View Full Version : Im Minental #10
Wenda bedachte Win'Dar mit einem langen ernsten Blick.
"Du scheinst dir um meine Gesundheit mehr Gedanken zu machen als um deine eigene."
Besorgt musterte sie sein Gesicht, prüfte mit Blicken seine Atemfrequenz, seine Pupillen und Gesichtsfarbe und bemerkte die zahlreichen geplatzten Äderchen in seinen Augen.
"Das hat einen einfachen Grund: Ich kann recht gut abschätzen, wie weit ich selbst gehen kann. Ich bin selten mit anderen Reisenden unterwegs und wenn, dann meist nur für ein kurzes Stück. Es wäre keine große Hilfe, wenn ich einen Weg suche, bei dem ich mir sicher bin, dass ich ihn schaffen werde, nur um dann festzustellen, dass ich Euch zurücklassen muss. Was inmitten all dieser Orks Euer sicherer Tod wäre. Und das kann ich unmöglich zulassen."
Sie hob eine Braue.
"Du selbst schienst dem Tode aber auch recht nahe gewesen zu sein. - Und auch das hätte mich in Gefahr gebracht, solltest du dir dessen nicht bewusst sein. Den ich hätte diese Orks nicht bemerkt. Mach mal den Mund auf und sag aaaaah."
Win'Dar wich ein Stück zurück.
"Ehm, ich weiß nicht so recht. Aber selbst wenn die Orks mich entdeckt hätten, so hätte ich sie eher von Euch weggelockt, als dass sie uns beide erwischen. Wäre nicht das erste Mal, dass mich eine Horde Grünpelze quer durch die Prärie jagt."
Wenda stemmte die Fäuste in die Hüften und seufzte tief, den Blick zu Boden gerichtet, bevor sie wieder zu Win'Dar aufsah und zischte "Bei Innos, ich will dir doch nur helfen!" Männer!
"Aber wobei denn? Die Orks haben mich nicht entdeckt und sonst ist auch nichts weiter passiert."
"Wills du mich verarschen? Junge, du warst blau. Was sag ich - lila. Du bist da drüben fast verreckt! Und du fragst mich wo bei ich dir helfen kann?!", äffte sie ihn nach. Bei sowas war mit ihr nicht zu spaßen.
"Verreckt?" Win'Dar blinzelte irritiert. "Ich glaube, das sah schlimmer aus, als es letztendlich war. Als ich hinter den Felsen in Deckung ging, blieb ich mit dem Stiefel an einem Vorsprung hängen. Um ein Haar wäre ich mit dem Kopf genau auf die Felsen geknallt - und das wäre mit Sicherheit das Ende gewesen. Irgendwie schaffte ich es jedoch, mich halbwegs abzufangen, wobei ich allerdings mit der Hand umgeknickt bin. Die restliche Zeit habe ich damit verbracht, vor Schmerz nicht laut loszuschreien."
Er legte die Stirn in Falten und sah Wenda zerknirscht an.
"Welcher Mann schreit schon wegen einer verstauchten Hand?"
Mit schräg gelegtem Kopf sah sie ihn finster an.
"... Soso. Mit der Hand umgeknickt. Interessant. Wenn du das nächste Mal an einer Pappel vorbeikommst, kannst du dir einige Knospen pflücken und die Verstauchung mit einer daraus gewonnenen Tinktur einreicben und das Gelenk ruhighalten", rasselte sie herunter. Sie war überzeugt, dass diese Version der Dinge nicht stimmen konnte, hatte er doch nicht etwa eine Hand bei seinem Rückzug auf allen vieren geschont.
Und nach eineer kleine Pause in neutralerem Ton: "Ich denke schon, dass ich es in die Burg schaffen wenn du mir Deckung gibst oder die Gesellen hieer etwas auf Trab bringst. Aber was dann?"
"Nun, sobald Ihr das Tor erreicht habt, könntet Ihr anklopfen und die Ritter freundlich fragen, ob sie nicht die Freundlichkeit besäßen, das Tor aufzusperren, sodass unsere Köpfe nicht auf den Speeren irgendwelcher Orks zur Zierde getragen werden", gab Win'Dar verletzt zurück.
"Und - falls es nicht zu viele Umstände bereitet - könnte einer der Ritter vielleicht auch noch das Minental nach einer nicht völlig kahlen Pappel absuchen, damit er ein paar Knospen für eine Wundtinktur pflücken kann", setzte er noch einen drauf.
Dann stampfte er mit dem Fuß auf und atmete scharf aus.
"Götter, ich bin gerade eben um ein Haar dem Tode entgangen, nur weil ich zu blöde war, meine eigenen Schritte zu koordinieren! Was erwartet Ihr von mir? Dass ich nun auch noch mit einer verstauchten Hand einen Drachen zähme, damit wir auf ihm reitend die Burg erreichen können?"
Beschämt senkte die Milizin den Blick.
"Es tut mir leid, so war es nicht gemeint. Ihr sagtet doch, dass etwas nicht stimmt, weil die Orks so in heller Aufregung sind. Ich wollte sagen, dass wir doch, wenn ich es dann in die Burg geschafft habe, noch immer nicht beide wissen, was hier los ist. Ich wollte dich nicht kränken."
Win'Dar legte die Stirn in Falten und atmete tief durch.
"Schon gut. Mein Blut ist wohl noch immer am Kochen, aber das wird uns keine große Hilfe sein. Warum die Orks so aufgeregt sind, werden wir jedenfalls auch nicht herausfinden, wenn wir weiter hier herumstehen. Wir sollten erst einmal versuchen, überhaupt in die Burg zu kommen. Dort ist es wenigstens sicher. Und wer weiß - vielleicht finden wir dabei sogar noch Hinweise oder gar eine Erklärung."
"Wenn du sagst, wir schaffen das zusammen... - dann soll es wohl so sein."
Während sie erneut durch das Unterholz huschten, spürte Win'Dar seine Gedanken schon wieder seinem Griff entgleiten. Was war los mit ihm? Seit wann arbeitete er derartig unkonzentriert? Das musste sich ändern. Bald. Anderenfalls würde er in diesem Tal den sicheren Tod finden.
Sie hatte ihn beobachtet. Du wirst unvorsichtig, sagte er sich, früher wäre dir das nicht passiert. Die Hand verstaucht, etwas Blöderes hätte ihm auch nicht einfallen können. Wieder die Ausflucht in die Lüge. Lügen, ja, im Lügen war er stets groß gewesen. Sie waren sein Mantel, seine Rüstung, die ihn vor allem schützte, was ihn zu verletzen drohte.
Dennoch war die größte Lüge immer noch die Wahrheit. Zumindest ein Teil von ihr. Sie war wie ein Gewürz, bei dem die richtige Dosierung entscheidend war. Zuviel des Guten ließ die eigene Suppe ungenießbar werden. Mit Feingefühl jedoch, würde sogar ein König aus der Hand des Bettlers fressen.
Was bist du selbst, Wanderer?, fragte er sich selbst, der König oder der Narr?
Vermutlich ein Stück von beidem. Doch still – er hatte eine Aufgabe zu erfüllen. Erstmal zur Burg gelangen. Er betrachtete die Umgebung, sein Spielbrett, noch einmal genauer. Seine Begleiterin und er saßen im Schatten der Bäume am Rand des kleinen Waldes. Die Entfernung bis zum Burgtor schätzte er auf knapp zweihundert Schritt. Keine sonderlich weite Strecke für einen kurzen Sprint. Die Orks waren nicht einmal das Problem.
Das Problem waren die Hunde.
Orkhunde, wie er sie doch hasste. Stinkende Köter, verlaust bis unter die Ohren. Aber ihre Fänge waren verflucht tödlich. Einmal festgebissen, ließen diese Mistviecher nicht mehr los. Einem Ork davonzulaufen war eine Sache. Bei einem Orkhund stand der Sieger schon im Voraus fest.
Er feuchtete einen Finger an und hielt ihn prüfend in die Luft. Der Wind kam von Nordwesten. Das könnte hilfreich sein. Die Struktur eines Plans begann sich in Win'Dars Gedanken zu bilden. Kein guter Plan. Aber besser als nichts.
„Seht Ihr diese Patrouille?“, fragte er Wenda und deutete in Richtung zweier Orks, die gerade mit einem Hund in gebührender Entfernung zu den Wällen am Burgtor vorbeischritten.
„Sie werden bis zu diesen Zelten gehen“, er wies auf ein kleines Lager rechts vom Tor, „und wahrscheinlich einige Minuten mit ihren Brüdern plaudern. Sobald sie das Lagerfeuer erreichen, lauft Ihr zu dem Graben dort vorne. Könnt Ihr ihn sehen?“
Unweit ihrer eigenen Position war eine in der Dämmerung dunkle Furche zu sehen, die sich gezackt wie eine Erdspalte in Richtung des Tores zog. Nicht viel Deckung, aber immerhin etwas.
„Das Problem sind die Hunde. Ihre Nase ist längst nicht so scharf wie ihr Gehör – wahrscheinlich können sie ihren eigenen Gestank nicht mehr riechen – aber wenn sie uns entdecken, heißt es gute Nacht. Ich habe eine Idee, wie ich sie ablenken kann, doch müsst Ihr in der Zwischenzeit sicher das Tor erreicht haben. Alles klar? Dann los.“
Ohne auf eine Antwort zu warten, war Win'Dar erneut in den Schatten verschwunden. Geduckt huschte er am Waldrand entlang, aus dem Augenwinkel stets die Patrouille im Auge behaltend. Schließlich ließ er sich hinter einem vermoderten und pilzbewachsenen Baumstumpf auf die Knie sinken. Die Orks hatten wie erwartet das Lagerfeuer erreicht. Ihrer Gestik nach schienen sie sich zu unterhalten, doch durch den Wind drang kein Gesprächsfetzen bis zu ihm vor. Win'Dars Augenmerk galt jedoch dem Orkhund. Das Tier entfernte sich ein Stück weit von seinen Meistern und streckte sich im Schatten eines Zeltes aus, um sich die Pfoten zu lecken. Bei einem Blick zur Seite sah Win'Dar einen Schemen aus dem Schutz des Waldes schleichen. Soweit alles in Ordnung. Jetzt kam der interessante Teil.
Er griff in seine Tasche und holte die Flöte hervor. Bereits jetzt spürte er, wie sein Herz schneller zu schlagen begann. Ein tiefer Atemzug, dann setzte er die Flöte an die Lippen. Behutsam, so behutsam es seine vor Aufregung zitternden Lippen zuließen, ließ er den Luftstrom in das Instrument entweichen. Der Ton war leise, kaum zu hören – und das war auch gut so. Langsam ließ er ihn lauter werden, spielte eine zaghafte Melodie, die kaum genug Kraft besaß, das Raunen des Windes zu übertönen.
Da, die Ohren des Orkhundes stellten sich auf. Er hob den Kopf, reckte die Schnauze in die Luft und sah sich um. Win'Dar ließ die Melodie für einen Sekundenbruchteil an Stärke gewinnen. Der Hund richtete sich auf, schwerfällig, die Nase dicht über dem Boden. Dann setzte er sich in Bewegung und kam langsam näher.
Win'Dar erhob sich halb aus seiner Position und wich seinerseits vor dem Tier zurück, ohne sein Spiel zu stoppen. Hinter ihm fiel der Boden zum Fluss hin leicht ab. Die Strömung war an dieser Stelle stark und brach sich laut rauschend an den Felsen des Ufers. Guter Platz, um den Müll loszuwerden.
Er wich bis ans Ufer zurück, wobei er die Flötenmelodie wieder lauter werden ließ, um den Fluss zu übertönen. Mit einer Hand spielend und mit der anderen den Rucksack abladend, stand er da und wartete auf seinen pelzigen Gast. Es dauerte nicht lang, bis der Schatten des Orkhundes den Baumstumpf verdeckte, hinter dem Win'Dar vor wenigen Sekunden noch Deckung gesucht hatte.
„Na, wen haben wir denn da?“, begrüßte er halblaut den Hund.
Er bückte sich und hob mit der Linken das Schwert auf. Seine Hand umfasste die Waffe dicht unter den Parierstangen. Mit den Fingerspitzen schob er das Tuch am Griff ein Stück zur Seite.
Der Hund hob seine plattgedrückt wirkende Schnauze und sah in seine Richtung. Dann knickte er mit den Vorderläufen ein und begann zu knurren. Win'Dar ließ die Flöte zurück in die Tasche gleiten. Selbst auf diese Entfernung konnte er die gelblich-schwarzen Fänge hinter den hochgezogenen Lefzen erkennen.
„Komm nur her“, knurrte er seinerseits und entblößte die Zähne in einem kampfeslustigen Grinsen.
In einer Staubwolke raste der Hund den Abhang hinab. Es dauerte keine zwei Sekunden, bis er Win'Dar erreicht hatte. Er sah den Orkhund springen und ließ sich einfach nach hinten umkippen. Im Fallen fand seine Rechte den Schwertgriff. In ein und derselben Bewegung riss er das Tuch von dem Schwert und schlug zu. Dicht hintereinander flogen zuerst der Kopf und dann der Körper des Hundes über ihn hinweg. Eine Blutfontäne schoss aus dem kopflosen Rumpf, dann klatschte er in den Fluss. Das Schwert verschwand noch im selben Moment wieder unter dem schwarzen Tuch.
„Gut, dass wir darüber geredet haben“, meinte Win'Dar und wandte sich zum Gehen.
In diesem Moment sah er einen zweiten Orkhund, der sprungbereit keinen Schritt hinter ihm stand.
„Dich habe ich aber nicht eingeladen.“
Diesmal konnte er nicht mehr ausweichen. Er riss die Arme hoch, bevor ihm das Biest die Kehle zerfetzen konnte. Die Wucht des Aufpralls riss ihn von den Beinen. Tödliche Fänge schlossen sich um seinen linken Unterarm, Geifer spritzte ihm ins Gesicht. Er landete hart auf dem Rücken, das Schwert entglitt seinen Fingern, der Hund zerrte knurrend an seinem Arm. Win'Dar wälzte sich zur Seite, rollte zusammen mit dem Hund die wenigen Schritte bis zum Wasser hinunter. Heißer Atem berührte seine Kehle, der Druck auf seinen Unterarm wurde unerträglich. Die Finger seiner freien Hand krallten sich in das Fell des Orkhundes, tasteten nach seiner Kehle. Der Hund wand sich unter ihm, strampelte und kratzte, knurrte und riss an seinem Arm. Win'Dar knurrte ebenfalls, gleichermaßen aus Wut wie aus Schmerz. Er versuchte den Hund zu Boden zu drücken, doch das Mistvieh wehrte sich aus Leibeskräften. Seine Krallen rissen ihm die Haut auf, Blut sickerte über seine Wange und in seinen Mundwinkel. Das Knurren des Hundes wurde zu einem krampfhaften Schnaufen, als Win'Dars Finger sich um seine Kehle schlossen. Seinen linken Unterarm spürte er kaum noch, aber er spürte die Wut. Heißes Adrenalin und Wut. Mit einem Ruck riss er den Hund ein Stück in die Höhe und schmetterte seinen Kopf kraftvoll gegen den Felsen. Einmal, zweimal, dreimal. Blutiger Geifer schäumte unter den Lefzen, der Hund winselte, doch er ließ nicht los. Win'Dar schaffte es, sich auf die Knie zu stemmen, verlagerte das Gewicht auf den linken Fuß und setzte den anderen Stiefelabsatz auf die Kehle des Hundes. Dann drückte er kurz und kraftvoll zu.
Knochen krachten und der Hund lag still. Fluchend versuchte Win'Dar seinen Arm zu befreien, doch selbst im Tode wollte das Biest nicht loslassen. Letzten Endes musste er auch noch den Unterkiefer brechen, um das Maul aufzustemmen.
Stöhnend schüttelte er seinen tauben Arm. Auf dem Leder seiner Armschiene waren noch deutlich die Abdrücke des Hundegebisses zu erkennen.
„Handarbeit, du Mistvieh“, zischte er zu dem toten Hund, bevor er ihn mit einem Tritt im Fluss versenkte.
Nein, wirklich kein guter Plan. Aber er hatte funktioniert.
Eine Weile betrachtete Win’Dar konzentriert die Umgebung, prüfte den Wind und schien innerhalb kürzester Zeit ihr Vorgehen geplant zu haben. Rasch erklärte er Wenda, was sie tun sollte. Ohne eine Antwort auf sein „Alles klar?“ abzuwarten, huschte er halb geduckt am Waldrand entlang und verschwand in den Schatten.
„Na toll. Nun soll klein Wenda ganz allein durch das Minental, während die Orks wachsamer sind denn je.“
Unbewusst bewegte sich ihre Hand zum Knauf ihres Schwertes.
Mit halb zusammengekniffenen Augen beobachtete die Milizin die Orkpatrouille, auf die Win’Dar sie aufmerksam gemacht hatte. Wie von ihm vorausgesagt bewegten sie sich auf das Lagerfeuer zu. Mit klopfendem Herzen sichtete Wenda das Gebiet, das sie durchqueren musste. Der Graben bot Deckung, kein Zweifel, aber die nächste orkische Zeltgruppe war nicht weit, und auch von dort sah sie den Rauch eines Lagerfeuers aufsteigen. Adrenalin schoss der Barbierin in die Adern. Die Ebene vor ihr schien ihr feindlich gesinnt, jeder Schritt darauf gefährlich. Angst stieg in ihr auf. Suchend schaute sie sich nach Win’Dar um, während die Orkpatrouille dem Lagerfeuer immer näher kam, ihr Zeichen, den sicheren Waldrand zu verlassen und zu dem flachen Graben zu laufen, der sich schräg Richtung Burg zog.
Nur noch ein paar Schritte.
Die Sonne war bereits halb hinter dem Horizont versunken und ließ die Schatten länger werden. Der Graben füllte sich mit Dunkelheit.
Jetzt.
Wenda atmete durch. Geduckt bewegte sie sich zwischen den Bäumen hervor, alle Sinne wachsam und so gut wie möglich alle Orks zugleich im Blick behaltend.
Die beiden patrouillierenden Grünhäute standen mit dem Rücken zu ihr, konnte gegen das blendende Sonnenlicht ausmachen. Ihre Gesprächpartner waren von einem Zelt verdeckt, konnten sie also nicht sehen.
Sie lief los.
Aus dem Augenwinkel erhaschte die Milizin eine Bewegung. Zwischen den Zelten zu ihrer Linken stand ein Späher und streckte sich. In ihren Ohren schien jeder Schritt auf dem trockenen Gras laut wie eine Signaltrommel. Noch wenige schnelle Schritte, und sie hatte die Furche erreicht. Den Blick abwechselnd auf die beiden Zeltgruppen gerichtet, übersah die Barbierin die schwarze Wurzel, die vor ihr ein Stück aus dem Boden ragte. Fast hätte sie laut aufgeschrieen, als sich ihre Fußspitze schmerzhaft kurz darin verfing und sie den Boden im Fall nahen sah. Aus einem Reflex heraus krümmte Wenda sich im Sturz, die Nähe des schützenden Grabens erkennend. Kaum berührten ihre auffangend ausgestreckten Hände den Boden, knickte sie ein und rollte sich über den matschigen Boden ab. Schlitternd landete sie mit einem Platsch in dem Graben, der knöcheltief mit brackigem Wasser vollgelaufen war.
Knöcheltief – oder auch schultertief, wenn man bäuchlings darin lag.
Die Milizin rührte sich nicht. Hatten die Orks sie bemerkt?
„Schande“, flüsterte Win'Dar.
Er war zu der Stelle am Waldrand zurückgeeilt, an der er sich von Wenda getrennt hatte. In der Zeit, in der er selbst die Orkhunde abgefertigt hatte, hätte sie zumindest in die Nähe des Tores vordringen müssen. Doch im näheren Umkreis der Festung war keine Spur von ihr zu sehen. Aber er hatte eine Ahnung, wo sie steckte.
Im Graben war ein Schatten zu sehen, an den er sich nicht erinnern konnte. Wenn es sich tatsächlich um Wenda handelte, dann war sie entweder tot oder sie lag mit dem Gesicht im Matsch. Keine der beiden Möglichkeiten gefiel ihm sonderlich.
Nicht tot, verbesserte er sich, als er einen Ork bemerkte, der sich dem Graben näherte. Irgendetwas schien seine Aufmerksamkeit erweckt zu haben, denn er sah sich aufmerksam um. Wahrscheinlich ein Geräusch, dass Wenda versehentlich verursacht hatte. Immerhin musste es ja einen Grund geben, warum sie so innig den Boden küsste. Win'Dar fluchte leise. Hoffentlich war sie noch bei Bewusstsein. Falls sie ohnmächtig war, stand er vor einem gewaltigen Problem. Selbst wenn sie nur ein paar Pfund wog, würden das zusätzliche Gewicht eine Flucht vor den Orks unmöglich machen.
Viel zu weit gedacht. Erstmal sollte er sich etwas für den Ork ausdenken. Der Krieger war am Rand des Grabens stehengeblieben und schwenkte langsam den Kopf von einer Seite zur anderen. Wenda lag mitten im Schatten – der Ork schien sie noch nicht gesehen zu haben.
Bloß nicht bewegen, dachte sich Win'Dar, bei den Göttern, besser nicht einmal atmen. Die Schmerzen in seinem Arm gewannen an Intensität, als er das Schwert fester fasste. Würde er schnell genug sein, wenn der Orks sie entdeckte? Sechzig Schritt, schätzte er die Entfernung. Für den Ork waren es bestenfalls zehn. Schlechte Karten.
Der Orkkrieger drehte sich um und rief irgendetwas auf orkisch zu den Zelten. Das war die Gelegenheit. In geduckter Haltung lief Win'Dar los, direkt auf den Graben zu. Eine Bewegung bei den Zelten. Ein zweiter Ork. Er ließ sich zu Boden fallen. Der zweite Ork kam näher, während er dem ersten antwortete. Und er trug einen Bogen mit sich. Schande. Dieser Tag artete langsam aber sicher in eine einzige Katastrophe aus.
Keine Zeit für großartige Pläne. Jetzt galt es zu handeln. Win'Dar robbte so schnell es ging weiter auf den Graben zu. Der zweite Ork verschwand aus seiner Sicht, als er in den Schatten der Mulde eintauchte. Doch der Schatten des ersten ragte dunkel und näher als je zuvor vor ihm auf. Einzig anhand der Worte des zweiten Orks glaubte er seine Position erahnen zu können. Wenn ihn seine Ohren nicht täuschten, kam er direkt auf den ersten zu.
Er versuchte ihre Chancen auszurechnen, die Burg zu erreichen. Das Ergebnis gefiel ihm nicht. Der Bogenschütze war zu nah. Da der Graben knapp vierzig Schritt vor dem Tor endete, würden sie spätestens dort entdeckt werden. Das hieß, der Ork würde mindestens einen Schuss abfeuern können. Verdammt schlechte Karten.
Wenda rührte sich immer noch nicht. Seine Unruhe stieg. Er sah nur noch einen Ausweg: Die Orks mussten weg. Die Lösung gefiel ihm überhaupt nicht. Für heute hatte er sein Glück schon viel zu sehr auf die Probe gestellt. Nur ein Idiot wusste nicht, wann er aufzuhören hatte. Dies war genau der Punkt, an dem ein guter Spieler aussteigen würde.
Scheiß auf die Spielregeln, dachte sich Win'Dar und kroch weiter. Er befand sich nun unmittelbar im Rücken des ersten Orks. Die Wahrscheinlichkeit, die Orkrüstung zu durchdringen, war zu niedrig. Schnell zuschlagen. Schnell und effektiv. Keine Zeit für einen zweiten Schlag. Ob er es schaffen würde, die Wirbelsäule mit einem einzigen Hieb zu durchtrennen? Bislang hatte er noch nie versucht, einen Ork zu enthaupten.
Er zog das Tuch von seiner Klinge und schlang es sich um den Unterarm. Seine Linke griff nach dem Dolch, den er im Stiefel versteckt hatte. Ein Versuch. Nicht mehr.
In einer Drehung schnellte Win'Dar in die Höhe und durchtrennte schwungvoll die Archillessehnen des Orkkriegers. Noch während der Krieger brüllend vor Schmerz nach vorne kippte, schleuderte Win'Dar den Dolch. Für den Bruchteil einer Sekunde blieb der Bogenschütze wie erstarrt stehen, die Hand halb zu dem Dolchgriff erhoben, der ihm aus dem Auge ragte. Dann stürzte er ohne einen Mucks zu Boden.
Bereits im nächsten Moment hatte er Wenda erreicht und zog sie hastig vom Boden hoch. Glücklicherweise war sie noch bei Bewusstsein. Langsam wurde Win'Dar diese Glückssträhne unhemlich...
„Planänderung“, meinte er zwischen zwei Atemstößen, „Lauf.“
Ohne einen Mucks von sich zu geben, harrte Wenda in dem Graben aus, während sie spürte, wie das Wasser ihre Pelze durchdrang und ihre Nackenmuskulatur sich verkrampfte, da sie den Kopf gedreht halten musste, um die Nase über Wasser zu halten. Nichts.
Grade wollte sie sich aufstützen, als sie mit einem Ohr ein Geräusch vernahm. Das andere war unter Wasser. Sie erstarrte.
Da. Orkstimmen. Die Milizin tastete nach ihrem Dolch. In diesem beengten Raum war er die einzige Möglichkeit sich zur Wehr zu setzen, sollte sie tatsächlich entdeckt werden.
Schritte. Jede Faser in ihr war gespannt.
Plötzlich brüllte ein Ork direkt über ihr, ein zweiter fiel ein.
Sie haben mich.
Sie zog ihren Dolch.
Schon spürte sie den festen Griff einer Orkhand, die sie herumriss. Sie rollte sich herum, mit dem Dolch ausholend.
„Planänderung - lauf.“
Komischer Ork.
Die Barbierin brauchte eine Sekunde, bis sie realisierte, dass es keine todbringende Grünhaut, sondern Win’Dar war, der sie an der Schulter gefasst hatte.
Was er gesagt hatte, war schneller zu verstehen. Lauf.
„Nichts lieber als das.“
Mit einem schmatzenden Geräusch sprang Wenda auf, wodurch die beiden Orks, tot und sich schriend am Boden krümmend, in ihre Augenhöhe kamen.
Rasch wand sie sich ab – darüber wollte sie später nachdenken.
Win’Dar war bereits einige Schritte voraus im Graben Richtung Burg gerannt. Sie folgte ihm sprintend. Ihn einzuholen stellte sich aber als ungeahnte Schwierigkeit heraus, da ihre Pelze, inzwischen mit Wasser vollgesogen, ihren Lauf behinderten.
Mit jeder Sekunde fiel sie weiter zurück, während die ersten wütenden Rufe der durch die Schreie alarmierten Orks durch die Dämmerung hallten.
Wendas Entscheidung fiel schnell. Den Dolch, den sie noch in der Hand hielt, nutzend, durchtrennte sie im Lauf rasch die Bänder, die die Pelze zusammenhielten. Klatschend fielen die Felle zu Boden und nur noch ihr dünnes ledernes Unterkleid schützte sie vor dem wieder einsetzenden Regen. Ihrer Last entledigt raste Wenda Win’Dar hinterher den Graben entlang.
Bald konnte sie dessen Ende sehen. Ihr Begleiter war bereits der Vertiefung entstiegen und sah sich laufend nach ihr um.
Ich komme.
Einen neben ihr einschlagenden Pfeil zum Anlass nehmend, all ihre Energien zu mobilisieren, nahm die Milizin noch an Geschwindigkeit auf und sprang mit einem Satz aus dem Graben, kaum ihre Hände gebrauchend.
Die Burg war greifbar nah. Einen kurzen Blick zu den Zinnen werfend sandte sie ein Stoßgebet an Innos Lass die Wachen wachsam sein - macht das Tor auf!
Die Orkstimmen klangen gefährlich nahe, als sie Win’Dar einholte und sie gemeinsam auf das Eisentor zustürmten.
„Macht das Tor auf!“, rief Win'Dar, als sie in den Schatten der Trutzburg eintauchten.
Er sah einen Schatten hinter den Zinnen, glaubte Stimmen zu hören. Doch das Tor rührte sich keinen Millimeter. Verdammt, worauf warteten diese Idioten? Wahrscheinlich mussten sie erst ihre Mutti fragen, ob sie Fremde hereinlassen durften. Nichtsnutziges Pack...
„Macht endlich das verdammte Tor auf!“, brüllte er noch einmal.
Das wird eng, dachte er sich, als er über die Schulter zurückblickte. Das Geschreie des bewegungsunfähigen Orks hatte Aufmerksamkeit erregt. Dutzende Gestalten bewegten sich in der Dunkelheit auf die Burg zu. Zwischen aufgeregte Rufe mischte sich das Bellen und Knurren von Hunden.
Win'Dar schälte sich aus dem Mantel, um ihn Wenda zu reichen.
„Den will ich zurück“, sagte er und grub in seinem Rucksack nach dem zusammengerollten Gürtel mit seinen Dolchen.
Zwei der schlanken Klingen glitten zwischen seine Finger. Wenn schon untergehen, dann nicht kampflos. Ein Pfeil sirrte heran und zerbrach an den Mauern der Burg. Schlecht gezielt. Aber sie schossen sich auch erst ein.
„Wir brauchen Hilfe, verdammt nochmal!“
Endlich, eine der Wachen kam auf das Gatter zugeeilt und sperrte eine kleine, in das Tor eingelassene Tür auf. Kaum klackte das Schloss, da stieß Win'Dar die Tür bereits mit der Schulter auf. Die Wache sprang gerade noch rechtzeitig zurück.
„Kommt schon!“, rief er seiner Begleiterin zu. Wenda folgte keine Sekunde später.
Inorel kochte förmlich, als er aus dem Munde des Barons von der erschütternden Nachricht erfuhr. Er ließ ja viel mit sich machen, doch langsam aber sicher hatte er die Nase voll, und den meisten anderen hier schien es ähnlich zu gehen. Wie kam diese eingebildete Blechbüchse eigentlich dazu, ihnen die Rückkehr zu ihren Familien zu verwehren? Glaubte der, er sei etwas besseres, weil er sein Leben auf dem Rücken der kleinen Leute aufgebaut hatte? Was auch immer Hagen sich dabei Gedacht hatte, das war zuviel. Sie würden sich ihre Freiheit zurückholen, wenn es sein musste, mit Gewalt.
Im Schutze der Dunkelheit war der Trupp aufgebrochen, während eine minimale Besatzung die Burg solange halten sollte, bis ihnen die Nachricht des Sieges überbracht wurde. An der Spitze der Kolonne befand sich der Baron, umringt von einigen Männern seiner Leibgarde. Dahinter rumpelten die Karren durch die Nacht. Um sie hatte sich jeweils eine Traube kampfbereiter Männer gebildet, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, die Vorräte gegen jeden Angriff zu verteidigen. Zu ihnen gehörten all die ehemals königstreuen Gardisten, die sich dem Baron angeschlossen hatten, so auch Inorel. Während die Soldaten in dieser Reihenfolge die Burg verlassen hatten, waren einige Männer aus dem Gefolge des Barons auf den Zinnen der Südmauer zurückgeblieben. Von dort aus hatten sie die Zelte der Orks mit brennenden Pfeilen beschossen und waren dann den anderen hinterhergeeilt. Nun bildeten sie die Nachhut der Truppe. Zur Freude aller konnte man sagen, dass das Ablenkungsmanöver funktioniert hatte. Der größte Teil der Grünfelle war nun am Südteil der Burg zu finden, wo sie versuchten, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Nur eine minimale Wache war am Nordteil zurück geblieben, doch mit denen hatten die Bogenschützen kurzen Prozess gemacht.
Inzwischen hatte die Truppe gut die Hälfte des Weges hinter sich gebracht, doch war der Weg noch beschwerlicher als vorher. Nachdem die Karren schwerfällig über die Brücke gerumpelt waren, mussten die Soldaten, die zum Schieben eingeteilt waren ihre ganzen Kräfte aufbringen um die vollbeladenen Karren den Berg hinauf zu schieben. Auf halber Höhe drehte Inorel sich noch einmal um, betrachtete das Feuer, das die Männer des Barons gelegt hatten und die schwarze Silhouette der Burg im Vordergrund. Dann ging es weiter, über den schlammigen und unebenen Boden, bis die Kolonne schließlich vor dem Pass angelangt war. Ein Blick in die Gesichter der Soldaten genügte, um zu sehen, dass diejenigen, welche die Karren bis hier herauf geschafft hatten eine Pause dringend nötig hatten, zumal sich die Wolken am Himmel etwas verzogen hatten und die pralle Mittagssonne auf die Männer herabschien.
Ein Blick in das Gesicht des Barons genügte aber, um herauszufinden, dass Atharic von Hohengräben nicht gewillt war, schon jetzt eine Pause einzulegen. Also wurden kurzerhand die Aufgaben gewechselt - die, die bis eben mit der Hand am Schwert locker nebenhergelaufen waren, hatten nun das zweifelhafte Vergnügen, die Karren über den Pass zu bringen, die übrigen Soldaten nun die weniger schweißtreibende Aufgabe.
Unter dem Kommando des Barons setzte sich der Tross wieder in Bewegung.
Noch bevor er den Waldrand erreichte, wusste Win'Dar bereits, dass er verfolgt wurde. Scheinbar wollte der Baron kein Risiko eingehen. Was für ein Narr. Aus dem Schutz der Dunkelheit beobachtete er vier dunkle Gestalten, die seiner Spur folgten. Bei den klobigen Gegenständen in ihren Händen konnte es sich nur um Armbrüste handeln.
Win'Dar fluchte leise in sich hinein. Armbrüste. Wie durch die Erinnerung geweckt, begann seine rechte Schulter leicht zu pochen. Das Andenken an seine letzte Begegnung mit Attentätern war gerade erst verheilt. Damals hatten sie ihn auf dem falschen Fuß erwischt.
Heute würde es anders laufen.
Ohne weitere Zeit zu verlieren, wandte sich Win'Dar um und tauchte tiefer in den Schatten des Waldes ein. Er bemühte sich nicht, seine Spur zu verbergen. Sollten sie nur kommen. Man würde schon sehen, wer letztendlich am längeren Hebel saß. Jedenfalls hatte er keine Lust, sich mit vier Armbrustschützen herumzuschlagen. Das Risiko war zu groß. Wenn nur ein einziger von ihnen mitgedacht hatte und Gift benutzte, wäre er so gut wie tot.
Doch sie befanden sich ja glücklicherweise im Minental. Dieses Spielbrett erforderte seine eigenen Regeln. Und wer sie nicht erlernen wollte... tja, der hatte eben Pech.
Win'Dars Weg führte ihn in eine Schlucht im Süden der Burg. Die Klippen fielen steil ab und bildeten eine tiefe Kerbe im Land. Die Dunkelheit war allgegenwärtig. Dennoch fiel es Win'Dar nicht weiter schwer, die Höhleneingänge in der Felswand zu entdecken. Seiner Erfahrung nach war mindestens eine davon bewohnt. Schattenläufer, Harpyien – oder Schlimmeres. Egal was es war, es würde ausreichen.
Er beeilte sich, die Schlucht bis zur Hälfte zu durchqueren und ging dabei sicher, dass seine Spuren auf dem staubigen Boden gut zu erkennen waren. Dann begann die Kletterei. Die Klippe bot ausreichend Halt und immer wieder kleinere Vorsprünge, die sein Vorankommen erleichterten und so dauerte es nur wenige Minuten, bis er eine der Höhlen erreicht hatte. Knochen kleinerer Tiere lagen vor dem Eingang verteilt, dazwischen das noch recht frisch wirkende Skelett eines Hirsches. Doch es war der Gestank, der ihm die Bestätigung brachte: Razor. Für alle anderen Biester wäre die Klippe auch zu steil gewesen, wenn man von Harpyien absah.
Win'Dar war sich bewusst, wie riskant es war, unmitellbar vor der Höhle eines Razorrudels stehenzubleiben. Eine falsche Bewegung und die Biester könnten ihn bemerken. Andererseits waren Razor tagaktiv. Außer, man half etwas nach.
Er beeilte sich, die Klippe weiter hinaufzuklettern, bis er ein Plateau erreichte, von dem aus er bis zur Burg blicken konnte. Jetzt galt es nur noch abzuwarten. Er ging in die Knie, legte eine Fackel bereit und schloss die Augen, um zu lauschen. Lange dauerte es nicht, bis er das Knirschen von Steinen vernahm. Die Schritte einer, zweier... vierer Personen. Jetzt hielten sie an. Überlegten vermutlich, warum die Spur auf einmal endete.
Gleich würden sie es wissen.
Die Fackel erwachte leise fauchend zu feurigem Leben. Kurz darauf flog sie in hohem Bogen in die Tiefe, wo sie funkensprühend zwischen den Füßen der Attentäter aufschlug. Unter Win'Dar war ein zorniges Knurren zu hören. Die vier Männer sahen sich von plötzlicher Panik erfüllt um, suchten in der Dunkelheit der Schlucht nach dem Fackelwerfer.
„Komm raus!“, rief einer von ihnen, „Wir wissen, dass du hier bist!“
„Du hast ja keine Ahnung, wer sich hier noch alles versteckt“, murmelte Win'Dar mit leichtem Mitleid.
Er hörte das Schaben von Hornklauen auf dem Fels. Das Tappen lederartiger Füße. Ein leises Zischen, gierig und zornig zugleich. Einer der Männer trat die Fackel in die Dunkelheit davon. Doch noch bevor das Licht erlosch, sah Win'Dar die Schatten, die in Richtung der Attentäter hetzten.
Er wandte sich ab, einem Trampelpfad folgend, der von dem Plateau herunter in die Ebene führte. Hinter ihm verhallten angsterfüllte Schreie zwischen den Klippen der Schlucht. Als er ein Stück weiter auf die Knie sank und sein Rasiermesser sowie einen Beutel mit einer dunklen, zähen Masse aus dem Rucksack holte, richtete sich sein Blick erneut auf die Burg.
„Nein, mein blaublütiger Freund“, flüsterte er leise, „So schnell wirst du mich nicht wieder los.“
Seit annähernd... naja, genau wussten sie es selbst nicht mehr, aber sicher war, dass Cugar und Ey-Joe nun schon seit Wochen durch die Wildnis des Minentals streunten, auf der Suche nach einem Weg.
Tja, die Beiden hatten es doch tatsächlich geschafft, nachts den Trampelpfad zu verlassen und sich zu verirren, natürlich im zugedröhnten Zustand. Und seitdem waren sie irgendwo in der Pampa unterwegs gewesen, ohne auch nur das geringste Anzeichen eines Orks zu entdecken. Das war schon paradox: wenn man keine Orks sehen wollte, wurde man von ihnen gefunden. Aber sobald man mal einen finden und umlegen wollte, ließ sich keiner auffinden. Das Einzigste, was die Beiden mit einem Ork in Verbindung bringen konnten, war ein riesen Scheisshaufen, irgendwo in einer Höhlenecke. Natürlich war der Gestank bestialisch und lange konnten die Sumpfler es dort drinnen nicht aushalten. Aber der Gestank war zumindest mal etwas, was sie an einen Ork erinnerte.
Der heutige Tag erreichte seinen Höhepunkt, während die Beiden endlich etwas hörten: es war der Fluss, der zur Küste des Tales führte. Freudig und mit neuer Kraft ging die Suche der Sumpfler weiter und tatsächlich stießen sie bald auf das fließende Gewässer, welches sie zurück führte, in Richtung der Burg. Wie eh und je standen dort auch wieder vereinzelte Orkzelte herum, doch wagten sich die Novizen nicht näher als 100 Meter heran. Es musste doch einen so wahnwitzigen Ork geben, der sich von selbst nah genug an die Beiden heranwagte. Natürlich sollte er alleine sein und wenn möglich strohdoof, damit es Cugar leichter fiel, ihm die Waffe abzunehmen. Aber das Wichtigste war: er musste ein Elite-Krieger der Grünlinge sein, sonst konnte man die ganze Aktion sowieso getrost in die Tonne treten. Und zwar in eine faulende Holztonne.
Als hätte der Schläfer Mitleid geschah dann bald auch das Unglaubliche ! Tatsächlich wagte sich doch ein Elitekrieger weg vom Belagerungsring an den Fluss. Und das Beste war, dass ihn seine Schritte zielstrebig zu dem Busch führten, in dem Cugar und Ey-Joe sich versteckt hatten. Riesen Zufall oder göttliche Fügung ? Egal was es war, es hatte Böses im Sinn, denn der Ork steckte plötzlich, kurz nach seiner Ankunft am Busch, seinen haarigen Hintern durch die Blätter und seltsame Geräusche und Gerüsche folgten diesem Horroranblick. Ey-Joe fiel sofort in Ohnmacht, während Cugar aus dem Busch aufsprang und wie ein Wahnsinniger schrie, kreischte, heulte und nach Luft schnappte. Völlig entgeistert sprang der Ork zurück und sein Lendenschurz wurde von der Erdgravitation angezogen. Das Resultat war ein nackter, zutiefst erschreckter Ork und ein noch mehr erschrockener, schreiender Cugar, der dem Herzinfakt nahe war. Irgendwann bemerkt der Elitekrieger dann sein "Missgeschick", zog den Lendenschurz hoch, ehe die Rüstung den letzten Rest Nackheit verschwinden ließ.
Sofort begann der Ork nun, den vermeindlichen Kameraden zuzuquasseln, natürlich in seiner rohen Orksprache, nachdem sich der verorkte Cugar einigermaßen wieder beruhigt hatte. Und noch natürlicher war es, dass der Sumpfler, der nach wie vor wie ein Ork aussah, nicht ein Wort vom den verstand, was der Krieger ihm da gegen den Kopf warf. Also warf er mit einigen noch undeutlicheren Worten zurück und der Ork kratzte sich irritiert am Kopf.
Die Orks
07.04.2006, 18:08
So etwas Seltsames, wie dieser "Ork" hatte Shap Cra Krog noch nie zuvor gesehen. Selbst die Situation, in der er hier gelandet war, war seltsamer als alles Andere zuvor. Eigentlich wollte er ja nur in Ruhe sein orkisches Geschäft erledigen, doch unversehens war ein Kamerad schreiend aus dem Busch gesprungen. Was hatte er dort gesucht ? Was zu Essen ? Oder hatte er sich gar vor einigen Menschen versteckt ? Möglicherweise hatte er auch das selbe Bedürfnis gehabt, wie Shap Cra Krog...
Aber so langsam wurde es dem Elitekrieger zu bunt. Er war hier der Boss, das musste er klarstellen. Er war ein Eliteork und sein Gegenüber ? Vermutlich ein Arbeiter oder dergleichen, jedenfalls nach seinem Gebrabbel und seinem Aussehen her zu vermuten. Es war ja allgemein bekannt, dass die unterste Orkschicht, der orkische Unrat oder im Menschenmund "Pöbel" genannt, ungebildet, verfressen und schwach war. Sie taugten gerade mal als Sklavenersatz und billige Arbeitskräfte, die man noch besser zusammenschlagen konnte, als die oftmals nichtsnutzigen Späher in den Wäldern. Die wuchsen ja quasi an Bäumen, da war es schließlich sowas von egal, wie viele man von ihnen totprügelte oder sie zur äußersten Erschöpfung brachte. Es gab halt immer Nachschub...
Shap Cra Krog machte einen Schritt auf die Made zu, um sie so richtig zusammen zu schreien, schließlich hatte dieser Arbeiter ihm beim Kacken gestört und sowas sollte nicht ungestraft gelassen werden. Doch sein Gegenüber fing an zu kreischen, sprang in den Busch und rüttelte an irgendetwas herum, denn der ganze Busch bebte und zitterte, bis urplötzlich ein völlig verpeiltes Menschengesicht aus den Blättern auftauchte und Shap ungläubig anblickte. Dann fing der vermeintliche Ork auch noch an, in der Menschensprache zu reden und Shap Cra Krog fiel es nun wie Schuppen von den Augen ! Sein gigantischer Intellekt (*hust*) sagte ihm sofort, dass da etwas nicht stimmte. Ja, der Ork da vergriff sich doch tatsächlich an dem Menschen im Busch...
"PFUI !!" brüllte Shap entsetzt und machte einen Schritt zurück. Seine sonst so von Hass erfüllte Fratze bekam einen derart angewiderten Anblick, dass der Mensch einen Moment lang noch erstaunter blickte, als der Elitekrieger zuvor. Dann zog er etwas aus dem Busch heraus, etwas Langes, Dünnes...
"WAHHH !!!" brüllte Shap, dem Irrsinn nahe, als er dieses... Ding da sah.
"O__O"
Claw
Diese fiese Orkfresse verwandelte sich urplötzlich in eine Fratze der Furcht und des Wahnsinns, nachdem Ey-Joe seine Geheimwaffe aus seiner Hose ausgepackt hatte und dem Ork nun entgegen hielt. Es war ein dermaßen gewaltiger...
Riesenjoint, dass der verorkte Cugar anfing zu sabbern. Und wie entzieht sich jeder Beschreibungsversuche. Sturzbäche von Speichel tropften, nein flossen aus dem Mund des Sumpflers und sabberten allmählich die orkische Verkleidung hinweg, worauf hin den Elitekrieger das nackte Entsetzen packte. So etwas Unvorstellbares hatte er sein Lebtag noch nicht erlebt und würde es wohl auch nicht ein zweites Mal erleben, denn der Hohe Novize Ey-Joe begann nun, diese Mörderwaffe, die er in seinen Händen hielt, anzuzünden. Ein gewaltiger Zug und sein Kopf schien irgendwie... grün anzulaufen, ehe er dann endlich den Qualm dem Ork entgegenbließ. Dieser schien vor Schock an den Boden gefesselt zu sein und so konnte er nicht mehr ausweichen oder sonstwie reagieren, als ihn dann endlich die grünlichen Wölkchen umschlungen.
Nun durfte auch Cugar ran und gemeinsam fingen die beiden Megakiffer an, den Ork zu dermaßen zuzuräuchern, dass dieser schon bald abnormal rote Augen bekam und am ganzen Körper anfing zu zittern. Er wurde wirklich... high !
"Sieh dir diesen Amateur an !" bemerkte Ey-Joe und grinste sich einen weg. Und zwar so dämlich, dass Cugar aus seiner Starre erwachte, in die er gerade gefallen war und nun mitgrinsen musste, einfach so, ohne Grund. Dieser Riesensumpfkrautstengel schien es wahrlich in sich zu haben und die Folgen waren unmittelbar nach dem Genuss zu erkennen. Doch da der Hohe Novize das Kraut gewöhnt war und es ihn in irgendwie normal werden ließ (zumindest der Zustand, der man bei Cugar als "normal" bezeichnen konnte, da er ja eigentlich immer stoned war), war er im folgenden Zweikampf natürlich stark im Vorteil.
Langsam streifte sich der Sumpfler nun den letzten Rest seiner "orkischen Haut" ab und stand nun in seiner ganzen Kriegerpracht da... nackter Oberkörper und verdreckten, verschlissenen, zerlöcherten, Bruderrock, der nach Allem stank, was der Sumpf so an Gerüchen hergab. Die rechte Hand ergriff nun auch langsam den am Gürtel hängenden Rabenschnabel und mit erhobener Waffe näherte sich der Sumpfler nun endlich dem Ork. Er hatte ja eigentlich keine große Lust zu kämpfen und für gewöhnlich hätte er lieber den Abgang gemacht, doch das Sumpfkraut, in diesen unmenschlichen Mengen, zeigte heute abweichende Folgen, zu den sonst normalen Auswirkungen.
Nun standen sich die Beiden gegenüber: der Ork und der Mensch und beide hatten ihre Waffe gezogen. Obwohl der Grünling so ziemlich fertig war, durch das Sumpfkraut, hatte ihn ein letzter Rest Gehirn, dass nicht zugedröhnt war, gesagt, er sollte besser die Waffe ziehen. Das war wohl höchstwahrscheinlich das Gewaltzentrum im Schädel des Orks, das natürlich den größten Anteil der Gehirnmasse für sich beanspruchte.
"Cugar vor, noch ein Tor !" rief Ey-Joe hinten und wirbelte mit einigen Blättern durch die Gegend, ohne dabei allerdings den Riesenjoint loszulassen. War ja schließlich die höchste Kunst des Tütchenbauens, die sie da erreicht hatten. Und dann begann es !
Der Ork schien wohl irgendwie gerafft zu haben, dass es hier um seinen haarigen Hintern ging und so schnell, wie es sein Zustand zuließ, schnitt das riesige Schwert des Elitekriegers durch die Luft, um auf Cugar's Hammer zu prallen. Doch der gewiefte, zugekiffte Sumpfler lenkte den Schlag gekonnt ab und so grub sich die Spitze der Klinge harmlos in den matschigen Erdboden. Doch sofort folgte die Faust des Grünlings und wieder wurde nur der Hammer getroffen... unglücklicherweise, für den Ork zumindest, schlug er genau in den Stachel des Rabenschnabels, was eine hässliche Wunde und eine nunmehr unbrauchbare Kampfhand hinterließ. Nun war der Sumpfler am Zug. Er sprang einen Schritt zurück, wirbelte den Kriegshammer einmal um den Kopf und ließ ihn auf die Rüstung des Orks krachen, der ein Bruchteil einer Sekunde seine Waffe zu spät aus dem Boden gerissen hatte. Die Wucht war wahrlich gewaltig und so kippte der Ork einfach um. Ein Knacken beim Aufprall hatte verraten, dass es nicht nur das Gleichgewicht des Kriegers gekostet hatte, sondern auch ein paar der sonst so stabilen Orkrippen, in seinem Leib, währen die starke Rüstung eine gewaltige Delle im Brustbereich aufwies. Ein weiterer Schlag wurde vorbereitet, dieses Mal jedoch war als der Todesstoß geplant, also senkrecht nach unten, doch unter Schmerzen konnte der Ork noch einmal ausweichen und so wurde nur sein Schwert getroffen, welches sich nur noch tiefer in den Matsch grub.
Nun stand die Bestie quasi waffenlos vor dem grinsenden Cugar, der sein Hammer durch die Luft kreiste und nur auf eine Gelegenheit wartete, erneut einen kritischen Treffer zu landen. Dann ging alles sehr, sehr schnell. Der Ork sprang einfach auf den Sumpfler zu, der seinen Hammer mitten im Kreisen hochriss und erneut erntete der Sporn des Hammer seine blutige Ernte: mit einem Knacken gab der Unterkiefer des Orks nach und die Spitze des Rabenschnabels bohrte sich bis in die Nase des Unglücklichen. Er taumelte, röchelte, grunzte und ging dann endlich zu Boden. Ein letztes Mal kreiste der Hammer durch die Luft, ehe er durch die Luft sauste und den Schädel des am Boden Liegenden vollends zertrümmerte. Damit endete die Geschichte von Shap Cra Krog, der eigentlich nur wild in die Vallachei kacken wollte und nun seinen Tod gefunden hatte.
Erleichtert richtete sich Cugar endlich auf und rang nach frischer Luft. Er war völlig außer Atem, nach dieser Kifforgie und dem doch recht kurzen Kampf mit gehandycapten Ork. Ey-Joe kam nun angehüpft und überreichte dem Überlebenden das verdreckte Orkschwert, das doch ziemlich schwer war.
"Dem Sieger die Beute !" bemerkte er dabei und hielt Cugar den Joint hin, worauf der Grinsepeter einen ordenlichen Zug genoss, ehe er den seltsam ausgebeulten Beutel am Gürtel des toten Orks entdeckte. Etwas Schweres schien darin zu sein und vorsichtig, durch die typische Neugierde gepackt, ging Cugar in die Knie und fummelte vorsichtig den Beutel von der Rüstung ab, um den Inhalt kennen zu lernen. Und seiner völligen Überraschung war es eine kleine Statuette... Ihre Aura war eindeutig ! Und die göttliche Form, die perfekte Bearbeitung des unbekannten Materials und zu guter Letzt die Schönheit dieser kleinen Statue ließen keinen Zweifel in Cugar aufkommen: dieses Meisterwerk symbolisierte den allmächtigen Schläfer selbst. Alle seine Sinne sagten es ihm und ganz besonders dieses intensive Gefühl in seinem Inneren, welches seinen Glauben an den Schläfer ins Unermessliche steigerte. Sogar Ey-Joe schien es zu spüren, denn ehrfürchtig warf er sich in den Schlamm und fing an zu beten, was der Nachbar eigentlich nur selten tat; meistens halt, wenn sein Sumpfkraut leer war.
Woher der Ork diese kleine Figur allerdings her hatte, waren Cugar und Ey-Joe nun völlig egal. Wichtig war nur, dass der Schläfer ein Zeichen geschickt hatte, dass die Beiden als seine endgültige Rückkehr deuteten. Sofort und ohne weitere Pausen brachen die Beiden auf, um schnellstens die geistliche Führung des Sumpflagers über diesen Fund zu informieren.
Die Gruppe war die meiste Zeit ohne viel zu Reden, und voralem ohne große Unterbrechungen durchs Minental marschiert. Übernachtet hatten sie immer in Höhlen, die sie vorher säuberten, und sie stellten Nachtwachen auf. Die letzte an diesem Tag übernahm Legolas, und als er zum Austreten die Höhle verließ fielen schon die ersten Sonnenstrahlen über das Gebirge und tauchten das Minental in ein seltsames, unwirkliches Licht. Es war selten das hier überhaupt die Sonne scheinte, normalerweise hingen immer dichte, graue Wolken am Himmel, doch an diesem Tag ließ sich sogaer diese Orkverseuchte Gegend vom Frühling hinreißen.
"Aufwachen, die Sonne geht auf. Wir sollten weiter."
Die Gefährten packten ihren Krempel und suchten sich weiter ihren Weg durchs Minental, mit dem Ziel es durch die südlichen Berge zu verlassen. Legolas hatte, wie immer wenn er hier war, seinen schwarzen Langbogen in der Hand, in dessen Mitte des Griffstücks unscheinbar ein roter Stein leuchtete, als hätte ihn die Frühlingssonne entzunden.
Langsam hatte er den Schwerpunkt des versilberten Stahls gefunden. Mit aller Kraft schlug er gegen den Fels. Zwei einsame Funken sprangen auf und verglühten wieder, bevor er sich ihrer richtig bewusst wurde. Die Vibration war viel stärker als bei dem Holz. Mittlerweile hatte er in der Felswand einige Einkerbungen hinterlassen. Die grelle Morgensonne spiegelte sich auf dem ihr zugewandten Klingenblatt wieder. Der Schmerz war viel stärker als bei dem Stock und dem Baumstamm. Doch es schien wie alles Lebendige etwas an sich haben, das ihn verwirrte und aus dem Gleichgewicht brachte. Das könnte er später immer noch miteinbeziehen, er musste zuerst die Technik herausarbeiten.
"...Wir sollten weiter."
Wie seinen Dolch früher wollte er die silberne Klinge an seinem Gürtel befestigen. Er hatte weder eine blockierende Waffenkette aus Steinen, noch eine Scheide für sein Schwert und so befestigte er es entlang den torsoumschlingenden Gurten seiner Rüstung auf seinem Rücken in einer Halterung, die eigentlich schlanke Zweihänder gedacht waren, wie sie die Templer im Sumpflager trugen. Anschließend legte er sich das Schattenläuferfell um und hob den Proviant.
Die Luft roch nach verkohltem Fleisch. Der Boden war heller als zuvor, aber dennoch grau wie überall, durchsetzt mit winzigen schwarzen Fetzten. Es war still, aber sie sprachen auch sonst nicht viel. Die Amazone, die sie anführte, entschied den offenen Weg zu verlassen und sich zwischen den kahlen, vertrockneten Bäumen durch das Unterholz zu bahnen. Sie gingen in einer Schlange, die Rothaarige voran. Jeder behielt eine Blickrichtung im Auge. Griever war der letzte. Dann blieb die Waldstreicherin stehen und gestikulierte den anderen sich auf den Boden zu legen. Der Sumpfler zog seine Beine an und breitete das Schattenläuferfell aus. Immer lauter werdendes Stampfen rückte rasch auf sie zu und zwang sein Herz gleich schnell zu schlagen. Er schloss die Augen. Vor ihnen war nichts. Nicht das was sie gefürchtet hatten. Er zog den Leejünger vor ihm am Fuß und deutete erst nach hinten und dann nach vorn. Sein Gegenüber verstand und gab die Nachricht nach vorn weiter.
Das Stampfen war erloschen. Und doch war keiner von ihnen in der Lage sich zu bewegen. Vollkommen lautlos erhoben sich schattenhafte Gestalten aus dem trocknen Gras hinter, vor und neben ihnen. Griever stand auf, seine Arme hingen schlaff herab. Eine ganze Truppe aus Elitekriegern hatte sie eingekreist. Er sah ihrem durch seine Rüstung hervorgehobenen Anführer direkt in die Augen. War das schon wieder ein Traum? Es schien alles so unwirklich. Knarrend bog sich das Holz.
"Legolas, Nein!" Breitbeinig mit weit gestreckten Armen baute er sich vor dem Schützen auf.
"Sie sind nicht unsere Feinde. Der König kämpft gegen sie, nicht wir, lass sie Paladine schlachten, aber nicht uns."
"Es sind zu viele." Die Sehne entspannte sich wieder.
Ein grölender Schrei kam aus der Kehle des Anführers. Griever wandte sich ihm zu.
Er hatte nicht geringste Ahnung, was der Ork gesagt hatte, er schüttelte nur den Kopf. Erneut brüllte der Anführer. Seine Männer zogen ab.
"Gor Na Teth... komm." Erst als die Waldstreicherin an seinem Arm zog, lösten sich seine Augen von denen des Orks. Was war das?
"Steh auf." Jemand rüttelte kräftig an seiner Schulter.
Müde blinzelte er in die Glut.
"Das Feuer." Sie hatten ihr Lager auf einem Hügel nahes des Flusses eingezäunt von zwei morschen Bretterwänden.
"Warum ist es aus? Es ist kalt."
"Sei still. Es sind Drachensnapper in der Gegend unterwegs, ein ganzes Rudel, hier können wir nicht bleiben." So leise wie möglich richtete er sich auf und ergriff den Proviant.
"Lass es hier, wir nehmen nur das nötigste mit. Der Geruch des Fleischs würde die Snapper nur anlocken. Wir lassen es als Köder hier. Wir sind ohnehin bald da." Leise und schnell bewegten sie sich Richtung des südlichen Passes hin zur Küstenebene.
Lok' Na Shak
10.04.2006, 21:20
Da war er also, dieser dunkle Turm. garnicht so weit von der Palisade entfernt auf dem Gipfel eines feuerspuckenden Berges. Wer, im namen des Schöpfers, würde dort schon einen Turm bauen? Zugegeben, im Winter war es bestimmt auch schön warm, aber trotzdem...
Wenn er ein solches Monstrum finden wollte, dann wohl nur hier, stellte sich nur die Frage, durch wieviele Kreaturen man sich hacken musste, um an einen Dämonen heran zu kommen. Besonders hell war das ganze Minental nicht, aber die Umgebung dieses dunklen Turmes wirkte noch ein wenig finsterer und die strömende Lava warf einen gespenstischen roten Lichtschein auf das dunkle Gemäuer. Hoch oben konnte man unzählige Skelettkreaturen sehen, die über eine Brücke schlurften, die anscheinend ganz aus Knochen gebaut war, da wollte er sich doch lieber fern halten, vielmehr interessierte den Schamanen ein schmaler Pfad, der den Krater hinab führte. Hoffentlich endete der nicht einfach in dem geschmolzenen Gestein...
So langsam wurde es tierisch heiss, einer der nachteile ein so dickes Fell zu haben und immernoch führte der Weg näher an die Lava heran, ohne das ein Ende in Sicht war. Der Schamane sah sich schon wieder den ganzen Weg bergauf schnaufen, als sich unverhofft doch noch ein anderer Weg auftat, in Form einer Höhle, die in den Fels hinein führte. Staub und Spinnennetze hingen überall von den Wänden und der Decke, wie konnte bei dieser Affenhitze nur noch etwas leben, aber bestimmt würden diese Krabler noch Lok's geringstes Problem werden.
Trotz des glühendroten Lichtes, das aus dem Krater emporstieg, wurde es bald stockdunkel in der Höhle. Zeit, ein wenig Licht in die Sache zu bringen, also nahm er seine Licht Ru-hune zur Hand. Nichtnur, dass das Licht mehr als nützlich war, der Effekt, wie seine Hände in Flammen standen, sah einfach zu 'cool' aus. Vorsichtig tappte der Schamane nun weiter durch die nicht mehr so dunkle Höhle, während ihm ein heisser Luftzug entgegen bließ. Immer wieder konnte man es blubbern und klappern hören, was das aber verursachte, da konnte er nur raten.
Lok' Na Shak
10.04.2006, 22:05
Ein Lavasee! Eindrucksvoll, das Licht um Loks Pranken war jetzt aber eher sinnlos, leuchtete das geschmolzene Gestein doch wirklich genug. Jetzt war aber auch klar, wass die ganze Zeit zu geklappert hatte, denn da kam auch schon ein vierbeiniges Skelett am Ufer entlang gelaufen, eines wie es der Ork noch nie gesehen hatte. Es war weit nicht so groß wie ein Schattenläufer, dafür wesentlich schneller und bissiger. Lok hatte kaum genug Zeit, seine Axt zu ziehen, geschweigedenn noch ein paar Knochenpfeile abzufeuern, als das Biest ihn schon erreicht hatte. Als es ihn Ansprang, konnte er nurnoch den Schaft seiner Axt vor sich halten, in den das Vieh seine Skelettzähne versenkte, daran riss und zog und den Schamanen schließlich zu Boden stieß.
"Whah, duse doch schon seien tot, was noch wollen aufmucken?" schnaubte der Schamane das Monstrum an, das wirklich eine gigantische Kraft in seinen Kiefern haben musste. Der Schaft seiner Axt knirschte jedenfalls schon unter dem kräftigen Biss.
Mit Schwung rollte sich der Schamane zur Seite und beförderte sich so über das Biest, dass jetzt seinerseits am Rücken lag und presste die Axt mit voller Kraft zu Boden bis das Skelett krachte und splitterte. Schließlich gab der Unterkiefer nach und brach in der Mitte durch, worauf der Schamane seine nun wieder freie Axt packte und einmal über dem Kopf schwang. Unfähig zu beissen, wollte das wolfsähnliche Wesen noch irgendwie kratzen, hatte aber bei der rüstung des orks nicht viel Glück, bevor Flammensplater seinem Namen wirklich gerecht wurde. Denn mit dem Hieb durchtrennte er nicht nur den Schädel des Skeletts, sondern schlug auch noch in den Felsen hinein, aus dem flüssige Lava hervor quoll.
"Whoa, jetz aber schnellens!" grunzte der Schamane, sprang auf und nahm die Beine in die Hand. Der ohnehin schon schmale Weg neben dem lavasee brach nun vollends auf, der Rückweg war somit wohl Geschichte, aber ohne einen waschechte Dämonen gefunden zu haben, wollte er sich soweiso nicht wieder verdrücken und in dieser Gegend musste der sich doch wohl fühlen...
Lok' Na Shak
11.04.2006, 01:16
Schlag. Schlag. Immer wieder konnte man dieses dunpfe geräusch hören, aber es klang nicht als würde man auf etwas einschlagen, sondern vielmehr wie die Flügeln eines gigantischen Vogels. Das war das erste, was der Schamane vernehmen konnte, dann konnte er das geflügelte Wesen schon erkennen, wie es über dem Lavasee schwebte. Der Körper von oben bis unten mit Schuppen bedeckt, in den Farben von Rot bis Schwar, obwohl das auch nur am Licht liegen könnte. Der Körer selbst war eher unförmig, vielleicht noch am ehesten mit einer Schlange zu vergleichen, hatte er doch keine Beine, abgesehen von den stetig schlagenden Schwingen nur noch zwei Arme, an denen er gewaltige klauen trug. Der Kopf war garnicht mehr zu beschreiben, alles was man darüber sagen konnte war, dass es selbst den hartgesottenen Ork gehörig Respekt einflößte...
Noch hatte er den Schamanen nicht entdeckt, er hatte immer noch die Möglichkeit, sich die Sache noch einmal zu überlegen ... oder mit einer halben Armee zurückzukehren, doch was würde der Schöpfer davon halten? Zweifellos ging es nicht nur um den Stein, es war eine Prüfung des Glaubens und der Opferbereitschaft, diese Ausgeburt der Unterwelt musste jetzt sterben, genau hier, durch seine Hand.
"Kommen her! hier sein Ork, der sein mächtiger als du!" schnaubte er dem Dämon entgegen. Heimlich töten konnte ein jeder Feigling, worum es jetzt ging war ein aufrechter Kampf zweier Gegner, davor wollte er sich nicht drücken. Der Geflügelte hatte ihn zweifellos bemerkt, lenkte er seine Flügelschläge auf den Schamanen zu und kam über den Lavasee auf ihn zu geflogen. Noch wartete Lok ruhig und besonnen, ließ das Wesen auf sich wirken, doch kurz bevor es das Ufer des Sees erreichte, hatte der Schamane seine Rune in der Hand und ließ deren Kraft durch sich fließen. Wieder wurde die Höhle für einen Sekundenbruchteil leuchtend hell, bevor alles um ihn herum schwärzer als die tiefste Dunkelheit wurde. Augenblicklich war der Dämon stehen geblieben (auch wenn der Dämon keine Beine hatte), zweifellos konnte er den Ork nicht mehr sehen, vermutlich auch sonst nichts um sich herum!
Lok machte nur einen Schritt auf ihn zu, als der Dämon schon seine Pranke nach ihn schwang. Wow, der musste ein Wahnsinns-Gehör haben, oder sonst eine andere Wahrnehmung, jedenfalls konnte er auch ohne Licht ganz gut feststellen, wo der Schamane war und schwang beide Klauen wieder und wieder in seine Richtung. Wirklich genau schien das aber nicht zu funktionieren, ging doch jeder Schlag mehr oder weniger daneben, vielleicht versuchte der Geflügelte auch nur sein Glück, das machte keinen Unterschied, jedenfalls war seine Zeit jetzt gekommen. Zwischen jedem Schlag des Dämonen ließ Lok seine Axt auf ihn hernieder schnellen, während jedem Hieb ein umso gezielterer Gegenschlag der Kreatur. Lok reagierte darauf mit zwei heftigen Schlägen, die erst seinen linken, dann seinen rechten Arm abtrennte. Hilflos taumelte der Dämon durch die Luft, bis der Schamane ihn mit einem Schlag quer durch den Hals erlöste.
Der Kopf rollte über den Boden und fing sofort Feuer, als er in den lavasee rollte und der Schamane hatte heftig damit zu kämpfen, dass der restliche Körper nicht auch ein derartig feuriges Ende nehmen würde. Obwohl der Körper so schwer war, durch die Schuppen war er außerordentlich rutschig und glitt den Fels herab, wie Öl. Selbst als er ihn packte und sich mit ganzen gewicht dagegen stemmte, zog es den Ork immer weiter hinab, die Hitze wurde schon unerträglich. Es war sinnlos, er musste sich beeilen und sich sein herz greifen, bevor der Dämon in Flammen aufgehen würde und dann zusehen, aus dieser verfluchten Höhle wieder nach draussen zu kommen. Wie ein Irrer schlug er auf den Körper der Echse ein, bis er den Rumpf durchdrungen hatte, wo er es schließlich fand, unter einem dicken Brustkorb geschützt. Obwohl der Dämon tot war, sein Herz schlug immernoch, sogar als er es mit einem letzten Hieb aus dem Körper trennte. Mit dem schwarzen pochenden Muskel in der Hand ließ sich der Ork nur noch nach hinten fallen, bevor der Dämon völlig in die Lave gerutscht war und ein richtiges Feuerwerk verursacht hatte.
Lok' Na Shak
11.04.2006, 15:23
Völlig von Ruß und dreck bedeckt, kam der gut durchgebratete Ork wieder aus dem Höllenschlund hervor. Drinnen war es ihm ganricht so aufgefallen, aber als er wieder hinaus an die kalte Nachtluft kam, konnte er spüren, wie sein ganzer Körper vor Hitze fast brannte, abgesehen dass sich sein Körpergeruch dadurch auch nicht gerade verbessert hatte...
Aber so hatte es auch seine guten Seiten, alleine unterwegs zu sein, weshalb ihn das nicht weiter kümmerte und er stattdessen auf die Jagd nach dem letzten Bestandteil dieser mächtigen Ru-hune zu machen. Würde bestimmt interessant werden, vorallem dem Troll eine ganze Hand abzuhacken, die beschwörung würde ja wohl oder übel gleich an Ort und Stelle stattfinden müssen, wollte er das Ding doch nicht noch durch das ganze Tal schleppen. Aber trotz ihrer Größe, war es immer wieder schwierig, so einen Troll zu finden. Meistens lebten sie in den Bergen und hielten sich verborgen, dass sie da mal hinunter ins Tal kamen, war schon sehr selten.
Immer weiter in den Süden drang der Schamane vor, Wege gab es schon lange keine mehr, auch Gras und Erde hatten schon lange geendet und nur noch blanker Fels befand sich unter den Füßen des Orks. Auch die Passagen zwischen den Felswänden wurden immer enger, dass man sich schon fragen musste, ob ein Troll da überhaupt hindurch passte, aber es war eben das, was den Schamanen zuversichtlich werden ließ. Denn die Felsen waren hier stark abgeschunden und teilweise hatten sich braune und schwarze Haare daran gefangen.
"Jetzt michse dich tun haben." grunzte der Ork zufrieden, während er mit gezückter Axt weiter stapfte. Das Tal endete ein Stück später, aber da hockte das Ungetüm schon, in einem kleinen Kessel. Es war schon etwas anderes, allein gegen ein solches Ungetüm anzutreten. Natürlich war das nicht der erste Troll, den er gejagt hatte, doch früher war immer Nug dabei gewesen, auf ihn war immer verlass und der gewaltige Hieb seines Hammers konnte einen jeden Troll umwerfen. Der Schamane zog seine Knochenpfeilrune, solange er noch auf Distanz war und entließ eine ganze Salve spitzer Knochen auf das Ungetüm. Viel Hoffnung machte er sich bei dessen Größe nicht, aber das war immernoch das beste, was er tun konnte.
Als die Geschoße sich durch das Fell des Giganten bohrten, reagierte der nichteinmal darauf! Er kratzte sich lediglich am Hintern, aber sonst ließ ihn die ganze Sache äußerst unbeeindruckt. Doch einer der Knochen steckte wohl noch in seinem Allerwertesten, denn er schien sich diesen in den Finger eingezogen zu haben und begann wie wild herumzutoben. Da entdeckte er jetzt auch den Schamanen, dem er das zu verdanken hatte und stampfte gleich darauf au seinen Piesacker zu. Dieser wurde jetzt langsam hektisch und fummelte in seinem Umhang nach einer anderen Ru-hune, bekam dabei die der Lähmung zu fassen. Warum eigentlich nicht, vielleicht half es ja...
Laut stampfend kam das Ungetüm immer näher, während der Schamane die Kräfte des Schöpfers anrief, um den Troll damit den seinigen zu berauben. Er konnte den Sog spüren, aber der Troll kam nur leicht ins Wanken und stapfte trotzdem weiter. Gleich noch einmal wandte Lok die Ru-hune an, ohne wirklich merkliche Wirkung. Einzig seine Bewegungen schienen träger zu werden, aber das war es dann auch schon. Bis er den Schamanen erreicht hatte, hatte er zumindest schon Mühe, seine Pranken zu heben, weshalb auch seine Schläge weit langsamer ausfielen. Auch wenn er nicht wirklich gelähmt worden war, zumindest stand es nun einigermaßen fair zwischen den beiden Gegnern.
Der Ork duckte sich unter dem nächsten Hieb des Trolls und setzte zum Gegenschlag an. Aber selbst mit der geschärften Axt konnte man nicht viel gegen dieses Ungetüm ausrichten.
Lok' Na Shak
11.04.2006, 19:02
Die ganze Schlucht bebte, als das Ungetüm sich schließlich seinen Verletzungen ergab und auf den felsigen Boden stürzte. Irgendwie hatte der Schamane das Gefühl, Das die Lähmungsrune eher seine Kraft abgezogen hätte, als sdie des Trolls, doch das lag wohl eher daran, wie energisch er seine Axt geschwungen hatte. Jetzt sollte es aber ans Eingemachte gehen, denn der Tod dieser Kreatur war nur die halbe Geschichte. Eigentlich hatte er die rechte Pranke des Trolls im Auge gehabt, doch die lag jetzt unter seinem massiven Körper begraben, also musste es wohl auch die Linke tun.*
Das Ding war ganz schön gewichtig, dass der Schamane es garnicht mehr weit durch die Gegend schleppen wollte und immerhin war jetzt alles beisammen, um die Ru-hune zu erschaffen. Zuerst breitete er die Pranke des Trolls mit der Handfläche nach oben auf, platzierte darauf zuerst den Erzbrocken und dann das beunruhigenderweise immer noch schlagende Herz des Dämonen darüber. Dann musste man bereits mit der Beschwörungsformel beginnen, während Lok das Horn des Drachensnappers noch in der Hand hielt. Immer lauter und dröhnender wurde die Stimme des Orks, die durch das enge Tal hallte, während seine Hände anfingen zu glühen und der Lichtschein sich langsam zu dem Dämonenherzen hinbewegte. An seiner Spitze holte Lok weit aus und rammte das Horn mitten in das Dämonenherz, worauf gigantische Lichtblitze aus seinem Inneren hervordrangen, bis derganze Talkessel in gleissendem Licht erstrahlte, dass Lok selbst ausser Licht nichts mehr sehen konnte.
Als das Licht langsam verebbte, blieb nur noch ein dunkelblauer Dunst zurück, der um die verbrannten Überreste des Herzens kreiste, ihn interessierte aber vielmehr, was sich darunter befand. Vorsichtig versuchte er das Überbleibsel wegzuschieben, verbrannte sich dabei aber kurz die Finger und nahm deshalb seine Axt zur Hand. Das war der Ursprung der dunklen Energiewolke, eine Ru-hune wie er es erhofft hatte.
http://orcs.mrmilti.at/runen2_2.jpg
Der Schöpfer überließ seinen Dienern Zugang
zu den mächtigsten Formen der Energie,
die seinem Reiche entstammten.
Eine beeindruckende Schöpfung, strahlte der Stein selbst doch schon ein Gefühl der Macht aus. Jetzt musste sich nur noch ein Ahnungsloses Opfer finden, dass sich für einen kleinen Versuch zur Verfügung stellen würde. Hier oben würde sich vermutlich keiner finden lassen, aber das große Orklager war ja glücklicherweise nicht weit entfernt...
*Hinweis des Autors:
Auf detaillierte Beschreibung des Vorgangs wurde verzichtet,
um schwache Gemüter nicht weiter zu belasten. Es sei nur
angemerkt, dass es eine recht blutige Angelegenheit war...
Schnarcher
13.04.2006, 17:56
Der wolkenverhangene Himmel spiegelte den Grundton des Landes und auch ihrer Stimmung wieder, als wäre alles nur ein großes Meer, das mal malerisch blau, mal grau und trostlos war. Nur trieb in diesem Meer noch lauter totes Holz und einige Orks herum. Dann gab es da noch das Rettungsboot der Paladine, die Burg. Aber diese konnte jeden Moment unter der schweren Brandung der Orks fallen und Schnarcher wusste nicht, wie der Zustand dort zu Zeit war. Deshalb schlugen sie auch lieber einen großen Bogen um die Burg.
Das Grenzland von Drakia und Mienental hatten sie heute morgen, nach einer viel zu kurzen Nachtruhe verlassen. Sie waren recht gut durch gekommen. Nur hier und da hatten sie Spuren von Drachensnappern und anderem Ungetüm gefunden, aber gesuchtet hatten sie bisher noch keine Feinde. Damit das auch so blieb suchten sie stets Deckung in Wäldern. Das war hier ihr einziger Schutz. Sie hätten natürlich auch bis zur Nacht warten können, um in der Dunkelheit weiter zu maschieren, doch Paedygree und Schnarcher waren dagegen gewesen. Denn wenn sie immer auf die Dunkelheit gewaret hätten, hätten sie wahrscheinlich 2 Tage und Nächte für das Mienental benötigt. So wurde es Gewaltmarsch von einem Tag. Sie würden erst inne halten, wenn sie über den Pass kämen.
Doch die anstrengende Wanderung forderte bald ihren Tribut, und immer öfter mussten sie eine kurze Pause einlegen umzu verschnaufen. Die Zeit wurde dann häufig genutz um einen Späher voraus zu schicken, der die Lage erkunden sollte. So waren sie schon einmal einer Gruppe von Orkkrigern ausgewichen, die sogar einen Schamanen im Schlepptau hatten.
Sie waren gerade im Wald unweit der ehemaligen alten Mine, als sie wieder einmal rasteten. Paedygree war voraus gegangen, um die Lage zu checken. Schnarcher rechnete mit einer Pause von gut 10 Minuten. Doch Paedygree kam schon vor Hälfte dieser Zeit zurpck in das Lager gestürmt.
"Beeilt euch.", raunte Paedygree außer Atem. Er war wohl so schnell gerannt wie er nur konnte. "Wir müssen weg hier. Dort hinten im Wald ist ein ganzer Orkspähtrupp. Und er ist auf dem Weg hierher, zu uns!"
"Wie weit von uns entfernt?", fragte Schnarcher schnell, als sein Messer wieder wegsteckte, mit dem er die ganze Zeit rum gespielt hatte, und aufsprang.
"Vielleicht 2 Minuten. Beeilt euch!", zischter er. Inzwischen waren alle aufgestanden und wieder abmarschbereit."Kommt, hier lang."
"Ich hoffe, du weißt wohin du uns führst", murmelte Grendal ihm zu.
Im Laufschritt gelangten sie innerhalb kürzester Zeit aus dem dunklen Wald. Das Licht blendete sie sofort. Weit und breit waren nur ein paar friedliche Scavenger zu sehen.
"Kommt, wir sollten dort in der Höhle Schutz suchen und uns besprechen", meinte Sarkasto.
"Guter Vorschlag", erwiederte Paedygree.
Die Höhle war nicht besonders groß, dafür aber umso schmutziger. Es war vielmehr ein Loch, als eine Höhle. Aber es würde ihnen erstmal Deckung bitten.
"Was jetzt? Wir können nicht die ganze Zeit so weiter marschieren. Nochmal so eine Flucht werden wir wahrscheinlich nicht durchhalten.", meinte Revan bedeutungsvoll.
"Ja, wahrscheinlich. Vielleicht sollten wir bis zur Nacht hier verweilen und uns dann auf den Weg machen. Bis zum Sonnenuntergang scheint es nicht mehr weit hin zu sein.", meinte Paedygree nachdenklich.
"Ja, aber der Pass ist von hier aus nur noch einen Katzensprung entfernt.", erwiederte Schnarcher.
"Was nützt uns das, wenn wir von Orks niedergemäht werden?", sagte Revan. Er bemühte sich wohl, betont nüchtern zu klingen. Es gelang ihm nicht ganz.
Unwilling über diesen Zwischenruf, runzelte Schnarcher die Stirn, um aber gleich sich wieder anders zu besinnen."Na gut, ich denke, ein bis zwei Stunden können wir hier rasten. Aber dann marschieren wir auch die nächste Nacht durch, sodass wir morgen früh beim Kloster sind."
"Das ist ein Vorschlag. Stimmen wir ab ...", sagte Paedygree.
Paedygree
13.04.2006, 18:13
Sarkasto schaute griesgrämig drein und sagte:
Ist mir egal, wie viele Orks wir abmezeln müssen. Ich will endlich aus diesem öden Land verschwinden. Grendal wollte etwas sagen, doch Schnarcher unterbrach ihn:
Seh ich auch so. Am besten ist es wohl, wenn jemand nach den Orks ausschau hält.
Paedygree legte seinen Rucksack auf den Stein und sagte:
Gut. Ich gehe mal nachschauen. Bleibt solange hier. Wenn wir Glück haben, ziehen die orks weiter.
Niemand sagte ein Wort, doch als er die Höhle verliess hörte er, wie Grendal leise flüsterte:
Innos steh uns bei.
Der Schmied sprang gleich hinter einen grossen Stein und streckte langsam den Kopf dahinter hervor. Nichts war zu sehen. Keine Spur mehr von den Orks. Plötzlich hörte er einen brüller eines orks und entdeckte den Trupp keine dreissig Schritt von ihm entfernt. Er hatte sie nur nicht gesehen, weil sie so weit links von ihm gestanden hatten. Schnell schaute er sich um. Als er sich vergewissert hatte, dass keiner der Unholde ihn beobachtete, machte er ein paar hektische Schritte und traf in der Höhle wieder auf seine Gefährten.
Was ist? wollte Schnarcher wissen.
Die orks sind ganz hier in der Nähe: berichtete Paedygree. Aber ich glaube, wenn wir uns beeilen können wir uns rechts den Felsen nach schleichen. Dann sollten sie uns nicht sehen. Hoffentlich.
Revan schien das ganze nicht zu gefallen:
Könnten sie uns sehen, während wirder Wand nachschleichen?
Der Novize rief sich die Umgebung nochmals in den Sinn und antwortete:
Nein. ich glaube nicht. jedenfalls nicht wenn sie den Weg weiter gehen.
Schnarcher nickte uns stand auf:
Gut gut. Wollen wir es versuchen?
Nach einer kurzen Pause, in der keiner etwas gesprochen hatte, nickten seine Gefährten.
Gut denn... sagte Paedygree und stand auf. Bevor sie jedoch die Höhle verliessen, warf Schnarcher einen Blick nach links, wo die orks vorhin noch gestanden hatten. Sie hatten sich in der zwischenzeit nicht bewegt.
Los. sagte Sarkasto und verliess die Höhle, um sogleich echts an der Felswand entlang zu schleichen.
Schnarcher
13.04.2006, 18:47
Wie Schatten huschten sie an de Felsen vorbei. Geäuschlos. Keiner wagte zu sprechen und alle blickten immer wieder besorgt zu den Orks rüber. Sie erwarteten jeden Moment ein Brüllen in ihrem Rücken zu hören und dass 10 blutdurstige Orks die Verfolgung aufnahmen. Jeder hoffte nicht den entscheidenen Fehler zu machen und die Orks auf sie zu hetzten, Denn mit so einer großen Gruppe war nicht zu spassen. Erst recht nicht, da sie kaum Deckung finden würden und sehr erschöpft waren. Der rettende Waldrand kam immer näher. Gleich würden sie es geschafft haben. Zumindest fürs erste. Die Rettung vor Augen schlugen sie noch einmal ein flotteres Tempo an, was in geduckter Haltung gar nicht mal so einfach war.
"Die Orks, sie gehen in die andere Richtung", zischte Schnarcher erleichtert, als sie den Wald ereichten. Sogleich wurde es wieder dunkler.
"Wir sollten nicht länger als nötig hier bleiben. Kommt jetzt!", meinte Paedygree. "Auf zum Pass. Es kann nicht mehr weit sein!"
Den Blick stur auf seine Füße gerichtet, folgten sie Paedygree. Schon bald verließen sie wieder den Wald und in der Ferne war die Burg zu erkennen. In dem Moment wurde auch der Himmel dunkler und es wurde sogleich ein wenig kälter. Wahrscheinlich ging irgentwo über der Wolkendecke gerade die Sonne unter. Weit und breit war kein Ork, Mensch oder Tier zu sehen.
Von nun an war der Weg nicht mehr weit. Der alte Pfad der wohl schon lange vor den Orkkriegen angelegt worden war und zur verlassenen Mine führte, war schnell gefunden.
"Kommt, noch ist es nicht geschafft.", meinte Schnarcher grimmig, obwohl man die Erleichterung, bald aus dem Minental raus gelangt zu sein, deutlich ansah.
"Wohl wahr.", meinte Paedygree, weil er das Gefühl hatte, einfach etwas sagen zu müssen.
Bereit, sich noch ein letztes Mal heute zu verausgaben, wanderten sie den steilen Weg hoch. Sie alle hatten nun ein gutes Gefühl, war der Weg doch nun fast geschafft. Und damit rückte auch ein Wiedersehen mit dem Kloster wieder. Wieder träumten alle von dem, was sie sich mit dem Gold zu kaufen gedachten.
Die Landschaft veränderte sich rasant. Wo vorher noch grüne Wiesen gewesen waren und Gehöfte mit ihren Feldern nahmen nun kahle Bäume, spitze Felsen und verschlungene Pfade durch das Gebirge ihren Platz ein. Sly, Lina und Troan hatten den Weg durch die alte Mine genommen. Die Bekanntschaft mit den Orks würden sie sicher noch früh genug machen.
Lina und Sly hatten genug Gesprächsstoff, damit Troan ihnen schweigend hinter her trotten konnte und seinen Gedanken nachhängen konnte. Vor allem kramte er aus seinem Gedächtnis hervor, wie der Weg zwischen dem Pass und der Orkpalisade aussah. Irgendwo dazwischen hoffte der Drachenjäger die verschwundenen Söldner zu finden. Das Schlimmste, was geschehen konnte war, dass die Männer bereits hinter der Orkpalisade waren. Dann konnten sie gleich einpacken und Taeris berichten, die beiden wären für immer verschwunden. Man brauchte schon einige riesige Armee um die Orks dort zu vertreiben. Vermutlich gab es auf der ganzen Insel nicht so viele Männer, wie man benötigte um die Orks zu schlagen.
Somit bestand die einzige Chance, dass man die Söldner noch lebendig befreien konnte darin, dass die Orks irgendwo vor der Palisade ihr Lager aufgeschlagen hatten.
Sly schien sich hier einigermassen auszukennen. Schon seine Worte in der Taverne über das Minental zeugten von einigen Erfahrungen, die er hier wohl gemacht hatte. Troan selber erinnerte sich noch mit Grauen an die Reise nach Drakia, als die Orks hinter ihnen her waren. Auch die Verteidigung der Burg hatte sich mit einigen negativen Erinnerungen in Troans Gedächtnis verankert.
“Sly. Ich schätze wir sollten erst beim Fluss suchen. Wenn die Orks ein Lager aufschlagen dann wohl am Ehesten dort.“, schlug Troan vor. Es schien die ihm beste Möglichkeit die Söldner zu finden. Sie konnten überall sein und eine Suche konnte Tage dauern, wenn die Orks auch noch zahlreich vertreten waren.
Der Gildenlose nickte. Verdammt diese Suche nach den zwei Söldnern war die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wenn sie glück hatten fanden sie die Söldner überhaupt , und wenn sie noch mehr glück hatten wohl auch noch in einem Stück. Diese Jagd würde sie alle noch umbringen, das wusste er. Wieso lies er sich auf sowas nur immer wieder ein. Ein Blick auf Troan und er wusste warum, hier musste er wohl oder übel eine Prüfung für ihn finden. Zumindest kannte sich der Gildenlose im Minental aus , wie kaum ein zweiter. Das war wohl sein einziger Vorteil gegenüber den Orks, den er sich zu erhoffen wagte.
Die Idee von Troan erschien ihm als einzig sinnvolle Möglichkeit nach den Söldnern zu suchen, obwohl er sich selbst da wenig Hoffnung machte. Als sie den schmalen Pass verlassen hatten schlugen sie direkt den Weg am Fluss ein. Er war verlassen und floss langsam in Richtung Meer davon. Da wo eins ein kleiner Fluss fröhlich glitzernd entlang geflossen ist , in dem sich Fische tummelten und an dessen Seite Lurker und andere kleine Tiere lebten und der ursprünglich der Quell allen Lebens war, da war jetzt nurnoch ein schmutziges, brackiges etwas übrig geblieben. Der Fluss erschien mehr eine sich bewegende Masse aus Schlamm und Dreck zu sein, denn ein klares Gewässer. Früher konnte man noch einen Meter unter die oberfläche blicken, doch jetzt war selbst das unmöglich geworden und das Wasser floss stumpf und undurchsichtig daher. Der Gildenlose fragte sich wie sich die Orks aus solch einem Wasser trinken konnten, wenn sie das überhaupt taten. Vermutlich bestanden ihre getränke eher aus irgendetwas alkoholischem , das sie zu einer Kampfeslust antrieb, die selbst bei Menschen kaum zu finden war.
Sie folgten diesem Verlauf des Flusses etwas, bis sie schließlich an ein kleines Lager kamen. Einige Orks unterhielten sich an einem Feuer in iher derben Sprache. Eine Wache schienen sie für überflüssig zu halten, so nah wie sie an der Palisade waren. Vielleicht waren hier die Söldner zu finden.
Der Lee starrte zu dem kleinen Lager der Orks. Drei Grünhäute sassen um ein Feuer und stopften rohes Fleisch und irgendein braunes Getränk das dem Flusswasser gar nicht so unähnlich war in sich hinein. Aber es war wohl eher irgend ein hochprozentiger Alkohol den wohl nicht einmal ganz starke, menschliche Alkoholiker runter schlucken konnten ohne sich gleich die Lunge auszuhusten.
“Sieht mir aber nicht danach aus, als hätten die Gefangene“, meinte Troan und versteckte sich wieder hinter dem Felsen. Sly musterte das Lager noch einmal.
“Sie haben ein Zelt aufgeschlagen. Vielleicht liegen die Gefangenen dort.“
„Man müsste nachschauen gehen. Ich versuche mich anzuschleichen.“
„Ich will dich dann aber nicht aus dem Schlammassel holen“, meinte der Gildenlose.
Troan achtete nicht auf den Kommentar. Da die Orks keine Wachen aufgestellt hatten und fröhlich beschäftigt waren, würde die Schleichaktion nicht allzu gefährlich sein. Troan umrundete das Lager, bis das Zelt genau zwischen ihm und den Orks stand und pirschte sich dann an das Zelt heran. Das Gegröle der Orks wurde plötzlich lauter. Doch anscheinend lachten sie nur über irgendetwas. Troan wollte gar nicht wissen über was. Das Zelt war rasch erreicht. Der Drachenjäger hob die Zeltdecke etwas an und warf einen Blick in das Zelt. Ausser einem Fass und einigen Wolfsfellen die auf dem Boden lagen war das Zelt leer. Doch da erspähte der Lee in der Ecke etwas schwarzes, was sich etwas bewegte. Gleichmässige Bewegungen, als würde dieses schwarze Etwas atmen. Troan dachte schon er hatte die Söldner gefunden als das schwarze etwas den Kopf hob. Und es war ganz und gar nicht ein Söldner. Es war ein Warg. Troan sog vor Schreck die Luft ein. Der Warg schien ihn gewittert zu haben. Anstatt jedoch planlos wegzurennen schlich sich Troan geräuschlos und mit pochendem Herzen zurück. Der Warg schnüffelte noch etwas, ging dem Lee aber nicht nach. Erst als Troan wieder bei Sly und Lina war atmete er auf.
“Nichts“, meinte er nur. Sly hatte das wohl schon erwartet.
“Vielleicht weiter oben beim Flusslauf“, meinte der Drachenjäger und die drei machten sich wieder auf den Weg.
Tatsächlich dauerte es nicht lange, bis sie wieder ein Orklager erspähten. Es war etwas grösser und diesmal hatten sie eine Wache aufgestellt. Diese war aber nicht sehr aufmerksam. Gelangweilt sass der Ork auf einer Kiste und nagte an einem Stück Fleisch.
“Ich sehe vier Orks. Wieder ein Zelt. Diesmal wird man sich aber nicht so einfach anschleichen können“, meinte Troan.
“Muss man auch nicht. Schau dort“, meinte der Gildenlose.
Troans Blick folgte Slys ausgestrecktem Arm und erkannte dann eine Gestalt die auf dem Boden lag. Sie regte sich nicht.
“Ist er tot?“, fragte Troan.
Sly schüttelte den Kopf.
“Orks schleppen keine toten Söldner mit sich. Aber er scheint bewusstlos zu sein.“
“Dann haben wir sie gefunden. Der zweite liegt gleich neben an. Dann müssen wir möglichst bald zu Taeris zurück. Er will die beiden dann befreien.“
"Gut. Dann schnell zurück. Aber lass uns auf die andere Seite des Flusses , damit die , falls die hier Wargs oder sowas haben nicht unsere Witterung aufnehmen können. " Der Gildenlose ging voran durch das schlammige etwas von einem Fluss und Troan folgte ihm auf dem Fuße. Die beiden Krieger schienen sich daran wenig zu stören, wenngleich es dann nicht angenehm duftete, aber immerhin würde ihnen so kein Warg oder ein Ork mit besonders gutem Geruchssinn folgen können. Lina hingegen schien damit garnicht so glücklich zu sein, denn sie lief erst einmal an dem Fluss auf und ab bis sie eine seichtere Stelle entdecken konnte und lief dann erst durch den Fluss. Auf der anderen Seite war ihr kleid dann bis zur Hüfte mit Schlamm bedeckt und wahrscheinlich auch nicht mehr sauber zu bekommen. "Na toll." meinte sie wütend, doch der Gildenlose schüttelte nur den Kopf. "Sei froh , dass es nur das kleid ist, wenn dich Orks erwischt hätten, dann hättest du wohl weniger Glück gehabt.
Die ungleiche Gruppe lief den Weg an der Felswand entlang zurück zu dem Pass der sie wieder nach Khorinis führen sollte, doch auf dem Weg hörten sie eigentümliche Geräusche, die je weiter sie gingen immer lauter Wurden. Schließlich waren sie an einer Stelle angekommen, an der der es einen breiten Gang in die Felswand zu geben schien. Sly bedeutete den beiden hier zu warten und schlich sich hinein. Ein paar Minuten später kam er wieder zu ihnen und grinste Troan an. "[i]Ich habe soeben deine Prüfung gefunden." Der Vagabund führte sie den Weg entlang und schon bald war zu erkennen gewesen, dass aus dieser Einmuldung anfangs eine Höhle wurde, die allerdings sehr breit in ihren Ausmaßen war. Die Geräusche wurden immer lauter und es hörte sich an wie eine Art grunzen, das ganz und garnicht nett klang. Schließlich kamen sie in eine riesige Höhle an dessen anderes Ende sich ein Troll eingefunden hatte. Er schien gerade sich mit irgendeinem Essen zu beschäftigen. Es war wohl ein Tier oder ein Ork gewesen , denn das was davon übrig war , war leider nicht mehr genau zu erkennen. Die riesigen Fäuste hatte er um den Körper gelegt und das Vieh riss ein riesiges Stück Fleisch aus dem Körper heraus und verschalng es gierig.
Der ehemalige Söldner grinste Troan an , während dieser mit offenem Mund auf das Monster starrte. "So Troan. Ich habe dir gesagt es ist wichtig seinen gegner auf Abstand zu halten mit dem Speer und das sollst du jetzt unter Beweis stellen. Das hier ist dein Tanzpartner ein ungefähr eine halbe Tonne schwerer Troll. Ich erwarte nicht, dass du ihn tötest , aber du solltest ihn für... sagen wir dreißig Minuten auf Abstand halten können. Das wirst du jetzt unter Beweis stellen. Natürlich kannst du ihn auch töten , wenn du das willst, dann hast du die Prüfung auch bestanden, aber ich fürchte allein wird sich das als etwas kompliziert erweisen. Natürlich , wenn etwas passiert stehe ich dir zur Seite und ich hoffe Lina ebenfalls, aber dreißig Minuten etwa. Ich sag dir dann bescheid , wenn wir abhauen. Du kannst anfangen wann du möchtest. Viel erfolg. " Der Gildenlose lehnte sich jetzt an die Felswand und betrachtete abwechselnd Troan und den Troll.
Schlussendlich hatte Taeris sich doch dafür entschieden, aufzubrechen und Troan und den Anderen zu folgen. Es währe ohnehin nicht unbedingt das Klügste gewesen, auf dem Hof zu warten bis sie wieder zurückgekehrt waren. Unnötige Zeitverschwendung.
Und so stapften die Söldner nun den steinigen Pfad des Passes hinab ins Minental. Es war doch schon einige Zeit her, dass Taeris das letzte Mal hier gewesen war. Doch veränderte sich das Minental auf gewisse Weise ohnehin nur minimal. Sommer oder Winter wirkten sich – abgesehen von der Temperatur – gar nicht auf diesen Talkessel aus. Ein eigenartiges Phänomen. Andererseits, gab es hier ohnehin nicht allzu viel, wo sich etwas drauf auswirken konnte.
Nebenbei behielt Taeris den Weg zu ihren Füßen im Auge. Die Fußsspuren der Anderen waren noch relativ gut zu erkennen. Es würde ein Leichtes werden ihnen zu folgen.
Das Blut wich aus Troans Kopf. Er starrte mit konfusem Blick auf den Troll, der gerade den Boden mit Blut seines letzten Opfers besudelte, und danach auf Sly.
“Der Troll könnte meinen Speer als Zahnstocher benutzen. Da habe ich doch überhaupt keine Chance!“, meinte Troan entgeistert. Er wollte schon das Handtuch werfen und sagen er würde lieber auf die Prüfung verzichten als in viele kleine Einzelteile gerissen zu werden, aber schliesslich riss er sich zusammen. Die Genugtuung einer Niederlage wollte der Drachenjäger Sly nicht bieten. Denn so deuete Troan Slys Grinsen, als freue er sich eine unmögliche Prüfung für seinen Schüler gefunden zu haben. Der Gildenlose hatte zwar gesagt er und Lina würden ihm bei ernsthaften Problemen helfen, doch befürchtete Troan, dass er bis dahin bereits nicht mehr unter den Lebenden weilte.
“Na gut“, meinte der Lee zähneknirschend und streifte sich seinen Lederpanzer vom Leib. Darunter kam sein Kettenhemd zum Vorschein. Er zog es ebenfalls ab und legte es dann zu seinem Rucksack. Dann legte er sich die Lederrüstung wieder an. Er musste den Troll auf Distanz halten und da musste er volle Bewegungsfreiheit haben. Ein Kettenhemd war da nur hinderlich und wenn der Troll ihn mal zu fassen bekam, würde das Hemd auch nicht viel nützen. Auch seinen Bogen und sein Schwert legte er ab. Er durfte sie ja sowieso nicht benützen.
Dann fasste Troan seinen Speer und ging einige Schritte auf den Troll zu. Er warf einen letzten Blick zu Sly, der die Szenerie aufmerksam beobachtete. Noch immer mit einem leichten Grinsen. Dann wandte sich der Lee wieder dem haarigen Koloss zu. Dieser hatte nun seine Beute verspiessen. Nur noch einige blutige Knochen lagen dort und der Troll kratze sich am Kopf.
Zuerst musste Troan den Troll mal auf sich aufmerksam machen. Das war aber wohl das kleinste Problem. Troan hatte den Troll endlich erreicht. Dieser schien ihn gehört oder gewittert zu haben und drehte sich, schwerfällig wie er war, um. Dann sah er den kleinen Menschen mit einem Speer auf ihn zugehen. Troan überkam bereits wieder einen Anflug der Angst. Das Tier war wirklich riesig und nur eine Prankenschlag reichte vollkommen aus um dem Lee sämtliche Knochen mehrfach zu brechen.
“Na komm schon her“, meinte Troan und versuchte möglichst entschlossen zu klingen. Wirklich gelang es ihm aber nicht. Der Troll brüllte und liess die Höhle erzittern. Dann holte er bereits mit seiner Hand aus, bevor Troan ihn überhaupt erreichen konnte. Die Faust raste auf den Lee zu und erst im letzten Moment sprang der Lee auf die Seite. Er spürte noch den Luftzug als die Faust knapp über seinem Kopf vorbei sauste. Gerade noch streckte der Drachenjäger seinen Speer aus und erwischte den Troll tatsächlich am Handgelenk. Die zähe Haut des Monstrums gab jedoch kaum nach und so verletzte Troan den Koloss nur leicht. Ein Kratzer, mehr nicht. Der Troll schien es gar nicht recht zu spüren. Doch schlug er bereits ein nächstes Mal zu. Wieder wich der Lee der Faust erst in letzter Sekunde aus. Diesmal gelang ihm jedoch kein Treffer.
Meine Stärke ist die Geschwindigkeit. Dann muss ich sie auch ausnutzen, dachte Troan und liess den Troll nicht aus den Augen. Er erfasste jede Bewegung. Diesmal schlug der Troll von oben herab auf den Lee ein. Flink sprang dieser auf die Seite. Der Boden bebte als die Faust auf den harten Höhlenboden schlug. Bevor der Troll seine Hand zurückziehen konnte rammte der Lee ihm seinen Speer in die Faust. Diesmal drang die Spitze vollständig in das Fleisch des Trolls ein. Es gelang Troan gerade noch seine Waffe heraus zu ziehen bevor die Faust wieder zum Schlag ausholte. Dunkelrotes Blut floss über die Spitze hinab und versickerte im dunklen Holz.
Der Drachenjäger eilte einige Schritte um den Troll herum. Der Troll drehte sich ebenfalls und bewegte seine zentnerschweren Füsse auf den Lee zu. Bevor er diesen jedoch erreicht hatte drang der Speer in seinen Fuss. Erzürnt brüllte der Troll auf und liess die Höhle wieder erzittern. Seine Hand tastete nach dem Lee und erfasste ihn beinahe. Ein weiterer Sprung rettete Troan vor der tödlichen Umklammerung des Trolls. Doch dieser war ausser sich vor Wut. Seine Schläge wurden immer schneller und Troan hatte immer mehr Probleme ihnen auszuweichen. Wieder liess ein Faustschlag den Boden erzittern und Troan stolperte. Steine bohrten sich schmerzhaft in seinen Rücken und bevor er sich aufrappeln konnte sah er wie die nächste Faust auf ihn zuraste. Alles was Troan tun konnte war sein Speer der Faust entgegen strecken. Die Spitze bohrte sich in den einen Finger des Trolls und der Speer bog sich gefährlich unter dem Druck, so dass Troan jeden Moment befürchtete er würde bersten. Doch schliesslich riss der Troll seine Faust wieder hoch. Troan hielt sich mit aller Kraft an dem Speer fest um ihn aus der Wunde herauszuziehen und wurde gleich wieder auf die Beine gehoben. Dann löste sich der Speer aus der Wunde.
Doch das alles war für Troans Situation ganz und gar nicht förderlich. Erstens gefährdeten die kleinen Wunden den Troll nicht im Geringsten und zweitens wurde er dadurch nur wütend. Und Troan hatte schon mit einem sanften Troll genug zu tun um nicht zerquetscht zu werden.
Der Drachenjäger wusste nicht wie viel Zeit bereits verstrichen war. Doch seine innere Uhr meinte es sei noch nicht einmal die Hälfte. Schon jetzt war er erschöpft und seine Kräfte hatten nach gelassen. Wenn er es wirklich dreissig Minuten aushalten wollte, dann musste er seine Kräfte besser einteilen. Er musste den Troll nicht dauernd verletzten. “Nur auf Distanz halten“, murmelte er keuchend und schaute wieder zu dem Koloss auf.
Der Gildenlose betrachtete die Szenerie gespannt, inzwischen hatte die Kraft des Drachenjägers gefährlich nachgelassen und die Zeit bis zum Ende der Prüfung war gerademal hab überstanden. Er drehte sich zu Lina, die ihrerseits entgeistert auf den Troll blickte und wie gefesselt dastand. "Lina. Ich brauche deine Hilfe nacher, wenn er es geschafft, du musst irgendeine Kreatur beschwören die uns das Vieh etwas vom Leib hält, damit wir schnell genug verschwinden können. " Er wusste nicht ob sie damit einverstanden war oder nicht , denn sie entgegnete keine Antwort sondern starrte nur weiter auf die Schlacht die vor ihnen tobte.
Troan derweil war in noch ärgere Bedrängnis geraten , als vorher, denn seine Kräfte schienen weiter zu schwinden. Seine Bewegungen wurden träger und er konzentriete sich jetzt wirklich nurnoch darauf den Gegner auf distanz zu halten, nichtmehr ihn zu verletzten. Ein seitwärtsschlag des trolls konnte der Lee nurnoch durch einen Sprung nach hinten ausweichen, der ihn straucheln lies, zuerst dache Sly er würde hinfallen, doch der Drachenjäger schaffte es irgendwie dennoch auf den Beinen zu bleiben.
Solangsam beschlichen den Vagabunden ernste zweifel. Er nagte an seiner unterlippe , während er Troans ringen mit dem Biest weiter betrachtete. Er würde , wenn der Gildenlose nicht einschreiten würde hoffnungslos unterliegen. Wenn es so weiter ging gab er ihm keine fünf Minuten mehr. er musste etwas unternehmen. Langsam zog er seinen Bogen vom Rücken und legte einen Pfeil auf die Sehne. Er betrachtete den Troll und seine Bewegungen, versuchte in Muster zu erkennen, doch dieser war außer Rand und Band und schlug nurnoch wild um sich. Der Krieger seufzte und spannte die Sehne. Er sog scharf die Luft ein und hielt sie an , während er den Pfeil loslies. Der Bogen sang sein trauriges Lied vom Tod und der Pfeil surrte durch die Luft. Bei dem Troll durchstieß er das rechte Auge und blieb in dem Schädel stecken. Jetzt war er auf einem Auge blind. Troan warf ihm einen dankbaren Blick zu , der ihn aber fast das Leben gekostet hätte, denn die Faust senkte sich nur knapp neben ihm auf dem Boden. Offensichtlich hatte der Troll jetzt weit mehr Probleme akkurat zu zielen, das würde Troan hoffentlich eine gute Hilfe sein.
Gleich stürzt die Höhle ein, dachte Troan für sich, während sein Trommelfell durch das Brüllen des Trolls arg strapaziert wurde. Der Pfeil im Auge schien ihn doch einiges an Schmerzen zu bereiten. Troan schöpfte neue Kraft und wich den nächsten beiden, etwas ungezielten Schlägen des Trolls aus.
Der Troll schien unterdessen seinen Respekt von Troans Speer gewonnen zu haben. Jedenfalls wich er mit seiner Hand aus, wenn Troan versuchte zu zustechen.
Doch der Troll wurde immer wütender, je länger es ihm nicht gelang den kleinen Störenfried zu erledigen. Er stapfte mit seinen mächtigen Füssen auf den Boden und schlug wie wild mit seinen Fäusten nach dem Lee.
Dieser wich immer mehr zurück und plötzlich spürte er etwas Hartes an seinem Rücken. Er fluchte leise. Er war an der Höhlenwand angekommen. Nun sass er in der Falle. Er duckte sich rasch um einem weiteren Faustschlag auszuweichen. Die Faust des Trolls krachte stattdessen in die Felswand und liess kleinere Steinsplitter auf den Drachenjäger hinabregnen. In dem Moment rannte der Lee los und bahnte sich seinen Weg zwischen den beiden Füssen des Trolls vorbei. Nun war er für einen kleinen Moment sicher.
Als der Troll kapiert hatte, dass Troan verschwunden war grunzte er und drehte sich dann um. Dann entdeckte er sein Opfer wieder das mit erhobenem Speer da stand.
Mit grimmigem Gesicht sah der Drachenjäger der Faust entgegen, die auf ihn zuraste. Wieder sprang er flink auf die Seite und fuchtelte dann mit seinem Speer in der Luft herum. Er stach in die Luft und der Troll wich tatsächlich einige Meter zurück.
Wird nur nicht übermütig. Du hast immer noch zehn Minuten zu überleben, meinte eine Stimme in seinem Kopf. Schliesslich hatte der Troll genug von der Sache und schlug wieder zu. Troan rollte sich unter der Faust weg und landete gleich neben dem einen Fuss des Trolls. Beinahe in Zeitlupe sah Troan wie das Ungetüm den Fuss hob und über dem Lee wieder senkte. Knapp schaffte es der Lee sich noch dem Tod durch Zerquetschen zu entkommen. Er rannte wieder zwischen den Beinen des Trolls hindurch und der Troll musste sich wieder umdrehen. Er schlug danach wieder zu. Dem ersten Schlag konnte der Lee noch ausweichen doch beim zweiten reichte es nicht mehr ganz. Nur ganz knapp schaffte er es nicht, doch es reichte um ihn durch die Lüfte zu schleudern. Den Troll von oben zu betrachte machte ihn auch nicht gerade freundlicher. Krachend landete der Lee wieder auf dem Boden. Stechender Schmerz bohrte sich durch seinen linken Arm hinauf in seinen Kopf. Er hoffte das der Knochen nicht nachgegeben hatte. Dem Rest seines Körpers ging es nicht gerade besser.
Ächzend und mit schmerzverzerrtem Gesicht erhob sich der Lee wieder. Sein Arm hing schlaf an der Seite hinab. Am liebsten wollte er sich einfach hinlegen. Sein Körper rebellierte gegen jede kleine Anstrengung. Er konnte nicht mehr. Er warf einen Blick zu Sly hinüber der ihn mit einem besorgtem Gesichtsausdruck musterte.
“Die Zeit ist um…und wenn nicht dann habe ich eben versagt“, flüsterte Troan und wankte zu seinen beiden Begleitern. Der Troll war beinahe am anderen Ende der Höhle und brüllte. Dann setzte er sich in Bewegung. So einfach wollte er sein Opfer nicht davon kommen lassen.
Lina Suavis
15.04.2006, 20:31
Das einäugige Ungetüm hatte sich wieder in Bewegung gesetzt und rannte dem angeschlagenen Krieger hinterher. Wie lange Troan noch im Leben weilen würde, war nicht zu erahnen. Er muss verrückt sein, dachte die Schwarzmagierin nur, ohne ihren Blick von der rasenden Bestie abzuwenden. Sly konnte kein klares Denkvermögen besitzen. Es war unglaublich, einen Menschen gegen so große Tiere antreten zu lassen. Der Priesterin war noch nicht einmal klar, ob Trolle überhaupt als Tiere galten. Überhaupt hatte sie noch nie ein echtes dieser Wesen gesehen. Bloß Bücher berichteten darüber und in jeder Ausführung lag Angst begraben, die einem spätestens über den Rücken lief, wenn man sich der Abbildungen besah. Dabei wirkten Trolle, trotz ihres bösartigen Aussehens, auf den Zeichnungen eher klein. Niemals hätte Lina erwartet, dass sie so groß waren. Warum sollten kleine Wesen auch so viel Schauer erwecken? Sie hätte besser darüber nachdenken müssen.
Troan bewegte sich derweil schneller vorwärts und führte den haarigen Troll hinter sich her. Auf einmal sandte die Seite der jungen Frau einen Impuls an ihr Gehirn. Irgendwas piekste sie doch da. Abwesend schlug sie mit der Hand irgendwo gegen und wusste nicht recht, was sie mehr stören sollte: Das Pieksen, das, wie sich herausstellte, nur von Sly stammen konnte, oder das Bewusstsein, dass sich Troan und mit ihm der Troll auf seinen Lehrer und die Magierin zu bewegte.
Das Pieksen an ihrer Seite wurde stärker und weitete sich zu einem kräftigen Stoß aus. „Was denn?“, fuhr Lina den Mann an ihrer Seite an und bemerkte erst in diesem Augenblick die magische Aura in ihrer linken Hand. Wenn sie sich nicht täuschte, war es die Rune, die ein Schattenläuferskelett in die Sphäre der Lebenden rief. Ein kurzer Blick nach unten bewies, dass der kleine schwarze Stein tatsächlich diesen Nutzen innehatte.
Lina runzelte die Stirn. Warum hatte sie denn den Runenstein aus ihrem Beutel geholt? Und vor allem: Wie konnte sie das bloß vergessen?
Sly fuhr sie erneut an und es musste erst eine Fülle von Gedanken in ihren Kopf dringen, bevor ihr klar wurde, um was der Krieger die junge Frau zuvor gebeten hatte. Konzentriert schloss sie die Augen.
Der Troll wollte gerade mit seiner Pranke nach Troan ausholen, da machte der untote Schattenläufer einen gewaltigen Satz und biss ihm in die Kehle. „Lauf!“, rief sie dem Verletzten zu und ermahnte zugleich sich selbst innerlich, ihrer Beschwörung nicht weiter zuzuschauen, sondern so schnell wie möglich aus dieser Höhle zu verschwinden.
Laufend setzte sich die Priesterin in ihrer nassen Robe in Bewegung, was nicht gerade zur Vereinfachung der Bewegung beitrug. Aber Sly musste ja unbedingt durch den Fluss waten. Typisch, nie nahmen sie Rücksicht auf die Frauen, nicht einmal, wenn sie eine Priesterin Beliars war.
Unbeschadet erreichte sie hinter Sly das dämmernde Tageslicht und eilte ihm nach ohne die brüllenden Geräusche, die ihnen aus der Höhle hinterher schallten, zu beachten.
Der Gildenlose lies sich zurückfallen und die Priesterin an ihm vorbeiziehen und die Flucht ergreifen. Troan seinerseits schien ordentlich angeschlagen und humpelte mehr als dass er lief. Wenn der troll ihnen folgte würde dieser Troan schneller eingeholt haben , als dass er auch fünfzig Fuß gelaufen wäre. Sly klopfte dem Drachenjäger auf die Schulter und sprach "Gut gemacht , mein Schüler. Ich bin Stolz auf dich. Jetzt lauf, ich werde den Troll aufhalten. "
Lina indessen schien auch langsamer gemacht zu haben und wartete auf die beiden Krieger. "Lauft schon." rief er und zückte zwei seiner Wurfdolche. Aus der Höhle währenddessen ertönte ein lautes Brüllen, als forderte der Troll die Eindringlige, dass sie zurückkommen sollten. Dann erschien er auch schon und hatte dabei die überreste des Schattenläufers in der Faust, die allerdings schon solangsam auseinanderfielen und zu staub wurden. Der Gildenlose selbst blieb dessen ungerüht stehen und betrachtete den Troll , wie dieser auf ihn zuraste. Er blutete inzwischen aus etlichen wunden , die der Schattenläufer und Troan ihm zugefügt hatten, aber er schien dennoch noch lange nicht tot zu sein. Sly musste sich deswegen keine Illusionen machen auch er würde den Troll nicht töten können, dafür hätte man einige Zeit mehr gebraucht und wohl ein paar Männer mehr ebenfalls. Allerdings war der Troll so in Rage, dass er sowohl gefährlicher , als auch leichter wurde.
Jetzt stürmte der Vagabund ebenfalls auf ihn zu , wich der ersten Faust zur Seite aus und als die andere von oben auf ihn niedersauste bremste er einen Moment lies sie vor sich auf den Boden einschlagen und sprang mit einem Salto darüber hinweg, dann war er auch schon unter dem Troll und duckte sich unter seinen Beinen hindurch. Seine Messer blitzen im Sonnenlicht, als er sich im laufen nach rechts drehte und beide in die Kniekehle stach und die Haut aufschlitze. Er Durchtrennte Haut , Fleisch und das wichtigste: Sehnen.
Der Troll war plötzlich seiner Lauffähigkeit auf einem Bein beraubt und als er es bewegen wollte knickte er ein. Laut protestierend ging er zu Boden. Als das Vieh auf den Boden krachte wirbelte eine Staubwolke auf und für einen Moment war er nicht mehr zu sehen, nurnoch durch das Gebrüll des Trolls war zu hören, dass er noch an Ort und Stelle war, er versuchte in seiner blinden Wut nach Sly zu schnappen, doch dieser hatte sich schon lange aus seiner Reichweite entzogen und lief zu den anderen jetzt zurück. Das einzige was dem Troll noch übrig blieb war ihnen hilflos hinterherzuschreien und der versuch sich vorwärts zu ziehen.
Keuchend blieb er vor den anderen beiden stehen, denen ebenfalls die Puste ausgegangen war. Nachdem der Gildenlose wieder zu Atem kam meinte er grinsend zu Troan "Glückwunsch du hast soeben bewiesen , dass du mit einem Speer umgehen kannst. Ich bin gespannt , wie du dich schlagen wirst , wenn wir deine Meisterprüfung machen werden. So jetzt pass geh Taeris holen, er wird sicherlich bald diese Leute befreit sehen wollen. Wir werden uns wiedersehen. Ich werde derweil mit Lina auf Harpienjagd gehen. " Er klopfte Troan erneut auf die Schulter und zog dann die Magiern hinter sich her, die wohl immernoch etwas verwirrt zu sein schien, wie diese Situation gut gegangen sein könnte. "Das war mal ein Erlebnis nicht wahr?" meinte er zu ihr, als er Lina betrachtete die etwas Blass im Gesicht zu sein schien. "Wir machen uns am besten auf den Weg zu einer der Bergfesten. Dort treiben sich die Harpien mit vorliebe rum. "
Lina Suavis
15.04.2006, 21:37
„Ich war schon einmal in einer Bergfeste.“, entgegnete die Priesterin und sog die faulig riechende Luft ein, die dieses dreckige Wasser überall in der Umgebung Schuld war. Lina erinnerte sich nur noch wage daran, wie es früher im Tal ausgesehen hatte. Damals war sie nicht oft außerhalb der Burg gewesen. Es hatte stets viel Arbeit dort für sie gegeben. Gomez war nie lange zufrieden gestellt. Was ihr aber noch im Gedächtnis schwebte war, dass die ganze graue, kahle Erde von saftigem Gras bewachsen war und die Bäume noch Blätter zierten. Und bei ihrer Flucht war der Fluss sehr klar gewesen, das wusste sie noch, auch wenn ihr damals der Weg über die Holzbrücke eher zugesagt hatte. Wenn man schon baden ging, konnte man sich schließlich auch entkleiden, sonst machte es keinen Spaß. Allerdings hätte es in diesem Tümpel ohnehin keinen Spaß gemacht. In ihren Gedanken entstand das Bild eines glitzernden Sees, umgeben von einem Wald, in dem die junge Frau gerne schwimmen gehen würde. Vielleicht würde sie ja jemand in den See vorm Kastell begleiten. Alleine dort hinzugehen war sicher auch langweilig.
„Die war aber in einem fernen Land. Ein seltsamer, alter Druide namens Barrin hatte uns dorthin gebracht, um die Splitter eines Kristalls zu suchen. Aber da hab ich keine Harpyien gesehen.“
Sie wandte den Blick einige Augenblicke ihrem Begleiter zu, der nun neben und nicht länger vor Lina wanderte. Der Blick der Priesterin mochte einen etwas ungläubigen Eindruck vermitteln, doch war er eigentlich bloß fragend. Sicherlich waren nicht alle Festungen gleich und vielleicht hat es in dem Land, in das sie ihre Reise geführt hatte, ja auch gar keine Harpyien gegeben. Wer wusste schon, was in anderen Ländern für Wesen lebten? Möglicherweise hatte Barrin sie gar von dieser Welt hinfort geführt. Vielleicht war Lina Beliar ja bereits näher gewesen, als sie bisher dachte. Darüber musste sie unbedingt in der Bibliothek nachlesen, wenn es bis dahin noch im Gedächtnis der jungen Frau weilen sollte. Irgendwie war ihres noch nie das Beste gewesen. Mit einem leisen Lächeln auf den Lippen, dessen Ursprung Lina nicht zu ergründen wusste, schritt sie, ihrem Begleiter vertrauend, voran. Sly kannte sich schließlich hier aus, also gab es an den Bergfesten auch bestimmt Harpyien und damit auch ihre Augen.
„Sind die Festen denn weit von hier weg? Es stört ein wenig, die ganze Zeit die feuchte Robe an den Beinen zu haben.“
So schnell war es fürs Erste vorbei. Sly verschwand mit Lina und liess Troan etwas hilflos mitten im Minental stehen. Sein ganzer Körper schien nur noch aus schmerzenden Knochen und Muskeln zu bestehen. Zurück blieb ein gewisser Stolz und Freude über die bestandene Prüfung. Das Troan weiter machen wollte stand ausser Frage. Unterdessen hatte er grossen Gefallen daran gefunden seinen Feinden das Leben mit dem Speer schwer zu machen.
Der Drachenjäger rieb sich seinen schmerzenden Arm. Gebrochen war nichts. Er schien nur gestaucht zu sein. Er bestastete den Rest seines geschundenen Körpers. Weder irgendwelche Brüche oder gefährliche Blutungen. Trotzdem bereitete ihm jede Bewegung sichtliche Mühe. Nach einem solchen Kampf mit einem Troll war dies aber auch nicht erstaunlich.
“Taeris. Hof. Genau da war doch was“, murmelte der Lee und orientierte sich kurz. Er war nicht weit vom Pass entfernt. Er musste nur einen Weg über den Fluss finden und schon war er so gut wie über den Pass.
In seinem jetzigen Zustand hätte Troan wohl sogar gegen einen Molerat das Einsehen gehabt und darum musste er doppelt so aufmerksam sein um nicht plötzlich in den Pranken von einigen Orks zu landen. Schliesslich fand der Lee die Stelle wieder, an der sie vorher den Fluss überquert hatten und watete wieder durch das Wasser zurück in Richtung Pass.
Dorthin musste er aber gar nicht um zu Taeris zu gelangen. Kurz nachdem er den Fluss überquert hatte sah er drei Gestalten. Erst hielt der Drachenjäger sie für Orks doch schliesslich entpuppten sich die drei als Taeris, Drakk und sonst noch ein Söldner, dessen Namen Troan nicht kannte.
“Hast du es auf dem Hof nicht mehr ausgehalten?“, meinte Troan zur Begrüssung.
“Die beiden Söldner leben noch“, fuhr er ohne Umschweife fort, “jedenfalls taten sie es als wir sie vor einigen Stunden fanden. Siehst dort unten die Flussbiegung und danach den grossen kahlen Baum? Dort gleich etwas abseits liegt ein kleines Lager der Orks. Es sind vier Orks. Späher und Krieger. Vielleicht ein Elitekrieger. Die beiden Söldner sind sahen ziemlich mitgenommen aus. Bewusstlos sogar aber sie scheinen zu leben. Ich schlage vor, wir befreien sie im Morgengrauen. Wenn ihr jetzt los müsst ohne mich. Ich brauche einige Stunden Schlaf und Erholung“, meinte der Drachenjäger und wartete die Antwort des Veteranen ab.
Der Gildenlose kratzte sich an seinem struppigen Bart, als er und Lina durch die Wildnis liefen und auf der Suche nach einer Ruine waren. Er wollte nicht die aufsuchen, die beinahe auf der anderen Seite des Minentals lag, soweit er auch wusste, hatte sich dort ein scheußlicher Drache breitgemacht. Er drehte sich um zu Lina , die ihn anlächelte. "Was grinst du denn so wie ein Honigkuchenpferd? hab ich was lustiges gemacht?" Er blickte ihr in die hübschen Augen und erwartete eine Antwort, offensichtlich hatte sie nur an etwas lustiges gedacht, denn eine Antwort blieb sie ihm schuldig. "Nunja, wie dem auch sei. Ich erinnere mich , dass es hier irgendwo eine Ruine gegeben hat. Sie war nicht sehr groß, allerdings sollte es hier dennoch Wachen geben , wenn ich mich Recht erinnere. Ich habe sie mal auf einer meiner Touren durch das Minental entdeckt. "
Schweigend gingen die beiden weiter bis sie schließlich an einer Art Grotte angekommen waren. Man konnte erkennen , dass es eine Art zweiter Stock gab und aus diesem hörte er das laute Gekreische der Harpien. Er konnte es nicht genau heraushören, aber es musste mehr als nur eine sein. Das grinsen eines Raubtieres stand auf dem Gesicht des Gildenlosen. Ein Speer war diesen biestern gewaltig überlegen. er schlich sich vor in diese Ruine und riß seinen Speer aus der Halterung. Die Grotte führte nur ein wenig in den Felsen hinein und direkt war eine Treppe für den zweiten Stock zu erkennen, von dem auch das seltsame Gekreische der Harpien herrühte. Sie erklommen die Treppe schnell und entdecken oben auch zwei Harpien die um einen Podest herumschwirrten , auf dem eine seltsam leuchtende Kugel lag.
Zwei Harpien? Nur? Der Gildenlose lächelte , das sollte einfacher werden, als gedacht. Er ging ohne zu zögern auf die erstbeste Harpie zu , die ihn schon fast zu spät entdeckte. Ihrer Kehle entstieg ein ekelhaftes Kreischen während sie auf ihn zuflog und ihre Klauen in sein Gesicht rammen wollte, der Gildenlose wich zur Seite aus und stach mit seinem Speer zu , während ein Schattenläuferskelett an ihm vorbeisprang und sich auf die nächste Harpie stürzte. Das Vieh packte es mit seinen zähnen aus der Luft und riss es zu boden. Sly hingegen hatte die harpie mit seiner Lilie in den Bauch gestochen aber lediglich nur die Hautschichten zerstochen, die Bauchdecke selbst war noch intakt und so blieb ihm der Anblick der Gedärme erspart. Erneut schwang die Harpie mit einem schrecklichen Schrei auf ihn zu und versuchte ihn mit den Klauen zu erwischen, doch er packte einen der Füße und schleuderte die Harpie gegen eine der Wände, dort rutschte sie kreischend runter, und bevor sie sich erneut erheben konnte versenkte Sly seinen Speer in ihrem Herzen. Mit einem letzten Schrei, der das Trommelfell des ehemaligen Söldners stark strapazierte gegen Ende jedoch in ein gurgelendes Röcheln überging , starb die Harpie.
Das Schattenläuferskelett hatte den Kadaver vollkommen zerfetzt und von dem Gesicht der anderen Harpie war nurnoch eine undefinierbare Masse übrig geblieben, als das Monster kurzezeit später wieder verschwand , also würde Lina mit seinem Kadaver vorlieb nehmen müssen. Er packte ein Messer und schnitt den ekelhaften Kopf des biestes ab. er zog es an den Haaren hoch und reichte ihn der Magierin , während er sich dem Podest zuwandte.
Diese Kugel hatte sein Interesse geweckt und er wollte das Ding genauer inspizieren, auch Lina hatte es offenbar gesehen und stellte sich hinter ihn um über seine Schulter darauf zu blicken. "Seltsames Teil. Wozu das wohl gut ist?" Er packte die Kugel und hob sie in die Höhe um sie genauer zu inspizieren, doch in dem Moment hörte er einen Mechanismus in gang gehen und er spürte wie er den Boden unter den füßen verlor. Er und Lina fielen kreischend ein kleines stück runter, bis sie sich auf einer Rutsche befanden die sie tiefer in den Berg führte. Unten angekommen rollten beide in einem Knäul von gliedmaßen über den Boden und kamen schlussendlich mit dem Gildenlosen unter der Magierin liegend zum Stehen. die Priesterin erhob sich und er trat nebensie. " Verdammt dunkel hier. " meinte er und sah Lina an. "Kannst du nicht Licht machen als Magierin?" meinte er zu ihr.
Lina Suavis
15.04.2006, 23:34
Noch bevor Sly die Frage ausgesprochen hatte und die Worte verhallt waren, flimmerte schon eine grünlich schimmernde Lichtkugel über dem Kopf der Magierin auf. Irgendwie spürte Lina stets eine starke geistige Verbindung zu der Lichtrune, die es ihr möglich machte, sie unter den vielen anderen Steinen ausfindig zu machen. Selbst in totaler Finsternis viel dies der jungen Frau nicht schwer. Ähnlich ausgeprägt war das Gefühl in ihrer Hand, wenn die Teleportrune zum Kastell darin ruhte. Manchmal schien es ihr sogar, die Einganshalle vor ihren Augen sehen zu können, wenn sie den schwarzen Stein berührte, den Sinistro ihr überreicht hatte. Die Erinnerung an den ersten Teleportversuch der Magieschülerin - denn das war sie und sie würde es immer bleiben - war, trotz des vergangenen Zeitraums, nicht minder stark, als wäre nicht mehr als ein Tag vorüber. So ein Teleport war wirklich ein seltsames Erlebnis, das Lina nur sehr schwer beschreiben konnte. Aber das musste sie ja auch nicht.
„Hier ist’s ja noch dunkler als im Keller des Kastells.“, bestaunte Lina das Gewölbe, dessen Decke und Wände sie trotz des breiten Lichtkegels nicht zu erfassen vermochte. Dass der Krieger Schuld daran trug, dass sie nun hier waren, statt auf dem Rückweg zum Kastell, schwebte zwar irgendwo im Hinterkopf der Schwarzmagierin, aber Ärger rief es nicht hervor.
Eine Gänsehaut erfasste ihren Nacken neben dem Schauer, der über ihren Rücken eilte.
„Ich spüre das Böse hier unten.“ Ihre Stimme war ruhig. Dennoch klang ein leicht verängstigter Unterton mit den Worten der Priesterin. „Es ist hier unten stärker als im Kastell.“
Es mochte vielleicht stimmen, dass gewöhnlich keine wichtigen Worte aus ihrem Mund zu verzeichnen waren. Auch gehörten diese eigentlich nicht zu dem, was der Magierin gerne über die Lippen ging, aber sie meinte es ernst. Ihr war selten ein Ort untergekommen, dessen magische Aura stärker als die des Kastells war. Warum sich ein solcher mitten im Minental befinden sollte, war auch eher schwer für sie zu erraten. Wenigstens war durch die Rutschpartie ein kurzer Moment der Freude entstanden, der sich nun leider wieder schneller verflüchtigen wollte, als er sich überhaupt hergewagt hatte. Ein leises Seufzen entkam ihr, als sie den Harpyienkopf in ein Tuch einwickelte, um die Hände frei zu haben. Wenn irgendwas passierte, sollte Lina möglichst schnell zaubern können. Auch wenn es ihr lieber wäre, wenn nichts geschehen würde, dass ihre Magie erforderte. „Bei Beliar.“, fluchte sie leise in ihrem Ärger über die letzte Zeit. Das Wissen der Magie hätte schon viel größer sein können, wenn Lina nicht faul herumgelegen hätte anstatt zu lernen. Und jetzt war sie in der Dunkelheit gefangen.
„Ich glaube links von uns ist die Aura stärker, als in den anderen Richtungen.“, berichtete sie mit Blick auf die seltsame Kugel in den Händen des Kriegers. Von ihr ging nichts Vergleichbares aus. Eigentlich wirkte sie ziemlich tot. Und selbst, als die Magierin dagegen klopfte, passierte nichts. Sehr komisch.
„Hörst du was?“
"Wahrscheinlich war die Kugel hier nur ein Ablenkungsmanöver um uns hier irgendwie runterzubringen." meinte Sly und zuckte mit der Schulter während er die seltsam leuchtende Kugel in einer Tasche verschwinden lies. "Du sagst links ist was? Dann lass uns mal nachsehn. " der gildenlose schritt vorraus, wobei er seinen Speer schützend vor sich hielt, wohl bewusst , dass er einer schnellen Attacke , wohl wenig als Schutz dienen würde, aber es war immernoch besser als nichts.
Die Höhle schien wohl kreisrund zu sein, denn als sie an die Linke seite kamen, schloss sich alles in einem weiten winkel um ihnen. Doch dort wo sie waren schien ein gang zu sein, dem sie jetzt schweigend folgten. Lina hatte die besser ausgeprägten magischen Sinne und womöglich sogar die Einzige von ihnen beiden. Doch auch als sie diesen langen ganz entlang gingen spürte er die Magie. Er spürte wie sich bei ihm die Nackenhaare aufstellten, ob dieser Spannung der Magie. Die Luft wurde immer dicker, man hatte das Gefühl als könne man sie mit einem riesigen Brotmesser in Scheiben schneiden und das atmen fiel auch schwerer als sonst, aber das konnte wohl auch daran liegen, dass diese Luft schon lange hier stand und deshalb so schwer zu atmen war. Dann , als sie um eine weitere Biegung gingen entdeckte der Gildenlose ein weiteres Licht, das ganz ähnlich dem glitzerte , das auch von dieser seltsamen Kugel in seiner Tasche ausging. Es schimmerte leicht grün bis türkisfarben und schien wohl das Ende des Tunnels zu makieren.
Die Magierin und der Vagabund bewegten sich misstrauisch auf das Licht zu. Je näher sie kamen, desto heller schien es zu leuchten und als sie in die kleine Höhle eintraten, bemerkte der Gildenlose wie dieses Licht den ganzen Raum ausfüllte und groteskte Lichtspiele mit der Wand trieb. Auch hier ging das Licht von einer Kugel aus , allerdings war diese um einiges größer , als die die der ehemalige Söldner bei sich trug und je näher der Krieger auf sie zuging , desto heller schien das Licht zu leuchten.
Der Gildenlose nahm die Kugel nahm die Kugel aus seiner Tasche und auch sie hatte angefangen heller zu leuchten. Er betrachtete verwirrt das Spiel des Lichtes und ging einen weitern Schritt auf die Kugel zu und erneut wurde das Licht heller. Mit einer Hand gebot der Gildenlose Lina dort zu bleiben , wo sie stand. Er hingegen ging weiter auf die große Kugel zu. Als er kurz vor der Kugel war , war das Licht zu so einer Stärke angestiegen, dass er seine Augen davor schützen musste.
Er überlegte eine Sekunde und dann berühte er die große Kugel mit der seinen. Die riesige Kugel begann zu flackern. Erst langsam, dann immer schneller und ein schrecklicher Ton war zu vernehmen, als ob man mit Nägeln über eine Tafel fuhr. Der Gildenlose zog die Kugel weg, doch das flackern hörte nicht auf sondern wurde im Gegenteil immer schneller, während der Ton immer lauter wurde, dann als man glaubte es wäre keine Steigerung mehr möglich explodierte die Kugel und schleuderte den Gildenlosen gegen die Wand. Er spürte, wie die Luft aus seinen Lungen entwich und er seufzend zu Boden ging. Das atmen viel ihm schwer, doch er zwang sich dazu aufzustehen. Lina war zu ihm geeilt und wollte sehen ob alles an ihm noch dran war , doch er schob sie mit einem Arm weg.
Die Kugel lag jetzt dunkel auf dem Podest , doch wo er mit der kleineren Version die größere Berüht hatte zogen sich jetzt Risse über die Kugel und als Sly sie erneut berühte zerfiel das Ding in seine Einzelteile. Auch das Leuchten der kleineren Kugel war wieder abgeklungen und kaum mehr als ein Kümmerlicher Rest davon , was es einstmal an Licht aussandte.
Erst jetzt bemerkte der Gildenlose was in dem Raum selbst passiert war. In der gleichen türkisenen Farbe , wie die Kugel zogen sich jetzt Schriftzeichen an der Wand, die der Gildenlose nicht zu entziffern wusste. "Kannst du das lesen?meinte er zu Lina, doch auch sie schüttelte nur den Kopf. Die Linien zogen weiter in einen Tunnel , an dessen Ende ein rotes Licht leuchtete. Das ungleiche Paar bewegte sich dorthin, nur um zu bemerken, dass dies jetzt eine seltsam rot leuchtende Wand war. Sie wurde von nirgendwo beschienen. Es Schien von der Wand selbst auszugehen. Allerdings sah das hier nicht aus wie eine normale Wand, sondern Wohl eher wie eine Art Tor oder Tür.
Sly fuhr mit seinen Händen über die glatte Oberfläche und keine Unebenheit konnte er spüren , außer einer kleinen Mulde, die in der Mitte der Wand eingelassen war. Konnte die Kugel erneut etwas damit zu tun haben? Der Gildenlose hob sie hoch und schob die Kugel in die Mulde, halb erwartend , dass er wieder weggeschleudert wurde, auch Lina zog sich ein Stück zurück, doch die erwartete Explosion blieb fern. Diesesmal schien die Kugel die Farbe regelrecht aufzusaugen. Jetzt war in der Kugel ebenfalls das Rot zu entdecken, dass sich mit dem Türkis einen seltsam anmutenden Tanz lieferte. Die beiden Farben wirbelten um sich herum und hatten eine scheinbar magische Ausstrahlung. Die Wand hingegen, hatte etwas von ihrer Farbe verloren, doch jetzt kam ein Ruck hinein. Sie zog sich langsam nach unten und als der Gildenlose und Lina sie überschritten bot sich ihm ein Anblick der ihm den Atem verschlug und ein leises "Bei den Göttern." über die Lippen bringen lies.
Lina Suavis
16.04.2006, 01:42
„Bei Beliar…“ Lina schluckte. So etwas war ihren Augen noch nie untergekommen. Mit geöffnetem Mund stand die Magierin dort neben Sly und wusste weder etwas zu sagen, noch einen Grund für ihre Lippen, sich wieder zu berühren. Die Aura des Bösen in diesem neuen Gewölbe besaß eine solch unglaubliche Gewalt, dass sie sich beinahe erdrückend auf die Seele der Magierin legte. Ein Gefühl des Todes schlich sich unbarmherzig in ihren Körper, um jeden Lebenswillen zu überdecken. Er wurde nicht aus ihr heraus gesogen, nein. Der Fluch, der diesen Ort belegte, strahlte eine böse Macht aus, die jedwede Freude einfach überdeckte; mochte sie auch jede andere überflügeln.
Woher Lina wusste, dass es ein Fluch war, der hier lastete? - Sie wusste es nicht. Sie konnte es gar nicht wissen, denn hatten wohl nur die wenigsten Menschen der heutigen Zeit jemals eine solche Last auf ihrem Geist erfahren müssen. Eigentlich hatte die Magierin nicht geglaubt, dass noch Flüche existierten, als ihr vor einigen Monden eine alte Aufzeichnung in der Bibliothek in den Schoß gefallen war. Der Schreiber des Werkes hatte von uralter Magie gesprochen, deren Anwendung unter den ersten Magieanwendern von ewiger Folter bestraft worden war. Und es sollte nicht bloß eine körperliche Pein im Leben sein. Jemand, der es tatsächlich wagte, die Formeln für Gottesmagie zu sprechen, sollte an einem Ort mit seelischen Qualen gepeinigt werden, der die persönliche Folterkammer Beliars an Crudelitas übertraf.
Eine Träne entrann dem Auge der Priesterin, als sie kurz blinzeln musste, und rann an ihrer Wange hinab bis zu ihrem Kinn. Dort abgeperlt viel es auf den verfluchten Boden und ging in ein dünnes Bändchen pechschwarzen Rauches auf. Allerdings durchflutete keine Hitze den Raum. Nicht einmal der Anschein von Wärme lag darauf. Es war kalt. Doch war die Kälte nicht bloß körperlich, sondern schien, als wolle sie den Körper der jungen Frau zu einer Säule ewigen Eises erstarren lassen.
Die Aufzeichnungen des Mannes besagten, dass seit Jahrtausenden alle Formeln vernichtet waren, die Gottesmagie ermöglichten, und kein lebendes Wesen sie kannte. Ein Fluch war lediglich ein einfacher der alten Zauber und diente allerhöchstens dazu, einen Menschen zu töten. Andere waren für gänzlich andere Dinge bestimmt. „Ich glaube“, sprach Lina mit leiser, beinahe hauchender Stimme, „man will jeden von hier fern halten.“
Wie angewurzelt harrte die Priesterin der dunklen Künste aus und griff instinktiv nach der Hand des Kriegers. Ob er wohl auch spürt, was hier vorgeht, fragte sich die Magierin selbst und war sich nicht sicher, ob Menschen ohne magische Fähigkeiten überhaupt in der Lage waren, solche Magie zu fühlen. Sie wusste nicht mehr genau, was in dem Buch darüber stand, aber sie meinte, es wären andere Gefühle, die sie empfanden.
„Was fühlst du?“, traute sie sich leise zu fragen und schloss einen Moment die Augen, bevor ihr Blick erneut auf das schlafende, tiefschwarze Etwas fiel, das in der riesigen Mitte der großen Grabkammer lag. Überall in den hohen Wänden waren Nischen, von der jede einzelne diese Todesstimmung auszustrahlen schien. Vor ihnen lag eine Treppe, die hinab führte und bedrohlich nahe an der Festmachung der schweren Kette endete, die das Monstrum wohl festhalten sollte.
Ein schwacher Wille wollte die Magierin beinahe dazu zwingen, einfach ihre Rune zu nehmen, und sich zurück zum Kastell zu teleportieren. Etwas sagte ihr jedoch, dass diese Magie hier nicht wirken würde. Der Fluch war einfach zu stark. „Ich hab’ Angst.“ Linas Stimme war zittrig geworden und hatte noch niemals so geklungen. Sie wünschte sich jemand herbei, der mehr Kenntnisse besaß, als sie. Was konnte sie schon ausrichten? Eine kleine Priesterin Beliars…
Von Zweifeln geplagt, bemerkte sie erst später das in dem hohen Raum laut hallende Geräusch, das immer näher zu ihnen zu kommen schien. Waren es Schritte?
Taeris gab nur so etwas wie „Dann sind wir ja noch Rechtzeitig da…“ von sich als Troan fertig gesprochen hatte. Drakk und Ganzo behielten die Umgebung im Auge während Taeris sich einen Plan zu überlegen schien. „Geh du Schlafen, wir ziehen weiter….“ gab der Zweihandlehrmeister schließlich von sich und die drei Söldner zogen ohne weitere Worte zu verlieren weiter.
Ohne auch nur ein Geräusch von sich zu geben Marschierten die drei am Fluss entlang in Richtung des Orklagers. „ Späher? Kein Problem…Krieger? Locker erledigbar…Elitekrieger? Könnte böse enden…“ dachte der Hüne als sie weiter durch den Schlamm am Flussufer entlang gingen.
Kaum hatten sie die Flussbiegung erreicht begann es auch sofort an zu Regnen. Taeris hielt sein Faust in die Höhe und die Gruppe ging in die Knie. Der Veteran spähte über einen kleinen Felsen hinweg zum Lager der Orks. Er hob wieder sein Hand und die Gruppe näherte sich weiter dem Lager der Orks….
An den kühlen Waldboden hinter einer kleinen Anhöhe gekauert beobachteten sie die Lage.
Und sie war denkbar schlecht. Schlechter als Taeris sie erwartet hätte. Er hatte mit einem gewöhnlichen Spähtrupp oder einer Patrouille gerechnet, aber nicht mit einer ganzen Kampfgruppe von Orks. Circa ein acht oder neun Orks zählte er. Wobei einer davon – welcher offensichtlich der Anführer war – eine für orkische Verhältnisse relativ eindrucksvolle Rüstung trug. Das war nicht gut. Sicher, mit etwas Mühe könnten sie die Orks nieder kämpfen. Aber wohl kaum schnell genug, bevor sie den Gefangenen etwas antun konnten.
Verdammt. Ein Plan musste her… Vielleicht konnte man sie irgendwie ablenken. Oder zumindest so durcheinander bringen, dass sie nicht koordiniert auf sie zustürmen konnten.
Die Gefangen lagen gefesselt in einiger Entfernung von dem Zelt auf dem Boden. Direkt neben dem Zelt versuchte einer der Orks ein Lagerfeuer zu entzünden. Es musste wohl ausgegangen sein. Es war ohnehin ziemlich….
In dem Augenblick kam Taeris eine Idee. Das Zelt stand direkt neben der Feuerstelle. Sicher würde von selbst keine Flamme auf das Zelt überspringen… aber man konnte ja nachhelfen.
Außerdem konnte…mit etwas Nachhilfe, sicher auch der Ork unvorsichtigerweise zu nah an die Flammen geraten… was wohl genug Verwirrung stiften würde. Zumindest genug, bis sich die Befreier um die Orks kümmern könnten, nachdem sie die Gefangenen in Sicherheit gebracht haben würden.
“Okay…Ich hab ´ne Idee…“
flüsterte Taeris leise.
“Ich werde gleich dafür sorgen, dass der Ork sein Feuer da ankriegt… Und mit dem Zelt zusammen ein wenig in Flammen aufgeht…. Die Verwirrung die dann entsteht werdet ihr zwei nutzen um die Gefangenen da weg zu holen und irgendwo außer Gefahr zu bringen. Danach nehmen wir uns die restlichen Orks vor..
Ich weis, kein unglaublich toller Plan, aber immerhin.
Also, macht euch auf die Socken, euer Zeichen ist das brennende Zelt.“
Ohne auf etwaige Fragen zu warten schlich Taeris sich davon. Während Ganzo und Drakk sich aufmachten um nahe der Gefangenen Stellung zu beziehen, versuchte Taeris sich dem zelt zu nähern. Sein Ziel waren die Vorräte. Für gewöhnlich hatten die Orks immer einige Flaschen mit ihrem widerwärtigen Fusel dabei. Taeris hatte ihn zwar noch nie auf Brennbarkeit getestet, aber soviel Alkohol wie er beinhaltete, musste es einfach funktionieren. Leise und unauffällig schlich er sich zwischen den Sträuchern hindurch bis zum Zelt. Endlich zahlte sich das Training bei Frost aus. Zwei der Orks hielten Wache, zwei kümmerten sich um das Essen in Form eines erlegten Molerats und die restlichen Drei saßen nutzlos in der Gegend herum. Während der achte im Bunde weiterhin sein Glück mit dem Feuer versuchte. So leise wie möglich kramte Taeris in dem Haufen von Proviant und Gepäck, der neben dem Zelt aufgeschichtet war. Da sollte doch mal jemand behaupten, Orks währen nicht gut ausgerüstet.
Schließlich hatte Taeris einen gefüllten Trinkschlauch in der Hand, der verdächtig gluckste. Nach einer kleinen Riechprobe stand schnell fest, dass er voll mit Orkschnaps war. Allein der Geruch konnte schon betrunken machen. Mit dem glucksenden Etwas unter den Arm geklemmt, schlich Taeris hinter dem Zelt hervor und beobachtete von dort aus den Ork, der noch immer versuchte das Feuer zu entzünden. Genervt und langsam nervös werdend feuerte Taeris den ork im wahrsten Sinne des Wortes an.
Nächster Versuch. Wieder nur ein kleines Rauchfähnchen, welches langsam empor stieg.
“Anfänger…“
dachte Taeris bei sich und seufzte unhörbar. Doch plötzlich knisterte etwas. Ein Funke sprang aus dem aufgeschichteten Holzstapel auf. Von einem auf den nächsten Moment stand er in Flammen.
Taeris atmete auf. Der merklich gestresste Ork offenbar auch und wandte sich zufrieden sein Werk betrachtend langsam von dem Feuer ab.
Jetzt war Taeris´ Zeitpunkt gekommen. Ehe der Ork mehr als einen Schritt vom Feuer entfernt war, warf Taeris den Schnaps gefüllten Schlauch ins lodernde Feuer, nur um sich anschließend so schnell wie möglich zu entfernen.
Es geschah nichts. Es dauerte einige Sekundenbruchteile, bis der Schlauch durch die Flammen zerfressen wurde und seinen Inhalt darüber auskippte.
Ein nicht gerade kleiner Feuerball entlud sich, einer brennende Wolke gleich, über dem Holzstapel. Das Zelt fing auf der Stelle Feuer. Ebenso wie der Pelz des Orks, der wie am Spieß brüllend umher lief. Zufrieden und hämisch grinsend verharrte Taeris in seiner Deckung und spannte den ersten Pfeil auf die Sehne des Bogens. Und dieser sollte nicht dem brennenden Ork gelten… Nein, brennen sollte er.
Nun hieß es warten bis die Gefangenen befreit waren.
Die Restlichen Orks sprangen blitzschnell auf als das Gebrüll des Brennenden Orks ihr Ohr erreichte. Ohne auf die Gefangen zu Achten, rannten die Orks zu ihrem Freund und warfen diesen zu Boden. Drakk und Ganzo sprangen in diesem Momentan aus ihrer Deckung und rannten zu den Gefangen. Sie lebten noch, wahren aber nicht mehr bei Bewusstsein und so packten die beiden jeweils einen Söldner auf ihre Schultern und brachten sie in ihr versteck am Ufer des Flusses.
Dort angekommen spähte der Nordmann durch ein Gebüsch. Orks waren wirklich sehr freundlich – bei diesem Ork sogar zu freundlich. Sie waren so freundlich das sie das Brennende Fell ihres Kollegen austraten. Es sah schon sehr merkwürdig aus wie die Orks zusammen auf den noch vor Schmerz windenden Körper eintraten bis das Feuer aus war. Und der Ork sich nicht mehr bewegte…
„Idioten…“ dachte der Hüne und nahm seinen Zweihänder zur Hand. Ganzo tat dasselbe und die beiden Machten sich bereit. Ein weiterer Ork brüllte auf. Ein Pfeil steckte in seinem Hals und die Orks begannen langsam zu Realisieren das sie Angegriffen wurden.
Die beiden Hohen Söldner stürmten aus ihrem Versteck und griffen an. Zwei Orkspäher fielen den beiden bereits zum Opfer ehe diese ihre Waffen erreicht hatten. „Wie bei der Schlacht um die Burg?“ brummte der Schmied. „Gute Idee“ gab Ganzo zurück. Während der Schlacht um die Burg hatten die beiden Söldnerkumpanen Rücken an Rücken die Grünfelle gekämpft und hatten sich so jeweils den Rücken freigehalten.
Ein weiterer Ork brüllte auf als ein Orkkrieger versuchte den Nordmann mit seiner Axt niederzustrecken. Ein lautes Klirren ertönte als die Axtschneide auf den Zweihänder traf. Der Schlag war so fest das selbst Drakk mühe und Not hatte dagegen zu halten. Der Ork riss die Axt wieder in die Höhe und ließ sie abermals auf den Hünen niedersausen.
Drakk konnte sich gerade noch durch einen Sprung zur Seite retten und startete einen gegen Angriff. Der Ork versuchte sich so gut wie möglich zu Verteidigen, war aber zu Langsam um den letzten Schlag des Hünen zu Parieren. Die Klinge seines Zweihänders traf den Oberkörper des Orks und hinterließ einen gut Arm langen und Handbreiten Schnitt zurück.
Kaum war der Ork zusammen gebrochen ging es auch schon weiter. Die Stiefel des Hünen gruben sich tief in den Schlammigen Boden als der Nächste Ork angriff. Ganzo parierte den Schlag und Drakk stach mit den Zweihänder zu. Die Klinge bohrte sich durch den Körper des Grünlings und kam an seinem Rücken zum Vorschein. Rasch zog der Hüne die Klinge wieder aus dem Orkkörper.
Die Klinge war mit Blut und Fleischfetzen besudelt. Jetzt waren noch drei Orks übrig – zwei Krieger und dieser Ork in der Prunkvollen Rüstung. Die Rüstung sah schon so aus als würden nicht mal die Bolzen von Drakks Armbrust sie durchdringen können.
Die beiden Orkkrieger stürmten auf die beiden Hohen Söldner zu während der Elitekrieger sich auf die Suche nach dem Bogenschützen machte. „Na dann mal los…“ brummte der Nordmann. Die beiden Söldner stürmten den Orkkrieger entgegen und vertrauten darauf schneller und beweglicher zu sein als die Grünlinge.
Der Ork, gegen den Drakk kämpfen musste, war um einiges Schneller als der gegen den er davor gekämpft hatte. Rasch prallten die Waffen gegeneinander und einige Funken flogen auf. Der Ork war wirklich ein ausgezeichneter Krieger, auch wenn ihn das nicht vor seinem Tod würde retten können.
Die klingen prallten abermals aufeinander als im Hintergrund ein Ork aufbrüllte und schließlich verstummte. Ganzo hatte seinen Gegner besiegt und stand nun schwer atmend und von oben bis unten mit Blut verschmiert vor dem Kadaver des Orkkriegers.
Der Schmied parierte einen weiteren Schlag und vollführte einen Streich gegen die Beine des Orkkriegers vor ihm. Etwas Blut spritzte auf und der Ork brüllte auf. Der Ork schien durch diesen Schlag etwas aggressive zu werden und schlug wie ein Berserker auf den Hünen ein. Drakk hatte einige Probleme damit den Schnellen und Kräftigen Schläge abzuwehren.
Der Hüne machte einen Ausfallschritt und ließ den Ork ins leere Schlagen. Der Grünling konnte sich wieder fangen und wollte wieder auf den Hünen einschlagen als die Klinge des Nordmannes bereits die Schulter des Orks traf. Blut quoll aus der Wunde hervor und der Ork fiel Schwer atmend in den Schlamm. „Viel Spaß in Beliars Reich…“ brummte der Hüne und beendete das Leben des Orkkriegers mit einem Stich in den Brustkorb.
Der Schmied atmete kurz auf und deutete Ganzo an hinter den Elitekrieger zu suchen….
Als Troan erwachte ging es ihm nicht viel Besser als bevor er eingeschlafen war. Er war zwar nicht mehr so müde und erschöpft, doch zierten einige blaue Flecken seinen Körper und diese schmerzten ziemlich. Troan versuchte den Schmerz zu ignorieren und erhob sich von der Wolldecke, die er als Nachtlager benutzt hatte. Er packte sie rasch ein und eilte dann Taeris und den beiden anderen hinter her. Sie hatten sicher längst mit der Befreiungsaktion begonnen, vielleicht hatten sie es sogar bereits geschafft. Der Lee wusste nicht wie lange er geschlafen hatte. Allzu lange war es sicher nicht gewesen.
Schliesslich sah der Drachenjäger Rauch aufsteigen von dem Ort, wo er das Lager gefunden hatte. Hoffentlich waren das nicht die Gefangenen die gerade geröstet wurden, dachte Troan bitter und beeilte sich noch mehr. Doch schliesslich sah er, dass es ein Orkzelt war das brannte und es hatte einiges an Verwirrung gestiftet in dem Lager. Unterdessen waren dort mindestens ein halbes Dutzend Grünhäute vorhanden. Anscheinend hatten Troan und Sly bei ihrer Erkundungstour nicht alle Orks gesehen oder es waren neue dazu gekommen.
Troan rannte die Böschung herunter, die ihn von dem Lager trennte. Dann sah er Drakk und den anderen Söldner, die sich beide ins Getümmel warfen. Anscheinend waren die beiden Gefangenen bereits gerettet und nun hiess es nur noch, das Lager dem Erdboden gleich zu machen. Troan packte seinen Speer und rannte gleich ins Lager hinein. Einige der Grünhäute lagen bereits tot am Boden. Drakk und sein Kumpane hatten gute Arbeit geleistet mit ihren Schwertern.
In dem Moment sauste ein Pfeil haarscharf neben Troans Ohr vorbei und bohrte sich in den Erdboden. Mit einem Hechtsprung brachte sich der Drachenjäger vor weiteren Pfeilen in Sicherheit. Dann spähte er hinter seiner Deckung, einer Proviantkiste hervor und suchte den Schützen. Bevor er ihn aber ausmachen konnte registrierte er eine Bewegung hinter sich. Ein Orkkrieger schien nach dem Leben des Drachenjägers zu trachten. Dieser liess sich reflexartig zu Boden fallen, biss die Zähne vor Schmerz zusammen, als sich die Wunden meldeten, die der Troll ihm zugefügt hatte. So entging er einer Orkaxt und sein Kopf wurde nicht gespalten. Nun riss der Lee seine Beine zu sich und katapultierte sich wieder in die stehende Position, sein Speer wie ein Schild vor sich haltend. Der Orkkrieger brüllte und schwang seine schwere Orkaxt. Flink wich der Drachenjäger aus und stiess seinen Speer mit aller Kraft in den Bauch des Ungeheuers. Der Ork gurgelte einige Schmerzensschreie und verdrehte die Augen vor Schmerz, ehe sein Lebenslicht erlosch. Grimmig zog der Lee seinen Speer wieder aus dem Bauch des Orks.
Sly betrachtete das Ungetum und drückte die Hand der Magierin, um ihr zu zeigen , dass sie nicht allein war. Solch ein Vieh hatte der Gildenlose noch nie gesehen. Es erinnerte ihn zuerst von der Form her an einen Schattenläufer, doch dieses Ding besaß statt einem Paar von Augen eine ganze Augenreihe, die alledings alle geschlossen waren. Der riesige Brustkorb hob und senkte sich langsam, doch aus seinem Rücken und an der Seite ragten riesige schwarze Stacheln heraus, die wohl alle mehr als nur tötlich waren.
Der Gildenlose entlies langsam und geräuschlos seinen atem, der sich in dieser kalten Luft hier weiß färbte und langsam verströmte. Hier war es kalt, sehr kalt. Es war nicht diese angenehme Kühle, die man sich an einem heißen Sommertag wünscht , sondern eine bissige , trockene Kälte, die einem das Blut in den adern gefrieren lies. Er hätte sich fürchten sollen, das wusste er , aber irgendwie tat er es nicht. Er hatte dafür zu viel erlebt, zu oft dem Tod ins Auge gesehen, zuviele unschuldige Menschen auf dem gewissen, als dass er noch Angst verspüren könnte. Stattdessen empfand er ein beklemmendes Gefühl, es grenzte wohl an Angst, aber es hatte nicht dieses tiefe ausmaß. "Angst schneidet tiefer als ein Schwert." sprach er zu ihr und versuchte sich so selbst zu beruhigen.
Inzwischen hörte er ebenfalls schritte und dabei ein montones klack, klack. Erst dann erschien hinter einer Biegung ein alter Mann. Sein Haar war lange zurückgewichen und hatte lediglich einen weißen Kranz rund um seinen Kopf gelassen. Die Last der Jahre drückte so sehr auf ihn, dass er sich auf einen Stock beugen musste, der eben diese klack klack Geräusche verursachte. "Ach. Besuch. Sieh mal an. Willkommen in meiner kleinen Höhle." Sly betrachtete den Mann kritisch. Er war jetzt nurnoch etwa drei Meter entfernt, wenn es nötig war konnte er mit zwei langen Schritten an ihm sein und ihn durchbohren wenn es nötig war. Das würde keine Sekunde dauern und so wie der Alte aussah würde er nicht schnell genug reagieren können. "Nettes Ding, nicht wahr? " er nutzte seinen Gehstab als Zeigestock und zielte auf das zu großgeratene, stachelige Hündchen "Ich nenne ihn Xerion. Er ist ein liebes Tier, wenn man mal davon absieht , dass er oft Hunger hat. " Der Blick des Gildenlosen glitt von dem Biest mit den riesigen Zähnen rüber zu dem alten Mann. "Was willst du von uns?" Der alte Mann lächelte nur dünn und winkte abweisend. Erst jetzt fiel dem Gildenlosen auf wie hässlich der Mann war. Ihm fehlten einige Zähne und seine alte Robe war wohl mal schwarz gewesen, inzwischen hatte sie sich zu einem grau verfärbt. "Nichts. Nichts " schnatterte er "Nichts von Wert. Ich will nur die Kugel die du hast. Sie ist der Schlüssel nach draußen. Ich will nicht mehr hier bleiben. " Der Gildenlose blickte ihn misstrauisch an "Es wird wohl seinen Grund haben, warum du eingesperrt bist. " Der alte Mann lachte kurz irre auf "Ihr wisst garnichts. " meinte er nur und erneut schüttelte ein Lachen seinen ganzen Körper. "Es ist nicht so, dass mein kleines Tier hier , nicht auch dafür sorgen kann, dass ich die Kugel bekomme und denkt nicht , dass diese kleine Kette ihn aufhalten wird. "
Sly betrachtete das Wesen und erkannte , dass seine Augen inzwischen geöffnet waren und ihn und Lina streng musterten. Die Kette an seinem Hals , die im Boden verankert war, war dick wie Slys Oberarm, dennoch bezweifelte der Gildenlose nicht, dass wenn das Tier sich mühe gab, es sich befreien konnte. Vielleicht würde die Kette sogar halten, aber die Verankerung würde es zweifelsohne aus dem Boden reißen. Etwas hilflos blickte er zu Lina und wusste nicht recht, was er tun sollte.
Abermals sang die Sehne des Langbogens Bregolad ihr tödliches Lied. Mit einem kurzen hellen Pfeifen schoss der Pfeil durch die Luft….nur um dann mit einem dumpfen Geräusch knackend zwischen Schulterplatte und Brustharnisch in das Fleisch des Orks ein zu dringen. Doch er war mit Sicherheit beinahe vollständig durch die Rüstung gestoppt worden. Zwar bot das Kettenhemd, welches die verwundbare Stelle unter den Armen des Elitekriegers abdeckte, keinen wirklich effizienten Schutz vor Pfeilen oder Bolzen, eine stoppende Wirkung hatte sie dennoch. Vom Einschlag des Pfeils unbeeindruckt rannte der Ork weiter in Taeris´ Richtung. Er hatte ihn noch immer nicht gesehen, stürmte nur blindlings in die Richtung des Schützen. Hastig, aber ohne durch unnötige oder ungeschickte Bewegungen Zeit zu verlieren, warf er seinen Bogen zu Boden und zog seinen Zweihänder aus dem Rückengurt. Eng schmiegte er sich rücklings an einen der Bäume, den Zweihänder auf Schulterhöhe angehoben.
Er spürte die schweren stampfenden Schritte des Orks. Der Boden bebte leicht. Das amrkerschütternde Brüllen, das stetige Schnauben. Wie Tiere stürmten die Orks auf ihre Opfer zu. Nur dass vor allem die erfahrenen Krieger unter ihnen noch eine gehörige Portion Taktik und Kampferfahrung zu dem berserkerartigen Angriff ergänzten. Grob versuchte der Veteran ab zu schätzen, wie weit der Ork von ihm entfernt war. Er zählte die Schritte.
Mit einem mal nahezu all seine Muskeln anspannend sprang Taeris aus seiner Deckung und schnitt dem wutschnaubenden Ork den Weg ab. Im vollen Lauf wirbelte dieser seinen riesigen Kriegshammer durch die Luft.
Der Überraschungseffekt hatte weniger gebracht als erhofft. Schmerzen, als zersprängen ihm die Unterarmknochen, durchfuhren die Arme des Mannes, als der Stiel des Hammers auf die parierende Klinge traf. Nur Bruchteile eines Augenblicks, bevor seine Kraft nachgab und dem Druck nicht mehr stand zu halten vermochte, wich er seitlich aus und ließ zog die Klinge zurück. Daraufhin rutschte der Hammer zur Seite weg und der Ork konnte von neuem Schwung holen. Doch selbst für einen solchen Ork, der von der Statur eher einem Kleiderschrank glich, stellte es ein Problem dar mit einem derartig unhandlichen Kriegshammer schnellere Schläge aus zu führen. Taeris nutzte den Schwung seiner Ausweichbewegung und vollführte eine gekonnte Rechtsdrehung, um Schwung für einen Konterangriff zu holen. Die Klinge wirbelte durch die Luft und grub sich in den linken Oberarm des Orks, welcher vor Schmerzen auf schrie. Doch der Veteran hätte damit rechnen müssen, dass der Ork sich nicht dadurch beeinträchtigen ließ. Im Gegenteil. Verletzungen stachelten Orks nur noch weiter auf. Machten sie wütend und ließen – vor allem in den erfahreneren und kampferprobteren Orks - ungeahnte Kräfte frei werden.
Tobend fuhr der Ork herum und holte zu einem gewaltigen Schlag mit dem Hammer aus. Beschwerlich konnte Taeris diesem Hieb gerade noch durch einen Sprung nach hinten ausweichen. Krachend donnerte der Hammer gegen den Baum, hinter dem er sich noch bis vorhin versteckt hatte. Es fehlte nicht fiel und der Baum währe einfach umgeknickt. Trockenes Laub regnete auf die beiden Kämpfenden herab, was den Ork nicht im Geringsten zu stören schien. Taeris wollte die Gelegenheit nutzen und versuchte einen schnellen Hieb an zu bringen, ehe der Ork Zeit hatte erneut aus zu holen. Doch der Versuch missglückte überraschend, als der Ork plötzlich herum fuhr und Taeris einen kräftigen tritt versetzte. Der Aufprall des gepanzerten Stiefels auf den Brustpanzer des Veteranen musste, was die Wucht anging, dem Hieb eines Trolls in nichts nachstehen. So fühlte es sich zumindest für Taeris an. Mit einem Mal schien die gesamte Luft aus seiner Lunge zu weichen. Einige Meter weit stürzte er rücklings, ehe er unsanft auf dem verhältnismäßig weichen Waldboden aufkam. Jeder Knochen in seinem Körper schien zu schmerzen. Pulsierend, Wellen gleich breitete sich der Schmerz von seiner Brust im ganzen Körper aus. Ein zucken durchlief seinen Körper. Er versuchte die Augen zu öffnen. Verschwommen sah er den Ork auf sich zu stürmen. Das Klingeln in seinen Ohren wurde durch das laute Brüllen des Orks unterbrochen. Er musste sich aufrappeln. Wieder auf die Füße kommen. Irgendwas. Aber er musste hier weg, wenn er nicht von diesem riesigen Hammer zerquetscht werden wollte. Mühevoll versuchte er sich um zu sehen, sein Zweihänder, er lag einige meter weit entfernt im Dreck. Er streckte die Hand aus. Es reichte längst nicht. Da erblickte er auf der anderen Seite neben sich sein Kurzschwert Eisschneide, welches sonst ebenfalls in einem Gurt auf seinem Rücken untergebracht war. Es war womöglich nach dem Schlag heraus gerutscht, oder abgerissen. Wie auch immer. Mehr Zeit zum Nachdenken blieb nicht. Donnernd stürmte der Ork auf ihn zu. Nurnoch wenige Schritte war er entfernt. Taeris versuchte sich zusammen zu reissne, mobilisierte seine letzten Kräfte. Seine linke Hand klammerte sich um den griff des Schwertes, bevor er sich vor Schmerzen ächzend zur Seite rollte. Im selben Augenblick raste der Hammer durch die Luft und auf ihn zu. Die Erde erzitterte, als er dicht neben seinem Kopf auf dem Boden auftraf. Doch das widerwärtige Geräusch von Stahl, der auf Stahl kratzte ertönte nur Sekundenbruchteile später. Das Gebrüll des Orks erstarb ruckartig, als die Klinge erst die Glieder des Kettenpanzers, der seinen Hals umgab, durchtrennte und wenig später in seinen Hals eindrang. Dem Aufschlag des Hammers folgte der Aufprall des abgetrennten Orkkopfes, welcher kurz darauf ebenfalls zu Boden fiel.
Gerade noch so schaffte Taeris es, nicht von der kopflosen Leiche des Elitekriegers begraben zu werden. Mühsam richtete er sich auf. Seine Rippen schmerzten, als währen sie unzählige Male gebrochen. Mindestens eine Rippe hatte es wohl sicherlich erwischt. Verdammt…
Mit leicht schmerzverzerrtem Gesicht sammelte Taeris seine Waffen ein und kehrte zu den anderen zurück.
“Ah… Troan… du hast es also doch noch geschafft.“
Stellte er mehr oder weniger grinsend fest, als er den Drachenjäger erblickte. Zufrieden betrachtete er anschließend die beiden geretteten Söldner.
“Man man man… das nächste Mal lassen wir sie hier… Scheisse… und jetzt ab nach Hause.“
knurrte Taeris und deutete mit einem Nicken in die Richtung, in der der Pass liegen musste.
Lina Suavis
16.04.2006, 18:38
Ihr Atem gefror unter dem Schauer, den das verrückte Lachen des alten Mannes der jungen Magierin einjagte. Er war ebenso kalt wie diese ganze Höhle und es war schwer herauszufinden, ob ihn dieses Gewölbe schuf und näherte, oder ob die gesamte Magie von ihm ausging. Wenn das der Fall sollte, so ahnte Lina hoffnungslos, blieb den Beiden wohl nichts Anderes übrig, als die Kugel aus den Händen zu geben. Denn war dies alles ein Werk des Weißhaarigen, würde seine magische Kraft groß genug sein, um alle Menschen einer Stadt durch bloße Gedanken in Beliars Reich zu schicken. Aber irgendwie konnte Lina das nicht glauben. Der Mann war alt und die Priesterin spürte nur eine schwache magische Aura, die von solch einem grauenhaften Hass durchzogen war, dass sie der des Ortes nahezu glich. Womöglich hatte er sich in seiner Zeit hier unten an die magischen Muster angepasst, so dass seine eigenen ausgelöscht oder zumindest weit in sein Inneres gedrückt worden sind, wo sie unauffindbar verschlossen bleiben würden. Die Vorstellung, die eigene Seele an einem solchen Ort zu verlieren, versetzt die Magierin nicht gerade dazu, unbedingt hier bleiben zu wollen. Nicht, dass sie das ohnehin vorgehabt hätte, aber jetzt wuchs ihr Unwillen dazu mit jedem weitern Moment mehr, der, wie das Wasser des schlammigen Flusses, vor sich hindümpelte und keine Hoffnung mehr haben konnte, sich jemals von seinem Fleck zu rühren.
„Im Namen Beliars grüße ich euch.“, sprach die Priesterin, für einen Augenblick lang alle Angst von sich stoßend und vom Hilfe suchenden Blick ihres Begleiters ermutigt, mit zuerst fast flüsternder, dann aber lauter werdender Stimme, „Ich bin Lina, Priesterin der dunklen Macht im Namen des Totengottes. Und dies ist Sly, mein Begleiter. Wir begehren Nichts, das über euer Begehr hinausgeht.“
Ein plötzliches Gefühl ließ sie aufmerken. Was war das? Es fühlte sich an, als stieße irgendjemand mit einem Stock an ihre Gedanken, die, träge und trist wie ein riesiger, grauer Felsen, einige Zeit brauchten, um überhaupt etwas zu spüren. Dabei musste natürlich bedacht werden, dass Felsen vermutlich nichts spürten. Aber so genau konnte man das ja nicht wissen, befand Lina für sich und verlor für den Moment die Aufmerksamkeit, die der Lage, in der sie sich befanden, eigentlich zugesprochen werden sollte. Dann kam das pochende Gefühl in ihrem Kopf wieder. Stärker als zuvor, doch nicht stark genug, um den kalten Worten des Mannes standzuhalten.
„Ob mich eure Namen und Stellungen mich interessieren sollten?“, bemerkte ihr Gegenüber in einem eigentlich viel zu freundlichen Tonfall, der Lina aber erst jetzt auffallen konnte, da irgendetwas sie innerlich zu bestärken schien. Ob dieses Gefühl damit zusammenhing? - Vielleicht. Möglich war aber ebenso, dass der angenehm kräftige Griff des Kriegers an ihrer Seite zu einer inneren Wärme verführte, die wohl nur durch Gemeinsamkeit erreicht werden konnte. Fast wollte sich der Anflug eines Lächelns auf den Lippen der Priesterin abtragen, doch verflog der viel zu kurz wirkende Zeitpunkt, während dem ein Großteil ihrer Angst in den Hintergrund gedrängt worden war, wieder, als der Mann fortfuhr:
„Ich bin schon lange hier, musst du wissen. Was bedeuten schon Namen für jemanden, dessen Eigener schon lange in Vergessenheit geraten ist. Gebt mir die Kugel.“, forderte er letztlich, doch Lina erwiderte seine Worte: „Es muss ja sehr langweilig hier unten sein.“ Es hob sich eine Braue des Mannes und auch Sly schien etwas verwundert über die Äußerung der jungen Frau zu sein, wie sein langsam zu ihr gedrehter Blick verriet. Dabei war es doch gar nicht so abwegig: Alleine in einem garstigen Gefilde herumzusitzen und so lange bleiben zu müssen, dass man seinen Namen vergaß, war - jedenfalls in der Empfindung der junge Schwarzmagiern - schon sehr langweilig. Das war natürlich anders, wenn man die Einsamkeit mochte und viel Ruhe brauchte. Aber wer wollte so was schon für immer?
„Ihr müsst doch schon lange nicht mehr mit Menschen gesprochen haben. Und euer Freund wirkt nicht gerade gesprächig.“ Instinktiv sandte sie ein Stoßgebet an Beliar und hoffte gleichsam, Sly würde mitspielen. Selbst wenn die Angst noch immer auf ihrer Brust drückte, als läge ein toter Troll auf ihrem Leib, versuchte sie, sich zu beherrschen. Immerhin war sie eine Priesterin Beliars und hatte nichts Schlimmeres gemacht, als ihrem Gott gedient. Da waren keine unverzeihlichen Flüche oder Gottesmagie in ihrer Vergangenheit, die Lina daran hindern konnten, in Beliars Reich einzukehren. Und dort war es bestimmt schön, wenn man stets gebetet hatte und treu gewesen ist.
Ein leises Schluchzen entfuhr ihr und, um dem nahenden Tränenfluss Einhalt zu gebieten, musste die Priesterin ihre Augen schließen und die Lider stark aufeinander pressen. Ich will noch nicht sterben, weinte sie innerlich und schluckte. Ihr leben war doch erst so kurz gewesen.
„Gib mir die Kugel!“, wurde der alte Mann nun lauter und blitzender Zorn stieg in seine alten, vergrauten Augen. Es hätte nur noch einen Moment gedauert, bis Lina ihre Stärke verlassen hätte, doch durchdrang plötzlich eine Wärme ihren Körper. Der stärker werdende Ruf nach ihren Gedanken hielt sie vor dem Weinen zurück. Worte formten sich im Kopf der Priesterin. Worte, die eine unbekannte, aber freundliche Stimme hatten. Gebt ihm nicht die Kugel. Seid stark. Lina wusste, dass Sly die Worte auch gehört haben musste. Warum sonst hätten sie von Mehren sprechen sollen? Geheimnisvolle Stimmen, die in Köpfen spukten waren doch nicht dumm. Die wussten, wann man mehrere anzusprechen hatte.
„Xerion.“, sprach der Mann den Namen dieser Kreatur aus. „Er ist ein unsterbliches Dämonenwesen.“
Das riesige schwarze Ding erhob sich und begann, bedrohliche Geräusche von sich zu geben, während es an der Kette zog, die es festhalten sollte. Ohne nachzudenken griff Lina in ihren Runenbeutel und beschwor eine einfache Schattenflamme in ihrer Hand. Es ging also doch. Aber etwas war anders. Die Flamme war viel schwächer, als gewöhnlich und sie schien viel mehr an ihr zu zehren. Ein Gefühl der Leere entstand in ihrer Hand, das sich anfühlte, als wolle es sich ausbreiten. Wie ein Parasit, der Blut gefunden hatte. Sie warf die Magie dem Mann auf den Bauch. Unerwarteter Weise wurde er zurückgestoßen und stürzte zu Boden.
Lina atmete seufzend aus; es war nun gewiss, dass er nicht unverwundbar war. Er war wohl auch bloß ein Mensch… oder wenigstens einst gewesen, bevor er gezwungen war, in dieser Höhle zu leben. Nehmt ihn mit, der Weg sei euch gewiss.
Was? Das konnte die Stimme doch nicht ernst meinen. Der einzige Weg führte an dem Wesen vorbei, doch bevor sie ihren Gedanken zu ende Denken konnte, schien die Gewissheit zu obsiegen, dass sie vorerst in Sicherheit waren würden. Selbst, wenn die Kette des Monstrums in der Mitte der beängstigend großen Grabhöhle bedrohlich in ihrer Richtung gespannt war.
Blutverschmiert und etwas außer Puste hoben Drakk und Ganzo sich abermals einen der Befreiten Söldner auf ihre Schultern und stapften mit Taeris und Troan den Fluss entlang. Der Kampf gegen Orks war anstrengend gewesen, aber jetzt war es zum Glück überstanden.
Die beiden Söldner waren noch immer bewusstlos als die Krieger durch den Fluss Wateten. Der Regen wurde noch stärker und so langsam, aber sicher wurde die Rüstung des Hünen vom Blut der Orks gesäubert. Ohne auch nur ein Wort von sich zu geben, stapften die Krieger weiter den Fluss entlang und betraten Schließlich den Pfad hinauf zum Pass.
Dunkle Wolken hingen tief über dem Minental und es Regnete noch immer als die Gruppe den Pfad erklomm. „ Scheiß Wetter....“ brummte der Nordmann nachdem er fast ausgerutscht war. Der Boden war durch den Regen matschig und recht rutschig, vor allem wenn man noch einen Söldner auf den Schultern trug.
Es dauerte nicht lang, da waren die Söldner und der Drachenjäger oben angekommen und überquerte den Pass um sich in Richtung Hof auf zu machen.....
Nachdem die beiden Söldner wieder in Sicherheit waren, hatte Troan seinen Job fürs erste erledigt. Taeris und seine Schüler gingen mit den beiden Befreiten zurück zum Hof. Dort würden sie schon wieder aufgepäppelt werden. Das waren doch sicher solche, die bei dem Geruch von Bier gleich Saltos schlugen, also musste man sie nur in die Nähe der Taverne bringen.
Troan stattdessen blieb im Minental. Er würde wohl auf Sly warten müssen, wenn er seine Ausbildung noch weiter führen wollte. Warten war das richtige Wort. Unterdessen hatte sich der Drachenjäger daran gewöhnt, dass Sly ihn immer fand, wenn der Gildenlose das wollte.
Die Flammen züngelten um die paar trockene Holzscheite und leckten gierig an ihnen. Ausserdem warfen sie bizarre Schattenspiele an die Höhlenwände. Troan ass, an die kühle Höhlenwand gelehnt, ein Stück Brot und etwas gebratenes Moleratfleisch. Er hatte beinahe den ganzen Tag geschlafen und sich so von den letzten Strapazen erholt. Sein linker Arm schmerzte noch etwas und Teile von ihm hatten sich zuerst blau und dann grünlich verfärbt. Als nächstes würde er wohl eine gelbliche Farbe annehmen, dachte Troan und rieb sich über die schmerzende Stelle.
Dann legte er sich wieder auf seine Decke und schwebte langsam in das Reich der Träume.
Der Wind pfiff zwischen den Felsen des Minentals hindurch und der Lee zog sich seinen Mantel enger um den kräftigen Leib. Misstrauisch starrte er in die Ferne. Er sah eine Höhle und als er die Augen zusammen kniff und noch konzentrierter spähte, sah er auch ein grosses, rotes Etwas. Das musste der Drache sein, von dem er so viel gehört hatte und nach dem er jagte. Colgan, den Seelenschlächter nannte man ihn und er galt für einer der gefährlichsten Drachen in ganz Khorinis.
“Kommt“, rief der Drachenjäger und winkte einige Gesellen hinter sich heran. Es waren zwei weitere Drachenjäger. Der eine mit einem mächtigen Schwert und der andere mit einer grossen Armbrust auf dem Rücken. Troan selber führten einen langen Speer ins Gefecht.
“Dort vorne“, meinte der Lee und deutete auf die Höhle. Endlich hatten sie den Drachen gefunden. Sie mussten ihn nur noch erledigen und sie waren die reichsten und berühmtesten Männer der ganzen Insel.
Sie eilten weiter. Vorsichtig aber schnell. Man wusste nie, was sich bei einem Drachenhort sonst noch so herumtrieb. Doch als Troan die riesige Höhle betreten wollte, verschwamm alles. Die Umgebung schien sich in flüssiges Licht zu verwandeln. Sein Körper fühlte sich plötzlich warm, ja beinahe heiss und bizarre Gedanken zuckten durch seinen Kopf.
Dann änderte sich das Bild wieder. Alles war schwarz, doch spürte er neben sich einen warmen, nackten Körper. Einen Moment lang dachte er, Narya läge neben ihm und er würde in einem Bett in Drakia liegen. Er öffnete langsam seine Augen und war ziemlich enttäuscht. Das erste, was er sah, war das Lagerfeuer, dass er entfacht hatte. Es war also nur ein Traum gewesen und er befand sich immer noch alleine im Minental. Doch halt. Den Körper spürte er immer noch neben sich.
"Troan, hörst Du mich? Troan!", erklang eine sanfte, etwas müde Stimme neben ihm.
Er drehte sachte seinen Kopf und traute seinen Augen nicht.
Genauso wie er sie in Erinnerung hatte, oder doch nicht? Ihr schwarzes, langes Haar umfing ein wunderschönes Gesicht, doch schien ihm, als seien ihre Züge härter geworden. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ihre Wangen leicht eingefallen waren und sie auch sonst schlanker war, als in Troans Erinnerungen. Ihre gebräunte Haut war völlig entblösst. Ihre blauen Augen schienen müde zu sein, doch lächelten sie als sie ihn auf die Stirn küsste.
“Narya!“, flüsterte er etwas verwirrt und musterte die junge Frau von Kopf bis Fuss.
“Wo….wie kommst du hier her?...Oh Narya“, flüsterte er und beugte sich vor um sie küssen.
Alles schien so seltsam. Die Namen, die Narya nannte hatte er noch nie gehört. Nur Gorthar kam ihm bekannt vor, aber Marak…Wüste?
Irgendwie glaubte der Lee immer noch nicht, dass Narya sich an sich schmiegte und sie sich küssten…so wie damals, vor langer Zeit. Erinnerungsfetzen flogen an ihm vorbei. Er sah Narya und sich auf dem Hof. Sie verabschiedete sich und Troan stand verdattert da und wusste nicht was tun. Dann sah er sie in Drakia am Stand entlang laufen. Er sah sie und Saturn in der Taverne, wie sie sich um eine Amphore stritten, in der mit grösster Wahrscheinlichkeit Wein war. Doch dann sah er plötzlich Latraviata und sich selber. Wie sie auf seinem Schoss sass, mitten in der Taverne und später, wie er sie küsste. Vielleicht war doch nicht ganz alles so, wie damals, vor langer Zeit.
Narya spürte sein Zögern, als sich ihre Lippen erneut finden wollten. Sie blickte ihn fragend an und Troan versuchte angestrengt sein Blut dort behalten, wo es war und nicht alles in den Kopf fliessen zu lassen. Er fühlte sich wie ein ertappter Junge, der beim Stehlen eines Brotes erwischt wurde. Er spürte Naryas Blick auf sich und dachte, sie würde in seine Seele hineinsehen, seine Erinnerungen durchwühlen und schliesslich seine Erinnerungen mit Latraviata finden.
“Es ist…es ist nichts“, meinte er mit einer Handbewegung, als wolle er eine Mücke verscheuchen.
“Ich habe dich so lange vermisst. Mich nach dir gesehnt und nun bist du da, das ist so…seltsam und wunderbar“, meinte er und wusste selber, dass es nur eine feige Ausrede war.
Plötzlich bemerkte Troan, wie er zitterte. Er zog sein Wolldecke näher zu sich, doch das Zittern hörte nicht auf. Es war nur ganz leicht und für Aussenstehende beinahe nicht zu bemerken. Es war eher ein inneres Zittern. Ein Zittern vor dem Beben. Er hatte Angst, vor dem was jetzt kam. Es war seltsam. Immer wieder hatte er sich ein Wiedersehen mit Narya vorgestellt. In seinen Träumen und Gedanken und immer war es wunderschön gewesen und liebevoll. Und nun, da es soweit war, da hatte er Angst. Er wusste, dass er sein Geheimnis nicht verstecken konnte. Dafür war es zu spät. Er wollte es auch nicht verstecken. Früher war er doch immer der Ansicht, dass man mit der Wahrheit am weitesten kam und nun log er und rettete sich in Ausflüchte.
“Ich muss wohl noch etwas mitgenommen sein von den letzten Tagen“, meinte er und verzog sein Gesicht zu einem verschmitzen Lächeln. Heraus kam jedoch eine seltsame Fratze. Traurig und hilfos, aber auch schuldig. Die Schuldgefühle brachten sein Herz zum rasen. Die Befürchtungen alles könne zerstört werden, wenn Narya alles heraus fand lähmte ihn beinahe.
“Du musst wissen“, meinte er wieder, “hier im Minental macht man so einiges mit und der Troll…“
Seine Stimme erstarb. Es hatte keinen Zweck. Narya war viel zu klug um auf solche Lügengespinste rein zufallen.
“Narya….ich muss dir etwas berichten“, begann er schliesslich und blickte auf. Ihre Augen suchten die seinen, doch er wich aus.
“In den vielen Tagen und Wochen, in denen du weg warst, da habe ich dich immer sehr vermisst und meine Liebe zu dir war stets ungebrochen, doch schliesslich habe ich einen Fehler begannen. Ich weiss, ich darf dem Alkohol, den ich damals zu mir genommen habe nicht die Schuld geben. Schliesslich war ich es, der sie angesprochen hatte. Ich war es auch, der sie schliesslich geküsst hatte. Ich war es, der sie zu mir ins Bett führte. Ich…“, wieder erlosch seine Stimme. Sein Hals fühlte sich an, als hätte er seit Tagen nichts mehr getrunken. Sein Atem ging flach und sein Blick war unruhig. Nun war er es, der Naryas Blick suchte.
Es war noch schlimmer, als Troan es befürchtet hatte. Er spürte, wie Hilflosigkeit in seinem Kopf Überhand ergriff und er nicht mehr wusste was tun oder was sagen. Narya hatte sogar nach ihm geschlagen, doch der Schmerz in seiner Lippe spürte er gar nicht. Er wurde von dem Schmerz in seiner Brust regelrecht überspielt.
“Narya ich flehe dich an. Kannst du nicht über diesen einen Fehler von mir hinweg sehen. Ich sage dir, es war nur einmal und es war keine Liebe“ – wie erbärmlich, hämmerte es in seinem Kopf. Hatte er keine besseren Entschuldigungen auf Lager? Sie starrte ihn an, stiess ihn von sich mit einem Blick aus Ekel und Abscheu.
“Narya. Ich kann es nicht rückgängig machen und was geschehen ist, ist geschehen. Aber das ist doch nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass du heil wieder zurück kommst und wir wieder neu anfangen können.“
Troan klammerte sich an Hoffnungen und Versprechungen, die er sich selber gab. Sie würde zu ihm zurückkehren. Er würde sie schon wieder sehen und sie würden wieder glücklich werden. Ganz bestimmt. Doch Naryas Blicke sprachen eine andere Sprache. Sie zerstörten jegliche Hoffnung. Für sie schien es bereits aus und vorbei. Tausende von Gedanken prasselten auf Troan ein. Vielleicht würde sie gar nicht mehr zurück kommen. Sie würde in ihrem fremden Land bleiben und sich irgend einen braungebrannten Typen suchen, der zu ihr passte und ihr nie fremd ging.
Narya starrte ihn immer noch an und schien sich bereits zu entfernen. Sie entglitt ihm und je länger er sie mit seinen Blicken festhalten wollte, desto schneller verschwand sie in Schatten und Licht.
“Narya…bleibe bei mir“, flehte er weinerlich. Der Drachenjäger hätte genau so gut gegen eine Wand sprechen können.
Der Lee versuchte den Strudel um Narya zu ignorieren und musterte sie noch ein letztes Mal. Plötzlich sah die starke, mutige und furchtlose Kriegerin verletzlich und schwach aus. Getrocknete Tränen klebten an ihren Wangen und in ihren Augen sah er Schmerz.
Narya…bevor du gehst, so bitte ich dich ein letztes Mal. Bitte komm wenigstens noch einmal zurück. Sieh mir noch ein letztes Mal in die Augen und höre noch ein letztes Mal meine Worte. Danach magst du kommen und gehen wie es dir beliebt, aber bitte komm noch ein letztes Mal zurück. Bitte“, wisperte er beinahe tonlos, doch er wusste, dass Narya ihn hörte. Dann verschwand sie endgültig in dem Strudel und es wurde wieder stockfinster.
Troan schreckte von seinem Lager auf und schlug sich seinen Kopf gleich schmerzhaft an der Höhlendecke an. Sein Körper bebte und schwitzte. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals und seine Lunge pupte Luft als würde er gleich ersticken.
“Nur ein Traum“, murmelte er und starrte an die Stelle, bei der Narya im Schlaf verschwunden war. Nichts war zu sehen. Keine Spur war auszumachen und nichts deutete darauf hin, dass Narya hier gewesen war.
Doch Troan stutzte. Seine Finger fuhren langsam über seine Lippe und als er seinen Finger betrachtete, war da eindeutig eine Spur von Blut zu sehen. Das Bild, wie Narya im Traum nach ihm schlug tauchte vor seinem geistigen Auge auf. Sein Herz pochte noch schneller, als es ohnehin schon tat. Verdammt, fluchte er leise. Wo waren hier die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit? Zwischen Realität und Illusion? Troan wusste nicht recht, was er davon halten sollte. Falls es ein Traum gewesen war, dann wusste Narya in Wirklichkeit noch gar nichts von allem, war vielleicht aber tot und wenn es durch irgendein Zauber nicht nur ein Traum gewesen war, dann wusste er zwar, dass sie noch lebte, aber nicht ob sie überhaupt zurückkehren wollte.
Sly seufzte laut auf. Wieso muss man immer irgendwelche alten, hochmütigen, halbwahnsinnigen Leute mit herumschleppen? Natürlich musste er jetzt von dieser Schattenflamme umgepustet werden. Aber so wie er da auf dem Boden lag, konnte man schon Mitleid mit ihm haben. Er lag da, völlig niedergestreckt und schien kaum fähig sich zu bewegen. Ein dünner Rinnsal aus Blut lief aus seinem Mund und hatte bereits eine kleine Blutlache gebildet, als der Gildenlose zu ihm schritt. Mit einem Ruck hob er ihn hoch und legte ihn sich über den Arm. Zumindest war der alte Narr nicht so schwer und er schien auch noch am leben zu sein, was sein komisches Murmeln dem Vagabunden verriet.
Wieso hatte er nur die Angewohnheit auf Stimmen zu hören, die in seinem Kopf zu ihm sprachen. Wurde er demnächst vollständig verrückt oder war das eine andere Person gewesen mit außerordentlicher Macht, die nur versuchte ihnen zu helfen. Er hatte ein seltsames Gefühl im Magen. Für gewöhnlich halfen die meisten Menschen oder Orks oder Bestien oder was sonst noch so unter Innos Sonne kreucht und fleucht nicht einfach, einem anderen nur , damit es diesem besser ginge. Diese Erfahrung musste er leider schon zur genüge machen.
Das Tier hingegen hatte sich offenbar dazu entschieden, dass dieser Mensch nicht so einfach entkommen sollte. Der Geifer rann zwischen seinen Lefzen herab und tropfte auf den Boden, auf dem es zischend verdampfte, aber nicht ohne vorher hässliche flecken darauf zu hinterlassen. Es wollte den Gildenlosen anspringen und dieser duckte sich schon unter der Attacke, doch wenige Meter vor ihm endete die Kette und das Tier wurde im Sprung zurückgezogen und fiel jaulend zu Boden. Lina währenddessen hatte den Atem angehalten und schien wie zu einer Salzsäule erstarrt zu sein, doch Sly schob sie mit sanfter gewalt weiter "Los! Geh schon! Ich weiß nicht wie lange die Kette so ein Biest aushalten wird. " So schob er die Magierin vor sich her und lies dabei das Tier nicht außer Augen. Die Treppe wand sich schlängelnd nach unten. Von oben hörte man noch, wie das Tier sich gegen die Ketten warf.
Als sie noch ein gutes Stück vor dem Ende waren, hörte er ein lautes Krachen und wie das Tier sich mit einem lauten Geräusch , das im entferntesten an ein Bellen erinnerte, losriss und zu ihnen herunterstürmte. Sly lies schnell den alten Mann auf seine Beine herab. Er schien inzwischen wieder einigermaßen bei Sinne und würde wohl den Rest des Weges laufen können. "Los Lina. Geh mit ihm zur Tür. Ich versuche solange das Biest da aufzuhalten. " Er zog seine Doppellilie vom Rücken und lief dem Biest entgegen. Inzwischen war es um eine Kurve gebogen und im Sichtbereich des Gildenlosen. Seine Sabber flog rechts und links an ihm vorbei während es seine großen Zähne fletschte. Ein Stück der kette flog wie eine Peitsche hinter dem Tier her und knallte gelegentlich gegen den Rumpf der Bestie, was das Tier noch mehr anzustacheln schien.
Er blickte sich nach links und rechts um. Die Treppe war in Felsen eingeschlagen worden und diese ragten senkrecht über ihnen auf, aber sie waren nicht glatt sondern eher rau und boten an vielen Stellen die Möglichkeit sich festzuhalten. Das würde vielleicht noch nützlich sein. Sly zog sich schnell an einer der Wände hoch und wartete, bis das Tier unter ihm durchschoss. er lies sich fallen, und hatte glück, dass er auf dem Rücken des Tieres blieb und nicht von einem der Stachel aufgespießt wurde. Die Kette knallte gegen sein Gesicht und hinterließ dort, wo sie auftraf einen blutigen Striemen, dennoch packte er sie und schlang sie mit einem Wurf um den Hals der bestie. Er drückte sich jetzt mit dem Rücken gegen das Vieh und strangulierte die bestie so, dass sie fast umgekippt wurde, doch der Gildenlose wurde davon umgeworfen und viel auf den harten Boden. Der Schmerz wurde nicht gerade abgelindert, dadurch dass er auf eine Treppe fiel und so hatte er das gefühl , dass er jetzt so etwa jeder Knochen in seinem Körper mindestens dreimal gebrochen war. Trotzdem rappelte er sich erneut auf und schlug mit seinem Speer nach der Bestie. Dort wo er sie traf entstand ein Tiefer schnitt, aber dennoch schien es nicht mehr als ein Kratzer für das Tier zu sein. Doch seinen Eigentlichen Sinn hatte es erfüllt: Das Biest schien jetzt weniger von dem alten Mann denn eher von Sly interessiert zu sein.
Doch dem Gildenlosen fiel dabei ein, dass er zwar einen plan dafür hatte die aufmerksamkeit des Tieres zu erhalten, aber nicht wie er dem Tier jetzt entkommen sollte.
Lina Suavis
18.04.2006, 19:48
Der Kampf, den Sly gegen das Wesen austrug, blieb den Augen der Priesterin verwehrt. Das konnte die stampfenden und schnaubenden Geräusche der Bestie aber nicht daran hindern, sich in dem düsteren Gang, der hinter dem Portal verborgen lag, auszubreiten und bis an die Ohren der beiden Flüchtenden zu dringen. Eigentlich war es ja falsch, von zwei Flüchtigen zu sprechen. Denn musste der alte Mann ja nicht flüchten und es war ohnehin seltsam, dass er ihr einfach so folgte und sich mit irgendwelchen Worten gänzlich zurückhielt. Vielleicht waren ja seine Stimmbänder verletzt oder so. Nie hätte Lina gedacht, dass eine Schattenflamme so stark auf Menschen wirkte. Warum Sinistro ihr das nicht gesagt hatte, wusste sie nicht. Aber es mochte daran gelegen haben, dass er selbst noch keinem menschlichen Wesen einen Zauber entgegensetzte, um ihn aufzuhalten. Überhaupt erschien es der Magierin höchst ungewöhnlich, dass ein solch einfacher Zauber Beliars einem Menschen, dem sie das Böse für sich alleine zusprechen würde, wüsste es die Priesterin nicht besser, so sehr zurichten konnte. Sicher hat ihn die Hitze getroffen und nicht die Magie, versuchte die junge Frau im Geiste eine Erklärung zu finden, während ein kleiner Teil ihrer Konzentration abschweifend auf dem grün schimmernden Lichtball ruhte, der, vor ihr schwebend, den düsteren Tunnel erhellte.
Besorgt richtete sie ihren Blick einige Male nach hinten, wenn wieder ein grauenerregender Laut, durch den Widerhall der gemauerten Tunnelwände verstärkt, zu ihr durchdrang. Konnte sie ihn einfach so alleine lassen? Natürlich, es war Sly, von dem sie dachte, das war Lina durchaus bewusst. Doch trat der Kämpfer gegen ein Wesen an, das sogar im Totenreich gefürchtet sein musste. Dass dieses Wesen in dieser Sphäre weilen durfte, war der Priesterin ohnehin unerklärlich. Mussten die Götter nicht dafür Sorge tragen, Solches von dieser Welt fernzuhalten?
Während ihre Schritte die Magierin nicht laufend, sehr wohl aber zügig gehend voran trugen schienen der Fluch und die Angst einflößende Magie immer schwächer zu werden. Auch die Kampfgeräusche ließen nach, was der jungen Frau einen großen Schrecken einjagte, als ihr Geist diese Begebenheit realisierte. Sly, durchfuhr es sie und urplötzlich blieb die Schwarzmagierin stehen und harrte einem Felsen gleich an einer Stelle aus. Plötzlich war es ganz still geworden.
Dann illuminierte irgendetwas und Lina fand sich in einer großen Halle ohne Fenster wieder. Woher das Licht kam, konnte die junge Frau nicht einordnen, aber sicher war, dass es magisch sein musste, denn waren nirgendwo Fackeln oder andere Leuchter angebracht. Sie ließ ihr Licht wie die Sonne am Abend untergehen, bis es ganz klein wurde und schließlich erlichte. Verwundert schweifte ihr Blick durch die Halle, die einem Thronsaal gar nicht unähnlich schien. Genau in der Mitte des Rechteckigen Raumes befand sich sogar ein Thron auf den sich der alte Mann langsam schlurfend zu bewegte und sich schließlich hinsetzte.
„Endlich.“, sprach er seufzend, „Lange habe ich nicht mehr meinen alten Thron gespürt.“ Stirn runzelnd sah Lina ihn an. Waren seine Haare nicht weniger gewesen, als sie ihn fanden? Überhaupt schien plötzlich eine gewisse Macht von dem Alten auszugehen, die der Priesterin nichts Gutes verriet. „Weißt du, kleine Priesterin, Gewürm sollte stets bloß Mittel zum Zweck sein. Gerade in diesem Moment wird Xerion - natürlich auf meinen Befehl hin - zu Boden stürzen und deinen Kriegerfreund glauben lassen, er wäre tot. Mach dir keine Sorgen. In ein paar Minuten wird er hier auftauchen.“
Hass lag in der Stimme des Mannes. Hass, Abscheu und ein Anschein von Wahnsinn, den Lina irgendwie nicht leugnen konnte. Was passierte denn hier?
Schon erklangen Schritte von hinten. Sie wandte sich um. Tatsächlich trat Sly durch die Flügeltür in den Thronsaal. Woher konnte er das wissen? „Geht es dir gut?“, bewegte sie sich besorgt auf ihn zu und bemerkte erst im letzten Moment eine magische Aura in ihrem Rücken. „Runter!“, rief sie und warf sich auf und sie Beide zu Boden. Die schwarze Energie sah sie gerade noch an der hinter ihr liegenden wand zerplatzen und diese mit pechschwarzen Blässchen besprenkeln.
Das Vieh setzte ihm ordentlich zu. Nachdem es sich zu ihm gedreht hatte, sprang es ihn an und der gildenlose konnte nurnoch seinen Kopf zur Seite ziehen. So ging der Biss nicht in den Kopf sondern in seine Schulter. Der Schmerz explodierte geradezu in seiner Schulter und zog sich dann durch den ganzen Körper. Aber er gab nicht auf, während dieses tier so in seine Schulter biss ( und nur der Brustpanzer verhinderte, dass er auf der stelle getötet wurde) riss er seinen Speer hoch und zog ihn quer über die Brust des ungetiers. In diesem Moment jaulte es auf und lies ihn los, keine sekunde zu früh, bevor seine Knochen gebrochen wären.
Das Biest blieb tot auf dem Boden liegen. Er stach noch ein paar mal in den Körper hinein, doch es schien sich nicht zu bewegen. Er lief den anderen hinterher , aber seine Schulter tat weh und das Pochen spürte er bei jedem Schritt stärker. Dennoch schleppte er sich zu Lina. Wer weiß, was sie noch erwarten würde, er sollte sie nicht alleine lassen. Sie würde sicherlich Hilfe brauchen.
Auf einmal trat er aus dem Raum heraus in einen anderen und dort entdeckte er den Alten Mann , der jetzt irgendwie nicht mehr so alt aussah. Er war zwar immernoch deutlich über seine beste Zeit hinaus, aber er schien nicht mehr so alt und gebrechlich wie vorher. Doch seine Augen waren in dem Moment auf Lina gerichtet, sie schien allerdings in Ordnung zu sein. Ein freundliches Lächeln zeigte sich auf seinem Gesicht ehe er auch schon mit ihr umgeworfen wurde. Er knallte auf den Boden und seine verletzte Schulter protestierte laut unter den Schmerzen. An dem Rand seinen Blickfeldes wurde es schwarz und er musste sich konzentrieren um diese Dunkelheit zurückzudrängen und nicht ohnmächtig zu werden. "Das aufeinanderliegen wird wohl langsam zur Gewohnheit." meinte er , als sich der Krieger erhob.
Diesesmal war es aber nicht wie beim eingang der Höhle. Er konnte nicht , wie sonst, aufspringen. Seine Schulter schürte einen Schmerz in seinen Schulter und trieb ihm fast die tränen in die Augen. "Soso. Da hat einer wohl den Hund nicht so gut überlebt." meinte der jetzt nicht mehr so alte Mann und lachte. "Gib mir einfach die Kugel , dann hat das alles hier ein Ende.
Der Krieger betrachtete die Kugel , die er jetzt wieder in seiner Hand hielt. Sie leuchtete immernoch wie vorher , aber dennoch spürte er , es war zwar kaum merklich, wie die Kugel langsam zu dem Mann zog. "[i]Gib schon her. " Der Gildenlose betrachtete erneut die Kugel, dann den Mann und dann Lina. Normalerweise würde er jetzt kämpfen. Aber er war nicht mehr bei voller kraft und er war nicht allein. Er musste auch an die Sicherheit der Magierin denken, wenn das ein duell werden würde, sicherlich ein blutiges und das wollte er nicht riskieren. Er wusste nicht wie er reagieren sollte....
Schließlich gab er auf und rollte die Kugel dem Mann zu. Sobald sie ihn am fuß berühte, leuchtete die Kugel erneut auf und badete die beiden in ein helles Licht. nach kurzer Zeit verging es erneut und der Mann lachte erneut sein irres Lachen. "Ja. Meine Macht. Endlich habe ich sie wieder. Damit werde ich Khorinis unterjochen können. Als kleinen Dank werde ich euch zurück ins Minental bringen. " rief er ihnen nach, dann entschwand er in einem seltsamen Rauch, der sich ebenfalls verflüchtigte. Die Kugel lag noch immer dort, wo er sie hingerollt hatte. Nurnoch ein kleines Licht war in ihr geblieben. Der Gildenlose ging hin und hob sie auf. Erneut steckte er sie in die Tasche. Wer weiß wozu sie noch zu gebrauchen war.
Dann verschwand auch der Boden unter ihm und alles wurde in ein weißes Licht getaucht. Er wurde fast Blind dabei und spürte , wie er sich bewegte oder eher bewegt wurde, dann , als das Licht verschwand merkte er , wie er erneut in Khorinis war, in dem Wald in der nähe der Grotte, allerdings zwei Meter höher als sonst. Schon bald forderte die Schwerkraft ihren Tribut und er stürzte zu Boden. Die Luft wurde ihm aus den Lungen gepresst und er spürte die Schmerzen, wie sie erneut in der Schulter explodierten, diesesmal steigerte sich der Schmerz ins unerträgliche und endlich gewährte ihm sein Körper die ruhe. Ihm wurde schwarz vor augen und schließlich fiel er in eine bodenlose Leere.
Nun war die seltsame kleine Gruppe endlich im Minental. Sie waren unerwartet viel Leute, sechs an der Zahl, drei Einhandlehrmeister und drei Schüler. Zwar hatte der Söldner ins Sumpftal gehen wollen, doch dieses kleine Abenteuer hatte ihn nicht minder gelockt. Mit Kire war es eben nie langweilig.
Die Wachen am Tor hatten sie seltsam angesehen. Kein Wunder, sechs Leute die mitten in der Nacht ins Minental wollten, die Überlebenschance lag etwa bei zehn Prozent. Sie traten durch die Tür, Hombre als letztes, da musterte einer der Paladine noch einmal. Es war klar zu erkennen, wo Hombre hingehörte. Er trug eine leichte Söldnerrüstung, es war unverkennbar. Der Paladin grinste. „Viel Spaß da drinnen,“ murmelte er dem Söldner noch zu, dann schloss er die Tür hinter ihnen. Nun waren sie hier, im Minental. Erst überquerten sie die steinerne Brücke, dann gingen sie durch den alten Minenschacht hindurch. Hombre ging ausnahmsweise voran, er war der einzige in der Gruppe der die Kenntnisse des Schleichens wenigstens grundlegend konnte. Die Ausbildung bei Stoffel hatte eindeutig seine Vorteile gehabt. Immer wieder huschte er über den steinigen Boden, von Baum zu Baum (jedenfalls von dem, was von den Bäumen übrig war) und immer winkte er die anderen heran. Anscheinend schienen die Orks zu schlafen. Hoffte er jedenfalls.
Nach mehreren Minuten des Schleichens entdeckte der Blondschopf einen kleinen abgelegenen Ort, keine Tiere und auch keine Orks waren zu entdecken. Sie waren weit genug vom Pass entfernt um nicht zu nahe an den Orkposten zu sein, mehrere Büsche versperrten die Sicht auf den Platz und somit konnten sie ein kleines Feuer wagen. Eigentlich war es ein kleines Tal, eine größere Felsspalte, etwa zehn auf zwanzig Meter groß, mit einem größeren Eingang, umringt von Felsen. Der Eingang war zu klein für einen Ork, ein ausgewachsener Mann von Kires oder Hombres Statur passte aber noch gut hindurch. Größere Steinblöcke und Felsen lagen verteilt, hier und da wuchsen Büsche. Schnell hatten sie auch etwas Brennholz zusammengesucht, welches sie anzündeten und sich daran wärmten. Hombre war müde, er lehnte sich gegen einen Felsen und rutschte daran zu Boden. Ihm gegenüber saßen Kire und Succa, Schulter an Schulter, dieser Cestery, der andere Blondschopf der Gruppe schien schon zu schlafen, dann war da noch dieser Dieb, Kire hatte ihm den Namen genannt, Calintz oder so ähnlich. Der hatte es sich auch schon vor dem Feuer gemütlich gemacht, ja, dann war da noch Arkanis, sein neuer Schüler. Dieser setzte sich auf einen kleineren Felsen und betrachtete das Feuer. Hombre kramte einen Tabakstängel hervor und betrachtete ihn im orangeroten Licht des Feuers. Er zündete ihn an und zog mehrmals daran. Das gute am Apfeltabak war, dass es nicht die berauschende Wirkung des Sumpfkrauts hatte. Es wirkte eher ... beruhigend. Hombre zog nochmals daran, dann winkte er Arkanis zu sich her.
“So, ich bin zwar müde aber trotzdem werde ich dir jetzt noch kurz erzählen, worum es in einer Einhandlehre geht. Setzt dich. Also, es geht um Kraft, Kondition und Konzentration, die drei K´s. Kraft ist wichtig, da sie angibt wie viel Schaden du beim Gegner anrichtest. Umso härter du zuhaust, umso mehr tut es ihm weh, etwa nach diesem Prinzip. Kondition ist wichtig, da du viel Ausdauer benötigst um einen langen Kampf zu bestehen. Konzentration benötigst du, um strategisch denken zu können und um dich völlig im Geiste auf den Kampf zu fixieren. Aber genauso wichtig ist auch Geschwindigkeit, Genauigkeit und Gelassenheit. Beim Einhandkampf geht es, anders als beim Zweihandkampf, um Geschwindigkeit. Der Vorteil bei Einhandwaffen ist, dass sie schnell sind. Sie tun zwar nicht so arg weh wie Zweihandwaffen, aber du bist eindeutig schneller mit ihnen. Deswegen hältst du eine Einhandwaffe nur mit einer Hand. Viele Neulinge machen das Falsch. Die Genauigkeit ist deshalb wichtig, weil du immer darauf achten musst, wo du einen Gegner triffst. Ein richtiger Treffer kann dir im späteren Kampfverlauf weiterhelfen. Und schließlich die gute Gelassenheit. Bewahre in einem Kampf immer einen kühlen Kopf, lass dich nicht provozieren. So, das wars fürs erste, ich bin nun müde. Geh du auch schlafen, morgen wird ein langer Tag.“
„Okay, danke, gute Nacht.“
Arkanis schien verstanden zu haben, oder er machte Hombre es glauben. Diesem war es egal, er war müde. Arkanis ging davon, Hombre zerdrückte den Tabakstängel am Felsen, dann legte er sich hin. Die Stahldornen seiner Söldnerrüstung störten zwar etwas, aber das machte nichts. Er bettete seinen Kopf auf den Unterarm, ein letzter Blick in das Feuer, dann war der Söldner eingeschlafen ...
Der Mond schien schon lange durch die dünne Wolkendecke, als die sechsergruppe ins Minental eintrat. Hombre ging vorraus und schlich sich immerwieder von einem Baum zum anderen. Wenn man das überhaupt noch Bäume nennen konnte. Es schien ja schon so, dass diese krüppel Bäume Astrities hatten, zumindest hatte es den Anschein, bei diesen verkorksten Ästen. Succa lief neben Kire und begutachtete immernoch ihre Hand. Sie hatte ihre natürliche Farbe wieder erhalten, aber trotzdem schmerzte sie immernoch. Hombre hatte einen kleinen sichern Platz ausgemacht auf dem die Gruppe nächtigen konnten. Succa lies sich erschöpft auf den boden sinken und legte ihren Kopf dann auf Kire's Schulter. Auch wenn sie immernoch ein klein wenig sauer auf ihn war, brauchte sie jedoch nun seine Nähe. Hombre hingegen erklärte seinem Schüler noch was von der Einhandlehre. Die Banditin schloß die Augen und versuchte zu schlafen.
Anscheinend hatte ihr Körper noch keine Lust sie in ruhe schlafen zu lassen. Trotz das sie durch die Büsche windschutz hatten, frierte sie und zitterte leicht. Sie öffnete wieder die Augen und schaute zum Feuer, dass sie entfacht hatten. Es lies nur mäßig Wärme ab und Succa schmunzelte. Was wollten sie hier eigendlich? Wollten sie wirklich Orks jagen? Das wäre ein blanker Selbstmord. Succa schaute Kire an und stupste ihn dann an. Er öffnete die Augen und schaute sie genervt an. "Sag mal, was willst du hier eigendlich?" , fragte sie ihn leise und kuschelte sich noch näher an ihn herran. Kire überlegte noch und zuckte dann mit den Schultern. "Keine Ahnung, aber ich habe es auf dem hof nicht mehr ausgehalten" Schläfrig war auch er, das merkte sie an seinem Tonfall. Sie hätte erwartet, dass sie sich noch ein wenig unterhalten würden, aber anscheinend gefiel Kire der Gedanke vom Schlafen besser und schloß wieder die Augen. Es war immer das selbe mit den Männern. Nie mochten sie einem zuhören. Und nun hatte Succa gleich fünf von dieser Sorte um sich herrum. Sie verschänkte die arme und rückte näher zu ihrem Freund in der Hoffnung, dass ihr ein bisschen wärmer werden würde.
"Du nervst mit deinem gezitter" , sagte Kire schläfrig und Succa grummelte. "Also ob ich dafür was kann, mir ist halt kalt. Tut mir ja leid" , fauchte sie leise und schaute ihn an. "Euch Frauen ist immer kalt. Schlimmes Pack ihr" "Jetzt nimm den Mund nicht zu voll, Kerl" "Ich kann sagen was ich will" , grinste er hinterhältig und Succa schüttelte den Kopf. "Blödmann" , sagte sie leise und Kire öffnete die Augen "Das hab ich gehört. Ich wollte dich jetzt eigendlich in den Arm nehmen, dass dir nicht mehr so kalt ist, aber nun, nein da kannste nun drauf verzichten, wer mich Blödmann nennt, kann schauen wo er bleibt" , sagte er stur und drehte den Rücken zu ihr. Das hatte Succa nun von ihrer Lauten Klappe und sie stand auf. "Wo willst du hin?" , fragte Kire und Succa sagte nichts. "Ich schau mich um. Anscheinend werde ich hier nicht gerne gesehen" , zickte sie und schaute zu Hombre. Alle schienen schon zu schlafen und Succa grinste. Sie griff in ihre Tasche und warf dem schnarchenden Lehrmeister seinen Apfeltabak vor die Füße. "Da und rauch net alles auf einmal" , fügte sie noch hinzu und stieg über einen der Büsche. Gegen Morgengrauen würde sie sicher wieder zurück sein, dachte sie zumindest.
Kaum entfernte sie sich von der Gruppe hörte sie ein rascheln hinter sich. Sie drehte sich mit einer Bewegung um und zog gleichzeitig das Schwert. Hinter ihr stand Kire und grinste. Er senkte ihr Schwert mit einer Handbewegung und schaute sie an. "Willst du jetzt hier mitten in der Nacht alleine rumtigern?" , fragte er und Succa nickte. "Hast du sie noch alle? Du gehst mir hier nicht weg" Succa grinste. Machte er sich etwa Sorgen um sie? Wieso versuchte er sie aufzuhalten? "Mensch Frau, hier rennen Viecher rum, die kann man nicht streicheln und all das" "Na das hätte ich mir auch denken können. Aber wieso lässt du mich nicht einfach gehen? Wird doch nicht so schwer sein" "Aber...." "Was aber? Hast du etwa Angst um mich?" , fragte sie ihn dirket und er schaute sie an. Sein Blick war ausdruckslos und sie konnte einfach nicht erkennen was los war. "Dann geh doch" , grinste er frech und nahm ihr das Schwert aus der Hand. "Aber ohne das hier" , sagte er und stapfte davon. Der Kerl hatte sie doch nicht mehr alle. Succa grummelte wieder vor sich hin und schaute Angus an. "Das ist ein Arsch oder Kleiner?" , fragte sie ihn und blickte Kire nach. Wieder einmal hatte der Mann seinen Willen bekommen. Das konnte sie sich einfach nicht bieten lassen.
Sie stapfte wiederwillig hinter ihm her und schaute ihn an. "So und nun haste wieder deinen Willen, bist du zufrieden?" "Klar sicher doch, warum auch nicht" "Du bist so sturr, ich frage mich wieso" "Ich bin halte so" , grinste er und Succa ballte die Faust "Ich bin halt so...Woar das hör ich mir schon ein paar Monate an, ja mein Lieber und ich bin so, dass ich dir gleich in deinen Allerwertesten trete" , fauchte sie und Kire schaute sie mal wieder gelangweilt an. Plötzlich meldete sich Hombre zu Wort "Hey ihr Turteltäubchen hier wollen ein paar schlafen" Succa und Kire schauten ihn gleichzeitig an und erwiederten in Chor "Halts Maul und penn" Hombre schaute sie an und brachte ein "Ist ja schon gut" noch herraus. Succa schaute Kire immernoch wütend an. "Wann lerne ich endlich dich zu verstehen? Wann?" "Vielleicht nie" , antwortete er und setzte sich auf den Boden. Succa schritt auf ihn zu und setzte sich neben ihn. "Du bist blöd" , scherzte sie und schaute ihn an. "Denkst du, aber denken heißt nicht wissen" , grinste er und Succa schaute ihn verwirrt an. "Seit wann sprichst du denn so geschwollen?" "Ich sagte doch, dass du mich vielleicht nie richtig verstehen wirst" , grinste er und Succa schmiegte sich wieder an ihren Freund. "So Ruhe jetzt. Frau will schlafen" , sagte sie und legte ihren Kopf auf seine Schulter und schloß wenig später die Augen.
Die Nacht hatten sie trotzdem gut überstanden auch wenn Hombre immerwieder mit seinem Geschnarche genervt hatte. Die frühen morgenstunden und die warmen Sonnenstrhalen weckten die Lehrmeisterin und sie öffnete die Augen. Hombre war mittlerweile damit beschäftgit seinen neuen Tabak zu begutachten und Succa grinste. "Das du mir ja nicht alles auf einmal rauchst" , sagte sie und rüttelte an Kires Schulter. "Aufstehen Mister" , sagte sie laut zu ihm und nach und nach erhoben sich die anderen auch und saßen um das Häufenchen Glut und Asche und verzehrten ihr Frühstück, zumindest tat es Succa. Sie hatte ihren Apfel dabei und die gab ab und zu, ihrem Angus ein kleines Stückchen ab. "So und nun? Was machen wir?" , fragte sie die Runde und lies ihren Blick schweifen.
Murrend starrte der Blonde seine Lehrmeisterin an. Beobachtete, wie sie langsam ihren Apfel verzehrte. Wieso hatte sie ihm nicht gesagt, Proviant mitzunehmen?! Verdammtes Frauenzimmer! Und wie kam sie bloß dazu, ihn in das Minental zu schleppen? Hatten sie alle guten Geister verlassen? Er überlegte. Nein, sie nicht. Aber ihren Freund. Er überlegte, ließ seinen Blick zu kire wandern. "Die sind doch beide völlig verrückt", murrte er und schüttelte seinen Kopf. Solche Leute mussten eingesperrt werden, geknebelt und gefesselt, damit sie sich und anderen Leuten nicht weh tun konnten. "Oder am besten von 'ner Klippe gestürzt..", murrte er und zugleich machte sich ein Grinsen auf seinem Gesicht breit. Das war doch mal eine vernünftige Idee! Ob es im Minental steile Klippen gab? "Wenn nicht, fress ich 'nen Besen.."
Fast schon war der Blonde in seiner Traumwelt aus Rache versunken, als ihn eine unerträgliche Stimme in die Realität riss. Succa's Stimme. "Blödes Weib, nicht mal in Ruhe träumen kann man..", er schüttelte seinen Kopf. Frauen hatten auch Tag für Tag nichts besseres zu tun, als den Männern auf die Nerven zugehen, rumzujammern und einen auf Diktatorin machen, furchtbar! "Ich weiß nicht was wir machen. Aber es sieht ganz danach aus, als würden wir uns auf unseren Selbstmord vorbereiten", meinte der Tagelöhner sarkastisch und warf der Schwarzhaarigen einen seiner berühmten, finsteren Blicke zu.
"Es war eine Schnapsidee, hierher zu kommen. Warum hast du mich überhaupt mitgeschleift?! Du willst mich doch umbringen, gib es zu!", funkelte er sie. Sie lachte bloß, machte sich über Cestery lustig. Verdammtes Frauenzimmer!
Grummelnd kroch der Blonde zur Wand, verschränkte seine Arme und starrte sie trotzig an. Sollte sie doch sehen, wie sie ihn dazu überredete, in den glatten Selbstmord,.. pardon, Orks streicheln zu gehen! Er würde sich nicht rühren, nein, keinen einzigen Zentimeter, für keine Frau,.. besonders nicht für diese Frau!
Cesterys launische Art kam ihr gerade Recht und sie warf ihm den Abfall ihres Apfels zu. "Da Kleiner, wenn du was tun willst, dann vergrabe ihn, damit dort dann ein neuer Baum wächst" , endgegente sie mürrisch und Cestery blickte sie mal wieder mit dem "Ich-bring-dich-auch-noch-um" Blick an. Succa stand auf und zog Cestery mit sich. "So Kleiner, du stellst dich jetzt da in die runde Ecke und schweigst und du redest erst wieder wenn ich es dir sage" "Aber..." "Papperlapapp, Ruhe jetzt" "Ähm..." "Was sagte ich. RUHE" "Hast du sie noch..." "Ja ich habe noch alle Tassen bei mir zu Hause im Schrank und nun Ruhe" , sagte sie und setzte sich wieder neben Kire. Cestery wusste gar nicht wie ihm geschah und staunte wohl nicht schlecht. Doch kaum wenig später wurde es ihr zu ruhig. "Cestery, komm her. Hier ist es so ruhig, mir fehlt eine nervende Stimme. Also darfst wieder reden" , grinste Succa und blickte Cestery an. Sie sah wie in ihm die Wut anfing zu brodeln und er schaute sie wütend an. Trotzdem sagte er immernoch nichts und setzte sich schweigend neben sie. Succa fasste in ihren Beutel und holte noch einen Apfel herraus. "Hier iss, nachher wirds sicher anstrengend" , sagte sie und reichte ihrem Schüler den Apfel. Cestery nahm ihr den Apfel aus der Hand und biss herrein.
Succa war klar, dass sie andere Methoden hatte ihren Schülern klar zu machen, wer hier das sagen hatte, auch wenn es wohl anscheinend in ihrer Beziehung zu Kire nicht so klappen würde. Cestery hingegen war immernoch ein kleiner Bursche, wo man nicht unterscheiden konnte 'was' er eigendlich war. Succa schaute ihn an und lächelte dann. "Nachher üben wir noch ein paar Schlagtechniken und ich sag dir eines, hier im Minental braucht man wirklich Ausdauer und Geschick. Schließlich ist man sich hier nie sicher, wo die nächste Gefahr lauert. Also sei immer wachsam, dann kannst du entsprechend wehren" , erklärte sie ihrem Schüler und dieser nickte sie an. "Wenn du dann mit deinem Essen fertig bist, dann kannste gleich an paar Kraftübungen machen und du weißt was ich meine" , grinste sie ihn frech an und Cestery schaute sie entnervt an. "Ja ist ja schon gut" , fluchte er.
Also dieser Cestery, wie Succa ihren Schüler immer nannte, war wirklich ein Junge (oder ein Mädchen?) für sich. Wie alt war er eigentlich? Äußerlich wirkte er mit seinen langen blonden Haaren und den ungewöhnlich dunklen Wimpern jedenfalls nicht sehr weit in seiner Entwicklung fortgeschritten, sein Charakter passte sich dem Äußeren an. Dieses ständige panische und grundlos zickige Verhalten war einfach unglaublich. Es war nicht möglich mal für ein paar Sekunden die Ruhe zu genießen, da hockte sich der kleine Bengel schon trotzig in eine Ecke und begann rumzuquengeln. „Ich will zu meiner Mamie!“ Ja, solche Worte hätten gepasst, wenn man nur die Bilder dieser Szene betrachten würde, doch was seine, eher für ein Mädchen passenden, vollen Lippen verließ, waren meist viel frechere und aufsässigere Worte.
So kam es auch, dass Kire dem weibischen Bengel gerne des Öfteren seine finsteren Blicke zuwarf, die dieser auch gerne frech und übermütig erwiderte. Man konnte förmlich sehen, wie der Hass in ihm aufstieg, wie ein Fass, das langsam zum Überlaufen drohte. Wen hatten sie sich da bloß eingehandelt? Der Söldner war dafür, das wandelnde Hindernis an der nächstgelegenen Orkhöhle auszusetzen. Oder in einem geflochtenen Körbchen auf dem verdreckten Fluss treiben zu lassen, bis er schließlich irgendwo hinter der Palisade ein neues Zuhause finden würde. Vielleicht würden ihn auch die Wargen oder Snapper groß ziehen, und wenn er denn endlich ausgewachsen war, sollte er als gefundenes Fressen für ihre Jungen dienen. Ja diese Pläne gefielen dem Lehrmeister und vermutlich würde er nicht mal mit der Wimper zucken, während er seine finsteren Gedanken in die Tat umsetzte.
Der andere Schüler hingegen, Arkanis sollte sein Name lauten, war dagegen deutlich unscheinbarerer Natur. Er war der typische Tagelöhner, die man oft über die Höfe ziehen sah. Den Eindruck eines Jägers erweckte er mit seiner Lederrüstung ebenfalls, jedoch war er nicht annähernd so ausgerüstet wie es für einen richtigen Jäger erforderlich sein sollte. Er hatte keinen Bogen. Welcher Jäger besaß keinen Bogen? Jedenfalls befand der Söldner die ruhige Art des Einhandschülers als weitaus erträglicher.
Ebenso sein eigener Schüler hielt sich gerne im Hintergrund. Kire beschloss den Weißhaarigen mal ein wenig auszulasten, der wie üblich, selbst bei dieser ungewöhnlichen Wärme für die sonst so kalten bisherigen Tage, mit einem Mantel bekleidet sein Gesicht verdeckt hatte. Vermutlich scheute er das Sonnenlicht, denn sein erschreckendes Gesicht bekam man meist nur gegen Abend zu sehen, während es ihm in der Dunkelheit dann schließlich wieder verborgen blieb.
Kire riss sich von seiner überraschten Freundin los, die noch immer an seinem Arm klammerte um sich zu wärmen, ging auf den am Lagerfeuer hockenden Schüler zu und reichte ihm die beiden Wurfmesser, welche er ihm schon einmal gegeben hatte.
„Wenn dir langweilig ist und wir rasten, kannst du dich ja gerne noch weiter darin üben. Du wirst sie eh besser gebrauchen können als ich, ich hab für diesen Schnickschnack nicht viel übrig“, erklärte er seinem Schüler.
„Versuch dich auch mal an beweglichen Zielen oder aus einer größeren Entfernung, die Zielscheiben waren die ja anscheinend zu leicht“, stellte Kire fest und richtete sich nach einer halben Drehung wieder an die Gruppe.
„Da außer Succa wohl niemand an Proviant gedacht hat, schlage ich vor, dass wir jagen gehen und uns heute Abend ein paar Molerats über dem Feuer grillen.“
Während der Söldner diesen Vorschlag machte, hörte er schon seinen Magen in sich aufgrummeln. Es wurde wirklich Zeit, dass sie an etwas gescheites zu Essen kamen und von diesen mickrigen Äpfeln, die Succa auspackte, würde man ja nie satt werden.
„Hat hier jemand außer mir ne Ahnung vom Jagen?“, fragte er durch die Runde und sah dabei nur in ratlose Gesichter. Scheinbar niemand, denn die Schüler und Lehrer zuckten entweder mit den Schultern oder schüttelten verneinend den Kopf. Das konnte ja heiter werden, dachte der Schwarzhaarige und seufzte einmal auf. Nur von Tölpeln war er umgeben, aber wenigstens konnten sie kämpfen, zumindest die meisten von ihnen.
„In Ordnung, dann schlage ich vor, dass ihr die Beute erlegt, ich sie ausnehme und da ihr das selbst ja nicht könnt, alles für mich behalten werde. Hat jemand Fragen dazu?“
Er selbst grinste sich ins Fäustchen wegen der verdutzten Gesichter der anderen. Aus der Entfernung sah er Succa schon zum Schreien ausholen, weshalb er letztlich doch besser selbst rechtzeitig genug einlenkte.
„Nein, alles nur Spaß. Lasst uns gehen“, zwinkerte Kire, was mit einem „dein Glück“ von seiner Freundin überaus herzlich beantwortet wurde.
Kurz darauf hatten alle ihre Sachen zusammengesucht, das Feuer wurde gelöscht und die Gruppe brach im dämmerigen Abendlicht zur Tierjagd auf. Wahrscheinlich würde dies sein erstes Mal werden, dass der Söldner Gebrauch von seinen Jagdkenntnissen machte.
Offensichtlich war keinem der Gedanke gekommen, dass man vielleicht bei einer Reise ins Minental auch etwas Proviant benötigte. Na ja, eigentlich war es dem Dieb egal. Im Hafenviertel hatte er schon lange gelernt, dass man nicht immer mit einem vollen Bauch aufstehen konnte. Cal war öfters mehrere Tage ohne etwas zu Essen ausgekommen. Daher kam wohl auch seine schmächtige Statur. Allerdings war es ihm gelungen in letzter Zeit durch das Training kräftiger zu werden und ein paar Muskeln aufzubauen. Die Nacht war äußerst mies verlaufen. So wie es aussah musste Kire andauernd mit seiner Freundin, nun hatte Calintz auch endlich ihren Namen erfahren, streiten. Nicht einmal wenn die Sonne untergegangen war mussten sie sich zanken. Lästig...
Hier im Minental war es eigentlich meistens bewölkt, jedoch hatte Cal aus Gewohnheit wieder einmal seine Kapuze tief ins Gesicht gezogen. Nun hatte er auch Zeit gefunden, seine Begleiter genauestens unter die Lupe zu nehmen. Eigentlich waren sie alle ganz okay, mal abgesehen von den frauenähnlichen Cestery. Der Kerl ging ihm gehörig auf die Nerven. Er war auch der Erste der sich darüber beschwert hatte, dass es nichts zu Essen gab. Glücklicherweise konnte ihn Succa dann mit einem Apfel ruhigstellen.
Calintz saß eigentlich den Großteil des Tages unter einem verdorrten Baum und dachte an Murielle. Nur einmal wurde er von Kire aus seinen Gedanken gerissen. Freundlicherweise schenkte er ihm sogar die zwei Übungswurfmesser mit denen er schon einmal trainieren hatte dürfen. So wie es aussah hatte sein Lehrmeister keine Verwendung mehr dafür. Grinsend nahm er die Klingen entgegen und steckte sie sich an den Gürtel. Ihm gefiel es wesentlich besser mit ihnen zu kämpfen, als mit seinem Kris. Das Schwert war ungewöhnlich schwer und Cal war es eigentlich noch immer zu schwer.
Gegen Abend hatte Kire dann die glorreiche Idee jagen zu gehen. Überraschenderweise eröffnete er seinen Begleitern, das er wusste wie man Tiere richtig ausnahm. Also verließ die Gruppe ihre Lagerstelle und gingen los, auf der Suche nach ein paar Molerats. Zur Vorsicht hielt Cal einen Wurfdolch in der Hand um jederzeit auf einen Angriff vorbereitet zu sein. Er bildete die Nachhut der Gruppe. Immer wieder ließ der Dieb seine lichtempfindlichen Augen durch das Gebüsch um sie herum gleiten. Immer auf der Suche nach Feinden. Langsam verschwand auch die Sonne am Horizont und die Nacht brach herein.
Langsam wurde es dunkel und Kire, der die Truppe anführte entzündete eine Fackel. Als Cestery, der vor Cal ging es ihm gleichtun wollte, hielt ihn der Dieb gerade noch davon ab. Würde er einmal in das Feuer sehen würde er zumindestens eine Zeit lang nichts sehen. Das war bei einer Jagd nicht gerade vorteilhaft. Plötzlich vernahm der Tagelöhner ein leises Knacken hinter ihm. Blitzschnell wirbelte er herum und sah drei Wölfe in der Dunkelheit stehen. Durch einen lautes "Achtung" alarmierte der Dieb die Gruppe und überrascht zogen nun auch die Anderen ihre Waffen. Mit einem gezielten Wurf jagte Cal dem ersten Wolf seinen Wurfdolche in die Seite. Mit einem lauten Knurren ging dieser zu Boden. Mit einem zweiten Wurf in den Kopf des Tieres setzte er den Wolf endgültig außer Gefecht. Der würde wohl nicht mehr aufstehen...
Die drei Lehrmeister ließen ihre Schüler diese eher leichten Gegner töten und nach einem kurzen Kampf begann Kire die erlegten Tiere auszunehmen...
Während Kire fachmännisch die Tiere auseinander nahm lehnte Hombre sich gegen einen Baum und zündete sich einen Tabakstängel an. Succa hatte ihm neuen Nachschub besorgt, also würde ihm das Rauchzeug nicht so schnell ausgehen. Kire entfernte gerade knackend einen Zahn eines Wolfes, Succa stritt sich mit ihrem Schüler, dieser Calintz lief durch die Gegend und Arkanis, sein Schüler, stand einfach so rum. Hombre drehte den Stängel mit der Zunge in den anderen Mundwinkel, dann zog er sein Schwert und ging zu dem Schürfer hin.
„So, verehrter Arkanis Gath, heute beginnt der praktische Teil eurer Ausbildung. Zieh dein Schwert.“ Arkanis zog es hervor, es war ein normales, aber nicht minder schlechtes Schwert. „Gut. Du stellst dich jetzt so hin wie ich stehe, das heißt deine Beine brauchen beim Kampf einen sicheren Stand. Du darfst aber nicht einfach dastehen wie eine Statue, immer in Bewegung bleiben. Also, du nimmst jetzt dein Schwert, dass du natürlich nur mit einer Hand führst, hoch, etwa mit der Klingenspitze auf Augenhöhe. Jetzt machst du einen Schritt nach links und nimmst dabei die Klinge schräg zur Seite nach links mit. Du kannst das jetzt noch nach rechts machen. Verstehst du was ich meine? Warte, ich mach es dir kurz vor.“
Hombre vollführte die kleine Übung erst langsam, dann immer schneller und flüssiger. Sein Schüler probierte es danach ein paar mal, nach dem zehnten Mal oder so sah es schon mal gar nicht so schlecht aus. Hombre steckte sein Schwert weg und klopfte ihm auf die Schulter.
„Gut, das übst du jetzt immer wenn mir Rast machen, morgen zeige ich dir dann auch noch was neues.“
Arkanis nickte. Da kam plötzlich Kire auf ihn zu.
„Und, die Tiere alle ausgeschlachtet?“ meinte Hombre grinsend.
„Warts bloß ab, dass mach ich auch noch mit dir,“ entgegnete der andere Söldner. Hombre lachte.
„Können wir weiter?“
„Von mir aus.“
„Gut, wir gehen weiter, packt alles zusammen!“ sagte Kire etwas lauter, damit alle es hören konnten. Sie packten also ihr wenig Hab und Gut ein, dass sie mitgenommen hatten und gingen weiter. Es war nun schon um einiges dunkler, aber man konnte immer noch ein wenig sehen. Aus Sicherheitsgründen hatten sie mal von einer Fackel abgelassen. Aber war das wirklich sicherer? Jedenfalls sah man sie nicht mehr aus der Entfernung.
Nach etwa einer halben Stunde hielten sie an, Succa hatte etwas gehört.
„Was hast du gehört?“ fragte Hombre.
„Was weiß ich, ein Grunzen oder so,“ entgegnete sie genervt. Hombre seufzte.
„Gut, ich und Kire, wir gehen jetzt ein Stück da drüben entlang und sehen uns den weiteren Wegverlauf an, ihr wartet so lange hier.“
„Ich komme mit!“ protestierte die Banditen. Hombre begann sich die Schläfen zu massieren.
„Gut, dann kommst du eben mit, aber nur ein Stück. Jemand muss auch auf die anderen aufpassen, sie können sich zwar verteidigen, aber nicht gegen einen Ork. Also komm schon mit.“
Die drei gingen voran, dann wurde das Grunzen lauter. Ein Ork. Etwa dreißig Meter vor ihnen saß ein Ork und popelte sich in der Nase, hinter ihm lagen mehrere umgefallene Baumstämme.
“Na super, ne Grünhaut,“ raunte es von Kires Seite.
„Die machen wir doch locker platt!“ antwortete Succa enthusiastisch.
„Nicht so schnell, Madame „Ich töte alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist“, ich und Kire sehen uns das noch genauer an. Orks sind so gut wie nie alleine anzutreffen.
„Wenn´s unbedingt sein muss,“ antwortete die Banditin schmollend.
„Gut, du gehst also zu den anderen zurück und wir sehen weiter nach.“
Succa antwortete nicht weiter und die beiden Söldner zogen los. Sie gingen in einem großen Kreisbogen um den Weg herum, bis sie schließlich hinter einem großen Busch angelangt waren, der etwa in einem rechten Winkel zum Weg stand. Nebeneinander schoben sie sich beide ein Blickloch in den Busch, durch das sie hindurchsehen konnten. Man sah nun den sitzenden Ork von der Seite, hinter ihm die Baumstämme, und hinter den Baumstämmen ... saßen drei weitere Orks!
„Puh, da wären wir ja fast in eine Falle getappt. Gut dass wir nicht weitergegangen sind.“
„Ja, zum Glück ... Warte, was ist das!?!“
Hombre und Kire sahen beide wieder zum Weg. Eine schmale, eindeutig weibliche Person versuchte sich an den Ork heranzuschleichen.
„Verdammt, das ist Succa! Diese Idiotin!“ raunte Hombre.
„Was machen wir jetzt? Die Orks machen Wargfutter aus ihr.“
„Keine Ahnung ...“
„Ich habs! Du lenkst die Orks ab und ich hol Succa von da weg.“
Langsam drehte Hombre sich zu Kire, dann waren ihre Gesichter nur noch Millimeter voneinander getrennt.
„Das ist doch jetzt nicht dein Ernst.“
„Das ist mein voller Ernst!“
„Du verlangst von mir!?! ... Gnah! Gut, ich machs.“
„Danke. Wir treffen uns wieder beim Lager, in dem Seitenteil, da wo wir übernachtet haben.“
„Ja ja, nun rette deine Angebetete.“
Kire rannte davon um seine Braut zu retten und Hombre schlich sich fluchend weiter in Richtung Orks. Aus dem Blickwinkel sah er, wie Succa immer näher an den Ork herankam und wie sich eine andere, größere Silhouette sich ihr von hinten näherte. Er fluchte nochmals und beeilte sich. Dann sprang er aus dem Busch heraus und richtete sich zu voller Größe auf. Im Aufstehen packte er noch einen großen Stein.
“HE! Ihr, ihr dummen, moleratgesichtigen, grünpelzigen Schlammpupser! Ja, euch mein ich!“ Er warf den Stein direkt vor die Orks. Die drei drehten ihre hässlichen Gesichter in seine Richtung und zogen ihre Waffen. Hombre packte einen weiteren Stein und warf ihn an den Kopf des größten Orks. Dieser brüllte und die drei hässlichen Viecher nahmen die Verfolgung des nun rennenden Söldners auf.
„Wenn ich den Tag bloß überlebe,“ keuchte der Söldner, da merkte er dass nur zwei der Orks ihn verfolgten. Um die anderen beiden mussten sich wohl die Turteltäubchen kümmern ...
Dieser Ork den Succa gesichtet hatte, schien ganz und gar total widerlich und einfach ekeleregend. Man konnte aus dieser Grünhaut nicht einmal irgendwas machen. Einfach hässlich, gräßlich und total zum erbrechen. Succa hasste sie einfach und erinnerte sich noch an ihre erste Bewegung mit einem Ork, Angus hatte damals der Gruppe das Leben gerettet, so dachte sie zumindest. Das die zwei Herren nun auch noch den Teil ihrer Arbeit machen wollten konnte Succa gar nicht leiden. Sie überhörte es gekonnt und gab den Herren ein Gefühl, dass sie dachten, dass die junge Banditin nicht auf dumme Gedanken kommen würde.
Sie schaute den Beiden zu, wie sie ihre Schritte auf den Ork zumachten. Als sie die beiden nicht mehr sah, witterte sie ihre Chance. Genau mit diesem Ork konnte sie den Männern beweisen, dass auch in ihre eine wahre Kämpferin steckte und sie keinen Mann brauchte um zu überleben. Ihre Schritte setzte sie behutsam voreinander und versuchte sich so leise wie möglich an den Ork herranzuschleichen. Die junge Lehrmeisterin nahm aber nicht wahr, dass Kire und Hombre schon längst die ganze Situation unter Kontrolle hatten und noch drei weitere Orks entdeckten. Sie wusste von all dem nichts und schritt weiter auf den popelnden Ork zu. Ihre Schritte wurden langsamer und es waren nur noch gut 5 Meter zu dem grässlichen Viech. Sie ging in die Hocke und musterte das Monstrum. Es würde schwer werden, denn Ork alleine zu erlegen, aber ihre Chancen standen gut, dass wusste sie und erhob sich wieder. Langsam zog sie ihr Schwert und lief auf den Ork zu.
Plötzlich sah sie Kire um die Ecke rennen und wie er wild fuchtelnd mit seineN armen etwas schrie. Succa traute ihren Augen kaum. War er denn total übergeschnappt, mit seinem rumgefuchtel und rumgehoppse würde er den popelnden Ork aus seiner Unachtsamkeit herrausbekommen und dann wäre es ihre Chance gewesen, ihrem Freund zu beweisen was in ihr steckte. Kaum einen Moment später schaute der Ork sie an und erhob sich mit seinem fetten grünen Arsch. Succa erstarrte vor dem Monstrum, da es doch viel größer war, als sie es sich vorstellt hatte. Ihr Schwert aber trotzdem noch in Position schaute sie kurz zu Kire. Er war schön näher an sie herangekommen und mittlerweile verstand sie ein paar Bruchteile seiner Worter "Orks, Hombre....Ork......3 Hombre.....Orks" , mehr verstand sie nicht. "Hä? 3 Hombre's...Orks? Was soll denn der Schrott. Es gibt nur einen Hombre" , schrie sie ihm endgegen und sah wie ein weiterer Ork um die Ecke kam. Hinter Kire rannte er her und Succa verstand nun was er damit sagen wollte. Doch kaum hatte sie die Worte ihres Freundes verstanden fing sie auch schon an zu kreischen wie am Spies. Der Ork hatte seine Waffe gezogen und rannte nun hinter ihr her. Es war wie im Zirkus, zwei Orks rannten hinter Succa und Kire hinterher und die Dame von Welt kreischte das sie die ganze Insel hätte taub werden müssen.
Hombre rannte immer weiter, hinter ihm hörte er die beiden Orks. Ihre Schritte waren laut, sie trampelten durch die Gegend und veranstalteten einen ziemlichen Lärm. Sie waren zwar schnell, aber behäbig. Der Söldner hingegen war flink. Er schlug einen Haken und versteckte sich hinter einem Baum, er fühlte die knorrige alte Rinde an seinem Rücken. Er wagte es nicht zu auszuatmen, denn er hörte das Wolfsartige Schnüffeln der Orks. Einer war direkt hinter ihm, hinter dem Baum. Hombre hörte die Schritte, wie sie sich von dem Baum wegbewegten. Er atmete leise aus und wollte nachsehen, ob der Ork noch da war, da hörte er das heransausen einer Axt. Schnell warf er sich nach unten, da regnete es schon kleine Holzsplitter und Rinde auf ihn herab. Hombre rollte sich zur Seite ab und war schnell wieder auf den Beinen. Die Axt des Orks war im Baum steckengeblieben und das Ungetüm zerrte nun wie wild dran herum. Der Söldner zog sein Schwert aus der Rückenhalterung und schlug nach dem Ork. Die stählerne Klinge traf den gepanzerten Unterarm, verletzte den Ork dennoch. Das Biest brüllte und lockte so den anderen auch noch an. Verdammt! Dachte sich der Söldner und verstaute das Schwert wieder auf seinem Rücken, denn der Ork hatte seine Axt wieder befreit und der zweite war auch wieder da: Die Verfolgungsjagd ging weiter. Hombre rannte voran, dabei stolperte er einmal und kugelte einen langen Abhang hinunter, die stählernen Dornen seiner Söldnerrüstung verfingen sich in Wurzeln und anderem Erdgezeugs. Er rollte immer weiter, bis er schließlich unsanft am Ende des Hügels ankam. Vorsichtig öffnete er die Augen. Nichts. Keine Orks in der Nähe. Schnell kam er wieder auf die Füße, verschob seine Rüstung in die richtige Position und klopfte den Dreck ab. Endlich waren die blöden Viecher weg!
„BRUAAAAAAAH!!!“ erklang es plötzlich über ihm. Die Orks waren wieder da, einer schwang seine Axt über seinem Kopf. Dann kamen sie näher, sie rannten den Abhang hinunter. Der Söldner hingegen nahm die Beine in die Hand und rannte weiter. Die Orks holten immer weiter auf, er konnte nichts machen. Und auf dem Weg vor ihm lag ein alter, dennoch ziemlich großer Baumstamm. Sein Durchmesser betrug gut und gerne einen Meter, unter ihm hatte es vielleicht einen dreiviertel Meter Platz bis zum Boden. Da würde er nie drüber kommen! Dann hieß es halt drunter kommen ....
Der Söldner nahm Anlauf und allen Mut zusammen, dann warf er sich auf den Boden und rutschte auf dem Bauch unter dem Baumstamm hindurch. Blätter und Dreck flogen im ins Gesicht, er schloss die Augen. Auf der anderen Seite angekommen rappelte er sich wieder auf, er krabbelte kurz auf allen vieren, dann halb gebückt und schließlich kam er wieder auf die Beine. Die Orks hinter ihm blieben vor dem umgefallen Baum standen, dann schwangen sie sich behände drüber. „Verdammt!“ dachte sich der Söldner ein weiteres mal und rannte weiter. Wie sollte er nur aus diesem Schlammassel wieder herauskommen?
Da, endlich wusste er es! Hier war er schon mal gewesen! Hier irgendwo in der Nähe musste ein Fluss sein, und Orks mochten ja bekanntlich Wasser nicht besonders. Hombre schlug einen Haken und rannte plötzlich in eine andere Richtung, vor ihm sah er nichts als Dunkelheit. Hier musste der Fluss doch irgendwo sein! Er rannte weiter, doch plötzlich hatte er keinen Boden mehr unter sich. Der Fluss! Er schloss die Augen und wartete darauf, entweder in feuchtem Nass oder auf trockenen spitzigen Felsen zu landen. Es machte Platsch, was nicht seine zermatschten Knochen waren. Der sonst eher nicht so wasserscheue Söldner bereute es fast in den Fluss gesprungen zu sein, er war ekliger denn je. Überall um ihn herum waren Algen und anderes Zeugs, doch er wagte es nicht aufzutauchen und an Land zu gehen, die Orks waren sicherlich noch in der Gegend. Also tauchte er weiter, bis er sich sicher war dass keine Grünpelze mehr da waren. Frische Luft kam in seine gestressten Lungen, sie brannte, schmeckte ein bisschen bitter. Mit einer Handbewegung wischte er sich mehrere grüne Algen aus dem Gesicht, dann ging er an Land. Seine Rüstung und alles war durchnässt, und überall hingen grüne Algen an ihm herab. Wäre als nächstes noch ein Fisch aus seiner Unterhose herausgekommen, hätte er schreien können. Zuerst wrang er die meiste Flüssigkeit aus dem Fell der Rüstung, dann machte er sich auf den Weg zu den anderen, um Succa mal Gehörig die Meinung zu geigen ...
DraconiZ, UncleBin und Rammius liefen gemeinsam von der Tür aus in Richtung Fluss. Auf dem Weg sahen sie nur einige Orks, die im dunkeln den Laufenden dumm hinterher schauten. Manchen jedoch, den Schlauen anscheinend, fiel auf, dass ihnen gerade die Beute hinweg lief. Mit einem Kriegsschrei rissen sie ihre Waffen aus den Scheiden, nur um zu bemerken, dass die Gardler schon längst an ihnen vorbeigezogen waren. Als sie schließlich am Fluss ankamen, der ein oder andere Ork hatte sich doch entschlossen ihnen zu folgen, konnten sie schon in der Ferne den Pass und die Orks sehen, die ihn bewachten. Da sie von Orks verfolgt wurden, eigentlich war es nur einer, also, da sie von dem Ork verfolgt wurden, kamen sie in Bedrängniss und da sie kein Blut fließen lassen wollten, zumindestens nicht heute Abend, sprangen sie schnell in das erfrischende Nass. Nach einiger Zeit hatten sie auch den Ork abgehängt, der sich anscheinend nicht ins Wasser traute und gingen in Richtung Pass. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg über den Pass, vorbei an weiteren Massen von grünen Dienern Beliars.
Das war natürlich klar, dass sich ausgerechnet seine Freundin wieder aufspielen musste und nicht auf die beiden Söldner hörte, die ihr erstens höher gestellt, zweitens kämpferisch überlegen und drittens sowieso immer mehr Ahnung von etwas hatten als eine Frau es jemals haben konnte. Und jetzt hatte Kire den Salat, durfte ein weiteres Mal den Retter in letzter Not spielen und Succa aus der Hölle, in die sie sich gerade wagemutig hineintastete, befreien. Langsam schlich er sich an die Banditenbraut an, ehe er wild mit den armen umher wedelnd sie auf die drei Orks aufmerksam zu machen versuchte, die hinter den Baumstämmen hockten und sich mit alten Scavengerknochen die brauen Zähne putzten.
Natürlich zog er damit selbst die Blicke der stinkendne Orks auf sich, doch was sollte er anderes tun, wenn seine Freundin sich einfach nicht von ihrer Fährte abbringen ließ. Sie beschaute ihn mit großen Augen und hob plötzlich erschrocken den Finger um auf den herannahenden Ork zu deuten, der sich gerade ohne sein Wissen hinter dem Söldner hervorgehoben hatte und nun wild auf ihn zustürmte. Als surrend das Ziehen des Orkschwertes in seinem Ohr ertönte, brauchte sich der Schwarzhaarige auch nicht weiter umzudrehen um genau zu wissen, was hier vor sich ging.
Succa rannte indes wie am Spieß schreiend davon und lenkte damit die Orks, nun waren es sogar schon zwei von ihrer Sorte, in das nahegelegene Lager, in dem sich auch ihre nichtsahnenden Schüler aufhielten. „Wie dumm konnte man nur sein?“, murmelte Kire vor sich hin und klatschte noch während des hektischen Laufens sich die flache Hand vor die Stirn. Er konnte schreien wie er wollte, die kreischende Stimme der Banditin konnte er nicht übertönen. Vielleicht hätten sie es zu zweit sogar fertig gebracht diese Orks platt zu machen, doch nun brachten sie auch noch unnötig ihre unerfahrenen Schüler in Gefahr, denen vermutlich schon jetzt die erneute Ankunft des streitenden Pärchens nicht entgangen war. Es würde den Söldner nicht einmal wundern, wenn Succa mit ihrem herum Getobe auch noch überflüssiger Weise einige weitere Snapper und Wargen anlocken würde, hatten sie doch mit den beiden Orks schon genug am Hals. Wie ihm kurz darauf einfiel, waren für Hombre alleine ja immer noch zwei der Sorte übrig geblieben und der Schwertkämpfer konnte nur für das Leben seines Freundes hoffen, dass dieser einem Kampf entgehen konnte.
Erst als sie das Lager schließlich erreicht hatten und die beiden Orks hinter ihnen schon einige nahe Bäume gefällt hatten, schien der Banditin bewusst zu werden, was sie mal wieder angestellt hatte. Kire hingegen versuchte seine Wut zu zügeln und probierte stattdessen Herr der Lage zu bleiben.
„Zieht eure Waffen. Jetzt wird es ernst! Die schwächeren bleiben hinten!“, schrie er zu den Schülern, die nun bei ihrem Training unterbrochen wurden und ihnen unfreiwilliger Weise eine neue, anspruchsvollere Aufgabe zuteil wurde. „Mit euch werden wir schon fertig“, grummelte Kire und schaffte es nur mit Mühe den gewaltigen Schlächter des Orks, der unnachgiebig auf den Söldner niederschmetterte, zu parieren.
Calintz war gerade mitten in seinen Konditionsübungen, als plötzlich Succa schreiend aus dem Gebüsch hervorbrach. Alarmiert sprang der Dieb auf und schlug seine Kapuze zurück um die Gefahr besser sehen zu können. Und da waren sie schon. Zwei Orks liefen hinter der Banditin her und stürzten sich sofort brüllend auf die ahnungslosen Schüler. Wie von selbst zog Cal mit der rechten Hand sein Schwert und schleuderte gleichzeitig einen seiner Wurfdolche auf die angreifenden Grünhäute. Surrend flog die Klinge durch die Luft und traf einen der Orks direkt in seinen fetten Wamst. Mit einem recht dümmlichen Gesichtsausdruck starrte dieser auf den Dolch der sich tief in seinen Bauch gebohrt hatte. Doch er machte nicht die geringsten Anstalten ihn wieder herauszuziehen sondern stürmte weiter auf den Dieb zu.
Cestery und Arkanis waren mit dem zweiten Ork beschäftigt und da weder Kire noch Hombre Cal trotz seiner Nachtsicht nirgends erkennen konnte musste sich der Dieb alleine den zweiten Grünhäuter widmen. Mit einer irrsinnigen Wucht ließ die Bestie ihre grobschlächtige Axt auf den Tagelöhner niederschmettern und dieser konnte sich gerade noch mit einem gewagten Sprung zur Seite retten. Mit einem Grunzen drehte sich sein Gegner zu ihm und holte wieder aus. Noch einmal sprang Cal zur Seite doch er lief um den Ork herum und schlug ihm so kraftvoll es ging mit dem Kris auf den Rücken. Das Untier schrie laut auf und wirbelte herum. Schnell warf sich Calintz zu Boden um den Schlag zu entkommen. Und wieder gelang es ihm dem Ork durch eine Rolle seitwärts zu entwischen. So leicht gab sein Gegner allerdings nicht auf. Unvorsichtig lief er wieder auf den Tagelöhner zu. Dieser hatte allerdings schon wieder einen Wurfdolch in der linken Hand und ließ diesen nach vorne schnellen. Volltreffer...die Klinge bohrte sich in das Fleisch des Grünhäuters und blieb direkt unter dessen rechtem Schulterblatt stecken.
"Oh oh...", dachte Cal.
Nun war das Vieh so richtig sauer. Schaum quoll aus dem Mund des Orks und ein mächtiger Schlag schleuderte den Dieb zu Boden. Wenigstens hatte ihn der Grünhäuter nur mit seiner riesigen Pranke einen Schlag versetzt...wenigstens... Ein letztes Ass hatte der Tagelöhner noch im Ärmel. Seinen wertvollen Dolch Blutrache. Als er die Klinge gezogen hatte bemerkte er, dass der Ork direkt über ihm stand. Die Axt unheilvoll über seinem Haupt erhoben.
"Nun ist es endgültig aus...", dachte der Weißhaarige.
Da fiel ihm auf, dass das Untier ziemliche O-Beine hatte und geistesgegenwärtig kroch er unter dem stinkenden Unhold hindurch. Der dumme Ork hatte inzwischen seine Axt tief in den Boden gerammt und versuchte nun sie wieder herauszuziehen. Calintz sprang auf und jagte dem Grünhäuter erst einmal die schwarze Klinge seines Dolches ins Fleisch. Ein ohrenbetäubender Schrei entrag der Bestie und um den Ork den Rest zu geben stach er seinen Kris noch in seinen Gegner hinein, bis das Ende des Schwertes bei der Brust des Orks herausragte. Mit einem Röcheln sank der Scherge Beliars zu Boden und hauchte sein Leben aus. Schnell zog der Dieb seine Waffe wieder aus dem Fleisch des Toten und eilte seinen Freunden zu Hilfe...
Lina Suavis
20.04.2006, 00:20
Innerlich dankte Lina ihrem Gott dafür, dass sie das Teleportieren eher gewohnt war, als Sly. Anders als ihm war es der Priesterin nämlich eher mehr denn weniger gelungen, sanft und - was augenblicklich noch wichtiger schien - auf den Füßen stehend den vertrockneten Boden des Minentals zu berühren. Es hatte zwar einen Moment der Konzentration bedurft, um die Beine derartig zu belasten, dass sie das Gewicht ihrer Besitzerin abfedern konnten, und es wirkte im Nachhinein schwieriger, als erwartet, doch war es der Magierin nun möglich, zu ihrem Begleiter zu eilen. Besorgt warf sich die junge Frau auf die Knie ohne dabei einen Wert auf die Sauberkeit ihrer Tracht zu legen. Immerhin war die Robe ohnehin schon von der tümpelartig braunen, hüfthohen Flüssigkeit verschmutzt, die irgendwann einmal Wasser gewesen war (jedenfalls glaubte Lina das) und ihren drückenden Geruch gar nicht so weit von den Beiden entfernt an die Luft absonderte. Zudem besaß der Boden hier eine Trockenheit, der es eher zuzuschreiben wäre, die Priesterin zum Niesen zu bringen, als ihre Kleider zu verschmutzen. Weitaus wichtiger allerdings war der Zustand ihres Begleiters, der leblos auf dem harten Boden lag. Ein unangebrachter Anflug von panischer Apathie übermannte die Magierin nicht nur körperlich sondern schien auch ihren Geist lahm legen zu wollen. Gedankenlos starrte sie einige Momente lang über den Körper des Kämpfers hinweg in die Richtung einer nahen Felswand ohne dabei allerdings wirklich den Stein anzublicken. Eher schien ihr Blick den Berg durchbohren zu wollen, um an der anderen Seite wieder austreten und in die ewige Leere starren zu können. Unbewusst schluckte Lina schwer in diesem stillen Augenblick, der sie umwob wie das Rauschen des Meeres an einem von Sonnenschein und bloß einer schwachen, aber angenehm kühlenden Briese geschwängerten Tag.
Ihr war nicht bewusst, wie viel Zeit verging, während sie dort hockte, doch unterbrach ein jähes Geräusch, das einem bekannten Grollen glich, den kriegenden Frieden im Inneren der Priesterin. Sie blickte hinauf und sah einen schwarzen Fleck über ihr fliegen. Er war unförmig, hatte breite Flügel und trug scheinbar einen Menschen auf dem Rücken. Bevor Lina wirklich realisieren konnte, dass der Magier sich soeben davon machte, war er schon vom Himmel verschwunden und fixierte die Gedanken der jungen Schwarzmagierin auf die Realität. Jene Wirklichkeit, in der Sly heilende Hilfe zu brauchen schien und Lina sich endlich wieder an die Lehre bei Ceron erinnern konnte. Blöd war bloß, dass es der Heilerin unmöglich war, ohne jedwedes Mittel, das wenigstens annährend einer Bandage ähnelte, etwas für den Verletzten zu tun. Wir müssen hier weg, sprach eine innere Stimme, die wieder mehr ihr eigene war. Prüfende Blicke gingen von ihr aus. Das neue Minental war der Magierin viel zu unbekannt, als dass sie auch nur erahnen konnte, wo die Orks ihre Lager aufgeschlagen hatten. Einzig die Silhouette der Burg auf der einen Seite und, etwas weiter links von ihr, der Gebirgspfad zum Pass dienten als Anhaltspunkte zur Orientierung, die sie auch nicht viel weiter brachten. Sollte sie etwas zur Burg gehen? Zu den Paladinen? - Nein. Aber die Alternative war wohl… Lina überlegte kurz und griff dann in ihren Runenbeutel, um ein Schattenläuferskelett zu beschwören. Sie erhoffte sich, es wäre leise genug, um die Orks nicht auf sich aufmerksam zu machen. Ansonsten konnte es noch immer angreifen. Sie mussten schnell zum Kastell und Slys Wunden versorgen.
Der böse alte Magier war schon längst aus den Gedanken der Priesterin verbannt, als sie neben ihrem Schattenläufer, der den Krieger auf seinem Rücken trug, und völlig auf ihre Umgebung konzentriert in Richtung des Weges schritt.
Seltsam, sie hatte diesen Ort irgendwie düsterer im Gedächtnis, jetzt wirkte es fast anheimelnd, dass man es sich hier richtig gemütlich machen könnte. Diese erbärmlichen Paladine auf dieser Seite des Passes hatten noch versucht, dieses 'ach so verletzliche kleine Mädchen' aufzuhalten, wieder typisch für diese fanatischen Anhänger Innos', besonders für die Männlichen. Sehen eine Frau und denken, dass sie ohne die starke Hand eines Mannes gleich verloren wäre. Pah, am liebsten hätte sie sie gleich mit einem Feuergolem überrascht, dann hätte sich schon gezeigt, wer hier Hilfe brauchte.
Aber egal, eigentlich sollte sie ja ignorieren, was die zu sagen hatten, es war doch pure Verschwundung, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Es war auch völlig unnötig gewesen, den nicht einmal der Orkwachposten auf der anderen Seite des Passes hatte sie im Schutze der Dunkelheit kommen sehen, dabei hatte sie sogar noch die Rune des Schattenläufers griffbereit gehalten, wenn ein kurzes Ablenkungsmanöver von Nöten gewesen wäre, aber scheinbar hielten die nur nach heranstürmenden Rittern in glänzenden Rüstungen ausschau, dass die kleine zierliche Gestalt in Schwarz und Dunkelrot nicht weiter auffiel. Es genügte schon, sich immer wieder geduckt gegen die Felswand zu drücken und ab und zu ein wenig weiter zu robben, wenn die Blicke des Orks in die andere Richtung gelenkt waren, bis der schwache Schein des Fackelfeuers schon wieder ausser Reichweite war und das Minental offen vor ihr lag.
In weiter ferne konnte sie auch schon erahnen, wohin es sie zog. Es schwacher roter Schein, umgeben von der sonst so dunklen Nacht. Es wirkte fast wie ein blutroter Stern, der auf die Erde herabgestürtzt war, wer das tal kannte, wusste jedoch, dass das die feuer des Vulkans waren, auf dessen Gipfel der Lavaturm thronte, das letzte Überbleibsel des Kastells, bevor dieses durch die Hand Beliars selbst versetzt worden war. Sie wusste nicht genau, was sie dort zu finden erhoffte, vielleicht den fehlenden Teil von ihr, so wie dieser Turm dem Kastell fehlte.
Arkanis Gath
20.04.2006, 01:55
Die Nacht brach hinein, als die Gruppe von Onars Hof sich auf den Weg ins Minental machte und eine mehr oder minder kühle Brise bestätigte wieder einmal, dass es noch einige Zeit bis zum Sommer dauern würde. Hombre, Arkanis Lehrmeister für den einhändigen Schwertkampf, führte die Truppe aufgrund seiner fortgeschrittenen Schleichkunst. Der Wind zischte leise über die Felsen und durch die Große Schlucht, in der sie standen. Dies war also der Pass, von dem man immer so viel von den Leuten hörte. Vor allem die Bauern hatten mächtig viel über diese Gegend zu erzählen. Und das zu Recht: Der Schürfer merkte, wie sich sein Umfeld veränderte. Die Bäume waren knorrig und teils vertrocknet und das wenige Gras, welches hier wuchs, gelb und zäh. Irgendwas war hier mächtig faul, wusste Arkanis; Unbehagen schien förmlich in der Luft zu liegen und es wäre mehr als ratsam, Nachts stets ein Auge offen zu halten.
Hombre führte die kleine Gruppe durch einen Minenschacht und danach an ein etwas abgelegenes Plätzchen, welches laut des Söldners vorerst sicher sein sollte. Blieb zu hoffen, denn auf einen Kampf mit Orks hatte hier niemand wirklich Lust, so wie es schien und schon gar nicht bei nacht. Die Gruppe schlug ihr Lager auf und wärmte sich erstmal am warmen Feuer. Arkanis blickte auf die einzelnen Gruppenmitglieder, welche mit den verschiedensten Dingen beschäftigt zu sein schienen. Hombre, sein Lehrmeister, saß im Halbschlaf am Feuer und steckte sich zwischendurch immer wieder einen dieser Krautstengel an. Der Söldner schien von entspannter Natur, doch wenn es darum ging, etwas auf die Beine zu stellen, war er nicht zimperlich, auch mal etwas Druck zu machen. Sicher würde der Schürfer noch viel von ihm lernen. Der andere Söldner, Kire sein Name, unterhielt sich mit seiner Gefährtin über Dinge, die Arkanis weder verstand, noch sich die mühe machte, sie zu verstehen. Als gelernter Dieb hatte mehr als genug Erfahrung über Privatsphäre - egal, wie man diesen Begriff interpretieren mochte. Dann waren da noch die beiden anderen Schüler: Cestery, ein blonder und wie es schien, gereizter Jungspund und Calintz, zweifellos ein Dieb. Er kannte das verhalten des Tagelöhners zu gut. Stets abseits im Schatten, die Kapuze weit übergezogen, saß er dort und beobachtete die mittlerweile finstere Gegend.
Nach einer Weile erhob sich Hombre und holte Arkanis zu sich; Zeit für Schwertübungen.
"So, verehrter Arkanis Gath, heute beginnt der praktische Teil eurer Ausbildung. Zieh dein Schwert." Er zeigte ihm die Grundstellung und eine gewisse Seitwärtsschritten. Bewegung wäre wichtig, meinte der Schwertmeister und begutachtete noch einige Minuten Arkanis' erste Versuche, bis er ihm zufrieden auf die Schulter klopfte und darauf hinwies, weiter zu machen. Die Klinge des Schürfers schien nun etwas lockerer durch die Luft zu schwingen und Arkanis fuhr repititiv fort.
"Wir gehen weiter, packt alles zusammen!", sprach der Söldner Kire und nach wenigen augenblicken konnte es wieder losgehen. Die drei Schüler hielten sich im Hintergrund, während Hombre, Succa und Kire vorangingen und sie hoffentlich vor blutigen Überraschungen bewahrten. Da es durch die aus Sicherheitsgründen weggelassene Fackel unmöglich war, klar zu erkennen, was die nächsten 50 meter auf sie zu kam, deuteten die Lehrmeister darauf hin, hier erst einmal auszuharren, während sie selbst weiter voranschreiteten. Vorsichtig zog Arkanis seine Klinge, übte ein wenig weiter und hoffte, dass sie diese Nacht ohne Kämpfe auskommen würden.
Die drei Schwertmeister waren schon einige Minuten weg und bisher war noch kein Geräusch ertönt, bis auf das seichte Heulen des Windes. Ohne das wärmende Feuer wurde es kühler und der Schürfer wiederholte die Übung wieder und wieder, um sich von innen aufzuwärmen.
Doch die Ruhe war nicht von allzu langer dauer. Eine weibliche schreinde Stimme erklang und Arkanis wusste: Succa! Irgendwas musste schief gelaufen sein und er wusste nicht mal ansatzweise, was er nun tun sollte. Reflexartig sprang er hinter die nächste Deckung, ein dicker Baumstumpf, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Cestery folgte wenige Sekunden später und Calintz war vollkommen mit den Schatten verschmolzen. Mittlerweile waren Kire und Succa völlig außer Atem angekommen, doch mehr als bereit, sich ihren Verfolgern zu stellen. Die Schwerter der Kämpfer zischten aus ihren Halftern und mit grimmiger Stimme orderte der schwarzhaarige Söldner den Rest der Truppe an: "Zieht eure Waffen. Jetzt wird es ernst! Die schwächeren bleiben hinten!" Wenige Sekunden erschien auch schon einer der ungewiss vielen Orks und stürzte sich schreiend auf Kire.
"Mit euch werden wir schon fertig!", war dessen Antwort auf die Kampfrufe des Orks und entkam dem riesigen Spalter des Giganten.
Cestery und Arkanis sprangen aus ihrer Deckung und überlegten, wie sie ihren Kumpanen zur Seite stehen konnten. Während Succa und Kire einige Meter weiter sich mit einigen, sie wussten nicht wie viele, Orks beschäftigten, versuchten die beiden Schüler, sich einen etwas abseits stehenden Ork rauszupicken und ihm von mehreren Seiten zu konfrontieren. Zwar konnten sie das Biest kaum bezwingen, doch sie waren flink genug, den tumben Angriffen des Grünfells auszuweichen. Mittlerweile trennte sich die Gruppe immer weiter und Ces und Arkanis waren nun mehr oder minder mit dem Ork allein. Von zwei Seiten wurde das Monster bedrängt und die felsige Gegend erwies sich als sehr nützlich für die beiden. Immer wieder bewarfen sie ihn mit Steinen und rollten ihm letzere unter die Füße, sodass der Ork kurz davor war zu stolpern und so war es auch möglich zwischendurch den ein oder anderen Stich mit dem Schwert zu wagen. Völlig außer sich, schrie der Ork in Rage, offensichtlich bewusst, dass er sich auf einen der beiden konzentrieren musste. Doch Erschöpfung überkam ihn und die beiden flinken Menschen wollten nicht von ihm ablassen. Immer schwieriger wurde es, den Steinen auszuweichen und über seinen Schmerz hinwegzusehen.
Schließlich erwischte ein massiger brocken die Schläfe des Orks und der Grunzer merkte, wie er fiel... in die Schwärze der Bewusstlosigkeit.
Wütend. Verdammt wütend. Das beschrieb den Gemütszustand des Söldners wohl am Besten. Er fischte sich noch schnell die letzte grüne, wabbelige Alge aus dem Haar, dann setzte er seinen Weg fort. Die gesamte Nacht hatte er mit unzähligem Ungeziefer wie Snappern oder Wölfen zu tun gehabt. Und alles nur wegen dieser einen Banditin! Er achtete nicht mehr auf seine Schritte, er war laut, ihm war es egal ob ihm jetzt ein Ork oder ein Troll entgegen kommen würde, er würde alles aus dem Weg räumen.
„Ugga! Gwa, gwa!“ kam es ihm entgegen. Er sah sich verwundert um. Hatte da gerade etwas gequäkt?
„Gwa! Gwa!“ Schon wieder! Hombre blickte verstört um sich. Nirgendwo war was zu sehen. „Gwa!“ Es kam immer näher! „GWA!“ Da stand es vor ihm. Ein Goblin. Drohend hob er seine Keule über seinem übergroßen Kopf. Hombre zog eine Augenbraue nach oben. Ein Goblin? Der Söldner beachtete das kleine Ding nicht weiter und setzte seinen Weg fort. „Gwa!“ ertönte es wütend hinter ihm. „Gwa!!!“ nochmals. Jetzt wurde es ihm zu dumm. Er drehte auf dem Absatz herum, rannte auf das kleine Ding zu, packte es am Hals und hob es nach oben. Vor Schreck ließ das kleine Biest seine Keule fallen. „GwaGwaGwa!“ schrie es dann. „GwaGwaGwa,“ imitierte Hombre. „Kannst du nichts anderes sagen? Weißt du was ich für einen beschissenen Tag hatte? Und jetzt kommst du daher, der große Macker des Minentals!“ Der Goblin sah ihn nur an. „Ja, was denkst du was ich jetzt mit dir mache?“ Die Augen des Goblins wurden größer. Hombre hingegen sah sich um. Da! Er lief auf den ausgesuchten Platz zu, es war ein ausgehöhlter Baumstumpf, die Öffnung war gerade so groß wie der Goblin. Mit zwei Händen packte er das kleine Biest und stopfte es hinein, man konnte noch ein gedämpftes Gwa! hören, mehr aber nicht. Zufrieden klatschte er in die Hände, er fühlte sich nun wenigstens ein bisschen besser. „Nun, zurück zu den anderen.“
Mühsam quetschte der Söldner sich durch den Eingang, dann sah er schon die anderen. Calintz, der Blondschopf und Arkanis saßen am Feuer und die anderen beiden, Kire und Succa, unterhielten sich leise. Hombre marschierte sofort auf die Banditin zu, sie sah ihn und wurde bleich.
„So, Madame, wie war nun Ihr Tête-à-Tête mit dem bösen, kleinen Ork? War es zu Ihrem Vergnügen?“ sagte er in einer zuckersüßen Tonlage. „Oder hatten Sie etwa Probleme, mit den zwei verdammt großen Orks!“ er wurde immer lauter. „Sag mal, hast du den Verstand verloren? Wie konntest du nur so dumm sein und einfach auf einen Ork zulaufen? Du, ich hab da hinten einen Drachen gesehen, ich glaube den könntest du noch schaffen, geh ihn doch einfach mal besuchen! Ich glaubs einfach nicht! Wie konntest du nur so dämlich sein!“
Er sagte nichts mehr, er massierte nur noch seine Schläfen. Das machte er irgendwie immer, wenn er sich aufregte.
„Ab jetzt, hörst du auf das was Kire oder ich dir sagen. Verstanden?“ sprach er nun leiser, und eindeutig ernster.
Während Arkanis und dieses Cestery ihren Ork mit Steinen bewarfen bis dieser zur Bewusstlosigkeit getrieben wurde, hatte vor allem Calintz den Söldner mit seiner Geschicklichkeit im Kampf überrascht. Aus dem Augenwinkel heraus hatte Kire beobachten können, wie der Weißhaarige es ganz alleine, auch wenn es dabei manchmal mehr als knapp wirkte, mit dem Ork aufgenommen hatte. Er war sicher nicht mehr weit dem Ende der Ausbildung entfernt und es erfreute den Schwertkämpfer zu sehen, was aus dem einstigen, unglaublich schmächtigen Schüler geworden war.
Nun an dem neuen Morgen, als auch die Orks ihnen von der Pelle gerückt waren, kam plötzlich Hombre angerannt. Noch immer klebten ihm grüne schleimige Algen im Gesicht und von den am Feuer sitzenden Abenteurern konnte sich wohl ein jeder denken, was der Söldner angestellt hatte. Er hatte seine Rettung im dreckigen mit Lurkerkacke übersäten Fluss finden müssen um noch einmal glimpflich vor den Orks zu entkommen. Und nun stürmte er direkt auf Succa zu und stauchte sie zusammen. Die arme Banditin wusste gar nicht, was sie sagen sollte sondern klammerte sich stattdessen mit jedem Wort, das der Söldner ihr an den Kopf warf, noch weiter an ihrem Freund fest. Schließlich begann sie sogar wie ein Schlosshund zu heulen und drückte ihren Kopf an seine Schulter. Nur kurz grinste er Hombre an, anstatt ihn dafür zurecht zu weisen, was er eigentlich hätte tun sollen, ehe er sachte seine starke Hand an ihren Kopf legte und in beruhigender Stimme zu ihr sprach.
„Es wird alles wieder gut, Hombre meint es nicht so. Er ist ein ganz Böser“, gaukelte er und musste ein weiteres Mal grinsen. „Das habe ich doch nicht gewollt, woher sollte ich denn wissen, dass da noch drei Orks sind? Es tut mir alles so leid“, jaulte sie wieder und schniefte in den Ärmel ihres Freundes.
„Weil wir dir mehrmals gesagt haben, dass wir nach weiteren Orks Ausschau halten werden, du, du..“, keifte Hombre wieder dazwischen, was das Geheule der sensiblen Frau noch um einiges lauter werden ließ.
„Es ist ja nichts passiert“, beruhigte Kire erneut und tätschelte mit der einen Hand den Kopf seiner Freundin, während er mit der anderen die Moleratkeulen des vorherigen Tages auf Ästen aufgespießt über das Feuer hielt. Jedenfalls war das keine wirklich gute Methode das Fleisch zu braten, wie er mit lahmen Arm langsam aber sicher feststellte.
Calintz saß auf einem umgestürzten Baum und reinigte seine Waffen von dem Blut der Grünhäuter. Es war ein harter Kampf gewesen...besser gesagt es war sein bisher Härtester gewesen. Der Dieb konnte es immer noch nicht ganz glauben, dass er ganz alleine einen Ork getötet hatte. Alles war ganz plötzlich geschehen. Jede Bewegung, jeder Schlag...es war wie als hätte ihn seine Intuition durch den Kampf geleitet und ihn immer wieder aus Situationen gerettet, die ihm fast das Leben gekostet hätten. Nachdenklich sah sich der Tagelöhner um. Diese Umgebung gefiel ihm überhaupt nicht. Überall standen verwitterte und blätterlose Bäume herum. Selbst die Nacht schien hier schwärzer als sonst wo zu sein. Doch das war ihm eher noch egal, ihm störte es nur, dass sie jederzeit wieder von irgendwelchen stinkenden Orks angefallen werden konnten.
Seine Begleiter waren gerade dabei hinter ihm ein Feuer zu entfachen. Missmutig wandte er sich von ihnen ab und zog seine Wurfdolche aus dem Gürtel. Um seine ganzen angestauten Ärger etwas Luft zu machen begann er die Klinge auf einen alten und knorrigen Baum zu werfen. Jeder Wurf saß und bald wurde ihm die Übung langweilig. Also begann der Dieb eine Rolle zu machen und in der Bewegung noch den Dolch auf sein Ziel zu werfen. Anfangs hatte er keinen Erfolg doch nach und nach schienen die Klingen ihr Ziel zu finden und blieben in dem abgestorbenen Holz stecken.
Währenddessen begann Kire wieder etwas Fleisch zu braten und ein verführerischer Duft drang an die Nase des Diebes...
Die feuchte Luft des Minentals trieb den dunkelblauen Rauch des Tabakstängels immer weiter dem Himmel entgegen, der Mond stand heute in voller Pracht am Himmelszelt. Es war eine wundervolle Nacht, man hörte die Grillen zirpen, die Blätter im Wind rauschen, und irgendwo, weit entfernt hörte man noch das Furzen eines Orks. Der Winter war schon längere Zeit nicht mehr im Lande, schon länger erstreckte sich der Frühling über das Land, doch das sagenumwobene Minental blieb anscheinend unbeachtet. Trister und öder als jede Wüste, gefahrenvoller als alle Kriegsgebiete, dunkler als Beliars Reich. Doch es hatte auch seine gute Seite: Man konnte hier wirklich seine Ruhe haben, wenn man es darauf anlegte. Man musste nur den Orks, den Wargen und den anderen tausend Viechern aus dem Weg gehen, überall konnte man seine Ruhe finden. Und der Söldner hatte auf diesem Felsvorsprung seinen Ruheplatz entdeckt. Er lag hoch oben über dem Lager, dass die Gruppe aufgeschlagen hatte, von hier aus konnte man fast das gesamte Tal überblicken, man sah die Palisade der Orks, die niemandem Durchlass gab, die große Burg, das Zentrum des Minentals, die Eisregion, welche sich im Nordwesten erstreckte, der Sumpf, den Vulkan, die verschiedenen Flüsse und Bäche, einfach alles. Der Himmel war wolkenlos, die Sterne schienen heller denn je zu strahlen. Der Mond in seiner vollen Pracht war riesig, er schien direkt über der Insel Khorinis zu liegen. Hombre, der einsame Söldner unter Lee, ein Wanderer, ein Kämpfer, ein einfacher Mann. Er saß dort und rauchte einen Apfeltabakstängel. Nicht das berühmte Sumpfkraut aus dem Sumpftal, die Templer und Gurus waren berühmt dafür, er aber rauchte lieber den Apfeltabak. Er machte einen weiteren Zug. Seine Hand fuhr über das raue Gestein der großen Felsplattform, auf der er saß.
„Eine wundervolle Nacht,“ sagte eine Stimme hinter ihm, sie war ruhig und sanft, was normalerweise gar nicht zu dem Mann passte der da sprach.
„Ja, das ist sie,“ antwortete Hombre ohne sich umzudrehen. Er kannte den Sprecher.
„Das was du vorher gesagt hast ... du hättest etwas nachsichtiger sein können,“ sprach der andere Söldner und setzte sich neben seinen alten Freund. Hombre sah weiterhin den Mond an, der Bann ließ ihn nicht los.
„Du kennst mich doch langsam, ich habe es nicht so gemeint. Ich habe überreagiert, und im Nachhinein tut es mir auch Leid, aber du musst es auch von meinem Standpunkt aus sehen. Wir beide sind verantwortlich für diese Gruppe, wir sind die Erfahrensten hier. Sollte auch nur einer von ihnen sterben, so lastet es auf unseren Schultern. Das ist eine große Verantwortung, verdammt groß. Und sie hat das einfach mit dieser Handlung auf Messers Schneide gesetzt. Sie hätte dabei sterben können, und ich bezweifle dir hätte das gefallen ...“
Beide schwiegen, die Ruhe der Nacht umfing sie. Irgendwo am Horizont wurde Feuer gen Himmel gespuckt, in der Nähe des Vulkans. Hombre machte einen weiteren Zug, dann bließ er den Rauch in einem runden Kreis in das sternenreiche Himmelszelt.
„Liebst du sie?“ fragte Hombre seinen Kumpanen, ohne auch nur vom Himmel abzusehen.
Der Söldner sollte schnell bereut haben, den schönen, stillen Moment der kühlen Nacht auszunutzen um ein wenig mit seinem alten Freund zu plaudern. Die Nacht war sternenklar, hinter ihnen knisterte berauschend das Feuer und die anderen waren schon dabei zu schlafen oder noch ein wenig zu trainieren. In der Ferne sah Kire Calintz ein weiteres Mal mit den Messern üben und musste feststellen, dass dieser sich bereits bei Weitem besser darauf verstand mit den Wurfmessern umzugehen als er selber. Vor ihm, auf ein paar umgestürzten Baumstämmen, saß Hombre mit seinem Apfeltabak bewaffnet und blies den Dunst hinauf in die Nacht, in der er von dem tiefstehenden Mondlicht erfasst wurde.
Zu seinem Unmut entwickelte sich die kleine Plauderei jedoch mehr denn je in ein unangenehmes, verzwicktes Gespräch. Kire war sich der bisherigen Verantwortung, die auf seinen Schultern lastete, nie bewusst gewesen. Stattdessen hatte er darauf vertraut, dass die anderen wussten, was sie taten und er sich nicht weiter darum kümmern müsste. Doch der nachdenkliche Söldner hatte ihm nun unweigerlich die Augen geöffnet, die zuvor vor dem geschlossen waren, was im Grunde offensichtlich war: Sie waren hier in ständiger Lebensgefahr und ihre Schüler hofften darauf, dass ihre Lehrer sie im Notfall beschützen würden. Für Kire war dieses Gefühl noch viel mehr als eine Last, sie erschwerte sein Gemüt und ließ die Schönheit der Nacht schnell in den Hintergrund rücken.
Und dann diese nächste Frage von dem Blondhaarigen, die ihn auch vollends irritierte. Natürlich liebte er Succa! Aber konnte er das so offen zugeben? Konnte er das trotz seines übermenschlichen Stolzes, der oftmals fast gänzlich Besitz von dem Schwertkämpfer ergriff, seinem alten Freund gestehen? Plötzlich fühlte er sich komplett aus der Bahn geworfen, mochte schon gar nicht mehr die saftige Moleratkeule essen, die langsam aus seinen Händen glitt. Äußerlich mochten nur wenige zögernde Sekunden vergangen sein, doch innerlich führte er einen fast minutenlangen Kampf gegen seine eigene Entrüstung, für oder gegen das Zugeständnis seiner Liebe zu der Banditin.
„Natürlich“, verließ es recht zögerlich seine Lippen und klang dabei nicht gerade überzeugt, doch es war ein Anfang und für ihn schon ein großer Schritt, den er vielleicht nicht noch einmal gehen würde.
„Warum so nachdenklich? Wovor hast du Angst? Vor der Zukunft? Schau uns doch mal an, kannst du dich noch daran erinnern, wie wir vor Monaten zusammen Rüben gesammelt haben um uns auf dem Hof unser dürftiges Geld zu verdienen? Und jetzt sieh mal, was aus uns geworden ist. Wir sind nun selbst die Söldner, zu denen wir einst aufgeschaut haben. Da kann noch eine Menge vor uns liegen“, meinte der Schwarzhaarige in einem Optimismus, der ihn selbst völlig überraschte, doch dies war seine Chance nun selbst das Gespräch zu lenken, ehe es zu noch mehr unangenehmen Fragen seines alten Freundes kam.
Einmal blickte er zurück, auf das Feuer das hinter ihnen loderte und von dort auf seine Freundin, die in ihren Decken eingerollt, seelenruhig schlummerte. Er sah ihre schönen, glasklaren Augen vor sich und in eben diesen sah er, obwohl er nicht zum Himmel schaute, die Sterne hell aufleuchten. Ja, er liebte sie wirklich.
„Warum so nachdenklich? Wovor hast du Angst? Vor der Zukunft? Schau uns doch mal an, kannst du dich noch daran erinnern, wie wir vor Monaten zusammen Rüben gesammelt haben um uns auf dem Hof unser dürftiges Geld zu verdienen? Und jetzt sieh mal, was aus uns geworden ist. Wir sind nun selbst die Söldner, zu denen wir einst aufgeschaut haben. Da kann noch eine Menge vor uns liegen“, sprach Kire mit einem unglaublichen Optimismus, den Hombre nicht teilen konnte.
„Ja, es ist schon lange her, das mit den Rüben. Schon fast ein Jahr. Wir sind auf jeden Fall älter geworden, wenn ich nicht sogar behaupten dürfte reifer. Es hat sich so viel verändert ... Und jetzt, jetzt sind wir Söldner des Lee. Ich glaube dir, dass noch eine Menge vor uns liegt, doch ich bezweifle dass alles Heldentaten sein werden. Helden ... gibt es so etwas überhaupt?“
Es schien, als hätte er seine Frage an den Himmel gerichtet, an die Götter der Gläubigen, denn niemand antwortete ihm.
„Ich weißt nicht wovor ich Angst habe ... Sind es Veränderungen? Nein, ich habe Angst heimzukehren, und ...“
„Was meinst du mit „heimzukehren“, ich dachte du kommst aus Khorinis?“
Hombre lachte leise, es war ein herzhaftes, aber trauriges Lachen.
„Nein, ich komme vom Festland, ich bin mehr durch Pech als durch Abenteuerlust hier gelandet. Ich bin ein einfacher Bauer, nichts besonderes, ich habe noch einen Bruder und eine Schwester, beide sind älter als ich. Und mit dem heimkehren meinte ich, dass, ... dass der Krieg mir vielleicht einfach alles genommen hat. Dass ich heimkehre, der Hof niedergebrannt ist und ich nur noch die Gräber meiner Familie vorfinde. Das ist das einzige, vor dem ich Angst habe. Ob ich nun in der Schlacht sterbe, gepfählt werde oder von mir aus auch ertrinke, das kratzt mich reichlich wenig. Das klingt jetzt wagemutig, aber das bin ich nicht. Ich bin weder ein Held noch sonst etwas in dieser Richtung.“ Hombre drückte den Tabakstängel auf dem Gestein aus. Es roch nach altem Tabak, verbranntem Moos und Pilzen. „Ich bin ein einfacher Mann. Sollte ich vor der Zukunft Angst haben? Ich weiß es nicht.“ Er stand auf und ging ohne ein weiteres Wort zurück zum Lagerfeuer. Die anderen schliefen bereits, er suchte sich einen abgelegen Platz aus. Müde platzierte er sich auf dem kargen Boden, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und blickte weiter gen Himmel. Was würde die Zukunft wohl bringen? ...
Es war immer noch dunkel, als der Lee seine Sachen zusammen suchte und verstaute. Er wollte nicht weiter hier bleiben. Draussen pfiff einem ein scharfer, kalter Wind um die Ohren, bei dem man sich am liebsten gleich wieder in einer Höhle verkroch. Doch für Troan schien kein Ort auf der Welt gemütlich zu sein. Ihm schien jeder Ort ein gottverlassener Ort zu sein, an dem man sich nicht wohl fühlen konnte.
Er wusste immer noch nicht, was er von seinem Traum halten sollte. Woher auch? Er hatte weder einen Beweis dafür, dass es nur ein Traum gewesen war weder einen, der dafür sprach, dass es mehr als ein Traum gewesen. Seine Lippe blutete immer noch leicht. Vielleicht hatte er sich im Traum auch nur einfach bewegt und sich dabei die Lippe aufgeschlagen? Genug schrecklich wäre der Traum ja gewesen. Doch das Bild von Narya, wie sie nach ihm schlug, raste immer wieder durch seinen Kopf und liess ihm keine Ruhe.
Eine Eule gurrte in der Ferne, während der Wind immer noch über die scharfen Klippen pfiff.
“Verdammt seien diese Träume“, fluchte Troan laut und trat mit seinen schweren Stiefeln gegen einen Stein. Besser ging es ihm deswegen auch nicht. Dafür schien er mit seinem Fluch irgendetwas aufgeschreckt zu haben, dass sich nun durchs Unterholz bewegte, anscheinend hielt es einen fluchenden Troan für eine ernsthafte Gefahr.
Dieser trank noch einige Schlücke aus seinem Wasserschlauch und versuchte damit den eisernen Geschmack aus seinem Mund wegzuspülen. Nicht einmal das gelang und so machte sich der Drachenjäger eben mit diesem Geschmack auf den Weg in die Nacht hinein.
Es war genug gefährlich bei Tag durch das Minental zu wandern. Bei Nacht durch das besagte Tal zu wandern, war also nicht sehr empfehlenswert. Trotzdem schien es Troan irgendwie zu beruhigen. Die trügerische Ruhe, die Dunkelheit und die Kälte, die einen umschloss und nicht mehr loszulassen schien. Sich wie ein Tuch um einen wickelte und einen vollständig umfasste. Man konnte ihr nicht entfliehen. Die Nacht war einfach da und man musste mit ihr zu Recht kommen.
Der Lee verspürte eine seltsame Gleichgültigkeit gegen jegliche Gefahr und jegliche Angst. Es wäre ihm ziemlich egal gewesen, wenn er unbewusst plötzlich mitten in ein Orklager tapste oder plötzlich eine Klippe hinab stürzte. Es war nicht so, dass er sich den Tod wünschte. Es war ihm eher egal, ob er nun lebte oder tot war. Das eine war doch dasselbe wie das andere.
Sterne oder Mond sah man keine im Minental. Die Sicht auf den Himmel wurde einem immerzu von einer dicken, undurchdringbaren Wolkenschicht versperrt. Grau und furchteinflössend. Einmal war es eine magische Barriere gewesen, die einen im Tal einschloss. Nun waren es Wolken, die einem das Gefühl gaben, nicht entkommen zu können und von der Aussenwelt abgeschnitten zu sein. In der Ferne sah der Drachenjäger einige flackernde Lichter. Sie schienen von Orklagern zu stammen.
“Seltsam“, murmelte Troan, als er sah, wie in der Ferne ein ziemlich grosses Feuer flackerte. Es schien schon beinahe ein Brand im Lager zu sein, und das im Hauptlager der Orks. Doch was interessierten ihn die Orks.
Er wusste immer noch nicht, wohin ihn seine Füsse führten. Der Weg würde irgendwann bei der Burg enden, dessen Konturen man schon dunkel erkennen konnte. Die Burg war alt und hatte schon so mancher Gefahr und so manchem Angreifer getrotzt. In den früheren Zeiten das alte Lager und heute der einzige sichere Ort im Minental. Auch die Orks hatten es bisher nicht geschafft das Bollwerk zu stürmen.
Auf dem ganzen Weg begegnete dem Lee kein einziger Ork oder andere Wesen, die nach dem Leben Troans trachteten. Das Schicksal schien es gut mit ihm zu meinen, denn wie kampffähig der Lee wirklich war, schien nicht einmal er selber zu wissen. Einen besonders erbaulichen Eindruck machte er jedenfalls nicht.
Die schwarzen Mauern der Burg erhoben sich bedrohlich in den Himmel. Das grosse Haupttor war verschlossen. In der Nacht wie am Tag. Die Gefahr, dass die Orks sich irgendwie in die Burg gelangen konnten, war zu gross. Doch es gab verschiedene kleinere Eingänge, durch die ein Mensch ins Innere der Burgmauern gelangen konnte. Das letzte Mal, dass Troan dort gewesen war, war nach der Verteidigung der Burg gegen die Orks gewesen.
“So spät noch unterwegs?“, meinte ein Milizsoldat, der auf das Klopfen des Lees reagiert hatte. Troan zuckte zusammen, als er die rote Rüstung des Mannes erblickte. Er hatte beinahe vergessen, dass es in der Burg von Leuten der Garde Innos wimmelte. Doch er entspannte sich schnell wieder. Hier galten andere Gesetzte, als in der Stadt Khorinis. Entweder man war ein Mensch oder ein Ork. Der Rest war egal. Hier hatten alle dasselbe Ziel: Überleben um jeden Preis. Und wenn man Unterschlupf bei seinen sonstigen Feinden suchen musste.
“Ging nicht anders“, meinte Troan emotionslos.
“Du bist keiner von uns oder?“
Troan schüttelte den Kopf,
“Dann musst du deine Waffen hier abgeben. Du kriegst sie wieder, sobald du die Burg wieder verlässt.“
Der Lee blickte auf und musterte den Mann. Er lächelte freundlich, aber ernst. Höchst ungern gab der Lee seine Waffen ab. Er fühlte sich viel zu wehrlos ohne seine ständigen Begleiter, die ihm das Leben in der Wildnis doch sichtlich erleichterten.
Doch er wollte keinen Ärger und so übergab er dem Mann Speer, Schwert und Bogen. Seinen Dolch behielt er und der Wachmann schien ihn entweder nicht zu bemerken, oder hielt einen Dolch nicht für sehr gefährlich.
“Wenn du eine Bleibe für die Nacht suchst, geh zum grossen Gebäude, dass offen steht und keine Wachen vor dran stehen. Verpflegung gibt’s in der Taverne „Zum feurigen Kessel“. Sonst noch Fragen?“, erklärte der Mann und verstaute Troans Waffen sorgfältig in einer Art Waffenkammer.
Troan verneinte dankend und begab sich dann in den Innenhof der Burg. Er war verlassen. Nur zwei Paladine flankierten den Eingang zum Haupthaus und wechselten flüsternd einige Worte.
Troan suchte zuerst die Unterkunft auf, von der der Wachmann erzählt hatte und suchte eines der Betten auf. Es war einigermassen angenehm. Jedenfalls angenehmer als alles, was man im Minental finden konnte. Das mit dem Schlafen war allerdings so ne Sache. Troan hatte Angst vor dem Schlaf. Er fühlte sich in ihm so hilflos und seit dem letzten Erlebnis traute er seinen Träumen nicht mehr. Doch schliesslich übermannte ihn seine Müdigkeit und er schlief ein. Eigentlich war seine Angst ja sowieso unbegründet. Schliesslich wollte Narya nichts mehr mit ihm zu tun haben.
Die Nacht war vorüber und dummerweise hatte der Letzte vergessen das lodernde Feuer zu löschen, sodass am heutigen Morgen sämtliches Feuerholz ausgebrannt war. Genervt erhob Kire sich von dem Baumstamm, der zu feucht war, als dass er zum Brennen geeignet wäre und schaute durch die Runde. Ratlose Gesichter und keiner schien damit etwas zu tun haben zu wollen.
„Also, wer von euch war gestern als letztes wach? Ich schlage vor, dass derjenige neues Feuerholz holen geht“, sprach Kire streng und spielte sich in seiner Rolle doch ziemlich als Chef auf. Herumkommandieren, das gefiel ihm, doch wenn es darauf ankam, wollte er von Verantwortung nicht unbedingt etwas wissen. Dennoch war er bisher immer pflichtbewusst gewesen, und wenn wirklich die Arbeit an ihm hängen bleiben sollte, dann erledigte er sie auch mit einer Zuverlässigkeit, von der sich gewisse Leute gut und gerne eine Scheibe abschneiden konnten.
„Ich hab gestern Abend schon geschlafen“, warf Succa ein. „Ich auch.“ „Ich ebenfalls.“ „Und ich auch!“ ertönte es von allen Seiten bis nur noch er selbst und Hombre übrig blieben. Hombre eigentlich auch nicht, denn Kire hatte den Söldner noch am Abend wie ein Nashorn schnarchen hören. Zu dumm, jetzt hatte er sich selbst als derjenige herausgestellt, der vergessen hatte, das Feuer zu löschen. Und alle Versuche, die anderen dafür anzupöbeln gingen dadurch mehr als in die Hose.
„Dann werde ich eben gehen“, grummelte der Söldner, packte seine wichtigsten Sachen, zu denen vor allem seine Waffen zählten und nahm auch eine rostige Säge und ein Beil mit, welche sie auf dem Weg durch die Wälder aufgefunden hatten.
„Warte, ich komme mit“, erklärte sich Hombre netterweise bereit, nachdem er seinem Schüler noch letzte Anweisungen für das Training gegeben hatte. Schließlich blieb während sie weg waren, genügend Zeit um eine Menge zu trainieren und auch Kire hoffte, dass Calintz, in seiner Abwesenheit, sich noch der einen oder anderen Kombination annehmen würde. Succa hingegen blieb zurück, da sie mit ihrem Schüler noch Einiges mehr nachzuholen hatte als die beiden Söldner und bei so einem missratenen Bengel war es im Grunde genommen auch keine sonderliche Überraschung, fand Kire.
So stapften die beiden, die noch am Abend zuvor ausgiebige, zum Teil auch ziemlich nachdenkliche Gespräche geführt hatten, zusammen in den Wald hinein um nach geeignetem Holz zu suchen. Stille umgab sie wie ihre eigenen Schatten, nur manchmal konnte man das schauderliche Knistern von nahegelegenen Sträuchern vernehmen. Von überall lauerte die Gefahr nur auf eine winzige Unachtsamkeit der Söldner und sie konnten lediglich hoffen, dass es den Zurückgebliebenen in dieser Hinsicht besser erging.
Schnarcher
21.04.2006, 13:28
Na Super. Schon wieder bin ich in diesem Loch von einem Minental gelandet. Aber eins muss man sagen, hat sich ja massig viel hier verändert ..., dachte Schnarcher missmutig. Alles war so trostlos hier. Nicht mal Unkraut wuchs hier. Das es Frühling wurde merkte man daran, dass eine Affenhitze herrschte. Das Minental war zu jeder Jahreszeit eine verdammte Wüste. Am liebsten wäre Schnarcher dierekt wieder umgekehrt. Wären da nur nicht diese Lehrlinge gewesen. Elendium pochte die ganze Zeit darauf, zur Bergfeste zu latschen und seine beiden Tiere zu finden. Dann stellte sich Schnarcher seinen Freund immer wie einen hechelnden Hund vor. Er wollte lieber seinen beiden Schülern etwas beibringen. Zunächst wollte er schauen, ob Grimward das selbe Können wie Kadire vorweißen konnte. Wenn dem nicht so wäre, würde die ganze Lehre zu einem etwas schwierigeren Abenteuer werden.
"Bei welchen Lehrmeistern habt ihr eigentlich die Grundlagen gelernt?", fragte Schnarcher, um die bedrückende Stille zu überbrücken.
"Bei Isaac. Er ist auch beim Bund des Wassers.", antwortete ihm Kadire mit einem seltsamen Lächeln auf den Lippen.
"Ich lernte bei Night Hawk ...", meinte Grimward mit einem Unterton, als hätte er sich in dieser Zeit nur von verschimmelten Unkraut ernährt. Schnarcher entfuhr kurz ein Grinsen, kannte er Night Hawk doch auch nur zu gut. Er sagte ihnen nicht, das er auch bei dem alten Griesgram die Grundlagen gerlernt hatte.
"Ist das da hinten schon die Burg?", fragte Elendium und deutete auf ein kleines Etwas.
"Ja wahrscheinlich. Kommt, wir sollten uns nach einem Platzt umsehen, wo wir kurz rasten können.", antwortete Schnarcher und führte sie vom Weg weg. Kurz darauf fanden sie sich in einer kleinen Schlucht mit einem dichten Wald wieder. Sie alle hörten auch ein leises Rauschen, dass wahrscheinlich von einem etwas mächtigeren Bach stammte. Kurz darauf fanden sie auch den Wasserlauf. Der Fluss war nicht besonders breit, schien Schnarcher aber sehr tief zu sein. "Das ist ein guter Platz hier halten wir."
Alle tranken ein paar Schlucke aus dem Fluss und setzten sich hin. Schnarcher legte sein Gepäck bis auf seinem Bogen auf den Boden.
"Grimward, kommst du mal mit?", forderte Schnarcher den Gardler auf. Grimward nahm auch seinen Bogen zur Hand und folgte Schnarcher.
"Wohin gehen wir?", fragte nach einer Weile der Soldat neugierig. Sie waren die ganze Zeit dem Fluss gefolgt.
"Ich suche etwas ...", murmelte Schnarcher. "Ahja. Leise jetzt. Siehst du das da hinten? Das ist ein Lurker."
"Ja ich kann ihn sehen. Er ist am anderen Ufer."
"Gut. Hol ihn mir. Wenn du das schaffst, bist du auf dem gleichen Könnensstand wie Kadire. Schaffst du es nicht, musst du dich ganz schön anstrengen in den nächsten Tagen und es wird alles andere als einfach werden. Also viel Glück bei dieser ersten Aufgabe.", sagte Schnarcher und trat einige Schritte zurück.
Die Tage wurden länger, der Winter war vorbei, das Minental hatte sich aber nicht verändert. Immer noch wuselte ein einsamer alter Ork herum, auf der Suche nach irgendwas, was er kaputt machen konnte. Hin und wieder lief ihm ein Tierchen über den Weg, welches oft die Bekanntschaft mit seiner Keule machte, einmal war ihm sogar ein Mensch über den Weg gelaufen! Gut, besonders standhaft war er ja nicht gewesen, schreiend war das bunt gekleidete Äffchen davongelaufen. Schade, es hätte einen guten Eintopf gegeben.
Swek tapste über mehrere große Felsbrocken, er war ziemlich gelenkig für sein Alter. Die übergroße Keule zog er hinter sich her, sie war unnütz gewesen in letzter Zeit, er hatte nichts mehr zum Zerstören gehabt. Müde kratzte er sich am Allerwertesten und hielt Ausschau nach einem WauWau, oder wie die Menschlein es nannten, „Warg“, doch auch so etwas war hier nicht zu finden. Vor Wut holte er mit der Keule aus und schlug gegen einen jungen Baum. Dieser gab knackend nach und viel zur Seite um, mehrere schwarze Eichhörnchen sprangen davon. Eines konnte er noch erwischen, schnell hatte er es runtergeschluckt. Zwar kratzte das Fell etwas, doch alles in allem ein schöner kleiner Imbiss. Er kratzte sich nochmals an der juckenden Stelle, dann setzte er seinen Weg fort.
Vor einem kleinen Bächlein hielt er an. „Wasser, bäh!“ dachte der Alte sich und ging am Ufer entlang. Er hasste Wasser, es war so nass und feucht, fast wie ein Bad! Bäder hasste er fast noch mehr als normales Wasser. Da wurde man ja sauber! Swek schüttelte sich. Nein, er mochte garantiert kein Wasser.
Plötzlich hörte er ein Rascheln. Zwar war er ein großer und starker Ork, aber er wollte erst mal nachsehen was das Geräusch verursachte. Also sprang er hinter einen etwas größeren Stein, dann sah er mit seinem noch funktionierenden Auge hinter dem Felsen hervor und beobachtete den Busch. Dieser raschelte noch kurz, dann kam ein Menschlein heraus! Es war ein Weibchen, das konnte Swek riechen. Das Weibchen zog die Hose voll hoch und ging davon. Was hatte es nur da gemacht? Swek wartete kurz bis es außer Sicht war, dann sprang er schnell zum Busch.
„Wah, Weibchen hat markiert Territorium, Menschen so was von ekelhaft,“ der sonst nicht so pingelige Ork rümpfte die Nase. Das Menschenweibchen hatte doch tatsächlich in den Busch gepinkelt! Ein weiterer Grund für den Alten, warum die Orks die überlegene Rasse waren. Doch da fiel ihm ein, wie ein anderer Mitstreiter seiner Rasse ihm einmal von den Menschenweibchen erzählt hatte. Sie würden anscheinend wunderbar schmecken, gefüllt mit Steinpilzen, dazu noch etwas Kraut aus dem Sumpf, ein wenig Basilikum und ein königliches Mahl wäre angerichtet. Dem alten Ork lief der Sabber in Sturzbächen aus dem Maul. Er konnte es nicht fassen, eines dieser seltenen Menschenweibchen war ihm tatsächlich durch die Lappen gegangen! Doch weit konnte es noch nicht entfernt sein, wahrscheinlich war es noch in der Nähe. Schnell packte er seine Keule und sprang los, um das Weibchen einzuholen.
Nach ein paar Minuten der Spurensuche hatte er es entdeckt, es saß beim Fluss und schöpfte Wasser eine art Kanne oder ähnlichem. Jetzt war der Augenblick gekommen! Der Gourmet-Ork sprang hervor, erhob die Keule und brüllte ein böses Orkbrüllen, wobei mehrere Sabbertropfen davonflogen. Das Menschenweibchen sah ihn nur aus großen Augen an, es rührte sich nicht. Swek kratzte sich am Kopf. Sollte es nicht Angst haben und versuchen davonzulaufen? Mit einem seiner großen Finger klopfte er gegen den Kopf des Menschenweibchens. Diese verdrehte die Augen und fiel um. Was war jetzt los? Swek nahm sich einen Stecken und stupfte das Weibchen an. Es rührte sich nicht. War es tot? Hoffentlich nicht, wenn es zu lange tot war dann würde das Fleisch störrisch und nicht mehr zart sein! Er beugte sich tief mit dem Kopf über den Körper des Weibchens. Es atmete noch! Beliar sei Dank, sein Mittagessen war gerettet! Er packte es am Arm und warf es sich unsanft über die Schulter, die Keule nahm er mit der anderen Hand. Dann richtete er sich wieder auf und wollte losgehen, zurück in seine kleine Wohnhöhle. Sie war zwar ein ganzes Stück entfernt, aber in ein, zwei Stunden würde er da sein. Plötzlich traf ein Stein seinen Hinterkopf. Schlagartig drehte er sich um. Da stand ein weiteres Menschlein! Heute war wahrlich Sweks Glückstag, das würde ein Festmahl geben! Er legte das Menschenweiblein nieder und starrte das Menschlein an. Anscheinend war es männlich, jedenfalls war dies wahrscheinlicher. Es war schmächtig. Schade, nicht besonders viel schmackhaftes Fleisch. Dieses Menschlein würde er dann halt später verputzen. Er drehte sich um und wollte nochmals nach dem Weiblein sehen, da traf ein stechender Schmerz seinen Oberschenkel. Swek langte nach unten und untersuchte die Schmerzensquelle. Ein Messerdings! Das Menschlein hatte ein Messerdings auf ihn geworfen! Jetzt wurde er wütend, verdammt wütend! Er zog das Messerdings aus seinem Oberschenkel, dann betrachtete er es. Es war nicht sonderlich groß, gerade mal so groß wie einer seiner Finger. Unachtsam warf er es beiseite, dann griff er das Menschlein an ...
Grimward
21.04.2006, 14:03
Schnarcher führte ihn zum Fluss, deutete auf einen Lurker der am anderen Ende des Flusses stand und forderte: "Hol ihn mir, wenn du das schaffst, bis du auf dem gleichen Wissenstand wie Kadire, wenn nicht, musst du dich demnächst sehr anstengen und es wird nicht einfach für dich!" Grimward musterte den Lurker auf der anderen Flusseite skeptisch. Das tier war vielleicht hundert Schritte entfern, was für ihn kein Problem darstellte. Doch eine Leichte Brise wehte durch das minental, was den Schuss erschwerte. Mmmh Nerven, lasst mich nicht im Stich, ich hab schon schwerere Schüsse verwandet Ich hoffe das Vieh bewegt sich nicht, überlegte Grimward. "Na los, mach schon, mir schlafen hier die Beine ein ich hab Hunger und Elendium wedelt vor Freude mit dem Schwanz, nur weil er die Burg gesehen hat. Wenn du dich nicht beeilst steinigt er dich!" witzelte Schnarcher.
Er holte mit bedacht seinen Bogen raus, versuchte Schnarchers aufmerksame Blicke zu ignorieren und zog einen Pfeil aus seinem Köcher. Er legte den Pfeil neben sich, streifte seine Schießhandschuhe über und legte den Pfeil, langsam, beinahe bedächtig auf die Sehne. Er visierte den Lurekr kurz an, ging ein wenig in die Knie, legte den Bogen etwas schräger und visierte noch einmal den Lurker an und lies den Pfeil von der Sehne schnellen. In der nächsten Sekunde, hörte er einen erbärmlichen Aufschrei, der Lurker taumelte, stürzte ins Wasser, welches sich rot färbte und verschwand. Kurz sah man noch den Pfeil, der in seinem Kopf steckte aus dem Wasser ragen, danach war der Lurker verschwunden. JAHAHAHA na bitte, ich habs geschafft, danke, danke, danke, Innos, jubilierte Grimward innerlich. Schnarcher sah im die Freude an und grinste: "Joa ich muss zugeben, Night Hawk hat bei dir auch eine gute Arbeit abgegeben!" Grimward lächelte und sagte: "Ja, abgehärtet wird man bei Night Hawk schon!" Schnarcher nickte, scheinbar gedanken verloren. Auf dem Rückweg zu Kadire und Elendium, fragte Schnarcher: "Wieviel Erfahrung hast du eigentlich mit dem Bogen?" Grimward überlegte kurz und erklärte: "Nunja, ich habe ein dutzend verräterischer Gardler erschossen, ein paar Goblins von Akils Hof vertrieben, besser gesagt getötet und ein paar andere Wildtiere erlegt." Schnarcher runzelte die Stirn, sagte jedoch nichts weiter, bis sie Elendium und Kadire erreichten.
Schnarcher
21.04.2006, 14:56
Schnarcher war sehr zufrieden mit seinen beiden Lehrlingen. Sie beide beherrschten die erste Stufe, wenn sie auch andere Schwerpunkte hatten, da sie bei unterschiedlichen Lehrmeistern gelernt hatten. Schnarcher war zuversichtlich, dass sie beide die Voraussetzungen für den meisterhaften Umgang mit dem Bogen hatten und die Prüfung ohne weiteres schaffen könnte. Sofern sie sich nicht allzu dumm anstellten, was natürlich nicht ganz ausgeschlossen war. Welche Art von Prüfung die beiden bestehen müssten, wollte er aber erst später entscheiden. Nun ging es erst mal um das Erlernen der fortgeschrittenen Technik, was gewiss nicht allzu einfach werden würde.
Als sie im Lager ankamen, plauderten Kadire und Elendium gerade fröhlich über irgentetwas. Elendium jedoch sprang geradezu auf, als er die beiden sah.
"Wo wart ihr so lange? Können wir jetzt endlich weiter?", fragte Elendium aufgeregt.
"Wir waren da hinten beim Fluss. Ich habe sein Können getestet. Und ja wir können gleich weiter. Lasst uns noch mal uns ein wenig an der Quelle erfrischen. So schnell werden wir kein so klares Wasser mehr finden im Minental.", antwortete Schnarcher leicht genervt auf Elendiums Fragen.
Sie erfrischten sich noch gerade ein wenig und packten dann ihre Sachen zusammen. Sie fanden schnell den Weg zurück aus der Schlucht. Cuervo, der während der Rast im Lager geblieben war, flog in großen Kreisen und ein paar Meter über ihnen über ihnen herum. Erst nach einiger Zeit bequmte er sich wieder, auf Schnarchers Schulter zu landen.
"Kommt, es ist noch ein weiter Weg bis zur Bergfeste. Wenn wir Glück haben, finden wir unterwegs schon einen Drachensnapper.", sagte Schnarcher hoffnungsvoll. "Wo triffst du dich eigentlich mit blutfeuer?"
"In Khorinis, das hatten wir so abgemacht. Da fällt mir ein, könnt ihr mich auch wieder zum Pass begleiten?"
"Werden wir wohl müssen ...", erwiederte Schnarcher und schlug gleich ein flotteres Tempo an. "Und seid leise. Sonst schrecken wir vermutlich irgentwelche Orks auf.", raunte Schnarcher.
Françoise
21.04.2006, 15:09
Bereits am Morgen hatte Ed die Burg verlassen. Zuvor allerdings deckte sie sich noch einigem Proviant ein. Möglichst leichte Dinge, die nicht allzu viel Platz in ihren Taschen wegnahmen. Der junge Wachsoldat, der gerade an der Ausfalltür Dienst schob, salutierte stramm und öffnete etwas zögerlich die Tür. Wohl war er noch nicht sehr lange in der Burg stationiert und war offenbar auch noch niemals einer Feuermagierin begegnet. Und die Magierin zu den Orks hinauszulassen behagte ihm wohl ebenfalls nicht. Aber Ed beruhigte ihn mit einigen Worten und einem kurzen Lächeln. Die Sonne war gerade erst aufgegangen und die ersten Sonnenstrahlen fielen über die Berge ins Tal. Ein wunderbarer Morgen für eine Reise, dachte sich Ed und blickte sich vor der Burgmauer um, nachdem die kleine Tür hinter ihr geschlossen war. Die Belagerungstrupps schienen wohl nicht viel davon zu halten, so früh aufzustehen. Nichts in Sichtweite regte sich und nur hier und da stieg vereinzelt Rauch von kleinen Lagerfeuern auf. Die Erwählte huschte schnell voran und drückte sich an einen nahe stehenden Baum. Als nichts zu hören war schnellte sie weiter in Richtung der Brücke. Allerdings war dies wohl eine zu voreilige Entscheidung gewesen. Ein großer Baumstumpf lag mitten auf dem Weg, Ed stolperte darüber und fiel zu Boden. Als sie sich jedoch umsah, erkannte Ed, dass es alles andere als ein Baumstumpf war. Es war das matte Schwarz einer Orkrüstung mit dazugehörigem Bein und natürlichem dem restlichen Ork. Er war wohl hinter dem Baum eingeschlafen, aber der Zusammenstoß mit der Magierin schien ihn aufgeweckt zu haben. Er grunzte laut, blickte mit seinen großen Augen hin und her und sah Ed wenige Schritte neben sich liegen. Beide kamen kaum schnell genug auf die Beine. Der Ork schien etwas wie einen großen Speer oder etwas in der Richtung zu haben und kaum hatte er sich zu seiner vollen Größe aufgerichtet nahm er auch schon eine Kampfhaltung ein. Ein tiefes Brüllen gab er von sich, als wenn er die Magierin verscheuchen wollte, Ed aber antwortete mit einem lauten Fauchen ihrerseits. Der grüne Muskelprotz machte ein verdutztes Gesicht und kniff seine Augen zusammen, so als wollte er sich noch einmal vergewissern, dass es tatsächlich ein Mensch war, was dort vor ihm stand. Ed hingegen nutzte die Gelegenheit und bereitete sich darauf vor, dass der Ork angreifen würde. Dieser stemmte aber nur seinen Arm in die Seite und stützte sich auf seinen Speer oder was immer es auch darstellen sollte. Ein weiteres Brummen und er ließ sich wieder zu Boden sacken und schlief weiter. Offenbar war der Ork nicht einmal richtig wach geworden und hatte nicht ganz wahrgenommen was passiert war. Umso besser für ihn und für Ed, denn verletzen wollte Ed den Riesen nicht. Um aber sicher zu sein versuchte Ed so leise wie möglich weiter zu gehen, denn schlafende Orks sollte man besser nicht aufwecken. Als die Magierin die Brücke erreicht hatte blickte sie sich noch einmal um und sah wie der Ork sich gerade noch einmal umdrehte und dann geruhsam weiterschlief. So unähnlich waren sich Menschen und Orks nicht, denn das hätte ebenso gut ein Soldat des Königs sein können. Kein Wunder, wenn sich solche sturen Gesellen gegenseitig bekämpfen, wollen wohl wissen wer der bessere Faulpelz ist, witzelte Ed und folgte weiter dem Weg.
Elendium
21.04.2006, 15:12
Die erste Rast im Minental und in der Ferne sah er die Burg. Aber Sehnsucht nach ihr hatte er nicht. Er wollte nur schnell hier die beiden Tiere erlegen und ausnehmen. Das heisst, töten durften die ruhig die anderen, er wollte sie nur ausschlachten. Schnarcher war immer noch in dem Glauben sie müssten mit zum Kastel, das wollte er ihm doch mal klarstellen. Er konnte ganz in Ruhe hier mit seinen Schülern das Bogenschiessen üben, er sollte nur eben einen Feuerwaran und einen Drachensnapper erlegen, damit Elendium sie ausnehmen konnte. Dann konnte er wenigstens Blutfeuer aufsuchen und seine Lehre als beendet erklären.
In der Nähe des Lagerplatzes wuchsen einige Kräuter die er noch nicht kannte. Das eine sah aus wie eine Steinwurzel und das andere wie Orkblatt. Orkblätter waren sehr selten in Khorinis zu bekommen, da man sie nur im Minental finden konnte. Schnell suchte er die 2 Orkblätter und die Steinwurzel und packte sie in seinen Kräuterbeutel. Später wollte er sie beide untersuchen und in sein Notizbuch übertragen. Dafür liessen sich bestimmt gute Preise in Khorinis erzielen.
In der Nähe raschelte es und ein vorwitziger kleiner Bär schaute hervor. Er hatte ein lange Nase und suchte damit über den Boden nach was Nahhaften. Elendium beobachtet das komische Tier,denn so was hatte er noch nicht gesehen. Auch das Tier schien keine Panik vor den Menschen zu haben."sehr unvorsichtig von dir, so nah an Menschen zu gehen. Und ein schönes Schwarz weis gestreiftes Fell hast du und was stinkt hier so????? Puh doch nicht du" dachte Elendium laut. Der sogenannte Bär entpuppte sich als Stinktier, nun wusste der Adept wieso der sich alles traute. So ein Fell wollte keiner haben.
Nach einiger Zeit kehrten Grimward und Schnarcher vom Fluss zurück und Elendium nahm Schnarcher beiseite.
"Du hör mal ich muss dich mal ein wenig Aufklären" begann Elendium.
"Hey das mit den Bienen und Blumen ist für Kinder" witzelte Schnarcher.
"Du schon wieder, nein also hör mal. Zur Bergfeste zu Blutfeuer geh ich alleine, du kannst also in Ruhe hier deine Schüler trainieren. Das einzige was ihr für mich tun könnt wäre, wenn ihr mir einen Feuerwaran und einen Drachensnapper erlegen könntet, wäre mir schon sehr geholfen."
"Mehr nicht? Ich dachte schon wir müssten dich noch zur Bergfeste schleifen." antwortet Schnarcher. "Das sollten wir hier erledigen können, aber bedenke die Viecher leben meistens in Rudeln. Das wird nicht einfach."
"Ich weis, aus diese Grund sollte ich wohl auch erfahrene Kämpfer mitnehmen, aber lass uns nun zurück zur Gruppe gehen, vielleicht passiert ja heute noch was." sprach Elendium und schritt zurück zu Grimwald und der Initiatin.
Grimward
21.04.2006, 15:49
Also liefen sie sie ein Stück durch das karge Ödland, das Minental. Mmh fast alle meine Ausbildungen finden an unangenehmen Orten statt, stellte Grimward fest. Sie passierten nun wieder den Fluss, diesmal als geschlossene Gruppe und leifen immer brav am Flussufer entlang. Mmh wir finden nichts interessantes dachte Grimward. Die anderen drei Gruppenmitglieder unterhielten sich einigermaßen leise, Grimward hielt sich abseits, er dachte lieber ein bisschen nach und achtete auf eventluelle Angriffe. Immer wieder zog die Burg seine Blicke auf sich. "Gehen wir eigentlich auch in die Burg?" fragte Grimwar nun unvermittelt in die Runde. Die Anderen blickten ihn an als sei er wahnsinnig geworden. "Warum sollten wir, ich meine, die meisten Menschen die es versuchen sterben bei dem Versuch!" fragte Kadire. "Ich habs schon gemacht und stehe lebendig vor dir", gab Grimward zu bedenken. "Das mag ja sein, aber wozu sollte das Risiko gut sein?" erwiderte Elendium. "Mmh... weis nicht, mich ziehts irgendwie dahin, immerhin hocken da Leute, mit denen ich Seite an Seite gekämpft habe, drinn", versuchte Grimward zu erklären. Es folgte ein kurzes Schweigen bis Schnarcher sagte: "Konzentrieren wir uns lieber auf das Bogenschießen unsere Hauptaufgabe, meinste nicht?" Grimward hob eine Augenbraue, nickte jedoch zustimmend und schwieg.
Ein paar hundert Meter weiter, führte Schnarcher sie in einen verdorbenen, verbrannten Wald. Du meine Güte der ist mir beim ersten Mal gar nicht aufgefallen, das ist ja furchtbar, dachte Grimward und blickte sich beängstigt um. Wenn seine Begleiter ähnlich beeindruckt waren, dann wussten sie es besser zu verbergen, jedenfalls sah man ihnen nichst an. "Hier meine lieben Freunde, sollten sich sicher ein paar Feuerwarane finden lassen, viel Asche, viel Hitze, viel totes Land, das dürften sie mögen", erläuterte Schnarcher und klang dabei wie ein Herold, der seinen König ansagte. "Na toll hoffentlich finden wir gleich zwei dutzend", bemerkte Grimward trocken. Schnarcher warf ihm einen vernichtenden Blick zu, hüllte sich jedoch in vornehmes Schweigen. Tatsächlich entdeckten sie kurz nach Grimwards Bemerkung, eine Gruppe Feuerwarane, es waren dankenswerter Weise nur drei an der Zahl, sodass sie es schaffen konnten, die Biester zu erlegen. "Kadire und Grimward, sie bewegen sich grad kaum versucht jeweils eines der Tiere zu treffen, das dürfte gehen."
Grimward blickte einmal kurz zu Kadire herüber, sie legten beinahe synchron die Pfeile auf die Sehne visierten an und schossen. Eine Sekunde später bemerkte Grimward, dass sie Beide auf den gleichen Feuerwaran geschossen hatten. Dieser kippte von seinen kurzen Beinen und war augenblicklich tot. Doch nun hinkten die zwei übrigen Feuerwarane auf sie zu und hoben bedrohlich ihre roten Kämme. Schnarcher, Kadire und Grimward schossen eine Salve auf die Warane bevor sie heran waren. Schnarcher traf ein Tier tödlich, Kadire erwischte das Tier, welches Schnarcher bereits getötet hatte. Grimwards Pfeil streifte den Letzen Waran, schien das Ungeheuer jedoch nicht zu kümmern. Nun war der Feuerwaran heran, wollte grade Feuer speien, als Schnarcher ihn mit seinem Schwert, enthauptete. Das war kanpp, dachte Grimward. "Das habt ihr wirklich gut gemacht", lobte Schnarcher sie. Das hat Night hawk kein einziges Mal gesagt erinnerte sich Grimward und grinste zufrieden. "Ja!" pflichtete Elendium, der sich über einen Feuerwaran beugte und ihn ausnahm, "Das habt ihr, danke!" Sie warteten eine Weile, während Elendium an seinem Waran herumfuhrwerkte.
Elendium
21.04.2006, 16:01
Ein verbrannter Wald, sehr nett anzuschauen und sehr warm. Auch ein wenig gruselig. Jedoch in der Nähe standen 3 Feuerwarane und Schnarcher, Kadire und Gredal hatten das Feuer mit ihren Bögen schon eröffnet. Elendium schoss auch auf den näherkommenden Waran, aber da er das Zielen auf bewegte Ziele nicht wirklich beherrschte, flog der Pfeil meterweit vorbei.
Na jedenfalls waren die drei Feuerwarane erlegt und Elendium trat fix hinzu um sie auszunehmen. Er suchte sich einen stabilen Ast und sperrte einem der Tiere das Maul auf. Dann schnitt er die Feuerzunge heraus und verbrannte sich fast die Hand daran, oder war das nur Einbildung? Nachdem die Feuerzunge entfernt war drehte er das Vieh auf den Rücken um ihn von seiner Unterseite das harte Leder der Warane zu entfernen und an den 4 Beinen entfernte er noch die Sehnen. "Schnarcher magst du die 12 Sehnen der Tiere für deine Bögen haben? Ich schenke sie dir als dank dafür das du mich mit deinen Schülern begleitest?" fragte er den sichernden Novizen.
"Gerne, nur beeil dich bitte ein bisschen, ich möchte hier gerne verschwinden." kam als Antwort zurück. Rasch begab sich der junge Adept zu den anderne Waranen und erledigte auch hier die Prozedur. "Eigentlich soll man getötete Tier komplett verwerten, aber ich denke diese hier werden rasch Abnehmer finden. Ich bin fertig, wir können weiterziehen. " sprach der Adept zu seinen Gefährten.
Schnarcher
21.04.2006, 16:34
Na endlich. Ich dachte schon es geht gar nicht mehr weiter. Jetzt müssen wir nur noch einen Drachensnapper aufgabeln und wir sind unter uns. 3 Gesellen in der Nacht. Uhhh ..., dachte Schnarcher, als Elendium endlich die Tiere ausgenommen hatte. Besonders appetitlich war es nicht gewesen. Außerdem war es fraglich, was Elendium mit dieser Kunst anfangen wollte, wenn er doch sowieso keine gefährlichen Tiere alleine erlegen konnte. Aber Schnarcher konnte es eigentlich recht sein. So bekam er massenweiße Sehnen für seine Bögen. Ganze 12 von bester Qulität hatte er geschenkt bekommen. Wenn er alle diese Sehnen zu guten Bögen machen würde und er dann auch noch zahlende Kunden hätte ... Schnarcher musste sich sehr anstrengen bei diesem Gedanken nicht zu sabbern.
"Was ist?", fragte Elendium plötzlich und rieß ihn aus den Gedanken. Er musste einen recht merkwürdigen Gesichtsausdruck gemacht haben. "Du sahst so aus, als hättest du gerade eine Erzader entdeckt."
Schnarcher fühlte sich mehr oder weniger ertappt. "Ach nichts ist, schon gut ...", sagte er. Das beste war dieses Thema bei Seite zu schieben. "Jetzt fehlen dir nur noch diese Snapper. Allerdings ist anzunehmen, dass wir die Viecher in einem Rudel treffen. und das will ich meinen Lehrlingen noch", seine Schüler merkten ganz deutlich, dass die Betonung auf noch lag," nicht zumuten. Sie sollen wenigstens ein wenig mehr Übung bekommen. Wann musst du denn das Zeug haben?", fragte der Novize des Feuers.
"Nun, in drei Tagen muss ich mit dem Zeug vor blutfeuer stehen. Aber ich muss vorher noch mal in das Kloster und dann muss ich erst mal sie finden ...", sagte Elendium.
"Hmm ...", machte Schnarcher nur. "Weißt du denn wo es solche Drachensnapper gibt?"
"Ja, in der Nähe der ehemaligen Trollschlucht soll es laut blutfeuer einige geben.", antwortete der Jäger darauf
"Na gut, dann sollten wir uns erstmal dort hinbegeben. Ist ja ganz in der Nähe.", bestimmte der Lehrmeister.
"Einverstanden", sagte der Adept fröhlich.
So zogen sie wieder los. Schnarchers Füße klagten schon über die lange Wanderung. In Nähe der Trollschlucht würden sie bis morgen wohl erstmal pausieren müssen. Zumal sie ja noch nichts heute zwischen die Zähne bekommen hatten. Schnarcher dachte schon an einen gewissen Jäger, der ihnen bestimmt etwas erlegen konnte. Andererseits wäre das bestimmt eine tolle Übung für seine Lehrlinge. Schnarcher musste noch darüber ein wenig nachdenken. Auf jeden Fall sollten seine Schüler die Chance bekommen, sich auch ein wenig auszuruhen. Vielleicht war es auch gar nicht so eine schlechte Idee mal der Burg einen kleinen Besuch abzustatten. Zumindest wäre es bestimmt lustig ...
"Zur Trollschlucht kann es jetzt nicht mehr weit sein.", sagte Elendium voller Tatendrang. Schnarcher schüttelte aber den Kopf.
"Wir sollten hier irgentwo ein Lager aufschlagen. Am besten eine trockene und windgeschützte Stelle. Morgen ist auch noch ein Tag, Elendium.", sagte der Bogner.
Grimward
21.04.2006, 17:13
"Wir sollten hier irgendwo ein Lager aufschlagen, morgen ist auch noch ein Tag Elendium!" befahl Schnarcher. Also sahen sie sich schon am Nachmittag nach einer einigermaßen wohnhaften Höhle um. Nach einigen beschwerlichen Minuten, in denen sie ziemlich verloren durchs Ödland gestolpert waren, fanden Kadire eine recht große Höhle. "Hey, hey Leute kommt mal her, was haltet ihr davon?" Die Höhle war trocken, fast behaglich, es lebten keine Tiere in der Höhle, es waren keine Skellete zu sehen, also nickten sie zustimmend. "Gut gemacht", meinte Elendium und klopfte Kadire freudlind auf die Schulter. Sie schenkte ihm ein kurzes Lächeln und meinte: "Jetzt brauchen wir nur etwas zu essen und Holz." Schnarcher runzelte die Stirn und meinte: "Elendium du samelst Holz, meine Schüler kommen mit mir wir jagen uns was leckeres zum Abendessen!" Alle respektierten die Entescheidung ihres Gruppenführers, obwohl Elendium sichtlich keine Lust hatte, alleine Holz zu sammeln. Also ging Elendium wieder in den verküppelten Wald, in welchem viele Zweige herumlagen, während Kadire,Schnarcher und Grimward, druch das Ödland stapften. Die Stimmung war nicht besonders gut, denn sie alle waren müde und hatten keine Lust zu jagen, besonders nicht im Minental.
"Was mögt ihr denn gerne?" fragte Grimward, um die Stimmung ein wenig zu verbessern. Schnarcher zuckte mit den Schultern, Kadire meinte: "Lurker oder Scavenger." Grimward stimmte Kadire zu und Schnarcher beugte sich dem Entschluss seiner Lehrlinge. Also suchten sie gezielt nach Lurkern und Scavengern, dazu suchten sie die Nähe des Flusses, denn besonders Lurker hielten sich gerne dort auf.Mhh Lurker, ich würde alles geben für Scaenger aber ihr gibts keine, dachte Grimward, als sie am Fluss ankamen und eine kleine Gruppe von Lurkern entdeckten. "Gut ich würde einfach mal sagen, zeigt was ihr draufhabt", grinste Schnarcher und zog sich zurück. Kadire und Grimward eröffneten stumm das Feuer auf die Lurker, die gar nicht wussten wer sie denn bei ihrem Sonnenbad störte. Die Lurker, es waren drei an der Zahl, waren schnell erledigt. "Meine Güte", sagte Schnarcher, "ihr seit ja richtig begabt, los wir nehmen ihnen das Fleisch ab!" Gesagt getan, mit einer Menge Fleisch in den Tragetaschen, kehrten sie zu ihrer Höhle zurück, Elendium war schon zurück und hatte ein Feuer entfacht. Doch als er sah, das die Gefährten nur das Fleisch der Lurker mitgebracht hatten, war er sehr erbost. Elendium hätte die Tiere liebend gern ausgenommen. Er setzte sich weg und schmollte, die Anderen plauschten angeregt über ihre jeweilige Vergangenheit.
Elendium
21.04.2006, 17:40
Nachdem sie ein schönes Lager gefunden hatten, eine kleine gemütliche Höhle ging Elendium nach Schnarchers Aufforderung Holz sammeln. Da er schon unterwegs war sammelte er auch einige Kräuter. Thymian, Salbei und ein wenig Honig fand er. Auch ein Orkblatt fand wieder seinen Weg in die Kräutertasche. Mit einem Bündel Holz im Schlepptau traf Elendium auf die Spur eines Wiesels. Er lies das Bündel Holz liegen und folgte der Spur. Sie wies Blut auf und Elendium fand ein leicht Verwundetes Wiesel in der Nähe des Lagers. Das Tier zitterte vor Angst und Elendium überlegte was er tun sollte. "Ich werde dich erlösen" sagte er zu dem Wiesel und erschoss das arme Tier. Innerlich tat es ihm Leid,aber für das Tier war es eine Erlösung.
Er nahm sein Holzbündel wieder auf und trabte zurück zum Lager. Dort entfachte er ein Feuer und nahm das Wiesel aus. Das Fell war schön und sollte für Meister Parlan oder Blutfeuer genüge sein. Die Sehnen waren für Bögen zu kurz, aber man konnte sie als Nähgarn verwenden und so entfernte er auch diese. Die innereien sammelte er auf einem Haufen, er wollte sie nachher mit den Innereien der anderen Tiere in einiger Entfernung vom Lager vergraben.
Nach einiger Zeit kehrten die Kameraden mit Lurkerfleisch zurück. "Wo habt ihr denn die Tier erlegt? Wisst ihr denn nicht, das man alles von Tieren verwerten soll und nicht nur das was man gerade benötigt? Nächstes Mal bringt die Tiere mit und ich nehm sie aus. Die Sehnen von Lurkern sind zwar nicht die Besten, aber für Übungsbögen reichen sie alle mal. Und die Lederhaut eignet sich gut um Wasserdichte Beutel herzustellen. Gut das Blutfeuer nicht hier ist, die hätte euch den Marsch geblasen" grummelte Elendium vor sich hin und entfernte sich ein wenig von der Gruppe. Er war enttäuscht, das keiner daran Gedacht hatte, die Tiere einfach mitzubringen und den Jäger das Verwerten zu überlassen. Scheinbar haben sie vorhin einfach nicht begriffen das, dass ganze einen Sinn hatte.
Elendium setze sich an den Rand des Lagers und verfiel in tiefes Schweigen.
Sie hatte die Schnauze voll, immerwieder hackte Hombre auf sie ein. Konnte er jetzt endlich mal sein Maul halten? JA, sie hatte was falsches getan, aber warum bei Beliar musste er noch weiter drauf rumhacken. Dieser Kerl war einfach unglaublich, je mehr Wörter aus seinem Mundwerk kamen, desto schlechter fühlte sich die Banditin, das einzige was sie an diesem Abend vor einer volligen Eskalation rette, war der Arm ihres Freundes. Immer fester hatte sie sich festgekrallt. Jedes Wort das Hombre sagte, lies sie ein Stück näher an Kire herranrücken. Es war zum verzweifeln, sie war den Tränen nahe und dann, genau das was alles zur Eskalation brachte. Habe sie den Verstand verloren? Ja anscheinend schon, aber sie wusste es nicht. Wie auch, wie konnte die junge Lehrmeisterin wissen, dass Orks nie alleine unterwegs waren. Sie hatte nicht einmal mitbekommen, dass die Zwei sich nach weiter umschauten. Sie hatte es überhört. Wie konnte sie nur? Wie konnte sie nur die ganze Gruppe gefährden? Wie? Warum? Warum Sie? Warum in aller Teufels Namen war sie mal wieder die jenige die alles gefährdete? Succa fiel in ein tiefes Schluchzen, ein jammern er solle aufhören sie fertig zu machen. Es war zu viel für sie. Der schützende Arm von Kire legte sich um sie und beruhigende Worte erklangen an ihren Ohren.
Schon die Nacht konnte sie nicht schlafen, zumindest hatte sie lange gebraucht bis sie eingeschlafen war und am nächsten Morgen traute sie sich nicht einmal Hombre in die Augen zu schauen. Sie hätte wissen müssen, dass ein Ork nie alleine unterwegs ist. Alles ihre Schuld, typisch Frau, dachte sie. Warum konnte sie nicht einfach dort verweilen? Nein, die Frau musste mal wieder ihren blöden Dickkopf durchsetzten und das hatte sie nun davon. Hombre war sauer auf sie - sie hatte die ganze Gruppe in Gefahr gebracht - und, was für sie das schlimmste war - sie hätte wetten können, dass selbst Kire enttäuscht von ihr wäre. Und all das nur, weil sie ihren dummen Dickkopf durchsetzten wollte und den Männern zeigen wollte, dass auch eine Frau gegen einen Ork kämpfen konnte.
Von ihren Frühstück brachte sie keinen Bissen herrunter, es war kalt und sie hatte kein Lust mehr, in diesem blöden dreckigen und Orkverseuchten Minental zu sein. Nach Hause wollte sie, auf den Hof und alles gedanklich verarbeiten. Ruhe, keine nervigen Biester auf die man aufpassen musste, dass sie einem zu nahe kamen. Sie beobachtet Hombre ausm ihren Blickwinkel und schielte sozusagen zu ihm herrüber. Er beachtete sie nicht, er war vielleicht immernoch sauer. Sie wusste es nicht und würde ihn erstmal in Ruhe lassen. Kire entschied sich erstmal wieder Feuerholz zu besorgen und Hombre würde mitkommen. Sie nickte stumm und die zwei verließen wenig später die Gruppe und Succa saß alleine mit den drei Schülern da. Cestery war damit beschäftigt sein Schwert zubegutachten. Aber mehr auch nicht. Er war vorlaut der Bengel, aber trotzdem hatte er seine Aufgaben bis her immer erfüllt, aber seit dem sie im Minental waren, hatte sie kein einziges Mal trainieren sehen. Ein kräftiger Arschtrit, vielleicht brauchte er das. Aber zuersteinmal würde sie sich erleichtern. Aber bloss weit weg von den drei Kerlen. Wer weiß ob sie genauso notgeil waren, wie die Banditen auf der Burg. Sie sagte ihnen kurz, sie würde gleich wieder kommen und erhob sich.
Diese Gegend war einfach grauenvoll, nichts Schönes hatte sie ansich, keine grünen Pflanzen oder überhaupt etwas, was "gesund" aussah. Alles verdörrt und verkorkst. Succa suchte sich einen gegeigneten Busch und setzte sich. Ein Rundumblick und die Sicherheit, dass keine herrannahenden Tiere oder Orks oder notgeile Kerle dort waren. Als sie sich wieder erhob, ging sie zum Fluss. Wie die frauliches Reinlichkeit es vorschrieb wusch sie sich die Hände in dem Wasser. Eigendlich war es sinnlos, denn nun waren sie dreckiger dennje. Sie zuckte kurz mit den Schultern und drehte sich um. Ein brüllender Ork rannte auf sie zu, mit erhobener Waffe.
Ein Schock, ein Gefühl, als würde ihr Herz in die Hose rutschen. Ihre Kinnlade klappte runter. Genau vor ihr stand ein Ork, schaute sie an und musterte sie. Fürs wegrennen war alles zu spät, er würde sie locker erschlagen. Ein Prankenhieb und sie war tot, dass war ihr klar. Innerlich wollte sie kreischend wegrennen, aber ihre Gliedmaßen ließen sich nicht bewegen. Wie gelähmt, schaute sie das Monstrum an. Nichts, rein gar nichts tat sich. Dann ein Fingerstups von diesem Wesen. Succa war gelähmt und nun war alles zu spät. Es wurde ihr schwarz vor Augen. -paff- Ihr Körper war auf den dreckigen Bogen gefallen. Sie war ohnmächtig und diesem Ork wehrlos ausgesetzt.
Eine grauenhafte Nacht, eine schrecklich kahle Gegend und die Stimmung zwischen Succa und Hombre war mehr als nur angespannt. Calintz hasste diesen Ort. Würde ihn nicht der Grund hier festhalten, dass er bei kire den Einhandkampf lernte würde der Dieb sofort verschwinden. Als ob das alles noch nicht genug wäre fiel ihnen am Morgen auf, dass kein Feuerholz mehr da war und dass das Feuer die ganze Nacht gebrannt hatte. Nachdem kire durch die Runde gefragt hatte, wer gestern als letzter Schlafen gegangen war, wurde klar, dass Hombre der Schuldige war. Deshalb musste dieser nun Holz suchen gehen doch freundlicherweise begleitete ihn sein Kumpane kire. Der Tag hatte schlecht begonnen und so versuchte Cal sich durch etwas Training abzureagieren. Succa verschwand kurz nachdem die Beiden gegangen waren im Gebüsch. Sie sagte zwar nicht wohin sie ging, aber das war Calintz herzlich egal. Hauptsache dieser Unglücksmagnet würde sich nur so weit wie möglich von ihnen entfernen.
Cestery betrachtete sein Schwert. Begutachtend besah er die Klinge und tat so als gebe es nichts anderes. Dieser seltsame Blondschopf war dem Dieb vom ersten Moment an suspekt gewesen. Er könnte ja wenigstens das Schwert polieren, aber nein...nicht einmal das tat er. Sinnlos...
Arkanis beachtete der Tagelöhner gar nicht und er stellte sich etwas abseits von ihnen auf, um mit seinem Kris zu trainieren. Schlag, block, Schlag, Finte, Schlag, Sprung...
Irgendwie war Cal der Einzige der sich um sein Training kümmerte. Bis jetzt hatte er die beiden anderen Schüler nie trainieren gesehen. Seine Gedanken kreisten...und wieder einmal musste er an Murielle denken. Ihre schwarzes Haar, welches im kühlen Abendwind des Hafenviertels wehten und ihre eiskalten berechnenden Augen. Einmal mehr schwor sich der Dieb, dass wenn er endlich aus diesem dreckigen Tal hinauskonnte endlich wieder nach Khorinis zurückkehren würde. Cal musste einfach nach ihr suchen. Irgendwie erfüllte ihn eine seltsame Leere seit er die Hafenstadt das letzte Mal verlassen hatte und Murielle ohne Abschied zu nehmen verließ. Warum, warum nur hatte er das gemacht. Sie hätten zusammen wenigstens noch einige heiße Nächte verbringen können und ein paar Häuser ausrauben können. Aber nein...er wollte ja unbedingt zum Hof zurück...Wütend schlug er seinem imaginären Gegner den Kopf ab und ließ die Klinge zurück in die Scheide auf seinem Rücken gleiten.
Da fiel ihm plötzlich auf, dass Succa noch immer noch nicht zurückgekehrt war. Wo steckte sie nur? Der Dieb wollte eigentlich nicht den Helden spielen und sie suchen. Eigentlich war es ihm ja egal was mit kires Freundin passieren würde, aber die beiden anderen machten keine Anstalten um auch nur einen Finger zu rühren und nach ihr zu suchen. Faules Pack...jetzt musste wieder Cal gehen, denn wenn er es nicht tun würde und ihr wäre wirklich etwas zugestoßen würde ihm sein Lehrmeister die Hölle heiß machen. Also sagte der Tagelöhner seinen beiden Begleitern kurz Bescheid und machte sich auf den Weg. Er ging in die Richtung, in die Succa verschwunden war. Nach einiger Zeit erfolglosen Suchens kam der Dieb zu einem Fluss. Als er dem Strom folgte vernahm Cal plötzlich ein Brüllen, das durch Mark und Bein ging.
Schnell lief der Dieb in die Richtung aus der das Brüllen gekommen war und da sah er auf einmal Succa. Ein riesiger Ork bedrohte sie gerade mit seiner übermäßig großen Keule. Doch die Banditin blieb wie angewurzelt stehen. Verdutzt stupste sie der Grünhäuter mit einem Finger an und daraufhin flog sie um...ohnmächtig. Erschrocken untersuchte die Bestie sein Opfer und stellte fest, dass sie noch atmete.
"Das ist ja bescheuert...", dachte Cal und nahm einen handlichen Stein vom Boden auf.
Dann schleuderte er das Geschoss in Richtung des Orks...Volltreffer. Verdutzt sah der Grünhäuter in seine Richtung und ging langsam auf ihn zu. Die schmächtige Statur des Diebes ließ die Bestie offensichtlich glauben, dass er eine leichte Beute wäre. Zum Glück war er das nicht...nicht mehr. Seine Hand langte nach einem der Wurfdolche und er warf die Klinge auf den Grünhäuter. Leider traf das Messer nur den Oberschenkel des Orks und dieser zog die Klinge wieder heraus. Kurz betrachtete er die Waffe und warf sie dann achtlos zur Seite. Nun war das Biest allerdings extremst sauer und stürmte auf den Tagelöhner zu.
"Nicht schon wieder...", flüsterte der Weißhaarige und zog seinen Kris.
Schon stand das Untier vor ihm und holte weit aus. Geistesgegenwärtig warf sich der Dieb auf den Boden um nicht durch die Wucht des Schlages durch die Lüfte gewirbelt zu werden. Schnell richtete er sich wieder auf und schlug zu. Etwas ungelenkig wehrte der Ork seinen Schlag ab und ein heftiger Kampf entstand...
Nun wehrte sich dieses Menschlein auch noch! Es war zum verrückt werden, Swek hasste solche Tage! Erst fand man eine wunderbare Beute, und dann wurde sie einem gleich wieder streitig gemacht, anscheinend war das Weibchen das Weibchen des Männchens, das ihn gerade angriff, anders konnte er es sich nicht erklären, warum dieser ihm dazwischenfunkte.
Swek holte mit seiner gewaltigen Keule aus und schlug nach dem Menschen, dieser wich aber aus und rollte sich weg. Flink, aber nicht besonders klug verhielt sich das Menschlein. Es kroch ein Stück weg, doch der Alte ließ nicht locker. Er trampelte ihm hinterher und schlug wieder mit seiner Keule nach dem Menschen. Wieder wich das Ding aus! Swek wurde wütend und brüllte es an, wobei mehrere Sabbertropfen aus seinem Maul flogen. Das Menschlein zog wieder eines dieser Messerdingens und warf es auf den Ork. Doch dieser hatte dazugelernt und zog schnell die hölzerne Keule hoch. Ein dumpfer Ton, das Messer war steckengeblieben. Der Griff lugte noch aus dem Holz heraus. Swek grinste, seine unsauberen, gelblichen Hauer wurden entblößt. Mit einem weiteren Kriegsschrei warf er sich nach vorne, direkt in Richtung des Menschen. Die Keule flog förmlich nach vorne, traf jedoch wieder nur den Boden. Staub wurde aufgewirbelt, man hörte das nahe Kreischen eines Vogels. Jetzt wurde es ihm wirklich zu dumm, er würde dem Menschlein einen langen, furchtbaren Tod schenken. Schnell drehte er sich um und blickte mit seinem verbliebenen Auge herum. Wo war es abgeblieben? Hatte es sich verzogen? Das Weiblein lag noch da wo er es gelassen hatte. Doch irgendetwas in ihm sagte, er solle aufpassen, denn der Mensch war noch in der Nähe. Wie konnte so ein kleines, schmächtiges Ding nur so viel Ärger machen? Swek kratzte sich am Hintern. Er ging mit dem Oberkörper nach unten, die Nase hielt er nur noch knapp über dem Boden. Dann fing er an zu Schnüffeln, wie ein Wolf. Er roch ihn, der Mensch war noch in der Nähe. Angstschweiß, der Nachteil der Menschen ...
Die große Keule des Orks krachte gegen einen alten Baum, der Baum wackelte und Rinde bröckelte ab. Hinter ihm sprang der dunkel gekleidete Mensch hervor, schlug mit seinem Schwert nach dem Ork. Swek hingegen blockte den Schlag, dann schmetterte er die Keule wieder nach vorne. Äste brachen ab, er schien den Menschen auch erwischt zu haben. Dieser sah aus, als wolle er davon robben. Swek folgte ihm langsam, in einer gebückten Ganghaltung. Wo war es nun hin? Er schnüffelte wieder, es war noch in der Nähe. Unter dem umgefallenen Baum! Leise schlich er sich an, schließlich beherrschte er die Grundlagen der Schleichkunst. Das Menschlein würde ihn nicht hören ... dann ließ er die Keule auf den Baum niedersausen. Es krachte laut, Holz splitterte in alle Richtungen, der alte umgefallene Baum zerbrach in zwei Teile. Doch kein Menschlein war darunter. Wo war es nur hin?
Der Geruch von gebratenem Fleisch hatte seine Lebensgeister wieder erwachen lassen. An Nächte mit einem Kettenhemd musste er sich erst noch gewöhnen. Genau wie der Geruch bekam ihm dann auch der Geschmack der Scavengerkeule gut. Corinna hatte wirklich einen guten Vogel geschossen. Zusammen mit einem sonnigen Morgen konnte es wohl keinen besseren Start in den Tag geben, als es an diesem Tag war. Einige Vögel, Medin kannte ihren Namen nicht, zwitscherten in den Bäumen am Rande des Lagerplatzes und sogar die Frühlingssonne hatte dieses Frühstück mit ihrer Anwesenheit beehrt. Ja, es war ein schöner Morgen gewesen, ein Morgen, der wie dazu geschaffen war um Dinge zu vergessen. Dinge, wie Taten, die man vergessen wollte, oder einfach auch die Tatsache, dass sich drei Menschen in ein Ödland voller Orks und anderer Kreaturen Beliars befanden.
Nach dieser entspannten Mahlzeit und dem löschen des Lagerfeuers setzte die Reisegemeinschaft ihre Reise fort. Unterwegs tauchte noch einmal der Geruch nach etwas verkohltem in Medins Nase auf, doch war er viel schwächer als am Vorabend und so verschwendete der Ritter nur einen Moment seiner Gedanken an ihn.
Am zeitigen Nachmittag war dann auch das Weidenplateau überquert und das Trio hatte, um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen, einen etwas Abgelegenären Pfad zur Überquerung der das Minental und das Plateau trennenden Bergkette auserkoren und am Abend, als sich die Sonne hinter die Berggipfel zurück zog, bot sich den drei Reisenden eine nicht sehr erfreuende Aussicht über das Minental. Es war genau so farblos wie immer. Medin wusste, dass es nicht immer so ausgesehen hatte, doch konnte er es sich nicht vorstellen. Der Boden war staubig, die Blätter verwelkt, die Sträucher dürr und knochig und die Kreaturen dieses Lebensraumes sahen Menschen entweder als Beute oder waren selbst zur Beute bestimmt. In der Ferne waren während der Dämmerung kleine Punkte auszumachen, die durch diese Landschaft leuchteten. Einige stammten von Zimmern der Burg, doch die meisten kennzeichneten Lagerplätze der Orks.
Für heute war es zu spät gewesen und so hatten sie sich nach einem neuen Lagerplatz umgeschaut und schließlich auch eine gut geschützte Stelle gefunden. Freilich war gegen diesen Flecken die Lichtung von der Vornacht ein wahres Paradies gewesen, aber so war das im Minental nun einmal. Man war froh darüber, überhaupt einen Platz gefunden zu haben, wo die Wahrscheinlichkeit nicht ganz so groß war, dass jeden Moment eine Kreatur des Gottes der Finsternis um die Ecke kam.
Der Lagerplatz ließ es sogar zu ein kleines Feuer zu entfachen und so saßen Corinna, Ferox und Medin an diesem. Die Dunkelheit war schon längst hereingebrochen, doch war zumindest Medin noch nicht nach schlafen zu Mute, zu Mal auch noch nicht geklärt war, wer die erste Nachtwache übernehmen würde. Etwas anderes aber interessierte Medin noch viel mehr. Ferox war der Initiator des Ausfluges gewesen, doch mehr als das Gebiet hatte er nicht genannt.
"Wie geht es jetzt weiter?" Die Frage war recht allgemein formuliert, was natürlich auch Raum für eine allgemeine Antwort bot, aber mehr wollte der Ritter auch gar nicht. Vielleicht hatte ja auch Corinna einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen...
Die Nacht kam über das Land und somit auch über das Minental, sie überraschte die Recken bei ihrer Arbeit. Holz zu holen waren sie losgezogen, nun hatten sie ziemlich viel Holz gesammelt. Viele alte Äste und anderes morsches Zeugs, was gescheites fand man in diesem überdimensionalen Grab, auch genannt Minental, ja nicht. Hombre warf noch ein größeres Stück Holz auf den Haufen, dann sah er sich nach Kire um. Dieser werkelte irgendwo zwischen ein paar Bäumen herum, Hombre konnte ihn zwar hören aber nicht sehen. Nebel zog auf. „Ich hasse Nebel ...“ murmelte der Krieger und kramte einen Tabakstängel hervor. Dann entfachte er eine kleine Flamme und zündete das Apfelkraut an. Drei, vier Züge macht er, dann fiel ihm auf dass der Nebel dichter wurde. „He, Kire, lass uns zurückgehen, der Nebel wird immer dichter!“ „Hast du etwa Angst, so allein im Dunkeln?“ „Ich dachte die Diskussion über Angst hatten wir schon?“ „Ja, ich komm ja gleich, der Ast hier will nicht wie ich will. Das ist ein verdammt großer Ast, so einen großen Ast hast du noch nie gesehen!“ „Ja, sicher doch, und meine Mutter kocht Trollkot.“ „Kein Wunder dass du so geworden bist!“ „Sag, mal hast du denn geraucht dass dein Mundwerk heut so flott funktioniert?“ „Das Zeugs, dass du dir immer reinziehst!“ „Klar doch. Jetzt beeil dich.“ „Angst im Nebel.“ Hombre zögerte kurz, dann antwortete er kaum hörbar: „Ja, um ehrlich zu sein, ja.“
„Du kannst ja schon voran gehen, ich komm dann gleich nach.“
„Ne, ich warte schon auf dich. Nicht dass du dich verläufst, da wär jemand ganz schön traurig.“
„Irgendein Gefühl sagt mir, du wärst es nicht.“
„Sicher, ich würd ein Freudenfest veranstalten wenn du endlich verschwinden würdest!“
Sie lachten beide, doch die Stimmung blieb angespannt. Hombre sah kaum noch zehn Meter weit entfernte Sachen. Wie konnte ein Nebel nur so schnell aufziehen?
„Bist du bald fertig?“
„Ja, gleich.“
Hombre war nicht wohl. Irgendetwas verursachte eine Gänsehaut bei ihm. Was war nur los? Erschreckte ein bisschen Nebel ihn so sehr? Hinter ihm knackste es. Schlagartig drehte er sich um. Nichts.
„Hast du das auch gehört?“
„Was?“
„Nichts. Ich glaube, ich habe mich getäuscht ...“
Doch besonders sicher war er sich nicht. War da tatsächlich etwas gewesen? Er wusste es nicht, doch er würde der Sache auf den Grund gehen.
Also lief der Krieger im Dienste Lee´s weiter in den Nebel hinein, wo er die Quelle des Geräusches vermutete. Nach kurzer Zeit stieß er auf eine alte Ruine, es musste ein Haus oder ähnliches gewesen sein, jedenfalls standen nur noch Teile der Grundmauer, der Rest schien niedergebrannt oder zerstört worden sein. Mit einer Hand fuhr er über das Gestein des alten Gemäuers. Es war feucht und rau, zum Teil auch modrig. Moos wuchs an vielen Stellen.
„Autsch!“
Fast wäre er über etwas gestolpert. Hombre blickte nach unten, da lag ein alter, halb verrosteter Spaten. Was suchte ein Spaten hier? Er Hob ihn auf, Rost blätterte ab.
„Komisch ...“
Plötzlich hörte er wieder ein Geräusch, es hörte sich nach einer Art Schaben an. Was war hier nur los? Nachdenklich ging er ein paar Schritte weiter, hinter der Hausruine stand eine alte Eiche. Schrecklich sah sie aus, zum Teil verbrannt, die blätterlosen Äste hingen schlapp hinab. Daneben lagen Reste einer Sitzbank, ein rostiges Beil steckte darin. Was war hier nur geschehen? Hombre ging zur Sitzbank, kniete davor nieder und sah sich das Teil genauer an. Altes, morsches Holz, mehr nicht. Das Beil schien einfach so achtlos dazu geworfen zu sein. Alles wurde immer zusammenhangsloser. Hombre wusste selbst nicht mal mehr, ob das nun ein Traum oder die Wirklichkeit war. Seine starken Finger fuhren durch den blonden Bart. Dann ging er ein paar Schritte weiter in den Nebel hinein. Wo war er hier gelandet? Vor ihm tauchten langsam Konturen von Gegenständen im Nebel auf. Grob und rechteckig waren sie.
„Was zum Teufel ...?“
Grabsteine. Vier an der Zahl. Alte, zum Teil kaputte Grabsteine, Flechten und Gestrüpp hatten längst die Oberhand über das Gestein gewonnen. Eine Eule flatterte über seinem Kopf hinweg, Hombre zuckte zusammen. Der Ort gefiel ihm nicht. Zwar war er nicht abergläubig oder gar gläubig, aber nachts auf einem Friedhof sein mochte er überhaupt nicht. Plötzlich spürte er Druck auf seiner rechten Schulter, erschrocken fuhr er herum.
Wo war Hombre jetzt nur wieder abgeblieben? Kire fuhr einmal um seine eigene Achse herum, ehe er ein letztes Mal das Beil in den eigentlich viel zu morschen Baumstamm rammte und von eben diesem abließ. Ziellos stapfte er umher. Der Nebel war einfach zu dicht geworden, als dass man mehr als einen Schritt weit in die Ferne sehen konnte.
Seufzend drehte Kire sich zurück zu der Himmelsrichtung, aus der er das letzte Mal das Gezeter seines Freundes gehört hatte. Nach einigen Schritten, sackte er selbst mit seinen Füßen in tiefem Schlick ein, überlegte ob er hier richtig sein konnte und hörte auch ein weiteres mal die entsetzte Stimme Hombres. Und nur ein paar schritte weiter, sah er ihn plötzlich vor sich stehen, mit einem Spaten bewaffnet und vor ihm einige Grabsteine. Was ihn jedoch viel mehr beunruhigte als diese abstruse Szene, die glatt nach einem Grabräuber ausschauen könnte, waren die großen Löcher hinter den Grabsteinen. Vorerst ignorierte Kire jedoch dieses Gefühl der Angst, welches ihn widerwillig beschlich und stattdessen näherte er sich leise seinem Freund. Durch den Nebel war es unmöglich den auf den matschigen Boden geworfenen Schatten seiner selbst zu erkennen, der von dem leuchtenden Mondlicht in seinem Rücken erzeugt wurde. Überhaupt war hier alles in ein sehr fahles, schwaches Licht getaucht. Eine perfekte Situation um die ohnehin schon recht große Angst seines Kumpanen sich für einen guten Scherz zu Nutze zu machen.
Ganz langsam legte er die schwere Hand auf die Schulter des Söldners, woraufhin dieser erschrocken erst zusammensackte und dann schließlich sich entgeistert herumdrehte. Kire hatte sich kurz zuvor extra das pechschwarze Haar verwuschelt und über sein Gesicht fallen lassen um einen besonders erschreckenden Eindruck auf den Verängstigten zu machen. Seine hell leuchtenden Augen, die mehr weiß als blau waren, hoben sich in der Dunkelheit der Nacht noch besser hervor, sodass der Grusel noch schöner werden sollte. Fast wie auf einem guten Gemälde konnte man den Blick seines Gegenübers einfangen, wie er ganz deutlich über die dunkle Gestalt des schwarzhaarigen Söldners fuhr, sich die Augen langsam immer weiter öffneten und der Blondschopf kurz davor war zum Schreien anzusetzen, als Kire selbst so tief brüllte, wie er nur konnte, was dabei fast einen wutentbranntem Orkgrunzen glich. Fast erstarrt und völlig unkoordiniert torkelte Hombre stillschweigend und womöglich in Tiefschock versetzt, einige Schritte zurück, sodass er mit einer Schulter gegen den mannshohen Grabstein prallte und kurz darauf in das große Loch stürzte. Blitzschnell brachte der Söldner seine Haare wieder in Ordnung und eilte auf das Loch zu, in das Hombre soeben gefallen war.
„Spinnst du?“, keifte Hombre aus dem Dunkel herauf und man hörte wie er sich den Dreck von der Rüstung abklopfte. „Ach halb so wild“, lachte Kire zurück und streckte seinen Arm nach dem Söldner aus um diesen aus dem Loch zu helfen. Und gerade als dieser die helfende Hand ergriff, begannen plötzlich die anliegenden Grabsteine zu beben und aus den gerade noch in Ruhe gelegenen Gräben, ragten plötzlich Hand und Fußknochen aus der braunen Erde hervor, die sich immer weiter an die Oberfläche hervortasteten. Nun war es Kire in Panik geriet und mit aller Kraft so schnell es ging den Blondhaarigen aus dem Grab zog.
„Was ist das? Willst du mich schon wieder verarschen? Lass das endlich“, schrie dieser und hielt noch immer fest an seinem Arm.
„Was ist das? Willst du mich schon wieder verarschen? Lass das endlich“, schrie Hombre seinem Kumpanen entgegen und zerrte an dessen Arm. Dieser hatte sichtlich mühe ihn hier herauszubekommen, kein Wunder, Hombre war schließlich nicht gerade ein Leichtgewicht, dazu kam noch das Gewicht der Rüstung und das der Waffen. Kire zog den Söldner immer weiter hoch, doch da kam plötzlich ein Ruck von unten. Jemand zerrte an Hombres Fußgelenk! Schnell drehte der Söldner seinen Kopf zur Seite und blickte in den Abgrund des Grabes. Was er sah, erschreckte ihn mehr als sonst. Gerade erst raus aus der Untotenverseuchten Banditenburg und jetzt das. Dort unten sah man ein Skelett, jedenfalls den Kopf, die Schultern und die Arme. Es zerrte mit beiden Armen an Hombres Fußgelenk, der Söldner schluckte. Es sah fast so aus, als würde das Skelett ihn angrinsen! Doch das Grinsen wischte er ihm mit einem brutalen Fußtritt aus dem knöchernen Gesicht, wobei die hälfte des Schädels zerbarst und das ganze als Knochenhaufen auf dem Grund des Grabes landete. Kire zerrte ihn voll nach oben und beide plumpsten nebst den Grabstein. War hier die Hölle ausgebrochen? Sicher waren es drei oder vier Skelette, die gerade aus ihren Gräbern stiegen, der Nebel wurde dichter und verstärkte die gruselige Atmosphäre, und als i-Tüpfelchen heulte noch ein Wolf irgendwo in der Ferne. Doch die Lethargie ließ bald von den beiden Lees los, Kire griff zu seinem Schwert und Hombre, na ja, zum ersten was ihm einfiel, zum Spaten. Der Griff des Spatens war in der Mitte abgebrochen, somit war er gerade noch so lang wie Hombres Arm. Der Söldner nutzte das ehemalige Gartenwerkzeug nun als Waffe. Die Spitze des Spatens krachte in die Knochen, zu Hombres Überraschung eignete es sich hervorragend als Skelettvernichtungsmittel. Die zwei Söldner bahnten sich langsam aber sicher den Weg aus dem Friedhof hinaus, schließlich lag hinter ihnen nur noch ein großer Haufen ausgebleichter Knochen. Hombre stand da, völlig verschwitzt, Kire neben ihm, beide atmeten schwer. Dann blickten sie einander in die Augen.
„Lass uns zurück gehen, ich will nicht länger hier sein,“ sprach schließlich der Blondschopf. Kire nickte nur zustimmend. Die beiden suchten sich also den Weg aus dem Nebel hinaus, packten sich das gesammelte Holz und versuchten, zur restlichen Gruppe zurück zu kehren ...
"Verdammtes Drecksvieh...", dachte Cal als er gerade noch einem gewaltigen Schlag des Orks entkam.
Ganz anders als der Ork, den er schon besiegt hatte war dieses Vieh gerissener. Irgendwie schien der Grünhäuter einer von der etwas schlaueren Sorte zu sein. Das Untier hatte es sogar geschafft einen seiner Wurfdolche mit seiner Keule abzuwehren. Das einzig gute war wohl, das der einäugige Ork verdammt schnell in Rage geraten war. Dies machte ihn blinder als er sowieso schon war und er war leichter zu verwunden...wenn man es richtig anstellte. Das hatte Cal von seinem Lehrmeister schon oft gesagt bekommen. Wenn man sich der Wut hingab sanken die Chancen zu gewinnen.
Der Ork war schnell...aber Calintz war bis jetzt immer noch schneller gewesen. Immer wenn das Untier seine mächtige Keule auf ihn eindreschen wollte sprang er geschickt zur Seite. Allerdings hatte der Dieb schon einmal einen Fehler begangen. Um sich etwas Zeit zu verschaffen hatte er sich hinter einem Baum verschanzt. Dummerweise fing das Vieh dann zu schnüffeln an und schlug schließlich gegen einen der Bäume. Das lockte den Tagelöhner aus seiner Deckung und zwang ihn zum Angriff. Seine Klinge raste auf den Ork zu, doch der Grünhäuter blockte und schlug ihn mit seiner Keule in die Rippen. Der Weißhaarige wurde durch die Luft geschleudert und schlug hart auf dem kahlen Boden auf...einige Meter von dem Ork entfernt.
Schnell robbte der Dieb davon. Dort vorne...die Rettung ein umgestürzter Baum. Dieser dumme Ork würde garantiert glauben, dass er sich darunter verkriechen würde. Den Gefallen würde er der Bestie nicht machen. Einen halben Meter vor dem umgeknickten Baum rollte er sich schnell zwei Mal zur Seite und verschwand hinter einem breiten verwitterten Baum. Schon konnte er seinen Gegner hören wie er lautstark durch seine Nüstern die kalte Nachtluft einzog. Wahrscheinlich wollte er, so wie ein Wolf, die Witterung des Diebes aufnehmen. Das konnte nun wirklich nicht schwer sein, denn Cal merkte wie er vor Angst stank. Irgendwie roch er es zwar nicht, aber er konnte es spüren. Auf einmal hörte er das laute Krachen des Holzes, welches unter der Keule des Orks zersplitterte.
"Jetzt!", dachte Cal und stürmte los.
Der Dieb machte eine Rolle aus seiner Deckung hervor und jagte während der Bewegung seinen Dolch Blutrache in den Fuß des Ungetüms. Laut brüllend ging der Ork in die Knie und schlug mit seiner Keule um sich. Nun war eine kleine Strategieänderung angesagt. Calintz rannte los und schnappte sich wieder sein Wurfmesser, welches der Ork anfangs achtlos weggeworfen hatte. Doch wo war sein zweiter Dolch? In der Keule der Bestier steckte er zumindestens nicht mehr. Da sah er auf einmal aus den Augenwinkeln wie sich der Grünhäuter wieder erhob...
Elendium
22.04.2006, 10:13
Es war eine ruhige Nacht gewesen. Elendium war gestern sehr spät in seine Decken gekrochen. Man hatte ihm die erste Wache aufs Auge gedrückt, da er ja eh abseits sass. Er hatte auch vergessen wer die 2. Wache nehmen sollte und hatte deshalb Grimward geweckt und ihm bedeutet das er dran wäre. Ihm war es auch egal gewesen. Aber der neue Tag wischte seine Sorgen von gestern beiseite. Die Sonne ging gerade auf und es war feucht vom Nachtregen. Im Tal wallte etwas Nebel, der sich aber schnell verziehen würde, wenn die Sonne höhter steigen würde. Grimward und Kadire schliefen noch, nur Schnarcher der Wache hatte, sass etwas abseits. "Guten Morgen Bruder" begrüsste Elendium den Novizen. "Guten Morgen Jäger, na bist du heute besser drauf wie gestern?" fragte der Novize ihn. "Ich weis nicht, aber es wird schon gehen. Die Lurker waren es nicht wert so abgeschlachtet zu werden. Ohne Sinn und verstand, stell dir vor es würde Wesen geben, die uns nur aus langerweile Abschlachten würden." versuchte der Adept seine Sicht auszudrücken. "Ich weis ich hör mich jetzt an wie ein Betvater, aber seid meiner Ausbildung bei Blutfeuer habe ich gelernt, das man das Leben schützen muss und das man ein wenig darauf achten musswas für ein Tier man erlegt. ABer lassen wir das, das war gestern und vielleicht habt ihr ja ein wenig davon gelernt." beendete Elendium den Dialog. "Ich werd Teewasser holen und mich waschen gehen." sprachs und verschwand in Richtung Fluss.
Die Sonne tauchte das Minental in seinen goldenen Schein, in der Ferne war die Burg und der verbrannte Wald zu sehen. Es war ein schöner Anblick. In der Luft tobten einige Vögel und das Wasser war bitter Kalt. Sie belebte die müden Sinne des Adepten. Nach einem kurzen Bad im Fluss zog er seine Kleidung wieder über, füllte den Krug mit Wasser und begab sich zurück zum Lager. Die beiden Lehrlinge waren auch schon auf den Beinen. "Sicherlich von Schnarcher geweckt worden." dachte Elendium und grüsste die beiden mit einem frohen "Guten Morgen ihr Langschläfer". Was mochte der Tag wohl bringen. Vielleicht konnte er ja noch einiges Abstauben. Wer weiss was für Tiere Schnarcher seinen Schülern auferlegte zu erlegen.
Schnarcher
22.04.2006, 12:39
Es versprach ein wunderbar Tag zu werden. In der Nacht hatte es ein wenig geregnet, jetzt war der Himmel so gut wie von Wolken befreit. Schnarcher hatte ein wenig über das Gespräch mit Elendium nachgedacht, und war zum Schluss gekommen, dass er auch das Tiere ausnehmen lernen wollte. Er musste ja nicht unbedingt wissen, wie man die Eckzähne eines Trolls der südlichen Insel ziehen konnte. Die Grundlagen würde ihm schon reichen. Er sprach Elendium gleich einmal darüber an. Er kam gerade wieder ins Lager gestiefelt. Schnarcher bedeutete ihm mit einem Wink, dass er mit ihm unter 4 Augen reden wollte. Sie gingen ein wenig vom Lager weg, dann sprach Schnarcher.
"Elendium, ich habe nachgedacht, über das, was du mir gesagt hast. Ich bin zum Schluss gekommen, dass auch ich das Jagen erlernen möchte. Hast du schon einmal darüber nachgedacht, Lehrlinge im Jagen auszubilden?", fragte Schnarcher Elendium, der nur zögerlich antwortete.
"Nein, bisher habe ich mir über soetwas keine Gedanken gemacht. Aber du hast Recht. Sobald ich alles kann, wäre es ein Jammer mein Wissen nicht weiter zugeben. Aber noch muss ich mich dem 2. Teil der Prüfung von blutfeuer stellen. Und außerdem hast du ja noch selber Lehrlinge. Sobald wir beide die Lehren hinter uns gebracht haben, sollte wir noch einmal darüber reden.", meinte Elendium.
"Hmmm", machte Schnarchr nachdenklich. "Ich denke du hast recht. Nun denn, lass uns mal diesen Drachensnapper jagen. Ich gib meinen Lehrlingen eine Aufgabe, dann können wir losziehen."
"Einverstanden."
Schnarcher ging zurück zum Lager. Elendium zog es vor, vor dem Lager zu warten. Seine Lehrlinge machten immer noch einen ziemlich müden Gesichtsausdruck, den man auch als leicht dämlich einstufen konnte.
"Hört zu, meine Freunde der Nacht. Heute werdet ihr ohne mich trainieren müssen, ich erlege den Drachensnapper für Elendium. Das ist für euch noch zu gefährlich. Ich habe mir für euch daher eine kleine Übung ausgedacht.
Ich habe für euch beide jeweils eine Zielscheibe aufgehängt. Es ist eine gute Übung, um das Schießen auf bewegliche Ziele zu üben. Schaut her, ich mache es euch einmal vor.", sagte Schnarcher und stellte sich mit dem Rücke nzu einer der Zielscheiben."Ihr könnt euch am Anfang selber aussuchen wo ihr euch hinstellt und auch vorher schauen, wo ihr genau steht. Ihr nehmt eueren Bogen, legt einen Pfeil an, spannt die Sehne ... jetzt dreht ihr euch mit Schwung herum und schießt dabei den Pfeil im richtigen Moment ab.", sagte Schnarcher und machte es einmal vor. "Macht es einmal vor.", forderte Schnarcher seine beiden Schüler auf.
Das Ergebniss war eher mäßig, aber Schnarcher musste zugeben, dass die Übung recht komplex war. Auf jeden Fall hatte er gesehen, dass seine beiden Schüler die Übung verstanden hatten.
"Gut, ich geh dann mal mit Elendium weg. Wenn Feinde kommen, sieht zu, dass ihr rechtzeitig in der Höhle Deckung sucht. Viel Erfolg und bis heute abend!", verabschiedete er sich. Seine beiden Lehrlingen murmelten ein noch recht verschlafenen Gruß.
Schnarcher ging zu Elendium. "Komm, gehen wir ...", meinte Schnarcher nur.
Elendium
22.04.2006, 12:51
Als Schnarcher die Lehrlinge beschäftigt hatte verliesen sie gemeinsam das Lager. Schnarcher führte sie beide in Richtung der Trollschlucht. Hier oben, so hörte man, sollte es Drachensnapper geben.
"Sag mal Schnarcher, wie wollen wir denn zu zweit ein Rudel erlegen? Ich kann ja nicht auf schnell bewegliche Ziele schiessen. Das muss ich unbedingt noch lernen bei dir." fragte Elendium.
"Wie im Lager besprochen, du bringst mir die Grundlagen des Jagens bei und ich revangiere mich dann mit der erweiterten Bogenfertigkeit." schlug Schnarcher vor. "Gute Idee, so bleiben wir noch länger zusammen. Aber eins nach dem anderen."
Sie schlichen durch einen dunklen Forst. Es war kein richtiger Wald, sondern nur eing gut 40 Meter Breiter Baumbestand. "Schau" sagte der Adept "Fussspuren eines grösseren Tieres, den Klauen nach zu schliessen, eventuell soager ein Drachensnapper. Jedenfalls ein Snapper." sprach er leise zu Schnarcher. Sie kamen an den Waldrand und in gut 100 Fuss entfernung standen 4 Drachensnapper.
"Wollen wir uns auf einen Baum hocken und sie mit einem Feuerpfeil oder Feuerball anlocken?" fragte Elendium. "Ich habe mir extra einige Spruchrollen für so was besorgt."
Schnarcher
22.04.2006, 13:13
"Du hast dir Spruchrollen besorgt?", fragte Schnarcher rethorisch. "Warum nicht. Ich könnte zwar versuchen von hier aus mit einem Pfeil eines der Viecher zu treffen, aber aus dieser Entfernung werde ich wahrscheinlich nur den Panzer treffen. Zwar ist dieser Bogen wirklich sehr stark, aber ich bin auch noch ein wenig ungeübt mt dem neuen Bogen. Und außerdem, wenn du schon ein paar Spruchrollen dabei hast ...", sagte Schnarcher.
"Ja, du hast recht. Ich schlage vor, dass ich die Spruchrollen benutze. Zwar hast du mehr Übung mit dem Zielen, aber du musst mit dem Bogen umgehen. Naja, wagen wir es doch einfach mal.", antwortete der Jäger.
"Warte noch. Du schießt 2 Feuerball zu den Vichern, dann siehst du zu, dass du erstmal Raum gewinnst. Vielleicht kommt es zum Nahkampf und da bist du mit deinem Messer schlecht bedient.", meinte er ernst.
"Na gut.", sagte Elendium. Er klang zwar alles andere als überzeugt, aber Schnarcher hatte keine Lust darauf jetzt weiter einzugehen.
Der Adept nickte ihm zu. Schnarcher steckt schon mal vier Pfeile in den Boden, damit er schneller nachladen konnte. Einen legte er an.
"Mach schon.", raunte Schnarcher. Elendium ließ sich nicht ein zweites Mal bitte. Er nahm die Spruchrolle zur Hand. Wie genau der Adept die Spruchrolle aktivierte ohne Wissen über die Magie war Schnarcher zwar schleierhaft, er hielt es aber unangebracht ihn das zu fragen. Auf jeden Fall schleuderte Elendium einen Feuerball quer über die Ebene, auf der sie sich befanden. Zwar traff der Balll keinen der Drachensnapper, aber sie rannten schon in ihre Richtung. Schnarcher schoss den ersten Pfeil. Und er traf einen der Snapper. Dieser stolperte und fiel zu Boden. Die anderen kamen mit eine Affenzahn näher. Elendium schickte jetzt noch einen Feuerball. Diesemal traff er einen der Viecher. Es wand sich kurz vor Schmerzen, dann regte sich das tier auch nicht mehr.
"Mach dich davon!", rief Schnarcher unnötiger Weiße und schoss noch einen Pfeil. Elendium war schon auf den Weg in den Wald. Der Pfeil traff wieder einen Snapper, aber diesen schien dass nicht weiter zu kümmern. Er musste den Panzer getroffen haben, der bei diesen Tieren sehr dick war.
Der Bogenlehrmeister zögerte nicht einen Moment und nahm sogleich den nächsten Pfeil in die Hand. Nun waren die Snapper schon so nah gekommen, dass er gut zielen konnte. So traf der nächste Pfeil den anderen genau zwischen die Augen. Der letzte Snapper schien es sich nun anders überlegt zu haben und rannte weg. Schnarcher ließ ihn davon kommen, da er ahnte, das Elendium soetwas von ihm erwartete.
Dieser kam auch schon wieder aus dem Wald gelaufen.
"Gut gemacht, Schnarcher. Ich nehme die Tiere dann mal aus ..."
Françoise
22.04.2006, 13:23
Den vorigen Tag war Ed allein durch die triste Landschaft des Tals gezogen. Besonders viel gab es auf den ersten Blick nicht zu entdecken, aber wenn man genauer hinsah, bot auch das Minental eine Vielzahl von Dingen, die es wert machten, sie genauer zu betrachten. Viele seltsame Pflanzen und Tiere fand man hier. Zwar hatte Ed bisher nur aus Büchern die meisten davon gesehen, aber zumindest konnte sie so einschätzen ob es sinnvoll wäre sich zu nähern, denn nicht nur die Tiere waren gefährlich, sondern auch die Pflanzen hatten allerlei Giftstoffe bei sich. Die Nacht hatte die Magierin in einem Lager verbracht, das hinter einem Waldstück lag und von Paladinen bewacht wurde. Scheinbar war es ein Schürfstelle und sowohl den Schürfern als auch den Wachen war es eine angenehme Überraschung eine Erwählte, wenn auch nur für eine Nacht, um sich zu haben. Ein besonders begehrenswerter Posten war es nicht gerade, denn, so erzählte der führende Ritter, unweit begann das Reich des Eisdrachen. Unverkennbar war es, weil, egal welche Jahreszeit gerade vorherrschte, dort wohl immer Winter war. Eine Eis und Schneeschicht bedeckte dort alles. Früher war dort, wo nun der Drache lebte, das so genannte neue Lager. Wohl hatte es sich das Ungetüm mit der Bibliothek der Wassermagier gemütlich gemacht. Schwer vorzustellen, wie man ihn dort wieder heraus bekäme. Ed witzelte herum, dass sie ihm mit dem Infernozauber ein wenig Licht machen könnte. Die Paladine wussten aber nicht ob sie nun darüber lachen sollten oder nicht. Immerhin saß der Drache ihnen fast direkt in der Haustür und man sprach solchen Wesen ein sehr gutes Gehör zu. Wenn er also mitbekäme, dass so über ihn gelästert würde könnte es sein, dass er sich vielleicht auch einen kleinen Witz erlaubt und den Paladinen seinerseits sein Feuer vorführt. Denn viel konnten die wenigen Wachen nicht mit Schwert und Armbrust gegen einen solchen Koloss ausrichten und wenn Ed wieder fort wäre hätten sie nicht einmal mehr eine hilfreiche zaubernde Hand an ihrer Seite. Als Ed am Morgen wach wurde machte sie einen kleinen Spaziergang vor der wenig Vertrauenserweckenden Holzpalisade des Lagers. Eine Gruppe Molrats genehmigte sich ein morgendliches Bad am nahe gelegenen Flussufer und unweit davon sah Ed auch bereits die Ausläufer der Eisregion. Es erinnerte sie daran, wie sie selbst das Klostertal völlig mit Schnee und Eis bedeckte. Dem Drachen hätte es dort dann mit Sicherheit auch gefallen. In einiger Entfernung entdeckte die Magierin ein großes Wesen, das langsam auf und ab ging. Es hatte beinahe die Größe eines Orks, allerdings hatte es einen Schwanz und trug eine Rüstung, die keiner Orkrüstung ähnelte. Aus der Tempelbibliothek und von einigen Gesprächen mit den Soldaten der Burg wusste Ed, dass es sich bei dem Wesen um einen Echsenmenschen handeln musste. Sie waren das Gefolge der Drachen und, wie unschwer zu erkennen, ebenso echsenhaft. Vielleicht waren es sogar früher einmal wirkliche Menschen gewesen, die von den Drachen verwandelt wurden. Es wäre aber eine ziemlich gefährliche Aufgabe es herauszufinden und im Augenblick wusste Ed nicht einmal wo sie anfangen sollte, nach Hinweisen zu suchen, um das Geheimnis der Echsenmenschen zu entschlüsseln. Vorsichtig ging Ed wieder zurück zum Lager, vielleicht könnten die Paladine ihr noch etwas über ihre direkten Nachbarn erzählen.
Grimward
22.04.2006, 14:01
Elendium und Schnarcher hatten Kadire und Grimward in der Höhle zurückgelassen. Schnarcher wollte einen Drachensnapper für Elendium schießen. Doch Schnarcher hatte den Lehrlingen eine Aufgabe hinterlassen, sie kurz erklärt, vorgemacht und war dann verschwunden. Sie sollten sich mit dem Rücken zu einer Zielscheibe aufstellen. Sich blitzartig umdrehen und auf die Scheibe schießen. Erst waren weder Kadire noch er begeistert davon, diese Übung auszuprobieren, also unterhielten sich lieber ein wenig. Zur Mittagszeit meldete sich Grimwards schlechtes Gewissen. Ich will unbedingtb esser werden, die Übungen bei Night Hawk waren härter, also mach dich auf forderte er sich selber auf. Er erhob sich, Kadire blickte ihn fragend an und Grimward meinte: "Naja, ich fang mal mit dem Üben an, ich muss besser werden." Kadire runzelte die Stirn, erhob sich jedoch seufzend und suchte sich die linke Scheibe aus. Grimward nahm die verbleibende rechte Scheibe, zog den Bogen, legte einen Pfeil auf die Sehne, wirbelte herum und schoss blindlings auf die Scheibe. Er traf auch eine Zielscheibe, doch es war die Linke. "Was machst du denn da?" fragte Kadire lachend. Na wunderbar, ich bin wirklich ein Held, dachte Grimwad. "Äh, schuldigung, leicht verzogen, denke ich!"
"Aber nicht doch, du hast in MEINER Scheibe, genau die Mitte getroffen", grinste Kadire. "Na schön ich muss noch was üben", grummelte Grimward, nun gespielt beleidgt. "Ich versuchs auch mal", sagte Kadire, stellte sich jedoch ähnlich dämlcih wie Grimward an. Sie verfehlte ihre Scheiben, immerhin traf sie nicht die rechte Scheibe. "Mhh... ich glaub ich muss auch noch etwas üben", stellte Kadire, nicht gerade verbittert fest. "Ja, lass uns auch damit anfangen", schlug Grimward vor. Kadire nickte zustimmend un Beide stellten sich mit dem Rücken zur Scheibe auf. Sicher eine Stunde, schossen die beiden Gefährten auf die Scheiben, das Ergebnis wurde tatsächlich von Minute zu Minute besser. Mit der Zeit bekam sowohlt Kadire, als auch Grimward den Dreh raus. Man musste nur die Ruhe behalten und im richtigen Moment loslassen. Am Ende hatten sie Beide einige gute Schüsse in der Scheibe vorzuweisen und hörten sichtlich zufrieden auf. Hier habe ich wirklich das Gefühl etwas zu lernen stellte Grimward, befriedigt fest. "Na das war doch mal eine schöne Übung", grinste er. Kadire schwieg und packte etwas zu essen aus. "Also ich habe auch Hunger", meinte Grimward, griff seinerseits in seinen Beutel und beförderte etwas Lurkerfleisch heraus. "Mmmh, mit den restliche Ästen kriegen wir bestimmt noch ein Feuer hin", meinte Kadire.
Auch wenn es ihr erster Ausflug ins Minental war, war sie nicht gerade hell begeistert von dieser kargen und verdörrten Gegend. Die ersten Tage musste sie sich an den Wetterumschwung gewöhnen. Die Luft war lange nicht so feucht wie auf den anderen Teilen der Insel und der aufgewirbelte Staub brachte die junge Blonde öfters zum Husten und sowieso gefiel ihr diese triste Einöde überhaupt nicht. Auch wenn sie nun ihre Fähigkeiten mit dem Bogen hier meistern konnte, so hell begeistert war sie nicht, dass ihr neuer Lehrmeister Schnarcher sie hier her geführt hatte. Selbst der andere Schüler, Grimward sein Name schien nicht gerade sonderlich zufrieden zu sein, dass er hier war. Kadire's Opitmismus schlug aber mal wieder alles zu Boden und sie machte einfach das Beste aus ihrer Situation.
Und nun saß sie hier, alleine mit diesem Grimward in der Höhle und ihr Lehrmeister war aufgebrochen um andere Weg zu erkunden. Kadire hatte eigendlich überhaupt keine Lust, diese Übungen zu machen. Viel lieber würde sie noch eine Mütze Schlaf nehmen und an die wunderschöne Landschaft ihrer neuen Heimat denken und nicht an dieses triste Minental. Hoffentlich waren sie bald aus diesem Dreckskessel raus und Kadire konnte wieder sich anderen Sachen witmen, die weniger mühseelig waren. Ihr Blick schweifte durch die Höhle und blieb schließlich am Ausgang hängen. Ein Ast von einem Baum ragte von Links in den Höhleneingand, dürr, ausgetrocknet und einfach total sinnlos. Sie seufzte kurz und schaute Grimward an, als er aufstand. Er wolle besser werden, welch Einstellung. Das wollte sie auch, aber sie war jung, noch nicht lange hier und hatte Zeit, fand sie zumindest. Ein kleines verträumtes Fräulein, dass war sie und irgendwann würde sie wohl doch eines anderen belehrt werden.
Trotz ihres Missmutes erhob sie sich und schaute auf die Zielscheiben. Umdrehen, dann schießen. Bei Adanos welch glorreiche Aufgabe und so viel von verantwortungsbewussten lernen. Kadire's Art und Weise über ihre Aufgaben zu urteilen, war immer die selbe. Keine Lust, alles öde und trist. Eigendlich war sie noch in der passenden Landschaft dazu. Sie zog ihren Bogen und schaute Grimward dabei zu wie er seinen Pfeil in ihre Scheibe versenkte. Welch perfekter Treffer, schade nur, dass es eigendlich ihre Zielscheibe war. Ein kurzes Lachen, ein musternder Blick von ihr und Kadire grinste breit. "Nächstes Mal, nimmste deine" , lachte sie noch und versuchte sich an der Übung. Die Drehung sah irgendwie leichter aus, als sie eigendlich war und das loslassen der Sehne in der Bewegung fiel der Initiandin auch nicht gerade leicht. Ein Treffer, nur nicht da wo er sein sollte, der Pfeil prallte genau an der kargen Felswand ab und sie kicherte. Grimward schaute sie an und Kadire gröhlte nur noch -Treffer- Aber wo bei Adanos hatte sie getroffen? "Ähm, du sollest eigendlich die Zielscheibe treffen und nicht was anderes" , sagte er und Kadire grinste. "Na und, ich wollt aber genau zwischen die zwei Zielscheiben treffen und das als erstes. Immer nur auf diese Kreise schießen ist doch total langweilig" , erklärte sie und Grimward nickte ein wenig misstrauisch.
Trotzdem würde Kadire nun erstmal doch lieber ihre Zielscheibe anvisieren, bevor sie noch irgendwas anderes traf. Grimward tat es ihr gleich und sie übten die gestellten Aufgaben ihres Lehrmeisters. Die Pfeile im Köcher wurden immer weniger und die kleinsten Erfolge der Adanosgläubigen machten sie glücklich. Auch wenn sie noch schwierigkeiten hatte, überhaupt die Zielscheibe zu treffen in der Bewegung. Übung machte bekanntlich einen Meister und das wusste sie und würde wohl so schnell nicht aufgeben.
Schnarcher
22.04.2006, 16:23
Der Lehrmeister hat stumm dem etwas kompliziert aussehenden Verfahren zugeschaut. Elendium nahm alle Snapper aus. Und er entfernte nicht nur den Kamm, sondern auch Zähne, Sehen, Klauen und weiß der Geier was. Nur das Tier, das von einem Feuerball getroffen worden war, war nicht mehr zu verwerten. Auch das Fleisch war verkokelt, aber Elendium nahm ihn trotzdem aus. "Vielleicht schmeckts Cuervo ja ...", hatte er gemurmelt, was Schnarcher allerdings bezweifelte. Die ganze Prozedur dauerte gut zwanzig Minuten an und es schien ihm schon fast ein Wunder zu sein, dass keine Orks oder Tiere sie aufgespürt hatten.
"Jetzt aber nichts wie weg hier. Der Geruch von totem Fleisch wird schon mal bald Assfresser anlocken.", warnte Schnarcher Elendium.
"Ist ja schon gut.", meinte Elendium gelassen.
"Willst du noch zurück zum Lager oder soll ich dich jetzt gerade zum Pass bringen?", fragte er, obwohl er die Antwort eigentlich schon kannte.
"Es wäre gut, wenn du mich gerade über Pass bringen könntest. Sobald ich in Khorinis bin, komme ich schon zurecht.", antwortete der Jäger.
"Na gut. Dann wollen wir's auch schnell hinter uns bringen.", erwiederte Schnarcher.
Es war ein stiller Marsch. Elendium schien zwar überglücklich, endlich aus dem Tal hinaus zu gelangen, aber trotzdem musste er vorsichtig bleiben, wie Schnarcher ihn regeläßig erinnerte. Er selbst war mehr als wachsam. Die helle Nachmittagssonne und die gute Sicht war das schlechteste Wetter, dass man sich nur für eine Überschreitung des Passes verwünschen konnte.
Dennoch ging alles glatt. Der Novize wählte wieder die Mine als Durchgang, da dieser von den Orks nicht oder kaum bewacht wurde. Zumindest nahm er das an. Aber selbst wenn es hier von Orks nur so wimmeln würde, wäre dieser Schacht immer noch die bessere Wahl, als der "offizille Weg", der soweit er wusste von Orks gehalten wurde. Und auf ein Gemetzel hatte er nun wirklich keine Lust.
Tief in der Mine wurde es merkbar kühler, was doch immernoch ein wenig unangenehm war. Im Sommer musste dies für Mensch und Tier ein Ort der Erholung sein. Der Weg führte ständig bergab und es gab zwar zahlreiche Abzweigungen, aber meistens waren diese entweder verschüttet oder mit Wasser vollgelaufen - hier schien sich ein natürliches, stehendes Gewässer gebildet zu haben. Sie wollten wie auch schon auf dem Hinweg sich auf dem Hauptweg halten. Denn vielleicht waren diese Stollen sogar einsturz gefährdet und das wollten sie nun wirklich vermeiden.
Nach einigen Minuten trafen sie dann auf einen großen See. Hier wollten sie sich so lang wie nur nötig aufhalten. Dann ging es wieder bergauf. Insgesamt war auch der Weg durch die Mine eher von stiller Natur, wenn sie auch schon hin und wieder ein paar Worte zu wechseln wagten.
Bald war es dann endlich geschafft. Sie begegneten nur noch einer Ratte, die sie aber erfolgreich verscheuchen konnten, dann traten sie wieder ins Freie. Zuerst konnten sie wegen der abrupten Helligkeit nichts mehr sehen,ihre Augen mussten sie erst wieder an das Licht gewöhnen.
"Danke Schnarcher, ich denke von hier aus komme ich allein zurecht. Wir sehen uns dann wieder im Kloster, denke ich. Und viel Erfolg noch mit deinen Lehrlingen!", sagte Elendium zum Abschied.
"Ja bis dann. Machs gut!", verabschiedete sich Schnarcher. Jetzt konnte er auch wieder einiger Maßen gut sehen. In der Ferne konnte er saftige grüne Wiesen erkennen. Ein wenig wehmütig ging er wieder zurück in die Dunkelheit der verlassenen Mine.
Die Rückreise verlief ziemlich ereignisslos. Nicht ein Lebewesen lief ihm über den Weg.
Grimward
22.04.2006, 19:09
Am späten Nachmittag kehrte Schnarcher, einigermaßen erschöpft, in ihre Höhle zurück. "Hat alles geklappt, ist Elendium wieder in Khorinis?" fragte Grimward Schnarcher, noch bevor er richtig die Höhle betreten hatte.
"Na nun lass mich doch erst mal nen Schluck trinken!" bat Schnarcher, ein wenig spöttisch. Also warteten die Lehrlinge geduldig, bis Schnarcher etwas zur Ruhe gekommen, einen Schluck Wasser getrunken und einen Happen Fleisch gegessen hatte. "Nun was ist nun mit Elendium, ist er wieder in Khorinis? Hat er seine Sachen bekommen? Oder haben die Snapper ihn geholt?" bohrte Kadire schließlich nach. Elendium seufzte antwortete jeodch: "Ja es ist alles glatt gegangen, Elendium sitzt bestimmt schon in einer Taverne und betrinkt sich vor Freude. Aus seinen Worten höhrte Grimward deutlich heraus das er dachte: "Und ich sitze immer noch hier, esse zähes Lurkerfleisch und trinke schales Wasser". "Aber nun zu euch, seit ihr euren Pflichten nachgekommen? Habt ihr fleißig geübt oder habt ihr euch nen netten Mittag gemacht? Ich befürchte doch schwer letzteres, sprecht bloß die Wahrheit, ich finde es aufjedenfall heraus!"
Grimward und Kadire gaben laut durcheinander sprechend, zu verstehen das sie nicht müßig da gesessen hatten. Es stimmte, sie hatten bis kurz vor Schnarchers Ankunft geübt und traffen mittlerweile einigermaßen konstant die Scheiben. "Wenn ihr das sagt, möchte ich auch gerne sehen, welche Fortschritte ihr gemacht habt", forderte Schnarcher. Damit hatte Grimward gerechnet, er war in zweis Sekunden auf den Beinen und schussbereit. Kadire ließ isch etwas mehr Zeit, stellte sich jedoch ebenfalls pflichtgetreu auf. Grimward fiel es wie immer ein wenig schwer, unter Beobachtung eines Lehrmeisters, die Nerven zu behalten doch er sprach sich selber Mut zu. Bis jetzt hast du alles geschafft was du wolltest, da wird dich so ein lächerliches Scheibschen auf das du schießen sollst, doch nicht aus der Ruhe bringen. "Na los fangt schon an, ihr braucht doch kein eigenes Signal zum Bogenschießen oder? Wenn ein Tier auf euch losspringt, bin ich auch nicht da um "Los" zu schreien!" forderte Schnarcher. Grimward nahm sich diesen Rat zu Herzen und wirbelte schnell herum um aus der Drehung zu schießen, der Pfeil schnellte auf die Scheibe zu und traff, eine Sekunde später hörte er das Geräusch eines Treffers ein zweites Mal. Auch Kadire hatte ihre Scheibe nicht verfehlt. Das geht ja schonmal gut los dachte Grimward nun zuversichtlicher. Schnarcher ließ sie diese Übung noch 9mal absolvieren und schrie dann: "Stoooop! Das reicht schon, ihr habt aufjedenfall geübt."
Nun trat er zu den Scheiben und betrachtete die Treffer kritisch. Sowohl Kadire als auch Grimward hatten 8mal getroffen, Kadires Treffer waren insgesamt um einen Ring besser. "Ihr seit beide zeimlich gut, muss ich schon sagen, der eine Ring Differenz ist gar nichts", meinte Schnarcher und klopfte Grimward auf die Schulter. Grimward lächelte und sagte: "Naja, ich hab ja noch Zeit zum üben!" Kadire grinste und sagte an Schnarcher gewand: "Gut, dass du bei den ersten Versuchen nicht dabei warst!" Schnarcher grinste nun seinerseits schwieg aber.
Und wieder ging ein ereignisloser Tag in dieser trostlosen Umgebug zuende, während die Drei immernoch ausharrten. Worauf sie warteten, darüber war sich die Frau nicht wirklich im Klaren, denn iirgendwie war sie doch der Meinung gewesen, dass Ferox seinen Schüler auf die Probe stellen wollte. Wozu also diese zurückhaltende Vorgehensweise, wenn sie doch im Grunde auf der Suche nach Gegnern waren? Aber das Minental hatte schon immer seine eigenen Regeln geschrieben und zu unvorsichtig durch die Wildnis laufen, konnte einen schneller in Schwierigkeiten bringen, als es einem lieb war.
"Ich weiss ja nicht wie ihr das seht, abre wollen wir wirklich noch weiter hier mitten in der Landschaft hocken, oder sollten wir lieber versuchen, die Festung zu erreichen? Von dort aus haben wir bestimmt keine Probleme, ein paar Orks zu finden, oder was ihr sonst so sucht." schlug die Barbierin schließlich vor, nachdem sie sich den ganzen Tag kaum von der Stelle gerührt hatten.
War sie eigentlich noch bei Trost? jetzt war sie endlich wieder in den Wäldern und sie schlug vor, dass sie sich in einen kalten Bunker aus Stein verkriechen könnten? Noch während ihr die Worte über die Lippen gingen, konnte sie kaum fassen, das zu sagen. Jetzt, nachdem sie so lange in der Stadt 'gelitten' hatte und endlich wieder Gras zwischen ihren Zehen spüren konnte (selbst wenn es dürr und vertrocknet war)? Gut sie hatte nicht unbedingt besonders gute Erfahrungen mit den Orks und das noch einmal zu erleben, darauf konnte sie eigentlich verzichten, aber wenn man es genau nahm, hatte diese ganze Situation ja damals auch in der Festung angefangen. Als sie dabei aber wieder an diese süßen kleinen Vogelküken denken musste, musste sie wieder grinsen. Hatte doch keiner wissen können, dass das Gesimse damals so rutschig gewesen war...
Swek hasste kleine Menschendingers! Sie wuselten immer nur herum, veranstalteten ein Chaos und verunreinigten die Flüsse mit ihrem Abwasser! Und dieses kleine Menschendings regte ihn am meisten auf, es war wirklich zum Fell ausreisen, es wollte einfach nicht sterben!
Der Alte brüllte und schlug mit der Keule nach dem kleinen mit Brei gefüllten Hautsack, wie er die Menschen so gerne nannte. Doch das Menschlein wich wieder aus, warf eines seiner Messerdingens und traf Sweks Schulter. Der Alte jaulte auf, zog das Teil schnell aus dem starken Fleisch, grünes Blut spritzte. Jetzt würde es ganz langsam sterben müssen, er würde es zu Tode quälen, er würde es an die Drachen verfüttern, er würde es einem Troll in den A ... Naja, er würde es jedenfalls qualvoll sterben lassen.
Wieder sprang Swek nach vorne, der Mensch wollte abhauen doch der Ork schaffte es ihn am Knöchel zu packen. Er zog ihn hoch, schleuderte ihn dann aber hochkant in eine Dornenhecke. Dornenhecken hatten Dornen, also taten sie weh, dass hatte er als kleiner, noch nicht ganz so behaarter Ork damals gelernt. Langsam trat er auf die Hecke zu, der Mensch darin wand sich wie ein kleines Würmchen.
„Wah, Menschen sein zu nix gut, nur machen Unsinn und können nicht kämpfen. So, mein kleines Menschendingens, du werden sterben langsamen und qualvollen Tod, dann werden ich verspeisen dein Weibchen und dann werden ich machen langen Mittagsschlaf.“
Swek lachte ein böses Orklachen, dabei spuckte er riesige Tropfen durch die Gegend. Er hatte wirklich eine feuchte Aussprache, so nebenbei erwähnt. Als er wieder in den Busch sah, war das Menschlein verschwunden. Wo war es hin? Swek senkte die Keule, kratzte sich dann mit einem der massigen Finger am orkischen Kinn. War es nicht vor einer Sekunde noch da gewesen? Er trat einen Schritt näher an die Hecke heran. Nichts war zu sehen. Mit einer Hand drückte er ein paar Äste beiseite. Normalerweise hätten sie ihm übel weh getan, doch seine Hornhaut an den Händen war so dick, dass es gar nichts ausmachte so was anzufassen. Er suchte weiter, doch fand immer noch nichts.
„Menschen sein großes Rätsel, erst sein hier, dann sein da, und dann sein wieder weg, dann kriechen herum wie Babyork, dann wieder herumjaulen. Komisches dingens.“
Nach seiner Überlegung blickte er umher. Die eingeschränkte Sicht half ihm reichlich wenig dabei, den Menschen zu finden. Er hasste Menschen mehr denn je. Wo war es hin?
Mist, schon wieder war Cal zu langsam gewesen. Gerade als er sich wieder einen kleinen Abstand von dem Ork verschaffen wollte erwischte ihn das Biest beim Knöchel. Der Weißhaarige wurde aufgehoben und flog kurz darauf durch die Luft. Dann folgte der schmerzhafte Aufprall...mitten in einige Dornenbüsche. Die kleinen Stacheln dieses hinterlistigen Gewächses schmerzten den Dieb ungemein und bohrten sich in sein Fleisch. Verzweifelt versuchte er sich aus seiner misslichen Lage zu befreien. Wild mit den Armen um sich schlagend musste der Tagelöhner schließlich bemerken wie sich der Grünhäuter direkt über ihm stand und zu sprechen begann.
Calintz verstand kein Wort von dem Kauderwelsch, welches das Untier da von sich gab. Das Einzige was ihm auffiel war, dass bei jedem "Wort", welches den Mund des Grünhäuters verließ, auch gleich ein Regen aus Spucke mitging. Jetzt wurde die Zeit des Diebes knapp. Wenn er nicht sofort von hier wegkommen würde war es um ihn geschehen. Einen Bruchteil einer Sekunde überlegte er und dann rollte sich Cal erst nach links und dann nach rechts. So rollte er sich immer wieder hin und her bis er endlich sich aus dem Gebüsch befreien konnte. So schnell er konnte robbte der Tagelöhner über den kahlen Boden hinweg und verschwand in einem nahen Busch. Dieser hatte natürlich keine Stacheln. Von seinem Versteck aus beobachtete er wie das dumme Vieh sich verdutzt nach seiner Beute umsah und sichtlich verärgert wieder versuchte die Witterung des Diebes aufzunehmen.
Cal's Gedanken rasten. Was konnte er bloß tun um gegen diesen übermächtigen Feind zu gewinnen? Hatte er überhaupt eine Chance? Natürlich hatte er die, doch er musste den Ork austricksen. Nur wie? Da kam ihn ein rettender Gedanke. Schnell suchte der Dieb den Boden nach einigen kleinen Steinen ab und zog gleichzeitig so leise wie möglich sein Schwert. Dann warf er geschickt die kleinen Geschosse in einen etwas entfernteren Busch. Durch das Geräusch, welches von den Steinen verursacht wurde, horchte sein Gegner auf und stürmte mit einem Brüllen auf den Busch zu. Mit einem lauten Krachen schlug der Ork mit seiner Keule auf das Gewächs ein. Der unförmige Prügel bohrte sich tief in das Erdreich. Das Untier sah erst von seiner Keule zum Boden und wieder zurück, dann kratzte sich das Vieh an seinem haarigen Allerwertesten.
Inzwischen hatte sich der Weißhaarige aufgerichtet und rannte auf seinen Gegner zu. Als dieser bemerkte was los war versuchte er etwas hektisch seine Waffe wieder aus dem Erdreich zu ziehen, doch irgendwie gelang ihm das nicht. Als der Dieb den Grünhäuter erreicht hatte drehte sich dieser auf einmal blitzartig und wollte dem schmächtigen Kämpfer einen ordentlichen Schwinger in die Magengrube versetzen. Allerdings hatte dieser mit solch einer Reaktion gerechnet und machte nun geschickt eine Rolle rückwärts. In der Bewegung ließ Cal seinen Wurfdolch, welchen er vorhin wieder aufgehoben hatte, gegen das Bein des Unholds schnellen. Der Ork entblößte seine gewaltigen Hauer als ein lauter Schrei seinem großen Maul entrann. Doch davon ließ sich sein Gegner nicht beeindrucken. Nun war der Grünhäuter wehrlos. Er vermochte es nicht seine Waffe wieder aus der aschfahlen Erde zu ziehen und hatte nun nur mehr seine riesigen Pranken zu Verfügung. Blitzschnell wandte der Tagelöhner eine Kombination an und fügte der Bestie eine beträchtliche Anzahl an Schnitten zu. Der Grünhäuter versuchte plump die Schläge mit seinen Fäusten abzuwehren, jedoch konnte er nichts gegen die scharfe Klinge des Diebes ausrichten. Nach einem kurzen Kampf entschied sich die dumme Bestie zum Rückzug und rannte keuchend un grunzend davon. Kurz blieb der Unhold noch einmal stehen um den Wurfdolch aus seinem Bein zu ziehen und zu Boden zu werfen, dann verschwand er in der Dunkelheit.
Grinsend sah der Dieb ihm nach. Der Ork hatte vor IHM Reißaus genommen. Vor einem schmächtig gebauten unbedeutenden Dieb, der zu den Söldnern gehörte. Die Bestie war es nicht Wert verfolgt zu werden und deshalb sammelte der Tagelöhner seine Dolche wieder ein. Schließlich wusch er am nahen Fluss das grüne zähe Blut, welches an den Klingen klebte, herunter. Nur an seinem Dolch Blutrache war kein Tropfen Blut zu sehen. Diese von Beliar gesandte Waffe hatte gierig alles Blut in sich aufgesaugt. Die geschwärzte Klinge blitzte bedrohlich im Mondschein und mit einem überlegenen Grinsen ließ er ihn wieder in seine Scheide gleiten.
Zu guter Letzt ging er auf Succa zu. Sie lag immer noch an der Stelle, an der sie der Ork fallen lassen hatte. Die Frage war nur, ob die Banditin schon wieder bei Bewusstsein war oder nicht...
Das, was die beiden Söldner bei ihrer Rückkehr im Lager auffanden, erfreute sie jedoch ganz und gar nicht. Es wirkte ausgestorben, fast schon als wäre die Gruppe weiter gezogen, wenn da nicht noch die beiden Schüler Arkanis und Cestery wären, die seelenruhig auf einem der großen Felsen lungerten und frierend darauf warteten, dass Kire und Hombre mit genügend Feuerholz zurückkehren würden.
Entgeistert ließ Kire das gesammelte Holz aus seinen Händen gleiten, sein Kopf drehte sich in jede erdenkliche Himmelsrichtung, seine Augen fuhren über jedwede Spalte, die sich in dem Gestrüpp und dem Gepäck ihres Lagers auftat.
„Wo ist Succa?“, entfuhr es ihm keuchend. „Und wo ist Calintz?“, drängte er weiter, lauter und unkontrollierter. Ein Blick zu Hombre an seiner Seite verriet, dass dieser ebenso erschrocken schien. Um diese Zeit konnten die beiden doch nicht einfach einen Ausflug gemacht haben! Im Minental! Es wäre glatter Selbstmord sich in den Schatten der Nacht unter die Meute wütender Orks zu stehlen und womöglich noch zu hoffen lebend aus dem vermeintlichen Tal des Todes erneut zu entkommen.
Die beiden nichtsnutzigen Schüler zuckten nur mit den Schultern und wandten die Augen von den stechenden Blicken des aufgebrachten Söldners ab. Wutentbrannt stürmte Kire die wenigen Schritte auf den schmächtigen Burschen zu und packte ihn am Kragen.
„Wo zum Teufel sind sie?“, brüllte er den Jungen an, der verängstigt mit den langen Wimpern klimperte. „Lass ihn“, versuchte ihn Hombre zu beruhigen und griff ihn an der Schulter um ihn von dem hilflosen Schüler loszureißen. „Wir sollten sie besser suchen gehen“, schlug er stattdessen vor, was Kire nur fluchend mit einem „verdammt noch mal“ erwidern konnte.
Und sie waren nur wenige Schritte gen Norden gegangen, da hörten sie schon das fürchterliche Orkgebrülle, begleitet von dem schleifenden Klang schneller Schwertstreiche und dem Geraschel, das er nur zu gut selbst von einem reißenden Gefecht kannte. Das konnte nichts Gutes für sie bedeuten, schloss Kire unweigerlich und beschleunigte zugleich unüberlegt seine Schritte in die Richtung, aus der die Stimmen an sein Ohr drangen. Wobei auch jede Anstrengung seines Kumpanen, sich durch die Wildnis behutsam und vorhersehend hindurchzutasten ebenfalls zerstört wurde.
Es schienen noch endlose Meter zu sein und dabei war Kire sich noch nicht einmal gewiss, ob es sich wirklich um die Gesuchten handelte und nicht um irgendwelche Verrückten, die ihm im Grunde nichts bedeuteten. Und ehe er glaubte den Kampfschreien folgen zu können, waren auch schon sowohl die Orklaute als auch die Schwertklänge des Kampfes verebbt. Was blieb war die reinste und unerträgliche Ungewissheit, welche Seite nun den Kampf für sich entschieden hatte. Würde er einem schmatzenden Ork entgegentreten, der gerade dabei war seine Freundin und seinen Schüler zu verspeisen, oder aber die triumphalen Streiter in seine Arme schließen können?
Unvorsichtig bahnte sich der Söldner den Weg durch ein dornenbewehrtes Gebüsch, dessen Stacheln ihm gar in die Hornhaut auf seinen Händen eindrang. Der vermeintlich letzte Strauch, der ihm die Sicht auf das Ergebnis des Kampfes verwehrte.
Der naheliegende, dreckige Bach rauschte friedlich, während Kire für einen kurzen Moment seine Augen über die Szene gleiten ließ. Nicht wenig Blut zierte den matschigen Boden, der von dem fahlen Mondlicht matt beleuchtet wurde. Am Rande sah er seinen sichtlich erschöpften Schüler, die Blessuren des Kampfes prägten ihn. Seine Kleidung war schmutzig und zerfetzt, womöglich von den selben Dornen, die auch ihn erfasst hatten. Doch er wirkte stolz und sein Körper beugte sich leicht über den einer anderen Person – Succa.
Wie ausgewechselt eilte der Schwarzhaarige auf die am Boden liegende Frau zu und warf sich neben ihr auf die Knie.
„Sie ist nur bewusstlos“, räumte sein Schüler ein, der vermutlich wusste, was Kire im Moment durch den Kopf ging. Dieser hielt gerade mit der einen Hand die regungslose der am Boden liegenden, während er mit der anderen besorgt gegen ihre Wange tätschelte. Im Moment wollte er sie einfach nur aufwachen sehen; Wollte sie nur lebend in seinen Armen wissen. Und in eben diesem Moment, als der bedrückte Schwertkämpfer der Schwarzhaarigen eine Strähne aus dem Gesicht streifte, begannen ihre Augen kurz zu flattern. Für einen winzigen Augenblick verblieben sie erneut regungslos, bis sie sich schließlich ganz leicht und langsam öffneten. Das schwache blau strahlte dem Mann entgegen und er spürte mit diesem Licht auch die Sonne in sich aufgehen. Tief atmete der Söldner erleichtert durch und löste ein wenig den enorm festen Griff um die Hand seiner Freundin.
„Hast du den Ork vertrieben?“, wollte er von Calintz wissen, der sich inzwischen ein paar Schritte entfernt hatte und nun unmittelbar neben Hombre stand. Sein eigener Blick ließ jedoch nicht von der Frau, die gerade wieder zu sich kam, sondern fixierte sie nur umso mehr. Er brauchte keine Antwort von seinem Schüler, denn wer sonst sollte den Ork vertrieben haben? Die anderen beiden Taugenichtse, die noch im Lager geblieben waren jedenfalls sicher nicht.
„Ich weiß nicht, wie ich dir danken kann. Jetzt musst du dich jedenfalls fürs Erste damit zufrieden geben, dass ich dir nichts mehr beibringen kann. Ich hoffe du wirst uns weiter mit deinem Schwert zur Seite stehen , solange wir noch hier sind. Und sobald wir zurück sind, werde ich veranlassen, dass du gut entlohnt wirst. Vielleicht springt ja dabei auch etwas mehr heraus als ein einfacher Sold.“
„Wo bin ich?“, fragte Succa schließlich in schläfrigem Ton, was Kire veranlasste, sich wieder voll und ganz nur ihr zu widmen. „Jetzt in Sicherheit“, erwiderte er und umschloss ihre Hand wieder etwas fester.
Als Calintz gerade überprüfte ob Succa noch immer bewusstlos war, kamen plötzlich kire und Hombre durch das Gebüsch zu ihnen. Besorgt stürmte kire sofort zu seiner Freundin. Durch vorsichtiges tätscheln ihrer Wange wurde sie auch schließlich wieder wach. Der Söldner schloss sie in ihre Arme wobei Calintz und Hombre etwas abseits standen. Als sie dieser rührenden Szene beiwohnten überkam Cal plötzlich ein ungewöhnliches Gefühl der Leere. Zwar war seine Beziehung zu Murielle etwas komplizierter, aber sie bedeutete ihm mehr als alles andere in der Welt. Er musste sie so bald wie möglich wieder sehen. Die Sehnsucht trieb ihn nach Khorinis, doch leider musste der Dieb noch bleiben. Alleine würde er wohl den Weg hinaus aus diesem Tal der Hölle nicht überleben. Endlich erhob sich kire wieder und stützte die angeschlagene Banditin. Sie wirkte noch reichlich benommen. Dann dankte Cal's Lehrmeister ihm und erklärte, dass seine Ausbildung nun beendet sei. Außerdem versprach er dem Tagelöhner eine Belohnung. Bei diesen Worten blitzten seine schwarzen Augen. Eine Belohnung...
Langsam, auf die einzige Frau unter ihnen Acht nehmend, machten sich die Vier wieder auf den Weg zurück zum Lager. Calintz Schwertarm war zwar inzwischen schon reichlich müde, dennoch hackte er so gut es ging die lästigen Dornen um. Der Dieb war nicht gerade erpicht darauf noch einmal Opfer dieser heimtückischen Stacheln zu werden. Schließlich war dadurch seine Kleidung durchlöchert worden und er hatte zahlreiche Wunden davongetragen. Außerdem schmerzten seine Rippe, denn der Grünhäuter hatte es ja einmal geschafft ihm einen gewaltigen Schlag mit seiner Keule zu versetzen.
"Hm...die Keule. Wo ist das Ding eigentlich? Der Ork hat sie doch nicht mitgenommen. Na ja, ist ja eigentlich egal. Mit so einem unförmigen Prügel kann man ja sowieso nichts anfangen...", dachte Cal.
Nach einer Ewigkeit, so kam es dem Weißhaarigen zumindestens vor, erreichten sie endlich wieder das Lager. Die beiden anderen Schüler saßen noch immer faul in der Gegend herum. Genau so wie sie Calintz das letzte Mal gesehen hatte. Doch jetzt war ihm alles egal...er wollte nur mehr schlafen. Auch die Anderen machten es sich so gut es ging gemütlich und es kehrte allmählich Ruhe. Nur Hombre schnarchte, doch das eigentlich verhältnismäßig relativ leise...
Kaligulas
23.04.2006, 04:35
Und wieder einmal war er in dieser menschenfeindlichen Gegend angekommen.
Gerade diese Gegend hatte er bisher immer weitesgehend vermieden zu betreten aber diesmal blieb ihm und Alistera wohl nichts anderes übrig...
,,Naja was soll's... Mehr als sterben kann ich nicht... und bisher bin ichs auch nicht also wieso sollte ich dieses mal ins Gras beißen...“ Dachte sich der Krieger als die beiden das Tal betreten hatten. Den Fluss überquerten sie vorsichtshalber nicht über die Brücke sonder durchwaateten ihn. Die Brücke war Kaligulas viel zu nahe an den Orkbelagerungen.
Würden die Grünlinge angreifen hätte er vielleicht noch eine Chance aber Alistera hatte ja kaum die Möglichkeit sich zu wehren geschweigedenn fortzulaufen. Sie kannte sich in diesem Gebiet ja kaum aus... Naja hieß es halt beeilen. Da würden die Beiden schnell wieder aus der Gegend heraus sein und sich auch bald im alten Lager der Amazonen ausruhen können.
Nach nicht all zu langer Zeit waren sie auch endlich beim Tor angekommen und kurz darauf stand das kompliziert verschlossene Tor offen... Da hatten die Hersteller des Schlosses mal etwas schlaues geleistet... Das sicherte immerhin, das kein Ork in diese Gegend vorstoßen konnte.
Mit einem lauten Rums fiel das Tor wieder ins Schloss und die Beiden konnten ihren Weg fortsetzen.
Arkanis Gath
23.04.2006, 12:39
Der Morgen war wieder einmal grau und feucht, an dem die Gruppe, bestehend aus den drei Lehrmeistern und den drei Einhandschülern, einen weiteren Tag in ihrem provisorischem Lager verbrachten. Die anderen schienen noch recht verschlafen zu sein, was sicher an der letzten langen Nacht liegen mochte, in der eine Art Rettungsaktion stattfand. Succa war anscheinend fast von einem, wie es nicht anders zu erwarten war, Ork verschleppt worden und wäre Calintz nicht gewesen, würde sie wohlmöglich gerade in einem Orkischen Kochtopf sitzen. Nicht das erste mal hatte der Tagelöhner seinen Wert unter Beweis gestellt. Dieser Kerl war fähiger als man es ihm auf den ersten Blick anmuten könnte. Doch Arkanis verschwendete nicht besonders viele Gedanken an all die letzten Tage und erhob sich von seiner Bank, auf der er schon seit ein bis zwei stunden saß und nachdachte. Konnte es sein, dass die vier, die in der letzten Nacht noch unterwegs waren, sich darüber ärgerten, dass Arkanis und Ces die Zeit über im Lager verbracht haben? Ja, so schien es und doch war es völlig unverständlich für den Schürfer. Wer sonst sollte Schmiere stehen und aufpassen, dass sie nicht von weiß Beliar welchen Monstern begrüßt würden. Und überhaupt, wieso hat Calintz sich einfach allein auf die Socken gemacht, um nach Succa zu suchen? Er hätte es Ces und Arkanis wenigstens sagen können aber nein.
Arkanis hatte erstmal genug vom Lager und machte sich auf, um etwas abseits zu trainieren, doch nahe genug, dass die anderen es sehen konnten. Schließlich wollte er nicht, dass sie wieder verdacht schöpften, ein Ork hätte den Einhandschüler verschleppt und somit die Spannungen wieder anstiegen. Im übrigen war die allgemeine Laune der Truppe sowieso am Boden. Verständlich, dachte Arkanis, denn die letzten Tage waren körperlich, sowie geistig mehr als belastend. Der Schürfer zog seine Klinge und wiederholte die Übung, die sein Lehrmeister Hombre ihm beibrachte. Das Schwert glitt nun viel leichter durch die Luft als noch vor einigen Tagen und langsam wurde es Zeit für eine neue Übung, wurde ihm klar.
Doch die Gedanken wollten nicht verschwimmen. Warum mussten sich die Lehrmeister gerade diesen faulen Ort als Trainingsgrundlage aussuchen? Arkanis liebte die Herausforderung, doch dieses stinkende Tal zermürbte die Lust auf Abenteuer in ihm gewaltig. Etwas unheimliches schien hier permament in der Luft zu liegen, doch hatte Arkanis keinen blassen schimmer, was hier vor sich ging. Es war eindeutig Zeit für ein paar Erklärungen. Schließlich kam der Schürfer nicht von hier und wusste nichts von alledem, was sich hier abspielte. Falls er hier an diesem Ort draufgehen würde, dann wenigstens nicht unwissend.
Eifrig schwung er das Schwert weiter und vergaß die Welt um sich herum, sowie die Gedanken, die eben noch in seinem Kopf umherschwirrten. Voller Konzentration und mit zunehmender Geschwindigkeit manövrierte er seine Klinge wieder und wieder durch die kalte und feuchte Luft, während seine Lederrüstung knirschte. Wann seine Gefährten wohl aufstehen würden? Wurde langsam zeit, dass jemand was zu Essen besorgt. Eine saftige Scavengerkeule, das wärs jetzt, dachte Arkanis und musterte die Gegend. Wie es der Zufall so wollte, enteckte er eines dieser Molerat-Viecher.
"Mhmm, auch nicht schlecht...", murmelte er und versuchte sich langsam an das Rattenartige Tier heranzupirschen. Zwar war er kein gelernter Schleich-Experte aber seine Fähigkeiten als Dieb erlaubten es, nahe genug heranzukommen und das Vieh zu überraschen. Diese Molerats waren aggressiver als man im ersten Augenblich anmuten wollte und das einsame Vieh "stürmte" auf den Schürfer zu.
Ein kräftiger Tritt mit dem Stiefel ins hässliche Gesicht des Molerats ließ es zurückweichen und Arkanis nutze die Gelegenheit, um schnell ein paar Schwerthiebe nachzureichen. Das Tier quiekte und fiel letztendlich in die unendlichen Tiefen des Todes. Das arme Ding tat Arkanis schon fast leid, doch man konnte sich ja nicht nur von Beeren und Grünzeug ernähren und so nahm er das noch recht junge (und tote) Tier auf den Rücken und trug es zum Lager.
Schnarcher
23.04.2006, 14:03
Die Sonne schien hell und kräftig an diesem Tag. Keine Wolke verschleierte sie, stattdessen prangte sie an einem wunderschönen blauem Himmel. Es war auch recht warm geworden. Eigentlich hätte man isch hinlegen und sich sonnen können. Allein das dürre und trockene Minental störte das malerische Bild. die zig Orks und die vielen brandgefährlichen Monster nicht zuvergessen, die noch nicht einmal gut schmeckten. Nur zähes Lurkerfleisch stand auf ihrem Speißeplan, was den Tag auch nicht gerade erheiterte. Aber sah man davon einmal ab, konnte Schnarcher recht zufrieden mit seinen Schülern sein. Sie beherrschten die Übung aus dem Drehen zu schießen einigermaßen. Zwar wollte er dass nochmal mit ihnen üben, aber jetzt noch nicht. Stattdessen wollte er ihren Speißeplan bereichern. Er würde mit ihnen das ein oder andere Tier jagen.
"So mein Freunde, heute werdet ihr nicht mehr auf diese unbeweglichen Zielscheiben schießen. Wir werden heute nämliche etwas jagen gehen. Soll heißen, auf lebendige und bewegliche Ziele schießen. Zwar werden es keine gefährlichen sein, die ich für euch auswählen werde, aber trotzdem sehr flinke und schnelle Tiere. Wir werden aber erstmal klein anfangen. Das heißt hier bei groß, wenn ihr versteht was ich mein.",erklärte er. Zwar fing er sich dafür nur verständnisslose Blicke ein, aber er hatte es verstanden. "Bei bewglichen Zielen müsst ihr in etwa das gleiche machen, wie bei den Zielscheiben. Nur das ihr euch hierbei nicht dreht, sondern viel mehr die Ziel um euch drehen. Das klingt verwirrend, ist aber so.
Das wichtige hierbei ist, dass ihr vorzielen müsst. Das heißt, dass ihr den Lauf einschätzen des Zieles einschätzen müsst und je nachdem, wie schnell es ist, vor das Ziel schießen. Es ist mit einem starken Seitenwind zu vergleichen. Das klingt sehr schwierig, und das ist es auch. Aber mit der Zeit weret ihr denn Dreh schon heraus bekommen. Nun denn, dann folgt mir mal."
Der Lehrmeister führte seine Lehrlinge in einen recht dunklen Wald, den er selbst noch nicht kannte. Aber das mussten seine Schüler ja nicht wissen. Mehre Minuten tog er durch die Landschaft. Sein Tross wurde schon ungeduldig, als er endlich das erwünschte Geräusch vernahm. Lautes Gekicher ...
"So, wir sind da.", flüsterte Schnarcher.
"Aber wo sind wir?", fragte Kadire leise zurück.
"Keine Ahnung. Aber hier in der Nähe sind einige Goblins. Wir werden nun gemeinsam auf diese Lichtung treten und die Goblins angreifen. Eines noch, beherrscht einer von euch den Einhandkampf?"
"Nein.", sagten seine Schüler wie aus einem Mund.
"Gut, dann habe ich einen Trick für euch. Wenn eines der Biester euch zu nahe kommt, haut ihm mit aller Kraft einfach eueren Bogen um die Ohren. Haltet euch anfangs ein wenig hinter mir, ich werde es euch einmal vormachen. Nun kommt.", sagte er.
Grimward
23.04.2006, 15:02
Am nächsten Morgen, nahm Schnarcher seine beiden Lehrlinge in einen dunklen Wald im Minental mit. Das Licht der Sonne, damit auch ein Teil der Wärme der Sonne, verschwand im dichten Blätterdach. Sodass es angenehm kühl im Wald war. Schnarcher erklörte Grimward und Kadire einiges, was sie nicht verstanden, bis sie eine Lichtung erreichten, auf der lautes Gekicher zu hören war. "Da, Goblins, genau die habe ich gesucht", meinte Schnarcher und erläuterte in kurzen Zügen den Plan. Am Ende fragte er noch: "Habt ihr schon öfter gegen Goblins gekämpft. Grimward nickte mit dem Kopf, Kadire schwieg. "Dann hast du sie sicher als schwache Lebenwesen kennengelernt!" vermutete Schnarcher, an Grimward gewand. "Ja, sie waren immer recht leicht zu besiegen." Schnarcher grinste: "Nun, die Goblins die du hier siehst, sind, sagen wir die Deluxe Version. Sie sind schlauer, stärker und vorallem schneller, also seit vorsichtig, ich will eure Leichen nicht in die Höhle schleppen müssen."Welch unfromme Bemerkung, dachte Grimward. Kadire grinste hingegen belustigt und nickte zustimmend. "Also los", sagte Kadire, scheinbar begeistert. Schnarcher trat mit gezogenem Bogen vor, die beiden Auszubildenen folgten, ohne zu zögern. Augenblicklich wurde es ein wenig wärmer, da das Licht der Sonne in die Lichtung fiel. Grimward spürte die unangenehme Wärme auch als Aufregung, aufgrund des bevorstehenden Kampfes.
Die Gruppe Goblins bemerkte die Eindringlinge sofort und sprang aufgeregt auf. Ein lautes Kicher, stampfen, quietschen und Schwerter scharren folgte und die Goblins gingen, wie Grimward erwartet hatte, ohne Vorwarnung zum Angriff über. Die Gefährten ließen die Bogensehnen singen, Schnarchers Pfeil war der erste der losflog, er traf den nächsten Goblin, scheinbar tödlich. Kadires und Grimwards Pfeil folgte, wenige Sekundenbruchteile später und schlugen ebenfalls in den Leibern der Goblins ein. Nun veränderten die Goblins die Taktik und versuchten, die Angreifer zum umkreisen. "Seht ihr wie flink sie sind, zielt in ihren Laufweg, nicht auf sie", befahl Schnarcher. Das sagt er so leicht, überlegte Grimward, der ziemlich nervös war, das Blut in seinen Adern kochen spürte. Die Goblins waren bei der nächsten Salve schon bedrohlich nahe, Kadire und Schnarcher trafen, Grimwards Pfeil verfehlte sein Ziel. Nun war der erste Goblin bei Grimward un stürzte sich auf ihn. Grimward befolgte einen von Schnarchers hinweisen und hämmerte dem Goblin seinen Bogen um die Ohren. Offensichtlich überrascht, taumelte der Goblin zurück und Grimward erschoss ihn aus kürzester Distanz. Dabei stieß er ein irres Lachen hervor, vor dem er sich selber gruselte.
Er wirbelte herum und schoss noch einen laufenden Goblin nieder, und dann war es auch schon vorbei. Schnarcher, Kadire und Grimward hatten gemeinsam zehn Goblins getötet. Zum erstenmal fiel Grimward auf, was für eine schreckliche und mächtige Waffe, er eigentlich besaß. "Das war ein furioser Kampf", keuchte Kadire. Scharcher nickte und meinte: "Ihr habt euch erneut prächtig geschlagen. So macht das ausbilden ja fast keinen Spaß mehr, ich hab ja kaum was zu meckern!" Grimward grinste verwegen und sammelte das Gold, das die Goblins besaßen ein. "Wollt ihr nichts davon haben?" Kadire streckte die Hand aus, doch Schnarcher schüttelte den Kopf. Grimward gab die Hälfte des Goldes Kadire, und ließ den Rest in seinen Beutel gleiten. "Was machen wir als nächstes?" fragte Kadire. Hoffentlich jagen wir noch etwas, ich brenne darauf besser zu werden stellte Grimward fest. Doch Schnarcher sagte, nach kurzem überlegen: "Mhh, ich denke wir gehen erstmal zu unserem Unterschlupf zurück, ich möchte etwas essen und trinken, im Minental könnte es immer das letzte Mal gewesen sein." Grimward schwieg enttäsucht, auch Kadire schien nicht gerade begeistert. "Bei Innos, jetzt kommt zieht keine Gesichter, ihr werdet euch noch oft genug wünschen, in der Höhle zu sitezn und zu schmausen", fuhr Schnarcher sie an. Grimward nickte nun zustimmend, auch Kadire fügte sich in ihr Schicksal und sie trotteten zur Höhle zurück.
Goblins jagen, welch Freude, dachte die junge Blonde und trottete neben ihrem Lehrmeister und ihrem Schülerkumpanen her. Diese Viecher waren ja auch geradezu einfach wiederlich und ekeleregend. Typisch für die Frauen, Kadire fand hier alles einfach grässlich. Als sie diese kleinen grünen biester erblickten staunte sie nicht schlecht. Ein ganzer Haufen hässlicher kleiner Viecher die sinnlos in der Gegend rumstanden und auf irgendetwas warteten. Und nun wusste Kadire auch schon auf was sie warteten. Auf ihren Tod, denn solche hässlichen und grässlichen Biester waren eigendlich total überflüssig auf dieser Welt.
Schon den Bogen in der Hand folgten beide Schüler ihrem Lehrmeister und so schnell sie auch dort unten vor den Biestern standen, so schnell hatte sie auch ihren ersten Pfeil angelegt. Schon die ersten Biester rannten mir ihren erhobenen Knüpeln auf die drei zu und kreischten wie verrückt. Kadire zielte genau zwischen die Augen und lies die Sehne des Bogens los. Der Pfeil surrte durch die Luft und traf, aber leider nicht dort wo er landen sollte. Sie hatte der Bestie genau in den aufgerissenen winzigen Mund geschossen. Eine lustige Sache, wie sie später feststellte.
Als Grimward ihr ihren Anteil des Goldes überreichte schlug Schnarcher schon den Weg zurück zur Höhle vor. Essen, wollte er - schon wieder? Kadire schmunzelte nur, aber trotzdem folgte sie dem Mann, der die Gruppe anführte. Sie liefen also ihrer Wege durch das Tal und ihr Ziel war ihr Unterschlupf in dem sie schon die letzten tage verbracht hatten. Die junge Adanosgläubige blieb hinter den zwei Männern und schaute sich um. Es war allesamt ein echt beschissener Tag, dachte sie. Und ihrer Kopfschmerzen waren immernoch da. Ein Wunder das sie es noch aushielt, aber seit dem sie auf der Insel war wurden sie immer stärker? War es ein Zeichen oder vielleicht sogar eine Warnung? Sie wusste es nicht und gerade hatte sie auch keine Zeit und Lust der Sache auf die Spur zu gehen. Sie schlenderte immernoch den anderen Zwei hinterher und lies ihren Blick über das Tal schweifen. In der Ferne sah sie einen Ork, aber er war so weit entfernt, dass er der Gruppe nichts anhaben konnte. Wer wusste, was Schnarcher heute noch alles vorhatte?
Grimward
23.04.2006, 17:26
Die Höhle erreichten sie noch am Nachmittag, nach einem Weg durch das warme Ödland. Denn kaum hatten sie den kühlen Wald verlassen, begannen sie schon wieder zu schwitzen. Kadire sah ganz und gar nicht gut aus, sie schien unter Kopfschmerzen zu leiden. Auch deshalb waren sie froh, die Höhle, in der es angenhem kühl war, zu erreichen. Auf dem Weg zurück, hatten sie ausreichend Hölzer gesammelt, um ein anständiges Feuer zu entfachen. Sie grillten ihre letzten Vorräte, doch ihnen war deshalb nicht bange, immerhin sollten sie als drei Bogenschützen immer etwas zu jagen haben. Der Lurker schmeckte Grimward noch schlechter als an den vorherigen Tagen, doch er aß ihn schweigend und klaglos, alles spülte er mit einem kümmerlichen bisschen Wasser herunter. Waser sollte schon eher ein Problem sein, dachte Grimward. "Warum gehen wir nicht nach Khorinis zurück, wir können doch auch dort schießen", schlug Grimward Schnarcher vor. "Weichei", schalt Schnarcher ihn spöttisch, "Weil wir hier Tiere und Gegner finden, die in Khorinis nicht leben!" "Ich bin kein Weichei, aber ich hasse dieses Ödland, ich hasse es ständig durst zu haben und ekligen Lurker zu fressen", murrte Kadire nun. "Ja, ich finde es auch nicht grade behaglich hier, aber das Minental ist nunmal der beste ort um zu trainieren", versetzte Schnarcher.
"Aber...", setzte Grimward an. Kadire warf ihm jedoch einen beschwörenden Blick zu und er verstummte. Sie hat Recht, es hat keinen Sinn, stellte Grimward fest. Schnarcher war bis jetzt immer freundlich und fair gewesen, Grimward wollte auch, dass es so bleib, also fügte er sich in sein wiederwärtiges Schicksal. Warum, kann ich eigentliche keine normalen Ausbildungen haben, mein Ausbilder hat mich nach Jharendar geschleift, mein Bogenlehrmeister war ein Psycho, und mein zweiter Bogenlehrmeister hockt mit mir im Minental, klagte Grimward. Also kaute er weiter auf dem zähen Stück Lurker rum und bemitleidete sich. Schließlich hatte er auch davon die Nase voll und erhob sich. "Wo willste hin", fragte Schnarcher alarmiert. "Keine Angst, ich bring mich wegen ein bisschen Durst schon nicht um", grinste Grimward und stellte sich, mit gezogenem Bogen, vor der zielscheibe auf. Diese hatten sie in der Höhle stehen lassen. Er ging einige Schritte weg, drehte sich um und stand nun mit dem Rücken zur Zielscheibe. Er absolvierte stumm und mürrisch einige Male die "Drehschuss". Er war so wütend auf sein Schicksal, das sich eine nie gekannte Konzentration einstellte und er gut schoss.
Elendium
23.04.2006, 18:28
Der Trick mit den Feuerbällen hatte nur bedingt funktioniert. Der erste Ball schlug irgendwo in der Mitte der Herde ein und lockte die Tiere nur an. Der zweite Ball traf eines der Tiere und es verkohlte. Mehr sah er von dem Kampf nicht, denn er hatte schon die Flucht in Richtung Wald angetreten, wie es ihm vom Novizen geraten worden war.
Nach etwa 4 Minuten hörte er kein Getrappel und Gebrüll mehr. "Es scheint als wäre der Kampf beendet." sinnnierte Elendium und ging zurück zu Schnarcher, nicht ohne vorher nocheinmal die Lage zu sondieren. Ja der Kampf war beendet und so trat er rasch aus seiner Deckung heraus. "Beeil dich ein wenig Elendium, gebratenes Fleisch lockt gerne Aasfresser an." mahnte ihn der Novize.
Rasch machte sich der angehende Meisterjäger an seine arbeit. Er trennte den Schuppenpanzer vom Rücken des Tieres der den Kamm hielt. Dann entfernte er die Sehnen der Tiere aus den Beinen. Die langen Hinterbeinknochen nahm er auch mit, vielleicht lies sich daraus was herstellen. Desweiteren hatter er interesse an den Klauen und an den Zähnen der Tiere. Auch ihr Horn konnte als Trinkgefäss oder als Musikinstrument dienen. Er schaute auch bei dem verkohlten Tier ob noch was zu verwerten sei, aber der Feuerball hatte alles zunichte gemacht. "Schade eigentlich." murmelte der Adept. Wieder hörte er Schnarchers drängende Stimme sich doch zu beeilen, also ging Elendium zum dritten Drachensnapper um auch ihn alles zu entnehmen was zu verwerten war. Es war eine Mühselige arbeit und daher dauerte es doch etwa 20 Minuten bis er alle Tiere zerlegt hatte. Das Fleisch stufte der Jäger als ungeniessbar ein und lies es an Ort und Stelle liegen. "Hier gibt es genug Aasfresser." sinnierte der Adept.
Dann begab er sich zurück zu Schnarcher. "Magst noch im Minental bleiben oder soll ich dich zum Pass eskortieren. "Bring mich zum Pass bitte, ich habe auch so noch einen weiten Weg vor mir und in Khorinis komme ich schon zurecht." antwortete der Adept.
Der Weg zur alten Mine verlief schweigend, denn sie mussten sehr ordentlich auf die Umgebung achten. Immerhin gab es hier Orks, und diesen Biestern begegnete man mindestens gut gewappnet.
In der Mine führten sie eine seichte Unterhaltung. "Das mit den Feuerbällen war wohl Glück oder Innos Fügung. Ich besitze ja noch keine Ausbildung in Magie." erzählte Elendium dem Novizen. "Ich glaube auch, das es Glück war" entgegnete der Novize, "aber es hat ja gereicht. Hoffentlich ist Blutfeuer auch mit deinem Ergebnis zufrieden." "Ich hoffe auch" antwortete der Adept. Der rest des Weges durch die Minen verlief wieder sehr friedlich. Am Minenausgang verabschiedeten sie sich voneinander und versprachen sich nach bestandenen Ausbildungen in der Taverne im Kloster zu treffen.
Nach der nervenaufreibenden Nacht hatte Arkanis am Morgen für ein saftiges Frühstück gesorgt. Dem Söldner war nicht wirklich nach Essen zu Mute, doch konnte er nicht ruhelos einfach auf seinem Felsbrocken hocken und die Angst, die noch immer in seinen Adern inne wohnte, vorüberziehen lassen. Ja, das Moleratfleisch brachte ihm wohl die nötige Ablenkung von dem, was sie hier wie der Schatten des Todes ständig umgab. Wohin man nur sah, hinter jeder Ecke, jedem Felsen und jedem Strauch konnte einer dieser verdammten Orks lauern und sein jetziger Aufenthalt hier im Minental war gewiss ebenfalls der riskanteste gewesen. Das Tal, in dem jegliches Menschenleben wie ausgelöscht schien, hatte ihn bisher immer kalt gelassen, nie hatte er eine ähnliche Angst gespürt, wie in den letzten beiden Tagen und noch nie hatte er seine Schritte so unsicher über die Gräber des ewigen Krieges von Mensch und Bestie bewegt. Das alles, obwohl er doch um ein Vielfaches erfahrener und stärker geworden war. Vermutlich hatten ihn diese Erfahrungen nun auch vorsichtiger werden lassen, der Söldner wusste es nicht. Niemals mehr, und das wusste er hingegen genau, würde er mit einer Gruppe in ein solches Gebiet ziehen, deren einzelne Glieder unbedingt im Auge behalten werden mussten. Die Menschen um ihn herum waren ihm alle viel zu wichtig, als das er es jemals verantworten wollen würde, sie hier an einen der blutrünstigen Orks zu verlieren. Allen voran natürlich Succa, die schon zum zweiten Male dieser Tage beinahe Opfer eines Angriffs geworden war, und das obwohl sie auf dem Hof als respektierte Kämpferin galt.
Die Stimmung war noch immer gedrückt, was nicht nur an der dichten Wolkendecke lag, die sie immer noch wie ein undurchsichtiger Schleier überschattete. Wohl konnten sich auch die anderen hier nicht länger fühlen. Es war Zeit zu gehen und jeder naive Tölpel wäre vermutlich in der Lage diesen Wunsch aus den Augen der Mitstreiter abzulesen. Es hatte keinen Sinn mehr, noch länger hier zu verweilen und darauf zu warten, dass sie in den nächsten Momenten von Orks abgeschlachtet werden würden. Abenteuer genug hatte vermutlich jeder von ihnen und trainieren taten sie hier gewiss nicht mehr als in ihrer Heimat, dem weitaus sicheren Hof des Großbauern.
Kire fasste sich ein Herz und erhob sich unter den Augen der anderen von dem Felsen, auf dem er zuvor gehockt hatte. Calintz spielte gerade mit seinen Wurfmessern herum, Arkanis war mit den Grundlagen des Schwertkampfes beschäftigt, Hombre und Succa hatten sich mal wieder in den Haaren und Cestery kauerte irgendwo in einer Ecke und versuchte sein hässliches Spiegelbild in der Schwertschneide lesen zu können.
„Ich schlage vor, dass wir zurückkehren“, sprach Kire ohne auch nur einen der anderen dabei genau zu betrachten. „Zum Hof“, setzte er fort und packte seine Sachen zusammen, band sich seine Waffen an den Gurt, schnappte sich die Tasche mit den Wolfskrallen und warf sich das abgezogene Fell über die Schulter. Einige der anderen nickten zustimmend und andere wiederum räumten ohne weitere Reaktionen ebenfalls ihre Sachen zusammen. Es schien fast, als hätte womöglich jeder sehnlichst auf das gewartet, was Kire nun auszusprechen gewagt hatte. Und wenn dem nicht so gewesen wäre, dann wäre der Söldner eben alleine losgezogen. Ihn hielt gewiss nichts mehr hier.
Im Schutz der kahlen Bäume und wenigen Sträucher, fand die kleine Gruppe, die glücklicher Weise noch immer die selbe Männer- (und Frauen) Stärke zählte, schließlich ihren Weg zurück zum Pass. Ohne Ork, ohne Wolf und ohne Snapper. Gefahrloser hätte sich der Pfad kaum bestreiten lassen und jede weitere Kreatur, die sich ihnen hindernd in den Weg stellte, hätte vermutlich unglaublich an ihren Nerven gezehrt.
Schnarcher
23.04.2006, 21:12
Seine beiden Schüler hatten wirklich großartiges geleistet, wenn man bedachte, dass sie erst seit gut drei Tagen bei im in der Lehre waren. Die meisten Goblins hatte der Bogenlehrmeister selber erwischt, dicht gefolgt jedoch von Kadire, die einfach ein Naturtalent zu sein schien. Oder sie hatte heute einfach eine gute Tagesform, was auch nicht auszuschließen war. Grimward hingegen hatte nicht so gut abgeschnitten. Er schien noch nicht ganz den Dreh raus zu haben. Aber auch seine Schüsse waren recht gut gewesen. Es sah insgesamt so aus, als müssten seine beiden Schüler morgen nochmal die Übung mit der Zielscheibe machen. Vielleicht würde er in der Zeit ein paar Beißer jagen, die viel besser schmeckten, als Lurker. Fast sogar schon besser als Scavenger. Aber das beste an diesen Tieren war, dass sie in sehr großen Gruppen auftraten. Wenn er Glück hatte, konnte er Nahrung für die ganze Woche sammeln.Obwohl er es bedauerte, dass hier nichts wuchs was man essen konnte. Nur einige seltsame Pflanzen eigneten sich als Gewürze. Das ganze Land, auch die Pflanzenwelt schien hier nach einem Motto geschaffen: Größer, hässlicher und gefährlicher. Wenn auch die Pflanzen eher selten waren. Es schon so eine zeitraubende Arbeit, Kräuter in einem großen Wald zu sammeln. In dieser öde jedoch konnte man Tage lang durch die Gegend irren und nicht eine einzige Pflanze finden. Wahrscheinlich gab es deshalb hier auch nur Fleischfresser.
Aber Schnarcher dachte nicht nur an Essen und an seine Lehrlinge, sondern auch hin und wieder an Elendiums Versprechen. Er konnte es sich kaum vorstellen, wie Elendium ihm etwas beizubringen gedacht, ohne dabei dauernd die Ohren einzuziehen und sich ihm zu fügen. Außerdem hoffte er, dass sie der Adept nicht an ihm für seine zahlreichen Scherze während seiner Lehre rächte. Obwohl er ja noch wesentlich besser drangewesen war als Grendal, den er ja gerade zu gequält hatte.
Mit einem gewissen Lächeln auf den Lippen schwärmte Schnarcher in Gedanken von der Vergangenheit. Sie war auf jeden Fall besser als die Gegenwart. Als er wieder hierher blickte, sah er nur dieses gräßliche Minental. Bei der nächsten Lehre würde er versuchen, nicht hierher zu reisen, sondern in Khorinis einige gefährliche und dieser Lehre angemessene Monster zu finden. Nun aber gab es kein Zurück, ohne einiges seiner Persönlichkeit einzustecken. Es würde schon etwas seltsam aussehen, wenn er den Anfang der Lehre hier im Minental verbracht hätte und den schwereren Teil dann in Khorinis.
Seine Gedanken scheiften langsam auch in die Zukunft. Morgen hatte er ja wie schon gesagt eine Übung parat. Danach sollten seine Schüler vieleicht ein paar schwere Tiere jagen, wie etwa Wölfe. Danach würden kleiner Tiere folgen, wie etwa Blutfliegen. Das würde hier Treffsicherheit erhöhen. Aber was sie für eine Aufgabe bei der Prüfung bekommen würde, überlegte er noch. Er hatte keine Lust wieder so eine riesen Show wie bei der letzten Lehre abzuziehen. Außerdem hatte er jetzt zwei Lehrlinge, denen er eine Prüfung zu bitten hatte ...
"Schnarcher?", sagte Kadire und rieß ihn aus den Gedanken.
"Ja?", fragte der Novize, nachdem er bemerkt hatte, dass sie ihn angesprochen hatte.
"Ich wollte wissen, ob wir heute noch irgentwas unternehmen. Denn bisher haben wir ja nur Goblins gejagt und uns dann hier hingesetzt und was gegessen ...", meinte sie ein wenig vorwurfsvoll.
"Hmm, ja gut, dann lass uns noch etwas jagen gehen. Grimward!", rief Schnarcher. "Grimward komm mal her!"
Keine 3 Sekunden vergingen, das kam auch schon der Gerufene in die Höhle gestiefelt.
"Ja?", fragte er.
"Wir machen noch einen kleinen Jagdausflug. Wärt ihr soweit?"
Zustimmende Gemurmel ertönte.
"Ok, dann denke ich sollten wir auch gleich aufbrechen."
"Was sollen wir den jagen? Wieder Goblins?", fragte Grimward.
"Nein, ich denke jetzt sollten wir uns mal den Spießeplan mit Beißern auffrischen. Eigentlich wollte ich das morgen allein machen, aber jetzt ist genau so gut wie später."
"Sag mal, denkt der nur ans Essen?", flüsterte Kadire Grimward zu, aber immer noch so laut das Schnarcher es hören konnte. Er überging diesen respektlosen Komentar und führte die beiden in Richtung eines kleinen Tals, wo er fürher schon einmal einen Lehrling ausgebildet hatte ...
Grimward
23.04.2006, 21:46
Am späten Abend, die Dunkelheit, damit auch ein wenig Abkühlung, waren über das Minental hereingebrochen, rief Schnarcher noch einmal nach Grimward. Er hatte sich draußen niedergelassen und etwas die angenehme Nachtluft genossen, doch nun rief Schnarcher nocheinmal nach Ihm. Was denn jetzt los er wird doch keine Nachtwanderung machen wollen dachte Grimward und stapfte widerwillig in die Höhle. Es stellte sich heraus, dass Schnarcher nicht nur eine Nachtwanderung, sondern sogar eine Nachtjagd auf den Plan gesetzt hatte. Naja gut, ich muss sowieso mal beweisen, das ich Kadire nicht hinterherhinke, dachte Grimward und grummelte seine Zustimmung. Beisser, wollte Schnarcher mit ihnen Jagen. "Die findet man vorallem in kargen, steinigen Gegenden, zufällig auch die Orte, an denen sich Orks gerne aufhalten. Also seit mir ja vorsichtig, wenn uns ein Ork über den Weg läuft, verleirt nicht die Nerven, auch Orks bluten wenn sie Pfeile im Kopf stecken haben", ermahnte Schnarcher sie, grinsend, Grimward verstand nicht was daran lustig sein sollte, er für seinen Teil, hatte gehörigen Respekt vor Orks. Trotzdem stiefelten die Gefährten unbekümmert durch das nächtliche Minental, immer auf der Suche nach Beissern. Kurz nachdem sie die Höhle verlassen hatten, begann es zu regnen.
Einerseits, war der Regen eine angenehme Abkühlung, andererseits ärgerte sich Grimward, da es nachts, statt in der Tageshitze regnete. Wir haben hier wirklich nur Glück stellte Grimward bitter fest. Trotzdem rissen Schnarcher und Grimward auf der Suche ein paar derbe Witze, die Kadire überhaupt nicht amüsant fand. Endlich entdeckte Grimward ein Rudel Beisser und gab den anderen Jägern mit einem Wink zu verstehen, das sie halten sollten. "Seht ihr, da sind eine Menge von den Viechern, man ich wünschte es wäre ein wenig heller", verkündete Grimward. "Mach dich nicht nass, das wird schon", meinte Kadire, Grimward meinte selbst im Dunkeln ihr grinsen erkennen zu können. "Also, wir gehen vor wie bei den Goblins würde ich sagen, aber schlagt bitte nicht mit den Bögen nach ihnen, die Beisser machen euch die Bögen kaputt", erklärte Schnarcher und blickte schelmisch zu Grimward hinüber, der heute Mittag einen Goblin mit seinem Bogen erschlagen hatte. "Böser, fieser, gemeiner Witz", erwiderte Grimward, doch in Wirklichkeit störte die Bemerkung ihn nicht. "Na dann, packt die Bögen aus, ölt die Gelenke, schärft die Pfeile, wir sind am Zug", meinte Schnarcher und zog auch schon den Bogen.
Kadire und Grimward folgten seinem Beispiel, sie positionierten sich in Schussdistanz und ließen die Pfeile fliegen. Trotz der schlechten Sicht, hatten Schnarcher und Grimward getroffen, Kadire, die schon seit Stunden unter Kopfschmerzen litt, verfehlte die Tiere, die sich nun hektisch nach den Feinden umsahen, knapp. Schließlich erblickten die Beisser ihre Gegner und stürzten auf ihre Peiniger los. Wieder erklang das singen der Bogensehnen. Schnarcher traf erneut, Grimward und Kadire ebenfalls. Mmh, nachts bin ich besser als tagsüber, stellte Grimward, beinahe euphorisch, fest. Eine weitere Salve, ging auf die Beisser hernieder, doch diesmal traf nur Schnarchers Pfeil sein Ziel. Doch es waren so oder so nur noch zwei Beisser übrig, die Kadire und Grimward erledigten. Noch bevor einer der Gefährten etwas sagen konnte, ertönte ein lautes Gebrüll, welches von Rechts kam. Alle Drei wandten sich hastig nach dem Urheber des Lautes um und sahen, im roten Licht einer Fackel, einen hässlichen Ork auf sie zu stürmen. "Scheiße", brüllte Grimward und legte, beinahe synchron mit Kadire einen Pfeil auf den Ork an. Beide ließen die Bogensehnen hastig zurückschnellen und die Pfeile flogen auf den Ork zu. Kadires Pfeil traf den Axtarm des Orks, Grimwards pfeil bohrte sich in die Brust des Angreifers.
Der Ork brüllte vor Schmerz, doch er stampfte, nun erst Recht wütend auf die Bogenschützen zu. Dch Schnarcher kam ihnen nun zur Hilfe, er schon ein brennendes Geschoss auf das Ungetüm ab, welches nur noch wenige Schritte von den Lehrlingen entfernt war. Plötzlich roch es stark nach verbranntem Fell, der Ork taumelte und Grimward schoss noch einmal aus kürzester Distanz auf den, scheinbar traumverloren tanzenden, Ork. Wahrscheinlich wäre der Ork eh zu Boden gegangen, doch Grimwards Pfeil gab dem Ungeheuer den Rest. Laut grunzend kippte der Ork und schlug mit einem gewaltigen Krachen auf den Boden auf.
Mit geschultertem Zweihänder schlenderte Taeris neben Stevie her, als sie den Pass zum Minental durchquert hatten. Abschätzend blickte er sich um und atmete die frische und typisch nach Minental riechende Luft ein. Doch war ihr Ziel nicht das Minental selbst, sondern Drakia. Ein dahinter liegendes relativ ruhiges Stück Land. Ehrlich gesagt war Taeris fast noch nie dort gewesen. Höchstens zur Durchreise. Aber wenigstens war es einmal etwas anderes. Irgendwo hingehen, wo man sich noch nicht auskannte wie in der Westentasche. Wo man noch mal von irgendwas überrascht werden konnte. Es war ja doch irgendwie immer das Gleiche. Tag ein Tag aus. Abwechslung musste her.
Und so stapften die Beiden weiter den Pfad entlang und überquerten den kleinen Fluss, der sich quer durch das Minental zog. Es würde wohl nicht mehr lange dauern und Taeris würde jeden Ork der hier jeden Tag an der gleichen Stelle hockte, beim Namen nennen können. Erstaunlich wie angsterfüllt und vorsichtig er früher immer lang geschlichen war. Nun war es nicht viel mehr als ein Spaziergang.
Es würde noch ein gutes Stück vor ihnen liegen, bis sie das Tor nach Drakia erreicht haben würden.
Schnarcher
24.04.2006, 20:49
Der Ork gestern hatte allen einen gehörigen Schrecken eingejagt, selbst Schnarcher hatte mit ihm nicht gerechnet. Zwar wimmelte es hier ja nur so von den Biestern, aber bisher war alles glatt gegangen. Die Konsequenz, die dadurch gezogen wurde war klar. Keine Nachtwanderungen mehr. Zumindest fürs erste. Schnarcher wollte sich erst wieder bei Nacht mit seinen Schülern rauswagen, wenn diese ein wenig geübter waren. Zwar hatten sie diesen Späher gekonnt eliminieren können, aber das Risiko einer größeren Gruppe in die Arme zu laufen, schien ihm nachts einfach zu groß. Zwar war diese auch bei helllichtem Tag wohl nirgentwo größer als im Minental, aber zumindest konnte man bei Licht besser schießen und außerdem war jeder Feind gut zu sehen, obwohl in letzter Zeit, wo es warmer wurde sehr viel Staub aufgewirbelt wurde, was Schnarcher als sehr unangenhem empfand.
Wegen des nächtlichen Ausflug gewährte Schnarcher länger Nachtruhe als sonst, sodass sie erst aufstanden, als die Sonne schon sehr hoch stand. Eigentlich war es ja nicht seine Art, Lehrlinge bis in den Mittag schlafen zu lassen, aber müde nütze das beste Training nichts. Was sie natürlich bei ihm erhielten.
Das spiegelte sich auch deutlich in der Leistungssteigerung der beiden wieder. Fast jeder Schuss hatte gestern gesessen, wenn auch manchmal mit mehr Glück als Verstand. Außerdem schossen sie noch nicht konstant gut; ihr Form schwankte von Minute zu Minute. Aber es wird, dachte Schnarcher ein wenig stolz. Heute hatte er den Rest des Tages mit eher langweiligen Übungen verbracht, um ihnen ihre Fehler klar zu machen.
Grimward zum Beispiel legte die Pfeile nicht ordentlich an, was er ihm auch beim Training klar machte.
"Du musst die Pfeile anders anlegen", hatte er gesagt." Schau her. Du reißt die Sehne zurück und katapultierst den Pfeil praktisch nach vorne. Du musst die klar machen, das dein Pfeil viel mehr sanft über die Sehne gleiten sollte. Also, versuch es demnächst weniger grob. Dann kannst du auch schneller nachladen, was bei deiner inzwischen recht ordentlichen Zielgenauigkeit dir zu Gute kommen dürftest.
Du Kadire machst eigentlich keine grundlegenden Fehler. Nur solltest du noch ein wenig an deiner Treffsicherheit feilen und immer darauf achten, die gespannte Sehne bis zum Ohr zurück zu ziehen.
Heute werdet ihr noch mal ein wenig mit den Zielscheiben üben müssen. Denn das solltet ihr wirklich beherrschen. Wenn ihr aus der Drehung schießen könnt, kann das in manchen Situationen von großen Vorteil für euch sein. Außerdem übt ihr das Schießen auf bewegliche Ziele, wie ohr ja schon wisst.
Ich denke, morgen können wir dann auch zu den etwas schwierigen Tieren schreiten. Etwa Blutfliegen und Wölfe."
"Blutfliegen? Wölfe? Meinst du nicht, das da die Beißer etwas schwieriger waren?", fragte Kadire sehr skeptisch.
"Nein, die waren gefährlicher. Diese Viecher sind nun mal schwieriger. Aber ihr werdet ja schon noch sehen. Fangt mit eueren Übungen an und verscht das, was ich euch gesagt habe zu korogieren. Ich begebe mich in Deckung und schaue euch zu.", sagte Schnarcher und ging ein ordentliches Stück weit weg von den Zielscheiben in eine kleine Mulde.
"Zeigt was ihr könnt, meine Kleinen!", rief Schnarcher ihnen zu.
Der Pass zum Minental war bald erreicht, das Minental war ein unwirtlicher Ort und Stevie war bisher auch immer nur zum Kämpfen hier gewesen. Einmal verfolgte er Stoffel bis ins Minental um ihn zu töten, zum Glück Aller, hatte sich das Missverständnis rechtzeitig aufgeklärt. Dann war da noch der Überfall auf den Transport der Garde, diesen Ort, die Austauschstellen, hatten sie fast erreicht, sobald sie aus der alten Mine heraustraten. Als es soweit war, waren seine Erinnerungen so klar, als wäre es eben erst passiert, nur mit viel Glück hatte er gegen diesen Gardler in Lederrüstung überlebt.
Doch ihr Weg führte sie weiter, den Pfad hinab an einem Fluss entlang. Normalerweis gab es hier Orks im Überfluss. Zu einen, weil dort hinter der großen Palisade ihr Lager war und zum anderen war da der Belagerungsring um die Burg.
Doch zunächst begegnete ihnen nichts, keine Snapper, keine Lurker, es war seltsam als wären alle Kreaturen verschwunden.
Taeris ging schweigend neben ihm, sicherlich war er schon häufiger diesen Weg gegangen und wer weis wie oft auch schon allein und sicherlich hatte er dabei etliche Gegner aus dem Weg geräumt.
Doch selbst wenn ein Wachposten, der einen Moment nicht aufpasste, hätte die Beiden nicht gehört, so leise setzte sie die Füße beim gehen voreinander.
Nur einzig und allein ein Zufall machte es möglich das man auf sie Aufmerksam wurde. Ein kleines Rudel Warge, deutlich größerer Wölfe, kreuzten auf der Jagd ihren Weg. Plötzlich wurde ihrem geruhsamen Weg zum Tor nach Drakia, ein ernstes unterfangen. Taeris ließ kurz darauf seinen Bogen Sprechen und der Pirat hielt den Zweihänder in der Hand, besser wäre der Säbel gewesen, doch da war schon der erst Warg bei ihm. Die gefährlich gelben Augen starrten kühl als er zum Sprung ansetzte. Stevie traf das arme Tier kurz hinter der Schulter, das jaulend liegen blieb. Sein Lehrmeister hatte schon den Großteil des Rudels mit dem Bogen erledigt, nur noch zwei Tier waren irgendwo Seitlich von ihnen. Viel war nicht zu hören, da der von Stevie verwundete Warg immer noch markerschütternd jaulte.
Dann brachen die Übriggebliebenden durch das Unterholz.
Der Freibeuter riss den Zweihänder hoch und traf, doch fast gleichzeitig bekam er einen Tatzenhieb an den Oberschenkel ab, der sofort zu bluten begann. Dann war Stille, selbst der eben noch jaulende Warg war verstummt. Es war vorbei und Stevie fasste sich an die Wunde. “Halb so wild ich kann weitergehen”
Doch nun war es zu Still, nicht mal das gurgeln des Wassers war zu hören, es war wie die Ruhe vor dem Surm. Stevie wurde unruhig.
“Lass uns lieber weiter, ich hab ein ungutes Gefühl.”
“Vielleicht haben wir jetzt ein paar Orks geweckt!”, sagte der Lehrmeister grinsend.
Das Minental. Zerstört, trostlos wie eh und je, grau und gefährlich lag es da, weit unten, vor den Füßen des Veteranen, der just den Pass überquert hatte. Leicht gefallen war es ihm nicht, als er einer größeren Orkpatrouille begegnete, die allem Anschein nach diverse Zeichen nach Menschen suchten. Wenn sie schon den Pass nicht halten konnten, so wollten sie anscheinend immerhin ab und wann hier auftauchen, um eventuell den ein oder anderen Unvorsichtigen aufzugabeln, um den Pechvogel danach bei lebendigem Leibe zu häuten. Norgnon hatte zwar versucht, Claw's Schritte in Richtung Orks zu lenken, doch anscheinend besann sich der tote Banditenfürst irgendwann wieder und gewährte dem Krieger wieder vorläufig die gesamte Kontrolle über seinen Körper. Zwar wollte er Rache und es hätte ihm wohl sich sehr gefallen, zu sehen, wie Claw gegen die Orks anrennt, aber schließlich hatte er ja noch seine Pläne mit dem Armbrustlehrmeister und so ließ er ihn gewähren.
Sich am Kopf haltend machte sich der Veteran nun also auf, den schmalen Weg zum Tal hinunter in Angriff zu nehmen, denn dieses Fleckchen Erde war seiner Meinung nach der einzige Ort, an dem es wohl nicht so tragisch war, wenn er die Kontrolle an Norgnon verlieren würde. Hier gab es ja fast nichts außer Monster, Orks und einigen Gardlern in der Burg des Tals. Also eigentlich nichts, worauf man wirklich Rücksicht nehmen sollte.
"Nach Süden, immer weiter nach Süden..." hörte sich Claw selber sagen und anfangs wusste er nicht, ob er es selbst gewesen war, der seinem Mund den Befehl zum Sprechen gegeben hatte, oder ob es einmal mehr der hinterlistige Banditenfürst war, der nach wie vor die Fäden in den Händen hatte und mit Claw spielte, als sei er eine Marionette.
Bald schon kam die Burg ziemlich nahe, doch des Veteranen Schritte führten ihn weiter, tiefer ins Tal hinein, in die dunklen, unberechenbaren Wälder, in denen so manche Abnormität hauste. Wer dort unvorsichtig war, war so gut wie tot.
"Du bekommst bald schon Gesellschaft, Söldner." hörte der Veteran irgendwann in seinem Kopf, als er sich kurz auf einen Baumstamm gesetzt hatte, um zu rasten.
"Und dann wollen wir doch mal testen, wie viel Gewalt du wirklich noch über dich hast... hehehe." sprach Norgnon wieder und setzte sich in der selben Zelle, in der Claw einige Tage zuvor schon gewesen war, zumindest sein Geist, an einen Tisch, um sich dort einem köstlich riechenden Mal zu widmen, während sein Feind ihm gegenüber stand, schon näher an der Wand, aber immer noch nicht angekettet.
"Bald schon gehört dein Körper mir und Norgnon tar Skôn kehrt zurück. Und glaub mir, es wird in einem Blutbad enden, Söldner. Angefangen auf deinem ach so geliebten Hof..."
Ein bösartiges Lächeln zeichnete das Gesicht des Toten, doch Claw erwiderte nichts, zu geschwächt schien er schon zu sein. Lediglich seine Gedanken spielten stets mit der Möglichkeit, den Fürsten anzugreifen.
„Wir sollten aufbrechen.“, meinte Ferox, als die Nacht bereits so weit über die Drei hinein gebrochen war, dass die letzten Sonnenstrahlen schon längst hinter dem Horizont verschwunden waren, und erhob sich.
„Es ist günstiger, bei Nacht durch das Tal zu gelangen, als am Tage. Wir machen Rast in der Burg und üben dort ein paar Kampftechniken ein, die für den Kampf gegen Orks überlebenswichtig sind. Das Feuer bleibt brennen. Vielleicht lenkt es die Grünfelle von uns ab.“
Ferox spähte in die Dunkelheit. Vereinzelt waren in der Ferne Feuerstellen zu erkennen, die den spitzen Zelten der Orks schaurige Silhouetten verliehen und lange Schatten in die Nacht hinein warfen. Die Entfernung zu den Lagerplätzen schien weit genug, um den Statthalter davon zu überzeugen, dass sie vorerst keine Gefahr für die Streifenden wären.
Er winkte kurz in die Richtung der Ork-Außenposten. „Wir sollten dennoch leise sein, sie hören besser, als man denkt.“
So leise wie möglich zog der Statthalter seinen Zweihänder aus der Scheide hervor, die sich unter seinem Umhang verbarg. Seltsam war, dass kein Windzug herrschte, wie er es im Minental eigentlich gewohnt war. Sogar die Wolken schienen sich auflockern zu wollen. Wenn er es nicht besser gewusst hätte, hätte der Paladin beinahe gedacht, das Mondlicht hinter den dichten Grauwolken aufflackern sehen zu können.
Kopfschüttelnd wandte er seinen Blick vom Himmel ab. „Haltet eure Waffen bereit. Wir waten durch den Fluss. Über der Brücke sind wir zu ungeschützt.“
Trotz Guter Dinge auf der Hut setzte sich Ferox in Bewegung.
Der Abstieg hinunter zum Fluss war nicht das Problem. Abgesehen davon, dass Medin einmal auf dem glatten Stein fast ausgerutscht wäre, gab es keine besonderen Zwischenfälle wie ein Rendezvous mit einem hohen Glied der Nahrungskette.
Erst als der Ritter auf dem Kiesstrand am Fluss stand wurden ihm die Probleme bewusst. Zwar war dieser Fluss nicht sehr breit, aber war die Strömung nicht zu verachten. Durch die Schneeschmelze musste er etwas mehr Wassermassen befördern. Der schwer gepanzerte Ferox würde wohl die geringsten Schwierigkeiten damit haben, da er schlicht hindurch laufen würde. Die anderen Beiden aber entschieden sich dazu, einige Schritte Flussaufwärts ins Wasser zu steigen, um wieder beim Statthalter anzugelangen, wenn sie das andere Ufer erreicht hatten.
Doch bevor der Plan in die Tat umgesetzt wurde, machte der Zweihandschüler seine Begleiter auf ein weiteres Problem aufmerksam. Am anderen Flussufer befand sich ein einige Ellen zu breiter Strand, bevor die nächste Deckung in Sicht kam. Ein Blick der Orks könnte an dieser Stelle genügen, um die Menschen auszumachen. Zwar dämmerte es gerade erst, doch hatten die Grünfelle ihre verfluchten Orkhunde dabei. Die waren wohl das größte Problem, vor dem sie nun standen. Zu Gunsten der Reisenden bewegten sie sich gegen den schwach wehenden Wind, der inzwischen aufgekommen war. Dennoch, Warge besaßen scharfe Ohren. Die Deckung musste möglichst leise erreicht werden. Nun ja, hoffentlich war das Glück auf ihrer Seite.
Während Ferox ins Wasser hinein watete, begaben sich Corinna und Medin etwas flussaufwärts, um danach ebenfalls in den Fluss zu gleiten. Das Wasser war erbärmlich kalt und Kettenhemd wie Stahlhandschuhe wollten den Ritter zu Boden ziehen, doch gelang es ihm dem entgegen zu wirken. Obwohl sich sein Kopf über Wasser befand, sog er reflexartig so viel wie möglich Luft in seine Lungen, bevor er mit ruhigen aber weit ausholenden Zügen das gegenüberliegende Ufer ansteuerte. Die Schätzung der Gruppe stellte sich als richtig heraus, denn genau wie geplant erreichten sie das andere Ufer an der selben Stelle, an der Ferox mittlerweile im seichten Wasser kniete, so dass nur Schultern und Kopf aus dem Wasser ragten. Medin seinerseits grub die Stahlbewehrten Hände in den aus einem Konglomerat bestehenden Untergrund und achtete darauf, dass möglichst nur sein Kopf aus dem Wasser ragte, während er bäuchlings im Wasser lag.
Nun mussten sie die Deckung erreichen. Der Ritter hatte ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Verständlich, angesichts der keine fünfzig Fuß entfernt patrouillierenden Orks.
Corinna wollte zuerst das Wagnis eingehen. Gerade hatte eine Patrouille den am nächsten zu den Menschen gelegenen Punkt auf ihrer augenscheinlichen Route passiert, als sich die Bogenschützin in eine geduckte Haltung erhob und so schnell wie möglich zur Deckung eilte, die aus ein paar Sträuchern und Steinen der Uferböschung bestand. Dort angekommen ließ sie sich fallen und nach einen Blick zu den arglosen Orks den beiden Gardisten ein Zeichen gab, dass sie wohl nicht entdeckt worden war. Auch diese konnten keinen Ork in der Morgendämmerung erkennen, der sich ihrer Position nährte.
Als nächstes folgte Ferox. Trotz der schwerfälligen Rüstung schaffte auch er es, den Sichtschutz unbemerkt zu erreichen.
Jetzt war Medin an der Reihe. In einem Moment, der so günstig wie jeder andere war, stieß er sich vom Boden ab und hastete zu den beiden anderen am Boden liegenden, wo auch er sich fallen ließ.
Haben sie mich bemerkt? Vom weiter anschwellenden warnenden Gefühl seines Magens getrieben hob er den Kopf, um zwischen den Sträuchern hindurch zu blicken. Ihm stockte der Atem. Ein Orkhund nährte sich mit aufgestellten Ohren und schnuppernder Nase dem Unterschlupf. Instinktiv fuhr die Hand zum Griff des Einhänders, zog ihn jedoch nicht, um kein Geräusch zu verursachen. Der Warg kam immer näher. Man konnte die Krallen hören, wenn sie bei einem Schritt auf einen größeren Stein des öden Bodens trafen. Der Ritter presste sich an den Boden, die Luft anhaltend. Nun waren die Atemgeräusche der Bestie zu hören. Nur noch wenige Augenblicke schienen das Trio von der Entdeckung zu trennen. Innos, gib uns Kraft!
Alle drei lagen sie auf den Rücken, gespannt zur Böschung über sich blickend. Langsam schob sich die Schnauze des Orkhundes über diese. Seine Lefzen waren hochgezogen und aus seinem mit einer Reihe tödlicher Zähne bewehrten Maul drang ein bedrohliches Knurren. Er hatte Witterung aufgenommen. In Gedanken spielte Medin schon die Bewegung durch, wie er das Schwert hochreißen würde. Wahrscheinlich würden nur wenige Sekunden vergehen, bis die ersten Orks sie erreichen würden. Die Chancen standen mehr als schlecht.
Die aufgestellten und nach allen Seiten horchenden Ohren des Wargs richteten sich plötzlich nach vorne. Nun kam der Angriff. Schon sog Medin die Luft für einen Schlag ein, als ein weiterer Akteur die Bühne des Geschehens betrat. Etwas weiter rechts von Medin schnellte ein Hase aus seinem Loch in der Böschung und jagte flussabwärts davon. Den Jagdinstinkten sei Dank schnellte der Warg sofort die Böschung herab, landete unweit den Füßen des Ritters und sprintete dem Beutetier hinterher. Nur wenige Sekunden (die Medin wie eine Ewigkeit vorkamen) vergingen, bevor Jäger und Beute um eine Biegung des Flusses schnellten.
Die gespannten Muskeln des angehenden Rüstungsschmieds lockerten sich, ebenso seine Hand vom Griff des Schwertes. Ein Blick zu den beiden Reisegefährten verriet ihm, dass beide nicht minder erleichtert waren. Fast wollte sich in ihm das Gefühl breit machen, das jede Gefahr vorbei war. Doch nun musste man nur noch eine Kompanie Orks überlisten.
Schnarcher
26.04.2006, 17:46
Nachdem seine Schüler gestern und vorgestern ein paar Trockenübungen gemacht hatten, sollte es heute abend wieder ins Nass gehen - Nass, weil es wie aus Eimern schüttete. Das verschlechterter die Sicht- und Schießbedingungen zwar, aber der Bogenlehrmeister hielt das für eine gute Übung. Schließlich konnten sie auch später in den Wäldern von Khorinis kein Bilderbuchwetter erwarten, wenn auch Schnarcher seit langer Zeit nicht mehr in so ein Gewitter geraten war - es durfte etwa 3 Wochen zurückleigen, wenn er an ihren kleinen Ausflug auf jene verwunschene Insel dachte. Sie wollten kein großer Geiter erlegen, sondern wie versprochen ein paar Wölfe, Blutfliegen und was ihnen sonst noch über den Weg laufen sollte.
Sie machten sich gute 2 Stunden vor dem Sonnenuntergang auf. Schnarcher hatte eigentlich nicht nochmal nachts wegem dem neulichen Zwischenfall jagen wollen, aber inzwischen hatten seine Schüler nach 2 Tagen üben an Zielscheiben den Dreh mehr oder weniger raus, was das Schießen auf bewegliche Ziele anging. Ihnen fehlte eigentlich nur noch die nötige Praxis. Der Lehrmeister hatte vor, langsam den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, bis die Lehre einen furiosen Schlusspunkt in der Prüfung bekam. Entweder sollten sie in der Prüfung einen Troll oder ein Rudel Snapper erledigen, er war sich noch nicht ganz sicher, was für zwei Lehrlinge das geeignetere wäre. Denn bisher hatte er ja nur immer für eine Person eine Prüfung vorbereitet, er musste jetzt zusehen den Schwierigkeitsgrad nicht zu niedrig zu setzen. Sonst könnten sich seine beiden Lehrlinge am Ende gar nicht bewähren. Und er hätte nicht die Chanche die beiden schwitzen zu sehen.
Schnarcher wollte den Jagdausflug auch nutzen, um ihr Lager ein wenig weiter in den Süden des Minentals zu verlegen. Bisher hatten sie ihr Lager schließlich immer in der unmittelbaren Nähe zum Pass und zur Burg gehabt, eine recht gefährliche Mischung. Zwar kamen sie so auch dem Eisdrachen näher, aber wenn sie ein wenig Abstand halten würden. würde schon alles glatt gehen. Schließlich machte der Drache, soweit er gehört hatte, in letzter Zeit nur noch selten Ausflüge. Und wenn konnte man sich leicht verstecken, wie ihm einst ein Soldat in der Burg versichert hatte, der zu den wenig sich zäjlen konnte, der einen Drachen gesehen hatte und immernoch unter den Lebenden weilte. Er persönlich würde erst an diese fliegenden Viecher glauben, wenn er einen mit eigenen Augen sehen könnte.
Auf jeden Fall zogen sie mit ihrer gesamten Ausrüstung weiter in den Süden. Sie hielten sich stets in einem Wald oder an einem Fluss, sodass sie sich stets im Notfall davonmachen oder verstecken konnten. Den Orks konnten glücklicherweiße kaum bis gar nicht schwimmen. Auch diese Information hatte er in der burg bekommen. Der Besuch in dieser dürfte allerdings einige Zeit zurückliegen. Er hatte auch keine besondere Lust, sich mit so einem Tross durch die Reihen der Orks zu schleichen und gegebenfall sich den Schädel einhauen zu lassen.
Sie kamen recht gut durch. Im Wald begegneten sie nicht einem einzigen Tier. Nur beim Fluss stürmte ein Lurker aus sie zu, den Grimward mit einem gezielten Schuss erlegen konnte. Als sie an dem toten Tier vorbeigingen, musste Schnarcher an Elendium denken, was nicht nur an dem Gestank lag. Er hätte jetzt bestimmt alles mögliches von dem Tier mitnehmen können.
Kurze Zeit darauf führte sie Schnarcher wieder vom Fluss weg. Wenn sie ihm noch weiter folgen würden, würden sie früher oder später zum Gebiet des Eisdrachen kommen. So liefen sie ohne Deckung über Stock und Stein. Es dauerte nicht lange, bis sie wieder eine Höhle gefunden hatte. Wie sie feststellten war diese vollkommen unbewohnt.
"Ich werde mal ein wenig Feuerholz sammeln gehen. In der Zeit sollt ihr auch was zu tun haben. Nutzt das letzte Sonnenlicht und findet ein paar Wölfe. Tötet sie und nehmt ihr Fleisch aus. Aber bleibt zusammen und haltet euch vom Eisgebiet fern. Und seid bei Sonnenuntergang wieder hier.", sagte Schnarcher schließlich.
"Ok. Aber was sollen wir tun, wenn wir einen Ork sehen?"
"Weglaufen, verstecken oder auf ihn Schießen. Ja nachdem, wie weit er entfernt ist."
Kurz entfuhr dem Schüler ein etwas unglübier und unglücklicher Blick.
"Wenn du meinst. Ok, wir sollten dann auch los. Kommst du Kadire?"
"Jaja.", meinte sie mehr oder weniger fröhlich. "Ach und viel Spass noch beim Holz sammeln Schnarcher.", fügte sie noch spitzbübisch hinzu, bevor sie Grimward follgte, der schon vorausgeeilt war.
Françoise
26.04.2006, 22:07
Die Erwählte hatte sich einige Tage im Minenlager der Paladine aufgehalten und sowohl die Schürfer als auch die Ritter waren froh über ihre Gesellschaft gewesen. Aber nun hatte Ed genug davon im Lager zu bleiben, schließlich war sie ins Minental aufgebrochen, um es auch zu erkunden und nicht um irgendwo herumzusitzen. Die Magierin machte sich am späten Nachmittag auf, in Richtung der Eisregion. Besonders viel Leben war dort allerdings nicht zu finden. Hier und da ein Eiswolf, Ratten und sogar Lurker hatten sich hierher verirrt. Die Wölfe sahen es ganz und gar nicht gerne, dass Ed durch ihr Revier umherstreunte, als die Magierin aber eine feurige Schneise mit dem Infernozauber zwischen sich und die Tiere brannte, gaben die Vierbeiner aber schnell ihre Jagd auf und verkrümelten sich zwischen den verschneiten Bäumen. Ganz anders aber hielt es ein riesiger Koloss aus Eis, wohl eine Abart des Golems. Sein Äußeres glitzerte im Licht der untergehenden Sonne und strahlte keine Boshaftigkeit aus. Als Ed aber näher kam wurde das Ungetüm ungehalten. Eiskristalle zischten durch die Luft auf sie zu und trafen einen nahe stehenden Baum. Als die Magierin jedoch versuchte zu entkommen verfolgte sie dieser Eisgolem unentwegt. So ungern Ed es auch tat wandte sie sich zu ihrem Verfolger um, streckte ihm ihren Arm entgegen und spreizte die Finger. Bruchteile von Augenblicken später flimmerte die Luft und ein großer Feuerzauber schoss dem Golem entgegen und ließ die Staubkörner in der Luft zu einer schwarzen Rußwolke verbrennen, die sich hinter dem Zauber entlang zog. Der Eiskoloss wurde vollständig von den Flammen eingehüllt und so stark seine Magie auch war und so kühl sein Eispanzer auch sein mochte, dauerte es nicht lange und er schmolz dahin. Das Einzige, was noch übrig blieb, war eine große Pfütze, die aber schon bald mit dem Schnee zusammen fror. Ein gefährlicher Zeitgenosse weniger und vermutlich gehörte er zum Gefolge des Eisdrachen. Wenn Ed es geschickt anstellen würde, könnte sie dem Drachen auch einen Besuch abstatten, ohne sich dabei selbst in Gefahr zu begeben. Aber dazu müsste erst einmal sicher sein, dass nicht noch mehr von den Eiskolossen hier herumschwirrten. Denn so wie es aussah bestanden sie nicht nur selbst aus Eis, sondern konnten auch andere dazu machen. Ed fragte sich, weshalb sich keine Wassermagier dieser Geschöpfe annahmen. Denn immerhin waren es auch Wesen aus Wasser und niemand verstand sich darauf besser als die Anhänger Adanos', wenn man einmal von Seeleuten absah natürlich. Was Ed bereits gelesen hatte war, dass es sogar Golems aus Feuer gab, vielleicht würde sie selbst so einen finden können. Aber es wäre vermutlich eine Pattsituation, denn sowohl der Golem als auch Ed waren gegen Feuer gut geschützt. In der Eisregion würde die Erwählte aber wohl keinen finden, allerdings war es zu spät, um noch einen langen Marsch einzulegen. Deshalb suchte sie sich einen Unterschlupf und fand ihn in einer kleinen Höhle, am Rand des großen Sees. Offenbar war sie einmal bewohnt gewesen, denn ein zum Tisch umfunktionierter Baumstumpf und ein altes, hölzernes Bettgestell standen darin. Zwar würde es nicht das bequemste sein, aber dennoch für die Nacht geeignet. Da sie kein Feuerholz hatte heizte sie einen großen Findling in der Höhle mit ihrem Feuerzauber so auf, dass es angenehm war wurde. Die Magierin stellte sich an den Eingang und beobachtete wie es anfing zu schneien, hier waren die Jahreszeiten wirklich ohne Bedeutung.
Es gab Dinge, die änderten sich nie. So auch die Erleichterung, wenn Troan sich wieder ausserhalb des Herrschaftsgebietes der Garde befand. Die Rockträger waren ihm nicht geheuer und er rechnete immer damit, dass er gleich verhaftet würde und irgendwo in einem Verlies landen würde. Seine Waffen hatte er wieder zurückbekommen. Während seines Aufenthalts in der Burg hatte er die Waffen kurz entleihen dürfen, um sie dem Waffenschmied zu geben, der sie wieder schärfte. Somit fuchtelte der Lee nun wieder mit scharfen Waffen in der Gegend herum.
Einen Moment lang musste Troan sich wieder orientieren und sich erinnern, wie man am schnellsten und sichersten zum Pass nach Drakia gelangen konnte. Schliesslich wusste er nicht mehr, wo die eigentliche Strasse lang führte. Er hatte vor einfach etwa in die richtige Richtung zu gehen. Er würde schon bemerken, wenn er den falschen Weg einschlug. Spätestens, wenn ein Ork vor ihm stand. Andernfalls würde er wohl am schnellsten und sichersten zum Pass gelangen. Die Strasse verlief seines Wissens nicht sehr direkt und wurde von den Orks regelmässg überwacht. Also war der direkte Weg durch die Wildnis vielleicht gar keine schlechte Wahl.
“Was schlimmeres als Orks kann einem ja nicht passieren“, murmelte Troan und schlug einen Weg durch den Wald ein.
Erst jetzt, als er sich alleine durch die Wildnis bewegte, fiel ihm auf, wie viel er eigentlich bei Sly gelernt hatte. Er bemerkte, wie er sich selber sicherer fühlte und auch anders durch die Welt ging. Seine Aufmerksamkeit war gestiegen und er schien mehr wahrzunehmen also vorher. Das kühle Holz von seinem Speergriff fühlte sich ebenfalls angenehm an. Der Lee war schon ziemlich stolz darauf, dass er die Lehre bei Sly durchgehalten hatte. Doch er hatte so manch anderes, auf das er gar nicht stolz sein konnte. Seine Gedanken verfinsterten sich wieder und automatisch beschleunigte er seine Schritte. Er rannte schon beinahe durch das Unterholz und sein Atem beschleunigte sich. So würde er nicht lange durchhalten können, denn sein Weg war weit. Doch schien ihn die Anstrengung zu beruhigen.
“Jetzt nur nicht anhalten“, flüsterte er sich zu und entliess kleine, weisse Wölkchen in die kalte Abendluft.
Wölfe jagen, welch tolle Sache, aber besser als nichts, als hier in diesem Minental zu versauern, hatten sie nun doch eine Aufgabe und diese wäre ja wohl doch besser als dumm rumzusitzen und dumm zu guggn. Die zwei Schüler machten sich auf den Weg und suchten Wölfe, besser gesagt suchte Grimward. Kadire hingegen schlenderte durch das Minental, total desinteressiert und keine Angst vor irgendwechlem Geviechs. Die Adanosgläubie nahm es mal wieder zu leicht auf die Schulter. Aber warum sollte sie arbeiten, wenn es andere für sie tun könnten, dachte sie.
Sie blieb stehen, hatte sie das wirklich gerade gedacht? Sie schaute Grimward verwirrt an und er blickte fragend zurück "Ist was?" , fragte er und Kadire schüttelte den Kopf. Irgendwas stimmte hier nicht, doch sie wusste nicht was oder wie es sich überhaupt auswirkte. Nur fiel ihr auf, dass sie sich sehr geändert hatte, seit dem sie auf der Insel lebte. Es müsste nun schon knapp einen Monat her sein und die Veränderungen kamen schleichend. Was es am Schluß für Auswirkungen haben würde, wusste sie nicht und wollte es auch gar nicht wissen. Nur wusste sie im Inneren, dass sie eine andere Person wurde.
Grimward zog seinen Boden und legte einen Pfeil an. Kadire schritt neben ihn und grinste. Vor ihnen standen drei Wölfe und fielen grad über einen Scavanger her. Sie waren zu sehr mit dem Fressen beschäftigt, anstatt mal die nahende Bedrohung der zwei Bogenschützen wahrzunehmen. Aber eigendlich konnte es den zwei Schülern egal sein, ob sie es merkten. Kadire zog ebenfalls ihren Bogen und zielte genau auf den Wolf ganz rechts. So wie sie es damals kennenlernte vollführte sie den Schuß und der Pfeil surrte durch die Luft und traf das Ziel. Mal wieder nicht dort, wo sie eigendlich hingezielt hatte, aber doch ziemlich in der Nähe, es müssten nur eine Abweichung von drei Fingerbreite gewesen sein, aber sie wusste auch, dass in späterer Zeit solche Abstände ihr Leben bedeuten könnten. Grimward war ziemlich verbissen in seine Aufgabe und Kadire hob die Augenbraue. Nachdem zwei der drei Wölfe schon am Boden lagen, drehte sich der andere knurrent um. Aber das würde ihm nun wohl auch nicht mehr weiterhelfen und Kadire lies die Sehne ihres angespannten Bogens los. Wieder sauste ein Pfeil durch die Luft und traf den Wolf und diesmal genau dort, wo sie den Pfeil hin haben wollte. Genau in die Mitte dieser schwarzen Augen. Die Initiandin schaute ihren Mitschüler an und grinste. "Dann lass mal die Viecher ausnehmen" , grinste sie und schritt auf die drei toten Wölfe zu.
Schnell war das Fleisch der Wölfe genommen, doch der tote Scavanger war nun was für die Geier. Aus diesem konnte man nichts verwertbares mehr gewinnen. Kadire nahm die Fleichkeulen und schaute sie an. "Lecker Wolfsfleisch, das wird ein Festmahl heute abend" , grinste sie zufrieden und Grimward lachte laut. "Ja hier im Minental, ich glaube dir aufs Wort" , sagte er und Kadire schaute ihn grimmig an. "Ach Ruhe, ihr Männer habt doch keinerlei Ahnung was Frau alles will" , sagte sie und entfernte sich von ihm. Grimward lief ihr bald ein wenig hinterher und schaute sie an. Gerade als er den Mund aufmachen wollte hielt Kadire ihren Finger an den Mund "Schhh...Siehst du, keinerlei Ahnung was Frau will. Nach so einem Vorfall brauch Frau Ruhe" , grinste sie und schaute ihn an. Grimward schaute sie gelangweilt an und Kadire grinste. Sie war schon immer eine sehr dominate Persönlichkeit gewesen und hatte anderen das Schweigen gezeigt.
Äste zerbrachen unter Troans Schritten und sein Atem rasselte. Er war nun schon einige Stunden unterwegs und das in einem Tempo, dass er sich erst gar nicht zu getraut hatte. Sein Gesicht und seine Hände waren zerkratzt von Dornen und Ästen und seine Kleidung hätte schmutziger nicht sein können. Doch querfeldein durchs Minental hatte auch seine Vorteile: Er war bisher keiner grossen Gefahr begegnet. Einmal hatte er drei Molerats beim Fressen gestört, doch bis die begriffen hatten, dass da gerade ein Mensch neben ihnen vorbei gehastet war, war dieser Mensch auch schon wieder weg. Einmal hatte er am Waldrand einige Orks gesehen, die den nahe verlaufenden Flusslauf überwachten oder auf der Jagd waren. Sie hatten ihn zum Glück weder gesehen noch gehört und so war der Lee auch dieser Gefahr entgangen.
Es graute bereits der Morgen, doch die Hoffnung einige Sonnenstrahlen zu erhaschen war gleich nichts. Die Wolkendecke trübte den Himmel wie jeden verdammten Tag in diesem Tal. Der Drachenjäger hatte einige Stunden geschlafen, weil sein Körper sonst umzukippen drohte und bei zu grosser Müdigkeit und Dunkelheit durchs Minental zu rennen, war ihm dann doch etwas zu riskant. Sein Rücken schmerzte von der unangenehmen Nacht und all zu munter fühlte er sich auch nicht. Er war auch noch bei Nacht wieder aufgewacht, weil er glaubte, dass sich irgendetwas seinem Lager näherte. Was es war, wusste er immer noch nicht. Vielleicht nur ein Traum, eine Riesenratte oder doch ein Rudel Wölfe? Er hatte die Störenfriede nie gesehen, doch hatte er sein Lager so rasch zusammen gepackt wie er konnte und war verschwunden.
Er glaubte jeden Moment den Pass zur Küstenebene zu erreichen. Er war unterdessen weit nach Süden vorgedrungen und weit konnte es nicht mehr sein. Hoffentlich jedenfalls. Was er dann in Drakia machen würde, war ihm ebenso schleierhaft, wie wann er wieder zurückkehren würde. Es interessierte ihn kaum. Er wartete die Ereignisse einfach ab. Die Zeit um sich über die Zukunft Sorgen zu machen würde kommen, doch jetzt war es erstmal Zeit um zu laufen.
Immer wieder kamen Erinnerungen hoch, von ihm und Narya in Drakia. Vielleicht war es doch nicht so geschickt in die Küstenstadt zu reisen. Erinnerungen konnten schmerzen und man sollte versuchen sie zu vergessen. Da war es nicht förderlich Orte zu besuchen, die mit den schönsten Erinnerungen belastet waren. Troan versuchte die Gedanken einfach irgendwo in eine kleine Schublade seines Gedächtnisses zu verbannen. Es gelang ihm ganz gut, wenn sich auch keine gute Laune breit machen wollte.
Plötzlich nahm der Weg ein abruptes Ende. Beinahe stürzte Troan den steilen Abhang hinab, der sich vor ihm eröffnete. Es führte in die Tiefe und am Ende sah man silbern den Pfad, der sich bis nach Drakia hinzog. Troan sah bereits den Pass und fluchte. Er war zwar nun ganz in der Nähe, nur noch viel zu hoch oben. Er sah keinen begehbaren Weg um zum Pass zu gelangen, ausser den zurück. Wenn er sich hier herabwagte, dann würde er sich sein Genick mehr als einmal brechen.
Ein Knacken hinter sich lies den Lee herum wirbeln. Sein Blut gefror ihm in den Adern, als er ein schwarzes Fell zwischen den Bäumen hindurch sah. Für einen Warg war es zu gross und für einen Troll zu klein. Schliesslich zeigte das Tier ihm seinen Kopf und ihm kam eine Schilderung in den Sinn, die ein Söldner einmal in der Taverne des Hofes von sich gegeben hatte:
“…und gross ist das Vieh. Es reicht einem grossen Mann mindestens bis zur Schulter. Sein schwarzes Fell glänzt im Sonnenlicht und seine Zähne blitzen wie kleine Monde auf, wenn er das Maul öffnet. Dabei entblösst das Monstrum riesige Hauer, die vom Blut seiner vorherigen Opfer gefärbt sind. Seine Muskeln übertreffen jeden Mann. Sein Gang ist schnell und lautlos. Meistens ist man tot, bevor man seine Waffe überhaupt gezogen hat. Ein Treffer mit seiner krallenbesetzten Pranke und dein Blut fliesst aus allen Poren. Ich habe es selber gesehen. Der Schattenläufer hat zwei meiner Freunde mit in seine Höhle geschleppt. Ihre gebrochenen Rückgrate und entstellten Gesichter werden mir immer in Erinnerung bleiben.“
Die schwarzen Augen des Tieres musterten Troan und registrierten jede seiner Bewegungen. Troan war sich sicher, das musste ein Schattenläufer sein. Er hatte noch nie mit einem solchen Monstrum zu tun gehabt und hatte die Geschichten damals für Schauermärchen gehalten, die man den kleinen Kindern erzählte um ihnen klar zu machen, wie gefährlich der nahe Wald war. Oder man trumpfte mit solchen Geschichten im Schankraum einer Taverne auf und ergötzt sich an den vielen gebannten Gesichtern, die einem jedes Wort von den Lippen sogen.
Umso mehr fürchtete sich Troan vor dem grossen Vierbeiner, der sich um ihn herum bewegte, mit einer Anmut wie eine Katze und der Kraft eines Bären. Die Schritte machten ein so leises Geräusch, dass man es für das Wispern des Windes halten konnte. Er war wie erstarrt. Sein Atem war ungewöhnlich ruhig und er konnte auch noch klar denken. Nur, dass sein Körper ihm nicht mehr gehorchte. Doch was sollte er überhaupt tun? Er konnte sowieso nicht die Flucht ergreifen. Hinter ihm ging es mehrere Meter hinab in die Tiefe. Anscheinend war das Tier ihm gefolgt und hatte den günstigsten Moment ausgesucht um ihn zu erledigen. Die Intelligenz des Tieres schickte dem Lee einen kalten Schauer über den Rücken. Dieser schien wenigstens seinen Körper wieder aus der Starre zu lösen. Langsam hob der Lee seinen Speer. Wenn er hier lebend davon kommen wollte, musste er entweder kämpfen und mit viel Glück gewinnen, oder die Götter liessen ein Wunder geschehen. Ersteres schien ihm doch wahrscheinlicher und so machte sich Troan für einen Kampf bereit.
Sein Speer war erhoben und der Lee umklammerte das kühle, harte Holz so sehr, dass seine Knöchel weiss hervortraten. Dann machte der Schattenläufer den ersten Schritt, oder eher den ersten Sprung. Seine Hinterbeine stiessen den massigen Körper des Raubtieres so stark vom Boden ab, als wiege er nichts. Troan hob seinen Speer in die Höhe, doch schrammte die Eisenspitze nur am Bauch des Tieres vorbei. Dafür landeten die harten Pranken des Schattenläufers genau auf der Brust des Drachenjägers und pressten die Luft aus dessen Lungen. Troan stolperte rückwärts, die schwarzen, kühlen Augen des Schattenläufers nur wenige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt. Dann stolperten seine Füsse ins Leere und er spürte ein seltsames Gefühl, als sein Körper nach unten sauste. Es gehörte eindeutig nicht zu den Gefühlen, die man gern hatte.
Erde und Staub wurden aufgewirbelt, als der Drachenjäger den Abhang hinunterrollte. Steine gruben tiefe Kratzer in seine alte Lederrüstung und gruben sich schmerzvoll in Troans Fleisch. Sein Speer hatte er längst aus der Hand verloren, doch meinte er, es neben sich gesehen zu haben. Der Schattenläufer stand oben und starrte seiner Beute nach. Das Tier hatte es noch geschafft, auf sicherem Boden zu bleiben, doch schien es ihm zu missfallen, dass seine Beute nun in der Tiefe verschwand. Mit einem Satz sprang das schwarze Tier ebenfalls hinab. Jedoch rollte es nicht unkontrolliert den Abhang hinab, wie es bei Troan der Fall war, sondern bremste mit seinen kräftigen Vorderläufen die Schlitterpartie ab.
Troan dachte schon, er würde nie unten ankommen. Immer wieder versuchte er an Wurzeln oder Felsvorsprüngen Halt zu finden, doch schaffte er es nicht. Am Ende waren seine Hände so abgekratzt, dass Blut hervor trat und sich mit dem Staub vermischte. Es brannte höllisch, doch war es Troans kleinstes Problem. Schliesslich landete er unten, auf dünnem, trockenem Gras. Sein ganzer Körper schmerzte von der Prozedur, doch er lebte! Einen Moment lang drohte es dem Krieger schwarz vor Augen zu werden, doch schliesslich riss ihn das Bild des Schattenläufers, der ebenfalls auf dem Weg nach unten war, wieder zur Besinnung und er rappelte sich ächzend auf. Sein Speer lag nicht weit von ihm entfernt und hatte nicht einmal Schaden genommen. Troan hechtete nach seiner Waffe und überlegte einen Moment, wie er vorgehen sollte. Der Pass war nicht weit und er konnte einfach wegrennen. Doch gab er sich nicht der Illusion hin, er wäre schneller als ein Schattenläufer. Er hatte dessen Beine gesehen und diese waren weitaus muskulöser und darauf ausgelegt schnell voran zu kommen.
Er musste sich dem Kampf stellen. Noch war der Schattenläufer damit beschäftigt den Abhang hinunter zu schlittern. Kurzerhand nahm Troan seinen Bogen „Drachenflügel“ und legte einen Pfeil an. Trotz der brenzligen Situation war seine Hand ruhig, wie selten zuvor. Schliesslich liess er die Sehne los und der Pfeil segelte durch die Luft und traf. Der Schattenläufer gab einige seltsame Geräusche von sich, die wohl Schmerz ausdrückten, doch sonst reagierte er nicht gross. Der Pfeil hatte sich zwischen seine Schulterblätter gebohrt und dunkles Blut trat aus der Einschlagsstelle.
Der Schattenläufer landete elegant auf dem Boden, nicht weit von Troan entfernt, der seinen Bogen wieder weggelegt hatte und nun ganz auf seinen Speer vertraute. Sofort sprintete das Raubtier auf den Lee zu und brüllte im Rennen laut. Troan bemerkte, beinahe nebenbei, dass das linke Vorderbein des Tieres leicht hinkte. Wohl von der Pfeilwunde. Wieder sprang das Tier auf Troan zu und wieder hob der Lee seinen Speer. Jetzt jedoch etwas höher und ausserdem drehte er sich leicht auf die Seite. Somit trat sein Speer nun etwas unterhalb von dem Hals des Schattenläufers in das Fleisch ein und Troan konnte sich knapp auf den Beinen halten. Der Schattenläufer brüllte und hieb mit seiner mächtigen Pranke nach dem Drachenjäger. Reflexartig liess der Lee seinen Speer los und rollte sich auf die Seite. Sein Speer steckte mit der ganzen Spitze in dem Körper des Raubtieres und dieses war nun stark angeschlagen. Röchelnd trat sein Atem aus seinem riesigen Maul und seine Augen brüllten vor Schmerz.
Troan zog Silbermond und beobachtete den Schattenläufer argwöhnisch, der durch Schütteln versuchte den Stahl, den er in sich hatte heraus zu bekommen. Troan sprang so leichtfüssig, wie er in seinem Zustand konnte, nach vorne schlug mit Silbermond nach dem Schattenläufer. Dem ersten Schlag konnte das Tier ausweichen, dem zweiten jedoch nicht. Das Schwert durchtrennte die Halswirbel des Tieres und beendete dessen Leiden. Keuchend betrachtete Troan den gebrochenen Blick des Tieres. Schade um das schöne Tier, das nur eine leichte Beute vermutet hatte.
“Wenigstens habe ich heute was, um meinen Bauch zu stopfen“, meinte der Lee und steckte sein Schwert wieder die Scheide. Dann holte er seinen Bogen, den er im Eifer des Gefechts einfach zu Boden geschleudert hatte. Danach drehte er das Tier auf die Seite, zog mit einem Ruck den Speer aus der Wunde und betrachtete dann wieder das tote Tier. Es hatte ein schönes, dickes Fell und Troan hatte einmal gelernt ein solches Fell zu gewinnen. Warum also nicht entfernen? Der Drachenjäger zückte seinen Dolch und begann mit der blutigen Arbeit.
Schnarcher
28.04.2006, 16:30
Kurz nach Sonnenuntergang waren seine beiden Lehrlinge zurückgekommen. Inzwischen praselte schon ein gemütliches Feuer. An diesem saß ein überglücklicher Novize des Feuers, der einen Sumüfkrautstängel im Wald gefunden hatte und nun seiner Sucht frönte. Sicher war es keine besonders gute Sache vor seinen Schülern zu kiffen, aber der letzte Stängel lag nun schon mehere Wochen zurück. Deswegen hatte er auch schon gewaltige Augenringe bekommen. Nun füllte er sich wie neugeboren. Kaum war der Stängel an den Lippen, erschien das ganze Minental gleich viel farbenfroher und bei weiten spannender. Seine Schüler schienen ein wenig irritiert, als sie ihren Lehrer sahen, aber gaben ihr bestes sich das nicht anzusehen zu lassen. Stattdessen berichtete Grimward ihm, was sie so gemacht hatten. 3 Wölfe hatten sie beim Fressen überraschen können. Schnarcher nickte nur anerkennungsvoll, unfähig in seinem Rausch Wörter zu formen.
Am nächsten Morgen wollten sie mal wieder gemeinsam Tiere aufscheuchen. Schnarcher jätte die Lehre gerne spannender gestalltet, aber im Minental fehlten im ein wenig die Möglichkeiten. Nur zum jagen war das Minental eben ein Hort von gefährlichen Bistern. Und das mussten sie eben nutzen. Für heute hatte er sich vorgenommen, Molerats oder Scavenger zu erledigen. Insgeheim ratterte der Lehrmeister nämlich ein krankes und streng geheimes Muster runter, das für Ausstehende merkwürdig, geradezu befremdent wirken musste, zumal auf den ersten Blick natürlich keinerlei Muster bestand - also die perfekte Strategie zum Ausbilden von Lehrlinge, sollten diese doch denken, das jedes Training ganz inviduell geschehen würde und perfekt auf den Könnensstand der einzelnen Schüler zugeschneidert, was in Zeiten der Globalierung und Arbeitslosigkeit natürlich vollkommen unmöglich war. Erst recht nicht kostenlos.
Das Wetter hatte sich nach den gestirgen Unwetter wieder eingiermaßen eingependelt und war jetzt wieder ganz annehmbar, wenn auch wieder kälter. Viele Bäume standen auch schon in voller Blütenpracht, wenn diese natürlich im Minental eher beschränkt war. Aber bald würde er aus diesem verfluchten Tal hinausgelangen sein, es war nur noch ein Frage von Tagen. Dann würde er wieder im Kloster sitzen und es sich mal wieder gut gehen lassen. Ach nein, vorher musste er ja noch die Lehre bei Elendium machen, das hatte er ihm ja versprochen . So ein Mist aber auch. Blieb nur zu hoffen, dass Elendium nicht so frech war und ihn wieder ins Minental schickte.
Der Wald, duch den sie liefen, war auch schon wieder relativ grün, was glücklicherweiße sehr guten Sichtschutz bot. Hier konnte man sich gut verbergen, was auf der Jagd natürlich unabgingbar war. Schon nach recht kurzer Zeit trafen sie auch schon auf die ersten Tiere. Es waren 3 Molerats die friedlich grasten, nicht ahnend, was ihnen gleich blühte.
"Wir machen es so, dass ihr euch hinter mir positioniert.", flüsterte der Novize. "Ich locke die Vicher an. Versucht, sie abzuschießen, bevor sie mich ereichen. Habt ihr das verstanden?"
"Ja klar. Was machst du, wenn sie dich ereichen?", fragte Grimward sachlich.
"Ihnen eins aufs Maul hauen natürlich! Aber dazu wird es nicht kommen, wenn ihr gut schießt.", antwortete Schnarcher - die größere Gefahr bestand sowieso darin, dass seine beiden Schüler ihn traffen.
Langsam entspannte sich Corinna wieder, ebenso wie die Sehne ihres Bogens. Sie hatte schon mit dem schlimmsten gerechnet, dass sie es jetzt mit den Orks aufnehmen werden müssten und auch Medin und Ferox waren vermutlich schon der selben Ansicht, lockerten sie auch erst just in diesem Moment wieder ihre Hände von den Griffen ihrer Schwerter.
Nicht zu glauben, dass man sie nicht bemerkt hatte. Auch wenn sie alle drei patschnass waren und mehr oder weniger bibbernd hinter der eigentlich viel zu schmächtigen Deckung aus Steinen und Buschwerk gekauert hatten, der Nase dieser Monstrosität waren sie gerade noch einmal entgangen. Auch wenn sie sich noch lange Gedanken darüber machte, was wohl aus dem armen Kaninchen geworden war, auch wenn sie es vermutlich garnicht wirklich wissen wollte. Sie tröstete sich mit dem Gedanken, dass die Tierchen in dieser Gegend das eigentlich gewohnt sein mussten und irgendwie auch mit einer solchen Situation fertig wurden, aber das war zugegebenermaßen nur ein schwacher Trost...
Corinnas Blick sprach wohl tausend Worte, als sie die beiden Gardisten ansah. "Können wir uns bitte verziehen?" war ihren Augen deutlich anzusehen und anchdem die Orkpatroullie dem Warg nachgestapft waren, sprach auch nichts mehr dagegen. Zuerst einmal vernünftige Deckung erreichen, das musste ihr erstes Ziel sein, denn hier auf freiem Feld, nur durch ein paar Büsche geschützt, lagen sie wie auf dem Präsentierteller und orks gab es in der näheren Umgebung bestimmt noch sehr viel mehr.
Ihr Ziel lag immer noch klar vor ihnen, der Weg dorthin hielt sich aber noch verborgen. Denn auch wenn die Burg jetzt fast greifbar nahe war, jetzt wurden die Reihen der Orks auch immer dichter und bestimmt würden sie nicht immer so mit dem Schrecken davon kommen. Früher oder später würden diese Pelzgestalten sie auf jeden Fall aufspüren, was ihre Möglichkeiten deutlich einschränken würde. Denn dann würde ihnen nichts Anderes mehr übrig bleiben, als zu rennen, so schnell ihre Beine sie trugen...
Woher kam das eigentlich?
Nicht nur, dass sie schon vom Fluss aus als erste zur nächsten Deckung gelaufen war, jetzt sahen die beiden Ritter sie wieder so erwartungsvoll an, als wäre es ganz selbverständlich, dass sie den ersten Schritt tun sollte. Gut, irgendwo konnte man das vielleicht verstehen, waren die beiden Männer in ihren Rüstungen wirklich weder die Schnellsten, noch besonders unauffällig, sowohl optisch als auch akustisch. Zugegeben, sie selbst war auch nicht gerade leisen Fußes unterwegs, aber bei dem Geschepper und Gerassel der schweren Panzerungen hätte bestimmt ein jeder Schütze in vollkommender Dunkelheit mit verbundenen Augen sein Ziel getroffen. Mitunter ein Grund, weshalb sie sich das bisher nicht angetan hatte...
Wie auch immer, ihren Bogen in der einen und schon einen pfeil in der anderne Hand erhob sich die Bogenschützin gebückt hinter der Deckung, um ein paar prüfende Blicke zu riskieren. Orks waren keine zu sehen, aber man konnte auch sonst nichts erkennen, war die Nacht doch dünkler geworden, als jemals zuvor. Dichte Wolken hatten den Himmel verhangen und tauchten das sonst schon finstere Tal in noch mehr Dunkelheit, aber immerhin würde das auch sie hoffentlich einigermaßen verbergen, denn das (vermeintlich) sichere Wäldchen war ein ganzes Stück weit entfernt.
Aber nachdem die Luft rein war und auch die grunzenden Geräusche im Pfeifen des Windes unter gegangen waren, überwand sich die Barbierin endgültig und lief in gebückter Haltung los, nur geradeaus so schnell sie konnte, ohne nach den Seiten zu blicken. Trotzdem wollte das Wäldchen einfach nicht näher kommen. Zwar hatte die Entfernung bis dorthin schon beträchtlich weit gewirkt, aber selbst das hatte sie wohl noch unterschätzt, begannen ihre Waden doch bereits zu brennen und ihr Lauf verlangsamte sich deutlich. Er jetzt bemerkte sie, wie sehr sie schon nach Luft ringte, ob jetzt wegen der Anstrengung, oder doch wegen der Aufregung, dass ihr Blick schon verschwommener wurde. Eines konnte sie aber deutlich erkennen, nämlich einen Lichtschein, der hinter der hinter einer kleinen Hügelkuppe plötzlich auftauchte! Eine Fackel! Verflucht, das waren noch mehr Orks und sie würde unmöglich noch den Wald erreichen, bevor die sie entdecken würden! Verzweifelt war sie stehengeblieben und sah sich hektisch um, aber hier war nichts, wo man sich verstecken konnte! Glück im Unglück kam sie eher zufällig ins Stolpern und stürzte in eine kleine Mulde, kaum einen halben Meter tief, aber zumindest ein wenig geschützt, sofern diese Orks nicht direkt auf sie zulaufen würden. Jedenfalls saß sie hier erst einmal fest...
Hatten Ferox und Medin ihr Dilemma beobachtet?
Und wenn nicht, würden sie sie trotzdem finden?
Ihr blieb nichts anderes übrig, als zu hoffen, während sie sich so fest wie möglich an den Boden presste...
Von einer Misere in die nächste. Gerade noch waren sie der scheinbar sicheren Entdeckung durch einen Orkhund entkommen, da saß Corinna in einer Mulde fest und eine weitere Orkpatrouille steuerte direkt auf sie zu. Ferox und Medin, die noch immer hinter der Deckung der Uferböschung kauerten beobachteten die Orks ganz genau. Von hier aus konnte man Corinna nicht mehr sehen, aber Medin war sich sicher zu wissen, wo sie auf einmal verschwunden war, jedoch hoffte er nicht, dass es stimmte, denn wenn das der Fall war, dann würde die Bogenschützin bald unliebsame Gesellschaft bekommen.
Sich selbst belügen hilft hier nichts, wir müssen etwas tun, dachte sich der Ritter. Doch die Frage war, was er tun konnte. Noch einmal spähte er erst zur Mulde, dann zu dem Wäldchen und dann zur Burg. Das Wäldchen lag nicht auf direktem Weg zur Burg, aber von dem Wäldchen war es nur noch ein vergleichsweise kurzer Weg zum rettenden Tor. Vorausgesetzt dass man es erreichte...
Die Orks kamen der Gefährtin immer näher. Die Zeit schien rasend schnell zu verfließen. Medin fand es überflüssig, Ferox nach einer Idee zu fragen, denn hätte er eine gehabt, hätte er sie ohne Zweifel schon vorgebracht oder in die Tat umgesetzt. Innos, gib uns doch ein Zeichen! Eine Idee wäre auch nicht schlecht...
Nein, man konnte die Reisekameradin nicht einfach den Orks überlassen und tatenlos dabei zusehen. Gerade wollte der Ritter schon das Schwert aus der Scheide reißen und für Ablenkung sorgen, als ihm der gepanzerte Gardist neben ihm kurz auf die Schulter klopfte. Als Medin in ansah, deutete der Statthalter erst auf seinen Einhänder, das er inzwischen fast lautlos gezogen hatte, dann auf die Orks. Dann konnte Medin seinen Blick zur nahen Brücke verfolgen, welche der Route von den immer näher kommenden Orks ziemlich nah war. Der Rüstungsschmied glaubte zu verstehen. Ein improvisierter Hinteralt zu zweit? Hatten sie denn eine große Wahl?
Während der Schwertmeister einer Furche in der Erde folgend sich wieder zum Wasser begab, von dem sie sich vorhin mühsam hergekämpft hatten, bewegte sich Medin weiter nach rechts, um auf Höhe mit der Orkpatrouille und auch mit Corinna zu kommen. So hatte er am meisten Chancen, dass sie unentdeckt blieb.
Nun war er in Position und wandte den Kopf. Ferox war auch jeden Moment unter den morschen Holzbalken der Brücke, das verriet zumindest das leise Plätschern im Wasser. Der Tanz konnte beginnen.
Ob Orks die menschliche Sprache verstanden? Vielleicht, aber eigentlich ist es egal, dachte sich der Zweihandschüler, bevor er aus der Deckung auf offenes Feld sprang. Die Orks waren nur noch einige Schritte von der in der Klemme hockenden Bogenschützin entfernt. Ein Glück, dass der eine Grünpelz eine Fackel trägt, so treffe ich wahrscheinlich. Medin ergriff einen Stein halb so groß wie eine geschlossene Faust.
"Heda ihr stinkenden Bestien!" Der Ruf hatte seine Wirkung nicht verfehlt. Alle Orks wandten sich um und blickten zu Medin. Schon hatte sich dessen Arm gespannt und durch die Dunkelheit flog der Stein. Ein Rülpser, auf den jeder Trinker stolz gewesen wäre bestätigte, das der Fackelträger getroffen war. Jetzt konnte Medin auch eindeutig sagen, dass es sich um vier Orks handelte, denn eben jene rannten nun direkt auf ihn zu. Die grobschlächtigen Krieger können ganz schön schnell sein, ging es ihm durch den Kopf, bevor er sich in letzter Sekunde umdrehte und auf die Brücke zu rannte. Jetzt konnte er nur hoffen, dass Ferox seine Sache gut machte.
Das Holz pochte dumpf unter seinen Schritten, als er die löchrige Brücke überquerte. Gleich würden wohl ein paar Planken mehr fehlen. Auf der anderen Seite blieb er stehen, drehte sich um und zog seinen Einhänder. Die Orks zögerten. Wieso kommen die denn nicht? Na kommt schon, kommt und holt mich!
Jetzt setzten sie sich wieder in Bewegung. Im leichten Laufschritt betraten sie die Brücke. Medin wusste nicht, ob Ferox den Fackelschein von unten so gut sehen konnte, weshalb er nachhalf.
"Jetzt!"
Krachend brachen zwei Planken und der erste Ork stürzte in das eiskalte Wasser, einen zweiten dabei umreisend. Mit einem Zischen erlosch die Fackel im Fluss und in der Dunkelheit war nur noch schemenhaft die Gischt zu sehen, die sich durch den dort entbrannten Kampf entwickelte. Ferox hatte das Überraschungsmoment auf seiner Seite, weshalb Medin sicher war, dass das Wasser gleich vom Blut des Orks gefärbt sein würde. Doch es waren immer noch drei Orks übrig. Die Brücke war nicht sehr breit und der gestürzte Ork versperrte den anderen für einen Moment den Weg zu Medin, der nun auf das Trio zu rannte. Der sich gerade wieder aufrappelnde Ork konnte nicht viel machen, als sich die Schneide über seinen Brustkorb zog und eine klaffende Wunde hinterließ. Mit einem schmerzerfüllten Grunzen bäumte sich der todgeweihte Krieger noch einmal auf, bevor er über den Rand der Brücke ins Wasser kippte.
Doch nun wurde es für Medin schwierig. Der Ork, dem er nun gegenüber stand, ließ sich nicht mehr übertölpeln und hieb mit der Furchterregenden Axt auf den Ritter ein, der ausweichen musste. Hin und wieder gelang ihm ein Gegenschlag, doch wenn der Ork ihn von der Brücke drängte, würde auch der Zweite Gelegenheit haben ihn zu töten. Doch in diesem Moment tauchte Ferox hinter den beiden Gegnern auf. Er hatte wohl den Kampf im Wasser wie zu erwarten gewonnen. Nun waren es die beiden Orks, die eingekesselt auf der Brücke waren. Medins Gegner, sichtlich irritiert von der ihm sich bietenden strategischen Situation, konzentrierte sich neben seiner Deckung auch auf den anderen Kampf hinter ihm. Nach kurzem Schlagabtausch war es so Medin möglich, auch hier eine tödliche Wunde zu platzieren. Bevor sich die Muskeln des Orkkriegers entspannen konnten, verpasste er ihm einen Fußtritt und mit einem lauten Platschen stürzte der Körper ins Wasser. Auch Ferox hatte seinen Ork inzwischen überwältig und so fand auch der letzte tote Körper seinen Weg in das Wasser, was wohl so kalt wie der Tod selbst war.
Das Blut an der Klinge ignorierend steckte Medin das Schwert in die Scheide und rannte hinter Ferox, der sich nun auch dem Wäldchen wieder zugewandt hatte. Noch waren keine weiteren Orks zu sehen, aber es war nur eine Frage der Zeit, bis noch mehr Grünfelle von Hall der Klingen und Geruch des Blutes angelockt werden würden. Corinna war inzwischen schon am Waldrand und beobachtete (vorsichtshalber mit Pfeil und Bogen gewappnet) die Umgebung, um weiteren Überraschungen vorzubeugen, während die beiden Gardisten die letzten Meter zum Wäldchen zurücklegten. Innos sei Dank war die Wolkendecke am nächtlichen Himmel dicht geschlossen, so dass sie wohl nur für einen Beobachter in der Nähe sichtbar waren.
Als sie endlich die vorerst schützenden Bäume erreicht hatten, lehnte sich Medin keuchend an einen Baum. Kämpfen und sprinten in mit eiskaltem Wasser voll gesogener Kleidung war dann doch etwas aufreibend. Während sich der Atem langsam wieder beruhigte schaute er zur Burg, deren wenige beleuchtete Fenster wie kleine Augen in der Nacht leuchteten. Wieder waren sie dem schützenden Bollwerk ein Stück näher gekommen, doch war ihm nicht entgangen, dass er schon wesentlich einfacher in die Burg gekommen war. Die Orks waren verdammt wachsam geworden. Aber der Mensch wächst mit der Herausforderung...
Françoise
29.04.2006, 16:50
Es waren einige Tage vergangen, seit sich Ed in die Höhle am See zurückgezogen hatte. Sicherlich war es nicht gerade die komfortabelste Unterbringung, aber von hier aus konnte die Magierin wunderbar über die Ebene und den See blicken. Und vor allem konnte sie das Treiben des Drachengefolges beobachten, ohne dabei selbst entdeckt zu werden. Denn immer wieder kamen Patrouillen von Echsenmenschen aus dem großen Torbogen, der offenbar zum Hort des Eisdrachen führte, hervor. Entgegen der Erwartungen der Erwählten marschierten diese Wesen in einer straffen Formation umher. Sie waren wohl keineswegs so primitiv, wie man allgemein annahm und das Verhalten der Echsen ließ die Geschichte, sie wären von den Drachen veränderte Menschen, in einem anderen Licht erscheinen. Selbst wenn es keine waren hatten diese Echsenmenschen zumindest einige sehr menschliche Züge. Als Gegner wären sie mit Sicherheit schrecklich, denn sie besaßen so wie es aussah, die Stärke der Orks und dazu die Disziplin menschlicher Krieger. Ed war froh kein Soldat zu sein, der sich auf den Zinnen einer Burg oder auf dem offenen Feld einem Bataillon dieser Echsenkrieger gegenüber sah. Während sie den Aufmarsch der Patrouillen verfolgte bemerkte Ed, dass sie zu bestimmten Zeiten umher gingen. Wie die Echsenmenschen allerdings die Zeit messen konnten war der Magierin ein Rätsel. Vermutlich richteten sie sich nach bestimmten Sonnenpositionen, aber was es tatsächlich war wüssten nur die Echsenmenschen selbst. Aber zumindest konnte Ed so ausmachen, wann sie ungesehen aus ihrem Lager gehen konnte. Unweit des großen Felsbogens gab es einen steilen Pfad, der hinauf in die Berge führte. Ed war entschlossen dort hinauf zu gelangen, aber da der Eingang zum Drachenhort so nahe lag würde es selbst dann schwierig, wenn sie genau wüsste, wann die Echsenkrieger patrouillieren. Die Erwählte stahl sich zwischen den verschneiten Bäumen hindurch, bis hin zu einem morschen Geländer, unmittelbar an dem Bergpfad. Die letzten Echsen waren erst vor kurzem durch den Torbogen hindurchmarschiert und weit und breit war außer Schnee und Bäumen nichts zu sehen. Ed zwängte sich durch das Geländer hindurch und lief den Pfad hinauf. Allerdings hörte sie hinter sich schon das schwere Stampfen einer neuen Echsentruppe. In diesem Augenblick bereute Ed es, dass der Robenumhang rote und nicht weiß war. Wenn die Echsenmenschen auch nur einmal den Pfad hinaufsähen, würden sie die Magierin ohne Zweifel in der weißen Landschaft entdecken. Glücklicherweise war der Pfad schmal und die Echsenkrieger würde nach und nach einzeln hinaufmarschieren müssen. Außerdem hatten sie keine Armbrüste oder Bögen und auch sonst nichts mit dem sie auf Entfernung hätten schießen können. Wenn Ed sich geschickt anstellen würde könnte sie den Echsentrupp mit ihrer Magie in Schach halten, vermutlich sogar zurückdrängen. Aber zur Erleichterung der Erwählten wandten sich die Echsen in Richtung Norden und marschierten davon, ohne von der Magierin Notiz genommen zu haben. Ed beeilte sich weiter zu kommen und aus der Sichtweite des Torbogens zu gelangen. Hoch oben war ebenfalls eine Höhle. Sie führte ein Stück weit in den Berg hinein, aber im Gegensatz zu der anderen Höhle, in der Ed vorher Rast gemacht hatte, war dort nichts außer kargem Fels. Aber für eine Pause würde es alle mal reichen und außerdem bot sich der Erwählten ein wunderbarer Blick über das Tal von dort oben.
Arkanis Gath
29.04.2006, 19:30
Als der Schürfer Arkanis am Tor zum Pass angekommen war, wurde er von den Paladinen regelrecht aufgehalten. Sie rückten etwas zusammen, um ihm den Weg zu blockieren und einer der beiden sprach den nun etwas verwunderten Minenarbeiter an: "Einen Moment mal, mein Herr. Du willst hier nicht rein, glaub mir. Jemand wie du hat im Minental nicht die geringste Chance lebend wieder rauszukommen. Kehre um, wenn du an deinem Leben hängst." Der zweite Ritter sagte vorerst nichts, musterte Arkanis und es sah aus, als wenn er sich an irgendwas erinnern würde. Nachdem er noch einige Momente vor sich her schmollte, fing der königliche Krieger an, seinem Kameraden etwas ins Ohr zu flüstern. Mit schiefem Blick beobachtete Arkanis das merkwürdige Verhalten der Paladine, bis sie dann überraschenderweise den Weg wieder freigaben.
"Du kannst passieren," sagte der Mann, der Arkanis eben angesprochen hatte, ohne noch irgendwas hinzuzufügen zu haben, außer einem seichten Lächeln im Gesicht. Zwar war Arkanis sich da nicht ganz sicher aber es hatte wohlmöglich etwas mit seinem letzten Besuch im Minental zu tun, als er noch mit den Lehrmeistern Kire, Hombre und Succa sowie zwei anderen Schülern unterwegs war. Sie gönnten den Söldnern wohl gar nichts und ein Schürfer weniger wäre immer noch besser als nichts, dachte sich der Schürfer und stellte wieder einmal die Einstellung der ach so heiligen Paladine in Frage.
"Vielleicht sollte euch mal jemand ablösen," murmelte er als er an den schwer gepanzerten Kriegern vorbei schritt, die dies, wenn auch nur undeutlich, vernommen hatten und nun ein wachendes Auge auf ihn hielten, "Bevor ihr hier noch Orks durchspazieren lasst," fuhr er flüsternd mit sarkastischen Unterton zu sich slebst und für niemanden hörbar.
Arkanis konnte sich noch an vieles der kleinen Reise hierher erinnern. An die teils verdorrten Landstriche, an die Orks, die hier allgegenwärtig waren und an die verworrene Atmosphäre, die hier permament in der Luft zu sein schien. Doch umkehren würde Arkanis jetzt ganz sicher nicht mehr - zu viel waren ihm die Erbstücke seines Vaters wert, als dass er sie irgendwelchen ranzigen Orks überlassen würde. Der aufgeschlossene Schürfer richtete sich noch einmal und mit schnellen aber vorsichtigen Schritten passierte er die steinerne Brücke und schließlich den alten Minenschacht. Die Sonne stand noch über dem Horizont und die dunklen Gänge waren glücklicherweise noch nicht in vollständige Dunkelheit gehüllt. Wenn er sich beeilen würde, könnte er den kleinen Lederbeutel vielleicht noch am heutigen Abend wiederfinden, doch bezweifelte er, dass er noch an diesem Tage wieder zurück auf den Hof zurückkehren könnte.
Am anderen Ende des Durchgangs angekommen, schaute sich der Alleingänger zunächst einmal um und wollte sichergehen, dass ihn keine Böse überraschung den Kopf abschlagen würde. Den Skeletten auf dem Boden um ihn herum zufolge wäre er nicht der erste, der von den Orks oder anderen Unholden hinterhältig erschlagen und ausgeraubt werden würde. Die Luft schien rein zu sein und behutsame Schritte führten Arkanis weiter den Pfad hinunter. In der ferne nahm der wachsame Dieb eine Gestalt wahr, offensichtlich ein Mensch, welcher ebenfalls in südliche Richtung unterwegs war. Bei näherer Betrachtung konnte er feststellen, dass es sich hierbei um einen Söldner handelte. Irgendwann hatte der Schürfer diesen Mann schon einmal gesehen, doch sicher war er sich da nicht besonders. Als der Pfad unübersichtlicher wurde, verlor Arkanis die Person merkwürdigerweise aus den Augen, obwohl er wenige Augenblicke noch etwa zwanzig meter vor ihm war. Mit verdutzter Mine folgte er weiter dem Weg, um nach seinem ehemaligen Lager ausschau zu halten - und nach diesem Söldner, den er noch vor kurzem im Blick hatte.
Nachdem der Pirat die Küstenebene ohne Probleme durchquert hatte, stand er wieder vor dem Tor zum Minental. Ein wenig Angespannt war er schon, er fragte sich ob die Orks, die sie verfolgt hatten, noch auf der anderen Seite warteten. Vorsichtig öffnetet er das Tor, zum Glück war nichts zu sehe, so marschierte er durch die Schlucht und kam wenige später an dem See heraus wo auch dieser seltsame Turm stand.
Am See waren wie üblich ein paar Blutfliegen und Lurker, die Stevie als willkommene Abwechselung zum tristen Weg ansah. Mutig griff er an, ohne den Biestern einen Chance zur Flucht zu lassen. Die Blutfliege erledigte er mit ein paar schnellen Hieben mit dem Säbel, für die Lurker nahm er den Zweihänder. Einen Kombination aus überkopf und rechts links Schlag streckte die Tiere schnell nieder.
Ohne Pause ging er weiter und war schon bald am Fluss, den er nun folgte. Zu seiner Linken sah er die Burg, auf der schon ein Paar Fackeln brannten und er sah auch die Orkzelte und einige Lagerfeuer die vereinzelt um die Burg herum standen.
Viel war nicht passiert als er den Pfad hoch zur verlassenen Mine ging, wenn er sich beeilen würde könnte er sogar noch den Onars Hof erreichen….
Zerklüftete Felsen, verödetes Land und vereinzelte, ausgebrannte Überreste ehemaliger menschlicher Niederlassungen hatten sich vor dem Söldner aufgetan, als dieser den Felsspalt verließ, in dem er einigermaßen geschützt bis weit in den Nachmittag hinein gelagert hatte. Während er den Blick von dem recht hoch gelegenen Standpunkt aus über die vor ihm liegende Mitte des Tales schweifen ließ, welche wie immer durch die orkischen Lagerfeuer dominiert wurde, deren dunkle Rauchfahnen unablässig gen Himmel stiegen, wie sie es nun schon seit Jahren taten, ließ er sich durch den Kopf gehen, wie er Claw hier irgendwo in diesem zu groß geratenem Dreckloch voller Grünfelle und demotivierter Gardlervollpfosten finden sollte. Ein rational denkender Mensch würde normalerweise wohl zunächst den erstbesten, halbwegs sicheren Ort, also die Burg der Paladine aufsuchen, zumal wenn er ohne jede Vorbereitung in das Tal gekommen war - doch war Claw dummerweise ja zumindest momentan kein normal denkender Mensch.
Schulterzuckend beschloss der Söldner aufs Geratewohl den Weg westlich an der Burg vorbei und in Richtung Süden zu nehmen, da der einzige Grund für einen Lee das Minental zu betreten, wenn man von Aggressionsabbau an Orks absah, wohl die Reise gen die südlicher gelegenen Lande sein konnte. Mit weit ausgreifenden Schritten stieg Stoffel zügig den ungeschützten, an den dunklen Fels geschmiegten Bergpfad in die Talebene hinunter, möglichst bemüht nicht lange genug ohne Deckung zu verharren um unnötig Orkspäher oder anderes auf sich aufmerksam zu machen. Früher hätte er solche Vorsichtsmaßnahmen wohl für überflüssig gehalten und im Vertrauen auf seine Klinge den Weg geradewegs an den Belagerern der Burg vorbei gewählt, doch hatten nicht wenige schmerzliche Erfahrungen ihn indes eines besseren belehrt. Hätten die Orks nur ein wenig mehr Hirnsubstanz hätten ihnen auch noch so dicke Mauern und noch bessere Krieger nicht mehr viel entgegenzusetzen gehabt, aber wenn man alleine auf eine Vielzahl von ihnen stieß war es auch trotz geistiger Überlegenheit im offenen Kampf aussichtslos zu bestehen.
Der Söldner hatte bereits ein gutes Stück durch tote Waldstücke und über verdorrte Wiesen zurückgelegt, und die Sonne, welche einen roten Farbton angenommen hatte war kurz davor, hinter der den Horizont abgrenzenden Bergkette abzutauchen, als ein nahes Wolfsgeheul den Söldner aufhorchen ließ. Mochten es nun Wölfe oder Warge sein, beide traten in Rudeln auf und das war schlecht. Noch überlegend, wie er die Viecher, deren genauen Standort er nicht wusste, umgehen konnte, kam ihm plötzlich eine bessere Idee und mit dem leichten Anflug eines Grinsens zog er die Armbrust aus der Schlaufe. Wenn er den Armbrustlehrmeister schon verfolgte konnte er zumindest schon mal anfangen, den Umgang mit der Waffe zu üben, möglicherweise war der Veteran wenn er ihn erstmal gefunden hatte ohnehin zu wahnsinnig, als dass er eine Hilfe dabei sein konnte.
Es schien eine regelrechte Ewigkeit zu dauern, bis Stoffel den Bolzen aufgeschoben hatte, und die Armbrust gespannt hatte. Gegen den Aufwand der dazu nötig war, konnte quasi jedes Kleinkind eine Bogensehne spannen, doch trotzdem war die Zeit die er benötigt hatte noch viel zu lang, ein Nahkämpfer wäre im Ernstfall schon längst mit der Klinge an seinem Hals gewesen.
Doch auch die jetzige Situation schien allmählich die Formen eines Ernstfalles anzunehmen; kaum hatte der Krieger die Armbrust gespannt, schob das erste der gehörten Tiere sich aus den abgestorbenen Dickichtresten hervor. Der wahrscheinlich aufgrund des langen Winters, wobei sich Stoffel nicht recht sicher war, ob das hier im Tal irgendwelche Auswirkungen hatte, recht ausgemergelte Warg musterte ihn aus rot glühenden Augen, während er langsam vorwärts trottete und ein heiseres Knurren von sich gab. Stoffel fand keine Zeit zum Anlegen der Armbrust mehr – nicht, dass er gewusst hätte, wie man sie überhaupt richtig anlegt – und ließ den Bolzen dummerweise gerade aus einem Reflex losschnellen, als der Warg, der scheinbar doch alleine war, einen Satz nach vorne machte.
Der Bolzen durchschnitt so nichts als die bloße Luft, und bohrte sich weit hinter dem Warg in einen Baum ohne auch nur auf einen halben Meter an das ursprünglich anvisierte Tier herangekommen sein. Der Warg ließ sich jedoch nicht beirren, und setzte zu einem letzten Sprung an. Instinktiv ließ Stoffel sich zu Boden fallen, so dass der Orkhund über ihn hinwegsetzte, Geifer flog auf ihn herab. Die Armbrust auf dem Boden liegen lassend rollte der Schleichlehrmeister sich herum, zog das erstbeste Wurfmesser aus seiner Halterung und schleuderte es auf den Warg, wo es sich bis zum Heft in den Hals bohrte und ihn nach kurzen, letzten Gehversuchen röchelnd zu Boden sacken ließ. Mehr oder minder zufrieden, auch wenn der Versuch mit der Armbrust nicht so recht funktioniert hatte, schritt der Söldner zu dem toten Tier herüber, brachte das Wurfmesser mit einem Ruck wieder an sich, wobei ihn die gebrochenen, dunkelroten Augen scheinbar anklagend ansahen, und wischte die Klinge des Messers grob am Fell des erlegten Tieres ab. Als dies getan war sammelte Stoffel seine Armbrust wieder auf und machte sich daran, schleunigst von der Kampfesstelle wegzukommen, die aller Wahrscheinlichkeit nach noch mehr der Viecher anziehen würde, und setzte den Weg gen Süden fort.
Nur wenige Meter später, als er aus dem Dickicht heraus und wieder auf seiner Meinung nach viel zu offenem Land war, erspähte er durch Zufall die Gestalt einer einzelnen Person, die aus Richtung des Passes kam. Der alte Banditeninstinkt brach erneut durch, durchsetzt mit dank des Wargs geweckter Kampfeslust; wer würde bei einer Person, die im Minental verschwand schon nicht davon ausgehen, dass die Orks sie erwischt hatten? Außerdem brauchte er dringend wieder Geld, bei dem eher überstürzten Aufbruch vom Hof hatte er es versäumt irgendetwas mit sich zu nehmen.
Schnell war eine geeignete, sichtgeschützte Stelle bei einem dickeren, blattlosen Baum gefunden, die gleichzeitig weit genug vom toten Warg entfernt war, und der Lee begann zu warten. Nur Minuten vergingen, bis Schritte zu vernehmen waren, von unauffälligem Vorgehen, dass in Gebieten wie diesem hier ohnehin ratsam war, verstand die Person dort anscheinend nichts.
Als die Schritte dem Geräusch nach auf der anderen Seite des Baumes vorbeikamen spähte Stoffel von der anderen Seite her nach dem Passanten, jedoch war das Bild, dass sich ihm bot, nicht ganz das erwartete. Statt einem Rotrock, der ordentlich Proviant und Waffen bei sich trug, oder etwas ähnlich verwertbarem sah er nur den Rücken eines etwa gleichgroßen, braunhaarigen Mannes, der nicht im geringsten wie jemand wirkte, bei dem sich ein Überfall lohnte. Missmutig zog Stoffel aus reiner Neugierde dennoch das Wurfmesser und näherte sich dem offenbar nach etwas oder jemand suchenden Fremden.
„He, wenn du mich suchen solltest, ich bin hier“, sprach er den Unbekannten überraschend von hinten an. „Aber was will jemand wie du, der offenbar weder eine vernünftige Rüstung, noch eine ordentliche Waffe mit sich herumträgt hier in diesem Dreckstal? Wenn du jedenfalls so weiter in diese Richtung trampelst bist du spätestens Morgen früh Orkfutter.“
Arkanis Gath
29.04.2006, 22:53
Der Pfad führte weiter ins Tal, weiter in den vermeintlichen Hexenkessel, über den Arkanis immer noch nicht allzu viel wusste. Langsam machten sich auch erste Zweifel auf, dass er die Stelle finden würde, an der die Gruppe einst ihr Lager aufgeschlagen hatte. Und dann war da noch dieser seltsame Kerl, der sich bis vor wenigen Sekunden noch vor ihm befand.
Plötzlich sprach ihn eine Stimme hinter seinem Rücken an woraufhin der Dieb sich blitzartig umdrehte und nach seiner Waffe griff, jedoch eher aus Erschrockenheit, denn aus kampferprobten Reflexen. Es war der Söldner, dem er eben gerade noch gefolgt war bis dieser schließlich verschwand, um den Fremden ganz offesichtlich überraschen zu wollen. Zwar war der Schürfer immer noch angespannt aber der Anblick eines Söldners war doch schon beruhigend, obwohl der mann, der nun vor ihm stand eher wie ein Bandit aussah. Seine Rüstung war sichtlich abgetragen und wurde zweifelsohne schon sehr oft auf die Probe gestellt. Außerdem schien er ein Meister darin zu sein, wenn es darum ging, Leuten aufzulauern. Mit seiner Laufbahn als Dieb und Aufklärer waren Akanis' Augen stets wachsam, doch dieser Mann hier schien absolut keine Probleme damit zu haben, einfach so hinter einem aufzutauchen und jenen zu überraschen. In diesem Falle erwies es sich mehr als lohnend, den Lees beigetreten zu sein, denn wäre er ein einsamer Soldat des Königs, läge er jetzt mit hoher wahrscheinlichkeit mit dem Gesicht im Dreck.
"Ich bin auf der Suche nach einem kleinen Plateau, auf dem bis vor ein paar Tagen noch eine Gruppe von Onars Hof gerastet hat, ich miteinbezogen," antwortete der nun entspannte Schürfer und ließ von seinem Schwertknauf ab. "Nur habe ich zu meinem Unglück die Orientierung verloren."
Und dem war auch so. Wie sollte er das Camp nur in der Dämmerung finden? Und was sollte er tun, wenn die stinkenden Orks den Platz eingenommen beziehungsweise "geplündert" hatten? Fragen, die er vorerst wohl nicht beantwortet bekommen würde.
Die Hand des Statthalters wies in Richtung der riesig erscheinenden Burgsilhouette, während sein Blick der Schwester galt, die wie Medin nach Atem rang. Eher skeptisch schien sie in die Richtung zu spähen, die Ferox ihr wies. Es war nicht zu erwarten, dass Corinna durch die dichte Dunkelheit etwas erkennen konnte, das nicht den Eindruck vollkommener Schwärze machte. Dem Streiter selbst ging es nicht anders, doch hatte er den Weg zur Burg mittlerweile so oft beschritten, dass ihm die Lage des Tores vorkam, als hätte sie sich vor seinem inneren Auge eingebrannt. Eigentlich müssten doch auch zwei Fackeln am Tor brennen, meinte sich Ferox zu erinnern. Allerdings wollte kein Schein die Nacht durchbohren, um den Dreien den Weg zu weisen.
„Dort ist das Burgtor.“, flüsterte er und wandte augenblicklich seinen Kopf in den Wald. Leise Schritte bahnten sich den Weg zum Ohr des Paladins und verrieten ihm, dass sich etwas näherte. Er hob den Finger an den Mund, um seine beiden Begleiter anzuweisen, Stille zu wahren.
Ferox schloss die Augen, um sich genauer auf das Muster der Schrittfolge zu konzentrieren. Mit ausgestrecktem Arm musste er ein eigenartiges Bild abgeben, das einer Art silbrigen Baum mit nur einem Ast gleichen musste. Überhaupt war es ungewöhnlich, dass der Streiter in seiner Konzentration vergaß, die Richtungsweisung wieder zurückzuziehen. Corinna und Medin würden schon verstehen, wohin sie zu laufen hätten, wenn es losging.
Mit einem Mal stoppten die Schritte für einige Augenblicke, bis sie sich wieder zu entfernen begannen. Der Ork - oder was auch immer sich dort bewegte - schritt seinen Weg wieder zurück ohne die drei Nachtgestalten zu bemerken. Hoffentlich holt er keine Hilfe, dachte sich Ferox, schüttelte aber sogleich wieder, innere Klarheit schaffend, den Kopf und öffnete die Augen.
„Der Weg müsste frei sein. Die Feuer liegen alle außerhalb der direkten Luftlinie, wodurch wir einfach zum Tor kommen müssen; wenn wir schnell sind.“, sprach er, sobald die fremden Schritte für ihn weit genug fort waren.
„Medin, du läufst zuerst. Kümmre dich nicht um uns und lass dein Schwert stecken. Sag den Wachen, sie sollen das Tor öffnen und sich bereithalten.“
Aus dem Wald war kein Ton mehr zu vernehmen, der irgendeine Bedrohung ankündigte. Sie mussten von hier verschwunden sein, bevor die Patrouille zurückkam und die Gefahr bestant, entdeckt zu werden.
„Jetzt… lauf!“
Hoffentlich war der Befehl nicht zu früh gegeben. Es musste ein Augenblick verharren, bis sein Schüler realisierte, was zu tun war. „Los doch.“, befahl der Statthalter noch einmal nachdrücklich, woraufhin Medin in der Nacht verschwand. Corinna sah ihn an. „Wir gehen auch gleich.“, meinte Ferox nur, „Aber es ist besser, wenn jemand vorher bescheid gibt.“
Er hob die Hand und gebot, keine Antwort zu wollen.
„Los…“
Der Marsch in Richtung Süden forderte auch von Claw seinen Tribut, der nach und nach mehr an Kraft verlor und sich alsbald am Rande der Erschöpfung befand. Trotzdem wollte er nicht einfach so aufgeben. Zwar wusste er nicht genau, was im Süden des Minentals lag, doch erhoffte er sich dort auf eine Wildnis zu treffen, die nicht ab und an von einem abenteuerlustigen Mann oder gar Grünhäuten durchstreift wurden. Des Veteranen Plan war es, dort auszuharren, bis er eine Möglichkeit gefunden hatte, Norgnon effektiv zu bekämpfen oder... bis der Geist endgültig die Kontrolle übernahm. Aber bevor dies geschehen sollte, würde sich der Krieger schon längst zwischen Bäumen und Monstern befinden, so hoffte er jedenfalls.
Die ganze Nacht hindurch irrte der Armbrustlehrmeister durch die Gegend, kam bald zu einem gewaltigen Felsmassiv, in dem angeblich irgendwo weit oben in den Gipfel ein Drache hausen sollte. Doch ein schmaler Bergpfad, der weit an dem Monstrum vorbeiführte, war der gesuchte Weg des Kriegers. Nun, schmal war in diesem Falle eigentlich noch untertrieben, denn hier, am Anfang, musste sich der Söldner quasi durch die Felsen hindurchquetschten, was dank seiner schweren Rüstung und den sperrigen Waffen kein sehr leichtes Unterfangen war. Doch der Wille war stärker als jeder Fels und mit einigen Schürfwunden, kratzenden Geräuschen am Metall der Rüstung und auch einigen abgebrochenen Überhängseln des Felses, schaffte Claw es dann doch, sich seinen Weg durch das Geröll zu bahnen. Zum Glück wurde ab diesem Zeitpunkt der Pfad etwas schmaler und bald schon konnten bequem 2 Leute nebeneinander hergehen, sofern sie dies gemocht hätten. Weise wäre dies aber nicht gewesen, denn zu Claw's Linken gab es einen breiten Riss ins Nichts. Nur ab und an glühten seltsame orangenfarbene Lichter aus der Dunkelheit von weit unten und merkwürdige Geräusche folgten daraufhin, als ob die Erde atmen würde.
"Oder was Anderes... mit Zähnen, und Klauen." sprach Norgnon das Gedachte aus und kurz darauf dröhnte in Claw's Kopf das schallende Gelächter des getöteten Banditenfürsten.
"Du glaubst mir gar nicht, wie gern ich es mitansehen würde, wie dein Körper durch diese Kluft stürzt und minutenlang durch die Dunkelheit fällt, ehe er irgendwo im Nichts zerschellt... Aber ich brauch ja noch deinen Körper."
Ein erneuter Schwindelanfall ließ den Veteranen wanken und wieder musste er sich irgendwo festhalten. Doch hier gab es keine Möbel oder Holzbalken, wie in seiner Hütte, die ihm als Halt dienen konnten. Stattdessen befanden sich hier nur scharfe, teils auch sehr spitze Felsen. Doch die Panzerhandschuhe des Kriegers störten sich nicht daran. Eisern krallten sich sie in den Fels, während ihr Besitz auf die Knie sank und sein Geist wieder in die Ferne schweifte, erneut in den Kerkerraum, in dem sich Claw schon einige Male zuvor unfreiwillig aufgehalten hatte. Die Zellentür öffnete sich langsam und wieder erschien die stattliche Figur des Banditenfürsten. Auf seinem Gesicht verzeichnete sich Ärger und Frustration. Auch eine Spur der Enttäuschung konnte der Veteran erkennen, was ihn zuversichtlicher werden ließ. Anscheinend wurde der Fürst so langsam ungeduldig.
"Deine Gegenwehr ist wahrlich beachtlich, doch kann ich nicht verschleiern, dass es mich so langsam nicht mehr amüsiert. Wir wollen ja nicht, dass du im Enddefekt noch irgend eine Methode findest, mich auszutricksen, nicht wahr ?" fauchte Norgnon und zog sich in aller Ruhe seine Lederhandschuhe aus, die er dann einzeln auf den groben Holztisch in der Mitte der Zelle legte. Claw wollte diesen kurzen Moment der Unachtseimkeit nutzen, um anzugreifen, doch irgendwie fühlten sich seine Beine so schwer an, als ob sie aus Blei wären. Und so konnte er sich nicht von der Stelle rühren.
"Die Übernahme geht einfach zu langsam von Statten. Hör auf dich zu wehren, sonst wirst du erleben, was bedeutet, zu leiden. Und glaub mir, ich weiß von was ich rede... Norgnon tar Skôn ist vielmehr, als ein einfacher Lakaie der Banditen, eine Verbündeter von Sylvio oder ein hundsgewöhnlicher Verräter. Der Titel Banditenfürst hab ich mir zwar selbst gegeben, doch führt er auf mehr zurück, als nur auf eine geringe Stufe der Selbstverherrlichung."
Claw versuchte nach wie vor, sich nach vorne zu bewegen, was ihm aber beim besten Willen nicht gelang. Es schien, als bliebe ihm nur die Möglichkeit, diesem Banditen zuzuhören und auf eine Art Wunder zu warten... oder einen Fehler des Verräters.
"Um uns beiden die Zeit ein wenig zu vertreiben, will ich dir eröffnen, wer ich wirklich bin." sprach der Mann und verschränkte sich die Arme, während sich wie durch Geisterhand die Kerkertür hinter ihm schloss.
"Alles begann vor einigen hunderten Jahren, als einer meiner Vorfahren, ein gewisser Kaufmann namens Sögder Skôn eine Bande von hirnlosen Schlägern anheuerte, um den Rat seiner Stadt zu stürzen. Grund dieser Idee war ein Streit um ein... Geschäft. Mit Sklaven. Das gefiel dem Stadtrat nicht und er entzog meinem Vorfahren alle Handelsprivilegien und sonstigen Annehmlichkeiten der Stadt. Wie sich natürlich herausstellte, war dies ein schwerer Fehler... In einer sehr stürmischen Nacht und einer besonderen Versammlung des Rates, in dem es mal wieder um meinen Vorfahren ging, stürmte die Schlägerhorde das Rathaus. Die wenigen überraschten Wachen wurden brutalst zusammengeknüppelt, mit Keulen, Hämmern und sonstigen... primitiven Waffen, ehe kurz danach der komplette Rat folgte. Es soll ein wahrhaftiges Gemetzel gewesen sein, bei dem die Schläger nur Brei und Matsch übrig ließen, ehe die Stadtgarde das Rathaus stürmte. Zwar erlitten sie schwere Verluste durch die Bande, konnte sie aber schlussendlich doch einkerkern. Ein langsamer, sehr schmerzhafter Tod sollte folgen, so hatte ein Mann gefordert, der sich im Laufe des Prozesses als Hauptkläger hinaus kristallisierte. Zudem warf er einige Namen in den Raum und beschuldigte rechtschaffene Bürger, diesem Komplott beiwohnt zu haben. Aufgrund von gefälschten Beweisen dieses Mannes, der kein Geringerer war, als der verkleidete Sögder Skôn, wurden die verhassten Schläger, samt einiger Unschuldiger bei lebendigen Leibe in einem gewaltigen Becken gekocht und an die zunehmende Monsterpopulation vor den Toren der kleinen Stadt verfüttert. Somit hatte Sögder zwei Fliegen mit einer Klappe geschalgen: die "Verräter" beseitigt und die Stadt wieder sicherer gemacht, vor einfallenden Monstern. Was danach folgte, kannst du dir wohl sicher denken, Söldner. Sögder wurde Bürgermeister, ganz offiziell gewählt, ehe er begann, den Tyrannen raushängen zu lassen, natürlich innerhalb der nächsten Jahre. Seine Rache sollte schließlich über einen längeren Zeitraum andauern... schlussendlich viel länger, als er selbst jemals gedacht hatte, weit über seinen Tod hinaus. Er errichtete eine Festung, mit den Steuergeldern der Bürger, weit oben in einem Gebirge. Sein Einfluss stieg ständig an, genauso wie sein Reichtum an Gold, exotischen Waffen und Sklaven, da er einige Gesetze einführte, die sehr zum Nachteil der Menschen unter ihm waren, besonders bei Bewohnern von anderen Städten... es folgte eine Art Kleinkrieg, oder Privatkrieg, indem Sögder mehrere Städte eroberte und so mehr und mehr Reichtum und Krieger erlangte, die ihm folgen wollten, gelockt durch Macht und Gold. Aber wie jede gute Zeit, musste auch diese irgendwann einmal ändern. Einige Städte des Festlandes vereinten sich, aus denen später das Königreich Myrthana entstehen sollte, und schickten mehrere Armeen, um den Tyrannen zu vernichten. Stadt um Stadt ging in Flammen auf, tausende starben. Es war eine dunkle Zeit, die allgemein verdrängt wurde und von der nur noch wenige Aufzeichnungen existieren, die ich natürlich zu großen Teilen gelesen habe. Es war zwar nicht immer leicht sie zu bekommen und mehr als nur einer musste dabei in seinem eigenen Blut ertrinken, aber natürlich starben alle für einen Zweck... meinen Zweck, meine Rückkehr, meine Rache.
Sögder befand sich bald in einer misslichen Lage. Nur noch seine Festung in den Bergen stand unter seinem Befehl, samt einer kleinen Legion Mannen. Lange konnte er die Feste erfolgreich halten, war es doch schwierig für die Angreifer, mit irgendwelchem Kriegsgerät heran zu rücken, schließlich befand sich das Gemäuer tief im Gebirge, umgeben von rasiermesserscharfen Felsen, Lindwurmhorten und Harpyennestern. Auch die Anstrenungen des hauseigenen Nekromanten Sorgh konnten die endgültige Niederlage nicht abwenden. Sektion um Sektion der Außenmauern fielen in die Hand der Rechtschaffenen, während Sögder Skôn und Sorgh all ihr Wissen und alle Wahrheiten niederschrieben und diese tief in den Katakomben der Festung versteckten. Wenig später ehelichte mein Vorfahr noch die geraubte Tochter eines Mitglied des Stadtrates einer der Städte, die gegen meinen Vorfahren ausgezogen waren und naja... nachdem die Feste fiel und der Anführer fiel, wurde geplündert und gebranntschatzt. Doch das Meiste gestohlene Gut und Gold war verschollen, samt den Nekromanten und nur ich weiß, dass sie sich in den tiefsten Tiefen der Katakomben unter der Festung befinden."
"Und aus dem Leibe der geraubten Tochter entsprang dann die nächste Linie deiner Vorfahren ?" fragte Claw verächtlich, der bisher aufmerksam zugehört hatte, in der Hoffnung, einen Hinweis auf eine Schwäche des Toten zu stoßen.
"Genau, du hast es erfasst. Zwar wurde die Frau samt ihren Kind verstoßen, doch wurden sie von dem neuen Besitzer der Festung aufgenommen, die Sögder gehört hatte. Es folgte danach eine Reihe weiterer Vorfahren, bishin zu mir selbst. Aber da hatte das ach so tolle Königreich von Myrthana bereits die Festung beschlagnahmt, im "Namen des Königs". Alle Versuche der Rückeroberung scheiterten natürlich und heute ist die Burg nur noch ein Außenposten der Armee. Irgenwann wurde ich gefasst und in die Barriere geworfen, wo ich mich diesem Arsch namens Gomez anschloss. Wirklich, der Typ hatte nichts drauf, aber auch er war nur ein Mittel zum Ziel, ein Werkzeug... Nach dem Fall der Barriere erhoffte ich, mir eine ansehnliche Zahl von Gesetzlosen einzuverleiben und ich nannte mich selbst Banditenfürst. Nur wusste keiner dieser Idioten, dass der Titel Fürst mir in der Tat zusteht, als mein gestohlenes Erbrecht... Dann... dann kam dieser Sylvio, mit seinen Schlägern. Ich erkannte das Potenzial in ihm und nur wenig später forderte er mich zum Kampf heraus, um die Führung über die Banditen. Ich verlor absichtlich, da ich Sylvio's Pläne herausfinden wollte. Wenig später folgte dann ja der Kampf um euren Hof... Wäre ich dort als Sieger hervorgegangen, hätte sich meine Armee vergrößert: die Banditen der Wildnis, eure Banditen, die Söldner... einfach alle. Irgendwann hätten wir die ganze Insel besetzt und daraufhin hätte der Sturm auf das Festland begonnen, bis zur Übernahme meiner Festung, die Festung der Skôn's."[/i]
Es wurde ruhig in der Zelle, nachdem die letzten, lauter gesprochenen Worte, des Banditenfürsten verhallt waren. Claw sah ihn eindringlich an, ehe er sich räusperte. Langsam senkte der Fürst wieder die zur Decke geballten Fäuste und wartete auf eine Reaktion des Kriegers.
"Du bist ja gar nicht größenwahnsinnig, was ? Nur zu schade, dass ich dir einen Strich durch die Rechnung gemacht habe." antwortete Claw, mit einem hämischen Lächeln auf den Lippen, ehe Norgnon plötzlich neben ihm wie aus dem Nichts erschien und ihn mit einem einzigen Schlag quer durch den Raum fliegen ließ.
"Du siehst, meine Kräfte sind jetzt schon gewaltig. Dank deines Einsatzes und meines Todes werde ich mächtiger zurückkehren, als ich es jemals war. Dein Körper wird mein Besitz, zumindest solange, bis ich wieder in meiner Festung bin und... Nein, wir wollen das Ende ja noch nicht vorweg nehmen, was ? Dein Geist wird mein Gefangener bleiben. Du wirst alles miterleben, den Fall eures Hof, den Fall der Insel, den Fall des Festlandes."
Schmerzverzerrt rieb sich der Veteran sein Kinn. Wahrlich hätte kein Troll wohl härter zuschlagen können, als dieser Geist. Doch nun wusste er wenigstens, was Norgnon vorhatte und irgendwie beschlich ihn das Gefühl, dass der genannte Nekromant Sorgh auch noch eine Rolle in diesem Spiel inne hatte. Denn ihn brauchte Norgnon wohl, um wieder in den Besitz seines alten Körpers zu gelangen. Schließlich hatte der Fürst nicht erwähnt, dass Sorgh getötet worden war, sein Vorfahre hingegen schon.
"Wird Zeit, dich ein wenig alleine zu lassen. Du kannst deinen lächerlichen Weg in den Süden fortsetzen, wenn es dir beliebt. Aber glaub nicht, dass er von Erfolg gekrönt sein wird." sprach Norgnon nun wieder und sammelte seine Handschuhe ein, ehe sich die Kerkertür öffnete und er wieder verschwand. Kurz darauf kehrte Claw's Geist wieder zurück und seine Augen öffneten sich:
Er lag auf dem Boden, genauer gesagt auf dem schmalen Pfad inmitten des Gebirges und nur mit sehr großen Kraftaufwendungen konnte sich der Krieger wieder aufrichten, um seinen Weg fortzusetzen. Nach Süden, immer weiter nach Süden...
„Vom Hof? Bist du dort Tagelöhner? Ich hab’ dich soweit ich weiß noch nicht dort gesehen“, stellte Stoffel auf die Antwort des Fremden hin fest und steckte das bereitgehaltene Wurfmesser wieder zurück. Das der andere ein Bandit oder Söldner war ließ sich schon mal ausschließen, denn in diesem Fall wäre er entweder nicht so offen durch die Gegend marschiert oder hätte nicht die Orientierung verloren; Stoffel war eigentlich niemand Kampferprobtes unter den Lees bekannt, welcher nicht schon diverse male in dem verruchten Tal gewesen war, ob nun freiwillig oder nicht.
„Nein, ich bin in der Mine der Siedlung als Schürfer tätig und zudem Aufklärer, mein Name ist übrigens Arkanis“, erwiderte der Braunhaarige. Unwillkürlich überzog ein leichtes Grinsen Stoffels Gesicht, einerseits ob der Bemerkung betreffs des Aufklärers, als auch aufgrund der etwas eigenen Ausdrucksweise des Schürfers.
„Njoa, ich frage mich zwar, was du bisher aufgeklärt hast, wenn du das ebenfalls in der Lautstärke getan hast wie vorhin, aber das ist wohl ebenso wenig mein Problem, wie das Saturn seine Schürfer im Minental vor sich hinsterben lässt - denn wenn du hier weiter so rumläufst wirst du genau das tun - statt sie in der Mine schuften zu lassen. Wo ungefähr liegt dieses Plateau denn, und was willst du dort eigentlich?“, fragte der Söldner recht direkt, da ihm irgendetwas sagte, dass Arkanis bestimmt nicht ohne triftigen Grund zu einem Minentalplateau zurückkehren würde, bei dem er erst vor kurzem ohnehin schon gelagert hatte. Vielleicht würde die Sache sich für Stoffel sogar lohnen, wenn er schnell genug vorging um gleichzeitig Claw nicht völlig zu verlieren.
„Nun, wenn ich mich nicht gänzlich täusche, müsste es irgendwo südlich von hier aus liegen, ich habe dort… etwas vergessen, dass mir recht wichtig ist“, entgegnete der Schürfer, offenbar ohne näher auf diesen Punkt eingehen zu wollen.
„Süden? Hm, das ist momentan so wie es aussieht auch mein Weg, was würdest du davon halten, wenn wir da zusammen gehen? Währendessen könnte ich dir auch zumindest ansatzweise, solange ich Zeit habe, beibringen, wie man sich lautloser bewegt; als Aufklärer in der Gegend herumzupoltern ist ja doch etwas… unpraktisch. Nebenbei, ich bin Stoffel. Aber so oder so, wir sollten trotzdem erstmal aus dem offenen Gebiet hier weg, würde mich wundern wenn wir nicht eh schon erspäht worden sind und Besuch bekommen werden“, brummte der Söldner, und ließ den Blick nebenbei über das triste, die umgebende Land schweifen, als ob er seine Worte bekräftigen wollte, während er sich gleichzeitig durch den Kopf gehen ließ, wie er dem irren Claw überhaupt begegnen würde wenn er ihn erstmal erreichte, als auch überlegte, was Arkanis wirklich in dem Tal wollte. Hatte er tatsächlich etwas vergessen, musste dieses schon ziemlich wichtig sein um eine Rückkehr zu rechtfertigen, doch vergaß man solche Sachen im Allgemeinen eigentlich nicht. Das erste, was dem Schleichlehrmeister bei dem Gedanken an mögliche Gegenstände in den Sinn kam, die wichtig genug schienen, war Gold in irgendeiner Form oder zumindest andere Wertgegenstände, was alles durchaus viel versprechend war; das war auch der Grund weshalb der geldgierige Söldner dem bis dahin unbekannten Arkanis vorgeschlagen hatte zusammen gen Süden zu ziehen.
Françoise
30.04.2006, 19:10
Die Magierin hatte sich einige Stunden in der Höhle ausgeruht und dem Fallen des Schnees und dem Umhermarschieren der Echsenmenschen zugeschaut. Immer wieder vollzogen diese Krieger den gleichen Marsch, aus dem Torbogen hinaus, ein Stück über die Ebene und dann hart eingeschlagen nach Norden. Weshalb die Wesen solch eine Wachsamkeit an den Tag legten war Ed allerdings ein Rätsel. Vielleicht plante der Drache etwas oder er befürchtete, dass unerwarteter Besuch vorbei käme. Allerdings konnte Ed sich keinen Gegner vorstellen, der es mit den Horden an Echsensoldaten und noch dem Drachen selbst aufnehmen zu vermochte. Es müsste schon eine Armee sein, um in den Hort eindringen zu wollen und von einer Armee sah Ed im Minental, mal abgesehen von den Echsen und den Orks, nichts. Aber vielleicht war es auch einfach nur die übliche Wachsamkeit. Der Feind eines Drachen musste schon sehr gerissen sein, wenn er sich mit einem solchen Ungetüm anlegen wollte und wenn Gerissenheit das Mittel zum Sieg war, dann stellte Wachsamkeit wohl das beste Mittel zur Verteidigung dar. Und es gab mit Sicherheit immer wieder irgendwelche Leute, die tollkühn genug waren, um ihr Glück am Drachen zu versuchen. Es sollte sogar so etwas wie Drachenjäger auf der Insel geben, wobei Ed allerdings noch niemals einen solchen zuvor gesehen hat. Die Magierin stellte sich dabei Kämpfer in äußerst gut geschmiedeten Rüstungen vor, die von Kopf bis Fuß reichte, bestückt mit überdimensionalen, tödlichen Waffen, einem unerschütterlichen Mut, riesiger Kraft und vor allem einer guten Portion Cleverness. Natürlich könnte auch ein Magier einen Drachen jagen, oder der Drache ihn. Aber Ed kannte keinen Magier, der ein solches Wagnis auf sich nähme. Zumindest hatte sie bisher noch keinen getroffen, der auch nur ansatzweise bereit wäre, so eine Aktion durchzuführen. Die meisten Magier des Klosters saßen den lieben, langen Tag einfach nur dort herum und lasen Bücher. Natürlich las Ed selbst auch viele, allerdings konnte das nicht der einzige Lebensinhalt eines Erwählten Innos' sein. Von den Wassermagiern wusste sie nicht viel, aber ihrer Einstellung nach immer neutral zu bleiben und auf das Gleichgewicht bedacht zu sein müssten sie wohl auch eher passive Vertreter sein. Aber solange Ed keinem Wassermagier begegnet war wäre es töricht sich eine Meinung zu bilden. Die Schwarzmagier hingegen waren, verglichen mit den anderen Magiern der Insel, schon ein seltsames Völkchen. Nur wenigen war Ed über den Weg gelaufen, aber von sehr nett, über seltsam eigenbrötlerisch, bis hin zu hinterhältig war alles dabei. Offenbar fand dort jeder etwas. Und die Erwählte hatte keinen Zweifel daran, dass dort auch jemand zu finden wäre, der einem Drachen hinterher jagen würde. Für Ed war es aber dennoch ein zu großes Wagnis und selbst mit der Magie, die ihr nun zur Verfügung stand, wäre es mit Sicherheit kein einfaches Spiel. Aber wahrscheinlich ein ziemlich großes Feuerwerk.
Die Magierin hatte genug von ihrem Aussichtsplatz an der Felswand und schlenderte den Bergpfad weiter entlang. Kaum bemerkbar wurde der Schneefall weniger, bis er schließlich ganz aufhörte und die Umgebung wieder in dem typischen monotonen Grau des restlichen Minentals erschien. Glücklicherweise konnte sich selbst diese triste Landschaft nicht gegen den Frühling erwehren und hier und da sprossen kleine Pflanzen aus dem Boden. Der Pfad führte zwischen großen Felswänden hindurch auf ein Plateau. Hier wuchs sogar Gras und auch die Bäume sahen nicht ganz so mitgenommen aus, wie im Tal. Ganz in der Nähe fand Ed eine seltsame Steinformation, die sie an den Steinkreis nördlich des Klosters erinnerte. Allerdings war dieser viel kleiner und er hatte einen Eingang, der unter die Erde führte. Ein seltsames Geräusch drang aus der Dunkelheit des Eingangs nach oben, aber erkennen konnte die Magierin nichts. Sie tippte mit ihrem Stab auf den Boden und ließ auf seiner Spitze einen Lichtzauber entstehen. Eine etwas übertriebene Vorstellung, aber Ed fand Gefallen daran, ihre Zauber auf diese Weise zu wirken. Erneut kam dieses Geräusch aus der Tiefe hervor und Ed folgte dem Ursprung die Dunkelheit hinab.
Spannung lag noch immer in der Luft, als die jetzt bloß noch zwei Gefährten das Tor zum Minental betraten. Axel durfte nicht mitkommen, die Wachen ließen scheinbar keine Bürger in diese gefährliche Region, aber man konnte es ihnen auch nicht verübeln. Der arme Kerl wäre scheinbar von der ersten Fleischwanze zermatscht wurden. Die beiden Ritter am Pass schlugen vor, einen geheimen Weg durch die Minen zu nehmen, welchen die Orks nicht zu kennen schienen. Das war Ronsen gerade Recht, ohne die Grünfelle im Nacken würde die Überlebenschance um etwa 80 Prozent steigen. „Was wollen wir eigentlich hier?“, maulte Uthar herum. Wir können doch auch in der Wildnis rund um Khorinis campen? Warum hier?“ Der total genervte Milize sagte: “Erstens wollten wir doch mal die Burg im Tal finden oder? Und zweitens gibt es hier sicher viel zu holen, wir könnten reich werden!“ „Oder als Wurmfutter enden…“, jammerte der Rekrut. Ronsen beachtete ihn nicht mehr und blickte an den gelbbraunen Sandsteinfelsen entlang. Irgendwo hier musste doch diese geheime Höhle sein. Vor sich ragte auf einmal eine riesige, natürliche Felsbrücke über die Schlucht. So etwas hatte der Schmied in seinem ganzen Leben noch nicht gesehen. In Gedanken versunken, konnte ihn bloß noch der Stoß in die Seite von seinem Partner aus der schieren Trance erwecken. „Was ist denn?“, moserte Ronsen. „Halt den Mund und schau!“, flüsterte Uthar, „Dort hinten ist die Höhle!“ „Tatsächlich!“, staunte der Südländer, na komm, auf geht’s!“ Vorsichtig mit erhobener Klinge schlichen sich die beiden so leise es ging in die Höhle, in der Hoffnung, keinem Crawler oder schwarzen Goblins zu begegnen. Aber es schien keine Gefahr zu bestehen, die Höhle war zwar dunkel, aber nicht weiter gefährlich. Bald erblickten sie wieder den Abendhimmel vor sich und fanden sich auf einer der hohen Plattformen wieder, die die Schlucht begrenzten und wo die riesige natürliche Steinbrücke begann. „Wow!“, staunte der Soldat nicht schlecht und traute sich näher an die Brücke heran. „Hier geht es nicht weiter…“, stellte Uthar fest. „Wir müssen wohl oder übel rüber über die Brücke. Na los!“, befahl der Schmied. „Was? Du spinnst doch, die hält uns doch nie aus!“ „Das sind doch bloß gut 10 Meter.“, witzelte der Südländer. „Geh doch!“, befahl Uthar. Gesagt, getan. Ronsen betrat vorsichtig die sandige Brücke. Hoffentlich würde er nicht abstürzen. Aber die ersten 5 Meter verliefen ungefährlich, doch dann hörte er etwas Sand absprödeln. ‚Oh nein, ganz ruhig bleiben’, befahl er sich selbst und setzte seinen Weg mit extremer Vorsicht fort. Dann hatte er es geschafft, er war auf der anderen Seite. Und Uthar? Uthar stand noch auf der anderen Seite und schien nachzudenken. Ob er es über die Brücke schaffen würde?
Arkanis Gath
30.04.2006, 21:56
Das Verhalten des Söldners überraschte Arkanis doch schon ein wenig. Warum sollte ein Söldner so an einem Schürfer interessiert sein, wo sie doch sicherlich besseres zu tun hatten? Der Schürfer wollte jedoch nicht weiter darüber grübeln und war froh, dass es in diesem gottverdammten Tal jemanden halbwegs vertrauten gab, so glaubte – und hoffte - er jedenfalls. Arkanis Erfahrung mit diesem Tal war ungefähr gleich null, außer der Tatsache, dass man den Orks nicht zu sehr auf die Pelle rücken sollte. Ein Reisegefährte war indes recht willkommen für den „Aufklärer“, wie Stoffel es eben seicht amüsiert betonte. Er wollte nicht einmal wissen, warum genau sich ein einsamer Schürfer in das Minental begab, was sich als dennoch erleichternd rausstellte, denn Arkanis war nicht besonders erpicht darauf, Leuten seine Geheimnisse zu erzählen, denen er noch nicht vertraute, besonders, wenn sie daraus einen klaren Nutzen für sich ziehen konnten wie in diesem Falle Gold.
Arkanis ging auf das Angebot ein, gemeinsam nach Süden zu ziehen und natürlich darauf, dass der Söldner ihm nebenbei etwas von seinen Fähigkeiten beibringen könnte, die der Schürfer soeben erleben durfte. Zu seiner damaligen Zeit in seiner Heimatstadt Athkatla wusste er doch einiges über die im wahrsten Sinne des Wortes behutsame Vorgehensweise, doch lang war es her, seit er sie das letzte mal auf die Probe gestellt hatte und somit selbst die Grundkenntnisse nicht mehr zu seinen Talenten gehörten. Wer weiß, vielleicht würde er sich ja noch an einige Dinge erinnern, die die Lehrmeister der Schattendiebe ihn damals gelehrt hatten, zu der zeit als er noch als Bote und Läufer tätig war. Aber nun wurde es Zeit, sich aufzumachen und das hoffentlich nicht Besetzte Plateau zu suchen, denn Stoffel hatte sicher ebenso wichtige Angelegenheiten zu klären, wenn er allein durch das Tal ziehen wollte und Arkanis ihn nicht zu sehr davon abhalten zu vermochte. Zwar war es mittlerweile schon sehr dunkel geworden aber der erfahrene Söldner schien bestens dafür ausgerüstet zu sein. War ja klar, dass Arkanis wieder alles vergessen musste. Neben seiner Tasche mit Proviant hatte er auch noch Fackeln vergessen. Wenigstens hatte er seine noch seine Sonden und Dietriche dabei, denn obwohl er bezweifelte, diese Dinge je hier in dieser Gegend anwenden zu müssen, waren solche Werkzeuge unverzichtbar für Leute, die der Diebeskunst mächtig waren.
Es war jedoch noch nicht nötig, unnötig auffälliges Fackellicht zu entzünden, denn die letzten Sonnenstrahlen sollten wenigstens noch einige Minuten die Gegend erleuchten. Ungewiss war sich der Schürfer, wo er anfangen sollte, zu suchen, denn immerhin war er es, der das Plateau suchte und noch vor ein paar Tagen dort war. Doch nach einigen wenigen Augenblicken erreichten sie eine markante Stelle, an die sich Arkanis erinnern konnte. Das Lager sollte sich nun nur noch etwa dreißig bis vierzig Meter etwas abseits von ihnen entfernt befinden. Stoffel hielt den unerfahrenen Kämpfer Arkanis zurück, um selbst ab jetzt die Führung zu übernehmen und schlich sich behutsam voran, völlig lautlos. Wüsste der Dieb nicht von der Präsenz des Söldners, würde er gar nicht erst merken, dass sich überhaupt jemand vor ihm befand.
„Mann, hast du ein Glück heute.“, flüsterte Stoffel und forderte seinen Reisegefährten mit einem Hanszeichen auf, zu ihm zu kommen. Zwar versuchte Arkanis so leise wie möglich zu sein, doch konnte man nur ein Kopfschütteln des Schleichexperten erkennen als der Schürfer mit fast schon tumben Schritten herantrat.
„Das Lager ist also noch leer?“, fragte der Dieb den Söldner.
„Nein, aber wärest du nicht auf mich gestoßen, könntest du entweder wieder zum Hof zurück oder dich in den sicheren Tod stürzen.“, antwortete Stoffel. Und es lag Wahrheit in seinen Worten, denn etwa zwei bis drei Orks hatten die Lagerstätte mittlerweile besetzt und grunzten in ihrer merkwürdigen Sprache vor sich her, während sie im Kreis um ihr provisorisches Lagerfeuer saßen. Beide Lees wussten, dass es gleich zum Kampf kommen würde und zogen ihre Waffen. Obwohl Arkanis noch nicht allzu kampferprobt war, ging er mehr als optimistisch an die Sache ran, denn eines konnten seine aufmerksamen Augen im Licht des Feuers erkennen: Sein gesuchter Lederbeutel an der zerfledderten Schärpe eines Orks. Auch Stoffel schien einen gewissen Ansporn zu haben, den Grünfellen in den Arsch zu treten. Arkanis wartete auf weitere Anweisungen des erfahrenen Kriegers, denn dessen Schleichkünste würden ganz offensichtlich gleich wieder zum Einsatz kommen.
Wieso war Stoffel bloß klar gewesen, dass er nicht einfach durch das Minental ziehen konnte, ohne auf mindestens einen der zu groß geratenen Affen zu treffen?
„Wollen wir hoffen, dass das, was immer du auch holen willst, die Sache wert ist“, murmelte der Söldner und zog bereits seine Klinge, bemüht nicht mit ihr an der Rüstung entlang zu schaben.
„Wir überraschen sie am besten einfach, soweit ich sehe sind es nur Späher, die sind noch etwas dümmer als die anderen ohnehin schon sind. Das kannst du gleich als deine erste Lektion betrachten; das wichtigste beim Schleichen ist neben dem Auftreten an sich auch das Gleichgewicht, weil du in einer für dich wahrscheinlich ziemlich ungewohnten Haltung manchmal recht lange verharren musst. Beim eigentlichen Auftreten musst du beachten, zuerst mit der Ferse aufzusetzen und dann den Rest des Fußes langsam abrollen. Auf diese Weise werden beispielsweise einzelne am Boden liegende Stöcke nicht so leicht zertreten oder Steine weggetreten, was unnötigen Lärm verursachen würde. Außerdem muss man dabei leicht in die Hocke gehen, da man das Gewicht so besser verteilen und an den Untergrund anpassen kann, auf Sumpfboden läuft es sich nun mal anders als auf einer Wiese oder in einem Stadthaus, und hier musst du besonders aus totes Geäst achten, dass auf dem Boden rumliegt und die Grünfelle schnell warnen würde wenn es zerbricht. Achte einfach ein wenig darauf was ich tue, ich schnappe mir den hinteren da. Wenn ich kurz vor, beziehungsweise hinter ihm bin machst du dich auf und versuchst irgendwie unbemerkt bis zu dem anderen zu kommen, der erstmal hoffentlich abgelenkt sein wird. Wenn du das nicht schaffst wirst du wahrscheinlich eh draufgehn, weswegen ich mir weiteres jetzt spare, wir halten uns ohnehin schon zu lange auf“, schloss der Söldner den für seine Verhältnisse geradezu überschwänglichen Redeschwall und begann, seinen Plan umzusetzen.
Darauf achtend, dass der Schein des munter vor sich hinglimmenden Lagerfeuers sich nicht auf dem gezogenen Schwert relektierte umging Stoffel die beiden am Lagerfeuer hockenden Orks im Schatten der Mondabgewandten Seite einiger Baumgerippe. Eigentlich stellten zwei Orkspäher kein allzu großes Problem dar, es waren nicht die ersten denen der Söldner begegnete, doch hatte der letzte es ihm für einige Tage nahezu unmöglich gemacht eine Waffe führen zu können, was immer noch einen unschönen Nachgeschmack hatte wenn er daran dachte. Zudem war es gut möglich, dass die beiden Grünfelle am Lagerfeuer nicht die einzigen in der näheren Umgebung waren, weshalb es wohl klüger war sie zumindest einigermaßen lautlos auszuschalten, sodass er sich so nahe wie möglich an das Lagerfeuer heranbrachte.
Ohne darauf zu achten, ob Arkanis wohl realisieren würde, was geschah, sprang er nach kurzem Warten mit erhobener Waffe aus dem Schatten vor und war mit einem Satz hinter dem ersten Ork, der noch durch den aus einem Gemisch aus Verdutzen und Zorn oder Hass bestehenden Grunzer seines Gegenüber gewarnt wurde, der in Stoffels Richtung sah, bevor sein Hals unschön deformiert wurde. Blutstropfen sprenkelten auf Klinge und Boden, während der Ork schlicht umkippte und halb in den zehrenden Flammen des Lagerfeuers landete. Der Gestank nach gebratenem Ork kam auf, während der Söldner mit bereitgehaltener Waffe auf den Angriff des zweiten Orks wartete, den er grimmig taxierte. Blieb noch abzuwarten, wie Arkanis sich anstellen würde, den er momentan nicht ausmachen konnte.
Arkanis Gath
01.05.2006, 14:31
Die zwei Ork-Späher hatten nicht den blassesten Schimmer, dass genau in diesem Moment von zwei Menschen geplant wurde, wie sie die Grünfelle zur Strecke bringen sollten. Nach wie vor saßen sie sich vor dem Feuer gegenüber und erzählten sich höchstwahrscheinlich irgendwelche Geschichten, die entweder mit Essen oder Zerstören zu tun hatten. Stoffel brachte ihm schon einmal eine erste Lektion bei, wie die Körperhaltung beim Schleichen sein sollte und trennte sich daraufhin vom Schürfer, um dem einen der beiden Orks hinter seinem Rücken zu überraschen. Wie es nicht anders sein konnte, sollte sich Arkanis dem anderen Grunzer entledigen.
Vorsichtig – oder zumindest versuchte er, dies so zu tun – schlich Arkanis sich in einem großen Bogen um das Feuer durch das Dickicht und suchte sich eine geeignete Position, um zur rechten Zeit zuzuschlagen. Den Söldner hatte der Dieb bereits völlig aus den Augen verloren und jetzt lag es an ihm, das ganze nicht zu vermasseln und möglichst Zeitgleich zu reagieren. Denn obwohl die Gegend recht abgelegen war, bestünde immer die Möglichkeit, dass sich irgendwo noch andere Grünfelle herumtrieben, schließlich waren sie es, die dieses Tal nun mehr oder minder für sich beanspruchen konnten. Mit dem Kurzschwert fest im Griff wartete Arkanis nur noch auf den rechten Augenblick, denn obwohl er nicht wirklich leise vorging, wie er es eigentlich vorhatte, schienen die Grunzer ihn nicht zu bemerken und nuschelten weiter freudig in ihrer Muttersprache.
Plötzlich trat eine Gestalt hinter dem gegenüber sitzendem Ork in das Licht und blitzartig schnellte die hell aufleuchtende Klinge eines Langschwertes durch den Hals des unglücklichen Opfers. Nicht einmal die schnelle Warnung – oder was auch immer der noch unverletzte zweite Ork von sich gab – konnte den monströsen Humanoiden vor den Klauen des Todes retten und nach wenigen Augenblicken fiel die Kreatur röchelnd zu Boden. Das war auch das Zeichen für Arkanis, ebenfalls aus seiner Deckung zu springen und den jetzt ziemlich ungünstig stehenden Kontrahenten zu erledigen, der nun völlig überrascht und geschockt da stand und nichts weiter tun konnte, als sein übergroßes Beil zu ziehen. Zwar wäre ein kräftiger Stich in den Nacken am effektivsten, doch die Rüstung des Orks verhinderte einen präzisen Treffer und so entschied sich der Schürfer für seine soeben noch entwickelte Alternative. Er sprang hervor und zog seine kurze Klinge in einem tiefen Bogen von rechts nach links und schnitt tiefe Wunden in die Waden des Monsters, sodass dieser sichtliche Probleme hatte, sich aufrecht zu halten und schließlich in die Knie ging, nur um dann noch von einem letzten, nahezu Schädel spaltenden Schlag endgültig in Beliars Reich zurückzukehren – dank Stoffel. Blieb nur zu hoffen, dass keiner etwas von seinen letzten Protest- und Schmerzschreien mitbekommen hatte.
Nach diesem recht kurzen „Kampf“ hechtete Arkanis zu dem Ork, der gerade halb im Feuer lag, um seinen gesuchten Lederbeutel vor den zehrenden Flammen zu retten. Währenddessen wischte der Söldner das Blut mit einigen Kleidungsfetzen der toten Grunzer von seinem Schwert und verfolgte neugierig, was sein Gefährte da trieb. Anscheinend interessierte er sich dafür ganz besonders und allgemein für alles, was hohen materiellen Wert hatte, sprich, Gold.
„Du hast zu lange gezögert. Es sollte eigentlich keiner der beiden hier auch nur einen Mucks von sich geben“, sprach er und musterte die Gegend um sie herum. „Zwar glaube ich, dass unsere kleine Begegnung hier unbemerkt blieb, doch je weiter wir ins Tal gehen, desto dichter werden die Reihen der Grünfelle. Pass also nächstes Mal etwas mehr auf.“
„Ich wusste nicht wie-“
„Schon in Ordnung, du bist schließlich noch etwas unerfahren. Ich werde mich jetzt ein wenig hier umsehen.“, unterbrach Stoffel seinen Schüler und wühlte in den Taschen der gefallenen Ork-Späher herum, um nach möglichen Wertgegenständen zu suchen, wobei dies eher nicht der Fall sein sollte. Arkanis hingegen setzte sich auf den Boden und leerte auf letzterem auch den Beutel aus. Es war noch alles dabei: Die wenigen gestohlenen Schmuckstücke aus der Stadt, die aufwändig verzierte Silberhalskette seines Vaters Audryn und eine Brosche der Gilde der Schattendiebe Athkatlas, der Arkanis einst angehörte. Erleichtert richtete sich der Schürfer auf und sah auf das Feuer, in dem der nun halbverkohlte Ork lag. Wäre Stoffel nicht gewesen, würde Arkanis vermutlich diesen Platz einnehmen. Stoffel verfolgte die Situation und schien nun auf irgendwas zu warten. Doch sein Schüler verstand schon, worauf er hinaus wollte.
„Ich sollte dir wohl für deine Hilfe danken“, begann er und kramte die Wertsachen heraus, die er einigen Adeligen aus der Stadt abgenommen hatte, als er noch mit Derion und KARhaBs im oberen Viertel für wenige Nächte verbrachte. „Wenn du das nächste Mal in der Stadt bist, könntest du diese hier für eine gute Menge Gold eintauschen. Ich denke, sie sollten recht viel wert sein.“, sagte Arkanis und überreichte Stoffel die Schmuckstücke.
Und Medin rannte. Die nächtliche Luft mit schnellen tiefen Zügen ein und wieder ausatmend sprintete er über die Ebene. Quälend langsam wurde die Silhouette des Tores größer, bevor er sich für Medin endgültig manifestierte. Die voll gesogene Kleidung lag nun wie Blei auf seinen Schultern und die Ringe des Kettenhemdes gaben ein verhaltenes Klimpern von sich. Doch er rannte weiter. Bis jetzt war noch kein Ork zu sehen. Hoffentlich pennt die Wache nicht gerade, dachte er sich.
Das Tor war fast erreicht und hinter dem Gitter war eine lodernde Fackel zu erkennen. Warmes Feuer. Doch was war das? Diese Wache schlief tatsächlich. Der Schlüsselmeister schlummerte friedlich hinter der in das Fallgitter eingelassenen Tür. Medin kam mit einem rutschen vor dem Tor zum stehen.
"He, Kamerad, wach auf!" Keine Antwort. Der Ritter drehte sich um. Corinna und Ferox waren ebenfalls losgelaufen. Die Zeit war knapp. Der Rüstungsschmied zog das Schwert aus der Scheide und fuhr einmal kräftig mit dem Knauf horizontal über die Gitterstäbe. Ein lautes Geräusch war die Folge, welches ein bisschen an den Klang einer dumpfen Glocke erinnerte. Der Schlüsselmeister schreckte hoch.
"Öffne endlich das verdammte Tor!" Eilig aber mit noch verschlafener Miene eilte der Soldat herbei und fummelte an seinem Schlüsselbund herum. Gnade dir Innos, wenn du dich jetzt nicht beeilst.
Noch einmal drehte sich Medin um. Verflucht, meine Weckattacke war wohl doch zu laut gewesen. Hinter den beiden Reisegefährten waren zwei Orks aufgetaucht, die die Verfolgung aufgenommen hatten. Erstaunlich, wie schnell sich diese wuchtigen Wesen bewegen konnten. Der Statthalter in seiner schweren Rüstung sah aber nicht so glücklich aus. Kein Wunder, wog der Panzerschutz wohl mindestens so viel wie Ferox selbst. Das konnte knapp werden.
Medin blickte kurz nach hinten. Dieser Idiot suchte ja immer noch den richtigen Schlüssel. Der Ritter steckte den Einhänder weg und zog den Zweihänder vom Rücken, die Augen auf die Orks gerichtet. Sie mussten auf Distanz gehalten werden. Die Zeit schien still zu stehen. Nur langsam, so schien es ihm, nährten sich die beiden Menschen.
Das Ächzen von Sehnen. Er blickte auf. Über ihm lugte eine Armbrust aus einer Schießscharte. Die Augen suchten die Mauer neben dem Tor ab. Dort standen zwei Bogenschützen. Na hoffentlich zielen die auch gut und treffen nicht die Falschen.
Ferox und Corinna waren mittlerweile sehr nah, die Orks jedoch auch. Tiefe Erleichterung erfüllte Medin, als er endlich das Schnappen des Schlosses hörte und wie die Tür in den Angeln quietschte. Er tat einen Schritt zur Seite. Die Schütze über ihm schoss. der Bolzen schnellte an den beiden Flüchtenden vorbei und traf den Ork in die Schulter. Keine tödliche Verletzung, aber er war abgelenkt. Die Bogenschützen schossen ebenfalls. Die Pfeile verfehlten ihr Ziel (wobei einer gefährlich nah bei Corinna runter ging), sorgten aber dafür, dass auch der zweite Ork inne hielt.
Endlich rannten die Bogenschützin und der Schwertmeister durch das Tor, gefolgt von Medin, der die ganze Zeit die Orks nicht aus den Augen gelassen hatte. Innos war das knapp. So schwer war es für mich lange nicht mehr gewesen in die Burg zu kommen.
Noch einmal war er erleichtert, als die Tür wieder ins Schloss fiel. Medin wandte sich dem Milizionär zu. Jetzt kann der Schlüsselmeister sich aber auf eine Standpauke gefasst machen...
Françoise
01.05.2006, 17:03
Der Gang furchtbar dunkel und führte sehr tief hinab. Ed konnte sich glücklich schätzen den Lichtzauber auf dem Stab sitzen zu haben, denn ohne ihn würde sie nicht einmal die Hand vor Augen sehen können und dabei war es vor dem Steinkreis heller Tag. Als die Magierin endlich das untere Ende erreichte fand sie sich in einer Höhle wieder, aber es konnte sich dabei keineswegs um ein natürlich entstandenes Gebilde handeln. Die Wände waren zu glatt und vor allem war einiges Gerümpel dort zu finden. In der Nähe stand eine große hölzerne Truhe, in der sich aber bis auf einige leere Flakons und vergilbtes Pergament nichts befand. Als sie sich von der Truhe aus umschaute konnte sie trotz ihres Lichtzaubers nicht das andere Ende des Raums zu erkennen. Aber genau von dort schien dieses jammernde Geräusch zu kommen. Vorsichtig ging die Erwählte in diese Richtung weiter und fragte laut ind die Dunkelheit hinein, ob sich dort jemand befände. Bis auf ein weiteres markerschütterndes Jaulen kam aber nichts als Antwort. Ed war hin und her gerissen. Zum einen war sie furchtbar neugierig, was dort wohl zu finden sei, aber auf der anderen Seite sagte ihre Vernunft, dass es vielleicht besser wäre so schnell wie möglich zu verschwinden. Schließlich gab die Magierin aber ihrer Neugierde nach. Zwischen einigen morschen Regalen hindurch kam Ed zu einem weiteren Gang, aber diesmal führte er nicht tiefer, sondern einfach nur ins Dunkel hinein. Allerdings hallte darin das Gejammer noch um ein Vielfaches verstärkt wieder. Weit mit dem Stab vor sich herleuchtend ging Ed unerschrocken weiter, bis plötzlich das Geräusch verstummte und in der Ferne ein rotes Glimmen zu flimmern begann. Offenbar bewegte es sich auch noch auf und ab und als Ed noch näher kam erkannte sie, dass es sich bei dem Glimmen um ein Augenpaar in der Dunkelheit handelte. Die Lider waren aufs Äußerste zusammengekniffen und starrten die Magierin direkt an. Ed zögerte, blieb stehen und nur wenige Augenblicke später kam ein tiefes Fauchen von dem Augenpaar aus, gefolgt von einem ebenso tiefen Grollen. Das Glimmen der Augen verschwand für einen Augenblick und außer dem Lichtzauber erhellte nichts mehr den Gang.
Aber wie aus dem Nichts zerriss ein gewaltiges Flammeninferno die Dunkelheit. Dort wo gerade noch das Augenpaar gesessen hatte war nun ein großer Feuerwirbel, der langsam den Blick auf eine Kreatur in seinem Inneren preisgab. Wild fauchend und mit funkelnden Augen stierte es die Magierin an und ehe sie sich versah schossen zwei lodernde Kugeln ihr entgegen. Die eine verfehlte sie nur knapp, die andere jedoch traf Ed mit solch einer Wucht auf die Brust, dass sie zu Boden geschleudert wurde und den Stab mitsamt Lichtzauber fallen ließ. Nur noch diese Feuerkreatur erhellte jetzt die Höhle und eine betäubende Hitze stieß der Erwählten entgegen. So schnell sie eben konnte rappelte sie sich wieder auf und sah wie das Wesen ihr erneut Feuer entgegenschleuderte. Diesmal jedoch streckte Ed ihre Hände weit vor sich aus und beschwor ihrerseits ein gewaltiges Feuer. Die Luft um sie herum begann zu flimmern, je näher der Zauber der Kreatur kam. Bruchteile von Sekunden kamen Ed wie Stunden vor, bis ihre eigene Magie endlich bereit war. Mit einem lauten Zischen versengte der Feuersturm die Luft und die Wände des Ganges und auf halbem Weg zu diesem Feuerwesen trafen sich ihre Zauber, vermischten sich zu einem und explodierten in einem infernalen Tosen. Die freigewordene Hitze machte es selbst unter der Robe fast unerträglich und auf allen Vieren kroch Ed in die Entgegengesetzte Richtung. Ein weiteres Jaulen kam aus der Ecke hervor, offenbar hatte auch dieses Wesen etwas abbekommen. Allerdings nicht genug, um endlich aufzugeben, denn mit wenigen Sätzen hastete es auf die Magierin zu, diese immer noch auf allen Vieren davon kriechend. Der lodernde Atem des Geschöpfes stieß hervor, als die Erwählte sich auf den Rücken drehte, ihre Hände dem Wesen entgegen streckte und mit einem lauten Fauchen dem Untier Flammen entgegen schoss. Wildes Gekreische gab es von sich und Augenblicke später zerfiel das Feuerwesen zu Asche.
Eine bedrückende Stille trat ein und wieder umgab die Magierin Dunkelheit. Mit einer kleinen Handbewegung ließ sie ein Licht über sich erscheinen und erkannte die Überreste des Geschöpfes. Wider Erwarten war es äußerst klein, kaum größer als ein Wolf vielleicht, aber durch dieses Flammenmeer um sich herum war es fast um das Dreifache größer erschienen. Und auch die Stärke seiner Magie war alles andere als schwächlich. Ein normales Wesen war das auf keinen Fall. Vermutlich eine Art Feuerdämon oder so etwas. Die Magierin suchte nach ihrem Stab und blickte sich, als sie ihn wieder gefunden hatte, noch einmal an der Stelle um, an der das Wesen zu Beginn gesessen hatte. Der Boden war verkohlt und auch die Wände waren mit Ruß bedeckt. Die Erwählte fragte sich, ob es noch mehr von diesen Wesen gäbe, denn ein einziges davon könnte ein verheerendes Chaos anrichten. Nur ihrer Magie verdankte es Ed, dass sie schließlich siegen konnte. Natürlich tat ihre Robe ebenso ihren Dienst, denn ohne sie hätte Ed vermutlich schwere Verbrennungen davon getragen. Aber der Tod des Wesens hatte noch einen Nebeneffekt, denn nun schien die Dunkelheit allmählich zu weichen und der Lichtzauber mehr und mehr den Raum erhellen zu können. Ed erkundete alles bis ins kleinste Detail, aber bis auf noch mehr Gerümpel fand die Magierin nichts, weder Spuren auf einen weiteren Flammendämon, noch auf etwas anderes ungewöhnliches. Aber der überraschende Angriff hatte der Erwählten dennoch zugesetzt und sie entschloss sich, zumindest für eine Weile, eine kleine Pause einzulegen. Glücklicherweise war nun der unterirdische Raum nicht mehr ganz so dunkel und so nutze Ed die Gelegenheit, versiegelte den Eingang der Höhle, um ungebetene Gäste fernzuhalten, und machte es sich auf einem alten Leinensack so bequem es eben möglich war.
Schon einige Tagen waren sie in diesem Dreckloch namens Minental und jagten alles mögliche. In der Höhle waren sie wieder auf ihren Lehrmeister gestoßen und hatte ihm die Fleischkeulen der getöteten Tiere gebracht und Kadire selber fand, dass sie enorme Fortschritte gemacht hatte. Sie war stolz auf sich selber, dass sie nun immer besser mit ihrem Bogen umgehen konnte und Grimward schien immernoch besser werden zu wollen, obwohl er selber auch ziemlich gut war. Die Moleratjagd die Schnarcher machen wollte, war selber eine ziemlich gute Übung.
Nun standen sie vor den drei Tieren, die sie noch nicht mal bemerkt hatten. Schnarcher schlug vor, dass er sie anlocken würde und Kadire und ihr Schülergenosse sollten sie dann mit Pfeilen aus dem Leben reißen. Es gefiel ihr immer mehr, dass sie mehr Aufgaben von ihrem Lehrmeister bekam, schließlich hatte sie nun auch der Drang nach mehr Übungen gepackt und sie standen zu dritt vor den Tieren. Schnarcher verteilte sie Aufgaben und schon ging es ans anlocken und Kadire legte einen Pfeil an. Die Sehne zog sie an und zielte auf eines der Tiere. Kaum hatte Schnarcher deren Aufmerksamkeit auf sich gezogen, erhoben sich die Tiere und stürmten auf ihn zu. Kaum die Sehne losgelassen, hatte sie eines genau in den Kopf getroffen und es sank zu Boden. Grimward tat es ihr gleich und von den drei blieben nur noch ein Tier übrig.
Es kam immer näher an Schnarcher und Kadire legte noch einen Pfeil ein und zog wieder die Sehne zu sich. Ein kurzes Zielen auf das Tier und sie lies den Pfeil los. Ein Treffer, aber das Tier stoppte nur kurz in der Bewegung und lief dann weiter auf ihren Lehrmeister zu. Kadire zog noch einen Pfeil aus ihrem Köcher und zielte nochmals. Diesmal sollte es nicht das Bein des Tieres treffen, sondern wieder genau zwischen den Augen. Es war eine gute Stelle, denn danach war es meistens sofort auf dem Boden und rührte sich nicht mehr. Kadire grinste hemmisch, als sie die Sehne loslies und der Pfeil wieder durch die Luft sauste. Ein Treffer und das Tier sank genau vor ihrem Lehrmeister zu Boden. Schnarcher drehte sich um und schaute Kadire an. "Gut gemacht" , lobte er sie und Kadire lächelte. Sie nahmen die Tiere aus und machten sich danach zurück auf den Weg zu ihrer Höhle in der sie die ganze Zeit Unterschlupf fanden.
Schnarcher
01.05.2006, 17:54
Gestern hatten seine Lehrlinge zum ersten mal sich wirklich bewährt. Nachdem der Lehrmeister einen Feuerpfeil in die Äste geschossen hatte, waren die Molerats mit einem doch recht zügigen Tempo auf sie zu gekommen, was er den fetten Wesen nicht zu getraut hatte. Seine Schüler meisterten die Situation aber mit 2 gut plazierten Schüssen. Der dritten Molerat bedurfte mehre Schüsse von Kadire, bis er dierekt vor Schnarcer stehen blieben, aber insgesamt war es eine ganz ansehliche Leistung, wenn aber auch noch steigerungfähig. So ließ etwa die Nachladezeit doch noch ein wenig zu wünschen übrig. Aber das würden die beiden sicher auch noch nach ein wenig Training in den Griff bekommen, da war er sicher. Außerdem war auch noch zu beobachten, dass seine beiden Lehrlinge inzwischen in Etwa auf dem gleichen Könnensstand waren, was das Training und letztlich auch die Prüfung sehr vereinfachen würde. Thema Prüfung - Die beiden waren eigentlich schon fast dazu bereit. Er wollte die beiden nur noch ein wenig im Kampf gegen etwas wendigere Tiere auf die Probe stellen und vielleicht sie noch ein wenig dabei korogieren.
Am nächsten Morgen regnet es Scheiße, sehr zum Missfallen des Lehrmeisters. Außerdem war es inzwischen wieder ziemlich kalt geworden. Der Ausflug im Minental nahm mehr und mehr schreckliche Ausmaße an, noch schlimmer als das Minental sonst schon war. Und das war schon bemerkenswert. Immerhin, eigentlich konnte es nur noch besser werden. Wobei, der Zustand konnte natürlich noch andaueren und Schneefälle schloss der Bogner selbst im Mai in diesem verluchten Tal nicht mehr aus. Aber abgesehen vom Wetter machten seine Lehrlinge große Fortschritte und das essen war inzwischen auch wieder ganz annehmbar, jetzt, da sie nicht mehr nur Lurker Fleisch essen mussten.
Er wusste noch nicht wirklich was sie als nächstes machen sollten. Er spielte zwar mit dem Gedanken als nächstes ein Rudel Wölfe zu jagen, aber er war sich nicht sicher, ob das nicht auf Dauer ein wenig zu langweilig war mit dem Jagen. Er musste zurückdenken an die letzte Lehre. Was hatte er da doch gleich gemacht? Da waren sie die ganze Zeit durch die Gegend gezogen, um das Märchen von dem Orkring Aufrecht zu halten. Auch nicht wirlich das Wahre. Beim nächstes Mal würde er in Khorinis bleibene. Dieses Land machte ihn so fertig. und er hoffte, es nach dieser Lehre nie wieder sehen zu müssen. Obwohl er schon ahnte, dass das mehr als unwahrscheinlich war. Dummerweiße dachten viele seiner Freunde, erwürde das Minental gut kennen, nur weil schon etliche Wochen hier verbracht hatte. Zugegeben, den ein oder anderen Winkel kannte er inzwischen schon. Aber das Tal war viel zu groß, als das man es innerhalb eines Monats vollständig kennen lernen konnte. Er erwog aber bei Gelegenheit Infromationen zu verkaufen. Er witterte da ein ganz großes Geschäft.
In Anbetracht des Wetters und das der Lehrmeister absolut keine Lust hatte zu jagen, entschied er heute seinen Schülern eine kleine Pause zu gewähren. Morgen war auch noch ein Tag. Und die Wölfe liefen ihnen ja nicht weg.
Skeptisch musterte der Söldner Arkanis, konnte aber nicht erkennen, dass dieser soeben einen Witz gemacht hatte, sodass er den Schmuck verblüfft an sich nahm. Jemand, der Wertgegenstände aus falscher Bescheidenheit oder anderen Gründen nicht annahm, war er wahrlich noch nie gewesen. Was er jedoch nicht verstand, war, warum der Schürfer es ihm einfach so bereitwillig überließ, denn kurz zuvor hatte Stoffel sich noch Gedanken darüber gemacht wie er den Kram möglichst schnell an sich bringen konnte, doch davon konnte der andere ja nichts wissen. Machte der Kerl sich aus Geld nichts? Das konnte eigentlich nicht sein, denn dann wäre er gar nicht erst in den Besitz des Schmuckes gekommen, den Stoffel gerade wie beiläufig begutachtete, während er seine Miene in keiner Weise verzog. Das kleine, auf einer Kette eingravierte Emblem, dass ihm aus Khorinis bekannt vorkam, ließ stark vermuten, dass es einst einer reicheren Bürgersippe gehört hatte, sodass alles darauf hinzudeuten schien, dass Arkanis ‚Aufklärer’-Beschäftigung sich größtenteils auf das aufklären anderer Leute Truhen- und Tascheninhalte beschränkte, was den Lee aber auch nicht wirklich störte, es war nicht der erste Dieb den er ausbildete. Aber egal wie er an den Schmuck gekommen war, sein Wert blieb derselbe, weswegen es immer noch nicht in Stoffels Kopf wollte, dass er ihn ihm einfach freiwillig überlassen hatte. Außer natürlich, der Schürfer plante es ihm unbemerkt wieder abzunehmen, doch in diesem Fall würde er anschließend wohl um ein, zwei Hände ärmer sein.
„Es wird langsam Zeit das wir wieder loskommen“, meinte der Söldner dann, als er beschlossen hatte dem Mysterium nicht weiter nachzugehen, da er ohnehin zu keinem Schluss kommen würde und fragte auch nicht danach.
„Wenn du weiter in der Körperbeherrschung ausgebildet werden möchtest musst du wohl mitkommen. Wohin weiß ich noch nicht genau, auch nicht wie viel Zeit noch bleibt, da ich einen Irren verfolge der irgendwo in dieser Richtung unterwegs ist. Auch, dass er nicht einfach anfängt Amok zu laufen wenn wir ihn erstmal gefunden haben kann ich nicht sagen. Alternativ kannst du aber jetzt ja auch einfach wieder umdrehen, der Weg von hier bis zum Pass ist einigermaßen sicher, vielleicht überlebst du ja, vorhin hat es ja auch geklappt.“
Arkanis, den er jetzt wohl als seinen Schüler betrachten konnte, entschloss sich recht schnell dafür, die Lehre fortzusetzen, was Stoffel angesichts der Tatsache, dass der ‚Aufklärer’ die Kunst des Schleichens in seinem Beruf wohl recht gut nutzen konnte nicht wirklich verwunderte.
Da ungewiss war, wie schnell Claw sich durch das Tal bewegte, blieb eigentlich nur, ihm so schnell wie möglich zu folgen, was eine Rast in dem kleinen Plateaulager ausschloss, zu groß war die Gefahr die Spur Claws, die momentan ohnehin schon nur auf Indizien fußte, mit der durch eine Rast verschwendeten Zeit völlig aus den Augen zu verlieren.
So setzten sie den Weg durch die Ödnis fort, zumindest zeitweilig ohne irgendwelchen grünen, felligen Hindernissen zu begegnen. Währenddessen hielt der Söldner Ausschau nach markanten Landschaftspunkten. Vor dem Tal hatte der Veteran es ja auch regelrecht darauf angelegt, dass man ihm folgen konnte, warum sollte dies hier nicht mehr der Fall sein? Und wenn dem so war, hatte er mit Sicherheit einen Weg in Richtung Süden gewählt, der sich gut nachvollziehen ließ.
Doch das einzige was weithin sichtbar aus der tristen Einöde ragte war der riesig anmutende Vulkan, der unweit emporragte, und an dessen Fuß sie auch recht schnell anlangten. Der Weg gabelte sich hier in zwei Pfade, von denen einer den Berg direkt nach oben führte und der andere in die dunkel gezackten Felsen zu ihrer Seite verlief. Da es wohl auszuschließen war, dass Claw geradewegs in einen Vulkan hinein, beziehungsweise auf ihn herauflaufen würde, bot der zweite sich wohl eher an, auch wenn es einer Quälerei glich durch die scharfen Felsen zu kommen. Offenbar fühlten sich aber gerade hier einige Viecher sich seltsamerweise wohl, denn durch Zufall erblickte Arkanis einen einzelnen Waran, der weiter vorne auf dem nahezu glühenden Gestein lag, wobei sich seine Schuppen kaum von der Umgebung abhoben, sodass Stoffel selbst ihn wohl erst wesentlich später gesehen hätte. Ob es ein Feuerwaran oder ein normales Exemplar war konnte Stoffel zwar nicht sagen, da er beides ohnehin nur am vorhandenen, oder eben nicht vorhandenem Feuerodem unterscheiden konnte - wobei es meist ohnehin nicht allzu gut war, herauszufinden worum genau es sich handelte - doch lästig waren beide allemal.
„Gut, dann schalte ihn gleich mal aus, bevor er uns Ärger macht. Für theoretische Trockenübungen bleibt hier im Tal keine Zeit“, stellte der Söldner mit einem schiefen Grinsen fest und wartete darauf, wie Arkanis die Sache angehen würde.
Françoise
02.05.2006, 10:57
Es war eine etwas unsanfte Nacht gewesen und der Leinensack, den die Magierin als improvisiertes Bett benutzt hatte, war auch nicht gerade das Beste, was man sich vorstellen konnte. Allerdings war es zumindest etwas, denn ansonsten gab es weit und breit keinen Fleck zum Schlafen, wenn man von der kleinen Höhle im Tal einmal absah. Den ganzen Weg zurückzugehen wollte Ed aber auf keinen Fall. Bei ihrem nächsten Ausflug würde sie zumindest eine weiche Unterlage mitnehmen. Etwas Ähnliches hatte sie bereits bei den Garnisonen aus Valis gesehen, auch wenn diese immer ein halbes Lager mit sich nahmen, um auf alle Fälle vorbereitet zu sein. Das Frühstück der Erwählten fiel ebenso karg aus, wie es schon ihr Nachtlager war. Während sie aß ließ Ed noch einmal die Ereignisse des letzten Tages Revue passieren. Von dem Feuerdämon war inzwischen nur noch ein kleines Häufchen Asche übrig und nur seine groben Umrisse waren noch zu erkennen. Es sah aus wie ein kleiner Zwerg oder ein Kobold. Gesehen hatte Ed beides noch nicht, aber darüber gelesen. Es sollen furchtbare Plagegeister sei, aber was Ed dort begegnet war übertraf den Begriff Plagegeist bei Weitem. In einem der vermoderten Regale fand die Magierin einige Schriftrollen, größtenteils waren sie ebenso vermodert, wie das Regal selbst, aber ein paar waren noch leserlich. Rezepturen für Tränke waren darauf, Listen verschiedener Kräuterarten und einige höchst seltsame Texte, über einen untoten Erzbaron. Viel konnte sie zu dem Zeitpunkt nicht damit anfangen, aber Ed entschloss sich dennoch, die Schriftstücke mitzunehmen. Sie rollte sie ein und schob sie in ihre Robe. Danach suchte die Erwählte weiter die Regale ab, zerbrochene Flakons, vergilbte Pergamentrollen und viel Krimskrams, von dem aber nichts zu gebrachen war. Wer immer hier vorher gelebt hatte, war nicht überstürzt aufgebrochen und ließ nur unnötigen Ballast zurück, sehr zum Bedauern von Ed. Aber zumindest den Leinensack würde sie gebrauchen können. Wer wüsste schon, wann sie das nächste Mal ein vernünftiges Bett oder überhaupt eine weiche Unterlage zum Schlafen fände. Mit zwei Schnüren aus der alten Truhe band sie sich den aufgerollten Leinensack auf Rücken. Eine recht praktische Möglichkeit ihn mitzuführen, so wie sie es sich von den valisischen Soldaten abgeguckt hatte, allerdings trugen die darunter noch einen schweren Ranzen. Da ihre Heimat so viele Wüstengebiete besaß war es dort auch wirklich ratsam soviel Gepäck mitzuführen und der Ranzen war meistens mit viel Proviant und Wasserbehältern gefüllt. Leider konnte die Magierin so etwas nicht ihr eigen nennen, nicht nur, dass die Schlafunterlage der Soldaten bequemer war, als der Leinensack, auch hätte Ed gerne etwas mehr Vorräte für ihre Reise mitgenommen. Aber wenn es tatsächlich einmal wirklich knapp werden würde, könnte sie sich immer noch zur Burg oder in das Kloster zurück teleportieren. Das noch niemand einen Teleportpunkt zum Mitnehmen erfunden hatte war Ed allerdings schleierhaft. Dadurch könnte man viel weitere Strecken in die entlegensten Gegenden in kürzester zeit überbrücken und dabei müsste man nur einmal zu Fuß dorthin. Aber zumindest konnte man sich mit den bisherigen Teleportern einen Weg ersparen. Ein kurzer Blick auf ihre Taschenuhr, sie zeigte gerade kurz vor Elf an, ein prüfendes Abtasten, ob auch alles Wichtige dabei wäre und gut säße, und los ging es. Der Siegelzauber war immer noch da, verschwand aber mit der halbkreisförmigen Handbewegung der Magierin. Als sie an die Oberfläche kam begrüßte sie die Sonne mit warmen Strahlen und ein frischer Frühlingswind trug den Geruch der Tannenbäume herüber. Alles in allem ein wunderbarer Frühlingsmorgen, um die Reise fortzusetzen.
Immer mehr Sand bröckelte von der Brücke ab und der Rekrut musste diese nun überqueren . Ronsen blickte sich hecktisch in der Gegend um "Es gibt wohl keinen anderen Weg als diese Brücke ... oder du metzelst dich durch die Orks!" scherzte der Milizsoldat "es ist wirklich der falsche Zeitpunkt um nun zu scherzen" merkte der kahlköfpige an und studierte die Brücke . Ronsen breitete sich auf der anderen Seite aus "Ich werde es versuchen" rief Uthar seinen Freund Ronsen zu und nahm etwas abstand um Anlauf zu nehmen .
Der Rekrut atmete noch einmal tief druch und rannte als ob Beliar selbst hinter ihn her gewesen wäre um die Brücke zu überqueren bevor sie in ihre Einzelteile zerfällt .
"Verdammt" rief der Rekrut als vor ihm der Brücke zum Einsturz kam doch er stopte nicht sondern legte noch etwas an geschwindigkeit "Bist du wahnsinnig!" schrie der Milizsoldar aus voller kehle als er den Sprug seines Freundes beobachtete . "Ronsen!" rief Uthar und versuchte sich so gut wie möglich mit einer Hand fest zu halten "Was wäre wen ich dich nun da hängen lassen würde" witzelte der Milizsoldat und griff mit seiner Hand nach Uthar "Du hättest einen Freudn weniger" antwortete der Fischer und putze sich den Stab von der Rüstung . Beide von der Reise angeschlagene Gardler wanderten weiter und musten sich durch eine stillgelegte Mine schlagen . Das es nicht gerade angenehm für die beiden war sich druch einen sotckdunklen Minenschacht zu schlagen doch es blieb den beiden Freunden nichts anderes übrig um lebend ins Minental zu kommen ...
Noch ein weiter Weg würde die beiden Freunde erwarten, wenn sie heil in der Burg ankommen wollten. Auf der anderen Seite des Schachtes angekommen, mussten beide erst mal verschnaufen. Der Schock mit der Brücke lag noch zu tief in ihren Knochen. "Ich hab Hunger", maulte Ronsen. "Dann lass uns eine kurze Rast einlegen!", schlug der Rekrut vor. "Hier? Hier wimmelt es sicher nur so von Orks, ich ess was auf die Hand." "Nicht mein Problem...", seufzte Uthar und trabte schnellen Schrittes voran. "Ich denke dieser Weg hier wird uns weiter ins Tal führen.", sagte er. "Umkrn knn mer ne mhr...", antwortete der Soldat mit vollem Mund. Er schluckte hinter: "Mensch, das Brot ist alt...", maulte er, biss aber erneut rein. "Schau, was ist das?", fragte der Rekrut und deutete auf einen Fleck am Boden. Sie begaben sich näher heran. "Blut", bemerkte Ronsen, "frisches Blut..." "Da!", Uthar deutete auf eine weitere Spur, die hinter einem großen Felsen endete, "komm mit!" "Nicht! Das verheißt nix Gutes!", warnte der Schmied. Leise schlichen sich die beiden zu dem großen Steinbrocken und lunsten um die Ecke. Und das was sie sahen, bekam ihnen nicht besonders gut. Ein riesiges, dinoartiges Monstrum kauerte über seinem Opfer und zerfleischte es. "Das ist ja ein Ritter!", erschrak Ronsen. "Ein normaler Snapper kann das nicht sein...", flüsterte Uthar, "schnell weg hier!" So leise es ging machten sich die beiden Freunde vom Acker und rannten dann den Weg entlang. Bald waren sie an einer Klippe, deren Schluchtseite bloß von einem alten, halb kaputten Zaun begrenzt war, angekommen. "Wow", staunte der Soldat, "Da, die Burg!" "Da haben wir ja echt Glück, los, wir müssen weiter!", sagte Uthar und begab sich weiter den Weg entlang. "Wart mal, hier liegt was!", stoppte Ronsen seinen übereifrigen Kameraden. In einer Ritze des Felsens war etwas glänzendes zu sehen. Der Südländer versuchte, mit der Hand das Objekt der Begierde zu erreichen, schaffte es aber nicht. "Was denn? So fette Finger hast du?", witzelte der Rekrut und schnappte sich locker die paar Goldmünzen. "Na, wie bin ich?", spöttelte er. "Da hängt noch was?" "Hä?" "Da, links in der Ritze!" Uthar pulte weiter darin herum und kramte etwas längliches Leder hervor. "Ein Köcher voll Pfeile!", bemerkte Ronsen. "Nimm du die Pfeile, ich pack das Geld ein!", schlug Uthar vor. "Mir bleibt wohl nix anders übrig...", trotzdem lächelnd nahm der Soldat die Beute an sich und setzte den Weg am Abend fort.
Schnarcher
04.05.2006, 19:20
In den letzten Tagen war es wieder schlagartig warm geworden. Langsam kotze ihn das Minental an. Dauernd musste es hier so extreme Wetterlagen geben. Mal heiß und stickig, dann arschkalt und zwischendruch bereicherte man ihn mit sinnflutartigen Regenfällen das Leben. Nach dem Aufenthalt hier musste er isch wohl wahrscheinlich erst wieder an normales, angenehmes Wetter gewöhnen. Sofern er nicht direkt wieder ins Minental musste. Mit erschreckender Regelmäigkeit passierten ungewöhnlichen Dinge, die seine Präsenz hier forderten. Aber nächstes Mal würde er hart bleiben. Er hatte keinen Bock sich von seinem Schicksal beeinflussen zu lassen. Wer war er denn, dass er sich dauernd vom Kloster trennen musste. Gut, zugegeben, im Kloster war es hin und wieder recht öde, um nicht zu sagen extrem langweilg und fad.
Durch den vielen Staub, der aufgewirbelt wurde, konnte man kaum etwas sehen, es war zeitweiße einfach unerträglich. Dennoch musste er Program für seine Schüler machen. Erst gestern waren sie losgezogen und hatten ein Rudel Wölfe erledigt. Dabei hatte er nochmal ihre Schusstechnick korogiert. Aber ihm Groben und Ganzen war sie schon ganz gut, die Bezeichnung meisterhaft war inzwischen duraus angemessen. Nur einige Kleinigkeiten mussten noch beachtet werden, aber mit jedem abgeschossen Pfeil wurde es besser. Leider waren seine Lehrlinge extrem verschwenderisch mit ihren Pfeilen, sodass er vorgestern fast den ganzen Tag damit verbracht hatte, Pfeile herzustellen. Er war so großzügig gewesen und hatte die Köcher samt Inhalt verschenkt, was wohl eine Ausnahme bleiben würde. Schließlich mussste er ja auch mit irgentetwas Geld einnehmen und das Geschäft mit den Bogen lief auch nicht besonders großartig. Hoffentlich behandelte Paedsgree seine Kunden gut. sonst würde es ihm an den Kragen gehen.
Heute waren sie gemeinsam nochmal die ganze Lehre im Rücklauf durchgegangen und hatten alles wiederholt. Er fand es wichtig, sie so auf die Prüfung vorzubereiten, die er für den morgigen Tag angesetzt hatte. Schließlich wollte er, dass sie allen bestehen würden. Und weiterlebten. Denn wer nicht bestand, würde wahrscheinlich zerfleischt werden. Von Snappern. Gemeinsam wollte er sie ein ganzes Rudel jagen lassen. Er war sich zwar durchaus bewusst, dass das vielleicht ein wenig, also ein ganz ganz kleines bisschen ihr Kompetenz übertraf, aber schließlich waren sie zu zweit und wenn sie sich anstrengen würden, hätten sie auch ein reale Chance. Naja, vielleicht.
Schnarcher
05.05.2006, 15:09
Es war einfach perfekt. Die Sonne strahlte heller denje und lieferte sich damit einen hartnächigen Wettkampf mit dem Lehrmeister. Heute war der Tag, an dem sich die letzten beiden Wochen auszahlen würden, der Tag, an dem die Prüfung seiner beiden Lehrlinge anstatt und damit auch der Tag, an dem es endlich wieder ins Kloster ging. Nur ein kleiner Heuschnupfen plagte ihn, aber das ignoriete er rotinemäßig. Viel lieber als über seine Gesundheit dachte er sich aber Gemeinheiten für die Prüfung aus. Irgentwie fehlte doch die ganze Anspannung, wenn alles vollkommen gefahrlos ablief. Gut ein kleines Rüdelchen Snapper war scvhon ziemlich viel Holz für Lehrlinge, aber irgentwie fehlte doch die Motivation. Da kam ihm auch schon die Idee. Ein Wettkampf. Wer mehr Tiere erlegt würde gewinnen. Musste nur noch eine angemessene Prämie her. Und auch dort hatte er eine rettende Idee. Vielleicht war es etwas übertrieben, aber wieso auch nicht. Schließlich machte ein Meister Angler mit einem Stock auch nicht viel her.
"Wir ihr wissen solltet, ist heute eure Prüfung. Ich habe mir für euch etwas besonders ausgedacht, sozusagen das I-Tüpfelchen eurer Prüfung. Ich sollte noch dazu sagen, dass jede Prüfung bei mir praktisch eine Unikat ist. Was aber auch heißt, dass ich die Situation nicht einschätzen kann. Aber macht euch keine Gedanken darüber, euch wird schon nichts passieren. Wenn ihr gut aufpasst. Und super schießt. Ein wenig Glück könnte auch nicht schaden."
"Sicher das uns nichts passiert?", fragte Grimward eher misstrauisch als besorgt klingend.
"Macht euch keine Gedanken darum. Weiter im Text. Ich sollt für mich ein Rudel Snapper erlegen, das ich gestern hier in der Nähe gesehen habe. Ich meine es waren 7 Exemplare. Naja vielleicht auch 9 oder 10. Wie auch immer. Ihr sollt das ganze Rudel töten. Um ein wenig mehr Anreiz zu schaffen, bekommt der, der die meisten Tiere abknallt von mir einen Bogen gemacht. Kostenlos."
Das Versprechung hatte seine Wrikung nicht verfehlt, wenn ihnen es wohl auch lieber gewesen wäre, hätte er hoch und heilig versprochen sie da heil raus zu holen.
Grimward
05.05.2006, 16:10
Am letzten Morgen seiner Ausbildung erwachte Grimward und stellte überrascht fest, dass er sich gut fühlte. Er konnte es kaum noch erwarten, das Minental zu verlassen und der Gedanke an sein warmes Heim, an seinen Kamin, an Khorinis, verlieh im Kraft. Die Sonne brannte heute zur Abwechslung mal vom Himmel. Doch Schnarchers Stimmung tat dies, soweit Grimward das beurteilen konnte keinen Abruch. Er strahlte sie an, als er sie gegen Mittag vor die Höhle zitierte um sie auf die Prüfung, die heute stattfinden würde, vorzubereiten. Offensichtlich, hatte er sich etwas gutes, für die Auszubildenen weniger Gutes, einfallen lassen. Oh weia, bei Innos, er hat eine gradezu unfromme Freude daran uns zu ärgern, dachte Grimward, doch dabei stahl sich ein leichtes Grinsen auf sein Gesicht, denn er musste sich eingestehen: Bis jetzt waren wir nie in Situationen, die man als unüberwindbar oder wahnsinnig bezeichnen könnte
Schnarcher stand vor der Höhle und blickte in den Wald, als Kadire und Grimward ihn erreichten. ""Wir ihr wissen solltet, ist heute eure Prüfung. Ich habe mir für euch etwas besonders ausgedacht, sozusagen das I-Tüpfelchen eurer Prüfung. Ich sollte noch dazu sagen, dass jede Prüfung bei mir praktisch eine Unikat ist. Was aber auch heißt, dass ich die Situation nicht einschätzen kann. Aber macht euch keine Gedanken darüber, euch wird schon nichts passieren. Wenn ihr gut aufpasst. Und super schießt. Ein wenig Glück könnte auch nicht schaden", meinte Schnarcher. Glück, ich hatte in meinem mehr Glück als drei Andere zusammen, das müsste gehen, überlegte Grimward, zuversichtlich.
Trotzdem fragte er: "Passiert uns denn auch wirklich nichts?" Schnarcher schüttelte grinsend den Kopf und seine Augen funkelten spöttisch. "Wenn du mir in den letzten zwei Wochen zugehört hast, dürfte das Rudel Snapper, das ich ausfindig gemacht habe, kein Problem für euch sein! Es sind 7 denke ich, vielleich auch neun oder zehn, aufjedenfall genug für zwei. Ihr sollt für mich das ganze Rudel erlegen. Als besonderen Anreiz für euch, werde ich demjenigen, der mehr Snapper erwischt einen Bogen anfertigen und der Gewinner muss nichts dafür bezahlen. Also, hängt euch rein, ich denke es ist ein sehr großzügiges Angebot für euch! Ich werde euch zum Rudel führen, doch die Biester müsst ihr selber erledigen. Noch Fragen?" Grimward und Kadire schüttelten im Gleichtakt die Köpfe und zogen schonmal die Bögen. Hauptsache ich bestehe die Prüfung, einen guten Bogen habe ich ja schon, ich könn Kadire auch nen Bogen von Schnarcher, andererseits, son Bogen von Schnarcher wär schon toll, überlegte Grimward, entschloss sich dann dazu, das Thema zu verdrängen und stolperte hinter Schnarcher und Kadire her, die schon losgelaufen waren. Schon nach einigen Minuten erreichten sie das Rudel der Snapper. Die gefährlichen Tiere staksten über die Lichtung im Wald und gaben merkwürdig schnarrende Laute von sich. Doch die drohende Gefahr bemerkten die klugen Tiere nicht. "Also, denkt an alles was ich euch beigebracht hab, dann schafft ihr es, ganz bestimmt, ich werde euch nur im absoluten Ausnahmefall helfen, aber nicht wegem jeden Kratzer den sie euch zufügen, also Viel Glück!" sagte Schnarher und verschwand. Na jetzt gehts endlich los, zwei Wochen schweiß im Minental, das muss sich einfach lohnen, dachte Grimward.
Er blickte zu Kadire herüber die beinahe unmerklich nickte und nach dem ersten Pfeil in ihrem Köcher Griff. Grimward tat es ihr gleich und flüsterte ihr zu: "Verdammt es sind elf, Schnarcher kann wirklich nicht besonders gut zählen, oder gucken, denk dran, der erste Schuss muss sitzen, es ist der einzige den wir in Ruhe ausführen können." Kadire nickte erneut äußerst sparsam und blickte konzentriert auf das Rudel. Grimward siterte ebenfalls gradezu auf die Tiere und zog den Pfeil langsam auf der Sehne zurück. Plötzlich kamen ihm Schnarchers Worter ins Gedächnis: "Reis die Sehne nicht so zurück, der Pfeil muss eher von der Sehne gleiten". Gut, wehe es funktionirt nicht, schnarcher, dachte Grimward und ließ den Pfeil von der Sehne gleiten. Kadires Pfeil zischte ebenfalls los, Beide landeten eindeutig einen Treffer, denn Grimward hörte das Gefauche der Getroffenen Snapper und den Aufprall der Leiber die zu Boden krachten. Die weiteren Snapper blickten scih misstrauisch um und versuchten die Angreifer zu erspähen. Noch konnten sie Grimward und Kadire nicht erblicken, doch die zweite Salve der Bogenschützen verriet ihre Position im Dichten Geäst. So stürzten die Verbliebenen Snapper auf sie los. "Verdammt, verdammt", rief Kadire und schoss ein weiteres mal. Grimward hingegen hechtete hinter einen Flesblock der in der Nähe stand und schoss von dort aus. "Wechsel deine Standorte, Kadire das verwirrt sie erstmal!" brüllte Grimward zu ihr herüber und wechselte wieder das Versteck.
Die noch verbliebenen Snapper, die noch immer eine reele Bedrohung darstellten, wechselten nun ihre Taktik. Jeweils eine Gruppe von ihnen, umkreiste die Stelle von der ein Pfeil kam. Sodass sie schließlich Grimward und auch Kadire entdeckten. "Scheiße", brüllte Girmward und schoss aus kurzer Distanz in den Hals eines Snappers. Behende wich er dem Angriff eines Snappers aus, schoss ein weiteres Mal zurück, traf und floh durch die so entstande Lücke im Kreis der Snapper, die ihn umringten. Kadire sah er nicht mehr, doch er konnte die Schrei der getroffenen Snapper hören. Hinter Grimward war nur noch eines der Biester. Es verfolgte Grimward, der auf die Lichtung spurtete herumwirbelte und aus der Drehung auf den Snapper schoss. Der Schuss verfehlte sein Ziel nicht, doch der Snapper stürzte weiter auf ihn zu, also schoss er nocheinmal, gerade als der Snapper nur noch einen Schritt von Grimward entfernt war, fiel das Vieh zu Boden. Verdammt, war das knapp, ich hoffe das wars "Kadire???!" rief Grimward über die Lichtung. Blutbesudelt, aber grinsend, taumelte Kadire aus einem naheliegendem Gebüsch. "Hehe, die Welt sollte uns danken, das Minental ist wieder ein bisschen weniger gefährlich geworden. Mal sehen wer mehr Snapper erwischt hat."
Françoise
06.05.2006, 12:09
Seit einigen Tagen streifte Ed nun durch das Minental, immer wieder stieß sie auf neue, ihr unbekannte Tiere. Unbekannt allerdings nur in der Art, dass die Magierin sie bisher nur in Bücher gesehen hatte. Von Schattenläufern, über einige so genannte Beißer, bis hin zu Drachensnappern. Hier tummelten sich wirklich eine Menge Viecher und das Minental war sehr viel lebendiger, als es für einen unachtsamen Wanderer erscheinen mochte. Wenn man nur Augen für das Ganze hatte würde man auch nur ein großes Grau erkennen, trist und langweilig. Allerdings hatte Ed ein Auge für das Detail. Hier und da sprossen kleine Blumen aus dem Boden, Bäume blühten auf und wohltuender Frühlingsduft lag in der Luft. Egal was die Drachen auch mit dem Tal angestellt hatten, den Lauf der Natur konnte es nicht verändern. Allerdings fiel Ed auch auf, dass in den jeweiligen Regionen der Drachen das Leben ebenso florierte. Natürlich immer auf seine Weise, denn schließlich konnten keine Sommerblumen neben dem Eisdrachen wachsen. Aber als Ed weiter nach Norden und somit in die Nähe der Sumpfregion kam war eine Vielzahl von Pflanzen dort zu finden. So schrecklich zerstörerisch konnten die Drachen also nicht sein, ganz im Gegenteil erschufen sie mit ihrer Anwesenheit sogar neues Leben. Zwar auf Kosten von anderem, aber dennoch war es nicht zu übersehen, wozu die Drachen ihre Macht noch einsetzten. Wenn man nur mit ihnen reden könnte, überlegte Ed, es sind sehr intelligente Wesen, wenn man den Beschreibungen glauben darf. Irgendjemand musste starrsinnig genug sein, um zu verhindern, dass Menschen und Drachen friedlich miteinander auskamen. Nun ja, Drachen waren wohl die ältesten Geschöpfe, die Myrthana hervorgebracht hatte, und dem entsprechend groß war ihr Stolz. Von einem winzigen Wesen, wie es ein Mensch in ihren Augen war, das nicht einmal lange genug lebte, sich etwas sagen zu lassen fiel den Drachen dann wohl doch schwer. Aber die Menschen waren ja auch selbst halsstarrige Narren. Einen Kompromiss mit den Drachen würden sie vermutlich selbst dann nicht eingehen, wenn sich ihnen die Gelegenheit dazu böte. Aber auf jeden einsichtigen und weisen Anführer Myrthanas kamen vermutlich auch zehn Kriegstreiber, die genau das Gegenteil wollten und eine solche Übereinkunft zu verhindern wüssten. Selbst bei den Feuermagiern waren solche Leute zu finden, die immer nur auf ihr eigenes Wohl bedacht waren. Aber glücklicherweise hielt es sich in Grenzen und die meisten waren rechtschaffen und um das Wohl anderer besorgt. Der Magierin kam in den Sinn, dass sie noch niemals nach einem Buch über Drachensprache gesucht hatte. Vielleicht gab es so etwas sogar und man könnte tatsächlich mit ihnen reden. Eine tragbare Bibliothek wäre genau das, was Ed benötigen würde. Oder zumindest ein Zauber, mit dem sie aus der Ferne auf die Bücher zugreifen könnte. Das wäre durchaus praktisch. Vielleicht sollte sie auch einmal nach so etwas suchen, aber im Augenblick war Ed ohnehin zu sehr damit beschäftigt ihre Umgebung zu beobachten. Sie hatte einen verlassenen Wachturm gefunden, der dafür hervorragend geeignet war. Von seiner Spitze aus konnte man weit über das Tal blicken und sogar in eine tiefe Schlucht. An deren Grund musste definitiv ein Drache sein, ein Sumpfdrache, wenn Ed nicht alles täuschte. Denn die Umgebung war übersät mit Ranken und Sumpfpflanzen aller Art. Mit dem magischen Siegel versperrte Ed den Eingang des Wachturms und blickte von dessen Zinnen herab. Mit ihrer Astralrune konnte sie die ganze Gegend erforschen, ohne auch nur einmal entdeckt zu werden. Nun gut, ein unheimlicher Dämon begegnete ihr in der Astralebene, aber nach einem kleinen Duell, welches unentschieden ausging, hatte er offensichtlich das Interesse verloren und kam nicht mehr wieder. Allerdings war Ed versucht in der Astralebene hinab in die Schlucht zum Drachen zu fliegen. Aber selbst wenn sie ihn nur von oben her beobachtete strahlte er eine ungeheuere Kraft und Energie aus. Deshalb hatte die Magierin es bisher gelassen, aber ihre Neugierde stieg von Tag zu Tag.
Die Tage die sie nun hier im Minental verbracht hatten, hatten warscheinlich einen Sinn, aber immernoch konnte sich die junge Frau nicht zufriedengeben. Sie wollte endlich raus aus diesem Drecksloch und endlich wieder nach Jharkendar und ein paar Freunde besuchen. Das Klima schlug ihr immerwieder aufs Gemüt und langsam hatte sie echt keinen Bock mehr auf diese triste und kahle Umgebung. Die Prüfung die beide Schüler machen sollten, hörte sich schon ziemlich schwer an, aber sicher wusste auch ihr Lehrmeister was er ihnen antat. Zumindest dachte sie das, bis er seine Snapper erwähnt. Kadire wurde mulmig zumute und wusste nicht ganz wie sie reagieren sollte. War es denn überhaupt möglich nur zu zweit so viele Snapper zu jagen und diese waren gewiss nicht zahm und gehorsam. Nein, die Biester hatten Zähne und Krallen, das war nicht mehr normal und so wie jedes Raubtier nunmal ist, jagen sie alles was sich bewegt und schwächer als sie ist. Aber vielleicht würde Kadire doch den Tag überleben und am Schluß konnte sie sich sagen, dass sie sogar stärker als ein Rudel Snapper war, natürlich nur, wenn sie nicht vorher wegrennen würde. Eigendlich lag die Warscheinlichkeit bei ihr bei ungefähr 60 % das die Blonde lieber die Beine in die Hand nehmen würde und sich in Richtung Pass machen würde. Aber sicher würde dann Schnarcher sehr enttäuscht sein und so wollte sie die schöne, aber auch der Umgebungsbedingten beschissenen Lehre antun. Sie war keinesfalls schlecht gewesen, sie hatte viel bei ihm gelernt, aber warum bei Adanos musste es gerade dieses blöde Minental sein. Sie hasste es und sie hatte nur eines für diese beschissene Gegend übrig, nämlich einen Hass und der würde so schnell nicht vergehen.
Schnarcher hatte seine Bitte der Jagd erklärt und Kadire nickte stumm, mit ihren Gedanken war sie eigendlich schon wieder in ihrer schönen Heimat, aber das konnte sie sich wohl nun doch abschminken, erstmal müssten diese Viecher herhalten. Eigendlich eine perfekte Aggresionstherapie. Sie hatte Hass auf das Minental und sie konnte es an beschissenen und hässlichen Viechern auslassen. Eigendlich war das gar nicht mal so schlecht, dann musste sie sich nicht an anderen auslassen. Tja, wenn Frauen denken, dann kommt immer was sinnvolles raus. Die Initiandin grinste zufrieden und machte sich auch schon sofort mit Schnarcher auf den Weg. Es dauerte auch nicht lange da standen sie gute 200 Meter von der Gruppe Snappern weg. Es waren doch mehr als erwartet und Grimward erklärte natürlich sofort, dass der erste Schuß sitzen musste. Kadire schaute ihn gelangweilt an. Typisch Mann, denkt natürlich, dass Frau zu blöd dazu ist. "Ach ne, denkst du ich schieße wahrlos in die Menge oder was?" , fauchte sie zurück, aber Grimward reagierte nicht. Es war immer das gleiche mit den männlichen Geschöpfen, zuerst sagen sie dir was man tun soll und wenn man kontert hören sie nicht zu. Wo hatte sie das nur schonmal erlebt? Wenig später verwarf sie den Gedanken und schaute sie die Gruppe an.
Kaum einen Gedankengang später legte Kadire ihren Pfeil an und zog sie Sehne nach hinten. Sie hielt den Bogen ruhig und zielte genau auf den Kopf eines Tieres. Ein wahrlich gute Gefühl, als ihr Pfeil nach Grimwards seinen Standpunkt wechselte und dann genau einen Treffer erzielte. Das Rudel hatte sie bemerkt und schaute sich um, erspähte sie, doch es war nicht ganz klar ob sie die zwei Schüler schon gesehen hatten. Kadire wollte sich eigendlich mitz Grimward bereden, aber er machte einfach das was er dachte, schoss noch einen Pfeil und lenkte sozusagen die Aufmerksamkeit auf sich und die Snapper hatten entdeckt. Klasse Leistung, dachte sich die Blonde und seufzte. Plötzlich rannte Grimwrad wie ein Irrer von Versteck zu Versteck und sie fand er geriet leicht in Panik. Der größte Fehler den man machen konnte, das hatte ihr damals Isaac erklärt. Kadire grinste und schaute ihn mit hochgezogener Augenbraue an. Er war ein komischer Kauz, aber was sollte sie das stören. Wenn er nicht wollte, dass sie zusammenarbeiteten, dann würde sie die Sache auch alleine regeln.
Kadire sah die Biester auf sich zurennen und erblickte dann ein Baum, kahl, aber anscheinend stabil. Und sie wusste, dass diese dreckigen Viecher nicht klettern konnten. Kadire machte sich also auf den Weg und kletterte den Baum hinauf. Es war zu amüsant, wie sich das Rudel unter dem Baum versammelte und nach oben zu ihr schaute. Wenn diese Viecher denken könnten, dann bräuchten sie eigendlich nur ihr Körpergewicht gegen den Baum werfen, damit dieser zum schwanken kam, aber was konnte man schon von Snappern erwarten, sie waren doch wie Männern. Hörten nie zu, man konnte den Konflikt nie friedsam lösen, sie dachten sie sind die stärksten und zu guter allerletzt, sie müssen sich untereinander zanken, wer nun höher im Rudel steht. Es war klar, eigendlich müssten die Männer doch von wilden Tieren abstammen. Kadire grinste und zog einen Pfeil aus ihrem Köcher. "Und nun sag hallo, zu der lieben Kadire" , grinste sie einen Snapper an und lies den Pfeil genau in die Kehle des Tieres sausen. Es sank zu Boden, aber die anderen Snapper kümmerten sich einen Dreck drum.
Und ein weiterer Pfeil landete in einem aufgerissenen Maul der Tiere. Kadire freute sich und legte gleich noch einen Pfeil an. Sie wusste nicht was Grimward machte, aber manchmal hatte sie ihn irgendwo hin rennen sehen. Männer, alles viel zu überheblich nehmen. Es war typisch und auch gleichzeitig amüsant. Was wäre, wenn er nun einem Ork genau in die Branken laufen würde? Tja, dann wäre wohl schluß mit lustig und Kadire musste kurz lachen. Die 5 Snapper die noch unter ihrem baum standen und immer wieder versuchten sie zu erwischen waren auch nicht besser. Wieder lies sie einen Pfeil in eines der ausgewählten Opfer sausen. Schmeckten Snapper eigendlich gut? Wieder eine Frage, die sie beschäftigte, aber so wie die aussahen und stanken, sicher nicht. Ein weiterer Pfeil traf sein Ziel und Kadire grinste zufrieden. 2 der Biester waren noch übrig, aber es schien sie absolut nicht zu kümmern, dass ihre anderen Kammeraden alles tod neben ihnen lagen. Die Adanosgläubige schüttelte den Kopf und legte wieder einen Pfeil an und zog die Sehne nach hinten. "Es ist einfach unglaublich, ihr seid sooooo blöd" , grinste sie die Snapper wieder an und der Pfeil verließ seinen Standpunkt und bohrte sich genau zwischen die Augen des Opfers. Der letzte Snapper schaute sich kurz um und blickte dann wieder zu ihr hoch. Ein Fauchen folgte und Kadire hob die Augenbraue "Was du fauchst mich an? Sagemol wo sind wir denn hier? Man faucht keine Frauen an....Also bitte, rede dich nun nicht raus....Was soll ich....Ach halt doch selber dein Maul....Ja genau ich rede mit dir....Ja gugg nicht so blöd....Ich bereite deinem Leben gleich ein Ende....Ach was....Du bist unsterblich?...Verarsch mich nicht du Kröte" Kadire musste übergaschnappt sein, aber sie redete mal wieder mit einem Tier und fand es lustig. Aber dem musste sie auch ein Ende setzten und lies die Sehne des Bogens los, der Pfeil landete genau da wo er sollte und sie grinste zufrieden.
Kaum ein wenig später hörte sie wie Grimward ihren Namen rief und Kadire verlor das Gleichgewicht. Sie zappelte auf dem Baum rum und flog dann runter -Platsch- Nein, wo war sie hier nur gelandet? Es roch erbärmlich, war warm und bräunlich. Das durfte nicht wahr sein. "Diese verdammten Drecksviecher, jetzt scheißen sie einen schon den Weg zu" , fluchte sie und erhob sich. Sie kam aus dem Gebüsch hervor und klopte sich zumindest das schlimmste ab. "Du brauchst gar nichts sagen Grimward" , fauchte sie ihren Mitschüler an und begab sich zu dem Fluss, den sie vorhin gesehen hatte. Die Snapper waren beseitigt und Kadire war froh und stolz auf sich, dass sie es doch schaffte stärker als diese Biester zu sein, die Männern gar nicht mal so unähnlich waren. Das Wasser stank erbärmlich, aber wenn man es mit dem verglich was an ihr hing, dann war es reines Blumenwasser. Sie wusch sich alles ab und schaute sich dann um. Keine Gefahr die näher kam und sie erhob sich wieder aus dem Wasser. Ihre blaue Robe hatte mittlerweile einige Flecken und sah auch nicht ganz sauber mehr aus. Kadire machte sich danach wieder auf den Weg zum Grimward.
Schnarcher
06.05.2006, 17:17
Kadire und Grimward hatten sich prächtig geschlagen, jeder Schuss war ein Treffer gewesen und mit Stolz konnte er behaupten, dass er es nur wenig besser hätte machen können. Natürlich, ihnen fehlte die Erfahrung eines Lehrmeisters, die Eleganz beim Schießen, die man nur mit über die Monate erlernen konnte, ganz zu schweigen von dem unerklärlichen sparsamen Pfeilverbrauch, den der Meister so perfekt beherrschte, dass er sich fast nie neue Pfeile machen musste. Einzig schlechter Punkt war die Taktik der beiden, aber da sie noch nie solche Viecher gejagt hatten, hatten sie es auch nicht wissen können. Was ihn sehr überrascht hatte, war, dass die Snapper bei Kadire nicht geflüchtet waren. Vor allem da einer nach den Anderen von ihnen gestorben war. Höchst seltsam, aber vielleicht lag es auch daran, dass sie fast nie zuvor Menschen begegnet waren. Grimwards Taktik war eine äüßerst waghalsige gewesen; Schnarcher fand das sympatisch. Der junge Mann hatte aber auch verdammt viel Glück gehabt, um ein Haar wäre er zerfleischt worden. Aber er hatte sich schon denken können, dass sich der Schüler irgentwie darausschlug. Leider hatte der Lehrling sich nicht an die Taktik mit dem Bogen in die Fresse hauen erinnert, aber trotzdem hatte er bewiesen, dass er wahrhaft ein Meisterschütze war. Ebenso wie KAdire eine Meisterschützin. Als die beiden Lehrlinge zu ihm kamen - Kadire hatte sich inzwischen von dem Blut befreit - sagte der Lehrmeister erstmal nichts. Er liebte das. Erstmal noch ein wenig schwitzen lassen. Nach einer angemessenen Pause, wie der Lehrer fand, sagte er folgendes:
"Nun meine Schüler. Viel Zeit ist vergangen, seit wir uns das erste Mal vor ziemlich genau zwei Wochen traffen. Ihr habt vieles gelernt, unter anderen konntet ihr das Minental bewundern", sagte er mit leicht spöttischen Unterton. "Heute hatte ihr die Chance euch zu beweisen. Die Prüfung war nicht leicht, die Anforderungen hoch. Ihr habt euch beide sehr angestrengt. Wenn auch ein zwei kleine Fehler passiert waren, aber das ist nicht weiter schlimm. Nun, mit Freuden kann ich verkünden, dass ich euch endlich los bin. Kadire und Grimward, ihr beide seit nun wahrhafte Meister im Kampf mit dem Bogen. Damit ist eure Lehre nun beendet. Es hat mir viel Spas gemacht mit euch diese Zeit zu verbringen. Bevor wir uns trennen, seid so gut und begleitet mich noch zum Pass. Ich hoffe, wir sehen uns irgentwann noch mal wieder, Kadire, Grimward."
"Moment mal Meister!", sagte Kadire.
"Was ist denn?", fragte Schnarcher im Plauderton.
"Was ist mit dem Wettkampf? Der Belohnung?", meinte Grimward.
"Äh ...", sagte Schnarcher nur. Seine Augen wanderten von links nach rechts. "Nun gut. Ich denke ihr habt beide heute ein gute Leistung an den Tag gebracht und es wäre unfair zu sagen, dass der eine besser als der andere wäre.", meinte er und schwieg einige Sekunden. Es schien ein inner Kampf in ihm ausgebrochen zu sein. Die nächsten Worte, kosteten ihn einiges an Mühe. "Ich baue euch beide Bögen."
Nach einer angemessenen Zeit, wo die beiden ihrer Freude kund tuen konnten, spazierten die kleine Gruppe unbeschwert in Richtung Pass.
Arkanis Gath
06.05.2006, 22:46
Die Gegend, durch die Arkanis und sein Lehrmeister Stoffel zogen, war rau und steinig. Am Fuße eines großen Vulkans, der im Zentrum des verwahrlosten Minentals emporragte, war keinerlei Vegetation aufzufinden. Die Bäume und Sträucher, die in dieser Öde standen, waren entweder besondere Trockenpflanzen oder einfach verdorrt. Es roch, wenn auch nur seicht, nach Schwefel, wobei dies doch eher das geringste Problem war, welchem man hier begegnen konnte. Arkanis hätte nie gedacht, dass hier je eine Kreatur dieser Welt leben könnte, doch seltsamerweise schienen sich gerade Eidechsen an diesem trostlosen Ort besonders wohl zu fühlen. Zwischen dem Geröll, den spitzen Felsen und der Gesteinsmasse, die, so wie sie aussah, einst in flüssigem Zustand selbst bis an dem Wegesrand gelangte, huschten hin und wieder kleinere Exemplare der Kaltblüter entlang und verschwanden sofort wieder, als sie die Menschen gesichtet hatten. Eine Gattung würde jedoch nicht in Panik davonlaufen und gerade diese stellte sich mehr oder minder in den Weg der Reisenden: Ein Waran.
Mit wachsamen Augen beobachtete der Schürfer das Tier, welches er soeben rein zufällig erblickte, bis dann auch Stoffel es erkannte. Der Waran hob sich wahrlich kaum von seinem Umfeld, was sich durchaus als gefährlich herausstellen könnte, sollte man mit müden Augen durch dieses Tal ziehen. Um einen Kampf würden die beiden laut den hochgezogenen Mundwinkeln im Gesicht des Söldners nicht herumkommen. Für Stoffel würde das Biest kein Problem darstellen, doch Arkanis mangelte es noch an Kampferfahrung. Aber er hatte vor einigen Tagen bereits ein kleineres Rudel von Wölfen erlegt und somit sollte diese einzelne Echse kein besonderes Problem darstellen. Während der Söldner erwartungsvoll schaute, wie Arkanis sich wohl anstellen würde, zog dieser schon mal sein Kurzschwert. Langsam und vorsichtig tastete sich der Schürfer an den Waran heran, der die Kämpfer bisher noch nicht gewittert hatte. Normalerweise waren diese Biester stets aufmerksam auf ihr umliegendes Feld aber dieser gemütliche Zeitgenosse lag sorglos auf seinem fast glühenden Stein und döste vor sich hin. Doch selbst das würde die Tatsache nicht verhindern, dass er Stoffel und Arkanis bemerken würde, wenn sie an ihm vorbeigingen. Also nutzte Arkanis gleich den Vorteil und versuchte sich leise heranzupirschen, um soviel Zeit und Überraschungseffekt wie möglich rauszuholen. Ein sauberer Stich in den Nacken wäre vielleicht das Beste in diesem Falle, nur würde es für den Dieb schier unmöglich sein, so dicht an das Opfer zu gelangen, ja selbst einem Meister der Schleichkunst, wie Stoffel es war, würde so ein Unterfangen alles abfordern von einer großen Portion Glück mal ganz abgesehen. Zwischen der Fähigkeit, sich an ein Tier heranzupirschen und der Fähigkeit, dies bei Orks oder Menschen zu tun, bestand ein erheblicher Unterschied. Selbst das wusste der Schüler.
Nur noch etwa fünf bis zehn Meter lagen zwischen Arkanis und dem im Halbschlaf liegenden Tier, doch das Glück sollte den Schürfer bald verlassen, denn das Biest erwachte urplötzlich aus seinem kleinen „Nickerchen“. Mucksmäuschenstill lehnte sich der Schüler an eine schmale Felswand und wagte es nicht, zu atmen. Die letzten Sonnenstrahlen waren nun endgültig erloschen und das Minental war in Finsternis gehüllt. Nur der schwerlich sichtbare Halbmond am Nachthimmel erleuchtete die Gegend und funkelnde Augen versuchten den vermeintlichen Störenfried ausfindig zu machen. Arkanis hatte zwar keine Ahnung, wo sich sein Lehrmeister gerade befand, doch solange er nicht gerade unbemerkt genau neben ihm stand, konnte er nicht weit sein, sollte es zu Schwierigkeiten kommen. Der scharfe Geruchssinn des Warans führte diesen immer weiter an den noch im Schatten verborgenen Schürfer heran. Nicht einmal die Dunkelheit bot nunmehr Schutz. Mit dem Schwert fest im Griff machte sich der junge Kämpfer bereit, aus seiner „Deckung“ zu springen, sobald er von der Situation her behaupten konnte, dass es soweit war. Es galt nun zu improvisieren, denn einen großen Plan hatte Arkanis nicht. Für weitere Überlegungen war jetzt jedoch keine Zeit mehr und flüsternd stieß sich der Dieb selbst an: „Jetzt oder nie!“.
Bevor der Waran überhaupt den Schatten, der gerade auf ihn zu kam, als Feind identifizieren konnte, hatte er bereits die erste, sehr schmerzhafte Verletzung erlitten. Ein kräftigern Stoß mit dem Kurzschwert in die Seite der Echse war das Ergebnis des Überraschungsangriffes und mit einem Satz entfernte sich der hinterhältige Angreifer wieder, wobei er durch die Unebenheiten des Bodens jedoch fast ins Stolpern geriet. Jetzt begann der schwierigere Teil des Kampfes. Die Kurze Klinge war definitiv ungeeignet, denn umso dichter müsste Arkanis an das Biest heran, um es zu verletzen und würde sich damit umso mehr in die Reichweite der aggressiven Attacken begeben. Mit wilden Seitwärtshieben war es Arkanis möglich gewesen, sich den Waran einigermaßen vom Leibe zu halten und sein Kurzschwert hatte den Kopf des Opfers bereits sichtliche Wunden zugefügt. Ein letzter, gewagter und vielleicht auch törichter Sprung nach vorne brachte den Dieb genügend an das Tier heran, um noch ein weiteres Mal zuzustoßen. In seinem verzweifelten Kampf, am Leben zu bleiben, erwischte der Waran noch den Arm des Angreifers, doch dieser hatte aus seiner letzten schmerzhaften Erfahrung gelernt und sich hierfür ausreichenden Lederarmschutz besorgt.
Ein endgültiger Stich eines Dolches tief in die Kehle brachte die Echse zur Ruhe. Auf ewig.
Im recht schwachen Schein des Mondlichtes sah er dann eine Person herantreten. Stoffel kam, um wahrscheinlich zu sehen, warum sein Schüler so lange brauchte während dieser sich langsam wieder vom Kampf erholte.
„He, aufwachen, wir müssen weiter“, brummte der Söldner und rüttelte Arkanis Schulter. Das Minental war beileibe keine Gegend um Staub anzusetzen, auch wenn die Höhle in der sie die Nacht über gelagert hatten verhältnismäßig sichtgeschützt lag. Zudem galt es auch noch Claw zu folgen – die Sache mit der Echse hatte da unerwartet viel Zeit beansprucht, was für den Vorsprung des irren Veteranen aus ihrer Perspektive nicht gerade vorteilhaft war. Aber dafür war die verhasste Echse nun tot, und seit er in Nandorean gewesen war wusste Stoffel, dass nur verdammt tote Echsen auch gute Echsen waren.
Mit geschulteter, dummerweise immer noch so gut wie nutzloser Armbrust trat er dann aus dem Unterschlupf und sah sich kurz in der näheren Umgebung um. Die Höhle war den Orks scheinbar doch keinesfalls unbekannt. Zumindest waren die beiden Lees nicht die ersten, die sie als Lager genutzt hatten, denn was dem Söldner in der vergangenen, größtenteils wolkenverhangenen Nacht entgangen war zeigte sich nun bei dem fahlen Tageslicht des Minentales recht deutlich. Im näheren Umkreis um den im Fels klaffenden Spalt der den Höhleneingang darstellte war der Boden wesentlich aufgewühlter als nur Meter entfernt, und der Bewuchs schien nicht nur abgestorben sondern abgebrannt zu sein. Eine stählerne Klinge die halb aus dem Staub des Bodens ragte und das Sonnenlicht reflektierte zog seine Aufmerksamkeit auf sich, doch stellte sie sich als schartig und zerbrochen heraus, als er sie herausholte. Da der Untergrund keinesfalls lose zu nennen war musste der Kampf der hier mit recht großer Wahrscheinlichkeit stattgefunden hatte, bei dem sich die Verteidiger wohl in der von ihnen gefundenen Höhle verschanzt hatten, schon einige Zeit zurückliegen. Dunkle Verfärbungen auf dem Boden nahe der Höhle ließen darauf schließen, wer den Kampf für sich entschieden hatte.
„Achtung, eine Orkkriegerpatrouille im Anmarsch!“, zischte Arkanis plötzlich hinter ihm und riss ihn as den Gedankengängen über den ominösen Kampf, von denen er selbst nicht genau wusste warum er ihnen nachhing, schließlich konnte es ihm genausogut egal sein. Ein schneller Rundumblick brachte ihm aber keine Erkenntnis, was er sah war alles mögliche, darunter sogar die entfernten, durch den Schnee weiß schimmernden Berggipfel, doch was eindeutig nicht darunter war, war eine Orkpatrouille. Er wusste nicht genau, ob er die Warnung missachten sollte - denn wenn sie stimmen würde hätte er es ja eigentlich selbst schon bemerken müssen, wenn sich etwas derartiges anbahnte – oder sich darüber ärgern sollte, dass der Dieb diverse Sachen vor Stoffel selbst bemerkte.
Nichtsdestotrotz entschloss er sich ihr zu folgen und so gingen die beiden mangels einer Alternative in Deckung, indem sie sich ein kurzes Stück an der nahen Felsklippe herabließen. Es währte nicht lange, bis laut polternde Schritte und das übliche Grunzen sich näherten.
„Junge, was macht jemand mit der Beobachtungsgabe eigentlich als Schürfer? Die Banditen können bestimmt gute Aufklärer gebrauchen, vielleicht solltest du dich mal an Razor, ihren Anführer wenden“, raunte Stoffel, während er sein Gewicht leicht verlagerte. Arkanis erwiderte nichts, und starrte nur scheinbar beklommen in die Tiefe unter sich. Na ja, vielleicht hatte er bisher noch nicht sonderlich oft mitten im Nichts rumgehangen, tief unter sich Felsboden, vor sich scharfkantiges Gestein, hinter sich besagtes Nichts und nicht zuletzt über sich Orks. Vorsichtig stemmte der Söldner sich wieder ein Stück hinauf, um nachzusehen wie groß die Patrouille war, doch ließ er sich sogleich wieder schnell herab. Auf den ersten Blick hatte er bereits fünf Orkkrieger und einen der Elite der Grünfelle in schwarz gepanzerter Rüstung gesehen, die scheinbar ihre Lagerspuren entdeckt hatten. Ein Kampf war da aussichtslos.
„Ich hoffe du hast alles Wichtige mitgenommen, jetzt geht’s bergab.“
Sie überquerten eine wackelige Brücke, der Fluss unter ihnen rauschte rasant und schnitt eine natürliche Grenze durch das Land. Das Wasser war größtenteils braun, viele Algen, viel Dreck, kurz: man konnte es nicht trinken. "Bäh!", schrie Ronsen und spuckte den Schlamm as, "Das kann man echt nicht trinken!" "Komm! Lass uns weitergehen, da vorn ist doch schon die Burg!", Uthar zeigte mit der rechten Hand auf die große Burg, die letzte Festung der Menschen, die in diesem Tal noch zu finden war. "Jaja...", maulte der Milize und folgte seinem Partner. Es war unnormal still hier, kein Vogel zwitscherte, kein Wind rauschte, es war einfach still. Steif liefen die beiden Gardler in Richtung des riesigen Eisentores. "Fühlst du dich auch so unwohl?", flüsterte der Rekrut. "Jaa, als würde ich beobachtet werden...", antwortete Ronsen. Aber immer wenn er sich umdrehte, war nichts und niemand hinter ihm zu sehen. "Na klasse", maulte der Schmied, während sie vor dem geschlossenen Tor standen. "HALLO!", rief er laut, "IST DA WER?" "Bist du wahnsinnig?", meckerte Uthar und zwickte seinen Kollegen in die Seite. "Autsch, was soll das?", maulte Ronsen. "Wenn uns nun noch wer anders hört? Ein Feind? Ein Monster?" Gerade wollte der Soldat zu einer schnippigen Antwort ausholen, aber da unterbrachen ihn die Schritte eines heranrennenden Menschen. Ein junger Waffenknecht von kleiner, rundlicher Statur, mit kurzem braunen Bart und stechend braunen Augen stand auf der anderen Seite des Gitters. Auf den ersten Blick konnte man ihn für einen Zwerg halten, auch seine Waffe, ein Beil, deutete darauf hin. "Hiho Waffenknecht, lass das Gitter hoch, damit mein Freund und ich eintreten können!", befahl Ronsen. "Das geht nicht...", murmelte der junge Kerl, "ihr müsst..." Mitten im Satz brach er ab, seine Augen wurden unnormal groß, sein Mund schien sich ungewollt zu öffnen, das ganze Gesicht verwandelte sich in eine ängstliche Fratze. "Was ist denn los?", fragte der Milize.Dann rannte der Waffenknecht schreiend davon. "Was hat er denn?" "Ronsen, weg!", schrie Uthar und drückte ihn zu Boden. Eine riesige Axt war gegen das Gitter geknallt, genau dort, wo der Soldat stand. Als sich die beiden Gardler wieder aufrappelten, konnten sie kaum glauben, was da vor ihnen stand. Das Biest war etwa 2 Meter groß, grün, haarig und ziemlich schlecht drauf. Ein muskolöser, wutentbrannter Ork stand vor ihnen und holte bereits ein zweites Mal mit der riesigen Akt aus. "WEG!", schrie Ronsen, half seinem Partner auf die Beine und rannte links an der Burgwand entlang. Der Ork war direkt hinter ihnen, und er holte auf, er war schneller als sie. "Schneller!", schrie Uthar. Der Milize wusste, dass sie nicht entkommen konnten, seine einzige Chance war es, den Ork anzugreifen, dann würde wenigstens sein Freund überleben. Er drehte sich um, schaute dem Gegner tief in die Augen. Der Ork ließ seine riesige Waffe gegen Ronsens Schwert. Die Klinge zerbrach zwar nicht, aber die Wucht des Aufschlags ließ den Soldaten zu Boden fallen. "Schnell! Hierher!", rief eine vertraute Stimme. Es war der Waffenknecht; er hatte eine kleine Stahltür an der Seite der Burg geöffnet, kein Ork würde dort durchpassen. Uthar war bereits durch die Tür gekommen, Ronsen schnappte sich sein Schwert und konnte gerade noch so dem nächsten Schlag des riesigen Monstrums ausweichen. Dann war er in der Burg, sie waren noch am Leben, sie waren an ihrem Ziel...
Françoise
08.05.2006, 18:35
Es waren ruhige und schöne Tage, die Ed in dem alten Wachturm verbracht hatte. Viele Tiere grasten auf der Ebene vor dem Turm, andere zogen einfach nur vorbei. Mit der Astralrune konnte sie die Empfindungen jedes der Wesen ausmachen, die sie sah. Es waren auch einige Orks vorbei gestapft. Ihre Emotionen waren entschlossen, mutig, aber nicht aggressiv. Allerdings wurde das Beobachten langsam ermüdend und Ed sehnte sich nach etwas Abwechslung. Deshalb entschloss sich die Magierin ihre wenigen Habseeligkeiten zusammenzupacken, die eigentlich nur aus ihrem Robenmantel und dem Leinensack bestanden, sowie ihrem Stab, und aufzubrechen. Der Siegelzauber hatte die ganzen Tage über gehalten, Ed fragte sich inzwischen ob er überhaupt irgendwann einmal zusammenfallen würde oder ob er für immer bliebe, wenn man ihn nicht abhöbe. Aber eine einzige Handbewegung der Magierin reichte, um den Zauber wieder verschwinden zu lassen. Vor dem Turm hockte ein Scavenger und zupfte im Gras herum. Als das Tier Ed bemerkte spähte es unter seinem roten Federkamm hervor und beäugte die Magierin misstrauisch. Diese aber rührte sich nicht vom Fleck und hockte sich ebenfalls auf den Boden. Einige Minuten starrten sich die beiden an, bis der Scavenger nachgab und wieder mit seinem Schnabel im Gras herumstocherte. Wenn man den Tieren nur genug Zeit gab sich zu gewöhnen griffen sie auch nicht an. Vielleicht ein Schattenläufer schon, aber das war auch ein etwas anderes Kaliber als ein Scavenger. Viele Menschen schreckten einfach nur zurück oder machten sonst etwas, um das Tier entweder zu verjagen oder es sogar zu töten. Da war es kein Wunder, wenn sie angegriffen wurden. Der Scavenger behielt Ed zwar noch im Auge, aber konzentrierte er sich viel mehr darauf Würmer aus dem Boden zu holen. So konnte die Erwählte ungestört ihren Weg fortsetzen, aber nicht zurück in Richtung Steinkreis, sondern über die Ebene. Dort grasten noch mehr Scavenger, vermutlich die Herde des anderen Tieres, aber sie waren zu weit weg, um sich an Ed zu stören. Ein vermodertes, altes Holztor, oder viel mehr das, was davon noch übrig war, führte auf eine weit größere Ebene und unverkennbar war in einiger Entfernung die Burg zu sehen und rund herum Zelte der Orks. Ein Weg führte in ein kleines Tal hinab, Sumpfpflanzen waren dort haufenweise zu finden. Es musste wohl der Eingang zum Drachenhort ganz in der Nähe sein, aber dort herumzugucken wäre wohl nicht sonderlich empfehlenswert. Auf der anderen Seite des Tals stand eine verlassene, teilweise schon verfallene Hütte. Der letzte Besucher musste schon vor Wochen fort gegangen sein, denn das Lagerfeuer war von Tierspuren zertreten und über den Platz vor der Hütte verteilt. Im Inneren der Behausung fand Ed eine klapprige Liege, sowie eine Truhe, jedoch ohne Inhalt. Die Magierin beschloss eine kleine Rast einzulegen. Sie schmiss den Leinensack auf das Bett und sah sich die Gegend etwas genauer an. Hinter der Hütte war eine kleine Höhle im Fels und sogar eine Tür war darin zu finden. Der Raum dahinter war geräumig, aber vermutlich noch länger nicht mehr benutzt worden, als die Hütte. Die Luft war staubtrocken und viele Spinnweben hingen von der Decke herab. In der Ecke war eine weitere Truhe. Das Schloss klemmte, aber ein Feuerpfeil löste es im Handumdrehen. Im Inneren war unter einem Haufen unnützen Krimskrams ein grauer Stoffhaufen auf den Boden zusammengedrückt, der sich, nachdem Ed ihn herausnahm, als alte, recht verschlissene Robe entpuppte. Dem Schnitt nach war es wohl die Robe für einen Mann, allerdings war sie dafür ziemlich klein, so dass sie auch Ed passte. Welcher Grund es auch immer war, die Magierin fand Gefallen an dem grauen Gewand. Es strahlte nicht gerade Reichtum und Wohlstand aus, aber vielleicht gefiel ausgerechnet das der Erwählten. Immerhin waren ihre anderen Roben auch von eher schlichtem Stil und wenig prunkvoll. Ihren roten Robenumhang legte Ed sorgfältig zusammen und steckte ihn in den großen Beutel, der an der Seite der grauen Robe hing. Zumindest hatte Ed nun auch endlich etwas, in das sie ihre Sachen stopfen könnte. Äußerst zufrieden über ihren Fund kehrte Ed zurück in die Hütte. Zumindest war diese Robe mehr Wert als der alte Leinensack aus der Höhle unter dem Steinkreis. Aber schließlich war er auch nur eine improvisierte Schlafgelegenheit.
Schnarcher
08.05.2006, 20:58
Der Novize hatte einen nicht all zu angenehmen Tag erlebt. Dierekt am Morgen war er erbamungslos von einigen dieser Soldaten geweckt worden, die ihm immer unsympatischer wurden. Noch in der ersten Stunde des Tages waren sie aufgebrochen und hatten die Grenze zum Minental betreten, die die Berge hier bildeten. Er musste enttäuscht feststellen, dass sich nichts verändert hatte. Immernoch war die ganze Gegend unglaublich kahl und leer. Irgentwie trostlos. Im Gegensatzt zu dem Mienental war das dennoch ein wares Paradies. Sogar die ein oder anderen Pflanzen lebten hier, auch wenn sie einen erbitterten Kampf gegen den Tod führten. Und wenn er eine Pflanzenart erwartet hätte, dann wäre es diese gewesen: Dornen. Wie sehr er dieses Land doch hasste.
Das Wetter schlug allmählich um, hieß es wurde ein wenig kälter und es war fast den ganzen Tag bewölkt. Auch jetzt zeigte sich die Sonne nicht. Außerdem hatte am Morgen eine recht steife Briese geweht, wobei mehre Staubkörner den Weg in seine Augen fanden - nicht sehr angenehm. Wegen dem vielen aufgewirbelten Staub kamen sie auch nur recht schleppend voran, der Lehrmeister schätze gerade wie lange sie wohl bis zu den Schürferstellen brauchen würden, als die Gruppe plötzlich ins Stocken geriet.
"Wieso geht es denn da vorne nicht weiter?", fragte Schnarcher und drängelte sich weiter nach vorne. Wenig später sah er den Grund, der hinter einer Ecke lag. Anscheinend hatte es vor kurzem einen kleinen Erdrutsch gegeben. Der ganze Weg war versperrt. Nur der primäre Weg durch die Reihen der Orks war noch offen. Na das fängt ja gut an!, seufzte er. Wenig später wurde der Befehl erteilt, das Geröll wegzuräumen. Keiner wurde verschont, selbst er konnte sich nicht davon stehlen, obwohl ihm das im Laufe der letzten Wochen zur zweiten Nautur geworden war. Sie brauchten mehrere Stunden bis es weiter gehen konnte. Die Sonne verschwand schon hinter einer Bergkette, als es wieder losging.
Als Angehöriger des "Sicherheitstrupps" hatte er die Aufgabe bekommen, ganz vorne in der ersten Reihe zu gehen, was ihm jetzt mehr oder weniger zu Gute kam; die Aussicht war fantastisch. Zumindest wenn er zur Seite von Khorinis blickte. Zur anderen Seite wollte er gar nicht erst schauen, wusste er doch, was dort auf ihn wartete.
Zunächst ging es durch eine Art unterführung steil Berg auf. Die Karrenschlepper, wie der Bogner die armen Schweine des anderen Trupps getauft hatte, kam nur langsam voran, aber mit ein wenig Zusammenarbeit war auch das geschaft. Darauf führte der Weg sie über ein natürliche Brücke, dann waren sie auch schon in der dunklen Mine. Die Angehörigen der Garde zündeten Fackeln an, der Novize und einige seiner Brüder benutzten ihre Magie zum Licht erzeugen.
Die ganze Zeit ging es relativ steil bergab. Sie folgten nur dem Haupftweg, sofern man diesen so bezeichnen konnte, da er sich ständig windete und hin und wieder durch ein paar Felsbrocken versperrt war. Diese konnten aber immer rasch beseitigt werden, sodass der Trupp fast gar nicht ins Stocken geriet. Nach einiger Zeit waren sie dann wohl an der tiefsten Stelle der Mine angekommen. Das konnte man an vielen Dingen erkennen. Erstmal, es ging wieder bergauf. Zweitens lag ein recht großer und wahrscheinlich tiefer See zu ihrer Linken. Einer der Anführer, ein Ritter soweit er es erkennen konnte, mahnte sie nochmal zusammenzubleiben. Als ob wir hier ein Bad nehmen wollten, dachte Schnarcher leicht genervt und verdrehte die Augen, was glücklicherweiße niemand in der relativen dunklen Finsternis bemerkte.
Der Weg hinauf war merwürdiger Weiße viel kürzer als der Weg runter, was ihn ein wenig iritierte. Außerdem war er ziemlich ereignisslos. Nur eine Riesenratte versperrte ihnen einmal den Weg. Einer der Kämpfer erlegte sie, bevor er sie überhaupt bermerkt hatte. Dann, kam endlich ein großes, helles Loch in Sicht. Der Ausgang. Der ganze Konvoi schien ein rascheres Tempo anzuschlagen und von hinten erschallten schon Rufe, dass man davorne nicht soviel Gas geben sollte.
Man. Immer diese Drecksarbeiten, erst Karren schieben und dann Gerümpel wegräumen. Man, man, man. Und fertig war er auch. Das Geschiebe, diese monotone Arbeit machte einem im Geist viel fertiger als körperlich. Und dann ging es durch den Mineneingang. Von oben Tropfte es. Zwerge hätten hier ihre wahre Freude daran, aber diese Feuchte die in die Kleider kroch war dann doch nicht so toll. Ivan war auch ziemlich ruhig geworden, er schien über irgendetwas nach zudenken. So musste Odinson schweigend neben ihm herschieben.
Die Fauna war ziemlich öde hier. Kaum Bäume nur Sträucher und Dornengestrüpp. Und Kaum Getier, noch Vögel. Dieser Ort wurde Odinson immer unsympathischer.
Irgendwo hier musste die Stelle gewesen sein, wo sie ihr Lager gehabt hatten. Er versuchte irgendetwas wieder zu erkennen. Nein es war Nacht gewesen und hier sah jetzt schon alles gleich aus. Doch eines wusste er. Er musste hier durch diese Mine gerannt sein.
So in Gedanken versunken ging es weiter. Immer zäher, da nun auch die Kraft der Gardler immer mehr schwand. Er hatte nicht aufgepasst und Ivan auch nicht und auf einmal rumpelte es und eine hübsche Frau mit schwarzen Haaren lag in ihrem Karren. Sie sah sie wutentbrannt an. „Könnt ihr Schwachköpfe überhaupt was? Zu blöd einen Karren zu schieben!“ Ivan wurde rot und stammelte irgendetwas von nicht so gewollt und nicht aufgepasst, aber Odinson hielt an. "Tut uns leid, wir waren in Gedanken." Sie erwiderte nichts und ging einfach weiter...
„Mann, das war eine Frau!“ „Man die war eingebildet und sah nur gut aus" Ivan erwiderte nichts.
Nun endlich kamen auch Odinson und Ivan ans Licht. Die Sonne stand nun schon hinter den Bergen. Die Ritter hatten schon eine Lichtung keine hundert Meter entfernt bergab gesichtet und dirigierten nun alle dorthin. Und nun wurde wieder ein Lager aufgeschlagen unter den nackten Felsen dieses unheimlichen Ortes…
Grimward
08.05.2006, 22:15
Nachdem sie das Geröll unter schweißtreibender Körperarbeit beseitigt hatten, stalpten Grimward und seine Gefährten durch die verlassene Mine. Dort tropfte es von der Decke, es war feucht kalt und Grimward war müde. Verdammter Dreckstag, dachte er immer wieder, während sie sich durch die Mine schleppten. Endlich, dämmerte ihnen ein Licht am Ende des Tunnels. Gradezu beflügelt, schoben die Schürfer, denen Tarnum und Grimward nun auch halfen die Karren die letzten Meter durch die Mine. Bis sie das Minental erreichten. Augenblicklich erfasste sie eine schwüle Böhe, Grimward stöhnte wütend. Wieder dieses erbärmlich blöde warme, nasse Wetter, selbst abends wird es hier nicht besser "Mmh ich hatte gehofft es wäre schöner geworden", raunte Schnarcher, der plötzlich neben ihm auftauchte, Grimward zu. "Ja klar, immer doch", erwiderte Grimward und bemühte sich um eine ernste Miene. "Hätt nichts dagegen mal was zu essen oder zu mich wenigstens hinzulegen", mischte Tarnum sich ein. Grimward und Schnarcher nickten zustimmend. Holpernd und polternd zog der Konvoi durch die karge Landschaft, doch auch DraconiZ und Uncle-Bin schienen die Lust an dem Ausflug zu verlieren.
Sie diregierten mit Grmwards, SirUllis und Tarnums Hilfe, den ganzen Trupp in den Wald, nahe der verlassenen Mine. Dort fanden sie schnell eine Lichtung, die groß genug für sie alle Gardler und Ordler war.
"Na endlich, ich brauch n Bier", murrte SirUlli. "ja, ich mag auch nicht mehr laufen", erklärte Grimward. "Ich kann keine Steine mehr sehen", schloss Tarnum das Klagelied. Sie blickten sich an und prusteten. "Jammerlappen", meinte DraconiZ spöttisch. Schnarcher grinste, meinte jedoch: "Schwingt keine Reden, los wir müsse das Lager aufbauen." Grimward und die Anderen nickten und alle machten sich daran das Lager aufzubauen. Grimward arbietete mit einer hübschen, jedoch biestigen und mürrsichen Frau und einem jungen Rekruten zusammen. Der Anblick der Frau schien den Rekruten ziemlich aus der Fassung zu bringen. Doch er erntete lediglich kühle Herablassung. Grimward musste sich ein ums Andere mal das hähnische Grinsen oder gar lautes prusten verbeißen. Trotz diesem und weiterer kleiner Zwischenfälle ging der Aufbau recht zügig von statten. Grimward konnte trot des elenden Wetters nicht bestreiten, das das arbeiten, selbst das schieben von Geröll ihm irgendwie Spaß machte. Es war die erste große Aktion mit vielen Gardlern. Sah man einmal von der grauenvollen Schlacht um Khorinis ab.
Sir Ulrich
09.05.2006, 01:01
Hatte er sich gestern noch gewundert, wie schnell sie es bis hierher geschafft hatten, ginge es heute umso schleppender..., gerade so, als solle die eingesparte Zeit einfach so verplempert werden. Es dauerte ewig, bis sich der Trupp zum Abmarsch formiert hatte, „das kann doch nicht so schwer sein, einfache Anweisungen zu befolgen“, für SirUli hatte der Tag schlecht begonnen. Er konnte es nicht ausstehen, wenn die einfachsten Dinge nicht funktionierten und schon gar nicht, wenn er davon betroffen war. Es ging ihm gehörig auf die Nerven, immer und immer wieder die gleichen Befehle zu geben, als wenn die Rekruten es extra machten, nur um ihn zu ärgern. Entweder waren sie strohdumm, oder begriffen wirklich nicht was er sagte, aber was war denn schon so schwer daran, einen Karren von der einen Stelle zur anderen zu schieben. Es war zum Haare raufen, am Ende war es dann doch geschafft und der Treck setzte sich in Bewegung..., der Waffenknecht, war erleichtert.
Sie hatten das Tor zum Minental passiert und gerade ein Tempo gefunden, mit dem alle zurecht kamen, in den Augen von SirUli allerdings zu langsam. Die Leute müssten sich sputen, wenn sie ihr Tagesziel noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wollten“ hatte er gerade im Sinn, als die schlechte Nachricht kam. Ein großer Berg aus Geröll, versperrte ihnen den Weg..., alle Männer waren den ganzen Tag über damit beschäftigt, den Durchgang frei zuschaufeln, ein hartes Stück Arbeit.
Auch Murielle musste mithelfen, sie war, wenn auch nur widerwillig seiner Anweisung nachgekommen, es muß für sie eine völlig neue Situation gewesen sein, nun Befehle zu erhalten, die dem Wohle einer Gemeinschaft dienlich waren und diese zu auszuführen. Bislang kannte sie SirUli wohl nur als Lehrmeister und hatte sich vielleicht noch nicht wirklich Gedanken darüber gemacht, das er einen höheren Dienstgrad hatte. Jedenfalls musste sie nun feststellen, egal ob es nun um Ausbildung ginge oder etwas anderes, das sie seinen Kommandos eine gewisse Bedeutung zumessen sollte und es besser wäre, diese auszuführen. Man konnte ihr ansehen, das ihr das überhaupt nicht behagte..., aber es stellte sich gleich die Frage, was will diese Frau in der Garde, wenn sie solche Schwierigkeiten hat, sich unterzuordnen. Schon eine ganze Weile beobachtete SirUli die junge Rekrutin und versuchte eine Antwort auf seine Fragen zu finden. Rekrutin..., dieser Begriff, war ihm in seinen bisherigen Begegnungen mit dieser abweisenden Schönheit, noch gar nicht in den Sinn gekommen, bislang hatte er sie einfach als Schülerin betrachtet, der er was beibringen wollte, besser gesagt sollte, aber das sie wirklich nur eine einfache Soldatin sei, war ihm gar nicht in das Bewusstsein gekommen. Klar..., schon als Mitglied der Garde, aber dieser niedrige Rang..., der Lehrmeister kam in’s grübeln, wieso ihm das jetzt erst auffiel. Es muß wohl ihre Art des Auftretens sein, irgendwie hatte er sie bisher nur als kühle und abweisende Person wahrgenommen, in Wahrheit war es wesentlich mehr. Erst jetzt kam er dahinter, das diese Frau genau zu wissen schien, was sie wollte, das drückte sich in ihrer ganzen Verhaltensweise aus, niemals würde Jemand der unsicher sei, so handeln. Je mehr er darüber nachdachte, umso mehr Fragen tauchten auf, es würde wohl noch eine Weile dauern, bis er sie durchschaut hätte, wenn überhaupt..., obwohl es inzwischen fast Dunkel war, gab DraconiZ den Befehl weiter zu marschieren.
Für die Meisten, war es wohl die erste Reise ins Minental, denn die Stimmung der Männer schlug nach einer Weile um, die Gespräche verstummten und die meisten Gesichter verfinsterten sich zu einer sorgenvollen Mine. Kein Wunder bei dieser unwirtlichen Gegend, der man selbst mit viel Wohlwollen nichts positives und schon gar nicht schönes abgewinnen konnte. Allen war wohl bewusst, das sie nun mittendrin steckten in dem Schlamassel, schon jetzt war die Angst in den Augen Einiger abzulesen und das, obwohl sie noch nicht mal in der Nähe, der gefährlichen Gebiete waren. Vielleicht war vielen Rekruten einfach nur bewusst geworden, das sie ab nun völlig hilflos seien, denn an jeder Ecke könnte eine Gefahr lauern..., Orks, Rudel von Drachenspapper und Wargen..., die Gerüchte machten ihre Runde. Gegen keinen dieser Gegner, hätten sie auch nur die Spur einer Chance, nun wussten wohl alle, warum so viele bewaffnete Soldaten und Mitglieder des Klosters, diesen Zug begleiteten. Manchen sah man an, das sie am liebsten zurückkehren würde, doch dafür war es nun zu spät..., ihnen bliebe in den nächsten Tagen nur die Hoffnung, das sie hier heil wieder rauskommen. Sich an den Gedanken klammern, das der Sicherungstrupp, alle Gefahren abwenden würde..., darauf vertrauen und beten, das nichts passieren würde. Sicherlich ein frommer Wunsch, nicht sehr wahrscheinlich, aber was sollten sie sonst tun..., am besten nicht daran denken, das wäre das Beste. Gerne hätte SirUli dem Einen oder Anderem diesen Ratschlag gegeben..., war es doch die Devise, nach der er selbst handelte, aber das war nicht jedermanns Sache und so unterließ er es einfach und machte erst gar nicht den Versuch.
Nach einigen Stunden mühevollen Weiterkommens, waren alle Männer nicht mehr in der Lage weiter zugehen, DraconiZ hatte endlich ein Einsehen und gab den Befehl das Nachtlager aufzuschlagen. Schnell war der Platz gefunden und der Aufbau der Zelte ging verdächtig schnell vonstatten..., plötzlich musste nicht mehr rumgeschrieen werden, Jeder wusste was er zu tun hatte. Die meisten hatten nach diesem anstrengendem Tag nur noch eines im Sinn..., schlafen, so dauerte es auch nicht lange, bis alle Arbeiten erledigt waren und schnell hatten sich die meisten in den Zelten verkrochen. Ein gemütliches Beisammensein würde heute Abend nicht stattfinden, so viel stand fest, vielleicht lag es allein schon daran, das es aus Sicherheitsgründen nur ein kleines Lagerfeuer gab. Nach werfen einer Münze, war klar, das SirUli die Nachtwache einteilen musste, eine undankbare Aufgabe im allgemeinen, in dieser Nacht ganz besonders..., er ließ sich aber von den mürrischen Blicken der Auserwählten nicht beeindrucken. Schließlich hatte Alle ihre Pflicht, ihre Aufgabe zu erfüllen, nur so wären sie als Einheit stark und Jeder müsse seinen Teil dazu beitragen. Diese und ähnliche Worte benutzte er, um die Leute zu motivieren, die Augen offen zu halten und deren Sinne zu schärfen..., auch das war nun geregelt. Zeit ein wenig zu entspannen..., den Tag Revue passieren zu lassen, sein Bier auszutrinken und danach auch zu versuchen ein paar Stunden Schlaf zu finden...
Am gestrigen Tag war der Trupp wirklich schwer von den Geröllmassen behindert worden und Bernado hoffte, auch wenn er noch nichtmal ein Mitglied der Garde, nein nur ein einfacher Anwärter des Ordens, war, dass sie heute wenigstens nicht mehr behindert werden würden. Während er so, schon hellwach dasaß und in die Ferne des Minentales blickte, dachte er über das zukünftige und vergangene Vorankommen des Konvois nach, so wie auch über sein eigens Leben. Der Barde war sich, außer bei der Wahl dem Orden beizutreten, nicht immer sicher, ob er die richtige Wahl getroffen hatte. In letzter Zeit zum Beispiel sah er es nurnoch als eine Pflicht an ab und zu mal in der Taverne Gold zu verdienen und nicht mehr als eine richtige Beschäftigung. Vielleicht sollte er seinen bisherigen Beruf einfach vergessen und etwas anderes lernen.
Es war noch ruhig, aber das konnte sich ändern. Die meisten Menschen, Orks, Snapper und all die anderen Monstren schliefen wahrscheinlich noch oder schon. So konnte man ohne wirkliche Gefahr, besonders wenn es noch Wachen gab einfach dasitzen und in den Anblick des trostlosen Tales versinken. In der Ferne konnte Bernado ein paar Snapper einfach im Gras liegen sehen, wie friedlich sie so aussahen, ganz über ihre normale Gefährlichkeithinwegtäuschend. Es war wohl wirklich gerade die Zeit in der beinahe alles ruhig war.
DraconiZ
09.05.2006, 11:16
DraconiZ grinste. Es war zwar unglaublich gemein was er nun vorhatte, besonders in einer solchen Situation, doch er konnte sich das Grinsen einfach nicht verkneifen. Seine beiden Arme waren angespannt, denn er hielt einen großen Eimer voller Wasser in Händen und stand in diesem Moment direkt über drei Milizen, die noch friedlich schliefen. Der Ritter hatte keine besonders sadistische Ader, doch manchmal kam es einfach über ihn. Auch wenn er in diesem Fall damit beruhigte, dass die Waffenknechte immer bereit sein mussten, verdeckte dies nur die Tatsache, dass er daran wirklich Spaß hatte. Schließlich wurde das Grinsen des Schmiedes noch breiter und alle drei wurden mit einem klatschenden Geräusch mit dem Wasser benetzt. ,, Orks überall!“, meinte der Schleichlehrer gerade laut genug, dass nur seine drei Opfer das hören konnten. Mit einem Ruck standen alle drei gleichzeitig auf und stießen ihre Köpfe aneinander. Während die drei getroffen wieder zurück auf ihre Bettlager fielen musste der Ritter sich mit aller Macht zusammenreißen um nicht laut loszulachen. ,, Ahh was ist? Innos hilf uns“, murmelte einer der Milizen verschlafen als er zum zweiten Versuch ansetzte und es diesmal auch wirklich schaffte aufzustehen. Es dauerte ebenfalls nicht lange bis es die anderen beiden auch schafften verschlafen aufzustehen und als sie registrierten, dass sie standen sofort hysterisch anfingen zu reden. ,, Orks? Monster wo? Draco wo?“, einer der Waffenknechte hatte den Ritter an den Schultern gepackt und guckte ihn voller Angst an. DraconiZ hingegen machte einen unverständlichen und gleichzeitig abweisenden Gesichtsausdruck und machte sich mit einem Ruck los. Als er wieder einigermaßen Freiraum hatte räusperte er sich und beendete den Schrecken: ,, Okay Leute das war nur ne Übung, ob ihr bereit seit und ihr habt sie nicht bestanden. Aber das üben wir ja noch“, der Ritter erfreute sich noch eine Weile über die brummigen Gesichtsausdrücke bevor er fortfuhr: ,, Aber da ihr ja nun wach seid, könnt ihr euch schon mal für den Kampf heute Mittag vorbereiten, denn der wird zweifelsohne kommen“. Schlagartig wurden die Gesichter der der drei Soldaten wieder ernst und sie nickten. DraconiZ hingegen entfernte sich ohne ein weiteres Wort von ihnen und ging zu den anderen hinüber.
,, Wir werden hier bald aufbrechen müssen, sobald alle wieder einsatzbereit sind. Es ist ein Wunder, dass wir noch nicht von einer Gruppe von Orks angegriffen worden sind“, meinte der Anführer des Konvois, nun wieder sehr ernst, zu Grimward, der schon eifrig damit beschäftigt zu sein schien, wie es weiterging. Jener guckte kurz auf und als er erkannte, dass es DraconiZ war, der zu ihm gesprochen hatte nickte er. ,, Ich habe schon alles geplant. Ich hoffe wir werden heute an einer der Schürfstellen ankommen“. Auf diese Worte hin nickte der Ritter bekräftigend und lies seinen Blick über das Ödland schweifen, was man als Minental bezeichnete. Man konnte auf jeden Fall sagen, dass es eine der unwirtlichsten und gefahrenvollsten Gegenden, für Menschen, auf diesem Planeten war. Der Schleichlehrer wusste genau, was hier auf ihn wartete. Alles hier war grau, verdorrt und unglaublich gefühllos. Mit diesen Gedanken milderte sich auch direkt wieder seine gute Laune, die er durch das Ärgern der Waffenknechte gewonnen hatte und er kam langsam wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Denn in diesem Tal gab es keine Freude, sondern wenn man Glück hatte eine Menge Erz und wenn man Pech hatte nur den Tod.
Grimward
09.05.2006, 13:31
Am nächsten Morgen kam ein grinsender DraconiZ, der grade ein paar Waffenknechte reingelegt hatte, bei Grimward, vorbei. "Wie gehts weiter?" fragte DraconiZ. Grimward, der schon seit ein paar Stunden auf den Beinen war und versuchte Ornung in seinen Schürfertrupp zu bringen. "Ich weis nicht so Recht", murmelte Grimward und blickte auf die Karte, die Tarnum, der grade woanders war, ihm gegeben hatte, "Wir müssen heute eine Schürfstelle erreichen, die Frage ist, welcher verspricht Erfolg", fuhr er fort. SirUlli und Rammius kamen angeschlendert, auch Tarnum trat hinzu und alle beugten sich über die Karte. Vergeblich rätselten sie, kamen jedoch zu keinem klaren Ergebnis. Einige meinten, das die nächstliegende am Besten wäre. Andere waren der Meinung sie sollten einen Abstecher zur Burg machen, doch Grimward war völlig dagegen. "Ihr wollt mit Sack und Pack an den Ors vorbei?? Wir würden alle sterben?" meinte er. Nun kam auch Schnarcher hinzu und drängelte sich dazu. "Wo ist Uncle-Bin?" fragte Schnarcher der offenbar auch nicht mehr Rat wusste als die Anderen. Wie auf ein Stichwort, stiefelte der Lord hinzu. "Was´n los?" gähnte der Lord.
"Wir sind uns nicht sicher wo wir lang ziehen sollen!" erklärte Tarnum knapp. "zur nächst liegenden Miene, wo leigt das Problem?" fragte der Lord spöttisch. "In Orks, Snappern, Wölfen, lurkern, Fliegen und anderem Getier", meinte DraconiZ. "schließlich wollen wir Khorinis wiedersehen", kam Schnarcher ihm zur Hilfe. "Aber es gibt halt keine andere Möglichkeit, das Minental ist nunmal gefährlich!" sagte Grimward noch bevor Uncle-Bin etwas erwidern konnte. Rammius nickte bedächtig und meinte: "Er hat Recht!" "Unverschämnter Knecht, nimmt mir meine Antwort weg", grummelte Uncle Bin. "Also ziehen wir einfach weiter?" fragte Schnarcher nocheinmal nach. Die Anderen nickten. "Innos steh uns bei", murmelte Schnarcher. Draconiz stellte sich rasch auf eine Kiste und brüllte: Männer Innos, packt die Sachen ein, wir ziehen bald weiter! Wir steuern nun die Schürfstellen an. Nehmt Aufstellung, nachdem ihr alles eingepackt habt! Also macht schon, wir haben nicht viel Zeit!"
In wenigen Stunden war der Konvoi abreisebereit, alle hatten sich nun aufgestellt und sie konnten weiterziehen. DraconiZ gab den Befehl zum Aufbruch und die Lawine aus karren, Leibern und Gütern rollte weiter.
Während der Erztrupp sich langsam wieder auf die Weiterreise machte, dachte Stevo noch über den Sinn dieser Aktion nachdachte, gerade er hatte so gut wie keine Erfahrung im Kampf und trotzdem war er mit im Minental. Die werten Paladine mussten ja keine Sorge haben, sie hatten ihre großen Schwerter und ihre dicke Rüstung, doch Stevo war so gut wie ganicht geschützt. Kein Wunder das er zum Schürfertrupp gehörte. Der Schürfertrupp bestand allgemein fast nur aus Soldaten, die entweder nicht sonderlich Erfahren waren oder keinen hohen Rang ihne hatten.
Wieder kam ihm der Gedanke, ob diese Mission Sinn machte, denn sonderlich sicher war es im Minental nicht, gerade da ein Königlicher Erzkonvoi nicht gerade unauffällig war, die lauten Karren mit der schweren Ausrüstung würden bestimmt Kreaturen anlocken. An die Orks wollte er erst ganicht denken. Stevo wusste nicht viel über die Orks doch eines wusste er sicher:
Selbst Paladine hatten keine Chance gegen diese Kreaturen, die in Stevo Augen Beliar förmlich präsentierten. Er selbst wusste nicht viel darüber, wie die Chancen von einem Paladine war, wenn er gegen einen Ork kämpfte. Warscheinlich hätte der Paladin gewonnen, doch wenn ein Ork kam folgten ihm mindestens immer 10 andere. Darum sah es im Krieg auch so schlecht aus.
Anscheind war das Erz so wichtig, dass man es jetzt sogar von Soldaten läßt, die mit einem halbgesicherten Konvoi durch das Minental wanderten.
Während Stevo im Hintergrund hörte wie eine Stimme den Befehl zum abrücken gab wollte er noch weiter darüber nachdenken, doch Befehle missachten hätte Stevo selbst nicht kurz vor dem Tod getan.
Als letzter ging seiner Gruppe ging dann auch Stevo los.
Ivan konnte gestern Nacht nicht gut schlafen. Seine Wunden taten zwar nicht mehr weh aber das er dem Tot wieder so früh begegnete machte ihm schwer zu schaffen und hier waren sie auch nicht in Sicherheit der Tot konnte hinter jeder Ecke lauern. Er stand schon um fünf Uhr morgens auf der Matte und setzte sich nach draußen. Im heller werdendem Licht betrachtete er das Trostlose Land in dem er sich befand. Er überlegte warum es so trostlos geworden sei. "Nur wegen den Orks?" fragte er sich selbst leise. als die Sonne langsam am Horizont zu sehen war kam Odinson aus dem Zelt und setzte sich zu Ivan. "Was hast du?" fragte Odinson und Ivan antwortete: "Mmh nichts, ich hab nur nach gedacht." "Du denkst schon seit langem nach?" ,fragte Odinson wieder. "Über meine Familie, meine Freunde", antwortete er mit trauriger Miene, "und das ich schon so oft dem Tot entronnen bin." Nun schwiegen sie. Francis kam zu ihnen und setzte sich zu ihnen. "Was macht ihr so?", fragte er und sie antworteten beide: "Nichts" "Habt ihr schon was gegessen?", fragte und beide schüttelten den Kopf er machte darauf hin denen was zu essen. Nach dem alle was gegessen hatte ließ er sie noch etwas trainieren. Jetzt hörten sie jemanden rufen: "Männer Innos, packt die Sachen ein, wir ziehen bald weiter! Wir steuern nun die Schürfstellen an. Nehmt Aufstellung, nachdem ihr alles eingepackt habt! Also macht schon, wir haben nicht viel Zeit!" So standen Odinson und Ivan auf und Bauten als erstes ihr Zelt ab und halfen nun bei anderen.
Nach dem alles abgebaut und eingepackt ging es in Richtung einer Schürfstelle. Die Sonne stand schon weit oben am Himmel und es war warm. Im Minental wehte der Wind. Es ging wie immer recht langsam voran Ivan und Odinson gingen wie bisher immer neben einander. Ivan sah einige Rekruten mit einem verängstigen Gesicht. Ivan machte sich nicht viel daraus ob er hier im Minental oder sonst wo sterben würde. Ivan ging mit seinem Bein was wieder zu schmerzen begann recht schnell. "Hoffentlich ist es bald vorbei mit diesen schmerzen.", murmelte er. Sie gingen einen kleinen Weg hinunter und die Karren wurden noch langsamer geschoben. Ivan konnte nun viel mehr vom Minental sehen und merkte das es jetzt noch trostloser war. Er dachte sich: Kann das alles von den Orks kommen oder warum sieht hier alles so trostlos aus
Sie gingen nun immer weiter. Es wurde wieder etwas Wärmer.
DraconiZ
09.05.2006, 15:34
Wie eine riesige Schlange bewegte der Konvoi sich weiter in Richtung Schürfstelle. Es musste lange her gewesen sein, dass hier eine solch große Menschenmenge hingelaufen war, denn es waren keinerlei Spuren menschlichen Lebens weit und breit auszumachen. Das einzige, was man bemerken konnte, war die grausame Stille, die den Gardisten und Dienern Innos’ wie ein Messer im Nacken saß. Obgleich der Konvoi verdammt viel Lärm verursachte, da sich alle Gardisten unterhielten und die Schritte von den Bergen widerhallten, hatte DraconiZ das Gefühl, dass es immer noch unheimlich still war. Doch der Ritter zwang sich nicht daran zu denken und brüllte statt dessen Befehle: ,, Kommt Leute wir müssen es heute noch bis zur Schürfstelle schaffen. Wenn wir erstmal dort sind, dann haben wir dort gute Chancen uns vor den Orks zu schützen“. Obgleich seine Stimme nichts von dem Schrecken widerspiegelte, den er empfand, schaffte sie es dennoch nicht die Streiter zu animieren froheren Mutes zu sein. ,, Verdammt unheimlich hier“, murmelte einer der Milizen auf einmal nahe des Schmiedes. Erst wollte dieser diesen Zweifel im Keim ersticken, doch er konnte es einfach nicht. Er konnte das Offensichtliche nicht schön reden. Die Orks waren hier und es würde nicht mehr lange dauern, bis sie die Menschen entdeckten. ,, Haltet die Formation ein!“, brüllten Grimward und Tarnum quasi gleichzeitig. Einer auf der rechten Seite und einer auf der linken Seite. Der Schleichlehrer registrierte dies nur mit einem Nicken. Dafür, dass sie noch nicht so erfahren waren, machten die beiden, aber besonders Grimward, ihre Arbeit sehr gut. Blieb nur zu hoffen, dass sie ihre Tapferkeit und ihren Mut nicht verloren, sobald der Konvoi sich seiner ersten Probe stellen musste.
Bald schon hatten die Diener Innos’ ein kleines Waldstück erreicht, was nicht weit von einer der Minen entfernt lag. Auch diese Vegetation war quasi verdorrt und wirkte mehr tot als lebendig. Es war fast so als würden Beliar’s Schergen dieser Welt die Lebensenergie aussaugen, was die Menschen ja auch auf die eine oder andere Art taten, indem sie die Ressourcen dieses Planeten benutzten. Doch die Menschen taten dies nicht so rücksichtslos und nicht so vollkommen. Der Ritter meinte fast, dass ihm das Herz stehen blieb, als sie sich in den Wald, der eigentlich kein Wald mehr war, begaben. Es war ihm, als könnte er die Präsenz des Bösen, was hier lagerte wirklich spüren, auch wenn er niemals in Magie unterrichtet worden war und keine Ahnung davon hatte. Es war wirklich grotesk, denn es passierte rein gar nichts und trotzdem waren alle angespannt. Diese Atmosphäre und das Minental ließen wirklich Niemanden gänzlich kalt, dessen Lebensflamme im Inneren noch brannte. Es war egal als ob man als Paladin oder als Bürger dieses Tal betrat. ,, Ich hab ein verdammt mieses Gefühl bei der Sache“, murmelte DraconiZ vor sich hin, als sie immer tiefer und tiefer in den Wald eindrangen. ,, Innos schütze uns“, kam von einem der Klosterbewohner, die fast alle in der Mitte des Konvois liefen. ,, Hoffentlich tut er das“, murmelte Odinson nicht weit von dem Waffenschmied entfernt.
Als sie kurz davor waren aus dem Wald herauszukommen und sie die Schürfstelle schon in weiter Ferne erblicken konnten und dachten, dass sie eventuell noch unbeschadet bis dorthin kommen konnten, brach die Hölle los. Erst nahm der Ritter nur einen grünlichen Schemen wahr, doch war es schon fast zu spät als er dies merkte. Von überall her ertönten Kampfeslaute und mehr als einmal wurde: ,, ORKS!“, geschrieen. Eine Axt raste auf DraconiZ Gesicht zu und währe er nicht im Ausweichen geschult gewesen, wäre er auf der Stelle tot gewesen. Stattdessen zog er blitzschnell sein Schwert Valien aus der Scheide und parierte den nächsten Schlag der von dem wütenden Ork geführt wurde. Auch die anderen waren mittlerweile im Kampfgetümmel versunken. Das Hinterhältige an diesem Angriff war, dass sie von zwei Seiten und von sehr vielen Orks angegriffen worden waren und somit jeder einzelne nun seinen Anteil leisten musste. Diese Biester mussten sie die ganze Zeit belauert haben und auf eine günstige Situation gewartet haben, die sich in dem Wald schließlich offenbart hatte. Mit einem kräftigen Hieb zerschmetterte der Ritter das Handgelenk des Orks, der ihn angegriffen hatte und sorgte mit einem weiteren Streich dafür, dass er dies nie wieder tun würde. Gerade als ein weiterer Ork den Schmied angreifen wollte und dieser sich schon spannte, kam ein Pfeil auf den Ork zugerast und traf diesen ganz genau, so dass das grüne Ungeheuer zu Boden fiel und dort liegen blieb. ,, Gut gezielt Grimmward“, rief DraconiZ seinem Kameraden zu, als er sich in Richtung Rammius’ aufmachte, der gleich von zwei Orks bedrängt wurde. Doch es funktionierte nicht so, wie er es sich vorgestellt hatte, denn ein weiterer Orkkrieger stellte sich dem Ritter in den Weg. ,, Hoffentlich bleiben alle auf ihren Posten und kämpfen so, wie besprochen“, dachte DraconiZ mit böser Vorahnung, denn wenn dies nicht der Fall sein würde, sah es verdammt schlecht für die Gardisten aus.
Immer wieder knallten die Waffen der Menschen und der Grünlinge aufeinander, während sie sich einen erbitterten Kampf lieferten. DraconiZ war in der Zwischenzeit immer noch nicht näher zu seinem Schleichschüler gekommen, der zwar alle Tricks aufbot die er gelernt hatte und verzweifelt mit seinen Dolchen gegen die Ungeheuer kämpfte, aber es nicht so recht schaffte. Der Ritter hingegen wurde von den Orks in die Zange genommen und würde so schnell nicht freikommen. Auch sein eigenes Leben war akut in Gefahr, doch das interessierte ihn nicht. Es war seine Aufgabe, nein seine Bestimmung, für Innos zu kämpfen und die würde er erfüllen. Gerade als er dachte, Rammius müsste den Kampf aufgeben und würde den Orks zum Opfer fallen, zerschmetterte ein mächtiger Zweihänder eines der angreifenden Biester. DraconiZ war froh, dass seinem Schüler durch Uncle geholfen worden war, doch der Kampf war lange noch nicht vorbei und wie lange er noch andauern würde konnte wirklich Niemand sagen.
Uncle-Bin
09.05.2006, 16:09
Wenn man die Risiken ausblendete, die ein Kampf mit sich brachte, dann war er doch etwas schönes. So dachte es sich Uncle zumindest, der es sichtlich genoss, als er einen Orken, welcher Rammius bedrohte, gefällt hatte wie eine morsche Birke. Das Gefühl ein Leben gerettet zu haben, genoss er sichtlich, aber viel mehr noch erfreute er sich ob der Ehre, die er mit dem zerschmetterten Gegner vor Innos erlangt hatte.
>>Halt dich bei den Karren, Rammius. Die Orken sind keine Gegner für einen einzelnen Milizsoldaten.<<, brüllte er und warf sich sogleich gegen das nächste Grünfell, das auf den Konvoi zustürmte. Die zum Schlachten erhobene Axt verfehlte ihn nur knapp und ehe Uncle reagieren konnte, flog sie ein zweites Mal heran.
Diesmal parierte er den Schlag und drängte die Waffe zur Seite weg. Einen kurzen Moment war der Ork verwundbar und diesen Moment musste der Lord nutzen. Mit einem gewagten und kraftvollen Tritt verdammte er den Schergen Beliars zur Kinderlosigkeit. Doch der Ork krümmte sich nicht vor Schmerz. Verdammt. Wie pflanzen die Mistviecher sich denn dann fort?, fluchte Uncle innerlich und nutzte den Schwung des Trittes um sich ein gutes Stück von dem Vieh zu entfernen.
Das Grünfell aber war nun in Rage. Scheinbar fühlte es sich nach der gelungenen Attacke des Silbermannes vorgeführt und so grunzte es in seiner Schweinesprache nach blutiger Rache. >>Komm nur, du Rektalgeburt eines dicken Trolls.<<, dachte sich Uncle und wunderte sich, was er wohl damit gemeint hatte. Normalerweise war er nicht wirklich vertraut mit dem Anglerlatein der Quacksalber.
Da sauste auch schon wieder der tödliche Axtkopf; diesmal von oben, was deutlich schwerer zu blocken war. Buchstäblich in letzter Sekunde riss Uncle das Schwert nach oben und versperrte den Weg zu seinem Schädel. Das quiekende Ungetüm ließ sich jedoch nicht beirren und legte umso mehr Kraft in den Hieb.
Es knackte, ächzte und schließlich brach der Schaft der Axt und der metallene Kopf prallte rotierend und mit deutlich weniger Schwung auf die Schulter Uncles. Zwar fing die Rüstung einen großen Teil der Energie des Axtkopf auf, aber bereits einen Lidschlag später spürte Uncle den hämmernden Schmerz.
Ein Glück, dass der jetzt waffenlos ist., schnaufte der Hauptmann und wollte zu einem weiteren Hieb ausholen. Da brach sein Gegner tot vor ihm zusammen. Aus seinem Hals ragte eine blutige Pfeilspitze. >>Innos sei dank!<< Der Pfeil war von Rammius abgeschossen worden. >>Eine Hand wäscht die andere.<<, las er von den Lippen des Soldaten ab.
Sein nächster Handgriff galt seinem Horn. Marcos ist nicht weit von hier mit seinen Männern an der Schürferstelle. Mit der Hilfe seiner Soldaten können wir uns vielleicht noch retten. Dann ertönte schon das kräftige Signal des Horns.
Grimward
09.05.2006, 16:17
Als der Konvoi den alten, dunkeln und gruseligen Wald betraten, wurde die Stimmung noch übler als zuvor. Grimward und Tarnum hatten reichlich damit zu tun, die Schürfer, die Muffensausen bekamen, zu besänftigen. Was für eine unseelige Atkion das doch ist, warum immer ich?fragte Grimward sich nicht zum ersten Mal. Immer tiefer, drang der Konvoi in den Wald vor, Grimward sah, das DraconiZ mit einigen Anderen Gardlern in der erste Reihe schritt. Er wollte sich zu ihm durchdrängeln, als Orks aus dem Gebüsch sprangen. "DraconiZ pass auf!" brüllte Grimward, spurtete nach vorne und zog den Bogen. Draconiz bemerkte die Orks jedoch selber und tötete den Ersten, doch der Zweite war schon heran. Bogen, alss mich nicht im stich, bettelte Grimward und feuerte einen Pfeil ab, der das Ungetüm, dessen Axt grade Draconiz spalten wollte, sofort töete. "Gut gezielt Grimward", rief DraconiZ ihm noch zu und entschwand seinen Blicken. Gehetzt fur Grimward herum und versuchte sich einen Überblick zu verschaffen. Die Orks hatten den kompletten Konvoi umstellt und versuchten die Gardler zusammenzutreiben. Zwar fuhren die wenigen Ritter unter Uncle Bins und DraconiZ Führung wie Rachengel unter die Orks, doch trotzdem gerieten die Streiter Innos schnell in Bedrängnis.
Ihr größter Feind war die aufkeimende Panik, die vorallem die Jüngeren ergriff, ein völlig verstörter Rekrut versteckte sich unter einem Karren, andere rannten den Orks in die grünen Arme. Plötzlich erblickte Grimward seinen alten lehrmeister Schnarcher der sich auf einen Karren gestellt hatte und Bogenschützen um sich scharrte. Grimward stürzte zu Ihm herüber und sprang auf den Karren. "Bogenschützen hierher, schnell drauf auf den Karren! brüllte Grimward und reichte einem Soldaten die Hand und zog ihn hoch. "Zielt vernünftig!" befahl Schnarcher, der sehr angespannt wirkte, selbst der immer zu Scherzen aufgelegte Ordler hatte die Lage schnell als gefährlich ausgemacht. Grimward legte einen Pfeil an und feuerte ihn in die Menge. Einerseits war es ein tolles Gefühl, nun zu den guten Schützen der Armee zu gehören, andererseits hatter sich seinen Einstand als Meisterschütze anders vorgestellt. Das Scharmütze tobte heftig, die meisten Streiter Innos versuchten sich um die Karren zu scharen, um den Rücken frei zu haben, nur die sehr mutigen, sehr mächtigen, oder sehr Dummen, wagten es einfach die Orks zu attackieren. Insgesamt sah es nicht so aus als ob sie es schaffen würden, stellte Grimward vollkommen entsetzt fest. Er hatte immer an die unbesiebgarkeit von Leuten wie uncle Bin geglaubt, doch der Lord konnte nicht überall sein.
"Wir müssen was unternehemn, irgendwas," reif Schnarcher und tötete eine Grünhaut, die es sehr nah an ihren Karren geschafft hatte. "Wir könnten die Wache der Schürfstelle auf uns aufmerksam machen, irgendwie!" schlug Grimward vor und duckte sich unter dem Feuerball eines Schamenen weg. "WIE DENN" brüllte schnarcher und schoss erneut auf die Grünfelle. "Wir müssen uns dahin durchschlagen oder so!" sinnierte Grimward. "Biste Irre?" krächzte Schnarcher, "Ich wusste immer das du falsche Vorstellungen von mut hast!" Noch bevor Grimward etwas sagen konnte, hörten sie dendurchdingenden Laut eines Hornes! Grimward blickte sich hastig um und erkannte Uncle-Bin in seiner strahlenden Rüstung. Inmitten von orks bließ er das Horn. "Er ruft Marcos, er ruft die anderen Gardler die seit Ewigkeiten an der Schürfstelle sind!" erkannte Schnarcher. "Das könnte die Rettung sein", meinte Grimward und betete zu Innos. "Sie müssen uns hören, sie müssen!" flehte ein Soldat neben ihm. "Redet nicht schießt!" forderte Schnarcher und visierte den nächsten Ork an. Auch Grimward erschoss einen weiteren.
Nun war es passiert. Die ganze Zeit hatte der Konvoi ahnungsvoll die Luft angehalten. Und jetzt war es soweit. ORKS! Hatte er nur brüllen hören und dann war schon der erste auf Draconiz gestürmt. Und fast zur gleichen Zeit kamen von überall welche her. Pfeile zischten und Odinson sah den großartigen Schuss von Grimward. Doch dann musste er selber zum Schwert greifen. Einer war zu ihnen durchgebrochen. Odinson und Ivan standen nah beieinander und wie sich die Ritter schlugen, brachte das Mut zu ihnen. Sie glänzten vor ihnen und gaben dem Namen Garde Innos alle Ehre.
Der Ork hielt genau auf sie zu. Seine Gegrunze sollte wohl ein Schlachtruf sein oder ein Lachen Odinson wusste es nicht. Der Grünling holte weit aus mit seiner Axt um diesen mickrigen Rekrut gleich beim ersten Schlag zu fällen doch Odinson konnte durch einen Sprung nach hinten ausweichen. Die Axt schlug auf dem Boden auf. Nun sprang Ivan an seine Seite den ersten Schrecken überwunden. „Für Innos!“ schrie er und schlug dem Ork eine tiefe wunde in den freien Arm. Dieser jaulte auf und wollte nun Ivan den gar ausmachen. Nun kam Odinson wieder ins Spiel. Er wartete bis der Grüne ihn nicht mehr beachtete und rammte dann dem Vieh das Schwert in den Nacken. Grünes Blut sprudelte und mit einem leiser werdenden Grunzen sank es zu Boden. Sie schauten sich an. Beide dachten dasselbe. Zusammen hatten sie eine Chance gegen die Orks. Sie schauten sich um. Es war ein einziges Chaos. Dann sahen sie einen Ork der gerade auch nach einen neuen Gegner suchte. Sie liefen los. Mit Kampfgeschrei prallen ihre Schwerter mit der Axt zusammen. Ivan schlug wieder von links oben und Odinson von rechts oben. Die Klingen fuhren in die Haut. Er schrie auf. Und verfiel in heftige Wut. Er schlug mit Axt wild nach den beiden Waffenknechten. Da hörten sie einen ruf und von hinten durchfuhr eine weiter Klinge den Rücken. Der Ork fiel und Francis kam zum Vorschein. „Weiter so Jungs, ihr macht dass super!“
Kurz nach dieser Aussage ertönte das Horn. Wie ein Held aus der alten Zeit stand Uncle mitten in den Feinden und blies in sein Horn. ‚Wie zu Ragnarök!’ dachte Odinson. Eine Gänsehaut zuckte über seinen ganzen Körper. Selbst wenn er hier sterben würde, für Innos würde er es tun, ohne Zweifel. Und dasselbe musste Ivan spüren. Hilfe würde kommen. Ganz bestimmt.
Ein Feuerball krachte in ihre Nähe. Sie sahen einen Schamanen der auf sie gezielt hatte. „Ich gehe außen rumm und du lenkst ihn ab!“ rief Ivan. „Wollt ich auch gerade sagen!“ Und so schrie Odinson, von innere Wut und Hass gedrängt auf und rannte auf den Schamanen zu. Dieser wollte gerade einen Neunen Ball abfeuern als Ivan hinter einem Baum von der rechten Seite gerannt kam. „Für Innos!“ schrie dieser wie zuvor. Der Gegner war verwirrt und zog seine leichte Axt. Odinson war an ihm heran und blockte die kommende Attacke ab. Doch Ivan hatte auch einen Streich geführt und der Schlug dem Ork den einen Arm ab. Odinson vollführte einen krachenden Schlag von oben mit beiden Händen und der Schädel spaltete sich und grüne Masse floss daraus. Sie keuchten und wanden sich dem Kampfgetümmel wieder zu…
Ivan und Odinson hatten den Orkschammenen getötet und liefen wieder zurück zu einem Karren. Da kam auch schon der nächste Ork und griff Odinson an. "Ich gehe hinter hin und greife ihn an!" schrie Ivan zu ihm und lief hinter den Ork. Odinson sprang zurück und in dem Moment schlug Ivan von oben auf den Ork ein. Der Grünling wandte sich zu Ivan um und Odinson schlug in dem Augenblick Ork seine Seite. "Gut" sagte Odinson zu Ivan. Nun schlugen beide zusammen und der Ork viel auf die Knie und dann mit dem Gesicht auf den Boden. nach dem sie diesen Ork besiegt hatten kamen die Gardler die ein Lord Namens Uncle gerufen hatte. Sie kamen aus der Schürftruppe von Marcos. Nun kamen zwei Orks auf die Beiden zu und griffen die beiden Waffenknechte an. Einer wurde von einem Bogenschützen abgeschossen. Odinson kam gerade in Bedrängnis als Ivan die Grünhaut angriff. Er machte zwei schnelle streiche von den Seiten und Odinson schlug ihm den Kopf ab. "Danke" und da kam wieder einer er nahm Ivan in Bedrängnis. Ivan parierte den Schlag von dem Ork, doch war das keine so gute Idee, er merkte wie sein Schwert vibrierte und noch so einen harten schlag würde es nicht aus halten. "Verdammt!" schrie er lauthals. Odinson schlug diesem Ork in den Arm, doch der Ork hatte den schlag abgewehrt und schlug sofort zurück. "Du Mistvieh!" Fluchte Ivan den Ork an und stach dem Ork in die Seite. Odinson machte einen Stich in den Bauch. Und Ivan schlug dem Ork in die Kniekehle. Der Fiel darauf auf die knie und Odinson schlug dem Grünling den Kopf ab.
Sie fühlten sich fast unbesiegbar. Die Gardler bekamen mit der Unterstützung von Marcos Leuten die überhand. Sie waren ein gutes Team, gut aufeinander eingespielt. Seit dem Vorfall mit dem Skelett war es so geworden. Ivan dachte nur an die Metzelei bei seiner ersten Ausbildung in Myrtana. Die Orks wurden immer mehr dezimiert. Und die Beiden tranken einen schlug wasser bevor es wieder zum nächsten ging. Ivan hatte sich nie vollständig von seinen Wunden erholt und trotzdem konnte er so gut Kämpfen.
Komisch, als ob ich nie verwundet gewesen war
Dachte er und machte sich mit Odinson an den Nächsten Ork ran. "Odinson, greif von hinten an!" schlug Ivan ihm vor und Odinson antwortete: "Mache ich doch glatt, Ivan" So lief er hinter ihn Ivan schlug den Ork hart und die Klinge von Ivan zerbrach noch nicht. Odinson schlitzte der Grünhaut die Kniekehlen auf und gleich noch einen hieb in den Rücken. Der Ork kniete sich vor Ivan und schlug dem Ork mit sehr großer Kraft und viel Wut den Kopf ab. "Für meine Familie du Mistvieh!" schrie Ivan wütend. Der Kopf des Orks lag auf dem Boden und Ivans Schwert zerbrach genau in diesem Augenblick.
"Es musste passieren", wiederholte sich Tarnum immer wieder in seinen Gedanken. Eine Horde kampfbereiter Ork's griff den Erzkonvoi an. Obwohl Tarnum sich lieber darum kümmern sollte, den Karren und die Männer ohne Kampferfahrung in Sicherheit zu bringen ließ es sich nicht vermeiden, dass der junge Waffenknecht ebenfalls mit seinen Kameraden kämpfen musste. Tarnum versuchte verzweifelt eine Schneise, die aus dem Kampfgetümmel herausrausführen sollte, zu schlagen. Doch leider ohne Erfolg. Die grünen Monster blieben immer in Kampfordnung zusammen. Tarnum’s Gruppe verlor zwischenzeitlich die Übersicht. Tarnum jedoch vergaß er nicht, was er gelernt hatte. Er war nicht mehr so hilflos wie beim Angriff des Baron's, nein, er hatte eine gute Ausbildung genossen und konnte sehr gut mit dem Schwert umgehen.
Der Waffenknecht hatte zwei Aufgaben, die erste war die Ork's vom Karren fernzuhalten und die zweite war, die nicht kampffähigen Mitstreiter zu beruhigen und an eine sichere Stelle zu bringen. Tarnum's Trupp hatte sich zum Glück vergrößert. Ein Paladin stellte dem Konvoi mehrere Männer zu Verfügung, ohne die Verstärkung wäre der Konvoi gescheitert und alle Gardler und Feuermagier die bei dem Konvoi mitwirkten wären tot oder in Gefangenschaft geraten. Als sein Trupp erneut angegriffen wurde, sah Tarnum keine andere Möglichkeit mehr als zu kämpfen. Er stürzte sich ins Getümmel, um den Sicherheitstrupp zu verstärken. Der junge Waffenknecht sprang zuerst mit voller Wucht auf den Rücken eines Orks und stach mehrmals auf ihn ein. Das grüne Monstrum brüllte und fiel tot und mit Blut übergossen auf den Boden. Kaum war der eine Grünling erledigt, kamen auch schon mehr. Eins wusste Tarnum, der Kampf war noch nicht zu Ende.
Zasamalel
09.05.2006, 21:30
Es war eine fast beängtigendes Schweigen in den Konvoi eingekehrt, als ein Schrei die Stille zerriß.
Die Gardisten waren mit den angreifenden Orks beschäftigt und so rief Axel den anderen zu, das sie mit den Erzkarren einen Wall bilden sollten! Die Schürfer schoben die Karren zusammen, doch die Orks bemerkten das und gingen nun auf die Schürfer zu. Einige fielen den Äxten zum Opfer, doch nach zehn Minuten hatte die Gruppe es doch geschafft, die Überlebenden hinter den Karren in Sicherheit zu bringen! Sie harrten hinter den Wägen aus und hofften das der Angriff bald zu ende sein würde! Doch weit gefehlt: Die Orks machten immer weiter! Als Axel über den Wagen hinter dem er saß spähte grub sich direkt vor ihm eine Axt vor ihm ins Holz! Dieser verdammte grüne Abschaum dachte sich Axel, duckte sich wieder hinter den Wagen, rollte sich dann darunter und zog in diesem Moment sein Messer! Er blieb einen Herzschlag lange ruhig liegen bis der Ork nahe genug herankam und stach ihm dann mit den Worten " Das ist für das was ihr meinem Vater angetan habt du verdammtes Ungeheuer. Fahr zur Hölle!" seine Waffe in den Fuß! . Das Ungetüm heulte vor Schmerz auf und duckte sich dann um unter den Wagen zu sehen. Er entdeckte Axel und griff nach ihm. Noch bevor er ihn erreicht hatte sackte der Ork zusammen. Die Schürfer waren über den Wagen gesprungen und hatten sich von oben auf den Ork gestürzt!Sie liessen von ihm ab, nur um eine Sekunde später mit ihren Spitzhacken auf ihn einzuschlagen! Axel war in der Zwischenzeit unter dem Wagen vorgekrochen, und rief den anderen zu, das sie sich in Sicherheit bringen sollten. Er hatte einen kurzen Blick auf den Rest des Konvois werfen können und sah das nur noch wenige der Angreifer übrig geblieben waren. Er wagte es sich von der Wagenburg zu entfernen. Er bemerkte auch den Ork der sich ihm mit erhobener Axt von hinten näherte erst als dieser mit einem Pfeil im Hals über ihm zusammenbrach! Axel wurde unter dem drei Meter großen Leib begraben und wachte erst wieder auf als ein Schwall kaltes Wasser über ihn gekippt wurde! "Hast noch mal Glück gehabt!" grinste ihn ein freundlich dreinblickender Schürfer an. "Einer der Gardisten hat beobachtet wie sich ein Orkkrieger an dich rangeschlichen hat. Dann hat er ihn abgeschossen, und der Ork ist über dir zusammenbrach!Naja, wir dachten alle du seist tot! Zum Glück hat er nicht geschafft was er wollte!" "Schon!" grinste Axel mit schmerzverzerrter Mine zurück! Als er wieder auf den Beinen war liefen sie hinter die Wagenburg zurück um Axels Wunden endgültig zu versorgen und seine Wunden endgültig zu versorgen!
Sir Ulrich
09.05.2006, 21:32
Irgendwie war die Gefahr schon zu spüren, SirUli hatte ein mulmiges Gefühl, dann kam auch schon der Warnruf...,Orks. Wie aus dem nichts tauchte eine ganze Horde dieser riesigen Grünfelle auf und stürzten sich mit lauten Gebrüll auf den Konvoi. Der Lehrmeister war kurz verwirrt, schließlich war es auch seine erste Begegnung mit Orks, er wusste aus Erzählungen, das sie groß seien, aber so groß, das hätte er nun wirklicht nicht gedacht. Keine Zeit für weitere Überlegungen, schnell zückte er sein Schwert und stürzte sich genauso wagemutig in das Getümmel, wie der Rest der Truppe. Den ersten Hieb von so einem Ungetüm wollte er blocken, dabei hätte er fast seine Waffe verloren, meine Güte..., was hatte dieser Fleischberg für eine Kraft. Schnell umdenken, eine andere Strategie wählen, die eigene Schnelligkeit ausnutzen, anders wäre ihnen nicht beizukommen. Der nächste Hieb des Ork ging ins leere, sein Schwert schlug auf dem Boden auf, blitzschnell, war der Waffenknecht zur Seite gesprungen und hatte seinem Gegner mit einem Seitwärtshieb ein tiefe Wunde in’s Bein geschlagen. Ein Jaulen, das in einen bedrohlichen Schrei überging, nur knapp konnte SirUli dem nächsten Schlag ausweichen, ein schneller Stich in das andere Bein seines Gegenübers. Das Grünfell stolperte schon ein wenig, die Schmerzen die es hatte, entluden sich als Kraft in den Schlägen, die nun noch wuchtiger wurden. Der Waffenknecht tänzelte immer um den Riesen rum und versuchte ihn mit weiteren Verletzungen zu schwächen, plötzlich mischte sich Murielle mit in den Kampf ein. „Wo warst du die ganze Zeit“ knurrte der Lehrmeister sie an, es war aber gar nicht böse gemeint, er war froh, das er nun Unterstützung hatte..., gemeinsam setzten sie nun dem Ork zu und hatten ihm nach kurzer Zeit den Garaus gemacht.
Zeit sich kurz zu orientieren, es herrschte ein heilloses Durcheinander, „bleib immer dicht bei mir“ rief SirUli zu Murielle und hatte auch schon den nächsten Gegner im Visier. Zusammen versuchten die Beiden nun denen zu helfen, die in Bedrängnis geraten waren..., zum Glück gab es auch noch die Bogenschützen, sonst wären sie wohl verloren. Es waren einfach zu viele Orks, die Lage fast hoffnungslos..., Jeder gab sein bestes, aber die Gegner schienen nicht weniger zu werden. Der Waffenknecht sah eine Gruppe von Paladinen anrücken, sie hätten nicht viel später kommen dürfen, die Verluste waren schon sehr hoch. An der Spitze der Paladine konnte der Lehrmeister Uncle-Bin ausmachen, sein ehemaliger Ausbilder, der nun zusammen mir den anderen Rittern dafür sorgte, das sich die Reihen lichteten. Es war unglaublich, was diese Schar für eine Kampfkraft hatte, ein Ork nach dem Anderen wurde von ihnen zur Strecke gebracht und so dauerte es auch nicht mehr lange, bis diese Streiter Innos’ die Oberhand hatten. Alle Soldaten mobilisierten ihre letzen Kräfte für den letzten Angriff, der Rest war nur noch eine Frage der Zeit, bis der letzte Ork tödlich getroffen in sich zusammen sank. Die Schlacht war vorüber, die ganze Umgebung mit Leichen übersäht..., nun müssten erst mal die Verwundeten versorgt und die Verluste festgestellt werden...
Welch Pracht! Welch wunderschönes Grau doch dort im silbernen Mondeslicht erstrahlte, als die beiden Anhänger Beliars den Pass passierten und durch die tiefe Schlucht hinein ins Minental wanderten. Hier befand sich kein überflüßiges, gar hinderliches Gestrüpp, keine Bäume und Felsnischen, hinter denen man sich verbergen konnte. Die Gegend war menschenleer, Asthan beladen mit seinem eigenen Gepäck und dem der jungen Schwarzmagierin, Elfaire selbst erleichtert, dass sie nichts außer ihre Rüstung, Waffen und Runen zu tragen brauchte. Sie konnte sich also voll und ganz auf die Umgebung konzentrieren, eventuelle Gefahren vorzeitig erkennen... Das rundum Sicherheitspaket von Schwarzmagierin eben. Ihr Schüler schien leichte Probleme mit dem Transport beider Rucksäcke zu haben; wirklich seltsam, dass er noch nicht in seinen eigenen geschaut und die Steine entdeckt hatte...
Die beiden zogen weiter, hatten es dabei nicht allzu eilig und tauschten sich währenddessen einige Sterbemöglichkeiten für die Gardler aus, die man eventuell schon in naher Zukunft treffen würde. Ja, hier in der Gegend musste es doch nur so von ihnen wimmeln...
"Ach Asti, wenn du mal etwas wirklich amüsantes sehen möchtest... Dann müssen wir der Burg einen Besuch abstatten. Gefüllt mit innosverblendeten Paladinen, eingebildet bis zum geht-nicht-mehr. Hier und da soll es auch noch ein paar Söldner geben, so war es zumindest damals vor etwas mehr als anderhalb Jahren der Fall, als ich zum ersten Mal dort war. Ich muss zugeben, dass man mir damals geholfen hatte... Aber das ist lange her, inzwischen wird sich eh keiner mehr an mich erinnern können. Mal sehen."
Als die beiden an der Stelle ankamen, an der die alte Miene finster und bedrohlich in den Felsen gehauen war, blieben sie stehen und blickten sich neugierig um. Seit gut einem Jahr hatte Elfaire diesen Anblick nicht mehr genießen können, dieses farblose, triste Grau des Minentals hatte sie schon damals fasziniert. Gäbe es hier nicht so viele feindseelige Tiere, würde es sich prima leben lassen...
Während man noch die Gegend bestaunte, näherte sich ein pelziges, großes Etwas dem Schwarzmagierduo... Als sie es jedoch bemerkten, war es bereits zu spät gewesen; der Ork hatte seine riesige, rostige Axt gezogen und stürmte in vollem Karacho auf die beiden zu. "Vorsicht Asthan!" rief die Blauäugige noch und schubste den Lehrling an Seite. Wenige Sekunden später schlug an dem Ort, wo er vorher noch gestanden hatte, durch die Luft. Das Grünfell sah sich wutentbrannt um...
Grimward
09.05.2006, 22:05
Pfeil um Pfeil schossen Schnarcher und Grimward vom Karren, doch die Lage wuder immer vertrackter. Auch die Pfeile der beiden Bogenlehrmeister änderten daran nichts. Bis endlich die Paladine der Schürfstelle anrückten. Wie die fleischgewordene Flamme Innos, fuhr der Trupp der Ritter und Paladine unter die Orks und fegte sie regelrecht aus dem Wald. Auch die Soldaten des Konvois kämpften nun mit neuer Verbissenheit, alle spürten, das der Sieg nun zum greifen nah war. Regelrecht von dem Mut der Streiter beflügelt stürzten sich auch die Zauderer ins Getümmel. So schafften sie es endlich die Orks zu vertreiben. Die Sonne war derweil unter gegangen, doch es blieb weiter drückend warm und Grimward schwitzte nicht nur deswegen. Vollkommen erschöpft, sackte er auf dem Karren zusammen, froh, keine Orks mehr zu sehen. Schnarcher der noch stand flüsterte: "Mein Gott, Grim, guck mal, der ganze Pfad, bestimmt zweihundert Schritt lang, ist rot, alles ist voller Blut, bei Innos, ist das abstoßend." "Ich guck ganz bestimmt nicht", keuchte Grimward und schüttelte sich beim Gedanken. "Stell dich nicht so an, wir müssen den Überlebenden helfen, du kannst doch Verletzten helfen, los steh auf Mann!" forderte Schnarcher, überraschend harsch.
Er hat vollkommen Recht, meldete Grimwards Vernunft sich zu Wort. Grimward nickte Schnarcher stumm zu erhob sich ächzend und ließ den Blick über das Schlachtfeld schweifen. So sieht es in Beliars reich aus, dachte Grimward. "So riecht es bei Beliar", behauptete gerade in diesem Moment ein soldat. Grimward hätte beinahe laut losgelacht, doch in dieser Situation verbat es sich von selbst. Er hüpfte stattdessen vom Karren herunter und suchte nach Verletzten die vielleicht reglos im Schlam lagen und nicht um Hifle rufen konnten. Er fand auch einige und bemühte sich ihnen zu helfen. Das war nicht gerade leicht und für manche konnte er nichts tun. Er musste mitansehen wie sie ihm einfach wegstarben, er sah die kalte Verzweiflung in ihren Augen und musste sich beinahe übergeben. Die Orks hinterließen Spuren an Menschen, die Grimward in dieser Form noch nicht gesehen hatte. Erleichtert stellte Grimward fest, das keiner seiner Freunde dort unten im Schlamm lag, denn er wusste, dass er dann selbst zusammengebrochen wäre. Selbst beim Kampf um Khorinis waren die Verletzungen weniger brutal gewesen. Nach einer Stunde voller schrei und Blut, waren die ärgsten Notfälle verbunden und die Toten auf die Karren geschleppt. Uncle Bin unterhielt sich mit Marcos und DraconiZ versuchte die Gardler zu ordnen. Endlich hatten sie wieder so eine Art Aufstellung aangenommen und schleppten sich den Rest des Weges zu Marcos Schürfstelle vorwärts.
Ms. Bloody Sunday
09.05.2006, 22:31
Dieser blinde Priester war ja richtig durchsetzungsfähig. Diese beiden Wachen hatten fast vor ihm gezittert, so viel Angst verspürte die Adlige in den beiden Wachen des Tores.
"Die Innosdiener sind ja richtige Waschlappen. Haben Angst vor den Vorhersagungen eines blinden Priesters", kicherte sie innerlich.
Und trotzdem kam auch ihr der Priester seltsam vor. Er hatte so eine komische, mysteriöse Ausstrahlung, auch wenn er blind war. Aber warum waren sie jetzt schuld, dass seine Schmiede unter Wasser stand? Schließlich war es Hirni ganz alleine, der das Loch in die Wand riss, wie auch immer er dies gemacht hatte. Jetzt mussten sie alle mit Hirni mit ins Minental, na wundervoll. Sie hätte aber wahrscheinlich auch so oder so mitkommen müssen, weil sie die Lehre beenden wollte.
So durchschritten sie schon das Tor und überquerten ganz langsam den Pass, wobei Bloody ganz genau ihre Umgebung beobachtete. Sie war noch nie hier und das war auch besser so, denn diese Umgebung gefiel ihr ganz und gar nicht. Man sah überhaupt keine Gräser mehr, nur grauen Boden und Felsen, wohin das Auge auch sah, alles war gleich. Es standen zwar noch ein paar Bäume, doch von denen war auch nur noch der Stamm übrig.
"Kein Wunder, dass es hier so viel Orks und andere Mistviecher gibt. Und wundern tut es mich auch nicht, warum hier früher die Gefangenen eingesperrt wurden", kam es der Schwarzmagierin in den Sinn.
"Wir sollten schnell ein Platz für die Nacht suchen, denn es ist schon dunkel und da will ich lieber nicht hier im Minental rumspazieren", sagte Bloody ernst.
Die Gruppe war einverstanden, zu Bloodys Überraschung auch Ethea, die dieses Mal nichts sagte, sondern nur nickte.
Hirni führte sie dann weiter einen Weg entlang, der sie einen Hügel nach unten führte. In der Ferne sah Miss Sunday die Zelte der Orks und ihre vielen, kleinen Lagerfeuer. Auf dem Weg trafen sie glücklicherweise keine Wesen, die ihnen hätte gefährlich werden können, was eigentlich ungewöhnlich für diese Gegend war, aber man konnte auch einmal Glück haben.
Der Weg ebnete sich bald wieder und sie liefen nun ein kurzes Stück geradeaus und hielten dann in der Nähe des Flusses an einer Stelle, an der sie vor den meisten Gefahren sicher waren. Die Orks waren auf der anderen Seite des Flusses und die restlichen Viecher hielten sich nicht in ihrer Nähe auf, was wahrscheinlich daran lag, das sie das Wasser mieden. Die einizgsten Wesen, die nicht ganz so weit weg waren, waren einige Lurker, die ihre Laute von sich gaben. Erst einmal wollte Bloody das Gelände umstellen lassen, wenigstens von ihrer Kreatur.
"Diener der Finsternis, erhebe dich von deinem Grab und gehorche mir, bis deine Knochen wieder im Winde zu Staub verwehen", sprach sie, während sie die Rune der Skelettbeschwörung in der Hand hielt.
Ein recht ansehnliches Skelett erschien aus dem Nichts und manefestierte sich vor der Adligen, bereit ihre Befehle entgegenzunehmen.
"Pass auf, dass uns keine Viecher zu nahe kommen", befahl die Schwarzmagierin ihrem Diener.
Das Knochenmännchen lief ein paar Schritte und positionierte sich dann etwas weiter weg von ihrem Lager und hielt die Augen offen, besser gesagt passte es einfach auf, dass keiner zu nahe kam.
Im Schein des Mondenlichtes schimmerte ihr rotes Gewand schön blutrot, ihre Kapuze verdeckte größtenteils ihr Gesicht und ihr Mantel hielt sie warm. Ihr Bogen und ihr Köcher waren auf ihrem Rücken befestigt, denn sollte es wirklich gefährlich werden, so hatte sie wenigstens eine Waffe, mit der sie vertraut war. Zufrieden kehrte sie zu den restlichen Zirkelmitglieder zurück.
"Ich schätze hier werden wir übernachten müssen", meinte Bloody knapp.
Sie setzte sich auf den Boden und fixierte den blinden Priester. Vielleicht fand sie noch mehr über ihn heraus, denn sie war wirkich neugierig.
Asthan stürzte zu Boden, das Gewicht der Rucksäcke hielt ihn auch dort. Angestrengt versuchte er sich von den Riemen zu befreien wärend er seiner Gefährtin beim Kampf gegen dem Ork zusah. Es schien einer der größeren Orks zu sein, er war gut 2 meter 80 groß. Elfaire sah gegen ihn aus wie ein Kleinkind. Mit ohrenbetäubendem Geschrei schlug die Grümhaut auf Asthans Lehrerin ein, welche jedes mal knapp entkommen konnte. Geschickt sprang sie nach links und rechts um der großen Axt auszuweichen, doch würde sie das wohl nicht länger durchhalten als der Ork das Schlagen. Selbstangreifen konnte sie nicht. Elegant sprang sie zurück auf einen großen Stein und zückte eine ihrer Runen. Die Orkaxt war jedoch Schneller. Schwungvoll sausste sie durch die Luft, direkt auf Elfaire zu. Gerade noch konnte sie ihr Schwert zum Blocken benutzen, doch war es ein solch wuchtiger Schlag dass sie in hohem Bogen von dem Felsen flog und direkt auf dem Boden aufschlug. Regungslos blieb sie liegen, ihr Schwert war ihr aus der Hand gefallen, genau wie die Rune. Asthan befreite sich von den Riemen des Schweren Rucksacks, zog sein Schwert, und brüllte so laut er konnte um den Ork von Elfaire abzuhalten. Dieser drehte sich zu ihm um und brüllte, um einiges Lauter, zurück. Für einen kurzen Momment standen die beiden sich Auge in Auge gegenüber, es erschien Asthan wie eine Ewigkeit. Alles war still und für Asthan gab es nur ihn selbst, sein Schwert und den Ork. Gebannt erwartete er was passieren würde. Mit einem großen Satz sprang der Ork auf ihn zu und ließ seine Axt auf den Lehrling nieder. Dieser versuchte auszuweichen und wehrte dabei den Schlag des Orks ab. Ein ruckartiger Schmerz durchfuhr Asthans Arm, es fühlte sich an als würden alle seine Knochen zerbrochen. Er fasste sich jedoch wieder und zog das Schwert mit zusammengebissenen Zähnen nach oben um den Ork zu verletzen, schaffte es sogar den Oberarm des Grünfells zu treffen. Der Schnitt war nicht tief, zumindest nicht für einen Ork dieser größe. Der Ork schrie nur kurz, doch es klang weniger wie ein Schmerzensschrei, als wie ein Kriegsschrei. Erneute kam die Axt in rasantem Tempo auf Asthan zu doch diesmal gelang Asthan das Ausweichen nicht. Der ORk schlug ihm das Schwert aus der Hand und der Arm schmerzte noch mehr. Schnell sprang Asthan ein paar Meter zurück. Die Augen des Orks waren voll und ganz auf ihn fixiert, die Axt erhoben. Schnell suchte Asthan nach etwas zur Verteidigung als ihm wieder einmal sein Dolch einfiel. Geschwind zog er ihn aus seinem Gürtel und warf ihn mit aller noch vorhandenen Kraft auf den Ork. Diesen schien das weniger zu stören, obwohl der Dolch ihn an der linken Schulter traf und eine tiefe Wunde hinterlies. Flucht würde nichts bringen da er es niemals schaffen könnte schneller zu sein als ein Ork, also musste er kämpfen. Seine Chancen im Kampf gegen einen ausgewachsenen Ork standen eigendlich gleich Null doch er musste es probieren. Komm schon Elfaire, wach auf!! dachte sich Asthan und suchte weiter verzweifelt nach einer Waffe. Da sah er den schweren Rucksack den er getragen hatte, vielleicht gab es darin etwas nützliches. Doch ihm blieb nicht viel Zeit, der Ork kam wieder auf ihn zu und mit ihm seine totbringende Axt. Asthan hechtete nur nach vorne, an dem Ork vorbei. Er rollte sich ab und versuchte dabei den Rucksack zu greifen, doch er schlug hart auf den steinigen Boden auf, sein Schädel schmerzte ziemlich doch er hatte es geschafft erneut auszuweichen. Rasch griff er in den Rucksack um zu sehen was in ihm war. Zu seiner verwunderung waren dort nur eingewickelte Steine, was nicht ungelegen kam. Er nahm sich ein paar raus und warf sie direkt auf den Ork welcher ihn nur wütend anbrüllte. Es half nichts die Steine machten dem Ork nichts aus und es sah danach aus als käme gleich wieder ein Angriff seitens des Orks. Der junge Lehrling schleuderte den Rucksack über seinen Kopf und warf ihn dann so doll er nur konnte auf den Ork, alles andere hätte keinen Sinn ergeben. Der Ork versuchte das Geschoss mit seiner Axt zu blocken, doch er hatte den Inhalt nicht bedacht. Der Rucksack war schnell zerrissen doch nun flog ein regelrechter Steinhagel ins Gesicht des Orks. Asthan hechtete zu Elfaire, welche immernoch am Boden lag. Er musste ihr helfen sonst waren sie beide verloren. Asthan hatte sich in seinem Sprung allerdings verschäzt, er rutschte zu Boden und kullerte den Abhang hinab. Alles an seinem Körper schmerzte, die spitzen Steine bohrten sich in seine Kleidung. Zu allem übel hörte er den Ork noch hinter sich herkommen, doch jezt war er machtlos, er konnte sich einfach nciht mehr bewegen. Unten am Hang angekommen blieb er völlig verdreht liegen, ihm wurde schwarz vor Augen. Er hörte nur noch das Gemurmel des Orks welcher ihn nun erreicht hatte. Das war dann wohl das Ende... dachte Asthan sich ohne auch nur anstalten zu machen sich dagegen zu Wehren.
Plötzlich jedoch vernahm er eine weitere Orkische Stimme. Ja, die Orks schienen miteinander zu reden. Zu dumm nur dass Asthan kein Orkisch beherrschte. Die beiden Orks stritten sich wohl, zumindest klang es so. Asthan blizelte, doch sah er vor sich nur den kargen Boden des Minentals. Auf einmal hörte er wie die Äxte der Orks aufeinander prallten, ein Kampf entfachte. Der Barde hatte jegliches Zeitgefühl verloren, er wusste nicht wie lange er hier schon lag, er wusste nicht wie lange die Orks nun schon kämpften, doch es war ihm auch ziemlich egal. Dann brüllte plötzlich einer der Orks, auch wenn Asthan kein Orkisch konnte, eins war eindeutig: So klang nur ein Todesschrei. Mit einem Dumpfen Geräusch fiel der besiegte Ork zu Boden, der Sieger Atmete so laut dass Asthan es aus 5 metern entfernung hören konnte. Jezt war es wohl vorbei, ein wenig später als erwartet, doch viel früher als erhofft.
Doch zu Asthans Erstaunen schlug der Ork ihn nicht tot, er spürte wie er auf die Schulter des Orks gehievt wurde, sollte er nun ein Sklave der Menschen sein? Sein ermüdeter Körper lies es nicht zu dass er sich noch weitere Gedanken machte. Hinter sich sah er noch eine Blutsprur die von seinen Kopfwunden kam, bevor sich seine Augen endgültig schlossen und er das Bewusstsein verlor...
Nach dem die Schlacht mit Hilfe von Marcos Truppen gewonnen hat. Steckte Odinson sein Schwert weg und Ivan schmiess seine Weg. in der Mitte wurde eine kleine Karrenburg gebaut, sie diente dazu denjenigen die nicht Kämpfen konnten zu schützen. Ivan schaute sich um, es kamen ihm nur noch Gedanken an die Verteidigung mit der Kaserne und seines Vaters Hofes. "Wow, was für ein Kampf." sagte Ivan erschöpft und Odinson entgegnete ihm: "Ja du hast recht. Aber wir haben gut zusammen gearbeitet." "Ja das stimmt. So hättet ihr bei den Wölfen kämpfen sollen.", schmiss Francis ein. "Ihr wart gut, und nun helft den verletzten" Sie gingen zu den Karren wo viele Verletzte lagen. Ivan spürte seine eigenen Verletzungen erst gar nicht. Nur am Bein die spürte er, aber sie war nicht stak zu spüren. Ivan half einem Rekruten der am Arm leicht verletzt war hoch. "Danke" sagte er und ging langsam zu den Anderen. Odinson und Ivan gingen zu den Karren und schoben wieder welche. Die anderen nicht Verletzten schoben nun auch die Karren. Die Sonne ist schon lange untergegangen und der Mond begann zu leuchten. Ivan dachte: Dieses Tal hatte seine Goldenen Zeiten schon lange gehabt. als er sich umschaute nur verdorrtes Gras, verdorrte Bäume und graue Erde. Er ging weiter und nach hundert Metern kamen sie an dem Schürflager an. Sie gingen in die Mitte und stellten dort die etwas beschädigten Karren hin. Die Karren konnten aber noch die Reise aushalten. Odinson ging ein bisschen rum und sah das die meisten dachten, dass es ein Reise ohne Wiederkehr war. Er war anderer Meinung. Ivan stand nun neben den Leitern des Schürftrupps. Einer von ihnen hieß Grimward und er gab den Leuten den Befehl die Zelte aufzubauen. Ivan ging zu Odinson und die Beiden begannen eins der Zelte aufzubauen. Sie waren die ersten die mit dem Aufbau begannen und nach ihnen begannen alle anderen. Ivan merkte das Odinson den Rest de Zeltes alleine schaffte und er ging etwas Feuerholz holen. nach wenigen Minuten kam er zurück und machte ein Feuer. Odinson war schon fertig mit dem Aufbau ihres Zeltes. Ivan und er gingen nun zu anderen die Verletzt warn und halfen ihnen das Zelt aufzubauen. Es wurden noch hier und da Verletzte verpflegt aber die meisten waren schon behandelt worden, so fern es hier möglich war. Ein paar Männer standen an einem Feuer und sprachen wer die Nachtwache übernahm. Doch Ivan wandte sich nun wieder zum Aufbau des Lagers zu.
Igor Vectrex
09.05.2006, 23:20
Tief sog der blinde Priester die Nachtluft ein, es war ein ein vertrauter Geruch, der ihm in die Nase kroch. Aber auch ein Geruch von vielen schlechten Erinnerungen. Von vielen Mißhandlungen, die die Schatten und damaligen Gardisten voller Stolz erzählten. Wie hatte er sie gehaßt dafür. Doch nun gab es sie nicht mehr. Mit dem Fall der Barriere verfielen auch alle damaligen Strukturen und jeder von ihnen wurde gleich geahndet. Sie waren wieder Häftlinge, egal welches auch nur minimalen Verbrechens sie sich strafbar gemacht hatten. Sein eigenes war, mit Lumpen am Körper durch das Land zu ziehen. Verhaftet wegen Landstreicherei, das war ihm vorgeworfen. Der Fund einer Rune einer fremden Macht beteuerte die damalige Herrschaft ihn auch noch des Diebstahls anzuklagen..dabei war es stets seine eigene gewesen, die er von seiner Mutter selbst erhalten hatte. Doch dies alles war längst Geschichte und interessierte heutzutage sicher niemanden mehr. Hellhörig wurde der Priester erst, als sich eine der Schülerinnen Hirnis zu Wort meldete, daß sie hier nächtigen sollten.
"Wo befinden wir uns genau, mein Führer?" sprach er mit ruhiger Stimme. "Am Fusse des Flusses, gegenüber der Burg, mitten im Wald!" erwiderte Hirni. So eine präzise Standortbestimmung hatte er ihm gar nicht zugetraut und doch teilte es ihm mit, daß sie hier keinesfalls bleiben konnten. "Ich bedauere, Euch enttäuschen zu müssen, junge Schülerin..." Von der Stimmlage derselbigen ging er einfach davon aus, daß sie noch recht jung war..."aber wir können hier nicht nächtigen, außer ihr seht Euch gern als Gerippe wieder...wir müssen eine Höhle finden...!" Schon drehte sein Führer Hirni die Richtung und die Suche durch den schier endlosen Wald begann. Doch es dauerte nur einige Minuten und eine brauchbare Unterkunft fand sich, in der ein junger Wolf sein Nachtlager gefunden zu haben glaubte. Ein weiteres Mal hielt Igor seinen Führer davon ab, Gebrauch seiner Runen zu machen, denn der Wolf schien anhand der Überzahl an Lebewesen freiwillig sein Domizil zu räumen..."Wie mir scheint...Hirni...habt auch Ihr noch viel über die lebendige Magie zu lernen...auch die Diener Beliars töten nicht zum Spaß oder zu ihrem eigenen Vorteil...Es wird Zeit, daß ihr dies begreift...!!" Erzürnt ließ sich der blinde Priester nieder und beschwor einen Untoten, mit dem Auftrag Feuerholz zu sammeln welcher kurz darauf zurückkehrte und den Stapel feuergerecht aufstellte. Mit einer kleinen Schattenflamme entzündete Igor das allzu trockene Holz und kurze Zeit später wurde es wohlig warm in der kleinen Höhle...Eigentlich die beste Zeit um sich näher kennenzulernen. "Sagt, mein Führer...wer sind eigentlich eure Schülerinnen?" ging die interessierte Frage an Hirni, aber dieser schien noch ein wenig eingeschnappt obwohl der Maßregelung, die er ihm widerfahren ließ. Stille kehrte ein und Igor warf einen weiteren Scheit ins Feuer...Doch plötzlich ergriff eine seiner Schülerinnen das Wort...
Sie selbst wusste zwar die Lage nicht zu beurteilen, doch freute sie sich umso mehr, zu erfahren, dass Bloody Sunday nicht recht behalten hatte, mit ihrem Vorschlag genau hier am Fuße des Flusses Rast zu machen. Zwar hatte die Schwarzmagierin mit der Annahme richtig gelegen, dass sie hier sicher waren vor den gefürchteten Orks, denn ebendiese verabscheuten das Wasser wie die Pest, doch stattdessen hatten sie gerade hier mit allerhand anderen Kreaturen zu kämpfen. Vor allem lebende Blutfliegen, die noch um einiges beweglicher als ihre untoten Schöpfungen schienen und Lurker, deren nervenaufreibendes Gefauche um sie herum schon aus der Ferne beängstigend zu vernehmen war.
Die Höhle, die sie kurz darauf für sich gefunden hatten, recht feucht und unbehaglich, war ihr zwar auch nicht gerade lieber, aber immerhin hatten sie nun einen sicheren Ort zum Schlafen. Entgangen war es der Adligen dabei keinesfalls, dass nicht nur sie mit ihrer Mitschülerin im Streit lag, sondern auch zwischen den beiden Priestern eine deutliche Fehde zu spüren war. Ethea hatte gelernt, den Lebensmut und den Wahnwitz ihres Lehrers anzuerkennen, doch verglichen mit dem Blinden, der mit seinem Wanderstock einen äußerst weisen Eindruck auf sie machte, wirkte dessen Verstand recht verkümmert. Das eine oder andere Mal kam es also, dass er hier in diesem verdorrenden Tal, das von Orks besetzt und der Gewalt der Menschen beinahe entrissen, seinen Führer in die Schranken weisen musste. Zwar war sein Augenlicht geblendet, doch die Entschlossenheit war scheinbar nie in ihm gewichen.
Auf ihrem Weg sowie beim Aufbau des Nachtlagers hatte sich Ethea stets unauffällig zurückgehalten, erst die Frage Igors nach den Schülern des Schwarzhaarigen ließ sie letztlich aufhorchen. Eigentlich hatte sie vermutet, dass er sie auch ohne seine Fähigkeit zu sehen schon hätte erkennen können, doch dem war anscheinend nicht so. Allerdings konnte es ihm die Adlige auch nicht verübeln. „Was waren schon zwei Wochen in der Hölle?“, dachte sie sarkastisch und erhob ihre Stimme selbst, anstatt den dümmlichen Priester Hirni zu Wort kommen zu lassen.
„Oh, wir kennen uns bereits, Igor“, erklärte sie weder vorwurfsvoll noch verzeihend und durfte hoffen ihre nervende Mitschülerin endlich zur Ruhe gebracht zu haben, denn ausnahmsweise wurde die Schwarzmagierin mal nicht von selbiger unterbrochen. „Erinnert ihr euch noch an die Lichtung und das unterirdische Schloss? Ich habe damals gerne das Anhängsel von Karhabs gespielt“, setzte sie in leichter Selbstironie fort und spürte dabei sogar ein Lächeln über ihre Lippen wandern. „Neben mir sitzt Bloody Sunday, aber was viel wichtiger ist, was ist mit euren Augen passiert? Ihr seid nicht immer blind gewesen, wenn ich mich recht entsinne.“
Igor Vectrex
10.05.2006, 01:56
Dieses unterirdische Schloss...ja, dies wahr wahrhaftig die reinste Hölle. Obwohl sich Igor kaum daran erinnern konnte, war sein Martyrium danach schließlich kaum anders verlaufen, war dieses schließlich der Auschlaggeber für seinen momentanen Zustand. Die Lichtweihe hatte er unter größten Qualen hinter sich gebracht und mitangesehen, wie dieser ach so stolze Herrscher in die Reihen Beliars berufen wurde...doch diese Weihe hatte Spuren hinterlassen...Spuren, die erst Tage später ihre Früchte trugen. Der Priester wollte die Chance nutzen und zu der Hütte zurückkehren, die seine verstorbene Schwester einst bewohnte, um nach Spuren zu suchen die seine Vergangenheit betrafen...doch eine Nacht später war es bereits geschehen...die Hornhaut seiner Augen war verbrannt und seitdem war der Priester blind...Alles was er noch tastend in der Hütte vorfand war dieser Stab, den er seitdem mit sich führte und fortan einen Weg suchte zurück in sein Heim, das Kastell zu finden...
Was sollte nun noch alle Geheimniskrämerei...Igor erzählte Ethea den Lauf der Dinge, wie sie geschehen waren...was hätte er sonst auch tun sollen...
"Soviel ist erstmal sicher...mein Augenlicht ist dahin...die Tage und Nächte, die ich in der Wildnis verbrachte und beinahe schon wie ein Tier lebte erzähle ich nun lieber nicht...für eine Adlige, wie Ihr es seid würde es mehr als geschmacklos klingen...es ist nicht leicht in der Wildnis zu überleben und darüber hinaus...es ist durchaus brutal...Wenn Ihr zustimmt, übergehe ich diesen Part gerne...!" Igor wußte nicht wie Ethea auf das reagieren würde, was er ihr nun mitgeteilt hatte, genausowenig konnte er sehen, wie ihre Reaktion darauf war. Sie hatte zum Glück nicht mitangesehen, wie er Scavengern eigenhändig das Genick brach, Felsen auf Molerats geworfen hatte und riskante Zauberspiele mit Razoren und Snappern spielte...alles nur um zu überleben...seinem Ziel...seinem Zuhause näher zu kommen...und doch boten ihm alle seine Opfer wertvolle Nahrung um zu überleben. Irgendwie hatte er es dann bis ins Kastell geschafft, wenn auch absolut am Ende seiner Kräfte...
"Habt ihr Hunger...? Bestimmt, ich habe zumindest Hunger...!" sprach Igor leise, denn ihre beiden Begleiter Hirni und Ms.Bloody Sunday waren bereits in den tiefen Schlaf der Gerechten verfallen. Der Priester griff in seine Reisetasche und zückte zwei Scavengerkeulen hervor...eine davon gab er Ethea und die andere teilte er sich brüderlich mit seiner Fähe...was soviel hieß daß er ab und an mal ein kleines Stück Fleisch herausriß und es Lexa direkt in ihr Maul fütterte. Kurz bevor seine Keule dann kein Fleisch mehr enthielt landete der Rabe Hirnis auf seinem Bauch. "Sag bloß Du hast jetzt auch Hunger...!" "Kräh..!" Dieses Vieh wollte nicht weichen..."Aber Igor war ja kein Unmensch, zückte die kleinste von drei verbliebenden Keulen aus seiner Tasche und zerteilte die Hälfte an Fleisch davon mit seinen Händen und legte sie etwas abseits von sich auf den Boden, den Rest der Keule gab er seiner Fähe direkt ins Maul, die sich damit verzog...Hoffentlich hatten sie damit wenigstens in der Nacht dann Ruhe...
Sir Ulrich
10.05.2006, 02:29
Nachdem sich der Konvoi wieder formiert hatte, ging es weiter Richtung Mine, der Weg war sehr holprig und das rumpeln der Karren war ziemlich laut. Die Verletzen, die darauf lagen schrieen nach jedem Schlagloch auf, dieses Bild des Jammerns begleitete alle, bis sie endlich am Ziel waren. Es herrschte eine seltsame Atmosphäre, die meisten wie gelähmt, noch unter Schock, nicht zu Handlungen fähig..., ihre Augen starrten ins Leere, sie waren kaum ansprechbar. Der Rest der Soldaten regelte die Dinge, die notwendig waren..., sich um die Verwundeten kümmern, Zelte aufbauen, Feuer machen..., Jeder wusste was zu tun war, es bedurfte kaum noch Befehle. Ein kleiner Trost..., die Schlacht hatte die Soldaten wachgerüttelt, sie wussten nun wie schnell das Leben ein Ende finden könnte. Deshalb übernahmen sie wohl Verantwortung und regelten die Dinge selbstständig, ein gutes Zeichen..., so hätten alle ein Chance zu überleben. Nur wenn alle ihr letztes geben, kämen die meisten hier heil raus und eines war jetzt schon klar..., das war nicht der letzte Kampf, der ihnen bevorstand. Einige Verluste müssten noch hingenommen werden, aber der Überlebenstrieb, der in Soldaten geweckt wurde, machte sie von nun an stark und würde mit dazu beitagen, sie so gering wie möglich zu halten... Nachdem das Lager aufgebaut war und die Nachtwachen Stellung bezogen hatten, konnte auch SirUli sich eine kurze Zeit zur Besinnung gönnen.
Tief durchatmen..., kurz die Augen schließen und sich bewusst werden, das er überlebt hatte und zum Glück so gut wie unverletzt war. Ein paar Schrammen die schnell verheilen, hier und da eine Prellung, nichts von Bedeutung, seine Kampfkraft kaum beeinträchtigt..., „Innos sei dank“ murmelte er vor sich hin und schaute dabei gen Himmel. Nach einer Weile hatte er sich wieder gefasst und ging zu den Führern der Trupps, die am Feuer saßen und sich beratschlagten. Einige Karren waren schwer beschädigt, „die müssen unbedingt repariert werden, sonst können wir nicht genug Erz transportieren“ trug Tarnum seine Sorgen vor, „was ist mit den Verletzten, die können wir unmöglich mitnehmen“, äußerte DraconiZ seine Bedenken, weil er dadurch die Sicherheit des Konvois in Gefahr sah. Grimward brachte den Zeitfaktor zur Sprache, auch er müsse berücksichtigt werden, denn je länger sie sich im Minental aufhalten würden, umso unwahrscheinlicher, dass das Unternehmen Aussicht auf Erfolg hätte. Es entstand eine hitzige Diskussion..., Jeder unterbreitete seine Vorschläge, aber sie kamen zu keinem gemeinsamen Ergebnis..., trotzdem musste eine Lösung gefunden werden, deshalb gingen die Gespräche weiter...
Taurodir
10.05.2006, 11:12
Nun war es also doch eine Reise ins Minental gewesen. Dass man mit Angriffen von Beliars Schergen zu rechnen hatte, war kein schwerer Gedankengang, den es zu erschließen galt. Natürlich würden die Orks den Konvoi angreifen. Die freuten sich doch nur so, wenn sie Menschenfleich in solch großer Form sahen. Nicht ein Mensch, nicht zwei oder drei. Nein...ganz viel Fleisch...ganz viele Opfer. So war es auch wie in den früheren Konvois zu Kämpfen gekommen. Kämpfe führten wie zu oft zu Verlusten und zu Verletzten. Wenigstens jedoch war der Erfolg des Konvois noch nicht ganz gefährdet. Aber auf die nächsten Kämpfe müsste man besser vorbereitet sein. Konnte man sich jedoch wirklich aufs Minental besser vorbereiten als nur das Wissen haben zu können, dass die Gefahr überall lauerte? Na ja, nicht mit der Anzahl an Menschen, die es in Khorinis gab. Eher gesagt nicht der Anzahl an militärischen Truppen.
Taurodir blieb weiterhin in der Nähe des Konvois, dass nach dem Kampf ein Lager in der Nähe der Mine aufgeschlagen hatte. Er lehnte sich zurück an eine steinige Wand und zog die schmutzigen Gewänder enger um seinen Leib. Nachts war es doch ziemlich kalt. Was solls...
Der Knauf seines Schwertes, an dessen Klinge bereits Orkblut klebte, blieb bereit in seiner Hand ruhen.
Für den morgigen Tag erhoffte er sich ein bekanntes Gesicht unter den Soldaten zu sehen. Vielleicht könnte ihm jemand bei seiner jetzigen Lage behilflich sein.
Jetzt hieß es nur ruhen. Sein Kopf tat ihm mehr als zuvor weh nach dem Kampf..
Den Kampf mit den Orks hatte Bernado heil überstanden. Bei den Abenteuern im Wald, die er schon mehrere Male erlebt hatte, hatte der Anwärter bereits jetzt gelernt auch in scheinbar auswegslosen Situationen einigermaßen Ruhe zu bewahren. Immerhin war es für ihn bereits gefährlich, wenn ein Snapper antrapte, von einem Ork ganz zu schweigen. Allerdings konnte er außer mit seinem Stock zuzuschlagen nicht viel tun und auch dass hatte die Orks wahrscheinlich kaum gejuckt.
Nun zumindest hackte er gerade mit den anderen aus dem Schürftrupp Erz. Sie hatten schon eine für Bernados Verhältnisse - er besaß nur einen Brocken des magischen Materiales - beachtliche Menge des begehrten Rostoffes geschürft und nun ekam der Mann den Dreh langsam raus. Auch wenn es sehr anstrengend und auf dauer sicherlich kein Vergnügen war, fand der unsportliche Barde es im Moment noch einigermaßen amüsant, nun da er immer besser im Schürfen wurde. Er hatte begriffen aus welchem Winkel man hacken musste, um viel Erz zu erhalten, doch es gab bestimmt noch eine ganze Menge anderer Tricks.
Der Diener Innos' beschloss kurz den anderen Schürfern über die Schulter zu sehen und so zu lernen. Es gab anscheinend einige, die, wie er, noch nie im Minental oder einer Mine gewesen waren und sich nicht besser anstellten, doch auch dem anschein nach erfahrenere Schürfer konnte Bernado ausmachen. Er schaute einem von ihnen zu und sah wie der Mann seinen ganzen Körper beim Hacken verwendete, um möglichst viel Kraft in den Schlag zu bekommen. Auch schien es, seiner Mine nach zu urteilen, als würde er sich ganz auf seine Arbeit konzentrieren und geistig beinahe mit dem Erz verschmelzen. Bernado wusste nicht, ob das etwas brachte, doch bei magischen Materialien war das gut vorstellbar. Also ging der Mann wieder zu seinem Bereich zurück und nahm seine Arbeit wieder auf, mit dem Unterschied, dass er versuchte die gelernten Tricks zu benutzen. Tatsächlich förderte er nun deutlich mehr von der bläulich schimmernden harten Substanz. Vergnügt über seinen Erfolg hackte der Barde weiter.
DraconiZ
10.05.2006, 18:18
Gemischte Gefühle schüttelten den Ritter. Einerseits war er froh, dass er gestern seinen ganzen Kampfgeist und seien Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte und andererseits nahm ihn der Kampf mehr mit, als er es wollte und zugegeben hätte. Es war völlig verwirrend, was sich im Kopf des Schmiedes abspielte, der sich in dem Lager aufhielt, welches die Gardisten sehr nah an der Schürfstelle aufgeschlagen hatten. Schon sehr viele Streiter Innos’ waren damit beschäftigt das wertvolle Erz zu Tage zu bringen. Vielleicht konnten sie damit ihr Pflichtbewusstsein befriedigen und den gestrigen Tag wenigstens etwas zurückstellen. Doch DraconiZ schien dies nicht wirklich gelingen zu wollen. Auch wenn er noch vor kurzem in Khorinis gedacht hatte, dass er wesentlich stärker, sowohl mental als auch körperlich geworden war, stimmte das zwar, doch schien es noch nicht auszureichen um ihn ausreichend gegen das Minental abzuhärten. Vielleicht war es sogar so, dass der Schleichlehrer sich niemals an die Verhältnisse gewöhnen würde. Schon alleine der Gedanke an die Toten und die Verletzen weckten in ihm Zweifel daran, ob das ganze Unternehmen überhaupt gerechtfertigt war. Doch es gab auch eine interessante Seite an dem Konvoi, die DraconiZ beschäftigte. Er wollte die Orks verstehen. Denn es war ja nicht so, dass diese grünen Ungeheuer Tiere waren, wie ein Scavenger oder ein Snapper. Sie hatten auch so etwas wie eine Kultur und vermochten es durchaus mit Waffen und Werkzeugen umzugehen. Sogar Magie konnten sie wirken. Früher hatte der Ritter diese Grünlinge immer nur als stupide Wesen abgetan, doch schon allein das sie zu einer Kampftaktik fähig waren zeigte, dass sie so dumm nicht sein konnte.
Doch mit einem Ruck löste er sich aus seinen Gedanken und stand vor dem Wagen auf, an den er sich gerade noch gelehnt hatte, denn er würde auf seine Fragen vorerst keine Antwort bekommen. Mit einigen Schritten durchschritt er das kleine Lager auf einen groß gebauten Mann zu, der stehend gegen einen der Wagen lehnte und das Minental beobachtete. Während der Ritter dem Mann immer näher kam, las er in den Gesichtern der anderen Gardisten und Magieranwärtern dasselbe, was in ihm vorging. Keinen ließ all dies hier wirklich kalt. Wenigstens diese Erkenntnis spendete DraconiZ ein wenig mehr Mut. Nach einiger Zeit stand er dann neben dem Mann, der ihn noch vor gar nicht so langer Zeit zum Ritter geschlagen hatte. Eine Weile blieben die beiden einfach still nebeneinander stehen und betrachteten zusammen die Umgebung, die wenigstens in diesem Moment keine Gefahren aufwies. Doch das konnte sich, wie sie gestern erst schmerzlich erfahren hatten schneller kippen als ihnen lieb war. Umso länger sie hier blieben desto mehr Verwundete und Tote würde das Unternehmen fordern. Der Gepanzerte, der neben dem Schleichlehrer stand, wirkte wie ein glühender Fels in dieser Gegend, den nichts besiegen konnte. Der Schmied fragte sich ernsthaft, ob er schon so abgehärtet war, dass dies alles ihm nichts mehr ausmachte. Sein Gesichtsausdruck schien dies zumindest auszudrücken. ,, Wann erwarten wir den nächsten Angriff?“, fragte DraconiZ dann schließlich Uncle, den er mittlerweile Kampfgefährten nennen konnte. Der Lord lies sich eine Weile zeit und zuckte dann mit seinen gepanzerten Schultern. ,, Das kann dir wohl nur Innos selbst sagen. Ich hoffe nicht allzu bald“, gab der Streiter zurück. Wieder kehrte Schweigen zwischen den beiden Streitern ein. Beide wussten nicht so recht, was sie noch erwarten würde und doch waren sie irgendwie bereit ihr Leben für diese Sache zu geben. Der Schmied wusste nicht genau, warum er fragte, vielleicht wollte er nur einfach irgendetwas sagen, aber er tat es mit ernster Stimme: ,, Wie schaffst du es diese Situation so tapfer zu überstehen? Ist es das Vertrauen in Innos, was dir Kraft gibt oder was ist es?“. DraconiZ blickte Uncle-Bin fest an. Vielleicht war er zu weit gegangen einen Lord so etwas zu fragen, aber er wollte es einfach wissen. Möglicherweise half es ihm selbst, besser aus diesem Geschehen zu kommen, falls er lebend nach Khorinis zurückkehrte.
Uncle-Bin
10.05.2006, 19:00
>>Tapfer?<<, brummte Uncle und lehnte sich zurück, um kurz nachzudenken. Er atmete tief ein und dreht sein Gesicht, das eben noch in den Himmel gestarrt hatte, wieder zu Draconiz. >>Es kommen einige Sachen zusammen. Zum einen ist es das Wissen das Innos auf meiner Seite ist. Selbst wenn ich durch die Orken falle, so wird er mich weich auffangen und zu meinen Ahnen in sein Reich holen, denn dann habe ich meine Funktion in der irdischen Welt erfüllt.<<, meinte er und unterbrach um noch einmal Luft zu holen.
An dem Gesichtsausdruck Draconiz’ erkannte er, dass dieser noch nicht zufrieden war, hatte er doch dem Lord die Antwort mit seiner Frage fast in den Mund gelegt. Doch Uncle war noch nicht fertig. Er hatte noch einiges zu erzählen.
>>Es ist jedoch nicht der Glaube, der einen jungen Ritter tapfer macht. Bei allen Göttern, nein, wir können erst tapfer sein, wenn wir unseren ersten Kampf überstanden haben und den Feind kennen. Davor –und da bin ich mir sicher- hat jeder Angst. Immerhin ist jeder Kampf ein Wagnis und kann das Ende bedeuten.
Am schlimmsten ist es, wenn man gegen Wildtiere oder Banditen kämpfen muss. Sie sind gefährlich, aber ein Kampf gegen sie ist fast immer ehrlos. Wer gegen einen Ork fällt, der stirbt so wie Innos es wünscht. Deshalb brauchst du dir in solch einem Kampf keine Sorge um dein Wohlergehen machen.
Das Wichtigste ist jedoch der Wille den Kampf zu überleben. Angst macht schwach und Schwäche macht uns verwundbar. Ein ängstlicher Kämpfer zögert, wo der todesmutige jede Chance nutzen wird. So siegt mutiger Leichtsinn über ängstliche Zögermanöver.<<
Nun war der Lord zufrieden mit seiner Antwort. Es war nicht alles gesagt, aber genug damit der Ritter es verstehen würde. >>Ich hoffe, Draconiz, dass du nach allem was passiert ist, nicht den Kopf verlierst. Du wirst diese Situation schon meistern. Sieh dir nur an, was wir schon geschafft haben. So einen Orkhorde besiegt nicht jeder!<<
Wohlwollend klopfte er seinem Schützling auf die Schulter und grinste ihn dann an. >>Und so tapfer bin ich auch wieder nicht.<< Auch Draconiz eher düstere Stimmung verlor sich für einen Moment, als er den Lord grinsen sah.
Hirni und der Rest der Gruppe waren weitergezogen. So wie es schien war Igor nicht darauf aus, sich in irgendeiner Weise länger im Minental aufzuhalten, als unbedingt nötig. Hirni störte dieses Gedränge irgendwie, er war ein viel zu gemütlicher Mensch, und in seinen Augen waren sie nicht auf der Flucht vor irgendetwas.
Er wusste zwar, dass es im Minental gefährlich war, und man sich hier nicht wirklich lange aufhalten sollte. Es sei denn, es liesse sich nicht verhindern. Dennoch war der Priester eher darauf aus, langsamer zu machen. Er kannte das Minental zwar gut genug, schliesslich sass er in diesem Gefängnis, als es noch eines war, dennoch gefiel es ihm irgendwie hier. Die Stimmung hier war einfach total anders als im grünen Khorinis. Während die Bäume ausserhalb des Tales auf Khorinis schon längst wieder grünten, so blieben die Bäume hier weiterhin verdörrt und trostlos. Die Sonne schien hier zwar, jedoch kam sie nie wirklich durch die dicke Wolkenschicht hindurch. Dies war damals, als die Barriere noch stand, ebenfalls anders. Dieses Phänomen musste etwas mit den Orks und den Drachen zu tun haben, die hier ihr Unwesen trieben und nun das Minental beherschten.
Doch all dies änderte nichts daran, dass nicht nur Hirni hier war, um Erz zu schürfen. Nein, er hatte seine Schülerinnen natürlich nicht nur umsonst mitgenommen. Sie sollten etwas lernen, und so wie es schien war bei beiden noch Nachholbedarf. Sundays Skelett gestern zum Beispiel sah zwar nach Aussen hin perfekt aus, doch Hirni kam dies komisch vor. Dafür dass sie die Rune erst ein oder zwei Tage besass war dieser Knochenmann zu perfekt.
Und auch Ethea schien noch gewisse Problemchen in Sachen Magie zu haben.
"Entschuldige mich Igor, aber es wird Zeit, dass ich meinen Pflichten mal nachgehe. Das gestrige Skelett von Bloody Sunday kam mir nicht ganz geheuer vor. Ich denke, ich muss mal etwas ins Detail gehen bei den beiden."
Igor schien damit einverstanden zu sein, zumindest erwiderte er nichts. Er schien Verständnis dafür zu haben. Deshalb sprach Hirni zu seinen beiden Schülerinnen:
"So, Mädels. Es wird Zeit, dass wir uns mal eure Kreaturen anschauen, sprich, sie mal genauer betrachten. Sunday, von dir mächte ich ein beschworenes Skelett sehen.
Und Ethea, von dir einen Zombie. Ich weiss, du hast es nicht so mit den Dingern, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass mir deine Zombies bei der Katakombenflutung nicht wirklich gefallen haben.
Ich werde mir eure Werke dann anschauen und euch, falls nötig, Tipps zur Verbesserung geben, damit ihr auch wirklich von euch behaupten könnt, perfekte Untote beschwören zu können."
Hirni war gespannt darauf, wie die Wesen nun aussahen, die seine Schülerinnen beschwören würden. Sicherlich würden sie noch die ein oder anderen Mängel aufweisen, die es zu beheben galt. Denn kein Magier konnte auf Anhieb perfekt Magie wirken. Es sei denn, er wäre ein Auserwählter seines Gottes, doch das schien bei Sunday und Ethea wohl nicht der Fall zu sein...
Das Zelt stand, das Feuer brannte fröhlich und die Suppe brodelte über diesem. In einer Schale daneben waren ein paar Scheiben Brot zum Verzehr. Odinson nahm gerade einen Schluck aus seiner Trinkflasche. Das tat gut. Sie hatten den ganzen Tag geschürft. Das war gar nicht so leicht gewesen. Es dauerte eine Zeit bis man die Technik drauf hatte. Doch dann ging alles im Takt. Klack, Klack, Klack, Klack. Immer wieder mit der Spitzhacke auf den das blau schimmernde Gestein. Und dann alles in die Karren schaufeln und diese wenn sie voll warne zu der Stelle bringen, wo das Erz in Kisten verpackt wurde. Eine schweißtreibende Arbeit und heute war es wie die letzten Tage sehr warm und Windstill. Der Schweiß lief in Strömen, doch das war der Schmied gewöhnt und seine Kraft reichte lange aus um diese Strapazen zu überstehen. Da hatten andere, wie zum Beispiel jene die keinen Handwerksberuf machten oder keine Schwertausbildung gemacht hatten schlechtere Karten, aber auch die gaben sich Mühe und arbeiteten hart bis zum Ende.
Das schlimmste an der Arbeit war nicht die körperlichen Strapazen gewesen, sondern das man durch die Arbeit dauernd in Gedanken war. Und die drehten sich nur um die Schlacht. Keinen hatte es kalt gelassen. Außer Uncle-bin vielleicht. Immer wieder kehrten die starren leeren Augen in sein Gedächtnis, die abgehackten Gliedmaßen, das viele Blut. Das war seine erste Schlacht gewesen. Und dann auch noch gegen Orks, die mit ihren riesigen Waffe sehr hässliche Wunden verursachten, das Stöhnen der Verletzten begleitete sie immer weiter und in seinen Ohren hallten die Schreie und Rufe der Sterbenden. So war es, so musste es sein, und das war schwer zu verstehen. Und das alles nur für Erz? War es das wert? Klar für ihn als Schmied war das Gestein genau so wichtig, aber sie hatten gute Männer verloren in diesem Kampf, aber so war das Schicksal, Männer gehen unter oder steigen in ihrem Rum in der Ehre und in den Reihen der Krieger auf. Mit der Hilfetruppe von Marcos war die Sache dann schnell zu Ende gewesen. Ein Glück…
„Hey, Odinson die Suppe!“ warnte Ivan. Odinson wurde aus seinen Gedanken gerissen. „Oh, ja, ich glaube sie is fertig!“ Ivan gab ihm zwei Schüsseln aus Holz. Er füllte die dampfende Suppe hinein. Sie war mit Zwiebeln und etwas Fleisch angereichert. Das Rezept hatte ihm Miriel beigebracht. „Na dann lass es dir schmecken!“ sagte Odinson „Danke du auch!“ mampfte sein Waffengenosse. Die Sonne sank langsam wieder hinter die Berge. Überall dampften jetzt die Töpfe und brannten die Feuer. Es war noch ruhig, aber nicht mehr so gedrückte Stimmung wie gestern…
Die Schürfarbeiten gingen einigermaßen gut voran. Tarnum schürfte selbst mit um die Schürfer etwas zu ermutigen, doch ohne erfolg. Der Wille der Männer war gebrochen, keiner war sich so sicher ob er es lebend aus dem Todestal schaffen würde. Der Konvoi verlor immer mehr Männer, schließlich bestand der größte Teil aus Leuten die aus Khorinis mitkamen. Die Gedanken des Waffenknechten zermürpten ihn von innen. Hatte er schuld an dem was mit den Verletzten, Toten oder langsam Sterbenden passiert ist. Tarnum machte sich selbst vorwürfe und hatte selbst die Hoffnung aufgegeben jemals Khorinis wieder zu sehen. In Gedanken versunken schlug er wie ein Untoter der keinen freien Willen hatte auf den blau, leuchtendem Klumpen ein. Der junge Waffenknecht konnte außerhalb der Erzmine die Verletzten schrein hören als die Behandlung der Babiere begann. Tarnum versuchte über die schmerzerfüllten Schreie hinweg zu hören, doch er konnte es nicht. Das ganze Leiden der Männer die mitgekommen sind setzte er auf seine Rechnung. Tarnum bekam ein ungutes Gefühl, er hatte Angst um das leben der Männer, um sein Leben und vor Lord Hagn, wenn er heraus bekommt was im Minental ablief. Der junge Waffenknecht versuchte einfach weiter zu haken, so das die Zeit im Tal schnell vergehen würde.
8 Männer waren unterwegs, 8 Männer waren im Wald. Die Stimmung war ganz unten, alle waren angespannt. Bisher ist ihnen weder ein fettes Molerat, noch ein Ork-Elitekrieger über den Weg gelaufen. "Mist, die Sonne geht schon unter.", stellte Rac fest. Ronsen, der rechts neben dem kleinwüchsigen Mann lief, nickte bloß. "Ich kenne eine Höhle", sprach Brom, "ist ganz in der Nähe, wir könnten morgen weitersuchen." "Gute Idee!", stimmte Rac ihm zu. Jetzt ergriff Ronsen wieder das Wort und er rief laut, sodass Welendor, Kraxlaf und Jagrom ihn auch hören konnten: "Wir werden eine Höhle für die Nacht aufsuchen, Jagrom, hol doch bitte Eras und Lors, damit sie auch davon erfahren, und die anderen suchen bitte schöne, trockene Äste!" Jagrom nickte und eilte Richtung Fluss, dahin, wo die beiden Späher entlanggegangen sind. Dann liefen alle still weiter. "Wann warst du das letzte Mal bei der Höhle?", fragte Ronsen den Waffenknecht. Brom antwortete: "Das ist schon ein paar Monate her..." "Hoffentlich ist sie noch unbewohnt...", überlegte der Milize.
Bald waren sie an der gesuchten Nachtstelle angekommen. Ronsen stand mit verschränkten Armen vor der Höhle und dachte über die Verteilung der Nachtwachen nach. Gerade kam Kraxlaf aus der Höhle und sprach: "Das sieht gut aus Chef, aber ich habe ein wenig Angst um Welendor..." "Wieso?", fragte der Schmied. "Er fürchtet sich vor Spinnen!", lachte der Rekrut dreckig. "Ich hab das gehört!", sprach Welendor, der eben mit einem Batzen Holz angekommen war, "Das ist eine Krankheit, da kann keiner dafür!" Er fauchte Kraxlaf förmlich an. "Nun beruhigt euch do...", wollte Rac ansetzen, doch der markerschütternde Schrei eines Menschen, ließ ihn stocken. Alle erhoben sich und zogen ihre Waffen. Kraxlaf hatte sich seinen Langbogen gegriffen und zielte zitternd in Richtung Süden, da, wo auch der Fluss war. Ein Mensch kam auf sie zugerannt, die Mannschaft ließ ihre Waffen niedersinken. Es war Eras. Er hatte Tränen in den Augen und musste lange ausschnauben, bevor er etwas sagen konnte. "Was ist los? Was ist geschehen?", fragte Ronsen hektisch. "Warge!", brachte Eras mühsam heraus, "Lors und ich sind ein wenig am Fluss entlanggelaufen, da entdeckten wir die Biester, die gerade einen Scavenger erlegt hatten. Wir sind gerannt, dann sagte Lors..." Eras schluchzte: "Er sagte, er wolle sie ablenken, er hat sich für mich geopfert." "Oh nein, das ist ein schwerer Schlag, komm leg dich erst mal hin.", schlug Welendor vor. Eras nickte weinend. Die Moral der Männer war am Boden. Ronsen zählte noch einmal seine Mannschaft nach; Rac richtete die Betten aus den mitgebrachten Schafsfellen ein, Kraxlaf half ihm dabei. Welendor tröstete den fast eingeschlafenen Eras. Brom trank einen Schluck scharfen Schnaps. Alles schien zu stimmen, die sechs Mann waren scheinbar in Sicherheit. Da traf es ihn wie vom Blitz getroffen, er schrie: "JAGROM! Wir müssen ihn suchen!" "Oh mein Gott, du hast Recht!", erschrak Rac. "Welendor, Rac, ihr bleibt mit Eras beim Lager, die anderen folgen mir, los!" Brom, Kraxlaf und er schnappten sich ihre Waffe und eilten richtung Fluss. Ronsen schwitzte, hoffentlich würden sie den Biestern entgehen. Dann hörte man ein Rascheln im Gebüsch. Ronsen und Kraxlaf hoben ihre Bögen und zielten auf das auftauchende Geschöpf. "Na los, na los, schießt doch!", befahl Brom. Ein Warg kam plötzlich von der anderen Seite und wollte sich Ronsens Bein schnappen. Geradenoch so konnte er ausweichen und gemensam mit Broms Hilfe konnten sie das Biest niederstrecken. Es raschelte wieder im Gebüsch. Kralaf schoss nach unten. Ein lautre Schrei erschallte in den Wald, ein MENSCHENSCHREI. Jagrom kam aus dem Busch hervor und ging vor der Mannschaft in die Knie. In seinem linken Oberschenkel steckte Kraxlafs Pfeil. "Oh nein, schnell, wir müssen ihn zur Höhle tragen!", sprach Ronsen. Kraxlaf war kreidebleich geworden. Das schien ihm noch nie passiert zu sein. Eras war als guter Barde bekannt, sie mussten zurück ins Lager finden und den Verletzten wieder aufpeppeln.
Bis in die Nacht hatten Ethea und Igor noch am Lagerfeuer gesessen und alte Erinnerungen an das unterirdische Schloss Revue passieren lassen. Scheinbar war die Blindheit des Priesters wirklich nicht mehr rückgängig zu machen, doch hatte es ihn wohl dennoch kaum verändert. Ein Gefühl von Unbehagen machte sich in ihr breit, sich vorzustellen, wie es war, nicht sehen zu können. Gleichzeitig ließ gerade diese Tatsache, sie jedoch in noch größerem Respekt vor den Taten des Mannes verbleiben.
Nun lachte Ethea wieder innerlich darüber, dass Bloodys Skelett Misstrauen in dem Lehrer gesät hatte. Dass ihre Zombies dagegen nicht schön genug waren, wollte sie nicht einsehen. Was gab es schon für Unterschiede zwischen gut gelungenen und schlechten Zombies? Hässlich waren sie doch alle, sogar hässlicher als ihre Mitschülerin.
„...Dass mir deine Zombies bei der Flutung nicht gefallen haben“, wiederholte sie das Palaver des Priesters grummelnd um dann lauter werdend stichelnd auf seine Feststellung zu reagieren.
„Nun ja, du gefällst mir auch nicht und trotzdem werde ich wohl oder übel mit dir auskommen müssen.“ Eiskalte Blitze schossen aus ihren funkelnden Augen hervor, die förmlich brannten sich mit denen Hirnis zu vereinigen. Erst danach, keine weitere Reaktion abwartend, zückte Ethea ihre Rune der Zombiebeschwörung, in der Hoffnung dieses Mal ein etwas gelungeneres Exemplar eines solchen zu erschaffen. Scheinbar war ihre Hoffnung jedoch nicht groß genug, denn schon wenig später, als sich der Schleier, der sich langsam um ihren Arm gefangen hatte, mehr und mehr lichtete, kam zum Vorschein, was nicht einmal einen Schönheitswettbewerb gegen Hirni hätte gewinnen können: Dem lächerlichen Untoten, den sie soeben beschworen hatte, fehlte ein Arm und ein kümmerliches Bein ließ ihn lediglich auf dem anderen Bein stehend eine Weile umher humpeln.
Schnell nutzte Ethea die ohnehin schon erbärmliche Lage und wies mit der Hand plötzlich auf ihre erschrockene, indiskret mal wieder leicht kichernde Mitschülerin, sodass sich der Zombie langsam auf diese zu bewegte. Das verweste Stück Fleisch machte einige kurze Sprünge auf einem Bein, ehe es umfiel und sich dabei mit der verbliebenen feuchten Pranke an der Robe ihrer Rivalin festkrallte.
Der höhnische Ausdruck auf ihrem Antlitz währte nur kurz, bis Ethea seufzend die Hand zu einer festen Faust zusammenballte, sodass ihr Zombie erneut zu Staub zerbröckelte. Eine zu große Schande für sie und ihre Augen stellte er doch dar, als dass sie es sich erlauben konnte, dieses verhunzte Wesen noch länger bestehen zu lassen.
Stattdessen machte sie sich daran, ein neues Wesen zu beschwören. Die geballte Konzentration nun um ein erhebliches Maß ausgeprägter, umfasste sie mit den zarten Händen, das ovale Gestein und stellte sich in Gedanken vor, wie der Zombie wirklich auszusehen hatte, was sie nur für einen kurzen Moment in Schauder versetzte. Aufgrund der mangelnden Theoriekenntnis war dieses Bild in ihrem Kopf nämlich nicht allzu detailliert. Nichtsdestotrotz konnte sich ihrer Meinung nach das Geschöpf, das sich kurzerhand vor den Augen ihres Lehrers manifestierte, schon eher sehen lassen.
Hirni beachtete die Stichelei Etheas gar nicht weiter, er hatte sich vorgenommen diese zu Ignorieren. Die Frau war unverbesserlich, da half auch keine Strafe oder sonstiges mehr. Da war einfach nur das Ignorieren solcher Dinge angebracht. Stattdessen schaute er sich das, eher magere, Exemplar an, welches sich vor ihn gestellt hatte. Der erste Zombie war eine einzige Katastrophe, er besass lediglich einen Arm, und auch nur ein Bein. Dass Ethea ihn dann auf Sunday zusteuern liess kümmerte den Priester ebenfalls nicht weiter. Das war nicht weiter lebensbedrohlich, anscheinend würde dieser Zombie nichtmal die Kraft besitzen, um Sundays Schädeldecke mit 200 Bissen zum Platzen zu bringen um an ihr Gehirn zu kommen.
Der zweite Zombie war schon besser, doch auch dieser wies erhebliche Mängel auf. Nicht nur dass er viel zu schnell verweste, auch schien er nicht Kraftvoll genug zu sein. Auch war er um einiges langsamer als ein normaler Zombie. Man bemerkte schon, dass Ethea sich einen Scheiss um die Theorie gekümmert hatte.
Hirni liess einen Seufzer verlauten und fing dann an ihr ein paar Dinge zu erklären.
"Ethea, ich weiss nicht, entweder hast du einfach nur keinen Bock darauf, ernsthaft Magie wirken zu können, oder du willst es nicht, oder aber du hast einfach nur Spass daran mich zu ärgern. Wenn letzteres der Fall sein sollte, dann kann ich dir nur sagen, dass am Ende ich es bin, der dich mehr ärgern kann. Dann werde ich dich nämlich einfach die Prüfung nicht bestehen lassen, und dann kannst du das ganze nochmal von vorne durchkauen. Und das bei Lehrmeistern die dir noch mehr Theorie aufhalsen werden.
Wenn du keinen Bock darauf hast, Magie zu wirken, dann frage ich mich ernsthaft, wie du es überhaupt geschafft hast den 1. Kreis zu bewältigen. Entweder war Sinistro völlig besoffen, oder aber du hast ihn bestochen.
Vielleicht willst du auch einfach keine Zombies beschwören? Nun, irgendwann wirst du das wohl oder übel müssen, spätestens bei deiner Prüfung.
Ich denke mal, es ist aber so, dass du einfach keine Zombies beschwören willst. Und da frage ich mich, wieso? Liegt es daran, weil sie dir zu hässlich sind? Oder etwa weil du dich bei der Beschwörung nicht schmutzig machen willst? Nun, du konzentrierst dich bei der Beschwörung wohl zu sehr auf das Aussehen des Zombies, denkst dir, dass du gerade darauf achten musst. Dem ist aber nicht so. Glaube mir, die wahre Macht des Zombies liegt nicht etwa in seinem Aussehen oder etwa in seiner Schnelligkeit. Nein, die wahre Kraft des Zombies liegt in seiner Stärke. Der tote Leichnam, den du heraufbeschwörst, ist sogar dazu in der Lage sehr schwere Gesteinsbrocken anzuheben. Er ist zwar nicht der schnellste, aber dafür hast du mit ihm einen starken Verbündeten wenn es darum geht irgendetwas beiseite zu räumen, oder gar gegen andere recht langsame Lebewesen zu bestehen.
Versuche dich also bei der Beschwörung nicht auf das Aussehen zu beschränken. Das kommt von Alleine. Konzentriere dich viel mehr darauf, dass der Zombie stark ist, stell dir in Gedanken einfach ein aufrechtgehendes menschliches Wesen vor, welches du beschwören willst. Wenn du es dennoch extra hässlich haben willst, kannst du dir auch in Gedanken vorstellen, das zum Beispiel ich der Zombie sein soll, den du da beschwörst. Dann wird er defenetiv hässlich." meinte Hirni grinsend.
"So, und nun versuch es nochmal. Und wenn der Zombie steht lass ihn den schweren Stein dort vorne mal anheben. Dafür braucht es eigentlich 2 ausgewachsene Männer. Der Zombie aber sollte den Stein wenigstens beiseite schieben können."
Verzweifelt versuchte die junge Elfaire die Augen zu öffnen, ohne zu wissen, wo und wieso sie in dieser "Traumwelt" gefangen war. Vor ihrem geistigen Auge sah sie nichts als Schwärze, die sie umgab und um sie herum schien lediglich Luft zu sein, ja, es fühlte sich an, als würde sie schweben.
Die Blauäugige tastete vorsichtig mit einer Hand die Gegend ab, bis sie schließlich auf etwas festes stieß und dieses etwas fest umklammerte.
In ihrem Kopf spielten sich all die Geschehnisse vor ihrem Ohnmachtsanfall noch einmal ab - der Ork, der auf die beiden zugerannt kam, sie hatte Asthan daraufhin anseite geschubst und war dem Grünfell gegenübergetreten. Danach wurden die Erinnerungen schleierhaft, die Bilder verschwanden allmählich.
Ruckartig öffnete die Schwarzmagierin die Augen. Sie befand sich noch am selben Ort, an dem sie gegen den Ork gekämpft hatte. Außer den Spuren des Kampfes war nichts mehr von ihm zu sehen, dieses Geschöpf war verschwunden - und mit ihm Asthan! Elfaire wurde es leicht mulmig zumute - hatte sie ihren Schüler etwa einer zu großen Gefahr ausgesetzt, indem sie ihn ins Minental führte?! An einen Orkangriff hätte sie doch früher denken müssen; gedanklich verurteilte sie sich selbst für dieses verantwortungslose Handeln. Die Schwarzhaarige blickte sich eilig um und fand in einigen Metern Entfernung ihr Schwert, welches sie sofort aufsammelte. Von den Rucksäcken war ebenfalls nichts mehr übrig, nur an einer Stelle lagen Stofffetzen, die vielleicht Überreste davon sein mochten. Und außerdem waren da... die Steine! Offenbar hatte ihr Schüler sich doch noch mit dem Inhalt seiner Tasche vertraut machen können, bevor er... ja, was war er eigentlich? Hastig suchte Elfaire den Boden nach Fußspuren ab und fand bald darauf, was sie suchte. Sowohl menschliche als auch Spuren orkischer Herkunft führten den Pass hinab, hinein ins Innere des Minentals. In das weitaus gefährlichere Innere... Die Dienerin Beliars folgte ihnen, bis sie wenige Meter weiter hinter einer Wegbiegung auf eine Orkleiche stieß. Erschrocken blieb sie stehen und betrachtete das Grünfell. Ganz offenbar war es jenes, welches sie niedergeschlagen hatte - der Arme wies Spuren der Steine an seinem Schädel auf. Aber was bei Beliar mochte ein so kräftiges Wesen zur Strecke gebracht haben....?! Der Blauäugigen lief es kalt den Rücken runter. So egal ihr andere Menschen sonst auch sein mochten - für ihren Schüler hatte sie ein gewisses Maß an Verantwortung zu tragen... und jetzt? Jetzt hatte sie ihn quasi in den Tod geschickt.
Bedächtig und damit rechnend, jeden Moment auf Asthans leblosen Körper zu treffen, ging sie weiter. Die nächste Wegbiegung folgte, sie war nun fast unten im Tal angekommen - und fand, was sie suchte... Wenn auch nicht ganz, denn dort lag zweifelsohne das Schwert des braunhaarigen Lehrlings! Elfaire fluchte leise vor sich hin und eilte hinüber. Als sie an dem Platz angekommen war, wo seine Waffe lag, blickte sie sich misstrauisch um, konnte Asthan aber nirgends entdecken. Fast ein wenig erleichtert atmete sie auf - wenn er nicht hier war, war er vielleicht woanders... In Sicherheit. Doch welchen Ort konnte man hier, in der ehemaligen Sträflingskolonie von Khorinis, als sicher bezeichnen? Noch dazu für einen armen, hilflosen Lehrling... Nein, das war wahnsinn. Er konnte nicht mehr leben, er konnte das einfach nicht überstanden haben. Und wenn doch, dann würde er es dort, wo er nun war, vielleicht noch schlimmer haben...
Die nächsten Schritte wurden taumelnd und mit reichlich Unaufmerksamkeit zurückgelegt. Was sollte sie nun machen? Zurückkehren, ins Kastell und sich mit der Tatsache zufrieden geben, dass ihr Schüler nun irgendwo da draußen verschollen war, womöglich noch von Orks gefoltert? Nein, das konnte sie beim besten Willen nicht zulassen. Wenigstens würde sein Tod gerecht werden und diese vermaledeiten Kreaturen müssten in Zukunft ihr Dasein als Staubkorn fristen. Elfaire blickte sich ein letztes Mal um... Und sah die Blutspur, nicht weit entfernt von ihr. Sie zog sich über einige Meter hinweg und hörte ganz plötzlich auf, von ihr weg sah man im blassen Mondeslicht noch die Fußabdrücke eines Orks. "Der muss Asthan mitgenommen haben!" stellte sie erschrocken fest. Eines stand fest - sie würde Asthan finden, koste es, was es wolle...
Zasamalel
10.05.2006, 21:48
Als sie nach dem Kampf mit den Orks weiterzogen war der Rest der Reise Ereignislos verlaufen. Als sie bei der Schürfstelle Ankamen sah sich Axel erst einmal um.
Er lief durch die Reihen der Schürfer, beobachtete sie und holte sich eine halbe Stunde später eine Spitzhacke um an die Arbeit zu gehen! Er hackte auf eine Stelle ein, die er für geeignet hielt, als einer der Schürfer anfing zu lachen und sagte "Erstens mal ist das nicht die Richtige Stelle und zweitens wirst du wenn du so weitermachst nach etwa einer viertel Stunde deine Arme nicht mehr bewegen können!" " Danke für die Tips! Aber du hättest nicht gleich anfangen müssen zu lachen! Wenn das ein Schmiedehammer wäre dann hätte ich weniger Probleme!" " meinte Axel gereizt."Ich habe dich nicht beleidigen wollen. Es ist nur sehr belustigend Leute anzusehen die sich einen abrackern. Aber wo du den Schmiedehammer erwähnst: Halte die Hacke genauso wie du es bei einem Hammer machen würdest!" "Werde ich tun. Und was meintest du mit dem Platz?" Bis jetzt hatte er nämlich den Fehler begangen und die Hacke mit durchgestreckten Armen auf das harte Gestein sausen lassen! "Ganz einfach: Achte darauf wo die Steine etwas ins bläuliche gehen und gltzern! Dann findest du was du suchst!" Mit diesen Worten fing der Mann an wieder zu arbeiten! Auch Axel begann jetzt an einer weitaus passenderen Stelle weiter zu machen! Er hatte nach ca. 5 Stunden einen ordentlichen Haufen Erz zusammengebracht. Er lief mit einer Kiste auf dem Rücken zu einem der Karren um sie aufzuladen, als er Sir Uli vorbeigehen sah. "Guten Tag" rief er dem Gardisten hinterher.
"Guten Tag Axel. Was wollt ihr?" "Ich wollte euch fragen ob ihr euch mit dem Orden Innos´Auskennt!Ich weiss nur das es eine der Gilden ist, die es hier gibt, aber ich habe keine Ahnung was das alles bedeutet" "Ja natürlich! Ich bin Einhandlehrmeister in der Garde Innos´!" " Das trifft sich ja gut. Dann werdet ihr mich ausbilden?" "Das werde ich tun, wenn ihr beim Orden seid. Anderenfalls werdet ihr euch einen anderen suchen müssen!" " Nun, das wird wenn es nach mir geht nicht passieren. Danke für eure Information . Nun werde ich weitermachen. Entschuldigt mich." sagte Axel, verbeugte sich kurz und lief zu seinem Platz zurück. Er nahm sich vor noch viel Erz finden um genug Gold damit zu verdienen das er sich eine Ausbildung und gute Waffen leisten konnte!
Ms. Bloody Sunday
10.05.2006, 21:54
Sie sollte jetzt ihre Beschwörung eines Skeletts vorführen? Das auch noch vor ihrer größten Rivalin, die ihr gerade einen Zoombie auf den Hals hetzen wollte? Was wäre, wenn sie versagen würde und ddas Skelett nicht gut war? Sie würde sich einen höhnischen Blick von Ethea einfangen, wenn nicht mehr. Vielleicht Gelächter? Dieser falschen Schlange traute er alles zu, doch warum war sie so feindseelig ihr gegenüber? Sie kam zwar mit Hirni auch nicht sonderlich gut klar, doch musste sie doch irgendwelche Freunde haben, oder etwa nicht?
Eigentlich war es genau in diesem Moment unwichtig, denn sie hatte Besseres zu erfüllen. Das Adrenalin stieg in ihr hoch, sie konnte es fühlen. Ein Gefühl der Macht umgab sie, eines, das sie in ihrem Willen bestärkte. Adrenalin verstärkte ihre Fähigkeiten um ein vielfaches, denn mit diesem Mittel konnten Menschen Dinge vollbringen, die übermenschlich erschienen. In ihrer Umgebung musste sogar einmal ein Mann sterben, weil er einen solchen Kraftschub bekam und dann in einen Übungskampf fünf Gegner auf einmal zerlegte. Das Ergebnis war, dass man ihn wegen Verdacht der schwarzen Magie folterte und dann ihn hinrichten ließ.
Sie schweifte schon wieder ab, sie musste endlich zu ihrer eigentlichen Aufgabe zurückkommen. Ethea hatte einen Versuch unternommen einen Zombie zu beschwören und es klappte eigentlich schon ziemlich gut. Sie hatte diese Gemeinheiten alle von Ethea, sie hatte sie mit diesem Mist angesteckt, darum hatte sie auch so höhnisch gegrinst und war froh über ihr Versagen. Eigentlich war das ganz und gar nicht ihre Art, doch diese Ethea brachte sie zum Kochen. Sie musste eine andere Strategie anwenden. Was wäre, wenn sie mit einem Mal freundlich zu ihr wäre? Würde Bloody sie dann anstecken mit der Freundlichkeit? Wohlkaum, aber es war ein Versuch wert. Die Schwarzmagerin sah das feindselige Blitzen in den Augen ihrer Rivalin.
"Das war gut, echt. Seit deinem letzten Versuch ist der Zombie schon viel besser geworden und er sieht nicht mehr ganz so hässlich aus", sagte sie freundlich zu Ethea, die große Augen machte.
Bloody aber konzentrierte sich auf ihre Rune, worauf gleich ein blauer Schleier aus blauem Licht erschien. Das Blau war am Anfang erst ganz blass, doch es gewann schnell an mehr Intensität und wurde kräftiger. Das Skelett zeichnete sich schon ab von dem blauen Licht und nahm langsam an Festigkeit zu. Es sah zwar schön aus, doch war es wirklich auch im Aufbau und Kraft so gut? Perfekt war es noch keinesfalls, doch ausreichend allemal. Jedenfalls blieb es standen und die Knochen fielen auch nicht heraus. Es konnte sich bewegen und ein Schwert ziehen konnte es ebenfalls. Endlich war die Beschwörung voll abgeschlossen und die Adlige war Energie abhanden gekommen, die jetzt in dem Skelett steckte.
"Nun, wie gefällt es Euch Hirni? Meister Igor, Ihr spürt doch sicher auch die Aura des Skeletts, was sagt Ihr dazu", fragte sie beide Männer, obwhol sie eher nach Hirnis Antwort trachtete.
Grimward
10.05.2006, 22:01
Der Tag nach der Schlacht gegen die Orks, dachte Grimward als er am späten Morgen erwachte. Der Tag an dem wir das Erz hacken werden überlegte er weiter und stand auf. Dabei betrachtete er schläfrig das treiben im Lager. Die meisten schienen bereits auf den Beinen und wuselten durchs lager, alles wirkte ein wenig ziellos, doch Grimward wusste es besser. Der Konvoi war ziemlich gut organisiert, jeder der Gardler und ordler wusste was zu tun war. Die Fürhungsetage des Konvois hatte ganze Arbeit geleistet. Es gab einen Stand, an dem Spitzhacken ausgegeben wurden und Grimward sah, das die meisten Hacken bereits weg waren. Bei Innos, wie spät ist es denn schon, ich schnapp mir wohl besser auch eine Hacke. Sonst denken die am Ende noch ich wäre mir zu fein für Arbeit, erkannte Grimward, eilte so schnell seine müden Beine es ihm erlaubten zur Ausgabe. Dabei fiel ihm auf, wie niedergeschlagen die meisten Umstehenden wirkten und erst jetzt wurde Grimward wirklich bewusst, wieviel von ihnen Freunde, oder Brüder verloren hatten. nun erreichte er den stand, an dem ein Soldat die hacken ausgab. "Reich mir mal eine rüber!" forderte Grimward. Der Soldat nickte und warf Grimward eine langstielige hacke zu. "Das ist die hacke mit dem längsten Griff, etwas größeres habe ich nicht", erkärte der Soldat und Maß Grimward mit einem kritischen Blick.
Grimward, der gut zwei Köpfe größer als sein Gegenüber war, verbiss sich ein lachen und ging in Richtung Mine. Ich hoffe ich stell mich nicht allzu dämlich an dachte Grimward, als er die Stollen betrat. Sofort schlug ihm das Geräusch der hacken entgegen. Es glich einem monotonem Stampfen und machte Grimward igendwie nervös. Gradezu ziellos striff er durch die Mine und sucht nach einem geeignetem Schürfplatz. Dabei fiel ihm auf, das auch Tarnum eifrig nach Erz schürfte, insgesamt schien es troz der gedrückten Stimmung recht gut voran zu gehen. Endlich fand auch Grimward eine Art Ader und ließ eifrig die Hacke auf das blaue Metall niedersausen. Stundenlang, nur von kurzen Pausen unterbrochen, bis in den späten Abend, beschäftigte Grimward die eintönige, jedoch merkwürdig befriedigende Arbeit. Jedes winzige Klümpchen regte ihn dazu an zu jubeln, auch wenn er sich damit dann doch zurückhielt. Gegen Abend legte er dann schließlich die Hacke nieder und trank erstmal etwas Wasser. "Na, anstrengend?" fragte DraconiZ, der plötzlich aufgetaucht war. "Was machstn du hier? Solltest du nich draussen aufpassen, das keine Orks kommen?" erwiderte Grimward bissig, da er feststellte, das Draconiz nicht grade angestrengt aussah. "Ich wollte dich nur hohlen, die schlachten grade alles oberhalb der Mine ab", bemerkte DraconiZ, beinahe beiläufig.
Beinahe wäre Grimward darauf reingefallen, er war schon halb aufgestanden und blickte DraconiZ dann vorwursvoll an. "Na komm, du musst das Tageslicht doch schon vermissen, genug für heute, meinste nicht?" fragte DraconiZ und ging taktvoll nicht auf Grimwards vor Schreck verzerrtes Gesicht ein. Grimward nickte und folgte DraconiZ aus der Mine. "Boahaha, es ist ja bereits dunkel, stockdunkel,solange war ich alsom unten, bei Innos!", stieß Grimward hervor und ließ den Blick über das von Fackeln beleuchtete Lager schweifen. DraconiZ grinste, ging jedoch nicht darauf ein, erwiderte stattdesen: "Wie seit ihr vorangekommen?" Grimward zuckte mit den Schultern und meinte: "Ganz gut denke ich, aber ich glaube ich habe die Minecrawler zischen gehört, die werden uns noch Schererein machen, da bin ich überzeugt von." "Mag sein, wir werden sehen", antwortete DraconiZ nachdenklich. "Ich hau mich hin, wenn ich zu wenig schlafe, fressen die Minecwaler mich als ersten, weil ich einfach irgendwann umfalle", erklräte Grimward und wankte zu seinem Zelt. Auf dem Weg dorthin begrüßten ihn einige höflich, oder freundlich, doch Grimward brachte nicht mehr als ein undeutliches, hallo, heraus. Wie ein Gift lähmte die Schläfrigkeit ihn plötzllich. Schließlich erreicht er dennoch sein Zelt und schlief dort sofort ein.
Hirni schaute sich das Skelett an. Auch hier waren von Aussen her keine Mängel zu erkennen, es schien rundum perfekt. Wie schon das letzte Skelett gestern Abend. Doch auch hier schien es Hirni zu perfekt. Kurzerhand zog er seinen Reaver.
"OK, von Aussen her schaut es perfekt aus. Und genau das macht mich stutzig. Dein wievieltes Skelett ist das jetzt? Dein zweites? Dein drittes? Aufjeden Fall sind Erstlingswerke nicht so rundum perfekt. Da stimmt irgendwas nicht. Und wie kriegt man das heraus? Richtig, wir testen es mal. Zum Glück bin ich ja doch etwas geübt in Sachen Einhandkampf. Fang einfach an meine Schläge zu blocken, oder besser, gib dem Skelett die Befehle dazu..."
Sunday nickte. Hirni hingegen fing an ein paar Schläge auf das Skelett niedersausen zu lassen. Er war etwas eingerostet, es war lange her, dass er ein Schwert wirklich benutzt hatte. Der Reaver war bestimmt schon gut 3 oder 4 Monate nicht mehr benutzt worden. Doch zum Einüben und Testen des Skelettes sollte dies locker reichen.
Nachdem der Priester sich warmgekämpft hatte, fing er an schnellere Attacken auszuführen. Mal von der Seite, mal Stösse, mal Finten, er probierte alles aus, und jedesmal schaffte es das Skelett die Schläge abzuwehren. Doch miteinemmal, Hirnis Schlag war diesesmal besonders heftig, brach der Schwertarm des Skelettes durch.
Der Priester zog die Augenbraue hoch und schlug dem Skelett den Reaver seitlich in die Rippen. Normallerweise müsste ein Skelett solch einen Schlag locker wegstecken, doch dieser Knochenmann zerfiel sofort in tausend Teile.
"Aha, da haben wir also die Kinderkrankheit. Beschwöre noch eines."
Bloody tat wie ihr geheissen. Hirni schlug kurzerhand mit dem Reaver gegen die Rippen, und das Schauspiel wiederholte sich.
"Nun, meine liebe Sunday, wie es scheint halten deine Skelette nicht sonderlich viel aus. Du scheinst dir bei deiner Beschwörung mehr Gedanken darum zu machen, dass dein Skelett perfekt aussieht. Das ist zwar soweit richtig, ein Skelett kann ruhig perfekt aussehen, da sagt ja auch keiner gegen was, aber nunja, was bringt dir das schönste Skelett, wenn es schon nach einem eingesteckten Schlag zusammenfällt wie ein Kartenhaus? Ebend, rein gar nichts. Normallerweise hält ein Skelett 5 bis 10 Schläge dieser Art aus. Also, versuche dich nicht nur auf das Aussehen zu beschränken, sondern auch vor allem darauf, dass es ein guter und vor allem ein standhafter Kämpfer ist. Wenn du das dann kombinierst mit dem Aussehen, und das genaue Verhältnis, also 50 zu 50, findest, dann sollten deine Skelette nicht nur recht ansehnlich aussehen, sondern auch einiges wegstecken können. Einfach mal ausprobieren heisst es da..."
War ja klar, dass Hirni mal wieder an ihrem tadellosen Zombie rumzumeckern hatte. Resignierend versuchte er seiner Schülerin wohl Angst einzujagen, indem er ihr mit dem Misslingen ihrer Ausbildung drohte. Sie lächelte innerlich nur über diese offensichtliche Schwäche ihres Lehrers, dass dieser nicht in der Lage war, es mit ihr aufzunehmen, sondern sie auf anderem Wege zu beseitigen versuchte. Diese Art von Methodik war äußerst feige, denn er traute sich nicht mal sie kalten Blicke der Schwarzmagierin angemessen zu erwidern.
Sie erinnerte sich noch deutlich daran, dass Sinistro und sie damals auch nicht besonders gut miteinander ausgekommen waren. Sie bezweifelte nicht, dass es an ihrer Person lag, doch sah sie auch keinen Grund sich zu ändern. Erst der Mann, der gegen sie zu bestehen wusste, verdiente sich auch ihren Respekt und nur die Tatsache, dass sie von ihren Lehrmeistern abhängig war, machte diesen Umstand nicht selbstverständlich.
Dann jedoch kam das, was sie völlig aus der Bahn warf: "Das war gut, echt. Seit deinem letzten Versuch ist der Zombie schon viel besser geworden und er sieht nicht mehr ganz so hässlich aus"
So einschmeichelnd die Worte von ihrer Mitschülerin zu ihr hinüber drangen, so eindeutig war das Heuchlerische in ihrem Tonfall. Was stellt sich diese Frau von Adel bitte vor? Frieden schließen und all den Konkurrenzkampf der beiden Frauen vergessen lassen; den Konkurrenzkampf, der fast gänzlich ihre eigene Ausbildung. Nur mit Mühe schaffte sich Ethea den anfänglichen Zweifel zu unterdrücken und gerade als Bloody Sunday damit fertig war ihr Skelett zu beschwören, das wieder einmal recht ansehnlich schien auf dem ersten Blick, verfiel die Schwarzhaarige plötzlich in gellendes Gelächter, das grausig künstlich und beinahe ebenso heuchlerisch erklang, wie die Worte ihrer Mitschülerin.
„Ich seid so erbärmlich“, entgegnete sie, nachdem sie sich schnell wieder beruhigt hatte, trat an Bloody Sundays wankendem Skelett vorbei und tätschelte dann der Schülerin behutsam auf den Kopf. „Aber macht euch nichts draus.“
Erneut wandte sich Ethea unter den leicht irritierten Blicken der restlichen Gruppe wieder einige Schritte davon um genügend Platz für eine weitere Beschwörung zu finden, während Hirni dabei war, das Skelett von ihrer Rivalin unter die Lupe zu nehmen.
Wieder ballte sie ihre Kraft, die gerade hier im Minental schon am Rande der Erschöpfung lag und stellte sich nun ihren Lehrmeister in Gedanken vor, jedoch mit einigen Warzen und mehr und dazu geschmückt von einem ausgeprägten Giebel. Vor ihrem inneren Auge fiel ein großer Gesteinsbrocken auf den Zombie in Gestalt Hirnis herab, doch leider war zumindest in ihren jetzigen Gedanken, das Wesen stark genug, diesen Felsen wohlbehalten aufzufangen.
Fester ergriff sie den Runenstein in ihren Händen, bis sich langsam aus dem Boden die Gestalt eines Zombies erhob, der, nachdem die steigende Staubwolke sich verflüchtigt hatte, in etwa sogar seinem Vorbild glich. Sie hatte sich dieses Mal nicht unbedingt auf das Äußere konzentriert, nun war es abzuwarten, was der Priester dazu zu sagen hatte. Mit Bloodys Skelett war er schließlich schon längst fertig und wieder einmal hatte sie eine lächerliche Niederlage einstecken müssen.
Mit einem Fingerzeig schickte sie den torkelnden, doch recht langsamen Zombie auf einen naheliegenden Felsen zu. „Bei Beliar, lass ihn endlich diesen Stein anheben“, dachte die Schwarzmagierin innerlich.
Tinquilius
10.05.2006, 23:08
Die beiden Priester Adanos’ befanden sich auf dem Weg, der sie hinunter ins eigentliche Tal bringen würde. Gestern Abend war es zu spät gewesen, als dass sie noch hätten diese Weg bestreiten können. Dafür war das Minental zu gefährlich, selbst für zwei solch erfahrene Priester des Wassers.
Zwei Lichtkugeln schwebten um sie herum, die eine vor ihnen, die andere über ihren Köpfen. Sie hatten somit einen möglichst großen Lichtkreis, gingen jedoch auch die Gefahr ein, von Orks oder Tieren gesehen zu werden, was möglicherweise zu Schwierigkeiten führen könnte.
Der Weg war uneben und so war es unangenehm ihn hinabzugehen. Doch es gab keine andere Möglichkeit, ins Tal hinabzugehen. Nur dieser eine Weg führte vom Pass hinunter, außer man wollte von hier oben in den Fluss springen, was sicherlich auf Grund der geringen Tiefe zu einem schnellen Tod führen würde.
Kurz schaute Tinquilius zu seinem Lehrmeister hinüber. Der Mann war eine, man konnte sagen, lebende Legende. Bereits zu seiner Anfangszeit auf Khorinis hatte er von den beiden Saturas’ gehört, da sie anscheinend sehr mächtige Zauberer waren. Dass er eines Tages Saturas treffen und sogar mit ihm sprechen würde, hatte er damals jedoch nicht vermutet. Ebenso wenig hatte er daran geglaubt, irgendwann einmal ein Priester zu werden. Beides war jedoch eingetreten.
Er konzentrierte sich wieder auf den Weg. Links von ihnen konnte man die Burg der Garde erkennen. Einige Ritter und andere Soldaten der Garde befanden sich in dieser, bildeten ein Bollwerk gegen die Orks, die sich hinter der sogenannten Orkpalisade befanden. Zwar war die Burg nicht direkt am Pass oder am Weg zum Pass gebaut, doch würde sich keine Streitmacht trauen, nach Khorinis aufzubrechen, wenn die Burg noch existierte und somit eine Zweifrontenschlacht heraufbeschwören könnte.
Lange war es her, dass Tinquilius zuletzt im Minental war. Es musste wohl vor gut drei oder vier Monaten das letzte mal gewesen sein. Damals hatte er das Minental durchquert, um nach Drakia zu gelangen und von dort nach Gorthar und dem Göttersitz aufzubrechen. Damals hatte er einige interessante Geschichten erlebt, zudem jedoch auch die Phiole der Duplikation erhalten, die er nun in seinem Gemach aufbewahrte.
Wenige Minuten später erreichten sie den Talboden und wandten sich sogleich dem Weg zur Burg zu. Zwar war der Blizzard ein Flächenzauber und konnte so nicht bei der Burg geübt werden, doch wollten sie auch nicht allzu weit in der Wildnis sein, da dies wieder Gefahr bedeuten würde. Und Gefahr ging bereits von Tinquilius aus, da er sich mit der Blizzardrune noch nicht beschäftigt hatte, diese jedoch die mächtigste war.
Saturas ließ seine Magie verebben und der Lichtzauber über ihren Köpfen verpuffte. Tinquilius hingegen ließ die Magie nicht verebben, sondern verringerte ihren Einsatz, sodass der Lichtzauber nur noch schwach strahlte. Dies reichte jedoch aus, nachdem er sie näher heranbefohlen hatte. Nun würde man sie nicht mehr direkt erkennen, wie es noch zuvor gewesen war.
Bald erreichten sie eine kleine Brücke. Diese überquerten sie und befanden sich nun in der Nähe der Burg. Hier waren, so viel hatte Tinquilius bislang gelernt, öfter mal Orks anzutreffen. Vorsicht war also angebracht und notwendig. So spielte er bereits mit einer Hand an einer Eislanzenrune herum.
„Meister, ich denke, wir sollten dem Weg hier noch ein wenig folgen und die nächste Abbiegung nach rechts nehmen. Wenn ich mich recht entsinne, muss dort eine alte Hütte sein.“ Der andere Priester nickt und so taten sie dies.
Langsam ging es voran, sie hatten das Tempo verlangsamt. Die Sterne waren kaum zu erkennen, dafür war der Himmel mit zu vielen Wolken bedeckt. Die typischen Nachtgeräusche, die man im Umland von Khorinis und auch in Jharkendar hörte, waren hier nicht zu vernehmen. Leises Zirpen der Grillen oder ein Rascheln von Büschen konnten sie natürlich hören, doch herrschte ansonsten nur die Stille.
Doch seine Befürchtungen bewahrheiteten sich nicht. Weder Ork, noch Warg noch sonst ein Getier zeigte sich den beiden Dienern Adanos. Es war so, als wolle Adanos sie heil durch das Minental bringen, was ihn wirklich sehr erstaunte. Schließlich hatte er bereits mehrere male eine Flucht einschlagen müssen.
Nach wenigen hundert Metern bogen sie rechts ab und schritten den Weg entlang, der sie in ein kleines Tal führte. Unten angekommen, konnten sie bereits die alte Hütte sehen, die Tinquilius bereits vor langer Zeit benutzt hatte. Dort hatte er auch noch nie jemanden angetroffen.
Als sie sich jedoch der Hütte näherten, sie befanden sich bereits wieder auf dem Weg, der sie ein Stück den Hügel hinaufbrachte, sah Tinquilius eine Silhouette, die einen seltsamen Stab trug. Dieser schien an der Spitze zu leuchten, beinahe so wie ein normaler Lichtzauber. Wer konnte sich nur dort befanden? Wer war so risikofreudig und verbrachte Zeit im Minental?
Die beiden Priester verlangsamten sich und als sie nur noch wenige Meter von dem haus entfernt waren, blieben sie stehen.
„Wer ist dort?“, fragte Tinquilius mit kräftiger Stimme. Nach einem Moment trat dieser Schatten aus der Hütte hinaus, war jedoch noch immer nicht weiter identifizierbar. Es schien nur so, dass dieser Schatten einen grauen Mantel trug.
„Gebt euch zu erkennen“, wiederholte Tinquilius noch einmal.
Ein leises Stöhnen raunte aus der trockenen Kehle des Lehrlings. Gefesselt lag er auf dem harten Boden, von dem kalten, dunklem Grau umgeben. Wo war er? was war passiert? Wie lange lag er hier schon?
Langsam kehrten die Erinnerungen zurück, er war mit Elfaire, der Schwarzmagierin, ins Minental gereist. Dann waren sie am Pass von einem Ork angefallen worden.... der Kampf... Elfaires Ohnmacht... Ob sie noch lebte? ob sie sich wohlmöglich auf die Suche nach ihm gemacht hatte? Wo er war wusste er immer noch nicht als ihm wieder der Ork einfiel, der ORK. Hastig schlug er die Augen auf um zu sehen ob er noch da war. Es gelang ihm kaum, eine dicke Blutkruste bedeckte sein Gesicht und auch sein restlicher Körper war befleckt, die Kledung zum Teil zerrissen und die Knochen schmerzten immer noch von dem Kampf den der Lehrling doch tatsächlich noch überlebt hatte. Nun konnte er auch sehen wo er war: Er lag gefesselt in der Ecke einer kleinen Höhle, der Ausgang schien wie eine undurchdringliche wand welche ihn vom Reich der verlassenen, zum Reich der Lebenden trennte. Er wollte raus, er wollte weg hier, er wollte leben. Mühe voll richtete er sich auf als er den Ork erkannte. Dieser saß, mit dem Rücken zum Ausgang gewandt, in der Höhle und starrte ihn an. Keine noch so kleine Bewegung Asthans blieb ihm verborgen. Erschöpft gab Asthan auf, selbst wenn er es schaffen würde aufzustehen, der Ork würde ihn zermatschen wie eine lästige Fliegen. Die dicken Fesseln schnürten teile von Asthans Körper so ab, dass er sie kaum noch spürte. Ein weiterer Kampf war in diesem zustand unmöglich, selbst ohne fesseln stellte Asthan in keinster Weise eine Gefahr für den Ork da. Was hatte der Ork bloss vor mit ihm?
"Hey... Ork, sprichst du Menschisch?" Asthans Hals schmerzte beim reden, seine Kehle war so trocken wie eine Wüste im Sommer, zumindest fühlte es sich so an.
"Ja, seien kluges Ork, können sprache von dummes kleines Mensch!" ein tiefes grollen aus dem Rachen des Orks begleitete die Worte des diesen.
"Was hast du mit mir vor?"
"Ich werde dich bringen in großes Orklager hinter großes Orkzaun zu mächtige Schamane. Schamane wird bestimmen was du dann machst."
Das waren ja gute Aussichten, doch etwas besseres hatte Asthan nicht wirklich erwartet. Stöhnend ließ er sich wieder fallen und enspannte alle Muskeln. Sollte er etwa den Rest seines noch so jungen Lebens als Sklave der Orks verbringen? Gedanken kreisten in Asthans Kopf herum, Gedanken an das Kastell, die Dämonen und die anderen Zuxler... Da fiel ihm plötzlich die Schriftrolle ein, welche Hohepriesterin Renata ihm gegeben hatte. Sie musste noch in seiner Gürteltasche sein. Angestrengt versuchte er dort heranzukommen als er merkte dass er seinen Gürtel nicht mehr um hatte. Leise fluchte er und suchte die Höhle mit den Augen ab. Dort lag ein kleiner Haufen mit dem Umhang Asthans, seinem Dolch und dem Gürtel. Böse funkelte Asthan den Ork an, doch diesen Schien das nicht zu stören. Hoffentlich ist Elfaire wohl auf... Asthan dachte an die kleine Schwarzmagierin, ob er sie je wieder sehen würde? Ob er wohl je wieder irgendeinen Menschen sehen wüde?
Wohl eher nicht...
Françoise
10.05.2006, 23:44
Der Tag war nicht sonderlich ereignisreich gewesen. Ed hatte sich die Gegend angesehen, war bis zum Fluss marschiert, sah den Lurkern beim Baden zu und genoss dann die Frühlingssonne. Ein Vorteil ihrer Robe, wie sie nun feststellte, war, dass sie sich kaum von dem Grau der Felsen im Tal abhob. Von weitem sah man mit Sicherheit nur schwerlich einen Unterschied zwischen Gewand und Gestein. Am Nachmittag kehrte Ed wieder zurück zur Hütte und schraubte ein wenig an der Taschenuhr herum. Offenbar war sie wohl bei dem Kampf gegen den kleinen Feuerdämon zu hart aufgekommen, denn die Zeiger standen auf kurz nach Zwölf, während die Sonne gerade unterging. Ihre andere Uhr lief hingegen perfekt wie immer. Es war eine ziemlich fummelige Angelegenheit den Schaden zu beheben und es wurde schnell so dunkel, dass Ed ein Licht auf der Stabspitze entzünden musste, um überhaupt noch etwas zu erkennen. Es war schon reichlich spät als sie endlich fertig war. Ein karges Abendbrot und danach würde sie die offenen Stellen der Hütte versiegeln und sich schlafen legen. Allerdings sollte ihr das nicht vergönnt sein. Zwei Gestalten hatten sich der Behausung genähert. Es waren ganz offensichtlich Magier, denn ein kleines, magisches Licht schwirrte über ihnen. Allerdings war es zu schwach, um die Gesichter auf die Entfernung Preis zu geben. Eine Stimme fragte laut, wer sie sei und dass sie sich zu erkennen geben sollte. Üblichweise würde Ed Magiern vertrauen, allerdings war dies das Minental, es war mitten in der Nacht und sie war bisher niemandem hier begegnet, außer diesem seltsamen Feuerdämon. Dennoch entschloss sie sich zu antworten. Wenn die beiden dort böses im Schilde führten, würden sie schnell Bekanntschaft mit ihren Feuerzaubern machen. » Mein Name ist Ed Applederry. « rief sie den Gestalten entgegen. » Ich bin eine Reisende und suchte hier Unterschlupf. Wenn ihr ebenfalls ein Nachtlager benötigt seit willkommen, wenn ihr aber lästige Hintergedanken hegt, seit gewarnt. Ihr sprecht mit einer Erwählten Innos' und ihr würdet es schnell bereuen, mir ein Leid zufügen zu wollen. «
Sir Ulrich
11.05.2006, 04:09
Er muß wohl doch eingeschlafen sein..., SirUli schreckte auf, eigentlich wollte er sich nur einen Moment ausruhen, er hatte sich einfach irgendwo niedergelassen und gegen einen Baum gelehnt. Dann hatte ihn die Müdigkeit übermannt, für ein paar Minuten die Augen schließen..., es müsse wohl einige Stunden geworden sein, denn es war schon Dunkel, als er sie wieder öffnete. Ein reges treiben herrschte im Lager, ein Gewirr aus Stimmen und Geräuschen, der Waffenknecht brauchte eine ganze Weile, um zur Besinnung zu kommen und wach zu werden. Mühsam erhob er sich, die Anstrengungen des gestrigen Tages, deutlich in den Knochen spürbar, nach einigen Dehnübungen, konnte er sich halbwegs normal bewegen. Er stapfte zunächst durch das Lager, um die aktuelle Lage zu peilen, die Schürfer waren immer noch bei der Arbeit , schon einige Kisten auf Karren verladen, die Barbiere kümmerten sich weiterhin um die Verletzten. Soweit schien alles planmäßig zu verlaufen, Zeit für eine kleine Mahlzeit..., der Eintopf roch nicht unbedingt gut, Hauptsache es käme etwas in den Magen und der Hunger wäre gestillt. Eher gierig, als genüsslich löffelte SirUli die Schüssel leer und musste sich noch einen Nachschlag holen, damit er wirklich satt wurde. Danach ging es ihm schon viel besser, er hatte noch etwas Zeit, bis er an der Reihe wäre, die Wache zu übernehmen..., Zeit sich Gedanken zu machen.
Die gestrige Schlacht hatte bei ihm Spuren hinterlassen, nicht körperlicher Art..., nein, es war etwas völlig anderes, es war die Frage nach dem Sinn..., ist das bisschen Erz wirklich soviel wert, das es den Opfern gerecht wird. Als er bei der Verteidigung der Stadt in den Kampf gezogen war, stand er mit voller Überzeugung dahinter, er hätte alles gegeben, sogar sein Leben. Da galt es die Bürger zu schützen, es dem Feind nicht zu ermöglichen seine Heimat zu zerstören und die Ehre des Königs zu bewahren, dafür lohnte es sich kämpfen. Doch für ein paar Klumpen Gestein und ein paar Goldstücke, SirUli zweifelte plötzlich, ob die Sache das wert sei, schon jetzt waren die Verluste in den eigenen Reihen hoch, dabei standen sie erst am Anfang, dieser gefährlichen Reise. Was würde noch alles geschehen..., welche Schwierigkeiten hätten sie noch zu meistern, wie viele müssten noch ihr Leben lassen, Fragen auf die er keine Antwort fand. Als er sich für dieses Unternehmen gemeldet hatte, war es mehr eine spontane Entscheidung, er wollte einfach nur mal aus der Stadt raus, ein kleines Abenteuer erleben. Das es gleich in so einem Desaster enden könne, daran hätte er selbst ihn seinen kühnsten Träumen nicht gedacht..., nun müsse er sich neu orientieren..., motivieren..., einen Sinn finden. Das Erz war ihm völlig egal, er hätte sowieso keinen Nutzen davon, die Lust auf Abenteuer war ihm vergangen und am Leben hing er auch nicht besonders...was bliebe da noch übrig... Nur sein Pflichtbewusstsein und sein Beschützerinstinkt, könnten ihm da weiterhelfen..., ihm die nötige Kraft geben, damit er einfach so weiterzumachen könne, wie bisher... „Genug gehadert“ SirUli hatte einfach keine Lust mehr weiter darüber nachzudenken, er kannte sich selbst ja am besten und wusste, das es keine gute Idee wäre, weiter nach dem Sinn zu suchen. Das würde ihn nur wütend machen und dann wäre er zu Handlungen fähig, die nicht unbedingt förderlich für diese Mission seien, das brächte Niemandem etwas, ihm selbst am allerwenigstem. Es nutzte alles nichts, am besten wäre es wohl das Hirn auszuschalten und die Dinge auf dich zukommen zu lassen, die Situation ändern könne er sowieso nicht, er sollte besser das tun weshalb eigentlich mitgekommen war, mithelfen für die Sicherheit zu sorgen. Mithelfen die Zahl der Opfer, die noch folgen würden, so gering wie möglich zu halten..., der Schrei eines Verletzten, dessen schweren Wunden gerade behandelt wurden..., eine Bestätigung..., nun wusste SirUli wieder was er zu tun hatte.
Er zückte sein Schwert und hielt es so, dass sich das warme Licht des Lagerfeuers darin spiegelte, die tiefe Kerbe in der Schneide, die der grüne Koloss da hineingeschlagen hatte, als der Lehrmeister versuchte, dessen schweren Hieb zu blocken, würde ihn wohl ewig an die erste Begegnung mit einem Ork erinnern. Mit einem Lappen polierte er behutsam die Klinge, es war schon das zweite mal, das er mit Famulus, in einem Kampf auf Leben und Tod verwickelt war, diese Waffe machte ihrem Namen alle Ehre..., Famulus, Diener der Gerechtigkeit... und zum zweiten mal hatte er es überlebt. Er wusste nicht ob es nun wirklich an der Waffe lag..., oder an seinen Kampfkünsten, vielleicht hatte auch Innos seine Hand mit ihm Spiel, aber eines wusste er genau, für nichts auf der Welt, würde er dieses Schwert freiwillig aus der Hand geben.
Es war Zeit für die Wachen abzulösen, „wo zum Henker ist Murielle“, sie wollte sich doch nicht etwa vor der Arbeit drücken, da würde ihr der Waffenknecht, aber einen dicken Strich durch die Rechnung machen. Lange musste er nicht nach ihr suchen, ihr Glück..., wer weiß, sonst hätte er seine Wut an ihr ausgelassen, das wäre gar nicht in seinem Sinne gewesen, wo sie doch gestern gezeigt hatte, das sie ganz gut kämpfen könne. Irgendwie war er davon beeindruckt..., nicht das er sie jetzt mehr mochte als vorher, aber sie hatte sich in der Stunde der Not an seine Seite gestellt, aus was für Gründen sie es getan hatte, war ihm egal, er rechnete es ihr es einfach hoch an. „Los komm, wir haben noch was anderes zu tun, als Löcher in die Luft zu starren“, forderte er sie auf ihm zu folgen..., die Kameraden die sie ablösten waren sichtlich erleichtert, das für sie die Schicht zu Ende war und sie nicht die Nacht hier verbringen mussten. „Irgendwas verdächtiges bemerkt“ fragte SirUli, „nein, alles ganz ruhig“, schnell verabschiedeten sich die Soldaten und verschwanden kurz darauf in der Dunkelheit. Es war tatsächlich nicht viel los da draußen...und nach einer Weile kam Langeweile auf, am liebsten würde er sich mit Jemandem unterhalten, um sie zu vertreiben, aber Murielle war nun wirklich nicht der richtige Gesprächspartner. Spontan kam ihm eine Idee, „wie wäre es mit einem kleinem Duell“, sie schien gar nicht verwundert über seine Frage, vielleicht sogar froh darüber das er sie stellte. „Warum nicht“ antworte sie, zückte ihr Schwert und fuchtelte angriffslustig damit herum, SirUli grinste..., das war jetzt genau das richtige, blitzschnell zog auch er seine Klinge und ging sofort auf sie los...
Murielle
11.05.2006, 04:37
Am vergangenen Tag war die Gruppe auf ihrem Weg zu der Schürfstelle von Orks angegriffen worden. Murielle hatte eigentlich vorgehabt sich dezent aus dem Kampf rauszuhalten und die anderen Kopf und Kragen riskieren zu lassen, denn gegen eines dieser verdammt großen Grünfelle konnte sie ohnehin nicht viel ausrichten, aber als sie gesehen hatte, dass SirUli in Bedrängnis zu geraten schien, zog sie doch seufzend ihr Schwert und näherte sich dem Ork von hinten, mit dem der Lehrmeister in einen Kampf verwickelt war. Der Ork war so sehr auf den Milizsoldaten fixiert gewesen, dass er die Frau nicht einmal bemerkt hatte und so konnte sie ihm noch ein paar schnelle Hiebe mit ihrer Waffe auf seinen unförmigen Hintern verpassen, bevor er von SirUli zur Strecke gebracht wurde. Sollte der Mann sich ruhig einbilden, sie hätte das aus reiner Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe getan, ihr war es egal, denn sie kannte den wahren und einzigen Grund, aus dem sie ihn unterstützt hatte. Sie konnte ihn ganz schlicht und einfach noch gebrauchen in Zukunft, immerhin hatte er sich als guter Lehrer erwiesen und es wäre wirklich verdammt schade, wenn sie nach einem Neuen würde Ausschau halten müssen, außerdem konnte so etwas sich als schwieriges Unterfangen herausstellen.
Es hatte bei dem harten Kampf gegen die Orks einige Verwundete gegeben, aber anstatt diese zum Sterben zurückzulassen, hatten die anderen die Verletzten mitgeschleift. Diese ewig rechtschaffenen und gutmütigen Trottel schienen einfach nicht zu verstehen, dass sie dadurch nur noch viel verwundbarer wurden, als sie es ohnehin schon waren, aber sie sah es nicht als ihre Aufgabe an, diesen überheblichen Blechbüchsenträgern zu erklären, dass sie keinen unnötigen Ballast gebrauchen konnten; sie würden Murielle wohl ohnehin nicht verstehen, dafür waren sie viel zu loyal ihren Kameraden gegenüber. In ihren Augen eindeutig eine Schwäche, aber das sollte sie nicht weiter kümmern, denn es war eine Schwäche, die sie nicht mit ihnen teilte.
In dieser Nacht hatte SirUli sie angewiesen, gemeinsam mit ihm den Wachdienst zu übernehmen. Sollte ihr recht sein, denn an ruhigen und erholsamen Schlaf war in dieser unwirtlichen Gegend ohnehin nicht zu denken und Wache schieben war immerhin besser, als stupide auf Erzklumpen rumzuhacken. Eine ganze Weile hatten sie schweigend verbracht und Murielle hatte sich damit beschäftigt zu den Sternen hinaufzuschauen, die sich funkelnd vom ansonsten tiefschwarzen Nachthimmel abhoben. Das war zwar nicht wirklich das, was man Wachdienst nennen konnte, aber das interessierte sie herzlich wenig, denn wenn hier irgendwelche Viecher oder gar Orks auftauchen würden, so würde sie das schon früh genug hören und besonders weit sehen konnte man in der Dunkelheit ohnehin nicht. SirUli riß sie aus ihren Gedanken, als er sie plötzlich fragte, ob ihr der Sinn nach einem kleinen Übungskampf stand. Sie stimmte ihm eifrig zu, denn es konnte wohl kaum zu ihrem Nachteil sein, einige zusätzliche Erfahrungen zu sammeln und so zog sie schnell ihre Waffe. Der Lehrmeister begann, sie mit einigen einfachen Schlagkombinationen mit der flachen Seite seiner Schwertklinge anzugreifen und Murielle blockte die ersten Angriffe ohne nennenswerte Probleme, da er die Sache langsam angehen ließ. Als er dann auf ihre linke Hüfte zielte, wich sie mit einer flinken Drehung nach rechts aus und konterte mit ein paar geschickten Seitenhieben, die SirUli mühelos parierte; als er erneut in die Offensive ging, beschleunigte er seine Attacken ein wenig, um Murielle mehr zu fordern und sie mußte sich diesmal wirklich anstrengen, nicht von der Flachseite seines Schwertes getroffen zu werden. Immer weiter ging er auf die Diebin los und es bot sich ihr einfach keine Gelegenheit, zu einem Gegenschlag anzusetzen, bis er das Tempo seiner Angriffe wieder etwas verlangsamte. Diesmal begann sie erneut, ihn mit Seitenhieben in die Verteidigung zu zwingen, aber sie beließ es nicht bei dieser einfachen Art des Angriffs, sondern ließ dem Ganzen einige der Kombinationen folgen, die sie von ihm gelernt hatte. Natürlich gelang es dem Milizsoldaten anscheinend mühelos, all ihre Manöver zu parieren, aber trotzdem, sie war erstaunt, wie schnell sich ihre Kampffertigkeiten in der letzten Zeit verbessert hatten, besonders wenn sie bedachte, das sie vor einigen Wochen noch nicht einmal in der Lage gewesen war ein Schwert so aus der Scheide zu ziehen, dass sie nicht Gefahr lief sich selbst damit zu verstümmeln - und trotzdem würde sie noch viel von diesem Mann lernen können, denn bis sie auch nur annähernd so gut wäre wie er, würde es noch so einiger Übung bedürfen. Als beide dann schließlich genug vom Kämpfen hatten, steckten sie ihre Waffen wieder weg und widmeten sich wieder voll und ganz dem Wachdienst, zumindest schien SirUli das zu tun - Murielle widmete ihre Aufmerksamkeit wieder dem Himmel, der zwar noch immer zum größten Teil dunkel war, jedoch im Osten langsam erkennen ließ, dass die Sonne bald aufgehen würde.
Die gesamte Truppe hatte nicht gut geschlafen. Vielen saß noch der Tod des Kameraden Lors in den Knochen, andere fürchteten die lauten, brechenden Äste in der Nacht. Und wieder andere konnten wegen dem Geschrei von Gefährte Jagrom nicht schlafen. Seine Kniescheibe war zertrümmert, den Pfeil herauszubekommen, ohne das eine Hauptader platze, war verdammt schwierig und dauerte etwa 6 Stunden an. Und niemand wollte Nachtwache schieben, alles in allem krochen sieben Mann früh um 5 hundemüde aus dem Bett und überlegten, wie es weiter gehen sollte.
Ronsen stand auf einem höher gelegenen Stein und sprach zu seinen Kameraden: "Männer, der gestrige Tag war ein harter Schlag für uns alle, aber diese Mission muss beendet werden!" "Scheiß auf das Fleisch!", schrie Borm, "Wir werden hier alle noch verrecken, ich gehe zurück zur Burg!" "Warte!", stoppte ihn der Milize, "Nimm doch bitte Jagrom mit, er kann nicht so gut alleine laufen." Dann drehte er sich zu den anderen Männern um: "Wer begleitet die beiden? Einer darf mit zurück zur Burg gehen, der Rest folgt mir und Rac, wir haben bereits eine frische Spur ausfindig machen können." "Ich gehe mit...", flüsterte Eras. "Alles klar, viel Glück euch dreien, Innos steh uns bei!" Die drei Männer verabschiedeten und liefen gen Osten. Als sie nicht mehr zu sehen war, sprach Ronsen wieder: "Okay, Kraxlaf, Welendor; packt eure Sachen, wir brechen auf!"
Als die vier Mann angespannt der Spur folgten, hoffte der Südländer inständig, nicht einem Rudel Snapper hinterherzulaufen. Die Abdrücke führten immer weiter nach Süden. "Schön die Augen offen halten!", flüsterte Ronsen, "Und wenn ein Ork kommt, dann rennt, am besten in verschiedene Richtungen, dann kann er nicht alle kriegen. Rac, der neben ihm lief, nickte ängstlich. Sein Gesicht war ganz käsig geworden. "Da!", flüsterte Welendor, "Molerats!" Auf einer Lichtung in der Sonne konnte man 5 schlafende Molerats in der Sonne liegen sehen. "Tatsächlich... Kraxlaf, auf drei schießen wir!" Der Waffenknecht nickte. "Eins!" Ronsen legte einen schönen spitzen Pfeil in die Sehne des Bogens. "Zwei...", er zog die Sehne weit nach hinten. "Drei!", dann schossen sie. Zwei der Molerats waren mit einem Schuss ins Jenseits gefahren; Ronsen legte schnell den Bogen zur Seite und rannte neben Rac auf die restlichen Biester zu. Eines der Molerats konnte Kraxlaf mit seinem Bogen noch erledigen, die anderen waren Rac und Ronsen überlassen. Mit seinem großen Beil kloppte der Waffenknecht auf eines der Biester ein, Ronsen reichte ein geschickter Schwertstreich, um seine Beute zu erlegen. "Gute Arbeit!", lobte Welendor seine Partner. "Das reicht an Fleisch, packt es ein und dann lasst uns die Kurve kratzen!", befahl der Milize. Und das taten sie dann auch.
Mit möglichst leisen Schritten, die ihm selbst jedoch noch immer ohrenbetäubend laut erschienen, verließ der Einzelgänger den Minenstollen, durch den die klügeren Gemüter das Minental zu betreten und zu verlassen pflegten. Wachsam blickte er um sich her, suchte die Umgebung nach eventuellen Gefahren ab. Snapper gab es in diesem Landstrich, Orcs gab es. Sicherheit gab es allenfalls in der Burg, die sich etwa in der Mitte des Tals befand. Doch Cyco wollte davon absehen, dort einzukehren, die Gardisten würden seine Aufgabe lediglich behindern. Er versuchte, seine Eindrücke mit denen seiner letzten Besuche im Tal zu vergleichen. Dieses Mal herschten höhere Temperaturen, der Winter im Tal war hart. Doch war er nun vorbei, was die Aufgabe des Einzelgängers erleichtern würde.
Der Tätowierte wandte sich nach links, dorthin, wo der Weg bergab führte. Der Weg ins eigentliche tl, der Weg zu großen Gefahren. Der Weg zur Erfüllung meiner Aufgabe, dachte sich Cyco. Unwillkürlich dachte er wieder an die Begegnung zwischen ihm und dem finsteren Gesellen, von dem die Aufgabe stammte. Einen Schüler des Einhandkampfs töten.
Der Tätowierte sah sich um, während er dem Weg folgte, suchte nach Zeichen der Anwesenheit seiner Zielperson. Bald fand er etwas, auch wenn er nicht sicher war, um was genau es sich handelte. Stofffetzen lagen am Boden, offenbar in Raserei zerrupft. Cyco würdigte die Reste keines weiteren Blickes. Er stapfte weiter, bis er die Leiche eines orcischen Soldaten am Boden liegen sah. Neben dem Gefallenen kniete der Einzelgänger nieder, untersuchte ihn. r war bald sicher, dass der Orc von einem Menschen erschlagen worden war. Nachdem die Schwarzmagier vermutlich als letzte diesen Pfad genommen hatte war zu erwarten, dass dies ihr Werk war.
Der Tätowierte erhob sich, folgte weiterhin dem Pfad, doch bereits nach wenigen Schritten wurde er erneut aufgehalten. Eine Person, vollkommen schwarz gekleidet, nicht sonderlich groß gewachsen, kauerte dort auf dem Weg, den Blick auf einige blutbeschmierte Steine gerichtet. Zweifelsohne war dies die gesuchte Lehrmeisterin, doch wo war der Schüler?
Cyco überlegte, sollte er es riskieren, sich zu zeigen, oder würde er sich verstecken und einen guten Angriffszeitpunkt abwarten? Er entschied sich für die erste Möglichkeit, trat näher, sprach die Fru an:
”Ich grüße Euch! Seid ihr die Lehrmeisterin der Klinge, von der man mir im Kastell berichtete?”
Während er sprach wunderte er selbst sich über seine Ausdrucksweise, die nicht zu ihm zu passen schien. Äußerlich ein Landstreicher, doch innerlich ... er wusste es nicht mit Gewissheit.
Die Nacht war lang und still gewesen, ein wenig zu still für Elfaires Geschmack. Sie war am gestrigen Abend nur noch schlecht voran gekommen, die einkehrende Dunkelheit hatte ihre Suche zunehmend erschwert, die Fußabdrücke des Orks waren im Schatten der Nacht verschwunden. Einzig und allein ihre Lichtrune hatte die junge Schwarzmagierin noch weiterführen können, doch hatte sie das Verschwinden Asthans so durcheinander gebracht, dass ihr das aufrecht erhalten dieses glühenden Etwas zunehmend schwerer fiel. Bis zu einem großen Waldstück war sie gekommen, dann hatte sie die Spur entgültig verloren. Lediglich die blutbefleckten Felsbrocken gaben Auskunft darüber, dass der Ork ihren Schüler vor höchstens einem Tage an dieser Stelle vorbeigetragen hatte...
Die Blauäugige hatte den Blick nach unten gerichtet, war in diesem Moment auf keinen Angriff vorbereitet. Ja, sie bot das perfekte Angriffsziel, selbst für jemanden, der den Umgang mit einer Waffe noch nicht so gut beherrschte.
Erst die Stimme eines Fremden riss sie aus ihren Gedanken, sie fuhr herum und sah einen leicht heruntergekommenen Mann mittleren Alters vor sich stehen. Sie brauchte erst einige Sekunden, bis sie sich gefasst hatte und antworten konnte:
"Ja... Ja, ich bin vermutlich die Lehrmeisterin, von der Ihr sprecht. Doch egal was ihr von mir wollt, so werde ich mich nun nicht von Euch aufhalten lassen, denn mein Schüler ist in großer Gefahr und ich muss ihn schnellstmöglich finden! Wenn Ihr schon einmal hier seid - so bitte ich Euch: Helft mir bei meiner Suche, er wurde vermutlich von Orks verschleppt!"
Sie erhaschte noch einen Blick auf den Fremden, ehe sie sich wieder umdrehte und sich erneut auf die Suche nach dem Braunhaarigen machte.
Wo konnte er bloß noch sein...!? Es gab bloß einen einzigen Ort im Minental, den die Orks Elfaires Wissen nach als sichere Zuflucht betrachten konnten... - Die Umgebung hinter der von den Grünfellen errichteten Palisade...
Tinquilius
11.05.2006, 16:56
„Wir wollen euch nichts Böses, junge Feuermagiern“, sprach Tinquilius. „Dies hier ist Saturas, Priester Adanos’ und ich bin Tinquilius, ebenfalls ein Priester des Wassers.“
Der Priester machte zwei Schritte nach vorne und konnte nun die junge Frau erkennen. Was ihn zuerst in wenig verwirrte war die graue Robe, welche die junge Frau trug. Sie war zerschlissen, sah alt aus und war, zumindest in seinem Verständnis, einer Zauberin des Feuers unwürdig. Aber sie hatte wohl ihre Gründe für diese Robe und danach fragen, wollte er nicht.
„Wir suchen nur einen Unterschlupf, der uns vor Wind und Wetter schützt. Habt Dank, dass ihr uns auch hier schlafen lasst.“
Der neue Tag war mittlerweile schon seit vielen Stunden angebrochen, die Mittagszeit war bereits verstrichen. Tinquilius saß auf einem großen Stein, der sich in der Nähe der Hütte befand. Er wusste nicht, wem diese Hütte einst gehört haben mochte, ihm war nur bewusst, dass sie schon zu Zeiten der Barriere hier gestanden haben musste. Und die Zeugnisse dieser Zeit waren für ihn als Historiker sehr interessant.
Um ihn herum war die unwirkliche Landschaft des Minentals. Einst, so hatte man ihm erzählt, hatten hier Pflanzen in Hülle und Fülle geblüht. Der Boden war mit Gras übersäht gewesen, saubere Flüsse hatte man hier finden können. Doch mit dem Fall der Barriere hatte sich alles geändert. Nur wie?
Diese Frage beschäftigte Tinquilius. Was konnte eine solch dramatische Änderung in einem solch großen Gebiet hervorrufen? Und wie konnte eine solche Änderung binnen weniger Wochen vonstatten gehen? Fragen über Fragen und auf keine dieser wusste er eine Antwort. Vielleicht gab es aber jemanden hier im Minental, der ihm diese Antworten geben konnte.
Langsam stand er auf und schritt hinüber zur Hütte. Die junge Feuermagierin saß dort auf einem Bett und bastelte an einem seltsamen Kasten herum. So etwas hatte er noch nie gesehen. Was es wohl sein mochte? Da sie jedoch zu beschäftigt aussah, stellte er diese Frage zurück und nahm sich seine Tasche herbei. Schnell öffnete er diese und holte einen kleinen Kessel hervor. Aus diesem nahm er ein Rohr, welches an beiden Seiten gebogen war und eine Flasche heraus. Eine zweite befand sich noch in seiner Tasche, zusammen mit dem Mörser und dem Stößel.
Er schaute kurz zur der jungen Magierin des Feuers auf. Sie war noch immer mit diesem seltsamen Ding beschäftigt. Wenn er sie so betrachtete, fiel ihm auf, dass sie noch keine zwanzig Jahre alt sein konnte, höchstens achtzehn und auch dies war gut geschätzt. Daneben fielen ihm auch die zerzausten Haare auf, die ihr bräunliches Gesicht teilweise verdeckten. Diese Hautfarbe hatte er bislang noch bei keinem Menschen gesehen, sie musste also von einer der südlichen Inseln stammen.
Nachdem er sie eingehend gemustert hatte, wandte er sich seiner Kräutertasche zu und holte ein paar Kräuter hervor: Atan, Sil und Traniu. Alle diese Kräuter hatten an sich nur geringe Eigenschaften. Zusammen jedoch konnte der heiler und Alchimist aus diesen einen Trank gewinnen, der ihm das Leben zumindest für eine gewisse Zeit erleichtern würde. Denn seitdem die Temperaturen ein wenig gestiegen waren und die Pflanzen blühten, auch die wenigen hier im Minental, hatte er wieder einen Schnupfen und auch seine Augen brannten.
Langsam zerbröselte er die Kräuter, füllte dann in den Mörser noch ein wenig Wasser und zerstampfte das Gemisch. Einen Moment später entzündete er mit Hilfe von Feuersteinen ein kleines Feuer unter dem Kessel und goss das Gemisch aus dem Mörser in den Kessel. Anschließend warf er noch eine Prise von einem grauen Pulver hinein, welches für eine bessere Bindung bei den Kräutern sorgte.
Nach fünf Minuten nahm er den Kessel vom Feuer und füllte den Inhalt in eine der Flachen. Dessen Hals steckte er in eine Seite des Rohres. Das andere Ende befand sich über dem Hals einer anderen Flasche. Danach platzierte er die Apparatur so, dass das Feuer unter der ersten Flasche war. Nun musste er warten.
Als er aufschaute, sah er, wie die junge Feuermagierin zur Apparatur schaute.
„Das muss nun noch ein wenig destilliert werden. Geschieht alles von ganz alleine“, meinte er lächelnd und stand auf. Meister Saturas stand nur wenige Meter entfernt und Tinquilius näherte sich diesem.
„Meister, ich wollte fragen, ob wir fortfahren können. Ich habe den Wasseravatar und das Eisschild immer wieder geübt und es hat mir sogar verholfen, die Tempel mitzuretten. Meint ihr, ich in bereit für die letzte Rune?“
Cyco hatte wohl keine Wahl. Zwar war es möglich, ja, gar wahrscheinlich, dass der gesuchte Schüler bereits tot war, doch er würde kein Risiko eingehen. Er würde sich erst zufrieden geben, wenn die Leiche seiner Zielperson vor ihm am Boden lag, bestenfalls mit einer Klinge im Herz, doch unbedingt tot. Dafür jedoch würde er ihn zunächst einmal finden müssen. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man die Gegend bedachte. Cyco hatte noch nicht viel mit Orcs zu tun gehabt, er wusste allerdings um deren Brutalität. Er würde Hilfe benötigen, ebenso wie sein Gegenüber.
Der Tätowierte sah der Lehrmeisterin ins Gesicht, versuchte, darin zu lesen. Offenbar ihr der verschollene Lehrling wichtig, sie würde also viel Energie in die Suche investieren. So weit, so gut. Diese Tatsache würde ihn selbst entlasten. Also würde er der Schwarzmagierin helfen.
”Nun gut, ich werde Euch bei Eurer Suche unterstützen. Doch ich bitte Euch, mir dabei ebenfalls zu helfen. Zeigt mir, wie ich mit einem Schwert umzugehen habe, dann kann ich Euch besser helfen.”
Während er sprach, deutete er auf das Schwert, welches an seinem Gürtel baumelte. Einer Ausbildung sollte also nicht sonderlich viel im Wege stehen. Der Einzelgänger hoffte, sich durch diese List in der Nähe des Verschollenen aufhalten zu können, sobald dieser wiedergefunden war. Dadurch erhöhten sich seine Chancen immens. Fragend sah er die Magierin an. Wie würde sie wohl entscheiden?
Und wo würde sie suchen? Cyco hatte von der orcischen Palisade gehört. Dort würde er sich nicht allzu gern aufhalten. Er hoffte auf die Vernunft der Magierin sowie auf großes Glück.
Keuchend erwachte dr immer noch gefesselte Lehrling in der Höhle. Er hatte seit 2 Tagen nichts getrunken ausser seinem eigenen Blut welches immer noch sein Geicht bedenkte. Der Ork wanderte vor Asthan nervös auf und ab, und sah ihn mit bösem Blick an.
"Hast du.. hast du was zu trinken für mich?" Es schmerzte zu Sprechen, seine sonst so klare Stimme hörte sich veraltet und vermürbt an.
"Nein, Ich nicht geben kostbares Wasser an gefangenen."
"Du kannst doch einfach neues Wasser holen!?"
"Nein, muss auf Mensch aufpassen"
"Worauf warten wir eigendlich noch?" nicht dass Asthan vorhatte schnellstens ins Lager der Orks zu kommen, doch es wunderte ihn dass sie nicht schon längst losgezogen waren.
"Ich erwarten Orkfreund, Orkfreund soll begleiten. Ich kann nicht Kämpfen mit Mensch bei mir." die Stimme des Orks klang aggressiv, anscheinend hätte dieser Orkfreund schon längst hier sein müssen. Asthan schwieg wieder, das Sprechen strengte ihn zu sehr an als dass er wert darauf legte noch mehr zu erfahren. Er saß also irgendwo in einer der Höhlen des Minentals, mit einem Ork und wartete auf einen weiteren Ork, der dann "draussen für die Sicherheit des anderen Orkes sorgen sollte. Hoffentlich ist dein Freund aufgeschlizt worden... dachte sich Asthan doch sagen tat er nichts weiter. Wenn er nicht verdurstete würde ihm noch einiges an Arbeit bevorstehen. Er schloss die Augen, war dies das Ende des Lehrlings? Sollte er etwa den Rest seines Lebens für die Orks schuften? Er schlug die Augen wieder auf und sah den Ork finster an. Ja, vermutlich gab es keinen Ausweg, doch wenn, dann würde Asthan alles tun um seine Freiheit zurück zu erlangen, er würde Kämpfen...
"Ihr wollt bei mir den Umgang mit dem Schwert erlernen?" Elfaire sah diese einfach gekleidete, teils tätowierte Person an, die ihr da ihre Hilfe anbot.
"Hört zu - im Prinzip spricht nichts dagegen, doch hat es definitiv oberste Priorität, meinen Schüler zu finden. Ich werde Euch ein paar einfache Schläge sowie Abwehrmöglichkeiten zeigen, für den Rest kann man... wenn es erledigt ist sorgen. Ich hoffe, Ihr missversteht mich nicht, ich wäre Euch sehr dankbar für die Hilfe."
Kurzer Hand zog die Blauäugige ihr Schwert - bei Beliar, das musste sie Kaligulas eines Tages auch noch zurückgeben! - und schritt ein paar Schritte auf den Fremden zu. "Wie ist eigentlich Euer Name?"
Ihr Gegenüber erwiderte, dass man ihn für gewöhnlich mit "Cyco" anredete, Elfaire nickte und wies ihren neuen Weggefährten an, nun gut aufzupassen.
"Zuerst einmal zur Haltung der Waffe... Nicht zu niedrig, nicht zu hoch... - Ja, so ists gut." kommentierte die Schwarzmagierin, während Cyco sein Schwert äußerst ungeschickt durch die Lüfte wirbelte. Dies ging noch eine ganze Weile so, bis die junge Schwarzmagierin wenigstens annähernd zufrieden war - für eine knappe halbe Stunde Training...
"Für mehr bleibt im Augenblick keine Zeit, wer weiß, was sie sonst mit ihm machen!" beendete sie schließlich ungeduldig, "Der stellt sich vielleicht aber auch blöd an..." fügte sie gedanklich hinzu.
"Haltet Euch im Hintergrund und seht Euch aufmerksam um, im Kampfe werdet Ihr mir ohnehin keine Hilfe sein. Wenn das hier vorbei ist, werde ich Euch auch mehr Zeit widmen können, das sei Euch hiermit versprochen."
So kam es, dass die zwei Reisenden nahe eines schnell fließenden Flusses entlangwanderten... In der Hoffnung, den vermissten Schüler wohlbehalten aufzufinden.
Cyco lächelte spöttisch, als die Magierin ihm den Rücken zuwandte. Ihren Kommentaren nach zu urteilen, die sie während der Lehrstunde gegeben hatte, hielt sie den Tätowierten wohl für einen eher schlechten Schüler. Wenn sie wüsste, dass er bereits voll ausgebildet war ... doch offenbar war ihm das Schauspiel gut gelungen, so musste es sein. Solange niemand einen guten Kämpfer in ihm sah, würde ihn auch niemand als ernstzunehmende Bedrohung wahrnehmen.
Schnellen Schrittes folgten die beiden dem vor sich hin dümpelnden Fluss, der eher einem sumpfartigen stehenden Gewässer glich, nicht nur nach dem Geruch geurteilt. Immer wieder sahen sich die beiden Gefährten um, hielten nach Orcs und anderen Gefahren Ausschau. Doch schien die nähere Umgebung sicher zu sein.
Cyco musterte die Lehrmeisterin, schätzte sie als Gegnerin ab. An Körperkraft war er ihr vermutlich überlegen, doch die Tatsache, dass sie einer Gemeinschaft angehörte, die schwarze Magie studierte, flößte ihm einen gewissen Respekt ein. Er würde schnell sein müssen. Wahlweise könnte er sie auch hinterrücks erschlagen, doch auf keinen Fall dürfte sie reagieren. In diesem Fall würde sie mit Sicherheit ...
Die Magierin sprang Cyco an, warf ihn zu Boden, zog ihr Schwert. Für einen Augenblick befürchtete der Tätowierte, laut gedacht zu haben, doch die Frau konzentrierte sich auf etwas, dass sich ein Stück abseits von ihnen befand. Der Einzelgänger bemerkte, dass ihre Augen sich bewegten, es schien so, als folgte ihr Blick jemandem.
”Was ist dort?”
Leise hatte der Tätowierte dies gesagt. Falls eine Gefahr drohte, wollte er jene nicht auf sich aufmerksam machen.
Seine Begleiterin deutete auf etwas, dass sich außerhalb von Cycos Blickfeld befand. Er drehte den Kopf. Ein Orc stapfte in geringer Entfernung an ihnen vorbei, grunzte dabei fröhlich vor sich hin. Immer wieder warf er misstrauische Blicke in alle Richtungen, offenbar wollte er nicht gesehen werden. Cyco sah die Lehrmeisterin an.
”Der hat wohl was zu verbergen. Folgen wir ihm?”
Die Magierin nickte, setzte sich sofort in Bewegung. Cyco erhob sich, ging geduckt hinter ihr her. Nach einer Weile der Verfolgung blieb die Frau stehen, starrte auf den Boden. Der Tätowierte trat näher, folgte ihrem Blick. Blut hatte einige Steine am Boden getroffen. Der Einzelgänger berührte es, fühlte die Temperatur. Es war bereits kalt, offenbar war derjenige, der es verloren hatte, schon am Vortag vorbeigekommen. Länger konnte es kaum her sein, andernfalls hätten Tiere es fortgeschleckt.
Die Mgierin musterte das Blut, deutete dann in die Richtung, die auch der Orc genommen hatte. Offenbar vermutete sie, dass die Blutspur sie in dise Richtung führte.
Das desolate Land. Lange hatte Saturas sich gefragt, wie lange es dauern sollte, bis er auf’s Neue hierher zurückkehren würde. Zu viele Erinnerungen hatten Fuss in den Wäldern, Wiesen und Felsen des ehemals halbwegs freundlich wirkenden Minentals, seine halbe Jugend hatte er hier verbracht und diese beendet. An einer erfahrungsreichen Vorbereitung auf das „harte Leben in der Realität“ hatte es dem Sohn des grossen Saturas somit sicherlich nicht gemangelt, und ursprünglich war er damals, vor all diesen Jahren, doch durch ein kolossales Unglück hergelangt.
Längst nicht alle Gedanken allerdings, die mit diesem Ort verbunden waren, lösten positive Gefühle im Wassermagier aus. Irgendwie, hatte er beschlossen, musste er abschliessen mit der Strafkolonie, das alles ein für alle mal hinter sich bringen. Wie er das anstellen wollte, wusste er noch nicht genau – und wenn wir ehrlich sind, war es doch ein recht kühnes Unterfangen, ganze Gedankenstränge zu löschen.
Sein Begleiter und Schüler Tinquilius, der eigentliche Grund sein Hiersein, ging ausserdem einer Sache nach, die sich, was die „Richtung“ anging, nicht gerade deckte mit seinem Fernziel, im krassen Gegenteil, um es in aller Deutlichkeit zu nennen, denn er wollte so viel wie möglich über diesen Landstrich, was nichts anderes hiess als: hauptsächlich dessen Vergangenheit, herausfinden. Vielleicht aus Zufall, vielleicht mit einer Absicht, die Saturas so weit verschleiert blieb, glücklicherweise jedenfalls, hatte der andere Priester offenbar noch nicht erwägt, seinen Lehrmeister, von dessen Kenntnis über das Minental er definitiv wusste, zu fragen, oder war noch nicht zu einem Schluss dieser Abwägung gekommen oder erachtete dieses Wissen als ungenügend. – Saturas beschäftigte dies nicht, er machte sich momentan keine Gedanken über diejenigen seines Kompagnons.
Sehr wohl aber kümmerten sich seine Sinne und sein Nervensystem inklusive komplexem Gebilde namens Gehirn, das man auch Jahrhunderte später nicht imstande sein würde zu verstehen, um ihre zeitweilige Gesellschaft, die ihnen hier einen nicht ganz unangenehmen Aufenthalt verschafft hatte. Ed. – Feuermagierin.
Feuermagierin, sprach er halblaut aus, drehte das Wort im Mund um, kaute darauf herum, liess es sich auf der Zunge zergehen, wie auch immer man es sehen wollte. Als ob es einen total unterschiedlichen etymologischen Ursprung hatte denn die männliche Form des Innosdieners, welcher man doch in unbestreitbarer Klarheit häufiger begegnete und seine erklärte Erzfeindin war, schlich es über seine Lippen. Unerklärlich die Faszination. Hinzu kam, dass diese Ed, gehüllt in den Kleidern eines Wanderers, der unauffällig bleiben wollte, nun nicht einfach eine Frau war, also ein weiblicher Mensch (wobei Sat ja von Zeit zu Zeit Magier von normalartigen Menschen unterschied), sondern in der Tat ein durchaus hübsch anzuschauendes Wesen, das ihn anlächelte, als gäbe es weit und breit keinen Grund, nicht die grösstmögliche Lebensfreude zu verspüren, als er sie beim Herummurksen an ihrem seltsamen Gerät beobachtete.
Mehr schien da schliesslich nicht zu sein. Der Priester konzentrierte sich nun auf seine Arbeit, und seine Arbeit war seine pure Freude – die Magie.
Tinquilius, mein Freund, sprach der Meister mit unverkennbarer Stimme (sie hatte dieses gewisse mysteriöse Etwas) und in autoritärer Art, die seine Lehrlinge gewohnt waren, jedes Warten hat ein Ende. Geduld ist eine Tugend, und von Tugendhaftigkeit in der Art eines Paladinritters mag ich mich entfernt halten wollen, doch sie soll belohnt werden. Zweifelsohne hast du nichts von dem vergessen, was ich zu Beginn deines Lernens bei mir festgehalten habe. Tin wusste genau, was Saturas im Zuge einer Selbstverständlichkeit, die nur er und sonst kaum einer voraussetzen konnte, meinte und es wurde ihm fast gleichzeitig klar, dass er davon nichts hören wollte – denn somit wussten sie ja beide, wovon sie sprachen. Vom Blizzard als Vollendung der letzten Stufe, die dennoch noch lange nicht das Ende der Ausbildung bedeutete, und von Spielzeugen, die mit dieser Art von Magie rein gar nichts zu tun hatten, für den unaufmerksamen Leser kurz zusammengefasst.
Bereit sein – darum geht es nicht unbedingt. Hierbei nicht. Es geht um Willenskraft, das ist der Knackpunkt. Der entscheidende Faktor. Die goldene Zutat. Im Ansatz amüsiert, aber nicht von seiner ernsthaften Miene ablassend, horchte Tinquilius konzentriert.
Verstehe, Macht über das Element geht nicht zwingend einher mit Verständnis dafür, wie es umgekehrt zweifelsohne der Fall ist. Die Kräfte der Magie erlauben es uns, gewisse Effekte zu erzwingen. Notiz: Obwohl wir das Wasser, Eis und Blitz zunächst unterwerfen, können wir sie nie vollständig kontrollieren. Sie werden zu unseren Verbündeten, und dennoch beherrschen wir sie. Der Gegensatz klingt verwirrend, weil er scheinbar nicht zu beseitigen ist. Es gilt, das Gleichgewicht zu finden. Sehr bald wirst zu verstehen, und mit dem Verständnis auch auf dieser höchsten Ebene fähig sein, die Energien effizient und ohne Fehler umzusetzen. Von Energien verheerender Zerstörung, enormen Umfangs spreche ich, ohne gross Wert darauf zu legen, es noch einmal erwähnt zu haben.
Bei diesen letzten Worten wurde dem Schüler etwas mulmig. Ohne Frage, der Blizzard war gross, das wusste er, seit er das erste Mal davon gelesen hatte. Aber war seine Frage nach Bereitsein nicht doch berechtigt gewesen? War er dieser Magie würdig? War er ihr mächtig, physisch, vor allem aber auch psychisch? Er sollte die Fähigkeit erwerben, einen Sturm zu beschwören! Kurz davor war er, die Antworten zu bekommen, nein: sie am eigenen Leib zu erfahren.
Die Rune hast du zur Hand. Natürlich ist es ein Leichtes, nun, da du ihrer Macht fast voll und ganz bewusst bist, diese zu erspüren. An der Aktivierung sollst du dir nicht den Kopf zerbrechen, nur keine falsche Scham, für diese Formel ist wie für alle keine Zurückhaltung an den Tag zu legen, wie bereits auf den Punkt gebracht: Die Auslösung des Blizzards, der sich von selbst anbahnt, ist wesentlich, seine Aufrechterhaltung, Kontrolle in einem gewissen Sinn, beschränkt für dich sicherlich, möchte ich sagen, um keine Missverständnisse zu produzieren. Letzte Stufe: Zielerkennung, Kür im Moment, weit entfernt.
Du kannst anfangen. Der Zauber ist örtlich relativ eng an den magus gebunden (Wörter wie „relativ“ verwendete Sat ungern in solchem Zusammenhang, aber er wusste ja schliesslich, wovon er sprach), gehen wir also gemächlich da rüber, die Wolken nehmen wir mit.
Wieder gab es offensichtlich kein Vorzeigen. Das konnte übel enden.
Mit vollem Gepäck machten sich die Kameraden auf den Heimweg, anfangs irrten sie noch ein wenig umher und fürchteten, den falschen Weg eingeschlagen zu haben, aber als sie dann den Fluss erreichten, konnten sie sich mehr oder weniger in Sicherheit wiegen. Sie spatzierten etwa 4 Stunden lang am kühlen Gewässer lang, bis die ersten Rötungen des Himmels im Westen erschienen, und sich der Trupp im Sonnenuntergang der Burg näherte. Alle schwiegen und gingen gleichsamen Schrittes, nahe aneinander am Ufer entlang. Als sie sich endlich dem geschlossenen Gitter der Burg näherten, löste Welendor das Schweigen auf: "Ich finde, wir für unseren Teil haben die Mission sehr gut gemacht." "Ja stimmt schon...", antwortete Ronsen trocken, "aber das mit Lors hätte echt nicht passieren müssen, es tut mir für den armen Kerl leid, ich werde dafür volle Verantwortung tragen!" Wütend schlug er mit der Hand gegen das Gitter. Einer der Rekruten aus der Burg hörte ihn und eilte zur Tür. "Du kannst nichts dafür", beruhigte Rac den Milizen, "man muss im Minental jederzeit mit dem Tod rechnen! Schau mich an! Dass ich noch lebe, ist doch auch nur Zufall. Ein Leben hier ist reines Glücksspiel. Ich bin mir meinem Tod gewiss, weiß mich aber immer zu ..." Rac stoppte sein Gespräch. Ronsen schaute seinen Partner verwundert an, ein riesiges Schwert ragte durch seine rechte Brust, seine Augen wurden glasig, er röchelte. Hinter ihm stand ein hagerer Ork, bestimmt bloß etwa 1.80 Meter groß, aber trotzdem schon voller Blutdurst auf Menschen. "NEIN!", schrie Ronsen, als er seinen gefallenen Gefährten sah. Der Ork zog geschwind sein Schwert zurück und ließ den bewusstlosen Körper des Opfers vor ihm zu Boden fallen. Schnell griff der Milize zu seinem Schwert und raste aus voller Wut auf den Ork zu, doch er hatte keine Chance, die riesige Faust des Orks schlug ihn zu Boden. Dann wurde es kurz dunkel um ihn herum...
Als er die Augen wieder öffnete, sah er den Ork, wie dieser Welendor an der Kehle packte und versuchte, jenen zu erdrosseln. Kraxlaf lag regungslos am Boden, im Arm des Orks steckte ein großer Pfeil, doch das schien jenen nicht zu stören. Aus vollem Hass rappelte sich der Schmied auf, zog sein Schwert und stach es mitten durch den krummen Orkrücken. Das Biest schrie laut auf. Das reichte dem Soldaten aber nicht, er durchstach den Rücken des Geschöpfes noch mindestens acht mal, bevor er sichergehen konnte, dass der Ork tot war. Schnell eilte er zu Welendor, der etwas benommen auf dem Boden saß und sich schwer atmend an den Hals hielt. "Alles klar?", fragte der Südländer besorgt. Welendor nickte bloß und deutete dann mit dem Finger auf Kraxlaf. Dieser hatte eine schwere Kopfverletzung, von dem Blut an der Burgmauer zu urteilen, war er dort dagegengeworfen worden. "Schnell, wir müssen ihn in die Burg bringen. Zusammen schafften sie ihn rein, aber Ronsen konnte noch nicht in die Burg gehen. Sein Kamerad Rac lag halbtot auf dem Boden und blinzelte in den Abendhimmel. Ronsen kniete sich zu ihm, drückte seine Hand. Das Waffenknecht deutete mit dem Finger auf sein Schwert, Ronsen sollte ihm ein schnelles Ende bereiten. "NEIN!", schrie der Milize mit tränenden Augen, nahm sich das Schwert und hielt es an die Kehle des Freundes. "Wir...werden uns...wiedersehen...", flüsterte Rac bevor ihm der Milize seinen letzten Wunsch erfüllen konnte. Traurig zog er die Leiche des Kameraden an den Händen in die Burg. Wenn er erst mal Ritter wäre, würde er all seine verstorbenen Freunde an Beliars Kreaturen rächen, das schwor er sich innigst.
Die Erzschürfungen brachten wenig ein, doch kosteten viel Arbeit. Tarnum und einige seiner Kameraden schürften mit. Wie verrückt hackten die Männer auf die Erzbrocken ein doch was raussprang waren splitter oder wenn sie Glück hatten auch kleinere Bröckelchen. Der Stollen ging tief in einen Berg rein, Tarnum überlegte sich ob sie da vielleicht größeren Erfolg hätten, doch die Idee schlug sich der Waffenknecht sogleich aus dem Kopf, in dem Minental waren Minecrawler weit verbreitet, ein kleiner Marsch dahin könnte das Ende seines Lebens bedeuten. Plötzlich kamen zwei Männer die Tarnum aus dem Konvoi schon kannte. Der eine sah so aus wie ein Gardler und der andere kam aus dem Kloster, so sahen die beiden zumindest aus.
"Könnten wir es vielleicht tiefer im Stollen versuchen, da gibt es vielleicht härtere brocken die mehr geben als Splitter."
"Seit ihr sicher, ihr wisst da unten könnte es Minecrawler geben. Das könnte dann euer Ende sein."
"Wir könnten ka mal gucken gehen, wenn es da dann anzeichen von den Monstern gibt gehen wir halt wieder hoch."
"Ok tut das ich komme mal mit, vielleicht habt ihr ja recht."
So ging die kleine Gruppe von zwei Soldaten und einem Magier runter in den tiefen Stollen des Berges. unten angekommen war alles ruhig. Keine Netze die aus dem Sekret das die Minecrawler bestehen waren da. Das einzige was zu sehen war, war das Erz das den Teil des Stollens hell erleuchtete. Der Milizoniär und der Magier begannen sogleich zu hacken. Tarnum schaute sich erst etwas vorsichtig um um sicher zu sein das es keine Minecrawler in der Höhle gab. Der junge Goldschmied ging langsam nach hinten ohne zu merken das hinter ihm ein Tischgroßes Loch war. Tarnum ruderte kurz mit den Armen und konnte sich vor den Fall ins Loch noch retten. Er schaute sich das ihn fast das Leben gegostete Loch an, und warf einen Stein rein um zu hören wie tief es war, doch statt einem plumbsen des Steines zu hören kam aus dem Loch ein zischen, fauchen und klimpern raus. Tarnum schaute genauer ins Loch und stellte nach ein paar Sekunden fest das unzählige Minecrawler das Loch hoch krabbelten. Es sah so aus als wären da nur arbeiter dabei, aber ein oder zwei Soldaten konnte der junge Waffenknecht schon erkennen.
Tarnum zog sein Schwert und warnte die beiden Männer die auch schon die Anwesenheit der Minecrawler mitbekommen hatte. Nun waren die Monster an der Oben bei den Männern. Tarnum versuchte so gut wie möglich die Minecrawler zu bekämpfen doch das ging schief. Wenn einer tod war kamen auch schon andere. Es hatte keinen Sinn die Männer mussten flüchten. Doch zu spät, dass gedrängel der Minecrawler mit den Soldaten war zu groß, der Stollen war instabil und es kam wie es kommen musste, ein kurzes Beben und der ausgang war verschüttet.Die Männer gerieten in Panik, plötzlich entdeckte Tarnum einen kleinen Spalt wo nur ein Menschliches Wesen durchpassen könnte. Die Männer liefen so schnell sie konnten zu der rettenden Stelle, zwängten sich durch und kamen in einen kleinen Raum, der ebenfalls Erz in sich trug.
"Wie kommen wir hier wieder raus."
"Ich hab doch gesagt es könnte hier Minecrawler geben."
"Hättest du nicht den Stein rein geworfen wäre das auch nicht passiert."
"Ok schreit hilft jetzt auch nicht wir sind jetzt voll und ganz auf unsere Kameraden draußen angewiesen." ...
Tinquilius
11.05.2006, 21:15
So schritten Tinquilius und Saturas einige Meter weiter. Der Priester wollte weder das haus noch die junge Feuermagierin Ed mit seinem Zauber erwischen, was jedoch eine Möglichkeit sein könnte, da er nicht direkt Kontrolle über den Blizzard erlangen würde.
Nachdem sie einige Meter von der Hütte entfernt standen und sich kein Leben in einem Umkreis von wenigen Metern zeigte, holte der Priester Adanos’ seine Blizzardrune hervor. Alleine die Verzierungen auf dem Runenstein sprachen für eine mächtige Rune, doch auch die Energie, die in dieser war, imponierte Tinquilius. Er konnte sie bereits so sehr stark spüren, viel stärker, als bei jeder anderen Rune. Und dies musste etwas heißen, denn auch das Eisschild beinhaltete eine mächtige Magie, die zwar passiv aber nicht minder stark war.
Kurz schaute er noch einmal zu seinem Lehrmeister. Dieser war eine seltsame Gestalt. Mystisch und ehrwürdig erschien er Tinquilius und doch hatte er auch etwas an sich, was Tinquilius ein wenig Furcht bereitete. Er wusste nicht, was dies war, spürte nur diese leichte Furcht. Ob es an der Art des Mannes lag? Seine Worte, immer weise gewählt, wirkten oft streng und auch ein wenig arrogant. Fürchtete dies aber den jungen Priester?
Er wusste es nicht und würde es momentan auch nicht herausfinden. So betrachtete er wieder die Rune und schloss nur einen Moment später die Augen. Die Magie, die in seinem Körper innewohnte, sammelte er in seiner rechten Hand. Da er zuletzt nur den Teleportzauber gewirkt hatte, waren seine Reserven und anderen Kräfte vollkommen einsatzbereit, ein großer Vorteil, da er sich so eine mögliche Kontrolle erhoffen konnte.
Langsam entließ er einzelne Stöße seiner Magie in den kalten Runenstein. Die Magie der Rune, die wie durch Adern im Stein pochte, reagierte beinahe sofort auf seine Versuche. Heftiger und intensiver schlug sie, drängte zu den Rändern des Steins. Doch noch wollte er sie nicht freilassen, noch wollte er seine Kräfte sammeln und eine Barriere errichten, um die mächtige Magie zu kontrollieren.
Er öffnete seine Augen, ließ seinen Blick über die Rune schweifen. Die feinen Linien strahlten in hellem blau, doch auch seine Hand begann in einem langsam pulsierenden Licht zu erstrahlen. Immer mehr Magie entließ er in die Rune, immer heller wurde seine Hand.
Und dann spürte er, wie die Magie freikam. Er hatte es nicht veranlasst, die Magie selber hatte sich befreit, was ihm sofort einige Sorgen bereitete. Aber die musste er erst einmal in den Hintergrund stellen, die Wirkung des Zaubers war nun viel wichtiger. Das Strahlen in seiner Hand, soeben noch heftig, verlor an kraft, doch dafür hörte er bereits ein Poltern im Himmel.
Er schaute nach oben. Dunkle Wolken zogen über seinem Kopf auf, einzelne Blitze fuhren bereits zu Boden, jedoch noch in guter Entfernung. Während dieses Gewitter sich anbahnte, verringerte sich das Leuchten auf ein schwaches Schimmern, verschwand jedoch nicht vollkommen.
Mit einem lauten Knall stürzte ein Geschoss auf den Boden, zerschellte. Die Wolken wurden dichter, die Blitze häufiger und Meister Saturas wich ein paar Schritte nach hinten. Sicher war sicher, dachte sich Tinquilius, denn er spürte bereits jetzt, dass er keine wirkliche Kontrolle über den Zauber hatte.
Ein zweites Geschoss prallte auf den Boden, dann ein drittes. Sie trafen jedoch nur einige Meter von ihm entfernt den Boden, so als wäre er immun gegen den Zauber. Ein heftiger Wind zog auf, beinahe so stark, dass der Priester weggeweht wurde. Nur mit Mühe konnte er sich halten. Er schaute zu Saturas, wollte ihn fragen, ob dies normal war, doch er wollte nicht seine Ahnungslosigkeit preisgeben, nicht wieder wie ein typischer Schüler klingen.
Schnell konzentrierte er sich wieder auf das Gewitter, welches immer heftigere Ausmaße annahm. Regen prasselte nun neben den einzelnen Geschossen hernieder, die Wolken breiteten sich immer weiter aus, Stückchen für Stückchen. Dies war nicht in seinem Sinne. Er entzog der Rune wieder Magie, doch es war bereits zu spät. Die Macht des Zaubers entfaltete sich vollkommen, eine Gefahr für jeden, der in seiner Nähe war.
Kontrolle, er brauchte Kontrolle. Erneut schloss er seine Augen, da er sich so besser auf den Zauber konzentrieren konnte. Langsam baute er um den Runenstein eine Barriere auf. Zuerst waren es nur wenige Zentimeter, schnell vergrößerte sich diese aber. Die Magie der Rune, als würde sie Leben, wehrte sich gegen diesen Versuch von Tinquilius und der Priester spürte, wie ein schwacher aber alles sagender Blitz durch seine Hand fuhr. Und dennoch stoppte er nicht.
Immer und immer mehr gewann er die Kraft über den Zauber zurück. Zuerst stoppten die Wolken nur, dann verringerte sich auch schon die Anzahl der Geschosse und die Wolkendecke lichtete an einigen Stellen auf. Freude kam in ihm auf – viel zu früh.
Ein zweites Mal fuhr ein Blitz in seine Hand, dieses Mal stärker. Seine Barriere verlor an Boden, wenn man dies so bezeichnen mochte und die Wolkendecke verdichtete sich wieder. Tinquilius hatte bereits den größten Teil seiner Reserven dafür aufgewendet, diesen kleinen Teil der Barriere zu erschaffen. Dass der Zauber aber nun wieder an Macht gewann, hatte er nicht gedacht und war auch nicht vorgesehen. War er vielleicht noch nicht bereit für diese Mengen der Macht?
Nein, er war bereit dafür. Monatelang hatte er seinen Geist geschult und beherrschte mittlerweile sogar die Telepathie. So würde er auch den Blizzard kontrollieren, auch wenn es viel Kraft kosten würde.
Von neuem Mut ergriffen entsandte er auch seine letzten Reserven und drängte innerhalb kürzester Zeit die Magie wieder in ihre Rune zurück. Die Wolkendecke löste sich langsam auf, die Geschosse und Blitze erschienen nicht mehr. Er hatte es geschafft. Für welchen Preis?
Er fiel auf seine Knie, die Rune fiel aus seiner Hand. Alles begann zu verschwimmen, doch er sträubte sich dagegen. Schwäche musste er nicht schon wieder zeigen. Hatte dies bereits oft genug getan. Dieses Mal würde er nicht zusammenbrechen, dieses mal nicht.
Die wenigen Reserven, die er wieder in seinem Körper gesammelt hatte, nutzte er, um sich wieder aufzustellen. Zuvor nahm er jedoch noch die Rune und steckte sie in seinen Runenbeutel. Langsam und leicht schwankend schritt er zu seinem Lehrmeister hinüber.
„Meister, ich glaube dies reicht für heute. Ich habe einen Geschmack von der Macht bekommen, die im Blizzard inne wohnt, zudem weiß ich nun, wie ich mit dem Zauber umzugehen habe. Ich denke, morgen oder übermorgen bin ich wieder bereit für den erneuten Versuch.“
Mit diesen Worten schritt er zur Hütte hinüber.
Nun, eine halbe Stunde später, nahm er den fertigen Trank von der Apparatur weg und löschte die kleine Flamme. Die junge Feuermagierin schaute interessiert.
„Beherrscht ihr eine der Künste der heilenden Kräfte? Seid ihr bewandert in den Künsten der Alchimie?“ Tinquilius lächelte. „Ich habe aber noch eine Frage, wenn ich so unverschämt sein darf: Was macht eine junge Feuermagierin hier im Minental?“
Martinos
11.05.2006, 21:17
Die Wälder hatte er hinter sich gelassen, nun stand Martinos da und blickte auf das weite Minental. In der Mitte stand die Burg, aus der ein großer Turm empor ragte. So hatte sich der Tagelöhner diese Gegend vorgestellt. Ganze Landstriche waren verwüstet, die Bäume waren alle abgestorben. Der Himmel
war von Wolken verdunkelt und die Sonnenstrahlen drangen kaum durch. Dies war wirklich eine völlig Lebensfeindliche Gegend.
Zuerst machte sich der Schwarzhaarige auf die Suche, nach einer einigermaßen Sicheren Stelle, an der er kurz über Nacht Rasten könne. "Succa sagte, das Orks kein Wasser mögen... ich hoffe mal das sie damit recht
hat.", sagte er zu sich und machte sich auf den Weg, zu einen Fluss. Auf dem Weg dorthin sammelte Martinos ein paar Äste. Als der Tagelöhner ein gemütliches Plätzchen, zwischen ein paar Felsen fand, machte er sich ein kleines Lagerfeuer und briet sich ein paar Fleischkeulen. Es war noch so einigermaßen hell, eben so hell wie es in dieser Gegend sein konnte. Der Tagelöhner beschloss, morgen in der Frühe loszuziehen und so schnell wie möglich einen Ork zu finden. Doch wie er diesen erledigen sollte, wusste
der Schwarzhaarige noch nicht so recht. Auf jeden fall musste Martinos versuchen, auf einen einzelnen zu treffen, denn mehrere würden ihn in Sekunden erledigen und er hatte keine Lust, das nächste Abendessen
für die Orks zu werden.
Immer wieder schaute Martinos nervös um sich - er fühlte sich irgendwie, beobachtet. Doch konnte er nichts sehen. Es war einfach zu ruhig, man konnte nur das rauschen des Flusses hören. Der Schwarzhaarige schaute
hoch zum Himmel, dieser war vollkommen leer, nicht ein, einzigen Vogel konnte man sehen. Nicht einmal Vögel gab es hier in der Gegend.
Sein Schwert hielt er immer griff bereit, der Tagelöhner rechnete damit, dass jeden Moment ein Ork aus seinem Versteck springt und ihn angreifen würde. Doch wie es schien wurde er noch von gar keinen entdeckt.
Nachdem der Schwarzhaarige die gebratenen Schenkel gegessen hatte, versuchte er ein wenig zu schlafen, denn der morgige Tag würde für ihn ziemlich hart werden.
Ivan und Odinson gingen am Morgen in die Höhle um Erz zuschürfen. Ivan hörte immer nur das Hacken. Tack, Tack, Tack, ... Oh mann bei diesem geraüsch wird man ja ganz kirre im Kopf dachte sich der Waffenknecht. Er schürfte weiter doch es kam nie was wirklich dabei raus. Nur Splitter, wenn man mal glück hatte konnte man vielleicht einen Großen Broken heraus bekommen. Er sah sich um und merkte das weiter unten ein weiterer Stollen war und vielleicht konnte man dort besser schürfen als hier oben. Ein Mann der so aus als ob er aus dem Kloster kam fragte Ivan, ob er mal da unten mit ihm schürfen würde. Ivan stimmte zu und sie gingen runter zu dem zweiten Leiter ihres Trupps. Er trug den Namen Tarnum. Der Mann der aus dem Kloster kam fragte ob sie da unten schürfen gehen durften. Tarnum stimmte zu, nun gingen alle drei nach unten in die Höhle. Ivan und der Ordler machten sich gleich ans Schürfen. Tarnum schaute in ein Loch und schmiss einen Stein runter. Ivan hörte es nun Zischen. "Was war das?" fragte Ivan erschrocken. "Oh, ich wusste es. Minecrawlers!" schrie der Leiter der Gruppe. Ivan bemerkte wie einige von ihnen aus ihren Löchern kamen und zog seinen Dolch. Wie gern hätte ich jetzt ein Schwert dachte sich der Waffenknecht. In ihm und den anderen kam etwas Panik auf. Sie wehrten sich so gut sie konnten. Nun wollten sie zurück laufen, als es plötzlich bebte und der Weg von Steinen Steinen versperrt war. Ivan stach eines der Viecher und dabei verlor er den Dolch. Tarnum sah ein kleines Loch wo nur Menschen rein passten. Erst Tarnum, dann er und als letztes der Mann aus dem Kloster.
"Na toll, wie wollen wir jetzt wieder hier raus kommen." sagte Ivan und Tarnum entgegnete ihm: "Ich hab euch gesagt das es hier Minecrawler gibt."
"Hättest du nicht den Stein hinunter geschmissen, wäre es auch nicht passiert!" fuhr ihn der Ordler an. "Streit hilft hier wenig, jetzt müssen wir warten bis die anderen etwas bemerken." unter brach Ivan den Streit.
"Du hast recht." stimmte ihm Tarnum zu. "So, wir sollten erst mal licht in diese Höhle bekommen." bemerkte Ivan während er eine Fackel an machte. "Hoffentlich, kommen sie bald um uns hier raus zu hohlen." sagte der Ordler als Ivans Bein wieder begann zu schmerzen.
Zasamalel
11.05.2006, 21:45
Axel war heute morgen sehr früh mit Muskelkater in sämtlichen Gliedern aufgewacht. Er hatte einen Bissen von seinem Brot gegessen und war dann wieder zu der Stelle gegangen an der er gestern etwas gefunden hatte um weiterzugraben! Das Erz splitterte unter seiner Hacke. Doch leider waren es meist nur kleinste Stücke! So ging es bis zum Mittag: Immer daselbe Monotone *klack* hochheben *klack*...... Es war direkt zermürbend und zu allem Ungück fand er diesmal sehr viel weniger Erz als gestern, und so setzte er sich am Mittag frustriert auf einen Stein. Er fragte sich was er falsch machte. Als Axel so vor sich her sinnierte sah er wie ein paar der Schürfer in einen Stollen gingen! Nach kurzer Zeit konnte man ein verdächtiges Rumoren hören und die Erde fing an zu beben! Axel sah wie Staub aus dem Stollen stieg in den die anderen gerade gegangen waren und fuhr wie von der Tarantel gestochen auf. Er rannte zur Mine und sah, das sie bis auf einen kleinen Spalt zugeschüttet war. "Hallo..........hört mich jemand?" Er bekam keine Antwort. Nachdem er ein weiteres mal in denStollen gerufen hatte rannte er los um jemanden zu finden der ihm helfen konnte den Stollen freizugraben. Völlig ausser Atem fand er schliesslich einen Gardisten."Hilfe.......Stollen.......eingestürzt...........da hinten.........vielleicht verletzte........" stöhnte Axel. "komm erst einmal zu Atem. Wie heisst du eigentlich?" "Axel!" "Wir werden ihnen helfen. Dazu sind wir zwei aber zu wenige! DraconiZ, Murielle Schnarcher, SirUli.... hier scheint ein Stollen eigestürzt zu sein." schrie der Gardist. "Zeig uns den Weg!" meinte der Gardist als die anderen da waren. Sie rannten wieder los. " Okay. Wir müssen ihnen helfen. Wie viele hast du reingehen sehen?" "kann ich nicht sagen. 3 glaube ich!" ächzte Axel. "Wir müssen zwar vorsichtig sein, aber wir werden ihnen helfen." und dann fingen sie an zu graben..........
Auf ihrer Reise quer durch das Minental versuchte sich die kleine Gruppe bestehend aus einem Lehrer und seinen zwei Schülern stets in Flussnähe zu halten. Der strenge Geruch von Orkblut lag in der Luft und Kire mochte nur ungern allzu nah daran schnüffeln. Sie hatten noch einen langen und beschwerlichen Weg vor sich. So gut er sich auch in den hiesigen Gefilden schon auskannte, so versuchte er doch den allgegenwärtigen Gefahren aus dem Weg zu gehen. Natürlich gelang es ihnen nicht jedem Biest zu entkommen, was auch ziemlich lächerlich wäre. Jedoch begannen langsam die umherschwirrenden Blutfliegen, die sich gerade hier am Flussufer gerne niederließen, ihnen auf die Nerven zu gehen. Nicht nur einmal wies der Söldner mit gezogener Klinge auf das surrende Vieh um damit seine Schüler auf selbiges zu hetzen, ehe er sich schon die Mühe und seinen Atem sparen konnte und seine Schüler von alleine auf die Gefahr reagierten.
Zum Abend speisten sie gares Moleratfleisch, die sie in einer Höhle aufgegabelt hatten und begaben sich schon wenig später auf die weitere Durchreise. Man wollte vermeiden, sich für längere Zeit an einem einzelnen Ort nieder zu lassen um somit nicht Gefahr laufen zu können, entweder von Gardlern oder aber von Orks selbst aufgespürt zu werden.
Zusammengerollt hielt Kire die Papiere von Alagarus fest in seinen Händen, während die drei den Weg östlich der Burg auf sich nahmen. Auf den Zinnen des hohen Gemäuers thronten vereinzelte Armbrustschützen, man befand sich im Moment in keiner Alarmbereitschaft. Es war alles ruhig zur Zeit und aus Richtung der wenigen Orkzelte, die in der nähe der Burg aufgestellt worden waren, drangen keine Kriegschreie oder gar Rauchzeichen, die auf einen jähen Kampf deuten konnten.
„Psst“, kam es plötzlich von Kire selbst und hielt seinen Arm schützend vor Dragonsgirl, die gerade hinter ihm herklirrte, um selbige am weiteren Fortgehen zu hindern. Verdutzt blieb die Schülerin wie angewurzelt stehen, überflüssiger Weise schepperten die Ketten laut genug, dass sie womöglich jeder in ihrer Umgebung hatte hören können. Wurde Zeit, dass sie endlich dieses Metall los wurde, dachte der Söldner, noch kurz bevor er sich fragen konnte, wo die Schlüssel dazu denn überhaupt abgeblieben waren.
„Dort drüben“, erklärte Kire flüsternd und wies mit seiner Hand auf drei schlafenden Warge, die im Schutze eines Felsens ruhten. Durch abgebrochenes Geäst auf ihrem Weg war er auf die nahende Gefahr aufmerksam geworden - die Jagdausbildung bei Odie sei Dank.
„Macht euch bereit.“
Seine Schüler nickten angespannt und waren im Begriff ihre Schwerter zu ziehen, als Kire selbst sich auf einen Baum schwang um von einer Astgabel besser den Felsen einsehen zu können. Schnurstracks nahm der Schwarzhaarige seinen Bogen zur Hand und zielte mit gespannter Sehne auf den mittleren der drei Schwarzfelle. Sein Ziel war der Kopf, was auch wichtig sein würde um das Vieh direkt außer Gefecht zu setzen. Sollten die heulenden Schreie erst einmal durch das Abendlicht gellen, dann würden auch die anderen beiden schlafenden Orkhunde nicht länger auf sich warten lassen um auf die Gruppe zuzustürmen. So zumindest hatten sie vorerst das Überraschungsmoment und die anfängliche Orientierungslosigkeit der Wargen auf ihrer Seite.
Ein kurzer, entspannender Seufzer später und die Pfeilspitze sauste geradewegs von der vollends gespannten Sehne seines dürftigen Bogens. Das Zischen des Windes endete in dem Geräusch eines berstenden Knochen. Genau zwischen die Augen hatte das Geschoss eingeschlagen, für einen winzigen Moment weitete das Biest selbige um dann mit einem elendigen Heuler wieder zu Boden zu gehen. Sein nächstes Zeichen galt nun seinen beiden wartenden Schülern.
Es waren schon fünf Leute da, als Odinson angerannt kam. SirUli, Draconiz, Murielle, Grimward und AxelFoley. Irgendwo her kannte er diese Frau, doch es fiel ihm nicht ein. „Hey, ähm braucht ihr noch Hilfe?“ fragte Odinson „ja immer, wir überlegen noch was wir machen, es sind wahrscheinlich drei Leute verschüttet worden!“ „Hmmm, ich suche gerade Ivan, der könnte da mit dabei sein, ich hab das ganze Lager nach ihm abgesucht, aber keine spur von ihm!“
Odinson hatte Pause gemacht und wollte diese mit Ivan verbringen um sich ein bisschen zu unterhalten, aber wie gesagt, er hatte ihn nicht gefunden.
Sie überlegten eine geraume Zeit, doch da plötzlich war ein laut zu hören. Irgendjemand hackte von drinnen mit einem Gegenstand gegen Die Felsbrocken die den Stollenverschüttet hatten. „Sie leben also noch. Wir müssen uns bemerkbar machen!“ meinte Draco. Sie fingen an mit ihren Werkzeugen auf das Felsgestein zu schlagen. Augenblicklich verstummt das Geräusch. „Hallo? Hört ihr uns?“ schrie Grimward. „Ja, leise zwar, aber gerade so!“ „Wie viele seit ihr und wer?“ „Drei Mann sind wir, ähm Bernado, Ivan und ich, Tarnum!“ „Mensch, Tarnum was hast du gemacht?“ „Ja was ist passiert?“ rief Odinson hinein. „Wir wollten weiter unten nach Erz suchen. Und dann ham uns Minecrawler überrascht. Wir wollten flüchten und sind dann hier rein geraten!“ hallte es aus den verschüttetem Stolen herauf. ‚Hmmm, was machen wir jetzt?’ überlegte Odinson. „Wir könnten versuchen von beiden Seiten as Gestein abzutragen.“ „Hmm, das dauert aber ewig!“ meinte Murielle. „Da hat sie Recht! Wir sollten noch in paar Mann rann holen!“ „Aber das würde die Schürfarbeiten unnötig verlängern und aufhalten!“ sagte wiederum Grimward. Sie wurden sich einfach nicht einig und sie überlegten und diskutierten lange, ihn wollte einfach keine Lösung einfallen…
Françoise
11.05.2006, 22:15
» Da ich keinem dunkeln Geschäft nachgehe oder etwas sehr privatem könnt ihr gerne wissen warum ich im Minental bin. Eigentlich ist es sogar so, dass mein Aufenthalt hier eher keinen Grund hat. Na ja, ich war monatelang im Kloster, las mich durch allerlei Bücher, übte mich in Magie und was man sonst noch alles dort machen kann. Aber inzwischen wurde ich dessen überdrüssig. Ich brauchte einfach ein wenig Abwechslung und da erschien mir das Minental genau das Richtige zu sein. Und erleben kann man hier manchmal mehr als mir lieb ist. Sogar auf einen Feuerdämon traf ich, keine besonders spaßige Angelegenheit. Aber dass ich noch jemand anderes hier in der Wildnis treffe verwundert mich schon ein wenig. Um allerdings eure andere Frage zu beantworten, nein, bisher habe ich nur über Heilkunst, heilende Magie und dergleichen in Büchern gelesen. Selbst habe ich noch niemals geheilt, obwohl es in der Hauptstadt des Fürstentums, aus dem ich stamme, große Heiler gibt, allesamt Priester. Faszinierend war das immer schon für mich, allerdings war ich noch nicht so oft im Roid, so heißt unsere Hauptstadt. Und größere Verletzungen hatte ich bisher auch noch nicht, deshalb sah ich auch bisher nur wenige Heiler bei der Arbeit. Vielleicht aber auch ein gutes Zeichen, denn wer möchte schon krank oder verletzt sein? Die Bücher in der Klosterbibliothek haben mir schon vieles erklärt, allerdings macht eine Heilerin wohl mehr aus, als nur Wissen aus Büchern. Als Magierin ist es mir aber erlaubt heilende Magie und Heilkunst zu erlernen, nun ja, letzteres auch als Nichtmagierin. Aber es ist gerade die Heilmagie, die mich interessiert. Denn sie wird ohne Runen gewirkt, soviel ich aus den Büchern weiß. Es wäre eine Abwechslung zu meiner sonstigen Zauberei und hilfreich alle mal. Den Apparat den ihr dort benutzt hattet schein Ausrüstung für einen Alchemisten zu sein, nicht wahr? Seid ihr denn Alchemist oder vielleicht sogar ein Heiler? Wenn ja, dürfte ich bei euch Unterricht nehmen? Entschuldigt meine Euphorie, allerdings habe ich unterbewusst wohl bereits nach einem Lehrer für Heilkunst gesucht. « Ed musste über sich selbst lachen, denn der Priester kam kaum, eigentlich überhaupt nicht, zu Wort und die Fragen der Magierin häuften sich. Aber schließlich hatte Ed auch schon einiges über das Heilen nachgelesen und war neugierig darauf, es nun aus erster Hand zu erfahren. Natürlich nur wenn Tinquilius auch tatsächlich ein Heiler war. Es wäre ganz schön peinlich, wenn Ed ihn die ganze Zeit darüber ausfragte und er eigentlich nichts davon wusste. Aber wenn er schon mit so etwas herumhantierte und ihr die Frage stellte, ob sie selbst Heilkunst beherrsche, lag diese Vermutung zumindest nahe. Und ob er ihr dann Unterricht gäbe wäre noch eine ganz andere Sache. Aber probieren könnte sie es ja mal.
Grimward
11.05.2006, 22:49
Gegen Abend stürmte ein völlig verstörter mensch, der sich Axel nannte aus dem Stollen und rief: Gardler, kommt schnell runter, DraconiZ, SirUlli, Grimward!! Irgendwer, aber schnell!!!" Grimward und einige Andere ließen es sich nicht zweimal sagen und stürmten Axel hinterher. Was denn jetzt los, gibt es hier den keinen Tag Frieden, dachte Grimward, als er keuchend vor einem Geröllhaufen, der offenbar einen Stollen versperrte. Eine böse Vorahnung keimte plötzlich in Grimward auf, als er wütendes Zischen hörte, gerade als Axel begann zu erklären: "Da sind welche drinne! Schürfer von uns, ganz sicher!" Gewusst, ich habs gewusst, stellte Grimward innerlich fest, doch Freude darüber wollte nicht wirklich aufkommen. Statdessen stieß er zwischen den Zähnen hervor: "Verdammt! Wer denn, bei Innos, wer? Axel zuckte mit den Schultern, meinte nur: "Drei Leute, ein Ordler war glaube ich dabei." DraconiZ pfiff leise, als Odinson, ein junger Knecht angestürmt kam. „Hey, ähm braucht ihr noch Hilfe?“ fragte Odinson „Ja, wir überlegen noch was wir machen, es sind wahrscheinlich drei Leute verschüttet worden!“ erklärte SirUlli „Hmmm, ich suche gerade Ivan, der könnte da mit dabei sein, ich hab das ganze Lager nach ihm abgesucht, aber keine spur von ihm!“ rästelte Odinson und zog nachdenklich die Stirn kraus.
Wieder hörten sie zsichen von drinnen und Axel schlug vor: "Lasst uns vor die Brocken hauen und gucken was passiert, vielleicht kommen wir gut durch!" Obwohl sie sich alle darüber im klaren waren, das Axels Vorschlag nie funktionieren würde, versuchten sie es. Das zischen verstummte, ein Ruf ertönte und Grimward fragte: "Wer ist, da? Könnt ihr uns hören?" „Ja, leise zwar, aber gerade so!“ „Wie viele seit ihr und wer?“ „Drei Mann sind wir, ähm Bernado, Ivan und ich, Tarnum!“ „Mensch, Tarnum was hast du gemacht?“ „Ja was ist passiert?“ rief Odinson hinein. „Wir wollten weiter unten nach Erz suchen. Und dann ham uns Minecrawler überrascht. Wir wollten flüchten und sind dann hier rein geraten!“ hallte es aus den verschüttetem Stolen herauf. „Wir könnten versuchen von beiden Seiten aus Gestein abzutragen.“ „Hmm, das dauert aber ewig!“ meinte Murielle. „Da hat sie Recht! Wir sollten noch in paar Mann rann holen!“ „Aber das würde die Schürfarbeiten unnötig verlängern und aufhalten!“ sagte wiederum Grimward. "Das bringt auch gar nichts", meinte DraconiZ, "wir müssen ihn jetzt helfen und zwar schnell, wenn sie nicht von den Minecrwalern gefressen werden sollen. Verdammt, das darf nicht sein, sag doch sowas nicht, flehte Grimward innerlich, nickte jedoch nur schweigend. Auch die Anderen stimmten zu und so versuchten sie, die Steine beiseite zu Räumen.
"Was für ein verflucht blödes Erlebnis, ständig schleppen wir bloß Steine, wozu bin eigentlich zur Garde gegangen", murmelte Odinson, der dicht neben Grimward stand, vor sich hin. Grimward ging nicht darauf ein sondern packte direkt an. "Schneller", rief Bernado, der Ordler aus dem Stollen heraus, "Ich fürchte die Minecrwalern finden noch den unterirdischen Eingang in unser Versteck, den haben wir nämlich auch grade entdeckt." Das gibts doch nicht, diese Mistviecher, schneller, schneller, muss schneller Steine tragen trieb Grimward sich an und schleuderte die Steine beiseite. Doch die Erde rumorte erneut, das Gestein begann zu bröckeln, und zu knirschen. "Runter von den Steinen", schrie Odinson angsterfüllt. Sie hopsten herunter, der Haufen Gestein krachte auf sie herab, doch keiner außer Grimward wurde getroffen. Warum verdammt, was hab ich denn getan, dachte Grimward. Ein Stein war auf sein Knie gefallen und hatte ihn zu Fall gebracht. Aus den Augenwinkeln erkannte er jedoch, das die Geröllwand, die sie vom Stollen trennte, gjedoch nicht in sich zusammen gestürzt war. "Könnte mir vielleicht einer helfen?" fragte Grimward. Ulli und Draconiz hoben den Stein an der Grimward fesselte. Die Anderen schaufelten weiter. Endlich schaffte DraconiZ den Durchbruch und schlüpfte als erster durch das nicht annähernd menschengroße Loch. Grimward hechtete hinterher, Ulli folgte geschwind seinem Beispiel und sie zogen die Waffen. Denn die Minecrwlaer hatten den Neuen Eindringlein nun Beachtung geschenkt. Bedrohlich zischend und mit den Fängen klappernd stürzten sich die Crawler auf die Gefährten. "Was ist denn los?" brüllte Ivan noch, während Grimward den ersten Pfeil anlegte.
DraconiZ
11.05.2006, 23:19
Stein um Stein schafften die Gardisten weg. In diesem Tal würden sie wohl nie eine ruhige Minute finden und langsam schien sich DraconiZ auch daran zu gewöhnen. Uncle hatte es gestern wirklich gut verstanden dem noch jungen Ritter mehr Mut einzuhauchen. Selbst in dieser Situation, wo sie gegen die Zeit und die Minecrawler arbeiteten, schaffte es der Schmied einen einigermaßen kühlen Kopf zu bewahren. So kühl wie es eben ging, wenn man in eine solche Situation kam. ,, Wehrt die Minecrawler im Inneren ab, wir schaffen die restlichen Steine weg“, schrie Tarnum den Gefangenen zu, während Grimward einen Pfeil nach dem anderen in den Spalt schickte, den sie schon freigemacht hatten. Nicht in hundert Jahren hätte der Schleichlehrer es gewagt einen Pfeil in solch ein kleines Loch zu schießen, was wohl daran lag, dass er Fernkampfwaffen nicht viel abgewinnen konnte und so auch keinen besonders guten Schützen abgegeben hätte. Doch Grimward verstand sein Handwerk gut genug um kein einziges Mal einen ihrer Kameraden zu treffen. Schon längst war die Nacht über das Tal hereingebrochen und stellte einen zusätzlichen Gegner der Gardisten dar. Denn in diesem Moment war sich kein einziger Streiter Innos’ bewusst, dass auch die Orks diese Chance nutzen könnten. Schließlich waren alle Gardisten mit der Höhle beschäftigt und konnten so ihre Wachaufgaben nur mangelhaft wahrnehmen.
Nach einer Weile des Schuftens war es dann endlich so weit. Der Spalt in die Höhle war so groß, dass ein einzelner Mann dadurch gepasst hätte, zumindest nach DraconiZ’ Auffassung. ,, Weg da!“, schrie der Ritter mit einem Mal und rannt mit großer Geschwindigkeit auf das Loch zu. Alle anderen hechteten schnell auf Seite, während der Schleichlehrer seinen Körper so hart er konnte anspannte und mit einer Flugrolle durch das Loch sprang. Die Geräusche seiner Kameraden und alles andere nahm der Schmied in diesen fünf Sekunden nicht mehr wahr. Wäre er auch nur ein wenig aus der Bahn gekommen wäre er mit dem Kopf gegen den harten Stein geschlagen und hätte als lebendige Mauer das Unterfangen weiter behindert. Doch durch schier endloses Glück schaffte er es dennoch, rollte sich im Dunkeln der Höhle ab und stand wenige Augenblicke kerzengerade in dem Schacht. Mit einer flüssigen Bewegung fuhr Valien aus der Scheide und DraconiZ kam den Verschütteten zur Hilfe, was sich weit schwieriger darstellte, als der Schwarzhaarige erwartet hatte. Denn in der Höhle war es so dunkel, dass er aufpassen musste anstatt einen Minecrawler nicht einen seiner Kameraden zu verletzen. ,, Bei Innos wer ist da?“, Tarnum’s Worte wurden eher von einem Krächzen, statt einer normalen Stimme zustande gebracht, doch sie half dem Schleichlehrer sich zu orientieren. ,, Keine Sorge. Ich bin Draco. Still aber jetzt, damit wir die Crawler hören können“. Gerade als diese Worte ausgesprochen worden waren bekam der Ritter einen der Zangenartigen Arme des Biests ins Gesicht, wobei er eine tiefe Schramme davontrug. Mit aller Gewalt unterdrückte er einen Schmerzenslaut und konzentrierte sich auf die Bewegungen der Crawler.
Es dauerte nicht wirklich lange, bis er sich an diesen unnatürlichen Kampf gewöhnt hatte und schon bald traf seine Klinge zuverlässig eines der Biester, wenn es nahe an ihm war. Trotzdem schwang bei jedem Streich die Sorge mit einen seiner Kameraden, die sich nun auch in Totenstille übten, zu verletzten mit, weswegen er immer nur halbherzig zuschlagen konnte. Gerade als der Ritter zu einem weiteren Schlag ausholte und das Geräusch eines verletzten Minecrawlers durch die ganze Höhle zu vernehmen war, drang fahles Mondlicht in den Schacht hinein. Nun würde es nicht mehr lange dauern, bis die Biester besiegt waren.
Sir Ulrich
12.05.2006, 05:06
Grimward ließ es sich nicht nehmen als nächster durch das Loch zu kriechen, SirUli folgte seinem Beispiel, es dauerte kurze Zeit, bis sich die Augen an das schummrige Licht gewöhnt hatten. Während der Bogenschütze die Minecrawler mit seinen Pfeilen das Leben schwer machte, rückten Draconiz, Tarnum und SirUli den Bestien mit ihren Schwertern zu Leibe. Schon wieder konnte Famulus, die extra für ihn angefertigte Klinge unter Beweis stellen, das sie wirklich bestens für einen Kampf auf Leben und Tod geeignet war. Der erste Hieb vom Einhandlehrmeister trennte eine nach ihm schnappende Greifzange vom Rumpf eines dieser schnarrenden Viechern mit denen er vorher noch nie etwas zu tun hatte. Die Biester waren schnell und schmerzfrei, so schien es zumindest, denn der Minecrawler setzte trotz der schweren Verletzung seinen Angriff fort. SirUli konnte gerade noch rechtzeitig zur Seite springen, bevor dieser mit dem anderen Greifarm seinen Kopf erwischte. Im fallen konnte er einen Stich in die Seite ansetzen, doch auch das bewirkte nicht sonderlich viel, schon hatte sich das Monstrum zu ihm umgedreht und riß sein übel riechendes Maul auf, ein Stich in die Kehle und blitzschnell zur Seite rollen, der Biß ging ins Leere. Endlich zeigten die Treffer Wirkung, das Biest verharrte kurz in seiner Stellung, SirUli hatte den Eindruck, als wenn es überlegen würde, was es als nächsten tun solle. Diese Orientierungslosigkeit musste er ausnutzen, mehrere gezielte Hiebe auf den Kopf des Minecrawlers..., er sackte in sich zusammen, sein Leben ausgehaucht. Die anderen Gefährten hatten inzwischen ebenfalls ganze Arbeit geleistet, denn es waren nur noch zwei von diesen merkwürdigen, aber äußerst gefährlichen Höhlenbewohner übrig. Sie waren größer als ihre Artgenossen, Draconiz und Tarnum stürzten sich gemeinsam auf Einen der beiden, Grimmward kümmerte sich mit Pfeil und Bogen um den Anderen.
Plötzlich vibrierte der Boden, Staub viel von der Decke, einige Steine kamen ins rollen..., „los, schnell raus hier“ schrie SirUli, Ivan und Bernado zögerten nicht lange und brachten sich als erstes in Sicherheit. „Habt ihr nicht gehört, hier bricht gleich alles zusammen“..., das Grollen wurde immer bedrohlicher, der Waffenknecht ergriff die beiden Hände, die sich ihm entgegenstreckten und ließ sich von ihnen auf die andere Seite ziehen. „Los. ,los. ,los“, Tarnum war der nächste, dem die helfenden Hände mit festem Griff nach oben zogen, dann war Grimward an der Reihe, der Erste wollte unbedingt der Letzte sein. Keinen Augenblick später, hätte DraconiZ die Höhle verlassen dürfen, das Geröll kam erneut in Bewegung und begrub mit lautem Getöse, den eben noch vorhandenen Durchgang unter sich. „Das war knapp“ war der trockene Kommentar des Ritters, nachdem er sich kurz umgeschaut hatte und sah was passiert war. Die Gardler gingen gemeinsam ins Freie..., an die frische Luft, zum Glück war Niemand schwer verletzt worden..., alle Beteiligten mit dem Schrecken davon gekommen...
Das Erzschürfen funktionierte besser als zuvor, doch immer noch nicht perfekt. Die Erzklumpen in diesem Gebiet waren einfach nicht perfekt dafür geeignet. Irgendwo in den Minen musste es doch bessere Erzklumpen geben. Bernado wandte sich um, um tiefer in den Stollen hineinzugehen und bemerkte einen Gardisten, der in Richtung der tieferen Gänge schaute und anscheinend ebenfalls bessere Erzabbaustellen finden wollte. Also fragte der Anwärter: "Wollen wir zusammen nach unten Schürfen gehen? Das ist schon weniger gefährlich." Der Gardler stimmte zu und so machten sie sich auf den Weg nach unten. Dort war auch Tarnum, einer der Leiter der Aktion, und nach einem kurzen Gespräch gingen sie zu dritt weiter. Sie waren nun deutlich tiefer unter der Erde und Bernado konnte nicht allzukleine Erzklumpen erkennen. Da das ja der Grund war, weshalb sie gekommen waren begann er sogleich zu hacken. Schon beim ersten Schlag erhielt er einen guten Brocken, es hatte sich also gelohnt.
Doch plötzlich ertönte ein Zischen. Anscheinend Minecrawler, denn Bernado kannte keine anderen Tiere die in dieser Tiefe lebten und so zischten. Der Barde steckte die Spitzhacke weg und zog seinen Kampfast. Es war ein ungleicher Kampf. Von den Schürfern konnte nur Tarnum richtig kämpfen und auch dieser hatte Probleme mit der gewaltigen Anzahl der Crawler. Also war die Flucht die einzige Möglichkeit. Doch plötzlich bebte es und Steine flogen von der Decke. Der Ausgang war verschüttet. Doch Tarnum entdeckte einen kleinen, jedoch für Menschen groß genugen Spalt, durch den er auch kletterte, so bald er ihn erreicht hatte. Während auch der andere Gardler sich von den Monstren wegswängte, versuchte Bernado diese so gut es eben ohne Kampffähigkeiten ging. Doch auch er kletterte hinterher, als die anderen beiden verschwunden waren.
"Na toll, wie sollen wir denn nun bitte wieder hier herauskommen?", fragte der zweite Gardler und Tarnum erwiderte: "Ich habe euch doch gesagt, dass es hier Minecrawler gibt." "Hättest du sie nicht beworfen, wäre das auch nicht passiert!", gab Bernado seinen Senf dazu. "Streiten bringt und jetzt auch nicht weiter, wir müssen warten und hoffen, dass die anderen unser Verschwinden bemerken.", unterbrach der zweite Soldat. "Du hast recht.", meinte Tarnum, während Bernado zustimmend nickte. Der dritte Mann zündete eine Fackel an. "Hoffentlich finden sie uns bald", seufzte Bernado und setzte sich auf den Höhlenboden. Doch schnell wurde das ihm langweilig und er begann an der Wand der Höhle zu hacken.
Plötzlich ertönte von der anderen Seite ein pochen und der Anwärter hörte auf zu hacken, um zu hören, ob jemand da sei. Eine leise Stimme ertönte von der anderen Seite und Tarrnum antwortete ihr. Anscheinend waren nun die anderen gekommen und wollten ihnen helfen. Bald ertönten von den anderen Seiten scharrende Geräusche. Anscheinend gruben sowohl die Gardler, als auch die Minecrawler. "Schneller, ich glaube die Minecrawler kommen.", meinte Bernado. Dann ging alles sehr schnell. Die Fackel erlosch, eine Wand brach und Crawler kamen, einige Gardler kamen herein und der Kampf begann. Doch bald darauf bebte es erneut. "Raus hier, los!", rief einer der Gardler und der Mittverschüttete sprang sofort durch den Spalt der Garde hinaus. Bernado folgte ihm und sie waren in Sicherhteit. hier standen noch einige Gardler die bei der Aktion mitgeholfen hatten und zogen nun die anderen heraus. Alle schafften es zu entkommen, doch kaum war der letzte wieder heraus stürtzte der Durchgang ein. Von innen hörte man noch die erstickten Schreie der übrigen Minecrawler, doch keiner der Menschen war ernsthaft verletzt worden. Langsam trennte sich die Gruppe wieder und auch Bernado begann wieder weiter zu schürfen.
Stevo schürfte das erste Mal und merkte schnell das es ziemlich schwer war gute Erzbrocken aus dem Gestein zu schlagen. Während Stevo immer wieder versuchte, größere Brocken von besserer Qualität zu bekommen, hörte er wie sich zwei andere Schürfer über einen Einsturz unterhielten. Stevo hörte auch das drei Personen verschüttet waren. Doch ein paar Gardler hätten sie gerettet. Während Stevo das hörte dachte er über seine Sicherheit auch ein wenig nach, da seine Schürfstelle nicht unbedingt weit weg war. Kurz vor dem Ende hörte Stevo erst den richtigen Grund für die Ungück, es waren die Minecrawler die noch immer in der Mine ihr Unwesen trieben.
Doch schnell kümmerte er sich wieder um seine eigentlichen Aufgaben. Mit heftigen Schlägen versuchte er das harte Erz von der Ader zu bekommen. Doch dies erwies sich wie nicht anders erwartet als sehr schwierig. Nach dem 5 unnutzbaren Brocken gab Stevo auf und fragte einen anderen Schürfer der mehr erfahrung hatte.
"Hallo, könntet ihr mir etwas über das Schürfen beibringen?"
Der Schürfer nickte und guckte trotzdem erstaunt, da es ja schon ein wenig komisch war wenn ein Schürfer nicht sein Handwerk vollbringen konnte.
Stevo war dies bewusst, deswegen wollte er durch ein kleines Wort diesen Umstand in Vergessenheit geraten lassen
"Und?"
Der Schürfer nickte wieder, doch jetzt antwortete er auch.
"Natürlich, es dauert nicht lange."
Der Schürfer erzählte Stevo gut eine Viertel Stunde lang das wichtigste über das Schürfe. Schnell verstand Stevo die Teckniken doch ob er sie anwenden konnte war nicht sicher.
An seiner Schürfstelle angekommen versuchte er gleich die Teckniken auszuprobieren. Doch die ersten Versuche waren ohne Erfolg. Wieder einmal fielen nur kleine wertlose Splitter auf den Boden und keine großen Brocken.
Stevo schnauffte enttäuscht , und ging um Kopf die Übungen noch einmal durch. Danach versuchte er es noch einmal, doch jetzt deutlich vorsichtiger und gründlicher. Doch jetzt klapte es deutlich besser, es waren zwar keine großen Brocken doch wertvoll waren sie auf jeden Fall. Mit diesem kleinen Erfolgserlebnis machte er sich gleich wieder an die Arbeit.
Tinquilius
12.05.2006, 17:06
Tinquilius stand vor der Hütte, reckte und streckte sich. Ein Wanderer, der nun vorbei käme, würde vermuten, dass der Priester bis jetzt geschlafen hatte. Dem war aber sicherlich nicht so. Vielmehr hatte Tinquilius bis jetzt einige Trainingseinheiten gemacht, die er schon lange nicht mehr versucht hatte. Liegestützen, Rundenlaufen und auch andere, weitere Einheiten.
Doch nun war er fertig. Seine Muskeln schmerzten ein wenig, wie immer hatte er es ein wenig übertrieben, zumal er seit Wochen und Monaten kein solches Training mehr gemacht hatte. Entweder hatte er keine Zeit oder keine Lust gehabt, eins von beiden war immer ein Hindernis gewesen, wobei die zeit wohl häufiger aufgetreten war.
Er drehte sich um und schritt zu seiner Destillationsapparatur.
„Nicht ganz, junge Feuermagierin“, hatte er ihr geantwortet. „Diese Apparatur wird Destillationsgerät genannt und dient sowohl Heilern als auch Alchimisten, diesen natürlich besonders, als Mittel zur Herstellung von reinen tränken. Gärung ist zwar auch eine Methode, diese ist jedoch lange nicht so effektiv und rein, wie die Destillation.
Und ja, ich bin Alchimist und, anders wäre es nicht möglich, zudem auch Heiler. Seit gut zehn Monten setze ich meine Künste nun bereits ein, habe zuvor jedoch auch bereits als Barbier den Notdürftigen geholfen. Ihr seid euch aber sicher, dass ihr eine Heillehre beginnen wollt? Es wird nicht einfach, das kann ich euch versprechen, denn solche, die nicht in den Künsten des Barbierseins bewandert sind, müssen alle Grundprinzipien erlernen. Verbände, Nadeln, Heiltränke und auch schlussendlich die Geistesheilung, die euch sehr zu interessieren scheint. Wollt ihr dies?“ Sie hatte genickt. „Gut, dann fangen wir morgen an!“
Die junge Feuermagierin Ed saß bereits gespannt vor dieser Apparatur, Tinquilius jedoch baute sie kurzerhand auseinander.
„So, dies werdet ihr erst später erlernen, junge Magierin. Vorerst werde ich euch mit ein paar Worten, wie Hirni so schön sagen würde, langweilen und dann zeige ich euch die Grundkenntnisse des Verbandlegens und des Nähens. Sie werden zwar im Grunde mit der Geistesheilung weniger wichtig und interessant, doch es ist für jeden Heiler notwendig, diese Grundkenntnisse zu beherrschen, damit man im Notfall darauf zurückgreifen kann. Zudem bringen diese ein besseres Verständnis es Körpers.
Aber nun zu den Aufgaben und Pflichten eines Heilers. Ein Heiler ist auf dem ersten Blick ein besserer Barbier. Auch er hat sich an den Kodex zu halten, den jeder Barbier freiwillig eingeht. Der Unterschied ist schon hier erkennbar: Ein Barbier geht diesen Kodex freiwillig bei Beginn der Lehre ein, hält sich auch zumeist daran, wird jedoch nicht bestraft, wenn er jemandem die Hilfe verweigert. Ein Heiler hingegen hat den Kodex zu ehren und nach diesem zu handeln, da dies ansonsten Probleme nach sich ziehen würde, die schwerwiegender sind als einen ungeliebten Patienten zu behandeln. Ich hoffe ihr versteht mich.“
Tinquilius räusperte sich und räumte die Apparatur in seine Tasche. Schnell holte er ein paar Kräuter hervor und legte sie auf ein weißes Tuch.
„Nun zum Kodex selber: Der Kodex ist ein wichtiger Bestandteil des Lebens eines Heilers, denn nach diesem hat er sich zu richten, auch wenn es ihm manchmal nicht passt. Er besagt, dass ein Heiler jedem Menschen Hilfe leisten muss. Dabei st egal, ob dieser ein Diener Innos, Adanos, Beliar oder des Schläfer ist oder an gar keinen der Götter glaubt. Wichtig ist nur, dass ein heiler dazu verpflichtet ist, dies zu tun, aus dem einfachen Grund, dass ansonsten Chaos entstehen würde. Schwarzmagier würden von Feuermagierin liegen gelassen, Feuermagier von Schwarzmagiern. Dies kann aber so nicht gehen. Und ich weiß“, meinte Tinquilius, „dass ihr dies sicherlich nicht gutheißen könnt. Doch da ich gewähre euch einige Tage Zeit, euch darüber Gedanken zu machen. Vor der Prüfung jedoch werde ich euch danach fragen und dann müsst ihr euch entscheiden und es gibt nur eine Möglichkeit.
Solltet ihr weitergehend mit mir darüber sprechen wollen, so könnt ihr dies gerne tun. Schließlich kann ich als ehemaliges Mitglied der Heiligen Allianz euch helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.“
Der Priester wies nun auf die Kräuter, holte dann drei Hölzer hervor, die unterschiedlich geformt waren. Ein Stück bildete ein Dreieck, das andere war nur leicht gebeugt und das dritte gerade. Anschließend holte er drei Verbände hervor.
„So, beginnen wir erst einmal mit dem Verbandanlegen. Dies ist normalerweise eine Grundkenntnis, die ein Heileranwärter beherrscht. Da du dies aber noch nicht tust, zeige ich dir einmal, wie ein solcher Verband auszusehen hat.“
Der Priester begann mit den Verbänden. Er legte an alle Stöcke einen Verband an, dann zeigte er diesen Ed. „So, ich hoffe du hast gut beobachtet. Ein Verband darf niemals zu fest sitzen, sonst schnürt er das Blut ab. Andererseits darf er auch nicht zu locker sitzen, da er ansonsten vom Arm und somit von der Wunde fällt. Besonders schwer ist es zum Beispiel bei gebrochenen Armen, die zudem noch mit Schienen behandelt werden müssen. Darauf gehen wir aber nachher erst ein. Zuerst möchte ich, dass du dich an jedem dieser Hölzer mehrere Male versuchst. Übung macht schließlich den Meister.“
Der erste Versuch war glimpflich verlaufen. So oder ähnlich sah es sein Schüler, da war sich Saturas sicher. Für ihn jedoch war es ein voller Erfolg gewesen. Sein Ziel war es nämlich, dass Tinquilius die Eigenschaften des Blizzards und möglichst seine sämtlichen Facetten selbst fand und – nebenbei, nicht ganz unwichtig – dabei nicht aufgab.
Dass dieser Lehrling hart arbeitete wie kaum ein anderer, von Verzweiflung trotz dem Bevorstehen einer solch kolossalen Aufgabe weit entfernt war und nicht selten die Strategie und die Absichten des Lehrers durchschaute, war Sat bewusst. Er bat ihn um eine weitere Übung, zu starten, sobald er sich bereit dazu fühlte. Tinquilius stimmte zu und fragte sich, ob er überhaupt noch die Darbietung eines hoffentlich fast vollständig kontrollierten Sturms erleben würde, behielt die Frage gleichwohl für sich, da er mit reiner Berechnung des Meisters rechnete.
Jener hatte für sich im Sinn, bei diesem nächsten Versuch seinen „Schirm“ (einen Schild nur gegen oben) zu verbessern und wunderte sich indes über das Vorhandensein von Phrasen wie „Büchern überdrüssig“ und „Abwechslung“ im Vokabular eines Feuermagiers – einer Feuermagierin, wie er in Gedanken richtig stellte. Ein seltsames Treffen war es.
Françoise
12.05.2006, 18:07
Von einem Kodex hatte Ed zwar bereits etwas gelesen, aber so recht daran glauben wollte sie nicht. Solch unvereinbare Gegensätze wie Schwarzmagier und Feuermagier, die sich gegenseitig helfen würden, eine bizarre Vorstellung. Wenn man bedachte, dass sie sich erst gegenseitig mit Magie versuchten umzubringen und dann, wenn der eine am Boden lag, half der andere ihm. Eine höchst lächerliche Vorstellung und es war kein Wunder, dass der ewige Krieg zwischen den Feuermagiern und den Schwarzmagiern noch immer andauerte. Wenn man verpflichtet wäre seinen Feind zu heilen, dann wäre dies eine größere Gräueltat, als ihn zu töten. Denn dann könnte man ihn immer wieder verletzen. Eine barbarische Vorstellung. Einer solch archaischen Einstellung könnte sie nicht Folge leisten, dadurch würde das Ende der Feindschaft zwischen Gut und Böse nur auf unbestimmte Zeit hinaus gezögert und das Leiden auf ewig verlängert. Aber was sollte man auch von einem Wassermagier anderes erwarten? Schließlich waren sie ja daran interessiert, dass es niemals einen Sieger gab. Aber den Schwur den sie dem Feuergott gegenüber leistete war sie früher eingegangen und sah sicher nicht vor, dass man Dienern Beliars half. Und sie würde nicht gegen den Schwur verstoßen, nicht für diesen Kodex. Ed hatte außerdem große Zweifel daran, dass ein Schwarzmagier ihr in der Not helfen würde. Immerhin waren sie dem Tod verpflichtet und das bedeutet zwangsweise, dass sie gegen ihren Heilerkodex verstoßen müssten. Eine andere Sache wäre, dass sich ein Schwarzmagier vielleicht gar nicht retten lassen möchte. Ed könnte ja nicht einfach gegen den Willen eines anderen sein Leben retten. Vieles sprach gegen diesen Verhaltenskodex. Aber Tinquilius hatte ihr ja noch Bedenkzeit gegeben. Wenn sie ihm seine Gründe offen legte, weshalb sie einen solchen Kodex keinesfalls ablegen könnte, würde er mit Sicherheit einlenken. Nun widmete sich die Magierin aber dem Verbandanlegen. An dem geraden Holzstück war es am einfachsten, die Mullbinde zu befestigen. Nur war es nicht gerade ersichtlich, ob es nun bereits zu straff war oder besser noch nachgezogen werden musste. Aber wenn der Verband zu fest wäre, würde man es bei einem echten Patienten wohl schnell bemerken, denn schließlich würde sich das Blut stauen und der Körperteil eine andere Färbung annehmen. Wenn man es natürlich von Anfang richtig machen würde, hätte man gleich weniger Arbeit und der Verletzte weniger Schmerzen. Das Dreieck war etwas schwieriger, denn dort saß der Verband nicht immer richtig. Tinquilius wiederholte ihr noch einmal die einzelnen Handgriffe und Ed beobachtete jede Handbewegung des Priesters genau. Nach ein paar weiteren Versuchen war auch das hölzerne Dreieck verarztet. Mit dem gebogenen Stück Holz hatte die Magierin die meisten Probleme, denn an der gebogenen Seite rutschte die Mullbinde immer wieder herunter. Aber wenn sie es zu stramm anband würde es einem echten Patienten wohl das Blut abschnüren. Es dauerte mehr als ein Dutzend erfolglose Versuche, bis Ed es letztlich hinbekam die Balance zwischen zu fest und zu lose hinzubekommen. Verglichen mit den Beschreibungen über magische Heilungsmöglichkeiten war dies geradezu vorsintflutlich. Aber nützlich könnte es dennoch irgendwann sein. Wer weiß, vielleicht würde irgendwann einmal die Magie aus der Welt verschwunden sein. Dann müsste sie Wohl oder Übel auf solche Methoden zurückgreifen. Tinquilius entschuldigte sich kurz und verließ die Hütte, vermutlich sprach er mit Saturas oder übte sich wieder in Magie. Was sich Ed allerdings weniger vorstellen konnte, denn er hatte ziemlich erschöpft ausgesehen, als er am vorigen Tag von seinen Übungen wiederkehrte. Ähnlich wie Arxas, als er seinen Feuerregenzauber erlernte. Solange Tinquilius fort wäre könnte Ed sich aber noch ungestört im Verbandanlegen üben. Sie hätte sich wirklich ein paar Bücher mitnehmen sollen, aber wer konnte schon wissen, dass im Minental Heiler herumwuselten?
Orkhunde. Er hasste ihren Gestank, denn es war der Gestank der Orks selbst, der an ihnen haftete. Waren die Grünfelle doch nichts weiter als Hunde, die ihren Gelüsten nachgingen. Es war ein Trugschluss der Menschen, dass man annahm, wer seine Toten bestattet, habe Kultur.
Kires Schuss drang einem der schlafenden Geschöpfe in den Schädel und zu Recht musste er sich nicht schämen; einer solch niederen Kreatur, im Schlaf, den Tode zu bringen war nicht feige, sondern gnädig. Doch sogleich waren die beiden anderen Bestien erwacht und schienen im Schlafe schon die drei Lees gewittert zu haben, ihr Bewusstsein benötigte nur einen Anstoß und sie preschten auf die Menschen zu. Kire hatte blitzschnell sein Schwert gezückt und Alaris und Dragonsgirl folgten seinem Beispiel. Das Rasseln der ketten der Piratin schien sie keineswegs zu irritieren, im Gegenteil, sie wurden wilder denn je und fletschten die Zähne, als wollten sie hunderte Humanoide reißen. Alaris spürte den hass ihn sich, spürte die Wut und vergas für einen Moment das Wort Beherrschung. Er fühlte sich wie in seinen Träumen, in denen er dem Orkschamanen gegenüberstand und die Klinge bis zu den Fingerknöcheln in dessen stinkenden Leib gerammt hatte. Sofort war der Nordmann an der Seite des Söldners und bevor noch die Piratin sich anschicken konnte zuzuschlagen waren die beiden schon im wildesten Gerangel mit den Ungetümen. Immer wieder versuchte der Warg mit seinem geifernen Maul eine Hand des Hünen zu erreichen, doch jeder schlug ihm immer wieder, zwar fest und präzise, jedoch ohne Folgen auf die Schnauze. Ein solcher Orkhund war nicht mit einmal mit einem Wolf zu vergleichen, er war viel zäher und stärker. Gerade wieder schnappte er nach ihm und hatte fast schon des Tagelöhners Arm gepackt, da wuchtete jener dem Monster sein massiges Knie ihn die Seite. Ein dumpfes Knacken war zu hören und sicherlich waren einige Rippen des Wesens gebrochen. Der Nordmann lachte einmal grimmig auf und setzte sogleich zum Schlag an. Er hieb mit der Schartenseite auf den Schädel des Wolfes, der zwar, was die Geräuschfähigkeit anbelangte den Rippen in nichts nachstand, sich jedoch als um einiges zäher und härter herausstellte. Doch benommen machte es das Biest allemal und so zögerte der Schmied nicht lange und schlug erneut mit der Schartenseite zu, um danach blitzschnell an den Fellschopf des Wesens zu greifen. Er riss es in die Höhe, zog seinen Schwertarm zurück und durchbohrte die Kehle des Warges mit seiner klinge. Wahrlich trat sie auf der gegenüberliegenden Seite aus und der Nordmann spürte heißes Blut an seiner Hand. So fühlte sich Rache an…
DraconiZ
12.05.2006, 18:30
Während ein weiterer Tag im Minental verging füllten sich die mitgeführten Wagen immer weiter mit dem wertvollen blauen Metall. Wieder einmal vermochte es die Sonne nicht wirklich in dieses Tal vorzudringen und den Menschen, die fleißig am arbeiten waren, mit ihrem Licht zu beglücken. Vielleicht interpretierte DraconiZ so viel, wenn er dachte, dass dies das Zeichen sein könnte, dass Beliar hier mächtig war als Innos, doch irgendwie hatte der Ritter sich mit der Zeit mit diesem Gedanken gut anfreunden können. Sanft hob der Schmied einen Brocken des Wertvollen Metalls in die Höhe und betrachtete es genau. Er hatte schon recht oft einen Brocken dieser Art in eine tödliche Waffe verwandelt und doch betrachtete er in diesem Moment das Metall wirklich. ,, So viele Leben hat die Menschheit schon für dieses Metall geopfert. Da fragt man sich doch, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre auf das Erz zu verzichten und alle Opfer zu sehr guten Kämpfern auszubilden“, murmelte der Schmied vor sich hin und bekam zu seinem Erstaunen sogar eine Antwort. ,, Wenn wir es nicht nehmen würden, dann würden die Orks es irgendwann für sich entdecken. Außerdem kann nicht jeder normaler Bürger ein guter Soldat werden. Die Rechnung, so brutal sie auch ist, geht schon auf“. Als DraconiZ seinen Kopf zu dem Sprechenden wandte, erkannte er den Paladin Marcos, der schon einige Zeit hier im Minental weilte. Sein Gesicht, aber auch sein ganzes Auftreten und seine Statur, zeugten von der Situation die hier herrschte und von einem wirklich erfahrenen Streiter. Der Schmied nickte flüchtig und lies den Erzbrocken wieder zurück in den Karren fallen, von dem er ihn genommen hatte. ,, Dann kann ich wohl ein gutes Gefühl bei dieser Aktion haben“, entgegnete der Schleichlehrer, als er sich dem Paladin zugewandt hatte. Als dessen Gesichtsausdruck ob der gehässigen Worte verfinsterte, erhob der Ritter die Hand zur Beruhigung. Marcos war schon viele Jahre an diesem Ort und würde jederzeit sein Leben für die Mission geben, daher stand es dem Schwarzhaarigen einfach nicht zu so etwas zu sagen. ,, Verzeiht. Ich wollte nicht taktlos sein. Ich habe das Gefühl dieses Tal macht mich genauso kalt wie es selbst ist“. Auf diese Worte hin antwortete Marcos nur mit einem verständnisvollen Gesichtsausdruck. ,, Man braucht viel Zeit und Mut um hier nicht den Willen zu verlieren. Dennoch bin ich überzeugt, dass ihr das schon schaffen werdet“. Fast dankbar nahm der Schmied diese Worte auf und unterhielt sich noch ein wenig mit dem gezeichneten Streiter.
Als Marcos sich schließlich wieder seinen Pflichten zuwandte und das Tal nach Grünlingen absuchte, ging der Ritter in Richtung eines der Stollen, die noch nicht eingestürzt waren. Er musste seinen Kopf einziehen, damit er sich nicht versehentlich eine Schramme, durch die herabhängenden Gesteinsteile, zuzog. Das Licht, welches im Minental so oder so mehr als spärlich war, drang quasi gar nicht in die Stollen hinein und so waren schon überall, selbst am hellen Tag, Fackeln entzündet worden, damit die Arbeiten gut vorangehen konnten. Immer tiefer drang der Schwarzhaarige in die Düsternis, bis er schließlich an eine der Stellen kam, wo schon fleißig gearbeitet wurde. Dort erspähte der Streiter auch die Organisatoren des Konvois Grimward und Tarnum, die wie alle anderen auch fleißig am arbeiten. ,, Grimward auf ein Wort“. DraconiZ Stimme ähnelte sehr einem Zischen, weshalb der Ritter nicht erstaunt war, als die Stadtwache zusammenzuckte und erst nachdem sie sich davon überzeugt hatte, dass es wirklich der Schmied war in Bewegung setzte. ,, Was gibt’s Draco?“, fragte der Soldat schließlich, als er in der Hörweite des Schmiedes war. ,, Nichts Bestimmtes. Ich wollte mich nur über die Situation aufklären lassen“. Grimward wartete einige Zeit, bevor er antwortete und nickte dann selbstsicher: ,, Es geht gut voran. Selbst nach dem Zwischenfall gestern ist die Moral doch recht hoch. Wie du bestimmt schon gesehen hast, haben wir ja auch schon einiges zu Tage gefördert“. DraconiZ bejahte. So unterhielten die beiden sich noch etwas über das weitere Vorgehen, bis Grimward sich wieder voller Enthusiasmus an die Arbeit machte. ,, Schon seltsam wie beflügelt hier geschürft wird. Wahrscheinlich wollen sie nur wieder nach Hause“, dachte der Ritter sich und ging dann weiter in den Stollen hinein um nach den anderen zu sehen. Wenn sie Draußen angegriffen wurden, würde er es noch früh genug mitbekommen.
Die Schritte des Schwarzhaarigen hallten an den Wänden der Stollen wider, als er in einen verlassen anmutenden Stollen kam. Obgleich hier an jeder Stelle ein Minecrawler auf ihn warten konnte, zog er sein Schwert noch nicht, denn auch dieser Gang war noch von Fackeln erleuchtet, so dass seine Arroganz ihm zuflüsterte, dass er es ganz sicher schaffen würde sein Schwert noch zu ziehen, wenn er angegriffen wurde. ,, Ahh. Hilfe“. Instinktiv blieb der Schleichlehrer stehen und konzentrierte sich auf das eben gehörte. ,, Verdammte Biester“. DraconiZ zog sein Schwert und lauschte so gut er konnte. Woher kam das Geräusch nur? ,, Hilfe!“. Es kam irgendwo von rechts. Ohne weiter nachzudenken rannte der Schmied los und suchte die Ursache dieser gedämpften Rufe.
Sir Ulrich
12.05.2006, 20:00
Nachdem die Rettungsaktion gestern zum Glück glimpflich verlaufen war, hatte SirUli wieder die letzte Schicht der Nachtwache übernommen, es wurde schon fast hell, als er abgelöst wurde. Ein kleines Nickerchen, wäre genau das richtige nach so einer langen Nacht, deshalb suchte sich der Lehrmeister ein abgelegenes Plätzchen, an dem er fast den ganzen Tag dösender Weise verbrachte. Zwischendurch nickte er immer wieder mal ein, aber an einen erholsamen Schlaf war nicht zu denken. Dazu war im Lager einfach zu viel los, das hämmern der Schürfer war bis draußen zu hören und die Soldaten die immer noch damit beschäftigt waren, die Karren zu reparieren, verhielten sich auch nicht gerade leise. Zum Glück gab es keine nennenswerten Zwischenfälle, Angriffe von Orks oder wilden Tieren blieben aus, das schlug sich gleich auf die gesamte Stimmung im Lager nieder. Sie war zwar noch etwas gedrückt, aber die meisten hatten sich von dem Schock des vergangenen Kampfes erholt und die Beschäftigung, der sie nachgingen, lenkte sie von der allgegenwärtigen Gefahr ab. Verdrängen war wohl die Devise der meisten, Jeder versuchte wohl erst gar nicht dran zu denken, was alles passieren könnte, sicherlich das Beste in so einer Situation, in der es jeden Augenblick möglich war, das der Tod die Finger nach ihnen ausstreckte. Was dem Waffenknecht fehlte, war eine vernünftige Mahlzeit, tagelang diesen übelriechenden Eintopf, das wäre nicht unbedingt förderlich für seine Moral..., widerwillig schaufelte er den Brei in sich hinein, schließlich musste er, wie die anderen Männer versuchen bei Kräften zu bleiben. Vielleicht solle er sich selbst mal auf die Suche nach etwas essbarem machen, überlegte er kurz, aber in dieser gefährlichen Gegend wohl nicht unbedingt ratsam. Das eigene Leben riskieren, nur um später ein schönes gebratenes Stück Fleisch in den Händen zu halten, das wäre die Sache nicht wert.
SirUli musste auf andere Gedanken kommen, nicht das er sich am Ende noch irgendeinem Leichtsinn ergeben würde, zu tun gab es eigentlich nichts für ihn, schließlich war er ja mit für die Sicherheit zuständig. Seine Schicht, würde erst wieder in den späten Abendstunden beginnen und wenn bis dahin nichts außergewöhnliches geschehen würde, könne er über die freie Zeit verfügen, wie er wolle. Nur was sollte er hier schon großartig unternehmen, seiner Lieblingsbeschäftigung, nämlich in freier Natur spazieren gehen, könne er ja wohl schlecht nachkommen. Also beschloß es sich einfach ein wenig in den Stollen rumzuwandern und den Schürfern bei der Arbeit zuzuschauen, vielleicht gäbe es ja auch noch etwas interessantes zu entdecken. Die Männer mit den Spitzhacken waren in ihrer Tätigkeit vertieft, auf ihr Werkzeug konzentriert schlugen sie unablässig auf das Gestein ein und fast jeder Hieb saß, die Splitter flogen nur so durch die Gegend. Hier war es dem Waffenknecht dann doch zu laut und er ging tiefer in den Stollen hinein, dorthin wo nicht geschürft wurde..., hier ließ es sich aushalten. Die nun herrschende Ruhe, appellierte gleich an seine Sinne, sie mahnten zur Vorsicht, wer weiß, was sich noch alles in diesen Gängen und Höhlen herumtrieb. SirUli hörte Schritte, wer um alles in der Welt mag das sein, vorsorglich zog der Lehrmeister sein Schwert, man konnte ja nie wissen und folgte den Geräuschen. Nach einigen Metern folgte er dem Stollen nach rechts und traf kurz darauf auf DraconiZ, „was macht ihr hier“ fragte SirUli..., „psst..., sei leise, ich habe was gehört“...
Zum ersten Mal hatte Odinson einen Minecrawler zu Gesicht bekommen. Große Viecher mit langen Scharfen Mundwerkzeugen und großen Scherenhänden. Das zischen konnte einem schon Angst einjagen, vor allem wenn man es zum ersten Mal hörte.
Der Kampf dauerte nicht sehr lange und er hatte keinen erlegen können. Doch einer lag tot am Boden von einem Pfeil getroffen. Dann hatte die Decke angefangen zu beben und alle hatten sich schleunichst verdrückt um nicht noch einmal verschüttet zu werden…
Doch sie hatten es geschafft und hatten nach einem Gespräch wieder ihre alltäglichen Tätigkeiten aufgenommen. Der Abend war ruhig verlaufen, denn allen Stand wenig der Sinn nach feiern oder saufen. Ein Kater war genau das falsche für einen Schürfer und Gardler.
Sie waren auch früh zu Bett gegangen, da die Sonne schneller unterging und es schneller dunkler wurde. Kein Vogel war des Nachts zu hören. Nur das Schnarchen der Kampfgefährten rings um.
Der Morgen begann wie jeder andere. Mit einem frühstück und einem kleinen Spaziergang durch das Lager. Als Odinson am Rand des Lagers ankam, dachte er einmal er hätte eine Bewegung im Gebüsch gesehen, doch da war nichts wieder zuerkennen, als er noch mal genauer hinsah. Achselzuckend sann er über die Dinge nach die ihn beschäftigten. Dieser Ort war schon lange von einer bösen Macht heimgesucht worden, und sie war noch nicht aus dem Tal verschwunden, so viel stand fest. Er hätte gerne gewusst wie es früher hier ausgesehen hatte. Vielleicht konnte ihm das einer der Ritter sagen.
Nach dem Rundgang holte er sich seine Hacke und ging zu der Stelle an der er gestern geschürft hatte, keine besonders gute, aber die Brocken warne schon etwas größer. Und hier war es sicher, hier konnte nix einstürzen so wie gestern. Draconiz saß in der Nähe und unterhielt sich mit diesem Marcos, der ihnen zu Hilfe geeilt war. Eine strahlende Persönlichkeit. Dann arbeitete er, Draco tat dasselbe. Doch weit kamen sie nicht.
„Hilfe!“ hörte er es schreien. ‚Man, hier kann man ja auch gar nix in Ruhe machen…“ Das Schrei kam irgendwo aus einer Höhle, Draco war schon los gelaufen. Seufzend ließ Odinson sein Werkzeug fallen und lief hinter her. Manche schauten auf, aber alle arbeiteten weiter. Sie hatten es wahrscheinlich nicht wahrgenommen. Sie liefen zu einer Höhle etwa 50 m entfernt. ‚Zum Glück nicht verschüttet!’ wieder Steine zu schleppen, darauf hatte er nun überhaupt keine Lust. Draco zog sein Schwert, Odinson machte es ihm nach. Der Ritter stoppte vor dem Eingang. „Danke dass du mitgekommen bist. Ich hoffe du hast eine Fackel mit?“ „ähm ja hier!“ daran hatte er gar nicht gedacht, aber er hatte heute früh zum Glück ein paar in seinen Gürtel gesteckt. „Danke, also dann, sei vorsichtig, es könnten Minecrawler sein. „HILFE!“ schrie es nun sehr nah und laut. Dann kamen noch SirUli und Schnarcher dazu. SirUli kam aus einem Seitenschacht. „was macht ihr hier“ fragte SirUli..., „psst..., sei leise, ich habe was gehört“...
Ein mannigfaltiges Grunzen war zu hören und quieken. „Molerats, zum Glück!“ sagte Draconiz. „Was denn das?“ „Schwein ähnliche Viecher, sehen nicht so aus, klingen aber so!“ „Aha!“ „Wirst ja gleiche welche zu Gesicht bekommen…“ Dann sahen sie das Opfer. Axel Foley war mal wieder zu neugierig gewesen und hatte sich in eine Höhle gewagt. Und nun kämpfte er verzweifelt gegen eine ganze Horde Molerats. Die hatten ihn umstellt und gaben ihre komischen Laute von sich.
„Kommt her ihr Mistviecher!“ schrie Draco und stürzte sich auf sie, Odinson machte es ihm nach, Draco nahm die Linke und er die Rechte. Axel schlug auf die hinter ihm ein.
Diese Viecher waren schwer zu treffen, ahnten sie einen Schlag wichen sie nach hinten aus und sprangen dann blitzartig wieder vor. Einmal wurde er schon gebissen von einem Molerat. Doch dann hatte er voller Wut den Kopf abgehackt. Blut lief die Höhler herunter. Das würde heute Abend einen schönen Braten geben…
Zasamalel
12.05.2006, 20:24
Er hatte wie die letzten Tage schon den Grossteil des Tages geschürft. Er hatte nur das Pech das an der Stelle die er sich vorgestern ausgesucht hatte das Erz zur Neige ging! "Das darf doch nicht wahr sein. Für so ein bischen Zeug habe ich mich so abgeschunden!" sagte Axel zu sich selbst als er den mickrigen Splitterhaufen ansah, den er bis jetzt abgetragen hatte!
Er nahm sich vor etwas zu trinken und dann nach einem neuen Platz zu suchen! Gesagt, getan. Er lief ein bischen herum und suchte die gegend ab! Er sah eine halbe Stunde lang nur Schürfer die schwitzend ihre Hacken auf die Erzbrocken sausen liessen! Dann bemerkte er eine Höhle! Er hatte aus dem Einsturz gelernt, und so ließ er beim betreten sehr viel Vorsicht walten! Sich langsam und so leise als möglich fortbewegend lief er tiefer in die Höhle , in der Hoffnung einen geeigneten Platz zu finden. Das er einmal fast ausgerutscht wäre war im nächsten Herzschlag schon wieder vergessen! Er hörte ein verdächtiges *chrrrr*. "was war das?" dachte Axel. Er lief trotz aller Gefahren noch ein Stück weiter. Als er um eine Ecke lugte sah er eine Nackte halb am Boden kriechende Kreatur mit spitzen Zähnen! Sie bewegte sich relativ langsam, und so wagte es Axel an ihm vorbei zu rennen! Die Kreatur hatte zwar nach ihm geschnappt, doch Axel war geschickt den Zähnen ausgewichen! Er lief noch ein Stück, als noch zwei dieser Biester Auftauchten! "Oh nein." entfuhr es ihm. Schnurstracks ging es wieder zurück. Diesmal machte er sich nicht einmal die Mühe sich leise zu bewegen! Er rannte nur noch in richtung Ausgang! Das Problem dabei war, das aus den Seitengängen immer mehr dieser Ungeheuer krochen. Er zählte an die 20. Axel Zog sein Messer, wohl wissend, das er nur die geringste Chance auf Überleben hatte! Er stürmte auf den vorderen Gegner zu, sprang ihm auf den Rücken und stach das Messer an die Stelle des Kopfes wo sich eigentlich die Augen befinden sollten. Da das keine Wirkung zeigte, hob Axel sein linkes Bein ein bischen an und stach mit voller Wucht in die Seite des Untieres! Dies brach mit einem lauten Grunzen zusammen! "nicht schlappmachen." ermahnte er sich! Aber er wusste genau das es zu viele waren! "Hiiiiiiiiilfeeeeeeeee" brüllte er daher in der Hoffnung das es jemand hören würde bevor er auf den nächsten Molerat zustürmte. Kurze Zeit später waren drei Gardisten in die Höhle gestürmt und hatten sich über die Ungeheuer hergemacht.
Igor Vectrex
12.05.2006, 20:34
Irgendwie fand es der Priester erheiternd mal anderen dabei mehr oder weniger zuzusehen, wie sie im Begriff waren den zweiten Kreis der Magie zu erlernen. Auch wenn seine Lehrmethoden sicher anders aus gesehen hätten. Vor allem wäre ihm nach einer harmonischen Beziehung zu seinen Schülern gelegen, nicht so wie Hirni es pflegte. Ihm schien es egal zu sein, was seine Schülerinnen von ihm hielten und er machte auch keinen Hehl daraus. Sicherlich war dies erschwerlicher für beide Seiten, für den Schüler und den Lehrmeister und doch...konnte er nicht sehen, daß kein Fortschritt vor sich ging. Wieder ein Beweis mehr für die Individualität der beliarschen Magie. Aber der Tag war mittlerweile vorüber gegangen und es wurde Zeit weiterzuziehen und dem eigentlichen Ziel dieser Reise entgegen zu treten.
Und erneut würde einem stillen Betrachter ein seltsames Gespann auffallen, daß sich dort durch die Wälder des Minentals bewegte. Ein Lehrmeister der Magie Beliars, der einen blinden Priester der dunklen Mächte führte, dahinter zwei weitere Beliardienerinnen, die nichts Besseres zu tun hatten, als sich gegenseitig anzukeifen. Man könnte auch meinen, daß Einigkeit in dieser Reisegruppe den Wert von Mangelware besaß...zumindest sah es so aus. Bis jetzt. Sie waren in der langsam untergehenden Sonne fast an ihrem Ziel angekommen...der einst verschütteten Erzmine des alten Lagers. Doch seltsame Aktivitäten ließen den Führer Hirni kurzerhand stoppen.
"Wir können nicht weitergehen...Gardler schürfen bereits in der Mine..." sprach Hirni leise.
"Nun, das war nicht zu erwarten...!" erwiderte Igor, der blinde Priester.
"Was machen wir nun...?" ging die berechtigte Frage von seinem Führer aus.
"Hmm...wir haben jetzt zwei Möglichkeiten...wir warten, bis sie wieder fort sind...was ewig lange dauern würde und Deine Schülerinnen sicher zur Weißglut treibt, oder..."
"Oder was...?" Es war deutlich zu hören, daß seinem Führer der Alternativplan schon jetzt nicht gefiel, allerdings würde der andere für ihn bei diesen Zwistigkeiten seiner Schülerinnen auch die Hölle bedeuten.
"Seht es positiv, Hirni...Ihr erspart Euch jede Menge schweißtreibende Schürfarbeit, wenn wir die Gardler um ein wenig ihres Gutes erleichtern...!" antwortete Igor trocken.
"Wir sollen WAS...?" ertönte die Frage synchron aus drei verblüfften Mündern.
"Wir beklauen die Gardler einfach...!" Heiterkeit umfiel die Stimme des blinden Priesters, das war ein Plan nach seinem Geschmack. "Und wie stellen wir das an? Hast Du eine Idee?" fragte der besorgt klingende Hirni, wußte er wohl schon darum, daß er das arme Schwein sein würde welches den Diebstahl vollziehen müßte. "Noch nicht wirklich, aber die Zeit wird es zeigen...sie wird es zeigen...da sei Dir mal sicher, mein Führer...!" Vorerst zogen sich die Schwarzmagier in den Wald zurück...
Schnarcher
12.05.2006, 20:37
Der Lehrmeister hatte er langweilige Tage hinter sich gebracht. Erzschürfen, auf Steine hacken oder sich mit Minecawlern rumzuschlagen, das war nicht sein Ding. Lieber machte er kleinere Sparziergänge und jagte das ein oder andere Tier. Um ehrlich zu sein, fragte er sich, warum er überhaupt mitgekommen war. Aber so war das halt. Er versuchte zwar immer so viel wie nur möglich Raum zwischen sich und dem Minental zu haben, doch auf merkwürdige Weiße, zog es ihn auch immer wieder an. Naja, zum Glück würde es ja bald wieder zurück gehen. Oder eher zum Pech? Die Orks wussten ja wo sie waren und bestimmt wurden sie auch beobachtet. Und verwundern würde es ihn auch nicht. Sie wurden quasi vom Pech verfolgt. Erst vor kurzem hatte es ein großes Gemtzel mit Minecawlern gegeben.
Der Bogner wurde aus seinen Gedanken ausgeschreckt. Er spazierte gerade verträumt am Waldrand. Da war es wieder! Es klang so, als würde jemand um Hilfe rufen! Oder war es doch mehr eine sterbende Harpie gewesen? Egal, Schnarcher beschloss der Sache gleich auf den Grund zu gehen. Mit weit ausholenden Schritten ... nun schritt er voran. Nicht gerade elegant stolperte er mehrmals über Baumwurzeln, Steine und was sonst noch ihm in den Weg kam. Die Rufe wurden lauter und auch schriller. Der Rufer konnte nicht mehr weit entfernt sein. Er stand jetzt vor einer hohen Felswand, bespcikt mit mehren Höhlen. In der Ferne konnte er 2 oder 3 Männer in eine der Höhle laufen sehen, alle waren bewaffnet. Oder auch nicht, das konnte er nicht erkennen. Aber das musste es sein.
Hastig griff er nach seinem Bogen. Dabei riss er sich einen seiner nikotingelben Fingernägel ein, aber das war es wert. Die Eleganz, mit der der Lehrmeister den Bogen hervorholte konnte wohl niemand überbieten und darauf war er auch sehr stolz.
Gerade als er in die Höhle eintrat sah er einen der Typen auf einen Molerat herumhacken. Ohne lange zu überlegen schoss er einen Pfeil ab. Er musste gar nicht zielen; extrem viele Molerats waren so dicht aneinander gedrängt, das man gar nicht sein Ziel verfehlen konnte. Nur wollte er nach Möglichkeit keinen der Soldaten abschießen, die hier ein Tier nach dem anderen Tier abschlachteten. Es dauerte nicht lange, da war das Gemtzel auch schon beendet. Es bot sich ihm kein besonders appetitlicher Anblick da. Manchen der schweinearitgen Wesen fehlte der Kopf, einige waren in Blut getränkt.
Erst jetzt schien ihn einer der Männer zu bermerken.
Der vorfall am letzten Tag machte Tarnum immernoch zu schaffen, so eine Furcht hatte Tarnum noch nie gespürt, selbst bei der Bekämpfung des Schattenläufers hatte er nicht so viel Angst gehabt. Trto allem machte der junge Goldschmied weiter und schürfte schneller Erz als er je konnte, er wollte weg vom Minental und seine Heimatschadt Khorinis wieder sehen zu können. Die Befreiungsaktion der Männer war grandios gewesen, dass erfüllte Tarnum wieder mit etwas mehr Mut und Entschlossenheit doch noch lebendig aus dem Minental fliehen zu können. Viele Kisten voller Erz waren schon auf den Karren platziert worden. Doch Tarnum wusste, dass es noch ewig dauern würde bis sie das ganze Erz zusammen bekommen würden.
"Natürlich, wir dürfen das Erz anderer minen abholen und nach Khorinis transportieren", dachte sich Tarnum als er überlegte wie es sich schneller mit der Erz sache ergehen ließe.
Tarnum versuchte den Gedanken weiter aus zu bauen und dabei auf den Erzklumpe ein zu schlagen. Plötzlich kamen von draußen viele laute und freudige Stimmen. Ein paar Männer kamen mit haufen von Fleisch ins Lager an, darunter befanden sich SirUlis, Tarnum's alter Lehrmeister, DraconiZ der leiter der Sicherheitsgruppe, AxelFoley ein Rekrut, Odison ein Waffenknecht und Schnarcher ein Magier. Tarnum ging skeptisch zum Fleichhaufen hin und fragte SirUli was das für ein Fleisch wäre, zur Beruhigung Tarnum's war es geöhnliches Molerat Fleisch das sie frisch gejagt haben. Die Männer zündeten wie wild ein großes Lagerfeuer an und stürzten sich gleich aufs Fleisch um es über dem lodernden Feuer zu braten. Viele schnitten sich Armgroße Stücke ab, andere nur Handlange. Aber eins war sicher im Lager gab es mehr Hunger als Entschlossenheit. Schließlich legte Tarnum die schon blauschimmernde Spitzhacke weg und gesellte sich zu den Männern die schon fleizig dabie waren das Fleich braten zu sehen. Selbst nach diesem Hungerangriff der Soldaten war immer noch genug Fleisch für vier Tage übrig. Der junge Goldschmied merkte schnell das es ihm nicht anders ging als seinen Kameraden und holte sich ebenfalls ein dickes Stück Fleisch. Die Atmosphäre im Lager war wieder hergestellt, alle redeten mit einander. Eine bessere und wärmere Umgebung breitete sich um den Konvoi aus.
„Ethea, euer letzter Zombie war so wundervoll.“ Bloody Sunday versuchte ihrer Mitschülerin Honig ums Maul zu schmieren. Die Adlige brachte jedoch nichts weiter als ein gequältes Lächeln hervor. Diese neue Strategie, die nicht sonderlich schwer zu durchschauen war, machte sie noch völlig wahnsinnig. Eine Weile schon hatte die Schwarzmagierin mit anhören müssen, wie zu jeder ihrer Taten ihr eine bewundernde Schmeichelei von ihrer Mitschülerin entgegnet wurde. Nur selten hatte sie sich einen garstigen Kommentar dazu verkneifen können und noch seltener suchte sie nicht die Flucht vor Misses Blutig, jedoch waren die Konversationen der beiden Priester, die ihnen in weniger Entfernung vorausgingen, auch nicht deutlich befriedigender für die Schwarzhaarige.
„Wie vollbringt ihr es bloß, dass sich eure Zombies so elegant bewegen?“, kam es erneut ungewünscht von der Seite und genervt denn je drehte Ethea ihren Kopf zu der Störenfriedin um, um diese mit funkelnden, eiskalten Augen zu strafen.
„Rollt die Zunge wieder ein, Heuchlerbraut, ich brauche keinen roten Teppich um mich durch das Minental zu bewegen“, raunte sie und beschleunigte ihre Schritte, sodass sie kaum bemerkte, dass die beiden Priester kurz vor ihr schon stehen geblieben waren.
„Was ist hier los?“, wollte Bloody, neugierig, wie sie sich ständig gab, wissen, als die Blicke der beiden Schwarzmagierinnen auf die vor ihnen liegende Schürfstelle fielen, leicht verdeckt von den nahestehenden Bäumen, die seit wenigen Wochen erneut begannen wieder Blätter zu tragen. Der Frühling war dieses Jahr spät über Khorinis eingebrochen.
„Wir gehen doch nicht etwa Erz schürfen, meine Herren?“, hinterfragte Ethea ungläubig, doch ebenfalls überflüssig, denn zugleich sah sie die vielen Gardler umherirren, die ungemein eifrig in den Stollen nach Erz schürften. Sie konnten hier nicht selbst nach Erz suchen.
„Klauen? Ich stehle nicht!“, warf ihre Mitschülerin empört ein und verschränkte die Arme vor der Brust. Schon wieder genervt, entfernte sich Ethea kurz darauf einige Schritte von der nörgelnden Schwarzmagierin und gab damit ungewollt den Anstoß ihres Aufbruchs, obwohl die Richtung der Priester gen Wald zuvor andere Worte gesprochen hatte.
„Wir sollten vorsichtig sein“, erklärte der Blinde und bedeutete den anderen damit, langsam vorgehen zu müssen. Das Getümmel und die Hektik, mit der die Schürfer ans Werk gingen, war groß, sodass sie es nicht allzu schwer hatten, sich von Felsen zu Felsen, Baum zu Baum, in die nähe der Stollen zu stehlen.
„Hat jemand einen Plan?“, bemerkte Ethea, als ihre Lage zunehmend ernster wurde, je mehr sie sich den Ansammlungen glaubensfremder Männer annäherten. So viele Menschen, die so sehr verirrt waren in ihren gestörten Köpfen, und vermutlich konnte niemand von ihnen noch geheilt werden.
Sie standen nun direkt hinter einer dürftig errichteten Palisade, die augenscheinlich dazu aufgestellt worden war um den gröbsten plötzlichen Angriffen von Orks und Snappern entgegenwirken zu können. Gegen eine kleine Gruppe Diener Beliars, würde sie jedoch vermutlich nicht lange bestehen. Im Gegenteil, im Moment erwies sie ihnen durch ihren Schutz sogar recht passable Dienste.
Igor Vectrex
12.05.2006, 21:55
Wenn das mal kein ungefährlicher Plan war, einen ganzen Konvoi von Gardlern berauben zu wollen, aber schließlich blieb dem Priester Hirni keine Wahl. Er hatte den Mist verbockt und mußte ihn nun ausbaden. Wobei diese Sache hier wesentlich gefährlicher werden würde, als in den Katakomben ein wenig schwimmen zu gehen. Der Zeitpunkt konnte nicht günstiger sein. Der Geruch von gebratenem Fleisch stieg dem blinden Priester in die Nase und aus seiner Vergangenheit wußte er, daß es bei den Pausen für die Schürfer nichts anders gab, als die Mahlzeit, die sie zu sich nahmen. Er hoffte einfach mal darauf, daß es bei diesen Gardlern genauso war, sie erschöpft genug von den Kämpfen mit den Crawlern und der harten Arbeit waren, um sie nicht zu bemerken.
"Also hört zu...ich werde einen Zombie beschwören und in dieses Lager schicken, dieser wird gemäß meinem Befehl vor der attackierenden Wache flüchten und wieder heraus kommen...Ihr beide, damit meinte er Ethea und Bloody Sunday werdet Euch im Hinterhalt verstecken und den Wachen mit einem schweren Ast eins überziehen, damit sie bewußtlos sind. Es wird niemand getötet...das meine ich ernst. Es würde unsere Flucht nur unnötig beschweren, wenn der Groll der gesamten Truppe auf uns übergeht. Wenn die Wachen erledigt sind wird Euer Lehrmeister..." gleichzeitig mit diesem Wort klopfte Igor diesem Hoffnung gebend auf die Schulter "...in die Anlage eindringen und diesen Beutel hier mit Erz füllen, anschließend werden wir alle Richtung Eisregion flüchten, jedoch muß mich einer von Euch führen...!" Der blinde Priester drückte dem schluckendem Hirni einen kleinen Stoffbeutel in die Hände. "Soweit alle verstanden...? Möge Beliar mit uns sein...!" sprach der Magier und verzog sich hinter einen großen Felsen. Anschließend beschwor er einen wahrhaft ekligen und nach Fäulnis stinkenden Zombie wie aus dem Lehrbuch und schickte ihn nach seinem Befehl in Richtung der Erzcontainer, dessen Standort ihm Hirni vorher in etwa mitgeteilt hatte. Der Zombie hatte den Befehl sofort zu flüchten, wenn er von einer der Wachen entdeckt wurde und dank den Kräften eines magiebegabten Priesters tat er dies auch sofort. Nun hing alles an einem seidenen Faden und an den Schülerinnen Hirnis, sollten sie versagen, sahen sie sich einer ganzen Horde von Gardlern gegenüber...
Die Stadtwache
12.05.2006, 21:58
Das Minental lag bedrohlich vor Gisbert. Schon lange diente der Soldat dem König und seinem Gott Innos treu und mutig. Es mussten mittlerweile an die 2 Jahre sein, die er in diesem meist von sämtlichen Menschen, außer den tapferen Streitern an der Schürfstelle, verlassenen Tal verbracht hatte und dennoch war sein Wille ungebrochen. Das nun der Konvoi hier war und das wichtige Erz abholte war eine gelungen Abwechslung für den alten Streiter, der sonst immer nur dieselben Gesichter, dieselben Berge und denselben Tagesablauf sah. Jeden Tag spähte der Alte hinaus ins Minental und versuchte eine Bedrohung auszumachen, von der er hoffte, dass sie nicht kam. Es war schon ein wenig seltsam, nach etwas Ausschau zu halten, wovon man hoffte, dass es nicht kam, aber der schon etwas senil gewordene Streiter scherte sich nicht darum. Die Langeweile der vergangenen Tage hatte ihn zu gefangen, wie Innos seinen Glauben gefangen hatte. Daher war es ihm auch wirklich egal, dass er ganz alleine an einem der Erzwagen stand und sie beschützte. Er mochte etwas alt sein, aber er würde immer noch schnell genug sein, um seine Mitstreiter zu benachrichtigen, falls irgendetwas Seltsames geschehen sollte. Außerdem gab es auch noch seinen Einhänder baldin. Auch wenn er schon recht verrostet war und nicht mehr wirklich ansehnlich, war es doch sein bester Besitz. Seit jeher leistete diese Waffe dem Mann gute Dienste und schon mancher Grünling hatte dadurch sein Ende gefunden, als Gisbert noch jung gewesen war.
Der Alte erinnerte sich noch gerne an die Zeit zurück, als er jung gewesen war. Irgendwie war es zu diesen Zeiten viel besser gewesen. Da hatte es noch das ganze Spektakel mit der Barriere noch nicht gegeben und auch der Orkkrieg war noch kein Thema gewesen. Bei Hannah in der Taverne war es immer sehr nett gewesen und auch in der Hafenstadt war es wesentlich friedlicher gewesen. Bis die Grünlinge gekommen waren und all ihre Hoffnungen zunichte gemacht hatten. Ja diese Grünlinge mussten wirklich die Ausgeburt der Hölle sein. Alles hatten sie Gisbert genommen. Seine Freiheit und seine wohl verdiente Ruhe im Alter.
Der alte schnaubte, als er merkte, dass die Neuankömmlinge freudig aus einem der Stollen kamen und sich über das Fleisch freute, was sie ergattert hatten. Das war doch wirklich nicht zu glauben. Den alten Gisbert fragte natürlich wieder Niemand, ob er auch etwas von dem Fleisch haben wollte. So war es eben mit der Jugend. Kein Respekt mehr vor den alten und den Sitten. ,, Dann bleib ich eben hier stehen und bewache das Erz. Wenigstens habe ich noch Pflichtbewusstsein“, murmelte der Milizsoldat vor sich hin. Sollten die anderen doch machen was sie wollten. Er war auch mit dem üblichen Brei, den es jeden Tag gab, zufrieden. An Feiertagen gab es ja sogar mal ein Stück Fleisch und da heute kein Feiertag war, sagte sich der Alte, brauchte er auch gar kein Fleisch. Eigentlich konnte er ja wirklich zufrieden sein, doch das nervtötende Geplapper der Gardisten ging ihm echt auf die Nerven. Konnten sie denn nicht einmal ruhig sein?
Doch plötzlich passierte etwas, von dem der alte nicht gedacht hatte, dass es etwas hier gab. Eigentlich rechnete er nur mit Grünlingen und vielleicht auch Echsenmenschen aber so etwas hatte er noch nie gesehen. Das Ding was da hinten rumtaumelte sah aus wie ein verdammt entstellter Mensch. Gisbert hatte oft Geschichten über solche Viecher gehört, aber selbst noch keines gesehen. Laut den Geschichten sollte das ein Untoter sein. ,, Wenn ich diesen bezwinge, dann wird der alte Gisbert nicht mehr alleine am Karren stehen müssen, denn dann werden die anderen erkennen, dass der alte auch zu was taugt“, sagte der Soldat zu sich selbst und versuchte seinen Einhänder aus der Scheide zu ziehen, was nicht besonders gut funktionierte. Das letzte Mal, da er ihn gezogen hatte, war schon wirklich lange her. ,, Na komm schon baldin alter Junge. Wir müssen auf in den Kampf“. Nach einigem Ziehen und Zerren schaffte es der senile Greis dann auch tatsächlich seine „Waffe“ zu ziehen. Denn das was er ein Schwert nannte, war mehr ein riesiges Stück Rost. Doch dem alten reichte es. Auch, dass der Zombie keine Anstalten machte näher zu kommen, interessierte den alten Mann nicht wirklich. Noch einen Moment zögerte der Alte, bevor er seinen Posten verließ und sich dem magischen Wesen näherte. ,, Meine Knochen sind auch nicht mehr die besten. Damals war wirklich alles besser“, meinte der Mann zu sich selbst, anstatt einen Kriegsschrei auszustoßen. Das einige düstere Gestalten auf ihn warteten und dass er geradewegs in eine Falle stolperte merkte der Mann in seiner Senilität nicht. Schon bald würde die ewige Langeweile ein Ende finden.
DraconiZ
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