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View Full Version : Die Gespaltene Jungfrau #2



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Murdra
04.02.2012, 22:38
Die Gespaltene Jungfrau ist eine Taverne im Süden Stewarks. Sie liegt am Rande des Orkwaldes, dort, wo sich die alte Handelsstraße gabelt, die Stewark seit jeher mit Setarrif im Osten und Tooshoo im Süden Argaans, der größten der Südlichen Inseln, verbindet. Vom oberen Stockwerk der Taverne aus und auch durch die zahlreichen Lücken im morschen Bretterzaun hat der Besucher der Gespaltenen Jungfrau nicht nur einen guten Ausblick auf den finsteren Wald, sondern auch auf das tosende Meer, das nicht weit entfernt von der Taverne gegen das westliche Ufer Argaans brandet.

Murdra ist die Wirtin der Taverne "Zur gespaltenen Jungfrau" Sie kümmert sich um die Gäste, hat manchmal auch einen Tipp oder eine Aufgabe für den ein oder anderen. Natürlich tut sie das nicht umsonst. Sie denkt dabei immer an ihren Vorteil.
Reisender sei gewarnt, wer einen Streit in der Taverne anfängt oder seine Zeche nicht begleichen kann, der wird ihr Nudelholz, ihr Hackbeil oder ihre Faust zu spüren.
Allerdings erzählt man sich das Murdra ab und an Geschäfte mit Banditen macht. Ihren Rum quankelte sie angeblich auch schon mal den Piraten ab.
Also seid vorsichtig welchen Ton ihr Murdra gegenüber anschlagt, je nach Laune wirft setzt sie euch gleich wieder vor die Tür oder knöpft euch überhöhte Preise ab.

Hier bitte nur posten wenn man sich in der Taverne oder an der Wegkreuzung befindet.

Don-Esteban
04.02.2012, 22:48
Der Heiler hatte bedächtig zugehört und am Ende genickt.
»Wenn es sich so verhält, dann ist die Veränderung Eures Auges entweder auf eine Verletzung zurückzuführen oder eine äußerst schnell fortschreitende krankhafte Veränderung, die im Zusammenhang mit der erwähnten Unterkühlung steht. Grundsätzlich kämen ja auch magische Ursachen in Frage wie Flüche oder Beschwörungen. Doch sollten wir derlei erst einmal ausschließen und uns auf wahrscheinlichere Ursachen konzentrieren. Den Star, wie ihm viele vor allem ältere Menschen begegnen, können wir offenbar ausschließen, da die Trübung der Linse nach Eurem Bericht sehr plötzlich auftrat und er bei Menschen eures Alters auch nicht allzuweit verbreitet ist. Wenn Ihr nichts dagegen habt, kann ich Euch eine Tinktur geben, die möglicherweise der Trübung etwas entgegen wirkt. Um Euch zu heilen oder herauszufinden, ob Heilung überhaupt möglich ist, ist aber eine tiefgehendere Untersuchung nötig. Diese kann bei erfahrenen Heilern in Thorniara, Tooshoo oder Setarrif erfolgen.« Und er fügte nach kurzer Pause leise hinzu: »Oder an einem weiteren Ort, den ich aber jetzt noch nicht ins Spiel bringen möchte. Erst, wenn andere Optionen gescheitert sind.«
Er wischte mit einer kurzen Geste der Hand eventuelle Fragen der jungen Frau beiseite, ehe diese überhaupt gestellt werden konnten und meinte dann »Für die meisten Gebrechen gibt es Heilung, solange die Organe noch vorhanden sind. Doch sollten wir dazu möglichst bald einen der genannten Orte und dort einen Heiler aufsuchen. Denn nur die besten Magier vermögen, den menschlichen Körper von Leiden zu befreien und diese Magier besuchen nur äußerst selten Gasthäuser wie die Jungfrau.«
Dann beschloss er, das Thema zu wechseln.
»Habt Ihr keine Verwandten hier auf der Insel? Von wo kommt Ihr? Ich bin mir sicher, auch sie würden Euch zum nächsten Magier mit Kenntnissen in der Heilkunde geleiten.« Im Grunde war er jedoch nur neugierig darauf, ob die junge Frau ihm mehr von sich erzählen würde.
Er goss sich bedächtig neuen Wein in sein Glas. Das ließ er sich nicht nehmen. Seitdem Murdra endlich Gläser angeschafft hatte, war er nicht mehr auf ihre bäurischen Ton- und Holzbecher angewiesen. Die mochten ja für die Fischer und Holzfäller, die für gewöhnlich die meisten tische im wirtsdhaus besetzten, angemessen sein, aber nicht für ihn.

Launa
04.02.2012, 23:50
Einen weiteren Ort, aber erst wenn alle anderen Optionen gescheitert sind. Launa musste lächeln. Esteban verstand es Neugier zu wecken.
»Wartet einen Moment Esteban.« Während sie zu der Wirtin ging um sich noch ein Wasser zu holen, überlegte sie was sie Esteban sagen sollte. Thorniara und Setarrif waren ihr durchaus ein Begriff, aber wie sollte sie auf die Fragen bezüglich ihrer Familie antworten? Würde sie einen der betrunkenen Fischer bitten, Esteban etwas über sie zu erzählen, wäre der nicht ergiebiger als ihr Gedächtnis. Sie schien tatsächlich nur in Bezug auf sich selbst größere Lücken zu haben. Wobei die Bezeichnung "Lücken" untertrieben war. Aber dem Mann konnte sie nichts vorlügen, also entschied sie lieber bei Argaan im Allgemeinen zu bleiben.
Aber Moment, woher wusste er, dass Magier sich in Gasthäusern selten rumtreiben?

Nun war sie wieder bei dem Tisch angekommen.
»Ich bin mir nicht sicher, was ich euch über mich erzählen sollte. Aber einen Heilkundigen, der Kentniss über den Aufenthaltsort von Magiern hat, habe ich ja bereits getroffen.
Ich überlege nach Thorniara zu reisen, die Feuermagier dort sollen, so wie ich das gehört habe und sofern ich in die Stadt gelassen werde, auch für den normalen Bürger ansprechbar sein. Und Tooshoo ... Von dem Ort weiß ich nicht viel.«
Tatsächlich wusste sie nicht, woher sie das wusste...

Don-Esteban
05.02.2012, 00:11
»Tooshoo, Thorniara, Setarrif«, erwiderte er. »Letztendlich dürften zumindest die letzten beiden Möglichkeiten keinen großen Unterschied ausmachen.«
Er nahm sein Weinglas und schwenkte es nachdenklich in der Hand.
»Seltsam, daß gerade die beiden Orte, die sich seit vielen Jahren erbittert bekämpfen, in dieser Hinsicht so gleich sind. Ob Ihr Magier des Feuers oder des Wassers befragt, sie leben beide in ihren Akademien, Türmen und bequemen Hallen und werden Euch von der Güte, Weisheit und Allmacht der Götter erzählen. Und von dem fabulösen Wissen der Götter, von dem sie - ausgerechnet sie - den entscheidenden Teil mitgeteilt bekommen haben, so daß sie nun Dank dessen mit großartiger Macht ausgestattet seien. Und dann werden sie entweder einen Feuerball oder eine Wasserwand herbei zaubern, um damit den Respekt und die Bewunderung ihrer Zuschauer einzufordern. Das einzige, worin sie sich unterscheiden, ist die Farbe ihrer Roben. Mögt Ihr rot lieber? Oder sagt Euch blau eher zu? Die Entscheidung nach der Farbe zu treffen, ist ebenso gut, wie eine Münze zu werfen.«
Esteban klang bitter, als er diese Worte sagte, ja sie so aussprach, als wie er ein ekliges Tier mit spitzen Fingern anfassen würde. Doch viel Zeit, um sie wirken zu lassen, ließ er nicht, schon sprach er leise weiter.
»Wenn Ihr wollt, könnt Ihr auch nach Tooshoo gehen. Es liegt südlich von hier und dort haben sich seit einem Jahr seltsame Gestalten versammelt, die sich mit dem Dreigestirn der Götter nicht befassen. Viele nennen sie Ketzer und mich selbst erinnert ihr Zusammenschluss und nach allem was man hört, ihr Glauben mehr an eine seltsame Sekte, wie sie damals in der Barriere auf Khorinis entstanden sein soll. Gerüchte redeten damals von einer Gemeinschaft, die einen ganz anderen Gott anbetete, der seinen Anhängern ungewöhnliche Magie sandte, die auf der Kontrolle anderer basierte. Krieger mit Furcht erregenden Fähigkeiten waren die Wächter dieser Gläubigen. So hörte ich jedenfalls«, schloss er vorsichtig.
»Jedoch soll sich dieser Zusammenschluss in Tooshoo mit den Grundlagen der Natur beschäftigen, mit dem ewigen Werden und Vergehen, dem Wachsen und dem Zerfall. Vielleicht findet sich dort am ehesten ein weiser, der Euer Auge heilen kann. Ich würde Euch sogar begleiten, denn ich habe selbst einige Geschäfte dort zu erledigen. Alles, was zwischen uns und diesem Tooshoo steht, ist der Orkwald, den wir durchqueren müssen. Dort lebt ein Stamm wilder Orks und schon viele Reisende haben eine Begegnung mit ihm bereut. Doch zusammen würden wir sicher eher dort unbehelligt hindurch gelangen, als einzeln.«

Launa
05.02.2012, 00:58
Launa war etwas überwältig von der Tirade Estebans. Seine Verbitterung brandete ihr förmlich entgegen.
»Ihr wollt nach Tooshoo reisen?« Warum eigentlich nicht? Zu einem Volk zu reisen, das der Ketzterei bezichtigt wird, war nicht unbedingt das was sie ihren Wunschtraum nennen würde, aber die Aussicht auf jemanden der ihr eventuell mit ihrem Gedächtnisverlust helfen würde, klang doch ganz gut. Und eine etwas weniger gefährliche Reise in Begleitung eines Heilkundigen hatte sie nun auch. Sie musste sich nur dafür entscheiden.
»Ich denke das ist ein guter Vorschlag, Esteban. Da ich ein wenig vom Wald verstehe und ihr wohl fähig seid eventuelle Wunden zu heilen, hört sich as doch nach einem ganz guten Plan an.« Launa hatte ihre Bedenken weitestgehend über Bord geworfen. Etwas verschroben, das war er vielleicht und er wusste wohl auch mehr als er preisgab.
»Es scheint uns ja beiden gelegen zu kommen, also halte ich eine gemeinsame Reise für eine gute Idee«, sagte sie abschließend und trank ihren Becher leer...

Don-Esteban
05.02.2012, 01:11
»Gut, in dem Fall treffen wir uns morgen früh wieder hier, um den Weg nach Süden gemeinsam zu beginnen.«
Er erhob sich, raffte dabei seine Notizen endgültig zusammen, ließ sie in eine Lederhülle gleiten und wandte sich der Treppe ins obere Stockwerk zu, wo sein Zimmer lag.
»Ich wünsche eine geruhsame Nacht«, beeilte er sich noch, der Höflichkeit Genüge zu tun, ehe er verschwand und seine neue Bekanntschaft sich selbst überließ.

Manuele
15.02.2012, 00:23
Seisuke und Nigel waren ziemlich respektlos Manuele gegenüber, doch er war für diesen Abend zu geschwächt um auf Konfrontationen einzugehen. Er liess die Sachen fallen und stapfte den Männern etwas genervt hinterher.
Vor ihnen erstreckte sich eine weite Fläche unbebautes Grasland. Nur die wenigen Lichter aus der Taverne verieten den Reisenden, dass sich hier Menschen aufhielten. Ausserdem bemerkte der Klingenmeister im faden Mondlicht die Baumspitzen eines ziemlich furchteinflössenden Waldes. Es schien ihm, als ob hunderte kleiner Augenpaare auf sie gerichtet waren. Als ob das Grauen nur darauf wartete dass sie unaufmerksam wurden um im richtigen Moment zu zuschnappen. Eine kühle Briese unterstrich dieses unheimliche Szenario.

Endlich ereichten die Gefährten die Häusergruppe. Es waren zwei alte Häuser, fast gänzlich aus Holz und grobem Stein gebaut. Die verwitterten Dielen waren spröde und es gab alle paar Meter grosse Risse und Spälte an den Wänden. Kein wirklich einladender Ort um die Nacht zu verbringen.
Ein grosses Schild am Eingang des Haupthauses veriet ihnen den Namen der Spelunke: "zur Gespaltenen Jungfrau"

"Was ist dass den für ein Name?!" Fragte Manuele rethorisch in die Runde und betrat den Laden.

Nigel Ascan
15.02.2012, 00:41
Das war'n Kerl. Attackierte einen, ohne seinen Namen zu kennen. Gut, machte Nigel in der Regel auch, dann aber im feindlichen Lager und nicht im eigenen.

» Ich wüsste nicht, was Euch das angeht. Ihr müsst verstehen, dass ich gegenüber Typen, die mich einfach so attackieren von vornerein vorsichtiger bin. Und ich muss ebenso gestehen, dass ich euren Namen ebenso wenig kenne, wir Ihr den meinigen. « antwortete Nigel übertrieben eitel.

Aber so einfach wollte er es dem Weißhaarigen nicht machen. Sicherlich gab es nach so einem Ereignis, wie es die Truppe gerade hinter sich hatte, besseres als feindliche Stimmung, aber soweit wollte der Krieger Setarrifs es gar nicht erst kommen lassen.

Sie hatten das Gehöft mittlerweile erreicht und es gab tatsächlich eine Taverne, aus der gedämpfter Lärm zu hören war.

Übertrieben höflich öffnete Nigel die Tür und verneigte sich vor der hereintretenden Truppe. Hinter Keala folgte er selbst und schloss die Tür. Gefüllte Tavernen sahen anders aus, das wusste Nigel nur zu gut. Aber dennoch fragte sich Nigel, woher die paar Hanseln denn kämen.
Sie suchten sich einen leeren Tisch, der groß genug war, um die gesamte Meute zu fassen. Durch Zufall setzte er sich direkt gegenüber des Silberhaarigen, den er frech angrinste, bevor er sich ein Bier bestellte.

seisuke
15.02.2012, 01:08
„Hmm, so ist das also.“, mehr hatte Seisuke nicht auf die abweisende Reaktion des Söldners zu antworten. Er verstand schließlich was er sagte und war selbst weit davon entfernt solche Worte persönlich zu nehmen. Nachdem sie die Tür zur Taverne durchschritten sah sich der Dieb wenig überrascht um. Nichts hatte sich verändert in den letzten Monaten. Viel mehr sah es so aus als wäre dieser Hof in noch tiefere Abgründe gefallen, wenn dies überhaupt möglich war. Seisukes Wunsch nach einem schönen warmen Honigmet bestätigte dies nur.

„Met? Haben wir nicht. Wir haben Bier, das kostet. Und Wasser, das kostet nicht ganz so viel.“, antwortete die Wirtin mürrisch.


„Vor ein paar Monaten hattet ihr hier aber Met. Wollt ihr den nicht mehr rausgeben?“

Auf diese Frage hin wurde die Wirtin fast schon wütend. „Da hat das elende Diebesgesindel, das diese Insel beklaut, auch noch nicht mein Gasthaus bestohlen! Und jetzt bestell irgendwas oder verdurste!“

Seisuke musste sich die Hand vors Gesicht halten, um nicht von fliegender Spucke getroffen zu werden und bestellte kleinlaut ebenso ein Bier. Von Wasser hatte er diese Nacht genug gehabt. Nach einer Weile bekamen sie auch ihre Krüge und misstrauisch roch Seisuke an dem Zeug. Als die Wirtin sich verzogen hatte, wagte er auch sein Kommentar zu geben: „Dieses dünne Zeug würde man wohl nur hier Bier nennen. Aber was solls. Hier haben die wenigstens ein Feuer. Trinken wir darauf, dass wir die Seefahrt heil überstanden haben.“ Besonders gut gelaunt schien aber keiner von den Anderen zu sein. Manuele war in Gedanken wohl immer noch bei seinem Schiff. Stella kuschelte mit dem Kerl den sie mitgebracht hatte. Nur dieser Söldner, der Gegenüber von Seisuke saß, guckte frech zurück und schien noch ein wenig Leben in den Knochen zu haben. Zumindest mehr als der Rest.

Seisuke erwiderte sein Grinsen. „Weißt du, ich hab kein Problem damit dich einfach ‚Kerl‘ zu rufen, wenn ich muss und eigentlich bin ich auch gar nicht so scharf darauf deinen Namen rauszukriegen. Ich könnte einfach Manuele fragen und dann wärs schon erledigt, glaub ich. Einzig der Gedanke, dass ich im Bluttal vielleicht meinen Rücken von dir decken lassen muss und du nicht wirklich reagierst, wenn ich ‚Kerl‘ rufe, macht mir ein kleines bisschen Sorgen.“

Nigel Ascan
15.02.2012, 01:39
Auf die Bemerkung Seisukes hin musste Nigel laut lachen. Das war wahrlich gut gesagt.

» Nagut, Ihr habt mich überzeugt. Ich bin Nigel Ascan, Meister der Klingen der Akademie Setarrifs und zudem Söldneranführer. War vielleicht auch nen bisschen zu ausführlich für den Fall eines Kampfes. Also nennt mich Nigel. « sagte Nigel immer noch schmunzelnd.

Anschließend nahm er einen großen Schluck Bier zu sich und sah sich um. Einbruch?! Also sah es nicht immer so trostlos hier aus, was Nigel irgendwie beruhigte.

» Wir sollten uns um unsere Zimmer kümmern, ich bezweifle, dass es für jeden von uns eins gibt, selbst, wenn hier alle Zimmer frei sind. « bemerkte Nigel plötzlich.

Sie waren immerhin sieben Personen, wobei sich Stella und ihr Hackendackel wohl ein Zimmer teilen könnten.

seisuke
15.02.2012, 01:59
„Nigel also. Das kann man sich merken. Wie ich schon sagte, ich heiße Seisuke und das ist auch schon alles was ich über mich sagen kann. Ich habe weder irgendeinen Rang noch, noch bin ich irgendein Anführer. Alles was ich habe ist diese Lederrüstung, das Schwert an meinem Gurt und diesen seltsamen Haarschopf. Vielleicht auch noch die Eigenart, dass ich es nicht wirklich leiden kann, wenn man mich mit ‚sie‘ oder ‚ihr‘ anredet, aber mehr habe ich wirklich nicht.“

Mehr widerwillig als alles andere kippte sich Seisuke diese Gesöff herunter. Wie beim Hunger schien wohl auch der Durst alles was nötig ist einfach hineinzutreiben. Danach schaute er nochmal zur Wirtin hinter die Theke und dann zeigte er den Weg die Treppe hoch. „Wenn man da die Treppe hochgeht, dann findet man im ersten Stock einen großen Schlafsaal. Weiter oben haben die hier wohl auch Zimmer, aber wenn die Alte schon für diese Entschuldigung von einem Bier so viel Gold verlangt, dann will ich gar nicht wissen, was sie für ein Zimmer will und wir brauchen wahrscheinlich mindestens zwei. Wohl eher drei oder vier. Ich weiß ja nicht, was dein Goldbeutel sagt, aber meiner wird vielleicht grade mal für ein Zimmer reichen. Und das sicher auch nur wenn ich hier nicht besonders viel trinken werde.“

Mit einem letzten gezwungen Schluck vernichtete der Dieb sein Bier und war in vielerlei Hinsicht froh, dass es nun weg war. Sein Körper hatte nun Flüssigkeit und er das Zeug nicht mehr vor der Nase. „Vielleicht war Manueles Versuch ja gar nicht so dumm. Hier wird uns kaum ein Moleratsteak mit feinen Gewürzen geliefert und alles andere ist wohl auch recht teuer. Sobald wir trocken sind, sollten ein paar von uns nochmal am Strand schauen, ob da noch was Sinnvolles angespült wurde.“

Nigel Ascan
15.02.2012, 02:09
Schlafsaal war gut, daran hatte Nigel gar nicht gedacht. Er hatte sich zu sehr an sein eigenes Zimmer in der Akademie gewöhnt. Aber ihm würde ein Schlafsaal durchaus reichen.

» Gut, Seisuke. Mein Geldbeutel sieht nicht viel praller aus. Ich würde vorschlagen, dass wir erstmal die Nacht hier verbringen und morgen dann sehen, was der Tag bringt. Aber deine Idee ist nicht schlecht. Am besten wir gehen mit Sonnenaufgang nochmal zum Strand runter. « sagte Nigel, während er sein Bier leerte.

Daraufhin bestellte er sich noch eins und sah sich um. Viel verändert hatte sich seit ihrer Anwesenheit nichts, die paar Gestalten saßen noch da, wo sie saßen, als sie hereinkamen und mehr war auch nicht passiert. Was'n netter Laden...

Manuele
15.02.2012, 10:00
Diese Taverne war wahrlich kein einladender Ort. An den Ecken sassen zwielichtige Gestalten und die Wirtin maulte ständig herum. Ausserdem sah das Gebäude aus, als würde es bald zusammenbrächen. Zumindest gab es hier jedoch keine unerwünschten Gardenbesuche, so konnten sie sich hier unbemerkt einnisten und alles weitere in ruhe planen. Manuele war bereits frühmorgens aufgewacht, das Schnarchen der Männer im Schlafsaal war unerträglich gewesen. Ohne gross jemanden zu wecken hatte er sich in den Schankraum geschlichen. Er wollte unbedingt mehr über diese Gegend erfahren. Vor allem wollte er sich nach aufständischen Bauern oder Banditen erkunden, die er unterstützen konnte. Schliesslich hatte es keinen Zweck den offenen Kampf mit den Innoslern zu suchen. Es waren einfach zu viele. Neugierig suchte er den Schankraum nach einem Bücherregal ab, er fand jedoch nichts. Die Wirtin war in der Küche und machte irgendwelche Hausarbeiten. Leider hatte Manuele keine einzige Münze um sie nach Informationen zu fragen. Er musste einen Weg finden wie er die Frau für sich gewinnen konnte.

Keala
15.02.2012, 12:19
Sie fragte sich noch immer, wie bei allen Göttern sie auf dem Schiff gelandet war. Sie hatte doch gar keine Ahnung von Seefahrt! Überhaupt, war es eigentlich Glück gewesen, dass sie schwimmen gelernt hatte, immerhin hätte sie Bäuerin werden sollen. Kea wusste, wie man molk, kochte, wusch und buk, und sie kannte mittlerweile die Grundlagen des Schmiedens und des Schlosserhandwerks, sie konnte kämpfen, balancieren und einbrechen, aber sie hatte nicht ein bisschen Ahnung, wie man ein Boot bediente. Entsprechend fehl am Platze hatte sie sich während des Sturmes gefühlt. Dem Papageien hatte das auch nicht gefallen, immerhin hatte der Wind auch zum Fliegen nicht ideal gestanden. Und nach dem Sturm war das Desaster gekommen. Kea wusste zwar, wie man schwomm, aber für gewöhnlich tat sie das ohne Kleidung und erst Recht ohne Waffen.
Als sie wieder aufgewacht war, hatte sie an der Küste gelegen und Wasser gespuckt, war völlig durchnässt gewesen, während der Papagei auf ihren Handrücken eingepickt hatte, vermutlich um sie zu wecken. Wenn es sich so anfühlte, zu ertrinken, dann wollte sie das in Zukunft dringlichst vermeiden. Keuchend hatte sie sich aufgesetzt und geprüft, ob ihre Sachen noch da waren. Was sie am Körper getragen hatte, war offenbar an Land gelangt, um ihre Tasche sah es anders aus. Sie besaß nicht viel, insbesondere nachdem ihr die Orks alles abgenommen und sie versklavt hatten, aber in dieser Tasche war ihre gesamte Beute gewesen, wenn man von Wechselkleidung absah. Sah aus, als musste sie irgendwo einbrechen und sich erstmal wieder Kapital verschaffen, ehe sie als Schlosserin Gold verdienen konnte. Fleisch für den Papageien würde sich auftreiben lassen, der war da nicht wählerisch. Die Beute war für Notfälle gedacht gewesen, in der Geldbörse hatte die Wächterin nicht viel. Vielleicht hätte sie sich angewöhnen sollen, geklauten Schmuck unter ihrer Kleidung verborgen zu tragen, um ihn nicht beispielsweise bei Schiffbrüchen zu verlieren.
Der silberhaarige Dieb hatte ihnen den Weg zu einem Gasthaus gezeigt, wo sie sich mit Bier begnügen mussten. Die Wirtin schien gereizt, aber angesichts dieser seltsamen Gruppe war das wohl nicht ungewöhnlich. Kea erinnerte sich nur zu gut dran, wie Mama Hooqua sie wegen des Papageien des öfteren aus der Sumpflilie geworfen hatte, und betete, das Vogelviech möge sich zumindest einmal benehmen und seiner Neugier nicht nachgeben. Schließlich hatte man sich darauf geeinigt, die Nacht in einem Schlafsaal zu verbringen (für Kea auch nichts Neues, immerhin gab es in der Sumpflilie keine Einzelzimmer, selbst wenn sie in Faring gerade noch so eben mit heiler Haut davongekommen war damals).

Nigel Ascan
15.02.2012, 18:22
Der Tag begann spät für Nigel, zu lange hatte er geschlafen. Doch das hatte er gebraucht, nach den kurzen Nächten auf dem Schiff.

Als er sich in den Schankraum begab, hatte sich die Gruppe getrennt und jeder ging seinem eigenen Kopf nach. Nigel bestellte sich einen einfachen Eintopf, für den er viel zu viel Gold hinlegen musste. Aber er hatte Hunger und keine Lust auf Stress, weshalb er ohne Widerrede bezahlte. Sein Blick sprach allerdings Bände. So aß er in aller Ruhe sein Mahl und sah sich um. Ein überaus trauriges, graues Bild eröffnete sich ihm. Bevor er zu schlechte Laune bekommen würde, verließ er deshalb das Gasthaus und sah sich auf dem Gehöft um. Es gab einen kleinen, ziemlich verlassenen Stall und eine verlassene Schmiede, sowie so etwas wie eine Werkstatt. Das ganze war von einer Holzpalisade umgeben. Nur das eine Tor, durch die die Gruppe am Vorabend das Gehöft betreten hatten, gab einem die Möglichkeit, einzutreten.

Plötzlich sah er die kleine Piratin Keala. Obwohl er sie so nannte, hatte sie auf ihrer Reise gezeigt, dass sie gar nicht mal so sehr dafür geeignet war. Man sah mehr als deutlich, dass es ihr nicht behagte auf den schaukelnden Planken.
Er rief sie zu sich.

» Hallo, Keala. Ich hoffe, du hast das kleine Unglück gut überstanden. Ich würde dann mal mit dem Training beginnen. Stell dich auf eins der Fässer und spring mit gezogenem Schwert mit einer Sprungrolle herunter. Versuch dann gleich in Kampfposition aufzustehen. « sprach Nigel zu ihr.

Dann lehnte er sich an einen Holfpfeiler und sah ihr zu...

Keala
15.02.2012, 19:26
Kea war nach draußen geflüchtet, im Schankraum behagte es ihr nicht. Vielleicht lag das an der gereizten Wirtin, die ihr Essen überteuert feilbot und den Vogel misstrauisch beäugte, vielleicht lag es an den anderen Besuchern der Taverne. Hier war es nicht so gemütlich wie in der Sumpflilie, wo man sich einfach bei irgendwem an den Tisch setzen und eine nette Unterhaltung beginnen konnte. Möglicherweise fehlten auch einfach die im Sumpf allgegenwärtigen Sumpfkrautgase, die die meisten Menschen etwas friedfertiger stimmten.
Als sie Nigels Stimme hörte, drehte sich um, und stante pede prasselte ein Schwall neuer Aufgaben und Hinweise auf sie nieder. Offenbar war ihr das Meerwasser wirklich nicht gut bekommen, denn sie brauchte einen Moment, um seine Worte zu ordnen, ehe sie nickte.
»Kleines Unglück, so kann man's nennen, ja ...«, murmelte sie geistesabwesend und stieg auf das Fass.
Normalerweise machte man eine Rolle, indem man die Arme vor der Brust verschränkte, so zumindest Kea. Täte sie das allerdings mit gezückten Säbel, würde das sicherlich zu einer recht schmerzhaften und blutigen Sache werden. Hatte er eine oder zwei Waffen gesagt? Sie erinnerte sich, ihm erzählt zu haben, dass sie für gewöhnlich mit Säbel und Parierdolch kämpfte. Zunächst beschloss sie, es nur mit dem Säbel zu probieren, immerhin hätte es keinen Sinn, sich zu Beginn des Trainings eine Säbel- und eine Dolchklinge in den Leib zu jagen, wenn sie etwas falsch machte. Die Wächterin zog den Säbel und beschloss, die scharfe Seite der Klinge von sich wegzurichten. Dann sprang sie, kam zuerst mit den Händen auf, wobei sie den Säbel mit der Handfläche auf den Boden drückte, rollte sich ab und fasste dabei den Säbel wieder so, dass sie hätte kämpfen können. Als sie auf die Füße kam, zog sie außerdem den Parierdolch, stand mit leicht gebeugten Knien fertig in Kampfposition. Soviel zum ersten Versuch, mit einer Waffe zu springen, sie fragte sich, ob man das öfter brauchte oder das nur eine Art Basis-Übung war.

Nigel Ascan
15.02.2012, 19:32
Nigel nickte anerkennend, als er sah, was seine Schülerin da fabrizierte. Das sah ziemlich gut aus.

» Gut, gleich noch mal. «sagte Nigel, während er sich neben das Fass stellte, auf dem Keala ihn überragte.

Im Stillen legte er die Hand auf das Schwert.

Sobald Keala gesprungen war, stellte er sich hinter sie und zückte die Waffe, die er anschließend auf sie richten wollte, sobald sie wieder auf die Beine gekommen war.

Keala
15.02.2012, 21:08
Kea kletterte wieder auf das Fass und steckte den Dolch weg. Nur mit dem Säbel bewaffnet sprang sie erneut, rollte sich ab und fasste den Säbel richtig. Dann schaute sie sich um. Nigel hatte eben noch neben den Fässern gestanden, aber vor ihr war er nun nicht. Sie drehte sich um und erkannte, dass er die Spitze seines Schwertes auf sie richtete.

Die Wächterin hob ihren Säbel und machte den Anfang, indem sie nach seiner rechten Seite schlug. Den Parierdolch ließ sie außenvor, sie rechnete damit, dass der Einsatz des Dolches Nigel zu sehr überraschen würde, als dass der Kampf weiterhin fair verlaufen würde. Immerhin hatte er nicht die Möglichkeit, mit der Nebenhand ihren Säbel wegzulenken und gleichzeitig einen Konterangriff anzusetzen.

Noch konnte sie seinen Kampfstil nicht einschätzen und hielt sich entsprechend zurück, um abzuwarten. Sie selbst versuchte, einen Vorteil aus ihrer geringen Größe herauszuholen, wann immer es ihr möglich war, setzte auf Beinarbeit und Geschwindigkeit. Vielleicht würden ihr ihre Kenntnisse im Balancieren ja da etwas weiterhelfen, dachte sie sich. Zwar hatte sie das bei Ryu ja geübt, aber dazu waren ja auch noch Übungen im Parieren gleichzeitig dazugekommen. Nun hatte sie einmal die Möglichkeit, sich etwas mehr darauf zu konzentrieren und ihre Konzentration nicht völlig auf Haupthand, Nebenhand, Beinarbeit und Gegner aufzuteilen.

Nigel Ascan
15.02.2012, 21:16
Sie attackierte ihn auch gleich, aber nicht ernst genug, um Schaden zuzufügen oder gar zu gewinnen. Seltsamer Weise ließ sie ihren kleinen Dolch stecken, schließlich hatte Nigel sich auf die neue Erfahrung schon gefreut. Aber es war ihre Entscheidung gewesen.

Anfangs ließ er sie kommen und beschränkte sich lediglich aufs Blocken und Ausweichen, doch als sich Keala dann merkbar zurückzog mit ihren Angriffen, begann Nigel mit diversen Schlagkombinationen. Schließlich hatte er eine gewisse Distanz zwischen sich und der kleinen Kämpferin gebracht, so dass er etwas Neues ausprobierte.

Er rannte auf sie zu und holte schon zu einem gewaltigen Schlag aus, nur um dann kraftvoll abzuspringen und auf sie zuzufliegen. Währenddessen schlug er zu. Keala aber wich mehr aus, als dass sie blockte. Viel mehr lenkte sie den Schlag hinter sich. Das war auch ihr Glück, denn Nigel bezweifelte stark, dass die kleine Frau die Kraft gehabt hätte, diesen Gewaltschlag vollkommen zu blocken.
Reaktionsschnell drehte er sich um und ging die Verteidigung, da er einen direkten Gegenangriff erwartete...

Keala
15.02.2012, 21:33
Nachdem Kea sich zurückgezogen hatte, hatte Nigel einige Schlagtechniken probiert, bis er einigen Abstand gewonnen hatte. Ein wenig fragte sie sich, was das sollte, immerhin war er ja Schwertkämpfer und nicht etwa Stab- oder Speerkämpfer. Schließlich rannte er auf sie zu, holte aus, sprang und schlug auf sie ein. Vermutlich war es ihr Glück, dass sie es sich zum Prinzip gemacht hatte, niemals Schläge zu blocken. Bisher hatte sie erst zweimal Schläge direkt geblockt, einen von Ra'mon als Demonstration, und einmal versehentlich einen Schlag von Faren, der sie damals auf den Hosenboden befördert hatte. Sie wusste haargenau, dass sie nicht die Kraft hatte, Schläge wie etwa den von Nigel zu blocken.
Mit einem kombinierten Ausweich- und Weglenkmanöver hatte sie diesen Wuchtschlag hinter sich gelenkt und wandte sich nun Nigel zu. Wenn er es darauf anlegte, sie mit Neuem zu konfrontieren, konnte sie jetzt auch mal schauen, wie er mit einem Parierdolch zurechtkäme. Den Wuchtschlag hätte sie mit dem Dolch natürlich nicht blocken können, und auch so war sie zum Parieren darauf angewiesen, dass er angriff, aber dann war es besser ihn schon in der Hand zu haben, als ihn erst zücken zu müssen. Mit dem Säbel traktierte sie ihn, wobei ihm vermutlich auffiel, dass ihre Schlagkombinationen selten kompliziert waren. Das lag daran, dass sie mit einem Säbel kämpfte, der nur eine geschliffene Seite hatte, und sie hauptsächlich das Handgelenk drehen musste, damit diese Seite überhaupt auf ihn zeigte. An einen Schlag mit der Rückhand etwa war da nicht zu denken, wie man es mit einem beidseitig geschliffenen Schwert machen konnte.
Dann zog sie sich wieder zurück und wartete auf seinen Gegenagriff. Geübt schaute sie, wie er angriff und ob es besser wäre, auszuweichen oder zu parieren, das hatte sie schließlich nicht umsonst wochenlang geübt. Als der Angriff schließlich kam, hakte sie seine Klinge in den Halbmond des Parierdolches, lenkte das Schwert zur Seite weg und setzte ihm die Säbelspitze auf die Brust. Mal sehen, wie er reagierte ... sie berührte seine Brust nicht, also hatte er theoretisch die Möglichkeit, den Säbel an der ungeschliffenen Seite der Klinge einfach wegzuschieben und weiterzukämpfen.

Nigel Ascan
15.02.2012, 21:48
Mist, schoss es Nigel durch den Kopf.

Lange wurde er nicht mehr besiegt und noch nie so. Wobei er sich gar nicht mal so sicher war, ob er überhaupt besiegt worden war.
Sein Schwert steckte in ihrem Parierdolch, aber er hatte eine Idee.

So ließ er das Schwert blitzschnell los, rollte nach hinten von Kealas Säbel weg und sprang dann gleich wieder nach vorn, um sich sein zu Boden gegangenes Schwert zu schnappen und weiter zu kämpfen. Das klappte auch alles wie geplant. Als er den Griff wieder mit seinen Fingern umschlossen hatte, eilte er zum Fass, auf dem seine Schülerin um Vorfeld geübt hatte und kletterte hinauf. Keala stand weit unter ihm und sah etwas verwirrt zu ihm hoch.

Er grinste sie an und sprang über sie hinweg. Dann rannte er davon und bog um die nächste Ecke in die Dunkelheit. Dort suchte er sehr schnell nach einer Möglichkeit, sich zu verstecken und über ein Fass kletterte er auf ein Vordach. Von dort sah er, wie Keala um die Ecke hechtete. Sie blieb stehen und suchte nach Nigel. Noch bevor sie auf die Idee kam, nach oben zu schauen, sprang Nigel mit lautem Gebrüll auf sie. Damit war sie überfordert und Nigel riss sie etwas unsanft zu Boden.

Lachend erhob er sich und steckte sein Schwert in den Gürtel, dann half er Keala auf die Füße.

Doch kaum wollte er etwas sagen, stand eine überaus wütende Wirtin hinter beziehunsgweise schließlich vor ihnen...

Keala
15.02.2012, 22:36
Sie hatte mit einer Menge gerechnet, nicht jedoch damit. Er überrumpelte sie zuerst, indem er das Schwert fallen ließ, sich wegrollte und sein Schwert zurückholte, dann kletterte er auf das Fass und sprang über sie hinweg, während sie sich einfach nur noch fragte, was bei den Göttern er da eigentlich gerade machte? Anschließend rannte er um die nächste Ecke und Kea zuckte die Schultern, nahm die Herausforderung an und lief hinterher.
Sie hatte damit gerechnet, dass es dort dunkel sein würde und sie schlechte Karten hatte, aber sie hatte nicht erwartet, dass er sein Heil in der Höhe gesucht hatte. Ehe sie es sich versah, sprang er auch schon und riss sie zu Boden. Dann stand er auf und half ihr auf die Beine - was nicht viel brachte, denn vor der Wirtin kam sie sich immer noch vor, als säße sie auf dem Boden.
Was folgte war eine Standpauke über Lärm, mögliche Beschädigungen am Gebäude, mögliches Vertreiben von Gästen und was das Gekämpfe nicht sonst noch für Folgen haben konnte. Was sie wollte, war eindeutig, sie sollten das lassen, damit sich keiner der Gäste bedroht fühlte, zumal sie ja selbst gesagt hatte, dass sie in der letzten Zeit schlechte Erfahrungen mit Dieben gemacht hatte. Die Wirtin war offensichtlich dermaßen schlecht gelaunt, dass jeglicher Widerstand zwecklos war. Als sie schließlich wieder in die Taverne zurückkehrte, drehte sich Kea zu Nigel um.
»Sie so aus, als sollten wir außerhalb üben«, meinte sie. »Obwohl ich glaube, die Kundschaft hier drin ist abgehärtet genug, um sich davon nicht stören zu lassen. Aber na ja, vielleicht will sie einfach nur weitere Diebstähle vermeiden oder so, und als Wirt braucht man ja die Einnahmen ... meinst du, wir werden noch eine Weile bleiben, oder eher bald gen Bluttal aufbrechen?«

Nigel Ascan
15.02.2012, 22:44
Nigel konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen, aber die Wirtin sah dies zum Glück nicht. Auf ihre Standpauke nickte er nur brav und sah anschließend, wie sie ihren prachtvollen Hintern wieder in das Gasthaus bewegte. So konnte er sich wieder seiner Schülerin widmen.

» Ich weiß nicht, wie lange wir hier bleiben und wohin wir dann gehen. Manuele ist diesmal der Chef, der hat 'nen Plan. « bemerkte der Meister der Klingen und fügte ungesagt noch hinzu, dass er es zumindest hoffte, dass sein Kamerad einen Plan hatte.

» Apropos Manuele. Wenn ihr euch begegnet, kannst du ihn zum trainieren verdonnern, mit den besten Grüßen von mir. Du hast in dem Kampf eben gesehen, worauf es mir ankommt. Eine gute Übung wäre die mit dem Fass. Einer springt von oben herab und schlägt, der andere steht unten und blockt oder weicht aus oder so. « erörterte Nigel, während sie in das Gasthaus gingen, um die anderen zu suchen....

Manuele
16.02.2012, 21:17
Manuele hatte den Tag damit verbracht Murdra die Wirtin zu beobachten. Viel hatte er bis jetzt nicht herausgefunden, nur dass hier die Kundschaft ziemlich mager ausfiel und dass vor kurzem die Kasse von irgendwelchen Dieben geleert worden war. Ausserdem kamen hin und wieder zwielichtige Gestalten in das Gasthaus und brachten irgendwelche Pakete.
Gelangweilt sass der Klingenmeister in einer Ecke und schaute auf die Theke. Wer weiss ob er überhaupt eine Chance hatte bei der mürrischen Wirtin anzukommen. Gerade wollte er aufstehen um sie anzusprechen, da kam Seisuke die Treppe hinunter.
"Und, ausgeschlafen?!" Scherzhaft klopfte er dem Mann auf die Schulter. "Den ganzen Tag schon sitze ich hier, während ihr euch ein schönes Leben macht." Sein Schüler schaute ihn etwas missfällig an, sagte jedoch nichts dazu. "Wir könnten eigentlich die Gunst der Stunde nutzen und auf dem Vorplatz trainieren gehen, schliesslich will ich nicht eingerostet sein, falls uns die Garde hier aufgabelt." Beim Wort Garde, schauten ihn einige der Gäste ziemlich düster an. Vielleicht hatte er das Maul zu weit aufgerissen, doch es war ihm egal.

seisuke
16.02.2012, 21:37
Immer noch dabei richtig wach zu werden folgte der Dieb seinem Lehrer nach draußen. Die Luft war um einiges milder als in den letzten Tagen, aber dies half ihm auch nicht wirklich wach zu werden. Ein langes, herzhaftes Gähnen gab er noch von sich und ein kurzes ‚Wart mal kurz…‘. Dann entfernte sich ein wenig von Manuele und trat vor ein Wasserfass an der Ecke. Ohne große umschweife tauchte er seinen Kopf ein und ein paar Momente später zog er ihn mit einem großen Aufatmen wieder heraus. Das meiste Wasser schüttelte er sich erstmal aus den Haaren und trat dann wieder vor Manuele.

„So, jetzt bin ich wach.“, kommentierte der Silberhaarige ohne kaum eine Miene zu verziehen und tat so als wäre nichts gewesen. Dann begann er langsam seine Schultern zu lockern und sich ein wenig in Schwung zu bringen. „Also gut. Was steht an? Einfacher Übungskampf oder willst du mir vorher noch ein paar Sachen sagen, auf die ich besser aufpassen sollte?“

Keala
16.02.2012, 22:01
Die Wächterin wusste nicht, was sie von dem Essen hier halten sollte. Die Preise waren eine Sache, aber sie meinte, da noch etwas Öliges rausgeschmeckt zu haben. Bestimmt dieses Olivenöl, von dem sie auf Argaan das erste Mal gehört hatte! Und das ausgerechnet im Gulasch ... die Leute hier panschten aber auch Sachen zusammen, da konnte man nur den Kopf schütteln. Den Rest des Tages hatte sie lieber draußen verbracht, auf Dauer mochte sie die Atmosphäre in dieser Taverne nicht. Die Sumpflilie war ihr wesentlich lieber, in Faring hatte sie ja damals kaum Zeit in der Taverne verbracht. Im Nachhinein fragte sie sich immer noch, ob ihre Zeit als Sklavin dort überwiegend gut oder schlecht gewesen war. Sie hatte Essen und einen warmen Schlafplatz gehabt, viele andere Sklaven hatte es schlimmer getroffen. Tatsächlich hatte sie niemanden mehr von diesem Reishof gesehen, nachdem Faren sie zur Köchin der Söldner bestimmt hatte.
Sie nahm den Dolch in die Hand, nahm Schwung und warf. Es war die Langeweile, die sie dazu trieb, außerdem wollte sie darin ja nicht einrosten. Der letzte Wurfdolch lag in ihrer Hand und sie holte aus, als sie Stimmen hörte. Die Wächterin senkte die Hand, falls jemand auf die Idee käme, in die Flugbahn des Dolches zu laufen. Sie blieb still und hörte, wie anscheinend etwas in Wasser getaucht wurde. Dann begab sie sich aus der Deckung und machte sich daran, die Dolche aus dem Holz zu ziehen.
»Schönen Tag die Herren«, sagte sie leichthin und wandte sich dann Manuele zu. »Ich soll Grüße von Nigel ausrichten, er verdonnert uns zum Trainieren. Fiel mir grad ein, wo ihr beiden schon dabei zu sein scheint.«

Manuele
16.02.2012, 22:12
Noch eine Frau die trainieren wollte?! Manueles Bild von einer kriegerischen Männerwelt wurde immer mehr verzerrt. Zudem kam, dass diese Keala ihn auch noch bestohlen hatte. "Eine Lektion hättest du sicherlich verdient!" Sagte Manuele in nicht ganz so ernstem Ton. "Doch zuerst muss Seisuke hier noch etwas wichtiges lernen. Nämlich, dass nicht immer ein Schwert zur Hand ist wenn man es braucht, also müssen wir improvisieren. Zum beispiel mit diesem Stock hier." Lässig nahm Manuele ein Holzstück vom Boden und bewegte es als ob es sein Schwert wäre. Dann warf er es seinem Schüler zu und gab ihm zu verstehen, dass er es ihm gelichmachen sollte. Als er dann etwas abgelenkt war hob Manuele einen weiteren Ast auf und sprang auf ihn zu.

seisuke
16.02.2012, 22:34
„Soso, es soll also eine Lektion im Umgang mit anderen Waffen werden.“, dachte sich der Dieb und fing den Stock auf, der an sich sogar ein klein wenig schwerer war als sein schmales Schwert. Grade war Seisuke noch dabei den Stecken noch zu begutachten, da fiel ihm Manueles Gewohnheit ein in diesen Momenten immer ungefragt anzugreifen. Ganz instinktiv drehte er sich um und blockte den ersten Angriff so gut er konnte.

„Ich glaube das ist schon das vierte oder fünfte Mal, dass du mich sofort angreifst nachdem ich eine Waffe in der Hand habe.“, konnte er seinem Lehrer noch entgegnen. Dann ließ er davon ab sich gegen den Stecken von Manuele zu stemmen und ließ in seitlich abgleiten, während er selbst zu anderen Seite auswich. Mit dem Stock hatte der Dieb nicht wirklich so viele Möglichkeiten effektiv anzugreifen, also blieb er bei den Grundlagen, tat es Manuele gleich und sprang mit einem Schlag von oben auf ihn zu. Dieser blockte seinen Angriff aber ganz ähnlich wie Seisuke zuvor, nur mit weniger Mühe und so setzte Seisuke kurz zurück, um dann von der Seite anzugreifen.

Die meiste Konzentration nutze Seisuke um Manuele genau zu beobachten und ihn mit leichten Schlägen einzudecken, um ihn in der Defensive zu halten. Ansonsten hielt er nur den Stock fest und suchte nach einer Gelegenheit. Grade waren die beiden auch richtig warm geworden, als sie sich ergab. Ein senkrechter Hieb von Manuele, den er weit ausholte und ein recht fieser Gedanke in Seisukes Kopf. Statt die Waffe abzuwehren, zielte Seisuke auf die Finger Manueles und der dumpfe Treffer samt dem Zurückweichen des großen Kerls zeugten von der Wirkung. Seisuke war überrascht, dass Manuele seine Waffe dabei nicht aus den Händen verloren hatte und setzte somit gleich wieder nach.

Keala
16.02.2012, 23:17
Der Vogel stieß seinen heiseren, unheilverkündenden Schrei aus und stürzte sich schadenfroh auf irgendwas, was auf dem Boden lag. Wenigstens hatte er seine Beschäftigung, und ging ihr nicht auf die Nerven, etwa indem er irgendwas kaputt püickte, was sie ersetzen musste oder so. Insbesondere, nachdem ihre Rücklagen baden gegangen waren. Kea widmete sich dem Kampf zwischen den beiden Herren. Wieso war es so abwegig für eine Frau, zu kämpfen? Den Finger hatte sie schließlich nicht in der Küche beim Kochen verloren! Aber gut, Frauen in Armeen waren eh Seltenheiten, bei den Orksöldnern hatte es damals nur Nazca und sie gegeben. Aber man lernte, sich ordentlich zu verteidigen, wenn man Säufern die Fleischeslust madig machte, denn genau dafür hatte sie schließlich gelernt, mit Dolchen zielgenau zu werfen. Wobei die eine oder andere Kastrationsdrohung auch ihr Übriges getan hatte.
Sie beobachtete die Bewegungen der Männer und befand, dass Seisuke zu viel redete. Schließlich schlug Seisuke Manuele auf die Finger, woraufhin Manuele zuckte, das Schwert jedoch in der Hand hielt. Kea bezweifelte nicht, dass er Schmerzen hatte. Sie nahm selbst einen Stock zur Hand, wog ihn, balancierte damit ein wenig. Würde schon gehen, und sie würde vermutlich damit auch Rückhandschläge machen können - für sie etwas Neues, ein Säbel eignete sich nicht dafür.
»Plump«, merkte sie an, als die Herren eine Pause zu machen schienen. »Ihr kämpft beide mit recht fahrigen Bewegungen, recht grob. Wenig Finten.«
Vielleicht war das einfach nur ihre Einstellung, da sie sich ihre Körpergröße zum Vorteil machte und eher auf ihre Beinarbeit achtete, aber was die Herren da gezeigt hatten, hatte auf sie ein wenig gewirkt, als scheuten sie davor zurück, ihre Umgebung im Kampf einzubeziehen.
»Seht ihr diese Fässer dort? Man hätte sie ebenso in den Kampf einbeziehen können wie diese Holzpalisade. Und genau das ist es, was Nigel uns aufgetragen hat, zu trainieren, übrigens. Um genau zu sein, waren seine Worte, einer springe vom Fass herunter und schlüge, der andere stünde unten und wehre den Angriff ab oder weiche aus. Aber allgemein, man kann auch seinen Gegner auf die Holzpalisade zulenken und ihm so seine Bewegungsmöglichkeit einschränken ... ist womöglich sogar unkomplizierter, wenn es auch nicht der Auftrag ist.«

Manuele
16.02.2012, 23:36
Das war wieder mal typisch Nigel, beauftragte irgendwen um Manuele auf die Probe zu stellen, ohne ihn vorher darüber zu informieren. "Das mit den Fässern sollte machbar sein, schliesslich hat mich unser Söldnerführer ja schon etwas in seine Geheimnisse eingeweiht." Er war sich sicher, dass auch Keala so einiges auf dem Kasten hatte, Nigel hätte sie bestimmt nicht umsonst mitgenommen.

Erst jetzt bemerkte Manuele, dass die Sonne schon längst untergegangen war. Jemand hatte unbemerkt den ganzen Hof mit Fackeln beleuchtet, so dass sie immerhin sehen konnten wo sie hin sprangen. Gekonnt sprang der Klingenmeister auf das nächstbeste geschlossene Wasserfass. "So, am besten denke ich üben wir weiter mit den Stöcken, sonst fehlt jemandem am Schluss noch der Kopf." Er nahm seine Kapuze vom Gesicht um ein offeneres Blickfeld zu haben, dann setzte er zum Sprung an.

Seisuke und Keala standen einige Meter vor ihm. Er wollte in ihrer mitte landen, mit gezückter Waffe. Es kam jedoch ganz anderst. Durch den schweren Stock in der rechten Hand verlor er das Gleichgewicht und rutschte aus. Hustend versuchte er sich wieder aufzurappeln. Seine unsanfte Landung hatte ziemlich viel Staub aufgewirbelt. "Gar nicht so einfach wie es aussieht."

seisuke
16.02.2012, 23:54
Auf die Worte der Diebin wusste sich Seisuke eigentlich keinen wirklichen Reim zu machen. Er verzog lediglich die Augenbraue und kratze sich fragend am Kopf. Dann setzte er ein typisch gespieltes Lächeln auf und verlor ein paar Worte: „Also wenn ich jetzt ein erfahrener Schwertkämpfer wäre, dann würde ich sowas denken wie ‚Was glaubt das Mädel eigentlich wer sie ist?‘. Tatsache ist aber dass es keine drei Wochen her ist, als ich noch nicht den leisesten Schimmer habe wie man sinnvoll eine Waffe schwingt.“

Ein paar Mal schwang er den Stock umher, warf in ihn die Luft und fing ihn nach ein paar Umkreisungen wieder auf. „Für gewöhnlich halte ich mich an das, was meine Lehrmeister mir sagen. Aber in diesem Fall verzichte ich darauf von einem Fass zu fallen. Aber hier scheint ja jemand zu sein der weiß was Sache ist. Also willst du vielleicht so gut sein und uns ein gutes Beispiel geben, werte Freundin?“ Der Gesichtsausdruck der Diebin, mit dem sie auf Seisukes milde Ironie reagierte, entsprach so ziemlich Seisukes Erwartung. Trotzdem hechtete gleich auf das Fass und machte sich bereit.

„Ich für meinen Teil begnüge mich erstmal damit, zu versuchen mich gegen so etwas zu verteidigen.“

Keala
17.02.2012, 00:13
Drei Wochen, die hätte sie damals auch gebrauchen können, statt am Vorabend einer Schlacht das eigentliche Abwehren eines gegnerischen Schlages zu lernen. Sie hatte damals unbeschreibliches Glück gehabt, dass Niklas ihr den Rücken freigehalten hatte; der Rest ihrer Kompanie war gestorben. Außerdem hatte Faren sie trotz seiner eigenen Verwundungen vom Schlachtfeld getragen, sonst wäre sie wahrscheinlich später von Leichenfledderern erstochen worden, wenn sie nicht schon in der Schlacht selbst gestorben wäre.
»Man muss kein großer Schwertkämpfer sein, um auf die Idee zu kommen, die Bewegungsfreiheit seines Gegners einzuschränken, wenn man die Möglichkeit schon hat«, stellte Kea fest, auf die Schlacht einzugehen hatte sie gerade keine große Lust.
Außerdem wusste sie nicht, wie die Leute hier zu Orksöldnern standen, also war es ihr zu riskant. Sie wusste, dass die Setarrifer nicht gut auf die Garde zu sprechen war, aber auf dem Festland war so gut wie niemand gut auf die Orksöldner zu sprechen gewesen. Diese Schlacht hatte zwar Orks gegen Orks gestanden, aber trotzdem, es war einfach nur riskant. Sie machte einen spöttischen Knicks vor Seisuke und kletterte auf das Fass. Gestern war sie mit Säbel gesprungen, aber nicht über jemanden hinweg mit dem Ziel, zu schlagen. Eine Sprungrolle hielt sie hierfür ungeeignet. Mit einem einfachen "Füße voran"-Sprung würde sie über niemanden hinwegkommen, also versuchte sie erstmal eine Luftrolle vom Fass, ohne Hindernis, das sie überspringen wollte. Sie vergewisserte sich, dass sie mit ihren Füßen Halt hatte und sprang, machte ihre Rolle und landete.
»Gestern hatten wir nur Sprungrollen mit Waffe geübt«, erklärte sie an Manuele gerichtet. »Aber bei einer Sprungrolle kommt man kaum zum Schlag und auch schlecht über einen Menschen hinweg, deswegen habe ich eher an eine Luftrolle gedacht. Besteht so oder so Übungsbedarf, bei uns beiden.«

Manuele
17.02.2012, 00:22
"Ja Übung macht wahrlich den Meister." Ein letztes mal wollte er es trotzdem noch versuchen. Den Stock fest in der Hand und leicht nach hinten gehalten sprang er vom Fass. Diesmal landete er genau auf seinen Füssen, doch er blieb zu lange in den Knien um direkt einen Schlag kontern zu können. Langsam überfiel ihn die Müdigkeit, die anderen hatten fast den ganzen Tag lang rumgehangen, während er in der Taverne nach Informationen gesucht hatte. "Nun, ich denke morgen früh, wenn wir ausgeschlafen sind, klappt es sicherlich besser." Aus spass schmiss er sein Holzstück noch hoch über die Palisade in Richtung Wald. "Hoffentlich habe ich keine Orks aufgescheucht!" Scherzte er und betrat zufrieden die Taverne. "Ich leg mich oben mal hin. Seisuke, wenn du willst können wir morgen früh raus. Vielleicht finden wir ja etwas Arbeit bei Fischern oder so. Fürs Training reicht der Nachmittag sicherlich aus." Ohne auf eine Antwort zu warten stapfte er die Holztreppe hinaus ins Obergeschoss. Im Schlafsaal zu pennen war zwar nicht sicher wie im eigenen Zimmer, doch er war so müde, da konnte es ihm auch egal sein.

Manuele
18.02.2012, 09:15
"Hier gibt es Orks!" Manuele war ausser sich vor Wut. In einem Gespräch mit einigen Männern die als Holzfäller im Bluttal arbeiteten, hatte er erfahren, dass Südlich von hier ein ganzer Wald von diesen Blutrünstigen Monstern bevölkert wurde. "Drei ganze Kriege und die Plage ist immer noch nicht beseitigt." Er hatte alle seine Pläne vergessen, Rhobar, Ethorn, die Akademie, alles war in diesem Moment zweitrangig geworden. Der Durst nach Rache hatte ihn übermannt und kontrollierte seine Gedanken. Am liebsten hätte er seine Axt gepackt und wäre auf direktem Wege in den Wald spaziert, doch wenn die Orks hier so waren wie er sie kannte, würde er wohl in Stücken zurückkehren. Nein, er musste mit Taeris darüber sprächen oder besser noch Colodis, der verstand zumindest seinen Standpunkt. "Wirtin, bring nochmal drei Bier für die Herren und mich!" Er hatte zwar nur noch zwei drei Münzen, die ihm Nigel geborgt hatte, doch es war ihm im Augenblick ziemlich egal ob er pleite ging. Seine Wut war zu betrinken und die Männer wollte er sowieso für seine Sache gewinnen. Schliesslich war da ja immer noch das Problem der Garde, die sich im Bluttal einnistete. Zur beruhigung zündete er sich eine Pfeife an, diese hatte er noch am Strand borgen können, samt einigen anderen kleinigkeiten die angespült worden waren. Sein Schiff würde jedoch die nächste Zeit hier liegen bleiben. Schade, wenn Gath hier gewesen wäre, hätte er es reparieren können. Was solls, dachte er sich und versuchte seine Gefühle im zaum zu halten. Die Männer prosteten ihm zu und auch er nahm einen Schluck von dem verwässerten Gesöff.

Noxus Exitus
18.02.2012, 20:38
Das Krähen eines Raben schreckte ihn auf, als er gerade seinem Harndrang an einem Busch nachgab. Der Traum aus der Orkwald hatte ihn noch immer nicht ganz losgelassen, vielleicht würde er das nie. Und obwohl die dicht gewachsenen Bäume mit ihren mürrischen Fratzen bereits lange hinter ihm lagen, fühlte er sich noch immer dunkel. Als hätte sich eine schwarze Wolken über seinem Magen eingebettet und sein Dasein verfinstert. Das machte sich das Einreden, es handle sich hierbei nicht um beliarische Dämonie, nicht unbedingt einfacher.

Die Sonne verblasste allmählich und drohte zu verschwinden, als Noxus endlich die umliegenden Bauernhöfe passierte und der wohl bekanntesten Taverne Argaans einen Besuch abstatten konnte. Der letzte Tag war mühselig und anstrengend gewesen, so fühlte sich der Reisende müde und erschöpft, als er durch das hölzerne Tor schritt, dass zu seinem Verwundern tatsächlich bewacht wurde. Doch schien diese Wache keine zuverlässige zu sein, da die betroffene Person gegen die rechte Seite des Tores gelehnt schnarchte. Was eine erstaunliche Leistung war, wenn man bedachte, dass die Sonne ihr Gold noch nicht verloren hatte und einige sonderbare Gestalten lautstark akrobatische Übungen an Fässern vollführten. Kurz schoss dem Vermummten der Gedanke durch den Kopf, dass es sich dabei wohl nicht um einen wanderten Zirkus handle, die Klingen, die teils abgelegt, teils am Gürtel getragen wurden, zeugten vielmehr von Kriegern oder vielleicht leichtfüßigen Söldnern.
Da er kein Interesse daran hatte, durch Bestechung weiteres Gold zu verlieren, marschierte er querfeldein und betrat das Gasthaus, dass ihn direkt mit einer schwülen Wärme und einigem Krach begrüßte. Heute war es wohl besonders voll, da die Bauern und Fischer endlich ihre Arbeit einstellen konnten um ein kühles Bier zu schlürfen und über dies und jenes herzuziehen.
Obwohl er beinahe lautlos eintrat, konfrontierten ihn direkt einige Besucher mit einem neugierigen Blick und musterten ihn von oben bis unten. Das Weißauge, dass nur einen zerfetzten Umhang trug und mit verhüllter Kapuze direkt zum Tresen schritt, war sicherlich kein vertrauenswürdiger Anblick. Trotz allem war sich Noxus sicher, hier einige Tage übernachten zu können, wo doch hier des öfteren seltsame oder gar bizarre Gestalten Eintritt fanden.

Den Geldbeutel bereit, suchte er den Blick der Wirtin - Noxus wusste um ihre Stellung, da sie durch den gesamten Raum Befehle brüllte, es sei noch mehr Met oder Bier heranzuschaffen. Außerdem schwafelte sie andauernd etwas von verdammten Dieben und bestrafte die Besucher mit bösen Blick, wobei ihre Brauen dabei so sehr zusammengezogen wurden, dass sie sich beinahe berührten.
Abermals war er froh, dass man nur seinen Spitzbart, der sich bei Reden deutlich bemerkbar machte, erkennen konnte und seine Augen unter der tiefen Kapuze verborgen lagen. Noch immer hatte ihm die Wirtin keine Aufmerksamkeit geschenkt, was ihr wohl bei diesem Chaos nicht zu verübeln war. Schließlich war es soweit und seinem Anliegen wurde barsch Gehör geschenkt.

Murdra
18.02.2012, 21:54
In der Taverne saßen seit einigen Tagen wieder mehr Gäste als in den Wochen zuvor herum. Sie waren nicht gerade reich, aber immerhin kamen wieder einige Münzen in die Kasse.
Der Dunkle Magier, ein nicht gerade armer Dauergast, war abgereist. Kurz zuvor hatte jemand die Tageseinnahmen gestohlen. Ein seltsamer Zufall...
Im Grunde hatte die Murdra jeden in Verdacht, der sich zu der Zeit in der Taverne befunden hatte.
Aber bekanntlich lernte man aus Fehlern und deshlab trug die Wirtin immer bei sich. In einem Lederbeutel unter der Schürze.

Noch ein gut zahlender neuer Dauergast müsste doch irgendwie aufzutreiben sein. Leider sah keiner der momentanen Gäste so aus als könnte er es sich leisten länger als eine Nacht zu zahlen. Wenigstens schien es dem jungen Pärchen in der Taverne zu gefallen. Sie wohnten nun schon einige Wochen hier, verließen die Taverne auch mal für ein paar Tage und Murdra wüsste zu gern wie sie die Goldstücke verdienten, mit denen sie das Zimmer bezahlten.

"Wo bleibt der Met!!" , rief einer.

Murdra wurde dadurch aus ihren Gedanken gerissen und kümmerte sich gleich wieder um ihre Gäste.

Manuele
20.02.2012, 20:16
In letzter Zeit kamen immer weitere seltsame Gestalten in die Gespaltene Jungfrau, was einen ja ziemlich verunsichern konnte, doch für Manuele war es einfach nur ein Zeichen, dass hier bestimmt kein König und keine Garde aufkreuzen würden.
Die Zeit nutze er um seine beiden Lehrlinge auszubilden und um sich selbst weiter zu bilden. Nigel hatte ihm noch einige Tricks beigebracht, was ja nie schaden konnte. Ausserdem hatte er in Erfahrung bringen können, dass Murdra ziemlich stinkig war, wegen des gestohlenen Geldes, das immer noch nicht ans Tageslicht gekommen war.

An diesem Abend übte das Trio wie immer auf dem Hof. Die Sonne war fast schon untergegangen und schimmerte in hellem Rot über dem Horizont. Verschwitzt stand der Klingenmeister vom Boden wieder auf. Er hatte Seisuke gerade demonstriert, dass er nicht nur im Stand kämpfen konnte, da er etwas aufmüpfig geworden war. "Ihr solltet mal Nigel fragen ob er euch ein paar Übungen zeigen könnte." Sagte er grinsend zu seinen Schülern und versuchte nicht zu eingebildet zu wirken. Stella liess ein komisches Schnauben von sich hören, als wolle sie ihm mitteilen dass sie dieses Verhalten missbilligte. Sie sagte jedoch nichts weiter, weswegen Manuele auch nicht gross darauf einging.

Sie nahmen ihre Waffen erneut in die Hand. Seisuke musste an diesem Abend mit einer Axt trainieren, die sie aus dem Holzschopf der Taverne ausgeliehen hatten. Der frisch erkorene Meister der Klingen wollte seinen Schülern möglichst viel beibringen, so dass sie lernten in jeder Situation bereit zu sein. Auch wenn halt mal kein Schwert zur Hand war. Gerade wollten die beiden anfangen, da erklang eine grimmige Stimme hinter ihren Rücken. Die Wirtin hatte ihre Trainingsspielchen wohl satt.

Murdra
20.02.2012, 20:31
"Wer hat euch eigentlich erlaubt in meinem Hof mit den Schwertern herum zu fuchteln?"

Murdra stand, die Hände in den Hüften abgestützt vor den Trainierenden und dem vermeintlichen Lehrmeister. Grimmig schaute sie ihn an.

"Das hat es ja noch nie gegeben. Was sollen denn meine Gäste denken,jetzt wo es endlich wieder etwas besser läuft? Hm?"

Dem Mann hatte es wohl die Sprache verschlagen.

"Bis auf weiteres ist das zu unterlassen, sonst setze ich euch eigenhändig vor die Tür. Verstanden?"

Alle Anwesenden nickten. Murdra auch zum Zeichen ihrer Genugtuung und latschte zurück in die Taverne.

Stella Lestrange
20.02.2012, 20:53
Stella steckte das Schwert weg und seufzte. Mit Murdra war offenbar wirklich nicht zu spaßen, wie sie festgestellt hatte. ,,Und wie soll ich trainieren, wenn ich hier nicht mit dem Schwert kämpfen darf?“, fragte sie ihren Diener, doch selbst dieser wusste sich darauf keinen Rat.

Schließlich saß sie drinnen und genoß mit ihrem Diener einen Becher Met. ,,Wenigstens etwas, an dem man sich erfreuen kann.“, meinte Vladimir und nahm einen kräftigen Schluck. Stella nickte zustimmend, wobei sie doch lieber trainiert hätte. In letzter Zeit trainierte sie immer stärker und intensiver um richtig gut zu werden.
Die Schwarzhaarige sah in ihren Becher und seufzte. ,,Nicht verzweifeln.“, lächelte Vladimir. Der hat leicht reden, dachte sich Stella und nahm einen weiteren Schluck. ,,Keine Angst. Da muss schon viel kommen, damit ich verzweifele.“ Beide fingen an zu lachen. Es war doch schon etwas länger her, dass sie so herzhaft gelacht hatte.

Nach einiger Zeit stand sie auf und suchte nach Manuele, welchen sie auch sehr bald fand. ,,Ich würde euch gerne etwas fragen. Wie sollen wir Trainieren, wenn es hier verboten ist, die Schwerter zu benutzen. Mit heißer Luft ist es ja wohl kaum Möglich oder?“ Doch sie klang mehr besorgt als verärgert und zeigte dies auch durch einen leichte Anflug von Missmut.

seisuke
20.02.2012, 21:21
„Was bildet sich diese Alte eigentlich ein?“, grummelte der Silberhaarige, „Und dann geben Manuele und Stella auch noch nach.“ Eine derartige Handlungsweise wäre dem Dieb niemals in den Sinn gekommen. Diese Wirtin sollte Beliar auf Knien rutschend danken, dass sie nun endlich wieder Gäste hatte und dass die Diebe unter diesen „Gästen“ nicht auf ihre mickrige Kasse aus waren. Aber allein draußen bleiben würde nicht viel helfen und wenn Manuele nicht mitspielte, dann würde es nicht wirklich hilfreich für die Gruppe sein, wenn sich Seisuke dem Wort der Hausherrin widersetzte. Also schüttelte er einfach nur den Kopf und trat auch in die Taverne.

Seid einigen Tagen hatten sie hier wohl auch wieder Met. Davon genehmigte sich Seisuke auch einen Becher, auch wenn es nicht der Beste war. In Gedanken war er aber immer noch beim Training. Diese Murdra oder wie sie auch hieß würde er nicht so davon kommen lassen. „Wenn sie beschäftigt genug ist, um uns keine Aufmerksamkeit zuwenden zu können, dann reicht es doch schon…“, murmelte Seisuke und ging in Gedanken seine Möglichkeiten durch. Eine Schattenflamme in der Küche würde sie sicher beschäftigen, aber das wirkte nicht lang genug. Ein Skelett in Form einer Fledermaus, das würde sich beschäftigen und vielleicht würde sie auch noch den ganzen Abend nach ihr suchen. Oder sie würde das Tier ignorieren. So wie die Wirtin aussah würde sich wohl sogar ein Stinktier in der Küche ignorieren, vielleicht noch nicht mal bemerken.

So richtig fand Seisuke einfach keine gute Möglichkeit. Also drehte er sich zu Manuele und fragte in recht beleidigtem Ton: „Sag mal, willst du der Alten nicht mal was sagen, damit wir weitermachen können? Ich bin grade warm geworden, da brüllt die laufende Kuh ein paar Mal und wir sollen es sein lassen? Ich denke nicht, dass wir da einfach klein beigeben sollten.“ Offensichtlich reagierte Manuele auf die Idee, seine Gedanken konnte man förmlich klicken kören. Aber ganz leise ohne, dass es jemand merkte sammelte der Silberhaarige die Ströme seiner Magie und bereitete sich darauf vor, der Wirtin die Notwendigkeit ihres Trainings mit einem, im wahrsten Sinne des Wortes, ‚furcht‘baren Argument zu unterstützen, egal wie Manuele es nun begründen würde…

Manuele
20.02.2012, 21:33
Seisuke hatte recht, wieso hatte er eigentlich selbst so schnell nachgegeben. Schliesslich taten sie nichts schlimmes, im gegensatz zu den meisten "Banditen" die hier ein und ausgingen. Manuele riss sich zusammen und schritt zum völlig verdreckten Tresen.
Murdra befand sich im Hinterzimmer und ging ihren Geschäften nach. "Murdra kommt ihr mal, ich sollte was mit euch bereden." Rief er in einem ernsten Ton. Sie reagierte nicht, stattdessen fegte sie gemütlich den Boden weiter und liess den Navigator am Tresen stehen..

Das liess er sich nicht einfach so gefallen, vor allem nicht von einem Weib. Um sich gehör zu verschaffen schlug er mit der blanken Faust auf das morsche Holz. Einige der Gäste drehten sich neugierig zu ihm um. "Was glotzt ihr so!" Er konnte solche Blicke nicht leiden, die Leute sollten sich lieber mit sich selbst beschäftigen.

Endlich kam das mürrische Weib aus ihrem Versteck und stellte sich dem verärgerten Gast. "Schaut Murdra, ich will euch ja nicht nötigen. Doch sie können mich und meine Männer nicht einfach vom Training abhalten." Er versuchte ruhig zu bleiben, doch seine Hände zitterten ein wenig. Er mochte solche Situationen überhaupt nicht. "Schliesslich sind wir eine der wenigen Menschen die hier nicht auf Gold aus sind, wenn sie verstehen was ich meine." Anfangs erwartete Manuele eine arogante und knappe Antwort, doch dann schien sich etwas in den Augen der Wirtin zu ändern, so als ob sie eine vollkommen andere Person wäre.

Murdra
20.02.2012, 21:48
"Mach hier mal nicht so einen Molly, Jungchen!"

Die Wirtin mochte es gar nicht wenn Jemand außer ihr selbst natürlich mit der Faust auf den Tresen schlug.

"Es ist ganz einfach. Wie du schon sagtest ist momentan nicht so viel in meiner Kasse. Wenn du mir ein gutes Angebot machst könnte ich es mir noch einmal überlegen, ob ich das Training erlaube.
Mein geliebter Mann Belgor, Adanos hab ihn selig, sagte schon immer: 'Gold regiert Argaan'. Recht hat er gehabt.
Also wieviel bist du bereit zu zahlen?"

Murdra schmunzelte und trank einen Schluck Met. Normalerweise trank sie nicht, aber gerade in diesem Moment verspürte sie Lust auf Met und wartete gespannt auf die Antwort des Schwertmeisters.

Stella Lestrange
20.02.2012, 22:15
Mit großem Vergnügen beobachtete Stella Manueles treiben, wie er mit Murdra verhandelte. Doch bis es zu einem Ergebnis kam, setzte sich sie sich wieder zu Vladimir. ,,Was denkst du? Werden die zu einem Ergebnis kommen?“, fragte sie amüsiert. ,,Bestimmt.“, grinste ihr Diener und nahm von seinem neuen Becher einen kleinen Schluck. ,,Na ich hoff es doch sehr. Ich würde ganz gern weiter trainieren.“, erwiderte Stella und beobachtete Manuele und Murdra ganz genau.

Stella bestellte sich etwas zum Essen und aß gierig ihr essen, denn sie hatte den ganze Tag noch nichts gegessen. Aber das brauchte sie nicht wundern, da sie zur Zeit nicht wirklich viel zu sich nahm. Doch diesmal hatte sie der Hunger gepackt und Vladimir sah ihr schmunzelnd zu. ,,Denkst du, du kannst es bald mit deinem Vater aufnehmen?“, fragte er und verschränkte die Arme. Die Adlige schluckte runter und antwortete: ,,Ein wenig Übung brauch ich schon noch.“ Ihr Diener nickte zustimmend und ihr blick fiel erneut auf ihren Ausbilder. Ob er schon fertig war mit der Verhandlung?

Manuele
20.02.2012, 22:29
"Ich habe kein Gold mehr, mein Schiff ist gekentert und liegt vor der Küste, wie soll ich euch denn bezahlen." Murdra schien zwar etwas schüchterner als sonst zu reagieren, doch man spürte immer noch wie die Gier ihr inneres beherrschte. Dann kam Manuele die Idee. Er würde das machen was er am besten konnte, als Söldner arbeiten und Kämpfen. "Mir ist da was eingefallen! Die Taverne wurde ja bestohlen und wie es aussieht, hat ihr schöner Türsteher nichts dagegen unternommen." Grimmig starrte der Heruntergekommene Knecht ihn an, wagte es jedoch nicht ihm zu wiedersprechen. "Ich und meine kleine Truppe hier könnte seine Arbeit übernehmen und ungebetene Gäste nach draussen befördern. Im gegenzug wollen wir ein Bett im Schlafsaal und die Urlaubnis um weiter zu Üben. Fürs essen kommen wir so gut es geht auf." So konnte sich Manuele hier ohne weiteres einnisten und für den Wiederstand Leute suchen. Gespannt wartete er auf eine Antwort von der Wirtin, doch sie liess sich Zeit. Genüsslich leerte sie einen Becher Met und starrte ihn an. Schliesslich stellte sie ihren Holzbecher weg und verabschiedete sich. Sie wolle noch darüber schlafen und am nächsten Morgen würde sie eine Entscheidung fällen.

"So ein Mist! Dieses verdammte Frauenzimmer, ich wollte euch doch noch einige Tricks zeigen." Frustriert hockten sie an einem Tisch und tranken von dem verwässerten Tavernenbier. Dann verliess ihn die Vorsicht. "Kommt, ich halte es hier nicht länger aus, dann gehen wir halt etwas den Weg hinunter und trainieren für den Abend draussen. Was kann den gross passieren." Wie von Dämonen getrieben sprang er auf, schnappte seinen Waffengurt und verliess das Haus.

seisuke
20.02.2012, 22:43
„Enttäuschend.“, dies war Seisukes einziges Kommentar auf das Gespräch von Manuele mit der Wirtin. Aber auch wenn Stella und Manuele, sofern sie es gehört hatten, wohl dachten, dass Seisuke damit das Ergebnis der Gespräches meinte, so waren sie weit von der Wahrheit entfernt. Seisuke war unzufrieden mit dem Effekt seines Zaubers gewesen. Ob es die Entfernung zu Wirtin war oder weil es sich bei diesem Angstzauber so sehr zurückgehalten hatte wie noch nie. Das konnte er nicht wirklich sagen und ohne die Bibliothek hatte er auch keine wirkliche Möglichkeit nach Ursachen zu suchen. Zumindest nicht ohne andere Menschen zum Experimentieren zu missbrauchen.

Also merkte er sich diesen Vorfall für zukünftige Nachforschungen im Kastell und folgte Manuele nach draußen. Auf dem Hof zog Seisuke wieder die Axt vom Gürtel, mit der er üben sollte und ließ seinen Arm mit der Axt ein paar Mal kreisen um seine Schulter wieder aufzuwärmen. „Auf deine Frage Manuele…“, begann er als sie den Hof dann verließen, „Ich wäre nicht besonders überrascht, wenn wir ein paar fiese Goblins aufwecken, während wir den Weg entlang trampeln. Aber irgendwie würde mich das mehr freuen als alles andere. Das letzte Mal das ich richtig kämpfen konnte war, als ich mich mit Nigel angelegt hatte und die ganze Zeit nur Übungskämpfe zu machen ist nicht grade das schönste Beispiel für Abwechslung.“ Auf die Blicke der anderen konnte der Dieb nur mit einem Grinsen antworten und fügte noch hinzu: „Naja, wir müssten schon Glück haben, um ein paar Goblins zu finden, denke ich. Aber ein paar Blutfliegen oder so sollten sich doch finden lassen.“

Stella Lestrange
20.02.2012, 23:13
Sie verließen die Gespaltene Jungfrau und machten sich auf den Weg ein paar Viecher zu töten. Stella war es relativ egal, was es war. Hauptsache ihr würde etwas vor die Klinge springen.
Nach kurzer Zeit kamen sie auf eine Wiese und hörten ein seltsames brummen, welches sich auf Blutfliegen zurückführen ließ. Vladimir flüsterte ihr zu: ,, Blutfliegen, wahrscheinlich nicht wenige.“ Stella nickte knapp und hielt ihr Schwert bereit und sah sich vorsichtig um. Und tatsächlich kamen auch schon die ersten Blutfliegen auf sie zugeflogen. ,,Ich hasse Blutfliegen.“, fluchte die junge Adlige und nahm ihre Kampfhaltung ein.

Sie wich dem giftigen Stachel aus und schlug zu. Doch die Blutfliege wich dem Schlag aus und stach erneut zu. Stella musste sich ducken, damit der Stachel sie nicht traf und sie nicht vergiftet wurde. Die sind ganz schön flink, dachte sie sich leicht genervt und wich einer weiteren Attacke von der Blutfliege aus. Dann schlug sie dem Vieh den Stachel und die Flügel ab. Als das Biest zu Boden fiel, stach sie zu und gab der Blutfliege somit den Rest. Als sie sich aufrichtet sah sich Stella um und bemerkte, dass nun bereits mehrere Blutfliegen im Anflug waren.

seisuke
21.02.2012, 01:14
Zustimmend nickte der Dieb und war insgeheim sehr froh darüber, dass er Manuele nicht beim Laufen helfen musste. Es war auch recht interessant anzusehen, wie so ein großer Kerl wie Manuele schwankend den ganzen Weg bis zur Taverne hochschaukelte und sich mit aller Kraft vom Umfallen abhielt. Davor konnte man schon einen gewissen Respekt haben. In der Taverne angekommen setzte sich Manuele erstmal auf einen Stuhl, während Seisuke die Umgebung nach der unfreundlichen Wirtin absuchte.

„Die Alte ist nirgends zu sehen. Hier fang!“, rief er Nigel zu und warf ihm einen Beutel Gold entgegen, „Mehr mehr hab ich nicht. Aber Manuele hat seine letzten Münzen versoffen so viel ich weiß. Reichen sollte es für unsere Betten alle Mal und ich muss mich jetzt erstmal für ein paar Stunden hinlegen. Ungeziefer platttreten macht müde, nicht wahr?“

Mit einem langgezogenen Gähnen beendete seine Worte, winkte den anderen eine gute Nacht zu und stapfte die knarzende Treppe nach oben. Sein Goldbeutel war von allen aus der Gruppe, vielleicht noch der vollste gewesen. Denn in weiser Voraussicht hatte der Dieb unachtsame Gäste immer mal wieder um die ein oder andere Münze erleichtert. Immer so dass es niemanden stören würde und die eigentlichen Besitzer den Unterschied kaum merken würden. Aber auf der anderen Seite war Stress mit der Alten, falls sie nicht zahlen konnten, die Zeit nicht wert und das Gold erst recht nicht. Zumindest nicht in den Augen eines müden, silberhaarigen Diebes.

Murdra
21.02.2012, 12:14
"Autsch!", fluchte Murdra. Sie hatte sich am Herd den Kopf gestoßen. Wie sie so etwas fertig gebracht hatte? Eigentlich hatte sie nur die geschnittenen Zwiebeln in den Topf werfen wollen, aber sie landeten auf dem Boden. Als sie sich dann danach bückte und wegen ihrer Fettleibigkeit nur schwer wieder hoch kam passierte es. Die Zwiebeln vielen erneut zwischen die Holzscheite und waren nun wirklich nicht mehr zu gebrauchen.

"Murdra!" rief einer. Sicherlich schon wieder dieser Manuele, der wissen wollte ob sie sich sein Angebot überlegt hatte. Deswegen hatte sie sich die ganze Nacht den Kopf zerbrochen und hatte kein Auge zu getan.

"Herrjeh! Verdammt, bin ja gleich da!" rief sie aus der Küche und wischte sich die Zwiebelfinger an der dreckigen Schürze ab.

Ja, natürlich war er es, der es nicht abwarten konnte. Schlecht sah er ja nicht aus, besser als Grengar, vielleicht ein bisschen zu jung für die Wirtin, aber außerdem hatte er weder einen wertvollen Ring am Finger noch einen mit Gold gefüllten Beutel am Gürtel hängen. Sie seufzte. Der richtige Mann müsste sich mal in die Taverne verirren.
Sie lächelte kurz, setzte dann aber gleich wieder ihre grimmige Miene auf.

"Ich habs mir überlegt. Grengar hat sowieso was in Stewark zu erledigen. Bis er wieder zurück ist könnt ihr ihn vertreten. Als Probezeit sozusagen. Aber eine Bedingung hab ich noch. Diese Fuchtelei mit den Schwertern dulde ich nur hinten beim Stall. Nicht hier am Eingang, damit die Gäste davon nicht so viel mitkriegen. Außerdem könntest du ein Auge auf zwei meiner Gäste haben. Eine kleine hübsche Dunkelhaarige, wenn du sie siehst weißt du sofort, dass ich sie meine... und ihren Begleiter. Ich weiß nicht ob sie etwas mit dem Diebstahl zu tun haben, glaube ja der Alchemist war es, weil er so plötzlich abgereist ist."

Keala
21.02.2012, 19:24
Die Wächterin gähnte, zählte noch einmal ihre Ersparnisse nach und kam auf das vierte sich unterscheidende Ergebnis. Das war doch zum Verrücktwerden! Zumal sie Gath noch Geld schuldete und irgendwie an welches rankommen musste, bevor sie nach Schwarzwasser zurückkehren würde. Taschendiebstahl hielt sie für zu riskant. Zum einen war die Wirtin besonders aufmerksam, zum anderen würde Seisuke es sofort bemerken, wenn sie irgendwelche krummen Dinger versuchen würde. Manuele misstraute ihr als Diebin eh, obwohl sie sich selbst eher als Einbrecherin betrachtete. Die andere Frau, die mit ihrem Diener außerdem der Gruppe angehörte, kannte Kea nicht und bei Nigel war sie sich nicht ganz sicher, ob er ahnte, was sie im kriminellen Bereich draufhatte. War wirklich besser, sich bedeckt zu halten.
Nach dem fünften Mal gab Kea die Geldzählerei auf, andauernd schien sie sich zu verzählen, während der Papagei versuchte, mit dem Gold zu spielen. Mittlerweile war ihr die Idee gekommen, den Taschendiebstahl selbst sein zu lassen und es dem Papagei beizubringen, aber es wäre schon recht auffällig. Nichtsdestotrotz brauchte das Vogelvieh seine Beschäftigung, wenn er sie ja nicht verlassen wollte. Sie betrat den Schankraum und sah sich um, wandte sich dann Nigel zu, dem Söldneranführer der Setarrifer.
»Schönen Abend«, grüßte sie. »Oh, es gibt doch wieder Met? Hm, jedenfalls, dürfte ich fragen, was wir hier überhaupt machen? Der Aufenthalt hier ist teuer, aber das brauche ich bestimmt niemandem zu sagen. Zumal dieser Schriffbruch mich in eine dämliche Geldlage gebracht hat ... aber ich will dir nicht die Ohren volljammern mit meinen Problemchen.
Gibt es etwas, was man theoretisch zum Kämpfen wissen muss, wenn man ausweichen will? Oder ist alles in dem Bereich rein praktisch und lässt sich nur üben?«
Sie orderte sich etwas von dem Met und staunte einmal öfter über die Preise, allerdings schmeckte ihr das Bier hier nicht und das Wasser hatte auch einen komischen Nachgeschmack.

Nigel Ascan
21.02.2012, 19:49
Nigel war miesgelaunt, gleich mit Tagesanbruch.
Manuele ging es zwar nach der Nacht wieder ausreichend gut, dass er das Bett verlassen und durch die Taverne springen konnte, aber ihre Gesamtsituation ging Nigel gegen den Strich. Es gab hier einfach nichts für den Widerstand zu tun, aber Manuele hatte sich mehr oder weniger in die Gespaltene Jungfrau eingenistet, indem er einen Deal mit der Wirtin eingegangen war, hier den Rausschmeißer zu spielen. Nigel würde da aber auf keinen Fall mitspielen, so viel war sicher.

Genervt drehte er sich zu Keala, die seit einer halben Ewigkeit damit beschäftigt war, ihr Geklimper zu zählen oder zu sortieren oder was auch immer damit zu tun. Sie schien jedoch zu scheitern.

"Deine Frage ist nicht schlecht, Keala. Ich kann es dir gar nicht mal so genau sagen. Eigentlich wollten wir uns auf der anderen Seite der Insel nach einem Widerstand umsehen, aber was Manuele nun vor hat, blieb mir bisher im Verborgenen. Aber belaste dich damit nicht.

Das mit deinem Gold tut mir ehrlich leid, es war auch eigentlich anders geplant. Lange werden wir nicht mehr hier bleiben, aber solange lade ich dich ein. Ich hoffe, das reicht dir." sprach der Söldneranführer.

Entweder er würde es sich später bei Manuele holen oder halt aus der Staatskasse von Ethorn, schließlich war er in seinem Namen unterwegs, auch wenn dieser wahrscheinlich keinen blassen Schimmer davon hatte.

"Nunja. Du kämpfst so wie immer, nur körperbewusster. Du kannst deine Kombinationen dementsprechend erweitern, wie eben im Sprung schlagen und anschließend sauber zu landen. Mit anderen Worten ist dir deine Waffe nicht mehr im Weg. Oder so. Wichtig sind dabei die Grundlagen und stetiges Üben. Und da müssen wir noch ein bisschen was machen. Immerhin hat Manuele ja geklärt, dass wir hier wieder trainieren können, aber nicht mehr heut." beantwortete Nigel die Frage seiner Schülerin.

Keala
21.02.2012, 20:15
Hieß das, sie hing hier ohne irgendeinen ersichtlichen Grund herum, während Manuele sich damit arrangiert hatte, den Rausschmeißer der Taverne zu ersetzen? Großartig ... stellte sich ihr nur die Frage, warum sie den Kram überhaupt noch mitmachte und sich nicht einfach Proviant besorgte, um außerdem ein Lager aufzuschlagen. Räuber wären eine willkommene Übung, und sie hätten keine wütende Wirtin am Hals. Wobei Kea sich auch fragte, was für Widerstand sie auf dieser Insel hatten suchen wollen, und wo. Nach Stewark wäre es nicht himmelschreiend weit, aber anscheinend wollten sie dort nicht hin, andernfalls wären sie in der Hoffnung auf eine günstigere Unterkunft längst losgezogen und hätten hier keine Vereinbarung mit der Wirtin getroffen. Nun saß sie hier also fest, vorerst ohne Aussicht auf Geld, es sei denn, die Wirtin wollte ihre Schlösser ersetzen lassen, um neuerliche Diebstähle zu vermeiden. Eine alte Schmiede hatte sie schon gesehen. Na ja, das größere Problem der Wirtin schienen die Diebe selbst und die gestohlenen Einnahmen zu sein, die Schlösser waren demnach wohl unbeschädigt. Oder sie war so schlau, das nicht zu erwähnen, um keine Diebe anzulocken.
Kea nickte und trank von ihrem Met. Körperbewusster, hätte sie sich denken können, wahrscheinlich war die Frage auch einfach doof gewesen.
»Wenn's nach mir geht, ich werd mich sicher nicht wegen eingebildeter Kopfschmerzen vor Übungseinheiten drücken«, sagte sie leichthin, um ein weiteres Rollenbild zu zerstören.
Kopfschmerzen waren so gesehen auch gar nicht ihr Problem. Sie waren ihr willkommener als die Schmerzen, die sie manchmal von ihrem abgetrennten Finger hatte. Deswegen hatte sie es gestern zum Beispiel vorgezogen, in der Taverne zu bleiben, statt die anderen zu begleiten.
»Was das mit dem Geld angeht ... ich hab ein Haus abzustottern, und meine Rücklagen sind baden gegangen. Ich muss also etwas mehr auftreiben, da ist es hinderlich, hier festzusitzen, aber das soll nicht dein Problem sein, immerhin hab ich ja die Hütte in Auftrag gegeben, bevor ich ging. Ich hätte ja auch einfach dort bleiben können. Wenn du drauf bestehst, kannst du mich einladen, aber du musst es nicht tun.«

Nigel Ascan
21.02.2012, 22:34
Nigel lachte laut auf.

"Nein, Kopfschmerzen lass ich dir auch nicht durchgehen. Mir ist's egal, wer hier letztendlich das Gold auf den Tisch packt. Lange werden wir - also ich zumindest - nicht mehr hier bleiben." antwortete der Krieger und sah sich um.

Seine Abneigung gegen dieses Laden stieg stetig. Schön war einfach anders. Sowie die Gesamtsituation. Lange würde er nicht mehr bleiben, das war keine leere Drohung, so viel war mal klar.

"Wir brauchen einfach ein bisschen Abwechslung und eine Art Sinn hinter dem Ganzen hier. Ich red bei Gelegenheit mal mit Manuele darüber. Solange müssen wir wohl die Füße still halten, fürchte ich.

Wie siehts aus, morgen in aller Früh einen kleinen Ausdauerlauf?" sprach Nigel weiter, während er einen tiefen Schluck Bier zu sich nahm....

Keala
21.02.2012, 22:50
Ausdauerlauf? Hatte sie schon lange nicht mehr gehabt, passte ihr gut in den Kram. In Schwarzwasser hatte Ryu sie täglich morgens und abends um das Dorf gescheucht, aber das hatte sie sein lassen müssen, als sie nach Setarrif gegangen war, und sie hatte es sich gespart, täglich eine Runde übers Boot zu laufen. Gute Idee, damit wieder anzufangen.

»Gern, will ja nicht aus der Form kommen, seit ich aus Schwarzwasser raus bin. Mein letzter Ausbilder hat mich morgens und abends ums Dorf laufen lassen, und bei einem Sumpf ist das wahrlich ein Ausdauerlauf«, erzählte Kea und lachte, dann trank sie von ihrem Met.

Der Papagei plusterte sich auf und schien sich zum Schlafen bereit zu machen, zumindest schien ihm kein Blödsinn einzufallen. Woher wussten Tiere so präzise, wann Tag und wann Nacht war? Kea fragte sich beiläufig, ob sie ein Gespür dafür hatten, außerdem war ihr aufgefallen, dass es recht spät für heute war. Aber gut, Menschen sahen sowas anders, die bleiben auch mal länger wach oder schliefen länger.

»Heißt wohl, ich sollte früher schlafen, damit ich morgen Früh wach genug bin. Nichtsdestotrotz, es war eine informative Unterhaltung. Gute Nacht«, wünschte sie, stellte den leeren Metbecher ab, nickte ihm zu und ging zu den Schlafräumen.

Manuele
22.02.2012, 13:34
Manuele stand am eingang der Taverne und genoss die Mittagssonne. Wenn der Laden nicht so heruntergekommen gewesen wäre, hätte man sich fast heimisch fühlen können. Der junge Navigator überlegte gerade, wie er die Diebe fassen sollte. Immerhin hatte Murdra zwei Verdächtige erwähnt. Zu gesicht bekommen hatte er sie jedoch bis anhin nicht. Vermutlich trieben sich die Zwei tagsüber in Stewark oder im Bluttal herum um ahnungslose Bauern auszunehmen. Zu allem Übel hatte sich Nigel beschwert, dass man hier ja nichts für den Wiederstand tun könne. Der Klingenmeister war da anderer Meinung, er wollte sich zuerst eine Grundlage schaffen, eine Art sicheres Rückzuggebiet, frei von allen Innosanbetern. Er wollte sich nicht ohne "Rückendeckung" ins feindliche Gebiet vorwagen. In Faring waren genügend Nordmänner draufgegangen, er wollte nicht auch noch zu ihnen stossen. Am Abend würde er sich nochmals mit Nigel hinsetzen und eine Lösung ausarbeiten.

Vicious
22.02.2012, 17:54
Der Tag neigte sich allmählich dem Ende entgegen und gleiches galt auch für die Wanderlust der Kopfgeldjägerin. Und was Budo anbelangte, trottete der sowieso schon seit geraumer Zeit nur noch lustlos hinter ihr her. Zum Glück kannte Vicious die Gegend in der sie sich jetzt befanden einigermaßen und wusste, dass es ein Wirtshaus in der Nähe geben musste. Andernfalls wären die beiden Marmo gezwungen gewesen, mitten in der Wildnis ihr Lager aufzuschlagen. Davon hatte Vicious gehörig die Schnauze voll.

Die ersten paar Nächte, seit sie vom Bauernhof aufgebrochen waren, waren ruhig verlaufen und ohne größere Zwischenfälle. Doch da sich Vicious für einen Pfad über die Berge entschieden hatte, wurden sie bald darauf mit sehr unwirtlichem Wetter konfrontiert. Während sich in den tiefer liegenden Gegenden ganz allmählich die ersten Anzeichen des Frühlings breitmachten, herrschte weiter ob noch tiefer Winter. Schnee und Eis säumten den Weg der beiden Söldner und luden nicht zu einem längeren Aufenthalt ein.

Als sie das Gebirge schließlich überquert hatten, gelangten Budo und Vicious wieder in nettere Gefilde. Zuerst steuerte die Kopfgeldjägerin die Burg am großen See an, denn nach den Strapazen im Gebirge mussten sie unbedingt ihre Vorräte auffrischen. Es überraschte sie, dort nun andere Flaggen im Wind fliegen zu sehen. Für Vicious war es nicht weiter von Bedeutung. Bleiben wollte sie trotzdem nicht. Wer wusste schon, wie lang die neue Beflaggung hielt. Und wenn die wechselte, wollte Vicious nicht unbedingt in der Nähe aufhalten.

Aus diesem Grund ging es zügig weiter die Straße entlang, nun über die Wegkreuzung und schließlich an der Umzäunung entlang. Soweit Vicious das beurteilen konnte, hatte sich hier nicht wirklich etwas geändert. Für die großen politischen Spielchen war die Taverne einfach zu unbedeutend. Dafür war sie ein guter Ort, um etwas Zeit zu verbringen.

So hielt sich Vicious auch nicht lang auf, sondern ging gleich hinein. Der fette Marmo schlurfte hintendrein. Im Wirtshaus schien indes mehr Betrieb zu herrschen, als noch bei ihrem letzten Besuch. Vicious ließ den Blick im Vorbeigehen kurz über die anwesenden Gäste im Schankraum schweifen und setzte sich dann an den Tresen. Zweifellos würde die fette Wirtin nicht lang auf sich warten lassen. Und das wollte Vicious ihr auch geraten haben, denn die Marmo hatte Hunger. Von Budo ganz zu schweigen.

Noxus Exitus
22.02.2012, 20:26
Eine Dame betrat die Taverne. Obwohl der Begriff Kriegerin wohl eher passen würde. Begleitet von einem etwas beleibten sowie erschöpften Mann erregte die Frau mit ihrem exotischen Aussehen und stechenden Blick sofort Noxus' Aufmerksamkeit. Ihrer Klamotten nach zu Urteilen mussten sie seit einer Weile zu Fuß marschiert sein, wenn man sich ihren Partner besah, hatten sie wohl eine Weltreise hinter sich. Obwohl er dann wohl ein wenig schlanker sein müsste.
Während das Weißauge sich langsam die überteuerte Brühe, die zum größten Teil aus Wasser bestand, in den Mund schob, ließ er seine Augen weiterhin auf der Frau fixiert, wobei er sich selbst gerne ertappte, wie er gerne die freizügigen Beine betrachtete und an der schlanken Figur mit seinem Blick hoch und runter fuhr.

Diese kurze Erscheinung war das einzig positive, dass aus seiner Sicht passiert ist. Die letzten zwei Tage waren so fade, dass er bei den Wucherpreisen für eine Übernachtung der fetten Wirtin beinahe an die Gurgel gegangen wäre. Wobei seine Hände wahrscheinlich nicht einmal drumherum gelangt hätten. Zudem war der dauerhafte Geräuschpegel der Gäste so nervtötend, dass sich nun seine Brauen aneinander schmusten und er die Befürchtung hatte, seine dauerhafte Ausgeglichenheit, die er nach Außen projizierte, zu verlieren. Es war nicht in seinem Sinne, die weite Reise zu unternehmen, um derartig enttäuscht zu werden. Zähne-malend packte er ein Pergament aus, er hatte bereits vier davon voll bekritzelt und begann abermals einige Worte darauf zu notieren, um seine rauchenden Gedanken und den Moment festhalten zu können. Aus Langeweile hatte er auch begonnen zu zeichnen, immer wieder das selbe Bild. Die schreiende Frau, deren grade Zähne nun fletschenden Reißzähnen glichen.

Als zu allem Überfluss die Wirtin auf ihn zu marschierte und die Zeche für die heutige Nacht verlangte, mussten es sicher gleich dutzende von Graden kälter um ihm werden, trotzdem atmete er ruhig durch und wartete und hervorstehenden Adern auf die ersten Worte des kräftigen Weibes.

Manuele
23.02.2012, 09:38
Am Vorabend hatte er Nigel nicht im Schankraum auffinden können, so dass sich ihre Unterredung verschoben hatte. Dafür war er am Morgen früh aufgestanden um zu trainieren. In aller Ruhe, ohne irgendwelche Zuschauer, hatte er sich hinter dem Stall eines der Fässer aufgestellt. Er wollte seinen Lehrmeister übertrumpfen und ihm beweisen, dass auch er ein fähiger Krieger war. Zwar schmerzte sein Arm immer noch, doch Murdra hatte ihm irgend ein Gesöff verabreicht, was das Brennen ziemlich eingedemmt hatte. Verdammte Blutfliegen. Immerwieder sprang er vom Fass mit gezogener Klinge herunter und versuchte danach direkt in Kampfstellung zu gehen. Es war ziemlich ansträngend, doch nach einer Weile zalte sich das Üben aus. Er schaffte es sogar sein Schwert im Sprung zu ziehen und danach in perfekter Kampfstellung zu landen. Klar würden solche Kunststücke in einer grossen Schlacht zu nichts bringen, doch zumindest konnte man sich im Alltag aus jeder Situation heraus in den Kampf stürtzen. Vor allem gegen Banditen würde es sicherlich Spass machen, sie mit solchen Sprüngen zu überraschen. Zufrieden stand Manuele wieder einmal vom Boden auf und legte die Klinge in seine Waffenhalterung zurück. Es war Zeit für einen morgendlichen Rundgang, schliesslich musste er immer noch diese Diebe fassen.

Die Banditen
23.02.2012, 20:32
Die Nacht war bereits über Argaan hereingebrochen, als die kleine Gruppe sich dem Gehöft näherte. Im Schutze der Dunkelheit konnte man sie kaum erkennen, geschweige denn erahnen, dass es sich bei ihnen um Banditen aus der ehemaligen Kolonie handelte.
Träge schlurften sie den halb bepflasterten Pfad herunter, der an glorreichere Zeiten erinnerte, als Argaan noch eine Handelsmacht war und Jarkendar noch in seiner Blütezeit war. Jetzt blieb von alle dem nicht viel übrig, ausser ein paar alter Türme und den edlen Rüstungen der Krieger, die sich immer noch bekämpften.

"Redick, was machen wir hier überhaupt!" Schnautzte einer der Männer den vermeitlichen Anführer der Bande an. "Wir hauen von der Garde ab du Dummkopf. Seit dieser Rhobar Myrtana erobert hat, wimmelte es überall von denen." Missgelaunt drehte sich der in die jahre gekommene Ganove um und gab den anderen zu verstehen dass es nichts zu diskutieren gab.

Indessen kamen die Männer der Gespaltenen Jungfrau immer näher. Im Hof war niemand anzutreffen, doch vom Haupthaus drang gedämpftes Gelächter durch die veriegelten Fenster. Einige der Banditen zückten ihre Schläger und verosteten Schwerter, wehrend sich einer auf die Suche nach Wachposten machte. "Seid leise, wir müssen sie überraschen. Wir holen uns eine saftige Malzeit!" Zischte Redick und ging auf das Eingangstor zu.

Mit aller Kraft trat er die Tür ein, ohne grösseren Wiederstand sprang sie auf und der grossgebaute Schurke stand mitten im Schankraum.

Manuele

Stella Lestrange
23.02.2012, 20:46
Alles im allen war es wie immer ein recht ruhiger aber dennoch vergnüglicher Abend. Nachdem Training verbrachte sie mit Vladimir hier immer die Zeit, da es im Zimmer viel zu langweilig war und hier erfuhr man meist immer den neusten Klatsch und neusten Nachrichten aus Argaan. Obwohl ihr selbst Murda immer noch nicht geheuer war. Aber solange sie für ihr Geld das Essen und Trinken bekam, war ihr das einerlei.

Es gab einen Knall und die Tür flog auf. Stella blickte auf und sah einen groß gebauten Mann an der Tür stehen. Als er eintrat beobachtete sie den Mann mit einem recht kalten und wachsamen Blick ,,Mir ist der Kerl nicht geheuer.“, murmelte Vladimir und nahm einen Schluck von dem Met zu sich. ,,Mir auch nicht.“, hauchte sie und nickte zu den anderen Männern die den Fremden begleiteten. ,,Er ist auf jeden Fall nicht allein.“, schmunzelte Stella. ,,Das könnte noch ein interessanter Abend werden.“, lächelte Vladimir und tätschelte sein Schwert. Die Adlige fing ebenfalls an zu lächeln und hielt sich bereit, falls der Kerl anfing Ärger zu machen.

seisuke
23.02.2012, 21:02
Der Krach an der Tür ließ auch Seisuke seinen Kopf anheben. Das Erste was dem Dieb aus Khorinis durch den Kopf schoss, war die Erinnerung an diese typischen Banditen, die auf den Wegen zwischen den Höfen auf Opfer warteten. „Die sind wohl nicht zum Kartenspielen hier eingetreten.“, murmelte er und erhob sich mit einem Lächeln von seinem Platz, seinen Metkrug in der Hand. Die letzten Tage hatten für den Dieb nur aus Schwertübungen, unterdurchschnittlichem Essen und gelegentlicher Meditation bestanden. Mit anderen Worten: es fehlte ihm an Abwechslung und diese würde er nun beschaffen.

„Wenn diese Kerle für das hier sind, was ich erwarte, dann macht es schließlich keinen Unterschied, ich Öl ins Feuer werfe oder nicht.“, dachte der Silberhaarige wortlos und kam den Gesellen immer näher. Als er dann neben dem ersten war, stolperte er zufälligerweise über seinen Stiefel und bedeckte den Kerl mit dem Rest aus dem Metkrug. Wie erwartet gefiel das dem Kerl überhaupt nicht und mit einem gebrüllten ‚Was soll das denn werden?‘ griff er nach Seisukes Kragen. Die Aufmerksamkeit der ganzen Taverne war nun sicherlich auf die beiden gerichtet und Seisuke wartete gespannt darauf, wie sich dieser Vorfall entwickeln würde.

Manuele
23.02.2012, 21:15
Manuele hatte den Abend damit verbracht einen der Gäste zu beobachten. Er war seit einigen Tagen hier eingetroffen und sah mit seinem zerlumpten Mantel nicht gerade vertrauenswürdig aus, doch bis jetzt hatte nichts darauf hin gedäutet, dass er etwas mit dem Diebstahl zu tun gehabt hätte.
Das Plötzliche eintreffen dieser Kerle hatte nun auch die Aufmerksamkeit des Klingenmeiters auf sich gezogen, da einer seiner Schüler gerade Streit mit ihnen anfing.
Er hielt sich jedoch im Hintergrund und blieb wie Nigel am Tisch sitzen, schlurfte gemütlich sein völlig verwässertes Bier und beobachtete das Geschehen. Im Notfall würde er dann schon aufstehen.

Endlich liess sich auch die Wirtin blicken, die mit erhobenem Fleischklopfer aus der Küche kam. Sie sah wahrhaftig ziemlich bedrohlich aus mit ihren nennenswerten Oberarmen und dem orkähnlichen Gesicht. "Was soll das Gerammel hier! Sowas dulde ich in meiner Taverne nicht!" Schrie sie die Männer an und fuchtelte wild um sich herum. Einer der Banditen zog seinen Dolch und ging ohne zu zögern auf sie zu.
Lee hatte damals einen grossen Fehler gemacht solche Leute unter sich zu dulden. Dadurch waren sie an Waffen gekommen und waren bedrohlicher geworden als sie es ohnehin schon waren. Keinem dieser Typen konnte man trauen, die würden für Gold sogar ihre eigene Mutter verkaufen.

"Wir sind nicht hier um mit so einem Weib wie dir den Abend zu verplämpern. Gib uns dein Gold und wir gehen weiter, ansonsten kannst du was erleben!" Nun war er doch zu weit gegangen.

Keala
23.02.2012, 21:47
Das Krachen veranlasste sie nicht, die Augen zu öffnen, oder den Kopf zu heben. Das schaffte der Vogel schon eher, der auf ihre Schulter einpickte, als wollte er sie wecken. Kea musste am Tisch eingeschlafen sein, vermutlich war Alkohol nach dem Training eine schlechte Idee. Würde sie sich merken, dachte sie sich und legte den Kopf wieder auf den Tisch. Sie hörte zu, wie die Männer herumbrüllten, aber das war eben ihre Art. Wenn sie in akuter Gefahr wäre, würde der Papagei schon reagieren und sie warnen.
"Was soll das Gerammel hier! Sowas dulde ich in meiner Taverne nicht!"
Wie sollte man denn dabei schlafen?! Genervt setzte Kea sich nun auf, trank einen Schluck aus ihrem noch zur Hälfte gefüllten Met-Becher. Diese Männer schienen die Wirtin zu bedrohen, und soweit Kea wusste, hatte Manuele sich als Ersatzrausschmeißer angeboten. Sein Einsatz, sie lehnte sich zurück. Die ehemalige Orksöldnerin verband nichts mit der Taverne hier, außer überhöhten Preisen, der Ausgang der Krise war ihr so ziemlich egal, solange sie heil rauskam, und vorerst auch ihre Reisebegleiter. Sie legte ihren Säbel griffbereit auf den Tisch.

seisuke
23.02.2012, 22:06
Ein langgezogenes ‚Hmmmm‘ war Seisukes einziger Kommentar auf die Handlung der Banditen. Statt sich um den dreisten Kerl vor ihnen zu kümmern, zogen sie es vor der Alten an den Hals zu gehen und nach Gold zu verlangen, ganz so wie es die Berufsbeschreibung eines Banditen vorsieht. Der Eine hielt Seisuke immer noch am Kragen, schaute aber seinem Kumpel hinterher, der auf die Wirtin losging.

„Irgendwie ist das nicht halb so interessant, wie ich es erhofft hatte.“, sprach der Silberhaarige gleichgültig und noch während der Kerl vor ihm sein Gesicht wieder zu ihm umdrehte, fasste Seisuke an sein Schwert, zog es mit einem kräftigen Ruck halb aus der Scheide und rammte das Ende des Schwertgriffs in den Magen des Banditen vor ihm. Schmerzverzerrt zog er sein Gesicht zusammen und torkelte ein paar Schritte rückwärts. Ohne auf irgendetwas zu warten, machte er dann ein paar Schritte auf den anderen zu, der auf die Wirtin losging und verpasste ihm einen groben Tritt in den Rücken. So beförderte er den Kerl an seinem Ziel vorbei und ließ ihn gegen die Wand laufen. Die lächerliche Gestalt, die er dabei machte entlockte Seisuke ein amüsiertes Kichern und ließ ihn ein paar Schritte zurückgehen.

Die Wut in den Gesichtern der Banditen, konnte man deutlich aufsteigen sehen. Aber ganz so schnell wollte Seisuke diese Sache nicht beenden. Wenn es sein müsste, würde er seine Schattenflamme an ihnen ausprobieren, aber im Moment war ihm noch nicht danach drastische Maßnahmen zu ergreifen und schaute sich statt dessen lieber nach Manuele und den Anderen um, ohne dabei sein Grinsen zu verstecken.

Stella Lestrange
23.02.2012, 22:42
Stella sprang auf und ging zu Seisuke hin, welcher sich mit jenem Fremden angelegt hatte, der die Taverne zuerst betreten hatte. Doch bevor sie ihn erreichen konnte, hatte sich einer der Fremden vor sie gestellt. ,,Was willst'n du?“, murrte einer der Banditen. ,,Einem guten Freund helfen.“, lächelte sie ihm kühl ins Gesicht. ,,Misch dich da gefälligst nicht ein.“, knurrte der Mann und nahm sie am Handgelenk. Böse funkelte sie den Mann an und gab ihm eine mit. Der Mann fing an zu fluchen und zog sein Schwert. Stella rannte nach draußen und ein paar von den Männern folgte ihr.

Doch als sie alle draußen waren, war Stella nicht allein. Immerhin war Vladimir bei ihr und beide hatten ihre Schwerter gezogen. ,,Zeit ab zu danken Miststück.“, knurrte der Mann und holte zum Schlag aus. Sie parierte den Schlag und schlug ebenfalls zu. Der Bandit wehrte den Hieb ab und sprang zurück. Stella hielt ihre Waffe bereit, dann setzte der Mann zum nächsten Angriff an, er ließ die Klinge von oben auf sie herabfahren und sie riss ihre Waffe nach oben. Es gab ein klirrendes Geräusch und er drückte mit aller Kraft dagegen. Sie tat sich etwas schwerer stand zu halten, da ihr Feind doch etwas stärker war als sie. Dann trat sie ihm in Schienbein und dieser musste seinen Angriff abbrechen. Diesen Moment nutzte die junge Adlige um einen seitlichen Hieb aus zuführen. Der Mann wehrte den Hieb ab und stieß sie von sich weg. Sie taumelte ein paar schritte nach hinten und setzte aber sofort zum neuen Angriff nach. Sie tauschten mehrere Hiebe aus und gingen ein paar schritte auseinander. Dann stürmte sie auf ihren Feind erneut zu und schlug von oben nach unten auf ihn herab. Dieser fing ihren Schlag ab, dann verpasste sie ihm einen Tritt in den magen und dieser ging ächzend zu Boden. ,,Verzieh dich, bevor ich dich töte.“, fauchte Stella und hielt dem Bandit die Klinge an den Hals.

Die Banditen
23.02.2012, 22:53
Eigentlich hätte es ein netter Abend werden können, Redick hatte sich was ganz einfaches erhofft. Stattdessen hatten die Gäste der Spelunke mit dem Ärger angefangen, indem sie seine Männer attackiert hatten. Bebend vor Zorn zog er seine Kriegskeule und ging auf den weissharigen jüngling los der ebenfalls seine Waffe in den Händen hielt. "Ich werde dir den Kopf einschlagen!" Schon lange hatte er nicht mehr jemanden ins Jenseits befördert, es wurde langsam wieder Zeit dafür. Im Minental hätten es sehr wenige gewagt ihm zu wiedersprächen, doch hier in Freiheit vertrauten alle in ihre geliebte Garde oder waren so dumm zu glauben sie könnten es mit jedem aufnehmen. Er würde dieses Pack eines besseren belehren.
Mit aller Kraft schlug er in Richtung seines gegners, dieser wich jedoch aus und er zertrümmerte einen der Holztische. Gerade wollte er seine Männer zurückpfeifen um selbst alles zu erledigen, da bemerkte er aus dem Augenwinkel, wie zwei weitere Gestalten aufstanden, mit gezückten Waffen. Von draussen her hörte man wie sich Klingen trafen und das Gebrüll seines Kumpels Dereck. Was war hier nur los!



Manuele

Keala
23.02.2012, 23:14
Noch einmal fragte sich Kea, wer eigentlich diese Frau war, die Manuele und Seisuke begleitete? Vielleicht war sie ja auch eine Söldnerin? Das letzte mal, als sie mit einer weiteren Söldnerin zu tun gehabt hatte, hatte es sich um Nazca gehandelt, die hatte Kea nur abfällig Küken genannt. Kea hatte verschiedene Theorien gehabt, weshalb, aber sie kam nicht dazu, das aufzuklären, da sie kurz darauf mit Faren desertiert war. Sie bereute nichts.
Die Wächterin packte ihren Säbel, als die Auseinandersetzung eskalierte. Kneipenschlägerei, das hatte ihr gefehlt! Ihr wäre es lieber gewesen, sie hätte draußen kämpfen können, da gab es genug Platz und da gab es Dreck, mit dem sie Gegner blenden konnte. Die Dame Söldnerin hatte es klug angestellt, ihren Gegner rauszulocken. Kea schien sich diese Möglichkeit nicht zu bieten. Der Papagei hatte anscheinend bereits über ihren nächsten Gegner entschieden und attackierte einen der Räuber mit dem Schnabel, so dass Kea beeilte, ihm zu helfen.
Während der Papagei den Räuber ablenkte, schlug Kea nach seiner Waffe, in der Hoffnung, ihn durch den unerwarteten Angriff zu entwaffnen, aber das wurde nichts. Der Mann schien bei dem Geflatter des Papageien trotzdem noch etwas sehen zu können, und schlug nach ihr. Kea wehrte den Schlag ab und konterte mit einem Hieb auf die linke Hand, damit der Mann nicht nach dem Vogel schlagen konnte. Dann trat sie ihm seitlich gegen das Knie, so kräftig sie konnte, und schlug gleich noch einmal zu, diesmal auf die Schulter zielend. Wie schon bei Ra'mon damals wirkte der Tritt, der Mann knickte ein und war somit endlich auf Keas Niveau. Draußen hätte sie ihn einfach mit Dreck geblendet und das wär's gewesen, aber bei einem Kampf auf engem Raum innerhalb einer Taverne war es eben etwas schwieriger. Der Papagei indes hatte blutige Schnabelspuren im Gesicht des Mannes hinterlassen, die Augen jedoch verschont, wie es schien. Diesmal machte Kea kurzen Prozess, sie machte eine Finte und entwaffnete den Kerl endlich, dann setzte sie sich auf den Tisch, der ihr während des Kampfes im Rücken gestanden hatte, und hielt den Säbel an die Kehle des Mannes.
»Hände runter! Das lässt du schön bleiben!«, mahnte sie mit einem vergnügten Unterton in der Stimme und trat gegen seine linke Hand, während sie die Beine baumeln ließ. Der Papagei klapperte mit dem Schnabel, und wie beiläufig zog sie mit der Linken ein Stück Fleisch aus einer Tasche am Gürtel und verfütterte es gut sichtbar an ihren Mitstreitervogel. Sie tötete den Mann nicht, die Sauerei wollte sie der Wirtin ersparen und sich den Ärger. Sollten die anderen entscheiden, was mit dem passieren sollte. Was den Kampf selbst anging, auf eine Anwendung des Geübten hatte sie verzichtet, sie hätte höher stehen müssen als der Räuber und wäre dabei vermutlich gegen die Decke der Taverne geknallt. Zumindest hatte sie bisher keinen Blick nach oben verschwendet und wollte das Risiko einfach nicht eingehen.

Ich glaube, jetzt verstehe ich Farens nervige Angewohnheit, Leute in Tavernen einzuschüchtern ... Er genießt es zu sehr, dachte sie und schnitt mit dem Säbel leicht in den Hals des Mannes, so dass er wohl das Blut fließen spürte.

Nigel Ascan
23.02.2012, 23:27
Die Gesamtsituation, von der Nigel einfach genug hatte, wollte sich partout nicht ändern. Bis zu dem Augenblick, als eine Gruppe zwielichtiger Typen die Taverne betraten. An und für sich waren zwielichte Typen im Allgemeinen jetzt kein Garant für eine schlagartige Änderung einer Gesamtsituation, aber in diesem Fall war es wohl so.

Seisuke hatte wohl aus irgendeinem Grund ein Streit mit diesem Typ angefangen und eh man es sich versah, gab es ein Handgemenge. Doch nicht wie in den guten alten Zeiten mit Fäusten, sondern mit geschärften sowie tötlichen Waffen.
Nigel schüttelte darauf nur den Kopf und zog selbst sein Schwert. Sicher war sicher.

Im Endeffekt waren in diesem Kampf nur die Gruppe aus Setarrif und die Neuankömmlinge involviert. Murdra hielt sich direkt raus aus der Sache, da ja Manuele angeboten hatte, sich um derartige Probleme zu kümmern. Und auch kein anderer Gast fühlte sich bemüht, in die Gesichte einzugreifen, ob nun deeskalierend oder nicht.

Der Krieger der Akademie stellte sich auf einen der Tische und brüllte hinunter, doch fand keinerlei Beachtung. Dann wurde es ihm zu bunt und er sprang mitten ins Kampfgemenge. Solche Ignoranten konnte er gar nicht ab. Er blockte den ersten Schlag und versenkte seine linke Faust mitten ins Gesicht des überaus hässlichen Gegenübers. Danach war er wohl nicht gerade schöner, so blutverströmt, aber Nigels Mitleid hielt sich arg in Grenzen.

seisuke
24.02.2012, 00:09
Diese Schlägerei entsprach langsam dem, was sich Seisuke gewünscht hatte. Stella war draußen mit ein paar Banditen und der Rest in der Kneipe wurde von den anderen in Schach gehalten. Nur der Kerl mit seiner Keule wollte nicht von Seisuke ablassen. Doch war sein Umgang mit der Keule recht primitiv. Die wilden, ungezielten Schläge waren einfach auszuweichen und zwischen den Angriffen konnte der Bandit nicht anders als seine Keule als Schild zu missbrauchen, während Seisuke mit seinem Schwert ununterbrochen Druck ausübte. Dann setzte der Bandit zu einem Hieb von der Seite an und wunderte sich nicht schlecht, darüber dass Seisuke seine Waffe bereits blockierte und so den Angriff von vornherein verhinderte.

Erst machte der Bandit einen besorgten Gesichtsausdruck. Dann formte er aber ein fieses Grinsen und als sich der silberhaarige Dieb noch fragte, was er zu lachen hatte, spuckte ihm der Kerl eine dicke Portion Ekel dreist ins Gesicht. Es erfüllte seinen Zweck. Für einen Moment passte Seisuke nicht auf und er spürte nur noch die Keule in seinem Magen und den Schmerz, als ihn die Wucht des Angriffs gegen die Wand warf. „Ha! Das hast du davon, du Wurm!“, hörte Seisuke aus einiger Entfernung in seinem Hinterkopf. Aber die Stimme drang nicht wirklich in sein Bewusstsein. Für einen Moment stand die Zeit still in Seisukes Gedanken und er musste sich selbst mich sich Streiten hören:

„Warum mach ich das hier eigentlich? Ich wollte meinen Körper stärken, damit meinen Geist an Kraft wachsen lassen. Aber was ist das hier? Ich sitze in der schlimmsten Taverne Argaans, statt im Refektorium des Kastells und lasse mich von Banditen bespucken. Was bei Beliar und all seinen Dämonen hält mich eigentlich zurück?“

Und so begann die Zeit wieder zu fließen. Seisukes Augen nahmen wieder die Welt vor ihm war und seine linke Hand bewegte sich wie von allein. Ein Schwall tiefschwarzer Magie, ein dunkles, lichtloses Feuer, wuchs um seine Hand herum und löste sich mit einer leichten Handbewegung von seinen Fingen. Wie ein hungriger Geist flog es dem Banditen entgegen und setzte sich um seinen Oberschenkel fest, wobei ihn die schiere Überwältigung oder ein missglückter Ausweichversuch aus der Tür schleuderten. Seisuke dagegen war erfüllt von all der Ruhe, die er nur haben konnte. Langsam erhob er sich mit dem Schwert in der Rechten. Die Finger seiner linken Hand legte er auf sein Gesicht, strich darüber und löschte mit kleinen schwarzen Flammen den Ekel aus seinem Gesicht.

Die Taverne hatte wohl für einen kurzen Moment die Luft angehalten und alles was zu hören war, waren Seisukes Schritte nach Draußen. Der arme Kerl wand sich immer noch auf dem Boden und schrie vor Schmerz. „Elender Bandit“, begann er, „das machst du ganz richtig so. Fass mit den Händen noch in das Feuer, dass dein Bein auffrisst.“ Auf diesen Kommentar sah er mit zornverzerrtem Gesicht zu Seisuke herüber und versuchte nach der Waffe neben ihm zu greifen. Ohne Erfolg, denn Seisuke Stiefel, setzte diese Hand am Boden fest. Wieder beschwor er eine Schattenflamme herauf und ließ sie wie das Wachs einer Kerze, ohne seine Miene zu verändern, auf das Gesicht des Banditen tropfen.

„Weißt du. Eigentlich habe ich großen Respekt vor dir. Oder besser gesagt, vor deinem erfolgreichen Ablenkungsmanöver.“, die Worte des Diebes waren aber nur schwer zu hören und den Schreien, „Einem Gegner ins Gesicht zu spucken ist wirklich ein effektiver Zug im Kampf. Aber das ist nicht euer Problem. Das Problem von euch elenden Banditen ist nun, dass ihr diesem Schwarzmagier hier ins Gesicht gespuckt habt.“

Darauf erhob Seisuke seine Klinge, drehte die Spitze nach unten, während sein Zauber verlosch und versenkte sie im Hals des vor Schmerz schon tauben Kerls unter ihm. Von einem Moment auf den anderen verstummten die Schreie und Seisuke drehte sich um. Stella, die paar Banditen draußen und der Rest, der aus der Taverne geschossen kam, beobachteten unbarmherzige Schauspiel und konnten nun durch die Stille Seisukes Worte sicherlich gut verstehen.

„Und man spuckt diesem Schwarzmagier hier besser nicht ins Gesicht…“

Stella Lestrange
24.02.2012, 00:41
Nun war der zweite an der Reihe und er schien sich von der Niederlage seines Kameraden nicht wirklich beeindrucken zu lassen. ,,Vladimir, halte den Kerl da bitte klein.“, befahl sie ihm und wandte sich nun dem anderen Kerl zu der bereits mit gezogener Waffe vor ihr stand. ,,Wie du wünschst.“, meinte Vladimir und hielt dem Bandit am Boden die Waffe an den Hals, damit er nicht aufstand. Stella und der Bandit liefen etwas im Kreis wie zwei Raubtiere bevor sie aufeinander losgingen.
Dann sprang Stella schnell nach vorne und schlug zu. Ihr Feind ging einen Schritt nach Hinten zurück und wehrte den Hieb ab, dann beugte er sich leicht nach vorne und schlug nun ebenfalls zu. Sie wehrte den Schlag ab und schlug daraufhin erneut zu, doch diesmal war ihr Feind schneller und etwas geschickter. So tat sie sich ein wenig schwerer die Hiebe abzufangen und zurück zu lenken.
Schließlich nachdem sie mehrere Hiebe ausgetauscht hatten und ein Kräftemessen hinter sich hatten, ließ die junge Adlige von dem Banditen schwer atmend ab. Dann holte sie zum Schlag aus und schlug immer wieder mit ganzer Kraft von oben zu. So drängte sie den Banditen ein wenig weiter zurück. Ab und an sprühten ein bisschen die Funken, doch diese erloschen recht bald. Der Bandit stieß sie von sich weg und sie taumelte ein paar schritte zurück, doch sie setzte schon wieder zum neuen Angriff an. Die beiden tauschten Schläge aus, parierten die Hiebe des anderen und drängten sich gegenseitig zurück. Keiner war dem anderen wirklich überlegen. Doch schließlich schaffte sie es ihm ein Bein zu stellen und stellte sich mit einem Bein auf seine Brust ,,Das war es für euch. Ihr tätet gut daran zu verschwinden oder uns in ruhe zu lassen.“ Sie steckt die Klinge ein und verschwand mit ihrem Diener nach drinnen.

Nigel Ascan
24.02.2012, 00:53
Die ganze Schau verzog sich abrupt nach draußen, als einer lauthals anfing zu schreien ohne sichtlichen Grund. Es war der Gegenspieler von Seisuke gewesen, wie Nigel schließlich herausfand.

Die ganze Meute stand nun also vor dem Gasthaus und sah dem Schauspiel gespannt zu. Und plötzlich war es ganz still, als der Silberhaarige sagte, er sei ein Schwarzmagier. Instinktiv sah der Meister der Klingen zu seinem Kollegen Manuele, dem die Gesichtszüge entgleist waren. Nigel schmunzelte nur, wobei er darüber nicht weniger verwundert war. Doch im Prinzip spielte es keine Rolle.

Die Aufmerksamkeit wich von dem Magier der dunklen Künste zu der schwarzhaarigen Lady und ihrem Diener etwas weiter hinter. Auch sie kämpfte noch. Und auch sie streckte ihren Gegenspieler souverän nieder. Das Finale bestand darin, dass die Gruppe, die sich erst vor wenigen Stunden hier blicken ließ, die Flucht ergriff.

Niemand folgte ihnen, doch jeder sah ihnen nach bis sie schließlich verschwunden waren.

Kommentarlos ging ein jeder wieder hinein, nur Nigel wartete neben der Tür, bis Seisuke an ihm vorbeilief.

"Ein Schwarzmagier also, hm?!" bemerkte er trocken und sah ihn an.

Der Silberhaarige hielt inne und blickte seinerseits zu Nigel...

seisuke
24.02.2012, 01:10
„Hab ich jemals das Gegenteil behauptet?“, antwortete Seisuke in ebenso trockenem Ton. Dann drehte sich der nun enttarnte Magier zum letzten der Banditen, der von Stella und ihrem Diener auf den Boden befördert wurde, und warf erneut einen Zauber. Der Bandit war grade aufgestanden als das Schwarze Feuer seinen Fuß erwischte und ihn wieder zu Boden fallen ließ. Schmerzverzerrte Grimassen malte sein Gesicht und als eine weitere Schattenflamme denselben Fuß erwischte, schrie er laut auf.

„Jetzt sollte der Kerl nicht mehr weglaufen können. Ihr werdet einen dieser elenden Wichte brauchen, wenn ihr das Versteck der Meute erfahren wollt.“ Die Worte waren an Nigel und Manuele gerichtet. Manuele nahm sich sofort dem Kerl an, unternahm aber nicht die geringste Mühe Seisuke eines Blickes zu würdigen. Der silberhaarige Magier steckte sein Schwert zurück und atmete tief durch. Es tat gut endlich die falsche Zurückhaltung abgelegt zu haben und er fühlte, dass seine Beherrschung dieses zerstörerischen Zaubers nun langsam den Punkt erreicht hatte, den er sich fürs erste vorgestellt hatte.

„Deiner Frage entnehme ich, dass Schwarzmagier nicht besonders beliebt auf Argaan sind. Aber du scheinst ja wenigstens noch mit mir zu reden, im Gegensatz zu Manuele.“

Nigel Ascan
24.02.2012, 01:16
Einen kurzen Moment überlegte Nigel, ob er Manuele folgen sollte. Er war bei solchen Situationen immer gern dabei, um sich selbst ein Bild zu machen. Aber dieses Bild konnte er sich im Vorfeld schon gut vorstellen und so wandte er sich wieder zu Seisuke.

"Welchen Ruf sie auf Argaan haben kann ich dir nicht sagen und es ist mir auch egal. Bei mir ist es so, dass ich bisher noch keine Gelegenheit hatte, einen Schwarzmagier aus nächster Nähe zu sehen oder ihn gar bei seinem Werke beobachten zu dürfen. Aber eigentlich hatte ich immer Untote, die aus dem Boden auferstehen, erwartet.

Und Manuele hat wohl eine besondere Abneigung gegen eure Spezies, aber das soll er dir selbst sagen." antwortete der Krieger.

Dann sah er wieder zu seinem Kameraden, wie er sich über den verbliebenen Banditen beugte und mit ihm zu reden schien.

"Sieht wohl ganz so aus, als hätten wir in den nächsten Tagen wieder etwas zu tun. Hoffen wir mal, Manuele erhält die Informationen, die wir brauchen.
Aber wieso kämpft ein Magier mit einem Schwert oder macht sich die Mühe, den Umgang zu lernen. Das andere ist doch viel effektiver." fügte er anschließend hinzu.

seisuke
24.02.2012, 01:33
Auf Nigels frage musste Seisuke laut lachen. „Eine gute Frage. Eigentlich hatte sie als ersten von einem der anderen Magier erwartet, aber gut. Ich will nur so viel sagen: Es gibt viel Weisheit auf dieser Welt. Eine davon lautet ‚In einem starken Körper wohnt ein starker Geist.‘ und ein starker Geist ist es den jeder Magier braucht. Wie er ihn erlangt ist nicht so wichtig.“

Dann machte Seisuke noch einen Wink mit der Rechten und hinter ihm flatterte das Skelett einer Fledermaus nach oben. Er ließ er kurz um Nigel herumfliegen und dann an seinem Finger kurz hängen, damit Nigel einen Blick darauf werfen konnte und dann zerfiel es in seine Einzelteile. „Und soviel zu deinem Bild über Schwarzmagier. Deine Vorstellung ist nicht falsch. Lediglich ein wenig beschränkt.“ Mit einen Lächeln antwortete er auf Nigels Gesichtsausdruck, in dem Neugier und Misstrauen gemischt zu sein schienen.

„Was Manuele angeht…falls er wirklich eine besondere Abneigung gegen Schwarzmagier hegt, dann war es richtig von mir, mich bedeckt zu halten. Was den Banditen da angeht: Wenn ihr ihn nicht zum sprechen bringt, dann kann ich das übernehmen. Aber erst morgen und bis dahin kannst du Manuele erklären was er über mich wissen muss. Ich schulde ihm etwas für die Ausbildung, also werde ich euch helfen diese Banditen auszuräuchern. Aber wenn es Manuele nicht bekommt, dass ich ein Schwarzmagier bin, dann werde ich mich auf den Weg zurück machen. Aber wie gesagt: das alles erst Morgen. Ich für meinen Teil brauche jetzt Schlaf.“ Mit diesen Worten ging Seisuke an Nigel vorbei und machte sich auf den Weg in den Schlafsaal des Gasthauses. Niemand schien es zu wagen ihm im Weg zu stehen, nicht einmal die alte Wirtin.

Nigel Ascan
24.02.2012, 01:47
Und damit stand Nigel also nun alleine da. Er war in der Tat neugierig geworden, da er sich Schwarzmagier immer als lebensferne Wesen, die den ganzen Tag im Dunkeln lebten, vorstellte. Und gerade deswegen war er nachwievor misstrauisch gegenüber Seisuke. Vorher schon, aber jetzt besonders. Obwohl er begonnen hatte, ihn zu mögen. Es gab auch nichts, was dagegen sprach. Aber immerhin hatte er eine Skelettfledermaus beschworen, das war einfach nicht normal. So wie es nicht normal war, der Magie Beliars zu folgen.

Allerdings war so ein Schwarzmagier keine zu verachtende Waffe gegen einen Haufen Banditen gewesen. Und das war mit Sicherheit die nächste Gruppe, gegen die Nigel kämpfen würde.
Wieder sah er zu seinem Kameraden, der immernoch mit dem am Boden kauernden Banditen zu reden schien. Widerwillig bewegte sich der Krieger Setarrifs zu ihnen. Stella und ihr Diener standen im Hintergrund und sahen sich das an.

Nigel stellte sich neben dem Nordmann, der ihn kurz aus den Augenwinkeln fixierte, um dann wieder hinunter zu schauen. Er wollte wissen, wo sie ihr Lager hatten, doch der Bandit jammerte nur.
Nigel legte seine Hand auf Manueles Schulter und flüsterte ihm dann zu: "Lass gut sein, Manuele. Das macht doch keinen Sinn, lass ihn hier draußen liegen. Wir werden gleich bei Tagesanbruch losmachen und die Hunde suchen. Wir binden ihn hier fest und schlafen erstmal."

Verstört sah sein Kamerad ihn an, erwiderte jedoch nichts. Dann wandte er sich ab und entfernte sich.
Zu Stella sagte Nigel, dass sie sich darum kümmern sollte und ja kein Mitleid haben brauchte. Dann gesellte er sich wieder zu dem Navigator.

"Hör mal. Mich hat die Erkenntnis über Seisuke auch mehr als überrascht. Aber er ist kein schlechter Kerl. Red mit ihm, das wird wohl das Beste sein. Und wegen dem Dreckskerl hier sehen wir morgen weiter."

Immer noch schweigend stand Manuele da, bis er sich plötzlich zu Nigel umdrehte und ihn ansah. Dann nickte er und ging in die Taverne. Nigel folgte ihm nach kurzer Zeit, die er in den sternenklaren Himmel sah. Wenn es kam, dann kam es meist fett. An diese Worte musste er in diesem Moment denken und lächeln...

Noxus Exitus
24.02.2012, 15:31
Die Sonne stieg auf, man hörte Mudra bereits wegen irgendwelcher Besorgungen schreien, wahrscheinlich um das Frühstück zu servieren. Seltsames Gasthaus war das hier, allerdings entsprach es tatsächlich dem Bild des Kastellabkömmlings, es war laut, schmutzig und teuer. Genau wie eine Frau.

Während Noxus wie ein feiner Herr langsam die Treppen hinabstieg musste er feststellen, dass er einer der ersten war, der sich eines wachen Verstandes erfreuen konnte. Noch immer sah er die dunkle Flamme, die dem Weißhaar aus der Hand entsprungen war. Ihm hatte gefallen, als die Kälte in des Magiers Gesicht trat und man für einen Moment die Melodie Beliars, dass Schreien des Banditen hören konnte. Doch diese äußerst törichte und arrogante Aktion gesamt war dem Weißauge zuwider. Genau wegen solcher Jünglinge, die sich nicht zügeln konnten, genossen die Schwarzmagier einen solchen Ruf. Mag sein, dass es sich hierbei um einen vogelfreien Banditen gehandelt haben möge, doch Noxus fand es falsch, Magie zu missbrauchen. Oder war sie in diesem Fall angebracht?
Er entschied sich nicht weiter darüber zu urteilen, die meisten Konsequenzen musste der Jüngling ausbaden, somit winkte er der Wirtin zu und setzte sich an den Tisch, wartend auf das fade, geschmacklose Frühstück. Doch man gewöhnte sich an die überteuerten, kleinen Rationen. Außerdem konnte man der beleibten Frau keinen Vorwurf machen, wenn gleich eine ganze Gruppe Banditen in ihrem Gasthaus Eintritt fanden mussten. Das er einer der wenigen war, der sein Essen bis zu dem kleinen Holztisch, am entferntesten Fleck von der Tür, gebracht bekomme, lag daran, dass er für eine solche Gegenleistung gerne einige Münzen extra auf der groben Handfläche hinterließ und eventuell auch, da er wohl der stillste und am wenigsten Problem machende Gast war - So vermutete der Vermummte. Da er aber beinahe der Einzige in der Etage war, traute er sich nach drei Tagen endlich die Kapuze abzunehmen und entblößte sein Gesicht sowie seine Mähne von dunklem Haar.

Vicious
24.02.2012, 22:37
So wie es aussah, hatte die Wirtin allerhand um die Ohren und deshalb nur wenig Zeit, sich ausgiebig um ihre Gäste zu kümmern. Wortlos hatte sie die Bestellung von Budo und Vicious aufgenommen, als die beiden Söldner angekommen waren, und verwickelte sie auch später nicht wirklich in Gespräche. Solange das Essen auf den Tisch kam hatte Vicious nichts weiter daran auszusetzen. Wenn sie vollgequatscht werden wollte, konnte sie genauso gut mit Budo reden.

Offenbar hatte die Taverne schon seit geraumer Zeit keine solche Betriebsamkeit mehr erlebt. Nachdem sich Budo und Vicious eingemietet hatten, kamen bereits die nächsten Gäste. Irgendwie musste es kurz darauf zu einem Streit gekommen sein. Den genauen Grund kannte Vicious nicht, denn als das Ganze begann horchte sie hochkonzentriert an der Matratze. Von dem Lärm in der Schenke wurde die Kopfgeldjägerin schließlich geweckt. Und auch von Budo, den derartige Streitereien magisch anzogen und der es sich nicht entgehen lassen wollte.

Als Vicious aus ihrem Zimmer kam und auf die hölzerne Balustrade oberhalb des Schankraums trat, war die Prügelei bereits voll im Gange. Wer da wem den Kopf einschlug, wusste die Marmo nicht, denn es sah wie ein heilloses Durcheinander aus. Einige hatten sich sogar schon nach draußen verabschiedet, um dort weiterzukämpfen. Indes war Budo drauf und dran einfach mal in die Menge zu springen. Doch Vicious pfiff ihn zurück, noch ehe er den Fuß auf die oberste Treppenstufe setzen konnte. Um was es bei dem Streit auch immer ging, es war nicht ihre Angelegenheit. Und es sah nicht so aus, als würde es sich lohnen mitzumachen. Mehr als ein paar aufs Maul gab da offensichtlich nicht.

Zumindest wurde es auf diese Weise nicht langweilig. Andernorts bezahlte man dafür, um Kämpfe zu sehen. Hier hatte Vicious einen kostenfreien Logenplatz. Mit einem Arenakampf, wie man sie in Mora Sul austrug, ließ es sich natürlich nicht vergleichen. Allerdings hatten sie hier sogar einen Magier. Das war ein Anfang. Zum Glück zog er keine große Schau ab und steckte die Taverne nicht in Brand. Die Flammen, die er heraufbeschwor, sahen auch nicht so richtig feurig aus. Eher schattig, irgendwie. Nachdem sich die ganze Angelegenheit komplett nach draußen verlagert hatte, verlor Vicious das Interesse und kehrte in ihr Zimmer zurück.

Inzwischen schien alles wieder beim Alten zu sein. Gemeinsam mit Budo setzte sich Vicious im Schankraum an einen Tisch, um ein gepflegtes Abendessen zu genießen. Bohnen und Speck und dazu eine Menge Weißbrot. Schier unmöglich das zu versauen und wenn man genug Hunger hatte, schmeckte sowieso alles noch einmal so gut. Vicious konnte sich nicht beschweren und Budo war zu beschäftigt damit, mehr Bohnen in sich hineinzustopfen.

Nigel Ascan
24.02.2012, 22:38
Das war wohl nichts mit dem gleich bei Sonnenaufgang losmachen und so.

Zuerst hatte Nigel viel zu lange geschlafen und als er den Schlafsaal verlassen hatte, fand er seine Gefährten vereinzelt und etwas demotiviert vor. Er selbst verließ kommentarlos die Schänke und ging zu ihrem Gefangenen, der angebunden an einem Pfeiler da lag. Glücklich sah er wahrlich nicht aus, aber Nigel versuchte vergeblich irgendetwas aus ihm heraus zu bekommen. Erst versuchte er es freundlich und zuvorkommend, dann rigoros und knallhart. Aber keine Chance.

Also holte er Seisuke mit seinen dunklen Magiekünsten. Und dieser schaffte es tatsächlich, den Banditen so zu foltern, dass er endlich Antworten von sich gab. Aber diese Antworten befriedigten Nigel nicht im Geringsten. Es handelte sich bei der Gruppe am Vorabend und wandernde Gesetzeslose, die sich einen Spaß daraus machten, Reisende zu überfallen und sie um ihr Hab und Gut zu erleichtern. Nigel verlor schließlich die Fassung und trat auf den Schweinekerl ein. Wie er solche Leute hasste, die ohne Grund Trauer und Verderben brachten. Sie waren ihm noch mehr zuwider als die stocksteifen Innosstreiter mit ihrem Glauben.

Kommentarlos ließ er den Gefangenen zurück und kam mit Seisuke im Schlepptau wieder in den Schankraum. Er versammelte die Truppe um sich. Sie sahen alle nicht wirklich glücklich aus, Manuele besonders.

"Gut, Leute. Die Kerle von gestern sind eine herumstreunernde Bande. Sie haben sich wohl verzogen, sonst hätten sie ihren Freund in der Nacht befreit. Es macht auch wenig Sinn sie zu suchen. Viel eher schlage ich vor, die Leute hier, besonders Murdra, nach bekannten oder vermuteten Banditennestern auszufragen. Wenn wir was finden, räuchern wir das aus. Vielleicht sind ja unsere Freunde dabei." erklärte Nigel seinen kürzlich entschlossenen Plan.

Allgemeines Nicken machte die Runde.

"Gut, dann werd' ich mal mit der werten Frau Wirtin sprechen." fügte er anschließend hinzu und ging zur Theke, wo er sie rief.

Manuele
24.02.2012, 22:54
Manuele hatte die Erkentnisse über Seisuke immer noch nicht verkraftet. Doch er kannte sich zu gut und versuchte deshalb einer Auseinandersetzung lieber aus dem Weg zu gehen, als hier in der Gruppe Streit anzufochten. Es hätte keinen Sinn jetzt Nigels Pläne zu durchkreuzen, nur um seine eigenen Ziele zu verfolgen. Es würde sich schon noch herausstellen ob Seisuke mit Lord Hagens Machenschaften zu tun hatte oder nicht.

Während Nigel die Wirtin ausfragte zog sich der Nordmarer zurück und verliess den Schankraum. Er nutzte die Gunst der Stunde und tat das, was er am besten konnte, trainieren. Er ging hinter den Stall und versuchte immer wieder die perfekte Landung hinzubekommen. Einige male schaffte er es sogar und das besserte ein wenig seine Laune.

Viel Zeit würde er nicht haben, das spürte er irgendwie. Vermutlich würden bald die anderen herauskommen und ihn ablenken.

seisuke
24.02.2012, 23:09
Seid dem Vorfall mit diesen Banditen schien es als würde Seisuke eine ganz neue Position genießen. Diejenigen die seine Magie nun gesehen hatten, zogen es vor einen gewissen Abstand zu ihm zu halten und letztlich sorgte dies dafür, dass er nun viel mehr Ruhe hatte als zuvor. Ruhe die lediglich von Nigel unterbrochen wurde und das nicht grundlos. Dem angebundenen Banditen auf dem Hof musste die Zunge gelockert werden und einem närrischen Gesetzlosen war mit der Magie Beliars leicht die Furcht in den Geist getrieben. Lange hielt er die magische Angst nicht auch und begann zu reden.

Besonders zufrieden schien Nigel aber nicht gewesen zu sein mit dem, was er hörte. Aber dem silberhaarigen Dieb war es recht. Ob er den Banditen selbst erstechen oder zuschauen würde, wie Nigel ihn zu Tode trat, machte eigentlich keinen Unterschied. Wieder in der Taverne schaute sich Seisuke kurz um. Es sah nicht wirklich so aus als würden die Leute gerne mit ihm reden wollen und genau so wenig wollte Seisuke mit den anderen reden. Also zog er sich wieder nach Draußen zurück und machte sich für ein paar Schwertübungen im Hinterhof fertig. Manuele war dort ebenfalls am trainieren und stören wollte Seisuke ihn auch nicht.

Nigel Ascan
24.02.2012, 23:30
Nigel wartete einen kurzen Moment, bis die dicke Wirtsfrau aus ihren dunklen Kammern erschien. Missmutig, wie immer, aber nicht ohne Neugier in den Augen.

"Der Überfall gestern tut mir sehr leid. Ich kann mir vorstellen, wie geschäftsschädigend das sein muss. Für eure Güte, die ihr uns in den letzten Tagen zu gute kommen lassen habt, wollen wir uns bedanken. Der Kerl draußen hatte aber keine verwertbaren Informationen über einen möglichen Aufenthalt der Banditen. Also wollte ich Euch fragen, ob ihr uns weiterhelfen könnt." trug Nigel sein Anliegen vor.

Murdra hörte sichtlich aufmerksam zu. Er hatte ihr auch ganz schön Honig um den Mund geschmiert. Von einer Güte der Dicken war nicht wirklich etwas zu sehen, bei dem ganzen Gold, welches sie einheimste. Aber diesen Schritt musste Nigel wohl gehen, um an Informationen zu kommen.

Doch so leicht, wie er es sich vorstellte, war es dann doch nicht. Murdra besaß aber tatsächlich die Dreistigkeit, dafür auch noch Gold zu verlangen. Jede Information würde halt kosten, hatte sie noch gesagt. Nigel schüttelte innerlich den Kopf vor lauter Unglauben. Doch er beugte sich ihrer Forderung und kramte seine letzten Goldmünzen zusammen.

"Also, was wisst Ihr über einen möglichen Aufenthalt von Banditen hier in der Nähe?" wiederholte er seine Frage und legte zehn Goldmünzen auf den Tresen.

Doch er hielt noch eine Hand drüber und sah die Wirtin an. Diese sah unbeeindruckt zurück und schwieg beharrlich. Nigel seufzte und schob das Gold zu ihr herüber.

Die dicke Geschäftsfrau sah kurz hinunter und dann wieder zu Nigel und lächelte stumm. Die wollte doch nicht etwa noch mehr haben?! Das ging eindeutig zu weit. Aber er kramte automatisch weitere Goldmünzen zusammen. Er legte nochmal zehn Goldmünzen hinzu und antwortete knapp: "Und ein Bier bitte!"

Und tatsächlich nickte Murdra und schob das Geklimper unter ihren Rock. Unhörbar seufzte Nigel. Das würde er sich alles wiederholen, auch wenn von seinem König.

Sie knallte eine staubige Flasche auf den Tisch, zog den Korken und erzählte von einer Turmruine nördlich des Gehöffts, kurz vor der Stadt Stewark auf der Insel. Am Tage war sie von hier zu sehen. Nigel nickte, er wusste, wovon sie sprach. Dort sollten sich nach ihren Angaben immer ein paar Gesetzeslose herumtreiben.

Dann schwieg sie wieder. Nigel nahm kommentarlos einen Schluck vom Bier und dachte ein kurze Weile über das Erfahrene nach. Hatte er noch eine Nachfrage? Für die wollte sie sicherlich erneut Münzen haben und viel hatte er einfach nicht mehr...

Manuele
24.02.2012, 23:44
Jetzt musste der Kerl auch noch in seine Nähe kommen und vor ihm Trainieren. Diese Magier waren wohl alle selbstgefällig und eingebildet, schon in Khorinis als kleiner Junge hatte Manuele das bemerkt. Überall wo sie hinkamen, meinten sie, dass die anderen sich ihnen anpassen müssten. Am besten würde man diese Art Mensch erstmal ins Minental schicken, damit sie lernten, was wirkliche Arbeit war und was einen Mann ausmachte. Ach ja, Nordmar hatte so vieles, was dem verärgerten Krieger jetzt ziemlich fehlte. Dort schätzen die Leute zumindest jeden der im Kampf was geworden war, oder mit einem ehrenhaften Handwerk sein Gold verdiente. Im Hammerclan wurden solche Besserwisser wie die Feuermagier und ihresgleichen überhaupt nicht gern gesehen.

"Du bist schon dreist einfach hier herumzustehen?!" Fuhr Manuele den jungen Kämpfer an, ohne die Schulter zu zucken. Etwas entnervt kreuzten sich ihre Blicke. Vermutlich dachte sein Gegenüber gerade an irgendeinen Fluch den er ihm einhalsen konnte. "Zuerst nehme ich dich als Schüler auf und dann hintergest du mich einfach so. Ihr seid alle gleich. Verhandelt mit Leuten wie Lord Hagen über unschuldige Weiber im Gegenzug zu irgendwelchen Schäusslichkeiten." Voller abschäu spuckte er auf den Boden und ging auf den Mann zu.

seisuke
25.02.2012, 00:04
Manueles Reaktion entsprach genau der, die Nigel mehr oder weniger versprochen hatte. Aber den Dieb oder Magier, wie man ihn nun auch immer bezeichnen wollte, machte sich nicht viel aus der ablehnenden Haltung seines Waffenlehrmeisters. Statt dessen fing er einfach an zu grinsen. Die Reaktion Manueles amüsierte ihn und wenn Manuele schon fragte, dann wollte er sich doch ein wenig erklären:

„Nun Manuele, ich finde es etwas übertrieben, wenn du sagst, ich hätte dich hintergangen. Mein Schwert steckt nicht in deinem Rücken und ich kann mich nicht daran erinnern jemals einen Zauber auf dich gewirkt zu haben. Vielleicht habe ich dich ein wenig ausgenutzt, denn offensichtlich hättest du einem Magier wohl nie einfach so das Kämpfen beigebracht. Aber aus das ist nicht ganz richtig. Ich stehe in deiner Schuld und ausgenutzt hätte ich dich nur, wenn ich jetzt einfach abhauen würde. Ich bin aber immer noch hier und besser noch, ich gebe dir die Möglichkeit meine Schulden für die Ausbildung einzufordern.“

Dann aber verschwand das Lächeln aus Seisukes Gesicht wieder und führte noch kühl und unberührt hinzu: „Wenn du aber meinst, dass du es nicht nötig hast, dann sag es so und ich verschwinde sehr gerne dahin wo ich hergekommen bin. Ob du es glaubst oder nicht, aber der Fraß und die miese Entschuldigung von einem Bett, die ich hier ertrage, bereiten mit kein besonderes Vergnügen.“ Besonders einsichtig oder beeindruckt zeigte sich Manuele aber nicht. Um so besser war es, dass Nigel um die Ecke kam und den beiden zurief.

Nigel Ascan
25.02.2012, 00:18
Nigel war dabei, alles wieder zu verkomplizieren. Er hatte seine Antwort bekommen, das war doch, was er wollte. Der Worte war nun genug gewechselt, nun sollten Taten folgen. Also stürzte er das Bier hinunter, bedankte und verabschiedete sich von der Wirtin und ging zu seinen Gefährten hinüber. Seisuke und Manuele waren seltsamer Weise verschwunden und Nigel ahnte nichts Gutes.

Also sammelte er die Verbliebenden, Stella mit ihrem Diener, dem beinahe unsichtbaren Suri und die kleine Piratin Keala ein und verließ die Taverne. Ihre Sachen hatten alle bei sich.

Auf dem Hof hörte er sofort die zwei Fehlenden und als er um die Ecke bog, sah er sie auch schon. Manuele stand mit gezogener Axt vor einem Fass und Nigel ahnte, dass er üben wollte. In einiger Entfernung zu dem Nordmann stand Seisuke ebenfalls mit gezogener Klinge in der Hand. Den Rest konnte sich Nigel gut vorstellen und so griff er sofort ein.

"Hört auf, womit auch immer. Ich habe die Informationen erhalten, die wir brauchten - wenn auch nicht ganz preiswert - und jetzt gehts los. Seisuke, hol doch bitte unseren Gefangenen, denn er wird uns begleiten." sprach Nigel in aller Deutlichkeit, die in dieser Situation notwendig war.

Der Silberhaarige nickte auch unverzüglich und zog von dannen. Manuele unterdessen näherte sich Nigel.

"In einer Turmruine zwischen hier und Stewark, der Stadt im Meer, im Norden haben sich offentsichtlich Banditen eingenistet. Und ich bin der Meinung, wir sollten ihnen das Leben ein wenig erschweren. Ich würde dich bitten, deine Meinungsverschiedenheit mit Seisuke fallen zu lassen oder zumindest zu verschieben. Er ist uns von Nutzen, das verspreche ich dir. Nicht zuletzt, weil du ihm das Kämpfen beigebracht hast." meinte Nigel zu seinem Kameraden.

Dieser nickte, wenn auch nicht ganz aus Einsicht. In diesem Moment kam auch der gemeinte Schwarzmagier um die Ecke mit dem Elend des gefesselten Banditen im Schlepptau.

"Sehr gut. Wenn alle einverstanden sind, dann würde ich sagen, dass wir die Nacht durchlaufen, ausgeruht müssten alle sein. Einwände? Keine? Gut, dann los.", erwiderte der Krieger Setarrifs an die ganze Gruppe gerichtet, bevor er losmarschierte und das Tor, welches den Eingang in das Gehöft bildete, durchschritt.

Noxus Exitus
26.02.2012, 16:18
Die Zeit zum Aufbruch war gekommen, fünf Tage hatte er hier gelassen sowie seine gesamten Ersparnisse. Allerdings musste man hinzufügen, dass er gerne großzügig war - Auch wenn es ihm bei der gierigen Wirtin ziemlich schwer fiel.
Seine Habseligkeiten eingepackt verließ er die Taverne genauso still wie er sie betreten hatte, wie ein Schatten, ein kalter Windhauch, den man nur mit einer kurzen Gänsehaut registrierte und dann mit aller Macht nicht zu beachten versucht. Die Taverne selbst empfand Noxus als gemütlich, doch war das weder ein Ort an dem viel Zeit verbringen wollte noch konnte. Finanziell gesehen würde hier selbst die Schatzkammer des Königs keinen Monat halten. Außerdem war die dauerhafte Anwesenheit der kräftigen Wirtin Mudra eine Herausforderung für die Nerven, das Weißauge sehnte sich beinahe nach den Kopfschmerzen, die Dämonen beim Kommunizieren verursachten nur damit er es mit Mudras Stimme ersetzten konnte.

An der frischen Luft entdeckte er abermals Gäste, besonders die Involvierten in der Schlägerei stachen einem ins Auge. Ignorant wie er war, spazierte er an ihnen vorbei, würdigte den »Wächter« des Gasthauses keines Blickes und ging seiner Wege - Zurück in den Wald der Orks. Er wollte wieder am Fluss kampieren und mit der Sonne mit einem Mal den Wald durchqueren. Das er beim ersten Mal beinahe zwei Tage gebraucht hatte, war zum größten Teil seinem geistigen Zustand zu verdanken, die Alpträume raubten ihm den Schlaf, das Wispern des Windes den letzten Nerv. Er wusste, dass die Natur sicherlich keine Verantwortung für sein Leiden trug, dennoch wurde ihm mulmig zumute, wenn er sich den stolzen Baum vorstellte, an dem er übernachtet hatte.

Gut fünfzig Schritt von seiner kurzen Heimat entfernt drehte er sich nochmal um und verabschiedete sich im Stillen - Der nächste Besuch würde wohl ein wenig auf sich warten lassen.

Tikvah de Dök
04.03.2012, 23:28
Langsam und mit zitternden Schritten trat sie in die Taverne zu gespaltenen Jungfrau ein. Sie kannte sich nicht aus, wusste nicht genau wo sie war. Sie kannte niemanden und fühlte sich unwohl. Es war ein beklemmendes Gefühl. Mit eiserner Hand griff sie an ihren Rucksack, es waren nicht viele Sachen in ihm, doch einiges hatte sie dabei. Sie griff an den rechten Schultergurt mit ihrer linken Hand und streifte diesen über den rechten Arm. Dann nahm die mit ihrer anderen Hand den Rucksack herab. Tikvah stand mitten in der Tür und sie musste so gleich fest stellen, dass das hier kein Land für junge Frauen ist, die nichts aushalten würden. In die Tür trat ein Mann ein, der sie zur Seite schuppste und sie anbrüllte: “Achtung aufpassen, hast du keine Augen im Kopf und was machst du eigentlich hier.“
Sie musste versuchen nicht hinzufallen, sie musste ein paar Ausfallschritte machen. Sie hatte dabei mühe dabei nicht hinzufallen.
Als sie sich wieder aufgerafft hatte, schaute sie um sich. Der Mann saß bereits an einem Tisch mit zwei weiteren Herren. Diese schienen sich rege zu Unterhalten, worüber konnte sie nicht versehen, nur wusste sie, dass es sehr angespannt war. Die Männer sahen so aus, als würden sie über etwas streiten.
Nun aber das war nicht das Problem der blonden jungen Frau. Sie nahm aus ihrem Rucksack einen kleinen Geldsack, diesem entnahm sie ein paar Taler und verstaute alles wieder. Dann setzte sie den Rucksack wieder auf und trat zum Ausschank vor, wo er auf einen Angestellten des Gasthauses wartete. Es war eine Frau, mit freundlicher Stimme.
“Hallo Kann ich ihnen helfen?“ sprach die Frau und lächelte dabei.
“Hallo ich bin neu und brauche eine Möglichkeit zum übernachten und brauche eine Suppe mit einem Stück Brot.“ sprach Tikvah mit etwas undeutlicher stimme.
“Na da kann ich ihnen helfen. Setzten sie sich an einen freien Tisch, ich werde ihnen ihr Essen gleich vorbei bringen. Wollen sie ein Bier noch dazu haben. Wegen dem Zimmer klären wir nachher, nach dem essen. Dann regeln wir die Kosten.“ erwiderte die Frau und schien dabei, als würde sie im Kopf zusammen rechnen.
“Ok das klingt schon mal gut.“ flüsterte die junge Frau und drehte sich während des Satzes schon um.
Tikvah lief auf einen freien Tisch zu. Dort angenommen nahm sie ihren Rucksack ab und stellte diesen neben sich auf den Stuhl und setzte sich dann. Sie musste nicht lange warten, da brachte ihr die Frau auch schon ihr Essen und das Bier vorbei. Tikvah bedankte sich und fing sofort an zu essen, denn sie war sehr hungrig und schlag die Suppe so schnell es ging in sich hinein, als hätte sie Angst, dass man ihr etwas weg nehmen würde.
Immer hatte sie ihr Umfeld im Blick, immer wieder schwenkte sie ihre Augen im Raum herum und beobachtete die anderen. Ihr war diese Situation unbekannt und unversichert.

Tikvah de Dök
05.03.2012, 22:02
Alles war so neu für die junge Frau, sie wusste nicht direkt wie sie mit den ganzen neuen Eindrücken umgehen sollte. Immer wieder schaute sie beim Essen schnell um sich, zwischen durch tunkte die ihr Brot in die Suppe und nahm ein schluck von dem Bier. Auch hatte sie noch Met von ihrem Großvater dabei, aber das wollte sie erst vor dem schlafen gehen trinken, damit sie besser einschlafen konnte. Dazu hatte Tikvah ein Problem mit den ganzen Stimmen die um sie herum ertönten. Sie hatte das Gefühl das die Leute sie beobachteten und sie irgendetwas falsch gemacht hatte. Doch sie wusste es nicht genau, allein dieses Gefühl war ihr schon unangenehm.
Kaum hatte sie aufgegessen, da stand die auch schon wieder vom Tisch auf, nahm ihren Rucksack in die Hand und lief vor zum Tresen. Dort wartete sie auf Murdra, es war eine unfreundliche Frau. Tikvah musste einen Moment warten, denn die Wirten war dabei, mit einem anderen Herrn zusprechen, was in gewisser Weise sie störte, sie konnte es nicht ausstehen, wenn man sie warten ließ. Doch was sollte sie tun, sie war neu und niemand kannte sie. Da wurde man neu mal wie der letzte Dreck behandelt. Das war nun mal so, es war schon immer so und es würde auch immer so bleiben. Kaum war Tikvah in Gedanken versunken und dachte über die unfreundliche Behandlung nach, da kaum auch schon die Wirtin zu ihr und fauchte sie an: „Was gibt es junges Fräulein?“

Tikvah wusste nicht wie ihr geschah, sie war verwundert. Vorhin war sie noch einiger Maßen nett zu ihr gewesen und nun? Nun war sie eine alte Schachtel die meinte rumfauchen zu müssen. Die Wirtin klopfte ungeduldig mit der Hand auf den Tresen.
„Äh ja, ich wollte mein Essen bezahlen und ich brauche ein Zimmer, zu mindestens für heute Nacht, ich weiß noch nicht wie lange ich bleiben mag, gnädige Frau. Ich bin mir meiner Sache noch nicht sicher.“ sprach die junge Frau und war deutlich verschüchtert.
„Nun die Kosten klären wir dann morgen, hier hast den Schlüssen und jetzt geh. Du behinderst mich gerade.“ erwiderte Murdra und schaute sie dabei böse an. Ihr Blick sah so aus, als könnte er Menschen töten. Allgemein sah diese Frau aus, als würde sie einen Menschen mit bloßem anschauen umbringen können. Die Wirtin übergab ihr einen alten, leicht braun angelaufenen Schlüssel und zeigte nur nach oben. Es hieß wohl, schau welches Schloss dazu passen würde, das wäre dann ihres.
„Danke.“ stotterte die Blondine und nahm den Schlüssel entgegen, den ihr die Wirten mit ihrer rechten Hand hinhielt. Die Hände der Wirtin sahen mitgenommen aus.

Direkt machte sich Tikvah auf den Weg und suchte ihr Zimmer. Sie musste erst eine Etage nach oben, dieses führte sie über eine alte Holztreppe, welche bei jedem ihrer Schritte quietschte. Oben angekommen suchte sie dann ihr Zimmer, nach kurzen Suchen und nachdem sie zwei Mal den Schlüssel ins falsche Schlüsselloch streckte, hatte sie ihr Zimmer gefunden. Es war klein aber ausreichend. Sie stellte ihren Rucksack neben das Bett, holte die Flasche Met heraus und nahm noch einen großen Schluck. Dann zog sie sich ihre Kleider aus und legte sich ins Bett. Sie war müde, der Tag hatte sie geschafft.
Es dauerte nicht lange, da versank sie in tiefe träume.

Tikvah de Dök
06.03.2012, 09:26
Es war noch früh am Morgen als Tikvah die Augen aufschlug und um sich schaute. Ihr erster Blick ging zu ihrem Rucksack, der zweite zu ihren Kleidern und der dritte ging an die Decke. Doch es war noch alles da, beruhigt konnte sie aufatmen und war entspannt und freute sich über einen neuen Tag.

Die erste Nacht in einer fremden Umgebung hatte sie gemeistert. Es schlecht geschlafen hatte sie auch nicht, man konnte nicht meckern. Tikvah hatte schon auf viel ungemütlicheren Betten die Nacht verbracht. Sie stand auf und lief in ihrem kleinen >Zimmer auf und ab. Sie wusste nicht direkt, was sie mit ihrer Zeit anstellen sollte. Da fiel ihr ein, dass sie noch einige Bücher von Zuhause hatte. In der ihr Großvater die Rezepte und die Technik des Metbrauens aufschrieb. Wieso sollte sie nicht das eine runde lesen und ihr wissen auffrischen. Doch zugleich war sie niedergeschlagen, sie konnte es nicht direkt ausprobieren. Tikvah musste es rein theoretisch lernen.
Sie holte ein dickes, grünes Buch aus ihrem Rucksack und fing ein paar Seiten zu blättern, doch das wurde ihr sehr schnell, sehr langweilig. So beschloss sie, dass Buch zur Seite auf das Bett zulegen und erst mal hinunter in die Schenke gehen um etwas zu essen. Die Blondine war chronisch hungrig, ebenso nach dem aufstehen wie vor dem aufstehen. So verließ sie ihr Zimmer, schloss hinter sich die Tür mit dem alten, braun angelaufenen Schlüssel ab und lief die quietschende Holztreppe herab. Unten angekommen, sah sie einige Männer, die am frühen Morgen schon Bier tranken. In ihrem Kopf dachte sie sich nur was das für asozialen Menschen sein müssten. Wie könnte man nur so früh am Tag Bier trinken. Es war noch nicht ein mal 10 Uhr.
Das junge Mädchen ging zum Tresen und wartete einige Zeit auf Murdra, die irgendwas hinter dem Tresen wuselte, jedoch konnte man nicht erkennen was sie tat. Es schien sehr geheimnisvoll zu sein, doch das waren nur Vermutungen.
Nach einiger Zeit hob Murdra den Kopf und erblickte das junge Mädchen, sie seufzte als hätte die Wirtin keine Lust auf sie gehabt, doch was sollte Tikvah tun. Sie war hungrig und hatte auch keine Ahnung wohin, sie war neu, in einem fremden Land, ohne das sie jemand kannte.

„Was willst du?”, fragte die Wirtin und schaute sehr unfreundlich dabei aus, es schien als wäre sie genervt, doch was sollte Tikvah dagegen machen oder wie war sie daran schuld.
„Ich hätte bitte eine Suppe, eine Scheibe Brot und einen Tee, egal welche Sorte,“ sprach die junge Frau und versuche die angespannte Situation wegzulächeln.
„Setz dich, ich werde es dir gleich vorbei bringen.“ jammerte Murdra und drehte sich wieder weg von Ihr.

Irgendwas war heute los mit der Wirtin, vielleicht hatte sie einen schlechten Tag erwischt oder sonst etwas. Die junge Frau saß an dem selben Tisch wo sie am Abend schon saß, doch was sollte es, es war neu und sie wusste kaum was sie mit ihrer Zeit anfangen sollte. Das Essen ließ heute einige Zeit auf sich warten, als hätte Murdra keine Lust es ihr zu bringen.
Als Tikvah die Hoffnung schon fast aufgab, kam dann endlich die Wirtin mit dem lang ersehnten Essen und schmiss es ihr mehr schlecht als recht auf den Tisch. Die Suppe schwappte dabei fast über den Tellerrand und das Teewasser vergoss die Wirtin auf dem Tisch. Tikvah war wütend, wie konnte man nur den guten Tee verschütten. Die Wirtin schien es zu verstehen, denn die junge Frau warf ihr sehr böse Blicke zu. Murdra drehte sich hecktisch um und lief wieder zum Tresen. Die Blondine hatte die Hoffnung das sie eventuell eine neue Tasse mit heißem Wasser bekäme.

Tikvah de Dök
06.03.2012, 20:22
Die junge Frau hatte es satt in dieser Taverne zu versauern, was sollte sie noch hier machen. Sie kannte niemanden, wusste nicht was sie mit ihrer Zeit anstellen sollte. Ihren Beruf würde sie auch nicht so schnell ausführen können, es war nun mal kein Beruf, den man von A nach B tragen konnte. Sie hatte einfach ein Problem mit ihrer Zeit.
Ungeduldig saß die Blondine im Wirtsraum und wippte mit den Füßen herum, sie wartete auf besseres Wetter. Nun sie wusste nicht aus was sie wartete. Nur eines wusste sie, dass sie wusste, dass sie nichts wusste. Es mag verwirrend klingen, doch genau so, sah es in ihrem Kopf aus. Ein Wirrwarr welches seines Gleichen suchte. Immer wieder schweiften bei diesen komischen Gedanken ihren Augen durch den Raum, es schien als würde sie etwas suchen, so hätte man es bestimmt denken gekonnt. Doch dem war nicht so. Sie untersuchte einfach nur die Gegend, doch sie war schon einige Tage hier und so langsam kannte sie diesen Wirtsraum auswendig. Auch hatte sie gelernt, dass die Wirtin Murdra sehr unhöflich war und Tikvah wunderte sich, wie man mit einer solchen negativen Ausstrahlung überhaupt eine Wirtschaft führen könnte. Doch anscheinend ging es, nun es wunderte sie, doch stören tat die junge Frau es auch nicht. Sie hatte sich mit der robusten Art abgefunden.
„Lalalalalalalalalalala, mir ist so langweilig“, sang die junge Frau und zog damit unwahrscheinlich viele Blicke auf sich. Die Leute schienen sie für eine Verrückte zuhalten, doch das war ihr gleichgültig.
Wieder einmal griff die Blondine in ihren Rucksack, der neben ihr auf dem Boden stand und suchte ein Buch. Sie hatte nur drei Bücher dabei und das eine hatte sie schon zu Ende gelesen. Dieses Buch was sie nun anfing, beschäftigte sich mit der Kunst des Metbrauens. Es war ein sehr heikles Thema, denn sollte bei diesem Vorgang etwas schief gehen, so hätte man den ganze Sud wegkippen können und um dieses in Zukunft zu vermeiden, entschied sich Tikvah für etwas mehr Bildung in dieser Richtung. Sehr genau las sie jede einzelne Seite, sie reflektierte danach noch einmal jede Zeile. Sie nahm es sehr ernst mit dem lesen, doch wozu. Gelernt hatte sie es schon alles, doch etwas auffischen konnte nicht schaden. Aber ohne es praktisch anzuwenden war auch nicht hilfreich. Doch die junge Frau entschied sich, dieses Problem anzugehen und es genau zu studieren.

Tikvah de Dök
08.03.2012, 20:26
Wieder einmal war es ein Tag ohne, dass die junge Frau etwas Schönes angestellt hatte vergangen. Sie wusste wie immer nicht was sie mit ihrer Zeit anstellen sollte. Sie konnte auch nichts machen, da sie so alleine war. Doch irgendwie hatte sie im Brauch so ein komisches Gefühl, was würde heute etwas passieren, etwas Spezielles und außergewöhnliches. Wie immer saß Tikvah unten im Gastraum und trank ihr Bier und aß eine Suppe dazu. Da setzten sich zwei Wanderer direkt an den Tisch neben ihr und fingen an wilde Geschichten zu erzählen. Von Orten welche die junge Frau noch nie gehört hatte. Sie hatte so ein knistern im Bauch, sie versuchte so viel wie es ging von der Unterhaltung mitzubekommen.

„Ich war Letztens in der Stadt im Osten, die ist so schön und lohnenswerte das ich gleich nochmal dorthin aufbrechen könnte. Eine solch interessante Stadt habe ich lange nicht mehr gesehen. Was meint ihr dazu?“ sprach der ältere Wanderer. Es war ein schon in die Jahre gekommener Mann, der aber sehr viel Lebenserfahrung ausstrahlte. Sein Gesicht war von den langen Reisen gezeichnet, es hatte tiefe Furchen und über dem rechten Auge hatte er eine sehr große Narbe.
„Ich denke du meinst Setarrif.“ sprach der andere Wanderer, es war ein junger attraktiver Kerl. Er hatte braunes dunkles Haar, an den Spitzen fing das Haar an kleine Locken zu bilden. Dazu war der junge Mann sehr elegante gekleidet, es schien Tikvah als wäre er ein Händler.
„Ja genau die Meinte ich.“ erwiderte der alte und schaute zu Tikvah. Er nuschelte etwas zum jungen und zeigte mit seinem Finger auf sie. Sie war erschrocken und schaute weg, doch es brachte nichts. Die beiden Männer nahmen ihre Bierkrüge und setzten sich zu der jungen Blondine.
„Ähh, kann ich ihnen helfen“, stotterte es aus Tikvahs Mund, sie war so nervös das ihre Beine anfingen zu Zittern und ihr Magen zu sich zusammen.
„Nun sie hörten uns so interessiert zu, da dachten wir, wir schauen mal vorbei und fragen die hübsche junge Dame was denn ihre Neugier geweckt hat.“ sprach der junge Wanderer und lächelte ihr dabei zu. Ihre Blicke trafen sich und die Blondine war sprachlos. So viele Gedanken schossen ihr durch den Kopf, was sollte sie nun tun. Sie wusste es nicht.

Tikvah de Dök
09.03.2012, 18:10
Es war am vergangenen Abend, ein sehr spannendes Gespräch. Die beiden Wanderer erzählten viele wilde Geschichten und die junge Frau hörte gespannt zu. Die Reisende erzählte über ihre Erlebnisse in den fernen Städten von Argans, noch niemals hatte Tikvah von diesen gehört. Erst recht weckte diese ihr Interesse und schwan die Zeit dahin, es war schon morgens als die drei sich verabschiedeten und ausmachten, dass sie sich am nächsten Tag wieder sehen würden.
So war es auch, die junge Frau saß unten und war gerade dabei ihren Tee umzurühren, da stand der junge Wanderer vor ihr. Sie hatte ihn immer noch nicht nach ihrem Namen gefragt, irgendwie war es ihr peinlich. Der Mann setzte sich auf den Stuhl neben sie, jedoch musste er davor den Rucksack auf den Boden stellen. Tikvah schaute ihn etwas verwundert an, doch sie wurde in ihrem verwundert schauen von Murdra unterbrochen. Diese kam an den Tisch getreten, schaute die beiden an, als hätte man ihr etwas getan und stellte eine Tasse Tee auf den Tisch, sodass der Tee fast über die Tasse schwappte. Der junge Kerl nahm die Tasse in die Hand und pustete zärtlich und nahm dann einen Schluck des dampfenden Tees. Dann stellte er die Tasse auf dem Tisch wieder ab und schaute der Blondine tief in die Augen. Die beiden warfen sich ein paar Tiefe blicke zu und schwiegen sich an, dann sprach der junge Mann zu ihr.

„Ich bin Andreas und ein freier Händler, mein nächstes Ziel ist Setarrif, möchten sie mit kommen. Ich sah gestern dein Glänzen in den Augen und wie du interessiert unseren Geschichten zugehört hast. Der andere Herr, ist mein Vater, der bricht aber erst in ein paar Tagen auf, ich würde jedoch schon gleich aufbrechen wollen. Es wird wohl ein paar Tage dauern, bis wir in Setarrif angenommen sind. Da ist es besser, dass man sich früh auf den Weg macht. Nun verratet mir doch deinen Namen, werte Dame. Habe ich euer Interesse geweckt?“ sprach Andreas in einer ganz weichen Stimme, sehr zärtlich. Immer wieder schaute er dabei Tikvah in die Augen und beobachtete sie, wie sie reagieren würde.
„Das ist sehr entgegenkommend werter Herr, Andreas. Mein Name ist Tikvah de Dök und wenn ihr mich so direkt fragt, natürlich komme ich mit. Diese Langeweile ertrage ich nicht mehr.“ erwiderte die Blondine und lächelte ein wenig. Sie war über das Angebot verwundert, konnte es jedoch nicht abschlagen. Dankend nahm sie das Angebot nach, denn wer weiß was sie noch alles angestellt hatte. Die Langeweile konnte sie nämlich nicht länger ertragen.
„Sehr erfreut Tikvah de Dök, nun dann trinken wir unsern Tee aus und zahlen die Zeche. Dann können wir auch schon los, denn um so schnell wir losgehen umso früher sind wir in Setarrif.“ sprach der junge Kerl und war dabei seinen Tee auszutrinken. Tikvah tat ihm gleich und die beiden gingen zu Murdra an den Tresen und bezahlten ihre Zechen, wobei Andreas die von Tikvah übernahm. Es schien so, als wären beide im Begriff sich etwas näher kennen zu lernen.

Beide verabredetem, das sie sich in ein paar Minuten unten treffen würden um dort dann los zu wandern. Tikvah lief die Holztreppe hoch, die bei jedem ihrer Schritte quietschte. Oben angekommen lief die junge Blondine in ihr Zimmer und packte ihr Hab und Gut in den Rucksack, schnürte diesen zu und setzte ihn Auf. Dann verließ sie das Zimmer, zog hinter sich die Tür zu, schloss mit dem alten braunen Schlüssel die Tür zu und ging wieder die Treppe herab. Unten angekommen, gab sie den Schlüssel der Wirtin und lächelte sie noch einmal an. „Danke Murdra führ die Nächtigungen. Man sieht sich bestimmt mal wieder.“ sprach die Frau und schaute die Wirtin dabei an. Diese jedoch schaute nicht wirklich in ihre Richtung und brummte: „Geht!!!!“ dann drehte sich Murdra endgültig von ihr ab und widmete sich wieder ihrer Arbeit.
Tikvah wartete noch einige Minuten, dann kam auch Andreas. Auch dieser verabschiedete sich von Murdra und beide verließen die Taverne.

Estefania
13.03.2012, 12:11
Lamgsam kehrte wieder etwas Ruhe in die Taverne ein. Auch diese Schwertkämpfer hatten sich aus dem Staub gemacht. Der Meisterdiebin war das nur recht, denn sie hatte mitbekommen, dass dieser Manuele wie er sich nannte Murdra versprochen hatte, den Dieben das Handwerk zu legen.
Paradox war jedoch, dass Estefania gar nichts mit dem Diebstahl zu tun gehabt hatte. Zugegeben, sie hatte es damals vor gehabt, wurden aber von diesem Esteban gestört und hatten deswegen die Tageseinnahmen an Ort und Stelle gelassen...
... bei der zweiten Aktion hatte Lair nur unter Beweis gestellt was er bis jetzt bei Estefania gelernt hatte und sie war sicher, dass Murdra bis heute nicht bemerkt hatte, dass zwei kleine Edelsteine in dem Lederbeutel fehlten.

Doch trotzdem, seit diesem Tag guckte Murdra Estefania immer so misstrauisch an. Aber nicht nur sie, sondern alle Gäste ihrer Taverne. Das wiederum beruhigte die Diebin und biss genüsslich in das Honigbrötchen.

Lair saß ihr gegenüber und trank nur einen Kaffee.

Eigentlich hielten sich die beiden Diebe schon viel zu lange an diesem Ort auf. Auf der anderen Seite hatte sie auch keinen Plan wo sie hin gehen sollte. Zurück nach Setarrif? Im Moment reizte sie an dem Gedanken nichts und Lair machte auch keine Anstalten, dass er die Jungfrau verlassen wollte.

"So eine kleine Aktion, wäre doch zur Abwechslung ganz nett, oder? Vielleicht sollten wir es nur nicht unbedingt in der Taverne stattfinden lassen. Da gibt's doch diese Stadt auf der Klippe. Soll gar nicht weit sein. Wie heißt sie doch gleich? Stuard?"

Manuele
13.03.2012, 12:27
Die Gruppe hatte sich schliesslich aufgelöst, Manueles Pläne schienen im Sand zu verlaufen. Ausser ein paar vereinzelter Höfe und Fischerhütten, gab es hier in der Gegend nicht viel, was man dem Wiederstand hätte anschliessen können. Offensichtlich musste er sich weiter nach Norden vorschlagen und im Bluttal nach seinem Glück suchen. Doch er hatte noch eine Rechnung zu begleichen, schliesslich hatte er der fetten Wirtin versprochen die Diebe aus ihrer Taverne zu vertreiben. Er wusste jedoch nicht im geringsten, wen er verdächtigen sollte. Er seufzte leicht und schritt weiter auf den Hof zu. Zumindest hatten sie es geschafft die Gegend von Banditen zu befreien, diese Bastarde hatten es verdient Beliar Gesellschaft zu leisten. Der Geruch von frisch Gegrilltem kam dem Krieger entgegen und lenkte ihn von seinen Gedanken ab. Murdras Lakai hatte es wohl bewerkstelligt etwas Fleisch aufzutreiben. Manuele freute sich schon auf eine saftige Mahlzeit. Noch wehrend er die Tür aufstiess zog er die Kapuze vom Gesicht und nahm seinen Geldbäutel hervor. Das Gold klimperte bereits und wartete nur darauf ausgegeben zu werden...

Lair
13.03.2012, 20:03
Die Miene des Diebs verzog sich zu einer Grimasse, nachdem er von seinem Getränk einen Schluck genommen hatte. Angewidert stellte er die Tasse zurück auf den Tisch. Mit der Zunge fuhr er sich über die Zähne und nahm die letzten Tropfen bitteren Geschmacks auf, die der Kaffee hinterlassen hatte.
Furchtbar … Menschen trinken so was?

Er vergaß den Kaffee und fokussierte seine Aufmerksamkeit auf die Frau, die ihm gegenüber saß.
»Die Stadt heißt Stewark«, verbesserte er sie und schwieg. Estefania wartete, ob er seiner Antwort noch etwas hinzufügen würde; nachdem sie zu der Schlussfolgerung kam, dass er seinen Mund nicht erneut von sich aus öffnen würde, rollte sie mit den Augen und warf ihm einen forschen Blick zu, der ihm unmissverständlich klar machte, dass sie von ihm erwartete, dass er sich am Gespräch beteiligte. Er griff zunächst unsicher zu seiner Tasse, entschied sich bei der Erinnerung an den Geschmack aber anders und blickte sie stattdessen an. Er seufzte.

»Ja, klingt gut«, meinte er halbherzig. Er verspürte nicht das Verlangen, die gespaltene Jungfrau zu verlassen. Er hatte sich an diesem Ort eingelebt, es gefiel ihm dort. Und die Zeche bezahlte er mit dem Gold, dass er der Wirtin entwendet hatte. Aber ihm war dennoch bewusst, dass das kein Zustand für die Ewigkeit war und sie bald weiterziehen mussten. Estefanias Vorschlag, die nächstgelegene Stadt aufzusuchen, erschien ihm nur vernünftig.

»Du klingst nicht überzeugt«, bemerkte die Frau.
»Doch, doch.«

Estefania
13.03.2012, 20:38
Warum war sie bloß an so einen langweiligen Typ geraten. Wenn es nach Lair ginge würden sie immer noch hier herum sitzen wenn sie schon alt und runzelig sind. Sie mochte ihn trotzdem irgendwie. Er hatte einen ganz angenehmen Körpergeruch, widersprach wenig, etwas zu wenig und war ein guter Schüler, aber ihren Lebensabend wollte sie dann doch nicht an seiner Seite verbringen

"Wir sind doch ziemlich verschieden... "

Estefania seufzte laut um ihrem Unmut Ausdruck zu verleihen.

In dem Moment betrat dieser Typ die Taverne, den Murdra angeheuert hatte um für Ordnung zu sorgen.

"Bin mal gespannt was jetzt passiert." flüsterte sie Lair zu und blickte den jungen Mann an, der wie es sich gehörte bei seiner Chefin zurück meldete.

"Wo hast du denn solange gesteckt?" schrie sie ihn an. Die weiteren Worte waren um einiges leiser und deshalb nicht zu verstehen. Schade, dachte Estefania, amüsierte sich aber trotzdem. Es brachte ein wenig Abwechslung in die Bude...

Skelett
13.03.2012, 21:41
Wie ich dieses Fliegen hasse, als nächstes wirft der Dämon mich noch direkt in eine Taverne rein. Das seltsame Duo kam schnell vorwärts. Nachdem der knochige Bote auf einer Lichtung im Wald von dem Dämon eingesammelt worden war, hatten sie mittlerweile ein ausgedehntes Waldstück in Richtung Norden hinter sich gelassen und zu ihrer Rechten schimmerte immer wieder einmal schwach ein großer See im Nachtlicht auf. Sie würden bald ihr nächstes Ziel, die „Gespaltene Jungfrau“ erreichen. Wer immer der Namensgeber war, wenigstens er schien Humor zu besitzen. Ansonsten gab es nicht viel in dieser Umgebung zu sehen und der Klappermann freute sich, dass er diesmal nicht erst durch ein Blätterdach krachte, um wieder Boden unter den Füßen zu erlangen. Allerdings würde er diesmal wohl oder übel mit einem Menschen reden müssen, denn offensichtlich hielt hier jemand Wache. Eine Taverne mit Palisade, wo hat man so was schon mal gesehen?

He da Fremder, wo solls denn hingehen zu dieser späten Stunde? –
Na wahrscheinlich da rein oder nicht? –
Wird mal nicht frech! Was willst du hier überhaupt? Ich kenn dich ja nicht mal. –
Oh glaubt mir, ihr braucht mich auch nicht zu kennen. Doch um auf eure Frage zu antworten, ich bin ein wandernder Bote, der Nachrichten verkündet und ich möchte lediglich meine Botschaft hier verbreiten und in wenigen Augenblicken bin ich auch wieder verschwunden, was sagt ihr? –
Und was ist das für eine Botschaft? –
Hier lest selbst. – Ob diese komische Wache überhaupt lesen konnte? In dieser Gegend konnte man vermutlich noch nicht mal bis drei zählen, aber das war nicht sein Problem.
Kann ich nun bitte die Taverne betreten? –
Jaja schon gut, ihr wollt ja sowieso direkt wieder verschwinden. Aber ich behalte euch solange im Auge und den Wisch behalte ich. –
Tut euch keinen Zwang an, ich habe genug davon…ach und habt Dank.

Bereits mit ein wenig Übung zog er das gleiche Schauspiel erneut ab. Wozu lange nach anderen Worten suchen?
So hört denn wertes Volk, von einem Spektakel, das ihr so noch nie gesehen habt. Heute in vier Tagen treffen sich die Magier des Landes, um an einem friedlichen Wettbewerb teilzunehmen, in dem sie ihre Zauberei präsentieren. Jeder ist herzlich eingeladen diesem Wettstreit beizuwohnen, besonders alles Magier, die dies vernehmen. Den Gewinner des Wettstreits erwartet eine unglaubliche Belohnung, so unglaublich, dass ihr gleich euren besten Destillierkolben dafür eintauschen würdet. Und es wird sogar noch besser. Am darauf folgenden Tag findet noch ein Fest statt, auf das ihr schönen Stunden bei Speis und Trank, Musik und Tanz verbringen könnt. Zögert nicht lange und begebt euch an den südöstlichsten Punkt von Aragaan, ihr könnt euer Ziel nicht verfehlen.

Auch hier bekam der Tresen einen der Zettel verpasst und er verschwand wieder in Richtung der Nacht…


-Narzuhl-

Estefania
13.03.2012, 22:13
Estefania lief es eiskalt den Rücken herunter.
Lang war es her, da hatte sie schon einmal an einem Ball im Kastell teilgenommen, jedoch sie hatte sich geschworen nie wieder einen Fuß dort hinein zu setzen. Der Hüter dort hatte sein Spiel mit ihr getrieben und da hatte sie es sich geschworen, nachdem sie wieder einigermaßen bei Sinnen gewesen war. Jetzt nennen sie es einen Wettstreit der Magie... da gehörte sie sowieso nicht hin.

"ICH? Gehe da ganz sicher nicht hin. Du doch auch nicht, ne?"

Wenn sie Lair richtig einschätzte wäre ihm das viel zu umständlich, jetzt seine Sachen zu packen und durch halb Argaan zu reisen um an einem Ball teilzunehmen. Tanzen hatte er sicherlich auch nie gelernt. Estefania war in diesem Moment sehr froh darüber. Sie war sogar versucht ihn dafür in den Arm zu nehmen und zu küssen...

Lair schaute das Skelett an und verzog keine Miene dabei.

"Nein, ich auch nicht." antwortete er knapp und trank noch einen Schluck Bier. Er hatte schon vor Stunden von Kaffee zu Bier gewechselt.

Estefania lächelte.

"Manchmal mag ich dich genauso wie du bist."

Lair
13.03.2012, 22:38
Manchmal?

Der Dieb wusste nicht, wie Estefanias Äußerung zu verstehen war. War es nun ein Komplement gewesen, ein Zeichen von Wertschätzung? Oder wollte sie nur sagen, dass er ihr die meiste Zeit auf die Nerven ging? Er wollte darüber nicht nachdenken, konnte es auch gar nicht. Etwas anderes blockierte seine Gedanken. Dieses Etwas war mannshoch und bestand lediglich aus Haut und Knochen – nur ohne Haut; also nur Knochen. Zumindest das Gesicht befand sich augenscheinlich in einem solchen Zustand, der restliche Körper wurde von einer Robe bedeckt.
Er oder sie … es war tot und doch lebendig; und es sprach.

Sollte ich nicht emotionaler reagieren, wenn mich Untote zu irgendetwas einladen? Panisch oder entsetzt? Erschiene mir angebracht. Hm … keine Lust. Und mein Bier ist noch halbvoll.

Der Gauner war zu müde, um sich weitere Gedanken bezüglich des seltsamen Gasts zu machen. Stattdessen wandte er sich wieder der Frau und seinem Bier zu.

»Wann willst du denn aufbrechen?«, fragte er Estefania, um ein Gespräch aufzubauen. Er hatte den Eindruck, dass sie durch die Anwesenheit und Botschaft des Skeletts aufgewühlt worden war.

Manuele
13.03.2012, 22:56
Das war ja wieder mal was, ein wandelnde Bote der alle zu einem Zusammentreffen im Kastell einlud. Manuele hatte nicht einmal reagieren können, da war es auch bereits wieder verschwunden. Er wäre auch zu müde gewesen, sich in einen Kampf einzulassen, da war es ganz gut dass sich der ungebetene Gast von selbst aus dem Staub gemacht hatte. So konnte sich der junge Nordmann wieder Murdra widmen und ihrem Diebesproblem.

"Gib mir mal ein Bier her!"

Rief er der fetten Wirtin zu und legte eine Münze auf den Tresen. Prompt füllte sie einen Becher voll, ohne Wiederede. Ein ungewohntes verhalten für Murdra, doch anscheinend hatte sie zur Zeit andere Sorgen. Schnell nahm sie das Gold von der Theke und legte es in ihre Truhe. Den Schlüssel dazu bewahrte sie an einer ledernen Halskette auf.

"Du hast mir immer noch keinen Schuldigen gefunden, junger Mann!"

Sie zeigte mit ihren dicken Fingern mitten in sein vernarbtes Gesicht. Das mochte der Klingenmeister gar nicht, doch er unterstand sich etwas zu sagen. Stattdessen lehnte er etwas zurück und blickte in die Runde. Viele Gäste waren seit seinem letzten Besuch nicht mehr geblieben. Nur das Pärchen, von dem die Wirtin erzählt hatte viel ihm ins Auge. Jetzt wusste er was Murdra damit gemeint hatte, er würde schon erkennen welche Frau sie in Verdacht hatte. In einer Ecke, nur unweit von seinem Platz, sass eine wirklich atraktive Frau mit einem eher unscheinbaren Mann. Ihre dunkles, langes Haar ragte fast bis zu ihrer hüfte. Manuele konnte seinen Blick fast nicht abwenden, zu sehr reizten ihn ihre Kurven. Doch er wusste, dass Frauen so etwas immer merkten.

"Bring doch der Dame und dem Herrn was zu trinken, ich habe Lust auf ein wenig Gesellschaft!"

Rief Manuele ohne Vorwarnung durch die Schenke und ging auf die Fremden zu.

Estefania
14.03.2012, 08:50
Kaum hatte sich Estefania von dem Schreck des Kastellboten erholt, da kam schon der Nächste.

"Sieh mal... ihr Laufbursche kommt jetzt auch noch zu uns!", flüsterte sie Lair zu und setzte ihr freundlichstes Lächeln auf. Lair lächelte nicht sondern musterte den Mann nur. Ohne die Grimasse zu verändern, wollte sie Lair auffordern sich rauszureden, falls der Typ auf die Diebstähle in der Taverne zu sprechen käme. Jedoch musste sie den Satz vor Vollendung abbrechen, da Manuele schon vor ihnen stand. Hoffentlich hatte ihr Schüler kapiert was sie von ihm wollte.

"Oh! Ihr ladet uns ein?
Das ist aber überaus freundlich.
Wie kommen wir denn zu der Ehre?" fragte sie mit dem gespielten Lächeln.

Adson Muller
14.03.2012, 09:45
Adson hatte die Taverne erreicht. Am Tor hatte er sich kurz mit einem kräftigen, jungen Mann unterhalten und versichert, dass er keinen Ärgern machen würde. Ob es hier Arbeit gäbe, hatte er den Mann gefragt, aber der hatte ihn an die Wirtin verwiesen. "Is' mit Vorsicht zu genießen, aber unter der harten Schale verbirgt sich ein weicher Kern!", hatte der Mann schmunzelnd gesagt und hinzugefügt: "Allerdings ist die Schale ziemlich dick und der Kern eher winzig!" "Zum Glück hab ich einen guten Hammer und eine kleine Säge im Bündel", hatte Adson erwiedert und lachend hatte ihm der junge Mann den Weg zur Eingangstür gezeigt. Als er die Tür öffnete musste er sich erst an das düstere Licht der Taverne gewöhnen. Hinter einem starken Schanktisch stand eine füllige Frau mit verbissenem Gesichtsausdruck und musterte ihn argewöhnig. 'Sicherlich ziemlich resolut', dachte er bei sich. 'Die kehrt die Strolche bestimmt noch selber mit dem Besen vor die Tür!' Bei diesem Gedanken legte sich ein leises Lächeln um seine Lippen.
Außer der Wirtin konnte er kaum Gäste sehen. An einem Tisch entdeckte er eine junge Frau und zwei Männer. Die Blicke der drei trafen ihn; taxierend und wenig einladend. Er wandte sich ab und setzte sich an einen freien Tisch am Ende des Raumes und lehnte sich gemütlich an die Wand. Bald kam die Wirtin an seinen Tisch gestampft und fragte was er wohl wolle. "Nur einen kleinen Laib Brot und einen Becher mit sauberem Wasser.", sagte er. Bei dem Wort Wasser schnaubte die Wirtin verächtlich. "Ach und noch etwas", fügte Adson hinzu. "Ich bin auf der Suche nach Arbeit. Habt Ihr nicht vielleicht etwas für mich zu tun?" Die Wirtin musterte ihn grimmig. "Hast du denn was gelernt?", fragte sie grimmig. "Ich bin Schreinergeselle auf Wanderschaft, auch Lesen und Schreiben beherrsche ich leidlich. Notfalls", so fügte er etwas leiser hinzu, "verstehe ich mich auch auf die Feldarbeit und den Umgang mit dem Vieh." Er hatte sich zwar vorgenommen nie wieder das Bauernhandwerk auszuüben, aber schließlich musste er erstmal Fuß fassen. Auch hatte er nicht mehr viele Münzen in seinem Geldbeutel und auf seine versteckten Rücklagen, die er in seine schwere Jacke eingenäht hatte, wollte er ungern schon zurückgreifen. "Kannst du denn kämpfen?", fragte die Wirtin. "Ich hab mich hin und wieder geprügelt und auf den Feldern meines Vaters geholfen Feldräuber und Wölfe zu vertreiben, aber den wirklichen Umgang mit der Waffe hab ich nie gelernt." "Dann such dir schleunigst einen Lehrer!", brummte die Alte und schlurfte davon. "Könnt Ihr mir vielleicht ein bisschen was über die Gegend hier erzählen?", rief Adson der Wirtin hinterher. "Keine Zeit zum Plaudern! Frag die anderen Halunken, die hier rumhängen, während andere arbeiten!", schnaufte sie und verschwand hinter dem Schanktisch. Etwas unsicher blickte sich Adson nochmals im Schankraum um. 'Die Anderen fragen. Wird wohl so sein müssen', dachte er bei sich und betrachtet möglichst unauffällig die Dreiergruppe, am anderen Tisch. 'Vielleicht ja nach dem Essen!', entschied Adson und lehnte sich in seinem Stuhl zurück und döste mit halbgeschlossenen Augen vor sich hin.

Manuele
14.03.2012, 09:59
Man merkte der Dame an, dass sie von Manueles Verhalten überrascht worden war, fast zu freundlich sah sie dem Mann entgegen. Vielleicht war der Nordmann ja tatsächlich der richtigen fährte gefolgt. Er liess sich jedoch nichts anmerken und schnappte sich einen Stuhl. "Meine Kameraden sind ihrem eigenen Weg gefolgt und da ich nicht gerne alleine trinke habe ich mir gedacht es wäre eine gute Idee jemanden einzuladen." Lächeldn sah er die hübsche Frau an und hoffte er würde mehr über sie in Erfahrung bringen können. Gerade wollte er sich umdrehen um nach dem Wein zu sehen, da stand Murdra auch schon vor ihm mit einem schäbigen Tablett in der Hand. Murmelnd stellte sie drei Beche hin und verschwand wieder in der Küche. "Mürrisches Weib." Kommentierte der Klingenmeister und schenkte den leicht wässrigen Rotwein ein. "Was führt euch hier in diese Gottverlassene Gegend?" Fragte er fast beiläufig.

Adson Muller
14.03.2012, 11:07
Die Wirtin bediente erst die Gäste am anderen Tisch, dann rief sie Adson an die Theke. "Hier! Dein Essen!", knurrte sie. Adson bedankte sich höflich und wollte wieder an seinen Tisch zurückkehren. Er wurde durch ein Brummen der Wirtin aufgehalten. "Schreiner bist du also! Sieht man ja!", bei diesen Worten zeigte sie auf seine linke Hand. Unwillkürlich zog er die Hand zurück, so dass der unvollständige Ringfinger nicht mehr zu sehen war. "Mach dir nichts draus", meinte die Wirtin, ihre Stimme klang dabei ein bisschen freundlicher. "Meinem Mann hat das Bein gefehlt und er war trotzdem tüchtiger als die Meisten, die in meiner Schenke aufschlagen. Arbeit suchst du also? Hast Glück gehabt! Kürzlich hat man mir Möbel im Schankraum zerschlagen. Kannst du die reparieren?" "Mit Sicherheit!", sagte Adson. Er hatte sich schon gewundert, dass so hier nur wenige Tische standen. "Gut!", brummte die Wirtin. "Die Reste sind hinten im Hof. Holz kannst du dir von den Holzfällern holen, die schulden mir eh alle noch Geld. Werkzeuge gibt's vielleicht in den Ställen. Kannst so lange kostenlos hier schlafen und auch was essen. Aber wag's dir nicht zu faulenzen, sonst berechne ich dir alles doppelt." "Vielen Dank, Frau Wirtin", sagte Adson. "Murdra reicht.", erwiederte sie. "Und jetzt iss endlich!" Mit diesen Worten drehte Murdra sich um und machte sich an den Fässern hinter der Theke zu schaffen. 'Eigenartige Frau', dachte sich Adson, während er an seinen Tisch zurückkehrte. 'Wenigstens hab ich Nahrung und einen Schlafplatz für die nächsten Tage', sagte er sich, während er das Brot langsam zerkaute. 'Allerdings sollte ich mir zeitnah überlegen, wie ich in eine größere Stadt komme. Auf lange Sicht ist das hier nichts! Vielleicht finde ich in den nächsten Tagen jemanden, der sich hier ein bisschen auskennt und den ich in die nächste Stadt begleiten kann. Allein zu Wandern ist weder sicher noch lustig! Zumal wenn man wenig wehrhaft ist, so wie ich! Die Alte hat schon recht, ich sollte schleunigst lernen mit einer Waffe umzugehen!'

Adson Muller
14.03.2012, 14:39
Die überschaubare Mahlzeit war schnell beendet und Adson ging in den Hof, um die beschädigten Möbel zu betrachten. Bei einigen Stühlen waren Lehnen und Beine zerbrochen, ebenso hatten einige Tischbeine ihren Dienst quittiert und warteten nun auf ihr grandioses Ende als Feuerholz. 'Naja, die filigransten Bauten sind das ja nicht. Meine Reparaturen werden die Möbel kaum schlechter machen!', dachte Adson und begann den lustlos hingeworfenen Haufen zu sortieren. Einiges würde sich mit wenigen Handgriffen reparieren lassen, andere Stücke müssten wohl komplett ersetzt werden. Am meisten staunte Adson über einen schweren Tisch, dessen massive Tischplatte in der Mitte zerborsten war. Ein großes, ausgesplittertes Loch zeugt von der Gewalt, welche auf das Holz eingewirkt haben musste. "Dich werd ich wohl neu machen müssen!", sagte Adson vor sich hin und strich leicht mit der Hand über das zerstörte Möbelstück. 'Ich werd einige Bretter zuschneiden müssen, mal sehen was die Holzfäller so auf Lager haben. Und für die Beine werd ich wohl einige gerade, feste Aststücke brauchen. Die werden im angrenzenden Wald wohl zu finden sein.' Er hatte den Haufen fertig sortiert und begann sich nach Werkzeugen umzuschauen. Was er fand was nicht gerade berauschend, aber da er die wichtigsten Dinge in seinem Bündel mit sich trug, würden die Reparaturen schon machbar sein. Kurz überlegte er, was er wohl als nächstes machen sollte. "Entweder beginne ich jetzt schon mit den ersten Handgriffen, oder ich suche zuerst das noch notwendige Material zusammen.", überlegte er halblaut. "Hmm ...; Wald oder nicht Wald, das ist hier die Frage!"

Lair
14.03.2012, 17:51
Der Dieb lehnte sich auf seinem Stuhl zurück. Mit gerunzelter Stirn betrachtete er den Fremden, der sich überraschend zu ihnen gesetzt hatte – oder vielmehr zu Estefania. Der Mann würdigte ihn jedenfalls keines Blickes (auch wenn er sie beide mit euch ansprach). Sein Interesse schien eher der Frau zu gelten.

Estefanias Aussehen lockte Männer wie Honig die Bienen. Es war nicht ungewöhnlich, dass sie von Fremden angesprochen wurde (die ihn wiederum ignorierten). Und auch die Mimik von Murdras Handlanger verriet, dass er sich nicht ungern in ihrer Nähe aufhielt. Estefania hatte ihn aber zur Vorsicht ermahnt; und vorsichtig wollte er sein. Dass ausgerechnet dieser Mann bei ihnen aufkreuzte, hielt er nicht für einen Zufall.

Etwas ist faul … und damit meine ich nicht den gepanschten Wein, dachte er und stellte seinen Becher zurück auf den Tisch. Er hielt es für besser, erstmal auf den Konsum von Alkohol zu verzichten, um einen klaren Kopf bewahren zu können. Er hoffte, die Krüge, die er an diesem Tag bereits geleert hatte, würden ihm keinen Strich durch die Rechnung machen.

Ich hätte es beim Kaffee belassen sollen, dachte er grimmig und konzentrierte sich auf das Gespräch, das sich zwischen der Frau und dem Fremden entwickelt hatte.

Estefania
14.03.2012, 22:04
Eigentlich hatte die Diebin gar keine Lust auf dieses Geplänkel. Man konnte es ihr auch nie recht machen. Lair redete ihr zu wenig und auf so langweile Fragen antworten zu antworten hatte sie auch keine Lust. Dieser Manuele versuchte es zwar, konnte es aber doch nicht lassen sie anzustarren.

"Ach das war eher Zufall. Wir kamen aus dem Süden, sind dann vor einer Horde Orks weg gerannt..." In dem Moment verschluckte sich Lair. "Das musst du aber noch üben!", sagte sie zu ihrem Schüler und meinte nicht das Trinken. Sie lächelte. Vielleicht sollte sie das lassen, denn sonst würde sie Manuele noch ganz den Kopf verdrehen. "... ja und plötzlich standen wir vor der gespaltenen Jungfrau."

Ein weiterer junger Mann beobachtete die Gruppe bereits.

"Ich habe mitbekommen, dass Murdra dich engagiert hat die Diebe zu finden, die ihre Kasse geklaut haben. Gibt es schon irgendwelche Erkenntnisse?"

Gut, dass Lair nicht gerade den Becher in der Hand hielt, denn das mit den Nerven musste er wirklich noch lernen.

Adson Muller
14.03.2012, 22:07
Adson hatte sich dann doch gegen den 'Waldausflug' entschieden. 'Vielleicht mach ich mich besser erstmal schlau, was alles so in diesem Wald herumschleicht.', hatte er sich gesagt und sich wieder den sortierten Möbelresten zugewandt. An zwei Stühlen waren nur minimale Reparaturen an der Lehne und je einem Bein durchzuführen und Adson machte sich eifrig daran, diese Schäden zu beheben. "Das wird Murdra erstmal beruhigen!", sagte er sich selbst. "Sonst wirft sie mich doch noch raus, nachdem sie mir eine gesalzene Rechnung präsentiert hat." Bei dem Gedanken spielte ein leichtes Lächeln um seine Züge und er begann ein lustiges Liedchen vor sich hin zu pfeifen.
Die Arbeit ging im gut von der Hand und bald hatte er den ersten Stuhl fertig. Zur Probe setzte er sich hin und lümmelte sich gemütlich in die Sitzfläche. Er konnte zufrieden sein! Der Stuhl stand ohne zu wackeln und die Lehne hielt sein Gewicht, ohne ein kleines Stück nachzugeben. Schließlich stütze er sich an einem Balken ab und schaukelte sogar nur auf den beiden hinteren Beinen; der Stuhl hielt einwandfrei. Es dauerte nicht lange und auch der zweite Stuhl war ausgebessert und hatte den Testlauf bestanden. Er brachte beide zu Murdra, die die Stühle mit einem zufriedenen Grinsen entgegennahm. "Scheinst ja tatsächlich was zu taugen!", meinte die Wirtin. "Hier, kannst dir für nachts oben ein Zimmer nehmen.", mit diesen Worten hielt sie ihm einen kleinen Schlüssel hin. "Aber nur solange Platz ist. Wenn wieder mehr los ist musst du in den Schlafsaal oder im Heu pennen." "Danke schön!", antwortete der junge Mann höflich. "Ach Murdra", fügte er hinzu. "Könnt Ihr mir vielleicht ein bisschen was über den umliegenden Wald und die Gegend hier erzählen?" "Vielleicht später.", brummte Murdra und verschwand wieder in Richtung Küche. 'Was mach ich nun mit dem angebrochenen Tag?', fragte sich Adson und nahm wieder an seinem ursprünglichen Tisch Platz.

Manuele
15.03.2012, 13:42
"Erkentnisse?!" Die Frau hatte ihn überrascht mit dieser Frage, entweder hatte sie nichts mit den Diebstählen zu tun, oder sie war gerissener als der junge Normann sich gedacht hatte. Jetzt musste er entscheiden, sollte er zum Spiel stehen oder doch einen Frontangriff wagen. Er war eigentlich nicht so der Taktiker, Manuele fühlte sich wohler in einem offen ausgetragenem Kampf. Intrigen schufen nur mehr leid, als meist nötig war. Ausserdem war die hübsche Frau etwas älter als er und Erfahrung war eine gut einsetzbare Waffe. "Eigentlich habe ich nichts in der Hand. Ich dachte mir zuerst es wären die Banditen gewesen, die meine Leute und ich niedergestreckt haben. Doch die hatten nur Myrtanische Münzen bei sich, was daraus schliessen lässt, dass sie nicht an Murdras Kasse ran sind." Seine kehle war etwas trocken, so spülte er erstmal eins zwei Gläser Wein runter, ehe er mit seiner Erzählung weiterfuhr. Anfangs schien Estefania eher gelangweilt, doch dann erkannte er ein seltsames Funkeln in ihren Augen. "Was mir jetzt in den Sinn gekommen ist, keiner der anderen Gäste ist noch hier, ausser euch zweien." Eine kurze Atempause spannte die Stimmung noch mehr an. "Entweder ich bin zu spät, oder ihr könnt mir da mehr erzählen." Sicherheitshalber hielt er unter dem Tisch seine Hand immer am Griff seiner Axt, er wusste ja nicht, wie die zwei Fremden auf seine Worte reagieren würden.

Estefania
15.03.2012, 20:41
"Da habt ihr wohl recht. Das heißt aber wohl auch, dass die Diebe bereits über alle Berge sind."

Estefania brauchte noch nicht mal lügen, denn mit dem Diebstahl der Tageseinnahmen hatte sie wirklich nichts zu tun.

"Ich habe vorhin mitbekommen, dass Murdra etwas ungehalten ist dass du ihr den Dieb noch nicht geliefert hast. Wenn sie nicht bekommt was sie will, kann sie ziemlich unangenehm werden..."

Die Diebin schaute ihn ziemlich mitfühlend an und wollte ihm gerade vorschlagen die Taverne freiwillig zu verlassen, um die Bürger von Stewark um etwas Gold zu erleichtern. Den letzten Teil hätte sie natürlich verschwiegen.

"Das scheint dir ja wenig auszumachen.

Aber schau mal den Tischler scheint sie richtig gern zu haben. Zumindest ist sie für ihre Verhältnisse sehr nett zu ihm. Na ja er repariert ja auch ihr Mobiliar, das neulich bei der Schlägerei zu Bruch ging. So Jemanden hält sie sich natürlich warm."

Manuele
15.03.2012, 20:56
Er würde wohl nie ein offenes Geständnis der beiden bekommen, doch da kam dem Nordmann eine Idee. Sein Auftrag für die Akademie lautet, Rhobars Leuten so großen Schaden wie möglich zu zufügen. Mit seinen bläulich gefärbten Tätowierungen und ohne ein Schreiben, das sein "Bürgerrecht" bestätigte, konnte er jedoch nicht nach Thorniara einreisen. Jede noch so zurückgebliebene Wache würde erkennen, dass er aus Nordmar stammte. Da kamen ihm diese zwei Herumtreiber gerade recht.

"Wisst ihr, es würde mir eine Menge Ärger ersparen, wenn man eure Gesichter für ne Weile hier nicht mehr sehen würde."

Der Mann an seiner Rechten sah ihn etwas verdutzt an, sagte aber nichts dazu. Stattdessen ließ er den jungen Nordmann weiterreden und winkte der Wirtin zu. Womöglich hatte er Hunger bekommen oder wollte einfach etwas anderes als nur Wein auf dem Tisch haben.
Murdra kam, nahm die Bestellung murrend entgegen und verschwand wieder hinter dem Tresen. Währenddessen hatte sich Manuele nochmals etwas Wein nachgeschenkt und wartete darauf, dass sie ungestört waren.

"Ich habe zwar wenig Gold hier, doch meine Auftraggeber sind ziemlich flüssig. Sagen wir mal so, ich könnte euch eine Aufgabe geben, damit ihr von hier verschwindet. Sobald die Sache erledigt ist, setze ich ein Schreiben auf und wenn ihr in Setarrif mal vorbeischaut, könnt ihr euch ne fette Belohnung abholen. Was meint ihr dazu?"

Adson Muller
15.03.2012, 21:13
Adson saß ein wenig unzufrieden an seinem Tisch. Zwar konnte er mit seiner Arbeit zufrieden sein, doch wusste er nach wie vor nichts über die Gegend in der er sich befand und eine größere Stadt war weit und breit nicht in Sicht. Ewig wollte er nicht hier bleiben, auch wenn die Wirtin sich ihm gegenüber vergleichsweise freundlich zeigte. Er ließ seinen Blick durch den Schankraum schweifen und fühlte sich nur in seiner Meinung bestätigt; er musste möglichst bald einen belebteren Ort finden! Kurz blieb sein Blick an dem Tisch mit den drei Gästen hängen, die ihm schon vorher aufgefallen waren. Sie unterhielten sich leise und Adson fiel auf, dass ihr Gespräch stets stockte, wenn die Wirtin in ihre Nähe kam. 'Nicht sehr einladend!', dachte der junge Tischler. 'Unaufgefordert werd ich mich da wohl besser nicht aufdrängen!' Mit diesem Gedanken lehnte er sich in seinem Stuhl zurück, schloss halb die Augen und träumte ein wenig vor sich hin.

Lair
15.03.2012, 21:19
Überrascht hob der Dieb seine Augenbrauen und fokussierte seinen Blick auf den Fremden. Diese Unterhaltung hatte ihn nicht interessiert, stattdessen hatte er gehofft, der Mann würde sich zum Teufel, respektive Murdra, scheren und ihn in Ruhe sein Bier trinken lassen. Doch nun war sein Interesse geweckt.

Eine fette Belohnung, das hört sich doch ganz nett an …

Der Gauner spürte, wie die seit Wochen anhaltende Lethargie von ihm wich. Doch es war nicht die Aussicht auf Gold allein, die ihn in Aufregung versetzte. Er traute dem Fremden nicht und hatte immer noch das Gefühl, das etwas faul war.

Vielleicht wäre es wirklich klüger, wir würden hier verschwinden, dachte er. Auf seinen Vorschlag könnten wir ja erstmal eingehen … und uns dann was überlegen. Ich wüsste zunächst gerne, um was es überhaupt geht.

Doch Estefania nahm dem Gauner die Worte aus dem Mund.
»Ich würde gerne ein paar Details zu dieser Aufgabe hören, bevor ich meine Meinung zu ihr abgebe.«

Manuele
15.03.2012, 21:51
"Details, ja die sollt ihr bekommen, doch zuerst brauch ich was zu Essen. Murdra bring uns doch ein wenig Fleisch oder Hünchen mit Brot!" Sie blieb in der Küche, doch gab ihm zu verstehen, dass sie am Kochen war. "Wehe du bezahlst das nicht, verstanden!" Rief sie noch laut hinterher. Es war irgendwie gemütlich an diesem Abend. Feuer prasselte im Kamin und der Wein stieg dem Krieger leicht zu Kopf. Wenn er unter Freunden gewesen wäre, hätte das ein erfüllter Abend werden können. Doch wieder einmal holte ihn der Krieg ein und er musste an seine nächsten Schritte denken. "Nun, in Thorniara, der Hafenstadt dieser verdammten Insel, ist ein gewisser Lord Hagen stationiert. Ein hohes Tier unter Rhobars Männern." Endlich brachte die fette Wirtin das bestellte Essen. "Er soll anscheinend irgendeinen perversen Tausch mit einigen Schwarzmagiern ausgehandelt haben, ich will wissen was dahinter steckt und wie gross die Bedrohung für Setarrif aussieht." Das Manuele nicht der Garde angehörte, war spätestens jetzt klar. "Ihr könntet euch unbemerkt in die Stadt schleichen und dort nach Informationen suchen, mich lassen sie erst gar nicht rein." Genüsslich verschlang er das Hänchenfleisch und trank ein wenig Wasser. Jetzt bemerkte er erst, dass sie nicht alleine waren. Ein junger Kerl sass am Nebentisch und belauschte anscheinend das Gespräch. Nach einem Königsgetreuen sah er mit seinem Zopf ja nicht gerade aus, doch Vorsicht was das oberste Gebot in diesem Land. "Hey du da!" Rief Manuele ohne hinzusehen, während er weiter ass. "Wenn du schon zuhörst, dann solltest du dich auch vorstellen. Nicht das es wichtig wäre, doch ich hab es gern wenn ich weiss, mit wem ich es zu tun habe."

Adson Muller
15.03.2012, 22:04
Adson träumte von seiner Heimat auf Khorinis. Die Stadt mit dem rauen Hafen, das ehrwürdige Kloster, dass er nur aus der Ferne gesehen hatte, das sagenumwobene Minental, all dies tanzte durch seine Gedanken als er durch einen lauten Zuruf aufgeschreckt wurde. "Hey du da!", schallte es von der Dreiergruppe herüber. Der Sprecher drehte sich nicht um, doch wusste Adson sofort wer gemeint war. "Wenn du schon zuhörst, dann solltest du dich auch vorstellen. Nicht das es wichtig wäre, doch ich hab es gern wenn ich weiss, mit wem ich es zu tun habe.", fügte der Sprecher hinzu. Etwas schüchtern und unsicher trat Adson an den anderen Tisch und stellte sich vor: "Guten Abend meine Dame, meine Herren!", begann er höflich. "Mein Name ist Adson Muller, ich bin Schreinergeselle aus Khorinis und befinde mich derzeit auf Wanderschaft, um in meinem Handwerk Neues zu erlernen und, wie soll ich sagen, die Welt zu sehen. Ich bin gerade erst auf Argaan angekommen." Er hielt kurz inne. 'Wenn du etwas über die Gegend erfahren willst, dann jetzt', dachte Adson bei sich und so fuhr er fort: "Ich habe nur leider keine Ahnung von der umliegenden Gegend. Vielleicht hätten Sie die Güte mir Ihren Namen zu nennen und mir etwas über die Umgebung und die nahen Städte zu erzählen." Schnell fügte er noch hinzu: "Wenn Euch das nicht zu viel Mühe macht!" Dann senkte er den Blick und wartete auf die Reaktion des Trios.

Estefania
15.03.2012, 22:30
Das Angebot von Manuele hörte sich wirklich nicht schlecht an. Sogar Lair der die Jungfrau schon zu seinem Alterswohnsitz auserkoren hatte, schien interessiert.
Auf Manueles Einladung hin kam der Tischler an den Tisch und stellte sich vor.

"Adson, herzlich Willkommen auf Argaan. Mein Name ist Estefania, bin ursprünglich auch von Khorinis. Das ist Lair, aus Varant und Manuele habe ich selbst gerade erst kennengelernt. Ich glaube er stammt aus Nordmar."

Hoffentlich nahmen ihr die beiden Männer es nicht übel, dass sie einfach so ihre Namen und Herkunft ausgeplaudert hatte. So spektakulär war es ja nun auch nicht und Estefania redete nun mal gern und hörte sich auch gern reden.

"Du möchtest also eine Grundinfo über die Insel? Gut ich versuche es kurz zu machen. Wir befinden uns an der Westküste. Das weißt du wahrscheinlich selbst, nicht? Im Norden liegt Thorniara, die Hauptstadt würden die Gardisten die Feuermagier behaupten. Meiner Meinung nach ist Setarrif an der Ostküste die wahre Hauptstadt. Natürlich ist das eine Frage der Einstellung und auch ein wenig des Glaubens. Du kannst es vergleichen wie die Stadt Khorinis und Onars Hof mit seinen Söldnern. Von uns aus im Süden befindet sich der Orkwald, für unerfahrene Bürger nicht unbedingt zu empfehlen. Noch weiter Südlich gibt es einen großen magischen Baum mit dem Ort Schwarzwasser. Dort lebt das Waldvolk.
Naja dann gibts auch noch die Schwarzmagier, die sitzen in ihrem Kastell auf einer Klippe im südöstlichsten Zipfel der Insel. Aber glaube mir, da willst du nicht hin.

Oder willst du alle Orte abklappern und dann entscheiden wo du vielleicht sesshaft wirst?" wollte Estefania zum Schluß noch wissen.

Adson Muller
15.03.2012, 22:39
Adson wagte sich ein leichtes Schmunzeln, schließlich hatte die junge Frau, die sich als Estefania vorgestellt hatte, wirklich freundlich geklungen und lächelte ihn nun an. "Das wäre sicherlich die uneffektivste Variante", sagte er. "Mein Problem ist, dass ich ungern allein reisen möchte. Die Wege werden wohl nicht sonderlich sicher sein und ich bin wahrlich kein guter Kämpfer. Zwar habe ich Kraft in den Armen, aber ich habe nie gelernt wie man ein Schwert führt." Er verzog das Gesicht ein wenig und fügte hinzu: "Zumal ich gar kein Schwert habe. Nur einen Hammer, meinen Wanderstock und ein Messer zum schnitzen."

Manuele
15.03.2012, 22:52
Der hörte ja nie auf zu reden, eigentlich wollte der Klingenmeister mit den zwei Dieben über den Auftrag reden, doch das musste wohl warten. "Khorinis! Meine Ahnen kommen zwar aus Nordmar, doch mein Vater hat mich in dieser verfluchten Stadt grossgezogen. Ein wunder, dass es immer noch Leute gibt, die aus dem Rattenloch lebend rauskommen. Seit die verdammten Orks damals alles überrannt hatten, war ich nicht mehr auf der Insel." Ja, das waren keine schönen Erinnerungen, doch zumindest hatte er was zu reden. Die Müdigkeit überkam ihn langsam, aber er wollte noch etwas sitzen bleiben. "Gerade wollte ich die zwei hier zu einem Spaziergang nach Thorniara überreden, vielleicht können sie ja einen starken Mann aus Khonrinis gut gebrauchen. Schliesslich lernt man auf Wanderschaft am meisten." Ja, er würde eine gute Tarnung abgeben da er eher einem Arganischen Bauern ähnelte, als der rest der Gruppe. Manuele stand auf und holte einen weiteren Becher für ihren neuen Gast. "Aber wenn du richtig Kämpfen lernen willst, dann empfehle ich dir nach diesem Ausflug nach Setarif zu gehen, da gibt es eine Akademie. Bessere Krieger kannst du nicht finden." Mit einem lächeln auf den Lippen, dachte er an Raad und seine Leute. Neue Rekruten konnte das Königreich immer gut gebrauchen.

Adson Muller
15.03.2012, 22:58
Adson lächelte in sich hinein. 'Besser hätte ich es mir nicht ausmalen können!', dachte er. Laut sagte er: "Es wäre mir ein große Ehre und ebenso große Freude in eurer Begleitung nach Thorniara wandern zu können. Ich werd mein bestes tun euch nicht zur Last zu fallen." Nachdenklich fügte er hinzu: "Wann würdet ihr denn die Taverne verlassen wollen? Ich muss morgen noch einige Möbel für Murdra reparieren. Bis zum Mittag würde ich wohl noch brauchen." Erwartungsvoll blickte er in die Runde.

Estefania
15.03.2012, 23:13
"Mach dir keinen Kopf. Wir haben schon so einige Wochen hier verbracht, da kommt es nicht auf einen oder zwei Tage an.
Wir nehmen dich gern mit. te

Lair du hast doch auch nichts dagegen, oder?"

Nein hatte er nicht. Gut dann war das beschlossene Sache und so langsam suchten dir vier Gäste der Taverne ihre jeweilige Schlafstätte auf. Estefania tat schon so der Hintern weh. Die hatte gefühlte drei Tage auf diesem Holzstuhl gesessen. Da freute sie sich auf ein Bett, auch wenn es nicht das bequemste war.

Adson Muller
16.03.2012, 08:45
Die Sonne stand noch nicht lange am Himmel und Adson war schon wieder auf den Beinen. Er schlich sich möglichst leise aus dem oberen Stockwerk, schließlich schliefen die anderen Gäste noch. Von unten hörte er die langsamen, schlurfenden Schritte von Murdra. Im Schankraum angekommen grüßte er die Wirtin kurz, dann schritt er nach draußen. Er blickte kurz über den Hof und lächelte zufrieden. Er hatte gestern, in Murdras Namen, einige Bretter bei den Holzfällern bestellt und diese lagen jetzt, wie gewünscht, im Hof der Taverne. Er prüfte das gelieferte Holz. 'Wäre nichts für's obere Viertel im alten Khorinis, aber da sind wir hier ja auch nicht.', stellte er sachlich fest. Als nächstes ging er zum nahegelegenen Wald, wo er einige schmale, aber gerade Stämme entdeckt hatte. "Genau richtig für die zerbrochenen Stuhlbeine!", murmelte er und nahm seine kleine Säge zur Hand. Sie war ein Abschiedsgeschenk seines Meisters gewesen und nach wenigen sauberen Schnitten hielt Adson die benötigte Anzahl an Holzzylindern in der Hand. Er hatte es dabei vermieden tiefer in den Wald einzudringen und stets auf seine Umgebung geachtet, allerdings war ihm nichts Bedrohliches aufgefallen. Mit dem Holz auf dem Arm ging er zurück zur Taverne, legte alles sorgfältig ab und wandte sich zur Küche. "Murdra, Ihr habt nicht zufällig einen kleinen Blechkessel, den ihr kurz entbehren könnt. Ich will einen Sud kochen, um die Tische zu behandeln." Die Wirtin war kurz zusammengeschreckt, da sie den jungen Schreiner nicht kommen hörte. Ein wenig missmutig griff sie neben sich und warf ihm einen kleinen, verbeulten Topf zu. "Tut's der?", fragte sie knapp. "Danke", erwiderte Adson und schon war er wieder verschwunden. Auf einer Steinplatte im Hof machte er ein kleines Feuerchen, dann füllte er Wasser in den Topf und nahm einige Pflanzen aus einem Beutel, den er in seiner Jacke mit sich herumtrug. Sein Meister hatte ihm einige Pflanzen gezeigt, deren Sud das Holz glänzender und resistenter gegen Schmutz und Flüssigkeiten machte. Er ließ ein paar Blätter und Kräuter in den Topf fallen und befestigte den Topf über seiner kleinen Feuerstelle. Mit einem kleinen Ast zerdrückte er die Blätter und rührte einmal kräftig durch. Nun machte er sich an die gesammelten Stämmchen. Er zog den Stämmen die Rinde ab und schnitze ein Ende so, dass die Stämme bequem als Stuhlbeine eingesetzt werden konnten, dann entfernte er die Reste der kaputten Beine und steckte die neuen ein. Nachdem er diese so verkeilt hatte, dass sie stabil am Stuhl angebracht waren, testete Adson die Stühle. Bei zweien würde er das neue Bein ein Stück kürzen müssen. Doch zuerst schaute er wieder nach seinem Sud. Dieser hatte mittlerweile ruhig vor sich hin geköchelt. Adson rührte noch einmal um, dann nahm er vorsichtig den Topf vom Feuer, welches er anschließend löschte. Mittlerweile war die Taverne ein wenig zum Leben erwacht. Einige Reisende waren zu sehen, Knecht und Stalljunge begannen plaudernd ihre Arbeit, einige Holzfäller besprachen die anstehende Arbeit. Adson nutzte die Gelegenheit, um sich für die schnelle Lieferung zu bedanken. Nachdem er die bereitliegenden Bretter markiert hatte, griff er zur Säge. "Jetzt werd ich wohl oder übel ein bisschen Lärm machen müssen", sagte er sich und tat die ersten Schnitte. Mit wenigen Handgriffen brachte er die neuen Stuhlbeine auf die richtige Länge, dann schnitt er die neuen Tischplatte zu. Er musste noch einige Züge mit der Säge tun und ein paar wuchtige, aber präzise, Hammerschläge setzen, dann standen die beiden Tische mit neuen Tischplatten vor ihm. 'Neu oder nur mit frischem Gebirgswasser gewaschen?', dachte er sich und grinste fröhlich. Er hatte die Tische bereits möglichst glatt gearbeitet, die Gäste sollten sich ja keine Schiefer einziehen. Abschließend strich er die Tischplatten mit dem abgekühlten Pflanzensud ein, wartete bis dieser eingezogen und getrocknet war und polierte die Platten anschließend mit einem Tuch. Zur Probe ließ er ein paar Wassertropfen auf die leicht glänzende Holzfläche fallen und wischte erneut mit den Tuch darüber. Zufrieden stellte er fest, dass die Tropfen verschwunden waren und keinerlei Spuren hinterlassen hatten. Adson sortierte und reinigte seine Werkzeuge. Dann packte er den ersten Tisch und trug ihn in die Taverne. Murdra war zufrieden mit seiner Arbeit und ließ sich erstaunt erklären, warum der Tisch leicht glänzte.
Alle Möbel hatten ihren Platz gefunden. Adson ging hinauf in sein Zimmer und verstaute seine Werkzeuge wieder in seinem Bündel. Dann begab er sich wieder in den Schankraum. Er konnte zufrieden sein, es war kurz vor Mittag. Gespannt schaute er sich nach Estefania und Lair um; bald würden sie sich auf den Weg in die große Stadt Thorniara machen!

Vicious
16.03.2012, 13:17
Ein ziemlich unruhiger Ort war die Taverne. Und damit war nicht nur das ständige Kommen und Gehen der Gäste gemeint. Unter den zuletzt eingetroffenen Reisenden hatte sich ein Handwerker befunden, und der scheute nicht davor zurück auch vormittags Krach zu machen. Für jemanden wie Vicious ein Unding. Sie stand schließlich mit Vorliebe erst zur Mittagszeit auf. So kam es zu einem für ihre Verhältnisse frühen Frühstück, denn im Bett hielt es die Kopfgeldjägerin nicht länger aus.

Während sie noch zwischen missmutig und schlaftrunken schwankte, löffelte Vicious eine Suppe im großen Schankraum. Ihr gegenüber saß der feiste Marmo und aß etwas, das wohl eher für den Mittagstisch gedacht war. Für ihn machte das natürlich keinen großen Unterschied. Solange es halbwegs genießbar war, schlang Budo alles in sich hinein.

Eingeleitet von einem tiefen Rülpsen ergriff der fette Söldner plötzlich das Wort: »Hast du noch mal drüber nachgedacht?«
»Worüber?«, fragte Vicious und blickte ihren Gefährten an.
»Na, ob wir zum Fest gehen.«
»Fest?«, wiederholte sie stutzig, bevor es ihr wieder in den Sinn kam, »Ach das. Ich bin doch nicht bescheuert. Für Hokuspokus und ein Stück Fleisch renn ich nicht über die halbe Insel.«
»Aber...«
»Junge, echt jetzt.«

Bedacht mit einem ernsten Blick der Marmo, gab Budo klein bei und hielt den Mund. Es war klar, dass ihn die Aussicht auf ein großes Festmahl lockte. Doch Vicious wusste, dass, um in den Süden zu gelangen, sie viele Wegstunden zu Fuß zurücklegen mussten und sie dabei unweigerlich in den Sumpf kämen. Auf solche Spielchen hatte sie keine Lust. Vor allem in diesem Augenblick. Lieber ließ sich die Kopfgeldjägerin noch ein bisschen die Frühlingssonne auf den Pelz scheinen. Und so schlecht, wie viele behaupteten, war das Essen in der Taverne auch wieder nicht.

Manuele
16.03.2012, 14:20
Am Morgen hatte das Adson's Gehämmere den Söldner ziemlich früh aus dem Bett gejagt. Etwas verärgert hatte er die Taverne verlassen und suchte seine Ruhe am Strand. Seine Kogge lag vor ihm auf der Sandbank. Immerwieder schlugen Wellen an die polierten Planken, doch das Schiff bewegte sich keinen Milimeter, als ob man das Ding an den Boden genagelt hätte. Yared würde ihn köpfen wenn er das sehen könnte, doch glücklicherweise schien dieser seinen eigenen Weg gegangen zu sein. Irgendwann, wenn Argaan frei sein würde, könnte er ja einige Leute zusammentrommeln und das Frack bergen. Vielleicht könnte ja Gath die Raparaturarbeiten leiten und die Kogge noch retten. Wer weiss... Manuele seufzte Laut und liess sich in den warmen Sand fallen. Langsam liessen die kalten Nordwinde immer mehr nach um dem Frühling platz zu schaffen. Die Sonne lachte ihm entgegen, endlich hatte er seine Ruhe.

Konsul
17.03.2012, 08:05
Mit bedächtigem Schritt betrat Konsul den Schankraum. Hinter der Theke stand bereits Murdra, die die letzten Vorbereitungen für den Tag traf, zwei Gäste waren in einem Winkel eingeschlafen, aber ansonsten war die Taverne leer. "Seid gegrüßt, Edle Dame", wandte sich Konsul an die Wirtin, "sagt mir, wo findet ein fahrender Sänger wie ich einen Platz zum Rasten? Braucht ihr noch einen Barden, oder ist bereits einer hier, der eure Gäste mit Liedern und Gaukeleien unterhält?" "Glaubst du, ich kenne jeden meiner Gäste beim Beruf?" Sie drehte sich weg und ordnete hinter sich die Humpen nach ihrer Größes "Es sind immerhin eure Gäste, und der Gast ist..." setzte Konsul an, doch er wurde von der Wirtin unterbrochen, "... ist König? Dort wo du herkommst vielleicht!" Überrascht zog er eine Augenbraue hoch. "Ist das hier nicht so?" erwiderte Konsul verwundert. "Doch. Aber wehe du lasst dir was zu schulden kommen. Du bist neu. Neue machen meist Ärger." Sie drehte sich um und starrte Konsul mit durchdringenden Blick an. Jetzt wurde es Konsul zu bunt, er erhob seine Stimme und schlug auf den Tresen, "Was denkt Ihr nur von mir? Ich bin ein Barde, der nach einer langen Reise froh ist, hier angekommen zu sein! Habt Ihr jetzt Arbeit für mich?" "Bleib auf dem Boden, oder du fliegst schneller hier raus als du Fleischwanze sagen kannst. Und jetzt zu deiner Frage... Ich habe längere Zeit keine Musik mehr gehört. Was kannst du denn alles?" Langsam beruhigte sich Konsul wieder. Geschafft. "Ich beherrsche die Laute und viele Lieder, Späße und Gaukelein. Soll ich euch etwas vorführen?" Murdra sah in prüfend an. "Nein. Ihr habt heute Abend eine Chance. Eine einzige. Wenn ihr diese nicht, im wahrsten Sinne des Wortes, verspielt,..." Murdra lachte kurz ob ihres Wortspiels auf, "..., kannst do so lange bleiben wie du willst. Außer es erscheint jemand, der die Kunst besser versteht. Kost und Logis, natürlich im Schlafsaal, bekommst du für deine Unterhaltung. Gold gibt's keins. Höchstens du findest ein paar großzügige Gäste."
"Ich danke Euch vielmals. Meine Wenigkeit wird Euch nicht lange zur Last fallen, ich möchte so schnell wie es geht, nach Thorniara kommen. Kennt Ihr vielleicht Reisende, denen ich mich anschließen kann?"
"Keine Ahnung. Hör dich um, vielleicht findest du jemanden, der dir helfen kann. Und jetzt geh. Übe oder mach was auch immer du willst. Zu Mittag will ich dich aber hören. Und zwar genau hier. Verstanden?"
"Natürlich. Gibt es einen Ort, wo ich mit der Laute niemanden störe?"
"Ja. Die Stallungen. Der Knecht muss das aushalten. Und jetzt lass mich arbeiten!"

Festen Schrittes verließ Konsul das Schankhaus in Richtung Stall. Er war glücklich, so schnell Kost und Logis gefunden zu haben. Trotzdem wollte er weiter. In spätestens drei Wochen wollte er in Thorniara sein.

Adson Muller
17.03.2012, 09:45
Adson saß im Schankraum und wartete. Er hatte eine kleine Mahlzeit zu sich genommen und freute sich auf die kommenden Ereignisse. Sein Bündel lag gepackt neben ihm, der Wanderstock lehnte an der Wand. Ein wenig ungeduldig trommelten seine Finger auf die Tischplatte. Seine Arbeit war getan, dass wollte er Estefania mitteilen. Dann würde es wohl bald losgehen. Er konnte es kaum erwarten. Durch welche Landschaften würden sie kommen? Was würden sie alles erleben, auf ihrem Weg in die große Stadt? Wie würde die Stadt aussehen? Was würde er wohl alles kennenlernen? Wie lange würden sie überhaupt unterwegs sein? All diese Fragen schwirrten dem jungen Schreiner durch den Kopf. 'Beruhige dich Adson!', sagte er zu sich selbst. 'Du sitzt hier wie ein kleiner Junge am Tag vor seinem Geburtstag. Das ist doch lächerlich!' Zur Beruhigung steckte er die Hände in die großen Taschen seiner Jacke. Was war denn das? In seiner rechten Tasche fand er einen kleinen Schlüssel. 'Den hätte ich doch fast vergessen!', dachte er mit leichtem Kopfschütteln. Er stand auf und ging zu Murdra. "Hallo Murdra, ich geb' dir deinen Schlüssel wieder. Ich hab zwei Reisende gefunden, mit denen ich nach Thorniara wandern kann." "Schon?", brummte die Wirtin. "Hätte dich auch noch hier behalten. Bist hier gern gesehn. Taugst ja was!" Sprach es und drehte sich um, um weiter zu arbeiten. Adson nahm wieder an seinem Tisch Platz.

Konsul
17.03.2012, 10:42
"Jetzt hab ich genug. RAUS HIER! Und zwar sofort!"
"Halt's Maul! Die Wirtin hat mir erlaubt hier zu üben!"
"Willst du mich verarschen? Du störst die Pferde und vor allem mich! Raus jetzt!"
"Vergiss es, Idiot. Ich muss für meinen Auftritt heute Abend gut gerüstet sein. Ich übe, so lange ich will, und zwar hier!"
"So lange ich hier bin, sicher nicht!"
"Ach ja? Und wie lange glaubst du bist du noch hier, du Arsch?"
"Länger als du auf jeden Fall!"
"Darauf würde ich deinen kümmerlichen Lohn nicht wetten, Knecht!"
"Denkst du Sack, du bist was besseres?"
"Nein, ich bin nicht was besseres... Ich bin was viel besseres als du Scheisseschipper!"
"Leck mich doch, du Bastard! Und verpiss dich endlich! Ich muss mich mit intelligenteren Lebewesen als mit dir herumschlagen!"
"So? Du mich auch, Hurensohn! Und viel Spaß bei einer Jobsuche in Stewark, wenn dich deine Chefin raushaut, Pferdeflüsterer!"
"Warum sollte sie mich raushauen?"
"Weil du unhöflich zu Gästen bist. Weißt du räudiges Schwein überhaupt, wer ich bin?"
"Ein beschissener dahergelaufener Vagabund!"
"Meinst du? Da irrst du dich gewaltig, Affenschädel! Ich bin Hein von der Trauerweide, der berühmteste Barde von Myrtana! Ich war an allen Fürsten und Königshäusern zu Gast, habe in Vengard viele Wettbewerbe gewonnen. Und du? Was bist du, Blochjodler?"
"Ach ja? Ich glaub dir kein Wort, du Karikatur eines Barden!" Der Knecht machte einen Schritt nach vorne. Konsul erkannte, dass es jetzt langsam Zeit wurde den Stall zu verlassen, bevor es ungemütlich wurde.
"Ich merke schon, dein Intellektuelles Niveua ist nicht hoch genug um den Wert meiner Musik zu schätzen. Banause. Ich begebe mich nun in Gefilde mit mehr Bewunderern! Auf nimmerwiedersehen, Idiot!"

Konsul hatte sich gerade noch auf den Boden zurückholen können. Mit hochrotem Kopf und seiner Laute in der Hand verließ er die Stallungen. Eine Zeitlang hatte er ja ohne Probleme üben können, dann war aber der Knecht gekommen, der sich durch seinen Gesang gestört fühlte, und deshalb begonnen hatte, ihn anzumaulen.

Naja, egal. Vielleicht finde ich mittlerweile jemanden in der Schankstube.

Die Tür knarrte als er sie öffnete.

Jetzt brauch ich mal was starkes.

"Wirtin! Einen Schnaps! Ich bezahl mit einem Ständchen!" Murrend, aber mit einem freundlichen Blick schob Murdra ihm ein Glas hinüber. "Hast du bis jetzt geübt?" Konsul nickte beiläufig. Auch wenn er dem Knecht gedroht hatte, ihn bei der Wirtin anzuschwärzen, hatte er nicht vor, dass zu tun. Während er den Schnaps in seine Kehle rinnen ließ, sah er sich um. Würde irgendwer mit ihm nach Thorniara ziehen?

Murdra
18.03.2012, 11:01
Auch wenn dieser Barde ihr ziemlich auf die Nerven ging, ließ sie das Ständchen über sich ergehen. In ihren Ohren klang es gräßlich, aber das lag wahrscheinlich auch daran, dass sie von Musik und schönen Klängen keine Ahnung hatte.
Immerhin wollte er für den Schnaps eine Gegenleistung erbringen und das zeigte seinen guten Willen. Trotzdem wollte sie dass er die Taverne so bald als möglich verließ. Ob dieses Geträller bei den Gästen ankam, glaubte die Wirtin nicht.

Als ihr heute morgen Manuele über den Weg lief und er ihr davon berichtete dass er die beiden letzten zwielichtigen Gäste die Taverne verlassen würden, kam ihr eine Idee.
"Das ist gut und diesen Barde schick auch einfach mit ihnen mit. Um den Tischler ist es ja schade... aber wenn er unbedingt in eine große Stadt will... er hat gute Arbeit geleistet. So Leute hab ich gern um mich herum."

Murdra grinste sogar und das kam ziemlich selten vor.

Manuele versprach sich um den Barden zu kümmern.

Estefania
18.03.2012, 11:38
Eieiei... ein Ausdruck, den Estefania wohl noch nie benutzt hatte.
Gerade waren sie mit ihrem wenigen Gepäck die Holztreppe herunter gekommen, da wartete Manuele schon auf sie. Scheinbar wollte er ihr noch etwas wichtiges mitteilen.

"Was ist denn los?"

Manuele schaute sich um, denn Murdra schaute in gespannt in ihre Richtung.

"Du könntest mir noch einen Gefallen tun."
"Ja?"
"Hast du den Barden schon gesehen, der vor zwei Tagen hier ankam?"
"Gesehen nicht aber gehört..."
"Ja.." Manuele schmunzelte. "Kannst du den auch mit nach Thorniara nehmen? Murdra will ihn loswerden."
"Noch so einen der nicht weiß wie man ein Schwert in die Hand nimmt!" rief sie empört aus und seufzte.
"Du bekommst auch noch einen Bonus wenn du dir deinen Sold in Setarrif abholst." flüsterte Manuele ihr zu damit Murdra das nicht mitbekam.
"Solche Leute trampeln durch den Wald und locken unzählige Viecher an. Da ist schon ein Superextrabonus nötig."
"Ja, meinetwegen." antwortete Manuele, denn er wusste dass er keine andere Wahl hatte und außer Estefania keiner bereit wäre den Barde mitzunehmen.

Damit war das geklärt. Sie setzte sich zusammen mit Lair an den Tisch und ließ sich von Murdra ein Frühstück servieren. Mit leerem Magen sollte man nicht auf Reisen gehen. Hoffentlich ließen ihr die beiden Bürger noch genug Zeit das Frühstück zu genießen.

Adson Muller
18.03.2012, 12:23
"Endlich!", murmelte Adson vor sich hin, als Estefania und Lair im Schankraum auftauchten. Er rutschte unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Die Aufregung hatte ihn gepackt, doch der Schreiner versuchte ruhig und entspannt zu wirken. Estefania und ihr Gefährte hatten sich mittlerweile ein Frühstück bringen lassen und Adson überlegte, ob er sich zu ihnen setzen sollte. Er zögerte kurz. Gerade eben hatte Estefania kurz mit Manuele gesprochen und wirkte nun etwas verstimmt. Adson entschied, dass er die beiden lieber erst in Ruhe essen lassen wollte. Er prüfte noch einmal sein geschnürtes Bündel und machte anschließend einen kleinen Spaziergang um die Taverne. So kam er wieder ein bisschen zur Ruhe, doch blieb ein leichtes Kribbeln in seiner Magengegend. Bevor er in den Schankraum zurückkehrte ließ er den Blick noch einmal über die Taverne gleiten. Er war mit den Ereignissen der letzten Tage durchaus zufrieden. "Man sieht sich bestimmt mal wieder!", sagte er in Richtung der Wirtshauses und schmunzelte zufrieden. Dann schritt er durch die Tür nach innen.

Manuele
18.03.2012, 20:53
Manuele war schon froh, darüber, dass Estefania zugestimmt hatte den Barden mit zu nehmen. Man hielt es ja kaum aus mit dem.
Auch wenn Raad sicherlich nicht erfreut darüber sein wird, wenn er die Rechnung für dieses Unternehmen begleichen musste. Beim Gedanken daran musste der Nordmann schmunzeln. Währenddessen betrat Adson wieder den Schankraum und gesellte sich zu ihnen.
"Übrigens! Ich werde demnächst ins Bluttal gehen, falls ihr mich sucht. Weiss zwar noch nicht was ich dort machen werde, doch bestimmt finde ich da jemanden, der für meine Sache kämpfen könnte." Er ging an die Theke und schenkte sich ein Bier ein. "Falls ihr was herausfindet wäre ich dankbar wenn ihr in Thorniara ein kleines Feuer legen würdet, damit ich vom Rauch benachrichtigt werde, so kann ich nach Setariff zurückkehren um euch dort zu treffen. Vom Bluttal aus, sieht man sowas bestimmt, oder nicht?!" Zwar hatte er die Umgebung um Thorniara nicht mehr ganz im Kopf, doch es sollte etwa hinkommen.

Adson Muller
18.03.2012, 21:06
Bluttal? Was für ein schauriger Name. Der junge Schreiner wurde neugierig. Er wollte möglichst viel über die Reise und die zu durchwandernde Gegend erfahren.
"Wie kam das Tal zu seinem Name?", fragte er aufgeregt. "Und wie lange werden wir unterwegs sein, bis wir Thorniara erreichen?" Er war gespannt auf die Antworten. "Ach, und noch eine letzte Frage. Auf Khorinis gab es Gruppierungen und Gilden. Wie verhält sich das auf Argaan? Gibt es hier auch solche Bündnisse?"

Estefania
18.03.2012, 21:31
Dieser Adson war eigentlich ganz sympathisch, aber vergesslich war er wohl auch. Denn das mit Gilden hatte die Diebin ihm doch neulich Abend schon verklickert. Sie kratzte sich nachdenklich am Kopf. Vielleicht hatte sie an jenem Abend auch schon einen Wein zu viel intus gehabt und bekam es deshalb nicht mehr auf die Reihe.

"Bluttal? Das habe ich selbst auch noch nicht gehört. Müssen wir da wirklich durch?" wollte Estefania wissen. Lair brauchte sie gar nicht fragen, der war noch nirgendwo außer in Setarrif und eben mit ihr auf dieser Rundreise. Genauer gesagt hieß das was Estefania kennt, kennt Lair auch nicht.

"Manuele? Etwas Geschichtsunterricht?"

"Das ist ein altes Schlachtfeld nördlich von hier. Wer sich da genau bekämpft hat weiß ich auch nicht. Aber um Thorniara zu gelangen muss man da durch. es sei denn du gehst zurück nach Setarrif und dann die Ostküste immer weiter nach Norden."

"Toller Plan. Apropos Plan... hat denn keiner eine Karte? Adson! Du kannst doch gut mit der Wirtin. Frage sie bitte mal ob sie eine Karte von Argaan für dich hätte."

Adson Muller
18.03.2012, 21:46
Adson folgte Estefanias Anweisungen und ging an den Tresen. "Murdra, ich habe eine letzte Bitte." Die beleibte Wirtin sah ihn forschend an. "Was willst du denn?", fragte sie vorsichtig. "Ich suche eine Karte. Eine Landkarte. Von Argaan. Wir wollen uns bald auf den Weg nach Thorniara machen, aber keiner aus der Gruppe kennt den Weg genau. Ihr habt nicht zufällig ein Karte für uns?" "Zu verschenken hab ich nichts!", brummte sie und kämpfte mit ihrem Geiz. 'Nun ja, der Junge hat die Möbel ordentlich und schnell repariert. Den Barden und die anderen werd ich auch los.', überlegte Murdra. Laut sagte sie: "Ich hab eine. Nicht mehr die neuste, aber Argaan ist drauf und wird sich nicht groß verändert haben. Wie gesagt, es ist kein Schmuckstück aus irgend nem feinen Kloster. Also sagen wir ... 20 Goldstücke und du erzählst mir, womit du die Tische eingerieben hast!" Adson überlegte nur kurz. 20 Goldstücke konnte er ausgeben, schließlich hatte kostenlos gegessen und übernachtet. Außerdem wollte er möglichst bald aufbrechen und mehr von der Insel kennenlernen. Er kramte das Gold hervor und erklärte der Wirtin kurz die Zubereitung der Mischung, mit der er die Tischplatte behandelt hatte. Er schrieb es ihr stichpunktartig auf und ließ sich die Karte geben. "Vielen Dank Murdra! Vielleicht komme ich irgendwann mal wieder hier vorbei!"
Adson kehrte an den Tisch zurück und breitete die Karte vor den Anderen aus.

Lair
18.03.2012, 22:09
Bislang hatte der Südländer sich zurückgehalten, aber als sich Adson mit der Karte näherte und vor den anderen ausbreitete, gesellte er sich neugierig hinzu. Mit groben, mehr oder weniger verblassten Linien waren die Form und Gestalt Argaans mit Tinte nachempfunden und auf Papier oder Pergament – der Dieb konnte weder lesen noch schreiben und kannte sich daher auch nicht mit den verwendeten Materialien aus – eingefangen worden. Mit Überraschung stellte er fest, dass die Insel, die er für halbwegs rund gehalten hatte, langgestreckt war. Ihn erinnerte der Umriss der Insel an einen Fisch.

»Wir sind hier«, sagte Estefania und deutete mit ihrem Zeigefinger auf irgendwelche Striche auf der Karte. Der Gauner, für den die Zeichen und Symbole keinen Sinn ergaben, hielt sich heraus.
Manuele ergriff daraufhin das Wort, zeigte ihnen auf der Karte, wo das sogenannte Bluttal lag und erklärte, wie man von der Jungfrau dorthin gelangte; und von dort nach Thorniara.

Klingt eigentlich recht einfach, dachte der Gauner und lehnte sich entspannt an einen hölzernen Balken, der die Decke stützte. Die Details der Reise interessierten ihn bereits nicht mehr. Stattdessen dachte er an die vielen prallen Geldbeutel, die ihn in der Hafenstadt erwarteten.

Ich werde das Bier hier vermissen.

Manuele
18.03.2012, 22:18
Sie würden also bald aufbrechen, das gefiel dem jungen Klingenmeister, doch er musste noch Murdra darum bitten ihm etwas Proviant mit zu geben.
Vermutlich würde sie wieder mürrisch darauf reagieren, doch das konnte ihm auch egal sein.
"Los trinken wir noch was auf unsere gemeinsame Reise!" Vorderte er die anderen auf und setzte sich auf einen der reparierten Stühle. Etwas wackelig, doch immerhin besser, als auf dem Boden zu sitzen. "Wir sollten vorsichtig sein da draussen, ich habe keine Ahnung was uns dort erwartet. Ausserdem könnten Truppender Garde umherirren, die greifen lieber an, als nachzufragen." Ihn würden sie wahrscheinlich sowieso festnehmen, doch das war eine andere Geschichte. Murdra brachte ihnen was zu trinken und er griff zu. "Ich denke es ist gut wenn ich ne Weile mitkomme, doch bis nach Thorniara werde ich nicht mitkommen."

Adson Muller
19.03.2012, 13:04
Manuele hatte einen ausgegeben, um auf die anstehende Reise anzustoßen. Adson griff nach dem schlechtestgefüllten Becher und nippte vorsichtig. Er mochte keinen Alkohol. In Khorinis hatte er häufig gesehen, wie Betrunkene die dümmsten Dinge anstellten. Schlimmer war noch das Sumpfkraut! Adson hatte erlebt, wie ein Mann einfach ins Hafenbecken gefallen war, nachdem er dieses eigenartige Kraut genossen hatte. Ein anderer hatte unverständliche Laute von sich gegeben und schließlich zu Pfeil und Bogen gegriffen, um den Vollmond vom Nachthimmel zu schießen. Damals hatte Adson sich geschworen, dass er den Umgang mit Rauschmitteln meiden wolle. Doch er wollte den Nordmann nicht verärgern und so nippte er vorsichtig an seinem Becher. In Gedanken prüfte er, ob er bereit für die Abreise war. 'Mein Wanderstock steht direkt neben mir. Den Zimmerschlüssel habe ich zurückgegeben. Hammer, Säge, Hobel und Schnitzmesser liegen sorgsam verschnürt im Bündel, ebenso Nägel, meine Maßschnur, mein kleines Buch für etwaige Notizen und die Abschriften meines Gesellenbriefes.' Er hatte diese extra anfertigen lassen. Schließlich wollte er sein Handwerk weiter perfektionieren und dafür musste er eine Anstellung bei einem Schreinermeister finden. 'Geld- und Kräuterbeutel trage ich bei mir. 30 Goldstücke sind noch im Beutel, dass wird vorerst reichen müssen.' Fast hätte er den Feuerstein vergessen, den er im Bündel mit sich trug. Am Gürtel hatte er eine Wasserblase befestigt, die wollte er am nächsten Gewässer auffüllen. Murdras alte Karte würde er zunächst in den großen Jackentaschen verstauen. 'So wie es aussieht bin ich bereit für die Abreise', stellte er zufrieden fest. 'Auf nach Thorniara! Die Hauptstadt für Gardisten und Feuermagier', erinnerte sich der Schreiner. Das brachte ihn auf eine Frage, die er den anderen auch gleich stellte. "Estefania, du hattest mir gesagt, dass Thorniara Stadt der Feuermagier und Gardisten wäre. In Dunkelwasser würden die Leute des Walsvolkes leben." Er stockte, als die anderen ihn schief ansahen. Schnell korrigierte er seinen Fehler: "Schwarzwasser meine ich natürlich. Als dritte Stadt wurde Setarrif genannt. Welche Gruppen sind dort anzutreffen und was hat es mit der erwähnten Akademie auf sich?"

Konsul
19.03.2012, 18:03
Nach einem Gespräch mit der Wirtin heute morgen, das ihm relativ klar gemacht hat, dass sie von seinen Sangeskünsten bei weitem nicht so begeistert war wie er. Er zuckte unwillkürlich mit den Schultern. So war das halt. Manche mochten seine Musik, andere nicht. Dabei hatte er gerade ein neues Lied gedichtet und niedergeschrieben gehabt. Inspiriert wurde er von einer Erzählung eines anderen Reisenden, über einen Wald in der Mitte der Insel.

Orkwald... Er wird seinen Namen nicht ohne Grund haben... Dahin möchte ich einmal kommen...

Konsul überquerte den Hof und sah den Knecht, mit dem er sich vor kurzem gestritten hatte, bei den Ställen arbeiten. Jetzt störte es ihn wieder, dass er so bald schon aus der Jungfrau geschmissen wurde. Vermutlich, dachte er sich, ist dieser miese Zeitgenosse nicht ganz unbeteiligt... so hatte er einen Grund zurückzukeheren, und eine Rechnnung zu begleichen.

Aber egal. Kann man nichts machen. Das Leben geht auf und ab, aber solange man nicht tot ist, immer weiter. Aber wenigstens hatte sie ihm eine Gruppe von Reisenden ans Herz gelegt, denen er sich anschließen konnte. Wer das wohl war?

Als er die Schankstube betrat, erkannte er sie mit einem Blick. Drei Männer und eine Frau saßen an einem Tisch und berieten sich offensichtlich über etwas... Neben einem stand ein Stab, Direkt, wie er schon immer war, ging er auf die Dame zu und verbeugt sich.

"Konsul mein Name, Barde aus Midland, Euch zu diensten." Langsam richtete er sich wieder auf, und schaute alle vier an, "Seid Ihr die Gruppe, der ich mich auf dem Weg nach Thorniara anschließen darf?"

Estefania
19.03.2012, 18:14
"Da ist endlich der Barde! Über die Akademie können wir uns ein andermal unterhalten. Am Lagerfeuer gibt es sicherlich Gelegenheit dazu.", sagte Estefania zu Adson und da stand auch schon der Barde mit dem Namen Konsul vor. Über seine Wortwahl musste Estefania ein wenig schmunzeln. Sie kam sie für einen Moment vor wie eine Dame aus der Oberstadt.

"Seid gegrüßt Konsul. Ja wir warten bereits seit einigen Stunden auf dich. Adson warten schon ungeduldig drauf den Rest, der Insel kennen zu lernen. Neben mit das ist Lair, wir kommen beide aus Setarrif und reisen gemeinsam. Hier in der Taverne haben wir Manuele kennen gelernt. Er begleitet uns auch noch ein Stück, aber nicht bis Thorniara."

Damit war alles gesagt, Proviant und Gepäck bereit und so verließ die Gruppe von vier Männern und einer Frau die Gespaltene Jungfrau.

"Mach dir nichts draus, Lair. In Thorniara wird es auch Bier geben."

Landfari
27.03.2012, 21:23
Der alte Mann lief in stoischer Ruhe dem Haus entgegen, dass er am Horizont entdeckt hatte. Trotz Dunkelheit die ihn während seines Fußmarsches ereilte hatte er sein Ziel nicht aus den Augen verloren. Kurz vor dem Ende seiner kurzen Reise erreichte der alte Mann eine kleine Brücke, wo trotz der späten Stunde Licht brannte. Erst auf den zweiten Blick erkannte Lan dass an der im Winde wankenden Lampe eine Hand hing, die zu einem jüngeren Mann gehörte. Diesem näherte sich der Grauhaarige und begrüßt ihn mit einem stummen Nicken - er hatte seit jenem Ereignis nicht mehr gesprochen. Ob ich das überhaupt noch kann? Der Wächter rümpfte die Nase ersparte sich aber ein Kommentar über den Geruch des Fremden, denn wenigstens roch er nicht nach Alkohol oder körpereigenen Säften. "Gleich rechts ist der Stall, da ist noch Platz. Aber geh vorher zu Murdra...", grummelte er. "...der Wirtin", fügte er ob des fragenden Blickes des Neuankömmlings hinzu. "Aber umsonst ist das nicht.", rief Grengar ihm hinterher.

Unsicher passierte er die hölzerne Palisade - nach einem Wirtshaus hatte das nicht ausgehen - und blickte sich um. Der Stall sah einladend aus, das Stroh erinnerte ihn an sein eigenes Bett und seine geliebte... Kopfschüttelnd betrat er die Taverne.

Candaal
04.04.2012, 22:48
Das einzige, was wirklich sauber an ihm war, waren die scharfen Klingen. Alles andere sah aus, als hätte es in Sauenblut gebadet und sich danach in einem Fuchsbau gesuhlt. Es sah nicht nur so aus, sondern entsprach auch tatsächlich der Wahrheit. Nachdem er sein Schwert im Rachen des Rippers versenkt hatte und er vom Fleisch genommen hatte, was er tragen konnte, war ihm mitten im Wald das goldene Fernrohr von Gilbert Rottingham aus der Tasche gerutscht.

"Wo hast denn du dich rumgetrieben?", raunte ihn der Wachposten bei der Pallisade an. Die Satzstellung liess darauf schliessen, dass der Wächter ihn nicht erkannte. Hätte er den Ganoven nämlich wieder erkannt, hätte er wohl 'du dich denn' gesagt. "Im Fuchsbau", antwortete Candaal schulterzuckend. "Stellt das ein Problem für dich dar?" Sein Gegenüber musterte ihn. "Eine hübsche Waffensammlung hast du da", bemerkte der Wächter. "Wir leben in schwierigen Zeiten", seufzte der Ganove gleichgültig. "Wenn sogar Tavernen Schläger als Türsteher halten, wird es wohl einen Grund geben, Nachts nicht unbewaffnet in der Wildnis rumzustochern. Sonst noch Fragen?" Etwas überrumpelt sah ihn der Kerl an, fragte dann jedoch: "Und wie ist dein Name? Wir lassen hier nicht einfach jeden rein."

Ah, endlich. Das definierende Moment. "Wan de Reer", antwortete Wendel. "Sohn eines Fernhändlers, reicht das?" - "Ich schätze..." - "Danke, ich bin wirklich hungrig." Damit schob der Wanderer sich vorbei am Wachposten und verschwand ins Innere der Gespaltenen Jungfrau.

Erst einmal drinnen interessierte sich niemand mehr für seinen Namen. Er konnte König Rhobar sein: Solange er sein Bier bezahlte, würde Murdra nicht einmal mit der Wimper zucken.

Candaal
15.04.2012, 21:42
"Hilfe! So helft mir!" Das jämmerliche Heulen fegte durch die Gespaltene Jungfrau wie ein Windstoss über die Kerzen vor dem Innosschrein: Mit einem Mal herrschte Totenstille. Murdra sah die Gäste an, die Gäste sahen einander an und schlussendlich waren alle Blicke auf die Schwerter der beiden einzigen bewaffneten Männer im Saal gerichtet. Candaal und der andere Reisende, welcher erst vergangenen Abend in der Taverne abgestiegen war schoben sich, getrieben von den Blicken der Anwesenden, aus ihren Stühlen und marschierten auf den Ausgang zu. Der Reisende hielt seinen Streitkolben fest in beiden Händen, Candaal hatte sein Schwert an den Stuhl gelehnt zurückgelassen.

Als sie jedoch draussen ankamen, war das Schreien urplötzlich verschwunden. Der Ganove ging zum Wachposten, der noch immer mit verspanntem Nacken seine Lanze gegen die Nacht richtete. "Woher kamen die Schreie?", fragte er. Der Wachposten deutete mit der Speerspitze gen Meer. "Weshalb sind sie verstummt?" - "Woher soll ich das wissen?" Der andere Reisende hielt seinen Streitkolben mittlerweile locker in einer Hand und stellte sich breit vor den Eingang der Gespaltenen Jungfrau. Er schien ganz zufrieden mit seiner Arbeit.

"Vielleicht solltest du nachsehen?", schlug Candaal dem Wächter vor. "Ne, nicht mein Bier", raunte er und lehnte die Lanze wieder an den Holzpfeiler. Kopfschüttelnd ging der Ganove zurück zur Gaststube. Auf dem Weg stiess er den Typen mit dem Streitkolben zur Seite. Ohne ein Wort zu sagen schulterte er sein Schwert und ging die Treppe hoch zu seinem Gemach. Um die Stille war es geschehen. Das Getuschel glich dem Surren eines Bienenschwarms. Es verstummte nur noch einmal als Candaal mit seinen Taschen und dem Reisemantel durch die Gaststube schritt. Der Reisende mit dem Streitkolben trottete ihm ein paar Schritte lang hinterher. Weiter als bis zum Wachposten kam er jedoch nicht. Der Ganove warf einen Blick über die Schulter und schüttelte dann demonstrativ erneut den Kopf. Weicheier wie den Burschen konnte er ohnehin nicht gebrauchen.

Damh
23.04.2012, 20:30
Staub wirbelte mit jedem Schritt auf, den Damh tat, während er sich dem Gebäude näherte, dass er schon vom Strand aus gesehen hatte. Es war ein seltsamer Bau, der von einer Palisade umzäumt war, die jeden Blick auf das Haus selbst verbot. Rauchkringel säumten die Luft über diesem Ort und ließen auf eine warme Stube schließen, vielleicht etwas stickig, aber sicher gemütlich. Vielleicht hätten die Bewohner etwas zu essen für ihn, wenn er ihnen ein Lied spielte? Doch um dies herauszufinden, musste erst einmal der Eingang gefunden werden, der seinem Auge bisher entgangen war. Als er sich entschloss das Gebäude von Süden in Augenschein zu nehmen, entdeckte er alsbald eine kleine Brücke, auf der ein ernst dreinschauender Kerl stand. Eine Waffe zierte seinen Gürtel und die Ausstrahlung, die er hatte, versprach Aufmerksamkeit und Obacht.
„He Fremder!“, rief er den Barden an, „auf der Suche nach einem schönen Plätzchen zum Ausruhen und Entspannen?“
„Ahoi“, begrüßte der Weißhaarige den Wachmann in Seemannsmanier und blieb vor der Brücke stehen, „was für ein Haus ist das hier? Ein Gehöft?“, wollte er wissen.
Der Brückenmann lachte, „Bist wohl noch nicht lang auf Argaan, wie?“, Damh schüttelte den Kopf, „Das hier ist die Gespaltene Jungfrau“, er deutete auf eine skurrile Statue, die aussah, wie eine von einem Ork in der Mitte gespaltene Frau, „Die beste Taverne der ganzen Insel. Für ein wenig Kleingeld kannst du hier übernachten, dich betrinken und Spaß haben.“


Ein Glücksstern musste dem Neuankömmling den Weg gewiesen haben. In einer Schenke könnte er etwas essen und Leute beobachten. Vielleicht hätten die Gäste auch nichts gegen ein kleines Ständchen einzuwenden und er würde ein Bier ausgegeben bekommen.
„Spielst du?“, wollte der Wachmann plötzlich wissen und deutete auf die Citole, die sich Damh auf den Rücken geschnallt hatte.
„Ja“, antwortete er und lächelte verlegen.
„Sonst hättest du das Ding ja auch nicht mit, was?“, lachte der andere.
„Scheint so.“
„Na los, rein mit dir, bevor ich es leid werde, so freundlich zu sein“, scherzte der Brückenmann und tat einen Schritt zur Seite, sodass der Barde an ihm vorbei konnte.


Als er die Palisade hinter sich gelassen hatte, staunte der Weißhaarige nicht schlecht über die Architektur der Taverne. Es sah ganz anders aus, als die Gebäude in Vengard: Seine erste Neuentdeckung, seit er angekommen war. Die Vorfreude auf sein neues Leben stieg an und er sah sich um. Der Geruch von Tieren drang ihm im gleichen Moment in die Nase, in dem er das Rumoren von Ochsen hörte und den Stall entdeckte, der an der rechten Seite des Gebäudes stand. Auch das Wiehern von Pferden war zu vernehmen und der unverkennbare Geruch ihrer Äpfel.
Auf seiner linken Seite konnte er einen Eingang ausmachen, auf den er sogleich zuging. Es war ein kleiner Vorraum und so öffnete Damh die Tür darin und fand sich im Schankraum der Taverne wieder. Gelächter, welches zuvor dumpf zu vernehmen war, dröhnte ihm nun in den Ohren. Der Geruch von vielen Menschen auf engem Raum schlug ihm entgegen: Schweiß, Erbrochenes und Alkohol, aber auch gebratenes Fleisch.
Die von Rauch geschwängerte Luft war so warm und stickig wie vermutet, doch konnten all diese Eindrücke den myrtanischen Touristen nur gefallen, obwohl es die selben wie auf dem Festland waren, wenn man eine Taverne betrat.


Als er die Tür geöffnet hatte, wandten sich die Blicke aller kurz zu ihm, einige verharrten länger, als es wohl bei solchen geschehen wäre, die normal aussahen, doch auch diese Blicke wandten sich alsbald ab.
Sie nehmen dich, wie du bist, ging es ihm albernerweise durch den Kopf.
Wieso sollten sie sich auch für einen Fremden interessieren? Nur ein einziges Augenpaar hatte sich nicht von ihm abgewendet und beinahe hätte Damh das Gesicht verzogen, als er die Wirtin entdeckte. Sie war keine Schönheit, bei weitem nicht, aber er hatte auch schon schlimmeres gesehen und so schritt er ihr entgegen, mit der Absicht, etwas Fleisch und Bier zu bestellen.


„Ich bin Murdra. Hast du Geld?“, kam die Frage der Schankfrau prompt, noch ehe der Barde etwas sagen konnte.
„Ja...“
„Dann hast du hier ein Bier und etwas zu Beißen“, meinte sie und stellte ihm auf den Tresen, was er ohnehin hatte bestellen wollen.
Mit fragendem Blick beglich er seine Rechnung und suchte sich einen Tisch. Nun, einen Tisch zu finden, war in dieser Taverne keine Kunst, denn es gab reichlich. Doch einen freien Tisch zu ergattern, schien ein Ding der Unmöglichkeit. Also suchte er sich den erstbesten Platz aus und fragte die dort sitzende Person höflich, ob er sich setzen dürfe.

Cécilia
23.04.2012, 20:54
Als sie angesprochen wurde, schaute die Seherin auf. Die Kräutersuche hatte sie gen Norden getrieben, ihr war die Idee gekommen, dass sie vielleicht nicht nur Sumpfkräuter benötigen könnte, wenn sie die Fähigkeit der Sicht verbessern wollte. Ein wenig nervte es sie, dass die Visionen noch so verschwommen waren und sie sich erst daran erinnern konnte, wenn die Wirkung der Kräuter auf ihren Geist aufgehört hatte. Sie bevorzugte es, klar denken zu können, und dem stand der Kräuterrauch entgegen. Was die Sache nicht besser machte, waren die Sumpfgase. Einmal hatte sie einen Wächter verschreckt, indem sie ihn versehentlich angerempelt und eine Vision bekommen hatte. Natürlich keine, die den Wächter selbst zufrieden gestellt hätte, die Leute wollten immer nur die Zukunft wissen, sie aber sah bisher nur Schnipsel der Vergangenheit.
Sie schaute auf und sah sich einem blassen Mann gegenüber, der ein wenig älter als sie zu sein schien. Das Haar war schlohweiß, eine seltene Erscheinung. Sie erinnerte sich an niemanden, der dieses Merkmal in jungem Alter ebenfalls aufwies. Aber das deutete auf nichts hin, oder wenigstens nicht so deutlich wie das Instrument, das er bei sich trug. Ein Barde womöglich, und wenn er viele Lieder kannte, fiel es einem leicht, sich einzureden, die Weisheit habe sein Haar gebleicht. Cé stimmte zu, dass der Mann an ihrem Tisch sitzen konnte. Eigentlich wollte sie auch nicht über Nacht bleiben, Murdras Preise hatten es in sich.
„Kommt Ihr von Argaan?“, fragte Cé, nachdem sie den Mann eine Weile gemustert hatte. „Ihr habt eine Salzkruste am Saum des Mantels, die auf eine Seereise hinweist. Mit Seereisen kenne ich mich nicht aus; aber wenn man im Sumpf lebt, lernt man, wie man Dreckränder deutet.“
Sie lächelte dem Fremden zu und trank von ihrem Met. Eine Gewohnheit aus Schwarzwasser, wo das Wasser ungekocht lebensgefährlich und abgekocht widerlich war. Eigentlich war sie dem Alkohol nicht verschrieben.

Damh
23.04.2012, 21:12
Erstaunt und erfreut zugleich über die Offenheit der, in seinen Augen, hübschen jungen Frau, setzte Damh seinen Bierkrug ab, aus dem er gerade trinken wollte und ging lieber auf seine Tischgeberin ein.
„Enttarnt und das nach nicht mal einem einzigen Tag hier“, gab sich der Barde theatralisch geschlagen und legte die Arme übereinander, als wolle er sich gefangen nehmen lassen, „Ich bin nicht von hier und bin vor nicht allzu langer Zeit mit einem Schiff angekommen. Das hier ist der erste Ort, an den ich mich gewagt habe.“
Während er sprach musterte er seine Gegenüber. Sie hatte lange, gewellte Haare in der Farbe von edlem Holz, sowie Augen, die dem selben Ton entspringen mochten. Der waldgrüne Umhang, den sie trug, mochte im Zusammenspiel mit ihrem Haar eine schöne Pflanze darstellen. Darüber hinaus trug zwei Schärpen mit dem Weißhaarigen unbekannten Zeichen. Eine Mode hierzulande?


In Gedanken begann er bereits Verse zu dichten, die ihrer Erscheinung angemessen schienen, wobei besonders ihre naturbezogene Ausstrahlung zur Geltung kam.
Reiß dich zusammen, ermahnte er sich selber, da er merkte, dass die junge Frau wohl auf weitere Erklärungen seinerseits wartete.
„Entschuldigt, ich wollte nicht unhöflich erscheinen. Viel mehr war ich von all den neuen und eindrucksvollen Dingen abgelenkt, zu denen Ihr Euch zählen dürft.“
Dann, gerade als er überlegte, ob er nicht ein wenig zu direkt gewesen war, fiel ihm wieder ein, wie es die Frau begründet hatte, dass sie erkennen konnte, was für eine Art Schmutz seinen Mantelsaum befleckte.
„Im Sumpf sagtet Ihr? Das klingt aufregend.“
Er biss von seinem Fleisch ab und stellte enttäuscht fest, dass es bereits kalt geworden war.
Typisch, mal wieder zu viel in Gedanken geschwelgt, tadelte er sich selber, ehe er merkte, dass der Tadel ebenfalls zu seiner Unachtsamkeit zählte.

Cécilia
23.04.2012, 21:43
Den Sumpf konnte man gut mit "aufregend" beschreiben. Es gab die Mücken, die einen bei jeder Gelegenheit aussaugten, die Sumpfgase, die mehr oder minder heitere Wirkung haben konnten, Gift speiende Toocondas und allgemein Sumpfhaie, Irrlichter, sehr viel Feuchtigkeit ... Wie dem auch sei, der Fremde kam nicht von Argaan, was ihr die Möglichkeit gab, ein wenig von der Insel zu erzählen, und wer wo hauste. Sie wusste nicht, woher er kam, aber eigentlich war er ihr sympathisch, und falls ihn die Innosler irgendwo vertrieben hatten oder so, wollte sie nicht Schuld sein, wenn er blind nach Thorniara rannte.
„Wenn Ihr das Eindrucksvolle sucht, geht nach Setarrif, zur Stadt mit den goldenen Kuppeln. Da findet man die Wassermagier und die Kämpfer der Insel unter König Ethorn. Setarrif liegt im Osten Argaans, der Insel hier“, begann sie zu erzählen. „Im Norden liegt Thorniara, dort sind die Feuermagier und Königstreuen von König Rhobar. Generell sollte man sich als Anhänger des einen Königs nicht in der Stadt des anderen Königs blicken lassen, nur als Hinweis. Stewark, im Westen, ist meines Wissens unabhängig. Am Ufer des Silbersees und im Orkwald gibt es Orks, und im Süden ist der Sumpf. Schwarzwasser ist nur ein Dorf, und sicher nicht so eindrucksvoll wie Setarrifs Kuppeln, aber das macht der riesige Baum namens Tooshoo in der Mitte des Dorfes sicher wett. Die Gespaltene Jungfrau liegt im Westen der Insel, nur damit Ihr wisst, wo Ihr seid.“
Sie trank noch einen Schluck und schaute, wie er reagierte.
„Im Sumpf selbst ist es hauptsächlich gefährlich. Ach ja, mein Name ist Cécilia. Ich bin seit etwas mehr als einem Jahr im Sumpf beheimatet. Darf man fragen, wie Ihr Euch nennt?“

Damh
23.04.2012, 22:03
Der letzte Tropfen des Bieres, welches er nicht bestellt hatte, rann seine Kehle hinab. Der Teller, auf dem sein Abendmahl residiert hatte, war nun ebenfalls leer und so konnte er ohne weitere Unterbrechung die Unterhaltung fortsetzen.
„Früher hat man mich Damh genannt und bisher hatte ich keine Gelegenheit, das zu ändern“, meinte er zwinkernd und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück, nachdem er seine Citole auf dem Tisch drapiert hatte, wo er sie nicht zwischen seinem Rücken und der Stuhllehne zerquetschte.
„Eure Beschreibungen verheißen lange Reisen mit großen Zielen und vielen interessanten Leuten auf der Straße“, knüpfte er an die grobe Beschreibung der Insel an. Allerdings komme ich bereits aus einer großen Stadt, die als eindrucksvoll zu beschreiben wäre - immerhin war es die Stadt des Königs, der wirklich oft meinen Liedern gelauscht hat“, prahlte er und strich sacht über sein Instrument.
Was im Namen Beliars faselst du da?, schrie er sich innerlich selbst an.
„Er war immer ein guter Zuhörer gewesen...“, er senkte die Stimme, wie es in einer Geschichte üblich war, die sich einem tragischen Ende zuneigte, „...Doch er ist nicht mehr und so bin ich auf Reise gegangen, um mehr Leute mit meiner Kunst zu beglücken“, sponn er den Lügenfaden weiter, in dem er sich alsbald zu verheddern drohte, wie eine unfähige Weberin.


„Ich würde Euch gern etwas vorspielen, aber ich glaube nicht, dass es die richtige Zeit ist,“ - mittlerweile lagen einige der Gäste mehr schlecht als recht auf ihren Tischen, teilweise in ihrem eigenen Erbrochenen und bewegten sich unregelmäßig - „Aber worauf ich hinaus wollte“, kletterte er den Pfad zurück, den er genommen hatte, „Ich denke, dass eine Stadt nicht das richtige wäre für einen Touristen wie mich, und mit Orks habe ich auch nicht viel am Hut. Der Sumpf liegt im Süden von hier, richtig? Dann werde ich mich wohl dorthin begeben und ehrlich gesagt empfinde ich gerade einen derartigen Tatendrang, dass ich wenig Lust habe, hier zu bleiben.“
Er stockte und holte Luft. „Verzeihung, ich rede wohl etwas zu viel.“
„Was treibt Euch in diese Taverne, wo Ihr doch den Sumpf Eure Heimat nennt?“

Cécilia
23.04.2012, 22:54
Ein seltsamer Name, aber vor ein paar Jahren hatte man dasselbe über ihren Namen gesagt. Sie fasste nach ihrem Gürtel, nach dem Beutel mit Kräutern, dann nickte sie. Das dürfte vorerst für ihre Versuche beim Hellsehen reichen. Wenn ihre Visionen dadurch nur ein wenig klarer wurden, wäre es schon mal etwas. Sie schob den leeren Becher von sich.
„Gen Sumpf will ich auch zurück, und zwar möglichst noch heute, wenn es dir nichts ausmacht. Murdra zieht mir das letzte Goldstück aus der Tasche“, kündigte Cé an. „Man muss durch den Orkwald, um zum Sumpf zu kommen, da ist es gut, wenn man Nachtwachen einteilen kann. Was den Sumpf angeht, da gibt es, genau wie im Orkwald, viele Gefahren, und du scheinst nicht bewaffnet zu sein.“
Sie nahm den Kampfstab, den sie hinter sich an die Wand gelehnt hatte, und stand auf.
„Ich bin Barbierin und habe Kräuter gesucht. Mal andere Kräuter als nur die aus dem Sumpf, auch wenn wir einen guten Kräutergarten haben. Tja, und jetzt werde ich jemanden nach Schwarzwasser eskortieren, wie es aussieht. Keine Panik, im Gegensatz zu Murdra verlange ich nicht für alles Gold. Und es kommt mir nicht vor, als würdest du viel reden. Ich kenne da ganz andere Leute.“
Da war Ornlu, der nur in Rätseln sprach, oder Bartimäus, die Neugier in Person, der alles wissen musste. Im Gegensatz dazu gab es natürlich auch noch Rekhyt, der es vorzog, nur dann zu reden, wenn es wirklich absolut notwendig war. Als würde ein zu viel geäußertes Wort ihn umbringen.

Parak
25.04.2012, 21:30
Hm. Zur Gespaltenen Jungfrau. Diese Morras...so sind sie halt, total verrückt. Ich würde lieber bei einem anderen Orak unterkommen, aber was solls...so schlimm finde ich die Morras auch nicht. Wenn sie nur nicht so müffeln würden...
Parak betrat den Hof des Gasthauses. Der schwere Weißorak ging langsam und unsicher voran. Zwar verstand sich der Stamm vom Silbersee schon immer relativ gut mit den Morras, aberdennoch, er selbst hatte genug anderes erlebt. Er hielt seine alte Axt fest umklammert, doch hinab, sodass es nicht wie ein Angriff aussähe. Zumindest sollte es nicht.
Als der alte Orak die Tür noch nicht einmal ganz erreicht hatte, drang bereits der Geruch von Morras in seine Nase. Er verzog das Gesicht und machte eine Grimasse, dann aber betrat er das so komisch benannte Gebäude.
Die Reaktion hätte er eigentlich vorhersehen können. Die paar Menschen, die er da sah, blickten ihn an, als stände Vater Beliar selbst in der Tür. Nun gut, Parak beugte sich mehr, als dass er stand, die Tür war einfach keine orakgerechte. Die bleichen Gesichter überspielend rief er einfach nur, da er ja morra sprach: "Gegrüßt seien Morras." Den Blicken zu urteilen hatte das noch mehr Verwirrung verursacht. Egal.
Plötzlich stieg dem Orak unter all den Gerüchen hier ein besonders guter in die Nase. Er drehte sich zur Seite und erblickte eine wirklich fette Morra, die jedoch einen großen Topf mit Eintopf festklammerte. Er ging zu ihr hin und sprach: "Guten Tag sagen Parak. Parak wollen gern Schüssel Essen." Die Morra nickte nur verängstigt mit dem Kopf. Sie holte eine Schüssel aus ihrem Regal und goss Eintopf hinein, ließ jedoch ihren Blick nicht ab von dem Weißorak. Als er die Schüssel entgegennahm, sprach er: "Danke sagen Parak, dicke Morra. Haben leider nichts zu geben Morra. Oder doch..."
Parak sah an sich hinab und hob dabei die Arme und so auch die Axt. Plötzlich, so glaubte er, schrie die Morra, doch für den schwerhörigen war es nur ein Rufen. Erst war er verwirrt, doch dann entdeckte er das Problem und senkte die Axt. Er machte sich nicht die Mühe sich zu setzen, er schlang den Eintopf in beinahe einem Ruck herunter. Die Schüssel stellte er dann wieder auf die Theke und bedankte sich: "Danke, dicke Morra. Du kochen gut. Parak leider nix zu geben, dicke Morra. Doch Parak kann wieder kommen und Tauschsache mitbringen."
Die dicke Morra rief nur: "Bloß nicht! Bloß nicht!"
Also ging er ruhig wieder hinaus. Die Morra wollte ja keine Gegenleistung. Er tat draußen ein paar Schritte, dann aber zischte ein Beil an seinem Kopf vorbei. Er drehte sich verstört um und sah, dass die ganze Meute aus der Taverne vor die Tür kam und mit Sachen nach ihm warf. Messer, Gabeln, Teller, Fackeln, Sicheln, alles mögliche warf man nach ihm. Gehört hatte er sie nicht, schwerhörig, wie er war. So suchte er schnell das Weite. Zwar war er noch immer kampfesfähig, doch es waren einfach zuviele Morras, die ihn da bewarfen und teilweise verfolgten. "Na los, ihr alten Beine! Tragt mich fort von hier. Mistgabeln schmecken mir nicht!" Der alte Ork rannte, zumindest lief er so, wie es ein alter Ork als Renen ansah. Die bewaffneten Morras verfolgten ihn noch immer. Er passierte das Tor und rannte noch immer weiter und wahrlich: Die Verfolger beließen es immer mehr dabei und riefen ihm einfach nur noch undeutliche Flüche hinterher. Parak rannte noch bis er außer Sichtweite war, dann ging er in die Knie. Der adrenalingestärkte Lauf hatte den alten Orak stark beansprucht.
So stand er da auf dem Weg, sah in Richtung Süden, keuchte und schnaufte. Und als er endlich wieder zu Atem gekommen war, brach er auf in den Süden. "Das war aber knapp!"

Vendrik
29.04.2012, 18:31
Die Wärme drückte etwas schwül, als der Mann mittleren Alters den Weg zur Taverne beschritt. Auch die kühlende Luft der aufgepeitschten See, die auf die Küste zurollte, konnten Vebdrik - so fühlte es sich für ihn zumindest an - keine Linderung verschaffen. Mit der freien Rechten schlug er sich in den Nacken. Verdammte Mücken! Dieser Plage war er an Bord des Schiffes, welches ihn vom Festland des Reiches übersetzte, Innos sei Dank entkommen, doch der nahegelegene Wald, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit schienen ideal und auftreibend für diese Parasiten zu sein. Leicht erschöpft schüttelte der ehemalige Verwalter den Kopf, ehe er das Gasthaus "Zur gespaltenen Jungfrau", wie man auf dem Schild lesen konnte, erreichte. Am Eingang stand eine unfreundliche Gestalt - das Bild eines abgerissenen jungen Mannes mit Stoppelbart und speckigen, ärmlich anmutenden Klamotten. Der Dreck der Porvinz. Ehe Vendrik selbst etwas sagen, oder zu Atem kommen konnte, grunzte ihn der Kerl auch schon an:

"Was wills' Du denn hier?" - und er musterte den Neuankömmling mit samt seiner Kleidung. "Feiner Pinkel vom Fes'land, was?"

Diese Frage überraschte Vendrik zunächst, hatte seine früher einmal ganz schwarze Kleidung auch schon einmal bessere Tage gesehen. Mit seinem glatt rasierten Gesicht und den relativ kurz geschnittenen, leicht angegrauten Haaren konnte man aber wohl dennoch auf diesem Flecken des hinterletzten Winkels der Insel als 'feiner Pinkel' durchgehen. Bemüht, diese Situation so schnell wie möglich zu beenden, antwortete Vendrik also:

"Ich will in das Gasthaus, Informationen und ein Bett für die Nacht erwerben. Sei versichert, dass ich keinen Ärger machen werde."

- Und ehe der ungehobelte Verschnitt eines Türstehers Anstalten machen konnte, noch einen flapsigen Spruch zu lassen, wechselten auch schon vier klimpernde Goldmünzen den Besitzer und sein Mundwerk blieb geschlossen; wenngleich nun ein fast schon dümmliches Grinsen auf seinem Gesicht lag:

"Hab'n guten Tag!", gab der Mann nur noch von sich und tat so, als würde er vornehm den nicht vorhandenen Hut vor Vendrik ziehen, welcher sich schon daran machte, das Gebäude selbst nun zu betreten.Wie man mit solchem Pack umzugehen hatte, das wusste der ehemalige Gutsverwalter aus Myrtana genau. Die einfach gestrickten Bauern, Tagelöhner und Holzfäller waren wie räudige Hunde, die sich um die Abfälle der reichen Tafel balgten und sich gegenseitig an die Kehle gingen, hielte man ihnen nur einen Knochen hin - oder warf ihnen gar ein Stück Fleisch zu. Dieses Bild belustigte Vendrik und er lächelte still in sich hinein, bis er den Schankraum betrat. Die Luft war hier drin noch schlimmer als draußen. Warm, feucht und der Geruch von Alkohol und einer verkochten Suppe hingen in der Luft. Ein furchtbares Gemisch, fand Vendrik und vermied es unter größter Vorsicht, die Nase zu rümpfen. Er wollte nun wirklich keinen Ärger mit dem Völkchen dieses entlegenen Winkels riskieren.

"Einen guten Abend, gute Frau.", begann Vendrik, als er sich den Weg zur Theke gebahnt hatte. "Ich suche Verpflegung, ein Bett für die Nacht und Informationen. Gibt es hier soetwas im Angebot?"

"Erstma' sagste mir, ob Du überhaupt Gold hast, ja? Vorher läuft hier nämlich nix und Anschreiben gibts nich'!", erwiderte die Wirtin und dem Buchhalter von Übersee überkam das Gefühl, dass dieser grunzende Unterton irgendwie das Aushängeschild dieser Taverne zu sein schien.

"Daran soll es wahrlich nicht scheitern, gnädige Frau...", gab Vendrik betont ruhig zurück, lehnte sich gelassen gegen den Holzverschlag des Tresens. Vielleicht würde er mit der ruhigen Masche bei dieser Frau eher einen guten Preis für das aushandeln können, was er suchte - und tatsächlich! Die Wirtin, die sich als Murda oder Murdra vorstellte, konnte ihm nicht nur den Weg nach Thorniara beschreiben und eine preiswerte Karte überlassen, sondern auch Verpflegung für den Weg sowie ein Bett für die kommende Nacht offerieren. Auch wenn er damit nur noch ein paar Münzen im Beutel hatte, die Reise würde bald ein Ende finden - nach wochenlanger Schiffsreise würde ihm eine Wanderung sicher gut tun und Vendrik hoffte, dass er keinen Gefahren begegnen würde.Mit aufmerksamem Blick und einem Krug Bier in der Hand blickte sich der einstige Gutsverwalter nun im Schankraum um. Vielleicht würde er ja jemanden finden, der ihm im Falle des Falles helfen könnte, die Stadt zu erreichen?

- Am nächsten Tag jedoch verlies Vendrik die Taverne mit seinen Vorräten in Richtung Stewark, um sich von dort aus zu seinem Ziel durchzuschlagen.

Henson
09.05.2012, 22:04
Nur sperliches Licht viel durch die Fenster in der Taverne, es war muffig und der eindrlingliche Geruch von Rum, Grog und anderem Alkohol lag in der Luft. Wahrlich, der Geruch war das einzig Gute an diesem Ort. Henson blickte aufmerksam durch den Raum und musterte das Publikum dass sich hier herumtrieb: Ein alter Mann, kahl und ohne einen einzigen Zahn im Mund hockte an der Bar. Er wirkte krank und schwach, lies sich davon aber nicht abhalten zug um zug aus einer alten Flasche zu genehmigen. Ein großes schwarzes "X" war auf dem Bauch dieser Flasche abgebildet. Neben ihm hockte ein weiterer alter Mann. Dieser schien sich zwar ein paar Beisserchen bewahrt zu haben, jedoch roch Henson bis an seinen Platz, dass der Mann nach Schweiß, Fisch und Elend stank. In einer Ecke hockten 2 Männer und schienen in ein Gespräch vertieft zu sein, sie flüsterten, doch war es nicht zu übersehen dass Sie immer hitziger und tiefer in ihr Gespräch versanken. An der Bar stand die Wirtin. Ein unangenehmes Weibsbild wie Henson fand. Nachdenklich sah er sie an und überlegte, ob sie hier wohl Wirt und Rausschmeiser in Einem war. Der Blick der unangenehmen Frau schwankte zu Ihm herüber und Henson blickte rasch davon. Er beschloss sich daraufhin, sich wieder seinem Bier zu wittmen.
Müde und erschöpft saß Henson auf seinem Stuhl. Er hatte sich soeben von seinem Kapitän verabschiedet. Seit 4 Jahren hatte er auf einem Schiff gearbeitet und seinen Lohn gespart. Nur das nötigste hatte er sich von seinem Gold geleistet. Deshalb hatte er inzwischen ein ganz schönes Sümmchen zusammen. Der schwere Goldbeutel hing prall gefüllt an seinem Gürtel und wartete nur darauf endlich geleert zu werden. " Ich muss ein Zimmer nehmen, dann muss ich mir was zu essen organisieren und dann suche ich mir eine Arbeit. Vielleicht als Schiffsbauer. Oder als Schmied! Oh oder als ein Magier!?" Überlegte sich Henson und starrte dabei nachdenklich in sein Bierglas. " Jetzt beruhig dich mal. Erstmal ein Zimmer!" Ermahnte sich der junge Mann, hob sein Bier und leerte es mit einem einzigem Zug.
" Du scheinst durstig zu sein!" Hörte er es plötzlich hinter sich rufen. Schnell drehte Henson sich um und betrachtete den Fremden. Es war ein großgewachsener Kerl, mit langem, schwarzem Haar und ebenso schwarzen Augen. Henson kannte diesen bedrohlich aussehenden Mann. Er war Arbeiter auf dem Schiff das Henson vor wenigen Stunden noch verlassen hatte. Die Zeit gefrohr. Henson sah ihn an und erwiederte kein Wort. " Was denn? Hast du etwa deine guten Manieren auf dem Schiff gelassen?" Fragte der Mann und zeigte Henson seine gelben Zähne als er breit grinste. " Denkst wohl in einem Loch wie diesem ist das nicht nötig?" Henson blickte über die Schulter des Mannes und sah wie die Wirtin sich rasch umwandte und zu ihnen hinüber funkelte. Ohren schien sie gute zu haben. " Tag, George!" Erwiederte Henson knapp. " Geht doch!" Sagte George und setzte sich lässig auf den Stuhl neben Henson. " Du wirkst entspannt, lässt es dir wohl gut gehn was?"
" Man tut was man kann." Erwiederte Henson ruhig. George richtete sich ein wenig auf, sah Henson direkt in die Augen und zeigte erneut eine Ansammlung von gelben Zähnen. " Das sieht man dir an, du wirkst um Jahre jünger!" " Komm zur Sache du Hund! Was willst du?" Fragte Henson nun wütend und starrte angriffslustig auf die andere Seite des Tisches zu George hinüber. Als er jedoch so hinübersah wurde ihm jedoch die Tatsache bewusst, dass vor ihm ein riesenhafter, starker Kerl saß, der ein langes Schwert in seinem Gürtel stecken hatte. Henson hingegen hatte nur seine Fäußte und sein positives Denken. Und in diesem Fall half ihm wohl beides nicht weiter. " Nun, an Bord wird jemand gebraucht der DEINE Arbeit weitermacht. Und jetzt rate mal WEM der Kapitän diese Arbeit aufgebrummt hat!" Henson sah schon zu was dieses Gespräch führen würde und Adrenalin schoss ihm in den Kopf. " Er sagte zu mir: George..." George begann mit tiefer, wichtigtuerischer Stimme den Kapitän nachzuahmen:" George! Entweder du schleifst den Kerl wieder zurück oder DU kümmerst dich absofort um seinen Job!" Der wütende Matrose sah finster zu Henson hinüber und wartete. Henson hingegen zermarterte sich derweil den Kopf darüber was er nun tun sollte. In einem Zweikapf gegen George war er haushoch im Nachteil, hätte er wenigstens eine Waffe! George wartete auf Hensons Antwort und sah weiterhin grollend hinüber. Henson öffnete langsam den Mund, er konnte einfach nicht anders. Mit einer Stimme als ob er mit einem Kleinkind sprechen würde fragte Henson:" George traurig?"
Schlagartig brach Tumult in der Taverne aus. George hatte ausgeholt und schlug mit seiner riesigen Pranke nach Henson, dieser war jedoch vorbereitet und tauchte unter dem Schlag hinweg. Ohne weiter zu überlegen machte Henson einen Satz und rannte in Richtung Tür, doch er war nicht schnell genug. Kaum hatte er die Tür erreicht, spürte er Georges Hand an seiner Schulter. Er wand panisch den Kopf nach hinten und sah wie George erneut zum Schlag ausholte.
Dann gab es ein lautes "DONG" und... George kippte aus den Latschen. Erstaunt sah Henson auf den am Boden liegenden George. Fast schon glaubte er an ein Wunder, dann entdeckte er dass in diesem Fall das Wunder die kugelige Wirtin war. Sie stand da und hielt eine große, metallene Bratpfanne in die Höhe. " Ich..." begann Henson schüchtern doch die Wirtin unterbrach ihn. " Willst du hier Ärger machen?" Fragte sie barsch. Henson war völlig konfus, öffnete den Mund und wollte etwas sagen, doch wieder lies ihn die taffe Frau nicht zu Wort kommen. " Ich kann solche Leute hier nicht gebrauchen!" Schimpfte sie weiter. " Ja aber..." " Hörst du? Wenn du hier Ärger machst, ergeht es dir wie dem da!" Mahnte sie Henson und deutete auf George der auf dem Boden lag und nicht einen einzigen Mucks von sich gab. " Ich will doch nur irgendwo schlafen!" Rief Henson nun verärgert darüber dass man ihn nicht zu Wort kommen lies, achtete jedoch genau darauf ob sich die Bratpfanne gleich wieder bewegen würde. " Schlafen willst du? Hm, kann ich dir trauen? Schaust mir etwas eigenartig aus." Die Wirtin mussterte Henson. Schnaubte dann aber grimmig und sagte:" Na schön, da gehts lang, nimm die 2. Tür von links, kannst du nicht verfehlen. Zahlen kannst du morgen, aber falls du dich raus schleichen willst, dann kannst du dich darauf verlassen dass ich wie eine Herde wilder Nashörner..." " Schon Gut!" Stieß Henson hervor und verschwand hastig aus der Reichweite der Pfanne. Er war froh sich endlich hinlegen zu können. " Mein erster Abend und gleich sowas!" Ärgerte er sich im stillen als er sich zu Bett lag. " Ich muss zusehen dass ich hier weg komme!"

Henson
10.05.2012, 16:25
Die Frau kam näher, sie schien zu schweben wie ein Geist, ihr langes, gold-braunes Haar fiel ihr verführerisch ins Gesicht, sie kam immernoch näher, ganz langsam und vorsichtig. Henson bemerkte ihr weißes Kleid, es schien nicht aus Stoff, sondern aus einer Rauch-ähnlichen Substanz zu sein, es schien leicht und bequem zu sein. Das Kleid glitzerte im Sonnenschein wie ein Juwel, die Frau kam näher. Henson sah ihre großen, grünen Augen glitzern, ihre Lippen waren halb geöffnet. Die Frau kam näher, Henson hätte nun alle Sommersprossen auf ihrem wunderschönen Gesicht zählen können, so nahe war sie bei ihm, er streckte die Hand aus, umschloss damit sachte ihren nacken und machte sich bereit die Frau zu küssen als... Ein lautes Rummsen riss Henson aus dem schlaf! Erschrocken schoss er hoch und sah sich um. Wo war er? Wo war seine Hängematte? Henson sah hin und her und mussterte das Zimmer, in der Hoffnung sich wieder daran zu erinnern was bei Beliar er hier verloren hatte. Dann erinnerte er sich endlich wieder. " Natürlich, ich bin in dieser Taverne." Sagte er leise zu sich selbst. Doch als ihm dies bewusst wurde, ärgerte er sich. Welcher verdammte Trottel wagte es, seinen Traum zu unterbrechen? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, stand er auf. Nebel hatte sich draußen breit gemacht, in die Ferne konnte man nur durch einen weißen Schleier sehen. Auf der Suche nach dem lauten Übeltäter kniff Henson seine Augen zusammen und lies den Blick durch das dreckige Fenster auf den Hof fallen. Er entdeckte eine Scheune und eine Person die sich wohl an dieser zu schaffen machte. " War ja klar." Dachte sich Henson als er die Person erkannte die dieses Spektakel veranstaltet hatte. Es war die Wirtin. Wie es aussah hatte sie wohl Hühner gefüttert und dabei war ihr der große Metalleimer aus der Hand gefallen. Nun versammelten sich alle Hühner um den Eimer und veranstalteten diesen Trubel. Ärgerlich lief Henson wieder vom Fenster weg in Richtung Bett, sammelte seine Klamotten vom Boden und zog sich schlecht gelaunt an.

Als der junge Mann schließlich im Gastraum ankam sah er sich um. Jetzt, so früh am Morgen waren noch nicht sehr viele Leute unterwegs. Nur 2 Männer waren gerade dabei Ihre Sachen zu packen um weiter zu ziehen. Kurz überlegte Henson ob er sich ihnen wohl anschließen sollte, doch dann fiel ihm ein, dass er diese Männer im Grunde noch nie gesehen hatte und dass es an diesem Fleck der Welt wohl besser war nur sich selbst zu vertrauen. Also wand er sich müde wieder ab und gähnte herzhaft als plötzlich die Wirtin das Zimmer betrat. " DU!" Sagte sie böse. " Guten..." begann Henson, doch die Wirtin unterbrach ihn. " Ist dir eigentlich klar was dein Freund gestern für ein Spektakel veranstaltet hat als er aufgewacht ist?" Fragte sie ihn. Henson sah zornig auf die kugelige Frau. Dieses gottverdammte Weibsbild, Henson hätte sie am liebsten mit einem großen, breiten Knüppel verkloppt. Da Henson vermutete, dass sie ihn sowieso wieder nicht zu Wort kommen lassen würde, nahm er seinen Goldbeutel, zog ein par Münzen hervor und warf sie auf den Tresen. " Das ist für das Zimmer." Erklärte er. " Und jetzt wäre es wirklich toll wenn du mir den Weg in die nächste Stadt erklärst." " Du willst schon wieder verschwinden was? Wo willst du denn hin?" Henson dachte kurz über diese Frage nach, dann fragte er neugierig:" Wo kann ich denn hin?" Verwundert sah ihn die Wirtin an. " Du kommst wohl nicht von hier was? Also wenn du noch gar keine Ahnung hast, wo du hin kannst, empfehle ich dir Thorniara. Dort solltest du Arbeit, Essen und ein Dach über dem Kopf finden. Es ist allerdings ein ganz schönes Stück bis dort hin. " Henson dachte darüber nach. Arbeit, Essen und eine Unterkunft, waren im Moment mehr als er sich erhofft hatte. " Wo muss ich lang?" Fragte er. Die pummelige Frau grinste und streckte eine große Hand mit 5 kleinen, breiten Fingern aus. " Es ist für einen guten Zweck." Sagte sie spöttisch. Schwer schnaubend langte Henson erneut in seinen Goldbeutel, zog 2 Münzen heraus und warf sie in die fette Hand.

Das alles trug sich vor mehreren Stunden dieses Tages zu. Inzwischen war Henson dem Weg gefolgt, welchen Murdra, so hieß die Wirtin, ihm erklärt hatte. Er war gespannt, was würde er in dieser Stadt wohl erleben? Erschöpft aber auch freudig kam Henson immer näher an Thorniara herran.

Badhor
02.06.2012, 22:35
In einer Taverne war es niemals still, nicht am Morgen, wenn der nächste Laufbursche durch die Gegend gehetzt wurde, nicht am Mittag, wenn sich die meisten Gäste erst bequemten aufzustehen und erst recht nicht am Abend, wenn die so ziemlich alle schon angeheitert oder betrunken waren. Und die, die es am Abend nicht schafften, sich zu betrinken, die holten es dann eben in der Nacht nach und hielten die Taverne bis ins Morgengrauen auf einem Lärmpegel, den man in so etwas eben immer fand.

So war es in Nordmar gewesen und so war es auch auf Argaan, vermutlich war es so auf der ganzen Welt. Nur ein Mann in dieser Taverne, angefüllt mit trinkfreudigen Reisenden, sprach nicht, saß nur da und trank ein Bier, sein erstes und vermutlich auch letztes für heute, aß eine Schüßel voll Eintopf und ließ den Blick durch den Raum gleiten.
Was hier saß waren Tagelöhner, Bauern ohne Felder, Handwerker aus der Stadt, doch keine Krieger, die sich im Rausch zu einem Unsinn hinreißen lassen würden, den sie dann am nächsten Tag mit einem "Im Auftrag des Königs" erklären und weiterziehen würden.
Der Verschwiegene hatte einiges an Reise hinter sich, vom Norden der Welt bis hin in den fernen Süden, war hungrig und hier in einem Land, das er nie vorher gesehen hatte, mit Menschen hierher gefahren, mit denen er nie vorher gesprochen hatte. Und nun saß er hier, hörte wie die Menschen planlos zechten, um schnellstmöglich ihre Sorgen zu vergessen und im Rausch zu ertrinken.
Er griff mit der Linken fast unbewusst an sein Hemd, wo das Horn jenes Tieres hing, das es wohl zu verschulden hatte, dass er nun hier saß, fernab der Heimat.

Inwischen hatten die mittlerweile stark Angetrunkenen ein Lied angestimmt, das sie mehr laut als schön durch den Raum brüllten und damit dem Jäger entgültig einen Grund gaben, zu gehen. Er aß die letzten Happen seines Eintopfes, trank den letzten Schlcuk seines Bieres, legte ein paar Goldmünzen auf den Tresen und ging.


Es war nicht der raue Ton, der ihn Gehen hieß, so etwas konnte einen Mann aus Nordmar nicht erschüttern, doch war es die Gesellschaft gewesen, die ihn in diesem Moment hatte flüchten lassen. Jene Gesellschaft, die er in diesem Moment einfach nicht ertrug. Als Jäger kannte man nicht nur die Einsamkeit, man hatte begonnen, sie zu schätzen...

Cyrith
06.06.2012, 22:59
Den Bauernhof hatte er schon lange hinter sich gelassen.
Er hatte sich heute in Stewark neue Ausrüstung besorgt, die Nacht würde er wohl in der gespaltenen Jungfrau verbringen, einer wohl sehr berühmten Taverne in dieser Gegend. Er saß nun inmitten von ein paar anderen Reisenden, sie tauschten Geschichten aus. Jeder wollte die abenteuerlichste Geschichte erzählt haben, damit der ganze Tisch am staunen war. Cyrith lauschte eher als das er irgendwas erzählte, zwar hatte er ziemlich viel erlebt aber er wollte nicht angeben.
Der Dieb grübelte schon den ganzen Abend über wie es nun weitergehen sollte. Er würde Morgen in die Richtung aufbrechen, die ihn wohl zum Orkwald bringen würde.
Den Wald kannte er ziemlich gut, den immerhin war er durch den Wald bereits mehrere male gereist.
Wen er diesen Wald durchquert hatte würde er in Schwarzwasser ankommen um wieder beim Wald Volk zu sein. Seinen Schakal hatte er schon seit Tagen nicht mehr gesehen aber er wusste genau das es ihm gut ginge und sie sich bald wieder sehen würden.

„Fremder, ich fragte euch was euer größtes Abenteuer war!“ rief ein Bärtiger Krieger, der seinen Humpen lehrte, die Augen auf den Dieb gerichtet um sich an einer wunderbaren Geschichte zu erfreuen.
„Eine Geschichte wollt ihr hören? Nun lasst mich kurz überlegen. In meinem Leben habe ich nicht sehr viel erlebt aber seid gewiss ich habe viele Kämpfe überstanden, schlachten gesehen und Freunde verloren aber ich bin immer noch am Leben um von den Geschichten zu erzählen. Nun gut. Sicherlich wisst ihr vom Angriff auf Bakaresh. Ich selber kämpfte um die Existenz der Stadt aber verlor im Kampf gegen diese Narren. Ich wurde hier her auf diese Insel gebracht aber ihr sollt wissen das in meiner Arena, ein großer Schatz verborgen ist, den kein Kämpfer je gesehen hat“ erzählte er, natürlich hatte er so übertrieben das alle schwiegen.

Er leerte sein Bier, genoss dabei die Aufmerksamen Blicke der Gäste und war sich sicher das er gerade wohl ziemlich übertrieben hatte.
„Wohin brecht ihr als nächstes auf?“ fragte ein Mann, der sein Gesicht tief in seine Kapuze verborgen hatte.
„Ich ziehe nach Schwarzwasser durch den Orkwald wird mein Weg sein, jedoch warum fragt ihr?“ antwortete Cyrith, blickte den Mann genau an um zu erkennen wer er war.
„Ich würde euch gerne begleiten, wen ihr einen Reisegefährten braucht“ er sah ziemlich Stark aus und würde sicherlich Ahnung vom Reisen haben.
„Natürlich nehme ich eurer Angebot gerne an, wir brechen Morgen beim Sonnenaufgang auf“ erklärte Cyrith mit einem lächeln.

Naberius
22.06.2012, 13:43
Ahhh da kommt die Tasse mit dem heißen Wasser. Voller Vorfreude betrachtete der alte Mann die Wirtin, welche mit einer Tasse heißem Wasser auf den Gast zukam. Sofort kramte der Alte in seiner Tasche und suchte den Beutel mit den Pfefferminzblättern. Nachdem er ihn gefunden hatte nahm einige der grünen Blätter heraus und warf sie in das noch kochende Wasser. Nun musste er nur noch warten, bis sein Heißgetränk abgekühlt ist. Doch bis dahin konnte er sich auch ein wenig die Umgebung anschauen. Das Gasthaus hatte etwas heimeliges an sich. Der Kamin verstrahlte mit den Kerzen ein angenehmes Licht und sorgte auch für eine angenehme Wärme. Zwar war es fast Sommer und draußen war hellichter Tag, doch im die Wolken bedeckten den Himmel und ließen der Sonne keine Chance zum Vorschein zu kommen. Trotz der Helligkeit von draußen wäre das Innere des Gasthofes ohne die Kerzen und das Feuer relativ düster gewesen. Doch durch die Helligkeit und die Wärme wurde man regelrecht müde und alles lud zum verweilen ein. Nun ja alles außer die Gäste. Die Gäste des Wirtshauses waren allesamt ruppige Gesellen, welche zwar bestimmt einer ehrlichen Arbeit nachgingen, doch ihr Aussehen jagte dem alten Mann zuerst einen Schrecken ein. Er hätte beinahe gedacht er wäre an einem Banditenvorposten stehen geblieben. Doch er wettete, das , wenn man alle besser kennen lernen würde alle von ihnen eine beschwingte und freundliche Ader besaßen. Ein Tisch zum Beispiel war von Seeleuten besetzt, welche durch den Umgang mit der See sowohl Muskeln als auch Verletzungen davon getragen haben. Einer von ihnen hustete unentwegt und Naberius tat es in der Seele weh, dass er keine Salbe gegen diesen Husten dabei hatte. Zwar hätte er dem Mann auch einen Tee aus Echter Kamille oder aus Goldmelisse machen können, doch dazu hätte er die Pflanzen frisch benötigt. Und auf seinem Weg hierher hatte er nirgends solche Kräuter gefunden. Er hätte sich weiter Gedanken darüber gemacht, ob er nicht doch eine dieser Pflanzen am Wegesrand gese hen hat, wenn Schuhu nicht auf einmal kurz und laut gekrächzt hätte. Der Kauz hatte Naberius darauf aufmerksam gemacht, dass der Tee nicht mehr dampfte und er etwas zu Essen erhalten wolle als Belohnung. Sofort kramte er wieder in seiner Tasche um den Beutel mit dem getrockneten Mäusefleisch zu suchen. Nach kurzer Suche fand er den besagten Beutel und überließ dem Streifenkauz zwei Streifen seines bevorzugten Beutetieres. Um dem Vogel nicht weiter bei der Nahrungsaufnahme zuzusehen nahm der alte Babier die Tasse in beide Hände und trank den heißen Tee langsam und bedächtig, während er sich fragte wie es den Dorfbewohnern wohl erginge.

Naberius
22.06.2012, 15:28
Ahhhh. Mit einem leisen Seufzer ließ Naberius die Wärme des Tees aus seinem Mund entweichen. Nachdem er nun seine Tasse in der Ruhe eines alten Mannes getrunken hatte, wollte der Alte sich nun langsam auf den Weg ins Weißaugengebirge machen. Zwar konnte er sich zeit lassen doch er wollte den Weg bis nach Setarrif so schnell wie möglich hinter sich bringen. Er wusste, dass der Weg durchs Gebirge beschwerlich war, doch er konnte immer noch in der Silberseeburg für eine Nacht sein Lager aufschlagen und dort auch nächtigen. Sein VErsprechen seines Gottes gegenüber zu versuchen ein Wassermagier zu werden wollte er sogleich und mit vollem Tatendrang versuchen einzulösen. Und das bedeutete, Naberius sollte oder wollte schnellst möglich nach Setarrif und den dort vorherrschenden Wassermagiern. Langsam stand der Weißhaarige auf, legte einige Münzen auf den Tisch und ging mit Schuhu zur Tür hinaus. Den Vogel schien es nicht zu stören, dass die beiden die warme Taverne verlassen hatten. Der Alte allerdings merkte, wie kalt es draußen im Gegensatz zur Taverne war. Doch schon nach kurzer Zeit merkte Naberius, wie es ihm garnichts ausmachte bei der frischen Luft und bei der Kälte zu wandern. Es war sogar seiner Ansicht nach sehr befreiend. So ging der Babier gut gelaunt und auch mit der Hoffnung, als Adept der Wassermagier angenommen zu werden, in Richtung Weißaugengebirge. Auf dem Weg zu einem Trampepfad über die Berge entdeckte der Alte einige Büschel Hirtentäschelkraut, welches bei Fieber als auch bei Verletzungen half. Selbst im getrockneten Zustand war Hirtentäschelkraut noch nutzbar. Zwar war jede Pflanze egal ob getrocknet oder nicht nutzbar doch ihre Heilkräfte schwanden auf die Dauer und sanken auf ein Minimum herab. Doch das Hirtentäschelkraut konnte er ruhigen Gewissens auch so ernten ohne es derzeit zu benötigen. Nach dieser kleinen Pause zum abtrennen der Pflanze sowie zur Lagerung der Nutzungswürdigen Teilen Der Pflanze konnte Naberius seinen Weg alsbald fortsetzen.

Naberius
24.06.2012, 18:46
Schuhu. Schuhu. "Was ist den Schuhu? HAst du wieder mal eine Maus gesehen." Schmerzlich erinnerte sich Naberius daran, wie der Kauz schonmal eine Maus gesehen hatte und dabei seine Klauen schmerzlich in die Schultern des Alten gebohrt hatten. So hatte er sich auch ein Schulterpolster in jede seiner Kleidungen einarbeiten lassen. Doch diese Mal hate der Vogel wohl keine Maus oder irgendeine andere Form seiner Nahrung erspäht. Wahrscheinlich war es nur eine unbedachte und zufällige Lautäußerung gewesen. Dennoch ob es wirklich nur Zufall war oder irgendein Gott seine Finger im Spiel hatte konnte der Dorfarzt einen großen Strauch Goldmelisse erkennen. Goldmelisse?! An irgendetwas erinnert sie mich. Wie einen Blitzschlag traf es Naberius. Der Fischer in der TAverne. Sein Husten. Und Gott sei dank hat er eine noch nicht allzu große Strecke zurückgelegt. Er konnte noch einmal zurückmaschieren und dem Mann seine Medizin bringen. Und für das mögliche Retten eines Menschenlebens war dieser Weg nur ein kleiner Preis. Mit seiner Sichel schnitt der Weißhaarige den Gesamten Strauch ab, von dem er dachte er würde den Fischer kurieren und für 3 Tage a 3 Tassen reichen. Wenn der Mann nicht zu viel nahm. Die Pflanze in der Tasche verstaut ging Naberius mit schnellen Schritten in die Richtung zurück, aus der er gekommen war. Zwar hatte er gestern und heute mehrere Stunden für den Weg gebraucht, aber das ließ sich auf die ruhige Art des alten Mannes zurückführen. Dieses Mal bewältigte der ALte die Strecke in nur 2 1/2 Stunden. Zwar war das Dauerlaufen eine Belastung und Naberius war fast am Ende seiner Kräfte, doch vor ihm erhob sich die Taverne zur Gespaltenen Jungfrau. Mit der Hoffnung den Fischer auch anzutreffen ging der Babier in die Taverne. Der Eintritt war wie ein Dejavú. Alle starten ihn und dann seinen Streifenkauz an. Und nach einigen Sekunden wandte sich jeder wieder seinen Dingen zu. Doch da erspähten die noch wachen Augen des Alten den Fischer in einer Ecke. Diesesmal war er alleine mit einem kleinen Beutel. Letztes Mal war er mit einigen Kumpanen da gewesen und hatte sich besoffen. Doch diese Mal war sein Husten auch schlimmer. Naberius glaubte, dass ohne Heilung in einigen Wochen der Körper zu schwach für jedwede Arbeit gewesen wäre. Mit eiligen Schritten ging er auf den hustenden Mann zu. Als er vor ihm stand schaute der grobschlächtig wirkende Mann fragend zu ihm auf. Sofort kramte er das Büschel Pflanzen aus seinem Beutel heraus und legte es auf den Tisch. "Guten Abend mein Freund. Ich habe gestern bemerkt, dass du einen schlimmen Husten hattest. Heute hab ich dann eine Pflanze gefunden die deinen Husten lindert und ihn ausmerzen wird. Allerdings musst du circa drei Tage lang jeden Tag drei Tassen Tee zu dir nehmen. Dazu nimmst du dir heißes Wasser und gibst 2 Teelöfel von der Pflanze dort hinein. Dann wird wieder alles." Der Mann gickte auf die Pflanze und danach fragend zu Naberius. Als dieser sich anschickte zu gehen hielt ihn der Mann am Arm fest und wühlte in seiner Tasche. Mit seiner rauen Stimme erklärte er sich. "Danke schön. Ich weiß zwar nicht ob es wirkt oder warum du das tust aber nimm bitte diesen Räucherlachs. Den wollte heute eh keiner mehr kaufen." Sofort bedankte sich Naberius und verabschiedete sich von dem netten Fischer. Doch was sah er da? In der Ecke der Taveren saß ein junger Mann, welcher maximal 25 Lenze erlebt hatte. Zwar war sein Gesicht so emotionslos wie das einer Statue doch in seinen Augen meinte Naberius einen leichten Hauch von Verlorenheit und vielleicht auch Unwissen festzustellen. Vielleicht ist er ein Anhänger Adanos? Oder auch nicht. Vielleicht sollt ich ihn Fragen ob er mit nach Setarrif will? Gesagt getan ging der alte Mann auf den Schwarzhaarigen zu. Der bemerkte jetzt wie Naberius auf ihn zukam. "Entschuldigt Fremder. Mein Name ist Naberius und ich fand ihr sahet ein wenig verloren aus. Ich wollt euch fragen ob ihr mir vielleicht Gesellschaft während meiner Reise nach Setarrif leisten wollt. Natürlich nur wenn es in deinem Willen liegt." Auf eine Antwort wartend schaute Naberius seinen Gegenüber an.

Sothen
25.06.2012, 18:59
Gelassen hatte der junge Mann sich aufgerichtet und hatte beiläufig aus dem Fenster geschaut. Das Gleiche wie auch gestern. Wie es eigentlich aussah? Das war Sothen doch völlig egal! Aus eigener Intuition wusste er, dass das was sich draußen abspielte nunmal völlig uninteressant war. Nun vielleicht waren diese Stille und diese einhergehende Harmonie etwas Schönes für die Menschen, welche in ihrem Leben nicht viel mehr zu Stande brachten, als durch eine Blumenwiese zu laufen, welche sie Paradies nannten. Eben dieses Paradies gab es für Sothen nicht mehr, seiddem er zu einem Sklaven der Orks geworden war, nein ganz im Gegenteil die Kreaturen Beliars hatten ihm bewiesen, dass es so etwas nun einmal nicht gab. Nunja eigentlich war es merkwürdig, dass gerade dieses so unterbelichtete und gleichermaßen unkultivierte Volk es ihm beigebracht hatte, wie das Leben wirklich war. Hatte man ihnen eigentlich schon verraten, dass sie die Körperpflege vernachlässigten? Nun Sothen hätte dies ganz sicherlich getan, wenn er realistische Chancen gehabt hätte wenigstings einem der Grünhäute zu entkommen. In seinem eigenen, kleinen und ebenso feinen Gedankenverwirr verstrickt fand der junge Braunhaarige seinen Weg zu einem Tisch, welcher in der wirklich hintersten und dreckigsten Ecke des Lokals ein, wie es eben zu Sothen passte! Nunja... dreckig war er nun nicht wirklich und als letzter stand er gewöhnlicherweise nicht bei den wichtigen Dingen des Lebens an, aber irgendwie passte die Ecke dennoch zu dem Braunhaarigen. Wie eine schäbige Ecke zu einem jungen Mann passen konnte wusste Sothen nicht, doch aus irgendeinem Grund schaffte es der Verstand des ehemaligen Sklaven es seinem eigenen Herren und Meister einen Streich zu spielen, was sich in der Form zeigte, dass Sothen sich tatsächlich vorstellte, was für Beziehungsarten es mit einem Tisch geben konnte! Freundschaft? So etwas endete sicherlich nicht gut, wenn die beiden Beteiligten schwimmen gehen wollten. Blutsbruderschaft? Müsste sicherlich merkwürdig aussehen, wenn der Mensch sich mit einem Messer verletzte, Selbiges bei dem Tisch tat und dann tatsächlich erwartete, dass der Tisch irgendetwas anderes tat... als ein Tisch zu sein. Doch das Konstrukt der Gedanken, welches Sothen sich mittlerweile um einen Tisch aufgebaut hatte wurde noch merkwürdiger. Wie wohl eine Ehe mit einem Tisch aussah? Schon allein wegen den Blicken, welche man auf sich ziehen würde wäre es interessant für Sothen so zu tun, als würde er einem Tisch Gefühle entgegenbringen. Im Angesichte dessen, dass es nicht DIE Tisch war, sondern DER Tisch war hatte Sothen jedoch jegliche Gedanken die darum handelten verdrängt, denn als homosexuell wollte der Braunhaarige ganz sicherlich nicht gelten. Freundlicherweise half ihm das Schicksal dabei das Konstrukt der Gedanken zu vergessen, denn ein alter Mann hatte Sothen angesprochen, welcher wie für ihn üblich da saß. Der Alte hatte es Sothen tatsächlich angeboten ihn nach Setarrif zu begleiten. Eines musste man ihm tatsächlich lassen Mut hatte der Greis, was Sothen durchaus zu würdigen wies. Dies war auch der Grund, warum er dem Älteren seine Hand hinhielt und ebenfalls anfing zu sprechen:"Nun da Gleiches üblicherweise mit Gleichem vergolten wird, so werde ich auch euch meinen Namen nennen. Ihr könnt mich Sothen nennen, falls ihr einen Namen tatsächlich braucht, doch seid versichert, dass ich das Angebot annehmen werde. Einen Grund dafür werde ich euch allerdings nicht nennen, möglicherweise komtm ihr ja selbst darauf." Daraufhin war der erst vor kurzer Zeit in Argaan Eingetroffene aufgestanden. Wieso er ja gesagt hatte? Nunja gegen Gesellschaft hatte er generell nicht und zudem musste er weg von hier. Er brauchte den Trubel der Großstadt, den er solange gewohnt war. Außerdem wusste er sowieso nicht wohin, weswegen sich das Ziel Setariff und somit das Angebot des Alten gleichermaßen gut anboten.

Freiya
05.07.2012, 21:31
Willbor stellte genervt den Becher auf den Tisch.
"Die Reise stand von Anfang an unter keinem guten Stern", schimpfte er schließlich. Freiya nippte an ihrem verdünnten Wein.
"Innos will es uns nicht zu einfach machen", sagte sie schließlich. Willbor schnaubte verächtlich und erntete einen bösen Blick der Rothaarigen.
Da saßen sie nun, in dieser Taverne "Zur gespaltenen Jungfrau". Nach einer gefühlten Ewigkeit hatten sie ein Schiff gefunden, dass von Quasar nach Thorniara zurücksegeln würde. Sie dachten, dass sie schneller voran kommen würden so, aber schon bald auf dem Meer trieb ein gewaltiger Sturm das Schiff von seiner Route ab und beschädigte es schwer. Nach einer zweitägigen Irrfahrt auf See waren sie schließlich wieder auf Argaan gelandet. Allerdings in der Nähe der Jungfrau, statt in der Stadt König Rhobars. Das Schiff würde repariert werden, genauso gut konnten sie aber auch zu Fuß weiterreisen. Doch für diese Nacht hatten sie Unterkunft bei der Wirtin Murdra gesucht.

Äußerlich wirkte Freiya ruhig, doch innerlich war sie angespannt. Lord Juns Worte regten sie weniger auf, auch, wenn sie zugeben musste, dass sie sich angestachelt fühlte, sich zu beweißen. Doch mehr noch befürchtete sie, Lord Hagen enttäuscht zu haben. Was aber hätte sie dem aufgebrachten Pfau in Quasar erwidern sollen? Das war nicht ihre Ebene.
Da hatte Lord Hagen sie geschickt und dann kam sie mit einer derartigen Botschaft zurück. Das würde bedeuten, dass sie weiterhin Wache schieben müsste.
Sie nahm noch einen Schluck.
"Lass uns zuerst zur Burg am Silbersee gehen", sagte sie schließlich. Willbor nickte.
"Du meinst, du schickst jemanden von dort aus nach Thorniara?"
"Nein, ich will diese Botschaft selber zu Hagen bringen. Aber ich wollte die Burg mal sehen und sie liegt fast auf dem Weg."
Wieder nickte Willbor.
"Es ist eine Schande", sagte Freiya schließlich leise. "In Quasar befinden sich so viele kampffähige Männer, deren Hilfe wir gebrauchen könnten."
In all seinem Eifer hatte Jun eine der schlechtesten Eigenschaften des Bösen zu tage gebracht: Eitelkeit. Erst, wenn Hagen vor ihm kroch, war er bereit, zu kämpfen. Pfui. Es schüttelte sie richtig bei dem Gedanken. Sie verstand langsam nicht mehr, was Hiroga an ihm fand.

Das Mädchen seufzte. Es war viel zu lange her, dass sie bei ihrem Liebsten gewesen war. So vieles war inzwischen passiert. Es wurde Zeit, dass sie wieder heimkam.
"Ich geh schlafen, morgen brechen wir zum Silbersee auf", sagte sie schließlich, stand auf und ging.

Otrego
11.07.2012, 19:40
"Eine Taverne mhm vielleicht kann ich mich dort als Barde versuchen um etwas Geld zu bekommen" Otrego schaute verzweifelt in seine Geldtasche "15 alte Goldmünzen ... ich hoffe die sind noch etwas Wert denn sonst bin ich aufgeschmissen." Die Nacht brach hinein und Otrego näherte sich dem Tor zur Taverne, er bat um Einlass doch die Wachen waren wegen seiner zerrissenen Räuber ähnlichen Kleidung etwas misstrauisch und wollten wissen was er in der Taverne wollte so sprach Otrego: "Ich bin Barde und suche Unterkunft, ich bin erst angekommen und bin sehr Hungrig und Müde" die Wachen ließen ihn passieren. In einem Haus brannten viele Lichter unter hinter der Tür hörte Otrego Gelächter und das Geräusch Klimpernder Krüge. Otrego betrat die Taverne und sah viele muntere Gesichter und betrunkene Leute. Er ging zur Wirtin Murdra und fragte nach einem Zimmer, die jedoch fauchte ihn an und verlangte zuerst dass Otrego dass Zimmer sauber machen soll, erst danach könnte ich das Zimmer vielleicht bekommen wenn der Preis stimmt. Also ging Otrego hinauf und machte das Zimmer sauber, räumte ein paar Sachen ein, und putze noch ein wenig. "So Murdra das Zimmer ist strahlend sauber, kann ich es nun haben?" sagte Otrego, "Für 10 Goldstücke kannst du deine Sachen dort ablegen und dich niederlassen, aber räum hinter her auch wieder auf sonst gebe ich jemand anders den Zimmer schlüssel" brummte Murdra, Otrego gab Murdra das Geld und ging mit all seinem Gepäck auf sein Zimmer und ruhte sich erstmal eine weile aus, er dachte gar nicht an die morgigen Aufzeichnungen, oder Beobachtungen dafür war er schon viel zu müde, er haute sich ins Bett und legte sich bis zum nächsten Morgen hin.

Larian
16.07.2012, 00:59
Es war dunkel, als ein Mann an die Küste des südlichen Stewarks angespült wurde. Sich den Sand aus dem Gesicht wischend, ließ er seine Reise nochmal Revue passieren. Er war auf einem Schiff gewesen... es steuerte Setarrif an. Aber was bei Beliar war dann passiert? Jedenfalls war er nicht mehr auf dem Schiff, hatte nur noch ein Säckchen mit ein paar dreckigen Goldmünzen und seinen Dolch. Natürlich auch noch seine Kleidung. Es begann leicht zu nieseln und er erhob sich, sah sich verwirrt um. WO WAR ER?! Er sah nach rechts. Nichts ausser Sand, Schildkröten und weiter entfernt Bäume. Dann nach links. Ein ganz schwacher Lichtschein. Also ging er dorthin, denn Licht in der Nacht bedeutete meistens Menschen. Und da es kein großer Lichtschein war, konnte er sich vorstellen, dass es kein Lagerfeuer war, also wahrscheinlich eine feste Besiedlung, ähnlich einem Haus. Und das hieß letztendlich : Keine Banditen. Zumindest hoffte er das. Allerdings hatte ihm die Welt schon oft genug ihr böses Grinsen gezeigt, sodass er sich langsam heranschlich. Es waren einige Hütten, davor gab es Boote. Es waren wohl Fischer. Er spähte durch das Fenster hinein und sah nur schlafende Menschen. Plötzlich bellte es, dann knurrte es... direkt hinter ihm. Er drehte sich um und sah in die Augen eines mehr als wütenden Hundes. Kurz blickte er auf seinen Dolch, dann auf den Hund...wieder auf den Dolch, dann auf den Hund. Aber schon bald traf er wohl die einzig richtige Entscheidung: Er nahm die Beine in die Hand und rannte ins Landesinnere. Ein ganzes Stück wurde er von dem Köter verfolgt, allerdings drehte dieser dann um und begab sich zurück zum Haus. Schwer atmend ließ er sich erst einmal auf einem Stein nieder. Sah sich um. Wald, Steine und Wiesen. Kein Licht, bis auf den leichten Mondschein, der durch die Wolkendecke brach. " Was für ein Dreck...",murmelte er nur und ging sich mit der Hand durch das Gesicht. Langsam ging er den sanften Hügel hoch, den er hinauf geflüchtet war. Und erstaunlicherweise fand er doch noch etwas Zivilisation, wenn man es so nennen wollte. Eine Taverne, allerdings befestigt. Wo war er nur gelandet? Langsam ging er auf diese zu, ein Wächter musterte ihn. "Ganz schön spät um schwimmen zu gehen.", scherzte die Wache über seine nasse Kleidung und den Wächter ernüchtert anblickend, wedelte er mit dem Geldsäckchen. "Ich habe nur Durst.", sagte er und ging an der Wache vorbei, die ihn dann auch passieren ließ.
Es zog ihn direkt in den Schankraum, der um diese Uhrzeit wohl nicht mehr allzu voll war. "Ein Bier bitte", sagte er zur Wirtin und lehnte sich auf den Tresen, sah sich um. "Wo bin ich hier?", fragte er sie dann

Otrego
16.07.2012, 12:12
Otrego nahm den Vogel den er im Goblinlager gefunden hatte zur Taverne mit, er holte einen kleinen Verband aus seiner Reisetasche raus um die Wunde etwas abzudecken, viel mehr konnte Otrego nicht tun aber bis er einen Heiler gefunden hat dauerte es „Die Wunde ist abgedeckt, damit sie sich aber nicht entzündet brauche ich bessere Kenntnisse als Barbier, ich muss jemanden finden der sich damit auskennt“ sagte Otrego, er lies seinen Vogel in seinem Zimmer zurück, er legte ihn in seiner Schublade die er mit seinem Umhang ausgepolstert hatte.
In der Taverne sah Otrego niemanden der derzeit helfen konnte, deswegen schnappte Otrego seinen Wanderstab seinen Rucksack und ging auf erkundungstour mit der Hoffnung dass er ein paar Pflanzen findet die jemand brauchen könnte um ein Heilmittel herzustellen, da Otrego nicht genau wusste welche Pflanze für was ist ließ er sein Bauchgefühl ran und schaute sich die Pflanzen mal an. „So dann schauen wir mal was sich so finden lässt“ sprach Otrego und ging los.

Otrego
16.07.2012, 15:29
Als Otrego die Taverne betrat, kam ihm ein Warmer Hauch entgegen, er beschloss eine Weile hier zu verweilen und sich am Feuer zu wärmen, er ging richtung Bar um zu Bestellen. Da er etwas Gold gefunden hat konnte er es sich gut gehen lassen, er nahm ein Bier warf ein paar Münzen rüber und setzte sich an einen Tisch. Er sah der Gefahr in dieser Nacht ins Auge, das Bier hat er sich redlich verdient, er nahm es in die Hand und trank davon. Ihm ging die kalte schattige und fast schon faule Luft vor der Taverne nicht aus dem Kopf, so mutig Otrego war hat ihm irgendwas direkt ins Herz getroffen, als hätte jemand einen Schattenpfeil voller Furcht auf ihn geschossen. Er stellte das Bier hin und dachte nach, er dachte ob er verflucht sei oder irgendeine dunkle Bestie versucht seinen verstand zu vernebeln, mit Mut machenden Worten sagte er zu sich: „Heute Nacht benebelt mich nur der Alkohol, für dunkle Bestien hab ich später mal Zeit“, und so ließ er die Krüge klingen und genoss die Nacht.

Larian
18.07.2012, 21:52
Nachdem er das Erz in schweißtreibender Arbeit abgebaut hatte, saß Larian den ganzen Tag in dieser kleinen Höhle, welche mehr der Bereich unter einem Felsvorsprung war, als wirklich eine richtige Höhle. Die Arbeit hatte ihn erschöpft, aber dafür hatte er eine ganze Menge Erz dabei. Doch wie sollte er es transportieren? ihm fiel einfach nichts gutes ein. Hätte er nur an einen Rucksack gedacht. Aber dann, als es dämmerte, dämmerte auch ihm etwas. Er schüttete einfach das Gold aus und stopfte beide Säcke, die er nun hatte, mit dem Erz aus, ebenso seine Hosentasche. Wenigstens konnte er damit eine ganze Menge mitnehmen. Doch wer sollte es ihm eigentlich abnehmen, wenn er nicht schon unterwegs ausgeraubt wurde? Einen Schmied hatte er nicht gesehen, genauso wenig einen Ofen. Die Taverne schien also nur wenig damit anfangen zu können. Trotzdem versuchte er sein Glück und begab sich wieder zurück zur eben diesem Ort. Es sah definitiv eigenartig, wenn nicht sogar extrem belustigend aus, wie er ging. Denn es sah aus, als hätte er noch etwas in der Hose, ausser dem Erz. Aber er hielt sich wacker und brachte das Erz in die Taverne. Oder zumindest vor das Tor. Denn ohne Gold wurde er einfach nicht hereingelassen. "Ich habe garantiert mehrere Kilo Erz dabei. Eisenerz! Das ist eine ganze Menge Wert!" , sagte Larian beinahe schon verzweifelt. War er den Weg jetzt umsonst gegangen. "Bare Münze sollte klingeln, oder kein Einlass." , sagte der Wächter, und machte sich mit seinem Ton voller Pathos über Larian lustig. Ein paar Stunden später traf jedoch ein Händler ein und nahm ihm das Erz ab. Zwar hätte er sicher das doppelte herausschlagen können, aber die 20 Goldmünzen und ein Nagelknüppel würden ihm noch gute Dienste erweisen. Er schnippte dem Wächter grinsend, beinahe schon extrem belustigt über diese Schicksalwendung, zu und ging an ihm vorbei in die Taverne. Dort bestellte er sich ersteinmal etwas deftiges zu essen und ein Bier, setzte sich dicht an den Kamin.

Robina
23.07.2012, 23:14
Unfassbar –bis zur Taverne waren es tatsächlich nur noch wenige Meter gewesen. In dieser Situation und Gesellschaft konnte sich Robina keinen herzlicheren Ort vorstellen. Die Gestalt, welche ihnen zuvor am Strand begegnet war, eilte auf das Gehöft zu und stürmte hastig an einem Mann vorbei, der scheinbar den Eingang bewachte. Er warf dem sich nähernden Gespann misstrauische Blicke zu.
„Kein Geld, kein Einlass, Frollein!“, bellte er Robina an, welche zugleich auf die Taverne zustreben wollte, und stellte sich ihr in den Weg. Diese blinzelte zu dem Wachmann hinauf.
„Werter Herr, ich bitte Euch!“ Sie ergriff vehement seine Hand. „Eure Achtsamkeit, mit der Ihr Euren Dienst verrichtet, ist gewiss bewundernswert- es muss sehr beschwerlich für Euch sein, Euch mit allerlei zwielichtigen Gestalten nächtelang herumschlagen zu müssen. Vermutlich wird Euch Eure Arbeit nicht einmal angemessen vergütet.“ Sie setzte ihr charmantestes Lächeln auf und tatsächlich erkannte sie ein leichtes Erweichen in seinem Blick. „Ich bin nur eine harmlose, heimatlose Person, die sich nach einem sicheren Lager für die Nacht sehnt…und wo könnte es sicherer sein, als hier, wo Ihr über die Personen entscheidet, die Einlass erhalten?“ Noch ein gekonnter Augenaufschlag und der Wächter nickte langsam. „Schon gut, du darfst rein.“
Strahlend bedankte sich Robina und betrat das Gehöft. Curt machte sich wie selbstverständlich auf, ihr zu folgen.
„HALT!“, bellte der Wachmann, „Gehört der zu dir, Frollein?“ Robina wandte sich kurz um und schüttelte - zu Curts Entsetzen- den Kopf.
„Nein, gewiss nicht.“ Das war die Rache für die Beleidigungen am Strand.
„Kein Geld, kein Einlass!!!“, hörte sie den Wachmann erneut hervorstoßen, dann betrat sie die warme Taverne und ließ Curt und dessen Hund in der Kälte zurück. Sollte der feine Herr doch sehen, wie er hereinkam!

Curt
23.07.2012, 23:57
Der Schipperke begann, dem Knecht im Schritt herum zu schnüffeln. Das sehend legte Curt ein spöttisches Grinsen auf, was ihn schon fast die Dreistigkeit dieses Rotfuchses vergessen ließ.
"Inkontinenz ist eine eher harmlose Strafe, die Adanos dir auferlegt, wenn du einem seiner Erleuchteten keinen Respekt entgegen bringst."
"Wie kommst du jetzt darauf? Nimm deinen Köter weg von mir?!"
"Wer war denn der Kerl", fragte der Edelmann spitz, "Der eben hier herein gerannt kam?"
"Ist das wichtig?", entgegnete der Knecht misstrauisch, "Aber ja, er roch äußerst streng nach... bei den Göttern! Wart ihr das etwa?"
Nur ein Augenzucken.
Das machte den Knecht fügsam.
"Geht Meister! Ich bitte vielmals um Entschuldigung."

Mit einem gönnerhaften Lächeln übertrug er dem Jungen die Aufsicht über den Hund, er solle ihn irgendwo anbinden. Dann konnte auch Curt die Taverne betreten.
Drinnen dampfte die berüchtigte Kneipenatmosphäre, die er stets gemieden hatte. Lautes Geschwätz, übermäßiger Alkoholkonsum, Verachtung aller Tischsitten und ein Gestank, der seinesgleichen suchte. Ohne mit seinen Blicke irgendjemanden zu würdigen, lief er zur Theke und räusperte erst einmal, dann ein zweites Mal, etwas lauter. Doch die Wirtin, die sich gerade bückte und ihr eigenes verlorenes Schicksal mit einem Lappen zu säubern versuchte, machte gar keine Anstalten, sich um ihn zu kümmern.
Erst als er sein Wort erhob, kehrte sie hinter dem Tresen hervor und runzelte die Stirn.
"Na Langer, so spät noch auf?"
"Ich verbitte mir diesen Ton. Ich bin Curt Savant, ein erleucht..."
Da wandte sie sich wieder von ihm ab und kippte heißes Wasser aus einem Kessel in eine Kanne.
"Was solls denn nun sein!?", fragte sie barsch.
"Ein Zimmer, ein ordentliches!"
Er kramte er aus seiner weiten Robentasche ein paar seiner kostbaren Münzen und schob sie über den Tresen.
"Dafür kannst du in der Scheune schlafen, Kumpel..."
Er verbiss sich in Anbetracht des großen Nudelholzes, was griffbereit auf dem Tresen lag, einen zynischen Kommentar und verdoppelte den Betrag.
"Na fein. Die Treppe hoch, hinten links. Sonst noch was?"
"Könnt ihr diese Eier kochen und mir aufs Zimmer bringen?"
"Nö."
Er schob ihr noch eine Münze zu.
"Hinten links", wiederholte sie und nahm das Geld entgegen.

Frechheit. Damit war er einen beträchtlichen Teil des Vermögens, das er noch am Mann trug, los geworden. Hoffentlich taugte das Zimmer auch etwas. Die rothaarige Robina erkannte er an einem der Tische auch noch sitzen. Er grinste ihr nur hämisch entgegen und klimperte mit seinem Zimmerschlüssel herum. Das würde sich eine von ihrem Rang ohnehin nie leisten können. Zufrieden stolzierte er nach oben.

Curt
26.07.2012, 09:39
Schweißgebadet erwachte Curt Savant aus einem von Albträumen geplagten Schlaf.

Er lief geradewegs über eine Obstplantage und weil er so hungrig war und niemand die Arbeit für ihn übernahm, pflückte er sich einen Korb voller Äpfel, Birnen, Kirschen und Trauben. Bereits die Tatsache, dass er mit einem Korb herum lief, hätte ihn zu denken geben müssen, dass es ein Traum war, doch wie es so im Schlafe war, erholte sich das Gehirn und vergaß zu großen Teilen das rationale Denken. Wie er nun in der brütenden Mittagshitze den ganzen Korb voll gesammelt hatte, kam ihm plötzlich die rothaarige Robina entgegen. Doch sie sah nicht so abgerupft aus wie er sie kannte, sie hatte sehr vornehmliche Sachen an. Als er an sich selbst herunter blickte, bemerkte er, dass er nur Arbeiterlumpen trug.
"Wo sind meine Sachen, Hexe?! Rück sie wieder heraus!"
Doch Robina grinste nur breit und schnippte mit dem Finger. Da erschien sein Hund Sandow. Doch der Schipperke war kaum wieder zu erkennen. Die Zähne fletschend, die Augen blutunterlaufen starrte er zu seinem Herrchen auf.
"Gib mir den Korb!", herrschte Robina ihn an, "Oder ich lasse meinen Bluthund auf dich los. Es braucht nur ein Fingerschnipsen..."
"Warum tust du mir das an? Ich bin am verhungern!"
Sie griff sich in die Tasche und holte ein Ei von graublauer Schale hervor.
"Das kannst du essen. Und nun mach dich wieder an die Arbeit, Sklave!"
Und als er das Ei zu schälen suchte, bemerkte er, dass es äußerst roh war. Und ein kleines Schildkrötenmaul biss ihm in den Finger.

"Was für schreckliche Aussichten", stellte er entsetzt fest und richtete sich langsam in seinem Bett auf. Zuerst prüfte er seine Stirn, die war kalt und klatschnass. Dann bemerkte er, dass sein Magen ganz unwohl am Rumoren war. Ein Blick durch sein Zimmer genügte, da wusste er, was der Auslöser für dieses Dilemma gewesen ist. Die Schildkröteneier, die Murdra ihm gekocht und rauf gebracht hatte. Was für eine Unverschämtheit! Sie bezeichnet sich als Gastwirtin und ist nicht einmal in der Lage, gesund zu kochen?! Na, die würde zu hören bekommen.

Dem hoch gewachsenen Edelmann war ein bisschen schwummrig zumute, als er aufstand, in seine Robe schlüpfte und seine Sandalen anzog. Auf wackeligen Beinen verließ er das Zimmer, den Teller mit den Eierresten nahm er mit.
Unten im Schankraum angekommen, fand er sich als einzigen Anwesenden vor. Der Aufenthaltsraum war ein Saustall, schon bei jedem Schritt klebten Curt die Sandalen wegen der Bierreste am Boden fest. Kopfschüttelnd setzte er den Teller auf dem Tresen ab, verließ das Haus und ging draußen bei einem notdürftigem Abort seiner Morgenpflege nach. Sich halbwegs frisch fühlend, sah er nach seinem Hund, der sich wie dumm freute, als er von seinem Herrchen geweckt wurde. Keine bissigen Zähne, keine blutunterlaufenen Augen. Curt hätte ihn fast gestreichelt, überlegte es sich dann aber anders. Immerhin war der Köter daran Schuld, dass er überhaupt an Schildkröteneier gekommen war. Hätte er ihn wie gewünscht gleich zur Taverne gebracht, ginge es dem ehemaligen Magier jetzt nicht so dreckig.

Nun, die positiven Seiten betrachtend, freute sich Curt, dass die Sonne schien. Es war schon jetzt ausgesprochen warm und er wusste noch nicht sicher, wie er seinen Tag gestalten wollte. Er brauchte freilich Proviant, wenn er nach Thorniara reisen wollte, und nicht solchen von Wucherpreisen wie Murdra ihn feilbot. Vielleicht sollte er das kleine Fischerdorf im Westen aufsuchen, von dem Robina erzählt hatte. Doch bevor er zu dieser Wanderung aufbrach, wollte er noch seine morgendlichen Gesangsübungen durchführen...

Robina
27.07.2012, 08:01
Ein feuchtes Ochsenmaul, das neugierig an ihr schnupperte, weckte Robina aus einem tiefen, erholsamen Schlaf. Gähnend streckte sich die Rothaarige ausgiebig und musste erstaunt feststellen, dass sie scheinbar in den Stallungen mit einem Ochsen an ihrer Seite genächtigt hatte.
Mit der Entdeckung ihrer schmerzende, blutverkrustete Lippe kam auch die Erinnerung an den restlichen Abend zurück. Sie hatte soeben nach einem Lager in der Massenunterkunft fragen wollen, als jemand- sie wusste keineswegs mehr, wer es gewesen war- den Namen „Innos“ in den Mund genommen hatte- vermutlich nur in Form eines Trinkspruchs. Danach erinnerte sie sich noch dunkel, mit einem Holzkrug in der Hand auf die bemitleidenswerte Person losgegangen zu sein- scheinbar wurde die Prügelei jäh von der Wirtin unterbrochen, welche Robina ohne zu zögern am Schlawittchen gepackt und Gift und Galle spuckend vor die Tür befördert hatte. Allein dem netten Wächter hatte sie es zu verdanken, noch ein solch komfortables Nachtlager erhalten zu haben.
Der Ochse drohte nun an ihren Haaren zu kauen, sodass sich die Rothaarige schnellstens erhob und aus dem Stall stolperte. Der Hof war zu dieser Stunde zum Glück leer und Robina konnte ohne Aufsehen zu erregen hinunter zum Strand laufen, um sich den Mief des Kuhstalls weitesgehend abzuwaschen.
Das Meerwasser war eisig, doch das störte sie im Moment wenig. Viel dringender war ihre Sorge, wo sie nun hingehen sollte, ohne Proviant, Ausrüstung oder genug Geld, um selbiges zu erstehen- der Zutritt zur Taverne blieb ihr bis auf weiteres verwehrt. Vermutlich wäre es das Beste, sie würde ihr Glück erneut in dem Fischerdorf versuchen, welches sie tags zuvor passiert hatte. Eine geübten Person im Umgang mit dem Ausnehmen von Tieren- und seien es Fische- konnte man dort gewiss gut gebrauchen.

Estefania
27.07.2012, 12:37
"Na dich kenn ich doch. Warst du nicht hier als unsere Wirtin bestohlen wurde?" Grengar musterte Estefania ganz genau und er hatte ja auch noch recht mit seiner Behauptung...

In der Nacht war die vor Beliar flüchtende Diebin an dem Lager einiger Waldläufer vorbei gekommen. Einer von ihnen hatte seinen Umhang zum trocknen an einem Baum aufgehängt. Umhang war eigentlich zu viel gesagt. Eigentlich war es eine grüne Decke, an einer Ecke der Decke steckte eine Fibel verziert mit einem geschmiedeten Blatt. Wegen der lauen Nacht, war die Decke längst trocken und Estefania dachte dass ihr eine kleine Verkleidung noch nützlich sein könnte.

Sie hatte sich nur eine kleine Pause gegönnt und lief wie von einem Schattenläufer gehetzt durch den Wald. Sie wusste gar nicht genau wie sie zu der Wegkreuzung gelangt war, die ihr dann so bekannt vor kam.

Jetzt stand sie vor Grengar und der wartete auf ihre Antwort.

"Ja du hast recht ich war damals hier, habe aber nichts damit zu tun. Außerdem kann ich nichts dazu, wenn du nicht richtig aufpasst."

Grengar brummelte sich etwas in den Bart und ließ Estefania schließlich doch rein. Sie war erleichtert und fühlte sich in der Taverne ein wenig sicherer. Sie setzte sich an einen Tisch von dem sie den Eingang im Blick hatte und bestellte bei Murdra einen Krug Met. Die Wirtin hatte so viel zu tun, dass sie die Diebin gar nicht erkannte. Gut so.

Curt
30.07.2012, 14:32
Kai-Uwe und Curt Savant hatten gestern noch am späten Abend die Taverne erreicht. Dabei war dem Edelmann schnell aufgefallen, dass es seinem korpuelnten Kameraden nicht darum ging, schnell seinen Fang zu verkaufen. Er setzte sich gleich mit seiner Tonne voll Fisch zu anderen, äußerst wild erscheinenden Männern und bestellte sich ein Bier. Nun, Curt war es gleich, er hatte ohnehin eigene Pläne. Er brauchte eine kräftige Begleitung für seine Reise nach Thorniara, die ihn vor jeglichen Monstern der Wildnis beschützen konnte und gleichsam so naiv war, dass sie ihm nicht zu viel Geld abverlangte. Aber weil die meisten Gestalten hier bereits einen gehobenen Alkoholspiegel vorwiesen und er absolut keine Lust darauf hatte, sich noch im Affekt oder wegen falscher Wortwahl eine einzufangen, entschied er sich, einen Zettel an die Pinnwand zu hängen, die draußen im Hof aushing. Nun, Zettel war gut, wo sollte er den her bekommen?

"Murdra", rief er die kräftige Frau hinter der Theke. Sie donnerte mit ihrem Putzeimer auf den Tresen.
"Was?!"
Er zuckte zusammen. Wenn sie nicht so gierig und unberechenbar wäre, als Schutz vor wilden Tieren wäre sie perfekt. Sie bräuchte auch nicht mehr als einen Kochlöffel und einen Topfdeckel zum Kampf. Curt stellte sich belustigt vor, wie sie mit ihrem Löffel auf die Scavenger von gestern einschlug und musste schmunzeln.
"Hey Grinsebacke, ich hab nicht den ganzen Tag Zeit."
"Ich brauch eine Rolle Pergament und eine Feder und Tinte, habt ihr sowas hier?"
"Kommt ganz drauf an."
Er schob ihr ein paar Münzen herüber und bekam eine kleine Rolle Pergament samt Feder und Tinte. Er schrieb rasch nieder:



"Suche:

Mutige Begleitung für eine Reise nach Thorniara. Gute Bezahlung. Melde dich bei Mister Savant, letztes Zimmer links in der Taverne."


Den hing er gestern noch fest und begab sich dann in sein Zimmer. Der Muff der alten Schildkröteneier hing immer noch in der Luft. Er öffnete das Fenster über Nacht und begab sich dann zu Bett.

Am nächsten Morgen blieb er erst einmal in seinem Kämmerchen und wartete ungeduldig, dass sich jemand bei ihm meldete. Dann fiel mit Schaudern ein, dass die meisten Einfallspinsel hier vermutlich gar nicht lesen konnten...

Estefania
30.07.2012, 17:48
Der Fisch in diesem Fass war sicher längst verdorben. Estefania wunderte sich, dass Murdra nicht schon Alarm geschlagen hatte. Scheinbar hatte sie genug damit zu ihre Küche zu putzen, denn das tat sie schon seit dem gestrigen Abend.

Solange sie zwischendurch ihre Gäste und somit auch Estefania mit Met versorgte war es der Diebin egal. So ein komischer Typ hatte sich in die Spelunke verirrt. Er kam mit dem Fischfritzen rein, trennte sich aber gleich von ihm. Er kritzelte etwas auf einen Zettel und ging dann die Treppe hoch. Ob da wohl einer drauf reagieren würde? Estefania schätze dass höchstens drei der anwesenden Gäste dem Lesen mächtig waren. Wenn der Typ einen Job oder ähnliches zu vergeben hatte, wäre es besser gewesen seine Botschaft mündlich zu verkünden.

Estefania schmunzelte. Kaum einer nahm Notiz von dem Zettel. Sie hatte das von Anfang an gewusst. Sie hätte ihn zwar lesen können aber kein Interesse an einem Job.

Jetzt stand der Mann oben am Treppengeländer und schaute herunter in den Gastraum. Scheinbar hatte sich Niemand gemeldet.

Dieser Fischgeruch war nicht auszuhalten.

Curt
30.07.2012, 19:36
Mit verschränkten Armen beobachtete der Hilfesuchende vom Treppenende aus die Szene im Schankraum. Viele von den Gesichtern, die gestern schon hier waren und klebriges Bier in sich kippten, waren jetzt schon wieder da und taten ebendies. Wie konnte man sein Leben nur so zubringen? Es war erst früher Abend! Nun war sich der Edelmann zumindest sicher, dass keiner von diesen Tölpeln lesen konnte. Vielleicht waren sie ja dadurch doch etwas günstiger als Söldner anzuwerben. Er lief zu einem der Tische, an denen ein paar Männer saßen, welche gerade nur Wasser tranken und ihr Abendessen zu sich nahmen.

"Seid gegrüßt. Erlaubt mir, mich vorzustellen. Mein Name ist Curt Savant und ich bin gekommen, um eurem ärmlichen Leben etwas mehr Glanz zu verleihen."
Die Bauern starrten ihn verwirrt an.
"Ich suche nach jemandem, der mich für eine großzügige Bezahlung nach Thorniara bringt."
"Seid ihr ein Magier?", hakte einer ein, "Könnt ihr euch nicht teleportieren?"
"Ich bin ein Magier des Wassers und nein, kann ich nicht, da ich mich noch nie in Thorniara befand."
Dass er gar keine Magie mehr beherrschte, wollte er nicht gleich jedem unter die Nase reiben.
"Pass lieber auf was du sagst, sonst wird dich die Stadtwache holen. Wir werden einen Dreck tun, jemanden wie dich in die Hauptstadt zu bringen."
"Ihr riskiert eine große Lippe", drohte Curt, da stand einer der Bauern auf. Er war kleiner als er, aber wesentlich kräftiger.
"Ihr seid an unserem Tisch nicht erwünscht, verstanden?!"
Spätestens, als der Bauer seine fetten Finger knackste, war der Zeitpunkt, jemand anderen zu fragen. Was war denn mit denen los? War nun doch der Krieg zwischen den beiden Königsstädten ausgebrochen?

Er machte sich keine Gedanken mehr darüber und drehte seine Runde weiter durch die Taverne, irgendjemand musste ihm einfach helfen. Und wenn er mit dem Gelbeutel laut herumklimperte, er würde schon jemanden anlocken...

Estefania
30.07.2012, 19:58
"Hier in der gespaltenen Jungfrau wirst du Niemanden finden." sagte Estefania als Curt Savant an ihrem Tisch vorbei ging. Er drehte sich kurz um und schaute Estefania abschätzend an. Zugegeben sie war auch nicht mehr ganz nüchtern und man sah ihr nicht auf den ersten Blick an, dass sie eine ganz passable Kämpferin war. Wahrscheinlich dachte er sie wäre eine Vagabundin, was zum Teil ja auch stimmte.

"Unter anderen Umständen könnte ich dich begleiten, jedoch habe ich nicht vor die Taverne zu verlassen."

Sie schaute sich um. Die anderen Gäste in der Taverne unterhielten sich laut und schienen nicht darauf zu achten über worüber sich Estefania mit dem Fremden unterhielt. Sie hielt trotzdem ihre Hand seitlich neben den Mund um ihre Lippenbewegung zu verdecken. Sie flüsterte: 'Du musst wissen. Ein Scherge Beliars verfolgt mich und will mich in den Bann seines Herrn ziehen. Hier bei Murdra bin ich vor ihm sicher!' Sie blickte noch einmal nach rechts und nach links, nickte um ihre Aussage noch einmal zu bestätigen und trank den letzten Schluck Met aus dem Becher.

"Murdra! Ich brauch noch Met!" rief sie durch den Schankraum.

Curt
30.07.2012, 20:23
"Euer Scherge Beliars scheint mir kein geringerer als der Spiritus zu sein!", sagte er mit mitleidigem Blicke, "Aber wenn ihr mit mir kommt und etwas auf dem Kerbholz habt, das lässt euer Körperbau jedenfalls vermuten, dann helfe ich euch, von der Droge weg und auf den Weg der nüchternen Erleuchtung zu gelangen!"

Leider war die junge Kämpferin, das sah man ihr zumindest an, die Einzige, die ihm überhaupt Beachtung schenkte. Ein kräftiger Jäger wäre ihm weit lieber gewesen. Aber da seine Zeit und damit sein Geld knapp wurde, denn die Übernachtung bei Murdra kostete unverschämt viel, musste er nehmen, was er kriegen konnte. Und wenn sie nicht fügig wurde, konnte er sie vielleicht im betrunkenen Zustand überreden. Aber welche Hilfe wäre sie ihm dann?

"Wie ist euer Name, Kriegerin?"

Demron
30.07.2012, 20:40
Müde und hungrig betrat Demron den Schankraum der Taverne. Es dämmerte mittlerweile zur Abenstunde und daher war es nicht verwunderlich, dass sich viele Menschen in dieser bekannten Schenke aufhielten, alles Fremde von denen Demron niemanden persönlich kannte.
"Nur zwanzig läppische Goldmünzen in der Tasche.", dachte der Adlige verärgert, nachdem er seinen Geldbeutel aus Leder geelert und die wenig verbliebenen Münzen gemustert hatte. Inzwischen bereute Demron, dass er solch extravagante Ausgaben vor seiner Reise nach Argaan getätigt hatte.
Doch geschehen ist geschehen und somit musste sich der Adlige mit dieser Situation wohl oder übel zurechtfinden.
Eingehend betrachtete er den massiven Tresen und die beleibte Frau dahinter, welche mit grimmigen Blicke ihren üblichen Geschäften nachging. Dabei bewegte sie sich jedoch volkommen sicher, als eine Person die ein kompliziertes Getriebe stehts zu lenken wusste.
"Das muss also Murdea sein, die Frau von welcher ich schon gewarnt wurde. Lieber nichts falsches Sagen, sonst knöpft mir das Weib das wenige Geld ab, dass ich noch habe.", dachte Ser Demron und ging auf den Tresen zu.
Dort angekommen, suchte sich der Adlige einen Platz aus, am Rande des Tresens, da er niemanden mit seiner Anwesenheit stören wollte. Es schienen heute Abend besonders viele Stammgäsete zugegen zu sein und niemand konnte so recht mit einem Fremden warm werden. Daher mied Demron die Menschen lieber, die hier saßen, scherzten, aßen und tranken.
Erstaunt stellte Demron fest, dass jemand mit einer Fiedel eines seiner liebsten Trinklieder anstimmte. Der Regen von Castamere. So weit von Myrtana entfernt?

Und wer seid ihr, rief der stolze Lord,
dass ich mich soll verneigen?
Nur eine Katze in anderem Fell,
so ist die Wahrheit, will ich meinen.
Der Löwe hat scharfe Krallen, ja,
und ob goldne, ob rote Mähne,
Die meinen sind ebenfalls lang und scharf,
und lang und scharf sind meine Zähne.
Und so sprach er, ja, so sagte er wohl,
der Lord von Castamere,
Doch nun weint der Regen über seiner Burg,
und keiner hört ihn mehr,
Ja, nun weint der Regen über seiner Burg,
und keiner hört ihn mehr.

Die Stimme des Fiedlers erscholl im Schankraum, tief und bewegend, genau so wie das Lied auch gesungen werden sollte. Demron genoss die bekannten und verzwickten Melodien, die aus dem altertümlichen Instrument hervorkamen und die Stimme des Fiedlers, der ihn diesem sonst so grimmigen Manne Gefühle wecken konnte.
Doch dann war das Lied schon vorbei und Applaus flammte im Schankraum auf. Selbst Murdea schien weniger grimmig zu sein als sonst, doch vielleicht bildete sich Demron dies einfach nur ein. Im Grunde genommen war es ihm sogar egal.
Statdessen bestellte er sich ein frisch gezapftes Bier und ein einfaches Abendmahl, welches nur zwei seiner verbliebenen Goldmünzen kostete. Doch genoss er diese Freiheit, nach Wochen der Überfahrt endlich wieder in einem gastlichen Haus zu sitzen, zu essen und zu trinken und gute Musik zu hören.
Plötzlich wurde Demron einem Manne gewahr, den er zuvor nur wenig beachtet hatte. Wer war dieser seltsame Kerl? Gekleidet in eine edle Robe. Ein Athletischer Körperbau. Redete mit einer stämmigen Kriegerin. Vielleicht ein verrückter Priester und Trunkenbold?

Estefania
30.07.2012, 21:03
".. nüchterne Erleuchtung??" wiederholte Estefania seine Worte.

"Das hört sich ja gar nicht nach einem Wassermagier sondern nach so Innosfutzi... ist mir auch egal an wen du glaubst Hauptsache nicht an Beliar.

Ich kann übrigens jederzeit aufhören mit dem Met. Ich brauche nur einen triftigen Grund und den hab ich gerade nicht."

Murdra hatte inzwischen einen weiteren Krug Met an den Tisch gebracht.

"Setz dich lieber, trink einen mit und entspann dich. Man nennt mich übrigens Estefania.", sagte sie und zwinkerte ihm zu.

Ein weiterer Gast betrat die Taverne. Ob der vielleicht eine geeignete Begleitung für Curt wäre? Er betrachtete grimmig die Anwesenden in der Taverne. Seine Lederrüstung war aus dem gleichen Leder gemacht wie der Waffenrock der Diebin. Das erkannte Estefania sofort.

Curt
30.07.2012, 21:21
Enttäuscht ließ sich Curt auf den Hocker am Tresen fallen. Nicht einmal das heitere Bardenspiel konnte ihn bei dem Gedanken, sein ganzes Geld hier zu verprassen, aufheitern. Ein Bier würde er dennoch nicht bestellen.
"Habt ihr auch Tee im Hause?", fragte er Murdra.
"Bier?!"
"Nein bei Adanos! Kein Bier."
"Dann Wasser. Macht eine Goldmünze."
"Mein Wasser bekomme ich am Brunnen kostenlos, Gierschlund! Ich nehme eine kleine Schüssel von eurem Eintopf. Für eine Münze."
Dafür bekam er eine Kinderportion, aber da er den ganzen Tag in der Taverne gewesen war und nicht von Arbeit ausgezehrt, war er war ja nicht so hungrig.

In der Zwischenzeit hatte noch jemand die Kneipe betreten. Er gehörte nicht zur Stammrunde und saß alleine am Tresen.
"Hey ihr, kommt doch einmal herüber, ihr seht wie jemand aus, der sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt!"
Auch ihm bereitete er sein Angebot, mit ihm für gutes Geld sicher nach Thorniara zu reisen.
"Und mein Name ist Curt Savant", sagte er abschließend, auch zu Estefania, da diese sich ja bereits vorgestellt hatte.
"Eine gemeinsame Reise hätte nur Vorzüge. Sicherheit und Gesellschaft. Was sagt ihr, Fremder? Und Estefania, wie kommt ihr darauf, dass ihr hier sicherer vor Beliars Schergen seit als hinter den schützenden Mauern einer richtigen Stadt?"

Demron
30.07.2012, 21:39
"Doch kein verrückter Priester.", dachte Ser Demron nachdem der Fremde ihn ohne weiteres in seine Runde eingeladen hatte und dann noch dieses Angebot, ihm Geleitschutz nach Thorniara zu geben. Konnte der Kerl nicht sehen das Demron kein hinterhergelaufene Söldner war, sondern ein Mann mit Ehre? Trotz allem würden die falschen Worte nur zu Ärger führen, weshalb Demron seinen Rüffel, welchen er zuerst verteilen wollte, lieber zurückhielt.
"Es würde nichts dagegen sprechen, wenn ich mich euch und eurer Begleiterin nach Thorniara folge, da diese Stadt mein nächstes Ziel gewesen wäre.", antwortete Demron seinem Gegenüber, dessen Gesicht sofort ein schmirieges Grinsen aufzeigte.
"Doch seid euch eines gewiss. Ich bin nicht ein hinterhergelaufener Söldner, der von der Hand zum Munde lebt. Mein Name ist Ser Demron aus Vengard, Angehöriger einer einst großen Familie, der letzte Spross dieses Hauses. Deshalb würde ich es vorziehen, nicht als mieser Söldner angesprochen zu werden. Wenn ihr ansonsten ehrbar seid, werde ich die Reise mit euch wagen.", erklärte Demron und seine Augen bohrten sich in den komischen Kerl, der seinem Blick auswich. Auch sein Grinsen war verschwunden.
Es ging vorwärts.

Estefania
30.07.2012, 22:00
Noch so ein seltsamer Typ... dachte Estefania, aber er war ihr trotzdem sympathischer als dieser Curt. Estefania hielt nichts von so feinen Pinkeln, wahrscheinlich lag es auch daran, dass er Magier ist, oder sich als solcher ausgab. Sie glaubte Fremden nicht gleich alles was sie erzählten.

"Natürlich wäre ich in Thorniara auch sicher. Das Problem ist der Weg dorthin. Schon mal was von den Suchenden gehört? Es gab Zeiten da standen die in Khorinis auch an jeder Ecke... und jetzt sag nicht dass liegt am Met. Das tut es nicht und wenn du mich überzeugen willst dass ich auf euch beide aufpasse und euch begleite musst du dir schon was einfallen lassen."

Dann wand sie sich Ser zu.

"Du trinkst doch sicher einen Schluck Met mit mir! Ich lade dich ein."

Curt
30.07.2012, 22:18
"Ich habe ein todsicheres Mittel, gegen Schattengestalten, das kann ich euch versichern, Estefania."
Ob es funktionierte, wusste Curt zwar nicht, aber eine Lüge war es auch nicht. Irgendjemand würde bei so einer Begegnung ohnehin den Löffel abgeben. Aber Estefania sponn sich eh eine Menge zusammen. Khorinis? Die Insel der Strafkolonie! Sie wird wohl irgendwelchen Banditen begegnet sein, wenn sie nicht selbst einer war. Also da mussten sie sich nun wirklich keine Sorgen zu machen.

"Herr Demron", wandte sich der Erleuchtete an den anderen, "Da scheint ihr ja in einer ähnlichen Situation zu stecken wie ich. Einen ehrbaren Edelmann gilt es zu respektieren und ich hoffe, das beruht auf Gegenseitigkeit. So wir nun zusammengekommen sind, so werde ich diese Runde nun auch wieder auflösen. Wir brechen gleich mit dem Sonnenaufgang auf, also betrinkt euch besser nicht mehr zu sehr, sonst muss ich auf euch aufpassen, doch gegen wildes Getier sind meine Mittel im Moment wirklich beschränkt. Also, bis morgen!"
Er stolzierte zufrieden davon. Einer mehr, der gar kein Geld annehmen wollte und vielleicht sogar der erste Mensch, der hier in der Taverne halbwegs auf seinem Niveau lebte. Nun, bei dem Gedanken an eine Reisegesellschaft würde Curt schon wesentlich besser schlafen...

Demron
30.07.2012, 22:28
Demron sah dem Curt genannten hinterher. Ein Mann, welcher wie ein verrückter Erleuchteter aussah und noch dazu Selbstverliebtheit wie Sarkasmus perfekt vereinen konnte, musste doch einen Sprung in der Schüssel haben. Oder etwa nicht?
Der Adlige dachte nicht weiter darüber nach, trank schnell sein Bier fertig und wandte seine Aufmerksamkeit nun der Kriegerin zu, die ihn zu einem weiteren, kühlen Bier eingeladen hatte. Vielleicht war diese Frau mehr bei Verstand als dieser verrückte Erleuchtete.
Demron verneigte sich leicht vor der Kriegerin, nahm ihre Hand und hauchte ihr einen Kuss auf diese, wie es sich gehörte, wenn man die nötigen Umgangsformen besaß.
"Mylady.", murmelte Demron und sah zu der Kriegerin auf, welche ihn neugierig musterte, als ob sie nicht recht entscheiden konnte, in was für eine Kategorie sie ihn einordnen sollte.
Anscheinend in keine allzu schlimme, denn nach dieser kurzen Musterung lud sie Demron mit einem Handwink ein, sich neben sie zu setzen, um ein letztes kühles Bier vor der Nacht zu genießen.
Die Ankunft in Argaan war doch spannender, als es sich Demron vorgestellt hatte.
Wie wohl die nächsten Tage in der Reisegemeinschaft sein würden schloss der Adlige für die nächste Zeit erst einmal aus.

Curt
31.07.2012, 10:53
Der Frühaufsteher Curt wartete schon seit Sonnenaufgang ungeduldig im Hofe und machte, da Estefania und Ser Demron noch nicht aufgestanden waren, Frühsport. Kniebeuge, die beherrschte er exzellent. Fünfzig Stück ohne Probleme und dann natürlich Dehnungsübungen. Arme strecken, Arme Kreisen, Kopf Kreisen, Zehen berühren. Nach dieser ausgiebigen Trainigseinheit ging er sich waschen und rasieren. Endlich, als er damit fertig war, waren auch seine beiden Begleiter aufgestanden.

"Schönen guten Morgen, ich hoffe, ihr habt einen wunderschönen Schlaf gehabt", er rümpfte abschätzig die Nase, "Nun wird es aber Zeit, dass wir den Marsch anstimmen. Es geht nach Norden, also auf auf."
Curt nahm seinen Sonnenschirm, den Wanderstab und band seinen Hund los. Der Schipperke Sandow machte sich gleich daran, die beiden Fremden zu beschnüffeln.
"Riecht ihr die frische Waldluft? Ich stimme für euch ein Lied an!

Im Frühtau zu Berge wir ziehn,
FALLERRA!
Es grühünen die Wälder und Höh'n,
FALLERRA!

Unterbrecht mich nicht, wenn ich singe!

...

Und so zog das ungleiche Trio auf nach Norden, in Richtung Thorniara.

xarden
31.07.2012, 21:12
Der junge Flüchtling wachte in einem dunklen Zimmer auf, war schlaftrunken und musste sich ersteinmal orientieren. Alles fiel ihm Stück für Stück ein. Die Flucht aus dem Haus seines toten Vaters, die kühle Nachtluft, die ihm half bis zum Morgen wach zu bleiben und die Überfahrt nach Argaan mit einer kleinen Kogge.
Die Überfahrt lief nicht so ab wie Xarden es gehofft hatte. Die Mannschaft des Handelsschiffes schien eine Bande aus dauerbetrunkenen Nichtsnutzen zu sein. Nur der Kapitän, ein Mann zwischen 50 und 60, mit sichtbar wettergegerbter und glattrasierter Haut und kahlem Kopf, schien trotz seiner Mannschaft seinen falschen Stolz zu wahren. In der Vergangenheit sei er ein berühmter Piratenjäger gewesen, waren seine Worte, jedoch schienen diese Worte nichts außer Lügen zu sein. Das Schiff sollte nach Thornaria segeln, Xarden jedoch wurde in einem Boot kurz vor der Küste abgesetzt, da er einen Matrosen beschuldigte versucht zu haben seinen Goldbeutel zu stehlen. Zwanzig Minuten ruderte Xarden richtung Insel und erblickte schon früh ein gut beleuchtetes Gebäude. Nach einem kurzen Fußmarsch mietete sich der Flüchtling ein Zimmer um sich auszuruhen.
Nun saß er in diesem Zimmer, auf dem Bett gegen die Wand gelehnt, schweißgebadet und leicht angetrunken, die dazu gehörige Weinkaraffe lag auf dem Boden und ein Rinnsal schlechten Weins floss heraus.
Xarden schloss seine Augen um seinen dröhnenden Kopf zu entspannen, jedoch sah er vor seinen geschlossenen Augen nur die Gebeine seines Vaters und stellte sich vor wie verhasst er seinen Bastard immer angeguckt hatte. Er wollte inneren Frieden, fühlte jedoch nur den Hass und die herabschauenden Blicke der Bürger, die ihm die Schuld für schlechte Geschehenisse gaben, da sein Blut verflucht sei. Dies wurde zuviel - Xarden erbrach sich. Ein übel riechendes Gemisch aus Wein und Magensäure bedeckte den hölzernen Boden und übertraf den Schweißgeruch der von Xarden ausging.
»Ich brauche frische Luft, ich muss zu mir kommen«, murmelte er sich selbst zu. Daraufhin rappelte er sich unter Mühe auf und ging langsam, leicht torkelnd zur Tür, um nach dem Öffnen von einer Öllampe geblendet zu werden. Er brauchte wieder kurze Zeit um sich zu vergewissern wohin er gehen musste, tastete kurz nach dem vollen Goldbeutel und dem kurzen Messer, das er bei sich trug, und ging eine knartschende Holztreppe hinunter. Er selbst brauchte ein Bad, brauchte Ruhe, aber er brauchte vorallem eine Idee was er nun machen sollte. Xarden war auf einer ihm unbekannten Insel gefangen, hatte keine Karte und keinerlei Wissen über diese Insel.
»Ich muss jemanden finden um an irgendwelche Informationen zu kommen, vielleicht kann mir die Wirtin weiterhelfen«, flüsterte er leise vor sich hin, nur um sich selbst zu hören und sich zu vergewissern, dass er nicht ganz alleine war. Er hatte wie sein ganzes Leben nur sich selbst.
Und was soll ich dann überhaupt machen, außer ein wenig Gold habe ich nichts. Dank meines toten Vaters habe ich keinen Beruf erlernt, nichtmal das Handeln, und um mit diesem Messer ein Bandit oder Plünderer zu werden... nein, ich würde nur ausgelacht werden. Scheiße, schoss es durch seine Gedanken.
Die Sonne ging unter und bot ein Farbenspiel, das sich Xarden anschaute.

Cécilia
31.07.2012, 22:10
Die Seherin hatte sich ihre Zeit mit der Rückkehr nach Schwarzwasser gelassen. Die anderen waren vermutlich längst dort, nur sie war noch in dieser Taverne eingekehrt, wollte sich ein wenig umhören. Vielleicht fände sie einen Kräuterkundigen, vielleicht war aber auch in Schwarzwasser oder Setarrif etwas Weltbewegendes passiert, was sie nicht mitbekommen hatte. Vor der Taverne hatte sie heute einmal wieder die Stabübungen gemacht, die Aniron ihr gezeigt hatte, hatte ihre Muskeln aufgewärmt und gegen einen Schattengegner gekämpft, mit Finten, Abbremsübungen und Stabrotation. So ein anstrengendes Training tat zuweilen doch gut, musste die Seherin zugeben, als sie den Stab wieder wie einen Wanderstab fasste und sich in Richtung Taverne aufmachte.
Sie betrat den Schankraum und bestellte sich bei der Wirtin Bier, immerhin war sie es aus dem Sumpf gewohnt, dass jeder Alkohol reiner war als das Wasser, das man erwerben konnte. Sie setzte sich mit ihrem Bier an einen Tisch nahe eines Fensters, wo ein Jüngling den Sonnenuntergang zu betrachten schien. Sollte er doch seinen Gedanken nachhängen. Was war wohl aus Damh geworden, den sie auch hier gefunden und nach Schwarzwasser begleitet hatte? Und Ferum, den sie im Orkwald gerettet hatte? Alle beide hatte sie lange nicht wiedergesehen, genau wie Elderus, Namora oder Rekhyt. Eigentlich war sie keine alte Frau, aber wenn sie daran dachte, wie viele Menschen sie kennengelernt hatte und mit wie wenigen sie noch Kontakt hatte, fühlte sie sich fast so. Was für trübsinnige Gedanken! Sie trank von ihrem Bier und versuchte, sich davon abzubringen. Sie ist hier, um sich bei den Gästen umzuhören, nicht, um zu sinnieren.
„Ich hätte doch direkt nach Schwarzwasser weitergehen sollen“, murmelte sie sich zu.

xarden
31.07.2012, 22:46
In Gedanken schweifend schaute Xarden sich das farbreiche Schauspiel an, irgendwann starrte er nur Löcher in die Luft, vom Wein immernoch leicht benebelt. Er drehte sich vom Fenster weg und bekam einen groben Überblick über die Tavernenbesucher. Einige Zwielichtige gestalten unterhielten sich, andere tranken sich gegenseitig unter den Tisch und einige spielten Würfelspiele, Glücksspiele, während Münzbeutel den Besitzer wechselten. Es war interessant anzusehen, vorallem wenn man aus einem reichen Haus kam und diese Art des Lebens nie erlebt hatte.
Eine Frau setzte sich in die Nähe des Fensters, vor dem Xarden noch immer stand. Sie trug einen grünen Umhang und war nicht so gekleidet wie die meisten Frauen aus Vengard, aber so war eigentlich niemand hier gekleidet.
Der junge Flüchtling fragte sich was sie wohl machte, was wohl alle anwesenden Kneipengänger machten, was in ihren Köpfen vorging und ob sie wohl sogar schlimmeres erlebt hatten.
»Sicherlich.. als ob meine kurze Vergangenheit etwas schlimmes war.. es gibt bestimmt schlimmeres..«, murmelte Xarden vor sich hin.
Auch sie schien irgendetwas vor sich hinzureden, Xarden konnte jedenfalls das Wörtchen "Schwarzwasser" aufschnappen.
Immerhin ein Anhaltspunkt, ich sollte die Wirtin fragen worum es sich dabei handelt, dachte er sich und schritt schnell durch die Taverne. Er bestellte sich eine weitere Karaffe Wein und fragte direkt worum es bei "Schwarzwasser" ging.
»Das ist ein Ort hier auf Argaan, und jetzt bezahl. Und für das Erbrochene in deinem Zimmer kannst du direkt etwas mehr zahlen, das wird dreckige Arbeit«, fauchte die Wirtin ihn an.
Er nickte etwas schüchtern und überlegte sich, ob er die Frau am Fenster ansprechen sollte, schließlich gab es hier auch andere Gestalten die ihm sicher irgendetwas über die Insel erzählen konnten. Zudem war er schüchtern und sprach sehr ungern mit Fremden, immerhin waren ihm eigentlich alle Menschen bisher fremd gewesen, außer seinem Vater, der seinen Bastardsohn nicht gerade liebte.
Die Taverne füllte sich und wurde lauter, man konnte Xardens Schritte nicht laut hören als er mit der Karaffe Wein und einem Becher zu der Frau ging. Auf einmal bekam er einen leichten Schweißausbruch, seine Knie zitterten leicht und er hatte nicht die leiseste Ahnung wie er das Gespräch anfangen sollte.
»Schw.. Schw... Schwarzwasser!« rief er relativ laut, während er unbemerkbar hinter der Frau stand.

Cécilia
01.08.2012, 18:00
Der Mann entfernte sich vom Fenster und ließ Cé in ihren Überlegungen allein. Mittlerweile war sie sich ziemlich sicher, dass sie morgen am besten nach Schwarzwasser weiterziehen sollte. Hier gab es offensichtlich nichts zu erfahren, aber die Wirtin war ungeheuer goldgierig. Das erklärte vermutlich auch den "Murdra-Braten", den es bei Mama Hooqua auf der Speisekarte gab und der eigentlich Molerat war. Offenbar hatte zumindest die eine Wirtin nicht viel für Murdra übrig, wie es andersherum aussah, wusste sie nicht.
Sie trank wieder von ihrem Bier, genoss es, ihren Muskeln wieder etwas Entspannung zu gönnen nach dem mittlerweile doch recht seltenen Training mit dem Kampfstab. Gemessen am lautesten möglichen Lärmpegel einer Taverne war es in der Gespaltenen Jungfrau gerade recht ruhig, sodass die Seherin beinahe eingenickt wäre - hätte nicht jemand hinter ihr stotternd "Schwarzwasser!" gerufen. Mit einem Ruck schrak die Seherin des Waldvolkes auf und schon war es wieder geschehen. Ein Musterbeispiel für Magiekontrolle im Notfall - sie hatte ihre Magie mittlerweile dermaßen gut im Griff, dass sie das nun schon unterbewusst machte und eine Lichtkugel schwebte vor ihr. Hastig griff sie nach den Fäden ihrer Magie, nach den Ranken, und ließ das Licht abebben, sparte sich das Fluchen, immerhin hätte sie sich damit nur verraten. Dann drehte sie sich langsam um.
„Schwarzwasser liegt hier auf Argaan, und ja, ich bin vom Waldvolk, das seit einer Weile in Schwarzwasser lebt. Aber bitte, erschreckt mich nicht noch einmal so! Hier ist keine Tavernenprügelei und nichts, weshalb man so herumbrüllen müsste!“

xarden
01.08.2012, 18:13
Geblendet von dem plötzlich auftauchenden Licht stolperte Xarden nach hinten und fiel fast, roter Wein schwappte aus der Karaffe. Er nahm einen großen Schluck, um sich zu beruhigen und um seine Zunge zu lockern, schließlich war er eigentlich ziemlich schüchtern.
Gierig trank er einen weiteren Schluck, etwas Wein rann sein Kinn herunter und tropfte auf den Boden. Mit dem Ärmel wischte er den Alkohol von seinem Gesicht.
»E.. entschuldigt, das war nicht meine Absicht, wirklich nicht«, sagte er ziemlich schnell, während er den Wein langsam merkte.
Er verstand nicht was die Frau ihm in seiner Reaktion geantwortet hatte und wie sie aus dem nichts Licht aufrufen konnte. Das grelle Licht hatte einen langsam abschwächelnden Blendfleck bei ihm hinterlassen, und Xardens Verwirrung war nur gewachsen.
»Ich wollte euch wirklich nicht erschrecken und ich will nicht aufdringlich wirken, aber seid ihr eine Ordensmagierin? Ich bin nicht lange auf dieser Insel, ich bin..«, sagte er und überlegte was er über sich preisgeben sollte. »Ich habe auf einem Schiff angeheurt, aber wir sind hier gestrandet... weil.. unser Schiff an der Küste zerschellt ist. Könnt ihr mir etwas über diese Insel erzählen? Über jenes was ihr "Waldvolk" nanntet vielleicht..«, fügte Xarden hinzu. Der Wein hatte gewirkt.

Rekhyt
01.08.2012, 18:40
Die Gespaltene Jungfrau stand für viele Dinge, überteuertes Essen, schmuddelige Zimmer, eine unfreundliche Wirtin und unseriöse, schmutzige und unsympathische Gäste. Wirklich was Positives war an ihr zwar nicht zu finden, doch immerhin gab es Betten und Essen, welches man sich nicht selbst sammeln musste und dank Rekhyts Abenteuer hatte er beschlossen, dass er sich einen kurzen Zwischenstopp hier leisten konnte.
Der Plan wäre eigentlich 'rein - essen - schlafen - raus' gewesen, eventuell noch zahlen zwischendurch, aber auf keinen Fall Zeit verschwenden. Doch dann kam doch noch etwas dazwischen, genau genommen ein Verrückter, eine Lichtkugel und ein bekanntes Gesicht. Eigentlich hätte er all das genauso gut ignorieren können, doch da es sich um seine ehemalige Lehrmeisterin handelte standen die Chancen gut, dass sie zurück nach Schwarzwasser gehen würde und so beschloss der Schweigsame zu tun was er sonst nicht tat: er gesellte sich zu ihnen.
"Bewahre! Bist du am Weg nach Schwarzwasser? Ich würde dich begleiten."
Was der komische Kauz damit zu tun hatte wusste er nicht, es interessierte ihn auch nicht, aber damit konnte sich Cécilia beschäftigen, sie konnte die beiden Männer auch vorstellen, wenn sie so viel auf Höflichkeit setzten sollte.

Cécilia
01.08.2012, 19:05
„Ordensmagierin?“, fragte Cé und schaute zu dem Fremden. „Ordensmagierin, sagt Ihr? Ich schätze, auch auf dem Festland weiß man, dass das Waldvolk keine Orden hat, abgesehen vom Dorftrottelorden des Monats, den meistens aber sowieso Hans hat. Also kommt mir nicht mit Ordensmagiern, oder seht Ihr hier etwas brennen? Meine Güte ...“
Sie nippte an ihrem Bier und bemerkte Rekhyt, der sich an den Tisch setzte. Der Fremde hatte gefragt, ob sie ihm etwas über die Insel erzählen könnte, und dabei würde ihr ehemaliger Lehrling ihr wohl kaum helfen. Wenn man sich bei ihm auf eins verlassen konnte, dann auf sein Schweigen.
„Bewahre, Rekhyt. Ja, eigentlich bin ich auf dem Weg nach Schwarzwasser, zumindest war ich das, ehe dieser Mann hier der Meinung war, mir ins Ohr brüllen und mich dann als Ordensmagierin bezeichnen zu müssen. Du kannst mich gern begleiten“, erklärte die Seherin und wandte sich wieder dem Schreihals zu. „Schwarzwasser liegt im Süden der Insel, dort lebt das Waldvolk. Ganz im Norden findet Ihr Thorniara und die Männer Rhobars mitsamt dem Orden der Feuermagier. Im Osten ist Setarrif mit den Wassermagiern und den Kämpfern Ethorns, der sich der Myrtaner erwehrt, die auf seine Insel kamen. Im Westen ist Stewark, das keine große Rolle in diesem Konflikt spielt. Und haltet Euch von dem großen Steinkasten auf den Klippen im Südosten fern. Das wär die grobe Beschreibung der Insel. Schwarzwasser ist ein Sumpfdorf mit dem wahrscheinlich größten Baum in Adanos' Sphäre. Auf verdeckten Kampf und Waldgelände spezialisierte Kämpfer. Kurzum, niemand, mit dem man sich anlegen wollen sollte. Ach ja, und südlich von dieser Taverne, zwischen Taverne und Sumpf, ist der Orkwald. Die Orks am Silbersee waren angeblich recht umgänglich, aber die Orks im Orkwald sind es nicht.Sie sollen ihre Höhlen am Rand des Weißaugengebirges haben, welches die Insel teilt. Hab ich noch etwas Wichtiges vergessen ...?“

xarden
01.08.2012, 19:32
Die grobe Übersicht über die Insel kam erstmal noch verwirrender vor. Xarden schenkte sich noch etwas Wein ein und trank. Ein weiterer Fremde hatte sich zu der Frau gesetzt, sie schienen sich zu kennen, aber das war für Xarden zweitrangig.
»Ich wollte euch nicht ins Ohr brüllen, das.. bin ich nunmal, etwas schüchtern, aber Wein hilft mir«, antwortete Xarden, etwas auf den Boden blickend. Er wollte wirklich keinen erschrecken, aber wie hätte er nach einer kalten Vergangenheit sein sollen?
»Ich kenne nur den Orden des Feuermagier, ich ursprünglich aus Vengard und sonst sieht man nicht viele Vereinigungen oder Orden.. und vom Waldvolk weiß ich genauso wenig, entschuldigt«, fügte er hinzu.
Vielleicht helfen mir diese Leute mich hier zurechtzufinden, der Fremde will mit ihr nach Schwarzwasser.. einen Versuch ist es sicher wert
»Könntet Ihr mir mehr über Schwarzwasser erzählen? Ich muss irgendeinen Anschluss suchen und in dieser Taverne werde ich wohl kaum Arbeit finden. Ich heiße Xarden, stamme aus einer reichen Familie in Vengard und lebte eine kurze Zeit meines Lebens auf einer Handelskogge, also denkt nicht ich sei ein Pirat oder ähnliches, ich glaube ich seh auch kaum so aus.«
Ob er die richtigen Worte gewählt hatte wusste der junge Flüchtling nicht, aber immerhin hatte er die Wahrheit nur mit einer kleinen Prise Lüge gewürzt.

Rekhyt
01.08.2012, 19:43
Warum? Warum hatte er das getan und hatte sich nicht an seine eignen Prinzipien gehalten und die Gesellschaft gemieden. Sonst fuhr er doch auch gut damit! Doch jetzt war es zu spät, er saß hier, Cé quatschte, dann quatschte der andere und sie alle würden wohl noch Wurzeln hier schlagen, wo es doch eigentlich um Schwarzwasser ging.
Und wenn der Schweigsame schon dabei war Prinzipien über den Haufen zu werfen, konnte er auch gleich damit weiter machen und seinen Mund aufmachen, obwohl er auch hätte schweigen und Cécilia weiterreden lassen können.
"Sie kann dir mehr erzählen, oder wir können dich hinbringen!", stellte er schnell fest in der Annahme, dass man vor Ort noch wesentlich mehr lernen konnte als nur von Erzählungen und somit tat er eigentlich auch diesem xarden etwas Gutes.
"Anschluss und Arbeit wirst du finden, wenn du dich nicht daneben benimmst, aber Reichtum suchst du dort vergeblich!"
Der Schweigsame empfand, dass er damit auch zum Ausdruck gebracht hatte, dass Schnösel oder verwöhnte Adelskinder dort nicht wirklich etwas zu suchen hatten. Mit anderen Worten: Wer nach Schwarzwasser kam, durfte nichts gegen Armut und einfache Lebensweisen haben, ob diese Botschaft aber angekommen war oder nicht wusste er nicht, schließlich konnte er nicht einschätzen ob der Fremde die Fähigkeit besaß zwischen den Zeilen zu lesen, wie zum Beispiel Gath das konnte.
Doch es schien alles darauf hinauszulaufen, dass die beiden Magiebegabten begleitet werden würden. Rekhyt wäre es zwar lieber gewesen hätte er unbeobachtete Zeit mit Cécilia gehabt, doch die würde er irgendwann schon noch bekommen können.

Cécilia
01.08.2012, 20:57
Nachdem Rekhyt gesprochen hatte, nickte Cé.

„Arbeit gibt's genug in Schwarzwasser, mit der Arbeit gibt's Unterkunft und Essen. Mehr braucht's nicht. Mein Freund hier hat schon Recht, wer mehr sucht, wird in Setarrif oder Thorniara eher fündig. Und jetzt ... es wird langsam spät, also sollten wir aufbrechen. Ich will mir nicht für noch eine Nacht von der Wirtin hier das Gold aus den Taschen ziehen lassen“, erklärte die Seherin und stand auf, nahm ihren Kampfstab und missbrauchte ihn einmal öfter als Wanderstab.

Mal sehen, wie der Fremde reagieren würde. Rekhyt jedenfalls wirkte unruhig, und sie wollte ihn nicht hintergehen, indem sie einem volkommen Fremden seinen Namen nannte, ihren jedoch nicht. Immerhin wusste sie immer noch nicht, wer der Fremde war, so wenig, wie Rekhyt das wusste, und womöglich war es nicht im Sinne ihres ehemaligen Schülers, dass sie seinen Namen herausposaunte. Gemächlich machte sie sich auf den Weg hinaus, bezahlt hatte sie das Bier schon.

Koryew
11.08.2012, 22:12
Das Abendrot erleuchtete seinen Stand, als Koryew die letzten Fläschchen seines roten Wunderelixiers zurück in einen der braunen Kisten wandern ließ. Genaugenommen war es nicht mehr als etwas ausgepresstes Heilkraut mit Feldrübensirup versetzt und Blaufliederschnaps aufgefüllt. Nichts wirklich hilfreiches im Gegensatz zu echten Heiltränken, aber dafür weitaus wohlschmeckender. Er genehmigte sich einen Schluck. Mehr war es nicht und schloss die Kiste wieder, um sie in einer noch größeren zu verstauen. Er musste bald wieder etwas zusammenbrauen. Die Leute rissen ihm seinen Ramsch hier quasi fast schon aus den Händen. Mit der Wahl, neben einer Taverne sein Lager aufzuschlagen hatte er wirklich den Joker gezogen. Er klappte den Deckel der großen Kiste zu und knipste das massive Eisenschloss zu. Die Kiste war fast komplett mit Steinen gefüllt, er konnte sie also ruhigen Gewissens stehen lassen. Selbst acht Männer hätten sicherlich noch laut genug gestöhnt, um ihn zu wecken und in das Schloss hatte er genug Vertrauen. Dass dieses noch nie verletzt worden war, bestätigte ihn dabei jeden Tag aufs Neue. Er machte sich auf zur gespaltenen Jungfrau. Eine gute Moleratkeule mit Knödeln und ein dunkles Paladiner waren der beste Ausklung für jeden Tag und Koryew konnte sich das auch jeden Tag leisten. Abgesehen davon, dass er nicht mehr als ein räudiger Barbier geworden war hätte es ihn detlich schlimmer treffen können. Beten tat er trotzdem nicht.
"Das gleiche wie gestern", rief er der dicken Wirtin Murdra zu, als er über die Schwelle trat. Ein Nicken bestätigte die Bestellung. Koryew ließ sich auf eine Bank sinken und sah sich um. Es war ungewöhnlich leer für diese Tageszeit, was allerdings immer noch recht voll war. Dennoch, tief in die Nacht zu feiern war heute schwer möglich. Er würde essen und dann wieder zurück auf sein EInzelzimmer im ersten Stock gehen, sollte sich ihm nicht noch ein besonderer Gesprächspartner offenbaren. Sein Magen grummelte. Er konnte nur hoffen, dass Murdra sich nicht allzu viel Zeit ließ.

Koryew
12.08.2012, 18:31
Ein weiterer Tag neigte sich dem Ende entgegen. Die auffallend klein ausfallende Kundschaft am Abend zuvor in der gespaltenen Jungrau hatte sich jedoch auch bei ihm bemerkbar gemacht. Dieses Gebiet war vorerst wieder gesättigt. Einen schlechten Tag, wollte er diesen dennoch nicht heißen, hätte er doch ohnehin nur noch Dienstleistungen angeboten. Die Theke vor ihm war leer. Er begann die Tücher, welche ihm tagsüber Schatten spendeten abzunehmen und in seiner Truhe zu verstauen. Er wollte so wenig Arbeit wie möglich übrig haben, wenn er am nächsten Morgen seinen Ochsenkarren für die weitere Reise beladen musste. Er ließ den Stoff in die große Kiste plumpsen und zog direkt danach seine Karte heraus, um sie zu studieren. Er benötigte dringend Kräuter und Heiltränke, wenn er wieder brauen wollte und das möglichst günstig. Hieß, er musste nach Schwarzwasser. Seine Mundwinkel verzogen sich als er mit den Augen den gepunkteten Linien folgte, welche die Wege markierten. Er musste durch den Orkwald, wollte er nicht den riesigen Umweg über das Kastell des Zirkels um Xardas nehmen. Er schaute noch einmal auf die Karte. Das Gebirge, das den Sumpf im Westen begrenzte schien ihm mit einem Mal als Option zu gelten. Andererseits hatte er auch von Bergtrollen und Klippen zur See hin gehört, an denen man teilweise bis zu zwei Kilometer schwimmen musste, bevor man den Aufstieg wagen konnte. Und selbst wenn er darüber war, musste er noch aufpassen, nicht noch in den Sümpfen abzusaufen. Seinen Ochsen und seine Ausrüstung konnte er dabei sowieso vergessen. All das war dann zwingend neu einzukaufen. Er schaute in sein Geldsäckel. Es war sehr gut gefüllt. Noch. Wollte er es wirklich wagen, allein auf sich gestellt durch den Wald zu reißen, musste er ein teures Geschenk mitbringen, damit ihn die Orks nicht köpften und dann wahrscheinlich gleich nochmal ein Geschenk, um einen der Orks dazu zu bringen, ihn auch wieder heil aus dem Wald zu geleiten. Er sah auf seinen alten Boden, welcher auf dem Kiesbett in seiner Kiste lag. Das gute Stück war inzwischen zu nutzloser Zierde geworden. Koryew hatte weniger Übung, als mit sieben. Nein, solch ein Trip war definitiv nichts für ihn. Er hob die Karte wieder vor die Augen. Die Route nach Stewark sah recht ungefährlich aus und es gingen sicherlich auch noch genug Leute von der Taverne aus dorthin. Dort konnte er sicher noch ein paar Wunden versorgen und Zähne ziehen, vielleicht auch ein paar Leute scheren, um dann jemanden anzuwerben, der ihn zumindest bis zur Burg am Silbersee führte. Dort konnte er sicherlich härtere Leute finden, die auch vor dem Wald nicht zurückschreckten. Ein Glücksspiel war es dennoch. Er hoffte, dass es ihm auch diesmal hold sein würde. Er verstaute die letzten zu packenden Sachen und schloss den Deckel zu, um sich zur Taverne zu begeben. Und heute hatte er irgendwie Lust auf Haferschleim.

Koryew
12.08.2012, 22:24
Koryew sah sich in der Taverne um. Es war bereits das dritte Bier, das er zu sich nahm. Wenn er seinen potentiellen Reisegefährten nicht verschrecken wollte, musste er langsam aufpassen. Nur noch wenige Tische waren belegt, er stand auf und setzte sich zu einem, an welchem ein ebenso einsamer Mann wie Koryew selbst an seinem Bier nippte. "Guten Abend, darf man fragen, wohin die Reise führt?", erkundigte Koryew sich und der Mann schaute zu ihm auf. "Nach Stewark zu meiner Familie. Bin gestern Abend nach der Durchquerung des Orkwaldes hierhergekommen. Sie können gar nicht glauben, wie ich mich jetzt auf die Heimat freue", wurde der Fremde geschwätzig und hob den Humpen an seinen Mund. Koryew hörte aufmerksam zu. "Der Orkwald, war das nicht gefährlich?", staunte er etwas. Der Fremde grinste. "Gefährlich ist gar kein Ausdruck. Lurker, Wölfe und Schlangen bis zum umfallen und die Orks haben mir auch noch Feuer unterm Hintern gemacht, aber wen das Heimweh plagt...", führte er aus. "Für wieiviel Gold würden Sie mich denn durch den Orkwald begleiten?", witterte Koryew seine Chance, doch der Fremde streckte schnell entsetzt die Hände von sich. "Da bringen mich so schnell keine zehn Pferde mehr rein. Das können sie vergessen. Der einzige Ort an den ich noch gehe ist Stewark und in Zukunft lauf ich lieber über das Kastell nach Toshoo. Das ist zwar anstrengender, aber deutlich sicherer", sprach er entsetzt. Koryew verstummte. Der Fremde hob den Krug wieder an den Mund. "Wann haben Sie denn vor aufzubrechen?", fragte er fast beiläufig. So gegen Vormittag, das reicht noch gut", antwortete sein Gegenüber. "Ist es ein Problem, wenn ich mitkomme?", bat Koryew nun. Der Fremde trank noch einen Schluck. "Machen Sie denn Probleme? Ich kenn sie ja auch gar nicht." "Mein Name ist Koryew, ich bin Barbier aus Nordmar und habe nicht vor Schwierigkeiten zu machen", stellte Koryew sich vor. "Gut, ich bin Paul und könnte noch ein Bier als letztes Argument gebrauchen", tat der Andere es ihm gleich. "Murdra, bring noch zwei Bier her", rief er laut der dicken Barfrau zu und beendete damit zufrieden die Verhandlungen.

Turang
27.08.2012, 21:37
Aber lasst denjenigen nicht geloben, im Dunkeln zu wandern, der den Einbruch der Nacht nicht gesehen hat - so lautete die Erwiderung auf die Worte, die Madlen bei ihrem Abschied gesagt hatte, alte Worte darüber, ob ein Eid gesprochen werden soll, dass die Freunde die Gefahr gemeinsam meistern müssen.
Ihre alte Reisegruppe war klein geworden, nur noch Redsonja, ihr Kind und Xeratos - und Fenris. Auf ihrem Weg hatten sie schon ein wenig mehr miteinander gesprochen, wenn auch immer noch nicht allzu viel. In der Taverne hatte Turang sich in eine hintere Ecke verkrochen, während Redsonja wohl mit der Übergabe der Lieferung beschäftigt war, und hatte die Abschriften der Bücher studiert, deren Sinn er in der Burg zwar kopiert, aber nicht gänzlich erfasst hatte. Bisher hatten auch noch nicht allzu viele Gäste versucht, ihn in ein Gespräch zu verwickeln oder ihn an einen neuen Tisch zu lotsen, um ihn ausfragen zu können, worum er bisher auch sehr dankbar gewesen war.
Doch wurde auch sein Interesse jäh von drei Fremden geweckt, die mit abgehärmten Gesichtern die Taverne betraten und deren graue Umhänge von einem schlichten doch unverkennbaren Amulett gehalten wurden: dem Botenamulett der Wassermagier. Boten des Ordens traf man selten in dieser Gegend Argaans, die den Nordwesten der Insel durch die Vorherrschaft der Myrtaner meiden mussten.
Mit einigen wenigen Handgriffen verstaute der Adept seine Utensilien und ging direkt auf die Fremden zu, deren goldene Ringe mit einem eingelassenen Aquamarin für ihn nur allzu auffällig wirkten, sie mussten schon länger für den Orden arbeiten. In diesem Augenblick wurde dem angehenden Magier erst klar, dass sie an seiner Hand kein Zeichen des Ringes befand, nur der schlichte Silberring, dessen Symbolik für seinen Bund mit Adanos außer ihm selbst wohl kaum einem bekannt war. Dennoch hatte er Möglichkeiten, sich zu erkennen zu geben, einige auffällige und einige weniger auffällige, die sicherlich angebrachter waren.

Mit seinen langen Schritten ging er direkt auf die Neuankömmlinge zu und begrüßte den mittleren der drei, einen großen Mann mit dunklen, schulterlangen Haaren, einer schwarzen Lederrüstung und einem Langschwert an der Seite. Dieser sah ihn jedoch nur ernst und abschätzend an ohne seinen Gru zu erwidern, was Turang als Anlass nahm, sich selbst zu erkennen zu geben, indem er eine einfache Geste mit der Hand vollführte. Den Boten ging ein schneller Schauer über den Rücken, als eine plötzliche Kälte, allein ihre Umgebung betreffend, sie ergriff. Eine weitere Geste beendete den plötzlichen Zauber und gemahnte sie direkt, mit ihm nach draußen zu gehen. Diesmal folgten sie der Aufforderung.
Ehe er sprach, versicherte Turang sich, dass niemand in ihrer Nähe war, der mehr magisches Potenzial als eine junge Frühlingsblume hatte.

"Mein Name ist Turang, wer ich bin wisst ihr. Was tun wohl drei Boten in dieser Gegend?"

"Ihren Auftrag erfüllen, wir sollen durch die freien Niederlassungen ziehen und nach speziellen Büchern suchen."

"Ihr kommt aus Stewark, nehme ich dann wohl an. Und ihr zieht nach Tooshoo, dann zum Kastell?"

"So ist es, mein Name ist Alrich, das sind Borgan und Landrik. Wie können wir euch helfen?"


Turang schloss kurz die Augen und sinnierte darüber nach, dass sie ihn wohl als vollwertigen Magier sahen, nicht als Anwärter. Er musste schmunzeln.

"Nicht wirklich. Aber ich werde euch helfen. Ich bringe euch ohne weitere Umwege zum Kastell, dort könnt ihr eurem Auftrag nachgehen und dann zurück nach Tooshoo und von dort aus über die Burg nach Setarrif, das dürfte eine sicherere Route sein, als die Schwarzen Schluchten zu durchqueren. Im Gegenzug könntet ihr mit ein sehr spezielles Buch nach Setarrif bringen, dass von magischer Manipulation im Geist berichtet. Der Name lautet 'mentale Arkanei - Manipulation des fünften Elementes'."


Ein zögerliches Nicken erfolgte, was Turang schon genügte. Als Boten der Wassermagier würden sie wohl wenigstens in Tooshoo Zugriff auf besser gehütetes Wissen erhalten sollen.

Noch einmal blickte er die drei an, ehe sich seine Augen in jenes magisch strahlende Blau verwandelten und er ihre magische Quell fokussierte. Einen weiteren Grund, warum er sie aus heiterem Himmel direkt zum Kastell sandte, verschwieg er ihnen, nämlich, dass er seine eigentlichen Fähigkeiten abschließend testen wollte. Turang zog sie hinein in den Strom, fort von der Taverne und hin in den düsteren Süden der Insel, wo auf sich auf weiter Flur das schwarze Kastell der Diener Beliars erhob...

Turang
28.08.2012, 19:15
Ein ewige und allgegenwärtige Finsternis verschluckte das weite Panorama der Schwarzen Schluchten, die schneebedeckten Ausläufer des Weißaugengebirges, die dunklen Mauern des Kastells und auch die fernen Weiten der klaren See. Sie verschlang seine gesamte Welt, einfach alles und doch, noch einem einzigen Herzschlag schwerer, erdrückender Finsternis entbot die Welt den Anblick der Gespaltenen Jungfrau, die scheinbar friedlich im trüben Dämmerlicht des vergehenden Tages lag.
Redsonja und Xeratos waren immer noch dort im Schankraum, noch waren sie nicht weitergezogen. Der Adept ließ sich wieder zurück auf den Platz ganz in der Ecke des Schankraumes gleiten, den er verlassen hatte um mit den Boten der Magier zu sprechen, als wäre gar nichts geschehen. Er bestellte sich einen weiteren Tee und versank erneut im Studium der Pergamente, die er bereits auf ihrer Reise und ihrem Aufenthalt in der Taverne gelesen hatte. Bis auf einige weitere Bekanntschaften und einem Botenauftrag hatte sich nicht viel verändert...

Redsonja
28.08.2012, 23:59
Sie hatte etwas abseits der Taverne mit Xeratos trainiert. Er machte ordentliche Fortschritte. Aber sie war müde und hatte sich daher an einem Tisch niedergelassen von dem aus sie Turang beobachtete. Er war wieder einmal in seine Lektüre vertieft. Sie erhob sich vorsichtig, um Darjel nicht zu wecken, dann trat sie zu dem Magier an den Tisch.

"Was liest du eigentlich die ganze Zeit? Siehst du nicht die Welt, wie sie vorüber zieht? Sie hat viel zu bieten. Mehr als nur Schriften und Wissen. Was erhoffst du dir davon? Erfüllt es dicht?"

Wollte sie dann wissen und nahm sich ungefragt einen Stuhl.

Turang
29.08.2012, 17:46
Der Adept hob langsam den Kopf, während sich die grauen Augen vom Pergament abwandten und unverwandt in die grünen der Rothaarigen blickten, die ein halbes Dutzend Fragen gleichzeitig stellte, gefährliche Fragen, wenn sie jemals einen Magier treffen sollte, der sich selbst gerne reden hörte.

"Vielleicht steckt in deinen eigenen Fragen bereits eine Antwort. Doch, ich sehe die Welt, wie sie in ständigem Wandel begriffen ist und ich spüre, wie zerbrechlich das Gleichgewicht ist, das uns alle am Leben hält. Das ist der Grund, warum ich Magier geworden bin und auch ein Grund, warum ich so viel lese, ein anderer, dass ich einfach gerne lese. Das Wissen ist ein Wetzstein für den Geist, sofern der Geist nicht nur stumpf Informationen sammelt, sondern sie auch verarbeitet und in immer neue Zusammenhänge setzen kann."

Turang musste unwillkürlich schmunzeln, als er an die Tage seiner Ausbildung zurückdachte, an die Prüfung, die Melaine damals für ihn vorbereitet hatte.

"Diese ganzen Pergamente bilden zusammen die Abschrift eines Buches aus der Bibliothek am Silbersee, das sich mit der Adanos-Magie und Kultur von Jharkendar beschäftigt."

Redsonja
29.08.2012, 23:23
Unwillkürlich fragte sich die rothaarige Kriegerin, ob Turang das alles auswendig gelernt hatte. Bücherwürmer hatten bekanntlich ein gutes Gedächtnis dafür.

"Jharkendar..." Sprach sie stattdessen beinahe versonnen und spitzte die Ohren. "Was hast du denn darüber bereits erfahren und wäre es nicht besser hin und wieder einen Zeitzeugen zu befragen oder suchst du so weit zurück, dass es schon lange keine Zeugen mehr gibt?"

Fragte sie rasch und noch ehe Turang mit seiner Antwort beginnen konnte. Er schaffte es gerade mal Luft zu holen, fügte sie noch hinzu:

"Glaubst du denn Bücher sprechen die Wahrheit? Kannst du es da nicht noch schlechter einschätzen, als wenn du einer Person gegenüber sitzt und ihre Augen erzählen?"

Turang
02.09.2012, 16:11
Innerlich runzelte der Adept kurz die Stirn, er hatte geglaubt, dass sich zumindest die grobe Geschichte um die antike Kultur im Geist der Gesellschaft angelangt wäre. Doch mochte es vielleicht auch einfach den wenigsten interessant erscheinen, obwohl so manche Moral im Untergang Jharkendars steckte.

"Jharkendar ist vergangen - es wurde schon vor Jahrhunderten zerstört und mit seinen Bewohnern verschwand ebenso seine Kultur. Ich habe also wohl kaum eine Wahl, als mich auf Bücher zu verlassen, so gerne ich auch mit einem von ihnen sprechen würde."


Der Blick des Adepten trübte sich, als seine Gedanken zurück zu den vergangenen Reisen ins versunkene Tal glitten. Nur allzu gerne wäre er erneut dort, wo die Sorgen der verworrenen Welt ihn nicht erreichen konnten.

"Ich habe viele verschiedene und voneinander unabhängige Quellen studiert. Sie alle ergeben ein klares Bild, das sich mit dem deckt, was ich selbst gesehen habe. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass all diese Quellen lügen."

Redsonja
02.09.2012, 16:30
"Es gab durchaus schon grossflächige Manipulationen der Geschichte, aber natürlich ist es eher selten. Jemand braucht einen Grund dazu."

Sie stimmte ihm ungern zu, tat es dennoch.

"Du wirst staunen wie viele Menschen noch alte Geschichten von längst vergangenen Orten kennen. Dinge, die zu heikel sind, um niedergeschrieben zu werden oder einfach weil besagte Personen weder lesen noch schreiben konnten. Geschichten, die ihnen als Kinder erzählt wurden und keiner würde mehr einen wahren Kern darin sehen."

Fügte sie noch hinzu. Dann sagte sie, dass sie endlich das Paket ausliefern musste und sie sich dann wieder auf den Weg machen konnten.

"Wo willst du denn noch hin?"

Turang
02.09.2012, 16:50
Er bezweifelte ernsthaft, dass irgendjemand seinen Kindern die Wirkungsweisen der frühen Wassermagie erklärt hatte - oder dass diese so etwas überhaupt verstanden. Und selbst wenn, nach Jahrhunderten Stiller Post wäre der Kern des Ganzen mit Sicherheit verloren, einmal ausgenommen sie wäre vom Kundigen zum Kundigen gegangen. Dann allerdings konnte er von Glück reden, wenn überhaupt noch jemand diese Kunst beherrschte, von den vielen Leuten, die Redsonja meinte einmal ganz zu schweigen.
Doch wollte er sich nicht mit ihr auf dieses Thema versteifen, stattdessen nahm er ihr Abschweifen auf, um darüber hinaus seine Studien zu vergessen.

"Hätte ich die Zeit dafür, würde ich nur zu gern alle Ortschaften dieser Insel besuchen, doch fürchte ich, dass ich kaum die Zeit habe, um mich noch viel weiter umzusehen. Ich werde wohl noch nach Tooshoo gehen und von dort aus auf dem schnellsten Wege zurück nach Setarrif."

Redsonja
02.09.2012, 17:16
"Toshoo?" Redsonja nickte. "Dorthin würde ich dich begleiten."

Fügte sie hinzu, denn sie hatte Jarvo versprochen ihn eines Tages dort zu besuchen und wollte Taeris noch etwas Sumpfkraut mitbringen. Aber das musste sie ihm nicht auf die Nase binden.

"Von mir aus können wir gleich aufbrechen. Ich hole noch kurz Xeratos."

Sprach sie und verschwand als Turang bestätigend nickte. Erst holte sie Xeratos, der etwas abseits der Taverne den Umgang mit dem Schwert trainierte, dann machte sie sich auf zur Wirtin.

"Sarpedon der Wirt der Sturzkampfmöve in Setarrif hat mich gebeten dir dieses Paket zu übergeben."

Sie schien zumindest schon von Sarpedon gehört zu haben, denn sie nahm das Paket ohne weitere Fragen entgegen. Während Redsonja den Eindruck hatte, dass Turang ihren Bewegungen folgte. Als wäre ihr das nicht aufgefallen, gesellte die rothaarige Kriegerin sich zu ihren Begleitern und merkte an.

"So jetzt bin ich auch bereit. Auf nach Toshoo. Danach kennst du auch gleich die halbe Insel Xeratos."

Sprach sie noch und blickte dann besorgt auf Darjel hinunter. Er hustete schon wieder. Seit sie in der Nacht über den See gefahren waren. Genau wie Win'Dar früher und Raad später. Kein gutes Zeichen. Sie würde wirklich bald zurück nach Setarrif und Aniron oder Melaine befragen müssen.

Cyrano
04.09.2012, 22:35
Es begann gerade zu dämmern, als Cyrano seine Augen öffnete und in das besorgte Gesicht eines kleinen Mädchens blickte.
"Was ist passiert?"[I]
Er hob langsam den Kopf um seine Umgebung in Augenschein zu nehmen, als er merkte dass ihm schwindelig wurde. Schnell legte er ihn wieder ab und versuchte sich zu erinnern, das Mädchen immernoch still an seiner Seite. Nach langem Überlegen viel es ihm wieder ein. Als Cyrano an diesem Abend zur gespaltenen Jungfrau gegangen war, hatte er sich wie immer auf seinen Stammplatz in der Dunklen Ecke niedergelassen und wie üblich ein Krug Bier bestellt.
Seit dem er vor einem Monat beschlossen hatte sich endlich den Menschen in dem Dorf zu nähern, war die gespaltene Jungfrau sein Abendliches Hauptziehl geworden. Dort konnte er sich ungestört aufhalten und bekam die neusten Geschehnisse mit. Dieses eine nal war es aber anders gekommen. Nachdem Cyrano eine lange Zeit die Menschen beobachtet hatte, die einen die sich bis zum Absturz besauften und die anderen die sich mit Leuten zum Klatsch trafen. Alle Menschen waren so unterschiedlich in ihrer Art und Umgehensweiße, dass er sich die ersten Abende sehr erschrocken hatte. Als die Tür aufflog und die drei schäbig gekleideten Männer eintraten, veränderte sich sofort die Stimmung im Raum. Cyrano blickte auf und starrte geradewegs auf den ersten der dre Männer, welcher groß und hager den Raum musterte als wäre er sein Eigen. Der Schweis auf dem Gesicht des Mannes und die geröteten Augen, ließen darauf schließen dass er schon einiges getrunken hatte. Es stank mächtig nach Ärger und dem wollte Cyrano auf jedem Fall aus dem Weg gehen, was ihn dazu brachte wieder auf seinen Tisch zu schauen.
[I]"Bringt mir gefälligst ein Bier und einen Tisch möchte ich auch noch haben. Für mich und meine Begleiter", hörte Cyrano den Mann lauthals durch den Raum brüllen. Die restlichen Leute versuchten sich wieder ihren Gesprächen und Tätigkeiten zu widmen, was ihnen aber nur halbherig gelang.
Cyrano hob den Kopf und beschloss sich lieber schleunigst auf den Weg zu machen, denn wenn er noch länger dort bleiben würde, das wusste er, würde es nur Streitereien geben. Langsam stand er auf, schob den Stuhl an den Tisch und löste sich aus der Dunkelheit die ihn in seiner Ecke sicher umschlossen hatte. Bevor er aber zur Tür hinausgehen konnte, sprach ihn der große Typ an.
"Willst du dich nicht anständig verabschieden? Junge."
Cyrano drehte sich langsam rum und schaute dem Mann geradewegs in seine hässlichen braunen Augen. "Einen schönen Abend die Herren."
Mit diesen Worten setzte er sich seine Kapuze auf, zog sie sich tief ins Gesicht und ging zur Tür heraus. Es war zu erwarten dass die Männer mit ihm herausgingen und Cyrano anquatschten, was er sich erlaube so frech die Tür hinaus zu gehen und ob er keinen respekt vor erwachsenen Männern hätte. Auf das Gerede hin viel ihm nichts anderes ein als sich zu entschuldigen um endlich nach Hause zu gelangen, aber auch dass passte den Männern nicht.
Die zwei die sich im Hintergrund hielten packten ihn so schnell, dass er keine Chanche hatte um rechtzeitig zu reagieren und so war es gekommen das diese Männer ihn ohne Grund windelweich prügelten und auf dr Straße liegen ließen.
Ohne Grund auf einen einzudreschen, jetzt weiß ich warum ich das Leben im Wald diesem hier vorziehe. Man war im Wald abgeschieden von allem und wurde in Ruhe gelassen und nicht einfach verprügelt weil es anderen einfach so in den Sinn kam.
Das Mädchen saß immernoch neben ihm, als er sich aufsetzte und langsam aufstand. Cyrano schwindelte es immer noch und so hob er sich an der Wand die nahe von ihm war. Er blickte das Mädchen an. "Geh, ab nach Hause", und mit diesen Worten blickte er das Mädchen das letzte mal an und lief humpelnt in Richtung Wald. Als er Abends mit schmerzen in seinem Bett lag, wusste er nicht wie er nach Hause gekommen war, noch wusste er wie das Mädchen ausgesehen hatte und warum sie bei ihm gesessen war. Zu dieser Zeit wusste er auch nicht welche Rolle das Mädchen in seinem Leben noch spielen würde.

Cyrano
05.09.2012, 21:32
Seine Träume sahen jede Nacht gleich aus. Jedesmal sah er seine Mutter und durchlebte den Tag an dem sie ermordet wurde und er verschleppt worden war. Aber das Grauen das während seiner Gefangenschaft passiert war, sah er nicht mehr. Danach stolperte Cyrano immer durch eine Dunkelheit die er anfassen konnte. Er verstand es selbst nicht wie man sie berühren konnte, trozdem tat er es jedes mal und wurde von Traum zu Traum wieder und wieder von dieser Dunkelheit aufgefressen.
Dann fiel er. Während dem Fallen hörte der junge Mann stets eine Stimme, doch konnte er sie nie zuordnen und nicht sagen ob eine Frau oder ein Mann sprach.
Es war eigenartig und irgendwie erschreckend. Bevor Cyrano auf dem Boden aufschlug, dachte er immer er würde aufwachen doch das tat er nicht, was ihn komischerweiße zum Lächeln brachte.
Er achtete das Leben und wusste das er durch viele Zeichen die der Junge in seinem Leben gehabt hatte, leben musste und doch freute er sich über den Gedanken aufzuschlagen.
Das tat er dann auch, jedes Mal. Schmerzen durchströmten seinen Körper der sich unnatürlich auf dem Boden verrenkte. Konochen brachen und Bänder rissen, Blut quoll aus stellen seines Körpers.
Obwohl Cyrano sofort hätte tot sein müssen spürte er alles eine lange Zeit lang ganz genau und erst dann, als die Schmerzen ihm alle Kräfte auszusaugen schienen, erst dann wachte er schwer atmend und Schweiß gebadet in seinem Bett aus Stroh und Graß auf. Krafstlos schaute er sich um und erkannte wie jedes mal nur ein Traum gewesen war.
Die Sonne schien durch die Ritzen seiner Hütte und als er zum Schlafplatz seines Wolfes blickte, war dieser schon auf der Jagdt.
"Ich sollte aufstehen, es ist schon spät." Aber Cyrano wusste ganz genau dass ihm die Kraft dazu fehlte und so blieb er noch eine Weile liegen, wie an jedem Tag, nach seinem Traum.

Syrus
14.09.2012, 00:03
Viermal hatte Balduin an Syrus‘ Plan gezweifelt und war drauf und dran gewesen kehrt zu machen und zurück zur Stadt zu laufen, doch jedes Mal gelang es Syrus den jungen Mann zu überzeugen mit ihm zu kommen. Die andauernden Diskussionen beeinträchtigten jedoch ihr Reisetempo enorm und daher war die Sonne schon lange hinter dem Horizont verschwunden als die beiden Männer schließlich die Taverne zur Gespaltenen Jungfrau erreichten.
Von Norden kommend mussten sie die hölzerne Palisade umrunden bevor sie zu dem südlichen gelegenen Eingang kamen, an dem wie immer ein einzelner Wachposten seinen Dienst verrichtete. Syrus wusste genau, dass diese Wache die größte Herausforderung sein würde, wenn er seinen Auftrag ausführen wollte. Sy hatte bereits einige Male mit dem Wachposten gesprochen und wusste, dass er ein freundlicher und redseliger Geselle war – dies könnte er zu seinem Vorteil nutzen.

Balduin und Syrus überquerten die kleine hölzerne Brücke, nickten der Wache freundlich zu und betraten das Areal der Gespaltenen Jungfrau. Da keiner der beiden Männer auch nur ein einzelnes Goldstück sein eigen nennen konnte wäre es zwecklos gewesen die Taverne zu besuchen und hätte nur ungewollte Aufmerksamkeit auf zwei Reisende ohne Gold gelenkt, weshalb Sy und Balduin sich direkt in Richtung der Stallungen auf machten.
Während sie den kurzen Weg zu dem Schuppen zurücklegten, dachte Syrus über andere Möglichkeiten nach, seinen Auftrag auszufüllen. Mama Hooqua hatte ihn geschickt um eine Legehenne zu besorgen und die alte Murdra dabei im Idealfall über den Tisch zu ziehen. Da all seine und Balduins Goldmünzen aber nun den Rausch eines Wegelagerers finanzierten blieb ihm kein großer Verhandlungsspielraum. Und da er in Hooquas Schuld stand und keinesfalls mit leeren Händen nach Schwarzwasser zurückkehren wollte, blieb ihm nichts anderes übrig als die Henne auf unlautere Methoden zu entwenden.

Es dauerte nicht lange bis die beiden Männer den kleinen Verschlag gefunden hatten, in dem die Besitzerin eine Reihe von Legehennen hielt. Die meisten von ihnen waren durchschnittliche Tiere wie man sie überall sehen konnte, doch eine der Hennen war bedeutend größer und fetter als ihre Artgenossinnen. Es gab keinen Zweifel, dass Mama Hooqua es auf dieses Huhn abgesehen hatte.
In seiner Jugend war Syrus ein ganz passabler Dieb gewesen und hätte sich mit etwas Glück und genügend Vorbereitungszeit vielleicht sogar an der Wache vorbeischleichen können, doch gegenwärtig war dies keine Option und Sy hatte einen etwas direkteren und auch gefährlicheren Plan im Sinn.
Balduin fühlte sich sichtbar unwohl bei der ganzen Gelegenheit und Syrus hatte in der Tat ein schlechtes Gewissen dabei, dem armen Burschen noch mehr Ärger zu bereiten. Liebend gerne hätte er Balduin aus der Sache herausgehalten, doch alleine hätte er keine Chance mit der Henne zu verschwinden, er brauchte die kräftigen Arme des Jungen.
„Wird schon gutgehen, was soll schon passieren? Die Murdra wird uns schon nicht mit ihrem Nudelholz über die ganze Insel jagen." Dabei war sich Syrus eigentlich gar nicht so sicher, aber es galt den Jungen erst mal zu beruhigen und dabei war ihm jedes Mittel recht.

Das Schloss, das den Verschlag vor unbefugten Zugriffen schützen sollte war zwar stark, die Holzkonstruktion drum herum aber weniger, weshalb es ein leichtes war einige lose Bretter an der Seitenwand zu entfernen und die fette Henne zu entnehmen. Da Syrus aber nicht mehr Schaden als notwendig anrichten wollte platzierte er die entfernten Bretter wieder an ihrer ursprünglichen Positionen, um den übrigen Legehennen nicht zur Flucht zu verhelfen. Zum Glück schien das begehrte Tier, das Syrus spontan auf den Namen Glucksi getauft hatte, kein Problem damit zu haben von Menschen herumgetragen zu werden, das würde sich auf der bevorstehende Reise noch als äußerst nützlich erweisen.

Mit dem Huhn in Händen war es nun also in der Zeit, ihren ebenso simplen wie verwegenen Plan in die Tat umzusetzen. Nachdem sie sich kurz versicherten, dass sich keine Tavernengäste in der Nähe befanden, spazierte Balduin auf den Wachposten zu und verwickelte ihn in ein Gespräch über das Wetter und den herannahenden Wintereinbruch. Syrus wartete einige Momente bis die beiden vollkommen in das seichte Gespräch vertieft waren und lief dann geradewegs auf die Wache zu. Gerade als der Wachposten dabei war sich umzudrehen holt Sy mächtig Schwung und sprang ihm mit aller Kraft in den Rücken, was beide Männer sofort zu Fall brachte. Balduin zögerte einen Moment, der Syrus wie eine Ewigkeit erschien, bevor er seinen Holzknüppel packte und der überraschten Wache einen kräftigen aber ungefährlichen Schlag auf den Hinterkopf verpasste.

Jetzt galt es keine Zeit zu verlieren, denn es war nur eine Frage von Sekunden bis die Wache wieder das Bewusstsein erlangte und ihnen auf den Fersen sein würde. Syrus packte Glucksi, die das ganze Schauspiel aus einigen Schritten entfernen betrachtet hatte und die beiden Männer rannten Richtung Süden, als wäre Beliar selbst hinter ihnen her. Sie waren erst ein kurzes Stück gelaufen (eine Henne zu tragen schränkte das Lauftempo erheblich ein, überraschenderweise.) als die ein Wirrwarr an aufgeregten Stimmen hinter sich hören konnten. Syrus wäre beinahe ein wenig zusammengezuckt als die unverkennbare Stimme der Tavernenbesitzerin Murdra ihnen eine Reihe von Flüchen und Beschimpfungen hinterherdonnerte, für die sich so mancher gestandene Seemann geschämt hätte.

Ein kurzer Blick zurück verriet ihnen, dass der Wachposten und eine Hand voll Tavernengäste die Verfolgung aufgenommen hatten und sich ihnen in erschreckendem Tempo näherten.
„Du hättest vielleicht doch einen Hauch stärker zuschlagen sollen, mein Junge!“
Balduin verstand die scherzhaft gemeinte Aussage scheinbar als Aufforderung, packte die Henne, stieß einen Schrei aus und rannte trotz dieser Behinderung in einem höllischen Tempo voran. Syrus konnte sich nur Fragen woher der Junge plötzlich diese Energie nahm, und ihm blieb nichts anderes übrig als selbst noch einen Zahn zuzulegen.

„Ihr Drecksäcke lasst euch hier ja nie wieder blicken! Wenn ich euch in die Finger bekomme mache ich euch fertig, das schwöre ich euch!“
Mit diesen drohenden Worten gaben ihre Verfolger die Hatz auf und die beiden frischgebackenen Hühnerdiebe konnten langsam ihr Tempo verringern. Syrus japste nach Luft und konnte sich kaum auf den Beinen halten, doch Balduin schien so frisch und munter wie niemals zuvor. Der Junge hatte einiges an Kraft und war verdammt zäh, so viel stand jedenfalls fest.

Die beiden Männer gönnten sich nur eine kurze Rast bevor sie ihren Weg nach Schwarzwasser fortsetzen. Es lag noch eine lange Reise vor ihnen und sie wollten noch einiges an Entfernung zwischen sich und die wütende Tavernenbesitzerin bringen.

Murdra
14.09.2012, 22:57
Während Murdra Grengars Beule am Kopf mit einem Kräuterverband versorgte, überlegte sie ob sie nicht ein paar Söldner anheuern sollte, die ihre Gäste und natürlich in erster Linie Murdra selbst und ihre Tiere schützen sollten.

"Grengar du bist auch selten dämlich!" schimpfte sie. Immerhin war es nicht das erste Mal, dass er eins drauf bekommen hatte.

"Die beste Henne haben sie mitgehen lassen. Wenn es dir wieder besser geht, wirst du mir eine neue Henne besorgen...

"... und ihr Gäste hört gut zu. Wer sie mir zurück bringt bekommt einen Monat Kost und Logie frei. Sie war eine ganz besondere Henne. Sie hat weißes Gefieder und jetzt kommt das außergewöhnliche. Sie hat ein gelbes und ein dunkles Auge. Daran werdet ihr sie erkennen. Also schaut gut hin wenn ihr irgendwo eine Henne seht. Erzählt es jedem den ihr trefft."

Murdra glaubte zwar nicht dass es klappen würde und sie ihre Johanna eines Tages wieder sehen würde. Schade, dass sie die Diebe nicht gesehen hatte. Sie würde ihnen den Hals umdrehen...

Candaal
16.09.2012, 21:08
Jede kopflose Reise führte früher oder später in die Gespaltene Jungfrau. Ob es vor der Sturzkampfmöwe oder danach war, lag an der jeweiligen Wetterlage. Bei Candaal hatte sie in der Sturzkampfmöwe begonnen und endete vorerst in der Gespaltenen Jungfrau. Mit einem Schulterklopfen begrüsste er den Wachposten, der einen Sprung zur Seite machte und schwörte, er hätte nicht geschlafen. "Keine Angst, Mann. Ich kann auf mich selbst aufpassen. Von mir aus, kannst du sogar eine Orkmeute hier reintreiben."

Dies schien den Wächter jedoch nicht zu beruhigen. Stattdessen marschierte er auf und ab und murrte etwas wie "Hennen...Debakel". In seinen Stiefeln möchte man auch nicht stecken. Nicht, weil er sie seit Wochen nicht mehr ausgezogen hatte, sondern weil er den beschisseneren Dienst hatte als die jungen Klingen in Setarrif und dies ohne jegliche Aussicht auf Beförderung. Dafür hatte er Murdra - als Köchin. "Herrlich rustikale Kost zwischen Orkwald und den Pforten zu König Rhobars Reich. Was will man mehr...", sprach der Ganove grinsend zu sich selbst als er die Tür aufstiess. Ein Duft von gebratenem Speck ohne Ei schlug ihm entgegen. "Kein Ei zum Speck?", fragte er entrüstet.

Murdra
17.09.2012, 22:35
Murdra warf dem neuen Gast einen besonders bösen Blick zu. Es hatte sich wohl schon herum gesprochen dass Eier in der Jungfrau rar geworden waren.

"Wenn du Eier haben willst, mach dich nützlich und bring mir meine Henne zurück!" motzte sie ihn an und schnitt ein paar gekochte Kartoffeln in das Speckfett.

Noch einmal schielte sie zu dem Mann der weiterhin ohne ein Wort aber ziemlich frech schmunzelnd am Tresen stand. Es war nicht das erste Mal, dass er ihre Taverne besuchte, aber Ärger hatte er... soweit sie sich erinnern konnte bisher nicht gemacht.

Mit dem Pfannenwender nahm sie ein paar Speckkartoffeln, tat eine Portion auf einen Teller und stellte ihn vor dem Schmunzler ab.

"Wir kennen uns doch... wie war noch der Name?"

Candaal
18.09.2012, 22:17
"Wendel Thoke", meinte der Ganove so fröhlich es halt ging ohne Aussicht auf Eier. "Sind die Orks aus den Wäldern gekommen, um deine Henne zu stehlen? Das müssen düstere Zeiten sein, in denen kein kleiner Laufbursche bereit ist, ein Huhn hierher zu schleifen. Oder geht's dem Volk zu gut? Haben sie die Bäuche so voll, dass sie nur noch an Kriege denken? Ei, ei, ei, das verhilft mir aber auch nicht zum Frühstücksei. Gibt's denn irgendwelche Hinweise?" Fragte er ernsthaft besorgt. Die Mundwinkel zu kontrollieren war Präzisionsarbeit, doch hier im schummrigen Licht konnte er diesbezüglich ruhig etwas patzen. Für den richtigen Tonfall und den schweren Blick reichte sein Training noch lange.

Murdra
19.09.2012, 18:41
Die Wirtin strich sich eine fettige Haarsträhne aus dem Gesicht und klebte diese an das übrige Haar, das unordentlich von einer Art Dutt gehalten wurde. Sie musterte den Mann, der scheinbar Interesse zu haben schien, dass ihre Henne zurück käme und ihm dann ein Frühstücksei bescheren würde.

"Grengar meint die Diebe wäre zu zweit gewesen. Die alte Masche. Einer hat ihn vollgelabert, um ihn abzulenken und der andere hat sich dann die Henne geschnappt. Das bekam Grengar mit, wurde aber dann mit einem Schlag auf den Hinterkopf außer Gefecht gesetzt. Ein paar Männer haben die Strolche noch verfolgt, gaben aber auf als sie im südlichen Wald verschwanden.
Zu den Orks werden die Diebe kaum wollen. Ich tippe auf Schwarzwasser, könnte mich aber auch irren.
Wenn ich Die in die Finger kriege..."

Candaal
22.09.2012, 01:21
"Das klingt nach einer formidablen Gelegenheit, um meine Krautvorräte mal wieder aufzustocken." Der Ganove schlang seine Speckkartoffeln runter, meinte er könne noch eine zweite Portion vertragen und führte sich auch diese zuleibe. Mit gefülltem Magen wankte er sodann zur Tür und verabschiedete sich für einige Tage. Nach Schwarzwasser zu kommen war nicht das Problem. Die Hennendiebe geständig zu prügeln konnte jedoch ein paar Tage dauern und sie dann noch vor Murdras Nudelholz zu schleifen würde wohl die Woche voll machen.

Draussen klopfte Wendel Grengar, dem Wachposten, auf die Schulter und erzählte, es gäbe gerade Rührei, woraufhin jener sogleich seinen Posten räumte. Grinsend nah Wendel die Fackel auf, welche Grengar hinterlassen hatte, und zündete sich seinen Verdauungsstängel an. Die Mischung hatte eine bestechende Ähnlichkeit mit dem Weissen Novizen, den sie in Lago für die Leute ganz oben auf Zubens Gehaltliste gefertigt hatten. Der einzige markante Unterschied, der hingegen den geradezu absurden Preisunterschied rechtfertigte, lag im Nachgeschmack. Während der originale Weisse Novize ein Schlussbouquet von Lilien und Schweinsbraten hinzauberte, schmeckte dieses Zeug nach Moleratfett.

Candaal
04.10.2012, 21:53
Mindestens zwei Stunden hatte er auf einem Baum gesessen bis der Sumpfhai das Interesse an dem gackernden Huhn verloren hatte. Selbst die Beine eines Meisters der Gewandtheit waren nicht gewappnet für solch einen Spass. Sein Gang ähnelte drum nach dem Intermezzo auf dem breiten Ast auch mehr einem Reiten eines imaginären Pferdes als einem Paradeschritt von Rhobars eisernen Stiefelputzern. Hätte ein Choreograph den Ganoven gesehen - es wäre ein neuer Modetanz entstanden.

Bis zur Gespaltenen Jungfrau waren jedoch die letzten Nachwehen verschwunden und er ging wieder schnurgerade auf die Tür der Taverne zu. Als der Wächter ihn kommen sah, machte er sogleich einen Sprung zur Tür und hielt sie für Wendel auf. Die Rückkehr der Henne musste auch für den armen Kerl eine grosse Erleichterung sein. Wendel Thoke setzte das lebendige Gut behutsam im Fässchen auf den Tresen und strahlte Murdra aus allen Mundwinkeln an. "Der Dieb ist im Sumpf gelandet. Er hätte nur alles schmutzig gemacht", meinte er grinsend und hoffte inständig, dass es die richtige Henne war. Der Dieb hatte nämlich mit keinem Ton geantwortet. Womöglich hatte er den Falschen der Henne beraubt und in den Schlamm befördert. Doch dann wiederum: Wieso hatte er nichts gesagt und ihn stattdessen attackiert?

"Sie hat die letzten acht Stunden Bier gepickt. Ich glaube nicht, dass sie gleich wieder Eier legt"

Murdra
05.10.2012, 11:21
Murdra konnte ihr Glück kaum fassen. Dieser Wendel hatte ihr tatsächlich ihre Henne Alba zurück gebracht. Wenn sie gewartet hätte bis Grengar sich darum gekümmert hätte, ware sie wohl vorher gestorben oder pleite weil es nie wieder gebratene Eier in der Jungfrau gegeben hätte. Sie wollte gerade das Küchentuch zur Seite werfen und Mann dem ihr Dank gebührte herzlichst umarmen, da realisierte sie die Worte, die er gerade von sich gegeben hatte und hielt sich zurück ihn an ihre Brust zu drücken. Da hatte er wohl noch mal Glück gehabt.

"Bier?", fragte sie entsetzt nach. "Wie konnte es denn dazu kommen? Ich glaube nicht dass es dem Geschmack der Eier gut tut... naja wie dem auch sei. Ich habe demjenigen, der Alba zurück bringt freie Kost und Logie versprochen. Das werde ich natürlich auch tun. Wann wollt ihr denn eure Belohnung in Anspruch nehmen? sofort?"

Während Murdra mit dem Retter ihrer Henne sprach, hatte sie Alba an sich genommen und streichelte ihr über das weiße Gefieder. Murdra war sehr glücklich in diesem Moment.

Candaal
05.10.2012, 21:01
"Wie war das? Einen Monat Kost und Logie?", erinnerte Wendel die Wirtin grinsend. "Nein danke, so wohl ich mich hier auch fühle - ein Monat ist wirklich zu lange. Füll mir den Bauch und biete mir ein Bett für die Nacht. Dies sollte vorerst genügen. Vielleicht komme ich ja später einmal wieder und du kannst mir eine andere Tür aufstossen?", fügte er hinzu und liess sich am nächsten Tisch nieder. Die Aussicht, vielleicht nur Auslagen für eine Nacht zu haben, liess Murdra die Pfannen fröhlicher denn je wenden. Zumindest hatte Wendel das Gefühl, dass sogar die sonst so griesgrämige Wirtin etwas Freude ausstrahlte.

Der Meister des Geschicks hatte vom Turnier in Setarrif gehört, doch dies interessierte zur Zeit keine seiner Personas. Stattdessen wollte er der Stadt des falschen Regenten einen Besuch abstatten. Den Feind, sofern es denn überhaupt einen gab, zu lange ausser Acht zu lassen, konnten sich nur jene leisten, die nichts zu verlieren hatten. Mit diesem Gedankengang musste er sich zwar eingestehen, dass er etwas zu verlieren hatte. Doch was es war, konnte er beim besten Willen nicht benennen.

Murdra
06.10.2012, 15:53
Das gestrige Mahl war wohl sehr gehaltvoll gewesen, denn Wendel schlief bis in den Nachmittag hinein. Sicherlich war es anstrengend gewesen die Henne zu beschaffen und Murdra gönnte ihm den Schlaf mehr als jedem anderen auf der Insel. Alba hatte bei ihr in der Küche übernachten dürfen, nur die erste Nacht, damit sie sich wieder zuhause fühlte und bald wieder ihre besonders großen Eier mit zwei Dottern legen würde. Zum Frühstück wäre sie noch nicht so weit gewesen, aber jetzt gerade als Wendel die Treppe herunter kam, gackerte sie laut um kund zu tun ein Ei gelegt zu haben.

"Grüß Euch. Habt ihr gut geschlafen. Darf ich ein Frühstück servieren?" fragte Murdra den Hennenretter überaus freundlich, was sonst so gar nicht ihre Art war. Aber dieser Mann hatte wohl bis zu seinem Lebensende einen Stein bei ihr im Brett... oder so ähnlich.

Wendel nickte freundlich und setzte sich an einen der Tische. Den Eingang der Taverne hatte er stets im Blick und wartete darauf was Murdra ihm servieren würde. Sie eilte sich das beste Omlett mit Speck zu braten, das es je in der Jungfrau gegeben hatte. Alba hatte ein weiteres Mal gegackert und sie schien von dem Schock erholt und langsam aber sicher in ihre alte Form zu kommen.

"So bitte sehr der Herr. Lasst es euch schmecken. Habt ihr sonst noch einen Wunsch?"

Candaal
06.10.2012, 16:09
"Zu behaupten, ich wäre wunschlos glücklich wäre sicherlich übertrieben, doch momentan fehlt es mir an nichts", antwortete Wendel geschwungen, wobei ihm die Wirtin mittlerweile doch etwas seltsam anmutete. Nun wusste man nicht mehr, woran man bei ihr war. Jeden Augenblick konnte die fröhliche Überschwänglichkeit in die alte, bissige Geschäftsmiene umkippen. So hielt der ehemalige Assassine die Wirtin und die Türe im Blickwinkel während er sein wunderprächtiges Frühstücksei vertilgte. Er hatte gelernt zu beobachten und dennoch das Leben zu geniessen. Wer dies in Ishtar nicht beherrschte, nahm sich früher oder später ohnehin selbst das Leben.

"Sind in den letzten Tagen Reisende von Thorniara hierher gekommen?" , wollte er schliesslich wissen als er der Wirtin den Teller zurückbrachte. In den letzten Tagen waren jedoch bloss die lokalen Trunkenbolde in die Gespaltene Jungfrau gestolpert und mit den Füssen voran von Grengar wieder raus gezerrt worden. 'Schade', dachte der Gestaltenwandler sich. So musste sich wohl noch etwas überlegen, um seinen Auftritt in Thorniara zu begründen. "Eine Sache wäre da noch: Könnt ihr diesen Ring für mich verwahren?", fragte er und zog den Siegelring des Königs von seinem Finger. "Macht sich nicht so gut mit diesem Siegel vor Rhobar anzutanzen", erklärte er augenzwinkernd.

Der symbolträchtige Ring hatte seiner Erscheinung schon einige Male den letzten Schliff gegeben, doch nun war er eindeutig zu gefährlich. Die Chancen, ihn jemals wieder zu sehen, schätzte der Ganove recht gross als er ihn Murdra in die mächtigen Pranken drückte. Mit einem Gruss der Götter verabschiedete der Hennenretter sich schliesslich von der Wirtin, klopfte Grengar draussen auf die Schulter und machte sich auf in Richtung Thorniara.

Murdra
06.10.2012, 16:21
"Nein von Thorniara kommen die wenigsten hierher. Meist sind es meine Gäste die nach Thorniara wollen. Komisch eigentlich... da hab ich mir noch nie Gedanken drüber gemacht." erklärte die Wirtin und nahm dann den Siegelring an sich. Dieser Wendel war wirklich ein ganz besonderer Mann. Dass er ihr den Ring anvertraute, wo sie doch Männer, die Ringe trugen so sehr mochte.
"Natürlich verwahre ich euren Ring. Ich werde drauf achten als wäre er mein eigener... und ganz unter uns gesagt war mir der König sowieso immer der liebste. Fürs Geschäft ist es allerdings besser, das nicht öffentlich kund zu tun und neutral zu bleiben. Ihr versteht das sicher."

Kaum hatte sie das gesagt, nahm er auch schon seine sieben Sachen und verschwand durch die Tür. Murdra seufzte. Wenigstens würde er irgendwann zurück kommen und seinen Ring holen.

Alba gackerte ein weiteres Mal.

Thanriel
30.10.2012, 20:57
Die feste Holztür, die selbst einem Regen des gegenwärtigen Ausmaßes standhielt, öffnete sich langsam und Thanriel trat ein. Nass, als wäre er in einen See gefallen, hinterließ er noch einige Zeit regelrechte Pfützen hinter sich. Er ließ sich schweigend auf einen freien Platz nieder und dachte nur daran sich zu trocknen. Dieses Gefühl der Nässe war unangenehm für ihn; erst recht nachdem er stundenlang den Weg vom Strand zur Taverne suchte. Der strömende Regen machte seine Sicht nicht klarer und er musste einige Male nach dem Weg fragen. Dass seine Haare wegen dem Regen derartig in seinem Gesicht hängten, hätte der Türsteher schon fast als Vermummung durchgehen lassen können. Glücklicherweise konnte Thanriel aber ungehindert in die Taverne eintreten. Hier versuchte er erst einmal sich zu wärmen von der Kälte draußen. Sein Ziel war vorerst Setariff. Er musste Zugriff auf die Archive der Bibliothek erlangen, um mögliche Hinweise auf den Fundort des Schatzes zu finden, von dem jene beiden zwielichtigen Gestalten in Faring redeten. Setariff befand sich unglücklicherweise auf der anderen Seite der Insel und Thanriel musste sich bei den Ansässigen erkundigen, wie er überhaupt dorthin gelangen sollte. In der Taverne war natürlich der perfekte Ort dafür.

Lange blieb er schweigend an seinem Platz und sein Blick schwenkte langsam von einer Person zur anderen. Er versuchte auszumachen, ob irgendeiner gefährlich werden könnte. Mit Sicherheit konnte er das natürlich nicht sagen, aber wenn jemand seinem Gegenüber ein Messer auf den Tisch schlagen würde, wie es jener kapuzierte Mann bei einem zitternden Mann mittleren Alters am Tisch einige Meter entfernt getan hatte, schloss es die Möglichkeit aus, dass dieser irgendwie weiterhelfen könnte. Er fand in der Taverne allerlei Menschen. Fröhliche, Traurige, Belesene oder Halunken, sogar einen Zauberer. Aber keinen richtigen Magier, dieser führte Tricks vor, wie Funken sprühen oder Karten lesen. Zu welcher Person er sich nun wagen würde, nach dem Weg zu fragen, war ihm noch unklar. Er beschloss nach einiger Zeit etwas zu bestellen, denn er wollte auf keinen Fall Aufmerksamkeit erregen, in dem er schweigend vor sich hin sitzt und auch nicht mit der Wirtin in Ungnade fallen. Also ging er hinüber zur Theke und bestellte etwas zu Trinken. Mit seinem Beruf als Schmied hatte er einige Goldstücke in der Tasche, von einem Vermögen konnte man aber bei weitem nicht sprechen. Über lange Sicht musste er sich auf der Insel Argaan irgendwo Geld beschaffen.

Mit einem Bier in der Hand ging Thanriel zu seinem Platz zurück. Der Stuhl war absolut durchnässt, aber das machte ihm bei seinem Anblick auch nichts mehr aus. Er war positiv überrascht, dass keine Blicke auf ihn gerichtet waren, alle waren wohl zu sehr beschäftigt mit sich selbst. Nachdem er einige Schlücke seines Bier genommen hatte raffte er sich auf und ging zu einem Mann, der aussah, wie ein Bauer. Es war ihm anzusehen, dass er ein Werk in dieser Richtung verrichten musste, bei seiner verdreckten Stoffkleidung.

"Seien sie gegrüßt, mein Herr", fing Thanriel an mit dem Bauer in eine Konversation zu treten. Er versuchte natürlich höflich zu bleiben und keinen komischen Eindruck zu machen. Sein Gegenüber wartete noch kurz, trank einen Schluck von seinem Bier, aber fing dann auch an zu reden.
"Was verschafft mir die Ehre?", fragte er kalt. Er sah Thanriel nicht einmal an. Er starrte entweder auf den Tisch oder an die Wand, wo eine Jagdtrophäe hing. Zu Bewundern schien er sie nicht, er war wohl ziemlich in Gedanken.
"Ich wollte nur fragen, ob sie mir behilflich sein könnten. Sehen sie, ich will nämlich nach Setariff".
Langsam löste sich der alte, auch etwas dickere Mann von seiner Geistesabwesenheit und blickte Thanriel an. Er machte trotz seiner Einleitung einen gleichgültigen Eindruck und keinen genervten.
"Nach Setariff wollen sie? Das liegt hinter den Bergen im Osten. Es gibt so einige Wege, wie man da hin kommen kann"
Thanriel schweigte und bedeutete dem Bauern fortzufahren.
"Gehen sie nicht nach Süden!", fuhr dieser fort. "Es sei denn natürlich sie wollen von Orks zerfetzt werden. Da ist ein ganzer Wald voll mit denen"
"Also welchen Weg sollte ich denn gehen?" Thanriel versuchte immer noch geduldig zu bleiben, während sich der Alte ziemlich Zeit mit seinen Antworten ließ.
"Norden. Auf jeden Fall nach Norden. Dort werden sie nach Stewark kommen. Eine schöne Stadt, das muss man sagen. Von dort aus gibt es zwei Möglichkeiten. Sie könnten zum einen durch Thorniara, da gibt es einen alten Handelsweg der nach Setariff führt. Aber wenn sie von dort aus in Richtung Osten und dann Süden gehen, kommen sie zur Silberseeburg. Dort in der Nähe gibt es, glaube ich, einen Höhlendurchgang. 'War da nie"
"Ich danke ihnen", sagte Thanriel freundlich.
"Jaja, gehen sie nur", erwiderte der Bauer und winkte ihm zu, während sein Blick wieder abschweifte"
Wenn hier alle so sind, wird das ja ein toller Ausflug, dachte Thanriel.

Während er wieder auf seinen Platz zurückkehren wollte, bemerkte er dass der Mann, der die Klinge auf den Tisch gehauen hatte, gegangen war. Mit ihm der Andere. Das Messer hatte er leider auch wieder mitgenommen. Wo die wohl hingegangen sind? Und was hatten die für einen Streit? Thanriel schweifte ab und dachte nach. Er sollte versuchen sich bedeckt zu halten und möglichst nicht in solche Angelegenheiten hinein zu geraten. Er stand auf und öffnete die Tür. Es regnete immer noch, aber längst nicht mehr so stark. Vielleicht sollte er wieder aufbrechen. Die "freundliche" Gesellschaft hier würde er nicht so schnell vermissen. Wortlos ging er zurück, trank sein Bier zu Ende und verabschiedete sich von der Wirtin. Er warf einen kurzen Blick zurück auf die Leute, drehte sich dann um und ging wieder hinaus.

Kheto
05.11.2012, 11:53
Gross und geräumig sowie gut besucht. Genau dies würde wohl auf die Taverne in der sich Kheto eingefunden hatte zutreffen.
Die Wirtin, die sich als Murdra vorstellte, war ein donnerndes Weib mit Haaren auf den Zähnen aber dem Herz am richtigen Fleck.

Während Sie ihn als Fremden anfangs mit misstrauen begegnete, gewann er rasch ihre Gastfreundschaft indem er Ihre Küche lobte und ordentlich von Tagesgericht bestellte.

So sass er also an diesem verregneten Tag in einer gut besuchten Taverne und ass Scavengergluasch an brauner Sosse mit zu trockenem Brot. Für Wein hatte er kein Geld, also trank er Wasser und hin und wieder Reste aus Gläsern die links und rechts neben ihm bei bewegter Gesellschaft stehen gelassen wurde. Kein Grund sich zu schämen!, dachte er sich während er durch die Runde blickte um sich zu vergewissern, dass ihn keiner der Anwesenden verurteilte.
Die Taverne gefiel ihm, hier war es gesellig, nicht zu leise, nicht zu angespannt. Ja von hier aus könnte er sein Abenteuer ohne Reue beginnen. Natürlich hiess dies, er ,müsse ein Zimmer anmieten. Und darüber hinaus erstmal ein paar Münzen verdienen um dieses bezahlen zu können.
Geld verdienen… gelangweilt stocherte er mit einem Hölzchen in der Restbrühe des Gulasches herum. …was für eine Zeitverschwendung!....

Ein erneuter Blick seinerseits fuhr durch die Runde der Anwesenden. War kein Saufbold dabei dem er einige Münzen abknöpfen konnte? Keine schöne Frau die er verführen konnte um bei ihr zu nächtigen?
Ernüchterung….ausser Bauern und einigen zu gut bewachten Reisenden war keiner da.

Kheto rümpfte die Nase und räumte seinen Teller mitsamt Besteck ab um es der fetten Wachtel namens Murdra zurückzubringen.
Als er ihr den Teller hinstellte fragte er beiläufig :

„Hey schöne Frau! Das Essen hat wirklich ausgezeichnet geschmeckt! Es schmeckte mir sogar so gut, dass ich mir überlegt habe eine Weile in dieser warmen angenehmen Taverne zu bleiben. Hat es ein einfaches Zimmer frei, dass ich mir anmieten könnte? Was würde mich der Spass kosten und das wichtigste, wo kann ich hier ein paar Münzen verdienen um es bezahlen zu können? „

Murdra
05.11.2012, 20:43
Schöne Frau!! du alter Schleimer... wenn du denkst dann kriegste das Zimmer billiger haste dich geschnitten! ; dachte sich Murdra und antwortete ihm knapp.

"Die Treppe hoch und dann die zweite Tür auf der linken Seite. Das Zimmer ist noch frei. Bezahlen musste immer einen Tag voraus."

Das war eine Vorsichtsmaßnahme der Wirtin, denn sie hatte keine Lust hinterher mit nicht zahlungsfähigen Gästen herum zu ärgern. Schließlich konnte auch die noch so listige Wirtin den Leuten nur vor den Kopf gucken.

Der Gast nickte zwar sagte aber im ersten Moment nichts.

"Ist noch was unklar? Ich hab zu tun."

Kheto
06.11.2012, 13:12
„Garstiger kleiner Hobbit!“( ein Spruch den er in einer Märchensaga auf einem der Schiffe gehört hatte) blitze es Kheto durch den Kopf als Murdra ihn ziemlich trocken auf ein einfaches Zimmer ohne Jobaussicht hinwies. Gut, er wusste nun, dass er sich da einnisten konnte. Ebenso wusste er nun aber auch, dass er immer im Voraus zu zahlen hatte, was ihn also eigentlich wieder an den Anfang brachte.

Er brauchte nen Job! Enttäuscht nickte er der Wirtin zu und kehrte ihr anschliessend den Rücken. Es galt einen der vielen Besucher hier in ein informatives Gespräch einzubinden um so mehr Informationen über die Gegend und die Gepflogenheiten zu erhalten.

Der Hüne zupfte also seine Jacke zurecht und hob lässig die rechte Augenbraue während seine Augen den Raum absuchten.
Der Entschluss ein jeder hier , war für den Job als Informationsquelle her zuhalten bestens geeignet fasste er schnell, doch dann bemerkte er einen Barden der etwas abseits auf einer Bank sass und seine Gitarre stimmte.

Neugierig marschierte Kheto auf ihn zu und setzte sich neben ihn. Einen Moment lang schwieg er und schaute nur zu wie die flinken Finger des blonden Mannes eifrig an den Seiten zupften und kleine Mechanismen verstellten.

„Sieht ziemlich komplex aus.“ Stellte er sachlich fest.

Der Barde hob fragend seinen Kopf und lächelte Kheto anschliessend freundlich an.

„Komplex würde ich nicht behaupten. Klar euch ist es vielleicht fremd, aber was fremd ist muss nicht immer gleich komplex sein! Musik ist eigentlich etwas sehr einfaches…und doch etwas sehr komplexes, haha, ihr habt mich ertappt!“

Woooooow…. Ging es Kheto durch den Kopf…. Der Typ ist schräg…


Der Barde drehte die Gitarre auf den Bauch und zeigte Kheto eine Gravur an der Unterseite.

Solange die Melodie deine Herzens den Takt deines Lebens vorgibt, wird ein tägliches Lächeln dein Geschenk sein ! stand da in grossen Lettern eingeschnitzt.

„Die Gitarre habe ich von meinem Grossvater. Er war ein ausgezeichneter Barde mit einer Stimme, süsslicher als der süsslicheste Honigmet und doch kraftvoll wie Wurzelschnaps! „

Kehto war von der Redegewalt des Mannes und dessen Inhalt etwas sehr überrumpelt. Nicht wissend wie er reagieren sollte, zuckte er nur mit den Achseln und erwiderte das dämlich wirkende Grinsen des Bardens.

Prompt steigerte dieser sich im dämlich Grinsen und fuhr fort:

„Ihr müsst Wissen,. Diese Gitarre begleitet mich mein Leben lang! Ein Erbstück unserer Familie. Mein Grossvater erhielt sie von seinem Vater und dieser von seinem, und der von seiner Mutter und die von Ihrem Vater!“

„Und weshalb habt ihr eure von eurem Grossvater und nicht von eurem Vater?“ erkundigte sich Kheto sichtlich irritiert .

Der Barde liess den Kopf sinken und antwortete getrübt:

„Mein Vater sprang aus der Reihe und wurde Kaufmann, so wie er es sich auch von mir wünschte… Aber dies mein Freund ist eine ganz andere Geschichte und sicherlich dazu da um bei einem so schönen Tag euer Gemüt zu trüben!“

Mein Gemüt trüben? Scheisse haben sie dem die Eier abgeklemmt?

„Ähm neee passt schon denke ich…“

Kheto erhob sich ehe der Bare zu einer Antwort ansetzen konnte und verliess wortlos die Taverne um einem weiteren Gespräch mit ihm vorerst zu entgehen.
Kaum hatte er die Taverne durch die Haupttüre verlassen erblickte er einen Mann der hektisch den Weg vom Strand her hinauf rannte.

Smoker witterte rasch, dass es richtig sein würde den Kerl abzufangen um herauszufinden was ihn in eine solche Hektik versetzte.
Also schnitt er ihm den Weg ab und stellte sich dabei breitbeinig vor ihn.

„He da! Warum rennst du herum wie von einer Blutfliege gestochen?“

Der Mann sichtlich verängstigt und Bleich im Gesicht, erwiderte zitternd und unheilvoll:

„Sie kommen! Sie kommen Wir werden alle sterben!!“

Na toll noch so ein Irrer, auf was für einer Insel bin ich da gelandet?

„Wer kommt? Und wieso sterben?“

Der Mann griff Kheto kraftvoll am Kragen seiner Jacke und zog ihn zu sich heran.

„DIE ORKS MANN! SIE SIND GEKOMMEN! ÜBERS MEER UM UNS ZU TÖTEN!!!“

„Orks? Scheisse Mann, auf dieser Insel gibt es Orks?“

Der Mann blickte Kheto ungläubig an, merkte dann aber rasch dass er hier wohl mit einem Fremden sprach. Bitter erwiderte er:

„ Du solltest diesen Ort rasch verlassen Fremder, die Geleere wirkt aus der Ferne schon riesig. Ich will nicht wissen welche Armee sich in ihrem Bauch verbirgt. Sie haben bereits Beiboote abgelassen…Und schlimmer! Ich habe gehört ein teil Ihrer Armee ist bereits auf der Insel und Schlachtet Männer und Frauen ab! Die Augen haben sie Ihnen ausgestochen! es wird nicht mehr lange dauern bis du hier nur noch Tod und verderben finden wirst….also nimm meinen Rat an, geh! Geh weit weit weg und kehre nicht zurück!“


Dann liess er von Kheto ab und machte sich daran die restlichen Menschen innerhalb der Taverne zu warnen. Kheto selbst, von der Neugier gepackt, rannte den Weg zum Strand hinunter um sich selbst ein Bild zu machen.

Was seine Augen sahen, bestätigte was seine Ohren bereits gehört hatten.

Die Orks waren gekommen!

Die Orks
07.11.2012, 22:49
"Keine Morras weit und breit.", brummte der alte Dzekas und stellte sich zu Zlatkas und seinen Kapitän Vladak.

"Es muss sie jemand gewarnt haben. Zu schade. Haben die Späher Spuren gefunden?", fragte der alte Seeork.
"Spuren sind vorhanden. Sie flohen alle zusammen. Doch als als die Nacht nun einbrach haben die Späher die Fährte verloren. Es deutet sich aber an, dass sie Schutz hinter den Mauern dieses Stewarks suchten. Das wäre zu erwarten.", meinte Zlatkas. Vladak nickte.
"Hoffen wir es. Ihre Angst wird uns schon würdigere Gegner bringen. Dzekas! Schau dir mit deinen Kriegern die Brücke dort unten gleich an. Ich will wissen was da bei dieser Hütte ist. Die Feuer brennen da auch nicht mehr, dann sind sie wohl auch geflüchtet. Schaut euch aber um und erwartet uns! Meine Elitekrieger und ich werden ein paar Vorräte von hier noch mitnehmen und kommen nach. - Zlatkas zieh deine Späher zurück. Sie sollen heute ruhen und morgen gen Stewark aufbrechen. Dreier-Gruppen und keinen unnötigen Kampf wagen. Wir wollen sie in ganzer Stärke empfangen. Schicke aber Zwei zur Haradak los. Wadkas soll so viele entbehren wie es geht. Die Sklaven werden schon nicht aufbegehren.", sprach der Kapitän der Haradak und schlug dann mit seiner Pachok den Deckel des Weinfasses auf. Mit der Pranke schöpfte er dann etwas Wein an seine Lippen.

"Wenn die Morras was können ist es diesen Wein machen.", meinte der Kapitän und brüllte dann laut auf. Sofort erhoben sich die vielen Orkkrieger die in und um dieser Taverne saßen und standen wie zur besten Zeiten der Orkarmee stramm und grimmig. Viele waren es. Eine Orkhorde die in den Zeiten des Imperiums sicher nicht als groß galt, aber als schlagkräftig genug um Dörfer und mehr als nur eine Kompanie der Morras damals nieder zu machen. Eine Horde die man erst einmal komplett bezwingen müsste.

"Meine Krieger! Uns gehört nun schon der Küstenstreifen und das umliegende Land! Überqueren wir in den nächsten Tagen die Brücke, dann stehen wir bald vor der Stadt auf dem Fels im Meer. Der Schöpfer ist gnädig und zeigte uns den Weg zu einer neuen Heimat. Und so wahr ich euch anführe! Wir werden unsere Sterne neu am Himmel ordnen! - Und nun kommt her mit euren Trinkhörnern! Euer Kapitän hat hier zwei Weinfässer und es wird sicher für alle reichen!", meinte Vladak und ließ sich von Zlatkas das erste Trinkhorn geben, bevor er es seinem ersten Offizier wieder reichte und so kamen all seine Krieger, einer nach dem anderen. Etwas für die schon eh hohe Moral seiner Krieger, bevor sie zur Brücke aufbrechen würden.



Tat'ank'Ka

Nicolei
18.12.2012, 22:37
Es war später Abend als Yunarik die Taverne erreichte. Er trat ein und zog seine Kapuze ab. Sein blick schweifte durch das doch recht gefüllte Gasthaus. Er suchte sich einen abgeschiedenen Platz, in einer recht dunklen Ecke und packte sein Kraut und seine Pfeife aus. Es war ein müßiger Gang gewesen um die Gespaltene Jungfrau endlich zu erreichen. Das Wetter wurde zunehmend schlechter. Doch gute Ausrüstung und guten Willen, konnte das Wetter nicht beugen. Sein schwerer Fellumhang schütze ihn vor dem kalten Wind und zur Not auch vor Regen besser gesagt schnee, was ihm Beliar sei dank, erspart geblieben ist. Seine Robe war aus festem Stoff gearbeitet und sehr robust, für eine Robe zumindest. Der untere Saum seiner Robe war zwar voller Schlamm und Matsch, ebenso seine Stiefel, aber seine Haut war noch trocken.
Nicolei saß an seinem Tisch und stellte sich eine volle Karaffe Wein vor und etwas zu Essen und... nichts passierte. Nachdenklich legte er den Kopf schief, irgendwas stimmte nicht. Es dauerte ein paar Minuten bis er realisierte dass er nicht mehr im Kastell war und seine Speisen und Getränke wie „normale“ Menschen bestellen musste. Mit einer Handbewegung rief er die Wirtin zu sich.
„Eine Karaffe ihres besten Weines, sowie ein Scavengergulasch und habt ihr ein Zimmer frei?“
„Ja. Sonst noch etwas?“
„Nein, das war es erst einmal, habt Dank.“

Der Wein kam schnell, nur das Gulasch lies auf sich warten, aber er hatte mehr als genug zu trinken, aber nach einem Rausch war ihm heute irgendwie nicht, auch wenn das exzessive trinken, neben dem Studieren alter Schriften, zu seinen Hauptbeschäftigungen zählte, so war er doch darauf bedacht dass er morgen den Aufstieg in das Weißaugengebirge wagen wollte und da war ein Kater eher hinderlich. So genoss er den Wein und lauschte den Gesprächen der anderen Gäste.
In aller Ruhe stopfte er seine Pfeife und lehnte sich zurück und entspannte sich voll und ganz. Es war nie leicht an dieses Kraut zu kommen, doch die Wirkung war es wert.
Dann endlich kam sein Gulasch und er begann zu essen. Das Essen war erstaunlich gut, das Warten hatte sich durchaus gelohnt.

Gut gestärkt begab er sich auf sein Zimmer und nahm noch eine Karaffe Wein mit, es würde schon nicht schaden, und es las sich einfach besser wenn man etwas zu trinken hatte. Das Zimmer war sehr sporadisch eingerichtet, ein einfaches Bett, ein Holztisch, zwei Stühle und ein kleiner Schrank.
Der Magus entledigte sich seiner Robe, bis er nur noch sein leichtes Leinenhemd an hatte und die dazu passende Hose. Die Robe legte er, fast schon zwanghaft, zusammen und verstaute sie im Schrank. Seinen Fellumhang hängte er an die Garderobe, seine Umhänge Taschen stellte er auf einem der beiden Stühle ab.
Nachdem alles seine Ordnung hatte nahm er auf dem anderen Stuhl platz und suchte seine Unterlagen heraus. Immer und immer wieder ging er die Beschreibung des Weges durch, und studierte die Karte, immer wieder suchte er nach bekannten Merkmalen die die Zeit überdauert haben könnten und an denen er sich möglicherweise orientieren könnte. Denn es waren Wälder eingezeichnet die es nicht mehr gab, Wiesen auf denen jetzt Wälder waren und Wege die nicht mehr genutzt wurde und dadurch zu verwachsen waren. Den Startpunkt hatte er schon einmal richtig gewählt. Die Taverne, von hier aus müsste er die besten Chancen haben in den unterirdischen Tempel zu gelangen.
Lange verbrachte er noch bei Kerzenschein über den Unterlagen, ehe er sich zu Bett begab und in einen erholsamen Schlaf fiel.

Nicolei
18.01.2013, 21:16
Es war spät am Abend als Yunarik die Gespaltene Jungfrau erreichte. Es war merkwürdig wieder auf Argaan zu sein, es zu merken, wann ein Tag vorüber ist, die Sonne aufgehen zu sehen und seine Zeit wirklich klug zu nutzen, denn Nachts wandern, war, wenn man die Umgebung nicht gut kannte, nicht sehr ratsam.
Und er hatte Argaan auch wesentlich wärmer in Erinnerung, jetzt merkte er dass es tatsächlich Winter war und er war sehr froh seinen festen und warmen Fellumhang zu haben.

Schnell zog er die Türe wieder zu als er das Wirtshaus betrat und zog seine Kapuze vom Kopf. Es war nicht wirklich viel los, sehr überschaubar. Er fand den Platz an dem er auch vor genau einem Monat schon einmal saß, unwissend dass er das wohl aufregendste Abenteuer seit langem erleben würde. Es stahl sich ein kleines Lächeln auf seine Lippen und er beschloss sich wieder dorthin zu setzen. Seinen Umhang und den Packsack legte er neben dem Tisch ab.
Als die Wirtin kam, erkundigte er sich ob es Nachrichten für ihn gab, da das nicht der Fall war bestellte er sich eine Scavengersuppe und eine Karaffe des Hausweines. Wie lange war es nun her, dass er das letzte mal Wein getrunken hatte? Es viel ihm mit einem leisen Lachen ein, als Dasemen unbedingt dieses wundervolle Getränk probieren wollte und einen ziemlichen Rausch und am nächsten Tag einen gehörigen Kater hatte.

Es viel ihm irgendwie schwer nicht wieder nach Dunkelstadt zu gehen, er war so lange dort gewesen dass er fast vergessen hatte wie die Welt da draußen war, wo er her kam, was sein eigentlicher Sinn war, nach dem er trachtete. Rache, sie glühte noch immer tief in seinem Herz, doch noch war er nicht bereit dafür.
Der Wein kam und er gönnte sich erst einmal einen großen Schluck und genoss ihn in vollen Zügen.
Sein Weg würde ihn zuerst wieder in das Kastell führen, er hatte vor sein Studium mit etwas Magie zu würzen.
Doch zuerst, würde er essen und sich ausruhen, er wollte den restlichen Weg morgen schaffen, er wollte nicht unbedingt bei diesem Wetter eine Nacht im freien verbringen, auch wenn es nicht das erste mal wäre, aber er zog ein warmes Dach über dem Kopf, doch der Wildnis vor.

Pankratz
03.02.2013, 00:41
Pankratz lauschte den nun langsam leiser werdenden Gesprächen im Schankraum. Wie meist saß er allein und vertrieb sich die Zeit damit, die Gäste zu beobachten. Die anderen Gasthausbesucher beachteten den alten Seemann in der dunklen Nische nur selten.


War ihm nur recht.


Murda schob ihm einen Rum hin, ein seltener Genuss. Aber wenn er mit seinem Ersparten weiterhin so sparsam umging, würde er die letzten Jahre über die Runden kommen und am Ende würde hoffentlich noch ein bisschen Kupfer übrig bleiben, so dass man ihn anständig unter die Erde werde bringen können.


Anderenfalls...


...anderenfalls musste er sich eine Frau suchen.


Eine mit eigenem Einkommen.


So eine wie Murda.


Die Wirtin war zwar nicht... und auch nicht mehr... aber immerhin... jedenfalls, so weit ihn seine vom Alter fast blinden Augen nicht trogen.


Pankratz hing kurz einem Traum von Tagen mit regelmäßigen warmen Mahlzeiten, von gutem Bier statt der dürren Plörre, die er sich nur leisten konnte, von einem weichen Sessel vor dem offenem Feuer, aus dem er seine alten schmerzenden Beine in Richtung Wärme...


Die sich öffnende Tür des Schankraums riss ihn aus seinen angenehmen Gedanken. Pankratz schaute sich kurz nach dem neuen Gast um, verlor aber schnell das Interesse, zumal er sowieso nur eine menschliche Kontur hatte erkennen können.


Wo war er mit seinen Gedanken noch stehen geblieben?


Ach ja, Murda. Wo war sie? Ah, da...


Weltmännisch prostete er mit seinem Rum dem Mantel zu, den der späte Gast über einen Pfosten geworfen hatte.

Rufus
03.02.2013, 13:11
Etwas Nebel zog auf, was den Klamotten von Rufus, die durch das Schwimmen an Land noch durchnässt waren die Sonne zum Trocknen raubte.
Doch weit war es nicht mehr und in der Taverne könne er sicherlich seine Kleidung zum Trocknen aufhängen, dachte er und überschritt nun den Hof und schon von Weitem konnte man hören, dass einige Gäste im Schankraum verweilten.
Rufus hoffte, dass er dort schnell eine Arbeit und Unterkunft finden würde.
Als er den Schankraum betrat, schauten manche der Gäste ihn an und musterten den für sie wohl abgerissen aussehenden Mann, aber dieser wollte in diesem Moment erst einmal etwas trinken und suchte dehalb im Raum nach der Theke.
Seine Augen schweiften über die Männer, die seelenruhig an den Tischen saßen, bis er endlich die Theke fand, auf die er nun direkt zuging.

Die Frau dahinter, hatte einen misstrauischen Gesichtsausdruck, als Rufus vor ihr stehen blieb.

"Guten Abend," meinte Rufus, "Ich würde gerne etwas trinken."

Nun gab sich die Wirtin als Murda zu erkennen und fragte sofort, ob der Fremde denn auch Geld hätte, aber dieser hatte alles für seine Überfahrt ausgegeben.
Mit seinen restlichen Pfeilen, die er noch bei sich trug konnte er sich einen Krug Met erhandeln und setzte sich nun damit an den ersten freien Tisch, den er fand.

Kjarl
03.02.2013, 17:51
"Hier ist die Jungfrau. Klingt doch ganz gut für ne Kneipe, nicht wahr? Aber bei der Wirtin solltest dus besser nicht versuchen. Die is brummig wien Bär und noch bisschen bissiger."

Es folgte allgemeines Gelächter, in welches Kjarl gern mit einstimmte. Seit gestern war er nun mit vier Jägern unterwegs und sie hatten sich schnell durch den Orkwald geschlichen und waren schließlich weiter nach Norden vorgedrungen. Schließlich waren sie bis in die Nähe der Gespaltenen Jungfrau gewandert und hatten sich für eine Halt bei Murdra entschieden, die Kjarl nur aus verschiedenen Geschichten kannte.

"Wir werden uns mal bei den Fischern umhören. Ist immer besser, wenn man weiß, was so los ist.", meinte zwei von Kjarls Begleitern und die anderen beiden wollten es ihnen gleich tun. Kjarl hatte keine Lust auf den üblichen Tratsch und betrat deswegen direkt die Taverne, nicht ohne sich die kritischen Blicke einiger Holzfäller einzufangen, die im Hof ihrer Arbeit nachgingen.

Der Schankraum war überraschend gut gefüllt und Kjarl sah sich nur kurz um, dann trat er an den Tresen und bestellte Bier und etwas Brot und Wurst. Die kleine, dicke Frau hinter dem Tresen schaute ihn misstrauisch an.

"Kannst du denn zahlen? Ohne Geld kriegste hier höchstens paar hinter die Ohren."

Kjarl verkniff sich ein amüsiertes Lächeln, die Geschichten über die Wirtin entsprachen offenbar der Wahrheit. Er kramte ein paar Münzen hervor und legte sie auf den Tresen, dann nahm er das bestellte Essen entgegen und drehte sich um. Es war kein freier Tisch in Reichweite und so musste sich Kjarl wohl oder übel zu irgendeinem Fremden an den Tisch setzen. Er entschied sich für einen Tisch, an dem nur ein einzelner, schmächtiger Kerl saß.

"Noch frei?", sprach er den Braunhaarigen an und deutet auf einen der Stühle.

Rufus
03.02.2013, 18:15
Während Rufus abwesend auf den leeren Krug vor sich starrte, bemerkte er nicht was sich um ihn herum tat, erst als er direkt angesprochen wurde, bemerkte er, dass ein Trupp Jäger ins Gasthaus eingekehrt waren.

"Natürlich ist hier noch frei, setzt euch doch," meinte Rufus und musterte die Jäger.
Sie schienen schon einige Zeit unterwegs zu sein, aber sie machten einen recht netten Eindruck auf ihn.
Nachdem sich die Jäger an den Tisch gesetzt hatten und Rufus deren volle Krüge sah, bekam er auch wieder Durst.
"Ich bin gleich wieder da," nach diesen Worten stand Rufus noch einmal von seinem Stuhl auf und ging an die Theke um über das Nachschenken und eine Unterkunft für die Nacht zu verhandeln, aber er hatte ja nichts, was er hätte anbieten können.
"Könnte ich hier nicht irgendwie aushelfen und es mir verdienen ?" fragte er, aber Murda blickte nur grimmig drein.

Rufus wusste, was das heißt und drehte sich um, er überlegte, was er denn nun tun könnte.

Kjarl
03.02.2013, 18:27
Inzwischen waren auch die anderen nachgekommen und unterhielten sich über die Neuigkeiten, die sie von den Fischern erfahren hatten. Viel Neues war nicht dabei. Von der Verstärkung des Lagers im Bluttal durch die Thorniarer und von der derzeitigen Präsenz von Rhobars Truppen in Stewark. Kjarl wandte sich bald ab und beobachtete den Mann, an dessen Tisch sie sich niedergelassen hatten. Offenbar war der arme Kerl total abgebrannt, schließlich hatte er nicht mal mehr Pfeile im Köcher.

"Gib ihm noch was. Hier hast du das Geld.", meinte Kjarl und warf der Wirtin die Münzen zu.

"Pleite?", fragte Kjarl, als sich der Braunhaarige wieder gesetzt hatte. "Läuft wohl zur Zeit nicht so gut?"

Rufus
03.02.2013, 18:39
"Ja, ich bin hierher gekommen, in der Hoffnung ein friedliches Leben mit etwas Wohlstand zu führen, aber die Überfahrt war sehr teuer und deshalb habe ich nichts mehr."
Murda hatte sich alles mit angeschaut und ohne das Gesicht zu verziehen den Krug wieder aufgefüllt, den Rufus jetzt von der Theke abholte.
"Danke für das Bier," meinte Rufus und nahm einen großen Schluck.
Das muss der Händler gemeint haben, dachte er sich und grinste etwas.
"Wisst ihr zufällig, wo ich hier in der Nähe eine Arbeit finden kann ?"

Kjarl
03.02.2013, 18:54
Ein friedliches Leben und ein bisschen Wohlstand, wer wollte das nicht? Kjarl konnte den Mann verstehen. So ähnlich war es ihm doch auch gegangen, als er die Insel betreten hatte. Und mittlerweile hatte er ja zumindest ein friedliches Fleckchen Erde gefunden, auf welchem er leben konnte. Und der Wohlstand? Der würde schon noch kommen. Oder halt nicht.

"Arbeit suchst du? Naja, bei der alten Murdra wirst du kaum welche finden.", meinte Kjarl und grinste. "Arbeit findest du wohl am Leichtesten in den großen Städten. Nördlich von hier liegt Stewark, da ist aber nicht viel los. Glaub nicht, dass du da was findest. Ganz am Nordzipfel der Insel findest du Thorniara. Is ne große Hafenstadt, hohe, kalte Mauern und sicherlich Arbeit für jeden der wirklich welche sucht. Im Osten der Insel liegt noch Setarrif. An sich ne schöne Stadt, wo man bestimmt sein Glück machen kann. Allerdings liegt da das hohe Gebirge dazwischen, du müsstest also wahrscheinlich außen drumrum laufen."

Kjarl machte eine kurze Pause, dann sprach er weiter: "Außerdem gibts ziemliche Spannungen zwischen Thorniara und Setarrif. Die hauen sich gern mal den Schädel ein, die Städter. Da gefällt mir das Leben im Wald besser. Ein kleines überschaubares Dorf, keine hohen Mauern, keine Könige."

Der Blondschopf trank einen Schluck Bier und verzog das Gesicht. Da wurde man sogar in der Sumpflilie besser bedient. Wenigstens das Brot schmeckte. Im Wald waren die Backwaren ja manchmal bisschen knapp.

"Ich heiß übrigens Kjarl. Wie darf ich dich nennen?"

Rufus
03.02.2013, 19:12
"Ich heiße Rufus und ursprünglich komme ich vom Festland.
Dort war ich Jäger und habe eigentlich relativ gut gelebt, aber die Übergriffe wurden zuviel, deshalb meide ich auch die königstreuen, da sie uns Jägern nie geholfen haben."

Rufus nahm noch einen Schluck Bier aus dem Krug.

"Wisst ihr, wo ich einige Tage unter kommen könnte, ohne viel bezahlen zu müssen, denn ihr habt ja bereits gemerkt, dass ich kein Geld bei mir habe.
Und könntet ihr mich vielleicht mit euch nehmen, bis wir an einer sicheren Siedlung ankommen ?"

Kjarl
03.02.2013, 19:36
"Kein Freund der Königstreuen? Dann solltest du nicht unbedingt weiter nach Norden gehen. Die stehen da nämlich alle sehr auf den guten alten Rhobar. Nach Setarrif wirst du auf die Schnelle wahrscheinlich nicht kommen.", brummte Kjarl. Er warf Rufus nochmal einen langen Blick zu, dann sprach er weiter:

"Du kannst mit uns nach Süden kommen, wenn du willst. Jagen kannst du ja, hast du gesagt. Auch Felle abziehen und so? Dann ließe sich sicherlich erstmal ne Aufgabe für dich finden. Da kannst du vielleicht auch die eine oder andere Münze bei verdienen, mal schauen. Wenn du nicht nach Süden willst, dann müsstest du dich nach jemand anderem umschauen."

Kjarl ließ Rufus Zeit zum Überlegen und wandte sich erstmal seinem Brot zu. 'Wirklich besser als gedacht', stellte er zufrieden fest und kaute fröhlich vor sich hin. Seine Kameraden hatte derweil angefangen sich über die letzten Fänge zu unterhalten.

Rufus
03.02.2013, 19:51
"Wir hatten die Paladine gebeten, sich um die Banditen zu kümmern, aber getan haben sie nichts und dann habe ich alles verloren."
Etwas bedrückt schaute Rufus im Raum umher und war kurz in Gedanken, aber nach einigen Augenblicken meinte er: "Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mich mitnehmen würdet, schließlich kenne ich mich hier überhauptnicht aus und würde mich warscheinlich bei irgendwelchen Bestien wiederfinden."
Kurz konnte man ein kleines Lächeln im Gesicht von Rufus entdecken, was aber schnell wieder verschwand.
"Weshalb eigentlich diese Fehde zwischen den beiden Städten?"

Kjarl
03.02.2013, 20:09
"Zwei Könige, die beide herrschen wollen.", meinte Kjarl und schüttelte den Kopf. "Wie das genau ist weiß ich auch nicht, aber das Ganze läuft wohl schon ne ganze Weile. Angeblich gehörte Argaan früher auch mit zum Myrtanischen Reich, aber als es auf dem Festland heiß her ging, hatte der König dort andere Probleme und es gab erfolgreiche Aufstände. Jetzt scheint Rhobar wieder Zeit für die Insel zu haben."

Kjarl nahm sich etwas Zeit zum Kauen und starrte vor sich hin. Wahrscheinlich würde sich Frieden auf dieser Insel erst einstellen, wenn einer der beiden Monarchen besiegt worden war.

"Wo war ich? Ach ja, Rhobar will die Insel in sein Reich eingliedern und Ethorn, der König in Setarrif, will seinen goldenen Thron natürlich nicht hergeben. Wie das eben so ist. Jetzt gibts da immer mal Ärger; mal mehr, mal weniger. Auf jeden Fall solltest du in Thorniara kein Loblied auf Ethorn singen und dich in Setarrif nicht in zu laut zu Rhobar bekennen. Könnte Ärger geben."

Rufus
03.02.2013, 20:22
"Ich denke nicht, dass dieser wie nanntet ihr ihn Ethorn, ich denke nicht, dass er Chancen hat, denn des Könis Armee ist in den letzten Jahren riesig geworden."

In diesem Moment reizte etwas in Rufus ihn, gegen die Königstruppen zu kämpfen und er bekam ein böses Grinsen, aber diese Idee war wohl zu weit hergeholt, deshalb verwarf er sie schnell wieder.

"Und ihr haltet euch aus diesem Kampf heraus ?"

In einem Zug leerte Rufus nun seinen Krug und ließ sich nach hinten an die Stuhllehne fallen, das war zuviel auf einmal.

Kjarl
03.02.2013, 20:45
"So gut es geht.", brummte Kjarl. "Wobei ich auch noch nicht besonders lange auf dieser Insel lebe und von der großen Politik noch nicht zu viel weiß. Aber insgesamt hab bisher wenig Städter bei uns gesehen; der Konflikt scheint uns derzeit noch zu verschonen. Wobei auch das Waldvolk schon in Kämpfe verwickelt wurde."

Kjarl hatte in der Sumpflilie von den Kämpfen im Bluttal gehört und so manche wilde Geschichte über die gefürchteten Jagdkommandos erzählt bekommen. Auch wenn sie nach Möglichkeit nicht in Erscheinung traten, so waren die Bewohner von Schwarzwasser doch nicht unterschätzen.

"Du musst wissen, dass die Gegend um Schwarzwasser, so heißt das Dorf in dem ich seit einiger Zeit lebe, großteils sumpfiger Natur ist. Nicht das, was die feinen Herren aus den schicken Städten sich so für ihre Freizeit wünschen."

Rufus
03.02.2013, 21:14
"Etwas Ruhe und Sicherheit wäre für den Anfang sicherlich nicht schlecht."

Rufus wandte sich kurz von den anderen ab und Rülpste, fuhr danach aber gleich wieder fort, als wäre nichts gewesen: "Wann geht ihr denn wieder zu eurem Dorf zurück und kann ich dort Waffen kaufen, denn durch die Wildnis will ich nicht nur mit einem Messer streifen.
Gibt es denn auch Karten von der Insel, damit ich mich nicht verirre, oder ist alles ausgeschildert, so wie in Myrtana ?"

Rufus Bauch knurrte, aber er versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass er schon einen halben Tag nichts mehr gegessen hatte.

Kjarl
03.02.2013, 21:34
"Wenn du Geld hast und zu fragen verstehst, dann kannst du dort so ziemlich alles bekommen.", meinte Kjarl und stopfte sich ein großes Stück Brot in den Mund. Ein Weile kaute er darauf herum, dann würgte er einen Teil davon herunter und sprach mit halbvollem Mund weiter.

"Wir müssen ein ganzes Stück nach Süden. Als wir hergekommen sind haben wir hier und da Fallen aufgestellt, die müssen wir rückzu noch kontrollieren. Wir werden heute nicht mehr losgehen, sondern uns eine ruhige Nacht gönnen. Von daher kannst du ruhig noch nen Happen essen."

Mit diesen Worten schob Kjarl dem hageren Kerl ein Stück Brot und Schinken zu. Müde und halb verhungert würde der Kerl die Jäger nur aufhalten.

"Wegweiser findest du hier nicht. Vielleicht in den großen Städten. Aber in Schwarzwasser lässt sich bestimmt ne Karte auftreiben, da mach dir keine Sorgen. Morgen bei Tagesanbruch wollen wir aufbrechen und dann zügig wandern. Wir haben ein ganzes Stück Weg vor uns."

Rufus
03.02.2013, 21:48
Als Rufus das Essen hingeschoben wurde, bekam er einige Tränen in die Augen, er war gerührt, wie sich die Leute hier um einen völlig Fremden kümmern.

"Ich werde versuchen morgen zu etwas Geld zu kommen, damit ich euch dafür entschädigen kann. Es werden sich sicherlich einige Hasen finden lassen, deren Fleisch und Fell ich verkaufen kann.

Dann drehte sich Rufus zu Murda um und fragte, ob er nicht eine der Bänke im Schankraum als Nachtlager verwenden dürfe.
Diese zögerte erst und wollte schon losmeckern, aber sie hatte mitbekommen, wie es ihm bisher ergangen war und stimmte dann nach einer Weile sogar zu.

Pankratz
04.02.2013, 23:51
Das Geräusch erinnerte ihn an den Schiffsjungen, wie er mit dem Reisigbesen das Deck schubbte.

Schkruutsch... Schkruutsch... Schkruutsch...

Pankratz strich sich gedankenverloren das stoppelige Kinn und lauschte in die Vergangenheit.

Schkruutsch... Schkruutsch... Schkruutsch...

Aber Erinnerungen hin oder her - morgen musste er sich wirklich rasieren.

Aber nun war Schlafenszeit. Statt über das Kinn strich er sich nun über den mit Kartoffelsuppe stramm gefüllten Bauch und erleichterte sich durch leichtes Aufstoßen.

Jetzt noch ein bisschen Abendgymnastik - der alte Seemann streckte sich genüsslich und gähnte unverholen, dass ihm fast der Unterkiefer aus den Gelenken sprang - dann war das Tagewerk wieder einmal trefflich vollbracht. Er erhob sich, steif vom langen Sitzen, und schlurfte in Richtung Schlafsaal, um sein müdes Haupt zu betten.

Redlef
20.03.2013, 13:01
„Ruhig Brauner“, Redlef tätschelte dem Ochsen die Schulter. Jedoch wollte sich das Vieh nicht beruhigen. Es fühlte sich anscheinend nicht wohl, wenn ein Fremder an seiner inzwischen eiternden Beinwunde herumdrückte. Es warf den Kopf hin und her, stampfte mit den Vorderbeinen und wenn er nicht aufpasste, dann würde es ihn umschmeißen.
Vorsichtshalber machte er einen Schritt zurück und sah den Bauer an. „Guter Mann“, sprach er nicht ohne diesen gewissen ärgerlichen Unterton, „wenn ich dem Tier helfen soll, dann müsstet ihr es schon mal festhalten. Stellt Euch vor den Kopf und haltet es am Ring.“
Der dickliche Mann tat wie geheißen und schaffte es den Ochsen ruhig zu halten.

Redlefs Finger wanderten wieder das kräftige Bein hinab und legte seine Fingerspitzen behutsam auf sie geschwollene Haut über dem Biss. Der Hofhund hatte vor einer Woche in seinem Übermut versucht dieses Rindvieh zu jagen. Dabei es dann wohl übertrieben und ihm ins Bein gebissen. Viel Zeit hatte der Bauer verstreichen lassen, zu viel Zeit. Redlefs Heilkünste waren beschränkt. Er konnte nichts anderes tun als die Wunde gründlich auszuwaschen und demnach einen hoffentlich entzündungshemmenden Verband auf zu legen.
Er griff nach dem Quellwasser und goss es in die Wunde. Der Ochse schrie auf und fing wieder damit an um sich zu treten. Von seinem Huf getroffen wich Redlef fluchend zurück. Frustriert stelle er die Kanne Wasser beiseite und rieb sich die Stelle wo ihn der Ochse getroffen hatte.

„Jetzt reicht es, wir werfen ihn um und binden ihm die Beine.“ Der Bauer nickte. Sie ließen den Ochsen stehen und griff nach den Seilen, auf die er eigentlich hätte verzichten wollen. Schnell waren die Füße des Tieres in Schlingen gelegt und der Ochse auf die Seite geschmissen. Der schrie wie am Spieß und schlug mit allen vier hufen um sich. Der Bauer und er hatten größte Mühe die Beine an zwei stabilen Bäumen festzubinden. Kein einfaches Unterfangen, schon gar nicht am Rande der Weggabelung, an der der Bauer mit seinem Ochsen Redlef getroffen hatte.

Die Behandlung der Wunde konnte dann endlich weitergehen. Das Tier drehte halb durch, doch am Ende war es ihm gelungen die Wunde bestmöglich zu säubern. Das Tier hatte inzwischen auch kaum noch Kraft sich zu wehren. Dies nutze Redlef und aus um eine aus ein paar zu Brei gedrückten Kräutern gefertigte Salbe aufzutragen. Wenn er sich richtig an das Rezept erinnerte, dann würde diese Salbe die Wundheilung verbessern. Doch sicher war er sich nicht. Hier auf der Insel fiel es ihm schwer die richtigen Kräuter zu erkennen. Sie sahen alle ganz anders aus, als in seiner Heimat nahe Geldern.

Nachdem das Tier entfesselt war und zitternd wieder auf seinen eigenen vier Beinen stand, betrachtet Redlef zufrieden sein Werk. Der Ochse hatte soweit das schlimmste überstanden. In ein paar Tagen waren hoffentlich schon besser gehen.

Der Bauer händigte ihn das versprochene Bort und das Stück Hartwurst aus. Er bedanket sich höflich und marschierte zurück zu seiner vorübergehenden Bleibe, die gespaltene Jungfrau.

Redlef
28.03.2013, 00:16
Die Sonne war bereits untergegangen, dennoch saß Redlef immer noch im Schankraum und trank in aller Ruhe ein Bier nach dem anderen. Die füllige Wirtin stand hinter ihrem alten Tresen und wischte zum wiederholten Mal mit abfällig verzogenem Mund über die Holzplatte. Es war Redlef durchaus bewusst, dass sie den Laden endlich zumachen wollte und darauf hoffte, dass er endlich den Schankraum verließ, doch sein Gold für den Alkohol ablehnen wollte sie bisher auch nicht. Somit blieb er.
Er wusste das es kindisch war, dennoch genoss er ihre fast schon feindseligen Blicke auf ihm. Mühevoll legte er sein schlechtes Bein auf den Hocker, der am Rand des Tisches stand, an dem er saß. Er lehnte sich bequem zurück. Da der Gastraum ansonsten leer war, hatte er freie Platzwahl. Also gehörte der begehrte Platz am Kamin ihm. Sein Rücken berührte die aufgewärmte Kaminseitenwand und er fühlte die Wärme, die sich angenehm in seinem Rücken ausbreitete. Sie tat seinen verspannten Muskeln gut. Besonders sein unterer Rücke schmerzte besonders nach der Feldarbeit, bei der er heute geholfen hatte.

Der Bauer, dessen Ochsen er versorgt hatte, konnte Hilfe auf seinem Feld gebrauchen. Nachdem der Frühling so lange auf sich hatte warten lassen, musste er sich nun mit der Einsaat beeilen. Zusätzliche Hände waren ihm also sehr willkommen. Doch nun war die Arbeit erledigt und Redlef wurde am Hof wohl nicht mehr gebraucht.
Wehmütig dachte er an seinen Geldbeutel. Der wurde mit jedem Bier etwas leerer. Er hätte schon lange mit den Bieren aufhören sollen, doch hier in der warmen Gaststube war es am Feuer viel gemütlicher, als in seiner kleinen, kalten, feuchten Kammer. Und die einzige Möglichkeit hier in der Gaststube bleiben zu dürfen, war nun einmal bei der Frau Wirtin Geld zu lassen.

Er seufzte und leerte den Krug. Die Wärme hatte sich inzwischen im ganzen Rücken ausgebreitet und er merkte sie seine Muskeln sich lösten. Das tat gut.
„Gute Frau!“, er hatte den Krug erhoben und sah zu der Wirtin herüber. „Währt ihr so gut, mir noch einen Krug, ein Krüglein, Eures feinen Biers zu bringen?“ Ihm wurde bewusst, das seine Stimme und vor allem seine Zunge ihm nicht mehr zu ganz gehorchen wollte. Er lallte. Wie peinlich. Früher wäre ihm das nie passiert. Schon gar nicht, wenn er alleine etwas trank. Die Zeiten hatten sich wahrlich geändert.
„Nee, Freundchen, jetzt ist wirklich mal gut. Ich denke es wär besser für dich, wenn du jetzt mal auf dein Zimmer verschwindest. Weißt du wie spät das ist?“ Sie legte den Lappen beiseite und kam um den Tresen herum auf ihn zu.

„Nun Wisst ihr es denn? Ich denke es ist Zeit für mein nächstes Bier…“ Redlef lächelte schief. Er wusste genau, dass der alten Vettel sein Spruch nicht passen würde. Wenn er Glück hatte, dann würde sie ihn nicht vor die Tür setzten… Doch der Alkohol hatte seinen Kopf vernebelt. Ihm war gerade so einiges Egal, solange er hier nicht vom warmen Kamin weg musste.

Sie stöhnte genervt und stand plötzlich neben ihm. Mit kräftigem Griff packte sie ihn am Arm und zog ihn auf die Beine. Redlef tat sich schwer damit sein Gleichgewicht zu halten. Früher war das nicht einmal ein Problem für ihn gewesen, selbst wenn er getrunken hatte. Doch jetzt versagt ihm das verkrüppelte Bein den Dienst. Er konnte sich kaum auf deinen Füßen halten. Der Alkohol tat das Übrige. Hätte ihn Murdra nicht gehalten, wäre er wahrscheinlich mit dem Tisch zusammen umgefallen.
„Nehmt Eure Finger von mir, ich bin ein zahlender Gast! Und was fällt Euch eigentlich ein so mit mir zu reden? Ich bin…“ Weiter kam er nicht, da er vorher von der Wirtin unterbrochen wurde, die sich inzwischen seinen Arm um ihre Schultern gelegt hatte.
„…ein Sowieso von irgendwoher. Dein Vater ist mit Sicherheit der wichtigste Mann aus dem Kaff, aus dem du stammst. Also nichts anderes wie so gut wie jeder Neue hier auf der Insel. Ein Hochstapler und Glücksritter. Ich bitte dich, weißt du wie viele solche Geschichten ich mir hier schon anhören durfte? Mehr als genug. Somit: Bitte verschone mich, Prinz von Klein Siehstemichnich…“ Ihre Stimme hatte einen deutlich verärgerten Unterton. Ihre kräftigen Hände hatten ihn zur Treppe zum Obergeschoss geführt.
Redlefs Gegenwehr fiel ehr spärlich aus.
„Frau, wär ich nicht so …. betrunken, dann würde ich Euch Eure Respektlosigkeit teuer büßen lassen. Ich bin wahrlich der Erbe von Cast und dem edlen Titel `Amare. Wisst Ihr überhaupt was das bedeutet? Ihr Banausin? Ich bin ein Ritter. Ein stolzer Kämpfer! Held aus hundert Schlachten…“
Er versuchte eine selbstbewusstere Pose einzunehmen und sich von der resoluten Frau zu lösen, doch es misslang ihm und er wäre erneut gestürzt, wenn sie ihn nicht gestützt hätte. Sein Handgelenk knallte schmerzhaft hegen die Holzvertäfelung des Treppenaufgangs.
„Vor allem bist du gerade stockbesoffen, mein Junge. Ich werde dich jetzt in dein Bett bringen und morgen wirst du mir dankbar sein, dass ich das getan habe. Also still jetzt!“ Mit schweren Schritten polterte die Wirtin durch den engen Flur, der zu den Gästezimmern führte. An seiner Kammer angekommen öffnete sie die knarzende Holztür und trat mit ihm ein.
Da der Raum sehr klein war, der Vollmond schien durch das kleine Fenster. Sie hatte schnell sein Bett erreicht und ihn darauf abgelegt. Relef versuchte immer noch sich zu wehren, doch gehen ihren geübten Griff hatte er nichts entgegen zu setzen. Seine Kraft nach seinem Unfall stark nachgelassen. Gekonnt drückte sie ihn auf die dünne Strohmatratze und zog ihm gütiger Weise noch die Stiefel von den Füßen.

„Lasst mich, ich will nicht…“ Als er auf seinem Bett lag, seine Gegenwehr langsam erstarb und sie die dicke Decke über ihn schmiss, bemerkte er wie erschöpft und müde er eigentlich war. Ein herzhaftes Gähnen konnte er sich nicht länger verkneifen. Mühsam versuchte er die Augen aufzuhalten. Angestrengt beobachtete er die dicke Frau, wie sie herrüber zu der Laterne trat, die auf seinem Tischchen stand. Sie entzündete sie und drehte sich wieder zu ihm herum.
„Schlaf jetzt. Morgen kannst du mir ja dann von deinen Heldentaten erzählen.“ Den ironischen Klang in ihren Worten überhörte Redlef. Murdra wandte sich zum Gehen. Als sie seine Zimmertür hinter sich schloss und nur noch ein dünner Schein des Kerzenlichtes einen schnell verblassenden Streifen auf den Boden zeichnete, wurde Redlef bereits von seiner schweren Müdigkeit eingeholt.
„Ihr solltet mich netter behandeln, ich bin schließlich, neben den Ratten, Euer einziger Gast.“, nuschelte er, „Und ich war wirklich ein Held…“

Redlef
01.04.2013, 02:53
Dreizehn Münzen, das war nicht mehr viel. Redlef zog die Schnur seines Beutels zu und warf ihn frustriert neben seine Stiefel auf den Boden. Selbst das klimpern der Münzen klang schon nach Armut. Mit dreizehn Münzen würde er schon bald nicht mehr das Zimmer bezahlen können. Und dann? Es war offensichtlich, er brauchte Arbeit. Den Bauer hatte er schon gefragt. Jetzt wo sein Knecht wieder arbeiten konnte, wurde seine Hilfe nicht mehr gebraucht. Ob vielleiht die Wirtin etwas Geld abdrücken würde, wenn er ihr zur Hand ging? Wahrscheinlich nicht. Er war der einzige Gast im Haus und wenn sie ihn auch noch bezahlen würde, dann hätte sie überhaupt keine Einnahmen mehr.

Er ließ sich mit dem Rücken auf das Kissen fallen und verschränkte sie Arme hinter dem Kopf als er halb aufgerichtet auf dem Bett saß. Ein wenig machte er sich Gedanken über seine Heimat. Wie es wohl in Cast war? Ob sie besseres Wetter dort hatten? Hatten die Bauern mehr Glück mit ihrer Aussaat?
Wie ging es wohl seinem Bruder. Ob er wohl zurechtkam? Wie stand es um das Dorf und die Wälder. Was die Hochmotte gut in Schuss? Er lächelte als er sich an die Hölzerne Befestigungsanlage auf dem kleinen Hügel über dem Dort erinnerte. Die Holzpalisade, die weißgekalkten Wände des Fachwerksbaus und der große Saal mit dem steinernen Kamin. Die Geweihe an den Wänden. Sein Vater war ein ausgezeichneter Jäger gewesen. Und die wildreichen Wälder um das Dorf herum hatten immer genügend Möglichkeiten für ihn geboten, seiner Lieblingsbeschäftigung nachzugehen. Auch er war ein guter Jäger mit der Lanze gewesen, damals, als seine Hand noch nicht verkrüppelt gewesen war.
Mit geschlossenen Augen träumte er sich zurück in die Wälder um Cast herum. Auf dem Rücken seines Pferdes im Galopp auf der Jagd hinter einem Hirsch her. Der große Vierundzwanzigender sollte die Hauptspeise zum Hochzeitstag seiner Eltern werden. Ein wahres Prachtexemplar. Es war ein guter Tag gewesen. Die Sonne schien mit aller Kraft durch das dichte Laubdach des Waldes, die Hunde waren auf der Fährte und hatten den Hirsch bereits immer wieder zu Fall gebracht. Das Tier war fast auf Lanzenreichweite. Er hatte seine Hundetreiber angewiesen, den Hirsch auf eine nahe Lichtung zu treiben, dort wollte er ihn dann stellen. Es würde ein anstrengender Kampf werden, doch für dieses Exemplar würde es sich lohnen.

Bevor Redlef in seinen Träumen jedoch den finalen Stich in den Wanst des Hirschen stoßen konnte war er eingeschlafen.

Pankratz
06.04.2013, 23:07
Der alte Seemann knetete und zog an seinen knotigen Fingern und ließ so die Gelenke knacken. Das löste ein wenig die winterliche Steife und brachte für eine kleine Weile zumindest die Illusion früherer Beweglichkeit zurück. Es wurde allerhöchste Zeit, dass dieser ungewöhnlich lange, kalte Winter endlich einem wärmeren Frühling und einem möglichst viel wärmeren Sommer wich – diese Kälte machte seinen alten Knochen wirklich zu schaffen.


Die Tür zum Schankraum öffnete sich und ein später Gast trat ein. Ein junger Mann, kräftig und gesund aussehen, in etwas abgerissener Kleidung. Er sah sich kurz um, ging dann von Tisch zu Tisch. Pankratz sah ihn leise mit den Gästen reden. Einige winkten ab, andere schüttelten den Kopf und wandten sich wieder ihrem Bier zu. Einer schob dem Neuen verstohlen etwas zu.


Auch vor dem alten Seemann baute sich der Jüngling auf, murmelte etwas von Schicksal und Ungerechtigkeit, von Not und Hunger, und bat um ein paar kleine Münzen. Der kam ihm gerade recht. Wäre ja noch schöner....


„Hör zu, Junge“ das rechte Knie zeckte ziemlich gemein, als er das bis dahin ausgestreckte Bein anzog, was seiner Laune nicht zuträglich war „du bis jung, kräftig und augenscheinlich gesund. Du bist alt genug...“ der Angesprochene verdrehte schon in Augen in Erwartung der Gardinenpredigt „.. dich in die Büsche zu schlagen, Wegelagerer zu werden und Reisende auszurauben.“ Damit erhob er sich ächzend und ließ den Abgekanzelten sprachlos zurück. Gut so.


Pankratz gegen den Rest der Welt: 1:0.

Redlef
07.04.2013, 23:55
Redlef war überrascht als er das Gasthaus betrat und sah, dass einige Gäste in der Wirtstube zugegen waren. Zögernd stand er einen Moment in der Tür. Das schienen einige Bürger aus der Umgebung zu sein. Warum waren sie hier? Sie sahen alle so aus, als ob sie etwas zu feiern hätten. Eine hübsche kleine Lokalrunde und zur Feier des Tages ein gutes Bier. Er erinnerte sich an die Zeit zu Hause, wenn das Frühlingsfest anstand. Dann hatten sie sich auch in Cast im Wirtshaus getroffen und den Abend genossen.
Ob es hier ein ähnliches Fest gab? Hatte er es verpasst?
Wie auch immer, die Leute hatten die Spendierhosen an. Die perfekte Gelegenheit vielleicht noch etwas Arbeit zu finden oder so etwas Geld zu bekommen. Vielleicht gab es dann doch für ihn noch die Möglichkeit ein paar Tage hier wohnen zu bleiben. Dann war vielleicht auch das Wetter besser und würde die Weiterreise erleichtern.

Redlef fasste sich an Herz und ging herüber zum ersten Tisch. Möglichst höflich sprach er den Mann an. Doch dieser war nicht so spendabel wie er gehofft hatte. Weder Arbeit noch Geld war bei diesem Strolch zu bekommen. Somit versuchte er es am nächsten Tisch. Wider sprach er mit gedämpfter Stimme und bat um Arbeit. Doch auch hier hatte er kein Glück.
An dem Tisch einer Dame im fortgeschrittenen Alter hatte er Glück, verstohlen steckte sie ihm ein paar Münzen zu. Sie flüsterte ihm sogar zu, dass er nur auf ihren Hof kommen bräuchte wenn er mehr haben wollte. Dann sah sie zu ihrer Tischnachbarn und beide warfen sich einen so speziellen Blick zu. Redlefs Ohren liefen rot an. Er sah zu, dass er von dem Tisch wegkam.

An einem leicht zurückgesetzten Tisch saß noch ein weiterer Gast. Ein uralter Mann. Redlef rechnete sich gute Chancen aus. Die Alten waren meistens am spendabelsten.

„Innos zum Gruße, guter Mann. Ihr seht aus, wie eine gute Seele. Habt ihr Mitleid mit einem mittellosen Mann wie mir? Mir sind große Ungerechtigkeiten wiederfahren, seht mich an, ich bin ein Krüppel und finde keine gute Arbeit. Hättet ihr vielleicht etwas für mich? Ich habe kein Geld mehr um etwas Essbares zu kaufen, ich leide Hunger und habe große Not. Vielleicht könntet Ihr mir mit ein paar Münzen aushelfen?“ Freundlich lächelte er den Mann an.
Er bettelte, wenn dass sein Vater wüsste. Er schämte sich, doch was blieb ihm anderes übrig…
Doch die Antwort, die er dann erhielt war für ihn einfach unfassbar.
„Hör zu, Junge“, er streckte das Bein aus und verzog das Gesicht, „du bis jung, kräftig und augenscheinlich gesund. Du bist alt genug...“ Red verdrehte sie Augen, er versuchte ja Arbeit zu finden, doch mit seinem fast steifen Bein und dem schwachen Handgelenk konnte er einfach nicht dauerhaftes finden… „.. dich in die Büsche zu schlagen, Wegelagerer zu werden und Reisende auszurauben.“ Damit erhob er sich ächzend und ließ Redlef sprachlos zurück. Der Mund stand ihm offen, als er dem Alten hinterher guckte.

„Wegelagerer? Menschen überfallen?“ Was für ein Einfall. Es musste wohl stimmen, alte Menschen wurden sonderlich.

Pankratz
11.04.2013, 00:16
„...nun reiß dich mal zusammen....“ in Gedanken feuerte Pankratz sich selbst an. „So schwer kann das doch nicht sein. Mach dich locker, alter Mann...“


Okey, dann mal los.


Der alte Seemann faltete die Hände und verschränkte die Finger. Dann drückte er die so verbundenen Hände mit den Handflächen nach vorn und federte ein bisschen nach, um Gelenke und Sehen leicht zu dehnen.


Danach kam das Ausschütteln. Erst die Hände, dann die Handgelenke, gefolgt von den Ellbogen und zuletzt wackelten auch die Schultern, bis ihm ganz schwummerig wurde. Das musste dann aber auch reichen....


Pankratz ergriff erneut die grobe Nähnadel aus Walfischbein. Das Ende des Wollfadens benetzte er kurz zwischen den Lippen, um aus dem so angefeuchteten Garn eine gerade, leidlich feste Spitze zu drehen. Hochkonzentriert, die Nadel nur eine Handbreit von den schwachen Augen entfernt, versuchte Pankratz wohl zum hundertsten Mal, den Faden durch das Nadelöhr zu bugsieren.


Und... „Trommelwirbel...“ ...versenkt.


Pankratz gegen den Rest der Welt: 2:0.


Trotzdem doof, seine Socken selbst stopfen zu müssen.

Pankratz
24.04.2013, 15:04
Dammichnochmal.

Wer hätte das erwartet. Pankratz selbst wohl als Letzter.

Der Frühling hatte sich endlich durchgesetzt und die bis vor Kurzem noch von Nachtfrösten geknechtete Pflanzenwelt war innerhalb weniger Tage buchstäblich explodiert. Praktisch über Nacht war aus winterkahl grünend und knospend geworden.
Selbst die Vögel hatten offenbar das Bedürfnis, die verlorene Zeit aufzuholen und tirilierten, als gäbe es kein Morgen mehr.

Dammichnochmal.

Der Duft der unzähligen Blüten beleidigte Pankratz´ Nase und das zuckersüße Gezwitschere machte ihn geradezu krank. Wenn wenigstens ein Hauch von See, von leise vor sich hin gammelnden Fisch und der eine oder andere heisere Schrei einer Seemöve dazwischen gewesen wäre. Aber so? Nie hatte sich der alte Seemann so sehr als altes und unnützes Landei gefühlt wie an diesem Tag.

Dammich einmal mehr. Zur Hölle mit dem ganzen Grünzeug und Brüten, Wachsen und Gedeien.


Pankratz gegen den Rest der Welt: 2:1.

Galmon
25.04.2013, 11:34
Während Galmons Feier

Galmon hatte nicht viel Freunde mit dennen er Feiern konnte. Er hatt genau genommen nur die Tiere des Waldes als Freunde. Aber einen der Waldtiere war Galmon nähr als die anderen. Sein Treuer Fuchs Namens Max.

Galmon trank einen Wachholder und aß ein saftiges Steake. Während sein Fuchs Max Wasser und ein Kleineres Steak bekam. Galmon dachte ein wenig über seine Vergageenheit nach und warum ihn seine Eltern ihn ausgesetzt hatten *Hatten sie zu wenig Geld? War es für sie Überraschend das ich aufeinmal Geboren bin?* dachte Galmon nach und dachte sich dann Positiv *Ach was solls...ich habe noch genügend Zeit über soetwas Nachzudenken. Heute ist mein Geburtstag ich sollte an was anderes denken und Feiern* Galmon lächelte und aß mit Positiven Gewissen weiter.

Als Galmon fertig war bestellte er sich noch einen Wein. Seine Zieheltern hatten gesagt das die Wirtin noch was gut bei ihnen hätte und Galmon deshalb nicht bezahlen müsse.

Nach der Feier Galmons

Als Galmon und Max satt waren und ihr Durst gestillt war dachte Galmon über das Waldvolk nach. Er wollte sich ja ihnen anschließen da diese Gemeinschaft zu Galmon passt. Nach einigen Überlegungen entschloss sich Galmon das er das Waldvolk aufsuchen würde und sich ihnen Anschließen würden. Galmon bestellt noch ein paar Getränke und Nahrungsmittel für unterwegs. Und so überlegte Galmon wo er seine Suche beginnen wollen würde.

Cécilia
25.04.2013, 15:39
Das war mal ein überaus interessantes Thing gewesen. Sie wusste immer noch nicht mehr über die Wilde Jagd als vorher, aber offenbar hatten sich da einige bewiesen. Auch diese Orkgeschichte musste nicht unbedingt schlecht sein. Das einzige, was sie noch störte, war dass sie Ornlu nicht mehr gesehen hatte seit dem Thing, also war sie aufgebrochen und stockte ihre Kräutervorräte auf. Sie hatte noch einige myrtanische Kräuter da, die sie gesammelt oder erworben hatte, aber nach zwei Monaten auf dem Festland stand es um ihren Bestand an argaanischen Kräutern eher schlecht. Nun war sie in der Gespaltenen Jungfrau eingekehrt, hatte allerdings nicht vor, allzu lange zu bleiben. In Schwarzwasser hatte sie ihre eigene, günstigere Unterkunft und das Essen in der Sumpflilie war auch günstiger. Mama Hooqua hatte sogar ein Gericht nach der Wirtin der Jungfrau benannt ... sie mochte sie wohl wirklich nicht, sonst wäre es nicht der Moleratbraten gewesen, der den Namen Murdra-Braten trug.

Die Druidin schaute sich im Schankraum um und seufzte. Gut besucht heute, aber niemand, den sie irgendwie kennen würde. So klein konnte die Insel ja dann wohl doch nicht sein. Sie entdeckte einen freien Platz an einem Tisch, also setzte sie sich mit ihrem Metkrug dort hin. Kurz runzelte sie die Stirn, dann fiel ihr wieder ein, dass sie die Reihenfolge vertauscht hatte.
„Entschuldigung, ich hoffe doch, der Platz war wirklich noch frei?“, fragte sie nachträglich, konnte ja sein, dass da der Jagdpartner des Mannes gesessen hatte, der gerade nur beim Abort war. „Ich bin nur auf der Durchreise, es ist kein Problem, wenn da schon jemand saß.“

Galmon
25.04.2013, 15:54
Galmon war trotz dem "Fröhlichen" gedanken betrübt das er keinen zum Feier hatte auser sich selbst und Max.

Als sich dann Plötzlich eine Junge Frau neben ihn saß und fragte ob der Platz noch frei ist oder ob das ein problem währe das sie hier Sitzt sagte Galmon darauf "Nein, nein. Ihr könnt Ruhig sitzen bleiben" und Lächelte dabei die Junge Frau an. Dann dachte Galmon das so eine kleines Gespräch sicher jetzt nicht schlecht währe. Galmon begann sich vorzustellen "Ich bin Galmon und das ich mein Begleiter Max." Galmon machte eine Kurze Pause und frägt die Junge Frau "Wohin woll ihr den Reisen?" und lächelte dabei sie an.

Galmon hatte gelernt das wenn man jemand in ein Gespräch verwickelt besser Klauen kann. Aber Galmon war darinn nicht gerade Gut und er hätte auch gar nicht vor einer Jungen Dame die Taschen zu Leeren. Und so blickte er die Frau freundlich und wartent an.