Lederhandschuhen verbogen, drückten sich in die feuchte Erde neben dem gepflasterten Weg.
Langsam tatstete er sich aus dem Schatten heraus der Mauer entlang, dann nur wenige Schritte hinter der ersten, ihm den Rücken zugewandte Wache , glitt er aus der Hocke nach Oben und zog mit viel Schwung einen kleinen Holzknüppel über die Schädeldecke des Mannes. Es knackte und knirschte ehe der Mann röchelnd zu Boden ging.
Joe kannte dieses Geräusch, der arme Kerl hatte durch den Aufschlag wohl zu heftig die Zähne aufeinandergeschlagen. Wenn er also später erwachte, würde er erstmal den Schaden in seinen Mund richten lassen müssen.
Die zweite Wache, blickte Black entrüstet und fassungslos mit weit geöffneten Augen an, noch gar nicht realisierend was vor einem Wimpernschlag mit seinem Kumpel passierte.
Dann schien er sich zu besinnen und griff nach der Klinge die sorglos an die Mauer gelehnt stand. Joe preschte nach vorne und schlug mit dem Knüppel auf das Handgelenk des Mannes. Dieser heulte vor Schmerz auf und zog seinen Arm schützend zu seinem Körper zurück.
Seine Augen waren nun Hasserfüllt und beschuldigend auf Joe gerichtet. Er wurde unruhig, weil er nicht wusste wie er zu reagieren hatte, nicht wusste was er tun sollte. Also begann er lauthals um Hilfe zu rufen. Black knurrte verärgert, den bis eben hatte er noch gehofft dass das Jaulen des Mannes eventuell nicht gehört worden war.
Nun jedoch war sein Überraschungsmoment im Eimer.
Flink trat er dem Mann gezielt gegen sein Schienbein, so dass er nicht anders konnte als sich zu Boden fallen zu lassen. Joe holte Schwung und knallte auch Ihm per Rückhand den Knüppel an den Kopf.
Dann drehte er sich gen Innenhof, liess den Knüppel fallen und zog die „Träne der Wüste“ aus seiner Scheide. Die schwarze Klinge glänzte Matt im Schein der Fackel und Joe spürte Ihren Durst nach Blut.
Voller Vorfreude hämisch grinsend stolzierte er durch den Hof zum Haus und trat dort wuchtig die Türe ein.
Joe Black
19.06.2012, 17:23
Im Haus war es Still und dunkel. Joe schloss die Türe hinter sich und versuchte seine Augen an die dunkle Umgebung zu gewöhnen. Er hörte etwas, Schritte… etwas schleifendes…
Dann erblickte er Syrus. Lächelnd und siegessicher ging er auf den ehemaligen Assassinen zu, seine linke Hand zog einen Körper hinter sich her.
Joe senkte seine Klinge und erwiderte das Lächeln. Dann flüsterte er:
„Syrus! Wie ich sehe hast du Wache Nummer drei ausgeschaltet! Ausgezeichnet, und wie sieht es mit Fenstern und weiteren Türen aus?“
„Sämtliche Ausgänge ausser dieser Hauptausgang sind von mir gesichert worden Joe. Diafi kommt hier nicht heraus, es sei den, wir lassen Ihn direkt durch die Haupttüre entwischen.“
„Sehr gut gemacht mein Freund. Dann wird sich die Sache wohl schnell erledigt haben, und wir beide können uns auf die Heimreise begeben, hrhrhr. Wo steckt der Lustmolch?“
„Im Schlafgemach, zweiter Stock, ich glaube die Hure ist bereits Tod. Du hast einen ziemlichen Lärm veranstaltet…“
„Hrmpf, ich bin fürs töten geschaffen Syrus, dieses Leute aus dem Verkehr ziehen ohne ihnen ernsthaft zu schaden liegt mir einfach nicht. Ein sorgfältig angesetzter Hieb, und die beiden wären leise röchelnd an ihrem eigenen Blut erstickt. Mit einem Knüppel zu arbeiten ist wie…wie…wie wenn du einem Barbier sagen würdest er solle mit einem Hammer operieren..“
Syrus verzog amüsiert sein Gesicht und winkte Black zu sich herüber. Zusammen huschten sie vorsichtig die Treppe hinauf. Es war Still, zu Still…Diafi musste etwas planen. Als Sie vor der Türe angekommen waren positionierte sich Syrus hinter Joe, während dieser langsam und vorsichtig die Türe öffnete.
Im Raum dahinter, einem wirklich prächtig eingerichteten Schlafgemach stand ein Stuhl mittig des Zimmers. Darauf sass, zusammengesackt und blutverschmiert die rothaarige Dirne.
Syrus schob sich direkt nach Joe in das Zimmer, beide hatten ihre Schwerter erhoben, bereit damit den Tod zu bringen. Doch weder der Beliarsgezeichnete noch der Kopfgeldjäger aus Sertarif konnten ausmachen wo sich Diafi aufhielt.
Jedoch verspürten beide eine unangenehm kühle Brise auf der nackten Haut. Joe blickte seinen Gefährten kurz mahnend an, beide wussten Sie was dies bedeuten konnte, jedoch sprachen die Informationen die sie gesammelt hatten in keinster weise dafür…
Vorsichtig machte Syrus zwei Schritte nach vorne, die Klinge dabei angewinkelt über seinen Kopf gehalten.
Mit der freien Hand tätschelte er an die Wange der Dirne, als sie nicht reagierte zuckte er mit den Schultern und wandte sich wieder zu Joe.
Just in diesem Moment schnellte die Dirne nach vorne, ihre Hände umfassten Syrus sichtlich überraschtes Gesicht und ihre verkrampften Finger schabten tiefe sofort heftig blutende Furchen in sein Fleisch.
Joe selbst brauchte einen Moment um sich zu fangen, denn die Dirne war nicht mehr sie selbst.
Weisse gründlich schimmernde Augäpfel : Graublaue, von Adern durchzogene ledrige Haut. Sprödes Haar, zersaust und teilweise ausgefallen… so sah Ihr Antlitz nun aus. Nichts war mehr von der Schönheit geblieben die Sie einst so erstrahlen liess.
Der Assassine sprang nach vorne und hämmerte Ihr den Knauf seiner Klinge direkt gegen die Stirn. Doch anstatt Syrus loszulassen, klammerte sie Ihren eisernen Griff nur noch fester in das Gesicht des leidenden Mannes.
Ihre Beine umschlangen Ihn wie ein Crawler der seine Beute erlegte. Der Kopfgeldjäger röchelte, versuchte mit seinen Händen die Klauen aus seinem Fleisch zu ziehen, doch schien der so starke und gut gebaute Krieger nicht gegen die Kraft der gewandelten Dirne anzukommen. Welch Hexenwerk war hier am laufen?
Joe riss sich aus seiner Starre und stellte sich hinter die Kreatur. Mit beiden Händen krallte er sich in ihre Haar und riss so kräftig er konnte nach hinten.
Doch egal wie sehr er sich anstrengte, er schaffte es nicht sie von seinem Kumpanen zu lösen. Die Versuche von Syrus sich von der Kreatur zu lösen schwächelten derzeit immer weiter ab. Zu sehr blutete er aus diversen Gesichtswunden, zu sehr eröffnete sein Körper ihm eine Welt voller Leichtigkeit.
Dann riss er seine erschöpften Augen noch einmalt weit auf, ein wütendes Brüllen ertönte aus seinem Rachen und Syrus sowie die angeklebt wirkende Furie erhoben sich vom Boden. Er rannte einige Schritte nach vorne, sprang durch die Luft, drehte sich dabei so dass die Furie und er den Platz tauschten und knallte wuchtig gegen die Wand.
Dann war Ruhe. Black blickte nach vorne und sah Syrus zusammengesackt, hinter ihm die Dirne ebenfalls zusammengesackt an der Wand hängend.
Es war eine Art Waffenwand, an dem der Hausherr erlesene Stücke zur Dekoration gehängt hatte. Der Kopfgeldjäger hatte dies wohl bemerkt und sich mitsamt seinem Übel gezielt gegen einen massiven metallenen Speer geworfen.
Ein Klatschen ertönte in der Stille und Black schrak herum.
Mehmet Diafi stand plötzlich im hinteren Ecken des Zimmer und applaudierte sichtlich erfreut über dieses Schauspiel.
„Ahhh welch Heldenmut! Nicht schlecht euer Freund. Nicht vielen gelingt es so mit einer von mir Gezeichneten so fertig zu werden. Nein nein, normalerweise ereilt Sie der Tod ohne grosse Gegenwehr. „
„Gezeichneten? Diafi…Ihr seit ein Magier? Ich…wusste nichts davon..:“
„ Natürlich nicht Jäger, Ihr seit ein Narr! So wie euer Freund! Nichts Wissend seit ihr mir gefolgt und habt blind, die Augen voller Goldgier nach eurem Verderben gesucht. Warum denkt ihr hat Ursula euch ausgewählt und nicht irgendwelche zweitklassigen Söldner? Meint ihr solche Söldner hätten es nicht ebenfalls geschafft meine stümperhaften Wachen zu überrumpeln und mich zu stellen? Oder ist euer Ego so abgehoben, dass Ihr wirklich denkt ihr hättet heute grosses geleistet?“
Black verstummte, die Worte des Sklavenhändlers ergaben Sinn. Es war alles viel zu einfach und offensichtlich gewesen, und jetzt zeigte sich was hinter der Oberfläche schlummerte. Ursula hatte ein falsches Spiel gespielt.„
Mehmet lief zwei Schritte nach vorne. Die Hände ineinandergelegt und sanft lächelnd. Je näher er kam desto stärker verspürte Black den Drang Niederzuknien. Er wollte nicht, wieso auch. Denoch konnte er sich nicht dagegen wehren. Langsam unter widerspenstigem Zittern machte sein Körper wogegen sein Geist rebellierte. Er ging auf die Knie.
„Ja so ist es brav mein Kleiner Hampelmann. Ein ganz böser Junge bist du, jaaa so ein böser böser Bube, hrhrhrhr.
Es amüsiert mich dich so zu sehen Joe Black, dich den Mann den ich damals schon in Bakaresh des Öfteren gesehen habe. Jaja, du warst keine Legende oder so, aber man kannte dich und deinen, sagen wir, blutigen Ruf. Guter Krieger, loyal gegenüber den Priestern Beliars. Ehemaliger Träger eines Dämons zweiter Klasse! Dein Körper würde einen guten Wirt abgeben….ich könnte einiges mit dir Probieren.. Fusionen mit Geistern und Dämonen, Seelengefängnisse für Drakhüls und Feenthes. Jaja, wir beide könnten eine Menge Spass haben…
Aber du hast Glück, deine Seele gehört Ihm..“
Er zeigte mit seinem rechten Zeigefinger in die Schatten
„…jaja, seine Untergebenen, die Magier des Zirkels, seine Schattenwesen sie alle schreien nach deiner Seele. Würde ich Sie für mich beanspruchen, oh sie würden mich jagen!
Nein, nein, ich mag die Dinge wie sie sind. Ich betreibe meinen Sklavenhandel, experimentiere im Verborgenen und reife von Woche zu Woche. Doch wer weiss, in ein paar Jahren muss ich vielleicht nicht mehr so demütig sein. Dann werden sie es vielleicht sein, die mir gegenüber Demut empfinden…..“
Er stand noch eine weile nachdenklich vor Black und musterte Ihn. Dann nickte er ihm zu und sagte:
„Der Bann wird brechen sobald die Sonne aufgeht, dann wirst du dich wieder Bewegen können. Wie du diese Sache Ursula erklären willst weiss ich nicht, besser du gehst deine Wege, die Ziege kann sehr missgünstig sein…“
Er tätschelte Joes kopf wie einen Hund und begab sich zur Türe.
„Wir sehen uns bestimmt einmal wieder Black, dann hast du hoffentlich auch ein paar Tricks nebst deiner rohen Waffengewalt , die magische Affinität hast du, wie du sicherlich schon weißt, ja von Cherubael`s Aufenthalt geerbt. Mach was draus.“
Dann verschwand er. Seine Worte jedoch halten in Blacks Kopf bis die Sonne aufging und er sich brüllend aus seiner Starre erhob. Wutentbrannt zertrümmerte er die Einrichtung des Zimmers und schlug wie ein Irrer mit den Fäusten auf Türen und Wände ein. als er seinem Ärger genügend Luft gemacht und die Gedanken einigermassen sortiert hatte.
Stunden später hatte er die Stadt bereits hinter sich gelassen. Sein Weg führte Ihn wieder nach Hause, dorthin wo er finden würde, was er nun brauchte….zum Kastell, zu Ardescion..
So ganz, ganz langsam aber sicher konnte man Iains Boot als durchaus überhohlt gelten lassen.
Zumindest waren keine Löcher mehr in der Bootswand - in der beinahe nagelneuen Bootswand, wie man anmerken sollte.
Überhaupt hatte das Boot, das Gath hier vor sich aufgebockt hatte, wenig mit Iains altem, kaputten Fischerboot zu tun. alle Planken waren neu, wenn auch noch nicht abgeschliffen und wasserfest gemacht, ein ordentlicher Teil der Spanten war ebenfalls neu. Der Kiel war der Alte, aber den sah man ja in der Regel nicht, solange nicht irgendein unfähiger Seemann damit kenterte. Und er hoffte doch mal stark, dass weder der Fischer noch sein Vater sich so dumm anstellten, das hatte noch nicht mal er selbst ohne nennenswerte Kenntnisse auf die Reihe bekommen.
Überarbeitet hatte er das alles mit einem ganzen Haufen an Holz, den Iain dann doch noch organisiert hatte - wie, das hatte Gath nicht erfragen können, denn irgendwie verkam der Novize zu einem Phantom, aber das war ihm auch eigentlich ziemlich egal. Er hatte Holz, Iain hatte seinen Wagen wieder mitgenommen - auch wenn es ihn dringend darauf hinweisen musste, dass das Rad alles andere als professionell verstärkt worden war.
Allerdings fehlte noch etwas ziemlich wesentliches: Der Mast, der zur Zeit - in Teilen und teilweise - hinter ihm an der Wand des Innenhofes entlang lag.
Gath hatte wirklich keine Ahnung, wie man einen Mast so zurichten konnte, und dann immernoch ein Segel dran aufhängen, aber scheinbar funktionierte es.
Jetzt stand er aber vor der viel schwierigeren Frage, wie er diesen wieder in Stand setzte, denn Iain hatte zwar daran gedacht, einen großen Baum ganz zu lassen, aber der was so groß, den hätte man problemlos auf einem Zweimaster aufstellen können, aber nicht hier...
Das hieß jetzt dann wohl, dass er das Ding kleinsägen und -hobeln durfte, bis der Mast die größe hatte, die sich der junge Bootsbauer derzeit vorstellte...
Langsam aber sicher wurde Setarrif eine Heimat für den bislang Heimatlosen. Auch Varant war eine Heimat gewesen, ebenso wie vor langer Zeit Ardea. Doch Varant war groß, und dort war er immer unterwegs gewesen. Von Dorf zu Dorf zu Dorf. Braga, Ben Sala, Bakaresh – er war fast überall einmal gewesen, nie lange an einem Ort. Doch Setarrif war anders. Er hatte Arbeit, deren Einkommen nicht auf reine Spekulation oder Kulanz basierte. Er hatte genug Geld, um nicht unter freiem Himmel schlafen zu müssen und er bekam freie Kost im Haus der Magier, dafür, dass er im Garten arbeitete. Eine Arbeit, die immer deutlicher ihre Spuren hinterließ. Nicht ganz so asketisch war er, wie zu dem Zeitpunkt, als er Setarrif erreicht hatte. Zwar war er nicht dick geworden, doch sein fast eingefallenes Gesicht gewann wieder gesunde Substanz, seine dürren Arme und Beine wurden langsam wieder normal und sein Bauch war selten leer. Er fühlte sich gesund, er fühlte sich gut.
„Oh, verzeiht!“ Erschrocken rappelte sich der Geschichtenerzähler auf und blickte über die Schulter, worüber er da gestolpert war. Es war ein Besen, den er gedankenverloren übersehen hatte und dem eifrigen Besenschwinger fast aus der Hand gerissen hätte. Das sorgsam zusammengefegte Dreckhäufchen verteilte sich dank seiner Füße großzügig über den Boden. „Das tut mir leid!“ entschuldigte er sich ein weiteres Mal. Der Feger war vom Aussehen etwas älter als er, und sah auf ihn herab – den Umständen geschuldet. Ob er ihm böse war oder nicht, konnte er kaum sagen. „Lasst mich das wieder gutmachen!“ ächzte Lenus, stand vollständig auf, rieb sich das Knie und streckte dem Mann die Hand entgegen. Auf dass er einschlagen konnte, ihm den Besen geben konnte oder beides – wie er wollte.
Die Feder war fest verschlossen und verlassen, kein Kunde, kein Gehilfe, nicht einmal der Ladenbesitzer wäre dort anzutreffen gewesen, was nur zum Teil der Uhrzeit geschuldet war. Vor Turang erstreckte sich die endlose Weite des myrtanischen Meeres, alles, was man von Argaan aus von der Welt zu sehen vermochte.
Die Wellen schlugen im ewigen Rhythmus gegen den grauen Fels der Klippe, die sich unter den Füßen des Adepten erstreckte, das einzige Geräusch, das einen hier niemals losließ im Norden von Setarrif auf der Einsamen Klippe, wie Turang sie getauft hatte, vielleicht erst in diesem Moment, vielleicht auch schon damals, als er sie das erste Mal gesehen hatte.
Es war ein unglaublich ruhiger Ort und auch wenn Turang keinen besonderen magischen Strom erkennen konnte, fühlte es sich doch jedes Mal so an, als fließe hier die Magie in ungeahnter Klarheit, wie das Wasser aus einer Quelle unglaublich rein erscheint, so es dennoch nur Wasser ist. Vielleicht spiegelte sich darin auch die innere Gelassenheit des einzigen Menschen, der hier oben wohnte seit er das erste Mal einen Fuß auf Argaan gesetzt hatte, und die seltsame Ruhe des Wolfes, des Gefährten dieses Menschen.
Es war ein Ort, der von Urzeiten her Adanos' Eigen zu sein schien, ein stiller Tempel den man weder sah noch hörte, den nur ein Anhänger des Wassers überhaupt wahrzunehmen vermochte.
Das hier war Turangs ganz eigenes Zimmer der Magie gewesen, ein Ort der Meditation, zu dem er immer kam, wenn er die Magie ergründen wollte um eine weitere Kerze anzuzünden, die den spärlich erhellten Pfad aufleuchten lasen sollte, der der Weg des Magiers war. Auch nun, wo er auf weiter Flur auf der Suche nach dem Nebel zu sein schien, war dies hier sein geheimer Rückzugsort, den kein Paladin, kein Feuerpriester, kein Dämonenbeschwörer je entweiht hatte.
Er fühlte die Ströme der Magie, die diesen Ort ausmachten, die ihn zu etwas besonderem machten, als wäre er eine eigene Welt, die keinen Krieg kannte. Er fühlte den Strom, der ihn zurück nach Setarrif, wieder ins Katell, erstmals nach Thorniara führen könnte, in diesem Moment ging von ihm nicht die kleinste Versuchung aus, irgendwo anders zu sein. Der Adept wollte nur hier bleiben und den großen Strom weiter erkunden...
War das hier eine Heimat? Diese Frage stellte sich der Jäger schon seit er hierhin einen Fuß gesetzt hatte. Konnte diese Stadt wirklich eine Heimat sein oder war sie nur eine Etaooe auf einer Reise, die ihn vielleicht durch die ganze Welt tragen würde? Und selbst wenn, war es dan für ihn ein neues Nordmar? Oder war es nur ein flüchtiger Schatten einer Heimat, da die alte verloren schien? Was wollte er hier, hatte er überhaupt einen Sinn?
Das Wolfsfell hatte dem Nordmarer ein paar Goldmünzen eingebracht, ebenso wie Zähne und Klauen, mit denen nun irgendjemand prahlen konnte, wie er mutig einem Wolf gegenüber gestanden und das Biest mit einem einzigen Hieb enthauptet hatte. So konnte es nicht bleiben, das einzige, was ihn hier in Setarrif beschäftigt hatte, war, dass sein Geld für einen kräftigen Schluck Bier und einen Laib Brot reichte, mit dem er den nächsten Tag ohne knurrenden Magen und trockene Kehle erleben würde, doch das konnte wohl kaum der höhere Sinn seiner Existenz sein, mit ein paar Bissen und Schlucken sein Leben zu sichern, wieder auf die Jagd zu gehen und etwas zu erlegen, das ihm wiederum sein Brot bescherte.
Er war ein Jäger und Wanderer aus den Einöden, konnte er überhaupt seinen Frieden in der Stadt finden oder nur auf weiter Flur, immer auf der Sucher danach, irgendwann einmal Vergessen zu finden, wenn es doch keinen Sinn gab, den man aus seinem Leben erkennen konnte...
Tinquilius
19.06.2012, 21:20
Das Zusammenstellen von Proviant sowie allen nötigen Materialien wie Verbandszeug und Tränke hatte mehr Zeit in Anspruch genommen, als der Oberste Magier zunächst geglaubt und vor allem auch gehofft hatte. Gar so viel zeit, dass seine Nachforschungen bezüglich des Baums der Zeit zum Erliegen gekommen waren – und dies nach seinem so sensationellen Durchbruch. Gerade nun hätte er vieles erreichen können, doch das Wohl der Allgemeinheit ging nun einmal vor privaten Angelegenheiten.
Nun jedoch, einige Tage nachdem sie mit dem Sammeln begonnen hatten, nahten sie sich dem Ende. Sie hatten bereits genug Trockenfleisch und andere haltbare Lebensmittel, um das Doppelte an möglichen Beteiligten zu versorgen. Und selbst an Verbandszeug mangelte es ihnen gewiss nicht, es war genug für zwei oder drei Dutzend Mann bereitgestellt und weitere in der Herstellung. Lediglich an Tränken mangelte es ihnen noch ein wenig – doch wann hatte man jemals genug von ihnen? Vor allem in einer solch großen Stadt, in der täglich einige gebraucht wurden?
Vor gut einer Stunde war der Priester Adanos‘ aus der Ratskammer gekommen und hatte sich auf den Weg zu seiner Kammer gemacht, in der er seither verweilte. Ein kleines, dünnes Buch lag auf seinem Arbeitstisch und eine kleine magische Kugel war eingeschlossen in ein magisches Gefäß und erhellte seinen Raum. Der Priester war tief gebeugt über diesem Buch und schrieb mit einer langen Feder und tiefschwarzer Tinte einige Überlegungen nieder, die zu seinen Nachforschungen gehörten. Auch das Rezept zu seinem Trank hielt er in diesem Buch fest, welches nur für seine Augen gedacht war. Früher noch hatte er sich auch um das Bücherschreiben gekümmert, heute sah er die Forschung als viel wichtiger und interessanter an.
Wie man sich so ändert.
Er wollte gerade die Federspitze wieder in das kleine Tintenfässchen tunken, als es an der Tür klopfte. Zum Glück schrieb er gerade nicht, da dieses plötzliche und unerwartete Klopfen ihn zusammenzucken ließ. Vorsichtig legte er die Feder beiseite, dann setzte er den Stopfen wieder auf das Tintenfässchen und schritt zur Tür. Wer mag dies wohl sein zu solch einer Zeit? Langsam öffnete er die Tür und stand vor einem unbekannten Mann.
„Einen schönen guten Abend“, sprach der Oberste Magier mit freundlicher Stimme. „Wie kann ich euch helfen? Bedürft ihr der Heilung? Oder kann ich euch anderweitig helfen? Da ihr hier vor meiner Tür steht, wisst ihr sicherlich, dass ich Tinquilius bin, Heiler und Oberster Magier.“
"Guten Abend. Drakk hatte mich beauftragt dir zu sagen das er mit dir sprechen muss." Xeratos machte eine kurze Pause. "Außerdem habe ich ein Problem... seit mehreren Tagen fühle ich etwas ihn mir... einen Schatten. Seitdem habe ich fast jede Nacht Alpträume und ich fühle mich auch schwächer als früher. Und dieser Schatten spricht zu mir.. er hätte es fast schon geschafft mich zu töten. Kannst du mir helfen diesen Fluch von mir zu nehmen?"
Xeratos hoffte das es stimmt das Magiern immer nett sind. Und viel Gold für teure Behandlungen hatte er nicht. Auch wen Sarpedon sagte das ihm wahrscheinlich nicht geholfen weil er zu Unbekannt ist, aber er konnte nicht ewig wach bleiben um sich zu schützen, er musste es einfach versuchen.
Tinquilius
19.06.2012, 22:07
„Danke für das Überbringen dieser Nachricht. Ich werde alsbald Drakk aufsuchen“, meinte der Priester. Wieso möchte er mich wohl sprechen? Er spielte mit dem Aquamarinring an seiner rechten Hand. Geht es etwa um unsere Brüder und Schwestern? Oder ist Drakk in einen möglichen Angriff auf Burg Silbersee involviert?
„Nun, komm erst einmal hinein und setz dich. Hier so zwischen Tür und Angel kann ich auch nicht weiterhelfen“, wies der Priester den anderen nun auch in persönlicherem Stil hin und bedeutete ihm mit einer Handbewegung, einzutreten. „Der Sessel da vorne ist frei, in den kannst du dich gerne setzen.“ Während der andere sich hinsetzte, trat Tinquilius an seinen Arbeitstisch und nahm den kleinen Lederbeutel von diesem hinunter. Er öffnete ihn langsam und nahm einige Münzen hinaus. Dann zog er den Beutel wieder zu, legte ihn zurück und stellte den Stuhl näher an den anderen, um sich zu ihm zu setzen. „Erst einmal habe ich eine kleine Entlohnung für dich. Auch wenn ich nicht weiß, wieso Drakk mich sucht, so kann ich dich trotzdem für deine Mühen entschädigen.“
Er reichte dem anderen die Münzen und musterte ihn kurz. Auf den ersten Blick war ihm bereits aufgefallen, dass er kein reicher, verwöhnter Schnösel war. Der Umhang schien in gutem Zustand zu sein, die sich darunter befindende Lederrüstung hingegen wirkte alt und gebraucht.
„Nun, was du mir erzählst könnte vieles bedeuten. Das offensichtlichste und zugleich seltenste ist Besessenheit. Eine dunkle Seele, ein Dämon, ein Geist oder ähnliches hat sich in deinem Körper eingenistet. Selbst dies lässt so einige Überlegungen offen: Schlummert dieses Wesen oder kämpft es um Macht? Aber es könnte auch eine Verwirrung deines Geistes sein. Hast du einen Schlag auf den Kopf bekommen? Oder sonst etwas eigenartiges erlebt?
Wann fing es überhaupt an? Was hast du getan, wie hast du dich gefühlt und was meinst du damit, dass dich der Schatten beinahe getötet hätte? Wie?“
Seit langem ist Xeratos nicht mehr so gut gesessen, um genau zu sein sitzt er schließlich nicht so oft, außer er will schlafen obwohl dann meistens auch auf dem Boden oder auf ein paar Kisten. Zu erst wollte Xeratos das Gold ablehnen das der Magier ihm geben wollte, schließlich ist das keine schwere Aufgabe gewesen, aber er hatte wie immer keine andere Wahl als das Gold anzunehmen.
"Es hat um genau zu sein seit Jahren begonnen, aber damals war es noch gut. Um auf deinen fragen zu antworten muss ich dir wohl alles erzählen..." ...auch wen das Xeratos nicht gern machte. "Vor über 2 Jahren sollte ich eigentlich von der Miliz auf Khorinis hingerichtet werden." mehr wollte er nicht mehr darüber sprechen.
"Bevor mich die Klinge meinen Hals getroffen hatte, wurde alles schwarz und ich meinte eine Stimme zu hören. Damals dachte ich das wäre die Stimme Beliars. Als ich aufgewacht bin war ich lebend auf dem Festland gestrandet. Ich wusste nicht wie ich Überlebt hatte oder ich dort gelandet bin, aber ich wusste das die Stimme mir geholfen hatte, und seit dem hat es angefangen. Immer wider hörte ich die Stimme, sie verlangte dinge von mir, und ich tat es. Damals hatte ich auch vor mich den Schwarzmagier anzuschließen und deswegen bin ich hier nach Setarrif gekommen. Aber seitdem ich hier bin habe ich mir überlegt ob ich mich ihnen anschließen sollte. Ich wehrte mich gegen die Stimme. Dann bin ich ihn den Wald gegangen und dort passierte es. Seitdem ich draußen war ging es mir sehr schlecht und ich hatte die Alpträume, als wollte die Stimme unbedingt das ich mich Beliar anschließe. Als ich wider in Setarrif war ging es mir etwas besser. Und, es ist nur ein paar Tage war es her wollte mich ein komisches Schattenwesen umbringen. Auch wen es ein Traum war, es fühlte sich echt an." Xeratos murmelte noch, fast unverständlich vor sich hin "Zum glück hatte mich dann dieses Blaue Licht gerettet..."
Eigentlich ist es für Xeratos nicht normal das er etwas von sich erzählt, erst recht so viel, aber er konnte einfach nicht anders als mit jemand mal darüber zu sprechen.
Tinquilius
19.06.2012, 23:10
Der Oberste Magier lauschte dem anderen gespannt. Er hatte bereits viele eigenartige Geschichten gehört und auch die ein oder andere besessene Person kennengelernt – allen voran Trilo und sein Dämon – aber was der junge Mann ihm hier nun auftischte war etwas ganz anderes. Diese Stimme, dieser Schatten hatte ihm das Leben gerettet und damit aktiv in die physische Welt eingegriffen. Dies ließ einige Möglichkeiten sogleich wieder verschwinden.
„Nun, was du mir erzählst, klingt abenteuerlich, das muss ich schon gestehen. So abenteuerlich, dass man dich vermutlich in eine Nervenanstalt stecken würde, hättest du diese Geschichte einem Diener Innos‘ unterbreitet – ein solcher bin ich aber nicht. Und mich lässt nichts daran zweifeln, dass es wirklich so geschehen ist.“
Er hielt kurz inne und fuhr sich nachdenklich mit der vierfingrigen, linken Hand durch die Haare. Wie kann ich ihm helfen? Geistesheilung? Das könnte gefährlich sein, sollte sich das Wesen bedroht fühlen. Ein Trank? Alles möglich, nur was hilft ihm auf Dauer?
„Ich muss gestehen, dass ich kein Experte auf dem Gebiet der Besessenheit bin. Ich kenne einige Fälle und habe auch bereits einiges erlebt, aber ein Experte bin ich wahrlich nicht. Ob ich dieses Wesen, diesen Schatten aus dir bannen mag, möchte ich bezweifeln. Ich kann es versuchen, und würde dies auch gerne gleich tun, aber ich möchte deine Hoffnung nicht unnötig schüren. Meister auf diesem Gebiet sind die von dir bereits erwähnten Schwarzmagier. Sie beschäftigen sich mit Seelen, Erweckung der Toten und den, wie Diener Innos‘ sagen würden, dunklen Künsten.
Interessant jedoch ist dieses blaue Licht. Vielleicht spielen hier höhere Mächte? Vielleicht Adanos? Wieso sonst sollte das Licht gerade blau sein?“
Er ließ die Frage offen im Raum stehen und stand auf. Schnell trat er an den anderen heran. „Leg dich etwas zurück und schließ die Augen“, meinte der Oberste Magie. In seinem Innern sammelte sich bereits seine Magie, was sich bereits an seinen kribbelnden Fingerspitzen bemerkbar machte. „Ich werde gleich eine Hand auf deine Stirn und eine auf deine Brust legen und etwas Magie einsetzen. Sei ganz beruhigt, dir wird nichts passieren.“
Er legte beide Hände auf die zuvor beschriebenen Stellen und schloss selbst ebenfalls seine Augen. Es dauerte nur Sekunden bis er die Magie in Wallung gebracht hatte, doch zunächst konzentrierte er sich auf den anderen. Er schien Barrieren aufzubauen, kräftige Barrieren, die man sonst nur bei einem Magier erwarten würde.
„Du musst ganz ruhig bleiben, ansonsten kann ich dir nicht helfen.“
Was ihn wohl erwartete, wenn seine Magie in den anderen hineindrang?
Es sind einige Tage vergangen seitdem Nelean wieder zurück in Setarrif ist. Noch einige Tage mehr ist die Begegnung mit dem Schattenläufer her und der Novize des Wassers muss von Tag zu Tag öfter darüber nachdenken, wie er das Vieh aus der Höhle überwinden könnte.
Eigentlich wollte Nelean ja seine magischen Kräfte wieder reaktivieren und dazu Stunden bei Meister Kilijan nehmen. Doch dieser war schon genug beschäftigt mit seinen derzeitigen Schülern, sodass sich Nelean was anderes überlegen musste. „Hilfe soll her!“, das schien dem Diener Adanos’ nun doch am meisten angebracht, „Wer weiß wie lange sich der Rotflieder dort hält?“, dachte er sich.
Plötzlich streifte ihn jemand seitlich von hinten und stolperte ihm direkt vor die Füße auf den zusammengefegten Staubhaufen und verteilte diesen dabei unabsichtlich über den ganzen Raum. „Na toll! Die schöne Arbeit!“, dachte sich der Novize und musterte den Übeltäter. Erstaunlicher Weise hatte diese einiges an Courage. Denn schon von alleine wollte dieser seine Sauerei wieder auffegen. „Ein immer selten auftretender Charakterzug“, dachte sich der Diener Adanos’ und fing an zu lächeln.
„Du bist ja auch ein Tollpatsch… Aber ist halb so wild, das kriegen wir schon wieder hin. Mein Name ist Nelean und wie du siehst bin ich Novize hier im Tempel.“, sagte er zu ihm und erwiderte seinen Handschlag, „Nimm dir von dort drüben den Besen und hilf mir fix den Raum wieder in Ordnung zu bringen. Wie heißt du eigentlich? Ganz schön mutig von dir einen Meister der Klingen einfach so anzurempeln.“, nelean lächelte, „Du siehst auch aus, als kämest du nicht von hier, was treibt dich nach Setarrif, willst du dich dem Widerstand anschließen?“
Alles im Leben hatte sein Gegenstück mit welchem es im Gleichgewicht stehen musste, um Harmonie zu erzeugen. Das war ein philosophischer Grundgedanke den Turang kannte und selbst auch vertrat, doch schien es fast, als würde die Magie diese Theorie widerlegen, vielleicht war diese, diese eine Welten durchdringende Kraft das einzige, was kein Gegenstück hatte.Eventuell gab es etwas anderes, das außerhalb von Turangs Vorstellungskraft ging, vielleicht sogar über das Erfassungsvermögen der höchsten Magier, ja sogar über das Begreifen der Götter hinaus. Vielleicht war sie sich auch Gegenstück genug und damit ihr eigenes Gegenteil.
Das wäre zumindest eine Erklärung dafür, dass sie in sich selbst so widersprüchlich erschien, dass Turang kaum eine Gesetzmäßigkeit entdecken konnte, die ihr verhalten zumindest grob umreißen würde, was jedoch auch daran liegen mochte, dass er einfach viel zu unerfahren im Umgang mit ihr war, als das er sich solche Erkenntnisse hätte anmaßen können.
In der einen Sekunde schienen die Übungen mit ihr wie ein gemächlicher Fluss zu sein, der langsam doch stätig seinem Lauf von der Quelle zur Mündung folgte, doch im nächsten Augenblick war es, als durchbreche man mit seiner Übung eine Mauer, die den Erfolg der Zeit mit einem Schlag freisetzte und das bisher ungeahnte Ziel urplötzlich entblößte.
So schien es ihm als habe er ein Geheimnis des Teleports so unvorbereitet gelüftet, als hätte er nur eine Kerze im Dunkel entzünden müssen, um sein Ziel zu sehen. Es fiel ihm mit einem Mal leicht, sich an jegliche Orte zu versetzen, die nicht überdacht waren und so der Magie freien Fluss gewährten. Die nächste und abschließende Etappe seiner Übung war nun an der Reihe: der Versuch, weitere Personen im Teleport zu befördern, was sicherlich einiges mehr an Konzentration bedürfen würde, als der schlichte Teleport mit sich selbst. Nun musste er nur noch jemanden finden, der sich ihm als Versuchsperson zur Verfügung stellte.
Xeratos versuchte so entspannt zu bleiben wie möglich, aber es war gar nicht so einfach. Er konnte spüren wie er sich langsam immer besser fühlte. Auf einmal spürte er ein leichter Schmerz der immer stärker wurde. Er musste immer an seinem Traum denken. Um so länger er das tat um so schlimmer wurden die Schmerzen. Plötzlich wurde es ihm wider ganz schlecht und seine Schmerzen wurden so schlimm das er seine Augen öffnete.
Xeratos sah sich um und es war niemand ihn dem Raum. Wo war Tinquilius? Dachte sich Xeratos. Er vermutete das er selbst eingeschlafen ist und Tinquilius etwas holen gegangen ist. Über 20 Minuten saß er immer noch allein ihm Zimmer bis Xeratos aufstehen wollte, aber es ging nicht, er konnte sich nicht bewegen. Leise hörte er ein Stimmengewirr ihn seinem Kopf. “Du kannst mir nicht entkommen!“ sagte die Stimme. “Selbst die Magie Adanos kann dich nicht Retten.“ Eine Schattengestalt mit einem Schwert bildete sich vor Xeratos. Die Gestalt hob sein Schwert und richtete es auf Xeratos Brust. Xeratos konnte sich immer noch nicht bewegen, er war schutzlos der Schattengestalt ausgeliefert. Er schloss seine Augen und hoffte jeden Augenblick aus diesem Alptraum zu erwachen. Als Xeratos seine Augen öffnete sah er wie die Klinge von der Schattengestalt seine Brust durchdrungen hatte. Es tat höllisch weh. Solche Schmerzen hatte er noch nie gespürt. Alles um ihm verschwinde und drehte sich. Er konnte nur schwer ein Licht erkennen das langsam auf die Schattengestalt zu ging. Aber diesmal war es ein anderes Licht. Es hatte diesmal eine andere Gestalt und Xeratos meinte eine Wassermagierrobe erkannt zu haben. Xeratos konnte nur noch erkennen wie die beiden Gestalten miteinander gekämpft hatten den es wurde alles schwarz.
Langsam öffnete Xeratos seine Augen wider. Vor ihm saß wider Tinquilius. Er musste wohl für eine halbe Stunde geschlafen haben. Xeratos öffnete seinen Mund um etwas zu sagen aber er hatte zu wenig Kraft. Auch wen er sich viel frei her fühlt als vorher ist er jetzt sehr erschöpft. Er konnte noch spüren das der Schatten ihn ihm nicht weg war aber der Schatten war schwächer als zuvor. Xeratos sah an sich hinunter um zu überprüfen ob er an der Brust verletzt war. Es war zum Glück nichts zu sehen.
Tinquilius
20.06.2012, 22:04
Das Wesen oder die Präsenz, die von dem jungen Mann Besitz ergriffen hatte, war sogar stärker als er gedacht hatte. Nachdem sich der Besessene beruhigt hatte und Tinquilius Zugang gewährte, schoss seine Magie auch schon in den Körper und suchte nach dem Fremdwesen. Schnell war es gefunden, genauso schnell jedoch auch seine Reaktion: Ein unerbittliches Hin und Her zwischen Tinquilius‘ Magie und dem Wesen führten dazu, dass der Besessene mehrfach aufbäumte und sich verkrampfte. Zwischendurch schien es als würde das Wesen gewinnen, alleine auf Grund der Tatsache, dass die Anstrengungen zu enorm waren für den Patienten. Doch nach einer Weile, Tinquilius nicht einmal genau sagen warum, verringerte sich der Widerstand – und dann war er auch schon gebrochen und die Entität war, zumindest vorläufig, eingedämmt.
Als der andere nach einer Weile wieder aufwachte, schien er sehr kraftlos zu sein. Tinquilius jedoch war nicht untätig gewesen, sondern hatte seine tragbare Destillationsapparatur aufgebaut und innerhalb der kurzen Zeit einen Trank hergestellt, der seinem Patienten helfen würde.
„Nun, werter… Wie heißt du eigentlich?“
„Xeratos“, kam es in einem Flüsterton von seinem Patienten.
„Nun, Xeratos, es lief wie ich es mir gedacht habe: Ich konnte das Wesen, den Geist oder was auch immer es ist nicht besiegen. Ich habe dir lediglich eine Verschnaufpause verschafft. Ich hätte es natürlich weiter versuchen können, doch dies hätte dein Körper nicht durchgestanden. Während du aber noch geschlafen hast, habe ich dir diesen Trank gemischt. Mein Magieeinsatz wird das Wesen nur bedingt und kurz zurückhalten. Mit diesem Trank jedoch, wenn er regelmäßig eingenommen wird, solltest du Herr über deinen Geist sein. Am besten nimmst du täglich 3 Tropfen am Morgen und 3 am Abend, die du mit Wasser vermischt. Dies sollte ausreichen.
Doch es wird keine dauerhafte Lösung sein. Irgendwann wird auch die Wirkung des Trankes abschwächen und die Probleme wieder von vorne anfangen. Ich kann dir nur empfehlen, zu den Schwarzmagiern zu gehen oder anderen, die sich mit Besessenheit auskennen. Mein Wissen ist hier am Ende, leider.“
Er hielt kurz inne und wollte dem jungen Mann gerade den Trank reichen, als er dessen totale Erschöpfung erblickte.
„Soll ich dir noch einen Trank geben zum Aufpäppeln? Du siehst aus, als wäre dir etwas Schlimmes wiederfahren?“
"Ich hatte schon wider ein Alptraum.. und diesmal hätte mich der Schatten wider fast getötet zum Glück kam wider dieses Licht." Sagte Xeratos noch leicht verträumt. "Ich glaube etwas Schlaf reicht mir damit es mir besser geht..." Xeratos sah kurz zu Tinquilius Bett und wünschte sich auch ein warmes und kuscheliges Bett zu haben den er müsste heute Nacht wider auf einer Bank schlafen. Er versuchte so gut wie möglich aufzustehen. Auch wen ihm dieser andere Trank ihm sicherlich sehr geholfen hätte wollte er denn Magier nicht langer stören. "... Danke.. für deine Hilfe, ich schulde dir wirklich etwas." Nur schwer konnte er sich aufrecht halten, aber er versuchte so gut wie möglich nicht so auszusehen als würde er gleich zusammenbrechen. Bevor er ging wollte er noch warten bevor er sich von Tinquilius verabschiedete, vielleicht wollte er noch was zu ihm sagen.
Tinquilius
20.06.2012, 23:31
Der Oberste Wassermagier nickte auf Xeratos‘ Bemerkung hin, er bräuchte keinen weiteren Trank. Doch als der junge Man nur schwerlich aufstand und sich mühselig voran schleppte, schritt der Priester zum nächsten Regal und nahm eine kleine Flasche von diesem.
„Du bist mir nichts schuldig. Ich helfe gerne, wenn ich dies denn kann. Bei dir hat es leider nicht ganz so funktioniert, wie ich es mir wünschen würde. Aber wenn es noch einmal Probleme gibt oder du anderweitig Hilfe brauchst, kannst du jederzeit wieder zu mir kommen. Und dies auch auf mein Geheiß, sodass man dich ohne Probleme zu mir durch lässt.
Ich werde dich noch kurz aus dem Haus der Magier begleiten, da ich mich eh nach Drakk erkundigen möchte. Vielleicht ist er bei der Akademie oder in der Taverne.“
So begleitete er den jungen Mann noch nach draußen. Dort vor dem Tor angekommen, reichte er ihm das kleine Fläschchen. „Dies ist kein Trank, der dich aufpäppelt. Er macht dich vielmehr schläfrig und lässt dich für viele Stunden in einen traumlosen Schlaf fallen. Ich denke, du wirst ihn nötig haben nach all den Strapazen! Auf ein baldiges Wiedersehen und möge Adanos dich auf deinen Wegen beschützen!“
Damit verließ der Oberste Magier seinen ehemaligen Patienten und wandte sich der Akademie zu. Dort könnte er Drakk am leichtesten suchen. Danach wäre die Sturzkampfmöwe dran, obwohl ihm heute Nacht nicht so danach war.
Xeratos verabschiedete sich ebenfalls von Tunquilius und blieb noch kurz stehen. Er überlegte sich noch was er als nächstes machen würde. Zuerst würde er sich wider eine geeignete stelle zum schlafen suchen. Morgen musste er dann nach Redsonja suchen, so wie es ihm Drakk gesagt hatte. Aber er wusste nicht wo er sie finden würde. Also beschloss Xeratos morgen zuerst zu der Taverne zu gehen um den Wirt nach ihr zu fragen. Vielleicht hatte er auch Glück und sie ist zufällig dort. Wie sie aussah wusste er nicht, um genau zu sein wusste er gar nichts über sie.
Er brauchte jetzt ein geeigneten Schlafplatz bei dem keine Wachen oder zwielichtige Leute ihn der nähe sind. Nicht das er für ein paar Tage ins Gefängnis muss oder jemand seinen Trank klaut. Jeder Schritt tat weh und lange würde er es sicherlich nicht aushalten. Ihm fiel nichts besseres ein als wider ihn einer Kiste zu schlafen den 2 mal kann ihm doch nicht so ein Pech passieren wie letztes mal. Also machte er sich auf dem weg zum Hafen. In seinem Tempo hat es ewig gedauert bis er endlich dort war. Auf der Straße waren schon lange keine ehrliche Menschen mehr und die meisten machten sich über Xeratos lustig weil es sich dämlich fortbewegte. Naja wenigstens beklauten sie ihm nicht.
Als er endlich am Hafen an kam suchte er sich diesmal eine größere Kiste als letztes mal und versuchte so unauffällig wie möglich in die Kiste zu gelangen. Er war vollständig erledigt und war endlich froh nicht mehr laufen zu müssen. Xeratos nahm wie von dem Magier gesagt von dem einem Trank 3 Tropfen mit Wasser vermischt zu sich. Zu dem Schlaftrank sagte Tinquilius nichts also nahm er an ihn komplett trinken zu müssen. Nach dem das auch erledigt war konnte er sich hinlegen. Auch wen die Kiste nicht bequem war konnte er schnell einschlafen.
Haris ging gerade in Setarrif herum als er in der Ferne das ihm wohl bekannte Schild erspähte "Zur Sturzkampfmöve"
Haris ging weiter bis er genau vor der Taverne stand, wo er stehen blieb und sich das Schild etwas genauer ansah.
Er stand da und starrte auf das Schild, bis sich jemand neben ihn stellte und ebenfalls auf das Schild blickte.
Haris drehte langsam seinen Kopf und sah die Person an, die den Blick erwiederte.
Haris nickte kurz mit dem Kopf und ging dann durch die Tavernentür.
An der Theke stand wie erhofft Sarpedon, doch wo war sein Gehilfe?
Haris steckte seine Hände in die Taschen und ging langsam auf den Thresen zu.
"hey...."
"brauchst du vielleicht hilfe?" lächelte er.
Auch wen Xeratos nur auf harten Holz geschlafen hat fühlte er sich so als wäre er weichstem Bett in ganz Argaan gelegen und er war auch nicht erschöpft wie gestern. Er fühlte sich seit langem endlich mal richtig frei. Vor 1 Stunde ist er aufgewacht und er war schon Unterwegs zur Taverne. Dort angekommen lief er wider zu der Theke, aber der Wirt war gerade ihn einem Gespräch mit jemand anderem. Also setzte er sich und wartete und dachte über das nach was gestern geschehen ist. Sarpedon riss Xeratos aus seine Gedanken uns sprach "Ah da bist du wider. Was kann ich heute für dich tun?" Xeratos antwortete "Bei dem Magier war ich gestern, jetzt muss ich noch nach Redsonja suchen. Aber ich weiß nicht wo sie ist, noch wie sie aussieht. Du als Wirt müsstest doch so was wissen."
Redsonja
22.06.2012, 11:15
Hinter dem Fremden, kam plötzlich eine Frau zu stehen. Ihr rechter Arm hing kraftlos nach unten. Dennoch trug sie auf jeder Seite ihrer Hüften ein Schwert und im linken Stiefel war ein nachtschwarzer Dolch versteckt. Eine Waffen, die ihr Ziel zuverlässig verfehlte. Sie stammte aus dem Schatz eines Herrschers in Gorthar, der für mehr als ein Blutbad verantwortlich war. Abgesehen davon fiel ihr flammenrotes Haar über die Schultern. Diese Frau hatte eben in dem Moment, in welchem ihr Name ausgesprochen wurde die Wirtsstube betreten und antwortete nun.
"Warum sucht ihr mich?"
Mischte sie sich ungefragt in das Gespräch ein, während sie seit langer Zeit Haris mal wieder erblickte. Er schien sich bereits wieder in seinem Element zu befinden und Sarpedon zu unterstützen. War auch langsam an der Zeit. Die letzten paar Tage hatte sie immer ewig auf ihr Bier warten müssen.
Xeratos drehte sich um und stand auf. Die Frau die vor ihm stand sah durch ihre vielen Waffen gefährlich aus, ihm Gegensatz zu Xeratos, den er hatte nur wie immer seine zerrissene Lederrüstung, seinem Umhang und seinem kleinen Dolch an. "Du bist also Redsonja?" fragte Xeratos ohne eine Antwort zu erwarten. Wenigstens musste er jetzt nicht ewig suchen. "Mir wurde von Drakk beauftragt dich zu suchen und mit dir zur Akademie zu gehen." Nach dem er das sagte nahm er wider wie befohlen den Trank von Tinquilius mit 3 Tropfen und mit Wasser vermischt. Er suchte einen Moment lang seine Flasche und holte sie dann raus. Seine Flasche mit Wasser war fast leer und sie würde gerade noch reichen, aber er hatte gerade wichtigeres zu tun als neues Wasser zu besorgen. Er vermischte beides und trank es ihn einem Schluck.
Redsonja
22.06.2012, 12:28
"Drakk, hm?" Überlegte sie laut. "Dann werde ich dem Ruf wohl folgen müssen. Ich sage Sergio noch kurz Bescheid."
Sprach sie und lief auch schon die Treppe hoch. Trotz ihrer Verletzung war mit gemütlich angehen nicht viel. Ihr Arm wippte dabei seltsam unnatürlich hin und her. Dennoch wollte sie einfach nicht aufgeben. Eines Tages würde sie ihn wieder einsetzen können.
Es verwunderte daher nicht, dass sie Augenblicke später wieder vor dem Fremden auftauchte.
"Ich bin bereit." Meldete sie und dann weniger geschäftstüchtig: "Wie heisst du eigentlich?"
Währendesen Redsonja weg war dachte Xeratos nach. Er dachte über früher nach als er auch noch ihn einer Taverne gearbeitet hatte. Vielleicht würde er wider in einer Taverne arbeiten wen er nichts anderes finden würde, aber auch nur falls sein Traum Magier zu werden nicht klappte. Es dauerte kurz bis Xeratos antwortete weil er beim denken nicht gerne unterbrochen werden wollte.
"Ich heisse Xeratos. Dann können wir los gehen. Am besten gehst du vorran den ich kenne mich hier nicht so gut aus."
Redsonja
22.06.2012, 13:28
"Ich muss gestehen, dass ich auch nicht von hier komme."
Berichtete Redsonja, winkte Haris und Sarpedon noch kurz zu, wobei sie einen leicht seltsamen Blick des Wirts zu bemerken glaubte und ging voran.
"Ursprünglich stamme ich vom Festland, bin dann aber in Khorinis gelandet und sass da erstmals ein paar Jahre fest. Kaum ein Schiff fuhr zu dieser Zeit nach Myrtana und von all jenen, die ein Schiff bestiegen, kehrte keiner jemals zurück." Berichtete sie. "Und woher stammst du? Was hat dich hierher verschlagen?"
Wollte sie wissen, während sie schnurstracks über den Königsplatz auf die Akademie zu hielt.
Haris winkte Redsonja zurück und wandte sich Sarpedon zu, während er ein paar Gläser abtrocknete.
"is in letzter zeit ja ganz schön was los was?"
Sarpedon nickte.
Haris sortierte die Gläser die er bereits abgetrocknet hatte unter die Theke.
"und? gibts irgentwas neues bei dir?"
"Eigentlich rede ich nicht gern über meine Vergangenheit... jedenfalls komme ich aus Khorinis und bin dann durch ein Zufall zum Festland gekommen. Mein Traum war es schon lange ein Magier zu werden, aber ich mochte Innos und die Paladine nie besonders also hatte ich beschlossen hier her zu kommen weil ich hier von einigen Magiern gehört habe."
Noch immer wusste Xeratos nicht was sie beide dort sollten. Lange zeit zum überlegen hatte er nicht den sie waren schon bei der Akademie angekommen.
Die Stadt war noch nie ein willkommener Ort für den Jäger gewesen, doch der Tempel hatte sich zu einer Ausnahme erkoren. Sicherlich war man hier nicht allein, doch im stillen Gebet war man ungestört. Badhor war sicher niemals ein Strenggläubiger oder gar Fanatiker gewesen, doch man hatte ihn im Glauben an Adanos erzogen - für einen Gott des Feuers war in den weiten Eiswüsten der Nördlichen Einöden noch nie ein Platz gewesen.
Der Nordmarer betete noch nicht einmal darum, dass Adanos ihm einen Weg zeigen würde oder den Lauf seines Lebens ändern würde, doch brachte ihm ein stilles Gebet manchmal geistige Klarheit, die vielleicht schon das einzige war, das er von einem Gott hätte erwarten können, doch dieses Geschenk nahm er dankbar an. Es befreite einfach, nur dort zu knien und still vor sich hin zu beten, die alten Formeln, die man ihn als Kind gelehrt.
Er konnte nicht sagen, wie lange er dort schon gebetet hatte, als er das erste Mal den Blick eines Schattens spürte, der ihn wer weiß wie lange schon ansah, der nicht sprach und ihn still zu mustern schien. Plötzlich wurde dem Jäger unbehaglich. Wer war dort...
Vom sonnigen Wetter, das die Straßen der Goldenen Stadt erhellte, spürte man im Tempel des Adanos nur sehr wenig. Diese alten Gemäuer wurden traditionell nur von Kerzen erleuchtet, die durch magische Hand im großen Saal hingen. Die Woche ging ihrem Ende entgegen, war in diesen drei Tagen angelangt, an denen Turang sie nur den halben Tag öffnete, da sich erfahrungsgemäß selten an gerade diesen Tagen jemand dorthin verirrte und es ohnehin nicht viel bringen würde, wenn er Haldan und sich ein Leben lang hinter den Wänden des Ladens verschloss.
Eine solche ungenutzte Zeit würde der Adept nun eigentlich im Training verbringen, doch für die weiteren Schritte des Teleports musste er sich jemanden suchen, der das Risiko eingehen würde, ihn auf einen Teleport zu begleiten, was vielleicht nicht allzu einfach, denn im Allgemeinen ging man gerne davon aus, bei dieser Kunst allzu schnell körperlich unvollständig zu werden, eine Erfahrung, die der Buchbinder bisher jedoch nicht geteilt hatte und hoffentlich auch nicht mehr teilen würde.
Der Innenraum des Tempels war kaum besucht, sah man von den paar Mitgliedern des Ordens ab, die man hier zu jeder Zeit antraf. Von den Bürgern der Stadt war hier nahezu niemand zu sehen, nur dieser einer, der in der hintersten Reihe zu beten schien, war anwesend, doch er sah nicht einmal wie ein Setarrifer aus und gesehen hatte ihn der Adept auch noch nie.
Erst, als sich der junge Mann zu ihm umdrehte, bemerkte Turang, dass er ihn schon ein wenig länger beobachtet hatte. Wenn er in seiner Ruhe ohnehin schon gestört schien, konnte der Adept ihn auch ebenso gut ansprechen, wo er wohl her kam. Mit seinen lang ausgreifenden Schritten ging er zu dem Fremden hinüber und setzte sich neben ihn.
"Es ist seltsam, wie friedlich es hier zu sein scheint, während draußen die Zeit an uns vorüber eilt, nicht wahr?"
Der Schatten hatte tatsächlich zu einem Menschen gehört. Einem Mitglied des Wasser-Ordens noch dazu, wenn man die Robe des Seltsamen betrachtete, wenn auch keinem Ranghohen.
Anstatt auf die halbe Aussage und halbe Frage des Neuankömmlings zu antworten blickte er ihn erst einmal prüfend an. Er sh weder sonderlich beängstigend noch auf irgendeine Art verschlagen aus, sondern eher... es war schwierig den Gesamteindruck in ein einzelnes Wort zu fassen, zu widersprüchlich schienen die Details im Gesicht. Badhor wusste nicht wirklich, was er von diesem mann zu halten hatte. War er ein Freund, war er lästig oder war er schlicht verrückt?
Der junge Magier schien völlig in das Studium von einer der kerzen versunken und Bafhor wusste jetzt wirklich nicht mehr, ob es überhaupt einen Sinn machte, ihm zu antworten, es schien nicht so, als würde er überhaupt etwas von dieser Welt mitbekommen. Es würde wohl auf einen Versuch ankommen müssen, um zu sehen, was dieser kerl überhaupt realisierte.
"Das ist es. Sprecht ihr jeden an, der sich hier aufhält oder gibt es eeinen Grund, gerade mich zu befragen?"
Nun blickte Turang sein Gegenüber doch einmal an. Ein junger Mann, der vieles hätte sein können, doch bestimmt keiner, der sein ganzes Leben lang am Rockzipfel seiner Mutter verbracht und völlig umsorgt worden war. Dafür war sein Blick zu tiefgründig. Dieser Mann hatte schon einen Teil seines Lebens hinter sich und vielleicht nicht einmal den leichtesten.
"Wenn alle Kerzen in dieser Halle mit einer blauen Flamme brennen würde und nur eine mit einer weißen, wäre das dann eine ganz normale Kerze oder etwas besonderes?"
Nun blickte sein Gegenüber nur noch ratlos drein. Bevor er zu einer Antwort ansetzen konnte, ergriff der Adept noch einmal das Wort.
"Wir sind hier in einer letzten Bastion des Widerstands gegen Innos, sonst gibt es nur noch wenige auf der Welt, die gegen den Gott des Feuers stehen. Was würdet ihr dann tun, wenn ihr jemanden seht, der nicht von hier zu sein scheint und dennoch an einem Ort steht, an dem sich im Regelfall nur Menschen versammeln, die unseren Glauben teilen? Würdet ihr ihm vertrauen, würdet ihr ihm misstrauen oder würdet ihr ihn fragen, was es mit ihm auf sich hat?"
Aus den Worten des Magiers ging, obwohl sie vielleicht bedrohlich hätten wirken können, weder Misstrauen noch Drohung hervor, nichtmal Neugier sondern eher klare Sachlichkeit, als hätte er ihm gerade den Aufbau des Tempels erklärt. Der Jäger war ratlos, ob der wirklich etwas von ihm wollte, nur plaudern wollte oder es als seine Pflicht ansah, jeden zu überprüfen, der in den Tempel kam. In jedem Fall wäre Badhor wohl nun aufgefordert gewesen, zu erklären, was ihn hierher verschlug und das kam ihm gar nicht erst in den Sinn, schließlich war seine Lebensgeschichte nicht zur allgemeinen Erheiterung und Plauderei gedacht, sondern wirklich ein Leben, von dem er nur sprechen würde, wenn es nötig war. Alles, bis auf zwei Details, die er einmal versprochen hatte, niemals zu verleugnen.
"Ich bin ein Jäger aus Nordmar. Und nun möchte ich wirklich wissen, was ihr von mir wollt."
Der selbsternannte Jäger schien nicht allzu offen mit seiner Vergangenheit umgehen zu wollen, doch das war sein gutes Recht. Solange er zu sich selbst ehrlich war, konnte er Turang seinetwegen so viele Lügen erzählen, wie er wollte.
Doch es gab auch einen Grund, der nicht gerade selbstlos gewählt war, warum er diesen Mann angesprochen hatte: Fakt war, er brauchte ein paar Freiwillige, die ihm helfen würden und diese sollten besser keine Magier sein.
Sicher war es sehr zweifelhaft, ob dieser hier ihm helfen wollte, aber mit dieser Frage konnte sich der Adept auch auseinander setzen, wenn die Zeit dafür reif war.
"Eine interessante Frage und sicher auch keine dumme. Sagen wir einfach, ich suche jemanden, der mir bei etwas helfen kann. Bei was, das erfahrt ihr, wenn ihr euch morgen zur dritten Stunde nach Mittag am Königsplatz aufhaltet."
Ohne ihm Zeit zur Antwort zu geben, stand der Adept auf und verließ den Tempel. Neugier würde den Jäger verlässlicher zum Königplatz führen, als jedes Versprechen von Turangs Seite.
Der Tag war sicherlich keiner der wärmsten, die Setarrif dieses Jahr schon gesehen hatte, doch es war dennoch warm genug, um sich draußen aufhalten zu können ohne sich unter einer dicken Schicht Mäntel verbergen zu müssen. Turang sah weltverloren in den Brunnen, der das Zentrum der das Zentrum des Platzes darstellte und in dessen klaren Wasser sich die Gebäude, Menschen und Wolken spiegelten. Es war ein passendes Symbol für diese Stadt, gerade da es die Verbindung zum Gott des Wassers widerspiegelte. Ob in Thorniara wohl allzeit eine Fackel aufgestellt war?
Der Adept musste sich nicht umdrehen, um zu bemerken, dass sich ihm jemand genähert hatte und ebenso wenig, um zu erkennen, wer dort stand, hatte er selbst ihn doch genau hierher gebeten, wenn auch die dritte Stunde nach Mittag schon verstrichen war.
"Ihr kommt spät... und doch freut es mich, dass ihr gekommen seid."
Als er sich zu dem Jäger umdrehte, war da ein Ausdruck in dessen Augen, den man nur allzu selten sah, ein Ausdruck, der offenbarte, dass auch sein Gegenüber kaum glauben konnte, dass er wirklich hier war. Ein kleines, wissendes Lächeln umspielte Turangs Lippen, als hätte er dem Nordmarer einen wohl durchdachten Streich gespielt.
"Ihr wollt nun sicher wissen, warum ihr hier seid. Und die Antwort darauf ist einfach: ihr seid hier, damit ihr ein Stück Magie erleben könnt. Um genauer zu sein, damit ihr mir helfen könnt, ein Stück Magie zu begreifen und um die Erfahrung zu machen, welche Wege Magie eröffnen kann."
Damit begann einer der letzten Schritte für Turang bis zur wahren Erkenntnis um den Teleport...
Glücklicherweise war ihm der Mann wohl nicht sonderlich böse. Im Gegenteil, er zeigte sich verständnisvoll und versöhnlich, was Lenus fast ein wenig überraschte. Es war wohl kein Zuckerschlecken, den Raum so ordentlich zu fegen, wie es sein Gegenüber geschafft hatte – zumindest bis er kam. Schnell nahm sich der Geschichtenerzähler einen Besen und half dem Mann, der sich als Nelean vorstellte, den Staub und den Dreck wieder zu einem einzigen Häufchen zusammenzufegen.
„Ich bin Lenus, ich komme nicht von dieser Insel.“ Antwortete Lenus den Fragen Neleans, derer es nicht gerade wenig waren. „Ich wohne zwar schon eine kleine Weile hier, aber ich bin trotzdem ein Fremder hier. Ich komme vom Festland, aus einem Fischerdorf an der Ostküste, das ich aber seit vielen Jahren nicht mehr gesehen habe. Ich bin nicht traurig darum.“ Gestand der Geschichtenerzähler, der nun eine kleine Schaufel in die Hand nahm, um den Dreck darauf zu fegen.
„Eigentlich verdiene ich mein tägliches Brot dadurch, dass ich Geschichten erzähl, aber seit ich hier im Haus der Magier im Garten arbeiten darf…“ Er stockte kurz und senkte die Stimme. „Naja, seitdem frage ich mich öfters, wie es wohl wäre, ein Teil in diesem… Kloster zu sein.“
Für einen Moment nur schienen seine Augen einen Punkt in weiter Ferne anzuvisieren, doch schnell fing sich der junge Mann wieder und stand wieder auf, die Schaufel mit all dem Unrat fest in der Hand. „Was meintest du damit, ein Meister der Klinge? Sind das nicht Leute von dieser Akademie?“
Bisher hatte er nur wenig über diese Akademiker gehört. Tapfere Kämpfer seien sie, furchtlos im Kampf, trainiert an allen Waffen. „sagtest du nicht, du wärst hier Novize?“
Hätte er in dieser Stadt irgendeine andere Aufgabe gehabt, wäre Badhor sicherlich seiner Wege gegangen, doch so entschied er sich dafür, den Experimenten des kungen Magiers zu assistieren. Und dies nur in der Form, dass er sich kaum bewegte, während dieser Turang, wie er sich vorgestellt hatte, sich offenbar sehr strk konzentrierte... und ihn im nächsten Moment scheinbar von den Füßen riss und ihn im nächsten Moment wieder an einem völlig anderen Ort aufkommen ließ - fast als hätte er ihn mit übermenschlicher Kraft hochgehoben, weggeschleudert und dabei die komplette Szenerie des Fluges und des Falles übersprungen.
was uch immer er dort jedoch versuchte, es schien ihn nicht wenig Kraft zu kosten. Beim ersten Mal wäre er fast zusammen gebrochen und war kreidebleich an der Mauer eines Buchladens zusammen gesunken und hatte etwas von unausgereiftem magischen Potenzial gemurmelt. Was das alles zu bedeuten hatte, konnte der Jäger nicht sagen, doch es schien, als wäre er einem Magier in der Ausbildung begegnet, der sich an einem neuen Zauber versuchte, der offenbar Menschn verschwinden und an anderen Orten wieder auftauchen ließ.
Das alles war nicht gerade beruhigend, doch mit der Zeit gewöhnte sich auch der Nordmarer an das ewige Verschwinden und erneute Auftauchen. Mit der Gewohnheit konnte es schon fast amüsant werden...
"Aber ja, das bin ich auch", antwortete Nelean, "doch der äußerliche Schein kann bekanntlich oft trügen. Ich bin zwar nur Novize, doch ich meisterte den Einhandkampf, da hüteten die meisten der Akadamie noch Schafe! Die sollen sich mal nicht so wichtig tun..."
Nelean beäugte Lenus: "Hmm..., du scheinst nicht viel Erfahrung im Kampf gemacht zu haben. Gib mir aber 4 Wochen und der größte Teil an Kriegern in der Akademie wird neben dir blass aussehen."
Der Novize des Wassers dachte nach - so ein junger Schüler käme ihm jetzt gerade recht. Würde er einen x-beliebigen danach Fragen ihn gegen das Ungeheuer zu helfen, würden nur Fragen auftauchen und er käme wahrscheinlich wegen seinem geheimen Vorhaben in Bredouille. Doch ein Schüler würde keine Fragen stellen und es vermutlich gar nicht einmal merken..
"Also was hälst du davon? Du meintest du willst dich hier im Kloster nützlich machen. Früher oder später wird man dich auch außerhalb der Stadt brauchen und für die Magier wäre es nützlich wenn du dort nicht drauf gehst.
Deine Aufgaben im Garten erledigt auch sicherlich jemand anderes und du kannst nach deiner Ausbildung viel nützlicher für die Gemeinschaft sein. Also, was denkst du?"
Nelean war vielleicht zu aufdringlich. Einfach eine wildfremde Person darum anflehen bei ihm Unterricht zu nehmen...? Doch andererseits war die Idee gar nicht so schlecht. Gerade Leute, die neu in der Stadt sind und sich einen Namen machen möchten, sind besonders offen, voller Elan und Tatendrang.
Ein Novize, der sich selbst als Meister des Schwertkampfes bezeichnete? Lenus Interesse war geweckt. Natürlich hatte Nelean recht. Gerade in Zeiten wie diesen war es nur von Vorteil, nicht ganz wehrlos dazustehen. Auf dieser Insel herrschte Krieg, und wo Krieg war, da waren Kämpfe. Es war nur allzu bekannt, wer in den Kämpfen als erster starb – die Schwachen und Wehrlosen, die Götter mögen ihrer Seelen gnädig sein! Er hatte es selbst schon oft gesehen. In Myrtana, als er geflohen war, in Varant, als die Schwachen unterdrückt und versklavt wurden – er hatte bisher immer Glück gehabt, doch das Glück war ein treuloser Begleiter. Es konnte jahrelang an deiner Seite sein, doch irgendwann, wenn du es am dringendsten brauchst verlässt es dich grundlos.
Tausende Gedanken dieser Art schossen ihm durch den Kopf, als der Novize ihm den Vorschlag unterbreitete. Natürlich, der Gedanke daran, selbst mit einem Schwert zu kämpfen, erschien dem Geschichtenerzähler reichlich seltsam. Andererseits war er immer offen für Neues.
„Okay!“ sagte er also nach kurzem Zögern. „Okay, wir machen das. Allerdings – ich hab natürlich keine Waffe und noch viel weniger das Geld, mir eine zu kaufen…“
Turang und Badhor schlugen hart auf dem Boden auf. Der Adept musste es wohl noch öfter üben, neben sich selbst noch eine weitere Person zu transportieren. Dadurch, dass er seine Konzentration dazwischen aufteilen musste, das Magiefeld des Jägers magisch zu umfassen und gleichzeitig selbst in den Strom einzutauchen, konnte er nicht annähernd so gut "navigieren", wie er es üblicherweise vermocht hätte und das Resultat war nun eben, dass man sich beim Austritt aus dem Feld besser hüten sollte, um nicht zu stürzen.
Ihn hätten die Motive des Nordmarers interessiert, die ihn dazu verleiteten, sich auf solche Übungen mit dem jungen Magier einzulassen, waren sie teilweise doch schon recht schmerzhaft, doch er glaubte auch nicht daran, dass er unaufrichtig war oder ihm schaden wollte. Besah er sich dies richtig, dann brauchte der Jäger einfach eine Aufgabe, die ihn über das Alltägliche hinausführte.
Turang hätte wohl gern erlebt, wie es war vom Teleport getragen zu werden, ob es einen Unterschied gab, ob man die Kunst selbst durchführte oder nur passiv daran beteiligt war, hatte ihn doch noch nie ein anderer Magier mit auf eine solche Reise genommen und vielleicht würde das auch nicht mehr geschehen. Würden die Fortschritte anhalten, dann musste dies gar nicht mehr geschehen.
Schweigend ließ der Nordmann seinen Blick über die gut Fünfzig Mann schweifen die sich in der Akademie eingefunden hatten. Söldner, Wächter der Akademie und einige Klingen hatten sich Bereit gemacht ins Feld zu ziehen. Es war nicht ganz das was sich der Rotschopf erhofft hatte, aber besser als das was die Garde in der Burg aufbringen konnte allemale.
Gerade als Drakk das Kommando zum Abmarsch gehen konnte Betrat Tinquilius die Akademie. „Tinquilius,gut das du da bist. Wir könnte ein wenig Unterstützung von euch Magier gut gebrauchen. Es wird Zeit das wir die Silberseeburg zurückerobern, ich hoffe du und einige deiner Freunde habt nichts anderes vor.“ sprach der Hüne als auch Redsonja zusammen mit Xeratos die Akademie betrat.
Wieso war ein Mast eigentlich so lang? Konnte das Ding nicht ein bisschen kürzer sein, sodass man ihn vernünftig in der Werkstatt hin und her drehen konnte?
Aber nunja, so hatte sich das Hobeln dieses Baums - Gath hatte doch noch einen gefunden, der ungefähr seinen Vorstellungen entsprach - halt etwas in die Länge gezogen.
Aber nun war er quasi fertig, das Stück Holz war so weit bearbört, dass man quasi das Segel anbringen konnte - nur leider wusste Gath noch nicht, wie das aussah, sodass er dafür erstmal Iain finden mass... Und das war ja nicht gerade ein Leichtes, wie er aus leidiger Erfahrung heraus wusste...
Aber leider mass man die Ösen und alles auf das Segel eines Bootes abstimmen, was nur ging, wenn man dieses in den Händen hielt - und der junge Bootsbauer huff jetzt einfach mal für den Fischer, dass sein Segel noch zu etwas zu gebräuchen war, sonst würde das hier verdammt teuer werden.
Nur, wo fing man so eine Suche am dümmsten an?
In der Taverne?
Wahrscheinlich
Also begab sich Gath zu einer doch schon ziemlich nächtlichen Zeit seit langem einmal wieder in die Sturzkampfmöwe, um einen flüchtigen Blick durch den Raum zu werfen - und zu erkennen, dass er hier wohl nicht fündig werden würde.
Verdammt...
Also was jetzt? Zum Hafen laufen? Das konnte er nachher immer noch machen, denn hier zogen ihm neben einigen Schweißgerüchen und dem nicht so appetitlichen Duft des örtlichen Bieres - Gath hatte zwar keine Ahnung, wie das Zeug hier genannt wurde, aber so dabbisch wie man davon wurde, wullt er das wahrscheinlich auch gar nicht allzu genau wissen... Jedenfalls zog ihm außerdem noch ein köstlicher Duft nach Met in die Nase - nicht das Gesöff eines Herren Tonik, dass man sich erst wirklich schön saufen mass - der ihn spontan davon überzog, sich doch erst auf ein, zwei Krüge niederzulassen. War nur noch die Frage wo, denn die Taverne war nicht gerade schlecht besochen - zum Beispiel von einer Runde seltsam gekleideter Herren, die so aussahen, als kämen sie geradewegs vom dem Ball der Magier des Kastells. Und sie erzohlen erstaunlichen Mist, von irgendetwas, dass sich entfernt nach 'Baka', also der Stadt in der Wüste, anhürte, wo Rekhyt, Dennik, Illdor und er so lange gewesen waren...
Also da schonmal nicht.
Vielleicht süll ich mir erstmal einen Krug hohlen...
Mit einem Krug in der Hand soch es sich schon mal erheblich leichter, denn da wurde man des öfteren von jemandem eingeluden, sich doch zu setzen. Und genau so erging es Gath jetzt ebenfalls, denn relativ schnell lud ihn jemand ein, sich zu ihm an den Tisch zu setzen, worauf sein Sitznachbar sofort schützend seine Hand über seinen Steinbecher hielt.
"Was wird denn das? Was ist denn da drin?", frug Gath freundlich aber etwas verwundert in die Runde.
"Angst!", wümm der Angesprochene sofort, und prass weiterhin schützend die Hand auf seinen Becher.
"Der hat schlechte Erfahrungen mit dem Inhalt seines Bechers gemächt.", klur ihn jemand anderes am Tisch auf, wobei sofort einige Leute erstaunlich hämisch das Grinsen anfingen - so sehr, dass sich Gath gar nicht mal mehr so gravierend für den Inhalt des Bechers interessur...
Fest stand auf jeden Fall, dass sich der junge Bootsbauer erstaunlich gut mit den Leuten unterhielt, auch wenn er sie eigentlich gar nicht kannte. Und nachdem dann auch noch ein Barde ein allseits bekanntes Lied über der Alltag in der Sturzkampfmöwe (http://www.youtube.com/watch?v=LzVoVV4nENY) anstumm, war die Stimmung nahezu überschwänglich, was wiederum zu einem leichten Verlust des Zeitgefühls und einem ordentlich steigenden Metkonsum bei dem jungen Bootsbauer fuhr.
...
Und irgendwann stand er wieder draußen, in der Nähe des Hafens, wo er sich umbluk.
Irgendwo in der Nähe brell ein Typ aus vollem Halse und in einer unglaublichen Lautstärke "Eeeeeeeeeva! Schläääfst du schon?", was, auch wenn er keine Anwort bekam, garantiert nicht der Fall war, denn wer bei der Lautstärke, die dieser Typ veranstellt, schlief, war echt verdammt gut...
Dazu mass man schon echt in einem komplett feuersicheren Kellerraum liegen.
Das einzige Problem, das sich jetzt stiel, war, dass Gath hier weit und breit keinen Iain sah - was angesichts der mittlerweile erröchen Uhrzeit auch eigentlich arg unwahrscheinlich war...
Du süllst echt mal wieder den Weg ins Bett ansteuern..., schalt er sich innerlich, bevor er sich trotz seltsamerweise äußerst nasser Schuhe auf den Rückweg zur Werkstatt machte, um dort einfach nur ins Bett zu fallen und seine bleischweren Augenlider zu schließen, die ihm ja schon zu fielen, wenn er sich vorne überbog.
Oder aber, um noch einige Kekse zu suchen, denn diese waren, egal ob aus einer sonderbaren, aus fernen Ländern stammenden Substanz namens Chocolade oder aus einfachem Wasser, erstaunlich lecker. Aber ob er welche hatte?
Im Zweifelsfall war es egal, solange er vor dem Morgen ins Bett fand - trotz teilweise latent vorhandener Renitenz.
Einige Tage ist es her, seitdem Nelean und Lenus sich trafen und sich zum Einhandwaffentraining verabredeten. Einige Monate jedoch sind es schon, seitdem Nelean einen Schüler unterrichtete.
Die zwei Tage um die er bei Lenus gebeten hatte um noch wichtige Angelegenheiten zu erledigen, verbrachte der Novize damit sich zu erinnern, wie der Trainingsplan bei seinen letzten Schülern aussah.
Lange brauchte er nicht sich an die vielen gemeinen, mitunter aber auch recht praktischen und lehrreichen Trainingsaufgaben zu erinnern. Viel mehr Zeit beanspruchte es, in der Stadt nachzuschauen ob alles Nötige dafür vorhanden war. Das meiste Training sollte ja in der Wildnis stattfinden, wofür noch die ein’ oder andere Leine oder das etwas Stoff beim Händler erstanden werden musste.
Lenus fehlte außerdem noch ein Schwert fürs Training. Klingen, die nicht gleich beim ersten richtigen Kampf in zwei Teile zerfielen waren jedoch teuer. Wenn Neleans Kasse wieder voller klingelte, wollte er sich beim Schmied ein ordentliches Übungsschwert schmieden lassen, doch fürs erste werden wohl ein Paar Holzschwerter reichen müssen.
Außerdem dürfte noch ein verrostetes in seiner Höhle draußen herumliegen.
Doch das hatte Zeit. Während der ersten Tage seines Trainings sollte Lenus eh kein Schwert zu Gesicht bekommen…
„Schön dass du gekommen bist!“, sagte Nelean zu dem jungen Widerstandskämpfer, als sie sich zur verabredeten Zeit bei der Arena trafen, „Zuallererst will ich ein paar Sachen klarstellen: Alles was du hier lernst hat seinen Zweck, deswegen dulde ich keine Nörgeleien über meine Trainingsmethoden. Außerdem, ein guter Kämpfer ist körperlich topfit. Ab heute möchte ich, dass bevor wir uns morgens immer zum Training treffen, du dich bereits mindestens eine Viertelstunde vorher aufgewärmt hast. Wie du das machst ist deine Sache. Und Drittens: Du hast die Ausbildung erst dann abgeschlossen, wenn ich der Meinung bin, dass du sie abgeschlossen hast. Keine Sekunde früher. Ich hoffe wir haben uns verstanden. –
Siehst du beiden Fässer dort drüben. Das eine ist voll Wasser das andere nicht. Hier ist ein Becher.“, der Novize überreichte Lenus einen kleinen tonfarbenen ohne Griff, „Ich möchte dass du den Becher wie einen Schwertgriff fest umschlungen hältst und mit ihm das Wasser vom einen in das andere Fass schüttest, ohne was zu verschütten. Achte auch dabei gut auf deinen Stand! Ab und zu kommen nämlich Arenakämpfer vorbei, um hier was zu trinken. Die sehen es überhaupt nicht gern, wenn jemand vor ihrem Fass mit Wasser steht und ohne sie überhaupt gesehen zu haben, haben die dich schon zu Seite geschupst, sodass du hinfällst.
Und versuch bloß nicht zu schummeln. Ab und zu werde ich vorbeischauen um zu sehen wie du dich schlägst. Doch ein paar Stunden, denk ich, wirst du schon brauchen. – Morgen lernen wir dann was Neues!“
Nelean klopfte Lenus bei diesen Worten auf die Schulter und musste lächeln. Jedes Mal diese langen Gesichter der Schüler, wenn der erste Trainingstag mit etwas völlig unerwartetem anfängt.
„Ja ja, die alte Übung mit den Fässern…“, dachte Nelean vor sich hin als er Richtung Tempel schlenderte, „Am Anfang tut es nur im Handgelenk weh. Doch wenn der Wasserstand kleiner wird, kommt noch das Bücken hinzu. Und dann sind ja noch die Arenakämpfer, die ich angeheuert hab um seinen Stand zu festigen. Ich glaub langweilig wird ihm da nicht.“
Das Gute an Neleans Übung war nicht nur, dass sie die Handgelenke und die Beinhaltung stärkte. Bei dieser Übung muss die Hand alle wichtigen Stellungen des Schwertkampfes durchlaufen: Den Block, die Konterparade, die Seiten- und Stichhiebe. All das versteckt sich im Schaufeln und Ausgießen eines Bechers. Und besser als ihm die Griffe direkt zu zeigen, ist die Übung allemal. Durch die für die Hand gewöhnlichen Abläufe beim Leeren und Füllen eines Bechers, lernt und verfeinert sie ganz nebenbei und auf natürlicher Weise auch die Griffhaltungen des Schwertkampfes.
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